200 Jahre Badischer Kunstverein

Vorlage: 2017/0415
Art: Beschlussvorlage
Datum: 20.06.2017
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Kulturamt
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 25.07.2017

    TOP: 5

    Rolle: Entscheidung

    Ergebnis: einstimmig zugestimmt

Zusätzliche Dateien

  • 200 Jahre Badischer Kunstverein
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister BESCHLUSSVORLAGE Vorlage Nr.: 2017/0415 Verantwortlich: Dez.2 200 Jahre Badischer Kunstverein Beratungsfolge dieser Vorlage Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis Kulturausschuss 19.07.2017 1 X Vorberaten Gemeinderat 25.07.2017 5 X genehmigt Beschlussantrag Der Gemeinderat nimmt die Jubiläumsplanungen des Badischen Kunstvereins zur Kenntnis und beschließt nach Vorberatung im Kulturausschuss die Gewährung eines überplanmäßigen Son- derzuschusses in Höhe von 70.000 Euro für die Jubiläumsveranstaltungen. Finanzielle Auswirkungen nein x ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) 70.000 Euro Haushaltsmittel stehen nicht zur Verfügung Kontierungsobjekt: Kontenart: Ergänzende Erläuterung: Finanzierung durch überplanmäßige Auszahlung 2018 in Höhe von 70.000 Euro ISEK-Karlsruhe-2020-relevant nein x ja Handlungsfeld: Kultur Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) x nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften x nein ja Abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Der Badische Kunstverein feiert im Jahr 2018 sein 200-jähriges Jubiläum. Erstmals in einer Ur- kunde erwähnt wird er am 1. Mai 1818. Er ist damit einer der ältesten Kunstvereine Deutsch- lands. Der Badische Kunstverein plant für das Jubiläumsjahr ein umfangreiches Festprogramm, das sowohl die Geschichte des Kunstvereins in den Blick nimmt als auch in vielfacher Weise die Fra- ge aufwirft, welche Rolle Kunstvereine heute in der Kulturlandschaft spielen und wie sie ihre Aufgaben und ihre Rolle in der Zukunft wahrnehmen und stärken können. Der Sitzungsvorlage sind beigefügt: - „Kunstverein goes public!“ – 200 Jahre Badischer Kunstverein mit Darstellung der Aktivitäten zum Jubiläumsjahr 2018 - Festprogramm zum Jubiläum – Tabellarischer Überblick als Übersichtsdarstellung der Aktivitäten zum Jubiläumsjahr 2018 - Finanz- und Kostenplan „Kunstverein goes public!“ – 200 Jahre Badischer Kunstverein Die Direktorin sowie der Vorstand des Badischen Kunstvereins haben gegenüber der Verwal- tung deutlich gemacht, dass das anspruchsvolle Jubiläumsprogramm nicht im Rahmen des von der Stadt Karlsruhe und dem Land Baden-Württemberg gewährten institutionellen Zuschusses realisiert werden kann. Die Mehrkosten belaufen sich auf 445.980 Euro. Ein Betrag in Höhe von ca. 126.380 Euro soll aus Eigenmitteln gedeckt werden. Im Übrigen wurden Stiftungen und weitere Förderer ange- fragt. Der Badische Kunstverein geht von einem nicht gedeckten Betrag in Höhe von 70.000 Euro aus. In dieser Höhe hat er einen außerplanmäßigen Jubiläums-Projektzuschuss beantragt. Die Mittel stehen im Haushalt 2017/2018 nicht zur Verfügung und können auch nicht aus lau- fenden Mitteln des Kulturhaushalts gedeckt werden. Mit Blick auf das herausragende Jubiläum und den besonderen Auftrag des Badischen Kunstvereins empfiehlt die Verwaltung, für die Jubiläumsaktivitäten einen entsprechenden Sonderzuschuss überplanmäßig zur Verfügung zu stellen. Beschluss: Antrag an den Gemeinderat – nach Vorberatung im Kulturausschuss - Der Gemeinderat nimmt die Jubiläumsplanungen des Badischen Kunstvereins zur Kenntnis und beschließt nach Vorberatung im Kulturausschuss die Gewährung eines überplanmäßigen Son- derzuschusses in Höhe von 70.000 Euro für die Jubiläumsveranstaltungen.

