Bürgerumfrage 2017: Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement

Vorlage: 2017/0393
Art: Beschlussvorlage
Datum: 13.06.2017
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Amt für Stadtentwicklung
Erwähnte Stadtteile: Durlach, Grötzingen, Grünwettersbach, Innenstadt-West, Knielingen, Mühlburg, Nordweststadt, Oberreut, Oststadt, Rintheim, Südstadt, Südweststadt, Weststadt

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 25.07.2017

    TOP: 4

    Rolle: Entscheidung

    Ergebnis: einstimmig zugestimmt

Zusätzliche Dateien

  • Anlage Bürgerumfrage 2017
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Amt für Stadtentwicklung | Büro für Mitwirkung und Engagement Beiträge zur Stadtentwicklung Nr. 52 BÜRGERUMFRAGE 2017 BÜRGERBETEILIGUNG UND BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT 2 | BÜRGERUMFRAGE 2017 | BÜRGERBETEILIGUNG UND BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT2 | BÜRGERUMFRAGE 2017 | BÜRGERBETEILIGUNG UND BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT IMPRESSUM Stadt Karlsruhe Amt für Stadtentwicklung Zähringerstraße 61 76133 Karlsruhe Leiterin: Dr. Edith Wiegelmann-Uhlig Bereich: Büro für Mitwirkung und Engagement Christian Fulda Bearbeitung: Jens Jägle Nadia Kasper-Snouci Layout: Stefanie Groß Telefon: 0721 133-1270 Fax: 0721 133-1279 E-Mail: bme@afsta.karlsruhe.de Internet: www.karlsruhe.de/bme Bildnachweise: © panthermedia.net/kasto © Anne Marie Letsch, Seite 46 © Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung Stand: Mai 2017 Gedruckt in der Rathausdruckerei auf 100 Prozent Recyclingpapier. © Stadt Karlsruhe Alle Rechte vorbehalten. Eine Vervielfältigung für den eigenen Gebrauch einschließlich der Weitergabe an Mieter beziehungsweise Vermieter zur Begründung von Mietpreisänderungsverlangen ist gestattet. Ansonsten ist es, ohne ausdrückliche Genehmigung des Herausgebers, nicht gestattet, diese Daten oder Teile daraus zu vervielfältigen oder in elektronischen Systemen zu speichern oder anzubieten. AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | BÜRO FÜR MITWIRKUNG UND ENGAGEMENT | 3 www.karlsruhe.de INHALT Seite VORWORT 5 1. EINFÜHRUNG UND ZUSAMMENFASSUNG 7 1.1. Zusammenfassung 8 1.2. Methodik 12 2. BÜRGERBETEILIGUNG 15 2.1. Ausgangslage 16 2.2. Formen, Teilnahme und Informationsquellen 17 2.3. Zufriedenheit und Bewertung 28 2.4. Motivation und Hindernisgründe 35 2.5. Künftige Ausrichtung 37 2.6. Handlungsempfehlungen 40 3. BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT 45 3.1. Ausgangslage 46 3.2. Engagementquote, früheres Engagement und Engagementpotenzial 46 3.3. Anstoß und Motivation 51 3.4. Engagementfeld und Tätigkeit 54 3.5. Häufi gkeit und biografi sche Dauer 57 3.6. Hindernisgründe für Engagement 58 3.7. Förderung des bürgerschaftlichen Engagements 60 3.7.1. Nutzung von Qualifi zierungsangeboten 60 3.7.2. Büro für Mitwirkung und Engagement als Anlaufstelle 60 3.7.3. Weitere Möglichkeiten zur Förderung 62 3.8. Handlungsempfehlungen 63 FRAGEBOGEN ZUR UMFRAGE 67 ÜBERSICHT VERÖFFENTLICHUNGEN 77 4 | BÜRGERUMFRAGE 2017 | BÜRGERBETEILIGUNG UND BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT www.karlsruhe.de VORWORT Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement gewinnen zunehmend an Bedeutung. Immer mehr Bürgerinnen und Bürger möchten die Entwicklung ihrer Stadt aktiv mitgestalten, sich an Planungsprozessen beteiligen oder die eigenen Fähigkeiten durch ehrenamtliches oder freiwilliges Engagement einbringen. Dies äußert sich unter anderem in einer steigenden Anzahl plebiszitärer Maßnahmen wie Bürgerbegehren oder Volksentscheide. Auch bescheinigen verschiedene Umfragen und Studien das Bedürfnis der Bürgerinnen und Bürger nach mehr Mitsprache- und Mitgestaltungsmöglichkeiten. Deutlich zugenommen hat auch der Anteil an Bürgerinnen und Bürger, die sich ehrenamtlich beziehungsweise freiwillig engagieren und zum Miteinander und Gemeinwohl beitragen. Der Freiwilligensurvey 2014 belegt eine stetige Zunahme des freiwilligen Engagements seit 1999. Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement gehören inzwischen zu den zentralen Zukunftsthemen für Politik und Verwaltung. Die Stadt Karlsruhe praktiziert bereits seit vielen Jahren erfolgreich Bürgerbeteiligung und Engagementförderung. An Bürgerbeteiligung sind neue Anforderungen hinsichtlich Transparenz, Verständlichkeit, Zielgruppenorientierung und Gestaltungsmöglichkeiten geknüpft. Interessierte und engagierte Bürgerinnen und Bürger sind selbstbewusster, besser informiert, kritischer und wollen auf einer Augenhöhe mit Politik und Verwaltung diskutieren. Auch dem bürgerschaftlichen Engagement stellen sich neue Herausforderungen: Das Engagement wird vielfältiger und Organisationsformen wandeln sich. Zu etablierten Tätigkeiten sind in den letzten Jahren neue gesellschaftliche Aufgabenfelder hinzugekommen. Eine moderne Verwaltung muss sich diesen Herausforderungen stellen. Die Förderung und Unterstützung des bürgerschaftlichen Engagements sowie die positive Weiterentwicklung der Bürgerbeteiligung sind der Stadt Karlsruhe wichtige Anliegen. Die Umfrage soll Aufschluss darüber geben, wie Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement aus Sicht der Karlsruherinnen und Karlsruher gelebt und wahrgenommen werden. Sind die vorhandenen Angebote bekannt und ausreichend? Wie werden die Angebote zur Bürgerbeteiligung wahrgenommen und bewertet? Ziel der Umfrage ist es außerdem, mehr über das bürgerschaftliche Engagement in Karlsruhe zu erfahren, über die Motivation der Aktiven und Passiven, über Engagement-Bereiche, den Zeitaufwand und die Aufgabenbereiche der Engagierten. Die so gewonnenen Erkenntnisse sollen dabei helfen, die Engagementförderung und Bürgerbeteiligung in Karlsruhe bedarfsgerecht weiterzuentwickeln. Wolfram Jäger Erster Bürgermeister 6 | BÜRGERUMFRAGE 2017 | BÜRGERBETEILIGUNG UND BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | BÜRO FÜR MITWIRKUNG UND ENGAGEMENT | 7 www.karlsruhe.de 1. EINFÜHRUNG UND ZUSAMMENFASSUNG 8 | BÜRGERUMFRAGE 2017 | BÜRGERBETEILIGUNG UND BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT 1.1 ZUSAMMENFASSUNG Bekanntheit von Karlsruher Bürgerbeteiligungs- veranstaltungen und Besuchsanteile nehmen zu. Während der Anteil von Besucherinnen und Besuchern an Karlsruher Bürgerbeteiligungsveranstaltungen von 23 % der Befragten 2012 auf 31 % der Befragten 2017 zugenommen hat, hat der Anteil der Befragten, denen die genannten Karlsruher Bürgerbeteiligungsveranstaltungen völlig unbekannt sind, von 11 % in 2012 auf 9 % in 2017 abgenommen. ... ... ! ! ... ... ! ... . ! ... ! ! ! ... ! ! ... ... ! ... ! ... . ! ! 23 % 31 % TEILNAHME AN BÜRGERBETEILIGUNGSVERANSTALTUNGEN Hoher Zusammenhang zwischen bürgerschaftlichem Engagement und Teilnahme an Bürgerbeteiligungs- veranstaltungen. Bürgerschaftlich engagierte Menschen nehmen eher an Bürgerbeteiligungsveranstaltungen teil als Nicht-Engagierte: 57 % der Engagierten haben schon einmal an einer der aufgeführten Karlsruher Bürgerbeteiligungsveranstaltungen teilgenommen. Umgekehrt sind 65 % derjenigen, die schon einmal an einer der aufgeführten Karlsruher Bürgerbeteiligungsveranstaltungen teilgenommen haben, auch bürgerschaftlich engagiert. Große Spreizung bei Teilnahme an Bürgerbeteiligungs- veranstaltungen in den Stadtteilen. Die Teilnahme an Karlsruher Bürgerbeteiligungsveranstaltungen ist in den Stadtteilen sehr unterschiedlich ausgeprägt. Auffallend hoch ist die Beteiligung in Mühlburg (54 %) und Grötzingen (52 %), auffallend gering hingegen in Oberreut, wo lediglich knapp 7 % der Befragten an einer der genannten Veranstaltungsformate teilgenommen haben. Beteiligungsaffi ne Personen sind überwiegend zwischen 30 und 65 Jahre alt, deutsch, gut gebildet und seit vielen Jahren in Karlsruhe wohnhaft. Besonders häufi g geben Befragte mittleren Alters (etwa 37 %) an, eine oder mehrere der abgefragten Veranstaltungen besucht zu haben. Deutsche tun dies außerdem häufi ger (38 %) als Nicht-Deutsche (9 %). Ein Zusammenhang besteht auch hinsichtlich des Bildungsniveaus: Je höher die Bildung des Befragten ist, desto höher fällt auch der „besucht“-Anteil aus (Hauptschulabschluss 24 %, Hochschulabschluss 39 %). Der „besucht“-Anteil steigt außerdem mit zunehmender Wohndauer in Karlsruhe an (unter fünf Jahre 9 %; mindestens 20 Jahre 40 %). AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | BÜRO FÜR MITWIRKUNG UND ENGAGEMENT | 9 www.karlsruhe.de Hohe Zufriedenheit mit den Möglichkeiten zur Information und Bürgerbeteiligung in Karlsruhe: 71 % der Befragten sind mit den Möglichkeiten zur Information und Bürgerbeteiligung in Karlsruhe sehr zufrieden oder eher zufrieden, 18 % äußern sich diesbezüglich unzufrieden oder eher unzufrieden. Etwa 11 % haben dazu keine Meinung. Überwiegend positive Beurteilung des Bürger- beteiligungsangebots durch Beteiligungserfahrene, Nicht-Erfahrene äußern sich hingegen häufi ger kritisch. Eine positive Bewertung der Möglichkeiten zur Information und Bürgerbeteiligung erfolgt überwiegend durch Befragte, die bereits an Bürgerbeteiligungsveranstaltungen teilgenommen haben (89 % (sehr) zufrieden), während kritischere Bewertungen überwiegend auf Befragte ohne Beteiligungserfahrung zurückzuführen sind (22 % (eher) unzufrieden). Ein Zusammenhang besteht auch hinsichtlich des bürgerschaftlichen Engagements: Engagierte Menschen bewerten die Möglichkeiten zur Information und Bürgerbeteiligung deutlich positiver als Passive. Demgegenüber zeigen sich ausländische Befragte deutlich weniger zufrieden mit den Beteiligungsmöglichkeiten als Deutsche. POSITIVE BEURTEILUNG DES BÜRGERBETEILIGUNGSANGEBOTS 89 % MIT BETEILIGUNGSERFAHRUNG ... ! ! ... ... ! ... ! ... . ! ! Erfahrungen sind deutlich positiver als noch 2012. Verbesserungsvorschläge wurden nur von wenigen genannt. Insgesamt nennen die Befragten 2017 häufi ger positive Erfahrungen als 2012: Jeweils ein Fünftel der Beteiligungserfahrenen ist mit der letzten Veranstaltung „generell (eher) zufrieden“, ohne dies weiter auszuführen oder hat die Veranstaltung als „informativ, interessant“ wahrgenommen. Bemängelt werden hingegen durch 12 % der Befragten geringe Mitsprachemöglichkeiten beziehungsweise geringer Einfl uss, mangelnder Umsetzungswille beziehungsweise Ignoranz gegenüber dem Bürgerwillen. Verbesserungsvorschläge wurden nur von etwa 40 % der Beteiligungserfahrenen genannt. Die meistgenannten Vorschläge zielen auf „mehr Mitsprachemöglichkeiten/ Interaktion/Diskussion/mehr auf Ideen der Bürger eingehen“ (12,5 %) oder „mehr Öffentlichkeitsarbeit/Werbung für Veranstaltung“ (7,8 %). 10 | BÜRGERUMFRAGE 2017 | BÜRGERBETEILIGUNG UND BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT FREIWILLIGES ENGAGEMENT 24% 27% 34% 36% 1999 2008 2012 2017 BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT Seit 1999 hat das freiwillige Engagement in der Fächerstadt stetig zugenommen. Inzwischen gibt mehr als ein Drittel aller Karlsruherinnen und Karlsruher (36 %) an, sich in seiner Freizeit ehrenamtlich beziehungsweise freiwillig in einem Verein, einem Verband oder einer gemeinnützigen Organisation zu engagieren. Bei der letzten Bürgerumfrage betrug dieser Anteil noch 34 %. Somit hat das bürgerschaftliche Engagement in der Fächerstadt seit 1999 (24 %) einen spürbaren Zulauf von knapp 12 Prozentpunkten erfahren. Die ehrenamtlich Engagierten sind überwiegend mittleren Alters, deutsch, ganztags berufstätig, mit hohem Bildungsstand und seit langem in Karlsruhe wohnhaft. Die Frage nach ehrenamtlicher beziehungsweise freiwilliger Tätigkeit bejahen vor allem Menschen mit 30 bis 65 Jahren Lebenserfahrung (etwa 41 %), von deutscher Staatsangehörigkeit (etwa 45 %), mit hohem Bildungsstand (etwa 39 %) und mit langjähriger Wohndauer in der Fächerstadt (etwa 47 %). Zudem sind sie vorwiegend ganztags berufstätig (etwa 42 %). Die wenigsten Ehrenamtlichen bekommen eine Bezahlung. In der Umfrage tun lediglich etwa 4 % der Ehrenamtlichen kund, dass sie eine fi nanzielle Belohnung beziehungsweise Aufwandsentschädigung für ihre freiwillige Arbeit bekommen. Die beliebtesten Sparten unter den Ehrenamtlichen sind die Sportvereine sowie Kirchen und andere Glaubensgemeinschaften. Der größten Beliebtheit der ehrenamtlich Engagierten dürfen sich die Sportvereine (etwa 29 %) und die Glaubensgemeinschaften erfreuen (circa 15 %). Persönliches Interesse sowie der Wunsch, den Mitmenschen und der Gemeinschaft etwas Gutes zu tun, sind die meistgenannten Motive für bürgerschaftliches Engagement. Beinahe jede Zweite/jeder Zweite (etwa 45 %) gibt zu verstehen, dass er aus eigenem Interesse oder aus persönlichen Gründen freiwillig Arbeiten verrichtet. Circa 43 % wollen Anderen helfen und etwas Gutes leisten. Die Bereitschaft, sich künftig freiwillig oder ehrenamtlich in seiner Freizeit zu engagieren, ist in Karlsruhe geringer als im Bundesdurchschnitt. Nur rund 15 % der Karlsruherinnen und Karlsruher könnten sich vorstellen, sich künftig zu engagieren. Bundesweit lag diese Quote im Jahr 2014 bei knappen 33 %. Bürgerschaftliches Engagement hat Beständigkeit. Im Durchschnitt üben die Befragten seit 8,6 Jahren ihre freiwillige Tätigkeit aus. Die Fluktuation im ehrenamtlichen Bereich hält sich in Grenzen. Ein Fünftel der Ehrenamtlichen hat seine Tätigkeit innerhalb der letzten zwei Jahre begonnen, die Hälfte der Befragten hat hingegen schon mindestens sechs Jahre Erfahrungen im bürgerschaftlichen Engagement gesammelt. Die Engagierten legen Wert auf Regelmäßigkeit. Mehr als ein Viertel übt das bürgerschaftliche Engagement mindestens einmal pro Woche aus. 28 % der Befragten engagieren sich mindestens einmal in der Woche freiwillig, jede Zehnte/jeder Zehnte sogar mehrmals. Ein weiteres Drittel der Freiwilligen verbringt seine Freizeit mehrmals im Monat mit ehrenamtlicher Tätigkeit. AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | BÜRO FÜR MITWIRKUNG UND ENGAGEMENT | 11 www.karlsruhe.de KENNEN SIE DAS BÜRO FÜR MITWIRKUNG UND ENGAGEMENT? NEIN JA Beinahe die Hälfte der Karlsruher Bevölkerung (48 % kennt das städtische Büro für Mitwirkung und Engagement (BME) oder hat bereits dessen Dienste in Anspruch genommen. Ein Anteil von 42 % teilte den Interviewern mit, schon einmal von der Einrichtung gehört zu haben. 6 % beanspruchten sogar bereits die Dienste des Büros für Mitwirkung und Engagement. Mehr Werbung, Kommunikation und Information können aus Bürgersicht zur Förderung bürgerschaftlichen Engagements beitragen. Fast zwei Drittel aller Befragten (65 %) konnten keine Ideen vortragen, die zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements in der Fächerstadt beitragen können. Am häufi gsten genannt (16 %) wurde als Anregung mehr Kommunikation, Information und Werbung und zu Teilen der Wunsch nach mehr gruppenspezifi schen Angeboten (etwa 5 %). WEISS NICHT IDEEN ZUR FÖRDERUNG DES BÜRGERSCHAFTLICHEN ENGAGEMENTS ! ! ! WERBUNG KOMMUNIKATION INFORMATION SPEZIFISCHE ANGEBOTE MEHR EINFLUSS ANERKENNUNG MEHR UNTERSTÜTZUNG MEHR VERANSTALTUNGEN ? ? ? ? ? ? 1/3 der Befragten 2/3 der Befragten 12 | BÜRGERUMFRAGE 2017 | BÜRGERBETEILIGUNG UND BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT 1.2 METHODIK Die Themen bürgerschaftliches Engagement und Bürger- beteiligung wurden erstmals in der Bürgerumfrage 1999 behandelt. In der Bürgerumfrage 2012 wurden beide Themen erneut aufgegriffen und die Fragestellungen zur Bürgerbeteiligung deutlich erweitert. Die vorliegende Umfrage widmet sich erstmals ausschließlich diesen beiden Themenkomplexen und bildet einen eigenständigen Bericht. Der Fragenkatalog wurde im Vergleich zu den Vorjahren angepasst und erweitert. An einzelnen Stellen sind Vergleiche zu den vorherigen Umfrageergebnissen möglich. Auch wurden viele Fragen zum bürgerschaftlichen Engagement so konzipiert, dass ein direkter Vergleich zu den Ergebnissen aus dem bundesweiten Freiwilligensurvey möglich ist. Die Umfrage wurde als repräsentative Telefonbefragung (CATI) durch das Karlsruher Institut COBUS Marktforschung im Zeitraum November/Dezember 2016 durchgeführt. 3.501 Karlsruherinnen und Karlsruher im Alter von 18 bis unter 90 Jahren wurden zufällig, jedoch nach vorgegebenen Quoten zu den Merkmalen Geschlecht, Alter, Nationalität und räumlicher Verteilung (Stadtteilbezug) befragt. Ein Vergleich der Bevölkerungsdaten vom 31. Dezember 2016 zur realisierten Stichprobe zeigt, dass die Stichprobe die Grundgesamtheit der Karlsruher Bevölkerung ab 18 Jahren gut abdeckt und so ein verkleinertes Abbild der Karlsruher Bevölkerung darstellt (Tabelle 1.1). Es ergeben sich lediglich kleinere Abweichungen in Bezug auf einzelne Altersgruppen. Etwas unterpräsentiert sind mit einer Differenz von -5 Prozent- punkten die unter 30-Jährigen. Leicht überpräsentiert sind hingegen die Altersgruppen 30 bis unter 45 Jahre (+ 2,9 Prozent- punkte) und 60 bis unter 75 Jahre (+ 2 Prozentpunkte). realisierten Stichprobe 2017 Wohnbevölkerung ab 18 Jahren am 31.12.2016 Geschlecht männlich51,0%51,1%-0,1 weiblich49,0%48,9%0,1 Nationalität Deutsche80,3%79,8%0,5 Ausländer19,7%20,2%-0,5 Altersgruppe 18 bis unter 30 Jahre19,3%24,3%-5,0 30 bis unter 45 Jahre27,0%24,1%2,9 45 bis unter 60 Jahre24,9%24,6%0,3 60 bis unter 75 Jahre18,2%16,2%2,0 75 bis unter 90 Jahre10,7%10,7%0,0 Anteil der jeweiligen Bevölkerungsgruppe an der... Differenz in Prozent- punkten Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Umfrage Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement in Karlsruhe 2017 Tabelle 1.1 REALISIERTE STICHPROBE DER UMFRAGE IM VERGLEICH ZUR BEVÖLKERUNGSSTATISTIK AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | BÜRO FÜR MITWIRKUNG UND ENGAGEMENT | 13 www.karlsruhe.de 14 | BÜRGERUMFRAGE 2017 | BÜRGERBETEILIGUNG UND BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | BÜRO FÜR MITWIRKUNG UND ENGAGEMENT | 15 2. BÜRGERBETEILIGUNG 16 | BÜRGERUMFRAGE 2017 | BÜRGERBETEILIGUNG UND BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT 2.1 AUSGANGSLAGE Die Stadt Karlsruhe praktiziert bereits seit vielen Jahren über formale Verfahren hinaus erfolgreich Bürgerbeteiligung in ganz unterschiedlichen Kontexten. Dies erfolgt in Feder- führung der fachlich zuständigen Dienststellen. Die hohe Aufmerksamkeit, die das Thema nicht zuletzt durch Stuttgart 21 erfahren hat, und die zunehmende Forderung einer intensiven Beteiligung und Einbeziehung der Bürgerschaft und den damit einhergehenden Ansprüchen an Transparenz und Nachvollziehbarkeit erfordern es, die vorhandenen Strukturen zu beleuchten, gegebenenfalls weiterzuentwickeln oder neu auszurichten. Ausgangspunkt für diese Weiterentwicklung war die vom Gemeinderat geforderte Einberufung einer dezernats- übergreifenden Arbeitsgruppe zur Erarbeitung eines Konzepts zur systematischen Bürgerbeteiligung. Das Konzept, das am 24. April 2012 im Gemeinderat beschlossen wurde, stellt einen Lagebericht zur Bürgerbeteiligung in Karlsruhe mit Einblicken in gesetzlich vorgeschriebene Verfahren (Bürgerbegehren, Bürgerentscheid, B-Plan-Verfahren...) und informelle Methoden sowie bewährte Instrumente in Karlsruhe (Umfrage, Forum, Versammlung, Konferenz, AG, Workshop, Stadtteil-/Architekturspaziergänge, Spielfl ächenplanung, Ideenwettbewerb...) dar. Aufgezeigt werden auch Instrumente, die in Karlsruhe bis 2012 noch nicht erprobt wurden (zum Beispiel Konsensuskonferenz). Darüber hinaus stellt ein eigenes Kapitel die Bedeutung der Online-Bürgerbeteiligung/E-Partizipation heraus. Ergänzt wird das Konzept außerdem durch eine Checkliste als Arbeitshilfe zur Durchführung von Bürgerbeteiligung. Auf Empfehlung des Konzeptes werden zur Erhöhung der Transparenz und der direkten Zugänglichkeit von Beteiligungsprozessen für alle Bürgerinnen und Bürger auf der Internetseite www.karlsruhe.de unter der Rubrik „Beteiligen Sie sich“ die jeweils aktuellen Beteiligungsverfahren dargestellt. Auch wurden seither neue Beteiligungsformate erprobt, zum Beispiel Konsensuskonferenz, Ideencafé, Bürgerforum des Oberbürgermeisters oder das von der Bertelsmann Stiftung geförderte BürgerForum im Rahmen des KIT-Projekts „Quartier Zukunft – Labor Stadt“, das Elemente einer Zukunftskonferenz mit Online-Beteiligung verbindet. Das Thema Bürgerbeteiligung wurde auch im Rahmen von Workshops und Gemeinderatsklausuren durch Stadtverwaltung und Gemeinderat diskutiert und hat (auch) Eingang in das städtische Fortbildungsprogramm gefunden. Darüber hinaus wurde eine Gruppe von Mitarbeitenden der Stadtverwaltung zu Moderatorinnen und Moderatoren für Bürgerbeteiligungsprozesse ausgebildet und ein Moderierendenpool gebildet. Im regelmäßig stattfi ndenden Erfahrungsaustausch werden Kenntnisse vertieft und Neuerungen vermittelt. Die Stadtverwaltung verfügt damit über einen Pool engagierter und kompetenter Mitarbeitender in Sachen Bürgerbeteiligung, die als Multiplikatoren fungieren und das Thema in die verschiedenen Fachabteilungen tragen. Darüber hinaus ermöglicht das Angebot eine stärkere und häufi gere Einbeziehung der Karlsruherinnen und Karlsruher in kommunale Willensbildungsprozesse. 2015 wurde das Büro für Mitwirkung und Engagement eingerichtet, das als Koordinierungsstelle für bürgerschaftliches Engagement und Bürgerbeteiligung dient und die Förderung und positive Weiterentwicklung der Bürgerbeteiligung und des bürgerschaftlichen Engagements in Karlsruhe zum Ziel hat. Seit November 2016 informiert ein Newsletter regelmäßig über städtische Aktivitäten im Bereich Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement. Im Rahmen des Korridorthemas moderne Verwaltung wurde als ein wichtiges Leitprojekt die Online-Bürgerbeteiligung defi niert. AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | BÜRO FÜR MITWIRKUNG UND ENGAGEMENT | 17 2.2 FORMEN, TEILNAHME UND INFORMATIONS- QUELLEN Das folgende Kapitel gibt Aufschluss über Möglichkeiten der Mitgestaltung und verschiedene Formen der Bürger- beteiligung. Darüber hinaus werden einzelne Karlsruher Bürgerbeteiligungsformate hinsichtlich Bekanntheit und Teilnahme analysiert und die Informationsquellen für Bürgerbeteiligungsverfahren aufgezeigt. Einleitend wurden die Karlsruherinnen und Karlsruher nach der Form des persönlichen Engagements bei der Mitwirkung an der Gestaltung der Stadt gefragt. Vorgegeben waren mehrere Antwortmöglichkeiten, zum Beispiel aktive Beteiligung durch regelmäßige oder einmalige Besuche von Bürgerbeteiligungsveranstaltungen, ehrenamtliches Engagement im Quartier oder in der Stadt sowie die Teilnahme an städtischen Umfragen. Abbildung 2.1 zeigt, dass sich etwa die Hälfte der Befragten (48,2 %) auf mindestens eine Art und Weise an der Gestaltung der Stadt beteiligt. Dies trifft auf Befragte im Alter von 45 bis unter 65 Jahre besonders häufi g zu. Auch bringen sich Deutsche und Personen mit Hochschul-/Fachhochschulabschluss überdurchschnittlich häufi g ein. Ein Zusammenhang besteht auch hinsichtlich der Wohndauer und der damit einhergehenden Verbundenheit mit Karlsruhe: So sind Befragte mit Wohndauer von 20 Jahren und mehr in Karlsruhe vergleichsweise häufi g aktiv. gar nicht/ keine Beteiligung 51,8 % aktive Beteiligung (mindestens eine Nennung) 48,2 % Basis: 3.501 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung Umfrage Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement in Karlsruhe 2017 Abbildung 2.1 AKTIVE BETEILIGUNG AN GESTALTUNG DER STADT Wie aktiv beteiligen Sie sich in Ihrer Freizeit an der Gestaltung Ihrer Stadt? 