Räumliches Leitbild Karlsruhe - Rahmenplan Endfassung
| Vorlage: | 2016/0668 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 26.10.2016 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Stadtplanungsamt |
| Erwähnte Stadtteile: | Beiertheim-Bulach, Daxlanden, Durlach, Grötzingen, Grünwinkel, Hagsfeld, Innenstadt-Ost, Knielingen, Mühlburg, Neureut, Nordstadt, Nordweststadt, Oberreut, Oststadt, Rintheim, Rüppurr, Südstadt, Waldstadt, Weiherfeld-Dammerstock |
Beratungen
- Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 13.12.2016
Rolle: Entscheidung
Ergebnis: mehrheitlich beschlossen
Zusätzliche Dateien
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Extrahierter Text
Wolfartsweierer Straße / L udwig-Erhard-Allee Unten am Grötzinger Weg Durlacher Allee Schlachthof-Areal Drehkreuz Logistik Güterbahnhof Rheinhafen vom Turmberg zum Rhein Abschnitt Gleisbauhof Ettlinger Allee / Bahnhof Südband Ottostraße / Wachhausstraße Ettlinger Tor / Staatstheater / Festplatz / Stadtgarten / Kriegsstraße Mobilitätskonzept Innenstadt Wissenschaftscluster vom KIT zum Technologiepark Technologiepark KIT Campus Ost Rahmenplan Waldstadt Forschungsprojekt „Urbane Waldwirtschaft“ gepl. Sanierungsgebiet Innenstadt Ost Hauptbahnhof Süd + Fernbusterminal Quartier Zukunft Daimlerstraße / Gablonzer Straße Landschaftspark Rhein Landschaftspark Rhein REGEKO Grünwinkel Hafenbrücke Westbahnhof Haltepunkt Hardecksiedlung / Pulverhausstraße Grünwinkel Hardecksiedlung Grünwinkel Heidenstückersiedlung Straßenbahndepot Wolfartsweierer Straße / Ludwig-Erhard-Allee Mobilitätskonzept Zukunft Nord KIT - Östlich des Adenauerrings Kammhuber Kaserne Rahmenplan Zukunft Nord Die grüne Nordspange - West Mehr Wohnen in Neureut Rahmenplan Nordweststadt Bahnhof Durlach Karlsruhes Konturen ausbilden Cluster weiterentwickeln Freiräume stärken langfristige Perspektiven denken Vorhandene Gewerbegebiete optimieren Bestehende Quartiere weiterentwickeln Vorhandene Gewerbegebiete optimieren Vorhandene Gewerbegebiete optimieren Neue Quartiere entwickeln Neue Quartiere entwickeln Funktionen mischen Quartier Bahnhof weiterdenken Bestehende Quartiere weiterentwickeln Bestehende Quartiere weiterentwickeln Stadteingänge inszenieren Stadteingänge inszenieren Freiräume stärken Freiräume stärken Freiräume stärken Freiräume stärken Hardtwald behutsam nutzen Karlsruhes Konturen ausbilden Karlsruhes Konturen ausbilden Karlsruhes Konturen ausbilden Klimaanpassung im Quartier umsetzen Klimaanpassung im Quartier umsetzen Mobilitätskonzepte für Quartiere entwickeln Mobilitätskonzepte für Quartiere entwickeln Zukunft Innenstadt angehen Mobilitätsstationen ausbauen Mobilitätsstationen ausbauen Nachbarschaftszentren beleben * ÜBERSICHTSGRAFIK VORHABEN UND PROJEKTE Verknüpfungen: ... im Freiraumzusammenhang ... im Nutzungszusammenhang ... als Mobilitätskonzept Stadteingangssituation zu stärkendes Freiraumsystem Perspektivflächen Gewerbeentwicklung Quartiersentwicklung im Bestand Funktionsmischung Neue Quartiere Sanierungsgebiete Synergieprojekt Mobilitätshub Verknüpfungen: ... im Freiraumzusammenhang ... im Nutzungszusammenhang ... als Mobilitätskonzept Stadteingangssituation zu stärkendes Freiraumsystem Perspektivflächen Gewerbeentwicklung Quartiersentwicklung im Bestand Funktionsmischung Neue Quartiere Sanierungsgebiete Synergieprojekt Mobilitätshub Verknüpfungen: ... im Freiraumzusammenhang ... im Nutzungszusammenhang ... als Mobilitätskonzept Stadteingangssituation zu stärkendes Freiraumsystem Perspektivflächen Gewerbeentwicklung Quartiersentwicklung im Bestand Funktionsmischung Neue Quartiere Sanierungsgebiete Synergieprojekt Mobilitätshub Verknüpfungen: ... im Freiraumzusammenhang ... im Nutzungszusammenhang ... als Mobilitätskonzept Stadteingangssituation zu stärkendes Freiraumsystem Perspektivflächen Gewerbeentwicklung Quartiersentwicklung im Bestand Funktionsmischung Neue Quartiere Sanierungsgebiete Synergieprojekt Mobilitätshub RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE · STÄDTEBAULICHER RAHMENPLAN „DYNAMISCHES BAND“ 12. April 2016 · M. 1:10.000 Prüfung Transformations- potenzial Prüfung Transformations- potenzial Potenzial für private Pocket- Parks (Klima) Hochpunkt Quartierseingang Kleinteilige Entwicklung Hochpunkte Stadteingang Wege zum Rhein: Entwicklung des wichtigen Shortcuts als Grünzug Mühlburg Schupi Sonnenbad Rheinhafen MS Karlsruhe Merkzeichen Kraftwerk West Hochpunkt Stadteingang Neuordnung Gewerbe Vernetzung mit Grünräumen Alb Verlegung Bannwaldallee an die Südtangente, Bebauung der neu entstehenden Baufelder „Gesicht zur Südtangente“ „Gesicht zur Südtangente“ Potenzial Grünbrücke Erhalt und Entwicklung der spezifi schen Hofstruktur Prüfung Transformationspotenzial Ausbildung Kante zu den Gleisen neues Baufeld 500m Pocket Parks mit bioklimatischer Entlastungsfunktion Aktivierung Westbahnhof, 15-Min.-Takt Hbf / Wörth neue Gleisquerung 250m Gleisquerung, Verknüpfung Anbindung Freiräume Alb Anbindung Albgrün Quartiers-Grünspange vom Beiertheimer Feld zum Albgrün, vom Westbahnhof zum südl. Hardtwald Gestaltung öff entlicher Räume Wohnanteile im Süden Gewerbe/ Mischnutzung Nachverdichtung, Aufstockung Prüfung langfristiges Potenzial (Wohnen/Mischnutzung) Neuordnung, Ausbildung Hochpunkt als Merkzeichen Mixed Zone: Erhöhung Nutzungsmix horizontal/ vertikal: Kita, Gastro, Gewerbe, Kultur, Club, ... zentraler Freiraum Erweiterung, Aufstockung „Randbebauung“ „Randbebauung“ Integration geeigneter Bestandsgebäude Gesicht zur Südtangente baulicher Abschluss, ggf. Merkzeichen Stärkung Anbindung Alb / Innenstadt Gestaltung Grünstreifen, Vernetzung mit Freiräumen Aufwertung „grüne Resträume“ Aktivierung „graue Resträume“ Anbindung Alb / Hbf Stärkung Anbindung Alb / Innenstadt Ergänzung / Stärkung Wohnnutzung (Lärmschutz!) Neuer S-Bahn-Halte- punkt Hardecksiedlung, Knoten mit Tramhalt Grünzug Pulverhausstraße Grünzug Pulverhausstraße Neue S-Bahn Hbf <> Westbahnhof Ausbau und Aufwertung Grünvernetzung Alb-Oberreut Anbindung Bulach Parkplatzüberbauung, Verdichtung Gewerbe Aufstockung, Ergänzung Verbindung Forstlach- Weiherfeld neuer Standort DUSS-Terminal Kleingärten Grünzug Grünzug Grünzug Grünzug LKW-Erschlie- ßung DUSS „Neuer Tivoli“ bauliche Fassung Tram/S-Bahn Baufelder Fauten- bruchstraße Bebauung Hbf Süd Busbahnhof Bebauung Neue Baufelder durchgängige Anbindung Alb durchgängige Anbindung Baufelder Gewerbe / Diensteistung Wasserwerk- brücke Hauptbahnhof Rißnert / Oberwald Hoch- punkte „Wald- pake- te“ Grünzug Dammer- stock Verbindung nachBulach Sport Sport Verlegung Sport- fl ächen auf die Rennwiese Ersatzfl äche Kleingärten von der Herrenhalber Straße Potenzial Wohnen Potenzial „durchgängiges“ Wohnen waldeingefasste Sportfelder auf der historischen Rennwiese Vernetzung mit Naherholung Rißnert / Oberwald Bebauung Stadteingang Neues urbanes Mischquartier Bebauung Messplatz (Schwerpunkt Büro/Dienstleistung, Einzelhandel, Wohnen) Verlegung des Messplatzes an den „Neuen Tivoli“ Stadteingang Quartierssee Grünzug Adressbildung neue Tram nach Durlach Aussichtshügel Park Entwicklung eines durch- gehenden Grünzugs fl exible Gewerbe/ Industriefl ächen ggf. Nachnutzung / Verdichtung AfA Stärkung Begrünung Ottostraße Anbindung Durlach Erhalt „Lichtung“ Stärkung Wohnhöfe Entwicklung Wohnen Stärkung Anbindung Oberwald Klettergarten ggf. Anschluss- möglichkeit TEILRAUM · „ALBINSEL“ TEILRAUM · „MIXED ZONE“ TEILRAUM WEST · „WESTBAHNHOF«ROTER TURM“ TEILRAUM · „HAIFISCHFLOSSE“ TEILRAUM OST · „WESTBAHNHOF«ROTER TURM“ TEILRAUM · „SIEDLUNG AM MAIENWEG“ TEILRAUM · „JUNKER UND RUH“ TEILRAUM · „SÜDSTERN“ TEILRAUM WEST · „BAHNHOFSQUARTIER«NEUER TIVOLI“ TEILRAUM · „QUARTIER AM ALTEN SCHLACHTHOF“ TEILRAUM · „KARLSRUHER SEEVIERTEL“ TEILRAUM MITTE · „BAHNHOFSQUARTIER«NEUER TIVOLI“ TEILRAUM · „OBERWALD«KILLISFELD“ TEILRAUM OST · „BAHNHOFSQUARTIER«NEUER TIVOLI“ TEILRAUM · „WACHHAUS“ 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12
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Variante 1: Schleife (mit Anknüpfung an Technologiepark) Variante 2: T-Kreuzung (mit Anknüpfung an Technologiepark) Arrondierung / Neubau „Stadtschollen“ „Stadtschollen“ Planung auf KGA (Option / Vision) Baufelder Bestand (Stärkung Waldcharakter) KARLSRUHE Leitbild Nord Vertiefungsbereich Nord-Ost Machleidt GmbH Städtebau I Stadtplanung Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH Zusammenführung der Varianten Arrondierung / Neubau „Stadtschollen“ KARLSRUHE Leitbild Nord Vertiefungsbereich Nord-West Machleidt GmbH Städtebau I Stadtplanung Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH
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Stadt Karlsruhe Stadtplanungsamt RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE 2 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE2 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE IMPRESSUM HERAUSGEGEBEN VON Stadt Karlsruhe, Stadtplanungsamt Leiterin: Prof. Dr.-Ing. Anke Karmann-Woessner Wissenschaftliche Bearbeitung: Prof. Markus Neppl, Lehrstuhl für Stadtquartiersplanung, Karlsruher Institut für Technologie (KIT) PROJEKTLEITUNG Heike Dederer, Bereichsleiterin Generalplanung und Stadtsanierung, Stadtplanungsamt Sigrun Hüger, Bereichsleiterin Städtebau Dr. Antonella Sgobba, Stadtplanungsamt TEXT UND REDAKTION Dr. Markus Nollert, bureau für Raumentwicklung Dr. Antonella Sgobba, Stadtplanungsamt, Stadt Karlsruhe IN KOOPERATION MIT Thomas Henz, Hans-Volker Müller (Gartenbauamt) BEITRÄGE Prof. Dr. Walter Schönwandt (Universität Stuttgart), Benedikt Stoll (KIT), Ulrich Kienzler (Forstamt), Dr. Kristin Barbey, Susanne Eisenbarth, Clemens Fritz, Martin Kratz, Sybille Rosenberg, Viola Steinmetz, Brigitte Stummer, Verena Wagner (Stadtplanungsamt) LEKTORAT Marcus Dischinger, Freier Journalist Karlsruhe TITELBILD, PLANGRAFIK Dr. Thomas Müller, MESS GbR GESTALTUNG Oliver Buchmüller, HOB-DESIGN, Kommunikations- und Werbeagentur DRUCK Rathausdruckerei Karlsruhe AUFLAGE 400 Exemplare November 2016 STADTPLANUNGSAMT | 3 Karlsruhe gilt mit seinem „Fächer“ und den strahlenförmigen Raumachsen als Musterbeispiel einer Planstadt. Wenn man sich heute die Frage stellt, wie man eine Planstadt weiter plant, wird klar, dass es nicht mehr um das Verfolgen eines absolutistischen Ideals gehen kann, sondern um die Auseinandersetzung mit den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen. Karlsruhe ist eine wachsende Stadt. Im Jahr 2015 zählte die Fächerstadt 315.000 Einwohner und die Tendenz ist steigend. Neue Baufl ächen sind knapp und werden im Sinne einer ressourcenschonenden Entwicklung auch nur sehr sparsam ausgewiesen, um die wertvollen Naturräume Karlsruhes zu erhalten und damit auch aktiv auf den Klimawandel zu reagieren. Gesellschaftliche Veränderungen haben ebenfalls maßgeblichen Einfl uss auf die Gestaltung unserer Städte. Zudem sehen sich Stadtplanung und Entscheidungsträger in der Politik mit einer Vielzahl an klein- und großmaßstäblichen Planwerken und Einzelprojekten konfrontiert. Die Summe dieser Herausforderungen wirft neue Fragen an die Stadt auf, die spezifi sche Antworten erfordern. Mit dem Räumlichen Leitbild Karlsruhe als schlüssigem, politisch getragenem Rahmenplan wurde eine wichtige Grundlage geschaffen, die für die künftige räumliche Entwicklung der Stadt wegweisend ist. Es wurde in einem langjährigen intensiven Planungsprozess erarbeitet, zu welchem Fachplaner aus der Verwaltung in Zusammenarbeit mit externen Spezialisten wesentlich beigetragen haben. Die stete Rückkopplung mit der Politik und der breiten Öffentlichkeit hat diesen Prozess gestärkt. Ich wünsche mir, dass die fruchtbare Zusammenarbeit und der Dialog, die innerhalb der Stadtverwaltung mit der Kommunalpolitik sowie den Bürgerinnen und Bürgern in diesem Prozess etabliert wurden, fortgesetzt werden. Ich setze darauf. Dr. Frank Mentrup Oberbürgermeister Das Räumliche Leitbild beschreibt strategische Ziele, die weg- weisend für die räumliche Entwicklung der Stadt sein sollen. Ziele dabei sind, die Qualität des urbanen Umfelds zu steigern, Lebens- und Wohnqualität sowie zukunftsfähige Arbeitsräume auch für die zukünftigen Generationen sicherzustellen, die spezifi schen Qualitäten der Stadt auszubauen, klimarelevante Landschaftsräume zu schützen und Wachstum verantwor- tungs voll und sozialgerecht zu fördern. Zwischen Planern, Politik, Gremien und Bevölkerung wurden sieben Ziele vereinbart. „Klare Konturen“, „Grüne Adressen“, „Starke Mitte“, „Mehr Wohnen“, „Coole Quartiere“, „Dynamisches Band“ und „Urbane Nähe“ lauten die entstandenen Stoßrichtungen. In diesem Sinne bekennt sich die Stadt zu einer fl ächensparenden Bodenpolitik, die Entwicklungsräume im Außenbereich ausschließt und Landschaftsräume bewahrt, einer grünen Stadt und zur Symbiose zwischen Stadt und Landschaft als Grundgedanken und „Erbgut“ der Stadt, der Pfl ege der Innenstadt als Ort der Identifi kation, mit allen Vorzügen einer europäischen Stadt, einer lebenswerten, lebendigen Stadt, in der sich viele wohlfühlen und in der sozialgerechte und vielfältige Wohnräume geschaffen werden, einer Klimaanpassungspolitik und zur Berücksichtigung der notwendigen Maßnahmen bei allen Planungen, einer zukunftsorientierten Stadt, die wirtschaftlich vielfältig und wettbewerbsfähig bleibt und technologischen Entwicklungen gegenüber offen ist und einer vernetzten Stadt, die Mobilität als Grundbedürfnis begreift und ressourcenschonende Mobilitätsangebote macht. Die Verfolgung dieser Ziele ist für die Zukunft der Stadt sowie aller Karlsruherinnen und Karlsruher entscheidend. Die Unterstützung aller ist gefragt. Michael Obert Bürgermeister Michael Obert 4 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE4 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE STADTPLANUNGSAMT | 5 8 TEIL 1: EINFÜHRUNG Räumliches Leitbild ist stabiles, anpassungsfähiges Gerüst und Ausgangspunkt für konkrete Vorhaben und Projekte 6 ZUSAMMENFASSUNG Räumliches Leitbild beschreibt wegweisende strategische Ziele für räumliche Entwicklung der Stadt 82 TEIL 5: DIE VERTIEFUNGS- BEREICHE Zwei Bürogemeinschaften untersuchten die Entwicklungs möglichkeiten im Norden und Süden der Stadt 32 TEIL 4: VORHABEN 16 Vorhaben beschreiben Qualitätskriterien sowie Strategien und bieten Orientierungsrahmen 10 TEIL 2: DER PROZESS Umfangreiche Beteiligung von Fachleuten sowie Bürgerinnen und Bürger wird überaus positiv beurteilt 132 FA ZI T: RÄUMLICHES LEITBILD Die Rolle für die künftige Entwicklung der Stadt Karlsruhe Mitwirkung 16 TEIL 3: STOSSRICHTUNGEN Leitplanken für die künftige Entwicklung zu den Themen Wohnen, Arbeiten, Freiraum, Klima und Mobilität 139 ANLAGEN: RÄUMLICHES LEITBILD Maßnahmentabelle Übersichtsgrafi k Vorhaben und Projekte Städtebaulicher Rahmenplan „Dynamisches Band“ Vertiefungsbereich Nord-Ost Vertiefungsbereich Nord-West INHALT 6 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | ZUSAMMENFASSUNG Das Räumliche Leitbild Karlsruhe ist ein auf breiter Basis mit Bürgerschaft, städtischen Gremien und Verwaltung erarbeiteter, gesamtstädtischer Plan zur zukünftigen räumlichen Entwicklung der Stadt. Ende 2016 hat der Karlsruher Gemeinderat das Räumliche Leitbild als Rahmenplan mit der daraus resultierenden Verbindlichkeit beschlossen. Es definiert Leitlinien für künftige planerische Entscheidungen und dient als Orientierungsrahmen für die Praxis. Es spannt den Bogen von abstrakten Visionen bis hin zu konkreten Projekten. Politik und Stadtverwaltung machen damit ihre Zielsetzungen und Entscheidungen für Bürgerinnen und Bürger transparent. Entstanden ist das Räumliche Leitbild in einem intensiven und mehrjährigen Dialog-prozess, der auf einem innovativen öffentlichen Beteiligungsverfahren basierte. Der Prozess begann mit der Voruntersuchung zum Räumlichen Leitbild. Dafür dienten „Zehn Fragen an Karlsruhe“ als Grundlage für eine Ausstellung im Sommer 2013. Im Rahmen einer öffentlichen Planungswerkstatt wurden von Januar bis Juni 2014 drei interdisziplinäre Teams aus Stadt-, Landschafts- und Verkehrsplanern eingeladen, Konzepte für das Räumliche Leitbild zu erarbeiten. Die Ideen der Teams wurden im Jahr 2015 von den Arbeitsgruppen des Stadtplanungsamtes und des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) zu einem ersten Entwurf des Leitbildes weiterentwickelt. Im Rahmen des Stadtjubiläums 2015 wurde dieser Entwurf in einer Ausstellung in der Fleischmarkthalle im Schlachthofareal vorgestellt. Begleitend dazu fanden zahlreiche Veranstaltungen und Beteiligungsformate statt, um die Öffentlichkeit über konkrete Themen der Stadtentwicklung zu informieren und einzubinden. Nach der Ausstellung wurden die formulierten Ziele in Form kurz-, mittel und langfristiger planerischer Aufgaben konkretisiert. Das Räumliche Leitbild wurde Ende 2016 vom Gemeinderat als Rahmenplan verabschiedet. AUFGABEN DES RÄUMLICHEN LEITBILDS Lenkung und Koordinierung der räumlichen Entwicklung der Stadt Einordnung von Schwerpunkten und Prioritäten bei künftigen Vorhaben und Einzelprojekten in einen Gesamtzusammenhang Grundlage für die Fortschreibung verbindlicher Planwerke Formulierung von Leitlinien für konkrete Projekte und Vorhaben sowie die Bildung eines Rahmens für Wettbewerbe Bildung eines Orientierungsrahmens für Gespräche mit externen Akteuren (z. B. Investoren) Grundlage für politische Entscheidungen Qualität der baulichen Entwicklung, wie auch der Prozess- und Planungskultur sichern Die globalen und lokalen Herausforderungen an die Stadt Karlsruhe erhöhen die Bedeutung des Räumlichen Leitbildes. Einwohnerzuwachs, Wandel der Gesellschaft sowie Klimawandel haben bereits heute einen erheblichen Einfluss auf die Gestalt der Stadt. Der Vorrang der Innenentwicklung, den Karlsruhe schon lange verfolgt, fordert weiterhin einen flächensparenden Umgang mit den Flächenressourcen. Zudem sind Strategien gefragt, die Wachstum mit Qualität und einer zeitgleichen Aufwertung des Freiraums verbinden. Dies auch im Hinblick auf die negativen Effekte des Klimawandels, denen entgegengewirkt werden soll. Die Lebensqualität in der Stadt und in den Stadtquartieren steht im Vordergrund. Die Stadt hat in den vergangenen Jahren diesbezüglich mit dem „Integrierten Stadtentwicklungskonzept Karlsruhe 2020 (ISEK)“ erste Grundlagen erarbeitet. Weitere Planwerke wie das Grünsystem, der Rahmenplan Klimaanpassung und der Verkehrsentwicklungsplan liegen vor. Das Räumliche Leitbild baut auf diesen Konzepten ZUSAMMENFASSUNG RÄUMLICHES LEITBILD BESCHREIBT WEGWEISENDE STRATEGISCHE ZIELE FÜR RÄUMLICHE ENTWICKLUNG DER STADT STADTPLANUNGSAMT | 7 und Planwerken auf und beschreibt strategische Ziele, die wegweisend für die räumliche Entwicklung der Stadt sein sollen. Auf einer übergeordneten Ebene stellen sieben Stoßrichtungen die Leitlinien für die räumliche Entwicklung dar: „Klare Konturen“, „Grüne Adressen“, „Starke Mitte“, „Mehr Wohnen“, „Coole Quartiere“, „Dynamisches Band“ und „Urbane Nähe“. Die Konkretisierung der strategischen Ziele erfolgt durch 16 Vorhaben und drei Vertiefungsbereiche. Die Vorhaben stellen konkrete Aufgaben dar, der sich die Stadt aus heutiger Sicht zu stellen hat. Ziel ist es, Qualitätskriterien sowie räumliche Strategien zu beschreiben, die für absehbare oder zukünftige Projekte einen Orientierungsrahmen bieten. Einige Vorhaben sind dauerhafte Aufgaben, die stadtweit wahrzunehmen sind, andere beziehen sich auf konkrete Orte in der Stadt oder stellen eigenständige Projekte dar. ZU DEN WICHTIGSTEN AUFGABEN FÜR DIE STADT ZÄHLEN die Bereitstellung neuen qualitätsvollen Wohnraums innerhalb der Konturen und die Weiterentwicklung bestehender Quartiere im Sinne einer sozialgerechten Stadtgesellschaft (Vorhaben „Bestehende Quartiere weiterentwickeln“, „Neue Quartiere entwickeln“) die Sicherung zukunftsweisender Arbeitsstandorte durch Transformation und Optimierung bestehender Gewerbegebiete (Vorhaben „Vorhandene Gewerbegebiete optimieren“, „Cluster weiterentwickeln“, „Quartier Bahnhof weiterdenken“, „Langfristige Perspektiven denken“) die Aufwertung und Stärkung der Freiräume Karlsruhes als Standortfaktor aber auch als Maßnahme für die Klimaanpassung und die innere Entwicklung („Freiräume stärken“, „Hardtwald behutsam nutzen“, „Klimaanpassung im Quartier umsetzen“) die Verfolgung des Prinzips der 5-Minuten-Stadt, die kurze Wege und die Erreichbarkeit durch gut vernetze Mobilitätssysteme fördert (Vorhaben „Mobilitätskonzepte für Quartiere entwickeln“, „Mobilitätsstationen ausbauen“, „Nachbarschaftszentren beleben“, „Funktionen mischen“) die Sichtbarmachung und Erlebbarkeit der äußeren und inneren Konturen sowie die Stärkung der Innenstadt mit ihren unterschiedlichen Qualitäten für die Zukunft. Bei der Innenstadt sind vor allem Themen wie Stadtgestalt, Einkaufen, Arbeiten, Wohnen, Klimaanpassung, Freiräume und Aufenthaltsqualität sowie Mobilität von Bedeutung und integriert zu betrachten (Vorhaben „Karlsruhes Konturen ausbilden“, „Stadteingänge inszenieren“, „Zukunft Innenstadt angehen“) Bei allen Vorhaben gilt es, die Identitätsmerkmale der Stadt zu bewahren und zu stärken sowie Bau- und Planungskultur zu fördern, um die Qualität des Wohn- und Arbeitsumfeldes sowie die Lebensqualität zu sichern. Die Vertiefungsbereiche Nord-West, Nord-Ost und Süd bilden das Bindeglied zwischen Stoßrichtungen und Vorhaben. Sie zeigen auf, wie Vorhaben in Teilräumen umgesetzt werden können. Sie wurden im Rahmen der Planungswerkstatt von den drei Planungsteams als wichtige Handlungsräume für die Stadt identifiziert. Zwei Planungsteams wurden im Rahmen des folgenden Erarbeitungsprozesses zum Räumlichen Leitbild beauftragt, Szenarien und Konzepte für diese bislang planerisch vernachlässigten Räume zu erarbeiten. Bei den räumlichen Vertiefungen sind Synergien, Abhängigkeiten und Zielkonflikte zwischen Vorhaben und Stoßrichtungen besonders sichtbar geworden. Auch wenn Strategien für die Behandlung der Zielkonflikte in den Vorhaben dargelegt wurden, sind weitere Abwägungsprozesse notwendig. Der Planungsprozess und der Dialog zwischen Politik, Bürgerschaft, Gremien, Verwaltung und externen Experten und Akteuren, die durch das Räumliche Leitbild begonnen wurden, sollen im Sinne der Planungskultur, die Karlsruhe als Planstadt kennzeichnet, fortgesetzt werden. Das Räumliche Leitbild stellt keinen abgeschlossenen Plan dar. Korrekturen und Anpassungen sollen in bestimmten Zeitabständen und in einem geplanten Monitoring vorgenommen werden können, um veränderte Rahmenbedingungen und neue Aufgaben zu berücksichtigen. Eine Maßnahmentabelle fasst Vorhaben, beispielhafte sowie strategisch wichtige Projekte und zu erarbeitende Grundlagen zusammen, priorisiert diese und verdeutlicht, dass für die Verfolgung der Ziele und die Umsetzung der Vorhaben ein starker politischer Rückhalt und die Bereitstellung von Ressourcen erforderlich ist. Die kurz-, mittel, langfristige Realisierung der Projekte wird sich an den vorhandenen Ressourcen und Personalkapazitäten orientieren müssen. Aufbau des Räumlichen Leitbilds Einführung (Teil 1) Warum ein Räumliches Leitbild für Karlsruhe? Das Leitbild (Fazit) Was wurde erreicht und wie geht es weiter? 7 Stoßrichtungen (Teil 3) Gesamtstädtische Ziele als Leitplanke für die räumliche Entwicklung Karlsruhes Der Prozess (Teil 2) Wie und mit wem ist das Räumliche Leitbild entstanden? 16 Vorhaben (Teil 4) Konkrete Aufgaben und räumliche Strategien für die Stadt und die Quartiere Vertiefungsbereiche (Teil 5) Szenarien für konkrete Handlungsräume mit strategischer Bedeutung €€ € € € € € € Maßnahmenkatalog Übersicht der Vorhaben und Projekte 8 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | EINFÜHRUNG DEFINITION Das Räumliche Leitbild ist eine Vereinbarung zwischen Politik, Bürgerschaft, Gremien und Verwaltung zur zukünftigen räumlichen Entwicklung der Stadt. Beschrieben werden darin strategische Ziele und konkrete Vorhaben. Inhaltlich nimmt das Räumliche Leitbild Bezug zu weiteren gültigen städtebaulichen und stadtplanerischen Leitbildern. Alle haben das Ziel, das Bild der Stadt im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung zu prägen. Dazu zählen die Stadt der kurzen Wege, die in Anlehnung an die Europäische Stadt verdichtete und durchmischte Stadt, die klimaangepasste und klimagerechte Stadt, die grüne Stadt und die soziale Stadt. Neben seinen Inhalten ist der im steten Dialog mit Planern, Politik, Gremien und Bürgerschaft organisierte Prozess für die Erarbeitung des Räumlichen Leitbildes entscheidend gewesen. Der Weg zum Räumlichen Leitbild ist deshalb ebenso wichtig wie seine Inhalte. Mehr noch: Es war ein entscheidender Baustein im Prozess und ein Unterschied zu anderen Verfahren der vergangenen Jahre. Das Räumliche Leitbild ist nicht ausschließlich Planwerk oder starres Konzept. Es beschreibt auch keine Vision oder die Idealvorstellung einer Stadt. Vielmehr ist es die eingangs schon beschriebene Vereinbarung zur Frage der künftigen Entwicklung der Stadt. Sie war in dieser Gestalt nur im Dialog mit vielen Akteuren möglich. 8 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE TEIL 1: EINFÜHRUNG RÄUMLICHES LEITBILD IST STABILES, ANPASSUNGSFÄHIGES GERÜST UND AUSGANGSPUNKT FÜR KONKRETE VORHABEN UND PROJEKTE STRUKTUR DES RÄUMLICHEN LEITBILDES UND GLIEDERUNG DES DOKUMENTS Die Struktur des Räumlichen Leitbildes ist auf mehreren Maßstabsebenen angelegt. Auf einer übergeordneten Ebene sind die sieben strategischen Ziele formuliert. Sie werden Stoßrichtungen genannt. Die Stoßrichtungen werden durch 16 Vorhaben und Vertiefungsbereiche konkretisiert. Stellen die Vorhaben konkrete Aufgaben dar, die mit kurz- bis langfristiger Perspektive anzugehen sind, werden die Vertiefungsbereiche zu wichtigen Handlungsräumen in der Stadt, die für die Umsetzung der Vorhaben prädestiniert sind. Sehr enge Wechselwirkungen bestehen zwischen strategischen Zielen und Vorhaben sowie Vertiefungsbereichen. In einem Gegenstromprinzip sollen die übergeordneten Ziele auf Quartiersebene in den Vorhaben und Vertiefungsbereichen geprüft und umgesetzt werden. Dennoch sind auch Zielkonflikte erkennbar, die in den nächsten Schritten angegangen werden. Parallel sollen Erfahrungen, die in der Umsetzung gesammelt werden, mit den Zielen rückgekoppelt werden. Die Struktur des Räumlichen Leitbildes lässt somit Dynamik und Anpassungen zu. Die Zielkonflikte, das weitere Vorgehen und die wichtigsten Aufgaben sind im abschließenden Fazit dargelegt. AUFGABEN DES RÄUMLICHEN LEITBILDES Als übergeordneter strategischer Plan zeigt das Räumliche Leitbild die gemeinsam im Dialog mit unterschiedlichen Akteuren vereinbarte Richtung für die zukünftige Entwicklung der Stadt auf. Darüber hinaus stellt das Räumliche Leitbild Räumliches Leitbild, Quelle: Büro MESS STADTPLANUNGSAMT | 9 den Ausgangspunkt für konkrete Vorhaben und Projekte dar und spannt somit den Bogen von übergreifenden Konzepten und Zielen bis hin zur konkreten Projektebene. Es bündelt und koordiniert laufende und zukünftige Projekte sowie zeigt Synergien, Abhängigkeiten und Zielkonfl ikte auf. Zudem stellt das Räumliche Leitbild als Beschlussdokument einen Orientierungsrahmen für die Alltagspraxis und eine Entscheidungsgrundlage für die Zusammenarbeit mit externen Akteuren dar und ist zugleich Grundlage für die Fortschreibung von Planwerken sowie Auslobungen. Das Räumliche Leitbild stellt ein stabiles Gerüst dar, das trotzdem anpassungsfähig bleibt, wenn Reaktionen auf sich ändernde Rahmenbedingungen notwendig werden. Es ist eine Diskussionsgrundlage, die immer neue Themen aufgreifen kann. BETRACHTUNGSRAUM Der Fokus der Betrachtung im Räumlichen Leitbild liegt auf der Gemarkung von Karlsruhe. Darüber hinaus sind aufgrund der Lage Karlsruhes als Oberzentrum der Region Mittlerer Oberrhein, in der mehr als eine Million Einwohnerinnen und Einwohner leben, und als Technologiestandort innerhalb einer Technologieregion, die regionalen Bezüge von Bedeutung. Diese werden themenbezogen in den Stoßrichtungen und Vorhaben berücksichtigt. ZEITHORIZONT Nach dem Gemeinderatsbeschluss zum Räumlichen Leitbild Ende des Jahres 2016 erstreckt sich der Zeithorizont des Dokuments mit etwa 20 Jahren beispielsweise über den des Flächennutzungsplans hinaus. In diesem Rahmen sollen Projekte mit kurz-, mittel- und langfristiger Perspektive realisiert werden. Visionen und Konzepte, die nicht in absehbarer Zeit entwickelt werden können und die für die Weiterentwicklung der Stadt relevant sind, sollen nach geänderten Rahmenbedingungen überprüft werden. Korrekturen und Anpassungen des Räumlichen Leitbildes sollen in bestimmten Zeitabständen und in einem geplanten Monitoring vorgenommen werden. 10 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | DER PROZESS Das Räumliche Leitbild ist in einem innovativen Dialogprozess über mehrere Jahre hinweg mit steter Begleitung der Öffentlichkeit, Gremien und Politik entstanden. Der Prozess gliederte sich in mehrere Arbeitsphasen. Die erste war der Analyse gewidmet, gefolgt von der Phase der Planungswerkstatt. Anschließend fand die Phase der Reflexion statt, die in einen Entwurf zum Räumlichen Leitbild und eine Ausstellung im Sommer 2015 mündete. Der Entwurf wurde nachfolgend bis Ende 2016 in einem Rahmenplan ausgearbeitet und den politischen Gremien vorgelegt. DIE PHASE DER ANALYSE UND DER PLANUNGSWERKSTATT Die Ur-Idee für das Räumliche Leitbild geht auf eine Kooperation mit der Architekturfakultät am Karlsruher Institut für Technologie, insbesondere mit Professor Markus Neppl und Professorin Kerstin Gothe zurück. Das Räumliche Leitbild sollte als baukultureller Beitrag zum Stadtjubiläum 2015 Bestandteil einer Ausstellung mit dem Titel „Die Stadt neu sehen“ sein. Das Gesamtprojekt der Stadtausstellung konnte aus Kostengründen nicht realisiert werden. Ein Baustein daraus, das „Räumliche Leitbild“ wurde allerdings weiter verfolgt. Begonnen wurde der Prozess zum Räumlichen Leitbild im Jahr 2013 mit der Phase der Analyse und den „10 Fragen an Karlsruhe“. Den zehn Fragen übergeordnet war die Ausgangsfrage „Wie plant man eine Planstadt weiter?“. Damit wurde Bezug zur Geschichte Karlsruhes als Planstadt genommen und die Bedeutung der Planungskultur und des gemeinsamen Entwicklungsprozesses hervorgehoben. Weitere Fragen thematisierten beispielweise die Sehnsucht vieler Karlsruherinnen und Karlsruher, eine Stadt am Rhein zu sein oder legten den Fokus auf die einzigartigen Reichtümer der Stadt wie die Naturräume Hardtwald und Oberwald. Diese Inhalte stellten die Grundlagen für eine Ausstellung im Sommer 2013 dar, in der sich Fachpublikum und Öffentlichkeit kritisch mit diesen Fragestellungen auseinandersetzten und ihre Anregungen einbringen konnten. Die Ausstellung war mit über 3.000 Besucherinnen und Besuchern und rund 200 Kommentar-Karten ein voller Erfolg. Im Rahmen einer öffentlichen Planungswerkstatt wurden von Januar bis Juni 2014 drei internationale und fachübergreifende Teams aus Stadt-, Landschafts- und Verkehrsplanung eingeladen. Auf Grundlage der zehn Fragen und des Bürger- Feedbacks erarbeiteten sie jeweils ein Konzept für ein Leitbild. In drei Etappen mit öffentlicher Zwischenpräsentation und umfangreichen Diskussionen setzten sich die Teams von Beginn an mit kritischen Impulsen und Anregungen auseinander. Der Input dafür kam von einem Experten- Begleitgremium, aus der Politik und der breiten Öffentlichkeit. Der Prozess war ergebnisoffen. Beim Finale der Planungswerkstatt im Juni 2015 wurden drei Leitbildkonzepte für die räumliche Entwicklung Karlsruhes präsentiert, die sich in ihrer Herangehensweise und den Ergebnissen deutlich unterschieden: Das Team berchtoldkrass + STUDIO . URBANE STRATEGIEN + URBAN CATALYST STUDIO leitet unter dem Motto „Vorhandenes Bewahren, Veränderungen zulassen“ aus den bestehenden Strukturen der Stadt Entwicklungsperspektiven ab. Mit der Stärkung des Profils und der Konturen der Stadt durch die Bildung von „Adressen einer Innovationslandschaft“ setzte sich das Team West 8 + Verkehrplus auseinander. Das Team Machleidt + Sinai + SHP suchte nach Konzepten für eine Idealstadt, die auf der Gründungsidee der Verzahnung Stadt-Landschaft aufbauten. Sie identifizierten Entwicklungspotenzial in der Transformation von Gebieten in einem Nord- und Südband. Im Vergleich zueinander weisen die drei Arbeiten gleichzeitig viele Gemeinsamkeiten auf: sie legen den Fokus auf ähnliche Handlungsräume und Aufgaben für die Stadt. Die Fülle der Visionen und Ideen, die im Rahmen der Planungswerkstatt herangewachsen sind, wirkte sich überaus positiv auf den Erarbeitungsprozess des Leitbildes aus. Auf Basis dieser Ergebnisse formulierte das Begleitgremium in einer Synopse Empfehlungen sowie Aufgaben für die Stadt, die im weiteren Prozess geprüft werden sollten. 10 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE TEIL 2: DER PROZESS UMFANGREICHE BETEILIGUNG VON FACHLEUTEN SOWIE BÜRGERINNEN UND BÜRGER WIRD ÜBERAUS POSITIV BEURTEILT Blick in die Ausstellung „Die Stadt neu denken“, Bild: ONUK Die Ergebnisse der Planungswerkstatt, Quellen: berchtoldkrass, UC STUDIO, S.US, West 8 + Verkehrplus, Machleidt + Sinai + SHP STADTPLANUNGSAMT | 11 DIE PHASE DER REFLEXION: DER ENTWURF ZUM RÄUMLICHEN LEITBILD UND DIE AUSSTELLUNG „DIE STADT NEU DENKEN“ Ziel der Reflexionsphase war, ein Räumliches Leitbild für Karlsruhe zu erstellen. Die Prozessgruppe, bestehend aus Mitarbeitenden des Stadtplanungsamts und des Karlsruher Instituts für Technologie zusammen mit weiteren Vertretern aus der Karlsruher Stadtverwaltung, Fachverbänden und Politik, erarbeitete 2015 einen „Entwurf“ zum Räumlichen Leitbild Karlsruhe. Die Ergebnisse der Planungswerkstatt wurden geprüft und mit den laufenden Planwerken abgeglichen. Aus den zahlreichen Ideen der Teams und aus Diskussionsrunden mit den Fachämtern wurden allmählich Zielsetzungen für die strategische Entwicklung der Stadt definiert: die „Sieben Stoßrichtungen“. Um diese Stoßrichtungen auf die Stadtteilebene herunter zu brechen und zu konkretisieren, wurden so genannte „Lupen“ oder Vertiefungen in den Quartieren definiert. Der Entwurf zum Räumlichen Leitbild wurde in einer großen Ausstellung zusammen mit einem Rückblick auf den gesamten Prozess präsentiert. Eine ausführliche Beschreibung des Prozesses von der Ur-Idee bis zur Ausstellung ist in der Publikation „Auf dem Weg zum Räumlichen Leitbild“ zu finden. DIE AUSSTELLUNG „DIE STADT NEU DENKEN“ Die Ausstellung „Die Stadt neu denken. Auf dem Weg zum Räumlichen Leitbild Karlsruhe“ fand vom 16. Juni bis 26. Juli 2015 in der Fleischmarkthalle auf dem Gelände des Alten Schlachthofs statt. Das Ausstellungskonzept wurde vom Büro „complizen“ aus Halle erarbeitet und basierte auf folgenden Ideen: Inhalte sollten verständlich transportiert werden, der Entstehungsprozess sollte vermittelt werden, die Ausstellung sollte kein Endprodukt, sondern einen Zwischenstand darstellen und Diskussionen ermöglichen. Aus diesen Überlegungen resultierte der Werkstattcharakter der Ausstellung, die in der Fleischmarkthalle eine ideale Umgebung fand. Das Herzstück der Ausstellung bildete die so genannte Agora, die 80 Sitzplätze bot. Als zentraler Ort der Kommunikation und Diskussion diente sie als Kulisse zahlreicher Veranstaltungen. Eine sechsminütige Animation, übertragen auf einen begehbaren Stadtgrundriss im Zentrum der Agora, informierte über die Inhalte der Ausstellung. Um die Agora herum waren die sieben Stoßrichtungen auf sieben Tafeln angeordnet. Um sich ausführlicher zu informieren, gab es zusätzlich eine Registratur mit den wichtigsten Planwerken und interaktive Präsentationen mit Touchscreens zu Inhalten der Planungswerkstatt. Im Eingangsbereich stand ein Prolog und in einer Kino-Ecke kamen die involvierten Planer zu Wort. Die Inhalte der Ausstellung und das Konzept des Räumlichen Leitbildes stellten sehr fachspezifische Themen dar. 7 EINMALIGES ERSCHEINEN KARLSRUHE 2015 ausstellung animationsfilm interviews mit akteuren Ein 8-minütiger Animationslm zum Räumlichen Leitbild steht im Mittel- punkt der Ausstellung. Das Erklär-Video wird auf den zent- ralen Stadtplan projiziert und veran- schaulicht die Handlungsstrategien der sieben Stoßrichtungen. Viele Menschen haben an der Er- arbeitung kooperativ mitgewirkt: Expertinnen und Experten des Stadt- planungsamtes und des Karlsruher Instituts für Technologie sowie die beauftragen Fachteams. Auch zahl- reiche Bürgerinnen und Bürger haben sich beteiligt, oft als Expertinnen für die lokalen Bedingungen vor Ort. Fünf Interviewlme mit ganz individuel- len Standpunkten zum Räumlichen Leitbild sind Teil der Ausstellung und können dort angesehen werden. Die Außenwände der Agora zeigen die sieben Stoßrichtungen als zent- rale Herausforderung der Karlsruher Stadtentwicklung. Jede Stoßrichtung wird zu Beginn näher erläutert und erklärt und in konkretere Entwick- lungsziele übersetzt. Anhand von Lupen und lokalen Beispielen kön- nen Besucherinnen und Besucher nachvollziehen, wo und wie die Um- setzung einzelne Stoßrichtung Aus- wirkungen auf die Stadtgestalt haben. Vor Ort Mitreden In der Mitmachecke werden Ideen und Anregungen zum Räumlichen Leitbild gesammelt. Dafür liegen hier Feedbackpostkarten aus, die ausge- füllt und eingereicht werden können. Auch Kommentare zur Ausstellung sind willkommen. Im gesamten Ausstellungkontext sind auch Ideen dokumentiert und immer wieder offene Fragen, die es noch zu beantworten gilt. Ausstellung „Die Stadt neu denken - Zum Räumlichen Leitbild Karlsruhe“ Storyboard Aufprojektion Agora complizen Planungsbüro Stand 14.05.2015 Seite 4 Die Südtangente und mehrere Stadtzufahrten, die Bahn- und Straßenbahnlinien, ausbauähige Haltepunkte und zahlreiche Flächenpotenziale sind attraktive Standort vorteile. Dynamisches Band nacheinander einblenden kommentare st0ßrichtungen prolog st0ßrichtungen ETTLINGEN BRUCHHAUSEN SULZBACH SCHLUTTENBACH SPESSART BUSENBACH REICHENBACH EGGENSTEIN-LEOPOLDSHAFEN LEOPOLDSHAFEN EGGENSTEIN WÖRTH AM RHEIN Jockgrim HAGENBACH MAXIMILIANSAU NEUBURG AM RHEIN RHEINSTETTEN FORCHHEIM MÖRSCH NEUBURGWEIER DURMERSHEIM AU AM RHEIN BIETIGHEIM PFINZTAL BERGHAUSEN SÖLLINGEN KLEINSTEINBACH WÖSCHBACH WEINGARTEN STUTENSEE BRUCHSAL BLANKENLOCH FRIEDRICHSTAL STAFFORT UNTERGROMBACH BÜCHENAU SPÖCK NEUROD KARLSBAD WALDBRONN REMCHINGEN WILFERDINGEN NÖTTINGEN LANGENSTEINBACH Waldkante Waldkante Waldkante Waldkante Stadtkante zur Kulturlandschaft Stadtkante zur Kulturlandschaft Stadteinfahrt SüdWest Stadtkante zur Kulturlandschaft Stadtkante zur Kulturlandschaft Stadteinfahrt Ost Stadteinfahrt NordOst Stadteinfahrt NordOst Stadteinfahrten NordWest Stadteinfahrt West Stadteinfahrt Süd Stadteinfahrt Süd Stadteinfahrt SüdOst Stadteingang Hauptbahnhof Stadteingang Bahnhof KA-West Stadteingang Haltepunkt KA-Mühlburg Stadteingang Haltepunkt KA-Knielingen Stadteingang Bahnhof Durlach innere Kontur innere Kontur innere Kontur Kante zur Rheinaue Kante zur Rheinaue Stadteingang Marktplatz (Kombilösung) Rhein kommunale Grenze kommunale Grenze kommunale Grenze kommunale Grenze ungefährer Schnittrahmen? interviews mit akteuren Ausstellung „Die Stadt neu denken - Zum Räumlichen Leitbild Karlsruhe“ Storyboard Aufprojektion Agora complizen Planungsbüro Stand 14.05.2015 Seite 4 Die Südtangente und mehrere Stadtzufahrten, die Bahn- und Straßenbahnlinien, ausbauähige Haltepunkte und zahlreiche Flächenpotenziale sind attraktive Standort vorteile. Dynamisches Band nacheinander einblenden kommentare Grundriss und Begleitmaterial der Ausstellung „Die Stadt neu denken“ 1 EINMALIGES ERSCHEINEN KARLSRUHE 2015 Grußwort Warum ein Leitbild? Glossar Die Ausstellung Die Bearbeitungsteams Der Leitbildprozess Die sieben Stoßrichtungen Klare Konturen Grüne Adresse Starke Mitte 2 2 3 6 8 10 10 11 12 13 Mehr Wohnen Coole Quartiere Dynamisches Band Urbane Nähe Epilog Leitbild Quiz Gesprochen mit Begleitprogramm 2015 Die Stadt von Morgen entdecken Impressum 14 15 16 17 18 18 19 20 20 20 die stadt neu denken Die Zeitung zur Austellung des räumlichen Leitbildes Karlsruhes Wie könnte und sollte sich Karlsru- he in Zukunft räumlich entwickeln? Wo liegen die Potenziale für die Planung und Gestaltung einer le- bendigen und lebenswerten Stadt? Wie plant man eine Planstadt wei- ter? Mit diesen Fragestellungen beschäf- tigt sich die Stadt Karlsruhe seit 2013 im Rahmen eines komplexen wie innovativen Leitbildprozesses. Was sonst vornehmlich in Fach- gremien stattndet, wird in Karls- ruhe öffentlich gemacht – Stadt und Region im Stadtgespräch! Die Ausstellung präsentiert, was Ex- pertinnen und Experten aus Planung, Politik und Bürgerschaft im Rahmen des Leitbildprozesses bislang entwi- ckelt haben. Zu sehen ist kein fertiger Leitbild-Plan, keine Blaupause für die Zukunft – gezeigt werden ver- schiedene Entwicklungsoptionen für Karlsruhe. Die Ausstellung und das umfangreiche Begleitprogramm laden zum gemeinsamen Weiterdenken ein. 8 DIE STADT NEU DENKEN hat. Als Rotterdamer Team kommen wir ja von außen. Natürlich hat man schon von Karlsruhe gehört und wir arbeiten in der Nähe des Bundesver- fassungsgerichtes an einem Projekt. Aber sehr viel weiß man zu Beginn nicht von der Stadt. Das heißt, wir mussten in einer kurzen Zeit erste Ideen und Analysen vorbereiten und uns parallel auch noch in die Thema- tik der Gesamtstadt einarbeiten. Das heißt in einer kurzen Zeit beschäftigt man sich mit Vergangenheit und Gegenwart und versucht gleichzeitig schon in die Zukunft zu denken. Wie empfanden Sie die Präsentationen vor dem Begleitgremium einerseits und der Öffentlichkeit andererseits? Haben diese „Zwischenkritiken“ ihrer Arbeit geholfen? Es gab eine gewisse Trennung wäh- rend des Verfahrens, zwischen dem, was das Begleitgremium uns mitge- geben hat und dem, was wir durch die Bevölkerung erfuhren. Natürlich waren die öffentlichen Abendver- anstaltungen, auf denen wir unsere Ideen präsentieren durften hilfreich. Es waren sehr viele interessierte Menschen vor Ort und lieferten Kom- mentare. Aber es el mir auf, dass das Begleitgremium in solchen Momen- ten eigentlich wie ein schweigender Block zuschaute und zugehörte. Wenn man die Interaktion will, wäre es aus unserer Sicht notwendig, auch zwischen den Protagonisten der Stadt und der Bevölkerung größeren Aus- tausch zuzulassen. Es wären genau diese Momente gewesen, wo sich das Begleitgremium selbst stärker in die Diskussion hätte einbringen müssen. Die drei Teams haben ja in einem „konkurrierenden Verfahren“ parallel gearbeitet, ohne dass es hinterher einen Gewinner gab. Konnte ihr Team aus die- ser Konkurrenz oder dem gegenseitigen Austausch etwas mitnehmen? Hat die Arbeit der anderen Teams ihre Überle- gungen beeinusst? Ich nde immer interessant, Fragestel- lungen auch aus einem völlig anderen Blickwinkel erklärt zu bekommen. Es kann sein, dass der vielleicht gar nicht unserer Philosophie entspricht, er ist aber deswegen nicht weniger sinnvoll oder relevant. Insofern ist natürlich das mehr oder weniger konkurrieren- de Nebeneinanderarbeiten, einerseits anstrengend, aber es erweitert auch irgendwo den Horizont, den man hat um Dinge zu betrachten. Dazu bringt es neue kollegiale Kontakte. Ihre Ideen werden jetzt ausgestellt. Wel- che Schritte müssen jetzt unternommen werden, um sicher zu gehen, dass das Leitbild planerischen Einuss haben wird und nicht in der Schublade verschwindet? Ich glaube die Zeit ist vorbei, wo eine Masterplan-Zeichnung gemacht wird, die dann irgendwo im Direk- torenzimmer an die Wand hängt und die Marschrichtung für die nächsten dreißig Jahre vorgibt. Das Leitbild muss etwas Flexibles und Wachsen- des sein. Es muss sich veränder kön- nen und in der Kommunikation mit Bevölkerung, Interessensgruppen und Verbänden weiterentwickelt werden. Man sollte nicht davon ausgehen, jetzt eine Zielrichtung zu haben, an der bis zum Ende festgehalten werden muss. Vielmehr gilt es, im engen Kontakt mit der Öffentlichkeit zu bleiben um das Planwerk immer wieder mit den Wünschen und den Bedürfnissen der Bewohner zu konfrontieren. Kernaussage des Teams zu den Ent- wicklungsparametern Karlsruhes: Redesign Karlsruhe - Ideale einer Ide- alstadt: Das Team Machleidt/ sinai / SHP hat die Gründungsidee der Stadt aufgenommen: Stadt und Landschaft sind in Karlsruhe gleichberechtigte Elemente. Die Thesen lauten: „Als ideale Stadt begreift sich Karlsruhe als Modell- stadt“, „als schöne Stadt arbeitet Kar- lsruhe bewusst an den ästhetischen und sinnlichen Qualitäten seiner Stadt- und Landschaftsräume“ und als „prosperierende und wachsende Stadt muss Karlsruhe auch räumliche Entwicklungsangebote machen kön- nen“. MöglicheKonikte Die zukünftige Entwicklung von Kar- lsruhe wird nach Ansicht des Teams maßgeblich von einem Zielkonikt bestimmt: Die „Prosperierende Stadt“ Christoph Elsässer West8, Rotterdam Was war aus Ihrer Sicht in Karlsruhe das Besondere an dem Verfahren zum Räum- lichen Leitbild? Man könnte meinen, dass viele Städte in die Zukunft schauen möchten und mit Räumlichen Leitbildern planen. Aber das ist überhaupt nicht so. Es gibt relativ wenige Städte, die Gründe für ein Leitbild sehen und sich dann tatsächlich die Mühe machen eines zu erarbeiten. Was uns sehr stark fasziniert hat, ist die Frage, welche Gründe eine Stadt wie Karlsruhe für ein Räumliches Leitbild hat? Karlsruhe ist eine Stadt, die relativ groß ist, die bekannt ist und prosperierend. Was waren hier die Gründe für so eine gründliche Suche nach der räumlichen Zukunft? Die Planungswerkstatt bestand aus 4-8 wöchigen Arbeitsphasen. Dann hatten die Teams Gelegenheit für öffentliche Zwischenpräsentationen vor Bürgerinnen und Bürgern und dem Begleitgremium. Wie hat diese enge Taktung die Arbeit in ihrem Team beeinusst? Also zunächst muss ich sagen, dass uns die Taktung schon vor eine re- lativ große Herausforderung gestellt die bearbeitungsteams machleidt, sinai, shp ingenieure west 8 / verkehr plus Team Machleidt / sinai / SHP Team West 8 / verkehrplus 9 EINMALIGES ERSCHEINEN KARLSRUHE 2015 Die Besprechungen mit dem Begleit- gremium waren eigentlich immer sehr konstruktiv. Die Gefahr ist bei solchen Konstellationen häug, dass die Teilnehmer absolute Fachleute in ihren jeweiligen Gebieten sind. Wenn man mit ihnen spricht kann sich das ganz schnell zerfasern zu irgend- welchen Details. Die Leute wissen natürlich unheimlich viel über ihr Gebiet. Aber das war hier erfreulicher Weise nicht der Fall. Jeder wusste worum es geht. Die Zeit war mir manchmal in den Diskussionsrunden etwas zu knapp. Es gab verschieden Themenrunden die so gut besucht wa- ren, dass wir für die Teilnehmerzahlen mehr Zeit gebraucht hätten, um über das Thema zu sprechen. Aber im Gro- ßen und Ganzen waren das eigentlich sehr gute Feedbackrunden. Gut war auch, dass die Feedbacktermine von den Bürgerworkshops und den Vorstellungen am Vortag entkoppelt waren. So hatte man noch mal eine Nacht Zeit, darüber zu schlafen. Am nächsten Tag konnten wir dann die Dinge frisch mit dem Begleitgremium besprechen. Die drei Teams haben ja in einem „konkurrierenden Verfahren“ parallel gearbeitet, ohne dass es hinterher einen Gewinner gab. Konnte ihr Team aus dieser Konkurrenz oder dem gegenseitigen Austausch etwas mitnehmen? Hat die Ar- beit der anderen Teams ihre Überlegungen beeinusst? Jedes Team hat immer so seine ganz spezielle Herangehensweise und seinen eigenen Blickwinkel. Jeder versucht dann seinen eigenen Ent- wurf natürlich auch möglichst klar und präzise durchzuhalten und auch durchzuarbeiten. Von daher ist es immer ganz hilfreich, die anderen Büros zu hören. Man beginnt anders über die eigene Arbeit nachzudenken. Vor allem die Reaktion des Publikums ermöglicht es, das, was man eben selbst vorgestellt hat noch mal zu re- ektieren und die eigenen Dinge noch mal abprüfen. Ihre Ideen werden jetzt ausgestellt. Welche Schritte müssen jetzt unternommen wer- den, um sicher zu gehen, dass das Leitbild planerischen Einuss haben wird und nicht in der Schublade verschwindet? Dass solche Arbeiten nicht in der Schublade verschwinden, ist natürlich eine große Anstrengung. Ich denke aber, dass die Stadt Karlsruhe hier schon bereits viel unternimmt. Dazu gehört es, dass es am Schluss ein ver- abschiedbares Dokument entsteht, das auch von der Politik eindeutig befürwortet wird. Das Leitbild muss etwas sein, hinter dem man sich ver- sammeln kann und etwas, das man auch tatsächlich politisch verabschie- den kann. Dazu gehört ganz sicherlich auch, dass Sinn und Zweck von so einem Leitbild klar zu artikulieren. Es muss auch über Handlungsräume und Schwerpunktthemen entschieden werden. Daran muss man später auch Pläne und Programme, politisches und planerisches Arbeiten ausrichten und abprüfen können. Ich denke ist auch ein ganz wichtiger Schritt, an- dere große Rahmenplanungen oder Leitvorstellungen, die es in der Stadt gibt, an das Leitbild anzukoppeln und die Dinge abzustimmen. Die Pläne müssen quasi synchronisiert werden, damit sie aufeinander Aufbauen und man weiß, in welchem Verhältnis sieh zueinander stehen und wie die Räd- chen ineinander greifen. Das ist eine große Aufgabe, die jetzt, nach der Planungswerkstatt, bei der Stadt liegt. Karlsruhe braucht Flächen, allerdings soll dafür nicht die Landschaft mit neuen Siedlungsächen verbaut wer- den (die „Schöne Stadt“). Als Lösung schlägt das Team die Transformation derjenigen Gebiete vor, die aktuell über die meisten Probleme und Barrieren aber auch größten Ent- wicklungspotenziale verfügen. Diese Gebiete lokalisiert das Team in einem Nord- und Südband rund um die Kernstadt - dort wo auch die Ver- knüpfung zwischen den städtischen Freiräumen und der Landschaft statt- ndet. Ideen für die Kernstadt: Für die Innere Stadt stellt das Team die Bedeutung des Abbaus von Bar- rieren der Verkehrswege heraus und plädiert auf den Stadtstraßen für ein verstärktes Mischen der Verkehrsar- ten (insbesondere Radverkehr und Motorisierter Individualverkehr). Ebenso plädiert das Team für die Weiterführung des Rückbaus nicht mehr benötigter Straßenkapazitä- ten auf den Magistralen, wie der Rheinstraße, der Kriegstraße und in Hinblick auf die Anschlussknoten der Stadtautobahnen. Dazu Benjamin Wille (Machleidt GmbH, Berlin) Was sind die neuen Entwick- lungsächen? Das sind die Orte, die bisher im Dornröschenschlaf schlummern und darauf warten, wach geküsst zu werden. Der Prinz, der diese Räume wach küsst, heißt Transformation. Barrieren nicht nur überwinden, son- dern um 180° drehen. Das bedeutet: Wandel, Konversion, Nachverdich- tung und Flächenmanagement. Benjamin Wille zum Arbeitsprozess: Ein räumliches Leitbild für eine gesamte Stadt zu entwickeln – und nicht nur für Teilgebiete – ist für uns unglaublich reizvoll. Hier in Karls- ruhe wurde sehr gute planerische Vorarbeit geleistet. Es ist nun an uns, möglicherweise den dichten Wald zu lichten, Pfade erkennbar zu