Flächendeckende Einrichtung von E-Ladestationen in Karlsruhe

Vorlage: 2017/0189
Art: Antrag
Datum: 15.03.2017
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Offen
Erwähnte Stadtteile: Durlach

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 25.04.2017

    TOP: 21

    Rolle: Entscheidung

    Ergebnis: mit Stellungnahme einverstanden

Zusätzliche Dateien

  • SPD-E-Ladestationen
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister ANTRAG SPD-Gemeinderatsfraktion Vorlage Nr.: 2017/0189 Flächendeckende Einrichtung von E-Ladestationen in Karlsruhe Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 25.04.2017 21 x 1. Die Stadt erstellt (in Kooperation mit den Stadtwerken) ein Gesamtkonzept für eine Ladeinfra- struktur für Elektrofahrzeuge. 2. Die Stadt installiert Ladestationen auf geeigneten Flächen. Dabei ist zu prüfen, inwieweit private Kooperationspartner (Supermärkte, EnBW etc.) in die geplanten Standorte einbezogen werden können. 3. Die Stadt Karlsruhe prüft, ob die Förderung durch das BVMi für Ladestationen möglich ist. Begründung: Der Ausbau einer Infrastruktur für E-Mobilität ist Voraussetzung für die zu forcierende Entwicklung und Produktion von e-Fahrzeugen. Die SPD-Fraktion hat in letzter Zeit vermehrt Anfragen von BürgerInnen erhalten, die die Anschaffung eines Elektroautos planen, aber aufgrund fehlender wohnortnaher Auflademöglichkeiten zögern. Vie- le wohnen in Miete und sind auf öffentliche Ladestationen angewiesen. Kaufinteressenten müssen die Gewissheit haben, dass sie nicht lange im Stadtgebiet suchen müssen, um eine Ladestation zu finden. Beispielsweise sehen Fahrschulen von Investitionen in E-Autos aufgrund fehlender Infrastruktur ab. Das bedeutet, dass die Stadt mit der Versorgung von Ladeeinrichtungen in Vorleistung gehen muss. Selbst kleinere Städte haben oder planen Ladestationen in jedem Stadtteil. Das BMVI hat jetzt das Bundesprogramm Ladeinfrastruktur gestartet, bei dem ab März 2017 Anträge gestellt werden können. In Karlsruhe fehlen auch Schnellladestationen, die ein wesentlich schnelleres Aufladen ermöglichen. Hier muss nach sinnvollen Standorten (Autobahnnähe) gesucht werden. Ebenso wird gerade das Interesse an der Einführung von e-Taxis erfragt. Die Taxiunternehmen würden dann ihre Ladestationen an den entsprechenden Taxiständen benötigen. unterzeichnet von: Parsa Marvi Michael Zeh

  • Stellungnahme TOP 21
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    Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zum Antrag SPD-Gemeinderatsfraktion Vorlage Nr.: Verantwortlich: 2017/0189 Dez. 4 Flächendeckende Einrichtung von E-Ladestationen in Karlsruhe Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 25.04.2017 21 x Kurzfassung Die Stadtwerke haben mit verschiedenen Gesellschaften und städtischen Ämtern zusammen ein Konzept für die Ladeinfrastruktur in Karlsruhe entwickelt. Das Modellprojekt „MeRegioMobil“ wurde durch das Bundeswirtschaftsministerium gefördert. Es existiert ein Basisstationennetz- werk in ganz Karlsruhe, weitere Standorte werden untersucht. Ebenso prüft die Stadt Karlsruhe, inwieweit eine weitere Förderung möglich ist. Finanzielle Auswirkungen (bitte ankreuzen) nein x ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Haushaltsmittel stehen (bitte auswählen) Kontierungsobjekt: (bitte auswählen) Kontenart: Ergänzende Erläuterungen: ISEK-Karlsruhe-2020-relevant x nein ja Handlungsfeld: (bitte auswählen) Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) x nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein x ja abgestimmt mit SWK GmbH Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Die SWK gehörten mit zu den ersten Stadtwerken, die sich mit dem Thema Elektromobilität befasst haben. Durch die in 2009 gestartete Beteiligung an dem durch das BMWi geförderten Modellprojekt MeRegioMobil, dessen Zielsetzung die intelligente Einbindung der Elektromobili- tät in bestehende Energie- und Verkehrsnetze war, entstand die erste Generation Ladesäulen in Karlsruhe. Hierfür wurde im Raum Stuttgart und in Karlsruhe zusammen mit den Projektpart- nern BOSCH, Daimler, EnBW, FhG, KIT, Opel und SAP ein Konzept für den Aufbau einer Ladein- frastruktur für Elektrofahrzeuge (Efz) erarbeitet. Dieses Konzept wurde ebenfalls in enger Zu- sammenarbeit zwischen Stadt Karlsruhe und SWK abgestimmt und umgesetzt. Maßgeblich beteiligt waren neben SWK und ihrer Netzgesellschaft SWKN vor allem TBA, StPlA und OA, ebenfalls eingebunden wurde das GBA. Als Grundlage diente auch eine für Karlsruhe erarbeitete Studie des Instituts EifER, die für die Verteilung einer öffentlichen Ladeinfrastruktur (LIS) verschiedene Kriterien zu Grunde legt, wie zur Verfügung stehender Parkraum, Parkraumnutzung und Aufenthaltsdauer sowie Nähe zu attraktiven Orten (z.B. größere Arbeitgeber, Einkaufsmöglichkeiten, ÖPNV). Insgesamt gibt es in Karlsruhe rund 30 öffentlich zugängliche Ladestationen, weitere Stationen befinden sich in Tiefgaragen, Parkhäusern und auf verschiedenen Liegenschaften kommunaler und privater Einrichtungen.  12 Ladesäulen (bodenmontierte Ladestationen) mit jeweils zwei Ladepunkten bis max. 22 kW Ladeleistung, ausgestattet mit öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur (mit Zu- satzzeichen gekennzeichnete Parkplätze im öffentlichen Raum „Elektrofahrzeuge für die Dauer des Ladevorgangs frei“, Projekt MeRegioMobil)  3 Ladesäulen integriert in öffentliche Beleuchtungsmasten mit jeweils einem Ladepunkt bis max. 22 kW (SM!GHT-Mast der EnBW, zwei Stück als Geschenk zum 300. Stadtge- burtstag auf dem Turmberg, ein weiterer Mast in der Lorenzstraße, Eingang ZKM, Über- nahme der Kosten für die Herstellung der Netzanschlüsse durch SWK, keine Förderung).  2 Ladesäulen zur kostenfreien Aufladung von Efz (Aufstellung durch SWK vor eMoKa, ein Ladepunkt mit 3,5 kW und Kundencenter, zwei Ladepunkte à 11 kW, Herstellung der Netzanschlüsse auf Kosten SWK ohne Förderung).  14 Wallboxen (wandhängend installierte Ladestationen) mit jeweils einem Ladepunkt bis max. 22 kW Ladeleistung in Parkhäusern und Tiefgaragen im Stadtgebiet Karlsruhe Die Auslastung der vorhandenen LIS im Karlsruher Stadtgebiet ist eher gering. Die höchste Aus- lastung wird an einer Ladesäule in Durlach festgestellt. Dort wird durchschnittlich einmal pro Tag geladen. Andere Stationen weisen weniger als einen Ladevorgang pro Woche aus. Die Stadtwerke Karlsruhe GmbH werden in Zusammenarbeit mit den betreffenden Ämtern der Stadtverwaltung die beschriebene Ladeinfrastruktur weiter entwickeln mit dem Ziel, vorhandene Lücken zu schließen. Insbesondere soll auch die Zusammenarbeit mit Gewerbe und Woh- nungswirtschaft gesucht werden. Zur Erweiterung der Ladeinfrastruktur werden Fördermöglichkeiten geprüft.