18 | BÜRGERUMFRAGE 2017 | BÜRGERBETEILIGUNG UND BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT Abbildung 2.2 TEILNAHME AN INFORMATIONS- BEZIEHUNGSWEISE BÜRGERBETEILIGUNGSVERANSTALTUNGEN UND STÄDTISCHEN UMFRAGEN Wie aktiv beteiligen Sie sich in Ihrer Freizeit an der Gestaltung Ihrer Stadt? 1 18,8% 7,2% 25,5% 26,5% 36,3% 0%5%10%15%20%25%30%35%40% Teilnahme an Umfragen der Stadt Karlsruhe Regelmäßige Teilnahme an Informations- oder Beteiligungs- veranstaltungen zu ganz verschiedenen Themen Teilnahme an Informations- oder Beteiligungsveranstaltung zu einem bestimmten gesamtstädtischen Thema Teilnahme an Informations- oder Beteiligungs- veranstaltung zum Stadtteil Teilnahme an Informations- und Beteiligungsveranstaltung insgesamt 1 Mehrfachnennungen, daher Summe größer als 100% Basis: 3.501 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Umfrage Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement in Karlsruhe 2017 Abbildung 2.2 zeigt die Anteile für die Teilnahme an Informations- beziehungsweise Bürgerbeteiligungs- veranstaltungen und städtischen Umfragen. Etwas mehr als ein Drittel der Befragten (36,3 %) hat der Frage zufolge mindestens einmal an Informations- beziehungsweise Bürgerbeteiligungsveranstaltungen teilgenommen. Diese hohe Beteiligungsquote bezieht sich jedoch auf sämtliche Informations- und Bürgerbeteiligungsangebote und beschränkt sich nicht auf städtische Beteiligungsangebote, sondern kann beispielsweise auch Demonstrationen oder Veranstaltungen anderer Organisationen umfassen. Rund ein Viertel der Befragten gibt jeweils an, sich an Informations- und Bürgerbeteiligungsveranstaltungen zum Stadtteil (26,5 %) oder zu einem bestimmten gesamtstädtischen Thema (25,5 %) eingebracht zu haben. Regelmäßig beteiligen sich 7,2 % der Befragten. An einer Umfrage der Stadt Karlsruhe haben bereits 18,8 % der Befragten teilgenommen. Bürgerbeteiligungsveranstaltungen werden überdurch- schnittlich häufi g durch bestimmte Bevölkerungsgruppen wahrgenommen. Abbildung 2.3 hebt die beteiligungsaffi nen Gruppen hervor: dies sind insbesondere Personen mittleren Alters, Deutsche, gut Gebildete und Personen mit langer Wohndauer in Karlsruhe. Außerdem besteht ein hoher Zusammenhang zwischen bürgerschaftlichem Engagement und Bürgerbeteiligung: Personen, die sich bürgerschaftlich engagieren, bringen sich überdurchschnittlich häufi g auch im Rahmen von Informations- und Beteiligungsveranstaltungen ein. AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | BÜRO FÜR MITWIRKUNG UND ENGAGEMENT | 19 Abbildung 2.3 TEILNAHME AN INFORMATIONS- UND BÜRGERBETEILIGUNGSVERANSTALTUNGEN NACH MERKMALSGRUPPEN Teilnahme an Informations- und Bürgerbeteiligungs- veranstaltungen nach Merkmalsgruppen 64,9% 46,8% 9,9% 45,7% 30,3% 11,6% 44,9% 47,7% 23,9% 0%50%100% bürgerschaftlich engagiert Wohndauer 20 Jahre und mehr Wohndauer unter 5 Jahre Hochschul-/Fachhochschulabschluss Volks-/Haupt-/Sonderschul-/kein Abschluss ausländisch deutsch 45 bis unter 65 Jahre 18 bis unter 30 Jahre insgesamt 36,3 % Basis: 3.501 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung Umfrage Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement in Karlsruhe 2017 Mit einer weiteren Frage wurden verschiedene Möglichkeiten abgefragt, die Bürgerinnen und Bürger im Falle einer Unzufriedenheit oder beim Wunsch nach mehr Einfl ussnahme ergreifen können. Demnach geben rund zwei Drittel (64,6 %) der Karlsruherinnen und Karlsruher an, im Falle von Unzufriedenheit mit der Vor-Ort-Situation oder dem Wunsch nach mehr Einfl ussnahme die Stadtverwaltung oder den Oberbürgermeister zu konsultieren. An Bürgerbeteiligungs- oder Bürgerinformationsveranstaltungen würden 44,2 % der Befragten teilnehmen. Ebenfalls knapp 44 % der Karlsruher Befragten würden in einem solchen Fall einen Leserbrief oder eine E-Mail an die lokale Zeitung schicken. An den Bürgerverein (39,1 %) oder an eine Partei oder einen Stadtrat beziehungsweise eine Stadträtin (35,4 %) würde sich etwas mehr als ein Drittel der Befragten wenden, wenn sie auf Entscheidungen der Stadt Einfl uss nehmen wollen oder mit etwas vor Ort unzufrieden sind. Auch Petitionen und Unterschriftensammlungen können sich knapp ein Drittel (32,1 %) der Befragten als Möglichkeit vorstellen, um Einfl uss zu nehmen und sich Gehör zu verschaffen. Proteste organisieren oder daran teilnehmen würde ein Viertel (25,9 %) der Karlsruherinnen und Karlsruher. Ähnlich hoch ist der Anteil der Befragten (24,4 %), der die Arbeit einer Bürgerinitiative für geeignet hält, um als Stimme wahrgenommen zu werden. Etwa ein Fünftel (22,2 %) der Karlsruherinnen und Karlsruher würde in einem solchen Fall das Internet nutzen. Die Ergebnisse sind in Abbildung 2.4 dargestellt. Abbildung 2.5 differenziert nach exemplarischen Bevölkerungsgruppen: An die Stadtverwaltung oder den Oberbürgermeister würden sich besonders häufi g junge und gut ausgebildete Personen wenden. Männer außerdem häufi ger als Frauen. An Bürgerbeteiligungsveranstaltungen würden sehr viel eher Deutsche im Vergleich zu ausländischen Personen oder Personen mit Migrationshintergrund teilnehmen. Auch nimmt die Teilnahmebereitschaft mit zunehmendem Bildungsstand zu. Zum Leserbrief schreiben neigen hingegen eher ausländische Personen oder Personen mit Migrationshintergrund, außerdem Personen mit Abitur/Hochschulreife/Fachhochschulreife. Den Bürgerverein als Mittel, Einfl uss zu nehmen nutzen besonders häufi g die mittleren Altersklassen, Deutsche sowie Personen mit Hochschul-/Fachhochschulabschluss. Geringe Bedeutung haben dagegen die Bürgervereine für Personen in Ausbildung sowie für Ausländerinnen und Ausländer. An eine Partei oder einen Stadtrat würden sich Männer eher als Frauen wenden. Nicht-Deutsche und Personen mit Volks-/Haupt-/Sonderschul-/keinen Abschluss erscheint diese Möglichkeit der Einfl ussnahme und des Gehörtwerdens weniger zugänglich. Internetkanäle würden Männer häufi ger als Frauen und junge Leute häufi ger als Alte bedienen. Außerdem geben Nicht- Deutsche und Personen mit Migrationshintergrund deutlich häufi ger als Deutsche an, im Falle einer Unzufriedenheit und dem Wunsch nach mehr Einfl ussnahme von dem Medium Internet Gebrauch zu machen. 20 | BÜRGERUMFRAGE 2017 | BÜRGERBETEILIGUNG UND BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT Abbildung 2.4 HANDLUNGSMÖGLICHKEITEN ZUR EINFLUSSNAHME AUF ENTSCHEIDUNGEN Wenn Sie auf Entscheidungen in Ihrer Stadt Einfl uss nehmen wollen oder mit etwas vor Ort unzufrieden sind, würden Sie... 1 8,6% 22,2% 24,4% 25,9% 32,1% 35,4% 39,1% 43,9% 44,2% 64,6% 0%10%20%30%40%50%60%70% nichts davon Internetkanäle bedienen (Abstimmung, Beiträge in Foren/Blogs, Chats...) eine Bürgerinitiative gründen/beitreten/mitarbeiten Proteste organisieren oder an Protesten teilnehmen Petition/Unterschriften sammeln sich an eine Partei oder Stadtrat/Stadträtin wenden sich an den Bürgerverein wenden einen Leserbrief oder eine E-Mail an die lokale Zeitung schicken an Bürgerbeteiligungs-/Informationsveranstaltungen teilnehmen sich an Stadtverwaltung oder Oberbürgermeister wenden 1 Mehrfachnennungen, daher Summe größer als 100% Basis: 3.457 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Umfrage Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement in Karlsruhe 2017 AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | BÜRO FÜR MITWIRKUNG UND ENGAGEMENT | 21 Abbildung 2.5 HANDLUNGSMÖGLICHKEITEN ZUR EINFLUSSNAHME AUF ENTSCHEIDUNGEN NACH MERKMALSGRUPPEN Wenn Sie auf Entscheidungen in Ihrer Stadt Einfl uss nehmen wollen oder mit etwas vor Ort unzufrieden sind, würden Sie... 1 ... sich an die Stadtverwaltung oder den Oberbürgermeister wenden? ... an Bürgerbeteiligungs- oder Bürgerinformations- veranstaltungen teilnehmen? ... einen Leserbrief oder eine E-Mail an die lokale Zeitung schicken? ... sich an den Bürgerverein wenden? ... sich an eine Partei oder eine Stadträtin oder an einen Stadtrat wenden? ... Internetkanäle bedienen (Abstimmung, Beiträgen Internetforen/Blogs, Chats oder Ähnliches)? 1 Mehrfachnennungen, daher Summe größer als 100% Basis: 3.457 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Umfrage Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement in Karlsruhe 2017 73,9% 52,9% 60,1% 69,0% 0%20%40%60%80% Abitur/Hochschulreife/ Fachhochschulreife Volks-/Haupt-/Sonderschul-/ kein Abschluss Weiblich Männlich insgesamt 64,6 % 56,2% 33,9% 28,3% 50,0% 0%20%40%60% Hochschul-/Fachhochschulabschluss Volks-/Haupt-/Sonderschul-/ kein Abschluss ausländisch deutsch ohne Migrationshintergrund insgesamt 44,2 % 50,2% 29,1% 49,0% 41,8% 0%20%40%60% Abitur/Hochschulreife/ Fachhochschulreife Volks-/Haupt-/Sonderschul-/ kein Abschluss deutsch mit Migrationshintergrund deutsch ohne Migrationshintergrund insgesamt 43,9 % 46,1% 29,4% 42,1% 42,4% 0%10%20%30%40%50% Hochschul-/ Fachhochschulabschluss ausländisch deutsch ohne Migrationshintergrund 45 bis unter 65 Jahre insgesamt 39,1 % 43,2% 27,8% 29,8% 37,9% 0%10%20%30%40%50% Hochschul-/ Fachhochschulabschluss Volks-/Haupt-/Sonderschul-/ kein Abschluss ausländisch deutsch ohne Migrationshintergrund insgesamt 35,4 % 28,6% 19,4% 12,4% 31,3% 0%10%20%30%40% ausländisch deutsch ohne Migrationshintergrund 65 bis unter 75 Jahre 18 bis unter 30 Jahre insgesamt 22,2 % 22 | BÜRGERUMFRAGE 2017 | BÜRGERBETEILIGUNG UND BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT Mit einer weiteren Frage wurde die Bekanntheit und Teilnahme an bestimmten Karlsruher Bürgerbeteiligungsveranstaltungen erhoben. Ähnlich lautende Fragestellung jedoch mit teilweise abweichenden Veranstaltungsformaten wurde bereits 2012 formuliert, sodass ein Zeitvergleich größtenteils nicht möglich ist. ne Ihnen nun verschiedene Bürgerbeteiligungs- Abbildung 2.6 zeigt, dass etwa neun von zehn Befragten (91 %) eine oder mehrere der genannten Karlsruher Beteiligungs- formate kennen (59,9 %) oder sogar besucht haben (31,1 %). Lediglich 9 % der Befragten haben noch von keiner der genannten Veranstaltungen gehört. 2012 war der „unbekannt“- Anteil mit 11 % noch höher und der „besucht“-Anteil mit 22,8 % deutlich geringer als in den aktuellen Ergebnissen. Dies bestätigt den Trend des zunehmenden Mitsprache- und Mitgestaltungsbedürfnisses der Bürgerinnen und Bürger. Der Besuchsanteil an Karlsruher Bürgerbeteiligungs- veranstaltungen liegt insgesamt etwas unter der eingangs erwähnten Beteiligungsquote von insgesamt 36,3 %, was durch die eingeschränkte Abfrage spezifi scher Formate bedingt ist. Abbildung 2.6 BESUCHERANTEILE UND BEKANNTHEIT EINZELNER BÜRGERBETEILIGUNGSFORMATE Ich nenne Ihnen nun verschiedene Bürgerbeteiligungsformate in Karlsruhe, sagen Sie bitte jeweils „bekannt“, wenn Sie von der Veranstaltung schon einmal gehört haben, und „besucht“, wenn Sie an der Veranstaltung teilgenommen haben. 11,0% 9,0% 22,8% 31,1% 66,2% 59,9% 0%10%20%30%40%50%60%70%80%90%100% 2012 2017 alle Bürgerbeteiligungsformate unbekannt mindestens ein Bürgerbeteiligungsformat besucht mindestens ein Bürgerbeteiligungsformat bekannt aber nicht besucht Basis: 3.487 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Umfrage Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement in Karlsruhe 2017 AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | BÜRO FÜR MITWIRKUNG UND ENGAGEMENT | 23 Abbildung 2.7 zeigt die Anteile für ausgewählte Befragten- gruppen: Besonders häufi g geben Befragte mittleren Alters an, eine oder mehrere der abgefragten Veranstaltungen besucht zu haben. Der „besucht“-Anteil steigt außerdem mit zunehmender Wohndauer in Karlsruhe an. Ein Zusammenhang besteht auch hinsichtlich des Bildungsniveaus: Je höher die Bildung des Befragten ist, desto höher fällt auch der „besucht“-Anteil aus. Sehr deutlich ist auch hier der Zusammenhang zwischen bürgerschaftlichem Engagement und Bürgerbeteiligung: Über die Hälfte (56,7 %) der Personen, die ehrenamtlich tätig sind, haben auch schon an Beteiligungsveranstaltungen teilgenommen. Auffallend hoch ist dieser Anteil auch in Mühlburg (54,3 %) und Grötzingen (52,4 %), auffallend gering hingegen in Oberreut, wo lediglich 6,5 % der Befragten an einer der genannten Veranstaltungsformate teilgenommen haben. Auffallend hoch ist mit 27,7 % auch der „unbekannt“-Anteil unter den Befragten in Oberreut, besonders gering hingegen in Rintheim, wo jede befragte Person von mindestens einer Bürgerbeteiligungsveranstaltung schon einmal gehört hat. Nicht-Deutschen (16,4 %) und Personen mit Volks-/Haupt-/ Sonderschul-/kein Abschluss (14,5 %) sind die abgefragten Veranstaltungen überdurchschnittlich häufi g unbekannt. Abbildung 2.7 BESUCHERANTEILE VON BÜRGERBETEILIGUNGS- FORMATEN IN KARLSRUHE Ich nenne Ihnen nun verschiedene Bürgerbeteiligungs- formate in Karlsruhe, sagen Sie bitte jeweils „bekannt“, wenn Sie von der Veranstaltung schon einmal gehört haben, und „besucht“, wenn Sie an der Veranstaltung teilgenommen haben. 56,7% 54,3% 6,5% 52,4% 40,1% 9,1% 38,7% 23,8% 31,1% 0%20%40%60% bürgerschaftlich engagiert Mühlburg Oberreut Grötzingen Wohndauer 20 Jahre und mehr Wohndauer unter 5 Jahre Hochschul-/Fachhochschulabschluss Volks-/Haupt-/Sonderschul-/kein Abschluss 30- unter 45 Jahre insgesamt 31,1 % Basis: 3.487 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung Umfrage Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement in Karlsruhe 2017 24 | BÜRGERUMFRAGE 2017 | BÜRGERBETEILIGUNG UND BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT Abbildung 2.8 gibt einen Überblick über die Besucher- anteile und Bekanntheit der einzelnen Karlsruher Bürger- beteiligungsformate. Das unter den Karlsruherinnen und Karlsruhern bekannteste Bürgerbeteiligungsformat ist die Bürgerversammlung im Stadtteil mit dem Oberbürgermeister (besucht und bekannt zusammen: 64 %). 8,8 % der Befragten geben an, eine solche Veranstaltung schon einmal besucht zu haben, 55,2 % haben zumindest schon einmal davon gehört. Veranstaltungen zu Einzelkonzepten wie dem Zookonzept, dem Verkehrsentwicklungsplan, dem Lärmaktionsplan, dem Flächennutzungsplan, dem Fußballstadion und weiteren sind 60,5 % der Befragten bekannt, darunter 13,1 % als Teilnehmende. Damit sind Veranstaltungen zu Einzelkonzepten das am häufi gsten besuchte Veranstaltungsformat. Hohe Bekanntheit erlangt auch die Vorstellung von Bebauungsplänen (56,4 %). An einer solchen Veranstaltung haben bereits 6,7 % der Befragten teilgenommen. Knapp jede zweite Person (49,7 %) gibt an, zumindest schon einmal davon gehört zu haben. Ähnlich hohe Bekanntheit erlangt das Bürgerforum, von dem nach nur drei stattgefundenen Veranstaltungen bereits 52 % der Befragten wissen. Das vom Oberbürgermeister neu initiierte und im etwa halbjährigen Turnus stattfi ndende Format Bürgerforum wurde bereits von 8,2 % der Befragten besucht, 43,8 % haben zumindest schon einmal davon gehört. Das bereits lange etablierte Stadtbauforum kennen 49,5 % der Befragten – entweder durch eigenen Besuch (4,4 %) oder durch Hörensagen (45 %). Einen Bekanntheitsgrad von unter 50 % und ein Besucher- anteil von unter 5 % verzeichnen die Veranstaltungsformate zu Sanierungsgebieten (47,6 %), zu Leitbildprozessen im Stadtteil (40,6 %) sowie zu Leitbildprozessen in der Gesamtstadt (36,5 %). Letzteres fasst Formate wie den Masterplan 2015, das Integrierte Stadtentwicklungskonzept Karlsruhe 2020 (ISEK 2020) und das Räumliche Leitbild zusammen. Die Jugendkonferenz beziehungsweise das Jugendforum ist knapp einem Drittel der Befragten (32,7 %) bekannt, darunter 1,2 % als Teilnehmende. Dieser geringe Besucheranteil lässt sich durch das Alter der Befragten und die damit abweichende Altersspanne im Vergleich zur Zielgruppe der Veranstaltung erklären. Besonders ausgeprägt ist das Bildungsgefälle unter den Besucherinnen und Besuchern des Stadtbauforums: Während nur 3 % der Personen mit Volks-/Hauptschul-/Sonderschul-/ kein Abschluss angeben, am Stadtbauforum teilgenommen zu haben, ist der Anteil unter den Akademikerinnen und Akademikern mit 9 % mehr als doppelt so hoch. Kaum eine Rolle spielt der Bildungshintergrund hingegen bei Teilnehmenden von Bürgerversammlungen im Stadtteil mit dem Oberbürgermeister. Zwar unterdurchschnittlich jedoch immerhin anteilig nennenswert vertreten sind Migrantinnen und Migranten bei Bürgerversammlungen mit dem Oberbürgermeister, der Vorstellung von Bebauungsplänen und Veranstaltungen zu Leitbildprozessen der Gesamtstadt. AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | BÜRO FÜR MITWIRKUNG UND ENGAGEMENT | 25 Abbildung 2.8 BESUCHERANTEILE UND BEKANNTHEIT EINZELNER BÜRGERBETEILIGUNGSFORMATE Ich nenne Ihnen nun verschiedene Bürgerbeteiligungsformate in Karlsruhe, sagen Sie bitte jeweils „bekannt“, wenn Sie von der Veranstaltung schon einmal gehört haben, und „besucht“, wenn Sie an der Veranstaltung teilgenommen haben. 1,2% 3,2% 4,7% 4,7% 4,4% 8,2% 6,7% 13,1% 8,8% 31,5% 33,3% 35,9% 42,9% 45,0% 43,8% 49,7% 47,4% 55,2% 67,3% 63,5% 59,4% 52,4% 50,5% 48,0% 43,5% 39,5% 35,9% 0%20%40%60%80%100% Jugendkonferenz/Jugendforum Veranstaltungen zu Leitbildprozessen der Gesamtstadt (Masterplan 2015, ISEK 2020, Räumliches Leitbild) Veranstaltungen zu Leitbildprozessen im Stadtteil (STEK, Stadtteilrahmenpläne, Quartier Zukunft, Zukunftsstadt) Veranstaltungen zu Sanierungsgebieten Stadtbauforum Bürgerforum (zum Beispiel Sicherheit und Sauberkeit, Flüchtlinge, Haushalt) Vorstellung eines Bebauungsplans Veranstaltungen zu Einzelkonzepten (zum Beispiel Zoo, VEP, LAP, FNP, LP, Fußballstadion) Bürgerversammlung im Stadtteil mit dem Oberbürgermeister besucht bekannt unbekannt Basis: 3.488 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Umfrage Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement in Karlsruhe 2017 Alle Befragten, die angegeben haben, bereits an Bürger- beteiligungsveranstaltungen teilgenommen oder von diesen zumindest gehört zu haben, wurden weiter nach der Informationsquelle befragt. Die gleichlautende Fragestellung wurde bereits 2012 formuliert, sodass ein direkter Zeitvergleich möglich ist. Die Ergebnisse für beide Jahre sind in Abbildung 2.9 dargestellt. 26 | BÜRGERUMFRAGE 2017 | BÜRGERBETEILIGUNG UND BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT Die Hauptinformationsquellen sind nach wie vor die lokalen Medien wie Tages- und Wochenzeitungen. Über vier Fünftel aller Befragten (81,7 %) gibt an, über die lokale Presse von den entsprechenden Veranstaltungen erfahren zu haben. 2012 war dieser Anteil mit 78,6 % noch etwas geringer. Zugenommen hat auch die zweitwichtigste Informationsquelle, die Mund zu Mund Propaganda über Freunde, Bekannte, Familie und Kollegen (44,1 %). 2012 lag dieser Anteil noch bei 39,8 %. An Bedeutung verloren haben hingegen klassische Informationswebseiten wie karlsruhe.de oder ka-news: Während dieser Kanal 2012 noch von 28,1 % der Befragten genutzt wurde, sind es 2017 nur noch ein Fünftel (20,8 %). Persönliche Einladungen per Brief oder E-Mail (13,4 %) sowie Ansprache oder Aufruf über Bürgerinitiativen (8,8 %) dienen zwar immer noch rund einem Zehntel der Befragten als Informationsquelle, büßen aber im Vergleich zum Stellenwert 2012 an Bedeutung ein. Im Gegenzug zum Bedeutungsverlust der klassischen Webseiten hat hingegen das Social-Media- Angebot als Informationsquelle an Bedeutung gewonnen: Abbildung 2.9 INFORMATIONSQUELLEN ZU BÜRGERBETEILIGUNGSVERANSTALTUNGEN Wie haben Sie bisher von Bürgerbeteiligungsveranstaltungen beziehungsweise -prozessen der Stadt Karlsruhe erfahren? 4,4% 18,9% 19,0% 28,1% 39,8% 78,6% 8,3% 8,8% 13,4% 20,8% 44,1% 81,7% 0%10%20%30%40%50%60%70%80%90% Twitter, Facebook oder andere soziale Netzwerke Ansprache/Aufruf durch Bürgerinitiativen Persönliche Einladung per Brief/E-Mail Internetangebote (karlsruhe.de, ka-news.de) Über Freunde/Bekannte/Familie/Kollegen Lokale Medien/Tages-/Wochenzeitungen (zum Beispiel BNN, Der Kurier/StadtZeitung) 20172012 Basis: 3.092 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Umfrage Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement in Karlsruhe 2017 Twitter, facebook und Co. dienen inzwischen 8,3 % der Befragten als Informationsquelle. Damit hat sich der Anteil im Vergleich zu 2012 (4,4 %) nahezu verdoppelt. Als weitere Informationsquellen werden vereinzelt Ansprache über Dritte (Verein, Kita, Vor-Ort-Ansprache) genannt sowie Plakatierung, Aushang oder Flyer. Beim Blick auf die Informationsquelle nach Befragtengruppen in Abbilung 2.10 zeigt sich, dass lokale Medien/Tages-/ Wochenzeitungen eher ältere Personen zu Informations- zwecken nutzen als Jüngere. Außerdem dient es Deutschen eher als Informationsquelle als Nicht-Deutschen. Befragte mit längerer Wohndauer in Karlsruhe erfahren auf diesem Weg vergleichsweise häufi g von Bürgerbeteiligungsveranstaltungen. Von Informationen über Freunde/Bekannte und Kollegen profi tieren junge Leute (insbesondere die Gruppe der Schülerinnen und Schüler, Studierenden und Auszubildenden) deutlich häufi ger als ältere Menschen. Auch erfahren auf AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | BÜRO FÜR MITWIRKUNG UND ENGAGEMENT | 27 Abbildung 2.10 INFORMATIONSQUELLEN ZU BÜRGERBETEILIGUNGSVERANSTALTUNGEN NACH MERKMALSGRUPPEN Wie haben Sie bisher von Bürgerbeteiligungsveranstaltungen beziehungsweise -prozessen der Stadt Karlsruhe erfahren? Lokale Medien/Tages-/Wochenzeitungen (zum Beispiel BNN, Der Kurier/StadtZeitung? Über Freunde/Bekannte/Familie/Kollegen? Internetangebote (karlsruhe.de, ka-news.de)? Basis: 3.092 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung Umfrage Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement in Karlsruhe 2017 84,6% 67,6% 78,1% 83,3% 88,1% 75,1% 0%20%40%60%80%100% Wohndauer 10 bis unter 20 Jahre Wohndauer unter 5 Jahre ausländisch deutsch ohne Migrationshintergrund 75 bis unter 90 Jahre 18 bis unter 30 Jahre insgesamt 81,7 % 57,4% 36,1% 49,1% 35,2% 67,9% 28,1% 0%20%40%60%80% bürgerschaftlich engagiert nicht bürgerschaftlich engagiert Wohndauer 20 Jahre und mehr Wohndauer unter 5 Jahre Schüler(in)/Student(in), Berufsausbildung 75 bis unter 90 Jahre insgesamt 44,1 % 18,9% 26,7% 37,2% 22,8% 21,6% 29,4% 0%10%20%30%40% Wohndauer 10 bis unter 20 Jahre Wohndauer unter 5 Jahre Schüler(in)/Student(in), Berufsausbildung deutsch mit Migrationshintergrund deutsch ohne Migrationshintergrund 30 bis unter 45 Jahre insgesamt 20,8 % diesem Wege bürgerschaftlich Engagierte überdurchschnittlich häufi g von Bürgerbeteiligungsveranstaltungen. Außerdem gewinnt mit zunehmender Wohndauer die Informations- weitergabe per Mund zu Mund Propaganda an Bedeutung. Auffällig hoch ist die Information über Internet und Soziale Netzwerke bei Befragten im Alter bis 45 Jahre. Noch höher ist der Anteil unter Schülerinnen und Schülern, Studierenden beziehungsweise Personen in Ausbildung. Das Medium Internet wird vergleichsweise häufi g auch von Deutschen mit Migrationshintergrund genutzt sowie von Befragten mit noch kurzer Wohndauer. 