machen. Wir folgten dabei einer Art Gegen- stromprinzip: Ideen im Großen ent- wickeln und im Kleinen exemplarisch schauen, was sie für einzelne Stra- ßen, Grün oder Ortskern bedeuten. Als völliger Ortsfremder interessiert mich vor allem: Wie bewege ich mich intuitiv durch die Stadt? studio.urbane strategien, urban catalyst studio Philipp Krass berchtoldkrass, Karlsruhe Wie war es für Sie als lokales Büro an der Planungswerkstatt zum Räumlichen Leitbild Karlsruhe teilzunehmen? Für uns als Karlsruher Büro ist es etwas Besonderes, wenn die eigene Heimat- stadt im Fokus steht. Aber auch die Aufgabenstellung ist natürlich ganz besonders, das Verfahren und die Maßstabsebenen. Wir haben häuger in solchen Prozessen gearbeitet. Wenn so etwas vor der Haustür stattndet, sind wir natürlich der Überzeugung, mit unserem Wissen einen wesentli- chen Schritt beitragen zu können. Die Planungswerkstatt bestand aus 4-8 wöchigen Arbeitsphasen. Dann hatten die Teams Gelegenheit für öffentliche Zwi- schenpräsentationen vor Bürgerinnen und Bürgern und dem Begleitgremium. Wie hat diese enge Taktung die Arbeit in ihrem Team beeinusst? Es war eine Herausforderung, in- nerhalb so kurzer Zeit vor einem Fachgremium, vor der Öffentlichkeit gepaart mit Workshops, so etwas vorzubereiten. Die Zeit für die inhalt- liche Arbeit und die Vorbereitung der eigenen Veranstaltungen war schon knapp. Wie empfanden Sie die Präsentationen vor dem Begleitgremium einerseits und der Öffentlichkeit andererseits? Haben diese „Zwischenkritiken“ ihrer Arbeit geholfen? Es hat mich vor allem erstaunt, welche große Aufmerksamkeit das Thema Stadtentwicklung und Stadt- planung und das Nachdenken über die städtische Zukunft ausgelöst hat. Es gab ein gutes Publikumsecho, die Veranstaltungen waren wahnsinnig gut besucht. Das war hier schon eine Besonderheit in dem Verfahren. Auf der anderen Seite ist die klare und prägnante Darstellung der Projekte immer gut. Deshalb war diese Koppe- lung zwischen Bürgern und Fachgre- mium auch gut für die eigene Arbeit. berchtoldkrass space&options, Team berchtoldkrass / S.US / UC studio DIE STA D T NEU D ENKEN hat. Als Rotterdamer Team kommen wir ja von außen. Natürlich hat man schon von Karlsruhe gehört und wir arbeiten in der Nähe des Bundesver - fassungsgerichtes an einem Projekt. Aber sehr viel weiß man zu Beginn nicht von der Stadt. Das heißt, wir mussten in einer kurzen Zeit erste Ideen und Analysen vorbereiten und uns parallel auch noch in die Thema - tik der Gesamtstadt einarbeiten. Das heißt in einer kurzen Zeit beschäftigt man sich mit Vergangenheit und Gegenwart und versucht gleichzeitig schon in die Zukunft zu denken. Wie empfanden Sie die Präsentationen vor dem Begleitgremium einerseits und der Öffentlichkeit andererseits? Haben diese „Zwischenkritiken“ ihrer Arbeit geholfen? Es gab eine gewisse Trennung wäh - rend des Verfahrens, zwischen dem, was das Begleitgremium uns mitge - geben hat und dem, was wir durch die Bevölkerung erfuhren. Natürlich waren die öffentlichen Abendver - anstaltungen, auf denen wir unsere Ideen präsentieren durften hilfreich. Es waren sehr viele interessierte Menschen vor Ort und lieferten Kom - mentare. Aber es el mir auf, dass das Begleitgremium in solchen Momen - ten eigentlich wie ein schweigender Block zuschaute und zugehörte. Wenn man die Interaktion will, wäre es aus unserer Sicht notwendig, auch zwischen den Protagonisten der Stadt und der Bevölkerung größeren Aus - tausch zuzulassen. Es wären genau diese Momente gewesen, wo sich das Begleitgremium selbst stärker in die Diskussion hätte einbringen müssen. Die drei Teams haben ja in einem ser Konkurrenz oder dem gegenseitigen Austausch etwas mitnehmen? Hat die Arbeit der anderen Teams ihre Überle gungen beeinusst? Ich nde immer interessant, Fragestel lungen auch aus einem völlig anderen Blickwinkel erklärt zu bekommen. Es kann sein, dass der vielleicht gar nicht unserer Philosophie entspricht, er ist aber deswegen nicht weniger sinnvoll oder relevant. Insofern ist natürlich das mehr oder weniger konkurrieren de Nebeneinanderarbeiten, einerseits anstrengend, aber es erweitert auch irgendwo den Horizont, den man hat um Dinge zu betrachten. Dazu bringt es neue kollegiale Kontakte. Ihre Ideen werden jetzt ausgestellt. Wel che Schritte müssen jetzt unternommen werden, um sicher zu gehen, dass das Leitbild planerischen Einuss haben wird und nicht in der Schublade verschwindet? Ich glaube die Zeit ist vorbei, wo eine Masterplan-Zeichnung gemacht wird, die dann irgendwo im Direk torenzimmer an die Wand hängt und die Marschrichtung für die nächsten dreißig Jahre vorgibt. Das Leitbild muss etwas Flexibles und Wachsen des sein. Es muss sich veränder kön nen und in der Kommunikation mit Bevölkerung, Interessensgruppen und Verbänden weiterentwickelt werden. Man sollte nicht davon ausgehen, jetzt eine Zielrichtung zu haben, an der bis zum Ende festgehalten werden muss. Vielmehr gilt es, im engen Kontakt mit der Öffentlichkeit zu bleiben um das Planwerk immer wieder mit den Wünschen und den Bedürfnissen der Bewohner zu konfrontieren. Christoph Elsässer West8, Rotterdam Was war aus Ihrer Sicht in Karlsruhe das Besondere an dem Verfahren zum Räum - lichen Leitbild? Man könnte meinen, dass viele Städte in die Zukunft schauen möchten und mit Räumlichen Leitbildern planen. Aber das ist überhaupt nicht so. Es gibt relativ wenige Städte, die Gründe für ein Leitbild sehen und sich dann tatsächlich die Mühe machen eines zu erarbeiten. Was uns sehr stark fasziniert hat, ist die Frage, welche Gründe eine Stadt wie Karlsruhe für ein Räumliches Leitbild hat? Karlsruhe ist eine Stadt, die relativ groß ist, die bekannt ist und prosperierend. Was waren hier die Gründe für so eine gründliche Suche nach der räumlichen Zukunft? Die Planungswerkstatt bestand aus 4-8 wöchigen Arbeitsphasen. Dann hatten die Teams Gelegenheit für öffentliche Zwischenpräsentationen vor Bürgerinnen und Bürgern und dem Begleitgremium. Wie hat diese enge Taktung die Arbeit in ihrem Team beeinusst? die bearbeitungsteams west 8 / verkehr plus Team West 8 / verkehrplusTeam West 8 / verkehrplus 1 EINMALIGES ERSCHEINEN KARLSRUHE 2015 Grußwort Warum ein Leitbild? Glossar Die Ausstellung Die Bearbeitungsteams Der Leitbildprozess Die sieben Stoßrichtungen Klare Konturen Grüne Adresse Starke Mitte 2 2 3 6 8 10 10 11 12 13 Mehr Wohnen Coole Quartiere Dynamisches Band Urbane Nähe Epilog Leitbild Quiz Gesprochen mit Begleitprogramm 2015 Die Stadt von Morgen entdecken Impressum 14 15 16 17 18 18 19 20 20 20 die stadt neu denken D i e Z e i t u n g z u r A u s t e l l u n g d e s r ä u m l i c h e n L e i t b i l d e s K a r l s r u h e s Wie könnte und sollte sich Karlsru- he in Zukunft räumlich entwickeln? Wo liegen die Potenziale für die Planung und Gestaltung einer le- bendigen und lebenswerten Stadt? Wie plant man eine Planstadt wei- ter? Mit diesen Fragestellungen beschäf- tigt sich die Stadt Karlsruhe seit 2013 im Rahmen eines komplexen wie innovativen Leitbildprozesses. Was sonst vornehmlich in Fach- gremien stattndet, wird in Karls- ruhe öffentlich gemacht – Stadt und Region im Stadtgespräch! Die Ausstellung präsentiert, was Ex- pertinnen und Experten aus Planung, Politik und Bürgerschaft im Rahmen des Leitbildprozesses bislang entwi- ckelt haben. Zu sehen ist kein fertiger Leitbild-Plan, keine Blaupause für die Zukunft – gezeigt werden ver- schiedene Entwicklungsoptionen für Karlsruhe. Die Ausstellung und das umfangreiche Begleitprogramm laden zum gemeinsamen Weiterdenken ein. Veranstaltungsort: 400 m² große Fleischmarkthalle 6 DIE STADT NEU DENKEN Im Eingangsbereich illustriert ein Prolog die 300jährige Entwicklung von Karlsruhe und den gesamten Pla- nungs- und Beteiligungsprozess des aktuellen Leibildes. Die historische Entwicklung der “Planstadt” ist eng mit wegweisenden Leitbildern verbunden: So prägt der Strahlengrundriss der Stadtgründung die Wahrnehmung von Karlsruhe noch heute. Im 19. Jahrhundert dominierte der Ausbau von Verkehrsinfrastrukturen die Planung. 300 Jahre nach der Stadtgrün- dung stellt der Leit- bildprozess die Frage: “Wie plant man eine Plan- stadt weiter?”. ausstellung st0ßrichtungen prolog agora veranstaltungsort Agora ist die Bezeichnung für eine zentrale Versammlungsstätte oder den Marktplatz einer Stadt. Die Ausstellung „Die Stadt neu denken“ setzt voraus, dass die Zukunft von Karlsruhe verhandelt werden muss. Während der Laufzeit verwandelt sich die Fleischmarkthalle buch- stäblich in einen Marktplatz. In der Mitte bendet sich ein begehbarer Stadtgrundriss im Maßstab 1:2000. Die Agora ist gleichzeitig Ausstellung und Veranstaltungsraum und lädt dazu ein, das Räumliche Leitbild zu diskutieren. Rund herum nden die Gäste frische Ideen für die zukünf- tige Entwicklung Karlsruhes. Die Konstruktion mit 350 wiederverwert- baren Euro-Paletten ist besonders ressourcenschonend. Die 400 m² große Fleischmarkthalle ist der ideale Ort, um über die Zu- kunft von Karlsruhe nachzudenken. Seit die Halle nicht mehr für ihre ursprüngliche Bestimmung genutzt wird, dem Großhandel von Frisch- eisch, bendet sich das Gebäude wie viele Orte in Karlsruhe selbst in einer Transformation. Es ist ein Raum, der nicht zuletzt auch aufgrund seines dynamischen Umfeldes zu inspirieren vermag. ETTLINGEN BRUCHHAUSEN SULZBACH SCHLUTTENBACH SPESSART BUSENBACH REICHENBACH EGGENSTEIN-LEOPOLDSHAFEN LEOPOLDSHAFEN EGGENSTEIN WÖRTH AM RHEIN Jockgrim HAGENBACH MAXIMILIANSAU NEUBURG AM RHEIN RHEINSTETTEN FORCHHEIM MÖRSCH NEUBURGWEIER DURMERSHEIM AU AM RHEIN BIETIGHEIM PFINZTAL BERGHAUSEN SÖLLINGEN KLEINSTEINBACH WÖSCHBACH WEINGARTEN STUTENSEE BRUCHSAL BLANKENLOCH FRIEDRICHSTAL STAFFORT UNTERGROMBACH BÜCHENAU SPÖCK NEUROD KARLSBAD WALDBRONN REMCHINGEN WILFERDINGEN NÖTTINGEN LANGENSTEINBACH Waldkante Waldkante Waldkante Waldkante Stadtkante zur Kulturlandschaft Stadtkante zur Kulturlandschaft Stadteinfahrt SüdWest Stadtkante zur Kulturlandschaft Stadtkante zur Kulturlandschaft Stadteinfahrt Ost Stadteinfahrt NordOst Stadteinfahrt NordOst Stadteinfahrten NordWest Stadteinfahrt West Stadteinfahrt Süd Stadteinfahrt Süd Stadteinfahrt SüdOst Stadteingang Hauptbahnhof Stadteingang Bahnhof KA-West Stadteingang Haltepunkt KA-Mühlburg Stadteingang Haltepunkt KA-Knielingen Stadteingang Bahnhof Durlach innere Kontur innere Kontur innere Kontur Kante zur Rheinaue Kante zur Rheinaue Stadteingang Marktplatz (Kombilösung) Rhein kommunale Grenze kommunale Grenze kommunale Grenze kommunale Grenze ungefährer Schnittrahmen? 12 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | DER PROZESS12 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE Herausforderung und zugleich Motivation für die beteiligten Institutionen war, diese Inhalte für das breite Publikum so anschaulich wie möglich zu vermitteln. Die vielen positiven Rückmeldungen waren Beweis für das Interesse der Öffentlichkeit an der künftigen Entwicklung Karlsruhes und für den Erfolg der Ausstellung sowie am Beteiligungsprozess. Gelobt wurden neben dem Konzept der Ausstellung vor allem die grafi sche und didaktische Aufbereitung, die multimodale Darstellung anhand unterschiedlicher Visualisierungsformen wie Grafi ken, Modelle, Skizzen, Bilder und Filmprojektionen. Positiv bewertet wurde auch der Entstehungsprozess des Räumlichen Leitbildes. Begleitend zur Ausstellung fanden zahlreiche Veranstaltungen und Beteiligungsformate statt, wie beispielweise die „Stadtansichten“ als moderierte Spaziergänge und die „Lange Nacht der Leitbilder“, in der der Stand der Diskussion zu Leitbildern in der Stadtplanung kurz angerissen wurde. WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN FINDEN SIE UNTER: www.karlsruhe.de/b3/bauen/projekte/leitbildhaupt/buchrl www.karlsruhe.de/b3/bauen/projekte/leitbildhaupt/ausstellung/ ausstellung2015 RÜCKMELDUNGEN AUS DER AUSSTELLUNG Auf Postkarten formulierten Besucherinnen und Besucher Kommentare zur Ausstellung und griffen dabei unterschiedliche Aspekte auf. Besondere Aufmerksamkeit erhielt das Thema fl ächensparende Bodenpolitik und die Wahrung der Landschaftsräume – auch mit Blick auf den daraus resultierenden Zielkonfl ikt der Innenentwicklung hinsichtlich der Klimaanpassung. Die Besucherinnen und Besucher werteten positiv, dass Neubaugebiete und Grünfl ächen zu gleichen Teilen berücksichtigt und gestaltet wurden. Folgende Forderungen wurden zum Thema fl ächensparende Politik gestellt: sorgsamer Umgang mit den Bodenressourcen, eine Diskussion über eine ausgewogene bauliche Dichte und einer Entwicklung in die Höhe sowie Erhaltung und Weiterentwicklung der Naturräume, beispielsweise des Albgrüns. Eine Orientierung soll an bisher gelungenen realisierten Beispielen in Karlsruhe erfolgen. Die „soziale Stadt“ zählte zu den wichtigsten Themen für die Bürgerinnen und Bürger. Denn Städte sollen für Menschen und mit den Menschen gedacht und weiterentwickelt werden. Vorstellung des Dynamischen Bands in der Ausstellung, Bild: ONUK STADTPLANUNGSAMT | 13 Geäußert wurden Wünsche hinsichtlich bezahlbaren Wohnraums, der Förderung von Nachbarschaften, des Ausbaus von sozialen Infrastrukturen und Begegnungsstätten wie Sportflächen, der Berücksichtigung einer durchmischten Gesellschaft und der Berücksichtigung von jüngeren und älteren Menschen bei Planungen. Auch das Thema Mobilität traf das Interesse Ausstellungs- besucherinnen und -besucher Die Rad- und Fußgängerbrücke am Rheinhafen wurde positiv bewertet. Einige Besucher regten an, die Mobilität per Rad auszubauen, den Stadtkern autofrei zu deklarieren, die Diskussion zur zweiten Rheinbrücke und Nordtangente zu führen und technische Innovationen wie den Rückgang des Verkehrs durch autonomes Fahren zu berücksichtigen. Angestrebt wurde auch die Qualitätssicherung bei Architekturprojekten und Stadtgestaltung. Als bedeutend wurde ebenfalls eine längerfristige Unterstützung seitens der Politik hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung der Stadt deklariert. Die Rückmeldungen der Bürgerinnen und Bürger wurden ausgewertet und in den Prozess integriert. Viele der Anregungen waren bereits in den Zielsetzungen des Räumlichen Leitbildes thematisiert und verankert. Sie bedurften einer Konkretisierung auf Quartiersebene. Weitere Anregungen wurden fortlaufend in das Räumliche Leitbild einbezogen, beispielweise der Bedarf an bezahlbarem und vielfältigem Wohnraum bei entstehenden Neubaugebieten und bei Projekten der Innenentwicklung. DER PROZESS VON DER AUSSTELLUNG ZUM BESCHLUSSDOKUMENT: „DIE STADT NEU ENTWICKELN“ Der Planungsausschuss des Karlsruher Gemeinderats begrüßte im Juli 2015 in einer Sondersitzung in der Fleischmarkthalle die Ausarbeitung eines Rahmenplans für die künftige Entwicklung der Stadt unter dem Motto „Die Stadt neu entwickeln“. Grundlage dafür sollte der vorgelegte Entwurf zum Räumlichen Leitbild sein. Mit dem Ziel Ende 2016 dem Gemeinderat ein Beschlussdokument vorzulegen, wurde intensiv an der weiteren Konkretisierung des Entwurfs zum Räumlichen Leitbild und der Stoßrichtungen gearbeitet. Federführend tätig war das Stadtplanungsamt in Zusammenarbeit mit dem Karlsruher Institut für Technologie und städtischen Ämtern, vor allem mit Gartenbauamt und Forstamt, Wirtschaftsförderung und Amt für Stadtentwicklung. Aus den mehr als 40 Lupen der Ausstellung kristallisierten sich 16 Aufgaben heraus: die Vorhaben. Die weitere Konkretisierung war notwendig, um die Stoßrichtungen auf Quartiersebene auf Zielkonflikte hin zu überprüfen sowie einen greifbaren Orientierungsrahmen für die Alltagspraxis und für anstehende und zukünftige Projekte zu entwickeln. Parallel zu der Erarbeitung der Vorhaben wurde der Fokus auf Vertiefungsbereiche im Nord-Westen, Nord-Osten und Süden der Stadt gelegt. Zwei externe Planungsbüros, die auch schon an der Planungswerkstatt teilgenommen hatten, erarbeiteten dafür Konzepte. Beide Büros arbeiteten an unterschiedlichen Szenarien und stellten die Möglichkeiten für die Weiterent- wicklung dieser bis dato planerisch vernachlässigten Räume der Stadt dar. Der Prozess fand weiterhin im Dialog mit dem Begleitgremium, der Öffentlichkeit und der Politik statt. Eine erste Rückkopplung mit dem Begleitgremium gab es im Dezember 2015. Dessen Mitglieder, Vertreter der Fraktionen, der Verbände und Vereine sowie das Karlsruher Institut für Technologie und die Teams der Planungswerkstatt setzten sich im Rahmen eines Workshops mit den Zwischen- ergebnissen intensiv auseinander und regten bei den drei Vertiefungsbereichen eine weitere Differenzierung und Konkretisierung der vorgeschlagenen Entwicklungsszenarien an. Die Öffentlichkeit wurde in einer Update Veranstaltung im März 2016 einbezogen. In einer lockeren Atmosphäre mit inszenierten Marktständen wurden Vorhaben und Vertiefungsräume präsentiert und zur Diskussion gestellt. Eine Rückkopplung mit der Politik fand von Februar bis Juli 2016 statt. In verschiedenen Sitzungen des Planungsausschusses wurden die Zwischenergebnisse des Prozesses präsentiert. Im Juli 2016 erklärte sich der Planungsausschuss damit einverstanden, das Räumliche Leitbild als Beschlussdokument fertigzustellen. Eine Beschlussvorlage zum Räumlichen Leitbild wurde Ende 2016 dem Gemeinderat vorgelegt. In einer Abschluss- veranstaltung Ende des Jahres 2016 wurden die Ergebnisse des vierjährigen Prozesses zum Räumlichen Leitbild und der politische Beschluss öffentlich präsentiert. Veranstaltung in der Alten Fleischmarkthalle zum Räumlichen Leitbild, Bild: Monika Müller-Gmelin, Stadtplanungsamt 14 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | DER PROZESS WICHTIGE ERKENNTNISSE AUS DEM VIERJÄHRIGEN PROZESS Einmalig war, dass so viele unterschiedliche Akteure und die Öffentlichkeit von Beginn an in den Prozess einbezogen wurden. Die Intensität des Dialogs verlangsamte den Prozess. Dennoch förderte die Offenheit und Transparenz die Akzeptanz von Bürgerschaft und Politik für raumplanerische und städtebauliche Maßnahmen auf gesamtstädtischer Ebene. Solche gesamtstädtischen Themen für die breite Öffentlichkeit aufzubereiten, stellte gleichzeitig eine Herausforderung dar. Die Strategie aber gelang. Die positiven Rückmeldungen zeigten, dass auch abstrakte Inhalte für ein breites Publikum zugänglich gemacht werden können. Weitere Erkenntnis war die Bedeutung der Planungswerkstatt. Eine Fülle an Ideen und Lösungsansätzen für zentrale Themen der Stadtentwicklung konnten von den auswertigen Büros generiert werden. Viele dieser Ideen sind bis zum Schluss in ihrer Stärke erhalten geblieben und haben sich verfestigt. MONITORING Das Räumliche Leitbild ist ein vom Gemeinderat beschlossener Rahmenplan und entfaltet in diesem Sinne auch eine entsprechende Verbindlichkeit. Das Räumliche Leitbild ist dabei kein endgültiges, unumstößliches Regelwerk, vielmehr ist es ein anpassungsfähiges Konzept, das in regelmäßigen Abständen mit den dann jeweils aktuellen Planungen abgeglichen werden soll. Umgekehrt sollen die aktuellen Planung auf ihre gesamtstädtische Zielrichtung anhand des Räumlichen Leitbildes überprüft und ggf. nochmals feinjustiert werden. Vorgesehen ist dafür ein Zeitabstand von fünf Jahren. ZU BEACHTEN SIND DABEI die Prüfung der strategischen Ziele mit aktuellem Wissensstand und die veränderten gesellschaftlichen, strukturellen Rahmenbedingungen, der Einbezug der Erkenntnisse aus realisierten Einzelprojekten, die stete Rückkopplung des Räumlichen Leitbilds mit den laufenden übergeordneten Konzepten und Planwerken, die Prüfung des Status und der Priorisierung der Projekte, die Evaluierung der Wirkung und Effektivitätsprüfung der Maßnahme, gegebenenfalls unter Berücksichtigung von Korrekturen sowie die Evaluierung des gesamten Umsetzungsprozesses. 14 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE Inhalte Dokument RL 2016 2015 7 Stoßrichtungen 44 Lupen UPDATE 7 Stoßrichtungen 16 Vorhaben Vertiefungsbereiche Entwurf Räumliches Leitbild: Beschlussdokument: •Stoßrichtungen und Aufgaben zu Positionen: Wozu bekennt sich die Stadt? •Von Lupen zu Vorhaben: Benennung und Priorisierung der Vorhaben Zum beschlussfähigen Dokument Gesamtstadt RAUM ZEIT Quartier Kurzfristig (K) 2 – 5 Jahre Mittelfristig (M) bis 8 Jahre Langfristig (L) mehr als 8 Jahre Visionen (V) ZUM BESCHLUSSFÄHIGEN DOKUMENT STADTPLANUNGSAMT | 15 SYSTEMATIK INHALTE RÄUMLICHES LEITBILD ABLAUF 2015 – 2016 abstrahieren konkretisieren überprüfen und schärfen vertiefen 2014: 3 Leitbildentwürfe 2015: 7 Stoßrichtungen und 44 Lupen 2015/2016: 16 Vorhaben2015/2016: Vertiefungsbereiche 16. November 2015 Prozessgruppe und Experte (nicht öffentlich) Juli 2015 Planungsausschuss Sondersitzung Diskussion Inhalte Entwurf Räumliches Leitbild 15. Dezember 2016 Finale Abschluss- veranstaltung Monitoring alle 5 Jahre November 2016 Planungsausschuss und Gemeinderat Endabstimmung Dezember 2015 – Februar 2016 Planungsausschuss Abstimmung Ämter 3. März 2016 UPDATE Infoveranstaltung April – Juli 2016 Planungsausschuss Abstimmung Inhalte Räumliches Leitbild 20. Juli 2016 Stadtbauforum „Mehr Wohnen“ 17. Dezember 2015 Workshop Begleitgremium und Teams (nicht öffentlich)
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16 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | STOSSRICHTUNGEN Mit eindrücklichen Titeln beschreiben die sieben „Stoß- richtungen“ des Räumlichen Leitbildes die übergeordneten Leitlinien für die künftige Entwicklung der Stadt. Sie sind aus einer Auseinandersetzung mit den spezifi schen Qualitäten und Rahmenbedingungen Karlsruhes entstanden, angeregt von den Ideen der drei Teams der Planungswerkstatt. Sie bringen die wichtigsten Themen für die Zukunft Karlsruhes auf den Punkt und heben die Stärken der Stadt in Form klarer Zielsetzungen hervor. Es geht dabei um die Hauptthemen Wohnen, Arbeiten, Freiraum, Klima und Mobilität, aber auch um die Stärkung der Identität und um eine klare Haltung zur zukünftigen Entwicklung der Stadt und zur Baukultur: Klare Konturen. Leitmotiv für die räumliche Stadtentwicklung Grüne Adressen. Die Stadt in der Landschaft Starke Mitte. Mehr Karlsruhe für Karlsruhe Mehr Wohnen. Karlsruhe wächst mit inneren Werten Coole Quartiere. Klimaanpassung geschieht im Quartier Dynamisches Band. Verbindungen und Wachstumspole für Gewerbe Urbane Nähe. Neue Wege der Erreichbarkeit Die schriftlich formulierten Ziele und dazu entwickelten Grafi ken der Stoßrichtungen stellten die inhaltliche Grundstruktur des Entwurfs zum Räumlichen Leitbild bei der Ausstellung „Die Stadt neu denken“ im Jahr 2015 dar. Sie wurden nach der Ausstellung unter Berücksichtigung der engen Wechselwirkungen mit den Vorhaben und Vertiefungen weiterentwickelt. Die Stoßrichtungen bilden die übergeordnete Ebene in der Gesamtstruktur des Räumlichen Leitbildes. Sie bündeln die konkretisierenden Vorhaben und Vertiefungsbereiche. Die Stoßrichtungen sind nie getrennt voneinander zu betrachten. Die Konkretisierungsebene der Vorhaben hat gezeigt, dass die Schnittstellen mit anderen Vorhaben und Stoßrichtungen vielschichtig sind und dass Synergien, Abhängigkeiten und auch Zielkonfl ikte erkennbar sind. Eine integrierte Betrachtung ist im Rahmen des Räumlichen Leitbildes gefordert, um der Komplexität der Stadt gerecht zu werden. TEIL 3: STOSSRICHTUNGEN LEITPLANKEN FÜR DIE KÜNFTIGE ENTWICKLUNG ZU DEN THEMEN WOHNEN, ARBEITEN, FREIRAUM, KLIMA UND MOBILITÄT Entwurf Räumliches Leitbild Karlsruhe 2015. Die Stoßrichtungen, Quelle: Prof. Markus Neppl, KIT Klare KonturenMehr Wohnen Urbane NäheDynamisches Band Grüne Adresse Coole Quartiere Starke Mitte STADTPLANUNGSAMT | 17 18 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | STOSSRICHTUNGEN KLARE KONTUREN „Klare Konturen“ heißt, Ankommenden zu zeigen, wo Karlsruhe wirklich beginnt. Karlsruhe bekennt sich zu einer klaren Linie, die die innere von der äußeren Stadt trennt, und legt damit Leitmotive seiner räumlichen Entwicklung fest: Der äußere Landschaftsraum dient der Naherholung, dem Naturschutz, der Landwirtschaft und der Waldnutzung. Im inneren Siedlungsbereich liegen die entscheidenden Entwicklungspotenziale der Stadt. Er wird qualitätsvoll ausgebaut. Die Kontur als Stadtkante sowie die Eingangsbereiche und Stadteingänge werden baulich oder landschaftsarchitektonisch so gestaltet, dass sie gute Orientierung bieten. Die Ränder zwischen den Stadtteilen werden durch klare Gestaltung sichtbar gemacht. Hier liegen auch Flächen für ergänzende bauliche Entwicklungen. Ein Schlüsselelement ist die gestalterische Qualifi zierung und Entwicklung der Räume zwischen den eigenständigen Stadtteilen. Hier erleichtern klare Konturen die bessere Nutzung vieler Entwicklungspotenziale. Neue Räume für Wohnen und Arbeiten können in den „Zwischenräumen“ entstehen, aber auch neue Freiräume zur Erholung. Die inneren Stadteingänge, zum Beispiel am Bahnhof, liegen meist am Ende räumlicher Korridore, die von der äußeren Kontur in die Stadt führen. ZIELE Durch bauliche oder landschaftliche Elemente die Übergänge zwischen Stadt und Landschaft durch klar ablesbare Raumkanten ausbilden. Das Wachstum der Stadt Karlsruhe auf Bereiche beschränken, die innerhalb der Kontur liegen. Die Übergänge zwischen den Stadtteilen funktional und ästhetisch aufwerten. Wichtige Stadteingänge und leitende Korridore unverwechselbar gestalten. PLANERISCHE INTERPRETATION UND HERAUSFORDERUNGEN Die Begrenzung des Siedlungswachstums ist eine der aktuellen und zukünftigen Herausforderungen der Stadtentwicklung. Der Flächenverbrauch in Städten und Gemeinden fördert die Zersiedelung und führt zum Verlust von wertvollen Landwirtschafts-, Wald- und Naturfl ächen. Gleichzeitig werden weitere Potenziale für die Bereitstellung von Flächen für das Wohnen und Arbeiten benötigt. Vor allem wachsende Städte wie Karlsruhe sind mit diesem Dilemma konfrontiert. Die Einführung einer Siedlungs-Kontur dient der Koordination des Übergangs zwischen Stadt und Landschaft. Ränder werden zur Landschaft qualifi ziert und begrenzen ein weiteres Wachstum der Siedlung. Die Gestaltung des Übergangs verbessert die Zugänglichkeit der umliegenden Landschaftsräume. Daher ist die Kontur nicht als klar begrenzte Linie zu verstehen, sondern als Korridor, der auf beiden Seiten des Siedlungsrandes für eine Aufwertung sorgt. Die Ergebnisse der Planungswerkstatt haben gezeigt, dass auch innerhalb der Stadt sogenannte „Zwischenräume“ bestehen, in denen keine klare Siedlungsstruktur zu erkennen ist. Diese Art von Stadträumen ist für größere Städte durchaus typisch. Allerdings liegen in Karlsruhe viele der Stadteingänge in den „Zwischenräumen“. Das führt zu einer teilweisen Unklarheit, wo Karlsruhe beginnt. Gerade im anhaltenden Wettbewerb der Städte um Einwohnerinnen und Einwohner, aber vor allem auch um Unternehmen und Einrichtungen spielt die Präsentation der Stadt nach außen eine zunehmende Rolle. Ebenso lassen sich hier wertvolle zusätzliche Flächen für Wohnen und Arbeiten identifi zieren, die Karlsruhe dringend braucht. Daher zielt die Stoßrichtung „Klare Konturen“ auch auf die Aufwertung der inneren Kontur zwischen den Stadtteilen und die Gestaltung wichtiger Stadteingänge nach Karlsruhe ab. Waldkante Waldkante Waldkante Waldkante Stadtkante zur Kulturlandschaft Stadtkante zur Kulturlandschaft Stadteinfahrt SüdWest Stadtkante zur Kulturlandschaft Stadtkante zur Kulturlandschaft Stadteinfahrt Ost Stadteinfahrt NordOst Stadteinfahrt NordOst Stadteinfahrt NordWest Stadteinfahrt West Stadteinfahrt Süd Stadteinfahrt Süd Stadteinfahrt SüdOst Stadteingang Hauptbahnhof Stadteingang Bahnhof Durlach innere Kontur innere Kontur innere Kontur Kante zur Rheinaue Kante zur Rheinaue Stadteingang Marktplatz (Kombilösung) LEITMOTIV FÜR DIE RÄUMLICHE STADTENTWICKLUNG Klare Konturen, Quelle: Büro MESS STADTPLANUNGSAMT | 19 KLARE KONTUREN Waldkante Waldkante Waldkante Waldkante Stadtkante zur Kulturlandschaft Stadtkante zur Kulturlandschaft Stadteinfahrt SüdWest Stadtkante zur Kulturlandschaft Stadtkante zur Kulturlandschaft Stadteinfahrt Ost Stadteinfahrt NordOst Stadteinfahrt NordOst Stadteinfahrt NordWest Stadteinfahrt West Stadteinfahrt Süd Stadteinfahrt Süd Stadteinfahrt SüdOst Stadteingang Hauptbahnhof Stadteingang Bahnhof Durlach innere Kontur innere Kontur innere Kontur Kante zur Rheinaue Kante zur Rheinaue Stadteingang Marktplatz (Kombilösung) Hardtwald auf dem trockenen, ebenen Sandrücken (forstwirtschaftlicher Nutzwald) Stadtwald Oberwald z.T. in der feuchten Kinzig-Murg-Rinne Staatswald Wildpark (urbaner Wald) Turmberg Rheinland Pfalz Tiefgestadekante Hangkante Hangkante Tierpark Oberwald Schaffung / Stärkung von Anknüpfungen und Verbindungen Schaffung / Stärkung von Anknüpfungen und Verbindungen Schaffung / Stärkung von Anknüpfungen und Verbindungen Yachthafen Schloss Schlossgarten Rheinhafen Energieberg Knielinger See bewaldete Hangkante bewaldete Hangkante feuchte Wälder der Rheinaue feuchte Wälder der Rheinaue Rheinstrandbad südliche Hardt auf dem trockenen, ebenen Sandrücken 20 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | STOSSRICHTUNGEN GRÜNE ADRESSEN Die Kulturlandschaften rund um die Stadt sowie die inneren Grünräume tragen zur besonderen Lebensqualität in Karlsruhe bei. Zwei Landschaftsräume ragen als zukünftige Handlungsfelder für die Stadtentwicklung heraus: der Hardtwald und der Rhein. Die „Waldfi nger“ von Hardt- und Oberwald reichen tief in die Stadt hinein und ermöglichen der Stadtbevölkerung den Zugang zur Landschaft. In Abstimmung mit den Belangen von Forst-und Umwelt ist es zentrale Aufgabe, diese Landschaften als Erholungsräume der Stadt stärker zu qualifi zieren – besonders den stadtnahen Teil des Hardtwaldes. Die alte Idee, Karlsruhe an den Rhein anzuschließen, ist mit dem Projekt des Landschaftsparks Rhein auf den Weg gebracht. Die Zentren dieses regionalen Freiraumkonzeptes liegen im bereits realisierten Park um das Hofgut Maxau und im Rheinpark Rappenwört, der am Hochwasserrückhalteraum Bellenkopf- Rappenwört noch vor durchgreifenden Veränderungen und Weiterentwicklungen steht. Es fehlt noch eine bauliche Anbindung der Stadt an den Rhein. Langfristig werden Entwicklungspotenziale über den Rheinhafen erwartet. Der Anschluss Karlsruhes an den Rhein gelingt allerdings erst über eine verbesserte Anbindung der Stadt an den großen Fluss. ZIELE Koexistenz zwischen Stadt und Wald, Karlsruhe gelangt an den Rhein: Weiterentwicklung des Rheinparks zu einem neuen Erholungs- und Erlebnisraum. Schaffung neuer Zugänge aus der Stadt zum Rhein, insbesondere über den Rheinhafen. Weitere Ausgestaltung von Hardt- und Oberwald als Naherholungsgebiete und als Verbindungszonen zwischen den Stadtteilen. Die bessere Verknüpfung sozialer, ökonomischer und ökologischer Belange in der Landschaft. PLANERISCHE INTERPRETATION UND HERAUSFORDERUNGEN Die Rheinauen, die Kinzig-Murg-Rinne, der Hardtwald, der Albraum sowie die Hügelzonen des Kraichgaus und des Schwarzwaldes bilden verschiedene Landschaftstypen, die Karlsruhe umgeben. Durch die besondere Stadtstruktur Karlsruhes ragen sie teilweise tief in den Stadtkörper hinein. Sie ermöglichen einen einfachen Zugang von vielen Orten der Stadt zu den wichtigen Landschafts- und Erholungsräumen. Diese besondere Qualität Karlsruhes sollte auch künftig erhalten und behutsam weiterentwickelt werden. Angesichts der steigenden Einwohnerinnen- und Einwohnerzahlen ist davon auszugehen, dass die Freiräume in und um Karlsruhe zukünftig verstärkt mehrere Funktionen wahrnehmen müssen. Sie dienen der Erholung der Bevölkerung, der land- und forstwirtschaftlichen Nutzung, dem Naturschutz sowie der klimatischen Entlastung. Das führt schon heute zu Nutzungskonfl ikten. Aufgabe wird sein, die Landschaftsräume rund um Karlsruhe sehr spezifi sch und in Bezug auf ihren landschaftlichen Kontext weiterzuentwickeln, um die unterschiedlichen Funktionen besser zu verbinden. Eine solche Aufwertung kann nur in Zusammenspiel mit der Land- und Forstwirtschaft gelingen. Hardtwald und Oberwald sind zwei der meistgenutzten Freiräume der Stadt und insofern für die Attraktivität Karlsruhes sehr bedeutsam. Gerade im Hardtwald als Fortsetzung des Schlossgartens sind schon heute Konfl ikte zwischen Forst- und Erholungsnutzungen sowie dem Naturschutz zu beobachten. Deren Behandlung erscheint vordringlich. Darüber hinaus „leidet“ der Baumbestand des Hardtwaldes unter Wassermangel und den klimatischen Veränderungen. Im Hardtwald als Staatswald müssen Veränderungen mit dem Land abgesprochen und verhandelt werden. Die Beziehung Karlsruhes zum Rhein war schon immer eine besondere Fragestellung. War der Rhein im 19. Jahrhundert eher eine Gefahrenquelle, wandelte sich der Bezug im 20. Jahrhundert. Der Rhein rückte als Wasserstraße zusammen mit dem Rheinhafen wirtschaftlich in den Vordergrund. Mit der Planung der „Rheinstadt“ in Knielingen wurde in den 1960er Jahren der Versuch unternommen, die Stadt Karlsruhe dem Fluss näherzubringen. In der Planungswerkstatt zeigte sich, dass die Distanz zwischen Stadt und Rhein zu groß und die naturräumlichen Qualitäten zu bedeutsam sind, um eine städtische Annäherung an den Rhein in Betracht zu ziehen. Vielmehr wurden die Verbindungen aus der Stadt insbesondere über den Rheinhafen zum Rhein als zentrale Bausteine in dem Bestreben gesehen, aus der „Rückseite“ Rhein einen Bestandteil der Erholungslandschaft der Stadt zu machen. DIE STADT IN DER LANDSCHAFT Grüne Adressen, Quelle: Büro MESS Hardtwald auf dem trockenen, ebenen Sandrücken (forstwirtschaftlicher Nutzwald) Stadtwald Oberwald z.T. in der feuchten Kinzig-Murg-Rinne Staatswald Wildpark (urbaner Wald) Turmberg Rheinland Pfalz Tiefgestadekante Hangkante Hangkante Tierpark Oberwald Schaffung / Stärkung von Anknüpfungen und Verbindungen Schaffung / Stärkung von Anknüpfungen und Verbindungen Schaffung / Stärkung von Anknüpfungen und Verbindungen Yachthafen Schloss Schlossgarten Rheinhafen Energieberg Knielinger See bewaldete Hangkante bewaldete Hangkante feuchte Wälder der Rheinaue feuchte Wälder der Rheinaue Rheinstrandbad südliche Hardt auf dem trockenen, ebenen Sandrücken STADTPLANUNGSAMT | 21 GRÜNE ADRESSEN
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Stadteingänge Kernstadt Torsituation Innenstadt Torsituation Innenstadt Durlacher Allee Stadteingänge Kernstadt Ettlinger Tor Marktplatz Kaiserstraße Kriegsstraße Schlossplatz Badisches Staatstheater Festplatz Zoo Karlsruhe Hauptbahnhof Süd + Fernbusterminal Hauptbahnhof Entwicklungsoption südliches Bahnhofsumfeld Entwicklungsoption Messplatz / Gleisbauhof langfristige Perspektive denken: Güterbahnhof Stadteingänge Kernstadt 22 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | STOSSRICHTUNGEN STARKE MITTE Karlsruhe soll seine Attraktivität als Zentrum einer wirtschaftsstarken Region nicht nur bewahren, sondern ausbauen. Dazu muss die Karlsruher Mitte städtebaulich neue Entwicklungsspielräume nach Süden schaffen und die Kriegsstraße als Barriere endlich überwinden. Ein breiter Stadtkorridor, der das neue Staatstheater und den Festplatz mit dem nördlichen Zooeingang als Attraktionen enthält, bietet der Innenstadt neue Möglichkeiten zur Entfaltung – bis zum Hauptbahnhof als attraktivem südlichen Anziehungspunkt. Die Entwicklungspotenziale am Karlsruher Hauptbahnhof sind deutschlandweit einzigartig. An diesem Stadteingang bietet sich die Chance, eine Landmarke zu schaffen. Karlsruhe muss aber auch an anderen Orten Großstadt sein können – gerade für den wachsenden Dienstleistungssektor und bevorzugt an den großstädtischen Straßen. Die beiden Ost-West- Magistralen Kaiserstraße/Durlacher Allee und die Kriegsstraße sind daher als „Boulevards von morgen“ zu sehen. Entlang dieser Straßen können sich neue städtebauliche Qualitäten entwickeln. ZIELE Die Kernstadt als dichtes, gemischtes und repräsentatives Zentrum von Karlsruhe weiterdenken: Die Innenstadt als Korridor nach Süden erweitern und die Kriegsstraße überwinden. Die „Boulevards von morgen” als repräsentative Elemente für großstädtische Entwicklungen und Nutzungen ausbauen. Das Bahnhofsquartier als Stadteingang und Adresse für Gewerbe und Dienstleistungen städtebaulich entwickeln. Die Innenstadt als Ort der Identifi kation, der Integration, als Publikumsmagnet, als Einzelhandels-, Wirtschafts-, Kultur-, und Wohnstandort stärken. PLANERISCHE INTERPRETATION UND HERAUSFORDERUNGEN Aufgrund seiner Entstehungsgeschichte ist Karlsruhe eine „Zellenstadt“. Die schon lange vor Karlsruhe bestehenden Dörfer und die vier gründerzeitlichen Stadtteile bilden heute starke und eigenständige Stadtteile mit eigenem Selbstverständnis. Die Innenstadt hält diese Strukturen zusammen und ist der „Ort, wo Karlsruhe wirklich Karlsruhe ist“. Mit zunehmender Größe der Gesamtstadt wird diese Funktion als repräsentatives Zentrum und Einkaufsstandort, aber auch als eigenständiges Quartier immer wichtiger, das großstädtische Auf- gaben übernehmen kann. Die Kriegsstraße verhindert eine Anbindung an südlich liegende Stadtteile. Mit dem Bau der Kombilösung werden derzeit wichtige Rahmenbedingungen geschaffen, um die „Mitte“ Karlsruhes zu erweitern. Dabei spielt die als „Via Triumphalis“ bezeichnete Achse der Ettlinger Straße mit ihren Einrichtungen eine tragende Rolle. Bestehende Institutionen wie das Staatstheater, das Kongresszentrum und der Zoo sind wichtige Ankerpunkte, an denen sich die Innenstadt schrittweise nach Süden ausdehnen kann. Dies ist in einem ersten Schritt mit der Eröffnung des Einkaufszentrums Ettlinger Tor bereits geschehen. Die Trennwirkung der Kriegsstraße kann durch die Umbauten der Kombilösung markant verringert werden. In Zukunft gilt es, die Kriegsstraße selbst von einer autodominierten Straße zu einem Boulevard mit hoher Aufenthaltsqualität und einem Standort für Dienstleistungen und Wohnen zu entwickeln. Das Beispiel der östlichen Kriegsstraße zeigt dabei, dass großmaßstäbliche Bauformen ihren Platz haben können, wenn sie städtebaulich gut eingepasst sind. Doch auch weitere Ankerpunkte sind für eine „Starke Mitte“ Karlsruhes bedeutsam: Beispielsweise hat das Karlsruher Institut für Technologie als Teil der Innenstadt große Potenziale, um städtebaulich stärker mit den umgrenzenden Quartieren verzahnt und zu einem lebendigeren Stadtbaustein zu werden. In der Innenstadt Karlsruhes sind einige Herausforderungen besonders dringend zu behandeln. Hitzeperioden haben dort ihre größten Auswirkungen. Elektronischer Handel und Trading-Down-Effekte bauen in der Einkaufsstadt Umgestaltungs- und Veränderungsdruck auf. Ebenso führt die bestehende Nutzungsmischung zu Konfl ikten. Die passende Mischung aus Einzelhandel, Arbeiten, Wohnen, Kultur, Gastronomie, Bildung spielt dabei eine bedeutsame Rolle. Sie ist Voraussetzung für eine lebendige Stadt. Die möglichen Lösungen für diese Herausforderungen liegen nicht nur in der zentralen Innenstadt. Auch die umliegenden Quartiere haben die Chance, sich als Teil der Innenstadt mit eigenen Qualitäten weiterzuentwickeln. MEHR KARLSRUHE FÜR KARLSRUHE Starke Mitte, Quelle: Büro MESS Stadteingänge Kernstadt Torsituation Innenstadt Torsituation Innenstadt Durlacher Allee Stadteingänge Kernstadt Ettlinger Tor Marktplatz Kaiserstraße Kriegsstraße Schlossplatz Badisches Staatstheater Festplatz Zoo Karlsruhe Hauptbahnhof Süd + Fernbusterminal Hauptbahnhof Entwicklungsoption südliches Bahnhofsumfeld Entwicklungsoption Messplatz / Gleisbauhof langfristige Perspektive denken: Güterbahnhof Stadteingänge Kernstadt STADTPLANUNGSAMT | 23 STARKE MITTE 24 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | STOSSRICHTUNGEN MEHR WOHNEN Karlsruhe wächst und benötigt Flächen für das Wohnen im Innern der Stadt. Diese zu entwickeln ist beschlossenes Ziel sowie Herausforderung und Chance zugleich. Wo Neues entsteht, bietet sich die Gelegenheit, Altes aufzuwerten. Daher stehen die Sanierung älterer Quartiere sowie Weiterentwicklung und städtebauliche Ergänzung bestehender Stadtteile im Mittelpunkt des Interesses. Das wird für ganz Karlsruhe viele positive Veränderungen bringen, vor allem für die Stadtteile nördlich der Kernstadt. Im Bereich zwischen Nordstadt, Nordweststadt und Neureut liegen die größten Reserven für neuen Wohnraum, aber auch städtebauliche Defi zite. Der gemeinsame Umbau kann neue, starke Nachbarschaften entstehen lassen. Die Oststadt ist der am meisten heterogene Stadtteil Karlsruhes, geprägt von Industriehistorie, Hochschulen, studentischem Wohnen, Technologiepark und Altem Schlachthof. Hier schlummern Reserven für die Bereiche Wohnen und Arbeiten. Sie lassen sich am besten mobilisieren, wenn eine gemeinsame Identität für das Stadtquartier entwickelt wird. ZIELE Quartiere mit lebendigen Nachbarschaften und innovative Lösungen für den Bevölkerungszuwachs: Vorhandene Quartiere an moderne Anforderungen an Wohnraum und Freifl ächen anpassen. Bestehende Quartiere behutsam weiterentwickeln, auch im Hinblick auf die Klimaanpassung. Standortqualitäten für Freiräume, Infrastruktur und Mobilität nutzen. Neue und bestehende Quartiere rund um den Flugplatz und in Neureut zeitgleich mit urbanen Freiräumen entwickeln. „Oststadt plus“ als Stadtviertel und Labor für die Durchmischung von Forschung, Technologie und Lebensraum weiterdenken. PLANERISCHE INTERPRETATION UND HERAUSFORDERUNGEN Durch das anhaltende Wachstum Karlsruhes ist die Nachfrage nach neuem Wohnraum ungebrochen. Dies führt zu einem Druck auf bestehende Wohnquartiere, der – ohne neue Angebote – zu einer Verteuerung des Wohnraums und damit zur potenziellen Verdrängung von Einwohnerinnen und Einwohnern mit geringeren fi nanziellen Spielräumen führen kann. Das Ziel der Stadt, das prognostizierte Wachstum durch die Bereitstellung neuen Wohnraums aufzufangen, ist eine der zentralen Aufgaben für die nächsten Jahre. Für einen entspannten Wohnungsmarkt fehlen bis 2030 rund 20.000 Wohneinheiten. Die Ausweisung neuer Siedlungsfl ächen ist eine Möglichkeit, das Bevölkerungswachstum sinnvoll zu steuern. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden in den Jahren 2015 und 2016 Flächenpotenziale für die künftige Entwicklung von Wohnen in ganz Karlsruhe erkundet. Die Suche nach neuen Flächen gestaltet sich aber zunehmend schwierig. Dies liegt einerseits an der Vielzahl von Landschafts- und Naturschutzgebieten, die sich um das Siedlungsgebiet legen, andererseits eignet sich nicht jede Fläche für die Entwicklung neuer, zukunftsweisender Quartiere. Denn: Eine gute Erschließung mit dem Umweltverbund, der Anschluss an bestehende Quartiere, die Nähe von Versorgungseinrichtungen und hochwertigen Freiräumen sind einige der Kriterien, denen neue Flächen genügen müssen. Diese Kriterien sind in den bestehenden Quartieren zumindest teilweise schon vorhanden. Die Erkundung von Potenzialen innerhalb der Stadtteile stellt deshalb eine mindestens ebenso wichtige Aufgabe dar. Neben der Schaffung neuen Wohnraums eröffnet sich in den bestehenden Quartieren auch die Möglichkeit, diese gesamthaft aufzuwerten. Der bestehende Zuzugsdruck durch neue Einwohnerinnen und Einwohnern stellt eine Gelegenheit dar, schwierigere Parzellen oder Projekte zu entwickeln. Die Mobilisierung solcher Potenziale ist ungleich anspruchsvoller. Sie ist mit einer gesamten Betrachtung des Quartiers und der Stadt verbunden. Dabei spielt die zeitliche Dimension eine bedeutsame Rolle. Für die Aufgabe, bis zum Jahr 2030 Wohnraum für 10.000 bis 15.000 Einwohnerinnen und Einwohner zu fi nden, ist zu klären, wann welche Potenziale in bestehenden und neuen Quartieren zur Verfügung stehen. So lässt sich ermitteln, welche Prioritäten bei der Mobilisierung von Flächenpotenzialen gesetzt werden müssen. Die Herausforderung für „Mehr Wohnen“ besteht auch darin, Wachstum nicht nur quantitativ zu befriedigen, sondern neue Maßstäbe in der Qualität bestehender und vor allem neuer Quartiere zu setzen. Dies bezieht sich auf zukunftsgerichtete Wohnformen und Mobilitätsangebote sowie eine gesunde soziale Mischung. + + + + + + ++ + + + + + + + + + + + + + Stärkung und Verbund der funktionalen Ortsteilzentren Entwicklungsschwerpunkt Nordwest Potenzial Entwicklungsflächen geplante Wohnbauflächen (FNP, B-Pläne) Stadtquartiere mit Potenzial für Innenentwicklung Stadtquartiere mit Potenzial für Innenentwicklung Stadtquartiere mit Potenzial für Innenentwicklung E der Höhenstadtteile igenständige Entwicklung geplante Wohnbauflächen (FNP, B-Pläne) geplante Wohnbauflächen (FNP, B-Pläne) geplante Wohnbauflächen (FNP, B-Pläne) geplante Wohnbauflächen (FNP, B-Pläne) geplante Wohnbauflächen (FNP, B-Pläne) KARLSRUHE WÄCHST MIT INNEREN WERTEN Mehr Wohnen, Quelle: Büro MESS STADTPLANUNGSAMT | 25 MEHR WOHNEN + + + + + + ++ + + + + + + + + + + + + + Stärkung und Verbund der funktionalen Ortsteilzentren Entwicklungsschwerpunkt Nordwest Potenzial Entwicklungsflächen geplante Wohnbauflächen (FNP, B-Pläne) Stadtquartiere mit Potenzial für Innenentwicklung Stadtquartiere mit Potenzial für Innenentwicklung Stadtquartiere mit Potenzial für Innenentwicklung E der Höhenstadtteile igenständige Entwicklung geplante Wohnbauflächen (FNP, B-Pläne) geplante Wohnbauflächen (FNP, B-Pläne) geplante Wohnbauflächen (FNP, B-Pläne) geplante Wohnbauflächen (FNP, B-Pläne) geplante Wohnbauflächen (FNP, B-Pläne)
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26 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | STOSSRICHTUNGEN COOLE QUARTIERE Die prognostizierte Zunahme von Hitzeperioden ist eine besondere Herausforderung für die Karlsruher Stadtentwicklung und deren Planung. Besonders wichtig in den Quartieren sind genügend Flächen zur Kühlung. Daher muss sorgfältig geprüft werden, ob und wie verdichtet wird und welche Grün- und Freifl ächen erhalten werden müssen. Entscheidend sind die Vernetzung von Freifl ächen und der Beitrag begrünter Straßenräume zur Reduktion der Aufheizung. Alle Straßen, Plätze und unbebauten Flächen sind „Freiräume“ und als kühlende Elemente in der Stadt wirksam. Wo neu gebaut wird, dürfen keine weiteren „Hitzeinseln“ entstehen. Für die zukünftige Stadtentwicklung müssen neue Energiequellen gefunden werden. Die Nutzung von Kohle und Öl zur Raumheizung und im Verkehr wird langfristig zurückgehen. Damit werden Flächen, die aktuell eine zentrale Bedeutung für die Energieversorgung der Stadt haben im postfossilen Zeitalter eine neue Rolle einnehmen. Sie sollen als „Perspektivfl ächen“ für die Erzeugung erneuerbarer Energien gesichert werden. ZIELE Klimaanpassung muss maßgeschneidert sein: Den öffentlichen Raum und die Aufenthalts- bereiche im Freien kühlen und verschatten. Bei Neubau und Weiterentwicklung der bestehenden Quartiere auf Klimaanpassung achten und ergänzend entsprechende Maßnahmen in den Freifl ächen umsetzen. Das innere Grünsystem durch Sicherung von Kaltluftleitbahnen und Verbindung der Freiräume stärken. Bei der Entwicklung neuer Flächen auch neue Formen der Klimaanpassung einplanen. Eine neue Energieversorgung für die postfossile Zeit mitdenken. PLANERISCHE INTERPRETATION UND HERAUSFORDERUNGEN Karlsruhe hat bereits heute viele Hitzeperioden im deutschlandweiten Vergleich. Die Auswirkungen der Temperaturzunahme und die Häufi gkeit des Phänomens werden viele Bewohnerinnen und Bewohner beeinträchtigen. Der Begriff der Klimaanpassung zeigt schon, dass diese Entwicklung in den kommenden Jahrzehnten nicht verhindert werden kann. Vielmehr werden Maßnahmen zu entwickeln und zu realisieren sein, die die Stadt bestmöglich auf diese neue Situation vorbereiten. Die Planungswerkstatt hat gezeigt, dass die Gefahr besteht, Klimaanpassung auf die Diskussion baulicher Dichte und die Sicherung von Kaltluftschneisen zu beschränken. Denn bestehende Quartiere – insbesondere die dicht bebauten sowie die Gewerbegebiete – stellen zentrale Handlungsräume dar. Hier ist die bauliche Dichte bereits hoch und die Kaltluftströme von außen reichen nur vereinzelt so tief in die Stadt, wie es wünschenswert wäre. Wie der mittlerweile verabschiedete Städtebauliche Rahmenplan Klimaanpassung belegt, rückt die Gestaltung des städtischen Straßen- und Freiraums in den Vordergrund. Dort wird ein Großteil der klimatischen Entlastung geleistet. Dabei bestehen zwei grundsätzliche Möglichkeiten: Die Verschattung und Verdunstungskühlung durch Bäume und feuchte Oberfl ächen wie Wiesen und Wasser Die Reduktion aufheizender Elemente und Materialien Die in der Planungswerkstatt wie auch im Rahmenplan aufgeführten Maßnahmen zur Anpassung der städtischen Frei- und Straßenräume haben allerdings Auswirkungen auf andere Bereiche der Stadtentwicklung. Flächen für den ruhenden Verkehr müssten reduziert und Versorgungsleitungen verlegt werden, um beispielsweise mehr Bäume pfl anzen zu können. Ebenso muss die Diskussion um bauliche Dichten im Kontext der Klimaanpassung sehr differenziert angegangen werden. Pauschale Festlegungen führen hier nicht weiter. Das Quartier als Planungs- und Bezugsraum wird zur richtigen Ebene um die Umsetzung der Klimaanpassung zu diskutieren und voranzutreiben sein. Hotspot: klimatisch belastete G ebiete bis 2050 (Gewerbe) Hotspot: klimatisch belastete Gebiete bis 2050 (Wohnen) Neue Freiraumverknüpfungen im dynamischen Band Neue Freiraumverknüpfungen im dynamischen Band Stärkung des inneren Freiraumzusammenhangs Stärkung des inneren Freiraumzusammenhangs Stärkung des inneren Freiraumzusammenhangs Hotspot: klimatisch belastete Gebiete bis 2050 (Gewerbe) zu beachtende Luftleitbahnen zu beachtende Luftleitbahnen zu beachtende Luftleitbahnen Beseitigung Engpass / Freiraumverknüpfung Beseitigung Engpass / Freiraumverknüpfung Beseitigung Engpass / Freiraumverknüpfung zu beachtende Luftleitbahnen zu beachtende Luftleitbahnen Wohnbausflächen versus Freiraum KLIMAANPASSUNG GESCHIEHT IM QUARTIER Coole Quartiere, Quelle: Büro MESS STADTPLANUNGSAMT | 27 COOLE QUARTIERE Hotspot: klimatisch belastete G ebiete bis 2050 (Gewerbe) Hotspot: klimatisch belastete Gebiete bis 2050 (Wohnen) Neue Freiraumverknüpfungen im dynamischen Band Neue Freiraumverknüpfungen im dynamischen Band Stärkung des inneren Freiraumzusammenhangs Stärkung des inneren Freiraumzusammenhangs Stärkung des inneren Freiraumzusammenhangs Hotspot: klimatisch belastete Gebiete bis 2050 (Gewerbe) zu beachtende Luftleitbahnen zu beachtende Luftleitbahnen zu beachtende Luftleitbahnen Beseitigung Engpass / Freiraumverknüpfung Beseitigung Engpass / Freiraumverknüpfung Beseitigung Engpass / Freiraumverknüpfung zu beachtende Luftleitbahnen zu beachtende Luftleitbahnen Wohnbausflächen versus Freiraum 28 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | STOSSRICHTUNGEN DYNAMISCHES BAND Wo sich heute die großen Infrastrukturen, Gewerbegebiete und ungenutzten Außenräume zu einem undefi nierbaren Raum verbinden, liegen Karlsruhes Wachstumspole der Zukunft. Die Gewerbegebiete bilden neben den Dienstleistungszonen das ökonomische Rückgrat Karlsruhes, das zu Wachstum und Transformation stimuliert werden soll. Der Bereich entlang der Südtangente und der Bahn entwickelt sich zu einer verbindenden Struktur. Sie bietet der Forschung und dem Gewerbe viele Spielräume und gute Erreichbarkeiten, um sich weiterentwickeln zu können. Es ist schon fast alles da, es muss nur gemeinsam entwickelt werden: Südtangente und Stadtzufahrten, Bahn- und Straßenbahnlinien, ausbaufähige Haltepunkte, Flächenpotenziale für das Gewerbe, und Freiräume, die darauf warten, vernetzt zu werden. Für überraschende Neuentwicklungen ist genügend Platz. Was fehlt, sind Verbindungen und Startpunkte, um den Prozess der Transformation in Gang zu bringen und neue Wachstumspole an den Verknüpfungspunkten der Mobilität entstehen zu lassen. ZIELE Die bestehenden Flächen und Reserven aktiv entwickeln und Entwicklungsspielräume schaffen, auch hinsichtlich der Klimaanpassung. Potenziale an Stadteingängen und Verknüpfungspunkten der Mobilität für die Entwicklung von Wachstumspolen nutzen. Die Stadtbahn mit multimodalen Knoten und Verknüpfungen zum Straßenbahnnetz als Entwicklungsmotor der Zukunft weiterdenken. Bauliche und räumliche Nischen erkennen und qualifi zieren, um Kleingewerbe und Startups zu fördern. Gemeinsam mit der Region Adressen und Schwerpunkte für Forschungs-, Produktions-, und Logistikstandorte ausbilden. PLANERISCHE INTERPRETATION UND HERAUSFORDERUNGEN Karlsruhe verfügt über bedeutende Potenziale, um seine Rolle als Wirtschaftsstandort weiter auszubauen. Dazu gehören die überdurchschnittlich gute verkehrliche Anbindung, die Hochschul- und Forschungseinrichtungen und die ansässigen Firmen, der Technologie- und Dienstleistungsbranchen sowie der Handwerks- und Produktionsbranche. Die meisten Gewerbefl ächen liegen mehrheitlich im Bereich rund um die Südtangente und bilden – gemeinsam mit den vorhandenen Infrastrukturen und den bestehenden Freiräumen – das „Dynamische Band“ Karlsruhes. Die vorgeschlagene Weiterentwicklung bestehender Gewerbegebiete ist auch eine Folge der Tatsache, dass Karlsruhe derzeit kaum mehr über freie Gewerbestandorte verfügt. Allerdings liegt in dieser Beschränkung auch die Chance, heutige Strukturen für die neuen Entwicklungen der Arbeitswelten zu ertüchtigen. Es zeigt sich, dass viele Firmen mittlerweile höhere Ansprüche an ihre Standorte haben. Dabei spielt beispielswiese die gute Erreichbarkeit mit vielen Verkehrsmitteln oder eine baulich repräsentative Kulisse eine Rolle. Ebenso ist in bestimmten Fällen die gemeinsame Nutzung zentraler Einrichtungen oder auch die räumliche Nähe zu anderen Unternehmen derselben Branche von Bedeutung. Weitere städtische Faktoren, wie die Versorgung mit Gastronomieangeboten, Möglichkeiten der Kinderbetreuung oder der Zugang zu attraktiven Freiräumen werden immer wichtiger. Diese Ansprüche und Bedürfnisse können zu einer Entwicklung von „Arbeitswelten“ führen, die dichte, gemischte und attraktive Quartierstrukturen benötigen. Im „Dynamischen Band“ bestehen alle Potenziale, die benötigt werden, um eine solche Entwicklung voranzutreiben. Pilotprojekte und Mobilitätsknoten sowie notwendige Maßnahmen der Klimaanpassung können dabei als Ausgangspunkt für eine schrittweise Transformation der Gewerbefl ächen genutzt werden. Die Herausforderung wird es sein, die Verdichtung und Entwicklung der Flächen mit den Interessen der Unternehmen und Grundeigentümer in Einklang zu bringen. Entwicklungspol KIT Nord langfristige Perspektive denken: Güterbahnhof Transformationsräume Transformationsräume Transformationsräume gewerbliches Flächenpotenzial (Flächennutzungsplan) gewerbliches Flächenpotenzial (Flächennutzungsplan) gewerbliches Flächenpotenzial (Flächennutzungsplan) Adressbildung entlang der Südtangente Entwicklungspol zentraler Mobilitätsknoten Entwicklungspol KIT Ost Entwicklungspol KIT Süd Entwicklungspol Hochschule Karlsruhe VERBINDUNGEN UND WACHSTUMS POLE FÜR GEWERBE Dynamisches Band, Quelle: Büro MESS STADTPLANUNGSAMT | 29 DYNAMISCHES BAND Entwicklungspol KIT Nord langfristige Perspektive denken: Güterbahnhof Transformationsräume Transformationsräume Transformationsräume gewerbliches Flächenpotenzial (Flächennutzungsplan) gewerbliches Flächenpotenzial (Flächennutzungsplan) gewerbliches Flächenpotenzial (Flächennutzungsplan) Adressbildung entlang der Südtangente Entwicklungspol zentraler Mobilitätsknoten Entwicklungspol KIT Ost Entwicklungspol KIT Süd Entwicklungspol Hochschule Karlsruhe
