Zoopädagogik - aktueller Ausbaustand und Zukunftsperspektiven
| Vorlage: | 2017/0227 |
|---|---|
| Art: | Anfrage |
| Datum: | 28.03.2017 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Offen |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
Beratungen
- Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 25.04.2017
Rolle: Kenntnisnahme
Ergebnis: Kenntnisnahme
Zusätzliche Dateien
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Extrahierter Text
Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister ANFRAGE GRÜNE-Gemeinderatsfraktion Vorlage Nr.: 2017/0227 Zoopädagogik – aktueller Ausbaustand und Zukunftsperspektiven Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 25.04.2017 36 x 1. Welche zoopädagogischen Angebote gibt es aktuell im Karlsruher Zoo und welche personellen und sächlichen Ressourcen stehen dafür zur Verfügung? Reichen die derzeitigen Ressourcen aus, um die aktuelle und künftige Nachfrage zu decken? 2. Welche konzeptionellen Ziele, Überlegungen und Pläne gibt es derzeit, die Zoopädagogik auf der Grundlage des Entwicklungskonzepts Zoologischer Stadtgarten weiterzuentwickeln und auszubauen? 3. Wird ein Stufenplan – vergleichbar der Verbesserung der Haltungseinrichtungen – angestrebt, um diese Ziele zu erreichen? 4. Welche Konzeptionen anderer zoologischer Einrichtungen vergleichbarer Größe und Besu- cherzahlen sind der Stadtverwaltung bekannt und welche Ressourcenausstattung steht dort dafür jeweils zur Verfügung? 5. Welchen Mehrwert sieht die Stadtverwaltung durch den Ausbau der Wissensvermittlung, des Artenschutzes und der Artenschutzprojekte für die Attraktivität des Zoos und für den Erhalt und Schutz der Biodiversität? 6. Wie sieht das derzeitige Spendenaufkommen für den Zoo intern (z. B. Spendenkreisel) und ex- tern (Stiftungen, Spenden der Zoofreunde, Einzelpersonen, Firmen, etc.) aus und welche Pro- jekte mit Bildungs- und Artenschutzbezug konnten damit umgesetzt werden und sind geplant oder vorstellbar? 7. Welche Chancen für den Ausbau von Artenschutz, Artenschutzprojekten sowie Bildungspro- jekten sieht die Stadtverwaltung durch die Einführung eines freiwilligen Euros beim Kauf eines Eintrittstickets? Mit dem Gemeinderatsbeschluss zum „Entwicklungskonzept Zoologischer Stadtgarten“ am 22. März 2016 wurde ein Paradigmenwechsel weg von der reinen Zurschaustellung der Tiere eingeleitet. Wie im Entwicklungskonzept beschrieben, sind künftig der Arten- und Biotopschutz entscheidend für die Arbeit im Zoo: „Diese Ziele finden sich in der Weltnaturschutzstrategie wieder, zu der sich der Stadt- garten verpflichtet fühlt.“ Entsprechend soll der Dialog zwischen Mensch und bedrohtem Tier in Zu- kunft stärker im Mittelpunkt der Arbeit des Zoos stehen. Dazu soll ein entsprechendes Wissens- und Informationsangebot aufgebaut werden. Ein erster Schritt dazu ist die Gründung der Artenschutzstif- tung, die bereits in Ecuador und Sri Lanka aktiv ist. Erste Bausteine für den Ausbau der Wissensvermittlung sind bereits entwickelt und umgesetzt wor- den, u. a. Unterlagen und Materialien für Schulklassen sowie vielfältige Führungen und Schulklassen- programme. Weitere Ideen und Pläne werden im Zookonzept genannt. Dazu gehören u. a. interaktive Elemente, die sich in anderen zoologischen Einrichtungen als sehr beliebt und erfolgreich erwiesen haben. Es wird in der Konzeption allerdings festgestellt, dass dabei ein Problem