28 | BÜRGERUMFRAGE 2017 | BÜRGERBETEILIGUNG UND BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT 2.3 ZUFRIEDENHEIT UND BEWERTUNG Das folgende Kapitel gibt Aufschluss über die Zufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger mit den Möglichkeiten der Information und Bürgerbeteiligung in Karlsruhe allgemein, aber auch in Bezug auf einzelne spezifi sche Aspekte wie zum Beispiel Moderation, Ablauf, Dauer der letzten besuchten Veranstaltung. Darüber hinaus wurde auch nach Verbesserungsvorschlägen gefragt. Alle Befragten – unabhängig davon, ob sie sich bisher im Rahmen von Bürgerbeteiligungsveranstaltungen eingebracht haben oder nicht – wurden allgemein nach der Zufriedenheit mit den Möglichkeiten zur Information und Bürgerbeteiligung in Karlsruhe gefragt. Die Möglichkeiten zur Information und Bürgerbeteiligung werden positiv von den Karlsruherinnen und Karlsruhern bewertet, wie Abbildung 2.11 zeigt. Etwa ein Fünftel (20,7 %) der Befragten sind mit dem Angebot „sehr zufrieden“. „Eher zufrieden“ äußert sich diesbezüglich etwa die Hälfte der Befragten (50,4 %). Kritischer wird die Möglichkeit zur Information und Bürgerbeteiligung in Karlsruhe von 18,1 % der Befragten wahrgenommen, darunter erweisen sich 5,4 % der Befragten als „unzufrieden“. Etwa jede zehnte befragte Person (10,8 %) – überwiegend diejenigen, die das Angebot bisher noch nicht wahrgenommen haben – beantwortete die Frage mit „weiß nicht“. Abbildung 2.11 ZUFRIEDENHEIT MIT DER MÖGLICHKEIT ZUR INFORMATION UND BÜRGERBETEILIGUNG IN KARLSRUHE Wie zufrieden sind Sie im Allgemeinen mit den Möglichkeiten zur Information und Bürgerbeteiligung in Karlsruhe? 20,7% 50,4% 12,7% 5,4% 10,8% 35,6% 53,1% 8,3% 1,9% 1,1% 13,9% 49,3% 14,8% 7,1% 15,0% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% Sehr zufriedenEher zufriedenEher unzufriedenUnzufriedenWeiß nicht insgesamt Teilnahme an Bürgerbeteiligung keine Teilnahme an Bürgerbeteiligung Basis: 3.459 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Umfrage Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement in Karlsruhe 2017 AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | BÜRO FÜR MITWIRKUNG UND ENGAGEMENT | 29 Die nähere Betrachtung der Befragtengruppen zeigt, dass eine positive Bewertung überwiegend durch Befragte erfolgt, die bereits an Bürgerbeteiligungsveranstaltungen teilgenommen haben, während kritischere Bewertungen überwiegend auf Befragte ohne Beteiligungserfahrung zurückzuführen sind. Ein Zusammenhang besteht auch hinsichtlich des bürgerschaftlichen Engagements: Engagierte Menschen bewerten die Möglichkeiten zur Information und Bürgerbeteiligung deutlich positiver als Passive. Demgegenüber zeigen sich ausländische Befragte deutlich weniger zufrieden mit den Beteiligungsmöglichkeiten als Deutsche. Im Folgenden wurden alle Befragten, die bereits an Bürger- beteiligungsveranstaltungen teilgenommen haben, nach der letzten besuchten Bürgerbeteiligungsveranstaltung und nach der Zufriedenheit mit dieser gefragt. Abbildung 2.12 zeigt die zehn meistgenannten zuletzt besuchten Veranstaltungen. Abbildung 2.12 DIE ZEHN HÄUFIGSTEN ZULETZT BESUCHTEN BÜRGERBETEILIGUNGSVERANSTALTUNGEN Sie haben ja angegeben, bereits an einer oder mehreren Bürgerbeteiligungsveranstaltungen teilgenommen zu haben. Bitte nennen Sie die letzte Veranstaltung, an der Sie teilgenommen haben. Auf diese Veranstaltung werden sich nun die folgenden Fragen beziehen... 1 5,3% 5,4% 5,9% 6,8% 6,9% 7,8% 10,0% 11,3% 12,0% 12,5% 0%2%4%6%8%10%12%14% Zookonzept Bebauung, geplante Baumaßnahmen, Neubaugebiete, Sanierung/Energie, sonstige Stadtteil-Themen U-Strab/Straßenbahn/Kombilösung (Vorstellung eines) Bebauungsplan(s) Stadtentwicklung (Masterplan, ISEK, Räumliches Leitbild) Bürgerforum Bürgerversammlung (im Stadtteil) (mit Oberbürgermeister) Verkehr, Verkehrsentwicklung(splan) Fußballstadion Stadtteilentwicklung, Rahmenpläne, Sanierungsgebiete 1 Mehrfachnennungen, daher Summe größer als 100% Basis: 1.078 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Umfrage Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement in Karlsruhe 2017 30 | BÜRGERUMFRAGE 2017 | BÜRGERBETEILIGUNG UND BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT In der Summe am häufi gsten zuletzt besucht wurden Veranstaltungen zu Stadtteilentwicklungsprozessen, Rahmenplänen oder Sanierungsgebieten (12,5 %), gefolgt von Veranstaltungen zum Thema Fußballstadion (12 %). Informations- und Beteiligungsangebote zu verkehrlichen Aspekten/Verkehrsentwicklungsplan haben 11,3 % der befragten Teilgruppe zuletzt wahrgenommen. Jede zehnte befragte Person nennt eine Bürgerversammlung im Stadtteil als letzte Veranstaltung (10 %). An einem Bürgerforum haben jüngst 7,8 % der Beteiligungserfahrenen teilgenommen. Veranstaltungen zur Stadtentwicklung (Masterplan, ISEK, Räumliches Leitbild) nennen 6,9 %. Zum Thema U-Strab/ Straßenbahn/Kombilösung haben sich zuletzt 5,9 % der befragten Teilgruppe eingebracht oder informiert, weitere 5,4 % nennen verschiedene bauliche oder stadtteilrelevante Themen. 5,3 % der Teilgruppe besuchte zuletzt eine Veranstaltung zum Zookonzept. Veranstaltungen zu Stadtteilentwicklungsprozessen, Rahmenplänen und Sanierungsgebieten werden sehr viel häufi ger von Frauen (14,8 %) besucht als von Männern (10,7 %). Vergleichsweise häufi g bringen sich Personen mit Realschulabschluss/Mittlerer Reife ein (14,8 %) sowie tendenziell eher ältere Personen ab 65 Jahre (14,4 %). Auffällig hoch ist der Beteiligungsanteil unter Personen mit besonders kurzer oder besonders langer Wohndauer in Karlsruhe (jeweils etwa 13,5 %). Zum Thema Fußballstadion bringen sich deutlich mehr Männer (15,7 %) ein als Frauen (7,4 %), außerdem Jüngere (unter 30 Jahre: 16,5 %) sehr viel stärker als Ältere (3,9 %). Zu den Teilnehmenden an den Veranstaltungen zählen außerdem vergleichsweise häufi g Deutsche mit und ohne Migrationshintergrund sowie Personen mit Abitur/ Hochschulreife/Fachhochschulreife. Ein fast identisches Besuchermuster verzeichnen Veranstaltungen zum Thema Verkehr/Verkehrsentwicklungsplan. Bürgerversammlungen im Stadtteil mit dem Oberbürgermeister besuchen Frauen (11,3 %) eher als Männer (9 %). Personen mittleren Alters zählen außerdem überdurchschnittlich häufi g zu den Besucherinnen und Besuchern dieses Beteiligungsformates. Besonders häufi g nehmen außerdem Deutsche mit Migrationshintergrund (13,3 %) teil sowie Personen mit Volks-/Haupt-/Sonderschul-/kein Abschluss und Personen mit nur kurzer Wohndauern in Karlsruhe. Abgefragt wurde die Zufriedenheit mit verschiedenen Aspekten der Veranstaltung, die in Abbildung 2.13 dargestellt sind. Die höchste Zufriedenheit ergibt sich in Bezug auf den Rahmen (Ort, Raum, Uhrzeit, Verpfl egung) der Veranstaltung. 95,1 % der befragten Teilgruppe äußern sich diesbezüglich sehr zufrieden (44,1 %) oder eher zufrieden (51 %). Als besonders zufrieden erweisen sich diesbezüglich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltungen zum Zookonzept (sehr zufrieden: 57,9 %), zum Bürgerforum (54,9 %) und zum Bebauungsplan (54,3 %). Ähnlich hoch ist die Zufriedenheit beim Thema Informations- und Beteiligungsangebot insgesamt, das von 91,6 % (sehr zufrieden oder eher zufrieden) der Befragten positiv bewertet wird. Auch diesbezüglich äußern sich Besucherinnen und Besucher der Veranstaltungen zum Zookonzept (sehr zufrieden: 57,9 %) besonders zufrieden. Auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltungen zum Fußballstadion sind überdurchschnittlich zufrieden mit dem Informations- und Beteiligungsangebot (57,8 %). Zufrieden zeigen sich die Beteiligungserfahrenen auch mit den Beiträgen der Referenten sowie Form und Ablauf der Veranstaltung (jeweils 86,4 % sehr zufrieden oder eher zufrieden). Beide Aspekte werden vor allem von Teilnehmerinnen und Teilnehmern von Bebauungsplanveranstaltungen positiv bewertet. AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | BÜRO FÜR MITWIRKUNG UND ENGAGEMENT | 31 Etwas geringer fällt die Zufriedenheit in Bezug auf die Moderation (83,3 % sehr zufrieden oder zufrieden) der Veranstaltung aus. Die Kritik an der Moderation betrifft sowohl professionell und extern moderierte Veranstaltungen als auch durch die Stadtverwaltung oder den Bürgerverein geleitete Veranstaltungen. Mit den „Mitsprachemöglichkeiten“ zeigen sich 75 % der Befragten entweder „eher zufrieden“ (43,7 %) oder „sehr zufrieden“(31,3 %). 25,1 % sind mit den Mitsprachemöglichkeiten „eher unzufrieden“ (19 %) oder „unzufrieden“ (6,1 %). Knapp zwei Drittel (65,8 %) der befragten Teilgruppe ist mit den Informationen über den Umgang mit den Ergebnissen sehr zufrieden (26 %) oder eher zufrieden (39,8 %). Vergleichsweise hoch ist der Anteil der (eher) Unzufriedenen (34,3 %). Die Kritik bezüglich der Mitsprachemöglichkeiten betrifft vor allem die Themen „Verkehr, Verkehrsentwicklung(splan)“ und „Fußballstadion“, während Informationen über den Umgang mit den Ergebnissen insbesondere in Bezug auf Veranstaltungen zum Thema „Verkehr, Verkehrsentwicklung(splan)“ kritisiert wurden. Abbildung 2.13 ZUFRIEDENHEIT MIT EINZELNEN ASPEKTEN DER LETZTEN BESUCHTEN BÜRGEBETEILIGUNGSVERANSTALTUNG Wie zufrieden waren Sie mit ... 26,0% 31,3% 38,0% 39,5% 39,8% 46,6% 44,1% 39,8% 43,7% 45,3% 46,9% 46,6% 45,0% 51,0% 24,8% 19,0% 14,4% 11,9% 11,9% 7,0% 4,2% 9,5% 6,1% 2,3% 1,7% 1,7% 1,5% 0%10%20%30%40%50%60%70%80%90%100% den Informationen über den Umgang mit den Ergebnissen den Mitsprachemöglichkeiten der Moderation der Form und dem Ablauf der Veranstaltung den Beiträgen der Referenten dem Informations- und Beteiligungsangebot insgesamt dem Rahmen (Ort, Raum, Uhrzeit, Verpflegung) Sehr zufriedenEher zufriedenEher unzufriedenUnzufrieden Basis: 1.050 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Umfrage Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement in Karlsruhe 2017 32 | BÜRGERUMFRAGE 2017 | BÜRGERBETEILIGUNG UND BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT In einer weiteren Frage wurde nach den Erfahrungen gefragt, die bei der Teilnahme der genannten Karlsruher Bürgerbeteiligungsveranstaltung gemacht wurden. Die Befragten waren durch die offene Frage ohne Antwort- vorgaben aufgefordert, ihre persönliche Sichtweise frei zu formulieren. Eine ähnlich formulierte Fragestellung wurde bereits 2012 den Befragten mit Beteiligungserfahrung gestellt, da die Antworten und die Größe der befragten Teilgruppe jedoch sehr stark voneinander abweichen, ist ein direkter Vergleich der jeweiligen Antwortkategorien nicht sinnvoll. Nahezu alle Befragten mit Beteiligungserfahrung an Karlsruher Bürgerbeteiligungsveranstaltungen – das sind über 1.000 Befragte – haben Erfahrungen in Bezug auf die zuletzt besuchte Veranstaltung nennen können. Die frei formulierten und anschließend kategorisierten Erfahrungen sind in Abbildung 2.14 dargestellt. Insgesamt zeigen sich die Befragten deutlich zufriedener als 2012: Unterscheidet man ganz grob nach positiven und negativen Antworten, so schildern rund 80 % der Beteiligungserfahrenen positive Erfahrungen und etwa 30 % negative. 2012 hielten sich positive und negative Erfahrungen mit Anteilen von jeweils rund 40 % noch die Waage. Etwa ein Viertel der Befragten (26,2 %) ist mit der letzten Veranstaltung „generell (eher) zufrieden“, ohne dies weiter auszuführen. Ähnlich hoch ist mit 25,8 % der Anteil derer, die die letzte Veranstaltung als „informativ, interessant“ wahrgenommen haben. Bemängelt werden hingegen durch 12,2 % der Befragten geringe Mitsprachemöglichkeiten beziehungsweise geringer Einfl uss, mangelnder Umsetzungs- wille beziehungsweise Ignoranz gegenüber dem Bürgerwillen. Rund jede elfte befragte Person (9,1 %) lobt die „gute Organisation/Moderation/Durchführung“. „Möglichkeiten der Einfl ussnahme, Offenheit der Verwaltung“ schildert etwa jede zwölfte Person (8,2 %) als Erfahrung. Eine „starke Beteiligung der Bürger, großes Interesse“ haben 7,8 % der Befragten auf der letzten Veranstaltung erlebt. Als zweithäufi gsten Kritikpunkt nennen 7,4 % der befragten Teilgruppe eine „mangelhafte Organisation/Moderation/ Durchführung“. Als ohne nähere Erläuterung „generell (eher) unzufrieden“ erweisen sich 3,3 % der Befragten. Weitere negative Erfahrungen mit Befragtenanteilen von unter drei Prozent beziehen sich auf „unkonkrete/nicht aufschlussreiche Ergebnisse“ (2,6 %), sowie auf einen intransparenten Umgang mit Ergebnissen und mangelnde Informationen im Nachgang der Veranstaltung (1,7 %). Erfahrungen in Bezug auf „geringe Beteiligung der Bürger/wenige Besucher“ haben 1,3 % der Befragten gemacht. AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | BÜRO FÜR MITWIRKUNG UND ENGAGEMENT | 33 Abbildung 2.14 ERFAHRUNG MIT BÜRGERBETEILIGUNG Welche Erfahrungen haben Sie bei der Teilnahme an der Veranstaltung gemacht ... 1 2,9% 1,4% 1,3% 1,7% 2,6% 3,3% 7,4% 7,8% 8,2% 9,1% 12,2% 25,8% 26,2% 0%5%10%15%20%25%30% Sonstiges teils-teils (ohne Erläuterung) geringe Beteiligung der Bürger/wenige Besucher Umgang mit Ergebnissen intransparent, zu wenige Informationen nach der Veranstaltung Ergebnisse zu unkonkret/nicht aufschlussreich generell (eher) unzufrieden (ohne Erläuterung) mangelhafte Organisation/Moderation/Durchführung starke Beteiligung der Bürger/großes Interesse Möglichkeiten der Einflussnahme, Offenheit der Verwaltung gute Organisation/Moderation/Durchführung wenig Mitsprachemöglichkeiten für Bürger, kaum Einfluss, mangelnder Umsetzungswille, Bürgerwille ignoriert Interessant, Informativ generell (eher) zufrieden (ohne Erläuterung) 1 Mehrfachnennungen, daher Summe größer als 100% Basis: 1.054 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Umfrage Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement in Karlsruhe 2017 34 | BÜRGERUMFRAGE 2017 | BÜRGERBETEILIGUNG UND BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT Um weitere Hinweise für Verbesserungen zu erhalten, wurde die Teilgruppe weiter nach Verbesserungsmöglichkeiten in Bezug auf die zuletzt besuchte Veranstaltung gefragt. Bei der Frage waren keine Antwortkategorien vorgegeben, somit konnten die Verbesserungsvorschläge frei formuliert werden. Abbildung 2.15 zeigt die kategorisierten Freitextantworten. 59 % der 1.054 Befragten haben die Frage nicht beantwortet oder explizit „keine Verbesserungs- vorschläge“ oder „weiß nicht“, „nichts“ oder „alles okay“ genannt. Mehr „Mitsprachemöglichkeiten/Interaktion/ Diskussion/mehr auf Ideen der Bürger eingehen“ wünschen sich 12,5 % der Beteiligungserfahrenen. In Bezug auf „mehr Öffentlichkeitsarbeit/Werbung für Veranstaltung“ sehen 7,8 % der Befragten Verbesserungspotenzial. 6,8 % der Teilgruppe nennen Aspekte in Bezug auf „Organisation/ Vorbereitung (Raum, Zeitrahmen, Methodik)“. „Bessere Moderation, Regulierung von Beiträgen, aussprechen lassen“ wünschen 6,0 % der Befragten. Geringere Befragtenanteile von unter fünf Prozent entfallen auf Vorschläge wie „besser über Ergebnisse der Umsetzung informieren“ (4,2 %) und „konsequentere Umsetzung der Ergebnisse“ (4,0 %). Noch geringer sind die Anteile der Befragten, die „Programmoptimierung, inhaltliche Verbesserungen und konkretere Informationen“ (3,4 %) anregen. Vorgeschlagen werden außerdem Verbesserungen hinsichtlich „mehr Transparenz/Offenheit/Glaubwürdigkeit“ (2,1 %) und „mehr Kompetenz und Hintergrundwissen“ (1,0 %). Abbildung 2.15 VERBESSERUNGSVORSCHLÄGE Was hätte die Stadtverwaltung bei der Veranstaltung besser machen können? 1 2,5% 1,0% 2,1% 3,4% 4,0% 4,2% 6,0% 6,8% 7,8% 12,5% 59,0% 0%10%20%30%40%50%60% Sonstiges mehr Kompetenz, mehr Hintergrundwissen mehr Transparenz/Offenheit/Glaubwürdigkeit Programmoptimierung, inhaltliche Verbesserungen, konkretere Informationen konsequentere Umsetzung der Ergebnisse besser über Ergebnisse und Umsetzung informieren bessere Moderation, Regulierung von Beiträgen, Aussprechen lassen Organisation/Vorbereitung (Raum, Zeitrahmen, Methodik) mehr Öffentlichkeitsarbeit/Werbung für Veranstaltungen mehr Mitsprachemöglichkeiten/Interaktion/Diskussion/ mehr auf Ideen der Bürger eingehen keine Verbesserungsvorschläge 1 Mehrfachnennungen, daher Summe größer als 100% Basis: 1.054 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Umfrage Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement in Karlsruhe 2017 AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | BÜRO FÜR MITWIRKUNG UND ENGAGEMENT | 35 2.4 MOTIVATION UND HINDERNISGRÜNDE Die folgenden Fragen zu Motivation und Hindernisgründen der Teilnahme an Informations- und Bürgerbeteiligungs- veranstaltungen wurden in der aktuellen Umfrage erstmals abgefragt. Abbildung 2.16 MOTIVE FÜR TEILNAHME AN LETZTER BÜRGERBETEILIGUNGSVERANSTALTUNG Was waren Ihre persönlichen Motive, sich zu diesem Thema zu informieren und zu beteiligen? 1 Es waren mehrere Antwortkategorien vorgegeben, von denen die 1.067 Befragten durchschnittlich zwei Gründe nannten: Das am häufi gsten genannte Motiv zur Teilnahme an Bürgerbeteiligungsveranstaltungen ist mit 82,7 % ein grundsätzliches Interesse am Thema beziehungsweise an der Entwicklung des Stadtteils oder der Stadt, wie Abbildung 2.16 zeigt. Rund die Hälfte der befragten Teilgruppe gibt eine persönliche Betroffenheit (49,5 %) als Motiv zur Beteiligung an. Weitere 43,8 % der Befragten beteiligen sich, um eigene Interessen einbringen, mitwirken und mitgestalten zu können. Fast jede dritte befragte Person beteiligt sich aus Unzufriedenheit mit einer aktuellen Situation heraus (30,9 %). 30,9% 43,8% 49,5% 82,7% 0%10%20%30%40%50%60%70%80%90% Unzufriedenheit mit einer aktuellen Situation Eigene Interessen einbringen (beruflich/Engagement), Mitwirken und mitgestalten können Persönliche Betroffenheit Grundsätzliches Interesse an der Entwicklung des Stadtteils/der Stadt 1 Mehrfachnennungen, daher Summe größer als 100% Basis: 1.067 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Umfrage Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement in Karlsruhe 2017 36 | BÜRGERUMFRAGE 2017 | BÜRGERBETEILIGUNG UND BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT Auch die Teilgruppe, die angegeben hat, noch keine Bürgerbeteiligungsveranstaltung besucht zu haben, wurde nach den Gründen hierfür befragt. Die Antworten auf die Frage konnten frei formuliert werden. Der Interviewer hatte jedoch Antwortkategorien als Erfassungshilfe vorliegen, denen die Freitextantworten zugeordnet wurden. Von den 2.404 Befragten ohne Beteiligungserfahrung gab eine Teilgruppe von 1.776 Personen insgesamt über 2.300 Gründe für ihre Nicht-Teilnahme an. Abbildung 2.17 veranschaulicht die genannten Hindernisgründe. Am häufi gsten ist hierfür die fehlende Zeit (38,3 %) verantwortlich, gefolgt von fehlendem Interesse (33,0 %). Bislang keinen Anlass zur Teilnahme an Bürgerbeteiligungsveranstaltungen hatten 25,7 % der befragten Teilgruppe. Etwa ein Fünftel der Befragten (21,6 %) begründet ihre Nicht-Teilnahme damit, dass ohnehin keine Einfl ussnahme durch Bürgerinnen und Bürger möglich sei. Als eine weitere Ursache für die bisher ausbleibende Teilnahme sehen 7,6 % der Befragten fehlende Informationen. Weiter sind 7,1 % der befragten Teilgruppe der Ansicht, dass die Planungen und Entscheidungen den gewählten Vertreterinnen und Vertretern beziehungsweise den Fachleuten überlassen bleiben sollte und geben an, sich aus diesem Grund nicht einzubringen. Knapp ein Prozent der Teilgruppe nennt sonstige Gründe – zum Beispiel gesundheitliche Motive oder Bequemlichkeit. „Keine Zeit“ als Hindernisgrund zur Beteiligung nennen Frauen häufi ger als Männer und Deutsche häufi ger als Nicht- Deutsche oder Personen mit Migrationshintergrund. Befragte in Berufsausbildung oder mit Hochschulabschluss führen besonders häufi g den Faktor „fehlende Zeit“ als Grund für die ausbleibende Beteiligung an. Das „fehlende Interesse“ ist für Nicht-Deutsche und Befragte mit kurzer Wohndauer in Karlsruhe häufi ger Grund sich nicht einzubringen als für die übrigen Befragtengruppen. Männer, jüngere Befragte und Nicht-Deutsche geben vergleichsweise häufi g als Grund die fehlende Möglichkeit zur Einfl ussnahme durch Bürgerinnen und Bürger an. Abbildung 2.17 HINDERNISGRÜNDE FÜR TEILNAHME AN BÜRGERBETEILIGUNGSVERANSTALTUNGEN Sie haben angegeben, bislang an noch keiner Bürgerbeteiligungsveranstaltung teilgenommen zu haben. Was sind die Gründe dafür? 