  • Anlage 1 200Jahre-BadischerKunstverein
    Extrahierter Text

    1 „Kunstverein goes public!“ 200 Jahre Badischer Kunstverein 2 Kunstverein goes public! – 200 Jahre Badischer Kunstverein FESTPROGRAMM ZUM JUBILÄUM Als einer der ältesten Kunstvereine in Deutschland feiert der Badische Kunstverein 2018 sein 200jähriges Bestehen! 1 Wir wollen dieses Jubiläum nutzen, um uns nicht nur mit der Historie des Vereins zu beschäftigen, sondern insbesondere unseren Blick in die Gegenwart und Zukunft zu richten: Welche Rolle spielen Kunstvereine und ihr ausgeprägter Bildungsanspruch in der Kunstlandschaft heute, wie können sie ihre Rolle und ihre Aufgaben in der Zukunft wahrnehmen und stärken? Zu diesen und anderen Fragestellungen wird der Badische Kunstverein im Sommer 2018 eine große Veranstaltungsreihe ausrichten, die neben den früheren Direktorinnen und Direktoren des Badischen Kunstvereins sowie Kolleg_innen aus der Region und darüber hinaus, auch Vertreter_innen ähnlich ausgerichteter Institutionen im internationalen Raum umfasst (Centres d’art, Frankreich; Kunstverein Amsterdam). Diese Veranstaltungsreihe umfasst Vorträge, Workshops, aber auch Performances, Lesungen und Konzerte. Das Festivalprogramm beginnt mit dem Festakt zum Gründungsdatum am 1. Mai und umfasst verschiedene Aktivitäten bis Ende November 2018, die im Folgenden noch einmal detailliert vorgestellt werden. Das Jubiläum steht unter dem Motto: Kunstverein goes public: Das altehrwürdige Haus, das 1900 eigens für den Kunstverein gebaut wurde, möchte sich sowohl nach innen, als auch nach außen einer größeren Öffentlichkeit präsentieren und diese aktiv in das Programm mit einbeziehen. Zur Öffnung nach innen gehört der Club 200, der als künstlerisches Projekt im so genannten Lichthof des Vereins installiert und über das ganze Jahr verteilt die verschiedenen Jubiläumsaktivitäten (kleinere Ausstellungen, Veranstaltungen) ausrichten wird. Der Club besteht aus einer Bar, einem Kino und einer Bibliothek. Für den Club ist zudem die Veranstaltungsreihe Ausstellungsgeschichte lesen geplant, zu der verschiedene nationale und internationale Kuratorenstudiengänge eingeladen werden, einzelne Ausstellungen des Badischen Kunstvereins der letzten 20 Jahre in Workshops kritisch zu „lesen“ und die Ergebnisse anschließend öffentlich vorzustellen. Dabei werden auch Kunstwerke, die im Badischen Kunstverein einmal ausgestellt wurden, im Original ausgeliehen und den Besucher_innen präsentiert. In diesem Zusammenhang sollen auch ausgewählte Künstler_innen der vergangenen 20-30 Jahre noch einmal eingeladen werden, um ihre neuen Arbeiten zu präsentieren und einen weiteren Schritt in der Zusammenarbeit zu markieren. Eng verbunden mit dem Club 200 ist ein kuratiertes Jubiläumsprogramm für den so genannten Gewölbekeller als ältesten Gebäudeteil des Hauses. Licht- und Audiokunst wird zeitbasiert an einem Abend und langfristig in dieser historischen Halle zu sehen und zu hören sein. 1 Unter Berufung auf noch erhaltende Gründungsdokumente wäre der Badische Kunstverein sogar der älteste Kunstverein Deutschlands! 3 Das Foyer wird als Ort für unsere aktiven Mitglieder umgestaltet. Der Kunstverein hat keinen eigenen Veranstaltungs- oder Aufenthaltsort. Das soll sich in 2018 ändern! Mitglieder, Besucher und Freunde des Kunstvereins können hier einfach nur verweilen, Publikationen lesen, diskutieren, aber auch Programme und Workshops für andere Mitglieder anbieten („Von Mitgliedern für Mitglieder“). Die Residenz Kunstverein lädt 2018 Künstler_innen/Performer_innen, Krititker_innen und Autor_innen ein, für drei Monate in der Wohnung des Kunstvereins zu wohnen und vor Ort neue Projekte rund um den Kunstverein in Gegenwart und Zukunft zu entwickeln und anschließend in Form von Vorträgen und Veröffentlichungen zu präsentieren. Zum Jubiläum möchte der Kunstverein sein historisches Gebäude aber auch verstärkt nach außen in den städtischen Raum hinein öffnen. Verschiedene Künstler_innen werden eingeladen, Projekte im öffentlichen Raum zu gestalten, die sich mit dem Kunstverein und seinem Ausstellungsprogramm auseinandersetzen. Künstler_innen entwerfen Plakatwände (Billboards), die an verschiedenen Orten der Stadt aufgestellt werden, ein Kunstvereins-Garten entsteht mit ungewöhnlichen Pflanzen oder eine Arena wird als institutionsfreier Raum für Aufführungen und Diskussionen zur Verfügung gestellt. Die renommierte schottische Künstlerin Lucy McKenzie, die sich in ihren Arbeiten mit kultureller Institutionsgeschichte beschäftigt, wird angefragt, eine bleibende Außenraumarbeit zu entwickeln, die der Kunstverein zum Jubiläum der Stadt übergibt. An den ausgewählten Orten für die Kunstprojekte im öffentlichen Raum finden dann auch einzelne Aktionen statt, um die Aufmerksamkeit zu schärfen und den Kunstverein mit dem städtischen Raum dialogisch zu verbinden. Dazu wird für das Jahr 2018 auch ein neuer Stempel als Kunstvereins-Logo entworfen, der auf allen Drucksachen und an den künstlerischen Projekten als Wiedererkennungswert erscheinen wird. Ein künstlerisches Projekt wird sich zudem der Fassade des Kunstvereins widmen und mit verschiedenen Effekten die Aufmerksamkeit des Laufpublikums auf sich ziehen. Mit der Aufarbeitung und zukünftigen Nutzbarmachung beschäftigt sich das umfassende Projekt 31,2 laufende Meter. Über drei Jahre wurden die Archivalien und Dokumente des Badischen Kunstvereins von Studierenden der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe gesichtet und aufgearbeitet. Das Archivmaterial befindet sich im Generallandesarchiv und umfasst 31,2 laufende Regalmeter. Zum Jubiläumsjahr werden die Ergebnisse dieser umfassenden Recherche zusammengefasst und es entsteht eine Publikation, allerdings nicht als Buch, das – einmal gedruckt – nicht weiter verändert werden kann, sondern als flexible Webseite, die stetig um zusätzliches Material ergänzt werden kann. Die Geschichte des Vereins wird so einer großen Öffentlichkeit zugänglich gemacht und Mitglieder sind aufgefordert an der Aktualisierung dieser Webseite aktiv mitzuwirken. Für die Gestaltung der Seite wurde James Langdon – Professor für Kommunikationsdesign an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe – eingeladen. Diese Form der Veröffentlichung entspricht der Idee einer digitalen Erfassung und Verbreitung institutioneller Information und ergänzt die umfassende Publikation zum 175 Jährigen Jubiläum des Kunstvereins. Die Veröffentlichung der Webseite findet als Event im Jubiläum statt, wird großflächig beworben und an einem Abend mit allen Beteiligten zelebriert und vorgestellt sowie von Veranstaltungen zu Fragen der Archivierung und Digitalisierung begleitet. 