Bericht zur Delegationsreise des Ministerpräsidenten des Landes Baden-Württemberg nach Indien: Ergebnisse für Karlsruhe

Vorlage: 2017/0089
Art: Beschlussvorlage
Datum: 06.02.2017
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Wirtschaftsförderung
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Hauptausschuss (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 07.03.2017

    TOP: 1

    Rolle: Kenntnisnahme

    Ergebnis: Kenntnisnahme

Zusätzliche Dateien

  • Bericht Indienreise
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister BESCHLUSSVORLAGE Vorlage Nr.: 2017/0089 Verantwortlich: Dez.4 Bericht zur Delegationsreise des Ministerpräsidenten des Landes Baden-Württemberg nach Indien: Ergebnisse für Karlsruhe Beratungsfolge dieser Vorlage Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis Hauptausschuss 07.03.2017 1 x Beschlussantrag Der Hauptausschuss nimmt den Bericht zur Delegationsreise vom 22. bis 29. Januar 2017 unter Leitung von Herrn Ministerpräsident Kretschmann zur Kenntnis. Finanzielle Auswirkungen (bitte ankreuzen) x nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Haushaltsmittel stehen Wählen Sie ein Element aus. Kontierungsobjekt: Wählen Sie ein Element aus. Kontenart: Ergänzende Erläuterungen: ISEK-Karlsruhe-2020-relevant nein ja Handlungsfeld: Wählen Sie ein Element aus. Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein X ja abgestimmt mit KEG, KTG Ergänzende Erläuterungen Seite 2 1. Delegationsreise unter Leitung von Herrn Ministerpräsident Kretschmann vom 22. bis 29. Januar 2017 Eine Delegation aus 120 Vertreterinnen und Vertretern von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft des Landes Baden-Württemberg um den Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann, der Wirt- schaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, dem Verkehrsminister Winfried Hermann sowie der Staatssekretärin Petra Olschowski bereiste zwischen dem 22. und 28. Januar Indien. Es wur- den die Städte Pune und Mumbai im Bundesstaat Maharashtra und die Stadt Bangalore im Bundesstaat Karnataka besucht. Das Land Baden-Württemberg und der Bundesstaat Maha- rashtra stehen seit vielen Jahren in einem engen wirtschaftlichen und kulturellen Austausch. Die wichtige Bedeutung der Städtepartnerschaften zwischen Mumbai und Stuttgart sowie Pune und Karlsruhe wurde durch die mitreisenden Oberbürgermeister Fritz Kuhn aus Stuttgart und Dr. Frank Mentrup aus Karlsruhe unterstrichen. Deutschland ist einer der wichtigsten Handelspartner Indiens. Das Handelsvolumen beider Län- der liegt über 3 Milliarden Euro, wobei die Ausfuhren der deutschen Wirtschaft die Einfuhren aus Indien deutlich übersteigen. Auch im Bereich Wissenschaft sind Indien und Deutschland seit mehr als 60 Jahren starke Partner und besonders Fraunhofer ist in Indien sehr aktiv. Die Reise- gruppe aus Vertreterinnen und Vertretern von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft des Landes Baden-Württemberg teilte sich in zwei Teildelegationen auf: „Smart Cities“, angeführt von Ver- kehrsminister Hermann und „Innovative Technologien“, angeführt von Wirtschaftsministerin Dr. Hoffmeister-Kraut. Die Teildelegation „Smart Cities“ war in den „Smart City Kongress“ eingebunden, den die Ma- haratta Chamber of Commerce, Industry and Agriculture (MCCIA), einer der Kooperations- partner der Wirtschaftsförderung Karlsruhe, in der Stadt Pune alljährlich abhält. Dieser Kongress steht im Zusammenhang mit der umfangreichen „Smart Cities India Initiative“ der Modi- Regierung, die sich zum Ziel gesetzt hat, das Leben in den weiterhin stark wachsenden Städten Indiens mit Hilfe neuer Technologien zu verbessern. Thematisch umfassen die unter dieser Initia- tive eingereichten Projekte zum Beispiel Verkehrssysteme für den städtischen Raum, eine nach- haltige Wasser- und Energieversorgung, sowie moderne Abfallsysteme. Karlsruher Firmen wie Init und PTV können zu diesen Problemstellungen die passenden Lösungen liefern. Neben der Hauptdelegation stellte Karlsruhe weitere thematische Teildelegationen zusätzlich wie der Ex- perten-Delegation des EnergieForums Karlsruhe, einer Kultur- und Eventdelegation und einer Tourismus-Delegation Karlsruhe und Schwarzwald. Insgesamt umfasste die Delegation aus Karlsruhe und der TechnologieRegion 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. 