Gewalt gegen Mitarbeiter des Städtischen Klinikums
| Vorlage: | 2016/0726 |
|---|---|
| Art: | Anfrage |
| Datum: | 11.11.2016 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Offen |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
Beratungen
- Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 13.12.2016
Rolle: Kenntnisnahme
Ergebnis: Kenntnisnahme
Zusätzliche Dateien
-
Extrahierter Text
Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister GEMEINSAME ANFRAGE Stadtrat Jürgen Wenzel (FW) Stadtrat Stefan Schmitt (pl) vom: 08.11.2016 Vorlage Nr.: 2016/0726 Gewalt gegen Mitarbeiter des Städtischen Klinikums Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 13.12.2016 27 x Dieser Tage wurde eine Risikoanalyse des Diakonissenkrankenhauses veröffentlicht zur Gewalt gegen das Klinikpersonal. Aus dem Umfeld des Städtischen Klinikums wissen wir, dass es auch dort gewalttä- tige Übergriffe auf das Klinikpersonal gibt. Deshalb bitten wir die Verwaltung um die Beantwortung der folgenden Fragen: 1. Wie haben sich die Fälle von Gewalt gegen Klinikumsmitarbeiter in den letzten beiden Jahren pro Monat entwickelt und zwar für die folgenden vier Bereiche: a) Zentrale Notaufnahme b) Kindernotaufnahme c) Psychiatrische Klinik d) Gesamte Klinik 2. Von wem ging die Gewalt in den vier unter 1. genannten Bereichen aus und wieviele Fälle entfallen in den letzten beiden Jahren pro Monat auf den folgenden Personenkreis: a) Erwachsene Patienten b) Jugendliche Patienten unter 21 Jahren c) Familienangehörige 3. Die Behandlungsplätze in der ZNA sind Einzelkabinen und durch Vorhänge abgetrennte Bereiche, in denen das Klinikpersonal mit dem Patienten alleine ist. In diesen Kabinen und Bereichen gibt es keine Alarmknöpfe, die inzwischen in anderen Kliniken Standard sind. Ist geplant, diese in der ZNA nachzu- rüsten und wenn ja, wann? 4. Welche weiteren Maßnahmen werden ergriffen, um die Mitarbeiter des Städtischen Klinikums in Zukunft besser vor gewalttätigen Übergriffen zu schützen? 5. Ist beispielsweise daran gedacht, rund um die Uhr einen privaten Wachdienst einzusetzen? 6. Ist weiterhin daran gedacht, die Videoüberwachung insbesondere in der zentralen Notaufnahme auf den in anderen Kliniken vorhandenen Standard zu bringen? Seite 2 In den Medien wurde in den letzten Tagen über eine "Eskalation" der Gewalt gegen das Personal in der Notaufnahme des Diakonissenkrankenhauses berichtet. Hierbei wurden sehr detaillierte Zahlen genannt, die für das Städtische Klinikum bisher nicht bekannt sind. Uns ist allerdings bekannt, dass sich die Situation insbesondere in der Zentralen Notaufnahme des Städtischen Klinikums ebenfalls deutlich verschärft hat. unterzeichnet von: Jürgen Wenzel Stefan Schmitt Sachverhalt / Begründung:
-
Extrahierter Text
Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zur Anfrage Stadtrat Jürgen Wenzel (FW) Stadtrat Stefan Schmitt (pl) vom: 8. November 2016 Vorlage Nr.: Verantwortlich: 2016/0726 Dez. 5 Gewalt gegen Mitarbeiter des Städtischen Klinikums Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis Gemeinderat 13.12.2016 27 x 1. Wie haben sich die Fälle von Gewalt gegen Klinikumsmitarbeiter in den letzten bei- den Jahren pro Monat entwickelt und zwar für die folgenden vier Bereiche: a) Zentrale Notaufnahme b) Kindernotaufnahme c) Psychiatrische Klinik d) Gesamte