des Zeit- und Perso- nalmangels im Karlsruher Zoo besteht. Ein erster Überblick über zoopädagogische Angebote ver- Sachverhalt / Begründung: Seite 2 gleichbarer zoologischer Einrichtungen zeigen, dass dort wesentlich mehr Mittel etwa für freiberufli- che MitarbeiterInnen (BiologInnen, NaturpädagogInnen etc.) oder für LehrerInnen-Abordnungen zur Verfügung stehen. So z. B. in der Wilhelma Stuttgart, die mit Landesmitteln finanziert wird. Sie unter- hält eine spezielle Zooschule und macht u. a. auch Angebote, die sich nach den Bildungsplänen des Landes richten und sehr günstig angeboten werden. Regelmäßige Fortbildungen für Lehrkräfte und ErzieherInnen werden kostenlos angeboten (http://www.wilhelma.de/de/wilhelmaschule.html). In Karlsruhe ist die Idee eines freiwilligen Euros für die Wissensvermittlung sowie für Natur- und Ar- tenschutzprojekte bei der Veranstaltung zum Zookonzept der Fraktion GRÜNE vorgebracht worden. Inzwischen denken offenbar einige Zoos ebenfalls in diese Richtung oder haben diesen eingeführt (http://www.zoobasel.ch/de/zoobesuch/infos/index.php). Wenn man konkret nachweisen würde, wo- hin und für welchen konkreten Zweck diese kleine Spende eingesetzt wird, würden sich sicher viele Menschen an der Kasse für diesen Spendeneuro entscheiden. Es ist ja bekannt, wie erfolgreich „crowd-funding“ ist. „Tue Gutes mit kleinen Beträgen“ erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Mit dieser Anfrage soll geklärt werden, welcher Handlungsbedarf für den Ausbau der Zoopädagogik besteht und wie man bei der Schaffung der notwendigen Rahmenbedingungen vorankommen könn- te. unterzeichnet von: Renate Rastätter Zoe Mayer Michael Borner
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Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zur Anfrage GRÜNE-Gemeinderatsfraktion Vorlage Nr.: Verantwortlich: 2017/0227 Dez. 6 Zoopädagogik - aktueller Ausbaustand und Zukunftsperspektiven Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis Gemeinderat 25.04.2017 36 X Im Rahmen Ihrer Anfrage zu dem aktuellen Ausbaustand und den Zukunftsperspek- tiven der Zoopädagogik ergibt sich folgendes: 1. Welche zoopädagogischen Angebote gibt es aktuell im Karlsruher Zoo und welche personellen und sächlichen Ressourcen stehen dafür zur Verfügung? Reichen die derzeitigen Ressourcen aus, um die aktuelle und künftige Nachfrage zu decken? Die Zoopädagogik bietet Führungen für alle Alters- und Interessengruppen zu Themen, die Natur-und Artenschutz lokal und global betreffen, sowie zu den biologischen Fragestellun- gen oder denen der spezifischen Lebensräume an. Die Führungen für Kindergärten und Schulklassen nach den Erfordernissen des Orientie- rungs- bzw. Bildungsplanes 2016 ist ein Teil der Zoopädagogik. Daneben werden Fortbildungsveranstaltungen für Referendare und Lehrkräfte, sowie private Events wie Kindergeburtstage und Veranstaltungen von Firmen angeboten. In den Schulferien wird ganztägig für Kinder von 6 - 10 Jahren (Pfingst- und Sommerferien) ein Ferienprogramm angeboten. Es werden Informationsstände bei allen Veranstaltungstagen im Zoo - sowohl bei internen Themen als auch bei denen externer Kooperationspartner aufgebaut. Die Zoopädagogik nimmt auch bei Kooperationspartnern des Karlsruher Netzwerks für Na- tur- und Umweltbildung (NUB) teil. Alle Angebote sind fachlich-inhaltlich unterlegt mit dem Blickpunkt Natur- und Artenschutz, Klimawandel, Ressourcenschonung, Nachhaltigkeit. Die Leitung des Kuratoriums wird von einer promovierten Diplombiologin eingenommen, im Team arbeiten zwei weitere Biologinnen in einer Tandem-Stelle sowie ein Mitarbeiter im Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ). Für Führungen und Veranstaltungen sind 1,5 Stellen auf derzeit 8 sogenannte „Scouts“ ver- geben, die als geringfügig Beschäftigte Einsatz finden. Auch die Scouts sind Biologen, Lehr- kräfte der Biologie, Tiermediziner, Geoökologen u. a. Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Beim Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe besteht eine seit 2014 kontinuierlich steigende Nachfrage an den verschieden Angeboten der Zoopädagogik, welche aufgrund der derzeiti- gen Personalausstattung nicht vollumfänglich gedeckt werden kann. 2. Welche konzeptionellen Ziele, Überlegungen und Pläne gibt es derzeit, die Zoopä- dagogik auf der Grundlage des Entwicklungskonzepts Zoologischer Stadtgarten weiterzuentwickeln und auszubauen? Die konzeptionellen Ideen reichen von festen „Unterrichtseinheiten“, um z. B. die Schulen in den MINT-Fächern zu unterstützen über mehrtägige Workshops zu natur- und artenschutzre- levanten Themen, Expeditionskurse bis zu outreach–Programmen in Schulen oder auch sozia- len Einrichtungen (z. B. Kinderklinik). Einige der bereits etablierten Elemente (z. B. Kinderturnwelt) werden hierbei mit einbezogen, weitere, noch folgende (z. B. Interaktivstationen, Zoo-App, Audioguide für Sehbehinderte u.v.m.) sind alle vorbereitet. Eine Umsetzung ist mit dem vorhandenen Personal allerdings derzeit nur teilweise möglich. Darüber hinaus ist auf der Seebühne die dauerhafte Etablierung einer edukativen Tierpräsen- tation zwischen April und Oktober vorgesehen. Hierbei werden den Besuchenden relevante Aspekte zu Tier-, Arten- und Naturschutz live durch Botschaftertierarten näher gebracht. 3. Wird ein Stufenplan – vergleichbar der Verbesserung der Haltungseinrichtungen – angestrebt, um diese Ziele zu erreichen? Ein Stufenplan ist in diesem Jahr in Erprobung und wird daraus sich entwickelnd für das Jahr 2018 angelegt. 2017 werden z. B. erstmals Ferienprogramme standardisiert und wirtschaft- lich etabliert. Kindergeburtstage sollen in Form eines Packages erweitert werden. Workshops zu konkreten Themen wie Fledermausschutz, Biotopschutz etc. werden in enger Absprache mit Naturschutzverbänden und dem Netzwerk NUB ab dem Frühjahr 2018 so an- geboten, dass sie attraktiv für Schulklassen sind. 4. Welche Konzeptionen anderer zoologischer Einrichtungen vergleichbarer Größe und Besucherzahlen sind der Stadtverwaltung bekannt und welche Ressourcenausstat- tung steht dort dafür jeweils zur Verfügung? Im Rahmen der bisherigen Bearbeitungen dieser Thematik dürften v.a. Vergleiche aus dem Zoo Landau und der Wilhelma bekannt sein. Eine weitere Einsichtnahme erlaubt sicher die Auflistung, die sich im Anhang befindet. 5. Welchen Mehrwert sieht die Stadtverwaltung durch den Ausbau der Wissensver- mittlung, des Artenschutzes und der Artenschutzprojekte für die Attraktivität des Zoos und für den Erhalt und Schutz der Biodiversität? Eine Stadt, die sich als Wirtschafts- und Wissenschaftsstadt bezeichnet, setzt eine große Gewichtung auf die Wissensvermittlung und auch die Ergebnis- und Erlebnisorientierung im Rahmen der Themen Artenschutz, Naturschutz, Erhalt der Biodiversität. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 6. Wie sieht das derzeitige Spendenaufkommen für den Zoo intern (z. B. Spendenkrei- sel) und extern (Stiftungen, Spenden der Zoofreunde, Einzelpersonen, Firmen, etc.) aus und welche Projekte mit Bildungs- und Artenschutzbezug konnten damit umge- setzt werden und sind geplant oder vorstellbar? Ein Spendenkreisel ist ein beliebtes Objekt und bringt im Jahr mehrere Tausend Euro ein. Die Zoofreunde sind ein kompetenter Partner, die ihre Unterstützungen individuell entscheiden. Für den zurückliegenden Doppelhaushalt 2015/2016 ergibt sich folgender Sachstand: 1. Spendenerträge Spendenerträge 2015 20.535,53€ Spendenerträge 2016 62.240,76€ 82.776,29€ 2. Spenden der Zoofreunde Spenden der Zoofreunde 2015 64.185,38€ Spenden der Zoofreunde 2016 170.000,00€ 1 234.185,38€ 1 Zuschuss für den Bau des Erdmännchengeheges in Höhe von 80.000,00€ sowie für den Bau der Schneeeulenanlage in Höhe von 90.000,00€. 3. Durchlaufende Spenden zugunsten der Artenschutzstiftung Zoo Karls- ruhe Durchlaufende Spendengelder 2015 26.508,13€ Durchlaufende Spendengelder 2016 39.679,12€ 66.187,25€ Die eingehenden Spenden werden entsprechend der Zweckbindung durch die Spendenden zum Einsatz gebracht. So konnten durch die Zuwendungen der Zoofreunde in 2016 zum Beispiel naturnahe Lebensräume für Erdmännchen und Schneeeulen entstehen und damit eine Optimierung der Haltungsbedingungen dieser Tierarten erreicht werden. Insbesondere die unter Punkt 3 genannten, durchlaufenden Spenden (keine städtischen Haushaltsmittel) zugunsten der Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe werden gemäß der Stif- tungssatzung für die Förderung des Tierschutzes, des Umweltschutzes, der Bildung sowie der Wissenschaft und Forschung eingesetzt. Erste Projekte im Bereich des Tierschutzes in Sri Lanka sowie des Tier- und des Umweltschutzes in Ecuador sind trotz der kurzen Zeitspanne seit der Stiftungsgründung angelaufen. 7. Welche Chancen für den Ausbau von Artenschutz, Artenschutzprojekten sowie Bildungsprojekten sieht die Stadtverwaltung durch die Einführung eines freiwilli- gen Euros beim Kauf eines Eintrittstickets? Da die Besucherzahlen aufgrund der gesteigerten Attraktivität des Zoos sowie des besseren Marketings eher zunehmen und die emotionale Begeisterung wachsen werden, sind die Chancen zur Spendeneinnahme über einen freiwilligen Euro sicher sehr hoch einzuschät- zen. Beispielsweise erwirtschaftete der Zoo Basel nach Einführung des Spendenfrankens im Jahr 2016 Mehreinnahmen von ca. 200.000 Franken, welche direkt für Artenschutzprojekte des Zoos eingesetzt wurden.
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NIEDERSCHRIFT Stadt Karlsruhe Gremium: 37. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: 25. April 2017, 15:30 Uhr öffentlich Ort: Bürgersaal des Rathauses Vorsitzende/r: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 37. Punkt 36 der Tagesordnung: Zoopädagogik – aktueller Ausbaustand und Zu- kunftsperspektiven Anfrage: GRÜNE Vorlage: 2017/0227 Beschluss: Kenntnisnahme von der Stellungnahme der Verwaltung Abstimmungsergebnis: keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 36 zur Behandlung auf und stellt fest, die Stellungnahme der Verwaltung liege vor, der Gemeinderat habe Kenntnis genommen. (Keine Wortmeldung) Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt – Ratsangelegenheiten 28. April 2017