1 0,8% 7,1% 7,6% 21,6% 25,7% 33,0% 38,3% 0%10%20%30%40%50% Sonstiges die Planung und Entscheidung soll den gewählten Vertreterinnen und Vertretern beziehungsweise den Fachleuten überlassen bleiben Informationen dazu haben gefehlt keine Einflussnahme durch Bürgerinnen und Bürger möglich es gab noch keinen Anlass dazu generell kein Interesse daran keine Zeit dazu 1 Mehrfachnennungen, daher Summe größer als 100% Basis: 1.771 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Umfrage Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement in Karlsruhe 2017 AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | BÜRO FÜR MITWIRKUNG UND ENGAGEMENT | 37 2.5 KÜNFTIGE AUSRICHTUNG Die folgenden Fragen zum Umfang des gewünschten Bürgerbeteiligungsangebots und zur Themenausrichtung können Hinweise für die künftige Weiterentwicklung und Bedarfsanpassung der Bürgerbeteiligung in Karlsruhe liefern. Den Umfang beziehungsweise die Häufi gkeit empfi nden 52,3 % der Befragten als „genau richtig“. „Eher mehr“ Bürgerbeteiligungsveranstaltungen wünscht sich ein Fünftel (22 %) der Befragten, „eher weniger“ befürworten 11,9 %. Keine Meinung dazu äußern 13,9 % der Karlsruherinnen und Karlsruher. Abbildung 2.18 veranschaulicht das Ergebnis. Abbildung 2.18 GEWÜNSCHTE HÄUFIGKEIT VON BÜRGERBETEILIGUNGSVERANSTALTUNGEN Sollte in Karlsruhe eher mehr Bürgerbeteiligung stattfi nden, eher weniger oder ist das Angebot, wie es jetzt ist, genau richtig? eher mehr 22 % genau richtig 52,3 % eher weniger 11,9 % Basis: 3.456 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung Umfrage Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement in Karlsruhe 2017 weiß nicht 13,9 % „Eher mehr“ Bürgerbeteiligung wünschen entsprechend dem bereits beschriebenen Bild der Beteiligungsaffi nen vor allem Deutsche (23,5 %) und Personen mittleren bis höheren Alters (rund 26 %). Auffällig hoch ist der Anteil der Befürworter für mehr Bürgerbeteiligung mit jeweils etwa 38 % in der Oststadt, in Knielingen und in der Nordweststadt. Der Anteil der Befürworter für mehr Bürgerbeteiligung ist unter Engagierten (19,9 %) niedriger als unter Nicht-Engagierten (23 %). Abbildung 2.19 BÜRGERBETEILIGUNG ZU BESTIMMTEN THEMEN GEWÜNSCHT Gibt es spezifi sche Projekte, Vorhaben oder Probleme in Karlsruhe, zu denen Sie sich gezielt Bürgerbeteiligung wünschen? Nein 73,3 % Ja 18,9 % Basis: 3.477 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung Umfrage Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement in Karlsruhe 2017 weiß nicht 7,9 % „Eher weniger“ Bürgerbeteiligung sollte vor allem aus Sicht vieler junger Leute (17,1 %) und vieler ausländischer Befragter stattfi nden (26,9 %). Eher weniger Bürgerbeteiligung präferieren außerdem Nicht-Engagierte (15,6 %) häufi ger als bürgerschaftlich Aktive (4,7 %). In den Stadtteilen Nordweststadt (38,5 %), Weststadt (28,9 %) und Südstadt (25,8 %) sind die Anteile der Befürworter von weniger Bürgerbeteiligung vergleichsweise hoch. Im Folgenden wurde nach spezifi schen Themen für künftige Bürgerbeteiligungsangebote gefragt. Knapp ein Fünftel (18,9 %) der Karlsruherinnen und Karlsruher wünscht sich Beteiligungsangebote zu spezifi schen Themen. Kein Bedarf an Beteiligungsformaten für bestimmte Themen besteht aus Sicht 73,3 % der Befragten. 7,9 % der Befragten sind sich unschlüssig und beantworten die Frage mit „weiß nicht“. Abbildung 2.19 zeigt die Anteile. In Abbildung 2.20 sind die genannten Themen aufgeführt, zu denen sich die Teilgruppe – überwiegend wieder Deutsche, mittleres bis höheres Alter, gut Gebildete und Beteiligungserfahrene – gezielt Bürgerbeteiligungsveranstaltungen wünscht. 38 | BÜRGERUMFRAGE 2017 | BÜRGERBETEILIGUNG UND BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT Abbildung 2.20 GEWÜNSCHTE THEMEN FÜR BÜRGERBETEILIGUNG Gibt es spezifi sche Projekte, Vorhaben oder Probleme in Karlsruhe, zu denen Sie sich gezielt Bürgerbeteiligung wünschen? 1 4,8% 1,0% 1,1% 1,1% 2,6% 3,2% 3,7% 3,9% 4,2% 4,3% 4,7% 4,7% 4,8% 4,8% 5,3% 5,8% 6,0% 6,6% 15,0% 15,3% 20,0% 0%5%10%15%20%25% Sonstiges Einkaufen/Einzelhandel generell mehr Bürgerbeteiligung/Bürgerentscheide Lärm Soziales (Randgruppen, Nachbarschaftshilfe) Gesundheit/Sport Förderung Vereinsleben/Engagement/Ehrenamt Kultur, Bildung Wohnungsbau, Baugebiete Sicherheit/Kriminalität Fußballstadion Jugendliche, ältere Menschen, Behinderte/Barrierefreiheit Flüchtlinge, Ausländer, Migration, Moschee ÖPNV Zweite Rheinbrücke/Nordtangente Grünflächen, Natur, Tier- und Umweltschutz, Spielplätze Stadt- und Stadtteilentwicklung Sauberkeit Verkehrliche Belange (Parken, Kontrolle/Beruhigung, Radwege) Baustellen, Baumaßnahmen/Bauvorhaben Kombilösung 1 Mehrfachnennungen, daher Summe größer als 100% Basis: 621 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Umfrage Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement in Karlsruhe 2017 AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | BÜRO FÜR MITWIRKUNG UND ENGAGEMENT | 39 Die Kombilösung (20 %) ist das am häufi gsten genannte Thema, zu dem sich die Teilgruppe mehr Bürgerbeteiligungs- und Informationsveranstaltungen wünscht. Häufi g als potentielle Themen genannt werden auch „Baustellen, Baumaßnahmen/Bauvorhaben“ (15,3 %) und „verkehrliche Belange“ (15 %). Geringere Anteile entfallen auf Themen wie „Sauberkeit“ (6,6 %), „Stadt- oder Stadtteilentwicklung“ (6 %) und „Grünfl ächen, Natur, Tier- und Umweltschutz, Spielplätze“ (5,8 %). Explizit als eigenständiges Thema genannt wird „zweite Rheinbrücke/Nordtangente“ (5,3 %). Mit jeweils 4,8 % erfahren die Themen „ÖPNV“ und „Flüchtlinge, Ausländer, Migration, Moschee“ gleich hohe Anteile. Nahezu gleichrangig genannt werden auch die Themen „Jugendliche, ältere Menschen, Behinderte/ Barrierefreiheit“ und „Fußballstadion“ (jeweils 4,7 %). Auch das Thema „Sicherheit/Kriminalität“ ist 4,3 % der Teilgruppe ein Anliegen, gefolgt mit 4,2 % von dem Thema „Wohnungsbau, Baugebiete“. Die weiteren Themen mit Anteilen von unter vier Prozent sind in der Abbildung aufgeführt. Damit überwiegt insgesamt sehr deutlich das Bedürfnis nach Bürgerbeteiligungsveranstaltungen zu gezielt verkehrlichen und baulichen Themen. 40 | BÜRGERUMFRAGE 2017 | BÜRGERBETEILIGUNG UND BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT 2.6 HANDLUNGSEMPFEHL- UNGEN ZUR WEITER- ENTWICKLUNG DER BÜRGERBETEILIGUNG Die Umfrageergebnisse zeigen eine erfreulich hohe Zufrieden- heit mit den Möglichkeiten zur Bürgerbeteiligung in Karlsruhe. Die Beteiligungsangebote werden positiv bewertet und gut angenommen. Bekanntheit und Teilnahmequote haben seit 2012 zugenommen und die 2012 häufi g angeführte Kritik „Beteiligung nicht ernst gemeint, mangelnde Umsetzung, Bürgerwille ignoriert“ spielt in den aktuellen Ergebnissen nur noch eine sehr untergeordnete Rolle. Dennoch gibt es einige Aspekte der Bürgerbeteiligung, die weiterentwickelt werden können. Welche Rückschlüsse lassen sich also aus den Ergeb- nissen ziehen und welche Handlungsempfehlungen ableiten? Der Großteil der Befragten ist mit den Bürgerbeteiligungs- möglichkeiten in Karlsruhe zufrieden. Dies bedeutet, dass die Verwaltung bezüglich der Bürgerbeteiligung gut aufgestellt und eingespielt ist und keine grundlegenden strukturellen Veränderungen erforderlich sind. Künftig geht es vor allem darum, qualitative Verbesserungen herbeizuführen, Potenziale auszuschöpfen, mehr Zielgruppen zu erreichen, Lust auf Bürger- beteiligung zu wecken und für das Thema zu sensibilisieren. QUALITÄTSSICHERUNG UND EVALUATION Verbesserungspotenzial sehen die Karlsruherinnen und Karlsruher hinsichtlich mehr „Mitsprachemöglichkeit/ Interaktion/Diskussion“, außerdem wünschen sie sich, dass mehr auf ihre Ideen eingegangen wird. Daraus lässt sich zum einen ableiten, dass bei der Planung der Veranstaltung ausreichend Zeit für Diskussion und Mitsprache eingeräumt werden sollte. Mit der Teilnahme an einer Bürgerbeteiligungs- veranstaltung ist zwar in der Regel auch der Anspruch auf Information verbunden, 43,8 % der Beteiligungserfahrenen beteiligen sich jedoch, um eigene Interessen einbringen, mitwirken und mitgestalten zu können. Diesem Anspruch gilt es künftig noch stärker gerecht zu werden. Zum anderen impliziert der Wunsch, „mehr auf Ideen der Bürger einzugehen“ eine frühzeitige Abwägung der Handlungs- spielräume und des Zeitpunkts der Bürgerbeteiligung. Wenn dagegen eine Veranstaltung in erster Linie der Informationsvermittlung dient, muss dies vorab deutlich gemacht werden. Wichtig ist es, bestehende Möglichkeiten und Grenzen der Beteiligung zu kommunizieren, um Missverständnisse zu vermeiden. Gewisse Qualitätsstandards sollten auch in Bezug auf die Protokollierung und Nachbereitung beachtet werden: So sollten Anregungen, die nicht direkt in der Veranstaltung geklärt werden können, protokollarisch erfasst und beantwortet werden. Auch sind die Ergebnisse der Veranstaltung und das weitere Vorgehen transparent darzulegen. Dabei ist insbesondere zu kommunizieren, welche Beteiligungsergebnisse umgesetzt werden beziehungsweise warum andere nicht umgesetzt werden können. Überlegenswert ist auch eine Evaluation einzelner Beteiligungsveranstaltungen. Darüber hinaus soll das Thema Bürgerbeteiligung etwa alle fünf Jahre in Form einer Umfrage zusammenfassend analysiert und evaluiert werden. ÖFFENTLICHKEITSARBEIT UND ONLINE-BETEILIGUNG Die vorliegenden Umfrageergebnisse machen darüber hinaus die Wichtigkeit einer weiterhin intensiven Öffentlichkeitsarbeit deutlich. Immerhin knapp 8 % der Beteiligungserfahrenen regen „mehr Öffentlichkeitsarbeit/ Werbung“ als Verbesserungsvorschlag an. Gleichzeitig nennen knapp 8 % der Befragten ohne Beteiligungserfahrung als Hindernisgrund für eine Teilnahme „fehlende Informationen“. Stärker als bisher gilt es, alle vorhandenen Informationskanäle zu bedienen. Der Newsletter, der seit November 2016 über Angebote zum bürgerschaftlichen Engagement und Bürgerbeteiligung informiert, war ein erster Schritt. Im Sommer 2017 ist die Bereitstellung einer Online- Beteiligungsplattform geplant, um die Möglichkeiten einer zeit- und ortsunabhängigen Beteiligung auszubauen. Ein künftiger weiterer Schritt könnte eine smartphonetaugliche Version oder eine Beteiligungs-App sein. Auch die Entwicklungen im Bereich „augmented reality“ sollten, vor dem Hintergrund des vermuteten künftigen Bedeutungsgewinns, weiter beobachtet werden. Augmented Reality-Technologien wie Pokémon Go oder Stadtgeist Karlsruhe bieten die Möglichkeit, Ideen, Konzepte oder Bauvorhaben im Maßstab 1:1 direkt am möglichen Entstehungsort zu visualisieren. AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | BÜRO FÜR MITWIRKUNG UND ENGAGEMENT | 41 Zu prüfen ist darüber hinaus, inwieweit die Stadt soziale Netzwerke wie Facebook stärker zur Information und Kommunikation über Beteiligung nutzen kann. Soziale Netz- werke werden deutlich stärker als Informationsquelle genutzt als noch 2012 und bieten vor allem das Potenzial, Informationen weit zu verbreiten und beteiligungsferne Gruppen (junge Leute, kurze Wohndauer, Migranten) zu erreichen. ENGAGEMENT UND BÜRGERBETEILIGUNG STÄRKEN Die Umfrageergebnisse verdeutlichen auch den Zusammenhang zwischen Wohndauer und der Teilnahme an Bürgerbeteiligungsveranstaltungen. Je länger die Wohndauer und damit die Verbundenheit mit der Stadt oder dem Stadtteil, desto höher ist die Teilnahmebereitschaft an Bürgerbeteiligungsangeboten. Daraus lässt sich ableiten, dass Maßnahmen, welche die Verbundenheit und Identifi kation der Einwohnerinnen und Einwohner mit ihrer Stadt beziehungsweise ihrem Stadtteil stärken, indirekt auch die Beteiligungsbereitschaft fördern. Dies kann zum Beispiel erreicht werden durch Stärkung des sozialen Miteinanders (soziale Aktionen, generieren gemeinsamer Projekte, Bürgerzentren als Ort des Miteinanders), Verantwortungsübernahme (Projekt-Patenschaften, Stadtteilbudgets), prägende Events (Stadtgeburtstag, Heimattage), aber auch durch das Herausstellen örtlicher identitätsstiftender Merkmale. Vor dem Hintergrund des Zusammenhangs zwischen Engagement und Beteiligung gilt es, das bürgerschaftliche Engagement weiter zu stärken und zu unterstützen. Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement sollten stärker miteinander verknüpft werden, wie es beispielsweise im Rahmen der Stadtteilentwicklung und der Initiative „Meine Grüne Stadt“ bereits praktiziert wird. BETEILIGUNG UNTERREPRÄSENTIERTER ZIELGRUPPEN Die Umfrageergebnisse belegen außerdem einen hohen Zusammenhang zwischen Bürgerbeteiligungserfahrung und sozioökonomischen Faktoren wie Alter, Migrationshintergrund und Bildung. Wie kann es künftig gelingen, stärker auch beteiligungsferne Gruppen (junge Leute, geringe Bildung, Migranten) zur Mitwirkung zu gewinnen? Eine Möglichkeit, junge Leute besser zu erreichen, ist die bereits beschriebene Nutzung moderner Medien und sozialer Netzwerke. Bürgerbeteiligungsformate sollten künftig aber auch stärker auf diese Zielgruppe zugeschnitten, innovativer und moderner sein. Dies impliziert eine höhere Experimentierfreudigkeit mit neuen Verfahren und spielerischen Methoden, wie zum Beispiel folgenden Ansätzen: In der Oststadt wurde im Rahmen des Forschungsprojekts „Reallabor Quartier Zukunft“ ein Oststadt-Cache entwickelt, das die Teilnehmenden vergleichbar einem Geocache-Spiel über GPS Koordinaten durch den Stadtteil führt, wobei ihnen an verschiedenen Stationen Aufgaben beziehungsweise Fragen gestellt werden. Einen anderen Ansatz hat die Landeshauptstadt Stuttgart mit dem Format „Salz und Suppe“ erprobt, bei dem durch gemeinsames Kochen, Essen und Diskutieren im Quartier Ergebnisse vergleichbar denen aus mehrstufi gen Workshopverfahren erzielt wurden. Zu beachten ist bei den genannten Formaten allerdings, dass sie deutlich aufwändiger in der Vorbereitung und Durchführung sind als beispielsweise Workshopverfahren. Klassische Veranstaltungsformate können durch gestalterische Zusätze modernisiert und aufgewertet werden. Mit graphic recording (der Visualisierung der diskutierten Themen) hat die Stadtverwaltung bereits erste Erfahrungen gemacht. Thematisch passende kulturelle Beiträge (zum Beispiel Poetry slams oder Improvisationstheater) können Veranstaltungen ebenfalls im Sinne eines bleibenden Eindrucks qualitativ aufwerten. Niedrigschwellige Möglichkeiten, sich im Stadtteil zu engagieren und sich mit Nachbarn auszutauschen, können eine Basis für Kommunikation und Beteiligung sein. Der Mitmachladen in der Südweststadt ist aus dem Quartiers- projekt des Badischen Landesvereins für Innere Mission hervorgegangen und bietet Bewohnerinnen und Bewohnern Raum für Aktivitäten und Arbeitsgruppen. Auch der Zukunftsraum in der Oststadt, Teil des KIT-Forschungsprojekts Quartier Zukunft, bietet Gelegenheit, sich zu treffen und eine an Nachhaltigkeitsprinzipien orientierte Quartiersentwicklung voranzutreiben. Auch die Karlsruher Bürgerzentren erweitern die beteiligungsorientierte Infrastruktur. Um beteiligungsferne Gruppen und Migranten besser zu erreichen, sind vor allem aufsuchende und abholende Angebote wichtig. Ansätze hierfür sind lebensweltbezogene Beteiligungsmöglichkeiten und die Arbeit mit Multiplikatoren sowie mit Vertreterinnen oder Vertretern bestimmter Zielgruppen. Im Rahmen der Stadtteilentwicklung sind künftig Ansätze zur stärkeren Einbeziehung sozial benach- teiligter Gebiete zu entwickeln, in denen Beteiligung über Multiplikatoren und über bestehende Institutionen wie Schulen, Treffpunkte, Beratungsstellen und Vereine erprobt wird. 42 | BÜRGERUMFRAGE 2017 | BÜRGERBETEILIGUNG UND BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT In der Zusammenfassung können folgende Empfehlungen festgehalten werden, die als erste Denkansätze weiter abzustimmen, zu prüfen und zu konkretisieren sind: Qualitative Verbesserungen herbeiführen  Ausreichend Zeit für Diskussion und Mitsprache einplanen.  Abwägung der Handlungsspielräume und des Zeitpunktes der Bürgerbeteiligung.  Möglichkeiten, Ziele und Grenzen klar kommunizieren.  Qualitätsstandard in Bezug auf Protokollierung und Nachbereitung beachten.  Transparente Darstellung des Umgangs mit den Ergebnissen.  Evaluation einzelner Beteiligungsveranstaltungen.  Regelmäßige Umfragen zur Bürgerbeteiligung (alle fünf Jahre). Öffentlichkeitsarbeit weiter ausbauen und für das Thema sensibilisieren  Verschiedene Informationskanäle bedienen.  Fokus auf internetbasierte Kanäle:  Stärkere Nutzung sozialer Netzwerke.  Online-Beteiligungsangebote.  Smartphone-tauliche Angebote, App, Entwicklung im Bereich augmented reality im Auge behalten. Zielgruppen erreichen und Lust auf Bürgerbeteiligung wecken  Öffentlichkeitsarbeit im Bereich internetbasierte Angebote stärken und ausbauen.  Neue Verfahren und Methoden ausprobieren.  Modernes Zusatzprogramm anbieten.  Verbundenheit und Identifi kation mit Stadt beziehungsweise Stadtteil erhöhen:  Stärkung des sozialen Miteinanders durch soziale Aktionen, Generieren gemeinsamer Projekte, Bürgerzentren als Ort des Miteinanders.  Verantwortungsübernahme fördern durch Projekt- Patenschaften, Stadtteilbudgets, und anderes.  Prägende Events (Stadtgeburtstag, Heimattage).  Herausstellen örtlicher identitätsstiftender Merkmale.  Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements, stärkere Verknüpfung der Themen Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement.  Abholende und aufsuchende Angebote schaffen insbesondere zur stärkeren Einbeziehung sozial benachteiligter Gruppen beziehungsweise Gebiete.  Beteiligungsorientierte Institutionen und Beteiligung über Multiplikatoren. AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | BÜRO FÜR MITWIRKUNG UND ENGAGEMENT | 43 44 | BÜRGERUMFRAGE 2017 | BÜRGERBETEILIGUNG UND BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | BÜRO FÜR MITWIRKUNG UND ENGAGEMENT | 45 www.karlsruhe.de 3. BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT 46 | BÜRGERUMFRAGE 2017 | BÜRGERBETEILIGUNG UND BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT 3.1 AUSGANGSLAGE Die Förderung bürgerschaftlichen Engagements hat in den letzten Jahren auf allen politischen Ebenen an Bedeutung gewonnen. Bürgerschaftliches Engagement ergänzt das Handeln staatlicher und wirtschaftlicher Akteure und leistet entscheidende Beiträge für den sozialen Zusammenhalt und die Lebensqualität. In Karlsruhe ist das Büro für Mitwirkung und Engagement (BME) neben anderen Aufgaben auch mit der Förderung von bürgerschaftlichem Engagement betraut. Freiwillig Engagierte werden in ihrem Ehrenamt von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des BME unterstützt, angefangen von der Vermittlung einer Tätigkeit über deren Begleitung in Form von Qualifi zierungsangeboten, Beratung und Vernetzung bis hin zu Öffentlichkeitsarbeit und der Würdigung freiwilliger Leistungen. Die Engagementlandschaft ist einem ständigen Wandel unterzogen: Neue Vereine und Initiativen entstehen. Viele Ehrenamtliche möchten sich engagieren, ohne sich dabei langfristig an einen Verein, einen Verband oder eine Organisation binden zu müssen. Projektbezogenes Engagement gewinnt an Bedeutung, weil für die Freiwilligen die Resultate ihrer Arbeit unmittelbar sichtbar sind und es sich besser mit der in Ausbildung und Erwerbsleben abverlangten räumlichen und zeitlichen Flexibilität vereinbaren lässt. 3.2 ENGAGEMENTQUOTE, FRÜHERES ENGAGEMENT UND ENGAGEMENT- POTENZIAL Die Frage nach der ehrenamtlichen oder freiwilligen Tätigkeit wird bereits seit 1999 regelmäßig in den Bürgerumfragen erhoben. Insofern lässt sich die Entwicklung des ehren- amtlichen Engagements in der Fächerstadt im Zeitablauf dokumentieren. Wie Abbildung 3.1 veranschaulicht, gibt mehr als ein Drittel der Karlsruher Bürgerinnen und Bürger (35,9 %) an, sich in der Freizeit freiwillig oder ehrenamtlich in einem Verein, einer Initiative, einem Verband oder einer gemeinnützigen Organisation zu engagieren. In der Bürgerumfrage 2012 betrug der Anteil der freiwillig tätigen Karlsruherinnen und Karlsruher noch 33,9 %. Seit 1999 hat der Anteil der Engagierten in der Fächerstadt spürbar zugenommen. War vor der Jahrtausendwende rund ein Viertel (24,1 %) der Bürgerinnen und Bürger ehrenamtlich engagiert, sind es inzwischen 11,8 Prozentpunkte mehr. Diese Zunahme in Karlsruhe bestätigt damit den im bundesweiten Freiwilligensurvey 2014 konstatierten Trend zu mehr bürgerschaftlichem Engagement. AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | BÜRO FÜR MITWIRKUNG UND ENGAGEMENT | 47 www.karlsruhe.de Abbildung 3.1 BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT IN KARLSRUHE IM ZEITVERGLEICH Viele Karlsruher Bürgerinnen und Bürger engagieren sich in einem Verein, einer Initiative, einem Verband oder einer gemeinnützigen Organisation ehrenamtlich oder freiwillig. Wie ist das bei Ihnen? Sind Sie derzeit ehrenamtlich oder freiwillig tätig? 35,9% 33,9% 28,6% 27,1% 27,6% 24,1% 64,1% 66,1% 71,4% 72,9% 72,4% 75,9% 0%10%20%30%40%50%60%70%80%90%100% 2017 2012 2011 2008 2003 1999 janein Basis: 3.458 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Umfrage Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement in Karlsruhe 2017 48 | BÜRGERUMFRAGE 2017 | BÜRGERBETEILIGUNG UND BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT Abbildung 3.2 AUSÜBUNG BÜRGERSCHAFTLICHEN ENGAGEMENTS NACH MERKMALSGRUPPEN Viele Karlsruher Bürgerinnen und Bürger engagieren sich in einem Verein, einer Initiative, einem Verband oder einer gemeinnützigen Organisation ehrenamtlich oder freiwillig. Wie ist das bei Ihnen? Sind Sie derzeit ehrenamtlich oder freiwillig tätig? 41,7% 29,0% 30,4% 41,8% 14,2% 10,9% 25,4% 45,1% 42,1% 33,2% 46,5% 11,9% 35,8% 36,1% 0%20%40%60% ganztags berufstätig Schüler(in)/ Student(in), Berufsausbildung Rentner/-in, Hausfrau/-mann Abitur/Hochschulreife Volks-/Haupt-/Sonderschul-/kein Abschluss ausländisch mit Migrationshintergrund deutsch 45 bis unter 65 Jahre 65 bis unter 75 Jahre Wohndauer 20 Jahre und mehr/seit Geburt Wohndauer unter 5 Jahre weiblich männlich insgesamt 35,9 % Basis: 3.458 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung Umfrage Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement in Karlsruhe 2017 Abbildung 3.3 AUFWANDSENTSCHÄDIGUNG IM BÜRGERSCHAFTLICHEN ENGAGEMENT Eine Analyse der Engagierten nach soziodemografi schen Merkmalen (Abbildung 3.2) belegt, dass insbesondere deutsche Staatsangehörige (45,1 %), ganztags Berufstätige (41,7 %) sowie Befragte mit Abitur (41,8 %) in überdurchschnittlichem Maße ehrenamtlich tätig sind. Darüber hinaus zeigt sich, dass sich vor allem die mittleren Altersgruppen zwischen 30 und 65 Jahren überdurchschnittlich engagieren, wobei Männer und Frauen in nahezu gleichem Maße aktiv sind. Außerdem steigt die Engagementquote mit zunehmender Wohndauer. Tendenziell lässt sich festhalten: Je länger jemand in der Fächerstadt wohnt, desto eher ist er freiwillig tätig. Unter den Befragten, die seit mehr als 20 Jahren oder seit der Geburt in Karlsruhe wohnhaft sind, ist nahezu die Hälfte (46,5 %) freiwillig engagiert. Schülerinnen und Schüler, Studierende oder Auszubildende (29,0 %) engagieren sich in etwa demselben Maße wie Rentnerinnen und Rentner, Hausmänner und -frauen sowie Personen in Elternzeit (30,4 %). Niedriger liegt der Anteil der ehrenamtlich Engagierten unter ausländischen Befragten (10,9 %) und unter Deutschen mit Migrationshintergrund (25,4 %). Von den ehrenamtlich oder freiwillig Tätigen erhält lediglich ein kleiner Anteil (4,4 %) eine geringe Aufwands- entschädigung. Der größte Anteil der Engagierten verrichtet die freiwillige Arbeit ohne Bezahlung (Abbildung 3.3). Basis: 1.243 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung Umfrage Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement in Karlsruhe 2017 95,6% 4,4% ... mit geringer Aufwandsentschädigung ... ohne Bezahlung Von den ehrenamtlich engagierten Bürgerinnenund Bürgern sind tätig ... AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | BÜRO FÜR MITWIRKUNG UND ENGAGEMENT | 49 www.karlsruhe.de Wie in Abbildung 3.1 zu erkennen ist, sind knapp zwei Drittel der Befragten (64,1 %) in der Fächerstadt derzeit nicht ehrenamtlich oder freiwillig tätig. Von diesen aktuell Nicht- Engagierten hat sich etwa ein Viertel (24,3 %) in der Vergangenheit freiwillig engagiert, noch nie ehrenamtlich tätig waren indes 75,7 % der Nicht-Engagierten (Abbildung 3.4). Bundesweit liegt die Engagementquote laut Freiwilligensurvey 2014 mit 43,6 % noch höher als in Karlsruhe (35,9 %). Beim Freiwilligensurvey gaben 56,4 % der Befragten an, zum damaligen Zeitpunkt nicht engagiert gewesen zu sein. Von den Nicht-Engagierten haben bundesweit 39,3 % ehemals Erfahrungen mit bürgerschaftlichem Engagement gemacht. Dagegen erklärte ein Anteil von 60,7 % der Nicht-Engagierten auf Bundesebene, sich niemals ehrenamtlich beziehungsweise freiwillig engagiert zu haben (Abbildung 3.4). Abbildung 3.4 FRÜHERES FREIWILLIGES ENGAGEMENT Waren Sie früher einmal engagiert und haben ehrenamtliche beziehungsweise freiwillige Aufgaben übernommen? (Teilgruppe der Nicht-Engagierten) 39,3% 24,3% 60,7% 75,7% 0%50%100% Freiwilligensurvey 2014 Karlsruhe 2017 früher freiwillig engagiert noch nie freiwillig engagiert 1 Quelle: Freiwilligensurvey 2014, eigene Berechnungen Basis: 2.224 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung Umfrage Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement in Karlsruhe 2017 1 Abbildung 3.5 FRÜHERES FREIWILLIGES ENGAGEMENT NACH MERKMALSGRUPPEN Waren Sie früher einmal engagiert und haben ehrenamtliche beziehungsweise freiwillige Aufgaben übernommen? (Teilgruppe der Nicht-Engagierten) 21,6% 27,0% 18,3% 27,9% 22,3% 34,6% 26,2% 24,4% 0%10%20%30%40% weiblich männlich ausländisch deutsch 45 bis unter 65 Jahre 75 bis unter 90 Jahre Wohndauer unter 5 Jahre Wohndauer 20 Jahre und mehr/ seit Geburt insgesamt 24,3 % Basis: 2.224 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung Umfrage Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement in Karlsruhe 2017 In Karlsruhe ist der Anteil ehemals Engagierter unter Männern (27,0 %) grundsätzlich höher als unter Frauen (21,6 %). Auffällig ist, dass insbesondere die Alterskohorte der Personen über 75 Jahren sich früher in 34,6 % der Fälle freiwillig engagiert haben, es mittlerweile aber nicht mehr tun, möglicherweise auch nicht mehr tun können (Abbildung 3.5). Auf Gründe zur Beendigung ehrenamtlicher Tätigkeiten wird in Kapitel 3.6 näher eingegangen. 