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30 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | STOSSRICHTUNGEN URBANE NÄHE Karlsruhe ist eine der Mobilitätshauptstädte Deutschlands. In wenigen anderen Städten stehen so viele verschiedene Arten der vernetzten Mobilität zur Verfügung wie hier. Das ist ein Trumpf, den es weiterzuentwickeln gilt. Karlsruhe schlägt dabei neue Wege ein: Erreichbarkeit und Vernetzung werden zu neuen Maßstäben für Lebensqualität und zu Impulsen für die Quartiersentwicklung. Jeder soll innerhalb kurzer Zeit die Einrichtungen für den täglichen Bedarf sowie Freiräume und Parks erreichen können, bevorzugt zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Ist dies nicht der Fall, müssen neue Verbindungen gebaut oder neue Versorgungsmöglichkeiten geschaffen werden, und zwar an den Verknüpfungspunkten der unterschiedlichen Verkehrssysteme. Das Prinzip funktioniert auch umgekehrt. Flächen, die vom Hauptbahnhof, von der Autobahn oder vom Marktplatz aus in kurzer Zeit gut erreichbar sind, eignen sich besonders für weitere Entwicklungen. ZIELE Erreichbarkeit als Maßstab der Mobilitäts- und Stadtentwicklung: Ausbau der Fahrrad- und Fußwegenetze, so dass die Deckung des täglichen Bedarfs erleichtert wird. Stadtbahn- und Straßenbahnhalte mit Fahrrad- und Fußwegenetzen und zusätzlichen Mobilitätsformen wie Carsharing verbinden und Gestaltung wichtiger Verknüpfungspunkte als Orte der Begegnung und des Austausches fördern Verbindung von Orten der Nahversorgung und sozialen Infrastrukturen der Stadtteile mit den zentralen Verknüpfungspunkten, um neue Treffpunkte im Quartier zu schaffen. Impulse nutzen, die von den Verknüpfungspunkten für die Quartiersentwicklung ausgehen können. PLANERISCHE INTERPRETATION UND HERAUSFORDERUNGEN Die verkehrliche Anbindung Karlsruhes an die nationalen und regionalen Verkehrsnetze ist überdurchschnittlich gut. Mit den Autobahnen 5, 8 und 65 und der Lage am Verknüpfungspunkt zwischen den Bahnkorridoren Rotterdam – Genua und Paris – Budapest besitzt Karlsruhe einen entschei- denden Standortvorteil gegenüber vergleichbaren Städten. Die Ergebnisse der Planungswerkstatt haben gezeigt, dass die großen Herausforderungen für die Verkehrsentwicklung im Stadtgebiet liegen. Das Verkehrssystem der Stadt Karlsruhe ist durch die Realisierung der Kombilösung derzeit tiefgreifenden Veränderungen ausgesetzt. Die weiteren Ziele der verkehrlichen Entwicklung sind durch den erst kürzlich verabschiedeten Verkehrsentwicklungsplan defi niert. Er sieht eine Verschiebung des Modal-Splits um neun Prozent zugunsten des Umweltverbunds vor. In der Planungswerkstatt wurde angeregt, die künftige verkehrliche Entwicklung Karlsruhes nicht auf die Anforderungen einzelner Verkehrsträger zu fokussieren, sondern die Erreichbarkeit einzelner Funktionen des täglichen Lebens als Prinzip zu defi nieren, um über Ergänzungen des Mobilitätsangebots nachzudenken. Diese Ausrichtung ist auch vor dem Hintergrund möglicher Entwicklungen im Mobilitätsverhalten zu sehen. Die Zukunft individueller Mobilität könnte sich mittelfristig tiefgreifend verändern. Angebote geteilter Nutzung von Fahrzeugen wie Car- und Bikesharing sind auf dem Vormarsch. Die möglichen Folgen intelligenter Mobilität, zum Beispiel selbstfahrende Autos, noch nicht abzusehen. Allerdings zeichnet sich ab, dass gerade im Stadtverkehr die fl exible Wahl der Mobilitätsangebote weiter zunehmen wird. Diese Entwicklungen haben auch unmittelbare Folgen für die Erschließungsgunst neuer und bestehender Quartiere. Sie müssen eine fl exible Verkehrsmittelwahl ermöglichen. Die noch engere Verknüpfung zwischen einzelnen Verkehrsträgern im innerstädtischen Verkehr (Öffentlicher Verkehr, Fahrrad, Carsharing) wird künftig an Bedeutung zunehmen. Eine besondere Rolle spielen dabei die Verknüpfungspunkte und ihr direktes Umfeld – von den Bahnhöfen bis hin zu Quartierszentren und einzelnen Haltepunkten. Hier sind einerseits weitere Angebote zu integrieren und den Wechsel zwischen unterschiedlichen Arten der Fortbewegung zu erleichtern. Ebenso ist ihre Rolle als Quartiers- und Versorgungszentren zu stärken. * Prinzipschema Entfernungsradien (spätere, präzise Verortung nach v ertiefenden Untersuchungen n achbarschaftlicher Zusammenhänge) Flächen für Handel und Gastronomie 5 Min Radien (zu Fuß und mit dem Rad) * * Prinzipschema Entfernungsradien (spätere, präzise Verortung nach vertiefenden Untersuchungen nachbarschaftlicher Zusammenhänge) Flächen für Bildungseinrichtungen Buslinien Straßenbahn- / Stadtbahnlinien NEUE WEGE DER ERREICHBARKEIT Urbane Nähe, Quelle: Büro MESS STADTPLANUNGSAMT | 31 URBANE NÄHE * Prinzipschema Entfernungsradien (spätere, präzise Verortung nach v ertiefenden Untersuchungen n achbarschaftlicher Zusammenhänge) Flächen für Handel und Gastronomie 5 Min Radien (zu Fuß und mit dem Rad) * * Prinzipschema Entfernungsradien (spätere, präzise Verortung nach vertiefenden Untersuchungen nachbarschaftlicher Zusammenhänge) Flächen für Bildungseinrichtungen Buslinien Straßenbahn- / Stadtbahnlinien
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32 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | VORHABEN Die sieben Stoßrichtungen stellen sowohl die Grundlage für die strategische Entwicklung der Stadt als auch den Ausgangspunkt für die Formulierung der Vorhaben und Projekte dar, die die Ziele des Leitbilds in konkrete Handlungen und Maßnahmen übersetzen sollen. Bei der Konkretisierung der Stoßrichtungen haben sich 16 Vorhaben herauskristallisiert. Einige stellen dauerhafte, stadtweite Aufgaben dar, andere beziehen sich auf konkrete Orte in der Stadt oder sind eigenständige Projekte. Sie beschreiben Qualitätskriterien sowie Strategien, die für absehbare oder zukünftige Projekte einen Orientierungsrahmen bieten. Sie stellen keinen abgeschlossenen Plan dar. Schnittstellen der Vorhaben zu Stoßrichtungen sind vielschichtig Die Vorhaben decken alle Themenbereiche ab, die für die Entwicklung der Stadt relevant sind. Das Thema Wohnen ist beispielweise durch die Vorhaben „Neue Quartiere entwickeln“ und „Bestehende Quartiere weiterentwickeln“ beschrieben. Das Thema Wohnen ist zudem untrennbar mit dem Thema Grün und Freiraum verbunden. Die Schnittstellen der Vorhaben zu den Stoßrichtungen sind dabei vielschichtig. Denn Vorhaben berühren mehrere Themenbereiche und Stoßrichtungen gleichzeitig. Wechselwirkungen und Schnittstellen der Vorhaben veranschaulichen Eine einheitliche Struktur in Form von Steckbriefen sorgt dafür, dass bei allen Vorhaben Beweggründe, Ziele, Strategien und Umsetzungsschritte sowie Projekte dargelegt werden können. Wichtiges Anliegen ist zudem bei den Vorhaben, die Einbettung in das Räumliche Leitbild darzustellen und die vielschichtigen Wechselwirkungen und Schnittstellen mit den sieben Stoßrichtungen und anderen Vorhaben zu veranschaulichen. Die kurz-, mittel- oder langfristige Umsetzung der Vorhaben und Projekte kann nur durch die Bereitstellung von Ressourcen gesichert werden. Vorhaben und Projekte, die in absehbarer Zeit nicht realisiert werden können, weil diese von unvorhersehbaren Entwicklungen abhängig sind, sollten trotzdem nicht vergessen werden. TEIL 4: VORHABEN 16 VORHABEN BESCHREIBEN QUALITÄTSKRITERIEN SOWIE STRATEGIEN UND BIETEN ORIENTIERUNGSRAHMEN UNTERSCHIEDLICHER KONKRETISIERUNGSGRAD DER VORHABEN STADTÜBERGREIFEND, DAUERAUFGABE Leitfaden für den Praxisalltag, Konkretisierung beispielhaft STADTÜBERGREIFEND, KONKRETE RÄUMLICHE ZUORDNUNG Flanke/Leitplanke für die zukünftige räumliche Entwicklung, Konkretisierung durch Leitprojekte SEHR KONKRETE RÄUMLICHE ZUORDNUNG Konkrete räumliche Aufgabe, deren Bedeutung im Prozess Räumliches Leitbild hervorgehoben wurde, eigenständiges Projekt STADTPLANUNGSAMT | 33 ERLÄUTERUNG DER GRAFIKEN ZU DEN VORHABEN EINORDNUNG INS LEITBILD Das vorgestellte Vorhaben wird in die Stoßrichtungen eingeordnet und in Beziehung zu anderen Vorhaben gesetzt, um durch dessen Überschneidungen und Anknüpfungspunkte seine Relevanz für das Räumliche Leitbild zu verdeutlichen. Die maßgebliche Einordnung wird dabei durch die zentral angelegte „primäre Stoßrichtung“ festgelegt, die sich mit den restlichen „sekundären Stoßrichtungen“ mehr oder weniger überschneidet. Im Spannungsfeld dieser übergeordneten Übersicht verteilen sich die anderen Vorhaben, die inhaltliche und räumliche Anknüpfungspunkte mit dem vorgestellten Vorhaben haben. ZEITHORIZONT DES VORHABENS Das Vorhaben wird in seiner angestrebten, hauptsächlichen Planungs- und und Umsetzungsphase dargestellt, um den Zeithorizont von kurz- bis langfristigen Vorhaben und visionäre Ideen festzuhalten. BEDEUTUNG DES VORHABENS Zur Einschätzung der Vorhabens wird dargestellt, welche Bedeutung es für die Lösung aktueller Herauforderungen („ordnen“) oder als Weichenstellung zukünftiger Entwicklungen („entwickeln“) hat. REIFEGRAD DES VORHABENS Der Stand der Bearbeitung des Vorhabens für die Beschlussfassung des Räumlichen Leitbildes wird in verschiedenen Reifegraden angegeben, um den Prozess der Realisierung zu verdeutlichen, die jedoch nicht immer gleich und in allen Bestandteilen ablaufen muss. Vorhaben Herausforderung Vorhaben Snyergie Vorhaben Abhängigkeit Überschneidungen mit Stoßrichtungen primäre Stoßrichtung sekundäre Stoßrichtungen 2017202220272032Vision Umsetzungsphase Planungsphase wichtig für die Lösung aktueller Herausforderungen wichtig als Weichenstellung für die zukünftige Entwicklung planerische Arbeiten finanziert konkrete Prozesse entschieden Generelles Vorgehen geklärt Aufgabe & Ziele definiert Kontur am Alten Flugplatz, Bild: Monika Müller-Gmelin, Stadtplanungsamt 34 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | VORHABEN KARLSRUHES KONTUREN AUSBILDEN BESCHREIBUNG Als eines der wichtigsten Ergebnisse sind Karlsruhes „Klare Konturen“ aus dem Prozess des Räumlichen Leitbilds hervorgegangen. Eine neue Raumkante soll den Übergang zwischen Stadt und Landschaft formen und sichern. In diesem Vorhaben geht es darum, Ränder zu definieren und ihnen landschaftliche sowie städtebauliche Qualitäten zu verleihen. Dies gilt nicht nur für die äußere Kontur zur Landschaft, sondern auch für die inneren Übergänge zwischen Frei- und Stadträumen. BEWEGGRÜNDE Die Idee der „Klaren Konturen“ wurde in der Planungs- werkstatt 2015 durch den Beitrag des Teams „West8“ angeregt. Aktuell sind die Grenzen der Stadt - nach außen wie nach innen - nicht immer klar ablesbar. Dies hat nicht nur Konsequenzen für deren Attraktivität und Gestaltung, sondern stellt auch die Frage in den Raum, wo Karlsruhe seine Grenzen setzen will. Die Kontur leistet damit auch einen Beitrag zum Wachstum der Stadt nach innen. Auch das Erleben und Erreichen der reichen Landschaftsräume werden gefördert. Die Herausforderung besteht darin, die Forderungen der Freiraumgestaltung und des Naturschutzes sowie die Bedürfnisse nach neuen, gut erschlossenen Siedlungsflächen an den Rändern der Stadt in Einklang zu bringen. ZIELE Die Lesbarkeit der Stadt in Bezug auf den Landschaftsraum soll wahrnehmbar sowie erfahrbar gestaltet und neue Siedlungspotenziale gefunden werden. Die Festlegung der Kontur und die Entwicklung eines Gestaltungskatalogs soll das Stadtwachstum nach innen lenken und landschaftliche sowie städtische Adressen nach innen und außen bilden. Freiräume in Form bisheriger Restflächen entlang der inneren Stadtränder sollen dabei eigene Qualitäten erhalten. EINORDNUNG INS LEITBILD U r b a n e N ä h e S t a r k e M i t t e C o o l e Q u a r t i e r e M e h r W o h n e n G r ü n e A d r e s s e D y n a m i s c h e s B a n d K l a r e K o n t u r e n Quartier Bahnhof Bestehende Quartiere Gewerbe Klimaanpassung Stadteingänge Neue Quartiere Hardtwald Freiraum ZEITHORIZONT DES VORHABENS planerische Arbeiten finanziert wichtig für die Lösung aktueller Herausforderungen konkrete Prozesse entschieden generelles Vorgehen geklärt Aufgabe & Ziele definiert wichtig als Weichenstellung für die zukünftige Entwicklung 2017202220272032Vision BEDEUTUNG DES VORHABENS REIFEGRAD DES VORHABENS Umsetzungsphase Planungsphase Verknüpfung zu den Vertiefungsbereichen STADTPLANUNGSAMT | 35 STRATEGIE UND HANDLUNGSOPTIONEN Die Ausbildung und Aufwertung von inneren wie äußeren Konturen ist sowohl auf gesamtstädtischer als auch auf konkret räumlicher Ebene voranzutreiben. Auf der Basis einer Gesamtübersicht über Lage und Qualität der Kontur sind für deren ortsbezogene Weiterentwicklung folgende Fragen zu beantworten: Ist die Kontur gut ausgebildet, örtlich stabil oder noch zu verhandeln? Soll die Kontur städtebaulich und/oder landschaftlich aufgewertet werden? Bestehen Potenziale für eine Arrondierung? Welche Situation besteht bezüglich Erschließung, Eigentumsverhältnissen, Restriktionen? Welche Dichte, Baustruktur und städtebaulichen Charakter hat die Siedlungsstruktur und besteht Veränderungsbedarf? Welche Landschaftstypologie ist zu integrieren und herauszuarbeiten (Waldrand, Gestadekante, Heide, Park...)? Für die Ausbildung der Kontur sollten für bevorzugt zu behandelnde Abschnitte ein integriertes Konzept für die Aufwertung der Siedlungs- und Landschaftsqualität erarbeitet werden. Dabei ist hilfreich, ortsbezogene gestalterische Lösungsansätze zu entwickeln (auch als Grundlage für die Klärung/Abstimmung von Nutzungskonfl ikten), spezifi sche Erholungs-, land- oder forstwirtschaftliche Nutzungen sowie Qualifi zierungen in angrenzenden Landschaftsbereichen mitzudenken, um Akzeptanz bei Änderung der baulichen Situation zu steigern, das Vorkaufsrecht/den Grunderwerb für landschaftliche Gestaltung der Konturen und Kompensationen im Umfeld anzuwenden und örtlich ansässige Bewohnerinnen und Bewohner sowie Eigentümerinnen und Eigentümer einzubeziehen. Die Erkenntnisse sollen in die Ausbildung weiterer Randabschnitte fl ießen. SYNERGIEN Die Ausbildung der Kontur erzeugt Adressen, die auch als Standortfaktor für Wohnen und Gewerbe wirken (siehe „Gewerbe“ und „Neue Quartiere“) Die Ausbildung der Kontur führt zu einer Aufwertung der dahinter liegenden Quartiere und einer besseren Zugang zur Landschaft (siehe „Bestehende Quartiere“ und „Neue Quartiere“) Bei der Entwicklung neuer Quartiere kann die Kontur von Beginn an mitgestaltet werden (siehe „Neue Quartiere“) Die Entwicklung der Stadteingänge liefert wichtige Impulse für die Ausbildung/Gestaltung der Kontur (siehe „Stadteingänge“ und „Bahnhof) Bei der Entwicklung des Freiraumkonzepts sowie des Landschaftsplans 2030 können die Kontur, und deren mögliche Ausbildungsformen, integriert sowie Kompensationen festgesetzt werden (siehe „Freiräume“) Bei der Konzeption des Hardtwaldes soll die Gestaltung der Waldränder explizit mit einfl ießen (siehe „Hardtwald“) ABHÄNGIGKEITEN Abwägung zwischen neuen Flächen für die Bebauung und Ansprüchen des Freiraums als wichtige Voraussetzung (siehe „Neue Quartiere“ und „Freiraum“) Maßnahmen zur Kontur und zur Klimaanpassung können sowohl Synergien als auch Konfl ikte erzeugen, beispielsweise die Blockade von Kaltluftströmen, daher ist eine integrierte Betrachtung notwendig (siehe „Klimaanpassung“) HERAUSFORDERUNGEN Restriktionen durch Natur- und Landschaftsschutzgebiete und notwendige Ausgleichsfl ächen für Kleingarten- anlagen begrenzen die bauliche Konturbildung Flächenbereitstellung und das Setzen neuer baulicher Akzente wird möglicherweise durch kleinteilige Eigentumsverhältnisse erschwert KONKRETE ZIELE Raumkante Karlsruhes räumlich klar festlegen und Wachstum nach innen lenken Äußere und innere Konturen gestalten und Identitäten der Stadtkante stärken Flächenreserven primär für Wohnen aufspüren Verfl echtung von Siedlungs- und Landschaftsraum fördern Rhein kommunale Grenze kommunale Grenze kommunale Grenze kommunale Gr enze eingebundener Siedlungsrand zur Landschaft eingebundener Siedlungsrand zur Landschaft Prüffläche zur Erweiterung des Siedlungsrands innere Ränder (Stadtgrün) Landschaftsraum Alb eingebundener Siedlungsrand zum Wald mögliche zusätzliche Grünverbindungen Siedlungsrand zur Rheinaue räumlich wirksame Kanten in der Landschaft AUSSCHNITT KONTURÜBERSICHTSKARTE Übersicht der äußeren und inneren Konturen (Ausschnitt Südwest), Quelle: Büro MESS, nach Gartenbauamt/Stadtplanungsamt 36 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | VORHABEN UMSETZUNGSSCHRITTE (PLANERISCH) 1. Analyse, Kategorisierung und Festlegung der Kontur, wo dies möglich ist, Scannen der Kontur nach potenziellen Siedlungsentwicklungsfl ächen 2. Sicherung der Kontur, Priorisierung zu bearbeitender Abschnitte 3. Prüfung der städtebaulich-landschaftlichen Belange an konkreten Abschnitten und Abstimmung in den Gremien (inklusive Landwirtschaft, Landschafts- und Naturschutz) 4. Abschnittsweise Erarbeitung ortsbezogener gestalterischer Lösungsansätze, gegebenenfalls auch mit Mehrfachbeauftragungen und Wettbewerben, und Überführung in einen Gestaltungskatalog 5. Schaffung der Rechtsgrundlage und Flächensicherung: Fortschreibung Flächennutzungsplan Wohnen und Rahmen- oder Bebauungsplan, Vorkaufsrecht und Grunderwerb BESTEHENDE GRUNDLAGEN Fortschreibung Flächennutzungsplan Wohnen (in Bearbeitung) Landschaftsplan Übersicht über potenzielle Baufl ächen an den Rändern (in Bearbeitung) Ökologische Tragfähigkeitsstudie ZU ERARBEITENDE GRUNDLAGEN Übersichtskarte der äußeren und inneren Konturen mit landschaftlichen und städtebaulichen Qualitäten und baulich-rechtlichen sowie landschaftlichen Restriktionen Gestaltungskatalog und -kriterien für landschaftliche und städtebauliche Aufwertungsmöglichkeiten der Kontur und dessen Umfeld beispielhafte Kategorisierung aller Ränder beispielhafte Kategorisierung aller Ränder Kontur Kirchfeld-Nord, Bild: Monika Müller-Gmelin, StplA Typische Karlsruher Siedlungsränder (Auszug), Quelle: West 8, Rotterdam Typische Karlsruher Siedlungsränder (Auszug), Quelle: West 8, Rotterdam STADTPLANUNGSAMT | 37 BEISPIEL- UND SCHLÜSSELPROJEKTE SCHLÜSSELPROJEKT: ENTWICKLUNG BEISPIELHAFTER RÄNDER UND RANDTYPOLOGIEN Beispiel Nordstadt Der Siedlungsrand in der Nordstadt ist ein typisches Beispiel für den Übergang zwischen Siedlung und Feld- oder Heidestrukturen. Beispiel Stuttgarter Straße An der Stuttgarter Straße lassen sich Möglichkeiten für die Ausgestaltung der inneren Ränder untersuchen. BEISPIELPROJEKT: KIRCHFELD NORD Im Neubaugebiet „Kirchfeld-Nord“ wurde der Übergang zwi- schen Siedlung und Wald explizit gestaltet und Ausgleichsmaß- nahmen mit einer großfl ächigen, differenzierten Freiraumstruktur kombiniert. Sie gliedert die Baufl ächen und stellt den Verbund zwischen Hardtwald und Neureuter Feldfl ur her. Transparente Gestaltung der Grünräume inklusive der Sicherung und Entwicklung trockener Wiesenausbildungen am Waldrand Förderung einer gestuften Waldrandausbildung in Verbindung mit einer Wegeführung am Siedlungsrand Freilegung eines Waldrandstreifens mit Wiesenfl ächen im Bereich der zu verlagernden Sportanlagen Dieses Vorgehen ist beispielgebend für die zukünftige Randgestaltung im Gebiet „Zukunft Nord“ des Flora-Fauna- Habitat-Gebiets Alter Flugplatz. BEDEUTUNG FÜR DAS VORHABEN Die Entwurfsüberlegungen für mögliche Ausgestaltungsformen der Kontur bieten die Möglichkeit für konkrete Fragestellungen hinsichtlich planerischer Schritte und Entscheidungen für grundlegende Elemente landschaftlicher Gestaltungsmöglichkeiten an den Rändern, mögliche Typologien (und Höhen) städtebaulicher Kanten, die Identifi kation von Synergien wie beispielsweise Lärmschutz durch Bebauung, Unterschiede bei Gestaltungsmöglichkeiten an den inneren und äußeren Rändern, potenzielle Umgangsmöglichkeiten mit dem Waldrand Flächenbedarf bei der Freiraumgestaltung. Stadteingang Ettlinger Allee/Hauptbahnhof, Bild: Roland Fränkle, Presse- und Informationsamt - Bildstelle 38 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | VORHABEN BESCHREIBUNG Stadteingänge sind zentrale Elemente der Karlsruher Konturen, Willkommensgesten sowie Verknüpfungspunkte von Mobilitätsnetzen und verschiedener zentraler Nutzungen zugleich. Sie markieren ebenso Übergänge von der Landschaft in die Stadt. Ihre Gestaltung kann dabei wichtige Entwicklungen in ihrem Umfeld anstoßen. Das Vorhaben soll klären, welche Rolle verschiedenen Stadteingängen zugeordnet und wie diese weiterentwickelt sowie gestaltet werden können. Dabei sind die unterschiedlichen „Begabungen“ der Stadteingänge in deren Gestaltung mit einzubeziehen. BEWEGGRÜNDE Bisher sind die Stadteingänge nicht klar definiert und liegen oft im Zwischenraum zwischen Innenstadt und äußeren Stadtteilen. Ihre Gestaltung unterstützt das Bestreben klare Konturen zu definieren und zu zeigen „Wo fängt die Stadt an?“. Andererseits kann die Aufwertung von Stadteingängen auch Impulse für wichtige städtische Entwicklungen, wie zum Beispiel am Hauptbahnhof oder in Grünwinkel setzen. Vor allem dort, wo sie mit Gewerbegebieten und verdichteten Wohngebieten zusammenfallen. ZIELE Zur Stärkung der Identität der Stadt und ihrer Stadtteile sollen Stadteingänge räumlich definiert und entwickelt werden. Ziel der Entwicklung ist zum einen die Gestaltung städtebaulich prägnanter Orte, zum anderen der Erhalt und die Aufwertung landschaftsräumlicher Qualitäten. Die Entwicklung der Stadteingänge erfolgt aus dem ortsspezifischen Kontext heraus. Sie soll mit der Gestaltung städtebaulicher Akzente und landschaftlicher Qualitäten sowie der Ansiedlung spezieller Funktionen verbunden werden. STADTEINGÄNGE INSZENIEREN U r b a n e N ä h e S t a r k e M i t t e C o o l e Q u a r t i e r e M e h r W o h n e n G r ü n e A d r e s s e D y n a m i s c h e s B a n d K l a r e K o n t u r e n Quartier Bahnhof Bahnhöfe Neue Quartiere Bestehende Quartiere Nachbarschaftszentren Freiraum Gewerbe Funktionen mischen Kontur ZEITHORIZONT DES VORHABENS planerische Arbeiten finanziert wichtig für die Lösung aktueller Herausforderungen konkrete Prozesse entschieden generelles Vorgehen geklärt Aufgabe & Ziele definiert wichtig als Weichenstellung für die zukünftige Entwicklung 2017202220272032Vision BEDEUTUNG DES VORHABENS REIFEGRAD DES VORHABENS Umsetzungsphase Planungsphase EINORDNUNG INS LEITBILD Verknüpfung zu den Vertiefungsbereichen STADTPLANUNGSAMT | 39 STRATEGIE UND HANDLUNGSOPTIONEN Die Inszenierung der Stadteingänge muss gesamtstädtischen Überlegungen sowie ortspezifi schen Gegebenheiten gleichermaßen gerecht werden. Daher sind auf der Basis eines Konzeptes möglicher Stadteingänge zunächst folgende Fragestellungen zu beantworten: Welche Typen von Stadteingängen gibt es und welchen Charakter/welche Qualitäten sollen sie haben? An der Kontur, zwischen äußeren Stadtteilen und Stadt, zwischen Stadt und Innenstadt? Welche Stadteingänge sind eher städtisch geprägt, welche eher landschaftlich? Wo könnte ein Stadteingang den Landschaftsraum hervorheben? Welche Priorisierung ergibt sich im Hinblick auf die Bedeutung der Stadteingänge? Wo bestehen Gelegenheiten der Veränderung? Auf dieser Basis sind ortsspezifi sche Ansätze für bevorzugt zu gestaltende Stadteingänge modellhaft in Vertiefungsentwürfen zu konkretisieren. Dabei sind folgende Vorgehensweisen möglich: Entwicklungsleitlinien in Form einer Studie oder eines Rahmenplans erarbeiten und/oder städtebauliche/ landschaftsarchitektonische Entwürfe als Wettbewerb vorbereiten Eingänge planungsrechtlich sichern (Bebauungsplan, städtebauliche Verträge) Umsetzung voranbringen und Qualität sichern (zum Beispiel Angebote an erhöhte Ausnutzung pro Geschossfl ächenzahl, wenn Wettbewerb durchgeführt wird) Gestalterisch sollte dabei auch geklärt werden, ob und wo beispielsweise Hochhäuser sinnvoll wären, ob Regeln für bestimmte Stadtbereiche festgelegt oder ob wiederkehrende Elemente eingesetzt werden können. Diese Erkenntnisse sollten dann in die Entwicklung weiterer Stadteingänge einfl ießen. SYNERGIEN Stadteingänge bilden Adressen aus, die insbesondere für die Ansiedlung von Gewerbe und Dienstleistungen an hoch urbanen Standorten von Bedeutung sein können (siehe „Gewerbe“) An Stadteingängen besteht gegebenenfalls die Möglichkeit auch Wohnfl ächen zu mobilisieren (siehe „Quartiere“) Bahnhöfe sind Stadteingänge (siehe „Mobilitäts- stationen“), die Entwicklung des Quartiers Bahnhof kann dabei den Stadteingang „Hauptbahnhof“ vorantreiben (siehe „Quartier Bahnhof“) Die Stadteingänge an der Kontur setzen wichtige Impulse für deren Gestaltung (siehe „Kontur“ und „Freiraum“) In der Innenstadt sind die „Tore“ zu qualifi zieren (siehe „Innenstadt“) ABHÄNGIGKEITEN Die Defi nition der Stadteingänge an der Stadtgrenze geht einher mit der Festlegung der Kontur – und umgekehrt (siehe „Kontur“) HERAUSFORDERUNGEN Unterschiedliche räumliche Situationen erzeugen ein vielfältiges Bild der Stadt Karlsruhe – die Inszenierung der Stadteingänge erfordert daher eine intensive planerische Behandlung Nicht nur Stadteingänge, sondern auch die Korridore dazwischen müssen gestaltet werden und räumlich erfahrbar sein Finanzierung landschaftlich-räumlicher Stadteingänge (keine privaten Investitionen und Trade-offs möglich) Motivierung von Gewerbe-/Dienstleistungsbetrieben für eine Steigerung baukultureller Qualitäten KONKRETE ZIELE Repräsentative, städtebauliche, funktionale oder landschaftliche Adressen ausbilden Erlebbarkeit der Stadt und ihrer Stadtteile verbessern Stadtansicht und Stadtsilhouette ortsspezifi sch entwickeln Stadt- und landschaftsräumliche Qualitäten wechselwirkend aufwerten Rhein kommunale Grenze kommunale Grenze kommunale Grenze kommunale Grenze k ommunale Gr ÜBERSICHTSKARTE DER STADTEINGÄNGE Übersicht der Stadteingänge, Quelle: Büro MESS, nach Stadtplanungsamt, Dr. Kristin Barbey 40 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | VORHABEN UMSETZUNGSSCHRITTE 1. Konzept und Defi nition der Stadteingänge (laufend) 2. Priorisierung der zu behandelnden Stadteingänge und Pilotprojekte 3. Erarbeitung konzeptioneller Vorstellungen und städtebaulicher Entwürfe (Studien, Wettbewerbe) für prioritäre Stadteingänge. Einbezug der Grundeigentümer und der beteiligten Akteure 4. Planungsrechtliche Sicherung 5. Gegebenenfalls Überführung der Erkenntnisse in generelle Empfehlungen für die Behandlung weiterer Stadteingänge BESTEHENDE GRUNDLAGEN Rahmenplan „Durlacher Allee“ Konzeptskizze Stadteingänge ZU ERARBEITENDE GRUNDLAGEN Konzept und Steckbriefe potenzieller Stadteingänge Defi nitionen und Kriterien für verschiedene Arten von „Stadteingängen“ für Karlsruhe Erarbeitung Hochhauskonzept H H H H H H H H H H H H 1 3 2 4 6 6 5 M 1:2.000 GLEISBAUHOF - mit 28ha eine der letzten großen Transformations- ächen in Karlsruhe - wertvolle Reserve äche, die für eine ganzheitlich gedachte Entwicklung vorgehalten werden sollte - der „Sprung über die Bahngleise“ bietet die Chance für einen neuen Stadteingang an der Durlacher Allee und die Erweiterung der Kernstadt nach Osten - Initial und Katalysator für eine Entwicklung ist eine attraktive Landschaftsentwicklung mit einem Park und einem 5ha großen See - der Park erhält sein Gegenstück im urbanen Quartier, das ihn im Norden umschließt - zur Durlacher Allee repräsentative großmaßstäbliche Gebäude für hochwertige Dienstleistungsnutzungen - Lärmschutz durch Maßnahmenpaket gesichert - Nutzung: mischgenutztes Quartier - Gebäudehöhen: V-VII DURLACHER TOR - räumliche De nition des Durlacher Tor Platzes durch ergänzende Randbebauung - Erhöhung der Nutzungsintensität und Attraktivität des Platzes durch eine Markthalle - Förderung von Aufenthaltsqualitäten und Begünstigung des Langsamverkehrs - langfristig: Verlagerung des Autohauses (geeigneter Ersatzstandort gegenüber Möbelhaus Mann) und Ergänzung des Quartiers - Nutzungen der baulichen Maßnahmen: Büros, Dienstleistungen, Wohnen, KIT-Nutzung, Markthalle - Gebäudehöhen: V-VI, Markthalle I GOTTESAUER PLATZ - räumliche De nition des Gottesauer Platzes durch fünfgeschossige Sockelbebauung - Ausbau des niveaugleichen Übergangs über die Durlacher Allee den Langsamverkehr, Rückbau der Kreuzung auf das notwendige Maß SIEDLUNGEN & NORDSEITE BHF DURLACH - Aufwertung des nördlichen Zugangs zum Bahnhof - Rückbau der B10 auf jeweils eine Spur zwischen Durlach und Autobahn, Rückbau der Rampen, Rückbau des gefährlichen Anschlusses Unter mühlsiedlung kurz vor der Autobahn - neuer plangleicher Knoten als Anschluss der beiden Siedlungen an die Durlacher Allee - Anschluss Untermühlsiedlung an rückgebaute B10 - Nachverdichtung der Siedlungen auf den freiwerdenden Flächen durch Gebäude, die zusätzlichen Lärmschutz für die Siedlung durch ihre darauf abgestimmte Architektur leisten - kompakte Siedlungserweiterung der Untermühlsiedlung und Ersatzneubau der sanie- rungsbedürftigen Genossenschaftssiedlung - Nutzung: Wohnen, Nahversorgung - Gebäudehöhen: II-V VBK-GELÄNDE & MESSPLATZAREAL - eigenständiges Cluster mit hochwertigen Frei ächen - bauliche De nition der umgebenden Straßenräume - Adressbildung durch Lagegunst an Durlacher Allee und Ostring - Erschließung aller Baufelder über die bereits bestehenden Straßen - Nutzungen: Büros, Dienstleistungen, Einzelhandel (Messplatz), Wohnen (VBK-Gelände) - Gebäudehöhen: V-VII Verlagerung des Messplatzes: - der Messplatz wird integrativer Bestandteil des Otto-Dullenkopf-Parks - attraktive Frei ächengestaltung, bessere Aus- nutzung während des ganzen Jahres - Integration der alten Buswartungshalle für Indoor- veranstaltungen / Jugend- und Bürgerhaus - die bekannte, prominente und leicht erreichbare Lage in der Stadt bleibt auch am neuen Standort erhalten - Flächenstudien siehe Skizzen rechts Flächenbilanz / Erlöse: - Gesamt äche ca. 3 ha - Grundstücks ächen ca. 22.500 m 2 - BGF ca. 85.000 m 2 - geschätzer Erlös durch Grundstücksveräußerung (bei 600 EUR/m 2 ) ca. 13,5 Mio EUR - Kosten Herstellung neuer Messplatz in Otto- Dullenkopf-Park ca. 4,5 Mio EUR (bei Herstellungskosten von 150 EUR/m 2 ) Neuer Messplatz: Alltagsnutzung (Spiel und Sport)Flohmarkt, inkl. Indoornutzung in alter BushalleZirkusnutzung, inkl. Gastronomie in alter Bushalle KALODERMA AREAL - Nachverdichtung des Kaloderma Areals durch vornehmlich Wohnnutzung - neue Wohnformen und Trägerschaften möglich, z.B. Studentisches Wohnen, Baugemeinschaften - Entsiegelung des nord-östlichen Bereiches und Umnutzung zu einem kleinen Quartierspark - Scharnier für Grünbezüge nach Osten und Süden - Gebäudehöhen: III-VI STADTEINGANG & BAHNHOF DURLACH - Aufwertung des Bahnhofsumfelds und Erhöhung der Nutzungsintensität an einer der bester- schlossenen Flächen in der Stadt, Neubau durch Verlagerung des Busbahnhofes auf den Bahnhofsvorplatz - markanter Stadteingang und Adressbildung - Erhalt des alten Baumbestandes, Aufwertung der bestehenden Grünanlage - Nutzung: Büros, Dienstleistungen, Einzelhandel - Gebäudehöhen: IV-VII Grünverbindung Höpfnerareal und Stadtfriedhof Umnutzung Kaloderma-Areal Wohnen, Arbeiten, Quartierszentrum Markthalle Quartiersergänzung,Verlagerung Autohaus an Durlacher Allee (gegenüber Mann) grüne Quartiersanbindung im Mittelstreifen an O.-D.-Park Quartiersergänzung auf ehem. Gartenbauhofgelände Neue Brücke für Ost-West-Grünzug Neue Tramlinie nach Durlach Ersatz von Kleingärten auf ehemaligem Sportplatz grüner Saum Dornwaldsiedlung Schnittstelle Kleingärten Kleingartengastronomie Rückbau B10- Rampe und Spureduzierung der Durlacher Allee. >> Niveaugleiche Que- rung von Haltestelle und heller, barrierefreier Zugang in die Siedlung Neuer plangleicher Knoten als Erschließung von Untermühl- und Dornwaldsiedlung Abkopplung und Rück- bau des bisherigen Anschlusses an die Durlacher Allee Zufahrten auf die Durlacher Allee als T-Kreuzung (Erhöhung Sicherheit Radfahrer) Siedlungsergänzung der Untermühlsiedlung. Im Zuge der Sanierung: Ersatzneubau und Verlage- rung der Siedlungshäuser Verlagerung der Autobahnpolizei Öffnung der Kleingartenanlage als Zugang zur P nz und in den Landschaftsraum. Gastronomieangebot Rückbau der B10 auf eine Spur je Richtung. Gestaltung eines Entrées des Bahnhofs Durlach nach Norden (inkl. P+R). Verbesserung der Anbin- dung an Durlach Verlagerung des Busbahnhofes nach Nord-Osten. Bebauung dieser Fläche mit hochwertigen Büroge- bäuden (an einem der mit dem ÖV am besten er- schlossenen Orte in Karlsruhe), Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes als Entrée nach Durlach Begrünung Parkplatz PKW-Anschluss der Untermühlsiedlung 3 12 4 5 6 Flächenstudie mit den heutigen Flächenbedarfen der Stände und Fahrgeschäfte („Grosse Mess“) PLANUNGSWERKSTATT ENTWICKLUNGSACHSE DURLACHER ALLEE // TEAM berchtoldkrass space&options // STUDIO . URBANE STRATEGIEN Martina Baum // RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten // diewald bauingenieure ENTWICKLUNGSACHSE DURLACHER ALLEE Konzept Durlacher Allee mit Stadteingang und möglicher Entwicklung Messplatz und Gleisbauhof, Quelle: berchtoldkrass, S.US, RMP, Diewald Illustration von Möglichkeiten der Entwicklung am Stadteingang Ettlinger Allee, Quelle: Abschlussbericht Dynamisches Band, berchtoldkrass, UC STUDIO, S.US Teilraum 08 · „Südstern“ - Level 2 Bulach Vernetzung mit Naherholung Rißnert/Oberwald Hochpunkte „Waldpakete“ Verlegung Sportfl ächen auf die Rennwiese Sport Sport Potenzial durchgängiges Wohnen Potenzial Wohnen Bebauung Stadteingang Grünzug Dammerstock STADTPLANUNGSAMT | 41 BEISPIELPROJEKT: DURLACHER ALLEE Die Durlacher Allee ist eine der wichtigsten Stadteinfallstraßen in Karlsruhe. Das Rahmenkonzept „Entwicklungsachse Durlacher Allee“ vom Team „berchtoldkrass, Studio. Urbane Strategien, RMP, Diewald“erstellt ein stabiles Grundgerüst für die städtebauliche Ordnung dieses zentralen Straßenraums sowie der angrenzenden Stadträume. Die durchgehende Neugestaltung der Durlacher Allee als attraktiver Straßenraum bildet das zentrale Element des Konzeptes. Vor dem Hintergrund der dynamischen Entwicklung aktueller Bauprojekte geht es jetzt darum, die vorgeschlagenen Transformationen, insbesondere im Gebiet Messplatz und Gleisbauhof voranzutreiben und umzusetzen. SCHLÜSSELPROJEKT II: WOLFARTSWEIERER STRASSE/LUDWIG-ERHARD-ALLEE Die bauliche Kante entlang der Ludwig-Erhard-Allee ist demnächst bis zum Ostring fertig gebaut. Der weitere Verlauf bis zur Ottostraße entlang der neuen Hauptfeuerwache und dem Otto-Dullenkopf-Park ist jedoch noch im Sinne eines Stadtboulevards zu konzipieren und zu realisieren. SCHLÜSSELPROJEKT I: ETTLINGER ALLEE/BAHNHOF Der Bereich Ettlinger Allee/Hauptbahnhof ist eine der bedeut- samen Stadteingangssituationen und ein Gebiet mit sehr viel- fältigen Möglichkeiten und Herausforderungen. Die Entwick- lungen südlich des Hauptbahnhofs, die Barrierewirkung des Güterbahnhofs und der Südtangente, die Nähe zum Oberwald und die fehlende Stadtkante entlang der Ettlinger Allee sollen in die Konzeption integriert werden, durch städtebauliche Ergänzung östlich der Ettlinger Allee in Verbindung mit grünen Zäsuren als Einblicke in den Oberwald, Integration der Sportfl ächen, Entwicklung einer grünen Allee, Überwinden der Barriere und Anknüpfen der südlichen Stadtteile Weiherfeld und Dammerstock an das Quartier südlich des Hauptbahnhofs und weiter an die Innenstadt sowie ein dichtes urbanes Quartier südlich des Hauptbahnhofs mit Hochpunkten als städtebaulichem Akzent und neuen, zentralen Gewerbeadressen. BEDEUTUNG FÜR DAS VORHABEN Die Konzeption des Stadteingangs Bahnhof/Ettlinger Allee vereint mehrere Elemente, die für die Entwicklung des Vorhabens Stadteingänge von Bedeutung sind: Städtebauliche und landschaftliche Elemente können hier entwickelt und aufgewertet werden. Durch die Ettlinger Allee und die Südtangente ergeben sich mehrere Stadteingangssituationen, die simultan zu betrachten sind. Die Situation der Sportplätze kann Möglichkeiten für den Umgang mit bestehenden Strukturen aufzeigen. Der Stadteingang ist im Zusammenhang mit einem möglichen Sprung des Quartiers Bahnhof über den Güterbahnhof und die Südtangente als langfristige Perspektive in mehreren Etappen zu denken. Gleichzeitig sind im „Quartier Bahnhof“ kurzfristig Möglich- keiten zu erkunden, wie Anforderungen an Stadteingänge in bestehende Planungen integriert werden können. BEISPIEL- UND SCHLÜSSELPROJEKTE Freiräume in Kalrsruhe – Blick vom Alten Flugplatz in Richtung Neureut, Bild: Roland Fränkle, Presse- und Informationsamt - Bildstelle 42 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | VORHABEN BESCHREIBUNG Die bisherigen freiraumplanerischen Leitkonzepte, die im Grünsystem Karlsruhe und im Freiraumentwicklungsplan Karlsruhe 2015 dargestellt sind, sollen entsprechend den Ergebnissen aus der Leitbilddiskussion und den Anforderungen des Klimawandels weiter entwickelt und akzentuiert werden. Themenschwerpunkte werden dabei die Kontinuität des Grünverbundes, die Flexibilität für künftige Freizeit- und Erholungsanforderungen, die Stadtgestaltung und die stadtökologischen Anforderungen sein. Ein besonderer Fokus liegt auf den Freiraumbelangen in Quartieren, die einer verstärkten Innenentwicklung unterzogen werden. BEWEGGRÜNDE Der hohe Bedarf an neuen Siedlungsflächen und der daraus resultierende Druck auf die Bestandsquartiere, aber auch auf das landschaftliche Umfeld Karlsruhes, erfordern ortsspezifische planerische Lösungen mit innovativen Komponenten. Dem Stadtgrün kommt in diesem Prozess eine zentrale Rolle zu. Auch die Grenzen zwischen den bebauten Teilen der Stadt und dem Außenraum sind klarer zu definieren. Komplexe freiräumliche Funktionen und endliche Flächenressourcen erfordern Lösungsstrategien mit ganzheitlichen Handlungsansätzen. Schließlich wird der Umgang mit den Erfordernissen des Klimawandels, dessen Auswirkungen bereits spürbar sind, die zentrale Herausforderung für alle an der Stadtentwicklung Beteiligten sein. ZIELE Das Karlsruher Grünsystem wird leistungsfähig weiter entwickelt. Gut vernetzte Freiräume sollen langfristig vielfältige Funktionen im Stadtgefüge wahrnehmen und damit die Lebensqualität der Stadt positiv prägen: Erholung, biologische Vielfalt, klimatischer Ausgleich und Landnutzungen. Das Freiraumentwicklungskonzept 2030 (Entwurf Gartenbauamt 2016) zeigt den strukturellen Rahmen der künftigen Entwicklungen und Grundzüge für erforderliche Maßnahmen auf. FREIRÄUME STÄRKEN U r b a n e N ä h e S t a r k e M i t t e C o o l e Q u a r t i e r e M e h r W o h n e n K l a r e K o n t u r e n D y n a m i s c h e s B a n d G r ü n e A d r e s s e Quartier Bahnhof Bestehende Quartiere Gewerbe Neue Quartiere Innenstadt Konturen Stadteingänge Mobilität (Quartier) Klimaanpassung Funktionen mischen Hardtwald ZEITHORIZONT DES VORHABENS planerische Arbeiten finanziert wichtig für die Lösung aktueller Herausforderungen konkrete Prozesse entschieden generelles Vorgehen geklärt Aufgabe & Ziele definiert wichtig als Weichenstellung für die zukünftige Entwicklung 2017202220272032Vision BEDEUTUNG DES VORHABENS REIFEGRAD DES VORHABENS Umsetzungsphase Planungsphase EINORDNUNG INS LEITBILD Verknüpfung zu den Vertiefungsbereichen STADTPLANUNGSAMT | 43 STRATEGIE UND HANDLUNGSOPTIONEN Die Weiterentwicklung des freiraumplanerischen Leitkonzepts und der ortsspezifi schen Aufwertung von städtischen und landschaftlichen Freiräumen muss sowohl auf gestalterischen als auch ökologischen Anforderungen basieren. Orts- und themenspezifi sche Aufgaben sind daher die Erarbeitung und Zuordnung landschaftlicher Leitbilder für Teilräume, die Herausarbeitung von Charakterisierungen und Zielen für einzelne Freiraumbereiche, die Vertiefung von Impulsen aus dem Räumlichen Leitbild und Ergebnissen des Landschaftsplanes 2030, die vorausschauende Konzeptionierung der Freiraumausformung und deren Gestaltung bei der Entwicklung neuer Siedlungsquartiere sowie bei Arrondierungen und Nachverdichtungen, die Erkundung von Möglichkeiten, wie die kommunale Land- und Forstwirtschaft noch stärker in die Bereiche Stadtökologie und Naherholung eingebunden werden können, die Beteiligung der Bevölkerung sowie weiterer Akteure der Land- und Forstwirtschaft sowie des Naturschutzes, die Erkundung und Nutzung planerischer und baulicher Synergien mit anderen Aufgaben des Räumlichen Leitbilds (Quartiere, Klimaanpassung, Verkehr), die Festschreibung zu erhaltender Freifl ächen durch Instrumente der Bauleitplanung und/oder des Naturschutzrechts und das aktive Betreiben von Flächenmanagement und Bodenpolitik durch die Stadt. Einen Schwerpunktraum bildet die Grüne Nordspange. Weiter zu vertiefen sind außerdem die Verknüpfung der Landschaftsräume entlang des Rheins, die Aufwertung der Übergänge von der Siedlung hin zur Landschaft sowie das weitere Verknüpfen von Grünverbindungen im Stadtgebiet. SYNERGIEN Rahmenplan Klimaanpassung enthält gesamtstädtische Strategien für Natur- und Umweltschutz und die Optimierung öffentlicher Frei- und Straßenräume (siehe „Klimaanpassung“) Nachhaltige Quartiersentwicklung erfordert und ermöglicht eine innovative Freiraumplanung (siehe „Neue Quartiere“ und „Bestehende Quartiere“) Die Gestaltung der äußeren Stadteingänge bietet die Möglichkeit landschaftsarchitektonische Akzente zu setzen (siehe „Stadteingänge“) Der Wandel zu einer stadtverträglichen Mobilität eröffnet Chancen für stärker durchgrünte Straßenräume (siehe „Mobilitätskonzepte“) ABHÄNGIGKEITEN Tragfähigkeit und Finanzierbarkeit urbaner Landnutzungen (Landwirtschaft, Gartenbau, Waldwirtschaft) sowie Unterhaltung öffentlicher Grünfl ächen Akzeptanz durch Nutzende und Anwohner HERAUSFORDERUNGEN Flächenknappheit führt zu Konkurrenzen verschiedener Nutzungen, beispielsweise zwischen Landwirtschaft und Forst, aber auch zwischen Siedlungsbereichen und Landwirtschaft Qualität und Funktionsfähigkeit der Freiräume trotz Flächenverlusten erhalten, entwickeln und wirksam verknüpfen Zunehmende Stressfaktoren infolge des Klimawandels Ressourcenbegrenzung der öffentlichen Hand Klimatische Ausgleichseffekte und Lebensraumfunktionen für Pfl anzen und Tiere versus Bedürfnisse der Stadtgesellschaft KONKRETE ZIELE Kontinuierliche Weiterentwicklung des Grünsystems als differenzierter Handlungsrahmen auf Basis der Zusammenhänge von Freiräumen im Landschaftsraum und in der Stadtstruktur Integration von Nutzungsformen der Naherholung sowie geeignete Formen der Land- und Waldbewirtschaftung Aufwertungen des Stadtgrüns und der Ränder als Kompensation von Eingriffen infolge neuer Siedlungsquartiere Aufwertung der städtischen Frei- und Grünräume als Beitrag zur Klimaanpassung und zur Steigerung der Lebensqualität in verdichteten Quartieren Freiraumentwicklungskonzept 2030 (Entwurf), Quelle: Gartenbauamt, Thomas Henz Feuchtwiesen/ Überschwemmungsräume Ausblick/Aussichtspunkt Parkanlagen/grüne Leitstrukturen Grünverbindungen Leitstrukturen Stadteinfahrten/Alleen offen erlebbare Frei- und Landschaftsräume Gewässer/Leitstrukturen der Flüsse Barrieren/geplante Brücken Ziel: Freiraumverknüpfung Maßnahmen einer künftigen Grünentwicklung Hangkante der Vorbergzone Kante des Tiefgestades Waldrand markanter Waldrand Lichtungen markanter Siedlungsrand Trockenstandort FREIRAUMENTWICKLUNGSKONZEPT KARLSRUHE 2030 44 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | VORHABEN UMSETZUNGSSCHRITTE 1. Landschaftsplanerische Gesamtkonzepte als Rahmenplanung mit Leitbildern erstellen 2. Vertiefungsgebiete und prioritäre Themenfelder identifi zieren 3. Wettbewerbe und Projekte in Vertiefungsgebieten mit angemessener Beteiligung durchführen 4. Planungen beispielsweise durch Bebauungspläne und Grunderwerb sichern 5. Typenspezifi sche Standards für die Freiraumentwicklung auf Basis planerischer Erkenntnisse formulieren 6. Projekte realisieren BESTEHENDE GRUNDLAGEN Landschaftsplan Nachbarschaftsverband Karlsruhe 2010, Fortschreibung (Entwurf) Tragfähigkeitsstudie (Nachbarschaftsverband Karlsruhe) Freiraumentwicklungskonzept 2030 (Entwurf 2016), Grünsystem Biotopverbundkonzept, -kartierungen Städtebaulicher Rahmenplan Klimaanpassung Spielfl ächenentwicklungsplanung ZU ERARBEITENDE GRUNDLAGEN Flächenkonzept (Unterschied zur Kontur): Übersicht und Priorisierung aller Freiräume Bestandserfassungen und -bewertungen bevorzugt zu behandelnder Freiräume Visualisierung: Brücke über den Rheinhafen, Quelle: Gartenbauamt Grüne Nordspange - Teil West, Quelle: Gartenbauamt, Thomas Henz/Hans-Volker Müller STADTPLANUNGSAMT | 45 BEISPIELPROJEKT: LANDSCHAFTSPARK RHEIN Mit dem Landschaftspark Rhein wird eine durchgängige Naherholungslandschaft im Kontext der Rheinauen geschaffen. Der zentrale Bereich um das Hofgut Maxau sowie Anbindungen aus den benachbarten Stadtteilen sind bereits realisiert. Verbleibende Aufgaben sind die Verknüpfungen entlang des Rheins über die Einfahrten von Rheinhafen und Yachthafen. SCHLÜSSELPROJEKT II: VOM TURMBERG ZUM RHEIN – ABSCHNITT GLEISBAUHOF Als zentraler Lückenschluss ist eine Grünverbindung mit Fuß- und Radweg im Bereich des Gleisbauhofs herzustellen. SCHLÜSSELPROJEKT I: DIE GRÜNE NORDSPANGE-WEST Die Grüne Nordspange Knielingen-Neureut-Hardtwald- Waldstadt-Hagsfeld-Durlach soll zu einem durchgängig erlebbaren Freiraum mit hohen landschaftlichen Qualitäten ausgeformt und von künftigen Bebauungen freigehalten werden. Sie verbindet Freiräume der bisherigen Freihaltetrasse für die Nordtangente westlich des Hardtwalds und führt weiter bis in die Rheinaue. Folgende Ziele sollen mit dem Projekt Nordspange erreicht werden: Freiräume im nördlichen Stadtgebiet bewahren und verknüpfen sowie orientiert an landschaftlichen Leitbildern gestalten. Aufenthaltsqualität mit Angeboten für Bewegung und verträgliche Aktivitäten schaffen. Barrieren überwinden, Störeinflüsse vermindern. Vorhandene Landnutzungen einbinden und modifizieren, räumlich zuordnen und deren Wert aufzeigen. BEDEUTUNG FÜR DAS VORHABEN Das Projekt Nordspange stellt einen Schwerpunkt des Freiraumkonzepts und auch einen Prototyp für den künftigen integrierten Umgang mit Siedlung, Freiraum und Landschaft dar. Folgende Fragestellungen können hier behandelt werden: Schrittweise Planung und Realisierung zusammen- hängender Freiräume. Kompensationen für Flächeninanspruchnahmen durch Siedlungsentwicklung. Räumliche Zuordnung und Sicherung langfristig tragbarer und für die Menschen notwendiger Freiraumnutzungen. Charakteristische Lebensräume für Tiere und Pflanzen sichern, entwickeln und verbinden. Ausgleichsfunktionen für das Stadtklima erhalten und stärken. Beteiligungsprozesse und Identifikation fördern. BEISPIEL- UND SCHLÜSSELPROJEKTE Hardtwald, der stadtnahe