2. Ergebnisse, strategische Kooperationen in Themen Als Ergebnisse aus den Betriebsbesuchen, Veranstaltungen und Einzelgesprächen kann die Wirt- schaftsförderung für die weitere strategische Ausrichtung der Kooperation mit Indien festhalten: BW-Verbindungsbüro in Pune: Die Landesregierung verkündete während der Delegationsreise das Karlsruher Innovation Office in Pune als Verbindungsbüro für gesamt Baden-Württemberg aufzuwerten und sich finanziell zu beteiligen. Pune wird nun Schaltzentrale für Kooperationen im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen Maharashtra und Baden-Württemberg. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 Smart Cities Projekt - Neues Quartier in Pune "Gathagram": Das planende Ingenieur- und Projektentwicklungsbüro Planquadrat hat Erfahrungen seit 2006 mit neuen Materialien (Lehm statt Zement) oder Technologien zur Wasser- und Energieversor- gung insbesondere im Wohnungsbau, Apartmenthäusern oder Stadtquartieren in Pune und Neu Dehli. Das Projekt für ein rund 30.000 Einwohner fassendes neues Stadtviertel wird zum ersten "First Carbon neutral City in India". Für diesen neuen Stadtteil von Pune wird Planquad- rat den Masterplan entwickeln. Eine neue Gesetzgebung der indischen Regierung wird einige Regulierungen zum Vorteil zur Umsetzung zulassen und auch Förderung aus dem Programm "Smart Cities in India" möglich machen. Partner aus Karlsruhe sind bisher die Hochschule für Technik und Wirtschaft und das Fraunhofer Institut Chemische Technologie (ICT). Die Hochschule wird dabei die Simulation der Gebäude zur Standortoptimierung übernehmen und das Fraunhofer ICT wird Expertenwissen zu Themen- stellungen der Energiespeicherung beitragen. Weitere Stadtviertel sollen in Ihrer Entwicklung mit Kompetenzen aus Karlsruhe geplant und aufgesetzt werden. Zusammenarbeit mit der Stadt Pune: Die Stadtverwaltung von Pune hat folgende Handlungsfelder einer gemeinsamen Zusammenar- beit vorgeschlagen: Die Stadt Pune will ihre Start-Up-Aktivitäten unter dem NGO-Dach einer Stiftung zusam- menfassen und professionalisieren. Pune soll innerhalb weniger Jahre vom Platz 5 auf den Platz 1 in Indien im Bereich der Start-Up-Gründungen aufrücken. Dazu sind sie sehr an den jahrzehntelangen Start-Up-Förderungserfahrung der Stadt Karlsruhe interessiert und erbitten Informationen. Die Stadt Karlsruhe ist wiederum an den sehr erfolgreichen Partizipationsstrategien der Stadt Pune bei der Entwicklung einer Smart-City-Strategie interessiert. Hier ist es gelungen, insbe- sondere auch durch die Einbeziehung der sozialen Medien, 500.000 der rund 3,5 Mio. Ein- wohnerinnen und Einwohner zu beteiligen. Darüber hinaus ist eine Kooperation bei den Strategien zur Modernisierung der Stadt im Hinblick auf öffentlichen Personennahverkehr, Sauberkeit, Grünanlagen und der Digitalisierung von Dienstleistungen aller Art angedacht. Auch soziale und gesellschaftliche Themen sollen über den Wissenschafts- und Wirtschafts- austausch in den Fokus kommen. Ein erster Schritt der Intensivierung der Zusammenarbeit wird der geplante Besuch von Ku- nal Kumar, dem Verwaltungsdirektor der Stadt Pune zu den India Summer Days vom 14.07. bis 16.07.2017 und der ebenfalls stattfindenden Wirtschaftskonferenz „Make in India“ sein. Die Einladung für den Besuch hat Herr Kumar bereits angenommen. Die Vertiefung des Aus- tauschs und Start-Up-Projekte – vom Perfekt Futur bis zum Technologiepark sollen im Mittelpunkt des Besuchs stehen. Veranstaltung "Invest in Germany": In einer Veranstaltung organisiert von der deutschen Botschaft, der Bundesagentur German Trade and Invest mit rund 100 Teilnehmern und Unternehmen stellt Frau