Förderung des regionalen Handwerks

Vorlage: 2017/0304
Art: Anfrage
Datum: 26.04.2017
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Offen
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 27.06.2017

    TOP: 19

    Rolle: Kenntnisnahme

    Ergebnis: Kenntnisnahme

Zusätzliche Dateien

  • GRÜNE Förderung regionales Handwerk
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister ANFRAGE GRÜNE-Gemeinderatsfraktion Vorlage Nr.: 2017/0304 Förderung des regionalen Handwerks Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 27.06.2017 19 x 1. Wie schätzt die Verwaltung die derzeitige Situation und Entwicklung von Handwerksbetrieben in Karlsruhe ein und wie wird die Situation im Vergleich zu anderen Kommunen gesehen? 2. Wie bewertet die Stadt Karlsruhe die strategischen Konzepte zur Handwerksförderung anderer deutscher Kommunen und wo werden Potentiale zur Übertragung auf das geplante Karlsruher Aktionsprogramm Handwerk gesehen? 3. Wie unterstützt die Wirtschaftsförderung bestehendes Handwerk und die Neugründung von Handwerksbetrieben in Karlsruhe strategisch? Welche Ziele werden dabei verfolgt? 4. Sieht die Stadtverwaltung Bedarf zur Erweiterung, Umstrukturierung, Ergänzung oder Modernisie- rung des Handwerkerhofes in Karlsruhe? 5. Welche Förderungen und Projekte auf Bundes- und Landesebene zur Förderung des regionalen Handwerks existieren und wie schätzt die Stadt Karlsruhe ihre Potentiale für Karlsruhe ein? 6. Wäre ein Mittelstands 4.0-Kompetenzzentrum eine sinnvolle Ergänzung zur Lernfabrik 4.0 oder entstünden dadurch Doppelstrukturen? Welche Anforderungen müsste die Stadt Karlsruhe erfüllen, um ein Mittelstand 4.0- Kompetenzzentrum für Karlsruhe zu gewinnen und welche Anstrengungen sind hier bereits er- folgt oder geplant? Die Technologieregion Karlsruhe ist in hohem Maße auf funktionierende regionale Handwerksstruktu- ren angewiesen. So sind Handwerksbetriebe unabdingbar, um Modernisierungen und Innovation in Karlsruhe umzusetzen und Beratungsmöglichkeiten vor Ort anzubieten. Nur durch ein starkes regionales Handwerksangebot ist es möglich, strategische Anliegen der Stadt Karlsruhe in Bereichen wie Energieeffizienz, Ressourceneinsparungen oder altersgerechte Lösungen umzusetzen. Das Karlsruher Handwerk hat dabei mit großen Herausforderungen zu kämpfen, wie das bundesweite Problem der Nachwuchsgewinnung, sinkender Attraktivität von Handwerksberufen und einem hohen Bedarf an Innovationsfähigkeit. Das Handwerk in Karlsruhe zu unterstützen und zu erhalten, ist aus GRÜNER Sicht deshalb ein wichtiges Ziel für Karlsruhe. In Karlsruhe gibt es bereits einige Ansätze zur Unterstützung des regionalen Handwerks, wie der Handwerkerhof Karlsruhe, der sich mit einer hohen Auslastung von 95 % großer Beliebtheit erfreut. Das Thema der Handwerksförderung und bestehende Ansätze sollen laut Informationen der Wirt- schaftsförderung durch ein Karlsruher Aktionsprogramm Handwerk in der kommenden Zeit gebündelt werden. Diese Bündelung erfordert zusätzlich ein strategisches Konzept der Handwerksförderung, um den zukünftigen Herausforderungen zielgerichtet zu begegnen. Ziel sollte es sein, junge Handwerks- betriebe zu unterstützen, technische Entwicklungen im Rahmen von Industrie 4.0 zu begleiten und Problemen der Nachwuchsfindung entgegenzuwirken, um das Handwerk bedarfsgerecht zu unter- stützen. Sachverhalt / Begründung: Seite 2 Viele deutsche Kommunen, dabei vor allem Großstädte, haben zur Unterstützung des regionalen Handwerks bereits weitgehende Konzepte zur Handwerksförderung aufgelegt. Die Stadt Frankfurt hat in Kooperation mit der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main so beispiels- weise im Jahr 2012 das „Entwicklungsprogramm Frankfurter Handwerk” eingeführt. Dieses umfasst Maßnahmen wie die Etablierung eines „Arbeitskreises Vergabe“ für die öffentliche Vergabe von Auf- trägen im Sinne einer verstärkten Beteiligung des regionalen Handwerks. Weitere Ansätze umfassen beispielsweise die Ausweisung von Handwerkerhöfen in Gewerbegebieten zur Flächensicherung für das Handwerk, die Erarbeitung eines Konzepts „Frauen in das Handwerk“ oder das IUBA* Projekt mit Fokus auf UnternehmerInnen mit Migrationshintergrund für eine attraktive Form der Ansprache inter- nationaler Unternehmen und Auszubildenden. Das bereits vierte Aktionsprogramm Handwerk Berlin von 2015 umfasst in seiner neusten Form Maß- nahmen wie höhere Wertgrenzen für öffentliche Ausschreibungen, eine Sicherung der Meistergrün- dungsprämie und die Gewinnung von StudienabbrecherInnen für eine Karriere im Handwerk. Auch andere Bereiche der Handwerksförderung wie die kommunale Unterstützung von Teilzeitausbil- dungen oder die Gewinnung von Geflüchteten für das Handwerk werden von Kommunen in ver- schiedener Form aufgegriffen. Um auf die Herausforderungen des technologischen Wandels zu reagieren und das Handwerk zu stär- ken, werden auch von Bund und Land Initiativen ergriffen. In Karlsruhe entsteht in diesem Sinne der- zeit eine durch Landesmittel und Sponsorengelder unterstützte gemeinsame Lernfabrik 4.0 der beruf- lichen Bildungsstätten Carl-Benz- und Heinrich-Hertz-Schule. Ein auf Bundesebene bereits sehr fortge- schrittenes Projekt ist die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie betriebene Einrichtung von Mittelstand 4.0-Kompetenzzentren. Durch Beratung, Schulungen und Demonstrationsmöglichkeiten sollen so speziell mittelständische Unternehmen und Handwerksbetriebe bei der Digitalisierung und Vernetzung sowie Anwendung von Industrie 4.0 bundesweit unterstützt werden. Bereits in elf Kommunen gibt es Kompetenzzentren, weitere Zentren in anderen Kommunen sind bereits geplant. unterzeichnet von: Zoe Mayer Joschua Konrad Verena Anlauf Istvan Pinter Dr. Ute Leidig Renate Rastätter