Wald, Quelle: Monika Müller-Gmelin, Stadtplanungsamt 46 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | VORHABEN HARDTWALD BEHUTSAM NUTZEN BESCHREIBUNG Der Hardtwald ist das größte zusammenhängende Waldgebiet in Karlsruhe. Als Identifikationsort und stadtnaher Naturraum soll er für Aufgaben der Erholung, Ökologie und nachhaltiger Nutzung weiterentwickelt werden. Ein gemeinsames Konzept der Stadt Karlsruhe und dem Landesbetrieb Forst Baden- Württemberg (Waldeigentümer) soll als Handlungsrahmen für konkrete Maßnahmen dienen. BEWEGGRÜNDE Der Hardtwald ist ein Kulturwald auf trockenen, nährstoffarmen Sandböden. Trockenjahre, Engerling/Maikäfer, Mistelbefall und gebietsfremde Baumarten gefährden den Hardtwald. Die steigenden Anforderungen und Ansprüche an Erholungsräume, Aufenthaltsqualitäten und „mehr Licht“ im Hardtwald stellen dessen Pflege und Entwicklung vor neue Herausforderungen. Gleichzeitig muss er dem Natur- und Artenschutz, der Erholung, dem Klima- und Trinkwasserschutz und der Holzproduktion dienen. Bei der Erarbeitung einer gemeinsamen Strategie für den Hardtwald ist der Wunsch nach Verbesserung der Erschließung (Eingänge, Querungen, Anbindung an die „Grüne Nordspange“) zu beachten. Die nachhaltige Pflege und Bewirtschaftung muss sich an den genannten Hauptfunktionen ausrichten. ZIELE Wichtigstes Ziel ist die Walderhaltung und die Erhaltung der Vitalität vor dem Hintergrund des Klimawandels. Aus strategischen Überlegungen für die Anpassung der nachhaltigen forstlichen Nutzung sollen Vorschläge für die Bewirtschaftung entwickelt werden, die in die mittelfristige forstliche Fachplanung der Jahre 2017 und folgende einfließen können. Dabei soll geprüft werden, ob Vorrangbereiche für „urbane“ (Erholung), „ökologische“ (Natur- und Artenschutz) und „produktive“ (Holzwirtschaft) Nutzungen definiert werden. Die Weiterentwicklung von Lichtungen oder lichten Wäldern, die Steigerung der Aufenthaltsqualität, eine bessere Orientierung sowie verbesserte Querverbindungen für den Fuß- und Radverkehr sind weitere Ziele. U r b a n e N ä h e S t a r k e M i t t e C o o l e Q u a r t i e r e M e h r W o h n e n K l a r e K o n t u r e n D y n a m i s c h e s B a n d G r ü n e A d r e s s e Innenstadt Mobilität (Quartier) Klimaanpassung Neue Quartiere Nachbarschaftszentren Konturen Freiraum ZEITHORIZONT DES VORHABENS planerische Arbeiten finanziert wichtig für die Lösung aktueller Herausforderungen konkrete Prozesse entschieden generelles Vorgehen geklärt Aufgabe & Ziele definiert wichtig als Weichenstellung für die zukünftige Entwicklung 2017202220272032Vision Umsetzungsphase Planungsphase BEDEUTUNG DES VORHABENS REIFEGRAD DES VORHABENS EINORDNUNG INS LEITBILD Verknüpfung zu den Vertiefungsbereichen STADTPLANUNGSAMT | 47 STRATEGIE UND HANDLUNGSOPTIONEN Obwohl international zahlreiche Ideen zur Sicherung und Weiterentwicklung urbaner Wälder bestehen, sind diese in Baden-Württemberg bisher nur ansatzweise in die klassische forstliche Planung integriert (Quelle Projektskizze„Urbane Waldwirtschaft“ der Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg, ForstBW 2015 bis 2017, Professor Schraml). Unterstützt durch das Forschungsprojekt sind für die Konzeption einer „passenden“ Nutzung des Hardtwaldes folgende Elemente besonders wichtig: Erhebung verorteten Wissens über die Bedürfnisse, Konfl ikte und möglichen Synergien aller Waldnutzungen. Defi nition von Vorrangbereichen zur Erleichterung der Lösung bei Zielkonfl ikten. Etablierung einer Gesprächs- und Verhandlungskultur zwischen Stadt samt Bürgerinnen und Bürgern, ForstBW als Waldbesitzer und am Wald interessierten Interessengruppen (zum Beispiel Naturschutzverbände, Bürgervereine). Konzeptionelle Vorschläge durch externe Beiträge zu bestimmten Fragestellungen (Rahmenpläne, Wettbewerbe, Mehrfachbeauftragungen). Räumliche Schwerpunktsetzung der vorherrschenden Funktionen und Nutzungen im Wald. Formulierung der Ergebnisse in einem informellen (räumlichen) Aktionsplan Hardtwald. Etablierung einer Governance-Struktur für die urbane Waldnutzung. Alle Überlegungen zu Maßnahmen im Hardtwald und deren Finanzierung erfordern eine enge Kooperation mit dem Land als Eigentümer. SYNERGIEN Forst- und naturschutzrechtliche Kompensations- maßnahmen eröffnen gestalterische Spielräume Naturschutzkonzept des Landes eröffnet Möglichkeiten für „Grüne Nordspange“ (siehe „Freiräume“) Fachplanung sichert nachhaltige Waldpfl ege, Waldentwicklung und Waldbewirtschaftung Der Hardwaldt dient der Innenstadt als wichtiger Erholungsraum (siehe „Zukunft Innenstadt“) Die Gestaltung der Waldränder als wichtiges Element der Qualifi zierung der Kontur (siehe „Kontur“) ABHÄNGIGKEITEN Grüne Nordspange nur ohne Nordtangente möglich Berücksichtigung von Pächterinteressen (Jagdpächter, Sportfl ächen, Vereinsheime) HERAUSFORDERUNGEN Nutzungsdruck versus Anforderungen von Natur- und Artenschutz (Natura 2000, Managementplan; Landschaftsschutzgebiet) Verkehrssicherungspfl icht Abstimmung und Priorisierung von Interessen Abstimmung mit Zertifi zierungs-Kriterien Enger zeitlicher Rahmen, um die Ziele in den nächsten Forsteinrichtungsplan einzubringen KONKRETE ZIELE Wald vor Hintergrund des Klimawandels erhalten Vorrang-Bereiche für „urbane“, „ökologische“ und „produktive“ Nutzungen defi nieren Pfl ege, Bewirtschaftung und Nutzungen an vielfältige Aufgaben des Waldes anpassen Bestehende lichte Waldbereiche oder Lichtungen besser ausnutzen und weiterentwickeln Erlebbarkeit des Hardtwaldes verbessern Orientierung und Besucherlenkung verbessern BESTEHENDE GRUNDLAGEN Forsteinrichtung mit Fachplanung Managementplan Natura 2000-Gebiet Landschaftsschutzverordnung Zertifi zierungs-Kriterien ZU ERARBEITENDE GRUNDLAGEN Räumliche Analyse des Nutzungsaufkommen und der Nutzungskonfl ikte Umsetzung der Waldnaturschutzstrategie für den Staatswald Fortschreibung Forsteinrichtungsplan Kaiserstraße (Bild: Monika Müller-Gmelin, StplA) 48 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | VORHABEN ZUKUNFT INNENSTADT ANGEHEN BESCHREIBUNG Die Innenstadt Karlsruhes als Identifi kationsort und Publikumsmagnet für die Gesamtstadt und die Region steht vor grundlegenden Veränderungen. Um die Chancen der Kombilösung bestmöglich nutzen und die anstehenden neuen Aufgaben und Herausforderungen angehen zu können, soll ein integriertes und ämterübergreifendes Konzept zur Zukunft der Innenstadt erarbeitet werden. Der dafür notwendige Prozess sieht eine intensive Beteiligung der Bevölkerung vor. BEWEGGRÜNDE Mit der Realisierung der Kombilösung werden sich die Hauptachsen der Innenstadt grundlegend wandeln. Die Kaiserstraße und Teile der Ettlinger Straße werden frei von Bahnen, die Trennwirkung der Kriegsstraße kann zwischen Mendelssohnplatz und Karlstor vermindert werden. Gleichzeitig ist davon auszugehen, dass der Einzelhandel weiter zurück geht und neue Lösungen für Teile der Einkaufsstraßen gefunden werden müssen. Die Arbeiten der Planungswerkstatt haben ergeben, dass sich die Innenstadt perspektivisch ausweiten muss, um allen zukünftigen Bedürfnissen gerecht zu werden. Ebenso sind Anpassungen an den Klimawandel, neue Nutzungen sowie die stärkere Verzahnung zwischen dem Karlsruher Institut für Technologie und der Stadt zu berücksichtigen. Um unter diesen Rahmenbedingungen geeignete Entwicklungsmöglichkeiten zu erkunden, ist eine integrierte Vorgehensweise unumgänglich, die insbesondere auch die räumlichen Aspekte berücksichtigt ZIELE Die Attraktivität der Innenstadt soll in ihrer Außen- und Innenwahrnehmung durch zukunftsfähige Einzelhandelsstrukturen, ausgewogene Nutzungsmischung, hohe Aufenthaltsqualität im Straßenraum und ein gut gestaltetes Stadtbild gestärkt werden. Ebenso soll auch eine Aufwertung der „zweiten Reihen“ – die Räume abseits der Kaiserstraße – erreicht werden. G r ü n e A d r e s s e M e h r W o h n e n C o o l e Q u a r t i e r e U r b a n e N ä h e K l a r e K o n t u r e n D y n a m i s c h e s B a n d S t a r k e M i t t e Funktionen mischen Klimaanpassung Mobilität (Quartier) Quartier Bahnhof Hardtwald Bestehende Quartiere Freiraum Nachbarschaftszentren ZEITHORIZONT DES VORHABENS planerische Arbeiten fi nanziert wichtig für die Lösung aktueller Herausforderungen konkrete Prozesse entschieden generelles Vorgehen geklärt Aufgabe & Ziele defi niert wichtig als Weichenstellung für die zukünftige Entwicklung 2017202220272032Vision Umsetzungsphase Planungsphase BEDEUTUNG DES VORHABENS REIFEGRAD DES VORHABENS EINORDNUNG INS LEITBILD Verknüpfung zu den Vertiefungsbereichen STADTPLANUNGSAMT | 49 KONKRETE ZIELE Vielfältige Nutzungsmischung anstreben und räumliche Schwerpunkte setzen Zukunftsfähige Einzelhandelsstruktur sicherstellen Eine gemischt genutzte, dichte Stadtstruktur inklusive Wohnen erhalten und ausbauen Erlebbarkeit und Aufenthaltsqualität der Innenstadt fördern Innenstadt enger mit dem Karlsruher Institut für Technologie vernetzen Innenstadt nach Süden entwickeln („Sprung“ über die Kriegsstraße) durch Reduzierung der Trennwirkung, Verbesserung der Aufenthaltsqualität und Adressbildung auf beiden Seiten der Straße für Dienstleistung, Wohnen und Kultur SYNERGIEN Das Konzept Innenstadt ist prädestiniert dafür, gleich mehrere Vorhaben anzuwenden und zu testen: Mischung der Funktionen Wohnen, Arbeiten, Einkaufen, Erholen und andere auf engstem Raum (siehe „Funktionen mischen“). Strategien zur Umsetzung des Klimanpassungsplans (siehe „Klimaanpassung“ und „Freiraumkonzept“). Neue Mobilitätskonzepte für die Innenstadt, insbesondere zum Umgang mit dem ruhenden Verkehr (siehe „Mobilitätskonzepte“). Neue Formen des Wohnens in der Innenstadt (siehe „Bestehende Quartiere“). ABHÄNGIGKEITEN Aufgaben der Freiräume zwischen Aufenthaltsqualität, Klimaanpassung und anderen Nutzungen Vielfältige Interessen und Anforderungen der Nutzenden und Beteiligten Entwicklung der Lieferlogistik und künftiges Angebot im öffentlichen Personennahverkehr Entwicklungen des Online-Handels beeinfl usst Nutzungen in der Innenstadt HERAUSFORDERUNGEN Funktionsmischung erzeugt Konfl ikte zwischen einer lebendigen Innenstadt und Nutzendeninteressen. Diese treten bei allen beschriebenen Synergien auf und müssen integriert behandelt werden Die derzeitige „Trading Down-Problematik“ in Teilen der Innenstadt ist aufzuhalten STRATEGIE UND HANDLUNGSOPTIONEN Die Erarbeitung des Konzepts Innenstadt soll folgende thematische und räumliche Fragestellungen und Schwerpunkte behandeln: Nutzungsstruktur: Wie sieht eine Einzelhandelsstrategie für Karlsruhe aus? Wie kann das Wohnen in der Innenstadt erhalten oder gestärkt werden? Stadtgestaltung: Wie lassen sich wichtige Stadtkanten und -tore städtebaulich inszenieren? Welche Qualitäten der öffentlichen Räume können geschaffen und welche neue Potenziale müssen noch erschlossen werden? Klimaanpassung: Welche Lösungsansätze können umgesetzt werden, um die Hitzeinseln in der Innenstadt einzudämmen? Welchen Beitrag können die Straßen und Plätze zur Anpassung an den Klimawandel leisten? Mobilität: Welchen Beitrag kann die Mobilität zur Anpassung an den Klimawandel leisten? Wie könnten nachhaltige Mobilitätskonzepte (inklusive Lieferverkehr) für die Innenstadt aussehen? Wie kann die Erreichbarkeit der Innenstadt mit der Aufenthaltsqualität in Einklang gebracht werden? Das Konzept sollte in den Schwerpunkten Kaiserstraße (Ost und West), Kriegsstraße, Kronenplatz/Berliner Platz, Via Triumphalis und Zirkel räumlich vertieft werden. Die Vertiefung und Umsetzung soll durch den Einbezug externer Expertise, von Rahmenplänen und städtebauliche Wettbewerbe gefördert und durch Sondernutzungsrichtlinien, Gestaltungssatzungen und Bebauungspläne gesichert werden. Gestalterische Defizite durch Werbeanlagen Verbesserungsbedürftige Fassade / Kante wenig ausgeprägte Torsituation durch Kombi-Lösung betroffene Straßenräume Geringe Aufenthaltsqualität Baulücke / fehlende Baukante Eingänge Uni Campus zu verstärken bzw. neu zu definieren Verbesserungsbedürftige Gebäude als Landmark Masterplan Campus Uni in Bearbeitung Sanierungsgebiet Innenstadt Ost Wichtige zu qualifizierenden Achsen Gestalterische Defizite durch Werbeanlagen Verbesserungsbedürftige Fassade / Kante wenig ausgeprägte Torsituation durch Kombi-Lösung betroffene Straßenräume Geringe Aufenthaltsqualität Baulücke / fehlende Baukante Eingänge Uni Campus zu verstärken bzw. neu zu definieren Verbesserungsbedürftige Gebäude als Landmark Masterplan Campus Uni in Bearbeitung Sanierungsgebiet Innenstadt Ost Wichtige zu qualifizierenden Achsen Gestalterische Defizite durch Werbeanlagen Verbesserungsbedürftige Fassade / Kante wenig ausgeprägte Torsituation durch Kombi-Lösung betroffene Straßenräume Geringe Aufenthaltsqualität Baulücke / fehlende Baukante Eingänge Uni Campus zu verstärken bzw. neu zu definieren Verbesserungsbedürftige Gebäude als Landmark Masterplan Campus Uni in Bearbeitung Sanierungsgebiet Innenstadt Ost Wichtige zu qualifizierenden Achsen RÄUMLICHE SCHWERPUNKTE ZUKUNFT INNENSTADT Umgriff und mögliche räumliche Fragestellung in der Innenstadt, Quelle: Stadtplanungsamt, Antonella Sgobba 50 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | VORHABEN UMSETZUNGSSCHRITTE 1. Datenerhebung, räumliche Analyse und Beauftragung von begleitenden Gutachten ab 2017/2018 2. Konzeptphase mit Beteiligung, Zwischenergebnis: Verabschiedung eines Rahmenkonzepts mit Umsetzungsschritten und Identifi kation von Schwerpunkten 3. Vertiefungen räumlicher und thematischer Schwerpunkte inklusive eines Ablaufkonzepts für die Realisierung 4. Überführung der Ergebnisse in planungsrechtliche Instrumente 5. Unterstützung und Koordination einzelner Umsetzungsschritte (beispielsweise mit Arbeitsgruppe Innenstadt) BESTEHENDE GRUNDLAGEN Statistiken: Bevölkerungsdichte, soziale Struktur Nutzungsstruktur, Fussgängerzählungen, City- Monitoring Planungswettbewerb Kaiserstraße und Karl-Friedrich- Straße Bebauungspläne Kaiserstraße-Süd zwischen Karl- und Ritterstraße, Markplatz Nordseite, Kerngebiet westliche Innenstadt (Änderung) ZU ERARBEITENDE GRUNDLAGEN Einzelhandelskonzept als fl ankierendes Fachgutachten Räumliche Ist-Zustandsanalyse und Voruntersuchungen Umfragen zur Innenstadt Voruntersuchung Innenstadt Ost, Quelle: Bürogemeinschaft Sippel.Buff Gestalterische Defizite durch Werbeanlagen Verbesserungsbedürftige Fassade / Kante wenig ausgeprägte Torsituation durch Kombi-Lösung betroffene Straßenräume Geringe Aufenthaltsqualität Baulücke / fehlende Baukante Eingänge Uni Campus zu verstärken bzw. neu zu definieren Verbesserungsbedürftige Gebäude als Landmark Masterplan Campus Uni in Bearbeitung Sanierungsgebiet Innenstadt Ost Wichtige zu qualifizierenden Achsen Gestalterische Defizite durch Werbeanlagen Verbesserungsbedürftige Fassade / Kante wenig ausgeprägte Torsituation durch Kombi-Lösung betroffene Straßenräume Geringe Aufenthaltsqualität Baulücke / fehlende Baukante Eingänge Uni Campus zu verstärken bzw. neu zu definieren Verbesserungsbedürftige Gebäude als Landmark Masterplan Campus Uni in Bearbeitung Sanierungsgebiet Innenstadt Ost Wichtige zu qualifizierenden Achsen Quelle: Stadtplanungsamt, Antonella Sgobba Quelle: Stadtplanungsamt, Antonella Sgobba STADTPLANUNGSAMT | 51 BEISPIELPROJEKT: SANIERUNGSGEBIET INNENSTADT-OST Im Bereich der östlichen Innenstadt insbesondere an der Kaiserstraße sind städtebauliche Missstände feststellbar. Diese beziehen sich nicht nur auf die Nutzung und das Erscheinungsbild der Erdgeschosszonen, sondern auch auf die Mindernutzung und den Leerstand oberer Stockwerke. Ebenso besteht kein attraktives Wohnangebot für unterschiedliche Ansprüche und soziale Segmente. Ziel ist die Behebung von städtebaulichen Missständen, die Qualifi zierung und Adressbildung in der östlichen Kaiserstraße-Ost, die Aktivierung von Kronenplatz und Berliner Platz durch standortgerechte Frequenzbringer, die Verknüpfung des Karlsruher Instituts für Technologie mit der südlichen Innenstadt, die Nutzungsmischungen an der Karl-Friedrich-Straße, die Verbesserung und Anbindung an die angrenzenden Freiräume (Alter Friedhof und Schlossgarten), die Stärkung und Aufwertung der Wohnnutzung, die aktive Bodenpolitik durch Vorkaufsrechtssatzung und Immobilienkauf durch die Stadt und die Qualifi zierung des öffentlichen Raums. Soziale Strukturen und Vermeidung von Verdrängungsprozessen werden berücksichtigt. SCHLÜSSELPROJEKT I: ETTLINGER TOR/STA ATSTHEATER – KRIEGSSTRASSE – FESTPLATZ/STADTGARTEN Der Bereich an der Kreuzung Kriegsstraße/Ettlinger Straße der sich vom Staatstheater bis hin zum Bundesgerichtshof und vom Ettlinger Tor bis zum Festplatz und dem Nordeingang des Stadtgartens erstreckt, nimmt eine zentrale Rolle als repräsentative Torsituation für die Innenstadt ein. Hier bestehen hohe städtebauliche und funktionale Anforderungen. Mit Blick auf die Kombilösung sollen Möglichkeiten der Aufwertung untersucht werden. Zu betrachten sind die Stadtkante, Baustrukturen und deren Funktion sowie der Freiraum, der sich dazwischen aufspannt. SCHLÜSSELPROJEKT II: ZIRKEL UND SCHLOSSPLATZ Die klare kreisförmige Struktur des Zirkels bildet die bauliche Kante des Schlossplatzes, einer der beliebtesten Freiräume in Karlsruhe. Der funktionale Bezug des Zirkels zum Platz fehlt. Aufwertungsstrategien sollen erarbeitet, Aktivierungsstrategien für die Erdgeschosszonen entwickelt werden. BEDEUTUNG FÜR DAS VORHABEN Das Sanierungsgebiet soll ein integriertes Stadt- und Einzelhandelsentwicklungskonzept beinhalten. Wegweisende Fragestellungen betreffen städtebauliche Akzente und Strategien für die Kaiserstraße, Strategien für die Stärkung des Bereichs Wohnen und den Umgang mit oberirdischem Parken versus Qualität des öffentlichen Raums/Klimaanpassung im Straßenraum. BEISPIEL- UND SCHLÜSSELPROJEKTE
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Extrahierter Text
44Städtebauliches Konzept „Dynamisches Band Karlsruhe“ 2. Verlegung des Messplatzes an den „Neuen Tivoli“: Prominenter Standort am Stadteingang, bester- schlossen vom Hbf, Tram/S-Bahn Tivoli und von der Südtangente aus; multifunktional nutzbare Fläche für Volksfeste, Märkte, Events, Zirkus usw. ohne Lärmproblematik; historische Wasserwerksbrücke bleibt als Verbindung zum Oberwald bestehen 3. Herstellung eines hochwertigen durchgängigen Grünzugs von der Alb bis zum „Seeviertel“ (Teil- raum 10 am alten Gleisbauhof, s.u.) entlang der Durchfahrtrasse der Güterbahn. Dadurch entsteht eine vollständige Grün- und Langsamverkehrsverbin- dung von Durlach bis zum Hafen, von der aus bequem und kreuzungsfrei alle Stadt- und Freiräume im Um- feld erreicht werden können. Die restliche Fläche des Rangierbahnhofs kann flexibel mit hochwertigen Ge- werbenutzungen belegt werden, jedoch kommen auch Dienstleistungen, Sport oder Kultur in Betracht. In diesem Feld können auch die Kleingärten ausge- baut werden, die vom Neuen Tivoli verlegt werden müssen. Im westlichen Bereich werden neue Bau- felder entwickelt und eine hochwertige Anbindung an die Alb hergestellt. Im östlichen Feld können Teilf- lächen sogar aufgeforstet werden und so neuer Wald entstehen. > Stadtraum Aus dem bisher unklar definierten Raum wird auf diese Weise ein Stadteingang mit ein- ladendem, hochattraktiven Gesicht, differenzierten Stadträumen mit alter und neuer Bausubstanz, vielfältig nutzbaren öffentlichen Räumen und wirk- samen Merkzeichen. Entlang von Gleisen und neuem Grünband kann sich ein Bahnhofsquartier mit hoher Identität entwickeln, das zudem mit dem Neuen Ti- voli eine wichtige Funktion an überraschender neuer Stelle aufweist. Grünzug Grünzug „Neuer Tiv Tram/S-Bahn Baufelder Fautenbruchstraße Bebauung Hbf Süd Busbahnhof Bebauung Neue Baufelder durchgängige Anbindung Alb Verleg Wa sse Hauptbahnhof 45Städtebauliches Konzept „Dynamisches Band Karlsruhe“ GESAMTEINSCHÄTZUNG Bei dem vorgeschlagenen Szenario handelt es sich um ein „aufwärtskompa- tibles“ Modell: Auch ohne den ehemaligen Rangier- bahnhof lassen sich weite Teile umsetzen, wie der zentrale Bereich Hbf-Süd oder die Anbindung des Albraums. Allerdings bietet die Aktivierung der Rangierbahnhofsfläche für die Stadtentwicklung in jeder Hinsicht große Vorteile, insbesondere für die Einrichtung des Grünbandes und die Etablierung des „Neuen Tivoli“ als perfektem Standort für einen neu- en Messplatz, der am alten Standort ebenfalls erheb- liche Entwicklungspotenziale freisetzt. Mit der zu- sätzlichen Verlegung des DUSS-Terminals könnte der Betreiber sich gleichzeitig enorme betriebliche Vor- teile verschaffen (beidseitige Einfahrbarkeit für Con- tainerzüge, kurze und eigene LKW-Erschließung von der Ottostraße aus), die der Stadtentwicklung noch flexiblere Möglichkeiten eröffnen. Mit dem Stadt- baustein „Bahnhofsquartier-Neuer Tivoli“ könnte ein neues Kapitel der Stadtentwicklung Karlsruhe be- gonnen werden, in dem die Kernstadt erstmals einen „richtigen“ Abschluss nach Süden erhält. VORHABEN >Karlsruhes Konturen<, >Stadteingänge<, >Bahnhof Süd<, >Jokerflächen<, >Freiraumkonzept<, >Vorhandene Gewerbegebiete reaktivieren< Teilraum 07 · „Bahnhofsquartier-Neuer Tivoli“ - Level 2 neuer Standort DUSS-Terminal Kleingärten Grünzug Grünzug LKW-Erschließung DUSS voli“ bauliche Fassung durchgängige Anbindung gung Messplatz Baufelder Gewerbe / Diensteistung sse rwerkbrücke Rissnert / Oberwald Vertiefungsgebiet Quartier Bahnhof, Quelle: berchtoldkrass, URBAN CATALYST STUDIO: Städtebauliches Konzept „Dynamisches Band Karlsruhe“ 52 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | VORHABEN QUARTIER BAHNHOF WEITERDENKEN BESCHREIBUNG Das Bahnhofsumfeld ist ein bedeutender Stadteingang und damit prägend für die Wahrnehmung Karlsruhes. Gleichzeitig stellt der südliche Teil eine der wichtigsten Flächenreserven für die Stadt dar. Mit einer integrierten und umfassenden Gesamtplanung „Quartier Bahnhof“ soll das Bahnhofsumfeld zu einem zentrumsnahen, verdichteten Stadtquartier entwickelt werden. Spielräume für weitere Entwicklungen sollen dabei offen gehalten werden. BEWEGGRÜNDE Ein neues „Quartier Bahnhof“ kann als erster Baustein einer Entwicklung zwischen Bahn, Südtangente und Oberwald gesehen werden und in seiner Verlängerung eine neue urbane Achse in die nördliche Kernstadt bilden. Um das in der Vermarktung befindliche Bebauungsplangebiet „Hauptbahnhof Süd“ liegen weite Flächen brach oder sind bereits im Fokus geplanter Entwicklungen. Ebenso sind einige verkehrliche Funktionen (wie beispielsweise das Terminal für Fernbusse) bisher noch nicht adäquat ausgebaut. Die neue Gesamtplanung soll vor allem Ideen berücksichtigen, die über bestehende Projekte hinausgehen. Dies soll verhindern, dass Teilprojekte bedeutende langfristige Chancen für die Entwicklung des Stadteingangs und eines bedeutenden Standorts für die Ansiedlung von Institutionen und hochwertigem Gewerbe erschweren. ZIELE Die Gesamtplanung soll eine städtebauliche Strategie für den Stadteingang als identitätsstiftenden Ort verankern und ein innerstädtisches Entwicklungsgebiet mit hoher Dichte und Dynamik etablieren. Mit einem Rahmenplan für das Gesamtgebiet sollen die verschiedenen Nutzungsaspekte und -wünsche sowie die Weiterentwicklungen des derzeit beplanten Teils erkundet und koordiniert werden. Die Vermarktung der stadteigenen Flächen sowie die Verhandlungen mit Grundstücksbesitzern sollte ebenso ein integraler Bestandteil der Gesamtplanung sein, wie auch die zukunftsweisende Weiterentwicklung der Infrastrukturen. G r ü n e A d r e s s e M e h r W o h n e n C o o l e Q u a r t i e r e U r b a n e N ä h e K l a r e K o n t u r e n D y n a m i s c h e s B a n d S t a r k e M i t t e Innenstadt Freiraum Nachbarschaftszentren Gewerbe Konturen Stadteingänge Bahnhöfe Neue Quartiere Funktionen mischen ZEITHORIZONT DES VORHABENS planerische Arbeiten finanziert wichtig für die Lösung aktueller Herausforderungen konkrete Prozesse entschieden generelles Vorgehen geklärt Aufgabe & Ziele definiert wichtig als Weichenstellung für die zukünftige Entwicklung 2017202220272032Vision Umsetzungsphase Planungsphase BEDEUTUNG DES VORHABENS REIFEGRAD DES VORHABENS EINORDNUNG INS LEITBILD Langfristige Perspektiven Verknüpfung zu den Vertiefungsbereichen STADTPLANUNGSAMT | 53 KONKRETE ZIELE Gemischtes Stadtquartier südlich des Bahnhofs entwickeln, mit Nutzungen, die von der Lage profi tieren Stadteingang akzentuieren und gestalten Weiterentwicklung der übergeordneten Verkehrsfunktionen des Bahnhofs Spielräume für künftige Entwicklung offen halten ZU ERARBEITENDE GRUNDLAGEN Übersicht/Raumbeobachtung für das Gesamtquartier inklusive bestehender Nutzungswünsche und zeitlicher Aspekte der Mobilisierung STRATEGIE UND HANDLUNGSOPTIONEN Für die erfolgreiche Entwicklung müssen laufende Verfahren und Projekte sowie langfristige Entwicklungen und Möglichkeiten in Einklang gebracht werden. Daher sollte baldmöglichst mit Rücksicht auf laufende Prozesse eine Gesamtplanung als Prozess organisiert werden, der auf einer räumlichen Gesamtschau aller konkreten und möglichen zukünftigen Entwicklungen basiert, alle Grundeigentümer und betroffenen Akteure einbezieht, Aspekte der Stadt-, Verkehrs- und Freiraumplanung sowie der Wirtschaftsförderung integriert behandelt und zu schrittweisen Entscheidungen über das weitere Vorgehen kommt. Ziel der Gesamtplanung könnte ein städtebaulicher Rahmenplan sein, der städtebauliche Ziele, erwünschte Nutzungen und Funktionen klärt und festschreibt, eine schrittweise Entwicklung des Gebietes mit attraktiven Zwischenzuständen darstellt, städtebauliche Qualitätskriterien für die Entwicklung und/ oder den Verkauf von Grundstücken defi niert, den Bahnhofsplatz mit einbezieht und eine Erweiterung des Quartiers in Richtung Güterbahnhof ermöglicht. BESTEHENDE GRUNDLAGEN Bebauungspläne „Hauptbahnhof Süd“, „Schwarzwald- Ettlinger, Fautenbruch-, Güterbahnstraße (Entwurf), „Nördlich der Fautenbruchstraße zwischen Ettlinger Straße und Mittelbruchstraße“ (Entwurf) Machbarkeitsstudie Fernbusbahnhof Ideen- und Realisierungswettbewerb „Bahnhofplatz Karlsruhe“ SYNERGIEN „Quartier Bahnhof“ besitzt großes Potenzial für die Entwicklung von Gewerbe, Dienstleistung und Sondernutzungen (siehe „Gewerbe“,„Funktionen mischen“ und „Nachbarschaftszentren“) Hauptbahnhof als national bedeutsame Verknüpfung/ Mobilitätsstation (siehe „Bahnhöfe“) „Quartier Bahnhof“ stellt markanten Stadteingang von Süden her dar (siehe „Stadteingänge“) „Perspektivfl äche“ Güterbahnhof bietet Potenziale für Erweiterung (siehe „Langfristige Perspektiven denken“) ABHÄNGIGKEITEN Ziele und Vorstellungen von Investoren (bisherige Nutzungskonzepte: Hotels, Büros, wenig Wohnen, Bahnhof-affi ne Nutzungen, Gesundheitseinrichtung) Umgang mit denkmalgeschützten Bereichen HERAUSFORDERUNGEN Bestehender Bebauungsplan mit sehr hoher Dichte muss in das Konzept integriert werden Zeitdruck durch kurzfristig notwendige Nutzungen Interessenkonfl ikte durch Vielzahl an unterschiedlichen Beteiligten und Akteuren SCHLÜSSELPROJEKT Entwicklung Hauptbahnhof Süd mit Fernbusterminal Luftbild Baumeistercarree, Quelle: StplA 54 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | VORHABEN BESTEHENDE QUARTIERE WEITERENTWICKELN BESCHREIBUNG Durch eine innere Entwicklung und Sanierung des Bestands sollen die bestehenden Quartiere weiterentwickelt, neuer Wohnraum geschaffen sowie bestehende Qualitäten stabilisiert und aufgewertet werden. Durch die Ermittlung und Lokalisierung von Wohnbaupotenzialen sowie Gebäuden mit Sanierungsbedarf und Verdichtungsmöglichkeiten soll eine Grundlage zur Priorisierung von planerischen Impulsen und unterstützenden Maßnahmen geschaffen werden. BEWEGGRÜNDE Es ist davon auszugehen, dass ein Teil des Karlsruher Einwohnerwachstums im Bestand aufgefangen wird. Diese Herausforderung ist gleichzeitig eine Chance, bestehende Quartiere Karlsruhes weiterzuentwickeln und nicht mehr zeitgemäße Siedlungsstrukturen (Wohnungsgrößen, Qualität der Bausubstanz und Energieeffizienz, städtebauliche Struktur) aufzuwerten oder auch zu ersetzen. ZIELE Bestehende Quartiere sollen besonders in ihrem Wohnungsbestand gesichert und aufgewertet werden, um die lokale Identität zu festigen und das Stadtbild weiterzuentwickeln. Dabei sollen die neuen Wohnflächen und alternative Wohnformen für alle Lebensphasen und -modelle behutsam in die vorhandenen Baustrukturen integriert werden. Um die Qualität des Wohnumfelds bestehender Nachbarschaften zu verbessern, sollen die Stadtteilfunktionen der Nahversorgung und -mobilität gestärkt werden. Ebenso sind die bauliche Qualität, Anforderungen der Klimaanpassung, die Aufwertung bestehender Freiräume und die Integration einer ausreichenden Nutzungsvielfalt zu berücksichtigen. Hierfür müssen auch geeignete Prozesse entwickelt und getestet werden. G r ü n e A d r e s s e S t a r k e M i t t e C o o l e Q u a r t i e r e U r b a n e N ä h e K l a r e K o n t u r e n D y n a m i s c h e s B a n d M e h r W o h n e n Cluster Konturen Freiraum Innenstadt Klimaanpassung Mobilität (Quartier) Nachbarschaftsqualifizierung Neue Quartiere Funktionen mischen ZEITHORIZONT DES VORHABENS planerische Arbeiten finanziert wichtig für die Lösung aktueller Herausforderungen konkrete Prozesse entschieden generelles Vorgehen geklärt Aufgabe & Ziele definiert wichtig als Weichenstellung für die zukünftige Entwicklung 2017202220272032Vision Umsetzungsphase Planungsphase BEDEUTUNG DES VORHABENS REIFEGRAD DES VORHABENS EINORDNUNG INS LEITBILD Verknüpfung zu den Vertiefungsbereichen STADTPLANUNGSAMT | 55 KONKRETE ZIELE Sicherung und Aufwertung des Wohnungsbestands (Gebäudeerneuerung) und des Stadtbilds Behutsame Integration neuer Wohnfl ächen in die vorhandene Baustruktur Integration alternativer Wohnformen (Wohnen für alle Lebensphasen/-modelle) Erhalt und Weiterentwicklung der lokalen Identität und bestehender Nachbarschaften Verbesserung der Wohnumfeldqualität (Freiraum, Mobilität) STRATEGIE UND HANDLUNGSOPTIONEN Das Ziel einer „doppelten Innenentwicklung“, also die Aufwertung von Siedlung und Freiraum, bedingt die maßgeschneiderte Anwendung folgender Handlungsoptionen auf der Basis einer stadtweiten Übersicht über mögliche Potenziale: Aktive Bodenpolitik: Baulücken schließen/strategischer Grunderwerb. Konzeption: Städtebauliche Rahmenpläne, Studienaufträge oder Wettbewerbe zur Erkundung und Gestaltung von Verdichtungsmöglichkeiten. Baurechtliche Unterstützung und Förderung: Veränderung des Bebauungsplans mit höherer Geschossfl ächenzahl, städtebauliche Verträge, Karlsruher Innenentwicklungskonzept und Karlsruher Wohnbauförderungsprogramm, Vorbereitung und Festlegung von Sanierungsgebieten. Fördermöglichkeiten: städtebauliche Erneuerungs- programme, Fördermöglichkeiten für private Investoren. Qualität: Beteiligungskonzept und Förderung von Wettbewerben für mehr Akzeptanz, Baukultur und Quartiersvernetzung. Prozess: Dienststelle für Projektentwicklung. Um die innere Entwicklung zu koordinieren und mögliche Verfügbarkeiten der bestehenden Potenziale besser abschätzen zu können, sollte die Übersicht um zeitliche Informationen erweitert werden. SYNERGIEN Maßnahmen zur Klimaanpassung sowie stadtverträgliche Mobilitätskonzepte verbessern die Qualität öffentlicher Frei- und Grünräume und unterstützen die „doppelte Innenentwicklung“ (siehe „Klimaanpassung“, „Freiräume“ und „Mobilitätskonzepte“) Aufwertung der Nachbarschaftszentren erhöht die Attraktivität der Quartiere (siehe „Nachbarschaftszentren“) Die Entwicklung neuer Quartiere kann die Aufwertung und Verdichtung bestehender Quartiere anstoßen (siehe „Neue Quartiere“) Das Konzept „Zukunft Innenstadt“ kann als prominentes Beispiel für innovative Qualifi zierungsstrategien und Projekte dienen (siehe „Innenstadt“) ABHÄNGIGKEITEN Fördermittelbewilligungen (Ministerium für Finanzen und Wirtschaft und Regierungspräsidien, Landessanierungsprogramm, Aktive Stadt- und Ortsteilzentren, Stadtumbau West, Soziale Stadt- Programm) Mitwirkungsbereitschaft privater Investoren und Grundeigentümer HERAUSFORDERUNGEN Knapper Wohnraum (Nachfragedruck = Zeitdruck) Aspekte der Klimaanpassung erfordern innovativen Umgang mit mehr Dichte (siehe „Klimaanpassung“) Finanzknappheit der öffentlichen Hand erzeugt Investorendruck INNERE ENTWICKLUNG. GESAMTSTÄDTISCHE POTENZIALSTUDIE ZUR NACHVERDICHTUNG GESAMTEINSCHÄTZUNG Legende Legende besondere Bedeutung Denkmalschutz Einwohnerdichte SST_04 EW/ha 10 - 40 41 - 69 70 - 99 100 - 129 130 - 158 159 - 188 189 - 218 geringe Einwohnerdichte* mittlere Einwohnerdichte* hohe Einwohnerdichte* * Dargestellt ist die Einwohnerdichte innerhalb eines jeden Stadtstruktur- typs, d.h. die Legende kann nicht zum Vergleich verschiedener Stadtstruk- turtypen verwendet werden! Schwarz markiert sind jeweils diejeni- gen Gebiete eines Stadtstrukturtyps, die am deutlichsten geringe Dichten aufweisen. Waldstadt-Waldlage Hanggebiet Durlach (u.a. Geigersberg) Höhenstadtteile Hardecksiedlung Hardtwaldsiedlung Nordstadt Nordweststadt Neureut Grünwinkel Rüppurr Märchen- siedlung Rüppurr Battstraße Alt-Rüppurr „an der Alb“ Weiherfeld Süd Alt-Aue Bergwaldsiedlung Grötzingen Süd Oststadt (Hansjakob-/Emil-Gött-Straße) Rheinstrandsiedlung VERDICHTUNGSPOTENZIALE FÜR DIE INNENENTWICKLUNG Studie „Innere Entwicklung. Gesamtstädtische Potenzialstudie im Rahmen des Räumlichen Leitbilds Karlsruhe“, Quelle: berchtoldkrass 56 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | VORHABEN UMSETZUNGSSCHRITTE 1. Stadtweite Identifi zierung von Potenzialen und Vertiefungsbereichen der inneren Entwicklung (rollend) 2. Schaffung einer Stelle zur Unterstützung von Projektsteuerung und -entwicklung 3. Baurechtliche Sicherung und Unterstützung doppelter Innenentwicklung (Perspektivplan Sanierungsgebiete, Stadtteilentwicklungskonzepte, Rahmenpläne, Bebauungspläne) 4. Durchführung von integrierten Maßnahmen zur Aufwertung und Verdichtung von Quartieren (Sanierung, Mobilitätskonzepte, Freiraumentwicklung) BESTEHENDE GRUNDLAGEN Stadtweite Identifi zierung von Vertiefungsbereichen für die innere Entwicklung und systematische Analyse möglicher Potenziale (bauliche Dichte, Baustruktur, Bevölkerungsdichte) Stadtteilentwicklungskonzepte Klimaanpassungsplan ZU ERARBEITENDE GRUNDLAGEN Bewertung und Priorisierung der Vertiefungsbereiche Perspektivplan Sanierungsgebiete Zeitliche Verfügbarkeit von Flächen Weiterentwicklung Dichtemodell zu Bauhöhenplan INNERE ENTWICKLUNG. GESAMTSTÄDTISCHE POTENZIALSTUDIE ZUR NACHVERDICHTUNG GESAMTEINSCHÄTZUNG Legende Legende besondere Bedeutung Denkmalschutz Einwohnerdichte SST_04 EW/ha 10 - 40 41 - 69 70 - 99 100 - 129 130 - 158 159 - 188 189 - 218 geringe Einwohnerdichte* mittlere Einwohnerdichte* hohe Einwohnerdichte* * Dargestellt ist die Einwohnerdichte innerhalb eines jeden Stadtstruktur- typs, d.h. die Legende kann nicht zum Vergleich verschiedener Stadtstruk- turtypen verwendet werden! Schwarz markiert sind jeweils diejeni- gen Gebiete eines Stadtstrukturtyps, die am deutlichsten geringe Dichten aufweisen. Waldstadt-Waldlage Hanggebiet Durlach (u.a. Geigersberg) Höhenstadtteile Hardecksiedlung Hardtwaldsiedlung Nordstadt Nordweststadt Neureut Grünwinkel Rüppurr Märchen- siedlung Rüppurr Battstraße Alt-Rüppurr „an der Alb“ Weiherfeld Süd Alt-Aue Bergwaldsiedlung Grötzingen Süd Oststadt (Hansjakob-/Emil-Gött-Straße) Rheinstrandsiedlung Ergänzen & Neubauen Aufstocken Zeitgemäß Umbauen Ersetzen & Neubauen Verbindungen aufwerten Treffpunkte schaffen Freiräume zuordnen Stellplätze unter die Erde Rahmenplan Waldstadt Waldlage, Quelle: Büro pesch und partner mit Helleckes Landschaftsarchitekten; Überarbeitung Grafi k: Stadtplanungsamt Betrachtungsbereich Rahmenplan Nordweststadt, Quelle: Stadtplanungsamt Verdichtungspotenziale in Grünwinkel, Quelle: berchtoldkrass Visualisierung Projekt „Karlsruhes Stadtstraßen“, Quelle: Internationales Stadtbauatelier Stuttgart, 2015 STADTPLANUNGSAMT | 57 BEISPIELPROJEKT I: UMSETZUNG RAHMENPLAN WALDSTADT Wie kann es gelingen, diesen Stadtteil der Nachkriegs mo derne fi t für den demogra phi schen Wandel und zukünftige Anfor - de run gen zu machen? Mit dem städte bau li chen Rahmenplan „Waldstadt-Waldlage“ wurden Strategien für die Modernisierung und Weiterentwicklung der bestehenden Strukturen, den Um- und Neubau von Gebäuden und die Aufwertung und Schutz der grünen Freiräume erkundet und gemeinsam mit der ortsansässigen Bevölkerung diskutiert. Der Rahmenplan stellt damit eine bedeutsame Grundlage für die Steuerung der künftigen Entwick lung und Transformation der Waldstadt dar. BEISPIELPROJEKT II: RAHMENPLAN NORDWESTSTADT In der Nordweststadt gilt es, neben dem Aufzeigen von Potenzialen einer qualifi zierten Innenentwicklung für den dringend benötigten Wohnraum, den relativ jungen Stadtteil aus den 1970er Jahren auch in Bezug auf die vorhandenen städtebaulichen Strukturen, öffentlichen Räume und vorhandenen Infrastrukturen zu untersuchen. Die Bereiche um die Kreuzung Wilhelm-Hausenstein-Allee/ Landauer Straße, Heinrich-Köhler-Platz sowie mögliche Entwicklungspotenziale an der Nancy-/Kußmaulstraße sind vertiefend zu betrachten. SCHLÜSSELPROJEKT I: GRÜNWINKEL – HARDECK- UND HEIDENSTÜCKERSIEDLUNG In Grünwinkel und in der Hardecksiedlung existieren Reserven in Bezug auf die innere Verdichtung. Anders als in der Waldstadt besteht die Herausforderung darin, Mittel und Wege zu fi nden, wie der klein teilige aber fl ächendeckende Gebäudebestand lang fristig weiterentwickelt werden kann. Die geplante Straßen bahnlinie in der Pulverhausstraße und die möglichen Transformationen im Gewerbegebiet Grünwinkel könnten wichtige Impulse setzen. Die Konzepte müssen aber zwingend in Zusammenarbeit mit der ansässigen Bevölkerung erarbeitet werden. SCHLÜSSELPROJEKT II: FLÄCHENRESERVEN AN VERKEHRSTRASSEN Die Ansätze der Studie „Karlsruhes Stadtstraßen“ sollen gesamtstädtisch überprüft und Möglichkeiten für eine bauliche Nutzung der Abstandsfl ächen bei Transit- oder Einfallstraßen untersucht werden. Innovative Lösungsansätze für verbesserten Lärmschutz durch Bebauung, verbesserte Nutzbarkeit des Straßenraums für Fußgänger und Radfahrer bis hin zur Überdeckung von Verkehrstrassen sollen in die Überlegungen mit einbezogen werden. BEISPIEL- UND SCHLÜSSELPROJEKTE Projekt B44, Karlsruhe (Bild: Monika Müller-Gmelin, StplA) 58 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | VORHABEN NEUE QUARTIERE ENTWICKELN BESCHREIBUNG Die wachsende Einwohnerzahl Karlsruhes macht die Suche nach neuen Baufl ächen notwendig. Diese müssen gut erschlossen sein und gleichzeitig neue Maßstäbe für innovative und lebenswerte Quartiere setzen. Mit Hilfe eines kontinuierlichen Flächenmanagements, Modellquartieren und dem Einbezug innovativer Lösungen für Klimaanpassung, Erschließung, Versorgung und Sozialverträglichkeit sollen attraktive Wohngebiete entstehen. Sie können auch als Beispiel für die Weiterentwicklung der bestehenden Stadtstruktur dienen. BEWEGGRÜNDE Der Bedarf an neuem Wohnraum wächst stetig. Die bestehenden Potenzialfl ächen im Flächennutzungsplan können dieses Wachstum nicht auffangen. Daher werden zusätzlich 85 Hektar Bauland innerhalb der Stadtgrenzen Karlsruhes benötigt. Dies entspricht ungefähr 10.000 Einwohnern und über 4.000 Wohneinheiten. Während des Räumlichen Leitbildprozesses wurde festgelegt, dass die potenziellen Baufl ächen innerhalb der Stadtgrenzen gefunden werden müssen, damit Karlsruhe nicht über seine bestehende Kontur hinauswächst, sondern diese manifestiert und differenziert. ZIELE Neue Quartiere sollen in einer ressourcenschonenden Siedlungsweise in die Umgebung integriert werden, um umliegende Quartiere und angrenzende Freiräume aufzuwerten. Die Festlegung auf eine hohe Qualität der Bauten soll dabei helfen, eine Identifi kation mit neuen Quartieren zu ermöglichen und die Akzeptanz der Planung in der Öffentlichkeit zu schaffen. Weitere Aspekte wie die Klimaanpassung, die Belange des Naturschutzes, die integrierte Verkehrsplanung (Umweltverbund) und die wirtschaftliche Auslastung der Infrastruktur für die neuen Quartiere müssen dabei berücksichtigt werden. G r ü n e A d r e s s e S t a r k e M i t t e C o o l e Q u a r t i e r e U r b a n e N ä h e K l a r e K o n t u r e n D y n a m i s c h e s B a n d M e h r W o h n e n Langfristige Perspektiven Freiraum Klimaanpassung Mobilität (Quartier) Nachbarschaftsqualifi zierung Bestehende Quartiere Konturen Funktionen mischen ZEITHORIZONT DES VORHABENS planerische Arbeiten fi nanziert wichtig für die Lösung aktueller Herausforderungen konkrete Prozesse entschieden generelles Vorgehen geklärt Aufgabe & Ziele defi niert wichtig als Weichenstellung für die zukünftige Entwicklung 2017202220272032Vision Umsetzungsphase Planungsphase BEDEUTUNG DES VORHABENS REIFEGRAD DES VORHABENS EINORDNUNG INS LEITBILD Verknüpfung zu den Vertiefungsbereichen STADTPLANUNGSAMT | 59 KONKRETE ZIELE Mobilisierung der vorhandenen Areale im Flächennutzungsplan Identifi kation und Sicherung von zusätzlich 85 Hektar gut erschlossenem Bauland innerhalb der Stadtgrenze Qualität und Baukultur sowie sozialgerechte und durchmischte Entwicklung sicherstellen und fördern Ausgewogenes Verhältnis von Freiraum und Baumasse, kompakte und dichte Bauweise schaffen Integrierte Verkehrskonzepte und wirtschaftliche Auslastung von Infrastruktur im Quartier anstreben Verbesserungen auch für die umliegenden Quartiere gewährleisten und lokale Identitäten schaffen STRATEGIE UND HANDLUNGSOPTIONEN Das Ziel, genügend zusätzliche Wohnbaufl ächen zu identifi zieren und mit hohen Qualitätsstandards zu entwickeln, erfordert die Integration unterschiedlicher Handlungsfelder und planerischer Instrumente: Konzeption: Rahmenplanung als Vorbereitung zur Entwicklung verfügbarer Flächen. Festlegung von Nutzungen, Dichte und Bebauungsform. Innovation: Förderung von zukunftsweisenden und vielfältigen Wohnformen (fl exible Wohnungsgrundrisse, individualisierbarer Ausbau). Handlungsspielräume: strategischer Grunderwerb. Prozesskultur: Beteiligungsverfahren (sowie Baugruppen und Genossenschaften) zur Qualitätssicherung und für besseren politischen Rückhalt sowie Sozialverträglichkeit. Baukultur: Städtebauliche Wettbewerbe/ Mehrfachbeauftragungen, Erarbeitung eines Gestaltungshandbuchs. Qualitätssicherung: Zertifi zierung von Gebieten nach Maßstäben der Klimaanpassung und sozialgerechten Durchmischung, Monitoring. Integration: Maßnahmen für qualitativ hochwertige öffentliche Freiräume, Versorgung, Mobilitätsangebote und Infrastrukturen. Planungsrecht: Bebauungspläne (inklusive Sicherung für sozialen Wohnungsbau nach Paragraf 9, Baugesetzbuch), städtebauliche Verträge. Voraussetzung für den Erfolg für die Entwicklung neuer Quartiere ist neben der Konzentration auf einige räumliche Schwerpunkte die Berücksichtigung der Potenzialfl ächen aus dem Renderscan über die ganze Stadt und die Realisierung beispielhafter Pilotvorhaben. Gleichzeitig ist eine Balance zwischen der Siedlungsentwicklung in neuen und bestehenden Quartieren sicherzustellen. SYNERGIEN Die Entwicklung neuer Quartiere kann Impulse für andere Vorhaben setzen und umgekehrt: Gestaltung der äußeren und inneren Konturen sowie der Stadteingänge (siehe „Konturen“ und „Stadteingänge“). Entwicklung stadt- und umweltverträglicher Mobilitätskonzepte (siehe „Mobilitätskonzepte“). Hohe Qualität von Freiräumen (siehe „Freiräume“ und „Klimaanpassung“). Innovative Modelle für durchmischte Quartiere und Nachbarschaftszentren (siehe „Funktionen mischen“ und „Nachbarschaftszentren“). ABHÄNGIGKEITEN Restriktionen der äußeren Kontur bedingen eine Forcierung der Innenentwicklung (siehe „Bestehende Quartiere“) HERAUSFORDERUNGEN Verfahrensstandards zur Mobilisierung neuer Flächen kosten Zeit Restriktionen (Erschließung, Altlasten, Klima, Naturschutz) den Zielen der Quartiersentwicklung gegenüberstellen: Wie wollen wir wohnen? Autogerecht oder autoarm? Nachfragedruck: Qualität der neuen Quartiere versus Zeitdruck Akzeptanz für geplante Areale in der Öffentlichkeit notwendig Rhein kommunale Grenze kommunale Grenze kommunale Grenze kommunale Grenze Größe und Kontur der Entwicklungs- flächen? Größe und Kontur der Entwicklungs- flächen? Hardtwald ehem. Flugplatz Bürgeranregungen, bestehende Planungen Nutzungskonflikte und Restriktionen prüfen. Bürgeranregungen, bestehende Planungen Nutzungskonflikte und Restriktionen prüfen. Planerische Abwägung, politische und öffentliche Diskussion zukünftiger Entwicklungspotenziale Planerische Abwägung, politische und öffentliche Diskussion zukünftiger Entwicklungspotenziale Freizeit und Naherholung Freizeit und Naherholung Freizeit und Naherholung Belange des Naturschutzes Wohnraumbedarfe? Landschafts - und Freiraumsystem, Klimaschutz Landschafts - und Freiraumsystem, Klimaschutz Naturschutz und Forstwirtschaft 85 HEKTAR NEUE WOHNBAUFLÄCHEN (AUSSCHNITT NORD) Übersicht der möglichen Arrondierungsfl ächen für das Wohnen (Ausschnitt Nord), Quelle: Büro MESS, nach Stadtplanungsamt/Machleidt 60 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | VORHABEN UMSETZUNGSSCHRITTE 1. Identifi zierung möglicher Flächen für die Entwicklung neuer Quartiere und Fortschreibung Flächennutzungsplan Wohnen (laufend) 2. Zusammenführen der Potenziale „innen“ und „außen“ und Priorisierung der Mobilisierung vornehmen (anhand gesamtstädtischer Kriterien wie Erschließungsgunst, Verfügbarkeit, Flächennutzungsplan) 3. Wohnungsstrategie entwickeln 4. Klärung von Zielen der verschiedenen Quartiersentwicklungen im gesamtstädtischen Kontext 5. Projekte realisieren (inklusive Wettbewerbe, Beteiligungskonzepte, Schaffung Planungsrecht) 6. Prozesskultur und Qualitätssicherung verstetigen und Potenziale schrittweise mobilisieren BESTEHENDE GRUNDLAGEN Statistiken/Daten: Bebauungsdichte, Gebäudealter, Baulandkataster Flächennutzungsplan Wohnen: Untersuchung potenzieller Wohnbaufl ächen mit Steckbriefen bis voraussichtlich Ende 2016, anschließend Beteiligung der Öffentlichkeit sowie der Behörden ZU ERARBEITENDE GRUNDLAGEN Wohnungsstrategie: erwünschter/benötigter Wohnungsmix, Anzahl benötigter Wohneinheiten/ Jahr, zeitliche Verfügbarkeit von Potenzialen, Umsetzungsmöglichkeiten Rahmenplan Zukunft Nord, Quelle: Machleidt, Sinai, p.a. , SHP Vorschlag der Strukturierung der neuen „Siedlungsschollen“ und des Freiraums im Vertiefungsbereich Nord-West (Ausschnitt), Quelle: Machleidt, Sinai, SHP STADTPLANUNGSAMT | 61 BEISPIELPROJEKT: ZUKUNFT NORD Der Verkauf des ehemaligen Versorgungszentrums des amerikanischen Militärs in der Nordstadt wurde von der Stadt zum Anlaß genommen, für das gesamte Gebiet östlich des Alten Flugplatzes einen Rahmenplan für ein neues Quartier zu erarbeiten. Der Rahmenplan „Zukunft Nord“ soll neue Maßstäbe in der energetischen, klimatischen und verkehrlichen Ausgestaltung von neuen Quartieren setzen. Er basiert auf den Ergebnissen eines städtebaulichen Wettbewerbs und soll inklusive den daraus folgenden Bauvorhaben von der Deutschen Gesell schaft für Nachhaltiges Bauen zertifi ziert werden. Der Rahmenplan behandelt die Belange des Städtebaus gemeinsam mit einem Mobilitäts- und Energiekonzept. Ebenso sollen geeignete Formen der Qualitätssicherung integriert werden. BEDEUTUNG FÜR DAS VORHABEN Das Projekt „Zukunft Nord“ bietet die Möglichkeit, die angestrebten Qualitäten neuer Wohnquartiere zu realisieren und damit Maßstäbe für die Entwicklung weiterer Quartiere zu setzen. Ebenso können die dafür erforderlichen Planungsprozesse getestet und für die nächsten Projekte bei Bedarf auch weiterentwickelt werden. Insbesondere können die Planungs- und Realisierungs- schritte durch geeignetes Monitoring dahingehend überprüft werden, wie sich die Ziele der Klimaanpassung der Entwicklung autoarmer Quartiere, die Förderung neuer Wohnformen aber auch die Gestaltung des Siedlungsrandes zum Alten Flugplatz umsetzen lassen. SCHLÜSSELPROJEKT I: MEHR WOHNEN IN NEUREUT Die Flächen an der Freihaltetrasse der Nordtangente sind eines der bedeutsamsten Entwicklungspotenziale für „mehr Wohnen“ in Karlsruhe. Diese sollen in einem konsequenten Miteinander der Aufgabenfelder Stadt, Landschaft und Verkehr entwickelt werden. Durch Ergänzungen an den Siedlungsrändern entstehen neue, gut angebundene Wohnbaufl ächen, die Platz für experimentelle Nutzungsmischungen und Eigentumsstrukturen bieten. Die Entwicklung des Gebiets soll innovative und vielfältige Formen des Wohnens ermöglichen und die Nähe zur Landschaft auf besonderer Weise mit einer städtischen Dichte kombinieren. Durch die intensive Auseinandersetzung mit den bestehenden Siedlungsstrukturen und vorhandenen Landschaftsqualitäten sowie Restriktionen (Biotope, Altlasten) können Impulse für die umliegenden Quartiere gesetzt und ein Projekt mit stadtweiter Strahlkraft entwickelt werden. SCHLÜSSELPROJEKT II: UNTEN AM GRÖTZINGER WEG/DURLACH Die Verlegung der bestehenden Sportfl ächen ermöglicht die Entwicklung eines neuen Stadtbausteins im Herzen von Durlach. BEISPIEL- UND SCHLÜSSELPROJEKTE Karlst raße Hotspotquartier „Geschlossener Blockrand“, Situation 2050 mit Maßnahmen, Städtebaulicher Rahmenplan Klimaanpassung, Quelle: berchtoldkrass, GEO-NET 62 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | VORHABEN KLIMAANPASSUNG IM QUARTIER UMSETZEN BESCHREIBUNG Als Grundlage für „Coole Quartiere“ in Karlsruhe zeigt der vom Gemeinderat beschlossene „Städtebauliche Rahmenplan Klimaanpassung“ die notwendigen Handlungsoptionen auf. Er zeigt Maßnahmen gegen Überhitzung in den Quartieren, ein übergeordnetes Entlastungssystem und Potenziale für eine klimagerechte Bebauung und Freifl ächenentwicklungen auf. Diese Maßnahmen sollen beispielhaft umgesetzt werden, um die Klimaanpassung in der Planungskultur der Stadt wie auch in der Lebensweise ihrer Bewohnerinnen und Bewohner zu verankern. BEWEGGRÜNDE Die Anpassung an den Klimawandel ist eine der größeren Aufgaben des 21. Jahrhunderts. Die Aufstellung eines städtebaulichen Rahmenplans als informelles Planungsinstrument dient dem Transfer und der Darstellung gesamtstädtischer Strategien. Dabei werden konkrete Probleme, wie der besonders in der Innenstadt ausgeprägte Wärmeinseleffekt und die prognostizierte Zunahme an Hitzeperioden als wesentliche Themen der Stadtplanung identifi ziert. Fragen der Umsetzung sind aber in einigen Fällen noch ungeklärt. Insbesondere in der Innenstadt sind dabei Konsequenzen für andere Funktionen, vor allem im Straßenraum, zu erwarten, die behandelt werden müssen. ZIELE Nachhaltige Grundsätze zur Klimaanpassung müssen in die tägliche Planungspraxis übergehen. Ein wesentlicher Baustein für die erfolgreiche Integration der Klimaanpassung ist die Qualifi zierung des öffentlichen Freiraums im Stadtgebiet. Ein Portfolio aus konkreten Handlungsoptionen, Modellprojekte und eine intensive Beteiligungskultur soll die Akzeptanz sowie den politischen Rückhalt für notwendige Maßnahmen