4 Um seinen Vermittlungsauftrag im Jubiläumsjahr besonders gerecht zu werden und auszubauen, möchte der Kunstverein 2018 eine Kooperation mit dem Karlsruher Kunstvermittlungsbüro fort da eingehen, die für das Festival ein gesamtzusammenhängendes Vermittlungsprogramm für Kindergärten und Schulen entwickeln sowie Projekte mit Geflüchteten im Kunstverein initiieren und durchführen. Zu diesem Zweck möchte der Kunstverein mit verschiedenen Netzwerken kooperieren, u.a. mit Amnesty International, Karlsruhe, und UNICEF Karlsruhe. Bereits in 2016 im Kontext der Ausstellung „Wir Flüchtlinge“ konnte der Kunstverein mehrere Workshops mit Geflüchteten durchführen und mit UNICEF eine Partnerschaft für ein Engagement in Syrien eingehen. Auf diesen Kooperationen möchten wir 2018 aufbauen und diese nachhaltig weiterführen. Das Festprogramm zum 200-jährigen Jubiläum möchte nicht nur kurzlebig feiern, sondern setzt zudem auf eine Nachhaltigkeit der einzelnen Programmpunkte, so dass das Jubiläum über das Jahr 2018 hinauswirken und die Arbeit des Kunstvereins in Karlsruhe effektiv bereichern kann. AUSSTELLUNGSPROGRAMM ZUM JUBILÄUM Neben den zahlreichen Fest-Aktivitäten 2018 sind vier große Ausstellungsblöcke geplant, die das Kunstvereinsprogramm der letzten Jahre spiegeln, aber zugleich als Highlights zum Jubiläumsjahr konzipiert wurden. Diese Ausstellungen wären mit den üblichen Ressourcen des Kunstvereins in dieser Form nicht durchführbar. In 2012 erhielt der Badische Kunstverein den renommierten ADKV-ART COLOGNE Preis für sein Ausstellungsprogramm. Darauf bezugnehmend liegen die Schwerpunkte der Ausstellungen im Jubiläumsjahr auf Künstler_innen und Autor_innen, deren Werke erstmals in einer großen Retrospektive vorgestellt werden sowie auf internationalen Kooperationen. Das Jahr beginnt mit der ersten monografischen Ausstellung der international renommierten amerikanischen Schriftstellerin und Künstlerin Kathy Acker, deren Werk durch zeitgenössische Arbeiten ergänzt wird. Acker, auch die „Queen of Punk“ genannt, hat durch ihre radikale Sprache die Emanzipation von Frauen stark beeinflusst und vorangetrieben. Wichtige literarische Werke aus ihrem Nachlass gingen erst kürzlich an die Universität zu Köln, mit der zu diesem Anlass eine Kooperation angestrebt wird. Die Ausstellung wird von Matias Viegener, Professor an der CalArts Universität in Los Angeles und Verwalter des Nachlasses von Kathy Acker, co-kuratiert. Die Veranstaltung und Kontextualisierung der Werke Ackers wird in Kooperation mit dem Kurator_innenkollektiv „If I can’t dance, I don’t want to be part of your revolution“, Amsterdam, durchgeführt. Die Verbindung von Literatur, Poesie und Kunst spielte im Ausstellungsprogramm der letzten Jahre immer wieder eine besondere Rolle und die Ausstellung mit Kathy Acker wird diese Tradition fortführen und zu einem Höhepunkt bringen. Einer der Schwerpunkte des Kunstvereinsprogramms liegt zudem auf Werken von Künstler_innen und Autor_innen, die einen feministischen und genderspezifischen Ansatz vertreten, die festgefahrene Konventionen und Rollenbilder überwinden und neue Räume für 5 geschlechterübergreifende Diskurse eröffnen. Parallel zur Ausstellung mit Kathy Acker soll die Frage des feministischen und queeren Kuratierens näher erörtert werden. Zudem wird die österreichische Künstlerin und Kuratorin Stefanie Seibold angefragt, ein Programm mit und über Performance-Künstlerinnen* zu präsentieren. Kunstgeschichte zu schreiben und für zeitgenössische und zukünftige Diskurse erstmalig zugänglich zu machen, charakterisiert auch die folgende Ausstellung im Frühjahr und Sommer 2018. Zugleich markiert diese einen weiteren Fokus des Ausstellungsprogramms: der Förderung und Vermittlung von Kunst aus mittel- und osteuropäischen Ländern, der aus politischen Gründen eine internationale Aufmerksamkeit lange verwehrt blieb. Der Kunstverein zeigt ab Juni 2018 die erste große Retrospektive des polnischen Künstlerduos KwieKulik, bestehend aus Zofia Kulik (*1947) und Przemysław Kwiek (*1945). Das Duo war von 1971-87 aktiv und gilt als eines der wichtigsten Phänomene der polnischen Nachkriegskunst. Vereinzelte Arbeiten der Künstler_innen wurden auf Biennalen und anderen internationalen Kunstereignissen gezeigt, bislang wurde dem Werk aber keine umfassende Präsentation gewidmet. Die Künstlerin und documenta12-Teilnehmerin Zofia Kulik überarbeite das gemeinsame Archiv an Fotografien und Videos seit einigen Jahren und wird die Ergebnisse erstmalig im Badischen Kunstverein präsentieren. Im Herbst folgt eine Gruppenausstellung – und Veranstaltungsreihe zur Kunst indigener Gesellschaften mit Fokus auf die First Nations in Kanada, bei der auch die Arbeiten von weiblichen Künstlerinnen im Zentrum stehen sollen. Neben einigen herausragenden Werken der bildenden Kunst wird das aktuelle Projekt Wood Land School eingeladen, das als experimenteller Raum in Montreál indigenes Wissen und indigene Theorie zusammenbringt und mobilisiert. Es geht der Ausstellung nicht darum, die indigene Identität zusammenzufassen, sondern vielmehr eine Aufmerksamkeit für spezifische Ausdrücke indigener Geschichte und ihrer Zukunft zu schaffen. Diese Ausstellung steht in einer Reihe von Kooperationsprojekten mit kanadischen Partnerinstitutionen. Neben der SBC Gallery in Montréal und der Justina M. Barnicke Gallery an der Universität in Toronto, sind der Showroom in London und die Auckland Gallery in Neuseeland weitere Partner des Projekts. Des Weiteren plant der Kunstverein im Jubiläumsjahr ein Recherche- und Gruppenprojekt zu der Rolle der Frau in den Unabhängigkeitsbewegungen afrikanischer Länder. Diese Ausstellung schließt direkt an die diesjährige Präsentation der Künstlerin Lubaina Himid an, der eine erste große Retrospektive in Deutschland gewidmet wird. Himid wurde gerade für den international beachteten Turner Prize nominiert. Das Jahr endet mit der traditionellen Mitglieder- und Jahresgabenausstellung, die auch im Jubiläumsjahr beibehalten, deren Konzept aber verändert und erweitert wird. Bei den Jahresgaben sollen im Turnus erstmals alle bisher produzierten Editionen und Originale des Vereins gezeigt und anschließend in einer großen Los-Auktion versteigert werden. Dieses Ereignis nimmt direkt Bezug auf die Geschichte der Kunstvereine, die ihre Jahresgaben per Losverfahren an die Mitglieder verkauften. Bei der Mitgliederausstellung dürfen alle Künstlermitglieder des Vereins eine Arbeit einreichen. Im letzten Jahr wurden etwa 250 Kunstwerke der Mitglieder präsentiert und zum Verkauf angeboten. In 2018 sind die Mitglieder aufgefordert, Arbeiten einzureichen, die sich thematisch oder formal auf 200 6 Jahre Kunstverein beziehen – auf die Geschichte des Vereins, seines Hauses oder auch nur auf die 200 als beeindruckende Zahl und Historie. Konzept: Juni 2017