Klinik Aggressives Verhalten, Gewaltanwendungen und Übergriffe auf Mitarbeiter von Gesundheits- berufen sind schon seit längerem Thema im Klinikum. In den letzten Jahren ist eine steigende Tendenz wahrnehmbar. Betroffen hiervon sind insbesondere die Notaufnahmen, die psychiatri- schen Kliniken, Intensivpflegestationen, aber auch die allgemeinen Pflegestationen und Ambu- lanzen. Bisher wurden die Vorfälle nicht gesondert umfassend dokumentiert. Aufgrund der zunehmen- den Fälle wird das Klinikum diese Dokumentation künftig durchführen (siehe hierzu auch Ant- worten 4 und 6). 2. Von wem ging die Gewalt in den vier unter 1. genannten Bereichen aus und wievie- le Fälle entfallen in den letzten beiden Jahren pro Monat auf den folgenden Personen- kreis: a) Erwachsene Patienten b) Jugendliche Patienten unter 21 Jahren c) Familienangehörige Das ZNA-Team beobachtet dieses Verhalten über alle Gesellschaftsschichten hinweg. Es stellt eine zunehmende Gewaltbereitschaft fest. Seinen Angaben zufolge sinkt die Hemmschwelle zunehmend. Die Gründe hierfür können vielfältig sein. Eine Notaufnahme stellt nicht zuletzt auch ein Spiegelbild der Gesellschaft dar. 3. Die Behandlungsplätze in der ZNA sind Einzelkabinen und durch Vorhänge abge- trennte Bereiche, in denen das Klinikpersonal mit dem Patienten alleine ist. In diesen Kabinen und Bereichen gibt es keine Alarmknöpfe, die inzwischen in anderen Kliniken Standard sind. Ist geplant, diese in der ZNA nachzurüsten und wenn ja, wann? Alle Behandlungskabinen in der ZNA sind mit einer Patientenrufanlage ausgestattet, über die das Personal bei Bedarf einen Notruf auslösen kann. Weitere Lösungen werden aktuell geprüft. Ergänzende Erläuterungen Seite 2 4. Welche weiteren Maßnahmen werden ergriffen, um die Mitarbeiter des Städtischen Klinikums in Zukunft besser vor gewalttätigen Übergriffen zu schützen? Im Klinikum sind aktuell folgende private Sicherheitsdienste eingesetzt: Präsenz eines Wachdienstmitarbeiters im Areal Moltkestr. 90/120 täglich von 17:30 Uhr bis 7:00 Uhr mit folgenden Aufgaben: - Wach- und Sicherungsdienst der Gebäude, Grundstücke und Anlagen des SKK zur Aufrechterhaltung und Herstellung von Ordnung und Sicherheit sowie zum Erkennen und zur Abwendung von Gefahren und Schäden. - Information bzw. Alarmierung von inner- und außerbetrieblichen Personen bzw. Stel- len sowie Einleitung von Erstmaßnahmen. - Vornahme von 2 Kontrollgängen - Kontrolle auf Anwesenheit von unbefugten Personen - Ausübung des Hausrechts Feste Präsenz eines Sicherheitsdienstmitarbeiters in der ZNA zur Unterstützung und zum Schutz des dortigen Personals in Konfliktsituationen. Einsatzzeit: freitags, samstags, sonn- tags von 18:00 Uhr bis 6:00 Uhr. Durchführung von drei Kontrollgängen durch einen Wachdienst im Bereich Kaiserallee 10 täglich zwischen 20 Uhr und 6 Uhr zu unterschiedlichen Zeiten und folgenden Aufgaben: - Prüfung des Verschlusses von Türen und Fenster - Verweisen von unbefugten Personen vom Klinikgelände - Information bzw. Alarmierung von inner- und außerbetrieblicher Personen bzw. Stellen sowie Einleitung von Erstmaßnahmen. Der Wachdienst ist nicht die ganze Zeit in der Psychatrischen Klinik präsent, sondern kommt nur zu den Kontrollen ins Haus. Das Klinikum unterstützt die Mitarbeitenden in den betroffenen Bereichen mit folgenden Maß- nahmen: 2003 wurden zwei