50 | BÜRGERUMFRAGE 2017 | BÜRGERBETEILIGUNG UND BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT Ebenso wie im Freiwilligensurvey wurden die Nicht-Engagierten auch in Karlsruhe nach der künftigen Bereitschaft zu ehrenamtlichem Engagement gefragt. Abbildung 3.6 zeigt, dass 23,4 % der nicht-engagierten Karlsruherinnen und Karlsruher Interesse an freiwilliger Tätigkeit in der Zukunft signalisieren, während über drei Viertel (76,6%) ein Engagement auch künftig ausschließen. Ein Vergleich mit dem Freiwilligensurvey 2014 zeigt, dass bundesweit nicht nur die Engagementquote höher ist als in der Fächerstadt, sondern dass auch eine größere Bereitschaft besteht, sich künftig zu betätigen (58,8 %). Lediglich 41,2 % der Nicht-Engagierten auf Bundesebene wären auch künftig nicht bereit, sich zu engagieren (Karlsruhe 76,6 %). Abbildung 3.6 BEREITSCHAFT ZU KÜNFTIGEM ENGAGEMENT Wären Sie bereit, sich künftig zu engagieren und freiwillig oder ehrenamtlich Aufgaben zu übernehmen? (Teilgruppe der Nicht-Engagierten) 58,8% 23,4% 41,2% 76,6% 0%50%100% Freiwilligensurvey 2014 Karlsruhe 2017 bereit, sich künftig freiwillig zu engagieren nicht bereit, sich künftig freiwillig zu engagieren 1 Quelle: Freiwilligensurvey 2014, eigene Berechnungen Basis: 2.223 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Umfrage Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement in Karlsruhe 2017 1 Wie Abbildung 3.7 belegt, scheinen die stillen Engagement- reserven vor allem bei Studierenden, Auszubildenden beziehungsweise Schülerinnen und Schülern (31,8 %) zu schlummern. Wie bereits beim bestehenden Engagement, ist auch die Bereitschaft zu künftigem bei deutschen Staatsangehörigen (26,1 %) durchschnittlich höher als bei ausländischen Bürgerinnen und Bürgern (16,1 %). Das größte Interesse an künftigem freiwilligem Engagement signalisieren zudem Personen ohne aktuelles Engagement zwischen 45 und unter 65 Jahren (34,8 %) sowie Befragte, die einen Hochschul- beziehungsweise Fachhochschulabschluss besitzen (40,4 %). Überdurchschnittlich hoch ist auch die Bereitschaft bei „Neubürgerinnen und Neubürgern“, die noch keine fünf Jahre in der Fächerstadt leben (28,6 %). Abbildung 3.7 BEREITSCHAFT ZU KÜNFTIGEM ENGAGEMENT NACH MERKMALSGRUPPEN Wären Sie bereit, sich künftig zu engagieren und freiwillig oder ehrenamtlich Aufgaben zu übernehmen? (Teilgruppe der Nicht-Engagierten) 31,8% 13,7% 40,4% 14,2% 16,1% 26,1% 34,8% 18,1% 28,6% 20,20% 0%20%40%60% Schüler(in)/Student(in), Ausbildung Rentner/-in, Hausfrau/-mann Hochschul-/Fachhochschulabschluss Volks-/Haupt-/Sonderschul-/kein Abschluss ausländisch deutsch 45 bis unter 65 Jahre 65 bis unter 75 Jahre Wohndauer unter 5 Jahre Wohndauer 5 bis unter 10 Jahre insgesamt 23,4 % Basis: 2.223 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung Umfrage Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement in Karlsruhe 2017 AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | BÜRO FÜR MITWIRKUNG UND ENGAGEMENT | 51 www.karlsruhe.de 3.3 ANSTOSS UND MOTIVATION Bürgerschaftliches Engagement verlangt den Ehrenamtlichen viele Ressourcen ab. Die Freiwilligen geben nicht nur ihre Freizeit für den guten Zweck hin, sondern bringen auch ihre fachlichen Kompetenzen und Fähigkeiten zum Wohle der Allgemeinheit ein. Umso interessanter ist deshalb die Suche nach den Gründen und der Motivation. Wie Abbildung 3.8 belegt, waren für ehrenamtlich Engagierte die wichtigste Inspiration für die Übernahme freiwilliger Aufgaben Anstöße aus dem privaten Umfeld. Diese Inspiration beruht entweder auf bereits bestehenden Tätigkeiten im Familien-, Freundes- oder Bekanntenkreis (51,7 %) oder auf Erfahrungen in der Familie (23,6 %). Eine ähnliche Tendenz bestätigen auch die Ergebnisse des Freiwilligensurvey 2014. Das lässt den Rückschluss zu, dass das unmittelbare Umfeld den größten Einfl uss auf die Bereitschaft zur Übernahme eines ehrenamtlichen Engagements hat. Abbildung 3.8 ANSTOSS FÜR BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT Woher kam für Sie damals der Anstoß, die Tätigkeit zu übernehmen? 1 Der Anstoß kam von ... 1,4% 8,5% 5,8% 14,3% 9,5% 27,8% 48,0% 44,9% 2,9% 3,4% 3,8% 6,7% 9,7% 23,6% 41,5% 51,7% 0%10%20%30%40%50%60% Ihrer Tätigkeit während des Zivildienstes oder Freiwilligendienstes Hinweisen aus den Medien oder dem Internet Arbeitgeber Schule, Hochschule oder Ausbildung einer Informations- und Kontaktstelle Erfahrungen in der Familie leitenden Personen aus der Gruppe oder Organisation, in der Sie tätig sind Familienmitgliedern, Freunden oder Bekannten, die dort schon aktiv waren Umfrage 2017 FWS 2014 1 Mehrfachnennungen möglich, daher Summe größer als 100 % Basis: 1.151 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Umfrage Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement in Karlsruhe 2017 52 | BÜRGERUMFRAGE 2017 | BÜRGERBETEILIGUNG UND BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT Überdies bringen auch leitende Personen in der Gruppe oder Organisation häufi g den Anstoß für freiwillige Tätigkeiten. Dies gilt für die Fächerstadt (41,5 %) nicht ganz so ausgeprägt wie in der gesamten Bundesrepublik (48 %). Von einer Informations- und Kontaktstelle geht in der Fächerstadt (9,7 %) indes genauso häufi g der Anstoß zu ehrenamtlicher Tätigkeit aus wie in der Bundesrepublik (9,5 %). Bei 13,4 % der engagierten Karlsruherinnen und Karlsruher gaben das berufl iche oder das schulische Umfeld den Anstoß zum freiwilligen Engagement, wozu auch Erfahrungen aus Zivil- oder Freiwilligendienst zählen. Im Freiwilligensurvey benennt sogar jeder Fünfte (21,5 %), dass hierin der Ansporn für sein Engagement lag. Die Ergebnisse zeigen zudem, dass Abbildung 3.9 ANSTOSS FÜR BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT NACH MERKMALSGRUPPEN Woher kam für Sie damals der Anstoß, die Tätigkeit zu übernehmen? Neben der Frage nach dem Anstoß ist auch die Frage nach der persönlichen Motivation von besonderem Interesse, um Wege ins Ehrenamt nachzuvollziehen. Ähnlich wie die Anstöße zum Engagement sind auch die Gründe ziemlich vielseitig (Abbildung 3.10). Persönliche Gründe und eigenes Interesse an der Aufgabe oder einem Hobby, aber auch ein Zusammenhang mit der berufl ichen Tätigkeit sind die am häufi gsten von den Befragten Von einer Informations- und Kontaktstelle. Von Hinweisen aus den Medien oder dem Internet. die Karlsruherinnen und Karlsruher im Vergleich weniger empfänglich (3,4 %) für Hinweise aus den Medien oder dem Internet sind (bundesweit 8,5 %). Abbildung 3.9 zeigt, dass ausländische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger überdurchschnittlich häufi g (13,0 %) durch eine Informations- oder Kontaktstelle zu Ihrem Engagement gekommen sind. Ebenfalls überdurchschnittlich empfänglich für Impulse von Informations- oder Kontaktstellen sind Seniorinnen und Senioren. Ausländische Karlsruherinnen und Karlsruher erhielten zudem überdurchschnittlich häufi g (7,2 %) den Anstoß für ein Engagement aus den Medien oder aus dem Internet. Basis: 2.223 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Umfrage Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement in Karlsruhe 2017 4,9% 0,0% 3,2% 4,8% 7,2% 3,2% 4,5% 1,4% 0%2%4%6%8% Wohndauer 10 bis unter 20 Jahre Wohndauer unter 5 Jahre ganztags berufstätig Rentner/-in, Hausfrau/-mann, Elternzeit ausländisch deutsch 65 bis unter 75 Jahre 18 bis unter 30 Jahre insgesamt 3,4 % genannten Motive (45,2 %) für ihr Engagement, noch häufi ger von Männern (51,1 %) als von Frauen (39,1 %). Eine ähnlich große Bedeutung messen die Karlsruherinnen und Karlsruher der sozialen Verantwortung bei: 42,5 % der engagierten Bürgerinnen und Bürger bringen sich in ihrer Freizeit ein, um einen Beitrag für Andere oder auch für die Umwelt zu leisten. Bei engagierten Frauen steht dieser Aspekt sogar an erster Stelle (49,2 %, Männer: 36,0 %). 9,2% 12,3% 13,0% 9,6% 8,1% 14,9% 12,5% 0%5%10%15%20% ganztags berufstätig Rentner/-in, Hausfrau/-mann, Elternzeit ausländisch deutsch 45 bis unter 65 Jahre 65 bis unter 75 Jahre 75 bis unter 90 Jahre insgesamt 9,7 % AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | BÜRO FÜR MITWIRKUNG UND ENGAGEMENT | 53 www.karlsruhe.de Ein Anteil von 37,7 % der Engagierten gibt an, die eigene Gruppe oder einen Verein unterstützen zu wollen, ein knappes Drittel (30,0 %) übt eine freiwillige Tätigkeit aus, weil sie Spaß, Zufriedenheit oder ein gutes Gefühl vermittelt. Ein Viertel der Engagierten (26,1 %) ist aus persönlicher Überzeugung und Verantwortungsgefühl aktiv. Für ein Fünftel der engagierten Karlsruher Bürgerinnen und Bürger (21,3 %) ist ehrenamtliches Engagement selbstverständlich beziehungsweise hat in ihrem Umfeld Tradition. 13,6 % der Freiwilligen nennen religiöse Motive beziehungsweise engagieren sich der Nächstenliebe wegen, ein Anteil von 12,0 % genießt die Geselligkeit und das Gemeinschaftsgefühl bei der Tätigkeit. Als weitere Motive werden Freizeitausgleich (8,9 %), die Möglichkeit mitzureden (6,5 %) sowie der Wunsch nach Informations- und Wissensvermittlung beziehungsweise die Bewahrung von Brauchtümern (4,4 %) angeführt. Abbildung 3.10 GRÜNDE FÜR BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT Aus welchen Gründen engagieren Sie sich? 1 4,4% 6,5% 8,9% 12,0% 13,6% 21,3% 26,1% 30,0% 37,7% 42,5% 45,2% 0%10%20%30%40%50% Informieren, Wissen vermitteln, Brauchtum bewahren Mitreden, etwas bewegen/verändern Freizeitausgleich, Abwechslung Gemeinschaft, Geselligkeit, Vereinsleben, Menschen kennenlernen Glaube, religiöse Motive, Nächstenliebe Engagement ist selbstverständlich, Tradition Persönliche Überzeugung, Notwendigkeit, Verantwortungsgefühl und -bewusstsein Spaß, gutes Gefühl, Freude, Zufriedenheit Verein/Gruppe unterstützen, Angebot bereitstellen Anderen helfen, soziale Verantwortung, Gutes tun, Unterstützung, Beitrag leisten, Naturschutzgedanken Persönliche Gründe, Hobby, eigenes Interesse, berufliche Gründe 1 Mehrfachnennungen, daher Summe größer als 100 % Basis: 1.236 Befragte mit Antwort (3.067 Nennungen) Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Umfrage Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement in Karlsruhe 2017 54 | BÜRGERUMFRAGE 2017 | BÜRGERBETEILIGUNG UND BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT 3.4 ENGAGEMENTFELD UND TÄTIGKEIT Die Befragung untersucht darüber hinaus auch die Felder des ehrenamtlichen Engagements. Abbildung 3.11 stellt dar, in welchen Ehrenamtssparten sich die Karlsruherinnen und Karlsruher heute engagieren. Die größten Anteile freiwillig beziehungsweise ehrenamtlich engagierter Bürgerinnen und Bürger entfallen auf Sportvereine sowie Kirchen und andere Glaubensgemeinschaften. Laut der aktuellen Befragung engagieren sich 28,5 % der ehren- amtlichen Karlsruher Bürgerinnen und Bürger im Sportverein. Dementsprechend stellt der Sportbereich die eindeutig größte Ehrenamtssparte dar. In der Kirche und anderen Glaubensgemeinschaften engagieren sich heute 15,4 %. Etwa neun von 100 Engagierten (9,2 %) helfen durch ihre Tätigkeiten Anderen, zum Beispiel in Form von Nachbarschafts- hilfe oder auch Bedürftigen- und Behindertenhilfe. Ein Anteil von 7,8 % bringt sich im Bereich Schule, Kindergarten oder in der Kinder- und Jugendarbeit ein. Im Themenfeld Natur-, Umwelt- und Tierschutz betätigen sich 7,4 % der engagierten Karlsruherinnen und Karlsruher. Ähnlich hoch ist der Anteil derjenigen, die sich in Musik- oder Gesangsvereinen ehrenamtlich engagieren (6,7 %). 6,4 % der freiwillig Tätigen sind im Rettungswesen aktiv, das sowohl Rettungsdienste (zum Beispiel DRK oder ASB) als auch Hilfsorganisationen sowie die Freiwilligen Feuerwehren umfasst. Ein Anteil von 5,8 % engagiert sich in den Bereichen Kunst, Kultur und Wissenschaft. Anteilswerte von unter 5,0 % ergeben sich für die folgenden Bereiche bürgerschaftlichen Engagements:  Integrationshilfe (2,8 %)  Karnevalsverein (2,7 %)  Wohlfahrtspfl ege (2,7 %)  Kleingartenverein (2,2 %)  Bürgerverein (2,1 %)  Politik, Wirtschaft, Arbeit (1,7 %)  Alten- und Seniorenbetreuung (1,6 %)  Selbsthilfegruppe (1,2 %)  Sonstiges (4,0 %) Besonders die Integrationshilfe gewann in den letzten Jahren infolge des Flüchtlingszuzugs an Bedeutung. Unterschiedliche soziodemografi sche Gruppen zeigen unterschiedliche Präferenzen in Bezug auf die Engagementbereiche: So sind Sportvereine vor allem eine Domäne der Engagierten im Alter 18 bis unter 30 Jahren (47,9 %) und 30 bis unter 45 Jahren (32,6 %). Auch sind Männer im Sport häufi ger aktiv als Frauen. In Kirchen und Glaubensgemeinschaften sind dagegen Frauen, Personen ab 45 Jahren, aber auch ausländische Befragte überdurchschnittlich engagiert. AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | BÜRO FÜR MITWIRKUNG UND ENGAGEMENT | 55 www.karlsruhe.de 4,0% 1,2% 1,6% 1,7% 2,1% 2,2% 2,7% 2,7% 2,8% 5,8% 6,4% 6,7% 7,4% 7,8% 9,2% 15,4% 28,5% 0%5%10%15%20%25%30% Sonstiges Selbsthilfegruppe Alten-, Seniorenbetreuung Politik, Wirtschaft, Arbeit Bürgerverein (Klein-) Gartenverein Wohlfahrtspflege Karnevalsverein Integrationshilfe Kunst, Kultur, Wissenschaft Rettungsdienst, Feuerwehr, Hilfsorganisation Musik- und Gesangsverein Umweltschutz (inkl. Tierschutz, Naturfreunde) Schule, Kindergarten, Kinder-/Jugendarbeit Hilfe für andere Kirche, Glaubensgemeinschaft Sportverein 1 Mehrfachnennungen, daher Summe größer als 100 % Basis: 1.237 Befragte mit Antwort (1.342 Nennungen) Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Umfrage Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement in Karlsruhe 2017 Abbildung 3.11 BEREICHE DES EHRENAMTLICHEN ENGAGEMENTS In welcher Art von Verein, Gruppe oder Initiative sind Sie tätig? 1 56 | BÜRGERUMFRAGE 2017 | BÜRGERBETEILIGUNG UND BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT Des Weiteren ermittelt die Befragung nicht nur die Spartenzugehörigkeit der freiwilligen Tätigkeit, sondern auch deren konkrete inhaltliche Ausgestaltung (Abbildung 3.12). Knapp ein Viertel der Befragten (24,1 %) gibt an, bei der Organisation und Durchführung von Veranstaltungen oder Kursen mitzuwirken. Der Anteil derjenigen, die eine Trainer- beziehungsweise Lehrleistung vollbringen oder eine Leitungsfunktion innehaben (15,9 %) ist minimal größer als der Anteil derer mit Betreuungsaufgaben (15,6 %). Nahezu genauso viele Befragte geben außerdem an, tätigkeits-, organisations- oder vereinsspezifi sche Arbeiten zu übernehmen (15,7 %), wie zum Beispiel das Ausführen von Hunden oder Dolmetschertätigkeiten. Lediglich ein wenig geringer ist die Anzahl der Personen (15,0 %), die Hilfeleistungen für Andere, wie beispielsweise für betagte oder mobilitätseingeschränkte Nachbarn, vollbringen. 7,0 % der Befragten sind mit Verwaltungs- aufgaben und 6,7 % mit Angelegenheiten der Interessen- vertretung (zum Beispiel Vorstandschaft oder Beisitz) betraut. Ein Anteil von 6,3 % widmet sich kreativen und gestalterischen Arbeiten. Aufgaben der Verpfl egung und Tätigkeiten im gastronomischen Bereich übernehmen 5,4 % der bürgerschaftlich Engagierten. Darüber hinaus verrichten die ehrenamtlich Engagierten die folgenden Tätigkeiten:  Praktische Arbeiten (4,5 %)  Mittelbeschaffung beziehungsweise Fundraising (4,1 %)  Öffentlichkeitsarbeit (1,9 %)  Beratung (1,7 %)  Sonstiges (2,7 %) Abbildung 3.12 ART DER EHRENAMTLICHEN TÄTIGKEIT Und was machen Sie dort konkret, was ist der Hauptinhalt Ihrer Tätigkeit? 1 2,7% 1,7% 1,9% 4,1% 4,5% 5,4% 6,3% 6,7% 7,0% 15,0% 15,6% 15,7% 15,9% 24,1% 0%5%10%15%20%25%30% Sonstiges Beratung Öffentlichkeitsarbeit Mittelbeschaffung/Fundraising Praktische Arbeiten Verpflegung/Tätigkeit im gastronomischen Bereich Kreative/gestalterische Arbeit Interessenvertretung/Mitsprache/Vorstand Verwaltungstätigkeit Hilfeleistungen Betreuung vereins-/organisations-/tätigkeitspezifische Aufgaben Lehr-/Trainerleistung, Leiter(in) Veranstaltungs- bzw. Kursorganisation/-durchführung 1 Mehrfachnennungen, daher Summe größer als 100 % Basis: 1.230 Befragte mit Antwort (1.557 Nennungen) Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Umfrage Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement in Karlsruhe 2017 AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | BÜRO FÜR MITWIRKUNG UND ENGAGEMENT | 57 www.karlsruhe.de 3.5 HÄUFIGKEIT UND BIOGRAFISCHE DAUER In Anlehnung an den Freiwilligensurvey werden in der Befragung außerdem Informationen zur Häufi gkeit der Ausübung sowie der biografi schen Dauer der ehrenamtlichen Tätigkeit nachgefragt. Die Hälfte der engagierten Karlsruherinnen und Karlsruher ist bereits seit mehr als sechs Jahren im ehrenamtlichen Bereich tätig (50,2 %), darunter mehr als ein Fünftel (22,7 %) gar länger als ein Jahrzehnt. Knapp ein Drittel der ehrenamtlichen Karlsruher Bevölkerung (31,5 %) befasst sich seit drei bis fünf Jahren mit freiwilligen Aufgaben. Innerhalb der letzten zwei Jahre nahmen 18,2 % der Engagierten eine freiwillige Tätigkeit auf. Im Mittel sind die ehrenamtlichen Karlsruherinnen und Karlsruher seit 8,6 Jahren freiwillig beziehungsweise ehrenamtlich tätig. Die Ergebnisse des Freiwilligensurvey aus dem Jahr 2014 zeigen, dass der Anteil längerer Zeitspannen der freiwilligen Tätigkeiten im Bundesdurchschnitt tendenziell noch höher ist als in der Fächerstadt. In jener Umfrage gaben 30,7 % an, bereits seit mindestens elf Jahren bürgerschaftlich engagiert zu sein. Der Anteil derer, die hingegen relativ neu im ehrenamtlichen Bereich (seit bis zu zwei Jahren) sind, lag mit 24,4 % allerdings auch über dem Karlsruher Wert. Jede fünfte engagierte Person (21,4 %) übte demnach eine freiwillige Tätigkeit seit sechs bis zehn Jahren aus (Abbildung 3.13). Abbildung 3.13 DAUER DER EHRENAMTLICHEN TÄTIGKEIT Wie viele Jahre üben Sie diese Tätigkeit schon aus? 24,4% 18,2% 23,5% 31,5% 21,4% 27,5% 30,7% 22,7% 0%50%100% Freiwilligensurvey 2014 Karlsruhe 2017 seit bis zu 2 Jahrenseit 3 bis 5 Jahren seit 6 bis 10 Jahrenseit 11 Jahren und länger Basis: 1.196 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Umfrage Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement in Karlsruhe 2017 Die Ergebnisse der Befragung im Hinblick auf die Häufi gkeit beziehungsweise zeitliche Intensität der freiwilligen Tätigkeit lassen darauf schließen, wie wichtig den Engagierten die Regelmäßigkeit der Ausübung ist. Abbildung 3.14 zeigt, dass ein Drittel (33,8 %) aller freiwillig Tätigen sich mehrmals im Monat engagiert, wöchentlich übernimmt ein Anteil von 17,8 % freiwillige Aufgaben. Ein Zehntel der Engagierten tut dies mehrmals in der Woche (10,5 %). 29,4 % der Befragten engagieren sich nach eigenem Verständnis hingegen seltener beziehungsweise unregelmäßig. Basis: 1.236 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung Umfrage Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement in Karlsruhe 2017 10,5% 17,8% 33,8% 8,4% 29,4% Seltener Einmal im Monat Mehrmals im Monat Einmal in der Woche Mehrmals in der Woche Abbildung 3.14 HÄUFIGKEIT DER EHRENAMTLICHEN TÄTIGKEIT Wie häufi g haben Sie in den letzten zwölf Monaten die Tätigkeit durchschnittlich ausgeübt? 58 | BÜRGERUMFRAGE 2017 | BÜRGERBETEILIGUNG UND BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT 3.6 HINDERNISGRÜNDE FÜR ENGAGEMENT Wie bereits in Kapitel 3.2 aufgezeigt, gibt es in der nicht- engagierten Bürgerschaft Potenziale und Reserven, die eventuell mobilisiert werden können. Daher wird im Folgenden die Gruppe der derzeit Nicht-Engagierten genauer betrachtet. Ein wichtiger Grund für die Beendigung eines früheren Engagements ist der zeitliche Aufwand: 37,0 % der ehemals Engagierten berichten, dass der zeitliche Aufwand zu groß war (Abbildung 3.15). Bei 33,5 % konkurrierte die freiwillige mit der berufl ichen Tätigkeit, weshalb das Engagement aufgegeben wurde. Beinahe ein Fünftel der früher Engagierten (19,8 %) nennt familiäre Gründe als ausschlaggebend für die Beendigung des ehrenamtlichen Engagements. 18,6 % wollten sich der mit der Tätigkeit einhergehenden Verpfl ichtungen entledigen. Es lässt sich also konstatieren, dass die wesentlichen Gründe vorwiegend außerhalb der freiwilligen Tätigkeit selbst zu suchen sind. 16,2 % hielten darüber hinaus gesundheitliche Gründe von einer Fortsetzung des bürgerschaftlichen Engagements ab. Ein Anteil von 8,4 % gab an, dass die Tätigkeit an eine Altersgrenze gekoppelt war, die sie überschritten hatten und somit zur Aufgabe der Tätigkeit gezwungen waren. Ein kleiner Teil der Befragten (1,0 %) antwortet außerdem, dass Schwierigkeiten innerhalb der Gruppe ursächlich für die Beendigung der freiwilligen Tätigkeit waren. Abbildung 3.15 GRÜNDE FÜR BEENDIGUNG DES EHRENAMTLICHEN ENGAGEMENTS Warum haben Sie Ihr Engagement damals beendet ? 