  • Anlage 2 200Jahre-BadischerKunstverein
    Extrahierter Text

    1 Badischer Kunstverein FESTPROGRAMM ZUM JUBILÄUM Tabellarischer Überblick • Festakt am 1. Mai 2018 • 31,2 laufende Meter Über mehrere Semester haben sich Studierende der Hochschule für Gestaltung mit den Archivmaterialien zur Geschichte des Badischen Kunstvereins beschäftigt, diese aufgearbeitet und in zehn Etappen zusammengefasst. Zum Jubiläum werden alle Archivmaterialien und deren Bearbeitungen in einer Publikation erscheinen, aber nicht – wie allgemein üblich – in Form eines Buchs, sondern in Form einer aufwendig gestalteten Webseite. Das betont den in die Zukunft gerichteten Blick des Kunstvereinsprogramms und seiner Vermittlung, ermöglicht aber zugleich den öffentlichen Zugang zum Material und die Flexibilität einer ständigen Überarbeitung und Aktualisierung des Bestands. Alle Mitglieder des Badischen Kunstvereins sind aufgefordert, an dieser Aufarbeitung mitzuarbeiten und aktiv mitzugestalten. Für die Grafik wurde James Langdon, Professor für Kommunikationsdesign an der HFG in Karlsruhe, angefragt. 2 Recherchematerial 31,2 laufende Meter • Temporäre Umgestaltung des Foyers als Treffpunkt und Veranstaltungsort Das Gebäude in der Waldstraße ist alt und ehrwürdig mit dicken Mauern und schwer zu öffnenden Türen. Die Schwellenangst, das Gebäude zu betreten, ist extrem hoch. In diesem Zusammenhang möchte der Kunstverein 2018 das Foyer zu einem öffentlichen Treffpunkt umgestalten. Es soll ein freundlicher Raum entstehen, in dem kleinere Veranstaltungen stattfinden können, sich die Mitglieder treffen und Kaffee trinken, dabei Kunstpublikationen studieren und diskutieren. Zugleich finden hier Seminare und Workshops von Mitgliedern für Mitglieder statt. Konzept: Studio Thomas Rustemeyer, Karlsruhe. 3 • Club 200 In engem Zusammenhang mit der Umgestaltung des Foyers steht ein neuer Clubraum im Lichthof des Kunstvereins. Dieser Raum besteht aus einer Bibliothek, einem Filmtheater/Kino und einer künstlerisch gestalteten Bar, an der alle Veranstaltungen im Kontext des Jubiläums und der Ausstellungen stattfinden werden. Der Raum wird von einem Künstler/einer Künstlerin entworfen, welche auf Anfrage ein spezifisches Design entwickelt. Die Bar ist dabei keine klassische Bar, sondern eine Installation. Während der öffentlichen Events werden hier Getränke gereicht, außerhalb der öffentlichen Veranstaltungen ist die Bar ein Arbeits- und Leseplatz. In der Bibliothek werden alle Publikationen des Badischen Kunstvereins ausliegen, damit das Publikum die Geschichte des Vereins studieren kann. Im Club werden auch die Stipendiat_innen der Residenz arbeiten und ihre Ergebnisse veröffentlichen. Hier finden die Performances und Konzerte statt und im Filmtheater werden neue künstlerische und filmische Werke vorgestellt. Im Club treffen Besucher_innen auf Mitgleider, Studierende und Teilnehmer_innen des Veranstaltungs- und Residenzprogramms. An diesem Ort entsteht stetig etwas Neues in engster Kollektivität. In enger Verbindung mit dem Club werden auch einzelne Audio- und Lichtprojekte im so genannten Gewölbekeller – dem ältesten Gebäudeteil des Kunstvereins – stattfinden. Künstler_innen werden eingeladen, Licht- und Soundkonzepte für diesen Raum zu entwickeln und einmalig oder über eine längere Dauer zu präsentieren. Die Aktivitäten des Clubs werden in Form einer mehrteiligen Zeitung dokumentiert und veröffentlicht. 4 Vergleichsbeispiel 1: Barprojekt von Oscar Tuazon, The Wattis Institute for Contemporary Arts, CCA, San Francisco Vergleichsbeispiel 2: Filmtheater, SALT Galata, Istanbul • Sommerfestival Auch wenn sich die Veranstaltungen im Jubiläum ab Mai über mehrere Monate bis Ende des Jahres erstrecken, ist ein großes zusammenhängendes Festival in den Sommermonaten Juni und Juli im Club 200 geplant. Eine Veranstaltungsreihe aus Vorträgen, Lesungen, Performances und Gesprächsrunden widmet sich der gegenwärtigen und zukünftigen Rolle und Bedeutung der Kunstvereine. 