Wirtschaftsministerin Hoffmeister-Kraut den Standort Baden-Württemberg vor; aus Karlsruhe die Themen CyberFo- rum und StartUp-Förderung. In der Diskussion mit der Deutsch-Indischen Außenhandelskammer und Invest India wurde das Thema StartUp-Förderung im Kontext der deutsch-indischen wirt- schaftlichen Zusammenarbeit herausgestellt. Gleichzeitig wurden im Smart Cities Kontext die Themen Wohnbau und regenerative Energien von indischen Teilnehmern adressiert. Ergänzende Erläuterungen Seite 4 Event/Kultur: Als erste, konkret erlebbare Abbildung der Partnerschaft zwischen Maharashtra und Baden- Württemberg werden die India Summer Days im Juli 2017 unter Regie der KEG im Rahmen des Vor-Festes durchgeführt – unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Winfried Kretsch- mann. Mit den Vertretern der indischen Seite wurde besprochen, ein soziales Dorfprojekt in Maharashtra mit Erlösen aus speziellen Aktionen während der Summer Days zu fördern. Die Unterstützung kommt dabei unter anderem vom Tourism-Board des indischen Bundestaates Maharashtra. Herr Jaykumar Rawal (Minister Tourism), hat im Rahmen der Delegationsreise per- sönlich an einem Abendempfang teilgenommen und die Teilnahme zugesagt. Zudem werden Künstlerinnen und Künstler aus den Bereichen Tanz, bildende Kunst, Musik nach Karlsruhe rei- sen. Ein weiterer Partner ist das größte Event- und Medienunternehmen Maharashtras, die „SAKAL Group“. Sie war Ausrichter des Delivering Change Forums (siehe ZKM), die Kontaktan- bahnung erfolgte über die KEG. Zudem wird es eine Kooperation mit dem „Indischen Film- Festival“ in Stuttgart geben, das 2017 bereits zum 14. Mal vom Filmbüro Baden-Württemberg veranstaltet wird. Angedacht ist eine Präsentation bei den India Summer Days in Karlsruhe. Beim Abendempfang im Goetheinstitut Pune wurden die Schlosslichtspiele Karlsruhe und das „Pune Festival Ganesh Lighting“ gemeinsam präsentiert und eine Kooperation besprochen. Gleichzeitig wurde eine indische Tanzgruppe eines Schülers der Karlsruherin Sascha Waltz prä- sentiert und für den Sommer eingeladen. Das Goetheinstitut befördert weiterhin eine Koopera- tion zwischen dem Pune International Film Festival und den Karlsruher Independent Film Days. Nationalpark SNGV Mumbai und Filmindustrie Bollywood: Die Wirtschaftsförderung und Experten des EnergieForums begleiteten die Gespräche zur Ko- operation zwischen Schwarzwald-Touristik und einem der größten Nationalparks mitten in einer der größten Megastädte der Welt. Hier konnten die Themen Ressourcenschonung und Energie- kompetenz in Mumbai angesprochen werden. Vor dem Hintergrund eines kommenden Besuchs der indischen Betreiber in Karlsruhe, dem Nationalpark Schwarzwald und dem Nationalpark SNGV Mumbai zeichnen sich Anfänge einer Partnerschaft ab. Bei einem Treffen zur Vorstellung der Film- und Drehdestinationen im Schwarzwald wurde von der Karlsruher Tourismus Delegati- on das Angebot unterbreitet, Partnern aus Bollywood bei den Themen Filmförderung und Kon- takten zu innovativen Anwendungen der Kreativwirtschaft zu unterstützen. Das Interesse an Drehorten im Schwarzwald war spürbar. Konferenz "Delivering Change Forum“: Das ZKM hatte einen zentralen Anteil beim „Delivering Change Forum“ im Nehru- Konferenzzentrum in Mumbai und war mit einer allseits beachteten Präsentation vor Ort. Diese Konferenz, die die Sakal Media Foundation, eine Stiftung der größten Mediengruppe Maha- rashtras, veranstaltete und zu der über 700 Teilnehmende aus ganz Asien angereist waren, be- schäftigte sich mit den globalen Veränderungsprozessen und wie sie sich sinnvoll gestalten und steuern lassen. Einige der Strategien sollten auch im Zusammenhang mit den Themen Bürgerbe- teiligung und SmarterCity für Karlsruhe geprüft werden. Das ZKM in Mumbai hatte einen gelungenen Auftritt für das Innovationspotential der Stadt Karlsruhe. Gemeinsamen mit seinem indischen Partner Sakal Media Group hat das ZKM am 24. und 25.01.2017 einen zweitägigen Kongress zum Thema "Delivering Change: Innovation, Transformation and Change in todays world" (Veränderung: Innovation, Transformation und Wandel in der heutigen Welt) veranstaltet. Eröffnet wurde der Kongress vom Chief Minister des Bundesstaates Maharashtra, Devendra Fadnavis, in den einzelnen Sessions des Kongresses wa- ren weitere vier Minister seines Kabinetts involviert. Der Referenten- und Teilnehmerkreis war mit Vertretern aus der Wirtschaft, dem Venture Capi- tal, der Startup-Szene und der Wissenschaft, die aus den USA, Israel, Südafrika, Indien, Malaysia Ergänzende Erläuterungen Seite 5 und Deutschland (bzw. Baden-Württemberg) kamen, insgesamt sehr international besetzt. Vor allem die engen Beziehungen zwischen Indien, Israel und Deutschland spielten eine bedeutende Rolle. Auf Einladung von Abihijt Pawar (Sakal Media Group, Delivering Change Foundation) hat das ZKM den zweiten Tag des Kongresses konzipiert und dazu Vertreterinnen und Vertreter aus Kunst, Design und Wissenschaft eingeladen, um die Bedeutung der Gestaltung des digitalen Wandels durch Kunst und Wissenschaft vorzustellen. Um das Potential des Zusammenspiels von Kunst und digitaler Technologie anschaulich zu machen, hat das ZKM dazu auch eine Ausstel- lung mit interaktiven Kunstwerken präsentiert. Ein Teil der Delegation des Landes Baden- Württemberg und der Stadt Karlsruhe kamen bereits zur ZKM-Session des Kongresses aus Pune nach Mumbai angereist. Frau Staatsministerin Olschowski eröffnete die ZKM-Session. Das ZKM wurde als internationale Ideenplattform und als Impulsgeber für die Themen des Kon- gresses wahrgenommen. Chief Minister Devendra Fadnavis war wie viele der 700 Kongressteil- nehmerinnen und -teilnehmer begeistert von der ZKM-Ausstellung und spielte lange mit den virtuellen Seifenblasen der Installation "Bubbles". Auch zu den anderen Installationen wie dem "Sound-Pfad", "Portrait on the Fly" und "ABC" sowie einer VR-Umgebung und zur Präsentati- on der "Schlosslichtspiele" kamen viele Nachfragen und Inspirationen zu Anwendungen, Wei- terentwicklungen und zukünftigen Kooperationen. Zum Abschluss des Kongresses kam die große Delegation des Landes Baden-Württemberg und der Stadt Karlsruhe zum gemeinsamen Gala-Dinner nach Mumbai, um dort zu einem regen Gedankenaustausch mit den internationalen Referentinnen und Referenten des Kongresses aus Wirtschaft und Kultur sowie mit hohen indischen Regierungsvertretern zusammenzutreffen. Aus den interessanten Kontakten, die sich für das ZKM ergaben, werden sich noch spannende Pro- jekte entwickeln. Es ist z. B. geplant, das Delivering Change Forum mit einem Folgekongress auch nach Karlsruhe zu bringen. Mit einigen der Kongress-Referentinnen und -Referenten ha- ben sich noch in Mumbai bereits recht konkrete wissenschaftlich-künstlerische Projektideen entwickelt. Die Goethe-Institute in Mumbai und Pune wünschen sich einen regen Austausch und gemeinsame Programme mit dem ZKM. 3. Ausblick 2017 und Fazit für Karlsruhe Aus der Partnerschaft zwischen Karlsruhe und Pune könnten sich wertvolle weitere Impulse nicht nur auf den Feldern Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung, sondern auch auf kulturel- lem, sozialem und gesellschaftlichem Gebiet entwickeln. In Pune herrschten eine beeindruckende Aufbruchsstimmung und eine enorme Dynamik mit sichtbaren Fortschritten in der Stadtentwicklung. Die Stadt ist deutlich sauberer geworden, die Verkehrslenkung ist verbessert und beim Ausbau des öffentlichen Busverkehrs sind große Fort- schritte erreicht worden. Konsequent sind Bürgerbeteiligung und Nachhaltigkeit in Pune zu ei- nem festen Standard bei allen Projekten geworden. Eine intensivere Zusammenarbeit zwischen der indischen Millionen-Stadt und Partnern aus Karls- ruhe und der gesamten TechnologieRegion Karlsruhe erzielt Vorteile auf allen Seiten. Ergänzende Erläuterungen Seite 6 Beschluss: Antrag an den Ausschuss Der Hauptausschuss nimmt den Bericht zur Delegationsreise vom 22. bis 29. Januar 2017 unter Leitung von Herrn Ministerpräsident Kretschmann zur Kenntnis.