1 (Teilgruppe der ehemals Engagierten) 1,0% 2,3% 8,4% 16,2% 18,6% 19,8% 33,5% 37,0% 0%5%10%15%20%25%30%35%40% es gab Schwierigkeiten innerhalb der Gruppe die Tätigkeit war zeitlich begrenzt es gab eine Altersgrenze, die Sie erreicht haben aus gesundheitlichen Gründen Sie wollten keine Verpflichtungen mehr haben aus familiären Gründen aus beruflichen Gründen zeitlicher Aufwand war zu groß 1 Mehrfachnennungen, daher Summe größer als 100 % Basis: 511 Befragte mit Antwort (699 Nennungen) Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Umfrage Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement in Karlsruhe 2017 AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | BÜRO FÜR MITWIRKUNG UND ENGAGEMENT | 59 www.karlsruhe.de Mit einer ähnlichen Fragestellung geht es darum herauszu- fi nden, was Bürgerinnen und Bürger von einem freiwilligen beziehungsweise ehrenamtlichen Engagement abhält. Abbildung 3.16 veranschaulicht, dass der Zeitfaktor nicht bloß der häufi gste Grund für die Aufgabe einer freiwilligen Tätigkeit ist, sondern auch der wichtigste Hinderungsgrund für die Aufnahme einer solchen. 48,5 % der Nicht-Engagierten nennen zeitliche Gründe, die sie von einem künftigen Engagement abhalten. Ein Anteil von 37,2 % nimmt aufgrund des Berufs Abstand von einer freiwilligen Tätigkeit und 24,9 % wollen keine Verpfl ichtungen eingehen. Fast ein Fünftel (19,7 %) nennt familiäre Gründe, die ein künftiges ehrenamtliches Engagement verhindern. 13,1 % der Befragten schätzen sich als ungeeignet ein, ein Anteil von 7,7 % kann wegen der gesundheitlichen Verfassung keine freiwillige Tätigkeiten übernehmen. Nur ein geringer Anteil (2,1 %) weiß nicht, wohin man sich für ein freiwilliges Engagement wenden kann. Abbildung 3.16 HINDERUNGSGRÜNDE FÜR DIE AUSÜBUNG EINER EHRENAMTLICHEN TÄTIGKEIT Es gibt ja viele Gründe, warum man kein freiwilliges Engagement ausübt. Ich lese Ihnen nun einige Gründe vor. Sagen Sie mir bitte jeweils, ob dieser Grund bei Ihnen zutrifft oder nicht. Ist das bei Ihnen ... 0,4% 2,1% 7,7% 13,1% 19,7% 24,9% 37,2% 48,5% 0%10%20%30%40%50%60% weil andere Sie abgelehnt haben weil Sie nicht wissen, wohin Sie sich wenden sollen aus gesundheitlichen Gründen weil Sie sich nicht dafür geeignet fühlen aus familiären Gründen weil Sie keine Verpflichtungen eingehen wollen aus beruflichen Gründen aus zeitlichen Gründen 1 Mehrfachnennungen, daher Summe größer als 100 % Basis: 1.607 Befragte mit Antwort (2.468 Nennungen) Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Umfrage Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement in Karlsruhe 2017 60 | BÜRGERUMFRAGE 2017 | BÜRGERBETEILIGUNG UND BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT 3.7 FÖRDERUNG DES BÜRGERSCHAFTLICHEN ENGAGEMENTS Obschon sich die Anzahl derjenigen, die sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich beziehungsweise freiwillig in einer Initiative, einem Verein, einer gemeinnützigen Organisation oder einem Verband engagieren, in den letzten fünf Jahren erhöht hat, tun Vereine, Organisationen und Kommunen viel dafür, weitere Ehrenamtliche zu gewinnen und die Bedingungen für ein Engagement weiter zu verbessern. Eine Möglichkeit dazu bieten Qualifi zierungsangebote für Ehrenamtliche, wie sie verschiedene Organisationen und auch das Büro für Mitwirkung und Engagement anbieten. Regelmäßige Fortbildungen sind einerseits geeignet, die Qualität der geleisteten freiwilligen Arbeit zu steigern, andererseits wird den Engagierten damit die Erweiterung persönlicher Kompetenzen in Aussicht gestellt. 3.7.1 NUTZUNG VON QUALIFIZIERUNGSANGEBOTEN In Anbetracht dessen ist es von Interesse, inwieweit die ehrenamtlichen Karlsruherinnen und Karlsruher bereits an Qualifi zierungsangeboten im Zusammenhang mit ihrem freiwilligen Engagement teilgenommen haben. Die Ergebnisse sind in Abbildung 3.17 dargestellt und dokumentieren, dass mehr als ein Drittel (36,0 %) der Ehrenamtlichen entweder einmal (13,3 %) oder mehrfach (22,7 %) Weiterbildungen besucht hat. Demgegenüber haben fast zwei Drittel (64,0 %) noch nie einen Kurs oder ein Seminar im Zusammenhang mit dem eigenen Engagement besucht. Dabei sind 20,7 % der Überzeugung, dass es an passenden Angeboten fehlt, 2,4 % erachten die bestehenden Angebote als für sie uninteressant und ein Anteil von 40,9 % besuchte aus anderen Gründen noch keine Weiterbildung im Kontext der freiwilligen Tätigkeit. Abbildung 3.17 TEILNAHME AN SEMINAREN ODER FORTBILDUNGEN Haben Sie im Zusammenhang mit Ihrer ehrenamtlichen beziehungsweise freiwilligen Tätigkeit schon einmal an Kursen oder Seminaren zur Weiterbildung teilgenommen? Basis: 1.235 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung Umfrage Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement in Karlsruhe 2017 13,3% 22,7% 20,7% 2,4% 40,9% Nein, sonstige Gründe Nein, die Angebote sind für Sie uninteressant Nein, da keine Angebote vorhanden Ja, mehrmals Ja, einmal 3.7.2 BÜRO FÜR MITWIRKUNG UND ENGAGEMENT ALS ANLAUFSTELLE Seit 2015 gibt es bei der Stadtverwaltung Karlsruhe das Büro für Mitwirkung und Engagement (BME), zu dessen Aufgaben unter anderem die Förderung von Ehrenamt und bürgerschaftlichem Engagement zählen. Die Umfrage zielt unter anderem darauf ab, mehr über dessen Bekanntheitsgrad in der Bürgerschaft in Erfahrung zu bringen. Abbildung 3.18 veranschaulicht, dass insgesamt 48,1 % der befragten Karlsruherinnen und Karlsruher das Büro für Mitwirkung und Engagement kennen. Dabei haben 42,2 % schon davon gehört, 5,9 % haben dessen Angebot bereits in Anspruch genommen. Etwas mehr als die Hälfte (51,9 %) hingegen gibt an, noch nie von dieser städtischen Fach- abteilung gehört zu haben. AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | BÜRO FÜR MITWIRKUNG UND ENGAGEMENT | 61 www.karlsruhe.de Auffällig ist, dass der Bekanntheitsgrad des Büros für Mitwirkung und Engagement insbesondere bei älteren Menschen und bei ausländischen Bürgerinnen und Bürgern unterdurchschnittlich ist (Abbildung 3.19). Demnach hat nur etwa ein Drittel (34,2 %) der 75 bis 90-Jährigen und sogar nur 28,1 % der ausländischen Befragten schon davon gehört oder es genutzt. Ähnlich gering ausgeprägt ist die Bekanntheit (30,4 %) unter den Arbeitslosen. Am ehesten in Anspruch genommen werden dessen Dienste von Deutschen (7,7 %) oder denjenigen, die entweder seit der Geburt oder bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten in der Fächerstadt wohnhaft sind (8,1 %). Abbildung 3.18 BEKANNTHEIT DES BÜROS FÜR MITWIRKUNG UND ENGAGEMENT Haben Sie schon einmal davon gehört, dass es bei der Stadt Karlsruhe eine Anlaufstelle für Bürgermitwirkung und Engagement gibt oder haben Sie sie schon einmal in Anspruch genommen? Basis: 3.457 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung Umfrage Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement in Karlsruhe 2017 42,2% 5,9% 51,9% Nein, kenne ich nicht Ja, schon einmal in Anspruch genommen Ja, schon einmal davon gehört Abbildung 3.19 BEKANNTHEIT DES BÜROS FÜR MITWIRKUNG UND ENGAGEMENT NACH MERKMALSGRUPPEN Haben Sie schon einmal davon gehört, dass es bei der Stadt Karlsruhe eine Anlaufstelle für Bürgermitwirkung und Engagement gibt oder haben Sie sie schon einmal in Anspruch genommen? 55,3% 32,5% 50,7% 39,8% 28,1% 55,0% 52,4% 34,2% 30,4% 48,1% 0%20%40%60% Wohndauer 20 Jahre und mehr/ seit Geburt Wohndauer unter 5 Jahre Hochschul-/Fachhochschulabschluss Volks-/Haupt-/Sonderschul-/ kein Abschluss ausländisch deutsch 45 bis unter 65 Jahre 75 bis unter 90 Jahre arbeitslos ganztags berufstätig insgesamt 48,1 % Basis: 3.457 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung Umfrage Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement in Karlsruhe 2017 62 | BÜRGERUMFRAGE 2017 | BÜRGERBETEILIGUNG UND BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT 3.7.3 WEITERE MÖGLICHKEITEN ZUR FÖRDERUNG Zu guter Letzt gehen die Interviewer der Frage nach, durch welche Maßnahmen aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger das ehrenamtliche Engagement in der Fächerstadt gefördert werden könnte (Abbildung 3.20). Ein Anteil von 16,3 % empfi ehlt, durch mehr Information, Kommunikation und Werbung eine erhöhte Aufmerksamkeit für das Thema Engagement zu generieren: Neben Werbung im Rundfunk soll vermehrt im Internet, insbesondere in den sozialen Medien, auf bürgerschaftliches Engagement aufmerksam gemacht werden. Häufi g genannt wird auch Werbung im Bereich des öffentlichen Personennahverkehrs, zum Beispiel durch Plakatierung von Haltestellen oder auf den Monitoren in Bussen und Bahnen, mit der Begründung, dass diese Orte besonders stark von Bürgerinnen und Bürgern frequentiert werden. Postwurfsendungen an private Briefkästen sowie Verteilung von Flyern über Schulen oder Vereine empfehlen Befragte ebenso. 5,4 % wünschen sich mehr gruppenspezifi sche Angebote wie etwa für Rentnerinnen und Rentner oder Jugendliche. Mehr Veranstaltungen wie sportliche oder kulturelle Feste sowie Diskussionen zu spezifi schen Themen wie Umwelt, Medizin und ähnliches regen 5,0 % der Befragten an. Dem bürgerschaftlichen Engagement förderlich wären nach Ansicht von 4,4 % eine aktivierende Ansprache durch die Stadtverwaltung und mehr Einfl ussmöglichkeiten für Bürgerinnen und Bürger. Demgegenüber behaupten 3,5 % der befragten Karlsruherinnen und Karlsruher, dass das bestehende Angebot ausreichend und mehr Initiative aus der Bürgerschaft erforderlich sei. 1,5 % vertreten die Auffassung, dass mehr (fi nanzielle) Unterstützung für Projekte seitens der Stadt das Engagement fördern könnte. Ein geringer Anteil (0,9 %) verspricht sich durch mehr Anerkennung, auch in Form von fi nanzieller Entlohnung, mehr bürgerschaftliches Engagement. 65,7 % der Befragten hatten keine eigenen Verbesserungsvorschläge. Abbildung 3.20 VORSCHLÄGE ZUR FÖRDERUNG DES BÜRGERSCHAFTLICHEN ENGAGEMENTS Wodurch könnte Ihrer Meinung nach das ehrenamtliche Engagement in Karlsruhe gefördert werden? 1 2,6% 0,9% 1,5% 3,5% 4,5% 5,0% 5,4% 16,3% 65,7% 0%10%20%30%40%50%60%70% Sonstiges Anerkennungskultur (Würdigung, Entlohnung) mehr Finanzmittel zur Verfügung stellen/mehr Unterstützung Angebot ausreichend, mehr Initiative durch die Bürgerschaft erforderlich mehr Einflussmöglichkeiten für Bürger/aktivierende Ansprache mehr Veranstaltungen/Diskussionen mehr gruppenspezifische Projekte (Rentner, Frauen, Jugendliche etc.) mehr Information/Kommunikation/Werbung keine Verbesserungsvorschläge 1 Mehrfachnennungen, daher Summe größer als 100 % Basis: 3.442 Befragte mit Antwort (3.622 Nennungen) Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Umfrage Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement in Karlsruhe 2017 AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | BÜRO FÜR MITWIRKUNG UND ENGAGEMENT | 63 www.karlsruhe.de 3.8 HANDLUNGS- EMPFEHLUNGEN Die Befragungsergebnisse zeigen, dass Engagementreserven in der Bürgerschaft bestehen, die eventuell mobilisiert werden könnten. Auch wenn das benannte größte Hindernis für ehrenamtliches Engagement – die mangelnden Zeitressourcen – aus kommunaler Perspektive kaum zu beeinfl ussen ist, lassen sich dennoch in anderen Bereichen Handlungsansätze ableiten, mit denen die Stadt das ehrenamtliche Engagement unterstützen kann. Zum einen geht es dabei darum, das Thema Engagement positiv im Gespräch zu halten, zum anderen darum, Bürgerinnen und Bürgern immer wieder Gelegenheit zu bieten, sich bürgerschaftlich einzubringen und zu betätigen. ÖFFENTLICHKEITSARBEIT Ein Hauptansatz aus Sicht der Befragten ist es, mehr über ehrenamtliches Engagement zu informieren und dafür zu werben. Dabei werden insbesondere soziale Medien als zunehmend wichtiger Informationskanal benannt, um unter Umständen auch neue Zielgruppen anzusprechen. Insbesondere die Online-Freiwilligenagentur, in der Interessierte sich derzeit über mehr als 300 Ehrenamtsgesuche informieren können, sollte noch stärker beworben werden. Derzeit arbeitet das Büro für Mitwirkung und Engagement an der Konzeption eines ersten Karlsruher Aktivtags 2018, einer Veranstaltung, die als Informationsplattform für Organisationen und Vereine fungieren soll. Ein erster Probelauf im Rahmen der Baden-Württemberg-Tage verlief bereits vielversprechend. Im Vorfeld ist eine Werbekampagne geplant, die Engagementmöglichkeiten aufzeigt. Mit dem neuen E-Mail-Newsletter für Bürgerbeteiligung und bürgerschaftlichem Engagement erprobt die Stadt derzeit ein neues Informationsmedium. Zudem wird geprüft, inwieweit die ehrenamtlichen Bürgermentorinnen und -mentoren künftig Öffentlichkeitsarbeit über eine eigene Facebookseite gestalten können. In der Veranstaltungsreihe „Engagiert(e) im Gespräch“ in Zusammenarbeit mit dem Seniorenbüro und dem Kinderbüro informieren diese ebenfalls über Engagementmöglichkeiten und stellen Kontakte zu Organisationen her, die freiwillige Unterstützung suchen. In der Rubrik „ich habe Zeit für andere“ in der StadtZeitung werden Engagementbeispiele vorgestellt. Auch mit dem Fortbildungsprogramm für ehrenamtliche Organisationen unterstützt das Büro für Mitwirkung und Engagement eine zeitgemäße Öffentlichkeitsarbeit: „Spielregeln im Umgang mit Medien“, „Gute Fotos für Internet und Presse“, „Online-Marketing für Vereine“ sowie „Blogs und Websites mit Wordpress“ sind hier einschlägige Angebote. Ebenso bieten Veranstaltungen zur Anerkennung ehrenamtlichen Engagements neben der wertschätzenden Rückmeldung für die Aktiven immer auch Gelegenheit der Öffentlichkeitsarbeit für Engagement. Das Thema bürgerschaftliches Engagement bleibt somit im Gespräch. QUALIFIZIERUNG Auch über die bereits erwähnten Fortbildungsangebote im Bereich Öffentlichkeitsarbeit sind Qualifi zierungsangebote ein wichtiger Beitrag zur Stärkung ehrenamtlichen Engagements, da sie die persönlichen Fähigkeiten der Engagierten und damit auch die Qualität der geleisteten Tätigkeiten fördern. Zudem werden Fortbildungsangebote von den Aktiven auch als eine Form der Anerkennung geschätzt. Die Stadt Karlsruhe bietet ein breites Spektrum von Fortbildungen für Ehrenamtliche, das rege in Anspruch genommen wird. In diesem Bereich gilt es, neben den etablierten und gut angenommenen Angeboten regelmäßig auch neue Bedürfnisse der Ehrenamtlichen aufzugreifen. MÖGLICHKEITEN FÜR ZEITLICH BEFRISTETES ENGAGEMENT Die Umfrageergebnisse zeigen einen sehr deutlichen Zusammenhang zwischen Wohndauer und Engagement auf. In diesem Zusammenhang erscheint eine stärkere Öffnung des bürgerschaftlichen Engagements für zeitlich befristete Aktivitäten überlegenswert. Dies könnte auch Personen, die noch nicht lange oder zeitlich befristet in Karlsruhe wohnen, ein Engagement ermöglichen und zudem durchaus ihre Bindung an den Wohnort stärken. Erfolgreiche Modelle wie „Serve your City“, „Dreck-weg-Wochen“ und „Social Days“ zeigen, dass ein hohes Interesse an zeitlich befristeten oder einmaligen Einsatzmöglichkeiten besteht, die einen ersten Kontakt herstellen, aus dem ein längerfristiges Engagement entstehen kann. 64 | BÜRGERUMFRAGE 2017 | BÜRGERBETEILIGUNG UND BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT MULTIPLIKATOREN UND ENGAGEMENTKULTUR IN INSTITUTIONEN UND VEREINEN Angesichts der in Abhängigkeit vom Bildungsstand und der Nationalität sehr unterschiedlichen Engagementquoten ist zu prüfen, wie bislang im Engagement unterrepräsentierte Zielgruppen besser angesprochen werden können. Ein geeigneter Ansatz können hier Multiplikatoren sowie die Elternarbeit in den Einrichtungen und Organisationen sein, in denen sich Kinder aufhalten: Das Engagement von Eltern an Kindergärten, Schulen und Sportvereinen und weiteren bietet noch viele Möglichkeiten. Hierzu bedarf es einer entsprechenden offenen Engagementkultur in den Institutionen und Vereinen. Multiplikatoren können bei der Zielgruppenansprache eine wichtige Rolle spielen. ENGAGEMENT VON KINDERN UND JUGENDLICHEN Um langfristig die Engagementbereitschaft zu fördern, ist es wichtig, dass bereits Kinder und Jugendliche Erfahrungen mit bürgerschaftlichem Engagement sammeln. Aktivitäten, bei denen Kinder und Jugendliche (Mit-)Verantwortung übernehmen und ihre Selbstwirksamkeit erleben, können einen Grundstein für eine „Engagementbiografi e“ legen. Daher sind Klassenräte, Schülerarbeitsgruppen und weiteres wichtige Lernfelder. Das Büro für Mitwirkung und Engagement begleitet derzeit das Projekt L.E.B.E.N. an der Ernst-Reuter- Schule, bei dem es darum geht, dass Siebtklässler sich ehrenamtlich beispielsweise als Junior-Lesepaten oder in anderen Feldern engagieren. Die Erfahrungen im Ehrenamt sollen dabei auch mit Lerninhalten im Unterricht verknüpft werden. Das Förderprogramm „jes – Jugend engagiert sich“ – ursprünglich vom Land Baden-Württemberg initiiert und seit 2008 von der Stadt Karlsruhe weitergeführt – stellt für die ehrenamtliche Projektarbeit junger Menschen fi nanzielle Unterstützung und fachliche Begleitung durch Bürgermentorinnen und -mentoren zur Verfügung. ZUSAMMENARBEIT MIT UNTERNEHMEN Unternehmen verfügen häufi g über Ressourcen und Expertisen, auf die Bürgerinnen und Bürger in ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit nicht zurückgreifen können. Zahlreichen Unternehmen ist es ein Anliegen, sich für bürgerschaftliche Belange einzusetzen und gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Die in diesem Fall entstehenden Synergien sind für beide Seiten sehr wertvoll. Die Veranstaltung „Im Gespräch: gesellschaftliches Engagement von Unternehmen“ am 3. Februar 2017 war ein Auftakt, um dieses Thema stärker in den Blickpunkt zu rücken. Der vom Paritätischen veranstaltete „Marktplatz für Gute Geschäfte“ bietet eine konkrete Möglichkeit, entsprechende Kontakte zwischen Unternehmen und Ehrenamtlichen zu knüpfen. Unternehmen fördern zudem auf unterschiedliche Weise das Engagement ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Beispielsweise werden Beschäftigte bei Social Days in Organisationen oder Vereinen tätig. Das Büro für Mitwirkung und Engagement vermittelt hier entsprechende Kontakte. Wünschenswert ist es, wenn aus solchen einmaligen Aktionen eine längerfristige Verbindung zwischen der Organisation und dem Unternehmen beziehungsweise seinen Mitarbeitenden entsteht. BÜRGERMENTORINNEN UND BÜRGERMENTOREN Expertise fi ndet sich nicht nur in Wirtschaftsunternehmen, sondern auch in gemeinnützigen Organisationen, Vereinen, Verbänden oder in der Mitte der Gesellschaft. Es gibt eine große Anzahl von Personen, die eine jahrzehntelange Erfahrung im Ehrenamtsbereich vorweisen können und diese gerne an ihre Mitmenschen weitergeben. In den vom Land Baden-Württemberg geförderten Bürgermentorenkursen hat das Büro für Mitwirkung und Engagement in den letzten Jahren 143 Bürgermentorinnen und Bürgermentoren ausgebildet, die wichtige Partnerinnen und Partner bei der Förderung des ehrenamtlichen Engagements sind. Sie initiieren Projekte, unterstützen Andere bei ihrem Engagement und wirken als Multiplikatoren in unterschiedlichen Engagementfeldern. Zuletzt wurden Bürgermentorinnen und –mentoren mit dem Schwerpunkt Engagement in der Nachbarschaft und im Stadtteil ausgebildet. Die Erfahrungen werden zeigen, ob dies ein geeigneter Ansatz ist, das Engagement im unmittelbaren Lebensumfeld zu stärken. Durch diese und weitere Aktivitäten kann die Stadt gemeinsam mit Organisationen und Unternehmen einen Beitrag zu engagementförderlichen Rahmenbedingungen leisten. Letztlich bleibt es der Entscheidung jeder und jedes Einzelnen überlassen, ob und wie sich jemand engagiert. Dieses Prinzip der Freiwilligkeit und der Selbstbestimmtheit macht gerade das Wesen und die Qualität bürgerschaftlichen Engagements aus. AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | BÜRO FÜR MITWIRKUNG UND ENGAGEMENT | 65 www.karlsruhe.de 66 | BÜRGERUMFRAGE 2017 | BÜRGERBETEILIGUNG UND BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | BÜRO FÜR MITWIRKUNG UND ENGAGEMENT | 67 FRAGEBOGEN ZUR UMFRAGE 68 | BÜRGERUMFRAGE 2017 | BÜRGERBETEILIGUNG UND BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT 1 Telefonische Umfrage zum Thema Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement Bürgerbeteiligung 1 Wie aktiv beteiligen Sie sich in Ihrer Freizeit an der Gestaltung Ihrer Stadt? JA T Nein T Haben Sie bereits an einer Informations- oder Beteiligungsveranstaltung zu Ihrem Stadtteil teilgenommen? F F Haben Sie bereits an einer Informations- oder Beteiligungsveranstaltung zu einem bestimmten gesamtstädtischen Thema teilgenommen? F F Nehmen Sie regelmäßig (häufiger) an Informations- oder Beteiligungsveranstaltungen zu ganz verschiedenen Themen teil? FF Haben Sie bereits an einer Umfrage der Stadt Karlsruhe teilgenommen? FF Engagieren Sie sich ehrenamtlich oder freiwillig in Ihrem Quartier/in der Stadt? FF Gar nicht F Sonstiges_______ F Int: Verweigert F Weiß nicht F 2 Wenn Sie auf Entscheidungen in Ihrer Stadt Einfluss nehmen wollen oder mit etwas vor Ort unzufrieden sind, würden Sie... JA T Nein T ... sich an die Stadtverwaltung oder an den Oberbürgermeister wenden F F ... sich an eine Partei oder einen Stadtrat beziehungsweise eine Stadträtin wenden F F ... sich an den Bürgerverein wenden FF ... an Bürgerbeteiligungs- oder Bürgerinformationsveranstaltungen teilnehmen FF ... einen Leserbrief oder eine E-Mail an die lokale Zeitung schicken FF ... Internetkanäle bedienen (Abstimmung, Beiträge in Internetforen/Blogs, Chats oder ähnlichem) FF ... Petition/Unterschriften sammeln FF ... Proteste organisieren oder an Protesten teilnehmen FF ... eine Bürgerinitiative gründen/beitreten/mitarbeiten F Nichts davon F Int: rollierend abfragen Verweigert F Weiß nicht F 3 Ich nenne Ihnen nun verschiedene Bürgerbeteiligungsformate in Karlsruhe, sagen Sie bitte jeweils „bekannt“, wenn Sie von der Veranstaltung schon einmal gehört haben und „besucht“, wenn Sie an der Veranstaltung teilgenommen haben. bekannt T besucht T Weiß nicht T Bürgerversammlung im Stadtteil mit dem Oberbürgermeister FFF Bürgerforum (z. B. zum Thema Sicherheit und Sauberkeit , Flüchtlinge, Haushalt) FFF Stadtbauforum FFF AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | BÜRO FÜR MITWIRKUNG UND ENGAGEMENT | 69 2 Vorstellung eines Bebauungsplans FFF Veranstaltungen zu Leitbildprozessen der Gesamtstadt (Masterplan 2015, Integriertes Stadtentwicklungskonzept 2020, Räumliches Leitbild) FFF Veranstaltungen zu Sanierungsgebieten (Durlach-Aue, Grünwettersbach, Innenstadt Ost, Innenstadt-West, Mühlburg, Rintheim, Südstadt, Oststadt) FFF Veranstaltungen zu Leitbildprozessen im Stadtteil (Stadtteilentwicklungsprozesse, Stadtteilrahmenpläne, Quartier Zukunft/Oststadt, Zukunftsstadt Mühlburg/Knielingen) FFF Veranstaltungen zu Einzelkonzepten (z.B. Zookonzept, Verkehrsentwicklungsplan, Lärmaktionsplan, Flächennutzungsplan und Landschaftsplan, Fußballstadion) FFF Jugendkonferenz/Jugendforum FFF Sonstige _____________ FFF Int: Æ weiter mit F5, wenn F1 und F3 keine Teilnahme Verweigert F 4 Sie haben ja angegeben, bereits an einer oder mehreren Bürgerbeteiligungsveranstaltungen teilgenommen zu haben. Bitte nennen Sie die letzte Veranstaltung, an der Sie teilgenommen haben. Auf diese Veranstaltung werden sich nun die folgenden Fragen beziehen. Name der Veranstaltung ____________________________________________________________ 4a Wie zufrieden waren Sie mit... Sehr zufrieden T Eher zufrieden T Eher unzufrieden T unzufrieden T Weiß nicht T dem Informations- und Beteiligungsangebot insgesamt? FFFFF der Form und dem Ablauf der Veranstaltung FFF FF dem Rahmen (Ort, Raum, Uhrzeit, Verpflegung) FFFFF den Mitsprachemöglichkeiten FFF FF den Beiträgen der Referenten FFFFF der Moderation FFF FF den Informationen über den Umgang mit den Ergebnissen FFFFF Int: Verweigert F 4b Was waren Ihre persönlichen Motive, sich zu diesem Thema zu informieren und zu beteiligen? Grundsätzliches Interesse an der Entwicklung Ihres Stadtteils/Ihrer Stadt F Eigene Interessen einbringen (beruflich/Engagement)/Mitwirken und mitgestalten können F Persönliche Betroffenheit F Unzufriedenheit mit einer aktuellen Situation F Sonstiges_________________________________ F Int: Es sind mehrere Antworten möglich. Verweigert F Weiß nicht F 70 | BÜRGERUMFRAGE 2017 | BÜRGERBETEILIGUNG UND BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT 3 4c Welche Erfahrungen haben Sie bei der Teilnahme an der Veranstaltung gemacht... _________________________________________________________________________________________________ Int: Verweigert F Weiß nicht F 4d Was hätte die Stadtverwaltung bei der Veranstaltung besser machen können? 