stärken. ZEITHORIZONT DES VORHABENS planerische Arbeiten fi nanziert wichtig für die Lösung aktueller Herausforderungen konkrete Prozesse entschieden generelles Vorgehen geklärt Aufgabe & Ziele defi niert wichtig als Weichenstellung für die zukünftige Entwicklung 2017202220272032Vision BEDEUTUNG DES VORHABENS REIFEGRAD DES VORHABENS Umsetzungsphase Planungsphase EINORDNUNG INS LEITBILD G r ü n e A d r e s s e S t a r k e M i t t e U r b a n e N ä h e M e h r W o h n e n K l a r e K o n t u r e n D y n a m i s c h e s B a n d C o o l e Q u a r t i e r e Freiraum Konturen Innenstadt Neue Quartiere Quartier Bahnhof Mobilität (Quartier) Bestehende Quartiere Funktionen mischen Gewerbe Langfristige Perspektiven Verknüpfung zu den Vertiefungsbereichen STADTPLANUNGSAMT | 63 KONKRETE ZIELE Schrittweise Integration der Klimaanpassung in Planungsrecht und Planungspraxis Öffentliche Räume klimatisch aufwerten (Verschattung, Verdunstung fördern, Aufheizung mindern) Lösungen für kontroverse Problemlagen entwickeln (Leitungen, ruhender Verkehr, ...) Aspekte der Klimaanpassung mit Maßnahmen zur Nachverdichtung abwägen STRATEGIE UND HANDLUNGSOPTIONEN Für zentrale Punkte der Umsetzung des Klimaanpassungs plans müssen sowohl innovative Konzepte als auch Umsetzungs- strategien entwickelt werden. An Pilotprojekten im Bestand und in neuen Quartieren sollen ortsspezifi sche und integrierte Lösungen für konkrete Fragestellungen, beispielsweise die klimatische Sanierung von Straßenräumen, erkundet, Beteiligungsformate und fl ankierende Maßnahmen zur Steigerung der Akzeptanz entwickelt, planungsrechtliche Instrumente und Fördermöglichkeiten getestet, die Zusammenarbeit in mehreren Themenfeldern etabliert und Richtungsentscheidungen für grundlegende Konfl ikte, beispielsweise Parken/Leitungen versus Bäume oder Stellplatzsatzung vorbereitet werden. Die Erkenntnisse sollen helfen, den Werkzeugkasten für Klimaanpassung auszubauen und zu konkretisieren. Für die Koordination der unterschiedlichen Maßnahmen sollte die Kompetenzstelle Klimaanpassung im Amt für Umwelt und Arbeitsschutz gesichert und ausgebaut werden. SCHLÜSSELPROJEKTE Zukunft Innenstadt Grüne Stadt ZU ERARBEITENDE GRUNDLAGEN Flankierende Analysen (Stellplatzangebot, Leitungen, ...) Wirkungsanalyse von Anpassungsmaßnahmen für geplante Sanierungsbereiche Zeitliche Übersicht von geplanten Sanierungsmaßnahmen im Straßenraum BEISPIELPROJEKTE REGEKO Sanierungsgebiet Innenstadt-Ost BESTEHENDE GRUNDLAGEN Städtebaulicher Rahmenplan Klimaanpassung Geoinformationssystem-Plan für strukturelle Maßnahmen SYNERGIEN Die integrierte Innenentwicklung bietet Synergien, welche die Implementierung von Maßnahmen zur Klimaanpassung erleichtern können: Aufwertung öffentlicher Räume (siehe „Freiraum“, „Quartiere“ und „Gewerbe“). Förderung autoarmer Quartiere (siehe „Mobilität“). Modernisierung von Cluster (siehe „Cluster“). Konkrete Vorhaben als Pilotprojekte und Best practice- Beispiele (siehe „Innenstadt“ und „Bahnhof“). ABHÄNGIGKEITEN Zustrom von Kaltluft an den Konturen muss gewahrt bleiben (siehe „Konturen“) HERAUSFORDERUNGEN Parkraumregime versus öffentlicher Raum/ Klimaanpassung Leitungssysteme verhindern häufi g das Pfl anzen von Bäumen Verdunstungsmöglichkeiten fehlen Standansichten II „Am Kesselhaus“im Gewerbegebiet Grünwinkel, Quelle: M. Müller-Gmelin, Stadtplanungsamt 64 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | VORHABEN VORHANDENE GEWERBEGEBIETE OPTIMIEREN BESCHREIBUNG Die Gewerbegebiete in Karlsruhe müssen nach innen wachsen. Beispielhaft können Masterkonzepte Möglichkeiten darstellen, wie mit den vorhandenen Flächen attraktive Standorte für bestehende und neue Wirtschaftsbetriebe geschaffen werden können. Dabei sollen die Eigentümerinnen und Eigentümer sowie Nutzerinnen und Nutzer im Quartier sensibilisiert werden. Gleichzeitig sollen Modelle für eine verdichtete Bauweise von Produktionsbetrieben und der überbetrieblichen Kooperation erprobt werden. BEWEGGRÜNDE Als wachsende Stadt und zukunftsfähiger Wirtschaftsstandort benötigt Karlsruhe auch weiterhin Potenziale für die Ansiedlung und Erweiterung von Produktions- und Dienstleistungsbetrieben. Da die Flächen für neue Gewerbegebiete rar sind, zielt die Stadt darauf ab, dem prognostizierten Wachstum mit einer Optimierung der Gewerbegebiete zu begegnen. In den bestehenden Gebieten sind noch Entwicklungsreserven vorhanden, die mit der Gewerbefl ächenstudie der Stadt erstmals systematisch erfasst wurden. Mit dem Praxishandbuch „Unternehmensstandorte zukunftsfähig entwickeln“ steht zudem eine wichtige Grundlage für die Beratung von Unternehmen zur Verfügung. Die Planungswerkstatt hat Ansätze aufgezeigt, wie die bestehenden Potenziale genutzt werden können. ZIELE Nach einer Priorisierung der zu entwickelnden Gewerbegebiete sollen Verdichtungs- und Transformationsstrategien erkundet werden. Sie sollen die Vernetzung von Einrichtungen in den Quartieren verbessern und die Nutzerinnen und Nutzer sowie Eigentümerinnen und Eigentümer zur Kooperation ermutigen. Dadurch sollen attraktive Standorte für zukunftsweisende Unternehmen geschaffen werden. Außerdem sollen die Herausforderungen der Integration von Verdichtungs- und Klimaanpassungszielen behandelt werden. S t a r k e M i t t e C o o l e Q u a r t i e r e M e h r W o h n e n K l a r e K o n t u r e n U r b a n e N ä h e G r ü n e A d r e s s e D y n a m i s c h e s B a n d Konturen Funktionen mischen Klimaanpassung Freiraum Quartier Bahnhof Mobilität (Quartier) Stadteingänge Bestehende Quartiere ZEITHORIZONT DES VORHABENS planerische Arbeiten fi nanziert wichtig für die Lösung aktueller Herausforderungen konkrete Prozesse entschieden generelles Vorgehen geklärt Aufgabe & Ziele defi niert wichtig als Weichenstellung für die zukünftige Entwicklung 2017202220272032Vision BEDEUTUNG DES VORHABENS REIFEGRAD DES VORHABENS Umsetzungsphase Planungsphase EINORDNUNG INS LEITBILD Verknüpfung zu den Vertiefungsbereichen STADTPLANUNGSAMT | 65 KONKRETE ZIELE Verdichtungs- und Transformationsstrategien erkunden Attraktive Adressen für Unternehmen schaffen Vernetzung von Einrichtungen im Quartier und Vernetzung mit anderen Quartieren verbessern Nutzer sensibilisieren und zur Kooperation ermuntern STRATEGIE UND HANDLUNGSOPTIONEN Für die Optimierung von Gewerbegebieten soll das bestehende „Gewerbefl ächenmanagement“ fortgeführt werden. Folgende Maßnahmen sind dafür vorgesehen: Mit gebietsbezogenen Entwicklungsstrategien werden die jeweiligen Begabungen bestmöglich genutzt und lokale Herausforderungen gezielt angegangen. Beispielhafte Lösungen für neue Anforderungen und strukturelle Änderungen in den Produktions- und Dienstleistungsbetrieben ermöglichen eine schnelle Reaktion. Der frühzeitige Einbezug der Unternehmer- und Eigentümerschaft in planerische Überlegungen stärkt das Verständnis eines gemeinsamen Mehrwerts und hilft, Bedürfnisse der Unternehmen zu klären. Die Investitionen in die Vernetzung innerhalb und außerhalb des Quartiers, die Freiraumstruktur und die Vielfalt der Nutzungen initiieren die Qualifi zierung der einzelnen Gewerbegebieten. Konkrete Handlungsoptionen für die Verdichtung und Qualifi zierung der Karlsruher Gewerbegebiete sind eine vorausschauende Bodenpolitik seitens der Stadt, Investitionen in die Infrastrukturen und Knoten insbesondere des öffentlichen Personennahverkehrs und des Radverkehrs, die Durchführung von Pilotprojekten in einzelnen Gebieten sowie zu bestimmten Themen (beispielsweise Clustern, Mischen von Funktionen oder ebenerdiges Parken), die Unterstützung von Quartiersmanagementstrukturen und die regionale Zusammenarbeit bei der Bearbeitung von Gewerbeanfragen. SYNERGIEN Die architektonische Aufwertung der Gewerbegebiete und ihrer Ränder erzeugt ein prägnanteres Stadtbild und akzentuiert wichtige Stadteingänge (siehe „Stadteingänge“) Ergänzung des städtischen Verkehrsnetzes sowie Investition in die Bahnhöfe und Knoten fördert die Attraktivität der Standorte und die Vernetzung mit den umliegenden Quartieren (siehe „Bahnhöfe“) Entwicklung von maßgeschneiderten Strategien für die Mischung von Funktionen in Gewerbegebieten sowie die selektive Clusterung ermöglicht eine höhere Nutzungsdichte (siehe „Funktionen mischen“ und „Cluster“) Entwicklung attraktiver Freiräume in den und um die Gewerbegebiete fördert die Klimaanpassung und die Aufenthaltsqualität (siehe „Freiraumkonzept“ und „Klimaanpassung“) ABHÄNGIGKEITEN Klimaanpassungsplan beeinfl usst die Kriterien der Verdichtungs- und Transformationsstrategien (siehe „Klimaanpassung“) HERAUSFORDERUNGEN Ressourceneffi zienz ist aus Gründen der Flächenknappheit und Klimaanpassung zwingend erforderlich Verlagerungsmöglichkeiten fl ächenineffi zienter Gewerbebetriebe? Verhältnis von mobilisierbarem Angebot und Nachfrage? Vorgehen bei größeren Potenzialen? Umnutzung von Gewerbegebieten in Wohnen überdenken Rhein kommunale Grenze kommunale Grenze kommunale Grenze kommunale Grenze Entwicklungs- und Umstrukturierungs- potenzial? Potenzial für Nachnutzung und Neubeauung? Landschafts - und Freiraumsystem, Klimaschutz Bürgeranregungen, bestehende Planungen Nutzungskonflikte und Restriktionen prüfen. Planerische Abwägung, politische und öffentliche Diskussion zukünftiger Entwicklungspotenziale + + + mögliche zusätzliche Grünverbindungen Übersicht der vorhandenen Gewerbegebiete, Quelle: Büro MESS, nach Stadtplanungsamt/berchtoldkrass, UC STUDIO, S.US VORHANDENE GEWERBEGEBIETE (AUSSCHNITT SÜD) 66 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | VORHABEN UMSETZUNGSSCHRITTE (PLANERSICH) 1. Vertiefte Bestandsaufnahme/ Standortkataster/ Ermittlung der Kernthemen 2. Identifi zierung von Veränderungspotenzialen der einzelnen Gebiete und Einbezug der Grundeigentümer- und der Unternehmerschaft 3. Erarbeitung integrierter Masterkonzepte für a) prioritär zu behandelnde Gewerbegebiete (Pilotprojekte) und b) übergreifende Fragestellungen 4. Transfer der Erkenntnisse und Übersetzung in ein Karlsruhe-spezifi sches Instrumentarium 5. Optional: Aufbau und Betrieb einer Anlaufstelle vor Ort zur Verstetigung des Prozesses (im Idealfall aus dem Gebiet heraus) 6. Schaffung von Planungsrecht BESTEHENDE GRUNDLAGEN Gewerbefl ächenstudie der Stadt Karlsruhe und des Nachbarschaftsverbands Praxisbericht „Unternehmensstandorte zukunftsfähig entwickeln“ von Wirtschaftsförderung und Stadtplanungsamt Fortschreibung Flächennutzungsplan Gewerbe ZU ERARBEITENDE GRUNDLAGEN Vertiefte, fl ächendeckende Bestandsaufnahme, Überarbeitung der gesamtstädtischen Gewerbefl ächenstudie, Anlegen eines Standortkatasters Aktualisierung der Steckbriefe und Entwicklung eines Maßnahmenkatalogs im Hinblick auf die Veränderungspotenziale der einzelnen Gebiete 63Städtebauliches Konzept „Dynamisches Band Karlsruhe“ Der gesamte Raum - Level 2 Jeder Teilraum weist eigene, klare Prinzipien und Re- geln in punkto Nutzung, Stadtstruktur und Freiraum auf. Jeder Teilraum hat seine ganz eigene Logik und Ordnung, die ihn von den anderen unterscheidet und eindeutige Identitäten schafft. Dies führt zu Profil- schärfung und Standortvorteilen der verschiedenen räumlichen Lagen im Dynamischen Band. Gleichzeitig kommt entlang des Dynamischen Bandes auch ein starker Zusammenhalt zum Vorschein, der sich maßgeblich in den Freiräumen und ihrer Vernet- zung in die Umgebung zeigt, aber auch in einer ak- tiven Haltung, die Möglichkeiten bewusst sucht und umsetzen will. Das Dynamische Band wird in diesem „Level 2“ ein lebendiger, freundlicher, selbstverständlicher und intensiv nachgefragter Teil der Stadt, der um seine wichtige Rolle genau weiß und seine Fähigkeiten in die Stadtlandschaft integriert. Teilraum 12 · „Wachhaus“ Teilraum 07 · „Bahnhofsquartier-Neuer Tivoli“ Teilraum 08 · „Südstern“ Teilraum 09 · „Quartier am Alten Schlachthof“ Teilraum 10 · „Karlsruher Seeviertel“ Teilraum 11 · „Oberwald-Killisfeld“ 4.0 Gewerbegebiete „Ottostraße/Killisfeld“ und „Wachhausstraße“, Quelle: Abschlussbericht Dynamisches Band, berchtoldkrass, UC STUDIO, S.US Mögliche Entwicklungen im Gewerbegebiet Grünwinkel, Quelle, Stadtplanungsamt STADTPLANUNGSAMT | 67 SCHLÜSSELPROJEKT I: SÜDBAND (OTTOSTRASSE/WACHHAUSTRASSE) Die beiden Gewerbegebiete „Ottostraße/Killisfeld“ und „Wachhausstraße“ sind von Verkehrstrassen umgeben und sind Vertreter eines Typus von Gewerbegebieten, in dem ansässige Betriebe „ungestört“produzieren und ihre Entwicklungsmöglichkeiten erhalten können müssen. Bei der Optimierung dieser Gebiete geht es einerseits um die Mobilisierung weiterer Flächen durch Verlagerung „gewerbefremder“ Nutzungen aber auch um die Weiterentwicklung von Nischennutzungen. Übergreifend ist auch die Anbindung an die umgebenden Stadt- und Verkehrsräume zu verbessern. SCHLÜSSELPROJEKT II: DAIMLERSTRASSE/GABLONZER STRASSE BEISPIELPROJEKT: REGEKO GRÜNWINKEL Das Gewerbeareal Grünwinkel wurde als „Modellquartier für fl ächensparendes, innovatives und ressourcenoptimiertes Wirtschaften“ im Rahmen des Diskurses zum „Räumlichen Leitbild“ entlang der Südtangente gewählt. Dazu haben sich die Wirtschaftsförderung Karlsruhe und die Karlsruher Fächer GmbH zusammengetan. Die dafür erforderlichen Mittel wurden vom Ministerium für Verkehr und Infrastruktur Baden- Württemberg sowie vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit zur Verfügung gestellt. Ziel des dreijährigen Projektes ist, Voraussetzungen (Masterkonzept) zur Entwicklung eines lebendigen, attraktiven Gewerbequartiers zu schaffen, in dem Energie und Ressourcen gespart, Brachfl ächen und Leerstand reaktiviert und Maßnahmen zum Schutz der Umwelt und des Klimas gemeinsam mit den Unternehmen entwickelt und umgesetzt werden. Konkret sollen die Zukunftsfähigkeit des Gebiets durch intelligentes Flächenmanagement, Energieoptimierung und Maßnahmen zur Klimaanpassung erhöht, verborgene Synergien zwischen den Betrieben erkundet und neue Qualitäten im Quartier geschaffen und Möglichkeiten der Bildung einer repräsentativen Stadtkante an der Südtangente untersucht werden. Begleitet wird das Projekt von einem innovativen Beteiligungsprozess zur Förderung von Kommunikation und Kooperation im Gewerbequartier, der durch eine Dialogplattform, dem Aufbau eines Netzwerkes und erste ‚Low-hanging-Fruits‘-Projekte begleitet wird, die auch wirtschaftliche Vorteile und Kooperationserfahrungen für die Unternehmen bringen. BEDEUTUNG FÜR DAS VORHABEN Das Gewerbegebiet Grünwinkel als Bestandteil des Projekts REGEKO hat für das Vorhaben den Stellenwert eines Pilotprojekts mit hoher Bedeutung für das Gesamtvorhaben. In diesem bereits geförderten und laufenden Projekt sollen Möglichkeiten der Weiterentwicklung und Vernetzung von Gewerbegebieten erkundet und wenn möglich zeitnah umgesetzt und die praktizierte Vorgehensweise und deren Ergebnisse getestet werden. Die Erkenntnisse aus dem Projekt REGEKO können auf das gesamte Vorhaben und weitere Gewerbegebiete übertragen werden Ähnlich wie für das Gewerbeareal Grünwinkel wird die Aufwertung und Optimierung des Gewerbequartiers an der Daimlerstraße und der Gablonzer Straße angestrebt. BEISPIEL- UND SCHLÜSSELPROJEKTE „Mixed Zone“ vom Team berchtoldkrass, STUDIO . URBANE STRATEGIEN, URBAN CATALYST STUDIO (aus der Planungswerkstatt) 68 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | VORHABEN BESCHREIBUNG Um Karlsruhes Flächen besser zu nutzen und lebendige Quartiere zu erhalten, muss nach Möglichkeiten gesucht werden, wo und wie die Funktionen Wohnen, Arbeiten, Freizeit und Erholung künftig besser miteinander kombiniert werden können. Dabei soll erkundet werden, welche innovativen Lösungen für die Aufwertung von Quartieren bestehen, wo Mischungen sinnvoll sind und welche Nutzungen wo vermieden werden sollten. BEWEGGRÜNDE Die strikte Trennung der Funktionen hat die Stadtplanung lange bestimmt, mit mittlerweile bekannten Folgen: starke Belastung durch Verkehr, klimatische Herausforderungen und Versorgungsdefizite. Die Mischung von Nutzungen und die damit einhergehende Förderung kurzer Wege ist heutzutage zwar ein wichtiger Baustein integrierter Stadtentwicklung. Konkrete Möglichkeiten der Umsetzung sind jedoch rar. Insbesondere die Mischung der Funktionen Wohnen und Arbeiten wird zwar als Teil der„Urbanen Produktion (Industrie 4.0)“ propagiert, generiert aber sowohl baurechtlich wie praktisch Konflikte, für die derzeit nur wenige Lösungen bereitstehen. Ebenso tendieren „klassische“ Mischgebiete häufig zu einer Hauptnutzungsart, die die anderen dominiert. Daher steht die Frage im Raum, mit welchen Konzepten das „Zusammenrücken der Funktionen“ gefördert und koordiniert werden kann. ZIELE Es sollen Handlungsspielräume für die Integration möglicher neuer oder den Erhalt bestehender Nutzungen für typische Quartiere ermittelt werden, welche zu mehr Attraktivität führen können. Dabei geht es nicht nur um innovative konzeptionelle Beiträge, sondern auch um Möglichkeiten der Anpassung bestehender Gesetze und Verordnungen, um neue Formen des Mischens implementieren zu können ohne bestehende Nutzungen zu verdrängen. FUNKTIONEN MISCHEN S t a r k e M i t t e C o o l e Q u a r t i e r e M e h r W o h n e n K l a r e K o n t u r e n U r b a n e N ä h e G r ü n e A d r e s s e U r b a n e N ä h e Stadteingänge Klimaanpassung Neue Quartiere Quartier Bahnhof Gewerbe Langfristige Perspektiven Bahnhöfe Nachbarschaftszentren Freiraum Innenstadt Bestehende Quartiere Cluster ZEITHORIZONT DES VORHABENS planerische Arbeiten finanziert wichtig für die Lösung aktueller Herausforderungen konkrete Prozesse entschieden generelles Vorgehen geklärt Aufgabe & Ziele definiert wichtig als Weichenstellung für die zukünftige Entwicklung 2017202220272032 BEDEUTUNG DES VORHABENS REIFEGRAD DES VORHABENS Umsetzungsphase Planungsphase EINORDNUNG INS LEITBILD Verknüpfung zu den Vertiefungsbereichen STADTPLANUNGSAMT | 69 STRATEGIE UND HANDLUNGSOPTIONEN Für die „passende“ Mischung von Funktionen sind folgende Fragestellungen ortsspezifi sch zu beantworten: Für Gewerbegebiete: Wie können Dienstleistungen, Kreativgewerbe, Gastronomie, Kultur (und in begrenzter Form auch Wohnen) integriert werden, ohne dass Gewerbefl ächen verloren gehen? Für Wohn-/Mischgebiete: Wie können nicht störendes Gewerbe und Dienstleistungen erhalten und die stadtverträgliche Produktion gefördert werden? Für die Ermittlung der richtigen Mischungsform ist quartier- weise und in enger Zusammenarbeit mit den Unternehmen sowie Grundeigentümerinnen und Grundeigentümern vorzugehen. Mögliche Handlungsoptionen können sein: Synergien der Tag und Nacht-Nutzung erkunden. Funktionen zur Erleichterung des Arbeitsalltags (Kinderkrippen, Einkaufen, Gastronomie) implementieren. Neue rechtliche Rahmenbedingungen erkunden, die insbesondere die Mischung von Wohnen und Arbeiten (Emissionen) ermöglichen ohne Gewerbe zu verdrängen. Identifi zierung von „Türöffnerfl ächen“, die kurz- bis mittelfristig frei werden und gegebenenfalls von der Stadt gekauft werden können. Die Konzeption und Umsetzung sollte zwingend bauplanungsrechtliche Instrumentarien und eine gezielte Ansiedlungsstrategie kombinieren. ZU ERARBEITENDE GRUNDLAGEN „Mischgebietsatlas“: Karte der Potenzial- und Ausschlussgebiete mit Steckbriefen Rechtliche Lösungen für Mischgebiete SCHLÜSSELPROJEKTE Entwicklung der Kammhuber-Kaserne als gemischtes Quartier SYNERGIEN Mischen von Funktionen ist Baustein für Reaktivierung und Verdichtung von Gewerbegebiete (siehe „Gewerbe“) Erkenntnisse dienen der Entwicklung neuer und der Qualifi zierung bestehender Quartiere (siehe „Innenstadt“, „Nachbarschaftszentren“, „Quartiere“) Entwicklung von Stadteingängen und Ausbau multimodaler Erreichbarkeit stärkt Stadtbild und führt zu Standortvorteilen (siehe „Stadteingänge“, „Bahnhöfe“) Urbane Produktion (Industrie 4.0) bietet zukunftsweisende Entwicklungsmöglichkeiten Über Hochhauskonzept Möglichkeiten für Schaffung attraktiver Arbeits- und Wohnräume erkunden ABHÄNGIGKEITEN Flexibilität für räumliche Weiterentwicklung ist maßgeblich für die Ansiedlung von Betrieben, Aufzeigen innovativer Lösungen vor der „Hortung“ von Reservefl ächen HERAUSFORDERUNGEN Nutzungskonfl ikt zwischen Wohnen und lärmintensiven Gewerbenutzungen Verdrängung von Gewerbe durch Wohnnutzung vermeiden Wirtschaftlichkeit versus städtebauliche Qualität BESTEHENDE GRUNDLAGEN Praxisbericht „Unternehmensstandorte zukunftsfähig entwickeln“ BEISPIELPROJEKTE Forschungsprojekt „Quartier Zukunft“ des Karlsruher Instituts für Technologie KONKRETE ZIELE Karlsruhe als Standort attraktiver Arbeits- und Lebenswelten profi lieren Potenziale für weiteres Wachstum bei begrenztem Flächenangebot ausloten Innovative Möglichkeiten für die Mischung von Nutzungen und Funktionen erkunden und deren Realisierung vorantreiben Bestehende Cluster Technologiepark und Rheinhafen, Bild: Roland Fränkle, Presse- und Informationsamt - Bildstelle 70 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | VORHABEN BESCHREIBUNG Wirtschafts- und Technologiecluster haben unbestrittene Vorteile, sowohl für die angesiedelten Unternehmen als auch für Karlsruhe als Standort. Deswegen ist zu prüfen, welche möglichen neuen Cluster in Karlsruhe gebildet werden könnten und wo vorhandene Cluster an die heutigen Anforderungen angepasst werden müssen. Dabei geht es nicht nur um rein wirtschaftliche Interessen, sondern auch um die Frage, welche städtischen Funktionen solche Cluster für die Unternehmen und die umliegenden Nachbarschaften erfüllen können. BEWEGGRÜNDE Als Wissenschaftsstadt und High-Tech-Standort profi tiert Karlsruhe von einem dynamischen Wachstums- und Urbanisierungsprozess. Vor dem Hintergrund veränderter Anforderungen unserer postindustriellen Dienstleistungs- gesellschaft sind die Standortkriterien und räumlichen Entwicklungsszenarien insbesondere für Technologieunter- nehmen neu zu prüfen. Die Clusterung der Gewerbelandschaft als wichtiger Entwicklungsbaustein richtet sich nach räum - lichen und funktionalen Synergien zwischen einzelnen Unternehmen, um die Attraktivität des Standortes zu steigern. Dies wurde bereits vom Team „West8“ in der Planungs- werkstatt angeregt. Außerdem besteht Potenzial für weiteres Wachstum bei begrenztem Flächenangebot. ZIELE Es gilt zu begründen, ob und wo neue Cluster sinnvoll sind. Die Verbesserung der Rahmenbedingungen zur Weiterentwicklung bestehender Cluster und fl ankierende Maßnahmen sollen parallel den Austausch fördern und städtebauliche sowie wirtschaftliche Impulse ermöglichen. CLUSTER WEITERENTWICKELN S t a r k e M i t t e C o o l e Q u a r t i e r e M e h r W o h n e n K l a r e K o n t u r e n U r b a n e N ä h e G r ü n e A d r e s s e Innenstadt Bestehende Quartiere Mobilität (Quartier) D y n a m i s c h e s B a n d Stadteingänge Klimaanpassung Gewerbe Nachbarschaftszentren Freiraum Funktionen mixen Langfristige Perspektiven EINORDNUNG INS LEITBILD ZEITHORIZONT DES VORHABENS planerische Arbeiten fi nanziert wichtig für die Lösung aktueller Herausforderungen konkrete Prozesse entschieden generelles Vorgehen geklärt Aufgabe & Ziele defi niert wichtig als Weichenstellung für die zukünftige Entwicklung 2017202220272032Vision BEDEUTUNG DES VORHABENS REIFEGRAD DES VORHABENS Umsetzungsphase Planungsphase Verknüpfung zu den Vertiefungsbereichen STADTPLANUNGSAMT | 71 STRATEGIE UND HANDLUNGSOPTIONEN Die Weiterentwicklung von Clustern ist nahezu ausschließlich nur mit ortsspezifi schen Strategien möglich. Mit Pilotprojekten wie dem Alten Schlachthof und der Weiterentwicklung des Technologieparks Karlsruhe sollen daher Erkenntnisse gesammelt werden, wie planungsrechtlich den heutigen städtebaulichen Anforderungen an die Ansiedlung von Technologieunternehmen (und anderen Sparten) entsprochen werden kann. Dabei sind folgende Fragestellungen zu beantworten: Möglichkeiten für die Steuerung von Ansiedlungen zur gemeinsamen Nutzung von Infrastrukturen. Möglichkeiten der städtebaulichen Qualifi zierung und der Ansiedlung von Einrichtungen des täglichen Bedarfs für mehr Attraktivität des Arbeitsstandorts. Heutige und zukünftige Anforderungen von Betrieben an ihr Arbeitsumfeld. Strategien für deren Erweiterung bei begrenztem Platzangebot. Strategien zur Vernetzung mit den umliegenden Quartieren, funktional nahestehenden Institutionen/Firmen und überregionalen Verkehrsträgern. SYNERGIEN Clusterung von Dienstleistungs- und Produktionsbetrieben als Mittel zur besseren Ausnutzung bestehender Flächenpotenziale (siehe „Gewerbe“) Vernetzung von Clustern mit umliegenden Quartieren stärkt beide Seiten (siehe „Bestehende Quartiere“ und „Innenstadt“) Cluster liefern Impulse für die Entwicklung von Stadteingängen und umgekehrt (siehe „Stadteingänge“ und „Quartier Bahnhof“) Gemeinsame Nutzung von Einrichtungen und das Angebot städtischer Funktionen kann Förderung stadtverträglicher Mobilität unterstützen (siehe „Mobilität“) ABHÄNGIGKEITEN Anforderungen von Betrieben und deren Bedürfnisse versus städtebauliche Vorstellungen und Qualitäten Bereitschaft der Firmen zur Nutzung gemeinsamer Einrichtungen und Infrastrukturen HERAUSFORDERUNGEN Reaktion auf strukturelle Veränderungen der Arbeitswelten Möglichkeiten zur Umsiedlung clusterfremder Betriebe BESTEHENDE GRUNDLAGEN Praxisbericht „Unternehmensstandorte zukunftsfähig entwickeln“ ZU ERARBEITENDE GRUNDLAGEN Analyse und Prüfung Cluster im Bereich Produktion und Technologie, Logistik und Industrie , Lehre und Forschung, Kunst, Kultur und Kreativwirt schaft , Gesundheit, Energieproduktion BEISPIELPROJEKT Schlachthof-Areal (zukünftig: Erweiterung in Richtung Oststadt, unter anderem altes Straßenbahndepot) SCHLÜSSELPROJEKT Wissenschaftscluster vom Karlsruher Institut für Technologie zum Technologiepark (Campus Süd-Ost, Mackensen-Kaserne) KONKRETE ZIELE Ansiedlungschancen für Unternehmen aus den Bereichen Wissenschaft, Technologie und Produktion erhöhen Profi lierung als Wissenschaftsstadt und High-Tech- Standort schärfen Entwicklungspotenziale vorhandener Cluster überprüfen Möglichkeiten zur Bildung neuer Cluster erkunden Güterbahnhof, Bild: Roland Fränkle, Presse- und Informationsamt - Bildstelle 72 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | VORHABEN BESCHREIBUNG Das Vorhaben soll überprüfen, welche Entwicklungsmöglich- keiten in Karlsruhe zukünftig als langfristige Perspektiven bestehen könnten. Unter anderem sollen dadurch auch für Bereiche im Umfeld solcher „Perspektivfl ächen“ die Weichen schon frühzeitig vorausschauend und umsichtig gestellt oder offen gehalten werden. BEWEGGRÜNDE Der Güterbahnhof und die Hafengebiete stellen bedeutende Elemente des Wirtschafts- und Logistikstandortes Karlsruhe dar. Die Raffi nerien wie auch Teile der Betriebe am Rheinhafen nehmen insbesondere unter dem Aspekt der Energieversorgung eine zentrale Rolle ein – sowohl lokal als auch weit über die Region hinaus. Diese Rolle könnte sich im postfossilen Zeitalter deutlich verändern. Damit könnten sich aber auch die Rahmenbedingungen für die angrenzenden Flächen verändern. Im Falle des Güterbahnhofs sollte zunächst geklärt werden, ob eine Verlagerung bestimmter Funktionen erwünscht und möglich ist und welche Nutzungen auf dem Areal in Frage kommen könnten. ZIELE Karlsruhe sollte sich die Spielräume für eine langfristige Nutzung auf derzeit großen monostrukturierten Flächen erhalten. Dazu ist ein Austausch mit den Eigentümern sowie dort tätigen Akteuren und der Einbezug überregionaler Strategien notwendig. Im Falle des Güterbahnhofs soll der Dialog durch eigene Überlegungen zur Verlagerung noch benötigter Funktionen sowie möglicher Nutzungen freiwerdender Areale unterstützt werden. Insbesondere sind Planungen im Umfeld der Perspektivfl ächen so anzulegen, dass sie deren Entwicklungsoptionen nicht vorschnell und unnötig einschränken. LANGFRISTIGE PERSPEKTIVEN DENKEN S t a r k e M i t t e C o o l e Q u a r t i e r e M e h r W o h n e n K l a r e K o n t u r e n U r b a n e N ä h e G r ü n e A d r e s s e D y n a m i s c h e s B a n d Stadteingänge Klimaanpassung Neue Quartiere Quartier Bahnhof Gewerbe Bahnhöfe Funktionen mischen Freiraum EINORDNUNG INS LEITBILD ZEITHORIZONT DES VORHABENS planerische Arbeiten fi nanziert wichtig für die Lösung aktueller Herausforderungen konkrete Prozesse entschieden generelles Vorgehen geklärt Aufgabe & Ziele defi niert wichtig als Weichenstellung für die zukünftige Entwicklung 2017202220272032Vision BEDEUTUNG DES VORHABENS REIFEGRAD DES VORHABENS Umsetzungsphase Planungsphase Verknüpfung zu den Vertiefungsbereichen STADTPLANUNGSAMT | 73 STRATEGIE UND HANDLUNGSOPTIONEN Bei den Perspektivfl ächen geht es vor allem darum, planerisch vorbereitet zu sein, um sich bietende Gelegenheiten nutzen zu können. Der Karlsruher Güterbahnhof ist dabei aufgrund seiner Lage und der aktuellen Nutzung als erste Perspektive im Fokus möglicher Veränderungen. Hier sollten mittels geeigneter Verfahren gemeinsam mit der Deutschen Bahn AG die Absichten der infrastrukturellen Entwicklungen in Erfahrung gebracht und mögliche Synergien mit einer möglichen städtebaulichen Entwicklung von Teilfl ächen erkundet werden. Dabei ist vorab zu klären, welche künftige Ausrichtung des Logistikstandorts Karlsruhe (Bahn, Schiff, Straße) erwünscht und möglich ist, welche Optimierungsmöglichkeiten der Bahninfrastrukturen insgesamt bestehen (beispielsweise Westbahnhof) und welche Bedürfnisse an städtische und regionale Logistik bestehen. ZU ERARBEITENDE GRUNDLAGEN Übersicht über mögliche Entwicklungen auf den Perspektivfl ächen in ihrem Umfeld Langfristige regionale und nationale Energie- und Logistikkonzepte SCHLÜSSELPROJEKT Drehkreuz Logistik Güterbahnhof/Rheinhafen und mögliche Flächen für Siedlungsentwicklung SYNERGIEN Teile des Güterbahnhofs bieten Möglichkeiten für Entwicklungserweiterungen südlich des Bahnhofs (siehe „Quartier Bahnhof“ und „Gewerbe“) Der Güterbahnhof stellt als internationaler Container- Umschlagplatz einen Standortfaktor dar (siehe „Gewerbe“ und „Cluster“) Eine städtebauliche Entwicklung des Güterbahnhofs bietet Chancen für bessere Vernetzung der Freiräume in Nord-Süd- sowie Ost-West-Richtung (siehe „Freiraum“) Bei der Initiierung und Finanzierung planerischer Arbeiten oder Prozesse kann Zusammenarbeit mit der Region oder internationalen Netzwerken hilfreich sein. ABHÄNGIGKEITEN Verkehrskonzepte und Planungen von Bund und Bahn Energieverbrauch und Ressourcenvorkommen (weltweit) HERAUSFORDERUNGEN Heutiger und perspektivischer Zielkonfl ikt bei Nutzung benachbarter Gebiete im Umfeld der Perspektivfl ächen Initiierung von Überlegungen für Areale anderer Akteure beziehungsweise Eigentümer BESTEHENDE GRUNDLAGEN Flächennutzungsplan Verkehrsentwicklungsplan Regionalplan Bundesverkehrswegeplan BEISPIELPROJEKT Entwicklung des Gleisbauhofs Süd KONKRETE ZIELE Entwicklungsspielräume für künftige Nutzungen sichern Fläche gewinnen ohne Karlsruhe als trimodalen Logistikstandort einzuschränken Initiative ergreifen und Perspektiven diskutieren Autoarme Quartiere, Bild StplA 74 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | VORHABEN BESCHREIBUNG Die Quartiere in Karlsruhe sollen als Orte des Zusammenlebens strukturell gestärkt und ortsspezifisch weiterentwickelt werden. Dabei spielt die Aufwertung des öffentlichen Raums als Aufenthaltsort eine zentrale Rolle. Durch die Entwicklung stadtverträglicher Mobilitätskonzepte in bestehenden und neuen Quartieren kann die beabsichtigte Steigerung der Aufenthalts- und Lebensqualität sowie die Förderung des Umweltverbunds vorangetrieben werden. BEWEGGRÜNDE Die Mobilitätsstrategie des Verkehrsentwicklungsplans, den Umweltverbund zu stärken, beginnt in den Quartieren: Um ein nachhaltiges Mobilitätsverhalten in den Köpfen der Karlsruherinnen und Karlsruher verankern zu können, müssen neue Wege der Mobilität aufgezeigt und deren Mehrwert für den Stadtraum vermittelt werden. Dazu ist eine bedarfsorientierte Weiterentwicklung der Mobilitätsangebote und -netze sowie eine Aufwertung des öffentlichen Raums notwendig. Beides bedingt neue Lösungen für den Umgang mit dem motorisierten Individualverkehr im Straßenraum der Quartiere. ZIELE Das Vorhaben soll Maßnahmen für autoarme Quartiere und öffentliche Räume mit hoher Aufenthaltsqualität erkunden und umsetzen. Um diese Aufenthaltsqualität zu erreichen, müssen alternative Mobiltätsangebote für Fußgänger- und Radverkehr, öffentlichen Personennahverkehr sowie Car- und Bikesharing ausgebaut werden. Voraussetzung für deren Erfolg ist eine ausreichende bauliche Dichte und die Nutzungsmischung in den Quartieren. MOBILITÄTSKONZEPTE FÜR QUARTIERE ENTWICKELN G r ü n e A d r e s s e S t a r k e M i t t e C o o l e Q u a r t i e r e M e h r W o h n e n K l a r e K o n t u r e n D y n a m i s c h e s B a n d U r b a n e N ä h e Quartier Bahnhof Innenstadt Neue Quartiere Freiraum Gewerbe Bestehende Quartiere Bahnhöfe Nachbarschaftsqualifizierung EINORDNUNG INS LEITBILD ZEITHORIZONT DES VORHABENS planerische Arbeiten finanziert wichtig für die Lösung aktueller Herausforderungen konkrete Prozesse entschieden generelles Vorgehen geklärt Aufgabe & Ziele definiert wichtig als Weichenstellung für die zukünftige Entwicklung 2017202220272032Vision BEDEUTUNG DES VORHABENS REIFEGRAD DES VORHABENS Umsetzungsphase Planungsphase Verknüpfung zu den Vertiefungsbereichen STADTPLANUNGSAMT | 75 STRATEGIE UND HANDLUNGSOPTIONEN Mit dem Korridorthema Mobilität und dem Verkehrsent- wicklungsplan bestehen umfassende Grundlagen, um Mobilitätsangebote für Quartiere stadtverträglich weiter- zuentwickeln. Für die Umsetzung und Integration der Ziele und Leitprojekte des Verkehrsentwicklungsplans in den Quartieren – insbesondere den Modal-Split um neun Pro- zent zugunsten des Umweltverbunds zu stärken – ist ein integriertes Vorgehen erforderlich, dem folgende zusätzliche strategische Überlegungen zu Grunde liegen sollten: Pilotprojekte zum Testen von Maßnahmen und zur Unterstützung der Akzeptanz stadtverträglicher Mobilität fördern. Bevölkerung zur Offenheit gegenüber neuen Lösungen für autoarme Quartiere ermutigen. Nutzungen und Dichte des Quartiers in die verkehrlichen Überlegungen mit einbeziehen. Straßenraum als öffentlichen Raum so ansprechend gestalten, dass Mehrwert autoarmer (und klimaangepasster) Quartiere sichtbar und erlebbar wird. Örtliche rechtliche Rahmenbedingungen überdenken und gegebenfalls anpassen. Förderung neuer Lösungen für den ruhenden Verkehr, für die Vernetzung der Mobilitätsarten und für Veränderungen im Mobilitätsverhalten bereitstellen. ZU ERARBEITENDE GRUNDLAGEN Ineinandergreifende Stadtteil- und Mobilitätskonzepte Fußgängerkonzept SCHLÜSSELPROJEKTE Mobilitätskonzept Innenstadt BESTEHENDE GRUNDLAGEN Verkehrsentwicklungsplan, Nahverkehrsplan, Klimaanpassungsplan Lärmaktionsplan, Spielleitplanung 20-Punkte-Programm Radverkehr Go Karlsruhe (App) Gemeinschaftsaufgabe Sozialverträglichkeit (2001) SYNERGIEN Ziele der Klimaanpassung im Straßenraum überschneiden sich mehrheitlich mit denen der stadtverträglichen Mobilität (siehe „Klimaanpassung“) Aufwertung von Bahnhöfen und Nachbarschaftszentren sind elementare Bestandteile stadtverträglicher Mobilität (siehe „Bahnhöfe“ und „Nachbarschaftszentren“) Mischung von Funktionen unterstützt Förderung autoarmer Quartiere (siehe „Funktionen mischen“ und „Nachbarschaftszentren“) Innenstadt und neue Quartiere bieten Chancen zur Implementierung innovativer Konzepte (siehe „Zukunft Innenstadt“ und „Neue Quartiere“) ABHÄNGIGKEITEN Nahmobilität in den Quartieren braucht ein Nahmobilitätsnetz zwischen Quartieren HERAUSFORDERUNGEN Platzverhältnisse in bestehenden Quartieren Veränderungen von Vorgaben politisch schwierig Einschränkung des motorisierten Individualverkehrs BEISPIELPROJEKTE Mobilitätskonzept im Rahmen des Projektes „Zukunft Nord“ KONKRETE ZIELE Ziele und Leitprojekte des Verkehrsentwicklungsplans auf Quartiersebene integrieren und konkretisieren Flächendeckende Mobilitätsnetze sichern Autoarme Verhältnisse innerhalb der Quartiere fördern Hohe Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum ermöglichen Beispiel einer Mobilitätsstation über einem S-Bahn-Haltepunkt, Quelle: M. Nollert 76 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | VORHABEN BESCHREIBUNG Die Bahnhöfe sind als Zugangspunkte zum Fern- und Regionalverkehr wichtige Elemente des Karlsruher Mobilitätskonzepts. Ihre Funktion als Umsteigeknoten zu den städtischen Verkehrsmitteln macht sie aber erst zu Keimzellen einer integrierten Stadt- und Mobiltätsentwicklung. Mit der Stärkung ihrer Rolle als Mobilitätsstationen können sie zu Impulsgebern für die Entwicklung des Mobilitätsverhaltens und ihres Umfelds werden. BEWEGGRÜNDE Karlsruhe hat sich in seinem Verkehrsentwicklungsplan der Förderung des Umweltverbunds verschrieben. Die bereits bestehenden, hochwertigen Angebote des öffentlichen Personennahverkehrs, des Car- und Bikesharings in der Stadt können durch eine noch bessere Vernetzung an den Bahnhöfen Karlsruhes ihr volles Potenzial als Mobilitätsstationen entfalten. Dazu bedarf es einer Weiterentwicklung von Bahnhöfen zu Orten der Begegnung, des Umstiegs und des Aufenthalts. Diese Weiterentwicklung kann und soll auch Impulse für die Siedlungsentwicklung in ihrem Umfeld geben. ZIELE Die Bahnhöfe Karlsruhes und ihr direktes Umfeld sollen im Hinblick auf ihre Funktion im Gesamtverkehrskonzept überprüft und verbessert werden. Mit zusätzlichen Mobilitätsangeboten, innovativer Informationstechnologie und einer attraktiven Gestaltung soll damit ihre Rolle als Treiber nachhaltiger Mobilität gestärkt werden. Auf diese Weise können sie auch die Entwicklung attraktiver Standorte für Wohnen und Arbeiten unterstützen. MOBILITÄTSSTATIONEN AUSBAUEN EINORDNUNG INS LEITBILD Umsetzungsphase Planungsphase G r ü n e A d r e s s e S t a r k e M i t t e C o o l e Q u a r t i e r e M e h r W o h n e n K l a r e K o n t u r e n D y n a m i s c h e s B a n d U r b a n e N ä h e Quartier Bahnhof Neue Quartiere Gewerbe Bestehende Quartiere Funktionen mischen Klimaanpassung Stadteingänge Mobilität (Quartier) Nachbarschaftszentren ZEITHORIZONT DES VORHABENS planerische Arbeiten fi nanziert wichtig für die Lösung aktueller Herausforderungen konkrete Prozesse entschieden generelles Vorgehen geklärt Aufgabe & Ziele defi niert wichtig als Weichenstellung für die zukünftige Entwicklung 2017202220272032Vision BEDEUTUNG DES VORHABENS REIFEGRAD DES VORHABENS Verknüpfung zu den Vertiefungsbereichen STADTPLANUNGSAMT | 77 STRATEGIE UND HANDLUNGSOPTIONEN Die Aufwertung von Bahnhöfen als Mobilitäts stationen ist von deren jeweiliger Lage und Funktion abhängig und orientiert sich daher stark an örtlichen Gegebenheiten. Generell sind folgende Funktionen zu überprüfen und gegebenenfalls zu verbessern: Vernetzung mit dem städtischen öffentlichen Personennahverkehr: Sind Umsteigemöglichkeiten gegeben und bequem zugänglich? Können weitere Linien angeschlossen werden? Mobilitätsangebote im Individualverkehr: Sind ausreichend Car- und Bikesharing Angebote vorhanden? Zugänglichkeit und Gestaltung: Können die einzelnen Mobilitätsangebote bequem erreicht werden. Ist die Gestaltung der Station ansprechend? Betrieb der Station: Stimmen die Angebote und deren Frequenz? Können Linien oder Anschlüsse optimiert werden? Weitere Funktionen: Kann die Mobilitätsstation mit zusätzlichen Funktionen in ihrer Attraktivität und ihrer Ausstrahlung gestärkt werden? Flankierend sollen Angebote der digitalen Information für nachhaltiges Mobilitätsverhalten ausgebaut werden. Handlungsoptionen und -bedarf für die einzelnen Bahnhöfe: Hauptbahnhof und Durlach (Fernverkehr): Angebote vorhanden, laufende Projekte gegebenenfalls anpassen. Mühlburg, Westbahnhof: Potenziale für Verbesserungen gegeben, Konzepte erarbeiten. Hagsfeld: vor kurzem umgebaut, Ergänzungsbedarf prüfen. Langfristig: Neue Standorte für Mobilitätsstationen an den Kreuzungspunkten von Bahn, Stadtbahn und Tram prüfen. SYNERGIEN Gut ausgebaute Mobilitätsstationen in Gewerbegebieten erhöhen deren Erreichbarkeit und Attraktivität (siehe „Gewerbegebiete“) Bahnhöfe als Elemente wichtiger Stadteingänge erhöhen den Spielraum für deren Nutzung und Gestaltung (siehe „Stadteingänge“ und „Gewerbegebiete“) Zusammenspiel von Stadtbild und Verkehrsplanung ermöglicht ganzheitliche und sozialräumliche Entwicklung der Mobilitätsstationen (siehe auch „Nachbarschaftszentren“) Das Quartier Bahnhof als Hauptverknüpfungspunkt und Stadteingang kann als Vorbild und Test für die Einführung neuer Angebote dienen (siehe „Quartier Bahnhof“) Synergien mit den Planungen zur so genannten „Dammerstocker Kurve“ ABHÄNGIGKEITEN Bedarf an neuen Funktionen gegenüber deren Kosten muss analysiert werden Möglichkeiten der Verdichtung des Angebots im Regionalverkehr prüfen – insbesondere entlang des Dynamischen Bands (siehe „Gewerbe“) Parkregime hinsichtlich klimafreundlicher Mobilitätskonzepte verändern HERAUSFORDERUNGEN Modal-Split (Ziel: plus neun Prozent Umweltverbund, minus neun Prozent Kraftfahrzeug-Anteil) umsetzen Beengte Platzverhältnisse und Höhenunterschiede erfordern teilweise aufwändige Lösungen KONKRETE ZIELE Aufwertung der Bahnhöfe als Stadteingänge und Mobilitätsstationen Vernetzung mit anderen Verkehrsmitteln und Mobilitätsangeboten, insbesondere des Umweltverbunds Verbesserung der digitalen Unterstützung für nachhaltiges Mobilitätsverhalten Setzen von städtebaulichen Akzenten und Gestaltung des öffentlichen Freiraums im Bahnhofsumfeld Rhein kommunale Grenze kommunale Grenze kommunale Grenze kommunale Grenze Westbahnhof Hauptbahnhof Hagsfeld Durlach BAHNHÖFE IN KARLSRUHE Übersicht der bestehenden und mögliche zukünftigen Mobilitätsstationen, Quelle: Büro MESS, nach Stadtplanungsamt/berchtoldkrass, UC STUDIO, S.US 78 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | VORHABEN UMSETZUNGSSCHRITTE (PLANERSICH) 1. Bestandsaufnahme und Situationsanalyse zur derzeitigen Funktion einzelner Bahnhöfe und Mobilitätsstationen 2. Erarbeitung von integrierten, etappierbaren Konzepten zur Aufwertung der Vernetzung bestehender und Etablierung neuer verkehrlicher Funktionen unter Beteiligung der Anbieter von Mobilitätsangeboten 3. Bei Bedarf: Integration einer städtebaulichen Rahmenplanung zur Nutzung bestehender Möglichkeiten im Umfeld 4. Schaffung von Planungsrecht BESTEHENDE GRUNDLAGEN Verkehrsentwicklungsplan, Nahverkehrsplan Bundesverkehrswegeplan ZU ERARBEITENDE GRUNDLAGEN Steckbriefe über Veränderungspotenziale bestehender und möglicher neuer Bahnhöfe in Karlsruhe Willmar-Schwabe-Straße Hauptbahnstraße Hauptbahnstraße Pnzstraße Pforzheimer Straße Pforzheimer Straße Durlacher Allee Durlacher Allee Karlsruher Allee Blotter Straße Auer Straße Pnztalstraße Willmar-Schwabe-Straße Durlacher Allee Willmar-Schwabe-StraßeWillmar-Schwabe-StraßeWillmar-Schwabe-Straße NEUORDNUNG BUSBAHNHOF PRIMÄRE MOBILITÄTSANGEBOTE SEKUNDÄRE MOBILITÄTSANGEBOTE S-Bahn Straßenbahn private Fahrzeuge Fahrrad Car-Sharing Bike-Sharing Taxi Dienstleistungen Serviceangebote Bus Deutsche Bahn WENDEMÖGLICHKEIT Durlach MULTIMODAL i P+R 25Städtebauliches Konzept „Dynamisches Band Karlsruhe“ den ÖPNV angeschlossen, jedoch auf recht unkomfor- table Art und Weise und nicht barrierefrei. Über zwei Brücken im Norden sowie an der südlichen Grenze ist der Teilraum darüber hinaus für Fußgänger und Rad- fahrer mit den Freiräumen der Alb verbunden, über die auch die Anbindung zur Innenstadt erfolgt. Der nördliche Teil ist von großen Gebäuden an der Kante zur Südtangente geprägt, an der Nordspitze befindet sich gemischtes Gewerbe. Im Zwischenbe- reich befinden sich die denkmalgeschützten Gebäude des „Palazzo“ und der Kletterhalle „The Rock“. Direkt nördlich der Zeppelinbrücke liegt das große Areal des Recyclingunternehmens Kühl. Insgesamt zeigt sich dieser Bereich eher wenig dicht bebaut. Die Südhälfte („Gewerbepark Am Roten Turm“) zeigt sich hingegen dicht bebaut und weist einen hohen Anteil historischer Bausubstanz auf. In diesem Be- reich prägen längs und quer liegende Hofstrukturen das Stadtgefüge. Gewerbenutzungen überwiegen im gesamten Gebiet, jedoch wohnen insgesamt auch etwa 140 Menschen hier. Außer kleineren privaten Grünflächen und geringem Abstandsgrün zur Südtan- gente besitzt der Teilraum nur wenig Grün. LEVEL Wesentlicher Ansatzpunkt der zukünftigen Entwicklung ist die Aktivierung des Westbahnhofs bei gleichzeitiger Erhöhung der Nutzungsintensität im Gebiet - beides Faktoren, die sich gegenseitig bedin- gen und die Attraktivität deutlich erhöhen. > Mobilität & Stadtraum Der Westbahnhof befindet sich zwar bereits heute in nur 4 Minuten Fahrzeit zum Hauptbahnhof, allerdings ist die Verbindung im Stundentakt genausowenig attraktiv wie die An- kunftssituation und der Quartierscharakter vor Ort. Teilraum 02 · „Westbahnhof Roter Turm“ - Level 2 Hochpunkt Stadteingang Vernetzung mit Grün- räumen Alb Verlegung Bannwaldallee an die Südtangente, Bebau- ung der neu entstehenden Baufelder Potenzial Grünbrücke Erhalt und Entwicklung der spezifi schen Hofstruktur Prüfung Transformations- potenzial Ausbildung Kante zu den Gleisen Ausbildung Kante zu den Gleisen neues Baufeld 500m Pocket Parks mit bioklimatischer Entlastungsfunktion Aktivierung Westbahnhof, 15-Min.-Takt Hbf / Wörth neue Gleisquerung mit Teilraum 03 zusammen denken! 250m Westbahnhof, Quelle: Abschlussbericht Dynamisches Band, berchtoldkrass, UC Studio, S.US Durlach Multimodal, Quelle: berchtoldkrass, STUDIO . URBANE STRATEGEN Haltestellen „Hardeckstraße“ und „Pulverhausstraße“ (Seite 103), Quelle: Abschlussbericht Dynamisches Band, berchtoldkrass, UC STUDIO, S.US 39Städtebauliches Konzept „Dynamisches Band Karlsruhe“ kleinere Gewerbe- und Handwerksbetriebe. Im sich stark verjüngenden nördlichen Abschluss liegen Kleingärten, die nur über die „Haifischflosse erreicht werden können. Im Gebiet selber gibt es nur wenig Grün, die öffentlichen Räume zeigen sich deutlich mehr auto- als fußgängerbezogen. An den ÖPNV ist der Teilraum über eine Buslinie und die etwas ent- fernter liegende Tramhaltestelle Hardecksiedlung angebunden. LEVEL Der Schwerpunkt der zukünftigen Entwick- lungen in der Haifischflosse liegt in der Schaffung attraktiver öffentlicher Frei- und Grünräume und deren Vernetzung mit den umliegenden Bereichen sowie in der Anbindung durch die neue S-Bahnlinie vom Haupt- zum Westbahnhof. > Nutzung Der grundlegende Nutzungscharakter der Haifischflosse wird nicht verändert. Die Gewerbenut- zung wird in Zukunft jedoch dichter und effektiver werden. So können die ausgedehnten Parkplatzareale überbaut werden, auch Aufstockungen, Anbauten und Ergänzungen sind an zahlreichen Stellen möglich. In mäßigem Umfang kann auch eine vertikale Mischung im Gebäude stattfinden. Der bestehende Branchen- mix wird dabei beibehalten und ggf. durch geeignete Sondernutzungen, etwa aus dem Bereich Gastrono- mie ergänzt. > Freiraum Den Hauptfokus der zukünftigen Maßnah- men stellt die Aufwertung der öffentlichen Räume dar. Insbesondere über Ausbau und auch Neueinrich- tung von Grünräumen wird die Aufenthaltsqualität Teilraum 06 · „Haifischflosse“ - Level 2 Neuer S-Bahn-Haltepunkt Hardecksiedlung, Knoten mit Tramhalt Grünzug Pulverhausstraße Grünzug Pulverhausstraße Neue S-Bahn Hbf-Westbahnhof Ausbau und Aufwertung Grünvernetzung Alb-Oberreut Anbindung Bulach Punktuelle Ergänzungen Parkplatzüberbauung, Verdichtung Gewerbe Aufstockung, Ergänzung Verbindung Forstlach-Weiherfeld STADTPLANUNGSAMT | 79 BEISPIELPROJEKT: BAHNHOF DURLACH Der Durlacher Bahnhof ist eine der wichtigsten Schnittstellen Karlsruhes. Er ist von regionaler Bedeutung, gleichzeitig Stadteingang und wichtiger Entwicklungsschwerpunkt der Durlacher Allee. Ein multifunktionales Konzept gestaltet den Bahnhofsplatz um und ermöglicht die Erweiterung des Bahnhofvorplatzes als zusammenhängender öffentlicher Raum, die Aufwertung als Stadteingang, die Schaffung eines gefassten Raums durch neue Bebauung und Freiraumgestaltung sowie die Gestaltung einer Grünfl äche in unmittelbarer Nähe, die Ergänzung von Mobilitätsangeboten (Kiss&Ride, Taxi, Carsharing, Fahrradstellplätze...) und die Freiraumgestaltung und Gestaltung von Grünfl ächen in unmittelbarer Nähe. SCHLÜSSELPROJEKT I: WESTBAHNHOF Der Westbahnhof befi ndet sich zwar bereits heute in nur vier Minuten Fahrzeit zum Hauptbahnhof, allerdings ist die Verbindung im Stundentakt genauso wenig attraktiv wie die Ankunftssituation und der Quartierscharakter vor Ort. Die Aktivierung des Westbahnhofs als „echter“ Knotenpunkt mit neuer Gleisquerung direkt in die nördlich und südlich angrenzenden Quartiere hinein, könnte diese Situation umkehren. Mit der gleichzeitig forcierten Umstrukturierung und Nachverdichtung der Gewerbebereiche und der Neugestaltung der öffentlichen Räume an strategischen Punkten könnte das Bahnhofsumfeld ein ganz neues Gesicht erhalten. Ebenso könnten auf diese Weise neue Mobilitätsfunktionen am Westbahnhof angeboten werden. Die Einrichtung einer Stadtbahn zwischen Hauptbahnhof und Wörth mit dichter Taktzeit wäre als wichtige fl ankierende Maßnahme zu prüfen. Text auf Basis des Abschlussberichts Dynamisches Band, berchtoldkrass, UC STUDIO, S.US SCHLÜSSELPROJEKT II: DREIECK AM HALTEPUNKT HARDECKSIEDLUNG, PULVERHAUSSTRASSE Eine neu eingerichtete Haltestelle „Pulverhausstraße“ an der Bahnlinie Karlsruhe-Wörth wäre vom Hauptbahnhof zukünftig in nur drei Minuten erreichbar. Die bereits im Verkehrsentwicklungsplan enthaltene Tramlinie auf der Pulverhausstraße bringt eine Taktverdichtung an der Haltestelle Hardeckstraße. Die Verknüpfung beider Haltestellen würde einen neuen Impuls in punkto Erreichbarkeit des Gebiets durch den öffentlichen Personennahverkehr setzen. Text auf Basis des Abschlussberichts Dynamisches Band, berchtoldkrass, UC STUDIO, S.US BEISPIEL- UND SCHLÜSSELPROJEKTE 80 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | VORHABEN NACHBARSCHAFTSZENTREN BELEBEN Nachbarschaftszentrum der 5-Minuten-Stadt vom Team berchtoldkrass, STUDIO . URBANE STRATEGIEN, URBAN CATALYST STUDIO (aus der Planungswerkstatt) BESCHREIBUNG Attraktive und lebendige Nachbarschaftszentren sind Ankerpunkte des täglichen Lebens und Katalysatoren für die Stadtentwicklung. Um diese Funktion für die Zukunft zu stärken, sollen Einrichtungen des täglichen Bedarfs und integrierte Mobilitätsangebote noch besser miteinander verbunden und mit einer attraktiven Gestaltung der öffentlichen Räume zu Orten mit hoher Aufenthalts- und Versorgungsqualität entwickelt werden. BEWEGGRÜNDE Nachbarschaften brauchen lebendige Zentren mit den notwendigen Einrichtungen und attraktiven Mobilitätsangeboten des Umweltverbunds. In Karlsruhe existieren schon viele dieser Zentren, doch nicht überall sind die Funktionen am selben Ort. Angeregt durch die Ideen der „5-Minuten-Stadt“ und der „Stadt der Nachbarschaften“ vom Team „berchtoldkrass, STUDIO . URBANE STRATEGIEN, URBAN CATALYST STUDIO“ soll bedarfsabhängig die Erreichbarkeit wichtiger Einrichtungen und Orte sowie deren Vernetzung mit der Gesamtstadt als Grundprinzip der integrierten Mobilitäts- und Stadtentwicklung ins Räumliche Leitbild integriert werden. ZIELE Die Zentren der Nachbarschaften sollen durch eine regelmäßige Erreichbarkeit mit dem öffentlichen Personennahverkehr sowie eine hohe Funktionsdichte und -mischung in ihrer Bedeutung gefördert werden. Die Vernetzung von integrierter Verkehrsplanung, einer hohen Qualität des öffentlichen Raums und der architektonischen Gestaltung ist dafür eine notwendige Voraussetzung. Dort, wo nötig und möglich, sollen neue Nutzungen angesiedelt oder neue Mobilitätsangebote in bestehende Zentren integriert werden. ZEITHORIZONT DES VORHABENS planerische Arbeiten fi nanziert wichtig für die Lösung aktueller Herausforderungen konkrete Prozesse entschieden generelles Vorgehen geklärt Aufgabe & Ziele defi niert wichtig als Weichenstellung für die zukünftige Entwicklung 202220272032Vision Umsetzungsphase BEDEUTUNG DES VORHABENS REIFEGRAD DES VORHABENS Planungsphase G r ü n e A d r e s s e S t a r k e M i t t e C o o l e Q u a r t i e r e M e h r W o h n e n K l a r e K o n t u r e n D y n a m i s c h e s B a n d U r b a n e N ä h e Quartier Bahnhof Neue Quartiere Freiraum Gewerbe Bestehende Quartiere Innenstadt Mobilität (Quartier) Bahnhöfe Funktionen mischen Klimaanpassung Stadteingänge EINORDNUNG INS LEITBILD 2017 Verknüpfung zu den Vertiefungsbereichen STADTPLANUNGSAMT | 81 KONKRETE ZIELE Förderung von Nutzungs- und Funktionsmischung in den jeweiligen Quartieren Schaffung attraktiver Nachbarschaftszentren als Ankerpunkte des täglichen Lebens und Katalysatoren für die Stadtentwicklung Ausbau von Verknüpfungsstellen der Mobilität BESTEHENDE GRUNDLAGEN Einzelhandelsgutachen, Analyse „Lebensmittel Nahversorgung Monitoring“ Stadtteilentwicklungskonzepte Verkehrsentwicklungsplan STRATEGIE UND HANDLUNGSOPTIONEN Die erfolgreiche Kombination von Erreichbarkeit, Versorgungsangebot und Aufenthaltsqualität ist für die Belebung von Nachbarschaftszentren von zentraler Bedeutung. In bereits bestehenden Quartieren sind mehrere Handlungoptionen schrittweise oder simultan zu verfolgen: Gestaltung des öffentlichen Raums inklusive kleiner Platzsituationen als Impuls für die Ansiedlung weiterer Versorgungseinrichtungen. Ausbau von Verbindungen für Fußgänger und Radfahrer zum Nachbarschaftszentrum. Erhalt respektive Förderung bestehender Mischstrukturen und von nicht-störendem Kleingewerbe. Aufwertung der Verbindung zwischen Mobilitätsknoten und Nachbarschaftszentrum durch langfristige Verlagerung von Versorgungseinrichtungen oder eine attraktive Gestaltung für Fußgänger. Bewusste Ansiedlung gemeinnütziger Einrichtungen oder Freizeitaktivitäten. Der Einbezug der ansässigen Bevölkerung und der lokalen Unternehmerschaft ist dabei von besonderer Bedeutung und erfordert die Entwicklung von Nachbarschaftskonzepten im Dialog. Diese können durch innovative bauliche Lösungen für die Mischung von Nutzungen und die Gestaltung unterstützt werden. Bei neuen Quartieren können die gleichen Handlungsoptionen von Beginn an in die Entwicklung mit einbezogen werden. Hier ist zu beachten, dass sich Versorgungseinrichtungen erst schrittweise ansiedeln. Um die späteren Entwicklungs- möglichkeiten dieser Zentren zu sichern, können beispielsweise hohe Erdgeschosse baurechtlich festgelegt werden. SYNERGIEN Ausbau multimodaler Mobilitätsstationen steigert Quartiersvernetzung und Attraktivität von Versorgungseinrichtungen (siehe „Bahnhöfe“ und „Mobilitätskonzepte“) Klimatische Aufwertung der Straßenräume beginnt in Nachbarschaftszentren und setzt Impulse für mehrere Vorhaben (siehe „Klimaanpassung“, „Mobilität“ und „Freiräume“) Auch in Gewerbegebieten können Nachbarschafts- zentren einen Beitrag zur Weiterentwicklung leisten (siehe „Gewerbe“ und „Funktionen Mischen“) Stadteingänge können gleichzeitig auch eine Funktion als Nachbarschaftszentrum ausüben (siehe„Stadteingänge“) Verkehrsentwicklungsplan bietet verkehrliche Aufwertungsmaßnahmen in und zwischen den Quartieren ABHÄNGIGKEITEN Wie groß ist der tatsächlicher Bedarf an Nahversorgungseinrichtungen? Wirtschaftlichkeit versus städtebauliche Qualität Möglicherweise Grunderwerb der Stadt notwendig HERAUSFORDERUNGEN Ausbildung von Nachbarschaftszentren in der Innenstadt (Konkurrenz und Platzverhältnisse) Möglichkeiten der Verlagerung bestehender Versorgungseinrichtungen oder Mobilitäts stationen Nutzungskonfl ikte in Wohnquartieren mit Nahversorgung und Gewerbe ZU ERARBEITENDE GRUNDLAGEN Kriterien eines Nachbarschaftszentrums defi nieren Steckbriefe Nachbarschaftszentren (Versorgung, Anbindung, Gestaltung, Potenziale) Fortschreibung Studie „Einkaufen und Nahversorgung in Karlsruhe 2017“