  • Protokoll Sitzungseröffnung und TOP 1
    Extrahierter Text

    NIEDERSCHRIFT Stadt Karlsruhe Gremium: 20. Sitzung Hauptausschuss Termin: 7. März 2017, 16:30 Uhr öffentlich Ort: Großer Sitzungssaal, Rathaus Marktplatz Vorsitzende/r: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 1. Punkt 1 der Tagesordnung: Bericht zur Delegationsreise des Ministerpräsidenten des Landes Baden-Württemberg nach Indien: Ergebnisse für Karlsruhe Vorlage: 2017/0089 Beschluss: Der Hauptausschuss nimmt den Bericht zur Delegationsreise vom 22. bis 29. Januar 2017 unter Leitung von Herrn Ministerpräsident Kretschmann zur Kenntnis. Abstimmungsergebnis: zur Kenntnis genommen Der Vorsitzende eröffnet die Sitzung, begrüßt die Anwesenden, verweist auf die rechtzei- tig zugegangene Einladung zur Sitzung und die nachträglich abgesetzten Tagesordnungs- punkte 3 und 4. Er stellt die Beschlussfähigkeit des Ausschusses fest und ruft Tagesordnungspunkt 1 zur Behandlung auf. Nach der kritischen Diskussion im vergangenen Jahr, die es in Zusammenhang mit den In- dienaktivitäten gegeben habe, sei es ihm besonders wichtig, die entsprechenden Ergebnis- se und Aktivitäten vorzustellen. Die 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Delegations- reise konnten sehr stark deutlich machen, dass es von der Stadt Karlsruhe, Wirtschaft, Wis- senschaft und Politik ein starkes Interesse gebe, zwischen dem Land Baden-Württemberg und dem Bundesstaat Maharashtra aktiv zu werden. Baden-Württemberg International, die für die Landesregierung Aktivitäten organisieren, strukturieren und vorantreiben, haben viele Handlungsfelder und Ideen aufgenommen und agieren unterstützend. In diesem Jahr sei in Karlsruhe, durch die Indian Summer Days und der begleitenden Wirtschaftskonfe- renz, Indien erstmals im öffentlichen Raum präsent. Den Bürgerinnen und Bürgern könne man dadurch das Angebot unterbreiten, sich kulturell aber auch durch verschiedene ande- re Angebote intensiv mit Indien auseinanderzusetzen. Einer der größten Erfolge sei, dass das Karlsruher Innovation Office in Pune als Verbindungsbüro für gesamt Baden- Württemberg aufgewertet worden sei. Von daher bekomme Karlsruhe auch einen unmit- telbaren Zugang zu den Entwicklungen und Aktivitäten des Landes. Es sei aber auch eine wichtige Bestätigung für die Professionalität und die Aktivitäten der Stadt Karlsruhe. Auch - 2 - die Zusammenarbeit des ZKM mit der Delivering Change Foundation sei außerordentlich erfolgreich und werde noch größeren Raum einnehmen. Er wolle zukünftig in regelmäßigen Abständen über die Ergebnisse der Partnerschaft be- richten und zu gegebener Zeit diskutieren, wie und ob dieses Engagement weitergeführt werden solle. Stadtrat Konrad (GRÜNE) teilt mit, seine Fraktion freue sich, dass in diesem Bereich et- was passiere und dass die Beziehung zwischen Karlsruhe und Indien beziehungsweise Ba- den-Württemberg und Indien gut funktioniere. Man freue sich ebenfalls über das Engage- ment des Landes und darüber, dass das Land den Fokus auf Karlsruhe lenke. Seiner Frakti- on sei für die Zukunft wichtig, dass mit Zielen und einer regelmäßigen Erfolgskontrolle ge- arbeitet werde und die Ergebnisse dann auch kritisch hinterfragt werden. Abschließend möchte er wissen, wie es um eine Zusammenarbeit im Bereich der Umwelttechnologien bestellt sei. Stadtrat Pfannkuch (CDU) berichtet, er habe mitverfolgen dürfen, welche Bemühungen im Fall der