5 Verschiedene Kurator_innen, Künstler_innen und Theoretiker_innen werden eingeladen, um die Position des Kunstvereins in Kultur und Gesellschaft neu zu diskutieren. Eingeladen sind Kolleg_innen aus der Region und darüber hinaus sowie ehemalige Direktor_innen des Badischen Kunstvereins und vergleichbarer Institutionen. Während des Festivals wird die Webseite des umfassenden Rechercheprojekts 31,2 laufende Meter vorgestellt und erstmalig in Betrieb genommen. Die Webseite kann während des Festivals in der Bibliothek des Clubs an verschiedenen Rechnern studiert und benutzt werden. Dazu finden Konzerte, Aktionen und Workshops statt, so dass der Kunstverein mit seinen 200 Jahren allumfassend gewürdigt und gefeiert wird. • Ausstellungsgeschichte lesen Zum Thema „Ausstellungsgeschichte lesen“ werden verschiedene kuratorische Studiengänge eingeladen, Ausstellungen der letzten 20-30 Jahre in Workshops zu besprechen und anhand von Vorträgen öffentlichen vorzustellen. Dazu sind Kooperationen mit Prof. Anja Dorn von der HFG Karlsruhe, Prof. Dorothee Richter von der Universität in Zürich und Prof. Nora Sternfeld von der Universität in Kassel angefragt. Das Ziel ist das Studieren von Ausstellungen zu fördern und dazu die institutionellen Ressourcen für die Studierenden zu öffnen. In diesem Zusammenhang werden – auch historische – Kunstwerke aus vergangenen Ausstellungen im Kunstverein zur Betrachtung erneut ausgeliehen und Künstler_innen des vergangenen Ausstellungsprogramms angefragt, neue Arbeiten zu präsentieren oder ihre damalig präsentierten neu zur Diskussion zu stellen. Ausstellungshistorie, Buchserie erschienen bei Afterall Books und Koening Books (2010 - laufend) 6 • Residenz Kunstverein Vier bis fünf Künstler_innen, Autor_innen, Theoretiker_innen oder Performer_innen werden eingeladen, eine jeweils dreimonatige Residenz im Kunstverein zu verbringen und dafür die Wohnung im Haus und den Club als Arbeits- und Rechercheort zu nutzen. Dabei sollen neue Formate und Projekte zur Bedeutung und Rolle der Institution Kunstverein und seiner Ausstellungen entstehen. Die Ergebnisse werden anschließend im Club 200 vorgestellt und dokumentiert. Die Residenz in 2018 ist ein Pilotprojekt. Wir hoffen, mit der BBBank als unmittelbaren Nachbar einen zusätzlichen Sponsor für die Residenz zu gewinnen, um diese Stipendien langfristig zu ermöglichen. Gerade im Bereich der Kunstkritik fehlt eine solche Residenz deutschlandweit. Zu diesem Zweck würde sich der Kunstverein mit dem Dachverband des Arbeitskreises der deutschen Kunstvereine und deren Kunstkritikpreis zusammenschließen. • Kunstverein goes public Um die 200 Jahre auch im Stadtraum zu feiern und sichtbar zu machen, werden verschiedene Künstler_innen angefragt, Projekte im öffentlichen Raum zu initiieren. Ein Projekt widmet sich der Gestaltung verschiedener Plakattafeln (Billboards), die sich mit ihren Motiven auf den Badischen Kunstverein im Kontext der Stadt beziehen. Diese Kunst wird auf die spezielle Dynamik von Karlsruhe reagieren und an ausgewählten Orten präsentiert. Dieses Projekt soll in Kooperation mit den verschiedenen Kulturinstitutionen in Karlsruhe durchgeführt werden, die vereinzelte Plakatwände temporär aufstellen sowie mit den Karlsruher Verkehrsbetrieben und der Firma Decaux für eine Nutzung von Werbeflächen für die Billboards. An diesen ausgewählten öffentlichen Orten werden auch einzelne Aktionen durchgeführt, um den Kunstverein mit verschiedenen Strukturen der Stadt zu verknüpfen. Geplant ist beispielsweise ein Mitgliederzug durch die Fußgängerzone mit Plakaten, ein Picknick mit verschiedenen Vereinen oder ein gemeinsames kunstvolles Gärtnern mit Kitas der Stadt. So entstehen wilde Kunstvereinsgärten (guerrilla gardening) mit ungewöhnlichen Pflanzen und Insekten. Zudem wird die schottische Künstlerin Lucy McKenzie angefragt, eine bleibende Außenraumarbeit zu entwickeln. Die international ausgestellte Künstlerin hat u.a. an der Kunstakademie in Karlsruhe studiert und setzt sich in ihrer Arbeit mit der Institutionsgeschichte von Museen und Sammlungen auseinander. Diese Arbeit soll über das Jubiläum hinaus im städtischen Raum bestehen bleiben. In engem Zusammenhang mit den Projekten im öffentlichen Raum steht die Entwicklung eines neuen Stempels als Logo für das 200jährige Jubiläum, das bei allen Projekten als Wiederkennungsmotiv auftauchen wird. Ein Kunstprojekt wird sich zudem der Fassade des Kunstvereins widmen, um diese im Jubiläumsjahr auffällig zu inszenieren und das Laufpublikum auf den Verein und seine Aktivitäten aufmerksam zu machen. Konzept: Juni 2017