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Extrahierter Text
82 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | DIE VERTIEFUNGSBEREICHE Die Vertiefungsbereiche stellen das Bindeglied zwischen Stoßrichtungen und Vorhaben dar. Sie dienen als Prüfaufgaben für die Vorhaben sowie als Szenarien und Denkexperimente für die räumliche Weiterentwicklung der Stadt für drei ausgesuchte Handlungsbereiche. Die Wahl der Vertiefungsbereiche basiert auf den Räumen, die bereits in der Planungswerkstatt im Fokus der Leitbildentwürfe standen. Alle Teams waren sich bei diesen Räumen einig, dass diese die größten Entwicklungspotenziale aufweisen (siehe Überlagerung der identifi zierten Flächenpotenziale) ZIELE DER VERTIEFUNGSBEREICHE Die Bearbeitung der Vertiefungsbereiche wurde bei zwei Teams der Planungswerkstatt in Auftrag gegeben. Sie stellt eine erste, näherungsweise Betrachtung räumlicher Schwerpunkte der Entwicklung dar, die parallel zur Ausarbeitung der Vorhaben angegangen wurde. Aufgabe der Teams war es, mit ihren Konzepten einen Beitrag zu den folgenden Zielen zu leisten: Veranschaulichung und Konkretisierung der Stoßrichtungen an konkreten Räumen. Überprüfung der Vorhaben auf deren nachhaltige Belastbarkeit und Abgleich der Konfl ikte durch modellhafte räumliche Konkretisierung. Erarbeitung unterschiedlicher Szenarien für die Entwicklung der bislang planerisch vernachlässigten Stadträume. Das Büro Machleidt-Sinai-SHP untersuchte die Arrondierungs- möglichkeiten der bestehenden Siedlungsstrukturen im Nordwesten an der Freihaltetrasse zwischen Neureut, Kirchfeld, Neureut Heide, Nordstadt und Nordweststadt und im Osten zwischen Waldstadt, Hagsfeld, Rintheim und Oststadt. Dabei wurde der Landschaftsraum der Nordspange mit seinen vorhandenen Landschaftsqualitäten als wichtiges strukturierendes und verbindendes Element für die zukünftigen Quartiere mitgedacht. Das Gebiet im südlichen Band entlang der Südtangente und der Bahntrasse wurde der Bürogemeinschaft berchtoldkrass, STUDIO . URBANE STRATEGIEN und URBAN CATALYST anvertraut. Sie setzte sich intensiv mit den südlich der Südtangente angrenzenden Gewerbegebieten auseinander. Das Konzept zeigte mögliche Transformations- sowie Auswertungspotenziale der bestehenden Strukturen und veranschaulichte die Gestaltungsmöglichkeiten in unterschiedlichen Teilräumen. Auch der Landschaftsraum „Alb“ wurde stärker einbezogen und mit den „Außenlandschaften“ vernetzt. Die Überwindung und Wahrnehmung des Stadtraums Südtangente waren ebenfalls Teil des Konzeptes. Die Ergebnisse der Arbeiten sollen in Zukunft eine koordinierende übergeordnete Funktion für vorhandene und zukünftige Projekte einnehmen und als Diskussionsgrundlage für Gremien und Bürgerschaft dienen. TEIL 5: DIE VERTIEFUNGSBEREICHE ZWEI BÜROGEMEINSCHAFTEN UNTERSUCHTEN DIE ENTWICKLUNGS- MÖGLICHKEITEN IM NORDEN UND SÜDEN DER STADT Die Vertiefungsbereiche, Quelle: Büro MESS Schnittmengen der Leitbildkonzepte, Quelle: Dr. Markus Nollert STADTPLANUNGSAMT | 83 Ableitung konzeptioneller Ziele für das Dynamische Band, Quelle: berchtoldkrass, UC STUDIO, S.US 84 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | DIE VERTIEFUNGSBEREICHE AUFGABENVERSTÄNDNIS UND VORGEHENSWEISE Das Konzept des Dynamischen Bandes geht zurück auf die Zeit vor dem Planungsprozess für das Räumliche Leitbild. In einer Planungswerkstatt im Jahr 2012 zum Rahmenplan Durlacher Allee wurden Teile der Konzeption des Teams berchtoldkrass aus der gesamtstädtischen Vorstellung eines „Produktiven Gürtels“ um den südlichen Stadtkörper abgeleitet. Auch der Leitbildentwurf des Teams berchtoldkrass definierte 2014 diesen Raum als südliche Hälfte einer Karlsruher „Stadt der Produktiven Welten“. Im Räumlichen Leitbild schließlich wurde das „Dynamische Band“ zu einer der sieben Stoßrichtungen. Das Dynamische Band ist eingebettet in den Prozess des Räumlichen Leitbilds und besitzt als Stoßrichtung erhebliche Bedeutung für die Entwicklung der Stadt als Ganzes. Alle sieben Stoßrichtungen dienen gleichzeitig als grundsätzlicher Ausgangspunkt zur Analyse des Dynamischen Bands und als Wertmaßstab für alle konzeptionellen Vorstellungen. Die Fragestellung lautet: Wie kann das Dynamische Band entwickelt werden, so dass es der gesamtstädtischen Entwicklung im Sinne der sieben identifizierten Stoßrichtungen am besten dient? Rahmenplan verbindet verschiedene Inhalte integriert Dazu werden aus den Stoßrichtungen konkrete Ziele für das Untersuchungsgebiet abgeleitet. Insbesondere ergeben sich diese Ziele in den vier Handlungsfeldern Stadtraum, Nutzung, Grün und Mobilität. Deutlich wird aber auch, dass es sich oftmals um Querschnittsthemen handelt, die wichtige Zusammenhänge verdeutlichen. Der Fußgänger- und Radverkehr kann beispielsweise nicht ohne ein komplementäres Freiraumsystem gedacht werden. Ebenso lassen sich Vorstellungen über eine Nachverdichtung im Bestand zwar isoliert anstellen, werden aber dem Anspruch an eine integriert konzipierte Qualitätsverbesserung im Quartier nicht gerecht. Der mit dieser Vertiefungsstudie zu entwickelnde „Städtebauliche Rahmenplan Dynamisches Band Karlsruhe“ wird somit sehr verschiedene Inhalte integriert verbinden. VERTIEFUNGSBEREICH SÜD STÄDTEBAULICHES KONZEPT „DYNAMISCHES BAND KARLSRUHE“ IM RAHMEN DER FERTIGSTELLUNG DES RÄUMLICHEN LEITBILDS 5Städtebauliches Konzept „Dynamisches Band Karlsruhe“ Ableitung konzeptioneller Ziele für das Dynamische Band Freiraumsystem gedacht werden, ebenso lassen sich Vorstellungen über eine Nachverdichtung im Bestand zwar isoliert anstellen, werden aber dem Anspruch an eine integriert konzipierte Qualitätsverbes- serung im Quartier nicht gerecht. Der mit dieser Vertiefungsstudie zu entwickelnde „Städtebauliche Rahmenplan Dynamisches Band Karlsruhe“ wird somit sehr verschiedene Inhalte integriert verbinden. Wie aber kann ein solcher „Städtebaulicher Rah- menplan“ für einen so großen, sehr differenzierten und komplexen Stadtraum überhaupt aussehen? Ein Raum, der mit vielen bestehenden Nutzungen belegt ist, die in den kommenden Jahren ihren Standort voraussichtlich nicht aufgeben werden, in dem zudem Flächenverfügbarkeiten und weitere Rahmenbedin- gungen häufig gar nicht feststehen, in dem eventuell gar kein bekanntes Zielbild entworfen werden kann. STADTEINGÄNGE BAULICH PRÄGNANT AUSGESTALTEN! STADTRAUM SÜDTANGENTE VIELFÄLTIG SICHTͳ UND ERͳ LEBBAR MACHEN! NEUE, ANDERE WOHNFORMEN DOPPELTE INNENͳ ENTWICKLUNG! SO VIEL GRÜN IM QUARTIER WIE MÖGLICH KLIMAANPASSUNG VERNETZUNG LAGE KONSEQUENT NUTZEN ÖV UND LV AUSBAUEN LAGE INS BEWUSSTSEIN BRINGEN MISCHEN POSSIBLE! NUTZUNG! GRÜN! MOBILITÄT! STADTRAUM! GEWERBE STÄRKEN! SACHEN MÖGLICH MACHEN, DIE IN DER MITTE NICHT GEHEN! Es wird entsprechend kein „klassischer“ Rahmen- plan sein, sondern ein strategisches Instrument mit Ansätzen, Leitlinien und Entwicklungsprinzipien, das zwar gewisse „klassische“ Inhalte wie Baufelder, Grünflächen usw. enthält, aber auch strategische Elemente, die Entwicklungsrichtungen weisen, aber offen für weitere Überlegungen sind. Ein Instrument, das nicht parzellenscharf und nicht „fertig“ im üb- lichen Sinn gezeichnet ist, sondern ein „Instrument zur Auseinandersetzung“. In dieser Studie wurde hierzu eine eigene grafische Sprache entwickelt, die sich auf die Betrachtung der Eigenarten, der strukturellen, funktionalen und iden- titätsstiftenden Leistungsfähigkeit und der inneren Logik und zukünftigen Wirkmechanismen der Teilräu- me bezieht, und die stets auf die Erkennbarkeit des „Vorher-Nachher“ ausgerichtet ist. Wie aber kann ein solcher „Städtebaulicher Rahmenplan“ für einen so großen, sehr differenzierten und komplexen Stadtraum überhaupt aussehen? Ein Raum, der mit vielen bestehenden Nutzungen belegt ist, die in den kommenden Jahren ihren Standort voraussichtlich nicht aufgeben werden, in dem zudem Flächenverfügbarkeiten und weitere Rahmenbedingungen häufig gar nicht feststehen, in dem eventuell gar kein bekanntes Zielbild entworfen werden kann. Rahmenplan stellt „Instrument zur Auseinandersetzung“ dar Es wird entsprechend kein „klassischer“ Rahmenplan sein, sondern ein strategisches Instrument mit Ansätzen, Leitlinien und Entwicklungsprinzipien, das zwar gewisse „klassische“ Inhalte wie Baufelder, Grünflächen und anderes enthält, aber auch strategische Elemente, die Entwicklungsrichtungen weisen, aber offen für weitere Überlegungen sind. Ein Instrument, das nicht parzellenscharf und nicht „fertig“ im üblichen Sinn gezeichnet ist, sondern ein „Instrument zur Auseinandersetzung“. Trassen wirken als Barrieren – und schaffen klar konturierte Teilräume, Quelle: berchtoldkrass, UC STUDIO, S.US „langgestreckte Insel“ 7Städtebauliches Konzept „Dynamisches Band Karlsruhe“ Trassen wirken als Barrieren – und schaffen klar konturierte Teilräume >Die Trassen führen aber auch bisweilen zu einer besonderen Erschließungsqualität: Die „queren- den Trassen“ in Nord-Süd-Richtung vernetzen das Gebiet für den Langsamverkehr Fuß/Rad außeror- dentlich gut mit der Umgebung. Auch die ÖV-Tras- sen böten eigentlich höchst attraktive Anbindung, ggf. braucht es aber neue oder ausgebaute Halte- punkte (insb. Westbahnhof bzgl. Bedienungsquali- tät, Raumqualität und Herstellung Querung/Einbin- dung in den Stadtraum). >Schienen- und Oberleitungstrassen verhindern eine „flächenhafte“ Raumvernetzung vollständig, so dass den Brückenstandorten besondere Bedeutung zu- kommt - diese funktionieren bereits heute gut. >Von Norden und Süden grenzen höchst unter- schiedliche Arten von Stadt- und Freiräumen an das Dynamische Band an. >Entlang des Dynamischen Bandes gibt es bereits eine Vielzahl von Themen und Projekten mit unter- schiedlichen Bearbeitungsständen (z.B. Bebauung Hauptbahnhof Süd, Fernbusbahnhof, REGEKO-Pro- jekt Grünwinkel, ...). >In den einzelnen Teilräumen herrschen sehr spe- zifische Stadtstrukturen vor, etwa hinsichtlich Körnung, Mischungsverhältnis, Bandbreite der Nut- zungen, Bebauung oder Demografie. Diese nach einer Lesung des Raumes getroffenen Feststellungen dienen als Ausgangspunkt für städ- tebauliche Analysen, beinhalten aber schon sehr wesentliche konzeptionelle Erkenntnisse für den Städtebaulichen Rahmenplan Dynamisches Band. STADTPLANUNGSAMT | 85 DAS DYNAMISCHE BAND KARLSRUHES PRODUKTIVER STADTRAUM ZWISCHEN 1.000 TRASSEN Beim Dynamischen Band handelt sich um einen „Hochleistungsraum“, der viele verschiedene Funktionen auf langgezogenem und gleichzeitig eingeschränktem Gebiet verbinden muss. Nämlich: Produktion, Dienstleistung, Handel, großräumiger Transit, Transport von Menschen, Gütern, Produkten und Energie auf vielfältige Weise oder Freiraumvernetzung und Klimabelange. Das Dynamische Band und seine angrenzenden Bereiche können nach einer ersten Sichtung wie folgt charakterisiert werden: Viele produktive Nutzungen im Dynamischen Band sind zum Teil seit Jahrzehnten fest etabliert und prägen den Raum maßgeblich. Der Raum wird am stärksten beeinflusst von unzähligen Trassen, nämlich durch Schienen des Personenverkehrs vom Hauptbahnhof nach Wörth und durch die neue Maxaubahn für den Güterverkehr, die Südtangente und Produkt-, Fernwärme- und Energieleitungen. Diese Trassen wirken einerseits als Verteiler, andererseits als begrenzende Barriere für die dazwischenliegenden Räume und als stark einschränkende Elemente in der Flächenvernetzung. Barrieren und Grenzen führen zu charakteristischen „Insel- Räumen“, die meist stark auf sich selbst bezogen sind und sich mit Blick auf die Trassen abschotten. Letztere führen gleichzeitig zu einer besonderen Erschließungsqualität: Die „querenden Trassen“ in Nord-Süd-Richtung vernetzen das Gebiet für den Fußgänger- und Radverkehr außerordentlich gut mit der Umgebung. Auch die Trassen für den öffentlichen Nahverkehr bieten eine eigentlich höchst attraktive Anbindung. Dafür braucht es allerdings neue oder ausgebaute Haltepunkte, insbesondere am Westbahnhof. Hier geht es um eine verbesserte Bedienungs- und Raumqualität und die Herstellung einer Querung hin zum Stadtraum. Schienen- und Oberleitungstrassen verhindern eine „flächenhafte“ Raumvernetzung vollständig, so dass den funktionierenden Brückenstandorten besondere Bedeutung zukommt. In einzelnen Teilräumen herrschen spezifische Stadtstrukturen vor Entlang des Dynamischen Bandes gibt es bereits eine Vielzahl von Themen und Projekten mit unterschiedlichen Bearbeitungsständen. Zu nennen sind unter anderem die Entwicklung des Areals Hauptbahnhof Süd und Fernbusterminal oder das „Ressourcenoptimierte Gewerbe flächenmanagement durch Kooperation“ in Grünwinkel. In den einzelnen Teilräumen herrschen sehr spezifische Stadtstrukturen vor, etwa hinsichtlich Körnung, Mischungsverhältnis, Bandbreite der Nutzungen, Bebauung oder Demografie. Von Norden und Süden grenzen höchst unterschiedliche Arten von Stadt- und Freiräumen an das Dynamische Band an. Spezialaufgaben im Bestand, Quelle: berchtoldkrass, UC STUDIO, S.US 9Städtebauliches Konzept „Dynamisches Band Karlsruhe“ Spezialaufgaben im Bestand Klar ist, dass Karlsruhe auch in Zukunft Räume braucht, in denen Neues entstehen kann, wo unter- nehmerische Experimente möglich sind und Syner- gien erzeugt werden. Insbesondere, da sich durch die Globalisierung und Digitalisierung der Gesellschaft auch die Art und Weise, wie wir konsumieren, produ- zieren und wirtschaften radikal ändert, muss das Ziel der Anpassung, Verdichtung und Qualifizierung sein, die vorhandene Dynamik auch in Zukunft zu erhalten. Die zentralen Herausforderungen bestehen darin, sich auf diesem Weg Optionen offenzuhalten und neue Nutzungs- und Betreibermodelle auszutesten, Rahmenbedingungen für ein vielfältiges und ge- mischtes Quartier zu schaffen und den öffentlichen Raum sowie die Verkehrsinfrastruktur nachhaltig und am Menschen orientiert umzugestalten. Entscheidend für die Entwicklung von bestehenden Quartieren mit vielen unterschiedlichen Interessens- gruppen ist eine schrittweise Herangehensweise, bei der Stadtgesellschaft und lokale Akteure frühzeitig in die Diskussion um mögliche Zukünfte einbezogen werden, um die lokalen Interessen mit gesamtstäd- tischen Perspektiven in Einklang zu bringen. Und so ist von erheblicher Bedeutung, welche Form von Stadt in 15, 20 Jahren an einem solchen Standort gewünscht wird. Soll das Band auch dann noch dyna- misch oder soll dann alles fertig gebaut sein? Das Dy- namische Band stellt in dieser Frage eine Besonder- heit in Karlsruhe dar: Hier kann Dynamik als Konzept aufgefasst werden, das dauerhaft Mehrwerte vor Ort und für die Gesamtstadt erzeugt, und das damit ein durchaus schützenswertes Merkmal darstellt. Komplexe schrittweise Veränderungen! Komplexe schrittweise Veränderungen! Routineaufgaben auf der „Grünen Wiese“, Quelle: berchtoldkrass, UC STUDIO, S.US 8Städtebauliches Konzept „Dynamisches Band Karlsruhe“ Routineaufgaben auf der „Grünen Wiese“ 2.3 Dynamik als Prozess Die räumliche Struktur des Dynamischen Bands wird maßgeblich durch die verschiedenen linearen Verkehrsinfrastrukturen geprägt. Als Pufferzone zwischen hochverdichteter innerer Stadt und auf- gelockerter Siedlungserweiterung am Stadtrand übernimmt es eine vermittelnde und versorgende Funktion für ganz Karlsruhe. Dabei folgt die Nutzung der Flächen durch mehr oder weniger einfache Gewerbebauten eher prag- matischen Grundsätzen. Im Dynamischen Band finden sich viele eingeschossige Lager- und Produk- tionshallen, Groß- und Supermärkte, versiegelte Parkplatzflächen und einfache Büroimmobilien. Der Gebäudebestand ist durch einfache Konstruktions- prinzipien und günstige Materialwahl eher kurzfri- stig und bedarfsorientiert ausgerichtet. Im Windschatten der inneren Stadt bot dieser dyna- mische Standort über viele Jahre Raum für eine Viel- zahl an Unternehmen. Nun verlangt jedoch das anhaltende Bevölkerungs- wachstum Karlsruhes, die Prioritäten der zukünf- tigen Stadtentwicklung neu zu bewerten, und somit rückt auch das Dynamische Band in den Fokus. Für den Umgang mit bestehenden Gewerbequartieren dieser Größenordnung gibt es jedoch keine einfache Blaupause. Die vielen Unwägbarkeiten fordern eine flexible Strategie, welche die lokalen Qualitäten und Potenziale integriert und gleichzeitig einen Rahmen für die zukünftige Entwicklung vorgibt. IdeePlanBauHaus IdeePlanBauHaus 86 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | DIE VERTIEFUNGSBEREICHE DYNAMIK ALS PROZESS Die räumliche Struktur des Dynamischen Bandes wird maß- geblich durch die verschiedenen linearen Verkehrsinfra- strukturen geprägt. Als Pufferzone zwischen hoch verdichteter innerer Stadt und aufgelockerter Siedlungserweiterung am Stadtrand übernimmt es eine vermittelnde und versorgende Funktion für ganz Karlsruhe. Dabei folgt die Nutzung der Flächen durch mehr oder weniger einfache Gewerbebauten eher pragmatischen Grundsätzen. Im Dynamischen Band finden sich viele eingeschossige Lager- und Produktionshallen, Groß- und Supermärkte, versiegelte Parkplatzflächen und einfache Büroimmobilien. Der Gebäudebestand ist durch einfache Konstruktionsprinzipien und günstige Materialwahl eher kurzfristig und bedarfsorientiert ausgerichtet. Im Windschatten der inneren Stadt bot dieser dynamische Standort über viele Jahre Raum für eine Vielzahl an Unternehmen. Viele Unwägbarkeiten fordern flexible Strategie für künftige Entwicklung Anhaltendes Bevölkerungswachstum in Karlsruhe verlangt jedoch eine Neubewertung von Prioritäten einer zukünftigen Stadtentwicklung. Das Dynamische Band rückt damit in den Fokus. Für den Umgang mit bestehenden Gewerbequartieren dieser Größenordnung gibt es jedoch keine einfache Blaupause. Viele Unwägbarkeiten fordern eine flexible Strategie, die lokale Qualitäten und Potenziale integriert und gleichzeitig einen Rahmen für die zukünftige Entwicklung vorgibt. Karlsruhe benötigt auch in Zukunft Räume, in denen Neues entstehen kann, wo unternehmerische Experimente möglich sind und Synergien erzeugt werden. Wenn Globalisierung und Digitalisierung der Gesellschaft die Art und Weise, wie wir konsumieren, produzieren und wirtschaften radikal ändern, muss das Ziel von Anpassung, Verdichtung und Qualifizierung sein, die vorhandene Dynamik auch in Zukunft zu erhalten. Zentrale Herausforderungen bestehen darin, sich auf diesem Weg Optionen offenzuhalten und neue Nutzungs- und Betreibermodelle auszutesten, Rahmenbedingungen für ein vielfältiges und gemischtes Quartier zu schaffen und den öffentlichen Raum sowie die Verkehrsinfrastruktur nachhaltig und am Menschen orientiert umzugestalten. Entscheidend für die Entwicklung von bestehenden Quartieren mit vielen unterschiedlichen Interessengruppen ist eine schrittweise Herangehensweise, bei der Stadtgesellschaft und lokale Akteure frühzeitig in die Diskussion um mögliche Entwicklungen einbezogen werden. So können lokale Interessen mit gesamtstädtischen Perspektiven in Einklang gebracht werden. Von erheblicher Bedeutung ist, welche Form von Stadt in den kommenden beiden Jahrzehnten an einem solchen Standort gewünscht wird. Soll das Band auch dann noch dynamisch oder alles fertig gebaut sein? Das Dynamische Band stellt in dieser Frage eine Besonderheit in Karlsruhe dar: Hier kann Dynamik als Konzept aufgefasst werden, das dauerhaft Mehrwerte vor Ort und für die Gesamtstadt erzeugt, und das damit ein durchaus schützenswertes Merkmal darstellt. Öffentliche Grünflächen, Bäume, Quelle: berchtoldkrass, UC STUDIO, S.US 13Städtebauliches Konzept „Dynamisches Band Karlsruhe“ Aspekt 5: Erreichbarkeit vom Zentrum Aspekt 6: Erreichbarkeit im Teilraum 5 Min. 10 Min. 15 Min. 20 Min. 10 Min. 5 Min. Erreichbarkeit mit dem Fahrrad (12 km/h) vom Marktplatz aus in 5-Minuten-Schritten Erreichbarkeit aus den Zentren der Teilräume zu Fuß (5 km/h) in 5 und 10 Minuten Erreichbarkeit vom Zentrum, Erreichbarkeit mit dem Fahrrad (12 km/h) vom Marktplatz aus in 5-Minuten-Schritten, Quelle: berchtoldkrass, UC STUDIO, S.US 12Städtebauliches Konzept „Dynamisches Band Karlsruhe“ Aspekt 3: Flächenpotenziale Aspekt 4: Freiraumvernetzung „eingeschossige Kisten“ großfl ächige Par- kierung Brachen und andere Trans- formations- potenziale Öffentliche Grünflächen, Bäume STADTPLANUNGSAMT | 87 ERKUNDUNGEN IM DYNAMISCHEN BAND ACHT ASPEKTE EINER BESTANDSANALYSE Der gesamte Raum des Dynamischen Bandes wird einer gründlichen städtebaulichen Analyse unterzogen. Sie beleuchtet die wichtigsten Aspekte hinsichtlich der aus den Stoßrichtungen abgeleiteten Ziele näher. Diese Aspekte umfassen neben baulichen und funktionalen Merkmalen wie Nutzungsart, Grundstücksausnutzung, Flächenpotenzialen oder Freiraumstruktur auch historische Karten, die die „vergangene Dynamik“ des Bandes nachvollziehen und interessante Erkenntnisse zutage fördern. Erläutert werden zudem demografische Verteilungen, eine Analyse der tatsächlichen Erreichbarkeiten für Fußgänger und Radfahrer sowie die Wahrnehmung des „Bewegungs- und Stadtraums“ Südtangente. Abschließend wird zusammengefasst, welche Ideen und Projekte an verschiedenen Stellen des Dynamischen Bandes derzeit virulent sind und diskutiert werden. Die Analysekarten zeigen einen Raum von hoher Komplexität und Reichhaltigkeit mit hervorragenden Standortbedingungen, insbesondere in punkto Anbindung und Möglichkeiten für gewerbliche Nutzungen. Ihm sind aber auch erhebliche Nachteile zuzuschreiben, unter anderem Immissionen, Barrieren, wenig Grünräume im Innern der Quartiere und eine teils mangelhafte Versorgung mit öffentlichem Nahverkehrsangebot. Hier bestehen deutlich sichtbare Problemlagen, wie beispielsweise enorme untergenutzte Flächen mit hohem Versiegelungsgrad. Dringende Aufgaben sind unter anderem eine effektive Nachverdichtung, Klimaanpassung und ein Ausbau der Mobilität. Diese Problemstellungen und Aufgaben sind der Ausgangspunkt zur Erarbeitung des Rahmenplans. 14Städtebauliches Konzept „Dynamisches Band Karlsruhe“ Aspekt 7: Stadtraum Südtangente durch den Wald durch den Wald „durch den Wald“ Tunnelstrecke präsenter Stadtraum präsenter Stadtraum präsenter Stadtraum Rangierbf Hbf-Süd Oberwald Albgrün/ „Klotze“ Beiertheim Bulach Gewerbegebiete Grünwinkel Stadtraum Südtangente, Quelle: berchtoldkrass, UC STUDIO, S.US 88 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | DIE VERTIEFUNGSBEREICHE Themen, Vorstellungen und Projekte, Quelle: berchtoldkrass, UC STUDIO, S.US Demografie, Quelle: berchtoldkrass, UC STUDIO, S.US 15Städtebauliches Konzept „Dynamisches Band Karlsruhe“ Aspekt 8: Demografie Themen, Vorstellungen und Projekte 582 129 30 408 116 194 366 215 47 9 7 57 36 83 16 15 28 139 76 33 79 64 110 10 52 266 270 133 276 319 471 234 146 117 522 273 321 92 189 74 130 1058 163 12 17 56 135 55 99 9 132 Südstern > Sportstätten am Limit > unterentwickelter Stadteingang > Vernetzung Rißnert-Dammerstock Hbf-Süd > große Pläne > Gesamtvorstellung Fautenbruchstraße? „Zwickel“ > versteckt > Potenzial > Anbindung Gewerbegebiet Pulverhausstraße > große Kisten, große Parkplätze > Verdichtung von Bau- und Nutzungsstrukturen? > Freiraumdefi zite > Hitzestress? „Neuer Deckel“? > nur in diesem Bereich über- haupt grundsätzlich vorstell- bar Karlsruhe West > Ausbau & Attraktivierung > Anbindung / Vernetzung > Ausstrahlung auf die Quartiere Gewerbegebiet Grünwinkel > Gesamtausrichtung? > Verdichtungsgrad? > Mischungsgrad? > Projekt REGEKO Gewerbegebiet Carl-Metz-/ Pfannkuchstraße > stark, autark, abgeschottet > große Einheiten > Weggang dm „Deckel“ > gut funktionierende Freiraumverbindung Beiertheim-Bulach Güterbahnhof > unklare Perspektive > Perspektivfl äche? Messplatz > Entwicklungspotenzial > Alternative? > Stadteingang! Gleisbauhof > neues Quartier > unklare Perspektive Ottostraße-Süd > Erweiterung Gewerbe bis Autobahn/Süd- tangente? 15Städtebauliches Konzept „Dynamisches Band Karlsruhe“ Aspekt 8: Demografie Themen, Vorstellungen und Projekte 582 129 30 408 116 194 366 215 47 9 7 57 36 83 16 15 28 139 76 33 79 64 110 10 52 266 270 133 276 319 471 234 146 117 522 273 321 92 189 74 130 1058 163 12 17 56 135 55 99 9 132 Südstern > Sportstätten am Limit > unterentwickelter Stadteingang > Vernetzung Rißnert-Dammerstock Hbf-Süd > große Pläne > Gesamtvorstellung Fautenbruchstraße? „Zwickel“ > versteckt > Potenzial > Anbindung Gewerbegebiet Pulverhausstraße > große Kisten, große Parkplätze > Verdichtung von Bau- und Nutzungsstrukturen? > Freiraumdefi zite > Hitzestress? „Neuer Deckel“? > nur in diesem Bereich über- haupt grundsätzlich vorstell- bar Karlsruhe West > Ausbau & Attraktivierung > Anbindung / Vernetzung > Ausstrahlung auf die Quartiere Gewerbegebiet Grünwinkel > Gesamtausrichtung? > Verdichtungsgrad? > Mischungsgrad? > Projekt REGEKO Gewerbegebiet Carl-Metz-/ Pfannkuchstraße > stark, autark, abgeschottet > große Einheiten > Weggang dm „Deckel“ > gut funktionierende Freiraumverbindung Beiertheim-Bulach Güterbahnhof > unklare Perspektive > Perspektivfl äche? Messplatz > Entwicklungspotenzial > Alternative? > Stadteingang! Gleisbauhof > neues Quartier > unklare Perspektive Ottostraße-Süd > Erweiterung Gewerbe bis Autobahn/Süd- tangente? STADTPLANUNGSAMT | 89 16Städtebauliches Konzept „Dynamisches Band Karlsruhe“ Zur besseren Einschätzung der Rahmenbedingungen und Machbarkeiten wird mit dem „Transformations- Barometer“ ein zweiter Analysepfad eingeschlagen. Dabei soll die Überlagerung von vier Parametern Aus- kunft darüber geben, wo vermutlich überhaupt oder in welcher Intensität eingegriffen werden kann, bzw. welche Transformationgrade an welchen Stellen be- stehen. Folgende Parameter gehen versuchsweise in das Barometer ein und werden mittels Farbskala von hell (flexibel) bis dunkel (fixiert) dargestellt: >Flächentyp (Infrastruktur – Gebäude – Freiflächen, einschließlich Brachen) >Gebäudetyp (historisch/denkmalgeschützt – große nutzungsflexible Hallen – kleinteilige, gewachsene Strukturen – Hallen in einfacher Bauweise) Barometer - Flächenbeschaffenheit Barometer - Gebäudetypologie 3.2 Transformations-Barometer: Einschätzung von Machbarkeiten >Eigentümerstrukturen (Anzahl der Eigentümer) >Gebäudealter (beständiger sind wertvolle ältere und neu errichtete Gebäude gleichermaßen, kri- tisch ggf. Bauten aus den 1950er bis 1980er Jahren) Die Überlagerung der vier Parameter erzeugt eine Art „Röntgenbild“ für das Dynamische Band, in dem sich unterschiedliche Raumtypen ergeben: Die hellen Bereiche stellen Transformationsgebiete mit vermut- lich guten Umsetzungschancen dar, die teils sogar in angrenzende Räume ausstrahlen. In den dunklen Be- reichen werden wenig grundlegende Änderungen er- wartet. Möglichkeitsräume (gleichzeitiges Auftreten von dynamischen und fixen Bereichen an einem Ort) und Vernetzungsräume ergänzen das Transformati- onsbarometer. Denkmalschutz kleinteilige Strukturen große Hallen unklassifi zierte Gewerbestrukturen Bebauung Infastruktur Freifl ächen Brachen großfl ächige Parkplätze/ versiegelte Flächen dynamischfi xiert dynamischfi xiert Transformationsbarometer, Quelle: berchtoldkrass, UC STUDIO, S.US 90 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | DIE VERTIEFUNGSBEREICHE TRANSFORMATIONS-BAROMETER: EINSCHÄTZUNG VON MACHBARKEITEN Zur besseren Einschätzung der Rahmenbedingungen und Machbarkeiten wird mit dem „Transformations-Barometer“ ein zweiter Analysepfad eingeschlagen. Dabei soll die Überlagerung von vier Parametern Auskunft darüber geben, wo vermutlich überhaupt oder in welcher Intensität eingegriffen werden kann und welche Transformationsgrade an welchen Stellen bestehen. Folgende Parameter gehen versuchsweise in das Barometer ein und werden mittels Farbskala von hell (flexibel) bis dunkel (fixiert) dargestellt: Flächentyp (Infrastruktur – Gebäude – Freiflächen, einschließlich Brachen) Gebäudetyp (historisch/denkmalgeschützt – große nutzungsflexible Hallen – kleinteilige, gewachsene Strukturen – Hallen in einfacher Bauweise) Eigentümerstrukturen (Anzahl der Eigentümer) Gebäudealter (wertvolle ältere und neu errichtete Gebäude sind gleichermaßen beständig, Bauten aus den 1950er bis 1980er Jahren sind gegebenenfalls kritisch) Umsetzung von Transformationen strahlen in angrenzende Räume aus Die Überlagerung der vier Parameter erzeugt eine Art „Röntgenbild“ für das Dynamische Band, in dem sich unterschiedliche Raumtypen ergeben: Die hellen Bereiche stellen Transformationsgebiete mit vermutlich guten Umsetzungschancen dar, die teils sogar in angrenzende Räume ausstrahlen. In den dunklen Bereichen werden wenig grundlegende Änderungen erwartet. Möglichkeitsräume (gleichzeitiges Auftreten von dynamischen und fixen Bereichen an einem Ort) und Vernetzungsräume ergänzen das Transformationsbarometer. Ergebnis: Synthese der Parameter und Interpretation, Quelle: berchtoldkrass, UC STUDIO, S.US Transformationsgebiete „Nebenwirkungen“ von Transformationsgebieten Vernetzung und Verbindung Möglichkeitsräume 17Städtebauliches Konzept „Dynamisches Band Karlsruhe“ Barometer - Gebäudealter Ergebnis: Synthese der Parameter und Interpretation Barometer - Eigentümerstruktur Neubau 1850 - 1930 bis 1948 bis 1965 ab 1965 1 1 - 2 5 - 10 2 - 5 > 10 dynamischfi xiert dynamischfi xiert Transformationsgebiete „Nebenwirkungen“ von Transformationsgebieten Vernetzung und Verbindung Möglichkeitsräume 17Städtebauliches Konzept „Dynamisches Band Karlsruhe“ Barometer - Gebäudealter Ergebnis: Synthese der Parameter und Interpretation Barometer - Eigentümerstruktur Neubau 1850 - 1930 bis 1948 bis 1965 ab 1965 1 1 - 2 5 - 10 2 - 5 > 10 dynamischfi xiert dynamischfi xiert STADTPLANUNGSAMT | 91 Teilraum 01 · „Albinsel“ Teilraum 02 · „Westbahnhof Roter Turm“ Teilraum 03 · „Mixed Zone “ Teilraum 04 · „Junker und Ruh“ Teilraum 05 · „Siedlung Maienweg “ Teilraum 06 · „Haifischflosse“ 19Städtebauliches Konzept „Dynamisches Band Karlsruhe“ Teilraum 12 · „Wachhaus“ Teilraum 07 · „Bahnhofsquartier Neuer Tivoli“ Teilraum 08 · „Südstern“ Teilraum 09 · „Quartier am Alten Schlachthof“ Teilraum 10 · „Karlsruher Seeviertel“ Teilraum 11 · „Oberwald Killisfeld“ Alle Teilräume – Heute, Quelle: berchtoldkrass, UC STUDIO, S.US 92 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | DIE VERTIEFUNGSBEREICHE STÄDTEBAULICHER RAHMENPLAN DYNAMISCHES BAND DIE TEILRÄUME IM DYNAMISCHEN BAND Aus den Erkenntnissen der Bestandsaufnahme und -analyse wird für den „Vertiefungsbereich Süd“ der Städtebauliche Rahmenplan Dynamisches Band entwickelt. Dieser Rahmenplan enthält für die verschiedenen Räume entlang der Südtangente Vorstellungen über ihre zukünftige räumliche Entwicklung, insbesondere hinsichtlich Nutzung, Stadtraum, Freiraum und Mobilität. Bei der Bestandsanalyse wurde festgestellt, dass sich im Dynamischen Band insgesamt zwölf eindeutige Teilräume identifizieren lassen. Sie zeichnen sich durch starke innere Zusammenhänge aus, etwa durch ihre Baustruktur, ihre Nutzungsart, besondere freiräumliche Rahmenbedingungen oder einfach ihre (Ab-)Geschlossenheit innerhalb von ringsum begrenzenden Barrieren. Der Rahmenplan nimmt diese Teilräume als geeignete Bezugsgröße seiner inhaltlichen Aussagen und formuliert im Rahmen seiner Aussagetiefe präzise Zukunftsvorstellungen für die genannten Themenbereiche. Spezifische Bilder mit Besonderheiten der lokalen Situation Jeder Teilraum tritt jedoch auch in Interaktion mit seiner Umgebung und den anderen Teilräumen. Aus der Teilraum- und der Gesamtbetrachtung ergibt sich ein differenziertes, „neu aufgeladenes“ Bild des Dynamischen Bandes, das Teilraum 01 · „Albinsel“ Teilraum 02 · „Westbahnhof Roter Turm“ Teilraum 03 · „Mixed Zone “ Teilraum 04 · „Junker und Ruh“ Teilraum 05 · „Siedlung Maienweg “ Teilraum 06 · „Haifischflosse“ 19Städtebauliches Konzept „Dynamisches Band Karlsruhe“ Teilraum 12 · „Wachhaus“ Teilraum 07 · „Bahnhofsquartier Neuer Tivoli“ Teilraum 08 · „Südstern“ Teilraum 09 · „Quartier am Alten Schlachthof“ Teilraum 10 · „Karlsruher Seeviertel“ Teilraum 11 · „Oberwald Killisfeld“ STADTPLANUNGSAMT | 93 Leitlinien für die zukünftige Entwicklung der Teile und des Ganzen vorschlägt. Für alle Teilräume entstehen dabei spezifische Bilder, die die Besonderheit, Eigenart und Leistungsfähigkeit der lokalen Situation kartografisch-visuell erklären. Künftige Möglichkeiten werden skizzenhaft verdeutlicht Im Folgenden werden solche Bilder für jeden Teilraum vorgestellt, teilweise mit einer zweidimensionalen „Planzeichnung“ und in einer dreidimensionalen Konkretisierung, die die zukünftigen Möglichkeiten des Teilraums skizzenhaft und exemplarisch verdeutlicht. Um diese und die damit verbundenen Veränderungen sehr deutlich abzubilden, wird bei einigen Teilräumen jeweils eine Abbildung mit der heutigen Situation, also des Status Quo einem Bild mit Entwicklungszielen gegenübergestellt. Diese aufgezeigten Potenziale sollen die grundsätzlichen Möglichkeiten und Vorschläge illustrieren. Ziel und Aufgabe dieses Rahmenplans bestehen zu diesem Zeitpunkt noch darin, Richtungen zu beschreiben, zu diskutieren und sich darüber auszutauschen. Auf dem Weg zu einer Konkretisierung und Umsetzung bedarf der Rahmenplan weiterer Schritte. Beispielhaft ist hier das Projekt REGEKO in Grünwinkel zu nennen, das die Inhalte des Rahmenplans Dynamisches Band als Ausgangspunkt nimmt und diese im Austausch mit den Beteiligten zu umsetzbaren Konzepten verdichtet. Teilraum 01 | Albinsel – Entwicklungsziele, Quelle: berchtoldkrass, UC STUDIO, S.US 21Städtebauliches Konzept „Dynamisches Band Karlsruhe“ gibt es so gut wie nicht. Die Lage des Teilraums im Stadtgefüge stellt jedoch ein wichtiges, aber noch unterentwickeltes Bindeglied zwischen Mühlburg, Grünwinkel, Daxlanden und dem Hafen dar. Im nörd- lichen Bereich verknüpfen sich diese Quartiere über zwei noch „schwache“ Verbindungen: die nicht mehr zeitgemäße, eher als „Schlupfloch“ wahrgenommene Unterführung unter der Südtangente zur Hardtstra- ße sowie der „Shortcut“ zu Hafen und Rhein entlang der Carl-Metz-Straße zum Sonnenbad, der zwar funk- tional längst existiert, aber noch nicht als solches gestaltet oder wahrnehmbar ist. Außerdem müssen Fußgänger und Radfahrer hier beim „Schupi“ einen noch recht unbekannten „U-Turn“ machen. LEVEL Die zukünftige Entwicklung des Teilraums setzt auf zwei wesentliche Faktoren: Das im Prinzip gut aufgestellte Gewerbe- und Industriegebiet kann einerseits an spezifischen Stellen noch besser und intensiver profiliert oder transformiert werden. Zum anderen liegt erhebliches Potenzial im konsequenten Ausbau wichtiger noch unterentwickelter Freiraum- verbindungen, die eine Vernetzung der Grün- und Stadträume herstellen können. > Freiraum Der Weg aus der Stadt zu Hafen und Rhein ist über die Carl-Metz-Straße und Sonnenbad für den Langsamverkehr erstaunlich kurz. Dieser Bereich wird durch eine schmale, aber hochwertig gestaltete Grünverbindung entsprechend seiner Bedeutung aufgewertet, Flächenpotenziale hierzu bestehen auf Resträumen zwischen Straße und Glei- sen. Ebenso kann der bestehende Wirtschaftsweg entlang der blauen Fernwärmeleitungen von der DHL zur Westspitze des Gebietes zu einer attraktiven Grünverbindung aufgewertet werden, von der aus Teilraum 01 · „Albinsel“ - Level 2 Albgrün / Günther-Klotz- Anlage Prüfung Transformations- potenzial Prüfung Transformationspotenzial Hochpunkt Quartierseingang Kleinteilige Entwicklung Hochpunkte Stadteingang Wege zum Rhein: Entwicklung des wichtigen Shortcuts als Grünzug Mühlburg Schupi / Badisch Bühn Sonnenbad Knielingen Rheinhafen MS Karlsruhe Merkzeichen Kraft- werk West Potenzial für private Pocket Parks (Klima) 94 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | DIE VERTIEFUNGSBEREICHE TEILRAUM 01: ALBINSEL GRÖSSE: 49,6 Hektar EINWOHNER: zirka 150 DIE LAGE: Der Teilraum 01 befindet sich am westlichen Abschluss des Vertiefungsbereichs Dynamisches Band, unmittelbar zwischen Hafen und Mühlburg. Das Areal ist schon seit weit über einem Jahrhundert von gewerblichen und industriellen Nutzungen gekennzeichnet. HEUTE: Das gesamte Gebiet ist durch einen hohen Versiegelungsgrad geprägt, öffentliche Frei- und Grünräume gibt es so gut wie nicht. Die Lage des Teilraums im Stadtgefüge stellt jedoch ein wichtiges, aber noch unterentwickeltes Bindeglied zwischen Mühlburg, Grünwinkel, Daxlanden und dem Hafen dar. ENTWICKLUNGSZIELE: Das im Prinzip gut aufgestellte Gewerbe- und Industriegebiet kann einerseits an spezifischen Stellen noch besser und intensiver profiliert oder transformiert werden. Erhebliches Potenzial liegt im konsequenten Ausbau wichtiger noch unterentwickelter Freiraumverbindungen, die eine Vernetzung der Grün- und Stadträume herstellen können. FREIRAUM: Der Weg zu Hafen und Rhein ist über die Carl-Metz-Straße und Sonnenbad für den Rad- und Fußgängerverkehr erstaunlich kurz. Dieser Bereich wird durch eine schmale, aber hochwertig gestaltete Grünverbindung aufgewertet. Ein bestehender Wirtschaftsweg entlang der blauen Fernwärmeleitungen kann zu einer attraktiven Grünverbindung werden. Möglich sind extensive Dachbegrünungen auf privaten Firmenflächen. NUTZUNG: Die gewerblich-industrielle Nutzung wird auch zukünftig den Teilraum bestimmen. An mehreren Stellen ist jedoch eine Nutzungsintensivierung möglich, etwa in den kleinteilig strukturierten Bereichen an der Pfannkuchstraße, an der Westspitze mit einer neuen städtebaulichen Dominante als Quartierseingang oder im östlichen Einzelhandelsgebiet. MOBILITÄT: Um Verkehr im Quartier zu vermeiden, muss dessen Erreichbarkeit für den Fußgänger- und Radverkehr verbessert werden, zum Beispiel durch einen adäquaten Ausbau der Unterführung zur Hardtstraße. Mehrere bestehende Parkhäuser helfen großflächige Parkplatzflächen zu vermeiden. STADTRAUM: Durch Nachverdichtungen erhält das Gebiet insgesamt ein kompakteres Gesicht. Am Westeingang und am Stadteingang entlang der Landesstraße 605 könnten sowohl auf bisherigen Einzelhandelsflächen Gebäudestrukturen mit Hochpunkten entstehen, die den Stadteingang fassen. GESAMTEINSCHÄTZUNG: Ohne allzu stark in die Eigenart des bestehenden Quartiers einzugreifen, kann im Teilraum 01 über Maßnahmen im Freiraumsystem eine erhebliche Verbesserung erzielt werden, die auch positive Wirkungen auf die umliegenden Quartiere ausübt. Durch Größe und Anteil der privaten Flächen sind in diesem Teilraum auch private Maßnahmen an Gebäuden und im Freiraum von besonderer Relevanz. VORHABEN: Freiräume stärken | Vorhandene Gewerbegebiete optimieren | Funktionen mischen | Stadteingänge inszenieren | Klimaanpassung im Quartier umsetzen 25Städtebauliches Konzept „Dynamisches Band Karlsruhe“ den ÖPNV angeschlossen, jedoch auf recht unkomfor- table Art und Weise und nicht barrierefrei. Über zwei Brücken im Norden sowie an der südlichen Grenze ist der Teilraum darüber hinaus für Fußgänger und Rad- fahrer mit den Freiräumen der Alb verbunden, über die auch die Anbindung zur Innenstadt erfolgt. Der nördliche Teil ist von großen Gebäuden an der Kante zur Südtangente geprägt, an der Nordspitze befindet sich gemischtes Gewerbe. Im Zwischenbe- reich befinden sich die denkmalgeschützten Gebäude des „Palazzo“ und der Kletterhalle „The Rock“. Direkt nördlich der Zeppelinbrücke liegt das große Areal des Recyclingunternehmens Kühl. Insgesamt zeigt sich dieser Bereich eher wenig dicht bebaut. Die Südhälfte („Gewerbepark Am Roten Turm“) zeigt sich hingegen dicht bebaut und weist einen hohen Anteil historischer Bausubstanz auf. In diesem Be- reich prägen längs und quer liegende Hofstrukturen das Stadtgefüge. Gewerbenutzungen überwiegen im gesamten Gebiet, jedoch wohnen insgesamt auch etwa 140 Menschen hier. Außer kleineren privaten Grünflächen und geringem Abstandsgrün zur Südtan- gente besitzt der Teilraum nur wenig Grün. LEVEL Wesentlicher Ansatzpunkt der zukünftigen Entwicklung ist die Aktivierung des Westbahnhofs bei gleichzeitiger Erhöhung der Nutzungsintensität im Gebiet - beides Faktoren, die sich gegenseitig bedin- gen und die Attraktivität deutlich erhöhen. > Mobilität & Stadtraum Der Westbahnhof befindet sich zwar bereits heute in nur 4 Minuten Fahrzeit zum Hauptbahnhof, allerdings ist die Verbindung im Stundentakt genausowenig attraktiv wie die An- kunftssituation und der Quartierscharakter vor Ort. Teilraum 02 · „Westbahnhof Roter Turm“ - Level 2 Hochpunkt Stadteingang Neuordnung Gewerbe Vernetzung mit Grün- räumen Alb Verlegung Bannwaldallee an die Südtangente, Bebau- ung der neu entstehenden Baufelder „Gesicht zur Südtangente“ „Gesicht zur Südtangente“ Potenzial Grünbrücke Erhalt und Entwicklung der spezifi schen Hofstruktur Prüfung Transformations- potenzial Ausbildung Kante zu den Gleisen Ausbildung Kante zu den Gleisen neues Baufeld 500m Pocket Parks mit bioklimatischer Entlastungsfunktion Aktivierung Westbahnhof, 15-Min.-Takt Hbf / Wörth neue Gleisquerung mit Teilraum 03 zusammen denken! 