  • Stellungnahme TOP 19
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    Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zur Anfrage GRÜNE-Gemeinderatsfraktion Vorlage Nr.: 2017/0304 Verantwortlich: Dez. 4 Förderung des regionalen Handwerks Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 27.06.2017 19 x Vorbemerkung Karlsruhe ist, was die Förderung des lokalen Handwerks angeht, gut aufgestellt. So ist eine Vielzahl von Projekten und Maßnahmen in der Umsetzungsphase, die auch Bestandteil des Leitprojekts „Akti- onsprogramm Handwerk“ sind. Zu nennen sind das Zurverfügungstellen von Gewerbegrundstücken bzw. Räumlichkeiten für Handwerksbetriebe, der Ausbau der Gewerbeschulen, die Schaffung einer Stelle eines Technologietransfermanagers gemeinsam mit der Handwerkskammer Karlsruhe und die Errichtung der Lernfabrik 4.0. Kurz vor der Umsetzung oder in Planung sind eine gemeinsame Veranstaltung der Stadt Karlsruhe und der Vertreter des Handwerks zur Gewinnung von Nachwuchskräften, die Schaffung von Räumen für das Kulturhandwerk in der ehemaligen Großmarkthalle auf dem Gelände des Alten Schlachthofes, die Konzeption eines Hightech-Produktionsparks oder die Kümmerer-Projekte von Handwerkskammer Karlsruhe, der Arbeitsförderungsbetriebe gGmbH und anderen Projektträgern zur Vermittlung junger Geflüchteter mit Bleibeperspektive in Praktika oder Lehrstellen. Mittelfristig denkbar ist die verstärkte Fokussierung auf die Gewinnung von Studienabbrecherinnen und -abbrechern für eine Karriere im Handwerk. Der Abschluss einer Handwerkererklärung zwischen der Stadt Karlsruhe und den Interessenvertretern des Handwerks ist ebenfalls geplant. 1. Wie schätzt die Verwaltung die derzeitige Situation und Entwicklung von Handwerksbe- trieben in Karlsruhe ein, und wie wird die Situation im Vergleich zu anderen Kommunen gesehen? Nach Aussage der Handwerkskammer Karlsruhe und der Kreishandwerkerschaft Region Karlsruhe ist die Auftragslage bei den Handwerksbetrieben gut bis sehr gut. Gleiches gilt auch in anderen Städten. 2. Wie bewertet die Stadt Karlsruhe die strategischen Konzepte zur Handwerksförderung anderer deutscher Kommunen, und wo werden Potenziale zur Übertragung auf das geplan- te Karlsruher Aktionsprogramm Handwerk gesehen? Die Verwaltung informiert sich kontinuierlich über die Projekte anderer Städte zur Förderung des regi- onalen Handwerks und prüft, ob diese auf Karlsruhe übertragen werden können. 3. Wie unterstützt die Wirtschaftsförderung bestehendes Handwerk und die Neugründung von Handwerksbetrieben in Karlsruhe strategisch? Welche Ziele werden dabei verfolgt? Durch die Erstellung des Leitprojekts „Aktionsprogramm Handwerk“ hat sich die Stadt Karlsruhe ei- nen Handlungsrahmen zur Förderung des Handwerks geschaffen. Darüber hinaus nimmt sich die Wirtschaftsförderung durch den umfassenden Unternehmensservice konkreten Belangen der Hand- werksbetriebe, bspw. bei der standortnahen Bereitstellung geeigneter und finanzierbarer Räumlichkei- ten oder der Begleitung in Verwaltungsfragen, an. Oberstes Ziel der Arbeit ist die dauerhafte Siche- rung der Arbeitsplätze und der Erhalt eines leistungsfähigen Handwerks. Seite 2 4. Sieht die Stadtverwaltung Bedarf zur Erweiterung, Umstrukturierung, Ergänzung oder Modernisierung des Handwerkerhofes in Karlsruhe? Der 1993 fertiggestellte Handwerkerhof in der Nördlichen