  • Protokoll TOP 21
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    NIEDERSCHRIFT Stadt Karlsruhe Gremium: 37. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: 25. April 2017, 15:30 Uhr öffentlich Ort: Bürgersaal des Rathauses Vorsitzende/r: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 22. Punkt 21 der Tagesordnung: Flächendeckende Einrichtung von E-Ladestationen in Karlsruhe Antrag: SPD Vorlage: 2017/0189 Beschluss: Einverstanden mit der Stellungnahme der Verwaltung Abstimmungsergebnis: keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 21 zur Behandlung auf und verweist auf die Stellungnahme der Verwaltung. Wer will für die Antragsteller reden? Stadtrat Hermanns (SPD): Ich will etwas für die SPD-Fraktion sagen. Was hat uns denn bewogen, diesen Antrag zu stellen? Wenn wir uns das anschauen, benötigen neue Technologien und Innovationen immer Zeit, bis eben entsprechende Infrastruktu- ren gebaut werden, sodass es ein Massenphänomen werden kann. Die Elektromobilität stellt eine Technologie dar, die momentan, wie wir das auch sehen, bei ca. 150 bis 165 Anmeldungen im E-Mobility-Bereich in Karlsruhe, eben noch keine breite Nachfrage, so möchte ich das mal formulieren, innerhalb der Karlsruher Bevölkerung erfährt. Wir ha- ben uns gleichzeitig auf die Fahne geschrieben, der Mobilitätsstandort in Deutschland werden zu wollen und haben dementsprechend die Aufgabe, zumindest aus der Per- spektive der SPD-Fraktion, schnellstmöglich vorbildliche und insbesondere auch flä- chendeckende E-Mobilitäts-Ladestationen aufzubauen. Es gibt momentan einen Förder- aufruf, in dem es darum geht, Schnellladestationen mit bis zu 35 kW, bauen zu kön- nen. Das haben wir momentan noch nicht auf der Gemarkung Karlsruhe. Das ermög- licht, innerhalb von vierzig Minuten achtzig Prozent aufzuladen. Das war aber nur eine Intention. Uns ging es darum, wenn ich heute als normaler Bürger, jetzt eben nicht über ein alleinstehendes Haus mit Carport verfüge und dementsprechend die Infrastruktur schaffen kann, sondern eben im städtischen Bereich wohne, hat man momentan noch keine Möglichkeit, sich ein E-Mobilitäts-Auto anzuschaffen, weil es noch keine flächen- - 2 - deckende Ladestation gibt. Es gibt auch keine, zumindest ist es uns nicht bekannt, hin- reichende Informationen, an wen sich der Bürger wenden kann, wenn er sich in diesem Bereich orientieren will, um eben auch perspektivisch zu sehen, wo es denn in seinem direkten Wohnbereich die Möglichkeit gibt, eine Ladestation vorzufinden. Von daher ist jetzt die Antwort der Verwaltung für uns noch nicht hinreichend, weil wir schon in die- sem Bereich aktiv sind und versuchen vorwärtszukommen. Wir wollten mit unserem Antrag noch mal anregen, dass wir noch mal mit mehr Kraft und Elan dieses Thema schnellstmöglich angehen. Jetzt verzeihen Sie, ich wende einen englischen Begriff an, das ist der sogenannte Tipping-Point einer Technologie, wenn wir davon ausgehen, dass manche Ladekapazität eines E-Mobilitäts-Autos zu 400, 500, 600 Kilometern Reichweite funktioniert, dann ist diese Technologie so weit, dass sie auch ein Massen- phänomen werden kann. Wenn wir uns jetzt anschauen, dass die deutschen Automobilbauer alle auf das Jahr 2019 oder 2020 zielen, um dann in diesen Massenmarkt wirklich einsteigen zu können, benötigen wir die Infrastruktur. Wir haben jetzt das Jahr 2017, und ob wir mit unserer Infrastruktur 2020 so weit aufgestellt sind, dass wir flächendeckend auch dem Normal- bürger eine entsprechende Lade-Facility anbieten können, daran glauben wir noch nicht. Deswegen war unser Antrag auch genau so gemeint, bitte mehr ehrgeizige Kon- zeption diesbezüglich aufbauen und auch, weil wir wissen, dass es Geld kostet, auch versuchen, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um das wiederum mit Förderprojekten zu koppeln, um unseren Haushalt möglichst wenig zu belasten. Letzter Punkt, es ist natür- lich auch eine Zukunftsinvestition, die unter Umständen auch die Stadtwerke selbst