Partnerstadt Krasnodar angestellt worden seien, um beispielsweise die wirt- schaftliche Zusammenarbeit zu fördern. Allerdings habe man eine Zäsur hinnehmen müs- sen. Er hoffe jedoch, dass nach Bewältigung der politischen Probleme wieder an alter Stelle angeknüpft werden könne. Nichtsdestotrotz zeige die Erfahrung, dass sehr viel in eine Städtepartnerschaft investiert werden müsse. Die aktuelle Vorlage sei sehr stark auf kulturelle Erfahrungen ausgerichtet. Ihm fehle die konkrete Formulierung dessen, was man sich auch an wirtschaftlicher Zusammenarbeit vorstellen könne. Dieser Ausblick sei noch nicht besonders konkret herausgearbeitet wor- den. Stadtrat Kalmbach (GfK) entgegnet, die Zusammenarbeit mit Krasnodar und Pune kön- nen nicht verglichen und kein Zusammenhang hergestellt werden. Auch ihm sei wichtig, dass in Bezug auf die Partnerschaft mit Pune klare und präzise Ziele formuliert und aufge- nommen werden und in einem Jahr die Zielerreichung überprüft werde. Der Vorsitzende ist der Auffassung, das Beispiel Krasnodar sei gut geeignet, um auch Begrenztheiten kommunaler Verknüpfungen mit der Wirtschaft aufzuzeigen Die Verwal- tung könne nicht direktiv handeln. Ein eigenständiges Interesse der Wirtschaft zu expandie- ren müsse gegeben sein. Dazu komme noch die Schwierigkeit, dass Krasnodar Interesse an Wirtschaftszweigen habe, die Karlsruhe nicht zu ihren Kernkompetenzen zähle. Diese bei- den Faktoren, weniger die politische Situation, seien ausschlaggebend, dass sich seit länge- rer Zeit nichts verändere, auch wenn sich die IHK und die städtische Wirtschaftsförderung besonders engagieren. Bezugnehmend auf Indien stelle Karlsruhe bei Bedarf lediglich Verbindungen her oder bringe sich bei Visaanträgen ein. Hier können über das Verbindungsbüro Netzwerke ange- boten werden, die bereits reichlich bespielt werden. Es gebe jedoch noch nicht viele Unter- nehmen, die nach dem Bespielen dieser Netzwerke gesagt haben, Karlsruhe sei die große Pforte nach Deutschland oder Baden. Umgekehrt gebe es allerdings durchaus die ersten Kontakte, die allmählich ihre Früchte tragen. Es dürfe nicht die Erwartungshaltung entste- hen, dass die Stadt Karlsruhe die Verantwortung dafür übernehme, dass in der Wirtschaft - 3 - oder in irgendeinem anderen Bereich Ergebnisse erzielt werden müssen. Es müsse gelin- gen, Partner auf der einen Seite mit Partnern auf der anderen Seite zu verbinden, sodass ein Mehrwert insgesamt für Karlsruhe und für alle Beteiligten entstehe. Im kulturellen Be- reich sei man bereits sehr weit im gegenseitigen Austausch, auch zwischen den Institutio- nen. Dafür sei man in anderen Bereichen noch nicht so weit. Die Kosten, die von Stadtrat Konrad angesprochen worden seien, belaufen sich auf unge- fähr 50.000 Euro im Jahr. Es sei keine astronomische Summe, aber auch 50.000 Euro müs- sen gerechtfertigt sein. Man habe zunehmend Wirtschaftsunternehmen aus Karlsruhe, de- nen diese Kontakte äußert wichtig seien und die dafür auch bereit seien zu bezahlen. Diese Gelder refinanzieren wiederrum das Verbindungsbüro und senken städtische Kosten. Aus seiner Sicht funktioniere das Thema Umwelttechnologie in den Bereichen, in welchen mit sehr anwendungsorientierten Lösungen ein Knowhow für dortige Projekte geboten werden könne. Es sei bereits ein Vertrag zwischen der Hochschule für Wirtschaft und Technik und einer dortigen Entwicklungsgesellschaft unterschrieben worden, die