Uferstraße 4 ist im Eigentum der Volks- wohnung Service GmbH. Er wird verwaltet von der Stadt Karlsruhe und der Handwerkskammer Karls- ruhe. Unter Federführung der Wirtschaftsförderung wird ein Arbeitstreffen samt Begehung des Handwerkerhofes mit Vertretern der Handwerkskammer Karlsruhe und der Volkswohnung Service GmbH stattfinden, in dessen Rahmen eine Potenzialanalyse erfolgt. Es soll geprüft werden, wie der Handwerkerhof weiterentwickelt oder umstrukturiert werden müsste, um heutigen Anforderungen gerecht zu werden, um für Handwerksbetriebe weiterhin attraktiv zu sein. 5. Welche Förderungen und Projekte auf Bundes- und Landesebene zur Förderung des regi- onalen Handwerks existieren, und wie schätzt die Stadt Karlsruhe ihre Potenziale für Karls- ruhe ein? Auf Bundes- und Landesebene existiert eine Vielzahl von Fördermöglichkeiten und Projekten zur För- derung des Handwerks. Für die konkrete Beratung zu Fördermitteln und Förderprogrammen zeichnet vor allem die Handwerkskammer Karlsruhe verantwortlich. Die Wirtschaftsförderung kann im Rahmen der Existenzgründerberatung und des Technologietransfermanagements ebenfalls in gewissem Um- fang zu Fördermöglichkeiten beraten. Darüber hinaus vermittelt die Gesellschaft für Beratungen und Beteiligungen mbH Zuschüsse für Beratungen kleiner und mittlerer Unternehmen. 6. Wäre ein Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum eine sinnvolle Ergänzung zur Lernfabrik 4.0 oder entstünden dadurch Doppelstrukturen? Welche Anforderungen müsste die Stadt Karls- ruhe erfüllen, um ein Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum für Karlsruhe zu gewinnen, und welche Anstrengungen sind hier bereits erfolgt oder geplant? Karlsruhe ist mit der 2017 eröffneten Lernfabrik Karlsruhe 4.0, dem aktuell als einer von „100 Orten für Industrie 4.0 in Baden-Württemberg“ ausgezeichneten „Gläsernen Labor“ in der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft, dem bei der Wirtschaftsförderung und der Handwerkskammer Karlsruhe angesiedelten Technologietransfermanagement und einem möglicherweise entstehenden Hightech-Produktionspark in Sachen Industrie 4.0 sehr gut aufgestellt. Darüber hinaus ist hier mit dem Digitalen Innovationszentrum (DIZ) ein Zentrum für digitale Transformation angesiedelt, welches vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in ihrem Digitalisierungsbestreben unterstützt und be- gleitet. Die Lernfabrik Karlsruhe 4.0, als ein vom Landesministerium für Wirtschaft, Arbeit und Woh- nungsbau gefördertes Projekt, ist in ihrem Sinn und Zweck einem vom Bund geförderten Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum in weiten Teilen gleichzusetzen. Ein im Rahmen der Förderinitiative „Mittel- stand 4.0“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie eingerichtetes Kompetenzzentrum „Digitales Handwerk“ steht außerdem mit seinen vier regionalen Anlaufstellen allen Handwerksbe- trieben zur Verfügung. Hierbei unterstützt und berät es beim Einsatz digitaler Technologien und der Optimierung innerbetrieblicher Abläufe. Aus Sicht der Verwaltung würden daher durch eine Einrich- tung eines weiteren Zentrums dieser Art in Karlsruhe Doppelstrukturen geschaffen. Daher hat die Verwaltung sich gegen eine Bewerbung für ein Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum entschieden (Fristablauf für die Bewerbung war am 23. Dezember 2016).