1._________________________________ 2._________________________________ 3._________________________________ Int: Maximal drei Stichworte! Volltexterfassung. Auch erfassen von Antworten wie „Nichts“, kein „Verbesserungsbedarf“ und so weiter. ÆÆ WEITER mit F6 Verweigert F Weiß nicht F 5 Sie haben angegeben, bislang an noch keiner Bürgerbeteiligungsveranstaltung teilgenommen zu haben. Was sind die Gründe dafür? es gab noch keinen Anlass dazu F Informationen dazu haben gefehlt F keine Zeit dazu F generell kein Interesse daran F keine Einflussnahme durch Bürgerinnen und Bürger möglich F die Planung und Entscheidung soll den gewählten Vertreterinnen und Vertretern beziehungsweise den Fachleuten überlassen bleiben F Int: Es sind mehrere Antworten möglich. !!!Erfassungshilfe, Antworten nicht vorlesen!!! !!Nur fragen, wenn F1 und F3 keine Teilnahme!! Verweigert F Weiß nicht F 6 Wie haben Sie bisher von Bürgerbeteiligungsveranstaltungen beziehungsweis -prozessen der Stadt Karlsruhe erfahren? Persönliche Einladung per Brief/E-Mail F Lokale Medien/Tages-/Wochenzeitungen (zum Beispiel BNN, Der Kurier/StadtZeitung) F Internetangebote (karlsruhe.de, ka-news.de) F Twitter, Facebook oder andere soziale Netzwerke F Über Freunde/Bekannte/Familie/Kollegen F Ansprache/Aufruf durch Bürgerinitiativen F Sonstiges: ____________________________ F Int: Es sind mehrere Antworten möglich. !!Nur fragen, wenn in F3 mindestens eine Veranstaltung bekannt oder besucht!! Verweigert F Weiß nicht F 7 Wie zufrieden sind Sie im Allgemeinen mit den Möglichkeiten zur Information und Bürgerbeteiligung in Karlsruhe? Sehr zufrieden F Eher zufrieden F Eher unzufrieden F Sehr unzufrieden F Int: Verweigert F Weiß nicht F AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | BÜRO FÜR MITWIRKUNG UND ENGAGEMENT | 71 4 8 Sollte in Karlsruhe eher mehr Bürgerbeteiligung stattfinden, eher weniger oder ist das Angebot, wie es jetzt ist, genau richtig? Eher mehr F Eher weniger F Genau richtig F Int: Verweigert F Weiß nicht F 9 Gibt es spezifische Projekte, Vorhaben oder Probleme in Karlsruhe, zu denen Sie sich gezielt Bürgerbeteiligung wünschen? Ja, nämlich____________________________ F Nein F Int: Verweigert F Weiß nicht F Bürgerschaftliches Engagement 10 Viele Karlsruher Bürgerinnen und Bürger engagieren sich in einem Verein, einer Initiative, einem Verband oder einer gemeinnützigen Organisation ehrenamtlich oder freiwillig. Wie ist das bei Ihnen? Sind Sie derzeit ehrenamtlich oder freiwillig tätig? Ja, ohne Bezahlung F Ja, mit geringer Aufwandsentschädigung F Nein ÆÆ weiter mit F18 F Int: Verweigert F Weiß nicht F 11 In welcher Art von Verein, Gruppe oder Initiative sind Sie tätig? _____________________________________________________________________________________________________________ Int: Nur eine Nennung zulassen. Gegebenenfalls Nennung der Tätigkeit mit dem höchsten Zeitaufwand! Verweigert F Weiß nicht F 12 Und was machen Sie dort konkret, was ist der Hauptinhalt Ihrer Tätigkeit? _____________________________________________________________________________________________________________ Int: Maximal drei Tätigkeiten! Gegebenenfalls Beispiele aufführen; persönliche Hilfeleistung, Veranstaltungsorganisation, Öffentlichkeitsarbeit, Beratung, Betreuung, Verwaltungstätigkeiten Verweigert F Weiß nicht F 13 Wie viele Jahre üben Sie diese Tätigkeit schon aus? _ _ Jahre Int: Verweigert F Weiß nicht F 72 | BÜRGERUMFRAGE 2017 | BÜRGERBETEILIGUNG UND BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT 5 14 Wie häufig haben Sie in den letzten 12 Monaten die Tätigkeit ausgeübt? Täglich F Mehrmals in der Woche F Einmal in der Woche F Mehrmals im Monat F Einmal im Monat F Seltener F Int: Verweigert F Weiß nicht F 15 Woher kam für Sie damals der Anstoß, die Tätigkeit zu übernehmen? Ich lese Ihnen nun verschiedene Möglichkeiten vor. Sagen Sie mir bitte jeweils, ob die Aussage zutrifft oder nicht. Der Anstoß kam von... leitenden Personen aus der Gruppe oder Organisation, in der Sie tätig sind F Familienmitgliedern, Freunden oder Bekannten, die dort schon aktiv waren F einer Informations- und Kontaktstelle (Int: zum Beispile Büro für Mitwirkung und Engagement, Aktivbüro) F Hinweisen aus den Medien oder dem Internet (Int: auch Flyer, Presse, Rundfunk Fernsehen) F Schule, Hochschule oder Ausbildung F Arbeitgeber F Erfahrungen in der Familie F Ihrer Tätigkeit während des Zivildienstes oder Freiwilligendienstes F Int: Verweigert F Weiß nicht F 16 Aus welchen Gründen engagieren Sie sich? _____________________________________________________________________________________________________________ Int: Maximal drei Gründe! Gegebenenfalls Erfassungshilfe nutzen xAnderen helfen, soziale Verantwortung, Gutes tun, Unterstützung/Beitrag leisten/Naturschutzgedanken xSpaß, gutes Gefühl, Freude, Zufriedenheit xPersönliche Gründe, Hobby, eigenes Interesse, berufliche Gründe xGemeinschaft, Geselligkeit, Vereinsleben, Menschen kennenlernen xMitreden, etwas bewegen/verändern xVerein/Gruppe unterstützen, Angebot bereitstellen xEngagement ist notwendig/selbstverständlich, Tradition xPersönliche Überzeugung, Notwendigkeit, Sache ist wichtig, Verantwortungsgefühl und -bewusstsein xGlaube, religiöse Motive, Nächstenliebe xInformieren, Wissen vermitteln, Brauchtum/Tradition bewahren xFreizeitausgleich, Abwechslung xSonstiges Verweigert F Weiß nicht F AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | BÜRO FÜR MITWIRKUNG UND ENGAGEMENT | 73 6 17 Haben Sie im Zusammenhang mit Ihrer ehrenamtlichen bzw. freiwilligen Tätigkeit schon einmal an Kursen oder Seminaren zur Weiterbildung teilgenommen? Ja, einmal F Ja, mehrmals F Nein, da keine Angebote vorhanden F Nein, die Angebote sind für Sie uninteressant F Nein, sonstige Gründe F Int: Verweigert F Weiß nicht F 18 Waren Sie früher einmal engagiert und haben ehrenamtliche beziehungsweise freiwillige Aufgaben übernommen? Ja F Nein F Æ weiter mit F19 Int: Nur fragen, wenn F10 „nein“ Verweigert F Weiß nicht F 18a Wenn ja, warum haben Sie Ihr Engagement damals beendet? _____________________________________________________________________________________________________________ Int: Maximal drei Gründe! Gegebenenfalls Erfassungshilfe nutzen xAus beruflichen Gründen. xAus familiären Gründen. xSie wollten keine Verpflichtungen mehr haben. xAus gesundheitlichen Gründen. xDer zeitliche Aufwand war zu groß. xDie Tätigkeit war zeitlich begrenzt. xEs gab eine Altersgrenze, die Sie erreicht haben. xEs gab Schwierigkeiten innerhalb der Gruppe. xSonstiges Verweigert F Weiß nicht F 19 Es gibt ja viele Gründe, warum man kein freiwilliges Engagement ausübt. Ich lese Ihnen nun einige Gründe vor. Sagen Sie mir bitte jeweils, ob dieser Grund auf Sie zutrifft oder nicht. Ist das bei Ihnen... aus zeitlichen Gründen F aus beruflichen Gründen F weil Sie keine Verpflichtungen eingehen wollen F aus familiären Gründen F weil Sie sich nicht dafür geeignet fühlen F aus gesundheitlichen Gründen F weil Sie nicht wissen, wohin Sie sich dafür wenden sollen F weil andere Sie abgelehnt haben F Int: Nur fragen, wenn F10 und F18 „nein“ Verweigert F 74 | BÜRGERUMFRAGE 2017 | BÜRGERBETEILIGUNG UND BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT 7 Weiß nicht F 20 Wären Sie bereit, sich künftig zu engagieren und freiwillig oder ehrenamtlich Aufgaben zu übernehmen? Ja, sicher F Ja, vielleicht F Nein F Int: Nur fragen, wenn F10 „nein“ Verweigert F Weiß nicht F 21 Haben Sie schon einmal davon gehört, dass es bei der Stadt Karlsruhe eine Anlaufstelle für Bürgermitwirkung und Engagement gibt oder haben Sie sie schon einmal in Anspruch genommen? Ja, schon einmal davon gehört F Ja, schon einmal in Anspruch genommen F Nein, kenne ich nicht F Int: Verweigert F Weiß nicht F 22 Wodurch könnte Ihrer Meinung nach das bürgerschaftliche Engagement in Karlsruhe gefördert werden? _____________________________________________________________________________________________________________ Int: Verweigert F Weiß nicht F Möchten Sie per Newsletter über die weiteren Entwicklungen im Bereich Bürgerbeteiligung und ehrenamtliches Engagement informiert werden? Ja, Angabe Email________________________ F Nein F AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | BÜRO FÜR MITWIRKUNG UND ENGAGEMENT | 75 8 Statistische Angaben Geburtsjahr ________________________ Fverweigert Ihr Geschlecht? F Weiblich FMännlich Fverweigert Ihre Staatsangehörigkeit? F die deutsche F die deutsche und eine andere F eine andere F verweigert Stadtteil___________________(Codierung siehe Liste) Fverweigert Wohndauer in Karlsruhe __________________ Jahre Fseit Geburt Fverweigert Welchen höchsten Schulabschluss haben Sie? Fverweigert FNoch Schülerin oder Schüler FOhne Abschluss/Sonderschulabschluss FVolksschule/Hauptschulabschluss FRealschulabschluss/Mittlere Reife FFachhochschulreife/Abitur/Hochschulreife FHochschul-/Fachhochschulabschluss In welchem Tätigkeitsverhältnis stehen Sie? Fverweigert FGanztags berufstätig FTeilzeitbeschäftigt, geringfügig beziehungsweise stundenweise beschäftigt FSchülerin/Schüler, Lehre/Berufsausbildung, Praktikantin/Praktikant, Wehr- oder Freiwilligendienst FStudentin/Student FArbeitslos, arbeitssuchend, erwerbsunfähig FRentnerin/Rentner, Pensionärin/Pensionär, (Vor)Ruhestand, Altersteilzeit F Elternzeit FHausfrau/Hausmann/Elternzeit Wenn Sie alles zusammenrechnen, was Ihr Haushalt an Einkommen hat, wie hoch ist das Nettoeinkommen (nach Abzug von Steuern und Sozialversicherung), über das der Haushalt insgesamt monatlich verfügt? FUnter 750 € F750 € bis unter 2.000 € F2.000 € bis unter 3.000 € F3.000 € bis unter 4.000 € F 4.000 € bis unter 5.000 € F 5.000 € und mehr 76 | BÜRGERUMFRAGE 2017 | BÜRGERBETEILIGUNG UND BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | BÜRO FÜR MITWIRKUNG UND ENGAGEMENT | 77 www.karlsruhe.de ÜBERSICHT VERÖFFENTLICHUNGEN 78 | BÜRGERUMFRAGE 2017 | BÜRGERBETEILIGUNG UND BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT KARLSRUHER BEITRÄGE ZUR STADTENTWICKLUNG Heft 20 | 2006 WOHNEN IM ZENTRUM 2006 RÜCKKEHR IN DIE ZENTRALEN STADTTEILE Bearbeitung: Otto Mansdörfer | Tanja Kronenwett Heft 21 | 2006 DEMOGRAFISCHER WANDEL IN KARLSRUHE 2 ERSTE ERGEBNISSE DER KLEINRÄUMIGEN BEVÖLKERUNGSPROGNOSE 2005 – 2030 Bearbeitung: Dr. Hans-Heinrich Hartung Heft 22 | 2007 DEMOGRAFISCHER WANDEL IN KARLSRUHE 3 KLEINRÄUMIGE BEVÖLKERUNGSVORAUSRECHNUNG DER STADT KARLSRUHE 2005 BIS 2030 Bearbeitung: Dr. Hans-Heinrich Hartung | Daniel Götz Mai 2007 ZUKUNFTSFÄHIGE INNENSTADT ENTWICKLUNG DER KARLSRUHER CITY Projektleitung: Otto Mansdörfer | Sigrun Hüger (StPlA) In Zusammenarbeit mit: Wirtschaftsförderung und Stadtplanungsamt Heft 23 | 2007 EINKAUFEN UND NAHVERSORGUNG IN KARLSRUHE 2007 AKTUELLE TRENDS UND GESTALTUNGSMÖGLICHKEITEN Bearbeitung: Christian Fulda | Andreas Mangold (Wifö) In Zusammenarbeit mit: Wirtschaftsförderung Heft 24 | 2008 DEMOGRAFISCHER WANDEL IN KARLSRUHE 4 LEBENSVERHÄLTNISSE DER JUGENDLICHEN IN KARLSRUHE 2008 Ergebnisse der Jugendumfrage Bearbeitung: Dr. Hans-Heinrich Hartung In Zusammenarbeit mit: Sozial- und Jugendbehörde | Stadtjugendausschuss e. V. | Gartenbauamt Polizeipräsidium Karlsruhe Heft 25 | 2008 WOHNEN UND BAUEN IN DER STADT 7. SACHSTANDSBERICHT 2008 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Daniel Götz In Zusammenarbeit mit: Gutachterausschuss | Liegenschaftsamt | Sozial- und Jugendbehörde | Stadtplanungsamt | VOLKSWOHNUNG GmbH Heft 26 | 2009 DEMOGRAFISCHER WANDEL IN KARLSRUHE 5 ZU- UND FORTZÜGE ÜBER DIE STADTGRENZEN 1999 – 2008 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Daniel Götz Heft 27 | 2010 DAS SICHERHEITSEMPFINDEN DER BEVÖLKERUNG IN KARLRSRUHE 2009 2. SACHSTANDSBERICHT ZUR ÖFFENTLICHEN SICHERHEIT UND ORDNUNG Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Nadia Kasper-Snouci AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | BÜRO FÜR MITWIRKUNG UND ENGAGEMENT | 79 Heft 28 | 2010 DIE NUTZUNG KULTURELLER EINRICHTUNGEN IN KARLSRUHE 2009 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Nadia Kasper-Snouci | Christian Fulda | Daniel Götz Heft 29 | 2010 IMAGE VON KARLSRUHE AUS SICHT DER REGION 2009 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Christian Fulda | Andrea Hammer Heft 30 | 2011 UNTERNEHMENS- UND BETRIEBSUMFRAGE 2010 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Andrea Hammer Heft 31 | 2011 DEMOGRAFISCHER WANDEL IN KARLSRUHE 6 ZURÜCK IN DIE STADT – MOTIVE DER ZU- UND FORTZIEHENDEN 2010 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Maria Mertens | Nadia Kasper-Snouci Heft 32 | 2011 WIRTSCHAFT UND ARBEIT 1 ANALYSE WICHTIGER ZUKUNFTSBRANCHEN 2011 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Andrea Hammer Heft 33 | 2011 LEBENSQUALITÄT IN KARLSRUHE AUS BÜRGERSICHT 2011 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Christian Fulda | Nadia Kasper-Snouci | Andrea Hammer Heft 34 | 2012 WIRTSCHAFT UND ARBEIT 2 FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG IN DER REGION MITTLERER OBERRHEIN 2012 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Andrea Hammer Heft 35 | 2012 BEVÖLKERUNGSVORAUSRECHNUNG KARLSRUHE 2030 NEUE PROGNOSE 2012 – GRUNDLEGENDE ERGEBNISSE Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Daniel Götz Heft 36 | 2012 BÜRGERUMFRAGE 2012 KOMMUNALPOLITIK, BÜRGERENGAGEMENT, BÜRGERBETEILIGUNG Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Andrea Hammer | Christian Fulda | Benedikt Dierßen Heft 37 | 2012 KONZEPT ZUR SYSTEMATISCHEN BÜRGERBETEILIGUNG IN KARLSRUHE Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Andrea Hammer 80 | BÜRGERUMFRAGE 2017 | BÜRGERBETEILIGUNG UND BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT Heft 38 | 2013 REGIONSUMFRAGE 2012 KARLSRUHE AUS SICHT DER REGION Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Christian Fulda | Benedikt Dierßen Heft 39 | 2013 BÜRGERUMFRAGE 2013 SPORT, BEWEGUNG, BÄDER Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Christian Fulda | Daniel Götz | Nadia Kasper-Snouci | Ilona Forro Heft 40 | 2013 DER ZENTRALE CITYBEREICH EINSCHÄTZUNGEN AUS PASSANTENSICHT 2013 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Benedikt Dierßen | Ilona Forro | Martin Noth Heft 41 | 2013 DIE ATTRAKTIVITÄT DER DURLACHER INNENSTADT ERGEBNISSE DER BÜRGER- UND PASSANTENUMFRAGE 2013 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Daniel Götz | Nadia Kasper-Snouci | Ilona Forro Heft 42 | 2013 SOZIALDATEN 2013 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Benedikt Dierßen | Ilona Forro In Zusammenarbeit mit: Sozial- und Jugendbehörde Heft 43 | 2014 ESSEN UND TRINKEN IM ZOO UMFRAGE ZUM GASTRONOMISCHEN ANGEBOT UND DEN VERZEHRGEWOHNHEITEN DER BESUCHERINNEN UND BESUCHER IM KARLSRUHER ZOO 2014 – ERGEBNISBERICHT Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Benedikt Dierßen | Ilona Forro | Ann Janin Waltemathe Heft 44 | 2015 SICHERHEITSEMPFINDEN DER BEVÖLKERUNG 3. SACHSTANDSBERICHT ZUR ÖFFENTLICHEN SICHERHEIT UND ORDNUNG 2014 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Benedikt Dierßen | Ilona Forro In Zusammenarbeit mit: Ordnungs- und Bürgeramt | Sozial- und Jugendbehörde Heft 45 | 2015 WOHNEN UND BAUEN IN KARLSRUHE 8. SACHSTANDSBERICHT 2015 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Daniel Götz | Thorsten Ach | Ilona Forro | Lieselotte Kluckhohn | Andrea Rosemeier | Juliane Schaber In Zusammenarbeit mit: Liegenschaftsamt | Sozial- und Jugendbehörde | Stadtplanungsamt | Gutachterausschuss in Karlsruhe | Wirtschaftsförderung | VOLKSWOHNUNG GmbH AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | BÜRO FÜR MITWIRKUNG UND ENGAGEMENT | 81 Heft 46 | 2015 BÜRGERUMFRAGE 2015 GRÜNE STADT Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Andrea Hammer | Benedikt Dierßen | Ilona Forro Heft 47 | 2015 EVALUATIONSBERICHT | STADTGEBURTSTAG KARLSRUHE 2015 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: KA300-Team | Stadtmarketing Karlsruhe – Gesamtleitung Martin Wacker (Cathrin Batzner | Sascha Binoth | Manuel Brenneisen | Natalie Jacob | Norbert Käthler | Dr. Oliver Langewitz | Franziska Pfaff | Markus Pommerening | Sebastian Schneider | Hendrikje Schwarze | Anna Weißhaar | Daniel Wensauer-Sieber, Das Ziel führt zum Weg) Amt für Stadtentwicklung (Benedikt Dierßen | Ilona Forro | Daniel Götz | Andrea Hammer | Otto Mansdörfer | Willi Pradl | Andrea Rosemeier | Juliane Schaber | Alexander Süß) Karlsruhe Tourismus GmbH (Stefan Theysohn) Heft 48 | 2016 LEBENSQUALITÄT IN KARLSRUHE 2015 IM STÄDTEVERGLEICH Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Otto Mansdörfer | Ilona Forro | Lara Schillinger Heft 49 | 2016 REGIONSUMFRAGE 2016 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Andrea Hammer | Ilona Forro In Zusammenarbeit mit: Ordnungs- und Bürgeramt | Sozial- und Jugendbehörde Heft 50 | 2016 KLEINRÄUMIGE BEVÖLKERUNGSPROGNOSE 2035 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Daniel Götz | Ilona Forro Heft 51 | 2016 GENERATION 55PLUS IN KARLSRUHE 2015 UMFRAGE IM RAHMEN DES KOSIS-PROJEKTS „AKTIV ALTERN“ Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Benedikt Dierßen | Ilona Forro In Zusammenarbeit mit: Sozial- und Jugendbehörde | Fachplanung für die ältere Generation Heft 52 | 2017 BÜRGERUMFRAGE 2017 BÜRGERBETEILIGUNG UND BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT Projektleitung: Christian Fulda Bearbeitung: Nadia Kasper-Snouci | Jens Jägle | Ilona Forro 82 | BÜRGERUMFRAGE 2017 | BÜRGERBETEILIGUNG UND BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | BÜRO FÜR MITWIRKUNG UND ENGAGEMENT | 83

  • Bürgerumfrage 2017