  • Anlage 3 200Jahre-BadischerKunstverein
    Extrahierter Text

    Badischer Kunstverein Finanz- und Kostenplan Kunstverein goes public! 200 Jahre Badischer Kunstverein Ausstellungs- und Festprogramm zum Jubiläum in Euro I. KOSTEN 1. AUSSTELLUNGEN und FESTIVAL 1.1. Personalkosten Besucherdienst 16.000 Aufbauhelfer 27.400 Honorare Grafik, Autoren Jubiläumsprogramm 40.700 Projektassistenz Jubiläumsprogramm 32.000 Honorare Künstler und Teilnehmer, Stipendiaten Jubiläumsprogramm 50.500 Presseassistenz Jubiläumsprogramm 12.000 SUMME PERSONALKOSTEN 178.600 1.2. Sachkosten Druckkosten Jubiläum 44.830 Porto 13.200 Werbung (Plakatierung, Anzeigen, Foto/Repro) 33.800 Technikkosten 30.500 Transporte 24.000 Materialkosten 58.500 Versicherung 1.950 Reisekosten Künstler, Kuratoren, Referenten 38.100 Vermittlungsprogramm / Ausstellungspädagogik 22.500 SUMME SACHKOSTEN 267.380 SUMME KOSTEN GESAMT 445.980 2. FINANZIERUNG Eigenanteil 96.380 Mitgliederbeiträge, Eintritte 30.000 Europäische Kulturtage (gesichert) 40.000 Stiftung Hirsch (gesichert) 2.600 pbb Stiftung für Kunst und Wissenschaft (gesichert) 5.000 Weitere Projektmittel (für Projektassistenz, noch anzufragen) 30.000 Galerie Zak Branicka, Zofia Kulik (angefragt) 2.000 Baden-Württemberg Stiftung (angefragt, Antrag Mai 2017) 130.000 BBBank Förderung Residenz Kunstverein (angefragt) 15.000 Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit, Zofia Kulik (angefragt) 6.000 Canada Council for the Arts, Wood Land School & andere (angefragt) 12.000 Botschaft von Kanada (angefragt) 2.000 Materialsponsoring (anzufragen) 5.000 Anfrage Stadt Karlsruhe Projektzuschuss 70.000 SUMME GESAMT 445.980