  • Protokoll TOP 19
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    NIEDERSCHRIFT Stadt Karlsruhe Gremium: 39. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: 27. Juni 2017, 15:30 Uhr öffentlich Ort: Bürgersaal des Rathauses Vorsitzende/r: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 16. Punkt 19 der Tagesordnung: Förderung des regionalen Handwerks Anfrage: GRÜNE Vorlage: 2017/0304 Beschluss: Kenntnisnahme Abstimmungsergebnis: keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 19 zur Behandlung auf. Stadträtin Mayer (GRÜNE): Ich hätte drei kurze Nachfragen zu der ersten Frage. Wir haben nach der Entwicklung von Handwerksbetrieben gefragt. Hier wurde nur eine Stellungnahme zur derzeitigen Auslastung gegeben, wir würden uns hier mehr Informa- tionen zur Entwicklung wünschen. Gibt es genügend Betriebe?/ Wurden es mehr Be- triebe?/ Decken die Betriebe die Nachfrage? - so hatten wir die Frage gemeint. Dann zum zweiten Punkt, da haben wir nach den Konzepten anderer Kommunen und Poten- zialen gefragt, da würden wir gerne wissen, was beispielsweise von der Verwaltung übernommen wurde, oder was die Verwaltung derzeit noch als Potenziale sieht. Beim vierten Punkt haben wir eine Zusatzfrage, was den Handwerkerhof anbelangt, wann wird es denn da im Wirtschaftsförderungsausschuss dazu einen kleinen Bericht, was die Potenzialanalyse angeht, geben? Der Vorsitzende: Das machen wir alles schriftlich. Zur ersten Frage verweisen wir Sie vielleicht direkt an die Handwerkskammer, wir hatten uns ja mal vorgenommen, dass wir uns nicht mehr alle Dinge zu Eigen machen. - 2 - Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt – Ratsangelegenheiten 25. Juli 2017