tä- tigen könnten. Stellen Sie sich vor, es wird ein Massenphänomen und die Stadtwerke Karlsruhe verfügen über ein flächendeckendes Angebot, dann ist das sicherlich auch eine Perspektive für die Stadtwerke, ab 2025 hoffentlich gewinnbringend Strom an die Kunden in Karlsruhe verkaufen zu können. Stadtrat Brenk (CDU): Zweifellos sollten wir die Elektromobilität ausbauen. Das Thema hat aber auch Grenzen. Ganz so positiv, wie das der Herr Hermann sieht, sehe ich dass als Unternehmer, der ein wenig mit Autos zu tun hat, nicht. Natürlich werden wir einen Zuwachs von Elektrofahrzeugen bekommen. Zweifellos ist es sinnvoll, die Ladestationen auszubauen, aber wir müssen auch erkennen, und das zeigt ja auch die umfangreiche Stellungnahme der Stadt, dass wir an sich schon ein fast lückenloses Netz in Karlsruhe haben. Wir dürfen in diesem Zusammenhang nicht vergessen, dass viele Investoren, große Generalunternehmer, die größere Wohneinheiten bauen, heute dafür sorgen, dass in diesen Einheiten zusätzliche Ladestationen gebaut werden. Natürlich benutzen auch die diese öffentlichen Fördermittel. Die Verwaltung sagt in ihrer Stellungnahme, dass die Auslastung eher gering ist. Es ist auch davon gesprochen worden, dass eine Ladestation teilweise nur einmal in der Woche belegt ist. Das wird sich auch in Zukunft nicht groß ändern, wir kennen uns alle, wir sind alle be- quem. Wenn wir die Wahl zwischen Treppenhaus und Aufzug haben, gehen wir in den Aufzug. So möchte der Autofahrer seine Ladestation nach Möglichkeit in der Nähe ha- ben. Schnellladestation, hat Herr Hermann angesprochen, da sind wir aber mit unseren deutschen Automobilen weit davon entfernt. Ich wüsste derzeit von keinem, das von einer Schnellladestation aufgeladen werden könnte. Der Einzige, den wir alle kennen, ist der Tesla. Zweifelsohne an jeder Bundesautobahn entlang, bei jedem Mc Donalds, - 3 - finden wir mehrere Schnellladestationen, das ist auch gut so. Wenn man dort hinfährt, kann man das Spektakel auch mal anschauen. Dann ist das in Ordnung, dass man in einer dreiviertel Stunde eben die nächsten, wie das Papier sagt, fünfhundert Kilometer fahren kann, in der Realität sind es dann aber zweihundert, zweihundertfünfzig, weil dann fertig ist. Wer mit dem Tesla jenseits von einhundertfünfzig unterwegs ist, der braucht eben diesen Strom. Trotzdem ist es richtig, dass wir unsere Infrastruktur, im Auge behalten, unsere Infrastruktur da wo es sein muss ausbauen, aber wir begrüßen auch, dass die Stadtverwaltung in Ihrer Stellungnahme gesagt hat, dass sie auch dort mit privaten Investoren im Gespräch ist, weil wir das Geld nicht haben. Ich habe es vor- hin schon gesagt, wir müssen in unseren Haushalt schauen. Bevor wir es ausgeben können, sollten wir es eingenommen haben. Deshalb schließt sich die CDU der Stel- lungnahme der Stadtverwaltung an. Stadträtin Mayer (GRÜNE): Wenn man sich das Thema Elektroautos und Ladeinfra- struktur ansieht, dann haben wir hier ein ganz klassisches Henne-Ei-Problem. Die Ver- waltung hat gut beschrieben, es macht nicht viel Spaß ein Netz auszubauen, wenn we- nige Nutzer da sind und die bestehende Infrastruktur nicht richtig ausgelastet ist. Zum anderen sind da die Leute, die sich überlegen ein Elektroauto zu kaufen, die in den Bür- gerbegehren auch öfter beschrieben sind, die Probleme damit haben, wenn keine La- destation in ihrer Nähe ist. Deswegen finden wir die Antwort der Verwaltung erst mal so richtig, nämlich das bestehende Konzept so fortzuführen, dass die Lücken, die da sind, geschlossen werden, dass man gut durchdacht auch neue Stationen aufbaut und dass man möglichst ein flächendeckendes Netz in Karlsruhe anbieten kann, um diesen Kreis eben zu durchbrechen und von öffentlicher Seite fördernd einzugreifen. Was man aber auch ganz deutlich bei der Elektromobilität sehen muss, sind die Risiken. Zum einen Mal ganz klar, wir wissen noch immer nicht, ob die Elektromobilität sich letztlich durchsetzt. Im asiatischen Raum sehen wir gerade ganz große