  • Abstimmungsergebnis TOP 5
    Extrahierter Text

  • Protokoll TOP 5
    Extrahierter Text

    NIEDERSCHRIFT Stadt Karlsruhe Gremium: 40. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: 25. Juli 2017, 15:30 Uhr öffentlich Ort: Bürgersaal des Rathauses Vorsitzende/r: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 6. Punkt 5 der Tagesordnung: 200 Jahre Badischer Kunstverein Vorlage: 2017/0415 Beschluss: Der Gemeinderat nimmt die Jubiläumsplanungen des Badischen Kunstvereins zur Kenntnis und beschließt nach Vorberatung im Kulturausschuss die Gewährung eines überplanmäßigen Sonderzuschusses in Höhe von 70.000 Euro für die Jubiläumsveran- staltungen. Abstimmungsergebnis: einstimmig zugestimmt Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 5 zur Behandlung auf und verweist auf die erfolgte Vorberatung im Kulturausschuss. Stadtrat Dr. Käuflein (CDU): 2018 wird der Badische Kunstverein 200 Jahre alt. Es ist der zweitälteste, wenn nicht der älteste Kunstverein in Deutschland. Es liegt ein Jubilä- umsprogramm vor. Der Badische Kunstverein erbittet einen Zuschuss von der Stadt in Höhe von 70.000 Euro. Irritationen, das hat vielleicht dann die Leidenschaft hervorgeru- fen, entstanden, dass dieser Antrag nach den Haushaltsberatungen einging. Das wurde auch von meiner Fraktion gerügt. Die Akteure hätten es besser wissen können. Gleich- wohl hätte er damals vorgelegen, so kann man hypothetisch sagen, wären wir vermut- lich auch trotz der Notwendigkeit der Haushaltskonsolidierung damals mitgegangen. 70.000 Euro für eine so bedeutende Kultureinrichtung unserer Stadt, für ein so großes Jubiläum erscheinen uns angemessen. Das Jubiläumsprogramm ist sehr viel größer, hat ein Volumen von 446.000 Euro. Das Geld soll von verschiedenen Stellen eingeworben werden. Ich muss an der Stelle für meine Fraktion deutlich hinterlegen, dass wir nicht bereit sind, mehr als 70.000 Euro zu geben von städtischer Seite. Das bedeutet, wenn die Akquise von den anderen Geldern nicht klappt oder teilweise nicht klappt, muss das Jubiläums- programm entsprechend angepasst werden. Es muss an dieser Stelle auch gesagt wer- den, dass über die Europäischen Kulturtage mittelbar weitere 40.000 Euro an den Kunstverein im Kontext des Jubiläums zu Recht fließen werden. Denn dieses Jubiläum - 2 - ist in der Tat einen städtischen Zuschuss wert. Aber die Kritik müssen wir üben. Die Ak- teure hätten früher kommen können. Dieses Jubiläum steht nicht erst seit gestern fest. Aber trotzdem gehen wir gerne mit. Stadträtin Ernemann (SPD): Wir sehen es genauso. Das war auch für uns der Streit- punkt bzw. der Knackpunkt im Kulturausschuss. Dieses Jubiläum fällt nicht vom Him- mel. 200 Jahre Jubiläum Badischer Kunstverein, das weiß man schon seit Jahren. Die Vorbereitungen laufen. Diese Gelder hätten in den Haushalt eingestellt gehört. So wa- ren wir doch alle etwas überrascht, dass letztlich 70.000 Euro aus dem städtischen Haushalt so gerade einmal zwischendurch finanziert werden sollen, denen wir natürlich auch zustimmen. Denn wie Kollege Dr. Käuflein schon gesagt hat, der Badische Kunst- verein ist ein alter Traditionsverein, einer der ältesten in Deutschland. Das anspruchsvolle Jubiläumsprogramm, das uns der Badische Kunstverein vorgelegt hat, ist sehr ambitioniert. Es ist sehr abwechslungsreich. Es gefällt mir sehr gut. Vor al- lem gefällt mir sehr gut, dass der Kunstverein die Chance nutzt, dieses Haus auch räum- lich umzugestalten, zu öffnen nach außen hin. Es gibt eine Hemmschwelle für viele, in dieses gewaltige Gebäude mit dieser großen breiten Treppe überhaupt einmal hinein- zugehen. Das wird jetzt etwas modernisiert, verschlankt. Das können wir wirklich be- grüßen. Dieses Jubiläum und dieser große Betrag von fast 460.000 Euro soll u. a. dazu genutzt werden. Ich schließe mich dem Kollegen Dr. Käuflein an. Auch von uns gibt es keinen Euro mehr. Das Finanzierungskonzept ist sehr wacklig. Das haben wir auch im Kulturaus- schuss angesprochen. Von diesen 460.000 Euro sind u. a. 130.000 Euro angefragt von der Baden-Württemberg-Stiftung. Da liegt offensichtlich noch keine Zusage vor. Das ist natürlich ein wesentlicher Punkt in diesem ganzen Finanzierungskonzept. Herr Dr. Heck als Sprecher des Badischen Kunstvereins hat aber zugesichert, wenn das Konzept nicht so umgesetzt werden kann, wie es finanziell geplant ist, dann wird das ganze Pro- gramm verschlankt werden. Das können wir nur begrüßen. Unter der Voraussetzung stimmen wir dem Beschluss zu, 70.000 Euro für das Jubiläum 200 Jahre Badischer Kunstverein. Stadträtin Dr. Leidig (GRÜNE): Ich kann mich in vielem nur anschließen, was die Vor- redner gesagt haben. Der Badische Kunstverein ist eine Institution, die es schon sehr lange gibt und die auch sehr viele Mitglieder hat. Über 1.000 auch aktive Mitglieder. Wenn man zu der Mitgliederausstellung, die jährlich stattfindet, geht, da biegen sich fast die Wände. So viel hängt da, weil jeder dabei sein will, zeigen will, dass er dazu gehört und sich natürlich auch im Rahmen dieser Ausstellung beteiligen möchte. Die Ausstellungen beim Kunstverein treffen oft den Nerv der Zeit, bieten Perspektiven und Schwerpunkte. Gerade auch z. B. feministische Kunst ist einer der