250m Teilraum 02 | Westbahnhof Roter Turm – Entwicklungsziele, Quelle: berchtoldkrass, UC STUDIO, S.US STADTPLANUNGSAMT | 95 TEILRAUM 02: WESTBAHNHOF ROTER TURM GRÖSSE: 28,4 Hektar EINWOHNER: zirka 140 DIE LAGE: Teilraum 02 „Westbahnhof Roter Turm“ ist ein Gebiet aus den frühen Zeiten der Industrialisierung Karlsruhes. Es weist viele Relikte baulicher aber auch struktureller Art aus der Anfangszeit des Eisenbahnverkehrs auf. So besteht die nördliche Hälfte des Teilraums aus dem Westbahnhof und Stichstraßen, an denen sich ehemals Umschlaggleise für Ziegel, Kohlen und Schotter befanden. Die südliche Hälfte am „Roten Turm“ war hingegen ursprünglich ab 1899 Unternehmensareal der Alttextilverwertung Vogel und Schnurmann. Noch heute lässt sich die überlieferte Struktur trotz Kriegsschäden gut erkennen, etliche historische Gebäude beinhalten Folgenutzungen, zum Beispiel das Restaurant Kesselhaus. HEUTE: Die beschriebenen Unterschiede der beiden Teilraum- hälften führen auch zu verschiedenen Rahmenbedingungen. Dennoch können beide Bereiche aufgrund von Verflechtungen nicht unabhängig voneinander betrachtet werden. Der Teilraum ist bis auf den südlichen Anschlusspunkt an Teilraum 04 vollständig von Südtangente und Bahnanlagen begrenzt. Für den motorisierten Individualverkehr ist er aus Nordwesten von der Südtangente, über den Kühlen Krug, sowie von Süden über die Bannwaldallee erschlossen. Im Gebiet verteilen List- und Benzstraße den Verkehr auf Nebenstraßen. Vom Kühlen Krug führt die Zeppelinbrücke über die Gleise nach Grünwinkel hinüber. Zu dieser Brücke bestehen auch Treppenzugänge aus dem Gebiet. Über Treppenanlagen sind auch die auf der Südseite der Gütergleise gelegenen Bahnsteige der Haltestelle Westbahnhof erreichbar. Auf diese Weise ist das Gebiet zwar an den öffentlichen Personennahverkehr angeschlossen, jedoch auf recht unkomfortable Art und Weise. Dieser Zugang ist bisher nicht barrierefrei. Über zwei Brücken im Norden sowie an der südlichen Grenze ist der Teilraum darüber hinaus für Fußgänger und Radfahrer mit den Freiräumen der Alb verbunden, über die auch die Anbindung zur Innenstadt erfolgt. Der nördliche Teil ist von großen Gebäuden an der Kante zur Südtangente geprägt, an der Nordspitze befindet sich gemischtes Gewerbe. Im Zwischenbereich befinden sich die denkmalgeschützten Gebäude des „Palazzo“ und der Kletterhalle „The Rock“. Direkt nördlich der Zeppelinbrücke liegt das große Areal des Recyclingunternehmens Kühl. Insgesamt zeigt sich dieser nördliche Teil des Areals eher wenig dicht bebaut. Die Südhälfte („Gewerbepark Am Roten Turm“) ist hingegen dicht bebaut und weist einen hohen Anteil mit historischer Bausubstanz auf. In diesem Bereich prägen längs und quer liegende Hofstrukturen das Stadtgefüge. Gewerbenutzungen überwiegen im gesamten Gebiet, jedoch wohnen insgesamt auch etwa 140 Menschen hier. Außer kleineren privaten 26Städtebauliches Konzept „Dynamisches Band Karlsruhe“ Durch die Einrichtung einer S-Bahn zwischen Haupt- bahnhof und Wörth mit dichter Taktzeit und die Aktivierung des Westbahnhofs als „echter“ Knoten- punkt mit neuer Gleisquerung direkt in die nördlich und südlich angrenzenden Quartiere hinein wird die Situation umgekehrt. Mit der gleichzeitig forcierten Umstrukturierung und Nachverdichtung der Gewer- bebereiche und der Neugestaltung der öffentlichen Räume an strategischen Punkten verändert sich der Stadtraum. Insbesondere im Zusammenhang mit dem Teilraum 03 erhält das Bahnhofsumfeld ein ganz neues Gesicht mit einem Hochpunkt, der den West- bahnhof und den Übergang zwischen den Quartieren markiert. Im südlichen Bereich wird die prägende Hofstruktur erhalten und entwickelt, so dass der identitätsstiftende Charakter sich verstärkt. Dort werden durch eine Verschwenkung der Bannwaldallee direkt an die Südtangente und Transformation des Bestands Potenzialfelder frei, die mit hochwertigen Gebäuden bebaut werden können, die sich der Süd- tangente selbstbewusst und städtisch zeigen. Teilraum 02 · „Westbahnhof Roter Turm“ (Abschnitt West) - Level 1 Teilraum 02 · „Westbahnhof Roter Turm“ (Abschnitt Ost) - Level 1 27Städtebauliches Konzept „Dynamisches Band Karlsruhe“ > Nutzung Auch in Zukunft werden Gewerbenut- zungen das Bild des Bereichs prägen, in die sich an- dere Nutzungen wie selbstverständlich integrieren können (z.B. Gastronomie, Kultur, Sport). > Freiraum Im Gebiet werden an neuralgischen Punk- ten gezielt Pocket Parks installiert und miteinander verbunden, die den Teilraum gliedern und auch der bioklimatischen Entlastung dienen. Im Süden besteht die Möglichkeit, eine Grünbrücke über die Südtan- gente herzustellen. GESAMTEINSCHÄTZUNG Aus dem in die Jahre gekommenen und unter seinen Möglichkeiten agie- renden Quartier kann ein besonderer und höchst attraktiver Standort zum Arbeiten, Leben und Wohl- fühlen entstehen. VORHABEN >Mobilitätsstationen ausbauen<, >Vor- handene Gewerbegebiete optimieren<, >Funktionen mischen<, >Karlsruhes Konturen ausbilden<, >Klimaan- passung im Quartier umsetzen<, >Mobilitätskonzepte für Quartiere entwickeln< Teilraum 02 · „Westbahnhof Roter Turm“ (Abschnitt Ost) - Level 2 Teilraum 02 · „Westbahnhof Roter Turm“ (Abschnitt West) - Level 2 Teilraum 02 | Westbahnhof Roter Turm (Abschnitt West) – Heute, Quelle: berchtoldkrass, UC STUDIO, S.US Teilraum 02 | Westbahnhof Roter Turm (Abschnitt West) – Entwicklungsziele, Quelle: berchtoldkrass, UC STUDIO, S.US 96 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | DIE VERTIEFUNGSBEREICHE Grünflächen und geringem Abstandsgrün zur Südtangente besitzt der Teilraum nur wenig Grünflächen. ENTWICKLUNGSZIELE: Wesentlicher Ansatzpunkt der zukünftigen Entwicklung ist die Aktivierung des Westbahnhofs bei gleichzeitiger Erhöhung der Nutzungsintensität im Gebiet – beides Faktoren, die sich gegenseitig bedingen und die Attraktivität deutlich erhöhen. MOBILITÄT UND STADTRAUM: Der Westbahnhof ist lediglich vier Minuten Fahrzeit zum Hauptbahnhof entfernt. Allerdings ist die Verbindung im Stundentakt bislang wenig attraktiv. Das gilt ebenso für die Ankunftssituation und den Quartierscharakter vor Ort. Durch die Einrichtung einer Stadtbahnlinie zwischen Hauptbahnhof und Wörth mit dichter Taktzeit und die Aktivierung des Westbahnhofs als „echter“ Knotenpunkt mit neuer Gleisquerung direkt in die nördlich und südlich angrenzenden Quartiere hinein wird die Situation umgekehrt. Mit der gleichzeitig forcierten Umstrukturierung und Nachver- dichtung der Gewerbebereiche und der Neugestaltung der öffentlichen Räume an strategischen Punkten verändert sich der Stadtraum. Insbesondere im Zusammenhang mit dem Teilraum 03 erhält das Bahnhofsumfeld ein ganz neues Gesicht mit einem Hochpunkt, der den Westbahnhof und den Übergang zwischen den Quartieren markiert. Im südlichen Bereich wird die prägende Hofstruktur erhalten und entwickelt, so dass sich der identitätsstiftende Charakter verstärkt. Dort werden durch eine Verschwenkung der Bannwaldallee direkt an die Südtangente 27Städtebauliches Konzept „Dynamisches Band Karlsruhe“ > Nutzung Auch in Zukunft werden Gewerbenut- zungen das Bild des Bereichs prägen, in die sich an- dere Nutzungen wie selbstverständlich integrieren können (z.B. Gastronomie, Kultur, Sport). > Freiraum Im Gebiet werden an neuralgischen Punk- ten gezielt Pocket Parks installiert und miteinander verbunden, die den Teilraum gliedern und auch der bioklimatischen Entlastung dienen. Im Süden besteht die Möglichkeit, eine Grünbrücke über die Südtan- gente herzustellen. GESAMTEINSCHÄTZUNG Aus dem in die Jahre gekommenen und unter seinen Möglichkeiten agie- renden Quartier kann ein besonderer und höchst attraktiver Standort zum Arbeiten, Leben und Wohl- fühlen entstehen. VORHABEN >Mobilitätsstationen ausbauen<, >Vor- handene Gewerbegebiete optimieren<, >Funktionen mischen<, >Karlsruhes Konturen ausbilden<, >Klimaan- passung im Quartier umsetzen<, >Mobilitätskonzepte für Quartiere entwickeln< Teilraum 02 · „Westbahnhof Roter Turm“ (Abschnitt Ost) - Level 2 Teilraum 02 · „Westbahnhof Roter Turm“ (Abschnitt West) - Level 2 26Städtebauliches Konzept „Dynamisches Band Karlsruhe“ Durch die Einrichtung einer S-Bahn zwischen Haupt- bahnhof und Wörth mit dichter Taktzeit und die Aktivierung des Westbahnhofs als „echter“ Knoten- punkt mit neuer Gleisquerung direkt in die nördlich und südlich angrenzenden Quartiere hinein wird die Situation umgekehrt. Mit der gleichzeitig forcierten Umstrukturierung und Nachverdichtung der Gewer- bebereiche und der Neugestaltung der öffentlichen Räume an strategischen Punkten verändert sich der Stadtraum. Insbesondere im Zusammenhang mit dem Teilraum 03 erhält das Bahnhofsumfeld ein ganz neues Gesicht mit einem Hochpunkt, der den West- bahnhof und den Übergang zwischen den Quartieren markiert. Im südlichen Bereich wird die prägende Hofstruktur erhalten und entwickelt, so dass der identitätsstiftende Charakter sich verstärkt. Dort werden durch eine Verschwenkung der Bannwaldallee direkt an die Südtangente und Transformation des Bestands Potenzialfelder frei, die mit hochwertigen Gebäuden bebaut werden können, die sich der Süd- tangente selbstbewusst und städtisch zeigen. Teilraum 02 · „Westbahnhof Roter Turm“ (Abschnitt West) - Level 1 Teilraum 02 · „Westbahnhof Roter Turm“ (Abschnitt Ost) - Level 1 Teilraum 02 | Westbahnhof Roter Turm (Abschnitt Ost) – Entwicklungsziele, Quelle: berchtoldkrass, UC STUDIO, S.US Teilraum 02 | Westbahnhof Roter Turm (Abschnitt Ost) – Heute, Quelle: berchtoldkrass, UC STUDIO, S.US STADTPLANUNGSAMT | 97 und Transformation des Bestands Potenzialfelder frei. Sie können mit hochwertigen Gebäuden bebaut werden, die sich der Südtangente selbstbewusst und städtisch zeigen. NUTZUNG: Auch in Zukunft werden Gewerbenutzungen das Bild des Areals prägen, in die sich andere Nutzungen wie selbstverständlich integrieren können, beispielsweise Gastronomie, Kultur, Sport. FREIRAUM: Im Gebiet werden an neuralgischen Punkten gezielt kleine gärtnerisch gestaltete Flächen installiert und miteinander verbunden. Sie gliedern den Teilraum und dienen der bioklimatischen Entlastung. Im Süden besteht die Möglichkeit, eine Grünbrücke über die Südtangente herzustellen. GESAMTEINSCHÄTZUNG: Aus dem in die Jahre gekommenen und unter seinen Möglichkeiten agierenden Quartier kann ein besonderer und höchst attraktiver Standort zum Arbeiten, Leben und Wohlfühlen entstehen. VORHABEN: Mobilitätsstationen ausbauen | Vorhandene Gewerbegebiete optimieren | Funktionen mischen | Karlsruhes Konturen ausbilden | Klimaanpassung im Quartier umsetzen | Mobilitätskonzepte für Quartiere entwickeln 28Städtebauliches Konzept „Dynamisches Band Karlsruhe“ 4.1.3 Teilraum 03 · „Mixed Zone“ Brachfl äche Brachfl äche kaum Grün im Quartier wenig ausgeprägte öff entliche Räume Wohnen Wohnen / Seniorenheim Einzelhandel Umstrukturierungspotenzial „peripherer“ Westbahnhof Nachbarschaft Wohngebiet Nachbarschaft Wohngebiet langfristige Perspektive Rotag Brauerei Einzelhandel Baumarkt Alb / Günther- Klotz-Anlage Albgrün DHL z.T. kleinteilige Mischnutzungen Größe 48,9 ha Einwohner ca. 850 AUSGANGSLAGE Teilraum 03 liegt unmittelbar südwestlich des Westbahnhofs, zwischen Gleistrasse der Maxaubahn und der Pulverhausstraße, und direkt angrenzend an die Wohngebiete Hardecksiedlung im Osten und Alt-Grünwinkel. Das Gebiet entstand erst ab den späten 1890er Jahren mit der neuen Tras- senführung der Maxaubahn und der Einrichtung des Westbahnhofs. Zwischen der Brauerei Sinner und der neuen Bahntrasse entstand erst über die Jahrzehnte das heutige Gewerbe- und Mischgebiet. Die letzten Flächen, insbesondere das Gewann „Saubiegel“ im Sü- den füllten sich erst in den 1950er Jahren. LEVEL Durch die erst allmähliche Entstehung über mehr als ein halbes Jahrhundert konnte sich der vorherrschende Charakter mit teils denkmal- geschützten Fabrikgebäuden, Gewerbebetrieben, kleinteiliger Mischnutzung und eingesprenkelter Wohnnutzung entwickeln. Um das Gebiet herum ent- standen zudem bis in die 1960er Jahre weitläufige Wohngebiete. Der Teilraum 03 „Mixed Zone“ zeichnet sich ent- sprechend durch ein Mit- und Durcheinander ganz verschiedener Typologien und Nutzungen mit ge- werblichem Schwerpunkt aus. Im nördlichen Bereich befinden sich einzelne größere Unternehmen (Braue- rei Hatz-Moninger, Briefzentrum Deutsche Post, Ro- tag, Itron, Buderus), während im südlichen Abschnitt kleinteiligeres Mischgewerbe mit z.T. Einzelhandel vorherrscht. Den südlichen Abschluss zur Pulverhaus- straße bilden Wohnzeilen aus den 1950er und 1960er Jahren. Im Osten steht das Gelände der Spedition Simon Hegele nach Verlagerung zur Disposition, im Teilraum 03 · „Mixed Zone“ - Level 1 Teilraum 03 | Mixed Zone – Heute, Quelle: berchtoldkrass, UC STUDIO, S.US 98 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | DIE VERTIEFUNGSBEREICHE TEILRAUM 03: MIXED ZONE GRÖSSE: 48,9 Hektar EINWOHNER: zirka 850 DIE LAGE: Teilraum 03 liegt unmittelbar südwestlich des Westbahnhofs, zwischen Gleistrasse der Maxaubahn und der Pulverhausstraße, und direkt angrenzend an die Wohngebiete Hardecksiedlung im Osten sowie Alt-Grünwinkel. Das Gebiet entstand erst ab den späten 1890er Jahren mit der neuen Trassenführung der Maxaubahn und der Einrichtung des Westbahnhofs. Zwischen der Brauerei Sinner und der neuen Bahntrasse entstand erst über die Jahrzehnte das heutige Gewerbe- und Mischgebiet. HEUTE: Durch die erst allmähliche Entstehung über mehr als ein halbes Jahrhundert konnte sich der vorherrschende Charakter mit teils denkmalgeschützten Fabrikgebäuden, Gewerbebetrieben, kleinteiliger Mischnutzung und eingesprenkelter Wohnnutzung entwickeln. Um das Gebiet herum entstanden zudem bis in die 1960er Jahre weitläufige Wohngebiete. Der Teilraum 03 „Mixed Zone“ zeichnet sich entsprechend durch ein Mit- und Durcheinander ganz verschiedener Typologien und Nutzungen mit gewerblichem Schwerpunkt aus. Im nördlichen Bereich befinden sich einzelne größere Unternehmen wie die Brauerei Hatz-Moninger, ein Briefzentrum der Deutschen Post, die Unternehmen Rotag, Itron und Buderus. Im südlichen Abschnitt ist zum Teil kleinteiligeres Mischgewerbe in Form von Einzelhandel vorherrschend. Den südlichen Abschluss zur Pulverhausstraße bilden Wohnzeilen aus den 1950er und 1960er Jahren. Im Osten steht das Gelände der Spedition Simon Hegele nach der Verlagerung zur Disposition, im Westen existiert eine großflächige Brache zwischen Baumarkt und Brauerei. Die dreieckige Fläche am Südbahnsteig Karlsruhe-West entspricht mit der kleinteiligen Mischbebauung geringer Dichte nicht einem möglichen Bahnhofsumfeld. Das gesamte Quartier weist zudem kaum Grün oder hochwertige öffentliche Räume aus. Der Versiegelungsgrad ist enorm. Neben dem im Stundentakt angefahrenen Westbahnhof führt eine Buslinie im 20-Minutentakt durch das Quartier. Der Fußgänger- und Radverkehr ist über die Grünwinkler Brücke und die Junker- und-Ruh-Brücke an Alb und Innenstadt angebunden. ENTWICKLUNGSZIELE: Drei Hauptthemen prägen die zukünftige Entwicklung der „Mixed Zone“. Erstens: die Aktivierung und Etablierung des Westbahnhofs als Mobilitätsknoten mit gleichzeitiger Entwicklung des Umfelds. Zweitens: die Einbettung des Quartiers in ein neues Grünsystem, das eine Vernetzung zu umliegenden Freiräumen schafft. Und schließlich drittens: die gezielte vertikale und horizontale Nutzungsmischung im Zentrum des Gebiets. MOBILITÄT: Die in Teilraum 02 beschriebene Aktivierung des Westbahnhofs mit der neuen Stadtbahn hat große Auswirkungen auf die Mixed Zone der Südseite, insbesondere in Verbindung mit der Gleisquerung und einer komfortablen Anbindung an die Bahnsteige. Dadurch werden die Quartiere untereinander und mit einem deutlich aufgewerteten öffentlichen Personennahverkehr verknüpft. Auf diese Weise 29Städtebauliches Konzept „Dynamisches Band Karlsruhe“ Westen existiert eine großflächige Brache zwischen Baumarkt und Brauerei. Die dreieckige Fläche am Südbahnsteig KA-West entspricht mit der kleintei- ligen Mischbebauung geringer Dichte nicht einem möglichen Bahnhofsumfeld in 4 Minuten Fahrzeit zum Hauptbahnhof. Das gesamte Quartier weist zudem kaum Grün oder hochwertige öffentliche Räume aus, der Versiege- lungsgrad ist enorm. Neben dem im Stundentakt angefahrenen Westbahnhof führt eine Buslinie im 20-Minutentakt durch das Quartier. Der Langsamver- kehr ist über die Grünwinkler und die „Junker-und- Ruh-Brücke an Alb und Innenstadt angebunden. LEVEL Drei Hauptthemen prägen die zukünftige Entwicklung der „Mixed Zone“: die Aktivierung und Etablierung des Westbahnhofs als Mobilitätsknoten mit gleichzeitiger Entwicklung des Umfelds, die Ein- bettung des Quartiers in ein neues Grünsystem, das Vernetzung zu den umliegenden Freiräumen schafft und die gezielte vertikale und horizontale Nutzungs- mischung im Zentrum des Gebiets - drei Aspekte, die dem Teilraum 03 ein völlig neues Gesicht und ent- sprechende Wertigkeit geben können. > Mobilität Die in Teilraum 02 beschriebene Akti- vierung des Westbahnhofs mit der neuen S-Bahn hat natürlich auch große Auswirkungen auf die Mixed Zone auf der Südseite, insbesondere in Verbindung mit der Gleisquerung und komfortablen Anbindung an die Bahnsteige. Dadurch werden die Quartiere un- tereinander und mit einem deutlich aufgewerteten ÖPNV verknüpft. Auf diese Weise haben Fußgänger und Radfahrer, auch aus den südlich gelegenen Wohn- quartieren, eine weitere, hochattraktive Verbindung über die Gleise bis zur Alb und Richtung Innenstadt. Aktivierung Westbahnhof, Gleisquerung, Verknüpfung Quartiere Anbindung Freiräume Alb Anbindung Albgrün Quartiers-Grünspange vom Beiertheimer Feld zum Albgrün, vom Westbahnhof zum südl. Hardtwald 15-Min.-Takt Hbf- Westbf-Wörth Gestaltung öff entlicher Räume Wohnanteile im Süden Gewerbe/ Mischnutzung Kante zu den Gleisen Potenzialraum Grünbrücke Nachverdichtung, Aufstockung Prüfung langfristiges Potenzial (Wohnen/Mischnutzung) Neuordnung, Ausbildung Hochpunkt als Merkzeichen Mixed Zone: Erhöhung Nutzungsmix horizontal/vertikal: Kita, Gastro, Ge- werbe, Kultur, Club, ... Teilraum 03 · „Mixed Zone“ - Level 2 500m 250m Teilraum 03 | Mixed Zone – Entwicklungsziele, Quelle: berchtoldkrass, UC STUDIO, S.US STADTPLANUNGSAMT | 99 haben Fußgänger und Radfahrer auch aus den südlich gelegenen Wohnquartieren eine weitere, hochattraktive Verbindung über die Gleise bis zur Alb und Richtung Innenstadt. STADTRAUM UND NUTZUNG: Die Etablierung des Westbahnhofs führt zu einer Umstrukturierung des Umfelds wie im nördlichen Teilraum 02. Auf der Fläche am Westbahnhof entsteht eine städtebauliche Dominante mit Büro- und Mischnutzung, die sowohl die Standorte Westbahnhof und Mixed Zone, als auch den Übergang und die Verknüpfung der Quartiere deutlich markiert. Der zentrale Bereich der Mixed Zone wird für Nachverdichtung sowie horizontal und vertikal gemischte Nutzungen aller Art „freigegeben“ – ausgenommen ist Wohnnutzung. Das Gewerbegebiet erhält ein eigenes Profil mit Nutzungen aus den Bereichen Gastronomie, Kultur, Sport, kleinerer Einzelhandel. Auf der Entwicklungsfläche der ehemaligen Firma Simon Hegele besteht zudem die Möglichkeit, eine hochwertige Gewerbeentwicklung an der Gleistrasse voranzutreiben. FREIRAUM: Damit einher geht die Entwicklung eines quartiersinternen Freiraumsystems. Hierzu wird eine neue Quartiers-Grünspange hergestellt, die die Grünbrücke vom Junker-und-Ruh-Weg in der Günther-Klotz-Anlage über Randflächen der Hegele-Fläche und mitten durch das Mixed- Zone-Quartier über einen Teil der westlichen Brachfläche mit dem Albraum verbindet. Diese Spange wird gekreuzt von der Grünverbindung Kühler Krug/ neue Gleisquerung Westbahnhof/ Hardeckstraße, die südlich an die Grünbereiche und Ausläufer des Hardtwaldes anschließt. Durch dieses Grünsystem entsteht eine neue Qualität öffentlicher Räume im Quartier. Außerdem wird auf diese Weise ein bioklimatisches Entlastungssystem mit verschatteten Wegen und Trittsteinen hergestellt, wichtige Fuß- und Radwegebeziehungen zwischen den Südquartieren werden erheblich aufgewertet. GESAMTEINSCHÄTZUNG: Im Teilraum 03 „Mixed Zone“ kann etwas wirklich Neues entstehen. Dies konnte das über viele Jahrzehnte gewachsene Quartier bislang nicht entwickeln, da wesentliche Impulse fehlten. Mit dem Räumlichen Leitbild und dem innovativen REGEKO-Prozess kann der Wandel nun gemeinsam mit den Unternehmen, Anwohnerinnen und Anwohnern angestoßen werden, was eine erhebliche Chance für das gesamte Quartier darstellt. Nicht nur die Mixed Zone wird von den Veränderungen am Westbahnhof und im Freiraum- sowie Fußgänger- und Radverkehrssystem profitieren, sondern auch der gesamte südwestliche Stadtraum in Grünwinkel. Am Westbahnhof wird – vier Minuten vom Hauptbahnhof entfernt – ein neuer Stadteingang geschaffen, der sowohl vor Ort als auch für die Gesamtstadt wesentliche Impulse setzt. VORHABEN: Mobilitätsstationen ausbauen | Vorhandene Gewerbegebiete optimieren | Funktionen mischen | Stadteingänge inszenieren | Freiräume stärken | Karlsruhes Konturen ausbilden | Klimaanpassung im Quartier umsetzen | Mobilitätskonzepte für Quartiere entwickeln 30Städtebauliches Konzept „Dynamisches Band Karlsruhe“ > Stadtraum & Nutzung Mit der Etablierung des Westbahnhofs geht eine Umstrukturierung des Um- felds wie im nördlichen Teilraum 02 einher: Auf der Fläche am Westbahnhof entsteht eine städtebauliche Dominante mit Büro- und Mischnutzung, die sowohl die Standorte Westbahnhof und Mixed Zone, als auch den Übergang und die Verknüpfung der Quartiere deutlich markiert und zum Erkennungsmerkmal wird. Auch das weitere Umfeld wird von diesen Entwick- lungen erfasst: Der zentrale Bereich der Mixed Zone wird für Nachverdichtung und horizontal und verti- kal gemischte Nutzungen aller Art „freigegeben“ - mit der Ausnahme von Wohnnutzung. Auf diese Weise wird das Gewerbegebiet gestärkt und entwickelt ein eigenes Profil, das auch gezielt von Ergänzungen aus den Bereichen Gastronomie, Kultur, Sport, kleinerer Einzelhandel und auch „Spezialformen“ (Bastler, Künstler, ...) getragen wird. Auf der Entwicklungsfläche Simon Hegele besteht zudem die Möglichkeit, eine hochwertige und an die- sem Standort nicht störende Gewerbeentwicklung an der Gleistrasse voranzutreiben, die im Süden mit Wohnnutzung einen gut verträglichen Übergang zur Hardecksiedlung herstellt. > Freiraum Mit den beschriebenen Entwicklungen einher geht die Entwicklung eines quartiersinternen Freiraumsystems, das in die größeren Grünbereiche der Umgebung eingebunden ist. Hierzu wird eine neue Quartiers-Grünspange hergestellt, die die Grün- brücke vom Junker-und-Ruh-Weg/Günther-Klotz-An- lage über Randflächen der Hegele-Fläche und mitten durch das Mixed-Zone-Quartier über einen Teil der westlichen Brachfläche mit dem Albraum verbindet. Diese Spange wird gekreuzt von der Grünverbindung Kühler Krug / neue Gleisquerung Westbahnhof / Har- Teilraum 03 · „Mixed Zone“ - Level 1 31Städtebauliches Konzept „Dynamisches Band Karlsruhe“ deckstraße, die südlich an die Grünbereiche und Aus- läufer des Hardtwalds anschließt. Durch dieses neue Grünsystem entsteht eine neue Qualität öffentlicher Räume im Quartier, außerdem werden das bioklima- tische Entlastungssystem mit verschatteten Wegen und Trittsteinen auf diese Weise hergestellt und wichtige Fuß- und Radwegebeziehungen zwischen den Südquartieren erheblich aufgewertet. In Verbindung mit der geplanten Pulverhausstraßen-Tram erhält das Freiraumsystem zusätzlich eine große Wertigkeit. GESAMTEINSCHÄTZUNG Im Teilraum 03 „Mixed Zone“ kann etwas wirklich Neues entstehen, das dies über viele Jahrzehnte gewachsene Quartier bislang gar nicht entwickeln konnte, da wesentliche Im- pulse fehlten. Mit dem Räumlichen Leitbild und dem innovativen REGEKO-Prozess kann der Wandel nun gemeinsam mit den Unternehmen, Anwohnern und Betroffenen angestoßen werden, was eine erhebliche Chance für das gesamte Quartier und seine Einbin- dung ins Umfeld darstellt. Nicht nur die Mixed Zone wird von den Veränderungen am Westbahnhof und im Freiraum- und Langsamverkehrssystem profitieren, sondern auch der gesamte südwestliche Stadtraum in Grünwinkel. Am Westbahnhof wird – 4 Minuten vom Hauptbahnhof – ein neuer Stadteingang geschaffen, der sowohl vor Ort als auch für die Gesamtstadt we- sentliche Impulse setzt. VORHABEN >Mobilitätsstationen ausbauen<, >Vor- handene Gewerbegebiete optimieren<, >Funktionen mischen<, >Stadteingänge inszenieren<, >Freiräume stärken<, >Karlsruhes Konturen ausbilden<, >Klimaan- passung im Quartier umsetzen<, >Mobilitätskonzepte für Quartiere entwickeln< Teilraum 03 · „Mixed Zone“ - Level 2 Teilraum 03 | Mixed Zone – Heute, Quelle: berchtoldkrass, UC STUDIO, S.US Teilraum 03 | Mixed Zone – Entwicklungsziele, Quelle: berchtoldkrass, UC STUDIO, S.US 100 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | DIE VERTIEFUNGSBEREICHE Teilraum 04 | Junker und Ruh – Entwicklungsziele, Quelle: berchtoldkrass, UC STUDIO, S.US 33Städtebauliches Konzept „Dynamisches Band Karlsruhe“ Teilraum 04 · „Junker und Ruh“ - Level 2 LEVEL Durch die umfangreich vorhandenen Freiflä- chen birgt der Teilraum „Junker und Ruh“ das Poten- zial, ein neues, starkes und klar konturiertes Profil zu entwickeln und dabei sowohl baulich deutlich mehr Dichte zu entwickeln, als auch erstmals einen identitätsstiftenden, gut nutzbaren gemeinsamen Freiraum zu etablieren > Stadtraum Das derzeit vorherrschende Prinzip der „freistehenden Einzelbebauung“ mittig in der Parzel- le wird umgekehrt: Zukünftig werden die Ränder des Teilraums bebaut, um eine klare Kante nach außen zu schaffen und dabei gleichzeitig einen geschützteren gemeinsamen Innenraum zu schaffen. Im Teilraum „Junker und Ruh“ kann dadurch ein neues städ- tisches Gesicht zur Südtangente entstehen, das die Stadt auch von diesem Durchgangs- und Bewegungs- raum sicht- und erlebbar macht. > Nutzung Der Teilraum beherbergt Gewerbe, Dienst- leitungen, aber auch Handwerk und ergänzende Nutzungen. Speziell hier sind viele unterschiedliche Branchen und Unternehmensformen denkbar, die sich jedoch in die neue, spezifische Baustruktur integrie- ren können müssen. Hierbei sind explizit gestapelte Nutzungen denkbar bzw. erwünscht, bei denen auch innovative Parkierungslösungen gefragt sind. Sollte der Standort der METRO dauerhaft erhalten bleiben, sind auch hier Aufstockungen und gestapelte Nut- zungen, auch für Parken oder sogar Freiraum (z.B. Sportanlagen) denkbar. zentraler Freiraum Erweiterung, Aufstockung „Randbebauung“ „Randbebauung“ „Randbebauung“ Integration geeigneter Bestandsgebäude Gesicht zur Südtangente baulicher Abschluss, ggf. Merkzeichen Stärkung Anbindung Alb / Innenstadt Gestaltung Grünstreifen, Vernetzung mit Freiräumen Stärkung Anbindung / Prüfung Realisierbar- keit Grünbrücke STADTPLANUNGSAMT | 101 TEILRAUM 04: JUNKER UND RUH GRÖSSE: 12,7 Hektar EINWOHNER: unter 10 DIE LAGE: Der Teilraum 04 umfasst das Gebiet der ehemaligen Fabrikanlagen der Firma Junker und Ruh. Auch dieses Gebiet ist – fast versteckt – zwischen Südtangente und Güterbahntrasse eingeschlossen. HEUTE: Das Gebiet umfasst vorwiegend große Flurstücke mit wenigen Einzelnutzern. Den Auftakt im Norden macht der Metro-Markt mit einem einzigen Baukörper und ausgedehnten, zum Teil überdachten Parkplatzflächen. Im restlichen Gebiet befinden sich Baukörper mittlerer Größe mit stadtbildprägender Wirkung. Im Gebiet selbst existieren überwiegend vollversiegelte Flächen. Zwei Brücken für Fußgänger, Radler und die Tramlinie 1 verbinden den Teilraum mit den angrenzenden Arealen. ENTWICKLUNGSZIELE: Die Freiflächen bergen das Potenzial, ein starkes und klar konturiertes Profil mit einer baulich deutlich höheren Dichte und einen gemeinsamen Freiraum zu entwickeln. STADTRAUM: Das Prinzip der „freistehenden Einzelbebauung“ in der Parzelle wird künftig durch Randbebauung abgelöst. NUTZUNG: Der Teilraum beherbergt Gewerbe, Dienstleistungen, aber auch Handwerk und ergänzende Nutzungen. Denkbar sind viele unterschiedliche Branchen und Unternehmensformen. Explizit gestapelte Nutzungen sind erwünscht und innovative Parkierungslösungen gefragt. Das gilt auch für den Metro-Standort. FREIRAUM: Der durch die Randbebauung entstehende Raum im Zentrum wird als zusammenhängender Freiraum mit halböffentlichem Charakter ausgebildet. Dabei wechseln sich große grüne Zonen mit kleineren „grauen“ Bereichen ab, die für Pausen und Erholung, gemeinsame Aktivitäten oder auch für Unternehmenszwecke zur Verfügung stehen. Über mehrere grüne Bänder bestehen Freiraumverbindungen in Querrichtung, die das Gebiet mit der Alb und den Grünräumen im Süden vernetzen. MOBILITÄT: Die Erschließung für den motorisierten Individualverkehr über Südtangente und Bannwaldallee bleibt bestehen. Jedoch wird die Parkierung im Gegensatz zur heutigen Situation in Parkhäusern und -geschossen oder (Tief-) Garagen an der Bannwaldallee organisiert. Über die neue Tramlinie Pulverhausstraße erhält die Haltestelle Bannwaldallee eine höhere Taktung und interessante neue Fahrziele (Ebertstraße/Hauptbahnhof sowie Grünwinkel/Daxlanden). Die Verbindungen für den Fußgänger- und Radverkehr werden ausgebaut und gestärkt. GESAMTEINSCHÄTZUNG: Der Teilraum 04 sieht umfangreichen Veränderungen entgegen, die Profil und Gesicht gegenüber dem Verkehrs- und Durchgangsraum Südtangente erheblich stärken ohne Bestandsnutzungen grundsätzlich in Frage zu stellen. Nutzbarkeit, Flächeneffizienz und Wirtschaftlichkeit werden enorm ausgebaut. Aufgrund der Parzellenstruktur mit wenigen einzelnen Eigentümern scheint hier vieles realisierbar. VORHABEN: Vorhandene Gewerbegebiete optimieren | Karlsruhes Konturen ausbilden | Klimaanpassung im Quartier umsetzen | in geringerem Umfang: Funktionen mischen Teilraum 05 | Siedlung Maienweg – Entwicklungsziele, Quelle: berchtoldkrass, UC STUDIO, S.US 36Städtebauliches Konzept „Dynamisches Band Karlsruhe“ 4.1.5 Teilraum 05 · „Siedlung Maienweg“ Größe 3,47 ha Einwohner ca. 180 AUSGANGSLAGE Der Teilraum 05, ein Relikt aus der Zeit vor der Südtangente, ist der kleinste Teilraum im Dynamischen Band. Er befindet sich in zentraler Lage, jedoch eingezwängt zwischen Südtangente, Bu- lacher Kreuz, Gütergleis und Gewerbegebieten. LEVEL Die Siedlung Maienweg ist überwiegend von Wohnnutzung mit durchgrünten Gärten geprägt. Die eigentlich hervorragende Lage im städtischen Gefü- ge wird jedoch stark eingeschränkt durch die stark lärmemittierende Nachbarschaft. LEVEL Zukünftig kann die Siedlung Maienweg ge- stärkt und klarer profiliert werden. Neben Ausbau und Ergänzung der Wohnnutzung stehen Stärkung und Aufwertung der Anbindungen im Fokus. > Nutzung Im südwestlichen Bereich bestehen Potenzialflächen für bauliche Ergänzungen mit Wohn- nutzung. Diese Gebäude sind selbst mit wirksamem Lärmschutz ausgestattet und wirken als Lärmschutz für die bestehende Wohnbebauung. > Freiraum Über aufgewertete Anbindungen ist die Siedlung Maienweg zukünftig noch besser mit den Freiräumen entlang der Alb und der Innenstadt ver- netzt. Ein neuer Grünraum klärt die Situation zum Gewerbepark Junker und Ruh und verbessert die Verbindung über das Gütergleis nach Süden. Ergän- zend werden die Grünräume innerhalb des Bulacher Kreuzes aufgewertet und zugänglich gemacht. > Mobilität Es besteht Anschluss an die Tram über die H Bannwaldallee. Die Fuß- und Radverbindungen Richtung Innenstadt sowie Albtal- und Hauptbahnhof werden aufgewertet und eindeutig beschildert. > Stadtraum Die bauliche Ergänzung stärkt das Quartier und schafft Zusammenhalt. Ergänzend wird der „Restraum“ unter der L 605 für neue Nutzungen aktiviert. GESAMTEINSCHÄTZUNG Am Maienweg kann sich dauerhaft ein Wohnquartier etablieren, das trotz ungünstiger Umgebung gute Wohnqualität und Iden- tifikation aufweist, und das seinen hervorragenden Standort bzgl. Fuß- und Radverkehr voll auskostet. VORHABEN >Bestehende Quartiere weiterentwickeln< Teilraum 05 · „Siedlung Maienweg“ - Level 1Teilraum 05 · „Siedlung Maienweg“ - Level 2 Südtangente Gütergleis „Wohnscholle“ „Resträume“ „Resträume“ Aufwertung „grüne Resträume“ Aktivierung „graue Resträume“ Bulacher Kreuz Anbindung Alb / Hbf Stärkung Anbindung Alb / Innenstadt Stärkung Anbindung Ergänzung und Stärkung Wohnnutzung (Lärmschutz!) Günther-Klotz-Anlage Gewerbegebiete Pulverhaus- straße / Unterweingartenfeld 37Städtebauliches Konzept „Dynamisches Band Karlsruhe“ Teilraum 05 · „Siedlung Maienweg“ - Level 1 Teilraum 05 · „Siedlung Maienweg“ - Level 2 Teilraum 05 | Siedlung Maienweg – Entwicklungsziele, Quelle: berchtoldkrass, UC STUDIO, S.US 102 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | DIE VERTIEFUNGSBEREICHE TEILRAUM 05: SIEDLUNG MAIENWEG GRÖSSE: 3,47 Hektar EINWOHNER: zirka 180 DIE LAGE: Der Teilraum 05, ein Relikt aus der Zeit vor der Südtangente, ist der kleinste Teilraum im Dynamischen Band. Er befindet sich in zentraler Lage, ist jedoch eingezwängt zwischen Südtangente, Bulacher Kreuz, Gütergleis und Gewerbegebieten. HEUTE: Die Siedlung Maienweg ist überwiegend von Wohn- nutzung mit durchgrünten Gärten geprägt. Die eigentlich hervorragende Lage im städtischen Gefüge wird jedoch stark eingeschränkt durch die stark lärmemittierende Nachbarschaft der Südtangente. ENTWICKLUNGSZIELE: Zukünftig kann die Siedlung Maienweg gestärkt und klarer profiliert werden. Neben Ausbau und Ergänzung der Wohnnutzung stehen Stärkung und Aufwertung der Anbindungen im Fokus. NUTZUNG: Im südwestlichen Bereich bestehen Potenzialflächen für bauliche Ergänzungen mit Wohnnutzung. Diese Gebäude sind selbst mit wirksamem Lärmschutz ausgestattet und wirken als Lärmschutz für die bestehende Wohnbebauung. FREIRAUM: Über aufgewertete Anbindungen ist die Siedlung Maienweg zukünftig noch besser mit den Freiräumen entlang der Alb und der Innenstadt vernetzt. Ein neuer Grünraum klärt die Situation zum Gewerbepark Junker und Ruh und verbessert die Verbindung über das Gütergleis in Richtung Süden. Ergänzend werden die bestehenden Grünräume innerhalb des Bulacher Kreuzes aufgewertet und zugänglich gemacht. MOBILITÄT: Es besteht Anschluss an die Tram über die Haltestelle Bannwaldallee. Die Fuß- und Radverbindungen in Richtung Innenstadt sowie zum Albtal- und Hauptbahnhof werden aufgewertet und eindeutig beschildert. STADTRAUM: Die bauliche Ergänzung stärkt das Quartier und schafft Zusammenhalt. Ergänzend wird der „Restraum“ unter der Landesstraße 605 für neue Nutzungen aktiviert. GESAMTEINSCHÄTZUNG: Am Maienweg kann sich dauerhaft ein Wohnquartier etablieren, das trotz ungünstiger Umgebung gute Wohnqualität und Identifikation aufweist und das seinen hervorragenden Standort in Bezug auf Fuß- und Radverkehr voll auskostet. VORHABEN: Bestehende Quartiere weiterentwickeln 39Städtebauliches Konzept „Dynamisches Band Karlsruhe“ kleinere Gewerbe- und Handwerksbetriebe. Im sich stark verjüngenden nördlichen Abschluss liegen Kleingärten, die nur über die „Haifischflosse erreicht werden können. Im Gebiet selber gibt es nur wenig Grün, die öffentlichen Räume zeigen sich deutlich mehr auto- als fußgängerbezogen. An den ÖPNV ist der Teilraum über eine Buslinie und die etwas ent- fernter liegende Tramhaltestelle Hardecksiedlung angebunden. LEVEL Der Schwerpunkt der zukünftigen Entwick- lungen in der Haifischflosse liegt in der Schaffung attraktiver öffentlicher Frei- und Grünräume und deren Vernetzung mit den umliegenden Bereichen sowie in der Anbindung durch die neue S-Bahnlinie vom Haupt- zum Westbahnhof. > Nutzung Der grundlegende Nutzungscharakter der Haifischflosse wird nicht verändert. Die Gewerbenut- zung wird in Zukunft jedoch dichter und effektiver werden. So können die ausgedehnten Parkplatzareale überbaut werden, auch Aufstockungen, Anbauten und Ergänzungen sind an zahlreichen Stellen möglich. In mäßigem Umfang kann auch eine vertikale Mischung im Gebäude stattfinden. Der bestehende Branchen- mix wird dabei beibehalten und ggf. durch geeignete Sondernutzungen, etwa aus dem Bereich Gastrono- mie ergänzt. > Freiraum Den Hauptfokus der zukünftigen Maßnah- men stellt die Aufwertung der öffentlichen Räume dar. Insbesondere über Ausbau und auch Neueinrich- tung von Grünräumen wird die Aufenthaltsqualität Teilraum 06 · „Haifischflosse“ - Level 2 Neuer S-Bahn-Haltepunkt Hardecksiedlung, Knoten mit Tramhalt Grünzug Pulverhausstraße Grünzug Pulverhausstraße Neue S-Bahn Hbf-Westbahnhof Ausbau und Aufwertung Grünvernetzung Alb-Oberreut Anbindung Bulach Punktuelle Ergänzungen Parkplatzüberbauung, Verdichtung Gewerbe Aufstockung, Ergänzung Verbindung Forstlach-Weiherfeld Teilraum 06 | Haifischflosse – Entwicklungsziele, Quelle: berchtoldkrass, UC STUDIO, S.US STADTPLANUNGSAMT | 103 TEILRAUM 06: HAIFISCHFLOSSE GRÖSSE: 31,0 Hektar EINWOHNER: zirka 25 DIE LAGE: Die markante Form des Gebiets verleiht dem Teilraum seinen Namen. Die „Haifischflosse“ befindet sich im Südwesten des Dynamischen Bandes und wird im Norden von der Güterbahntrasse, im Westen von der Trasse der Maxaubahn und im Osten vom Damm der Landesstraße 605 vollständig eingeschlossen. HEUTE: Das Areal mit wenig Grün beherbergt Gewerbe- betriebe jeder Art und Größe. Südlich der Pulverhausstraße befinden sich kleinere und mittlere Unternehmen mit teilweise ausgedehnten Stellplatzflächen, nördlich davon wenige größere Einheiten. Das dritte Gebiet nördlich des Grünstreifens umfasst große Verkaufs- und Lagergebäude sowie kleinere Gewerbe- und Handwerksbetriebe. ENTWICKLUNGSZIELE: Schwerpunkt ist die Schaffung attrak- tiver öffentlicher Frei- und Grünräume und deren Vernetzung. NUTZUNG: Der grundlegende Nutzungscharakter wird nicht verändert. Die Gewerbenutzung wird in Zukunft jedoch dichter und effektiver werden. So können ausgedehnte Parkplatzareale überbaut werden, Aufstockungen und Anbauten sind möglich. Der Branchenmix wird beibehalten. FREIRAUM: Hauptfokus ist die Aufwertung der öffentlichen Räume. Ausbau und Neueinrichtung von Grünräumen verbessern die Aufenthaltsqualität für Arbeitende und Besuchende. Es entsteht eine wirksame Vernetzung mit den Freiräumen an der Alb und nach Süden. Die Pulverhausstraße übernimmt dabei die Funktion eines grünen Boulevards. MOBILITÄT: Der Teilraum 06 wird aufgrund der dort verorteten Branchen dauerhaft einen erheblichen Anteil an motorisiertem Individualverkehr erforderlich machen. Die Erschließung über die Pulverhausstraße wird durch die Umgestaltung in ihrer Funktionalität erhalten. Die Gestaltung der öffentlichen Räume für Fußgänger und Radfahrer wird jedoch erheblich aufgewertet. Die Tramlinie auf der Pulverhausstraße bringt eine Taktverdichtung an der attraktiveren Haltestelle Hardeckstraße. Einen noch erheblicheren Faktor stellt die neue Stadtbahnlinie zwischen Haupt-, Westbahnhof, Mühlburg und Wörth dar. STADTRAUM: Der künftige räumliche Charakter des Gebiets wird von baulichen Ergänzungen gestärkt ohne das bekannte Stadtbild sehr zu verändern. Umfangreiche grünordnerische Maßnahmen werten das Bild jedoch erheblich auf. GESAMTEINSCHÄTZUNG: Vordergründig ändert sich im Teilraum 06 gar nicht sonderlich viel. Der Charakter als gut funktionierendes Gewerbegebiet mit einem spezifischen Branchenmix bleibt weitgehend unverändert erhalten. Jedoch können bestehende (Nach-)Verdichtungspotenziale gut aktiviert werden. Im öffentlichen Raum wird sich aber so manches zum Positiven wandeln und dem Gebiet ein neues, attraktives Profil geben. VORHABEN: Freiräume stärken | Mobilitätskonzepte für Quartiere entwickeln | in geringerem Umfang auch: Vorhandene Gewerbegebiete optimieren 44Städtebauliches Konzept „Dynamisches Band Karlsruhe“ 2. Verlegung des Messplatzes an den „Neuen Tivoli“: Prominenter Standort am Stadteingang, bester- schlossen vom Hbf, Tram/S-Bahn Tivoli und von der Südtangente aus; multifunktional nutzbare Fläche für Volksfeste, Märkte, Events, Zirkus usw. ohne Lärmproblematik; historische Wasserwerksbrücke bleibt als Verbindung zum Oberwald bestehen 3. Herstellung eines hochwertigen durchgängigen Grünzugs von der Alb bis zum „Seeviertel“ (Teil- raum 10 am alten Gleisbauhof, s.u.) entlang der Durchfahrtrasse der Güterbahn. Dadurch entsteht eine vollständige Grün- und Langsamverkehrsverbin- dung von Durlach bis zum Hafen, von der aus bequem und kreuzungsfrei alle Stadt- und Freiräume im Um- feld erreicht werden können. Die restliche Fläche des Rangierbahnhofs kann flexibel mit hochwertigen Ge- werbenutzungen belegt werden, jedoch kommen auch Dienstleistungen, Sport oder Kultur in Betracht. In diesem Feld können auch die Kleingärten ausge- baut werden, die vom Neuen Tivoli verlegt werden müssen. Im westlichen Bereich werden neue Bau- felder entwickelt und eine hochwertige Anbindung an die Alb hergestellt. Im östlichen Feld können Teilf- lächen sogar aufgeforstet werden und so neuer Wald entstehen. > Stadtraum Aus dem bisher unklar definierten Raum wird auf diese Weise ein Stadteingang mit ein- ladendem, hochattraktiven Gesicht, differenzierten Stadträumen mit alter und neuer Bausubstanz, vielfältig nutzbaren öffentlichen Räumen und wirk- samen Merkzeichen. Entlang von Gleisen und neuem Grünband kann sich ein Bahnhofsquartier mit hoher Identität entwickeln, das zudem mit dem Neuen Ti- voli eine wichtige Funktion an überraschender neuer Stelle aufweist. Grünzug Grünzug „Neuer Tivoli“ bauliche Fassung Tram/S-Bahn Baufelder Fautenbruchstraße Bebauung Hbf Süd Busbahnhof Bebauung Neue Baufelder durchgängige Anbindung Alb Verlegung Messp Wasserwerkbrücke Hauptbahnhof 45Städtebauliches Konzept „Dynamisches Band Karlsruhe“ GESAMTEINSCHÄTZUNG Bei dem vorgeschlagenen Szenario handelt es sich um ein „aufwärtskompa- tibles“ Modell: Auch ohne den ehemaligen Rangier- bahnhof lassen sich weite Teile umsetzen, wie der zentrale Bereich Hbf-Süd oder die Anbindung des Albraums. Allerdings bietet die Aktivierung der Rangierbahnhofsfläche für die Stadtentwicklung in jeder Hinsicht große Vorteile, insbesondere für die Einrichtung des Grünbandes und die Etablierung des „Neuen Tivoli“ als perfektem Standort für einen neu- en Messplatz, der am alten Standort ebenfalls erheb- liche Entwicklungspotenziale freisetzt. Mit der zu- sätzlichen Verlegung des DUSS-Terminals könnte der Betreiber sich gleichzeitig enorme betriebliche Vor- teile verschaffen (beidseitige Einfahrbarkeit für Con- tainerzüge, kurze und eigene LKW-Erschließung von der Ottostraße aus), die der Stadtentwicklung noch flexiblere Möglichkeiten eröffnen. Mit dem Stadt- baustein „Bahnhofsquartier Neuer Tivoli“ könnte ein neues Kapitel der Stadtentwicklung Karlsruhe be- gonnen werden, in dem die Kernstadt erstmals einen „richtigen“ Abschluss nach Süden erhält. VORHABEN >Karlsruhes Konturen ausbilden<, >Stadt- eingänge inszenieren<, >Quartier Bahnhof weiterden- ken<, >Perspektivflächen sichern<, >Freiräume stär- ken<, >Vorhandene Gewerbegebiete optimieren< Teilraum 07 · „Bahnhofsquartier Neuer Tivoli“ - Level 2 neuer Standort DUSS-Terminal Kleingärten Grünzug Grünzug LKW-Erschließung DUSS durchgängige Anbindung platz Baufelder Gewerbe / Diensteistung Rißnert / Oberwald Teilraum 07 | Bahnhofsquartier Neuer Tivoli – Entwicklungsziele, Quelle: berchtoldkrass, UC STUDIO, S.US 104 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | DIE VERTIEFUNGSBEREICHE TEILRAUM 07: BAHNHOFSQUARTIER NEUER TIVOLI GRÖSSE: zirka 85 Hektar EINWOHNER: unter 10 DIE LAGE: Der Teilraum 07 „Bahnhofsquartier Neuer Tivoli“ ist der größte der Teilräume und umfasst in der Längsachse fast die Hälfte der Gesamtausbreitung des Dynamischen Bandes. Er führt auf ganzer Länge südlich an der Hauptbahnlinie von Basel nach Mannheim entlang und gliedert sich in vier Abschnitte. Im Westen führt ein fast „vergessener Zwickel“ bis zur Albtalbahnbrücke. Daran schließt sich der Bereich Hauptbahnhof Süd/Schwarzwald-/Fautenbruchstraße, der ehemalige Rangierbahnhof mit dem Containerterminal und schließlich der Bereich östlich der Wolfartsweierer Brücke an. Die Güterbahntrasse bildet, ebenfalls auf der gesamten Länge, den südlichen Bereich des Teilraums aus. HEUTE: In verschiedener Hinsicht stellt der Teilraum 07 einen wichtigen Bereich im städtischen Gefüge dar: Er ist einerseits, trotz seiner Lage „hinter den Bahngleisen“, ein gewisser südlicher Abschluss der Kernstadt. Andererseits wirkt er als Stadteingang und Willkommensraum für Bahnreisende, aber auch für Ankommende aus Richtung Südtangente und Autobahn. In seinem heutigen Zustand hat der Raum jedoch noch wenig Willkommenscharakter und erscheint eher als „Restraum“. Im zentralen Bereich Schwarzwaldstraße/ Fautenbruchstraße sind die Grundstücke teils bebaut, teils noch brachliegend. Für einen Großteil des Gebiets liegen hier bereits Planungen oder Ideen vor (Bebauung Hauptbahnhof Süd, Busbahnhof). Der westliche „Zwickel“ könnte eigentlich eine Verbindung zum Albraum herstellen. Dieser Bereich mit dem Hochhaus des Bildungszentrums für Freiwillige hält Potenziale bereit, die sich zur Entwicklung und Vernetzung der Stadträume eignen. Der Bereich des Rangierbahnhofs stellt hingegen die große Unbekannte dar. Obwohl die ursprüngliche Nutzung seit Jahren aufgegeben wurde, werden hier unzählige Loks und Wagen abgestellt. Die Zukunft dieser Fläche ist offen, konkrete Aussagen bestehen derzeit nicht. Im Norden ist das Terminal der Deutschen Umschlaggesellschaft Schiene Straße mbH (DUSS) in vollem Betrieb. Der östliche Bereich ist hingegen mit Gewerbe- und Logistiknutzungen und Ausgleichsflächen weitgehend belegt. Auch wenn die vier Abschnitte recht unterschiedliche Eigenschaften aufweisen, sollte der Bereich aufgrund zusammenhängender Rahmenbedingungen als Gesamtraum verstanden werden. 44Städtebauliches Konzept „Dynamisches Band Karlsruhe“ 2. Verlegung des Messplatzes an den „Neuen Tivoli“: Prominenter Standort am Stadteingang, bester- schlossen vom Hbf, Tram/S-Bahn Tivoli und von der Südtangente aus; multifunktional nutzbare Fläche für Volksfeste, Märkte, Events, Zirkus usw. ohne Lärmproblematik; historische Wasserwerksbrücke bleibt als Verbindung zum Oberwald bestehen 3. Herstellung eines hochwertigen durchgängigen Grünzugs von der Alb bis zum „Seeviertel“ (Teil- raum 10 am alten Gleisbauhof, s.u.) entlang der Durchfahrtrasse der Güterbahn. Dadurch entsteht eine vollständige Grün- und Langsamverkehrsverbin- dung von Durlach bis zum Hafen, von der aus bequem und kreuzungsfrei alle Stadt- und Freiräume im Um- feld erreicht werden können. Die restliche Fläche des Rangierbahnhofs kann flexibel mit hochwertigen Ge- werbenutzungen belegt werden, jedoch kommen auch Dienstleistungen, Sport oder Kultur in Betracht. In diesem Feld können auch die Kleingärten ausge- baut werden, die vom Neuen Tivoli verlegt werden müssen. Im westlichen Bereich werden neue Bau- felder entwickelt und eine hochwertige Anbindung an die Alb hergestellt. Im östlichen Feld können Teilf- lächen sogar aufgeforstet werden und so neuer Wald entstehen. > Stadtraum Aus dem bisher unklar definierten Raum wird auf diese Weise ein Stadteingang mit ein- ladendem, hochattraktiven Gesicht, differenzierten Stadträumen mit alter und neuer Bausubstanz, vielfältig nutzbaren öffentlichen Räumen und wirk- samen Merkzeichen. Entlang von Gleisen und neuem Grünband kann sich ein Bahnhofsquartier mit hoher Identität entwickeln, das zudem mit dem Neuen Ti- voli eine wichtige Funktion an überraschender neuer Stelle aufweist. Grünzug Grünzug „Neuer Tivoli“ bauliche Fassung Tram/S-Bahn Baufelder Fautenbruchstraße Bebauung Hbf Süd Busbahnhof Bebauung Neue Baufelder durchgängige Anbindung Alb Verlegung Messp Wasserwerkbrücke Hauptbahnhof 45Städtebauliches Konzept „Dynamisches Band Karlsruhe“ GESAMTEINSCHÄTZUNG Bei dem vorgeschlagenen Szenario handelt es sich um ein „aufwärtskompa- tibles“ Modell: Auch ohne den ehemaligen Rangier- bahnhof lassen sich weite Teile umsetzen, wie der zentrale Bereich Hbf-Süd oder die Anbindung des Albraums. Allerdings bietet die Aktivierung der Rangierbahnhofsfläche für die Stadtentwicklung in jeder Hinsicht große Vorteile, insbesondere für die Einrichtung des Grünbandes und die Etablierung des „Neuen Tivoli“ als perfektem Standort für einen neu- en Messplatz, der am alten Standort ebenfalls erheb- liche Entwicklungspotenziale freisetzt. Mit der zu- sätzlichen Verlegung des DUSS-Terminals könnte der Betreiber sich gleichzeitig enorme betriebliche Vor- teile verschaffen (beidseitige Einfahrbarkeit für Con- tainerzüge, kurze und eigene LKW-Erschließung von der Ottostraße aus), die der Stadtentwicklung noch flexiblere Möglichkeiten eröffnen. Mit dem Stadt- baustein „Bahnhofsquartier Neuer Tivoli“ könnte ein neues Kapitel der Stadtentwicklung Karlsruhe be- gonnen werden, in dem die Kernstadt erstmals einen „richtigen“ Abschluss nach Süden erhält. VORHABEN >Karlsruhes Konturen ausbilden<, >Stadt- eingänge inszenieren<, >Quartier Bahnhof weiterden- ken<, >Perspektivflächen sichern<, >Freiräume stär- ken<, >Vorhandene Gewerbegebiete optimieren< Teilraum 07 · „Bahnhofsquartier Neuer Tivoli“ - Level 2 neuer Standort DUSS-Terminal Kleingärten Grünzug Grünzug LKW-Erschließung DUSS durchgängige Anbindung platz Baufelder Gewerbe / Diensteistung Rißnert / Oberwald STADTPLANUNGSAMT | 105 ENTWICKLUNGSZIELE: Die zukünftige Entwicklung lässt sich abschnittsweise realisieren, die einzelnen Teilbereiche wären nicht aufeinander angewiesen. Dennoch wäre für eine Gesamt - entwicklung optimal, wenn ein Rückbau des Rangierbahnhofs einbezogen werden könnte. Für dieses Szenario kommen folgende zusammenhänge Schritte in Betracht: NUTZUNG/FREIRAUM/MOBILITÄT: 1. Die Verlagerung des DUSS-Terminals in den Bereich südlich der Güterbahntrasse. Die Anfahrt für den Schwerverkehr wird über die Otto- und Edgar-Heller-Straße realisiert. Mit einer Unterführung unter dem Abzweig Südtangente wird der Schwerverkehr von der Wolfartsweierer Brücke entkoppelt. Das DUSS-Terminal wird so aus beiden Richtungen einfahrbar. Der bisher notwendige, aber betrieblich ungünstige Rangier- betrieb in Richtung Basel entfällt zukünftig. 2. Die Verlegung des Messplatzes an den „Neuen Tivoli“ mit einer multifunktional nutzbaren Fläche für Volksfeste, Märkte, Events oder Zirkus ohne Lärmproblematik. Der prominente Standort am Stadteingang wird sehr gut über Hauptbahnhof, Tram, Stadtbahn sowie von der Südtangente aus erschlossen. Die historische Wasserwerksbrücke bleibt als Verbindung zum Oberwald bestehen. 3. Die Herstellung eines hochwertigen durchgängigen Grünzugs von der Alb bis zum „Seeviertel“ (siehe Teilraum 10 am alten Gleisbauhof) entlang der Güterbahntrasse. Dadurch entsteht eine vollständige Grünverbindung für den Fußgänger- und Radverkehr von Durlach bis zum Hafen, von der aus bequem und kreuzungsfrei alle Stadt- und Freiräume im Umfeld erreicht werden können. Die restliche Fläche des Rangierbahnhofs kann flexibel mit hochwertigen Gewerbenutzungen belegt werden, jedoch kommen auch Dienstleistungen, Sport oder Kultur in Betracht. In diesem Feld können auch die Kleingärten ausgebaut werden, die vom Neuen Tivoli weg verlegt werden müssen. Im westlichen Bereich werden neue Baufelder entwickelt und eine hochwertige Anbindung an die Alb hergestellt. Im östlichen Feld können Teilflächen sogar in Form eines neuen Waldes aufgeforstet werden. STADTRAUM: Aus dem bisher unklar definierten Raum wird auf diese Weise ein Stadteingang mit einladendem, hochattraktiven Gesicht, differenzierten Stadträumen mit alter und neuer Bausubstanz, vielfältig nutzbaren öffentlichen Räumen und wirksamen Merkzeichen. Entlang von Gleisen und neuem Grünband kann sich ein Bahnhofsquartier mit hoher Identität entwickeln, das zudem mit dem Neuen Tivoli eine wichtige Funktion an überraschender neuer Stelle aufweist. 