Technolo- giesprünge, auch mit den Wasserstoffzellen, die sind in Deutschland noch nicht so weit vorne, aber das kann in der Zukunft kommen. Auch darauf muss man sich eventuell einstellen. Ein konkretes Problem sind die Ladeinfrastrukturen, denn wenn wir einen in Deutschland zunehmenden Anteil an Elektrofahrzeugen haben, dann wird das sicher auch damit einhergehen, dass wir neue Anforderungen an Ladesysteme haben, dass es schneller gehen muss, dass vielleicht auch Systeme wie eine Induktionsspule in der Stra- ße, die direkt auflädt, mitbedacht werden muss. Wenn wir jetzt ganz massiv in den Ausbau gehen würden, hätten wir mit Sicherheit auch hohe versunkene Investitionen und ein veraltetes Strukturnetz. Da sollte man verstärkt vonseiten der Verwaltung schauen, wie entwickelt sich das und auf die Bedarfe direkt reagieren, sodass wir mit Sicherheit noch vorne mit dabei sind, aber jetzt nicht vorschnell über die Bedarfe agie- ren und dann ein veraltetes Netz haben. Stadtrat Haug (KULT): Ich denke, dem elektrischen Antrieb gehört ein Teil der mobi- len Zukunft, und dabei ist eine leistungsfähige Ladeinfrastruktur für die Akzeptanz von großer Bedeutung. Ein Punkt ist wesentlich die öffentliche Zugänglichkeit der Ladestel- len, wahrscheinlich wird es am Ende auch nicht ohne privatwirtschaftliche Initiative in dem Bereich gehen. Wir hoffen natürlich, dass wir durch eine stark steigende Elektro- flotte bei der Stadt, den Bedarf an Ladeinfrastruktur steigern. - 4 - Stadtrat Hock (FDP): Kollegin Mayer von den GRÜNEN, hat mir genau das abgenom- men, was ich auch sagen wollte. Die Entwicklung der E-Mobilität ist noch mal zu hinter- fragen, ob es dann wirklich die Technologie ist, die in Zukunft der Heilsbringer sein wird. Im asiatischen Raum hat sie genannt, gibt es jetzt schon wieder ganz andere Din- ge, also von daher glaube ich, dass wir mit dem bestehenden Netz, was wir jetzt haben und was uns die Verwaltung hier aufgeschlüsselt hat, jetzt schon ziemlich weit bei der E-Mobilität sind, aber wir müssen genau aufpassen, damit wir, dann wenn es wirklich in diese Richtung geht, und das nicht nur beim Tesla, die Fahrzeuge, die Herr Brenk gera- de genannt hat, die jetzt auch im Absatz den größten Markt haben, noch mehr forciert wird, dann müssen wir natürlich reagieren, aber ich denke wir sind jetzt im Moment noch gut aufgestellt und wir sollten wirklich die Entwicklung abwarten, damit wir nicht auf das falsche Pferd setzten. Stadtrat Wenzel (FW): Mein Kollege Hock hat jetzt das Thema angesprochen, nicht aufs falsche Pferd setzen. Ich habe vor kurzem einen Fachmann aus Beförderungstech- nologien zufällig getroffen und mit ihm gesprochen. Er sagte, wir wissen tatsächlich noch nicht, wo lang es geht. Wichtig ist der Einklang, er hat es mir dermaßen erklärt und deshalb ist auch Ihre Antwort für mich zufriedenstellend. Wir müssen das wie bei einem Tankflugzeug sehen, der Flieger und das Tankflugzeug müssen parallel fliegen. Fliegt der eine zu schnell, kann der andere nicht laden, fliegt der andere zu langsam, gibt es eine Katastrophe, also aus finanzieller Sicht. Deshalb denke ich, wir müssen das mit Augenmaß verfolgen, und das haben Sie auch sehr gut in Ihrer Verwaltungsantwort beschrieben. Stadtrat Schmitt (parteilos): Der SPD-Antrag suggeriert, dass das Fehlen von Elektro- autos am Fehlen von Ladestationen liegt. Herr Hermann, Sie haben darauf hingewiesen, dass nur Eigentümer von Ein- oder Zweifamilienhäusern die Möglichkeit hätten, heute ein Elektroauto anzuschaffen, weil sie es auch in ihrer Garage laden können. Fakt ist aber, dass auch die Leute, die die Möglichkeit dazu hätten, kein Elektroauto kaufen. Sonst wäre ja dieser Bonus, den die Regierung zur Verfügung gestellt hat, innerhalb kurzer Zeit ausgeschöpft gewesen. Im Gegenteil, er wurde sehr selten in Anspruch ge- nommen. Das Problem sind nicht die Ladestationen, sondern die Reichweite der Autos. Ich habe eine Garage, könnte auch ein Elektroauto kaufen, aber das mache ich nicht, weil ein