Schwerpunkte des Badischen Kunstvereins, die in anderen Häusern nicht so den Raum findet dafür. Deswegen hat es wirklich einen besonderen Stellenwert, der auch vor allen Dingen von einem jungen Publikum angenommen wird. Wenn Sie zu einer Ausstellungseröffnung gehen, fällt tatsächlich auf, dass sehr viele junge Menschen dort sind, während man oft beklagt, dass im Kultur- und Kunstbereich vorwiegend Menschen unterwegs sind, bei denen die Haare schon etwas grauer werden. Das ist beim Kunstverein nicht so. - 3 - Umso mehr begrüßen wir es auch, dass dieser Geburtstag entsprechend gefeiert wird. Die Summe wurde jetzt schon mehrmals genannt. Letzten Endes wird der städtische Beitrag 16,6 % der Gesamtkosten betragen. Das halten wir durchaus für angemessen und auch nicht überzogen. Der Badische Kunstverein hat noch nicht alle Zusagen in der Tasche. Aber mich und meine Kollegen konnten sie in der Kunstkommission überzeu- gen, dass sie rührig sind und dass sie guter Dinge sind, dass viel Geld hereinkommen wird, so dass ich optimistisch bin, dass von dem geplanten Programm etliches gezeigt werden kann. Es wurde auch diskutiert, ob dieses Geld, das jetzt überplanmäßig eingestellt werden muss, nicht aus dem Projektfonds für Kulturförderung genommen werden kann. Aber da hat uns das Kulturamt aufgezeigt, dass das vor allen Dingen kleine innovative Projek- te betreffen würde, dass die Summe sehr schmerzhaft wäre für diesen Bereich, der eine so pulsierende Kulturlandschaft abbildet. Deswegen ist dieser überplanmäßigen Zuzah- lung beizupflichten. Auch wenn wir nicht erfreut darüber waren, dass es so gelaufen ist. Aber ich denke, es wurde jetzt schon so oft gesagt, und ist damit bei allen anderen Kulturschaffenden angekommen, so dass wir hoffentlich in Zukunft das nicht noch einmal so haben werden. Wir hoffen jetzt, dass die weiteren Förder- und Sponsorenmit- tel fließen werden und freuen uns auf das Geburtstagsprogramm des Badischen Kunstvereins. Stadtrat Cramer (KULT): Für meine Fraktion ist dieses 200jährige Jubiläum ein ganz besonderes Jubiläum. Wir wissen, dass der Badische Kunstverein der älteste Kunstverein in Deutschland ist. Für uns hat absolute Priorität, dass der Kunstverein in seinem Jubilä- umsjahr sein Programm, das er uns im Kulturausschuss auf den Tisch gelegt hat, voll umfänglich durchführen kann. Wir sehen, dass der Kunstverein sehr stark daran ist, die Gelder zu akquirieren. Wir gehen aber nicht so weit, wie die drei Fraktionen, die bisher gesprochen haben, dass wir sagen, bei 70.000 Euro und 1 ist Schluss. Wir sind der Mei- nung, wenn nicht alle Gelder in dem Umfang eingeholt werden können, dass dann das noch einmal zurück muss in den Kulturausschuss, in die Gremien, um dann noch einmal zu schauen, welcher Spielraum noch vom Kunstverein gebraucht wird. Meine Stellung- nahme soll jetzt kein Freibrief für den Kunstverein sein. Aber so, wie wir die Geschäfts- führung kennen, wird es das auch nicht sein. Aber dieses strikte 70.000 und dann ist Schluss, wollen wir so nicht mittragen. Stadtrat Høyem (FDP): Lassen Sie uns wieder feiern. Karlsruhe ist gut darin, Feiern zu organisieren. 300 Jahre Geburtstag, Schlosslichtspiele, Heimattage, DAS FEST und viele andere festliche Events haben wir zusammen genossen. 200 Jahre Badischer Kunstver- ein ist wirklich ein Fest wert. Ein 200jähriges Jubiläum in einer 300jährigen Stadt ist ab- solut einzigartig in unserer Bundesrepublik. Das Programm ist so vielfältig, dass jeder Karlsruher etwas Passendes für sich findet. Noch einmal können wir unsere Karlsruher Identität feiern und stärken. So ein Jubiläum kostet Geld. Aber unser Badische Kunstverein hat ein absolut glaub- würdiges Budget ausgearbeitet mit einem großen Eigenanteil und mit ganz vielen Sponsoren. Hoffentlich wird sich die Stiftung Baden-Württemberg ein bisschen großzü- - 4 - gig daran beteiligen. Wir sind beeindruckt und unterstützen sehr gern dieses einmalige Jubiläum. Wir freuen uns über das Festprogramm. Stadtrat Dr. Schmidt (AfD): Auch wir von der AfD sind bereit, den Badischen Kunst- verein in dieser Situation mit den 70.000 Euro zu unterstützen. Allerdings sehen auch wir es so, dass das dann auch die Obergrenze sein muss. Wenn man sich das Budget anschaut, der Badische Kunstverein hat in der Sitzung des Kulturausschusses vor weni- gen Tagen detailliert berichtet, sieht man, dass auch noch Möglichkeiten sind, Einspa- rungen vorzunehmen, falls nicht alle Gelder eingehen, so dass wir glauben, dass die 70.000 Euro von der Stadt reichen müssten. Das Marketingbudget ist aus unserer Sicht sehr gut ausgestattet. Hier sehen wir als Beispiel Möglichkeiten Geld einzusparen, wenn nachher doch nicht alle Gelder, so wie geplant zusammenkommen sollten. Deswegen, trotz der Kurzfristigkeit sind wir bereit, den Badischen Kunstverein bei diesem schönen, runden Jubiläum zu unterstützen, aber nur bis 70.000 Euro. Der Vorsitzende: Das waren alle Wortmeldungen. Wir kommen zur Entscheidung. – Das ist Einstimmigkeit. Vielen Dank. Das wird den Badischen Kunstverein noch einmal sehr motivieren, mit dieser Rückendeckung ins Jubiläumsprogramm einzusteigen. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt – Ratsangelegenheiten 3. August 2017