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister BESCHLUSSVORLAGE Vorlage Nr.: 2017/0393 Verantwortlich: Dez.2 Bürgerumfrage 2017 – Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement Beratungsfolge dieser Vorlage Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis Hauptausschuss 11.07.2017 13 X vorberaten Gemeinderat 25.07.2017 4 X genehmigt Beschlussantrag Der Gemeinderat nimmt die Einschätzungen der Karlsruherinnen und Karlsruher bezüglich der Themen Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement zur Kenntnis und beauftragt die Verwaltung mit der bedarfsgerechten Weiterentwicklung auf Grundlage der abgeleiteten Hand- lungsempfehlungen. Finanzielle Auswirkungen (bitte ankreuzen) X nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Haushaltsmittel stehen Wählen Sie ein Element aus. Kontierungsobjekt: Wählen Sie ein Element aus. Kontenart: Ergänzende Erläuterungen: ISEK-Karlsruhe-2020-relevant nein ja Handlungsfeld: Wählen Sie ein Element aus. Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Vor dem Hintergrund des zunehmenden Bedeutungsgewinns der Bürgerbeteiligung und des bürgerschaftlichen Engagements wurde eine repräsentative Umfrage unter 3.500 Karlsruherin- nen und Karlsruhern ab 18 Jahren durchgeführt. Die Umfrage erfolgte telefonisch durch das Institut COBUS Marktforschung im Zeitraum November/Dezember 2016. Die Erarbeitung und Auswertung der Ergebnisse erfolgte durch das Büro für Mitwirkung und Engagement. Die Umfrage dokumentiert, wie stark sich die Karlsruher Bürgerinnen und Bürger in Partizipati- onsprozesse einbringen und bürgerschaftlich engagieren. Darüber hinaus zeigen die Umfrage- ergebnisse, wie die Angebote zur Bürgerbeteiligung und zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger in Karlsruhe bewertet und wahrgenommen werden und was den Bürgerinnen und Bürgern in diesem Kontext besonders wichtig ist. Die Ergebnisse liefern außerdem Erkenntnisse unter anderem zur Motivation der Aktiven und Passi- ven sowie zum Zeitaufwand und den Engagementbereichen der freiwillig Tätigen. Auf Grundla- ge dieser Erkenntnisse wurden Handlungsempfehlungen abgeleitet, die als erste Denkansätze weiter zu verfolgen, zu prüfen und zu konkretisieren sind. Die Ergebnisse können wie folgt zusammengefasst werden: Bürgerbeteiligung Die Bekanntheit von Karlsruher Bürgerbeteiligungsveranstaltungen und Besuchsanteilen neh- men im Zeitvergleich zu. 91 % der befragten Karlsruherinnen und Karlsruher kennen einzelne Bürgerbeteiligungsangebote, 31 % haben schon an Karlsruher Bürgerbeteiligungsveranstaltun- gen teilgenommen. Die Teilnahme an Bürgerbeteiligungsveranstaltungen ist in den einzelnen Stadtteilen unterschiedlich stark ausgeprägt. Auffallend hoch ist die Beteiligung in Mühlburg (54 %) und Grötzingen (52 %), auffallend gering hingegen in Oberreut, wo lediglich knapp 7 % der Befragten an einer der genannten Veranstaltungsformate teilgenommen haben. Betei- ligungsaffine Personen sind überwiegend zwischen 30 und 65 Jahre alt, deutsch, gut gebildet und seit vielen Jahren in Karlsruhe wohnhaft. Ein Zusammenhang besteht auch hinsichtlich des bürgerschaftlichen Engagements: 57 % der Engagierten haben schon einmal an einer der auf- geführten Karlsruher Bürgerbeteiligungsveranstaltungen teilgenommen. Umgekehrt sind 65 % derjenigen, die schon einmal an einer der aufgeführten Karlsruher Bürgerbeteiligungsveranstal- tungen teilgenommen haben, auch bürgerschaftlich engagiert. Hauptmotiv für die Teilnahme an Bürgerbeteiligungsveranstaltungen sind das grundsätzliche Interesse am Thema beziehungsweise an der Entwicklung des Stadtteils oder der Stadt (83 %). Als Hindernisgrund zur Teilnahme wird die fehlende Zeit (38 %) verantwortlich gemacht, ge- folgt von fehlendem Interesse (33 %). 71 % der Befragten sind mit den Möglichkeiten zur Information und Bürgerbeteiligung in Karls- ruhe sehr zufrieden oder eher zufrieden. Eine positive Bewertung erfolgt überwiegend durch Befragte, die bereits an Bürgerbeteiligungsveranstaltungen teilgenommen haben (89 % sehr zufrieden oder eher zufrieden), während kritischere Bewertungen überwiegend auf Befragte ohne Beteiligungserfahrung zurückzuführen sind (22 % unzufrieden oder eher unzufrieden). Die Erfahrungen mit Bürgerbeteiligungsveranstaltungen in Karlsruhe fallen in der aktuellen Um- frage deutlich positiver aus als noch 2012. Verbesserungsvorschläge wurden nur von wenigen genannt. Bürgerschaftliches Engagement Seit 1999 hat das freiwillige Engagement in der Fächerstadt stetig zugenommen. Inzwischen gibt mehr als ein Drittel aller Karlsruherinnen und Karlsruher (36 %) an, sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich bzw. freiwillig in einem Verein, einem Verband oder einer gemeinnützigen Orga- nisation zu engagieren. Bei der letzten Bürgerumfrage betrug dieser Anteil noch 34 %, 1999 Ergänzende Erläuterungen Seite 3 lag der Anteil bei 24 %. Nur ein sehr geringer Anteil von etwa 4 % der Engagierten erhält hier- für eine finanzielle Belohnung beziehungsweise Aufwandsentschädigung. Die ehrenamtlich Engagierten sind überwiegend mittleren Alters, deutsch, ganztags berufstätig, mit hohem Bildungsstand und seit langem in Karlsruhe wohnhaft. Hauptmotiv für bürgerschaft- liches Engagement sind das persönliche Interesse sowie der Wunsch, den Mitmenschen und der Gemeinschaft etwas Gutes zu tun. Die beliebtesten Engagement-Sparten sind Sportvereine, Kirchen und andere Glaubensgemeinschaften, Hilfe für andere, Schule/Kindergarten/Kinder- und Jugendarbeit sowie Umweltschutz (inkl. Tierschutz, Naturfreunde). Die Engagierten üben ihre freiwillige Tätigkeit in der Regel seit mehreren Jahren und regelmäßig aus und zeigen damit eine hohe Beständigkeit. Lediglich etwa 20 % der Engagierten haben die Tätigkeit erst in den letzten zwei Jahren aufgenommen. Mehr als ein Viertel ist diesbezüglich mindestens einmal pro Woche aktiv. Beinahe die Hälfte der Karlsruher Bevölkerung kennt das städtische Büro für Mitwirkung und Engagement (42 %) oder hat bereits dessen Dienste in Anspruch genommen (6 %). Zur weite- ren Förderung des bürgerschaftlichen Engagements schlagen 16 % der Karlsruherinnen und Karlsruher mehr Werbung, Kommunikation und Information vor. Fast zwei Drittel aller Befrag- ten (65 %) hatten hingegen keine Ideen zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements. Handlungsempfehlungen Folgende Handlungsansätze lassen sich aus den Befragungsergebnissen für die weitere Arbeit des Büros für Mitwirkung und Engagement ableiten: Bürgerbeteiligung Qualitätssicherung und Evaluation  Ausreichend Zeit für Diskussion und Mitsprache einplanen.  Abwägung der Handlungsspielräume und des Zeitpunktes der Bürgerbeteiligung.  Möglichkeiten, Ziele und Grenzen klar kommunizieren.  Qualitätsstandard in Bezug auf Protokollierung und Nachbereitung beachten.  Transparente Darstellung des Umgangs mit den Ergebnissen.  Evaluation einzelner Beteiligungsveranstaltungen.  Regelmäßige Umfragen zur Bürgerbeteiligung (alle fünf Jahre). Öffentlichkeitsarbeit und Online-Beteiligung  Verschiedene Informationskanäle bedienen.  Fokus auf internetbasierte Kanäle: - Stärkere Nutzung sozialer Netzwerke. - Online-Beteiligungsangebote. - Smartphonetauliche Angebote, App, Entwicklung im Bereich augmented reality im Auge behalten. Engagement und Bürgerbeteiligung stärken  Verbundenheit und Identifikation mit Stadt beziehungsweise Stadtteil erhöhen: - Stärkung des sozialen Miteinanders durch soziale Aktionen, Generieren gemeinsamer Projekte, Bürgerzentren als Ort des Miteinanders; - Verantwortungsübernahme fördern durch Projekt-Patenschaften, Stadtteilbudgets, etc. - Prägende Events (Stadtgeburtstag, Heimattage); - Herausstellen örtlicher identitätsstiftender Merkmale. Ergänzende Erläuterungen Seite 4  Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements, stärkere Verknüpfung der Themen Bürger- beteiligung und bürgerschaftliches Engagement. Beteiligung unterrepräsentierter Zielgruppen  Öffentlichkeitsarbeit im Bereich internetbasierte Angebote stärken und ausbauen.  Neue Verfahren und Methoden ausprobieren.  Modernes Zusatzprogramm anbieten.  Abholende und aufsuchende Angebote schaffen, insbesondere zur stärkeren Einbeziehung sozial benachteiligter Gruppen beziehungsweise Gebiete.  Beteiligungsorientierte Institutionen und Beteiligung über Multiplikatoren. Bürgerschaftliches Engagement Öffentlichkeitsarbeit  Mehr Information und Werbung, stärkere Nutzung sozialer Netzwerke. Eigene Facebook- seite koordiniert durch ehrenamtlichen Bürgermentorinnen und -mentoren.  Stärkere Bewerbung und Bekanntmachung der Online-Freiwilligenagentur.  Karlsruher Aktivtag 2018 mit vorgeschalteter Werbekampagne zeigt Engagementmöglich- keiten auf.  E-Mail-Newsletter für Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement.  Veranstaltungsreihe „Engagiert(e) im Gespräch“.  Rubrik „ich habe Zeit für andere“ in der StadtZeitung.  Fortbildungsangebote im Bereich Öffentlichkeitsarbeit für Ehrenamtliche.  Veranstaltungen zur Anerkennung Ehrenamtlicher. Qualifizierung  Fortbildungsangebote für Ehrenamtliche entsprechend den Bedürfnissen anpassen.  Ausbildung von Bürgermentorinnen und Bürgermentoren Möglichkeiten für zeitlich befristetes Engagement wie „Serve your City“, „Dreck-weg- Wochen“ und „Social Days“ ausbauen und stärken. Engagement von Kindern und Jugendlichen und unterrepräsentierter Zielgruppen  Förderung des Engagements bei Kindern und Jugendlichen als Grundstein für eine „Enga- gementbiografie“ zum Beispiel durch Angebote wie das Projekt L.E.B.E.N. an der Ernst- Reuter-Schule oder das Förderprogramm „jes – Jugend engagiert sich“.  Stärkere Ansprache unterrepräsentierter Zielgruppen zum Beispiel über Multiplikatoren, Bürgermentorinnen und Bürgermentoren und Elternarbeit. Zusammenarbeit mit Unternehmen stärken  Veranstaltung „Im Gespräch. Gesellschaftliches Engagement von Unternehmen“ als Auftakt für weitere Formate.  Kontakte zwischen Unternehmen und Ehrenamtlichen herstellen.  Beratung und Vermittlung „Social Days“. Ergänzende Erläuterungen Seite 5 Beschluss: Antrag an den Gemeinderat – nach Vorberatung im Hauptausschuss – Der Gemeinderat nimmt die Einschätzungen der Karlsruherinnen und Karlsruher bezüglich der Themen Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement zur Kenntnis und beauftragt die Verwaltung mit der bedarfsgerechten Weiterentwicklung auf Grundlage der abgeleiteten Hand- lungsempfehlungen.

  • Abstimmungsergebnis TOP 4
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  • Protokoll Gemeinderfat TOP 4
    Extrahierter Text

    NIEDERSCHRIFT Stadt Karlsruhe Gremium: 40. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: 25. Juli 2017, 15:30 Uhr öffentlich Ort: Bürgersaal des Rathauses Vorsitzende/r: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 5. Punkt 4 der Tagesordnung: Bürgerumfrage 2017: Bürgerbeteiligung und bür- gerschaftliches Engagement Vorlage: 2017/0393 dazu: Karlsruher Bürgerportal mit Baustein Bürgerbeteiligung: Erstellung eines Kon- zeptes unter Einbindung und Ausbau des Transparenzportals Ergänzungsantrag: KULT Vorlage: 2017/0502 Beschluss: Der Gemeinderat nimmt die Einschätzungen der Karlsruherinnen und Karlsruher bezüg- lich der Themen Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement zur Kenntnis und beauftragt die Verwaltung mit der bedarfsgerechten Weiterentwicklung auf Grundlage der abgeleiteten Handlungsempfehlungen. Abstimmungsergebnis: einstimmig zugestimmt Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 4 zur Behandlung auf, verweist auf die er- folgte Vorberatung im Hauptausschuss sowie die vorliegende Stellungnahme der Ver- waltung. Stadtrat Lancier (KULT): Kurz zur Ergänzung, die wir haben: Wir sehen die Notwen- digkeit, dass die Überprüfung stattfindet, damit ein einheitliches Bild in der Bürgerbe- fragung entsteht, damit die Bürger ein einheitliches Portal haben, über das sie arbeiten können, über das sie sich beteiligen können. Grundsätzlich ist der Bericht, den wir hier zur Kenntnis nehmen sollen, sehr positiv. Es gibt immerhin 16 %, d. h. annähernd mehr als jeder Siebte sieht es als notwendig, dass wir eine bessere Werbung machen für die Beteiligungsmöglichkeiten. Aber nichtsdestotrotz ist die Beteiligung am bürgerschaftli- chen Engagement in der Gesamtbevölkerung sehr hoch und ist vor allem auch im Stei- gen, was wir sehr positiv sehen und was wir als Anerkennung der Möglichkeiten sehen, die von der Stadt geboten werden. - 2 - Was wir in dem Bericht auch sehr positiv sehen und mit unserem Ergänzungsantrag unterstützen wollen, ist, dass die Öffentlichkeitsarbeit und die Online-Beteiligung sehr stark im Fokus sind. Wir sehen dort ein niederschwelliges Angebot, eine niederschwelli- ge Möglichkeit sich zu beteiligen. Wobei wir vielleicht noch die Erwähnung der Bürger- vereine als sinnvoll gesehen hätten, als Ansprechpartner, als Bündlungspunkt und Ver- stärker für die bürgerschaftliche Beteiligung, die an vielen Orten lokal verfügbar sind und oft persönliche Ansprache darstellen. Bürgerbeteiligung sehen wir nicht als Olympiade. Aber um die Begeisterung zu erhal- ten, muss auch hier gelten, dass das Mitmachen bereits einen Gewinn darstellt. Nicht immer kann jede einzelne Person, die sich engagiert, das Ergebnis auch in ihrem Sinne beeinflussen. Sei es, weil ihre Meinung eine Minderheitsansicht ist, sei es, dass es schlicht Sachgründe gegen die entsprechenden Wünsche gibt. Die Stadt scheint hier den richtigen Weg gefunden zu haben. Denn die Begeisterung für das Engagement steigt. Wir werden den Weg weiterhin begleiten und auch mitmachen. Wir haben den Weg hierher in den Gemeinderat durch ein solches Engagement gefunden und wurden unsererseits dabei bereits durch die Bürger unterstützt. Denn die Wahl ist die primäre Form der Bürgerbeteiligung, die wir hier entsprechend umsetzen wollen. Insofern dan- ken wir für die Antwort der Verwaltung. Stadtrat Dr. Heilgeist (CDU): Ich wollte diesen Beitrag zur Stadtentwicklung zum An- lass nehmen, einmal ganz herzlich den Betroffenen zu danken, die das alles leisten. Uns wird dargelegt in der Umfrage, wer sich wo beteiligt von diesen 3.500 Befragten. Aber ich glaube, wesentlich sind doch die Leute, die dahinter stehen, die Bürger, die sich mit verschiedensten Dingen einbringen. Das Schwergewicht dieser Bürgerumfrage liegt auf Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement. Aber ein Teil davon geht auch auf dieses – wie es genannt wird – ehrenamtliche Engagement. Das sind all diese, die mit ihrem Engagement nichts erreichen wollen, so will ich es einmal ausdrücken. Beim bürgerschaftlichen Engagement bringen sie sich ein, weil sie die Dinge beeinflussen wollen, weil sie ihre Meinung einbringen wollen, während beim ehrenamtlichen Enga- gement, wenn man das hier trennt, diejenigen tätig sind, die für andere Zeit opfern. Das ist das Wesentliche beim Ehrenamt. Die Währung, die hier eine Rolle spielt, ist die Lebenszeit, die man einbringt, um anderen zu helfen. Wenn man auch die Zahlen derer sieht, die sich engagieren, die sich einbringen, dann ist es ein ganz tolles bürgerschaftli- ches Engagement für andere, für die Gesellschaft. Dieser Bericht sollte auch dazu die- nen, noch einmal dies herauszugreifen und all denen zu danken, die hier mitmachen. Stadträtin Ernemann (SPD): Den Bericht „Bürgerumfrage 2017: Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement“ nehmen wir sehr erfreut zur Kenntnis. Vor allem sind wir sehr erfreut, dass seit 1999 12 % Zunahme des bürgerlichen Engagements in Karlsruhe zu verzeichnen ist. Wir wollten auch anregen, dass der Wunsch, der aus der Befragung hervor geht, nach Intensivierung der Öffentlichkeitsarbeit in Zukunft umge- setzt wird. Eines wollte ich noch anmerken: Wenn man auf S. 2 der Vorlage liest, wer sich an die- ser Umfrage beteiligt, dann sind es Personen, die überwiegend zwischen 30 und 65 Jahre alt sind, deutsch und gut gebildet. Wenn man sich den Bericht dann genauer an- schaut, dann fühlt sich der Teil der Migranten offensichtlich in der Bürgerbeteiligung - 3 - nicht richtig mitgenommen. Da sehen wir noch ein Potential, sie in den einzelnen Stadt- teilen zu motivieren. Es gibt bereits Ansätze mit Café, Workshops und Treffs. Aber im- mer noch ist die Beteiligung aus der Migrationsschicht relativ niedrig. Erstaunlich sind auch der Besucheranteil und die Bekanntheit einzelner Bürgerbeteiligungsformate. Das ist dann doch die klassische Bürgerversammlung. Da hat sich nichts geändert. Was ich auch anmerken wollte: Wie viel Prozent der Bürger sich an die Stadträte wen- den - wir erleben es tagtäglich -, wenn sie ein Anliegen haben. Was auch nichts Neues ist, ist die Bereitschaft, sich an Veranstaltungen zu beteiligen, wenn es um den eigenen Stadtteil geht, wenn es um das persönliches Umfeld geht. Das ist auch gut so, könnte aber in einigen Bereichen noch ausgebaut werden. Stadtrat Hodapp (GRÜNE): Ich möchte ganz gerne erst einmal danken für dieses um- fangreiche Statistikmaterial und möchte im Zusammenhang mit den Handlungsempfeh- lungen doch noch auf ein paar Details eingehen. Es wurde schon erwähnt, gegen den gefühlten Trend, den viele immer formulieren, hat es eine gesteigerte Bürgerbeteiligung gegeben, seit 1999 auf 35,9 % von Bürgern, die ehrenamtlich und freiwillig tätig sind. Aber wir sollten auch den Blick auf die 2/3 richten, die das nicht tun. Das ist natürlich dann auch eine interessante Zahl. 2/3 der Bürgerinnen und Bürger engagieren, beteili- gen sich nicht. Das ist das Potential, das es mit den Handlungsempfehlungen, die wir hier in beiden Bereichen geboten bekommen, zu heben gilt. Wenn 91 % der Befragten Bürgerbeteiligungsangebote kennen, aber auch diese nur von 31 % wahrgenommen werden, dann ist hier der Handlungsbedarf relativ klar. Wenn 2/3 der Befragten äußern, sie haben überhaupt keine Idee, wie man bürger- schaftliches Engagement fördern könnte, dann ist auch klar, dass diese Handlungsemp- fehlungen sehr notwendig sind, um – wenn wir das wollen – mehr Bürgerengagement und mehr Bürgerbeteiligung hervorzurufen. Ein Beispiel, weil das gerade im Mai war: Ich denke, da sind wir uns auch alle einig, dass es im Wesentlichen darum geht, auch jugendliche Bürgerinnen und Bürger zur Beteili- gung zu bekommen, weil das natürlich auch eine gewissen Bestätigung der Beteiligung mit sich bringt. Da ist die Karlsruher Jugendkonferenz vom 20. Mai ein tolles Beispiel, wo 125 Jugendliche über Themen, die sie in ihrem Stadtteil betreffen, diskutierten. Das, was dort passierte, sollte eigentlich exemplarisch sein für alle Beteiligungsformen, dass man die Themen und die Personen ernst nimmt, dass man ein Forum bietet, dass man gemeinsame Lösungsmöglichkeiten erarbeitet und vor allem Perspektiven bietet, wie das mit den Themen weitergehen sollte. Da hatten wir jüngst auch Beispiele dafür, dass gerade diese Perspektive und dieses Weiterarbeiten – ich erinnere an das Thema Haupt- bahnhof Süd – nicht ausreichend geschah und dass das Unmut hervorruft und vielleicht auch potentielle Beteiligung verhindert. Das ist auch naheliegend. In dem Zusammenhang vielleicht auch ein Satz zum Antrag von KULT. In dem Antrag von KULT steht u. a. auch mit drin, dass man mit dem, was sie beantragen, Präsenzver- anstaltungen reduzieren könnte. Ich glaube, das ist nicht unbedingt Sinn und Zweck der Übung, Präsenzveranstaltungen zu reduzieren, sondern die Online-Angebote sollte man meines Erachtens zusätzlich bieten. Die Präsenzveranstaltungen sind genau das, was eigentlich auch einen Wert an sich hat. Da spricht auch die Umfrage dafür. Die 18- bis - 4 - 30-Jährigen beziehen zu 75 % ihre Informationen aus klassischen Printmedien. Ich finde das ein schönes Beispiel dafür, dass dieses gern gepflegte Vorurteil, die Jungen schauen nur noch ins Internet, einfach nicht richtig ist. Über 70 % sagen, sie informieren sich aus den Printmedien. Ein ganz wichtiges Beispiel ist die geringe Beteiligung von ausländischen Mitbürgerin- nen und Mitbürgern. Bei rund 20 % Bürger und Bevölkerungsanteil haben wir nur 10 % ehrenamtliches oder freiwilliges Engagement. Da wäre es vielleicht auch schön, bei den Handlungsempfehlungen etwas konkreter zu werden. Wenn ich lese: aufsu- chende und abholende Angebote, Multiplikatoren und eine Engagementkultur schaffen – ich finde, da sollten wir deutlich konkreter werden. Letztes Beispiel: Sehr unterschiedliche Beteiligung in den Stadtteilen, zwischen 54 % in Mühlburg und 7 % in Oberreut. Wenn wir nicht davon ausgehen, dass die Beteiligung in Oberreut so gering ist, weil alles in Ordnung ist oder weil ein Bürgermeister dort wohnt, dann wird hier auch ganz deutlich, dass wir Handlungsbedarf haben. Bei 7 % Beteiligung muss etwas geschehen, damit dieser Stadtteil und die Bürgerinnen und Bürger deutlich aktiviert werden. Also: Viele positive Aspekte, viel Engagement, eine hohe Zufriedenheitsquote von über 70 % der Befragten, was die Möglichkeit zu Information und Bürgerbeteiligung anbe- langt. Das kann sich sicher sehen lassen. Es gibt eine unglaublich geringe Bereitschaft bei bisher nicht Engagierten von 23 %, die sich vorstellen könnten, sich zukünftig zu engagieren. (Der Vorsitzende hebt die gelbe Karte.) - Ich bin sofort fertig. Bundesweit ist das eine Zahl von 58,8 %. Da sieht man, da ist in Karlsruhe definitiv Handlungsbedarf. Allerletzter Satz: Was ich nicht ganz verstanden habe inhaltlich, ist der letzte Satz der Vorlage. Was bedeutet eine bedarfsgerechte Weiterentwicklung dessen, was wir hier sehen? Da hätte ich gerne noch etwas mehr Futter außenherum. Stadtrat Høyem (FDP): Als Wahlbeobachter bin ich viel in der Welt unterwegs. Es ist immer traurig, wenn man Wahlbetrug auf verschiedene Weise beobachtet. Aber noch schlimmer ist es, wenn die Bürger überhaupt kein Interesse am parlamentarischen Pro- zess haben. Letztes Jahr war ich Wahlbeobachter in Baschkortostan in Russland. Ich ha- be meiner jungen intelligenten Dolmetscherin und meinem Fahrer gesagt, dass sie selbstverständlich auch die Möglichkeit haben, ihre Stimme abzugeben. Aber sie waren überhaupt nicht interessiert. In Russland haben junge Menschen kein Interesse an Poli- tik, weil sie der Meinung sind, alles ist manipuliert. Präsident Putin hat selbstverständlich nahezu alle Stimmen bekommen. Aber er hat in Russland 7 Millionen Stimmen weniger bekommen als beim ersten Mal, weil die Wahlbeteiligung extrem niedrig war. Traurig, weil das bedeutet, dass viele Menschen sich nicht mit ihrem Land identifizieren. - 5 - Die Karlsruher Bürgerinnen und Bürger engagieren sich glücklicherweise in der Entwick- lung unserer Stadt. Viele ehrenamtliche und freiwillige Aufgaben könnten überhaupt nicht ohne dieses Engagement ausgeführt werden. Aber es ist leider auch ganz deut- lich, dass dieses Engagement ganz unterschiedlich verteilt ist, sowohl örtlich als auch abhängig von sozialen Zusammenhängen. Ein bisschen traurig ist es, dass viele Bürge- rinnen und Bürger sich besonders in Einzelthemen ohne den notwendigen Kontext en- gagieren. Alle politischen Parteien haben Probleme, aktive neue Mitglieder zu gewin- nen. Wir erleben erfolgreiche Bürgerbeteiligung. Aber wir haben auch zusammen über- raschende Niederlagen erlebt, z. B. wenn wir über die kritisierten Sparmaßnahmen in- formieren wollten und nahezu keine normalen Bürger teilgenommen hatten. Man soll nicht blind denken, dass die gleichen 11 Leserbriefschreiber oder die gleichen 11 Perso- nen, die man überall trifft, repräsentativ für alle Karlsruher sind. (Beifall) Wir leben in einer repräsentativen Demokratie. Es ist ganz legitim, wenn viele Bürger denken, dass, wenn sie die Politiker gewählt haben, diese Repräsentanten auch die täg- liche politische Arbeit machen müssen. Wir freuen uns mitzuwirken, moderne und angepasste Methoden für eine echte Bür- gerbeteiligung weiterzuentwickeln. Stadtrat Dr. Schmidt (AfD): Ich möchte diese Gelegenheit wahrnehmen, um im Na- men von Marc Bernhard und mir, den beiden AfD-Stadträten, allen zu danken, die sich ehrenamtlich engagieren. Sowohl er als auch ich haben sich lange ehrenamtlich in der Kirchengemeinde oder im Sportverein engagiert. Wir wissen, wie wichtig dieses Enga- gement auch für unsere städtische Gesellschaft ist. Ohne ehrenamtliches Engagement funktioniert vieles nicht. Nur mit ehrenamtlichem Engagement findet der Dialog statt, den wir brauchen, um überhaupt eine Gemeinschaft zu bilden. Auch den Bürgern, die sich im Rahmen von Bürgerbeteiligung oder bürgerschaftlichem Engagement engagie- ren von unserer Seite unseren herzlichen Dank. Denn auch die sind sehr wichtig. Ein wichtiger Teil der Meinungsbildung hier in Karlsruhe läuft über diese Mitbürger. Wir als Stadträte sind auf deren Mithilfe angewiesen. Genauso angewiesen sind wir auf die Appelle von Bürgern, die sich noch nicht engagie- ren, die aber bereit sind, Missstände nicht länger hinzunehmen, sondern sich melden und darauf aufmerksam machen. Ich denke, dass alle hier vertretenen Parteien sich darüber freuen, wenn sie von Bürgern angesprochen werden, so wir auch. Wir freuen uns über jeden, der sich bei uns meldet, der auf etwas hinweisen will, was besser sein könnte. Wir wollen auch diese Menschen ermutigen, dies weiterhin zu tun, uns weiter- hin anzusprechen. Für uns ist es eine Vorstufe von bürgerschaftlichem Engagement. Wir denken, dass wir davon noch viel mehr brauchen in Zukunft. Der Vorsitzende: Das waren alle Wortmeldungen. Dann kommen wir zur Abstim- mung. Herr Lancier, ich hatte Sie so verstanden, dass Sie uns weiter konstruktiv kritisch begleiten auf dem Weg durch das Bürgerportal. Dann können wir jetzt zur Beschluss- vorlage und zur Abstimmung kommen. – Das ist einstimmig. - 6 - Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt – Ratsangelegenheiten 3. August 2017