Elektroauto kein vollwertiges Auto ist, außer bei Tesla liegen die Reichweiten im indiskutablen Bereich. Das heißt also, Leute die ich kenne und ein Elektroauto gekauft haben, haben ihn als Zweitwagen gekauft, weil sie große Strecken mit ihrem Benziner oder Diesel fahren und kurze Strecken mit dem Elektroauto. Das heißt, ihr Vorschlag würde dazu führen, dass es mehr Autos in Karlsruhe geben wird. Niemand schafft sei- nen Verbrenner ab, um dann mit einem Elektroauto zu fahren, dafür sind diese Autos bisher nicht ausgereift. Ich kann ein Beispiel nennen, vor einigen Wochen hat die Taxi- Innung einen E-Mobilitätstag veranstaltet, ich war dort eingeladen und bin auch hinge- fahren. Es gab dort einen Tesla und einige deutsche Produkte, ich bin mit einer Merce- des B-Klasse gefahren, es war sehr interessant für mich, ich bin zum ersten Mal mit ei- nem Elektroauto gefahren. Das gleiche Auto hat auch der Chef der Taxi-Innung, und deswegen habe ich ihn gefragt, dieses Fahrzeug wird mit einer Reichweite von 380 km angegeben. Was war das Längste, was Sie bisher ohne aufzuladen gefahren sind, bitte um eine ehrliche Antwort. Er sagte einhundertachtzig Kilometer. - 5 - Stadtrat Dr. Schmidt (AfD): Der Vorteil eines Elektromotors besteht darin, dass er im niedrigen Drehzahlbereich sehr viel Leistung abgeben kann. Das heißt, mit so einem Tesla, kann man richtig toll beschleunigen. Das ist also viel besser als bei einem Benzin- motor, wenn es darum geht, möglichst schnell zu beschleunigen. Die Leute, die sich einen Tesla als Zweitwagen leisten können, die können dann von einem guten Netz an Ladestationen profitieren, wenn sie diese dreihundert Kilometer, von einem Mc Donalds zum nächsten fahren. Die Frage, ob das Ganze zu weniger CO 2 -Ausstoss führt, muss leider mit nein beantwortet werden. Richtig, wir haben noch Kernkraftwerke, im Mo- ment in Philippsburg bis 2019, in Neckarwestheim bis 2021, und so lange ist es tatsäch- lich sinnvoll, ein Elektroauto zu fahren. Danach wird dieser Strom aus Kohlekraftwerken kommen. Wir haben hier wenig Sonne, wir haben hier wenig Wind, der Hauptteil unse- res Stroms kommt aus Kohlekraftwerken, das heißt, es muss Kohle verbrannt werden, es muss CO 2 produziert werden, um diesen Strom zu produzieren. Jetzt hat so ein Koh- lekraftwerk schon mal einen Wirkungsgrad von vierzig Prozent. Deutschland reicht eben nicht, was die Sonne angeht. Wenn ich den Akku lade, verliere ich noch mal die Hälfte, also mal fünfzig Prozent, dann habe ich nur noch zwanzig Prozent, dann habe ich noch die ganze Reibung und alles das, was ich beim Betrieb des Elektromotors auch an De- ckungsgrad verliere, das heißt, am Ende komme ich so bei zehn Prozent heraus. Da ist es aber viel sinnvoller, ein direkt mit Benzin betriebenes Auto zu fahren, weil der Wir- kungsgrad dort deutlich höher ist, weil direkt bei der Verbrennung die ganze Leistung abgebe, ich erzeuge weniger CO 2 pro Kilometer. Bei diesem Antrag geht es nicht da- rum, CO 2 einzusparen, aber es muss uns klar sein, dass wir damit in der Summe am En- de mehr CO 2 produzieren werden. Was einem natürlich zu denken gibt ist dass diese bereits existierenden Stationen gar nicht genutzt werden. Da ist die Frage, ob es sinnvoll ist, das Ganze weiter auszubauen. All dieser Dinge muss man sich erst mal bewusst sein. Vielleicht kann man ja dieses Konzept weiter verfolgen, dass man erst mal schaut, ob die Auslastung hoch geht und wenn man merkt, dass es so ist, der Bedarf ist da, dass man dann reagiert und Geld in die Hand nimmt, um weitere Stationen zu bauen. Solange kein Bedarf da ist, noch mehr zu bauen, halte ich es wirtschaftlich gesehen nicht für sinnvoll. Der Vorsitzende: Das war der letzte Redebeitrag. Der Antragsteller hat, inhaltlich glaube ich, eine gewisse Zufriedenheit mit der Antwort, es fehlen ein wenig Elan und Leidenschaft, die sage ich Ihnen zu. Dann schauen wir, dass wir das so voranbringen. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt – Ratsangelegenheiten 19. Mai 2017