einen neuen Stadtteil mit ca. 30.000 Einwohnern hochziehe. Dieser Stadtteil solle energieneutral und frei von CO2 sein. Es werde die Simulationstechnologie der Hochschule genutzt, um heraus zu finden, welche Gebäudetypen und in welcher Anordnung für das beste Binnen- klima sorgen. Solches Knowhow könne durch die Partnerschaft und intensivere Zusam- menarbeit zwischen Karlsruhe und Indien vermittelt und Kooperationspartner zusammen- gebracht werden. Durch die Delegationsreise seien sehr gute Kontakte entstanden. Er nehme den Auftrag gerne an, hier regelmäßig über Aktivitäten und Ergebnisse zu be- richten und Ziele zu formulieren. Er sehe zwischen Karlsruhe und Indien jedoch nicht den Beginn einer klassischen Städte- oder Projektpartnerschaft. Es werde zwar durchaus ge- meinsame Projekte geben, aber nicht in einer kontinuierlichen Fortentwicklung. Die Stadt Pune sei in einigen Bereichen viel weiter als Karlsruhe. Pune habe besonderes Interesse da- ran, über die Karlsruher Start-Up-Aktivitäten und die verschiedenen Strukturen Informatio- nen zu erhalten und davon zu profitieren. Dies sei ein klares Ansinnen des dortigen Stadt- direktors. Ein erster Schritt der Intensivierung der Zusammenarbeit sei der Besuch im Juli. Bürgermeisterin Luczak-Schwarz spricht einen offenen Auftrag an die Wirtschafsförde- rung an, der sich gerade in Bearbeitung befinde. Es sei seitens des Gemeinderates gefor- dert worden, die Ausgaben und das Return on Investment der Reise nach Indien darzustel- len. Der Vorsitzende habe bereits darauf hingewiesen, dass eine solche Kalkulation äußert schwierig sei. Diese Meinung teile sie auch. Selbstverständlich müssen die Mittel sorgfältig eingesetzt werden und es dürfe nicht nur Indien profitieren. Dieser Aspekt müsse im Rah- men der Betrachtung durch die Wirtschaftsförderung einfließen. Stadtrat Wohlfeil (KULT) erkundigt sich, ob auch im Bereich Bildung eine Zusammenar- beit geplant sei. Start-Up-Aktivitäten entstehen oft aus Studierendengruppen heraus und daher sei es von Vorteil, wenn bereits entsprechende Kontakte vorhanden seien. Der Vorsitzende erwidert, dieses Thema wolle er ansprechen, wenn der entsprechende Chief Minister zu Besuch sei. Pune fasse ihre vielfältigen Start-Up-Förderungen unter einer Foundation zusammen. Er denke, dies könne eine erste Kontaktstelle zwischen den ver- schiedenen Start-Up-Szenen sein. Die Hochschulen haben zum Teil bereits intensive Kon- takte, so auch die Duale Hochschule Baden-Württemberg. Der dortige Prof. Dr. Ihle organi- - 4 - siere seit 25 Jahren einen Austausch mit indischen Studierenden. Es gebe auch ein entspre- chendes Trainingscenter in Mumbai. Die Hochschule für Wirtschaft und Technik sei jetzt mit einigen Projekten dort eingestiegen. Das KIT sei mit Herrn Prof. Dr. Hirth bei der Dele- gationsreise hochrangig vertreten gewesen und habe auf einer offiziellen Ebene Kontakt knüpfen können. Die Erfahrungen während der Delegationsreise seien so positiv gewesen, dass man im KIT Indien stärker in den Fokus nehmen wolle. Es gebe somit verschiedene Entwicklungen, die durch eine Delegationsreise gefördert wer- den können. Auch der Bereich Bildung solle nochmals näher betrachtet und die Ergebnisse von der Wirtschaftsförderung zusammengestellt werden. Nachdem keine weiteren Wortmeldungen vorliegen, stellt er Kenntnisnahme der Vorlage fest. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 7. April 2017