Deeskalationstrainer nach ProDeMA® durch das Institut für Professionel- les Deeskalationsmanagement ausgebildet. Diese sind seitdem als Deeskalationstrainer in- nerhalb des Klinikums tätig. Seit 2004 werden über das hausinterne Bildungs- und Beratungszentrum 2-tägige Basisse- minare und Vertiefungstage zum Deeskalationsmanagement für Mitarbeiter aller Berufs- gruppen angeboten. Seit Bestehen des Bildungsangebots haben über 900 Mitarbeiter davon Gebrauch gemacht. Das Deeskalationstraining zählt zu den Pflichtveranstaltungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Psychiatrischen Kliniken, der Notaufnahmen, Intensivpflegestationen und In- fektionsstationen. Auch bei den Ausbildungsangeboten zu Gesundheitsberufen sind im Klinikum seit 2005 mehrtägige Seminare fester Bestandteil des Lehrplans. Den Mitarbeitenden stehen Leitfäden zum Umgang mit bedrohlichen Patientenkontakten zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit eines freiwilligen Erfassungsbogens zu aggressionsbedingten Übergriffen gegenüber dem Klinikpersonal. Je nach Bedarf und Wunsch der betroffenen Mitarbeiter werden weitere Schritte eingeleitet und Unterstüt- zungsangebote gegeben. Es besteht seit 2005 ein Hilfesystem zur kollegialen Ersthilfe nach Übergriffen in Zusammen- arbeit mit dem Internen Beratungsdienst der Stadt Karlsruhe, der Pflegedirektion, dem Be- triebsrat und der Unfallkasse Baden-Württemberg. In den psychiatrischen Kliniken gibt es ein flächendeckendes Notfallarmierungssystem (z.B. mobiles Notruftelefon, Notruftasten usw.). Dieses ermöglicht das kurzfristige Hinzuziehen von Mitarbeitenden aus anderen Bereichen. Bei Bedarf kann auch die Polizei, die in unmittelbarerer Nachbarschaft im Polizeirevier West stationiert ist, hinzugezogen werden. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 5. Ist beispielsweise daran gedacht, rund um die Uhr einen privaten Wachdienst einzu- setzen? Derzeit werden Angebote für einen Sicherheitsdienst eingeholt, der täglich zwischen 21 Uhr und 6:30 Uhr in der Psychiatrischen Klinik präsent ist und dort das Personal in Konfliktsituatio- nen unterstützen und schützen soll. 6. Ist weiterhin daran gedacht, die Videoüberwachung insbesondere in der zentralen Notaufnahme auf den in anderen Kliniken vorhandenen Standard zu bringen? Es gibt Überlegungen, ein Gesamtsicherheitskonzept für das komplette Städtische Klinikum zu erstellen. Hierzu gehört auch die Videoüberwachung, die auf den neuesten Stand gebracht und zudem deutlich ausgeweitet werden soll.
-
Extrahierter Text
NIEDERSCHRIFT Stadt Karlsruhe Gremium: 33. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: 13. Dezember 2016, 15:30 Uhr öffentlich Ort: Bürgersaal des Rathauses Vorsitzende/r: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 28. Punkt 27 der Tagesordnung: Gewalt gegen Mitarbeiter des Städtischen Klini- kums Gemeinsame Anfrage des Stadtrats Jürgen Wenzel (FW) und des Stadtrats Stefan Schmitt (pl) vom 8. November 2016 Vorlage: 2016/0726 Beschluss: Einverstanden mit Stellungnahme der Verwaltung Abstimmungsergebnis: Keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 27 zur Behandlung auf und stellt fest, die Stellungnahme der Verwaltung liege vor, der Gemeinderat habe Kenntnis genommen. (Keine Wortmeldung) Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten 5. Januar 2017