47Städtebauliches Konzept „Dynamisches Band Karlsruhe“ Teilraum 07 · „Bahnhofsquartier Neuer Tivoli“ (Abschnitt West) - Level 2 Teilraum 07 · „Bahnhofsquartier Neuer Tivoli“ (Mitte-Hbf)- Level 2 Teilraum 07 · „Bahnhofsquartier Neuer Tivoli“ (Ost-Neuer Tivoli) - Level 1 Teilraum 07 | Bahnhofsquartier Neuer Tivoli (Abschnitt West) – Entwicklungsziele, Quelle: berchtoldkrass, UC STUDIO, S.US 47Städtebauliches Konzept „Dynamisches Band Karlsruhe“ Teilraum 07 · „Bahnhofsquartier-Neuer Tivoli“ (Abschnitt West) - Level 2 Teilraum 07 · „Bahnhofsquartier-Neuer Tivoli“ (Mitte-Hbf)- Level 2 47Städtebauliches Konzept „Dynamisches Band Karlsruhe“ Teilraum 07 · „Bahnhofsquartier Neuer Tivoli“ (Abschnitt West) - Level 2 Teilraum 07 · „Bahnhofsquartier Neuer Tivoli“ (Mitte-Hbf)- Level 2 Teilraum 07 · „Bahnhofsquartier Neuer Tivoli“ (Ost-Neuer Tivoli) - Level 1 Teilraum 07 | Bahnhofsquartier Neuer Tivoli (Ost-Neuer Tivoli) – Entwicklungsziele, Quelle: berchtoldkrass, UC STUDIO, S.US Teilraum 07 | Bahnhofsquartier Neuer Tivoli (Mitte-Hbf) – Entwicklungsziele, Quelle: berchtoldkrass, UC STUDIO, S.US 106 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | DIE VERTIEFUNGSBEREICHE GESAMTEINSCHÄTZUNG: Bei dem vorgeschlagenen Szenario handelt es sich um ein „aufwärtskompatibles“ Modell: Auch ohne den ehemaligen Rangierbahnhof lassen sich weite Teile umsetzen, wie der zentrale Bereich Hauptbahnhof Süd oder die Anbindung des Albraums. Allerdings bietet die Aktivierung der Rangierbahnhofsfläche für die Stadtentwicklung in jeder Hinsicht große Vorteile, insbesondere für die Einrichtung des Grünbandes und die Etablierung des „Neuen Tivoli“ als perfektem Standort für einen neuen Messplatz, der am alten Standort ebenfalls erhebliche Entwicklungspotenziale freisetzt. Mit der zusätzlichen Verlegung des DUSS- Terminals könnte sich der Betreiber gleichzeitig enorme betriebliche Vorteile verschaffen (Containerzüge könnten von beiden Seiten einfahren, kurze und eigene Erschließung für den Schwerverkehr von der Ottostraße aus), die der Stadtentwicklung noch flexiblere Möglichkeiten eröffnen. Mit dem Stadtbaustein „Bahnhofsquartier Neuer Tivoli“ könnte ein neues Kapitel der Stadtentwicklung Karlsruhe begonnen werden, in dem die Kernstadt erstmals einen „richtigen“ Abschluss nach Süden erhält. VORHABEN: Karlsruhes Konturen ausbilden | Stadteingänge inszenieren | Quartier Bahnhof weiterdenken | Langfristige Perspektiven denken | Freiräume stärken | Vorhandene Gewerbegebiete optimieren 49Städtebauliches Konzept „Dynamisches Band Karlsruhe“ LEVEL Die besondere Lage an einem der wichtigen Stadteingänge stellt sich derzeit nicht entsprechend profiliert dar. Um diesem besonderen Raum ein adä- quates Gesicht zu geben, die Situation der Sportver- eine zu verbessern und gleichzeitig Potenzialräume für eine Nachverdichtung zu schaffen, werden eine Transformation des östlichen Streifens an der Ett- linger Allee, die Umstrukturierung, Ausweitung und Teilverlegung der Sportflächen sowie die dadurch mögliche Aktivierung der bebaubaren Flächen im Sü- den des Gebiets vorgeschlagen. > Nutzung Die Sportnutzungen werden in diesem hierfür aufgrund seiner Lage besonders geeigneten Teilraum gefestigt und ausgebaut. Hierzu zählt ne- ben einer Kapazitätserweiterung der Flächenanlagen auch Ersatz und Ergänzung der baulichen Sportanla- gen an der Ettlinger Allee samt Nebennutzungen (z.B. Gastronomie und Parken). Durch die Teilverlagerung von Sportflächen (siehe Freiraum) werden Potenzial- flächen für Wohnnutzung zwischen Hochhaus und Seniorenstift an einer hochattraktiven Lage verfüg- bar. Entlang der Ettlinger Allee findet sich Platz für markante Hochpunkte, die den Stadteingang mar- kieren. Wohnen wird hier aufgrund des Straßen- und Verkehrslärms jedoch nur in den obersten Geschos- sen möglich sein. Auch die südlich an den Teilraum angrenzende Fläche stellt in der Konsequenz ein interessantes Denkmodell dar, wenn die dortigen Kleingärten an den nahegelegenen Waldrand verlegt werden können. Teilraum 08 · „Südstern“ - Level 2 Hochpunkte „Waldpakete“ Grünzug Dammerstock Bulach Sport Sport Verlegung Sportfl ächen auf die Rennwiese Ersatzfl äche Kleingärten von der Herrenhalber Straße Potenzial Wohnen Potenzial durchgängiges Wohnen waldeingefasste Sportfelder auf der historischen Rennwiese Vernetzung mit Naherholung Rißnert / Oberwald Bebauung Stadteingang Teilraum 08 | Südstern – Entwicklungsziele, Quelle: berchtoldkrass, UC STUDIO, S.US Teilraum 08 | Südstern – Heute, Quelle: berchtoldkrass, UC STUDIO, S.US 48Städtebauliches Konzept „Dynamisches Band Karlsruhe“ 4.1.8 Teilraum 08 · „Südstern“ Größe 19,0 ha Einwohner - AUSGANGSLAGE Teilraum 08 befindet sich am süd- lichen Eingang der Kernstadt, zwischen Rüppurr und Hauptbahnhof, Dammerstock und Rißnert/Oberwald, südlich der Südtangente und entlang der Ettlinger Allee gelegen. Das Gebiet ist überwiegend durch Frei- raum- und insbesondere Sportnutzungen geprägt. LEVEL Entlang der zur vierstreifigen Stadtein- gangsstraße parallelen Erschließungsstraße reihen sich die Sportanlagen mehrerer Sportvereine auf. Neben Fußball-, Tennis- und Trainingsplätzen mit den entsprechenden Nebenanlagen gibt es auch bauliche Einrichtungen: Sporthallen, Vereinsgaststätten oder Kombinationen von beidem, als ein- oder zweige- schossige Zweckbauten. Die Sportanlagen werden sehr intensiv genutzt. Insbesondere in der Außen- saison bestehen durch die große Nachfrage immer wieder Engpässe bzw. Überlastungen. Entlang der baumbestandenen Straße befinden sich lange Park- platzstreifen und im nördlichen Bereich auch ein Wohnmobilstellplatz. Im Süden des Teilraums zwängen sich die Sportflä- chen zwischen das Wohnhochhaus am Rüppurrer Schloss und die kleineren Hochhäuser des Senio- renstifts, im Osten grenzen sie direkt an den ausge- dehnten Rißnert bzw. Oberwald, hier bestehen meh- rere öffentliche Zugänge von der Ettlinger Allee zu diesem beliebten Freizeit- und Naherholungsgebiet. Teilraum 08 · „Südstern“ - Level 1 Sportanlagen Sportanlagen Sportanlagen Stadteingang Sportanlagen Seniorenstift Wohnhochhaus Alb Dammerstock Kleingärten Sporthallen Ettlinger Allee STADTPLANUNGSAMT | 107 TEILRAUM 08: SÜDSTERN GRÖSSE: 19,0 Hektar EINWOHNER: keine DIE LAGE: Teilraum 08 befindet sich am südlichen Eingang der Kernstadt, zwischen Rüppurr und Hauptbahnhof, Dammerstock und Rißnert/Oberwald, südlich der Südtangente und entlang der Ettlinger Allee gelegen. Das Gebiet ist überwiegend durch Freiraum- und insbesondere Sportnutzungen geprägt. HEUTE: Entlang der Erschließungsstraße reihen sich die Sportanlagen mehrerer Sportvereine auf. Neben Sport- und entsprechenden Nebenanlagen existieren auch Sporthallen, Vereinsgaststätten oder Kombinationen von beidem in Form ein- oder zweigeschossiger Zweckbauten. Im Süden des Teilraums zwängen sich die Sportflächen zwischen das Wohnhochhaus am Rüppurrer Schloss und kleineren Hochhäuser des Seniorenstifts. Im Osten grenzen sie direkt an den ausgedehnten Rißnert bzw. Oberwald mit mehreren Zugängen von der Ettlinger Allee. ENTWICKLUNGSZIELE: Die besondere Lage an einem der wichtigen Stadteingänge stellt sich derzeit nicht entsprechend profiliert dar. Um diesem Raum ein adäquates Gesicht zu geben, die Situation der Sportvereine zu verbessern und gleichzeitig Potenzialräume für eine Nachverdichtung zu schaffen, werden eine Transformation des östlichen Streifens an der Ettlinger Allee, die Umstrukturierung, Ausweitung und Teilverlegung der Sportflächen sowie die dadurch mögliche Aktivierung der bebaubaren Flächen im Süden des Gebiets Südstern vorgeschlagen. NUTZUNG: Die Sportnutzungen werden gefestigt und ausgebaut. Dazu zählen eine Kapazitätserweiterung der Flächenanlagen und der Ersatz sowie Ergänzung der baulichen Sportanlagen an der Ettlinger Allee samt Nebennutzungen. Durch die Teilverlagerung von Sportflächen werden Potenzialflächen für Wohnnutzung zwischen Hochhaus und Seniorenstift an einer hochattraktiven Lage verfügbar. Entlang 51Städtebauliches Konzept „Dynamisches Band Karlsruhe“ > Stadtraum Die neuen Punkthäuser flankieren den südlichen Stadteingang, profilieren ihn auf markante Weise und schaffen dort eine neue Präsenz der Stadt, die auch von der Südtangente aus wahrgenommen wird. GESAMTEINSCHÄTZUNG Durch einen Flächen- tausch, der sich sogar an das Vorbild der „Rennwiese“ an ihrem historischen Standort annähert, könnte hier ein überraschendes Modell angestoßen werden, das für alle Beteiligten interessante Mehrwerte birgt. Die Vermischung von Wald und Sportflächen ist in Karlsruhe bereits im Oberwald aktive Praxis. Im „Südstern“ könnten die umgewandelten Flächen sogar ortsnah ausgeglichen werden. Durch die Um- strukturierungen eröffneten sich gleichzeitig erheb- liche bauliche Potenziale für Büro-, Sport- und Wohn- nutzung, die zum Dynamischen Band und Teilraum 08 passen, gerade an diesem bahnhofsnahen Standort. Auch außerhalb des Teilraums könnten diese Entwick- lungen positive Wirkungen für Freiraum- und Quar- tiersstruktur erzielen. Es könnte sich daher lohnen, gemeinsam mit den Beteiligten über ein solches Vor- gehen ernsthaft nachzudenken. VORHABEN >Stadteingänge inszenieren<, >Karlsruhes Konturen ausbilden<, >Freiräume stärken< Teilraum 08 · „Südstern“ - Level 2 Teilraum 08 | Südstern – Entwicklungsziele, Quelle: berchtoldkrass, UC STUDIO, S.US 50Städtebauliches Konzept „Dynamisches Band Karlsruhe“ > Freiraum Die Idee für diesen Teilraum besteht da- rin, die südlichen Sportflächen in „Waldfeldern“ der historischen „Rennwiese“ zu verlegen und zu erwei- tern. Dieser Bereich war ursprünglich und noch bis in die 1960er Jahre eine Großfläche für Sport- und Bewegung und könnte diese Funktion zukünftig in kleinem Umfang wieder übernehmen, die gespannte Situation vor Ort entlasten helfen und sogar neue Potenzialflächen für dringend benötigten Wohnraum aktivieren. Entlang der Ettlinger Allee könnten die hierfür in Anspruch genommenen Waldfelder zwi- schen den neuen Punkthäusern ausgeglichen werden. Durch die Kombination der verschiedenen Maßnah- men entstünde eine neue, intensive Vernetzung der Freiräume über den „Südstern“ in den Naherholungs- bereiche Rißnert/Oberwald hinein, die auch deren Zugänglichkeit von den Umgebenden Quartieren deutlich aufwertete. > Mobilität Die Veränderungen in der Freiraumver- netzung bringen auch deutliche Verbesserungen für die Langsammobilität mit sich. Über die Ettlinger Allee hinweg führt die Anbindung für Fuß- und Rad- verkehr sogar durch Dammerstock, den Forstlach und Bulach bis zum Teilraum 05 „Haifischflosse“ und schafft damit eine wichtige durchgängige Grünver- bindung durch die südlichen Stadtquartiere. Teilraum 08 · „Südstern“ - Level 1 Teilraum 08 | Südstern – Heute, Quelle: berchtoldkrass, UC STUDIO, S.US 108 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | DIE VERTIEFUNGSBEREICHE der Ettlinger Allee findet sich Platz für markante Hochpunkte, die den Stadteingang markieren. FREIRAUM: Die Idee für diesen Teilraum besteht darin, die südlichen Sportflächen in „Waldfeldern“ der historischen „Rennwiese“ zu verlegen und zu erweitern. Dieser Bereich war ursprünglich Großfläche für Bewegung und könnte diese Funktion zukünftig in kleinem Umfang wieder übernehmen, die gespannte Situation vor Ort entlasten helfen und sogar neue Potenzialflächen für dringend benötigten Wohnraum aktivieren. Durch die Kombination der verschiedenen Maßnahmen entstünde eine neue, intensive Vernetzung der Freiräume über den „Südstern“ in den Naherholungsbereich Rißnert/Oberwald hinein. MOBILITÄT: Die Veränderungen in der Freiraumvernetzung bringen auch deutliche Verbesserungen für den Fußgänger- und Radverkehr mit sich. Über die Ettlinger Allee hinweg führt die Anbindung durch Dammerstock, den Forstlach und Bulach bis zum Teilraum 05 „Haifischflosse“ und schafft damit eine wichtige durchgängige Grünverbindung durch die südlichen Stadtquartiere. STADTRAUM: Die neuen Punkthäuser flankieren den südlichen Stadteingang, profilieren ihn auf markante Weise und schaffen dort eine neue Präsenz der Stadt, die auch von der Südtangente aus wahrgenommen wird. GESAMTEINSCHÄTZUNG: Durch den Flächentausch könnte hier ein überraschendes Modell angestoßen werden, das für alle Beteiligten interessante Mehrwerte birgt. Die Vermischung von Wald und Sportflächen ist im Oberwald bereits aktive Praxis. Im „Südstern“ könnten umgewandelte Flächen sogar ortsnah ausgeglichen werden. Durch die Umstrukturierungen eröffneten sich gleichzeitig erhebliche bauliche Potenziale für Büro-, Sport- und Wohnnutzung. VORHABEN: Stadteingänge inszenieren | Karlsruhes Konturen ausbilden | Freiräume stärken Teilraum 09 und 10 | Quartier am Alten Schlachthof | Karlsruhe Seeviertel – Entwicklungsziele, Quelle: berchtoldkrass, UC STUDIO, S.US 53Städtebauliches Konzept „Dynamisches Band Karlsruhe“ LEVEL Für die Entwicklung beider Teilräume sind bestimmte Grundvoraussetzungen und Unterneh- mens- sowie politische Entscheidungen zwingend er- forderlich. Für die Entwicklung des Messplatzes wäre ein hervorragend geeigneter Alternativstandort erforderlich, für Teilraum 10 eine Nutzungsaufga- be- oder Verlagerung des Gleisbauhofs. In beiden Be- reichen ließen sich dann aber attraktive, standortge- rechte Stadtbausteine entwickeln: das „Quartier am Alten Schlachthof“ und das „Karlsruher Seeviertel“. > Nutzung Im Teilraum 07 wurde mit dem „Neuen Ti- voli“ ein erstklassiger Standort zur Verlagerung des Messplatzes vorgeschlagen, der gegenüber der heu- tigen Position sogar noch Vorteile aufweist. Damit könnte das „Quartier am Alten Schlachthof“ umge- setzt werden, das in erster Linie aus Büro-, Dienst- leistungs- und Gewerbenutzungen besteht. In gerin- gerem Umfang könnten hier an bestimmten Stellen auch besondere Wohnformen umgesetzt werden. Das „Seeviertel“ ist hingegen ein urbanes Quartier mit hohem Wohnanteil, jedoch mit vielfältigen anderen Nutzungen vertikal und horizontal durchmischt. > Freiraum Beide Teilräume sind von der starken Verbindung zum neuen Ost-West-Grünzug Durlach- Ostauepark geprägt. Neuer See und „Hügel“ an der Südflanke werden bewusst an diesem Standort installiert. Innerhalb eines vermeintlich benachtei- ligten Ortes inmitten von Gleistrassen entsteht ein überraschendes, hochattraktives Freiraumelement, gleichzeitig Alleinstellungsmerkmal in Karlsruhe, das neben der hohen räumlichen und gestalterischen Qualität auch zum Lärmschutz beiträgt. Teilraum 09 & 10 · „Quartier am Alten Schlachthof“ / „Karlsruhe Seeviertel“ - Level 2 Neues urbanes Mischquartier Bebauung Messplatz (Schwerpunkt Büro/Dienst- leistung, Einzelhandel, Wohnen) Verlegung des Messplatzes an den „Neuen Tivoli“ (TR 07) Stadteingang Quartierssee Grünzug Adressbildung neue Tram nach Durlach Aussichtshügel Park Entwicklung eines durchgehenden Grünzugs STADTPLANUNGSAMT | 109 TEILRAUM 09: QUARTIER AM ALTEN SCHLACHTHOF TEILRAUM 10: KARLSRUHER SEEVIERTEL GRÖSSE: 29,9 Hektar (ohne Otto-Dullenkopf-Park) EINWOHNER: zirka 50 (ohne Landeserstaufnahmestelle) DIE LAGE: Teilraum 09 und 10 bilden eine starke Einheit am prominenten Stadteingang Durlacher Allee/Ostring mit ähnlichen Rahmenbedingungen und Verlagerungspotenzialen. HEUTE: Teilraum 09 besteht aus dem Otto-Dullenkopf-Park im Süden und dem heutigen „Messplatz“ im Norden. Park und angrenzende Flächen werden aktuell entwickelt. Der Messplatz stellt eine wichtige Funktion für Karlsruhe dar: Raum für Vergnügungsparks, Zirkusgastspiele, Jahr-, Floh- und auch Gebrauchtwagenmärkte. Teilraum 10 ist von Bahntrassen und deren Nutzungen entlang der Durlacher Allee umschlossen. ENTWICKLUNGSZIELE: Im Falle des Messplatzes wäre ein hervorragend geeigneter Alternativstandort erforderlich, für Teilraum 10 eine Nutzungsaufgabe oder Verlagerung des Gleisbauhofs. In beiden Bereichen ließen sich attraktive, standortgerechte Stadtbausteine entwickeln. NUTZUNG: Im Teilraum 07 wurde mit dem „Neuen Tivoli“ ein erstklassiger Standort zur Verlagerung des Messplatzes vorgeschlagen. Damit könnte das „Quartier am Alten Schlachthof“ mit Büro-, Dienstleistungs- und Gewerbe- nutzungen umgesetzt werden. Das „Seeviertel“ ist hingegen ein urbanes Quartier mit hohem Wohnanteil. FREIRAUM: Beide Teilräume sind von der starken Verbindung zum neuen Ost-West-Grünzug von Durlach zum Otto- Dullenkopf-Park geprägt. Neuer See und „Hügel“ an der Südflanke werden bewusst an diesem Standort installiert. Innerhalb eines vermeintlich benachteiligten Ortes inmitten von Gleistrassen entsteht ein hochattraktives Freiraumelement. MOBILITÄT: Beide Gebiete sind über die Durlacher Allee und die dort verlaufenden Tram- und Stadtbahnlinien hervorragend erschlossen. Zusätzlich dazu wird im Süden des Gebiets eine neue Tramlinie installiert, die entlang des neuen Grünzugs führt. Eine zusätzliche Option könnte die Neueinrichtung eines Bahnhaltepunkts auf der Gleistrasse über der Durlacher Allee darstellen. STADTRAUM: Durch die geplanten Quartiere erhalten die Durlacher Allee und damit der wichtigste östliche Stadteingang erstmals einen definierten Abschluss mit städtebaulich markanten Formen. GESAMTEINSCHÄTZUNG: Für eine Realisierung der beiden Quartiere gilt es eine Vielzahl von Weichen zu stellen, Vorbedingungen abzuklären und Voraussetzungen zu schaffen. In innenstadtnaher Lage könnten dringend benötigte Wohnflächen realisiert werden, bisher untergenutzte Bereiche könnten einer dem Dynamischen Band zuträglichen Nutzung zugeführt werden. Der gesamte Bereich erhielte einen gänzlich neuen Charakter mit neuen, wichtigen Freiräumen. VORHABEN: Neue Quartiere entwickeln | Stadteingänge inszenieren | Karlsruhes Konturen ausbilden | Freiräume stärken | in kleinerem Umfang: Funktionen mischen | bei Realisierung Ostbahnhof auch: Mobilitätsstationen ausbauen 57Städtebauliches Konzept „Dynamisches Band Karlsruhe“ LEVEL Für die zukünftige Entwicklung des Teil- raums wird eine Ergänzung der gewerblich-indus- triellen Nutzung in den ohnehin lärmbelasteten Bereichen vorgeschlagen - unter der Bedingung, dass sich ein geeigneter Ersatzstandort für die bestehen- den Sportanlagen und die Gärtnerei finden lässt. Ver- bunden damit ist eine Entwicklung der Grünräume. Im westlichen Bereich wird außerdem der Anschluss des verlegten DUSS-Containerterminals über die Edgar-Heller-Straße hergestellt, so dass sämtliche Containerverkehre zukünftig schon vor der Wolfarts- weierer Brücke abgeleitet werden. > Nutzung Das neue gewerblich-industriell genutzte Feld befindet sich, von teils neuen Waldflächen um- geben, im Süden des Teilraums. Die Parzellen können flexibel für Unternehmen unterschiedlicher Größe bereitgehalten werden. Der Anschluss erfolgt über die Edgar-Heller-Straße, die ringförmig über das Gelände des Amts für Abfallwirtschaft (AfA) verlän- gert und wieder an die Ottostraße angebunden wird. Bei einer Nutzungsänderung auf dem AfA-Gebiet könnten auch hier neue Gewerbebetriebe unterge- bracht werden. > Freiraum Im Zuge der Erweiterung des Gewerbege- biets werden die umgebenden Flächen aufgeforstet. Auch der bestehende Wald südlich des AfA wird als „grüner Puffer“ gestärkt. Dadurch entsteht trotz der Lage „im Autobahnkreuz“ insgesamt der Charakter eines in den Wald eingebetteten Gewerbegebiets. Au- ßerdem könnte die Ottostraße zu einem grünen Bou- levard ausgebaut werden, der auch die Verbindung für Fußgänger und Radfahrer nach Durlach stärkt. Teilraum 11 · „Oberwald Killisfeld“ - Level 2 fl exible Gewerbe/ Industriefl ächen ggf. Nachnutzung / Verdichtung AfA Stärkung Begrünung Ottostraße Anbindung Durlach Erhalt „Lichtung“ Zufahrt LKW zu DUSS verlegtes DUSS-Terminal ggf. Anschlussmöglichkeit Teilraum 11 | Oberwald Killisfeld – Entwicklungsziele, Quelle: berchtoldkrass, UC STUDIO, S.US 110 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | DIE VERTIEFUNGSBEREICHE TEILRAUM 11: OBERWALD KILLISFELD GRÖSSE: zirka 47 Hektar EINWOHNER: zirka 20 DIE LAGE: Teilraum 11 ist ein Gewerbe- und Industrie gebiet mit südlich angrenzenden Sport- und Landwirtschafts- nutzungen – eingeschlossen von Verkehrstrassen. HEUTE: Im Industrie- und Gewerbegebiet sind Unternehmen aller Größenordnungen ansässig. Die Fläche südlich der Ottostraße wird vollständig vom Amt für Abfallwirtschaft eingenommen. Im südlichen Teilraum befinden sich der Polizeisportverein sowie eine Gärtnerei und landwirtschaftliche Nutzungen. ENTWICKLUNGSZIELE: Vorgeschlagen wird eine Ergänzung der gewerblich-industriellen Nutzung in den ohnehin lärmbelasteten Bereichen. Voraussetzung ist ein geeigneter Ersatzstandort für die bestehenden Sportanlagen und die Gärtnerei. Verbunden damit ist eine Entwicklung der Grünräume. Im westlichen Bereich wird außerdem der Anschluss des verlegten DUSS-Containerterminals über die Edgar-Heller-Straße hergestellt. NUTZUNG: Das neue gewerblich-industriell genutzte Feld befindet sich, von teils neuen Waldflächen umgeben, im Süden des Teilraums. Die Parzellen können flexibel für Unternehmen unterschiedlicher Größe bereitgehalten werden. Der Anschluss erfolgt über die Edgar-Heller-Straße. FREIRAUM: Im Zuge der Erweiterung des Gewerbegebiets werden umliegende Flächen aufgeforstet. Auch der bestehende Wald wird als „grüner Puffer“ gestärkt. Dadurch entsteht trotz der Lage „im Autobahnkreuz“ insgesamt der Charakter eines in den Wald eingebetteten Gewerbegebiets. Außerdem könnte die Ottostraße zu einem grünen Boulevard ausgebaut werden. MOBILITÄT: Der Anschluss des neuen Teilbereichs erfolgt über eine Buslinie. Die Maßnahmen zur Freiraumentwicklung bedingen einen qualitativen Ausbau der Fuß- und Radwegebeziehungen in die Nachbarquartiere und den angrenzenden Freiraum. Durch die Entkoppelung der Schwerlastverkehre zum Containerumschlagsterminal wird eine Entlastung des umliegenden Straßennetzes erreicht. STADTRAUM: Auf einfache Art und Weise werden bedarfsgerechte Stadträume geschaffen, die sich entsprechend der Anforderungen der jeweiligen Unternehmen flexibel teilen und bebauen lassen. Bei der Gestaltung sind insbesondere die Belange des Klimawandels zu berücksichtigen. GESAMTEINSCHÄTZUNG: Mit den vorgeschlagenen Entwicklungen wird eine adäquate Nachnutzung eines ohnehin sehr lärmbelasteten Areals erzielt. Allerdings sind zunächst Ersatzstandorte für die bestehenden Nutzungen zu finden. An diesem Standort können Unternehmen angesiedelt werden, denen die Lärmeinwirkung nichts ausmachen, von denen selbst Lärm ausgeht oder die über eine Standorteigenschaft verfügen, die sich ergänzend ins Portfolio des Dynamischen Bands einfügt. VORHABEN: Karlsruhes Konturen ausbilden | in kleinerem Umfang: Vorhandene Gewerbegebiete optimieren Teilraum 12 | Wachhaus – Heute, Quelle: berchtoldkrass, UC STUDIO, S.USTeilraum 12 | Wachhaus – Entwicklungsziele, Quelle: berchtoldkrass, UC STUDIO, S.US 60Städtebauliches Konzept „Dynamisches Band Karlsruhe“ 4.1.12 Teilraum 12 · „Wachhaus“ Größe ca. 19 ha Einwohner ca. 325 AUSGANGSLAGE Teilraum 12 grenzt unmittelbar an die Autobahn A 5 an und ist im Westen von einem Band gewerblicher Nutzungen, ansonsten von Wohn- nutzungen und Freiräumen geprägt. Aktuell werden die letzten freien Baufelder des Gewerbestreifens bebaut. Die Entwicklungsmöglichkeiten des Bereichs zeigen sich ansonsten sehr eingeschränkt. LEVEL Außer einer weiteren Stärkung der Anbin- dung des Teilraums an die Umgebung (Ottostraße- Killisfeld, Durlach-Aue, Oberwald-Rißnert) kommen in Teilraum 12 in erster Linie die Bebauung des noch freien zentralen Feldes mit Wohngebäuden sowie der Erhalt und Ausbau der bestehenden Wohnnutzungen in Frage. GESAMTEINSCHÄTZUNG Beim Teilraum 12 „Wach- haus“ handelt es sich um einen ganz besonderen Bereich, dessen Ursprünge älter sind als die meisten der heute umgebenden Nutzungen. Vor der Südtan- gente direkt am Stadteingang der „Landstraße II Nr. 185“ gelegen, fristet er heute ein fast abgeschie- denes Dasein. Auch solche „Nischen“ braucht eine Stadt, so dass hier nur ergänzende, fast selbstver- ständliche Entwicklungen vorgeschlagen werden, ohne den Raum stark zu verändern. Allerdings wür- den die bestehenden Wohnstrukturen auch hier noch Verdichtungen vertragen,. VORHABEN >Nachbarschaftszentren beleben< Teilraum 12 · „Wachhaus“ - Level 1Teilraum 12 · „Wachhaus“ - Level 2 Gewerbe und Handwerk Depot Theater „Wohnhöfe“ Särkung Wohnhöfe Entwicklung Wohnen Stärkung Anbindung Oberwald Anbindung Ottostraße Brache Wohnen Klettergarten Klettergarten Wohnen 60Städtebauliches Konzept „Dynamisches Band Karlsruhe“ 4.1.12 Teilraum 12 · „Wachhaus“ Größe ca. 19 ha Einwohner ca. 325 AUSGANGSLAGE Teilraum 12 grenzt unmittelbar an die Autobahn A 5 an und ist im Westen von einem Band gewerblicher Nutzungen, ansonsten von Wohn- nutzungen und Freiräumen geprägt. Aktuell werden die letzten freien Baufelder des Gewerbestreifens bebaut. Die Entwicklungsmöglichkeiten des Bereichs zeigen sich ansonsten sehr eingeschränkt. LEVEL Außer einer weiteren Stärkung der Anbin- dung des Teilraums an die Umgebung (Ottostraße- Killisfeld, Durlach-Aue, Oberwald-Rißnert) kommen in Teilraum 12 in erster Linie die Bebauung des noch freien zentralen Feldes mit Wohngebäuden sowie der Erhalt und Ausbau der bestehenden Wohnnutzungen in Frage. GESAMTEINSCHÄTZUNG Beim Teilraum 12 „Wach- haus“ handelt es sich um einen ganz besonderen Bereich, dessen Ursprünge älter sind als die meisten der heute umgebenden Nutzungen. Vor der Südtan- gente direkt am Stadteingang der „Landstraße II Nr. 185“ gelegen, fristet er heute ein fast abgeschie- denes Dasein. Auch solche „Nischen“ braucht eine Stadt, so dass hier nur ergänzende, fast selbstver- ständliche Entwicklungen vorgeschlagen werden, ohne den Raum stark zu verändern. Allerdings wür- den die bestehenden Wohnstrukturen auch hier noch Verdichtungen vertragen,. VORHABEN >Nachbarschaftszentren beleben< Teilraum 12 · „Wachhaus“ - Level 1Teilraum 12 · „Wachhaus“ - Level 2 Gewerbe und Handwerk Depot Theater „Wohnhöfe“ Särkung Wohnhöfe Entwicklung Wohnen Stärkung Anbindung Oberwald Anbindung Ottostraße Brache Wohnen Klettergarten Klettergarten Wohnen 61Städtebauliches Konzept „Dynamisches Band Karlsruhe“ Teilraum 12 · „Wachhaus“ - Level 1 Teilraum 12 · „Wachhaus“ - Level 2 Teilraum 12 | Wachhaus – Entwicklungsziele, Quelle: berchtoldkrass, UC STUDIO, S.US STADTPLANUNGSAMT | 111 TEILRAUM 12: WACHHAUS GRÖSSE: zirka 19 Hektar Einwohner: zirka 325 DIE LAGE: Teilraum 12 grenzt unmittelbar an die Autobahn 5 an und ist im Westen von einem Band gewerblicher Nutzungen, ansonsten von Wohnnutzungen und Freiräumen geprägt. Aktuell werden die letzten freien Baufelder des Gewerbestreifens bebaut. Die Entwicklungsmöglichkeiten des Bereichs zeigen sich ansonsten sehr eingeschränkt. ENTWICKLUNGSZIELE: Außer einer weiteren Stärkung der Anbindung des Teilraums an die Umgebung (Ottostraße- Killisfeld, Durlach-Aue, Oberwald-Rißnert) kommen in Teilraum 12 in erster Linie die Bebauung des noch freien zentralen Feldes mit Wohngebäuden sowie der Erhalt und Ausbau der bestehenden Wohnnutzungen in Frage. GESAMTEINSCHÄTZUNG: Beim Teilraum 12 „Wachhaus“ handelt es sich um einen ganz besonderen Bereich, dessen Ursprünge älter sind als die meisten der heute umgebenden Nutzungen. Vor der Südtangente direkt am Stadteingang der „Landstraße II Nr. 185“ gelegen, fristet er heute ein nahezu abgeschiedenes Dasein. Auch solche „Nischen“ braucht eine Stadt, so dass hier nur ergänzende, fast selbstverständliche Entwicklungen vorgeschlagen werden, ohne den Raum stark zu verändern. Allerdings würden die bestehenden Wohnstrukturen auch hier noch Verdichtungen vertragen. Teilraum 01 · „Albinsel“ Teilraum 02 · „Westbahnhof Roter Turm“ Teilraum 03 · „Mixed Zone “ Teilraum 04 · „Junker und Ruh“ Teilraum 05 · „Siedlung Maienweg “ Teilraum 06 · „Haifischflosse“ Teilraum 12 · „Wachhaus“ Teilraum 07 · „Bahnhofsquartier Neuer Tivoli“ Teilraum 08 · „Südstern“ Teilraum 09 · „Quartier am Alten Schlachthof“ Teilraum 10 · „Karlsruher Seeviertel“ Teilraum 11 · „Oberwald Killisfeld“ Der gesamte Raum – Entwicklungsziele, Quelle: berchtoldkrass, UC STUDIO, S.US 112 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | DIE VERTIEFUNGSBEREICHE DAS DYNAMISCHE BAND ALS GESAMTRAUM RÄUME MIT ZUSAMMENHANG Werden nun die zwölf Teilräume in einen räumlichen Gesamtzusammenhang gesetzt, erschließt sich das Potenzial, das im Dynamischen Band für zukünftige Entwicklungen steckt. In diesem „Raum der tausend Trassen“ befinden sich unzählige Transformationsangebote, von der „einfachen“ Nachverdichtung über schrittweise Umstrukturierungen bis hin zur vollständigen Neuentwicklung ganzer Areale. Dies betrifft zwar überwiegend gewerbliche Mischnutzungen, aber auch Wohnbauflächen und insbesondere Freiräume. Meist handelt es sich um Verdichtungen im Sinne einer so genannten „Doppelten Innenentwicklung“, bei der nicht nur Grundstücke baulich nachverdichtet werden, sondern gleichzeitig über eine bessere bauliche Ausnutzung und über eine höhere Qualität der öffentlichen und Grünräume nachgedacht wird. Jeder Teilraum hat eine eigene Logik und Ordnung An diesem Bild der Gesamtentwicklung wird eindrucksvoll deutlich, dass auch in einem komplex strukturierten Bestandsgebiet erhebliche Entwicklungen aktiviert werden können, ohne dafür Flächen im Außenbereich in Anspruch zu nehmen. Jeder Teilraum weist eigene, klare Prinzipien und Teilraum 01 · „Albinsel“ Teilraum 02 · „Westbahnhof Roter Turm“ Teilraum 03 · „Mixed Zone “ Teilraum 04 · „Junker und Ruh“ Teilraum 05 · „Siedlung Maienweg “ Teilraum 06 · „Haifischflosse“ Teilraum 12 · „Wachhaus“ Teilraum 07 · „Bahnhofsquartier Neuer Tivoli“ Teilraum 08 · „Südstern“ Teilraum 09 · „Quartier am Alten Schlachthof“ Teilraum 10 · „Karlsruher Seeviertel“ Teilraum 11 · „Oberwald Killisfeld“ STADTPLANUNGSAMT | 113 Regeln in punkto Nutzung, Stadtstruktur und Freiraum auf. Jeder Teilraum hat seine ganz eigene Logik und Ordnung, die ihn von den anderen unterscheidet und eindeutige Identitäten schafft. Dies führt zu einer Profilschärfung und Standortvorteilen der verschiedenen räumlichen Lagen im Dynamischen Band. Lebendige, freundliche, selbstverständliche und intensiv nachgefragte Teile der Stadt Gleichzeitig kommt entlang des Dynamischen Bandes auch ein starker Zusammenhalt zum Vorschein, der sich maßgeblich in den Freiräumen und ihrer Vernetzung in die Umgebung zeigt, aber auch in einer aktiven Haltung, die Möglichkeiten bewusst sucht und umsetzen will. Das Dynamische Band wird in der Grafik mit den Entwicklungszielen ein lebendiger, freundlicher, selbstverständlicher und intensiv nachgefragter Teil der Stadt, der um seine wichtige Rolle genau weiß und seine Fähigkeiten in die Stadtlandschaft integriert. Grünboulevard Pulverhausstraße „Grünsprosse“ „Grünsprosse“ Quartiers-Grünspange Günther-Klotz-Anlage südlicher Hardtwald Forstlach Alb Grünes Band Rißnert / Oberwald Otto-Dullen- kopf-Park Stuttgarter Straße „Grün- sprosse“ „Sprosse Neuer Tivoli“ „Sprosse Seeviertel“ Hafen / Rhein Mast- weide „Grünsprosse Albgrün“ Anbindung Hardtstraße Shortcut Carl-Metz- Straße Stadteingang Ettlinger Allee Stadteingang Grünwinkel Hauptbahnhof Süd Roter Turm Stadtkante Stadtkante Auftakt Quartier Westbahnhof Merkzeichen Albinsel Schornstein Schornstein Hochhaus am Westbahnhof Hochhaus Bildungszentrum Neuer Tivoli Wasserturm Möbelhaus Feuerwache Oberwald-Killisfeld Stadteingang Durlacher Allee Quartier am Alten Schlachthof Wohnhochhaus am Rüppurrer Schloss Wasser- turm Südseite Junker und Ruh Die neue „Doppelhelix“, Quelle: berchtoldkrass, UC STUDIO, S.US 114 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | DIE VERTIEFUNGSBEREICHE DIE „DOPPELHELIX“: FREIRAUM UND MOBILITÄT In jedem einzelnen Teilraum finden neben den Entwicklungspotenzialen im baulichen Bereich auch umfangreiche Neuerungen und Umgestaltungen im Freiraum statt. Durch diese lokalen Maßnahmen entsteht im Dynamischen Band fast wie nebenbei eine ganz neue, den gesamten Stadtraum tangierende Freiraumstruktur. Es handelt sich um ein das bisherige System aus Alb, „Rußweg“ und Mastweide ergänzendes grünes Band. Es verläuft von Durlach über den grünen Hügel des Karlsruher Seeviertels, den neuen Grünzug auf den ehemaligen Gütergleisen bis zur Alb. Es zieht sich weiter vom Südstern über den Forstlach bis Bulach, über den neuen Grünboulevard Pulverhausstraße bis zur neuen Stadtbahn-Haltestelle Hardecksiedlung. Weiter führt das Band zum Anschlusspunkt der neuen Quartiersgrünspange im Teilraum 03 „Mixed Zone“, der seinerseits wiederum ans Albgrün in Grünwinkel anbindet, und letztlich über den neuen grünen Shortcut Carl-Metz-Straße am Hafen und am Rhein endet. Ausbau des Fußgänger- und Radverkehrs führt zu hervorragender Erschließung des südlichen Stadtbereichs Diese neuen Freiraumkorridore schaffen gemeinsam mit den bestehenden Freiraumstrukturen eine Art „Doppelhelix“: Zwischen den beiden bandartigen Längssystemen spannen sich regelmäßig neue und bestehende Freiraumsprossen in Querrichtung auf. Mit der „Doppelhelix“ entsteht ein System, das für den gesamten südlichen Stadtkörper neue Qualitäten und Verbindungen zwischen Innenstadt und Quartieren, aber vor allem auch in die inner- und außerhalb der Stadt liegenden Landschaftsräume schafft. Das System umfasst dabei nicht nur Grünflächen, Erholungs- und Entlastungsräume, sondern auch die Infrastruktur für Fußgänger und Radfahrer in Längs- und Querrichtung. Der Fußgänger- und Radverkehr im gesamten Dynamischen Band erfährt hierdurch eine erhebliche Aufwertung und führt mit der Weiterentwicklung des öffentlichen Verkehrsnetzes zu einer hervorragenden Erschließung des südlichen Stadtbereichs. NEUE STADTRÄUME IM SÜDEN Bestimmte Stadträume im Dynamischen Band ändern zukünftig ihr Gesicht und tragen damit zu einer stärkeren Präsenz und Wahrnehmbarkeit der Stadt Karlsruhe bei. Neben den bereits beschriebenen Freiräumen werden dabei hauptsächlich zwei räumliche Themenfelder adressiert: Städtebauliche Dominanten auf der einen und bauliche Kanten auf der anderen Seite. Städtebauliche Dominanten und Hochpunkte kommen im Dynamischen Band in erster Linie zur Akzentuierung wichtiger Stadteingänge zum Einsatz. Dort schaffen sie attraktive Geschossflächen, die für Büro- und Dienstleistungsnutzung, aber auch für spezielle Bedarfe oder unter bestimmten Bedingungen auch Wohnen zur Verfügung stehen. In der Abbildung oben sind die Hochpunkte mit schwarzen Signaturen gekennzeichnet. Ebenfalls gekennzeichnet sind die bestehenden Hochpunkte im Stadtgebiet. Es wird deutlich, dass die diffuse Verteilung mit kleineren Konzentrationen im Stadtgebiet Karlsruhe durch die neuen Dominanten aufgegriffen und vervollständigt wird. Bauliche Kanten (in der Abbildung auf der Folgeseite rot gekennzeichnet) verändern dort den Stadtraum, wo neue prägnante Areale entwickelt oder bestehende Gebiete ertüchtigt und ins Bewusstsein gebracht werden. Im Dynamischen Band geschieht dies an den Orten, an denen neue Quartiere entstehen, beispielsweise entlang der Durlacher Allee oder am neuen Hauptbahnhof Süd. Bewusst aber auch an Orten entlang der Südtangente, wo städtische Strukturen an den Bewegungsraum heranreichen und sich präsentieren können, insbesondere im Westen (Teilräume 02 und 04). An anderen Orten können möglicherweise kleinere Sichtbezüge („Gucklöcher“) entwickelt werden, die die angrenzenden Nutzungen ins Blickfeld rufen, etwa beim Neuen Tivoli oder dem neuen DUSS-Terminal. Diese markanten und differenzierten Einblicke werden Karlsruhe selbstbewusst und interessant entlang des Bewegungsraums präsentieren und die Stadt stärker erlebbar machen. Hochpunkte und Raumkanten, Quelle: berchtoldkrass, UC STUDIO, S.US Vorhaben im Dynamischen Band, Quelle: berchtoldkrass, UC STUDIO, S.US BQ F F F F F MK MK KK KK KK GO GO GO GO KL KL KL KL M SI SI MX MX MX MX F F F F B MK KK KK KK KK KK GO GO KL KL M M LP NQ NQ NQ NZ SI SI SI BQ F HW CL B MK KK GO KL M ZI LP NQ NZ SI MX Karlsruhes Konturen ausbilden Bestehende Quartiere weiterentwickeln Mobilitätskonzepte für Quartiere entwickeln Zukunft Innenstadt angehen Funktionen mischen Mobilitätsstationen ausbauen Stadteingänge inszenieren Klimaanpassung im Quartier umsetzen Nachbarschaftszentren beleben Quartier Bahnhof weiterdenken Cluster weiterentwickeln Hardtwald behutsam nutzen Vorhandene Gewerbegebiete optimieren Freiräume stärken Neue Quartiere entwickeln Langfristige Perspektiven denken BQ F HW CL B MK KK GO KL M ZI LP NQ NZ SI MX Karlsruhes Konturen ausbilden Bestehende Quartiere weiterentwickeln Mobilitätskonzepte für Quartiere entwickeln Zukunft Innenstadt angehen Funktionen mischen Mobilitätsstationen ausbauen Stadteingänge inszenieren Klimaanpassung im Quartier umsetzen Nachbarschaftszentren beleben Quartier Bahnhof weiterdenken Cluster weiterentwickeln Hardtwald behutsam nutzen Vorhandene Gewerbegebiete optimieren Freiräume stärken Neue Quartiere entwickeln Langfristige Perspektiven denken Grünboulevard Pulverhausstraße „Grünsprosse“ „Grünsprosse“ Quartiers-Grünspange Günther-Klotz-Anlage südlicher Hardtwald Forstlach Alb Grünes Band Rißnert / Oberwald Otto-Dullen- kopf-Park Stuttgarter Straße „Grün- sprosse“ „Sprosse Neuer Tivoli“ „Sprosse Seeviertel“ Hafen / Rhein Mast- weide „Grünsprosse Albgrün“ Anbindung Hardtstraße Shortcut Carl-Metz- Straße Stadteingang Ettlinger Allee Stadteingang Grünwinkel Hauptbahnhof Süd Roter Turm Stadtkante Stadtkante Auftakt Quartier Westbahnhof Merkzeichen Albinsel Schornstein Schornstein Hochhaus am Westbahnhof Hochhaus Bildungszentrum Neuer Tivoli Wasserturm Möbelhaus Feuerwache Oberwald-Killisfeld Stadteingang Durlacher Allee Quartier am Alten Schlachthof Wohnhochhaus am Rüppurrer Schloss Wasser- turm Südseite Junker und Ruh STADTPLANUNGSAMT | 115 DIE VORHABEN IM DYNAMISCHEN BAND „Vorhaben“ dienen im Räumlichen Leitbild Karlsruhe der Konkretisierung wichtiger Themen. Konkretisierung bedeutet dabei sowohl inhaltliche Detaillierung (Was ist gemeint?) als auch spezifische Verortung (Wo genau soll eingegriffen werden?) und Priorisierung (Welcher zeitliche Rahmen?). Im Dynamischen Band findet sich eine Vielzahl an Ideen und Maßnahmen, die sich direkt mit den Vorhaben in Verbindung bringen lassen. Bestimmte Vorhaben, wie „Hardtwald behutsam nutzen“ oder „Zukunft Innenstadt angehen“ kommen aus nachvollziehbaren Gründen auch gar nicht vor. Die Vorhaben, die den zwölf Teilräumen des Dynamischen Bandes zugeordnet werden können, zeigt die Abbildung unten, bei den jeweiligen Teilraumbeschreibungen sind diese ebenfalls aufgeführt. Im Dynamischen Band überwiegen Vorhaben, die durch Lage und funktionale Ausrichtung bestimmt sind. So sind sowohl Vorhaben aus dem Bereich „Vorhandene Gewerbegebiete optimieren“ als auch „Funktionen mischen“ und „Mobilitätsbezogene Vorhaben und Stadteingänge inszenieren“ in größerer Zahl vertreten. Bemerkenswert ist, dass die freiraumrelevanten Vorhaben „Freiräume stärken“ und „Klimaanpassung im Quartier umsetzen“ überwiegen. Daran kann abgelesen werden, wie wichtig die Entwicklung der vernetzenden Freiräume, aber auch der quartiersinternen Freiräume für ein dauerhaftes Funktionieren des gesamten Stadtbereichs ist. Mit Hilfe der Vorhaben kann nun bestimmt werden, welche Themen und Bereiche des Dynamischen Bandes als nächstes in Angriff genommen werden. Potenzialfelder Dynamisches Band, Quelle: berchtoldkrass, UC STUDIO, S.US 116 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | DIE VERTIEFUNGSBEREICHE ZUSAMMENFASSUNG Der Städtebauliche Rahmenplan „Dynamisches Band Karlsruhe“ formuliert räumlich-funktionale Zielvorstellungen für den Bereich entlang von Südtangente, Gleisanlagen und Grünräumen von Alb und Oberwald. Dazu werden zunächst die wesentlichen Rahmenbedingungen und Planungsparameter analysiert. Es zeigt sich, dass der Raum stark gewerblich geprägt ist, einen großen Reichtum an räumlichen Formen und Strukturen, jedoch wenige Grünflächen aufweist und von einer Vielzahl von Trassen und Barrieren bestimmt ist. Teilräume treten vor allem über lineare Verknüpfungen wie Zufahrten und Brücken in den Austausch Es gibt zwar durchgehende Elemente über die gesamte Ausdehnung des Untersuchungsraumes, wie die Südtangente, Gleistrassen oder begleitende Freiräume. Die einzelnen Teilräume stellen sich jedoch als höchst unterschiedlich und weitgehend durch Trassen „verinselte“ Elemente dar, die vor allem über lineare Verknüpfungen wie Zufahrten und Brücken mit ihrer Umgebung in Austausch treten. Jedes Areal hat seine eigenen Regeln und Prinzipien mit Raum für Konkretisierungen Zwölf solcher Teilräume können identifiziert werden, die sich durch jeweils ähnliche Eigenschaften und Fähigkeiten auszeichnen. Für diese wird die heutige Situation als aktueller Ausgangspunkt beschrieben. Mit Blick auf die Stoßrichtungen des Räumlichen Leitbilds wird die spezifische zukünftige Ausrichtung jedes Teilraums entwickelt. Die Entwicklungsziele werden visualisiert. Beschrieben werden die Themen Nutzung, Freiraum, Mobilität und Stadtraum. Es entwickelt sich ein lebendiges Bild des Dynamischen Bands STADTPLANUNGSAMT | 117 mit Teilräumen von jeweils eigenen Regeln und Prinzipien. Sie zurren bestimmte Aspekte fest, lassen aber flexiblen Raum für Konkretisierungen. Aus der Gesamtheit der freiräumlichen Maßnahmen entsteht ein übergeordnetes Grünsystem Während jeder Teilraum ein eigenes prägnantes Gesicht und eine unverwechselbare Identität entwickelt, entsteht aus der Gesamtheit der freiräumlichen Maßnahmen ein übergeordnetes Grünsystem, das den bisherigen Bestand wirkungsvoll ergänzt und gleichzeitig Wegenetz und Anbindung der Nahmobilität für Fußgänger und Radfahrer trägt. Mit einer neuen Stadtbahn, dem Ausbau des Westbahnhofs und mehreren neuen Tram-Linien vervollständigt sich auch das Öffentliche Personennahverkehrsnetz im Südband. Das Dynamische Band erhält mit dem Städtebaulichen Rahmenplan umfassende Entwicklungsperspektiven, die die besondere Identität des gesamten Bereichs stärken und sein Profil als besonderer und wichtiger Ort im Stadtgefüge schärfen wird. Außerdem finden sich viele Vorhaben des Räumlichen Leitbilds in den sehr verschiedenen Themen wieder, die die Teilräume entwickeln, wie etwa „Klimaanpassung im Quartier umsetzen“ oder „Stadteingänge inszenieren“, mit deren Hilfe die Konkretisierung der Inhalte und ihre Verwirklichung vorangetrieben werden können. DAS BÜRO BERCHTOLDKRASS HAT DEN VERTIEFUNGSBEREICH SÜD IN EINER AUSFÜHRLICHEN BROSCHÜRE DARGESTELLT: www.karlsruhe.de/leitbild www.karlsruhe.de/b3/bauen/projekte/leitbildhaupt/stadtneu.de
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Extrahierter Text
118 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | DIE VERTIEFUNGSBEREICHE EINFÜHRUNG Ziel ist, für die beiden Vertiefungsbereiche Nord-West und Nord-Ost das übergeordnete Räumliche Leitbild sowie die darin verankerten sieben Stoßrichtungen für diese beiden Lupen zu konkretisieren. Die Ergebnisse dienen als Grundlage für die Diskussion in Gremien und mit den Akteuren. Die Vertiefungsbereiche Nord konkretisieren die Idee einer grünen Nordspange als neuen attraktiven Freiraum. Verbunden ist die Idee mit dem Anspruch einer Stärkung der Ost-West-Vernetzung für Fußgänger und Radfahrer und die Qualifizierung peripherer Zwischenräume als hochwertige innere Landschaft. Aus den Vorhalteräumen für die Nordtangente erwächst mit Hilfe eines übergreifenden konzeptionellen Ansatzes das Potenzial eines durchgängigen „Landschaftsparks Nord – vom Rhein bis an die Pfinz“. Die bewusste Umwertung verbessert signifikant Chancen, diese Räume zu einer qualitätsvollen Arrondierung oder Nachverdichtung zu nutzen. Der Landschaftspark Nord mit dem Hardtwald im Zentrum stellt aber auch einen Beitrag zur Entwicklung der „Landschafts-Stadt“ Karlsruhes als Ganzes dar. VERTIEFUNGSBEREICH NORD-WEST Der Vertiefungsbereich Nord-West konzentriert sich auf die Flächen südlich von Neureut und nördlich der Nordweststadt sowie der Nordstadt im Bereich zwischen der Bundesstraße 36 und dem Hardtwald. Dieser Bereich ist stark durch Freiräume an Heidesee, Drachenwiese, Düne, Kleingärten und anderen Orten geprägt. Diese besondere Qualität in der Stadt soll erhalten werden. Die Nordtangente soll nicht mehr als Verkehrsstraße, sondern als grüne Nordspange entwickelt werden. Gleichzeitig wird eine maßvolle Arrondierung der angrenzenden Quartiere und Stadtteile empfohlen. So könnte die Nachfrage nach (überwiegend Wohn-) Bauflächen in guter Lage bedient werden. Die (frei-) räumliche Großzügigkeit des Ortes sowie die Ablesbarkeit der einzelnen Stadtteile sollen durch die Arrondierung nicht verloren gehen. Daher wird neben der breiten Ost-West-Verbindung besonderer Wert auf den VERTIEFUNGSBEREICHE NORD EIN DURCHGÄNGIGER LANDSCHAFTSRAUM VON OST NACH WEST BIS ZUM RHEIN IST MÖGLICH Fortbestand der prägenden Freiraumverbindung in Nord- Süd-Richtung zwischen Altem Flugplatz über Heidesee, Düne und Drachenwiese bis zu den Biotopen im Norden an der Alten Bach gelegt. Die Stadtschollen schmiegen sich an bestehende Quartiere an und orientieren sich mit ihrer Kontur an vorhandenen Strukturen wie Feldfluren und -wegen, Baumbeständen und Quartiersbeziehungen. Die Stadtschollen sollen eine möglichst hohe Dichte aufweisen. Die neuen inneren Ränder der Stadt, welche direkt am Freiraum liegen sollen eine klare baulich-räumliche Kante ausbilden und als Adresse am Park eine öffentliche Vorderseite darstellen und Wohnraum für möglichst viele Bewohner bieten. Landschaftspark Nord besteht aus lebendigem Patchwork unterschiedlicher Räume Die Entwicklung der grünen Nordspange als moderner Landschaftspark erkennt die Unterschiedlichkeit und Vielfalt der landschaftlichen Typologien an. Um einen Kern aus urban-landwirtschaftlichen Flächen gruppieren sich natürliche Lebensräume wie Düne und Habitat am Heidesee, sowie gestaltete Parks und Grünzüge vor der Kulisse der Waldflächen im Osten und Westen. Anstelle einer durchgängig gestalteten „Parklandschaft“ besteht der Landschaftspark Nord so aus einem lebendigen „Patchwork“ ganz unterschiedlicher Räume, die durch ein ergänztes und erneuertes Erschließungssystem (Wegebau, Ausstattung, Signalethik) zusammengehalten werden. Im Ausbau und der Ausstattung der Erschließungsstrukturen besteht die Möglichkeit bei aller Diversität eine eigene Parkidentität zu entfalten. Das Wegesystem greift dabei vorhandene Wegestrukturen auf und ist wesentlich geprägt von der Querung der kräftigen Zäsuren durch Verkehrsinfrastruktur. Grundsätzlich sind die Hauptwege als Parkrandpromenaden angeordnet um weitere Zerschneidungen des bereits stark fragmentierten Landschaftsraums zu vermeiden und starke Parkadressen auszubilden. Signifikant für das Parkbild und die Definition der Siedlungskanten ist dabei die Ausstattung der Promenaden mit Baumreihen und Alleen. Eine weitere Anreicherung des Parkbildes besteht in der Pflege und Entwicklung der charakteristischen linearen Gehölzstrukturen entlang der Flurgrenzen und die Ausbildung von Baumclustern („Remisen“) als schützende Aufenthaltsorte im offenen Raum. Quelle: Machleidt GmbH Städtebau, Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, SHP Ingenieure Verkehrsplanung Quelle: Machleidt GmbH Städtebau, Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, SHP Ingenieure Verkehrsplanung STADTPLANUNGSAMT | 119 Machleidt GmbH Städtebau I Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH SHP Ingenieure Verkehrsplanung KARLSRUHE Leitbild Nord - DokumentationMärz 2016 13 STÄDTEBAU: CHARAKTER SIEDLUNGSRAND (WOHNEN) 1 2 Schweigener Straße Rembrandtstrasse Salbeiweg 3 ANALYSE Orientierung und Körnung Gebäudekörper Nutzung (Wohnen) Vorderseiten Gebäudekörper 1 3 2 Neureut Nordweststadt Knielingen Nordstadt Machleidt GmbH Städtebau I Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH SHP Ingenieure Verkehrsplanung KARLSRUHE Leitbild Nord - DokumentationMärz 2016 17 ÖPNV • Der Vertiefungsraum Nord-West ist durch Tram und S-Bahn verkehrstech- nisch gut angebunden • Eine neue S-Bahnstation sowie die Verlängerung der Linie 3 wird empfoh- len • Busse (nicht verortet) stärken die gute ÖPNV-Anbindung zusätzlich S-Bahnstation mit Einzugsradien (600m) Tramstation mit Einzugsradien (300m) Linie 3 nach VEP Tramstation mit Einzugsradien (300m) optionale Linienführung (nicht empfohlen) S-Bahnstation mit Einzugsradien (600m) mögliche neue Haltestellen S-Bahnstation mit Einzugsradien (600m) ANALYSE Neureut Nordweststadt Knielingen Nordstadt Option Quelle: Machleidt GmbH Städtebau, Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, SHP Ingenieure Verkehrsplanung Quelle: Machleidt GmbH Städtebau, Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, SHP Ingenieure Verkehrsplanung 120 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | DIE VERTIEFUNGSBEREICHE Machleidt GmbH Städtebau I Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH SHP Ingenieure Verkehrsplanung KARLSRUHE Leitbild Nord - DokumentationMärz 2016 23 7 7 8 4 6 3 2 5 1 Heidesee Düne Biotope / Knicke 3 4 5 BESONDERE LANDSCHAFTSELEMENTE ANALYSE Machleidt GmbH Städtebau I Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH SHP Ingenieure Verkehrsplanung KARLSRUHE Leitbild Nord - DokumentationMärz 2016 25 LANDSCHAFT - ÜBERGEORDNETE VERBINDUNGEN • übergeordnete Grünverbindung Ost-West verknüpft den Hardtwald und offene Landschaft • attraktive lokale Grünverbindungen nach Süden und zum Stadtzentrum - besonders über den Friedhof • fehlende lokale Grünverbindungen nach Norden - Nordverbin- dungen sind durch große Straßen geprägt übergeordnete Grünverbindung lokale Grünverbindungen potenzielle Grünraumverbindungen Engstelle ANALYSE Landschaftspark Rhein offene Auen-Landschaft Hardtwald Quelle: Machleidt GmbH Städtebau, Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, SHP Ingenieure Verkehrsplanung Quelle: Machleidt GmbH Städtebau, Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, SHP Ingenieure Verkehrsplanung STADTPLANUNGSAMT | 121 Machleidt GmbH Städtebau I Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH SHP Ingenieure Verkehrsplanung KARLSRUHE Leitbild Nord - DokumentationMärz 2016 20 Biotop Offenlandbiotope Waldbiotope Naturschutzgebiet Landschaftsschutzgebiet FFH-Gebiet Vogelschutzgebiet LANDSCHAFT - RESTRIKTIONEN ANALYSE Machleidt GmbH Städtebau I Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH SHP Ingenieure Verkehrsplanung KARLSRUHE Leitbild Nord - DokumentationMärz 2016 21 RESTRIKTIONEN / ALTLASTEN Modellierung ohne Abbau Modellierte Fahnen für Acenaphthen (links) und Benzol (recths) Modellierung mit Abbau Modellierte Fahnen für Acenaphthen (links) und Benzol (recths) Lage Öldeponie Lage Mittelspannungstrassen ANALYSE Quelle: Machleidt GmbH Städtebau, Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, SHP Ingenieure Verkehrsplanung Quelle: Machleidt GmbH Städtebau, Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, SHP Ingenieure Verkehrsplanung 122 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | DIE VERTIEFUNGSBEREICHE Machleidt GmbH Städtebau I Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH SHP Ingenieure Verkehrsplanung KARLSRUHE Leitbild Nord - DokumentationMärz 2016 30 Idee: Parktangente (Ost-West-Verknüpfung) Idee: Erhalt des Landschaftsraums Idee: Siedlungsschollen als Arrondierung des Bestands Idee: Spannende Blickbeziehungen / Klare Konturen VARIANTEN (SZENARIEN AUS DEM BEGLEITGREMIUM) WEITER ZU VERFOLGENDE IDEEN (ERGEBNIS DER DISKUSSION) Machleidt GmbH Städtebau I Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH SHP Ingenieure Verkehrsplanung KARLSRUHE Leitbild Nord - DokumentationMärz 2016 35 PLANUNG: FREIRAUM ZUSAMMENFÜHRUNG DER VARIANTEN Baufelder Bestand „Stadtschollen“ Planung Freiräume Rückbau zu Freiraum Quelle: Machleidt GmbH Städtebau, Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, SHP Ingenieure Verkehrsplanung Quelle: Machleidt GmbH Städtebau, Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, SHP Ingenieure Verkehrsplanung STADTPLANUNGSAMT | 123 Machleidt GmbH Städtebau I Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH SHP Ingenieure Verkehrsplanung KARLSRUHE Leitbild Nord - DokumentationMärz 2016 36 Bundesstraße Hauptstraße S-Bahn S-Bahn Station Hauptweg Wege Neue Querungen Vorhandene Querungen PLANUNG: BARRIEREN UND VERBINDUNGEN ZUSAMMENFÜHRUNG DER VARIANTEN Machleidt GmbH Städtebau I Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH SHP Ingenieure Verkehrsplanung KARLSRUHE Leitbild Nord - DokumentationMärz 2016 37 1) Park für urbane Landschaft 1 2 3 5 5 8 6 7 7 6 2) Habitat „Heidesee“ 3) Habitat „alter Flugplatz“ 4) Waldpark 5) Wald 6) Parks und Grünzüge 7) Gartenland 8) Sportparks PLANUNG: LANDSCHAFTSTYPOLOGIEN ZUSAMMENFÜHRUNG DER VARIANTEN 4 Quelle: Machleidt GmbH Städtebau, Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, SHP Ingenieure Verkehrsplanung Quelle: Machleidt GmbH Städtebau, Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, SHP Ingenieure Verkehrsplanung 124 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | DIE VERTIEFUNGSBEREICHE Machleidt GmbH Städtebau I Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH SHP Ingenieure Verkehrsplanung KARLSRUHE Leitbild Nord - DokumentationMärz 2016 40 SCHNITTSTELLE STOSSRICHTUNGEN (RÄUMLICHES LEITBILD) ZUSAMMENFÜHRUNG DER VARIANTEN Klare Konturen: Vorhaben „Karlsruhes Konturen“ (Raumkante ablesbar ausbilden, Qualitäten der Ränder entwickeln...) Coole Quartiere: direkte Anbindung ans Grün der einzelnen Siedlungskörper (Vorhaben „Klimaanpassung im Quartier“) Urbane Nähe Grüne Adresse: Nordspange als Verbindung der Landschaftspotentiale ausbilden (als Teilbereich des Vorhabens „Freiraumkonzept“) Mehr Wohnen: „Neue Quartiere“, „Bestehende Quartiere“ (Neue Wohnbaufl ächen..., Sozialgerechte Stadtgesellschaft) Wesentliche Stoßrichtungen Zusätzlich berücksichtigte Stoßrichtungen: Machleidt GmbH Städtebau I Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH SHP Ingenieure Verkehrsplanung KARLSRUHE Leitbild Nord - DokumentationMärz 2016 47 Quelle: Machleidt GmbH Städtebau, Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, SHP Ingenieure Verkehrsplanung STADTPLANUNGSAMT | 125 VERTIEFUNGSBEREICH NORD-OST Der Vertiefungsbereich Nord-Ost betrachtet die Flächen mit und um den Technologiepark Karlsruhe zwischen Waldstadt und Hagsfeld sowie der Oststadt und Rintheim östlich des Hardtwaldes und westlich der Autobahn. Der Fokus liegt auf der Entwicklung des Technologieparks. Es geht um affine Nutzungen, die Trassierung und die Anbindung der Südumfahrung Hagsfeld. Letztere wird den Raum wegen der damit verbundenen direkten Anbindung an die Autobahn stark verändern. Dieser Wandel soll als Chance für einen neuen Stadteingang mit adressbildender Präsenz des Technologieparks genutzt werden. Die Nordtangente als Verkehrsstraße soll möglichst nur bis zur Haid-und-Neu-Straße und ab da als Freiraumband weiter in Richtung Hardtwald geführt werden. Übergeordnete Idee für den Vertiefungsbereich Nord-Ost ist die Stärkung der Raumsituation sowie die Adressbildung im Bereich des Technologieparks. Dazu wird vorgeschlagen, Bebauung und Nutzungen auf einen Kernbereich mit Technologiepark und Mackensenkaserne zu konzentrieren. Andererseits soll die Zone am Übergang zum Hardtwald wieder deutlicher als Waldfläche inszeniert werden. Dabei wird auch empfohlen Flächen der Kleingartenanlage in Anspruch zu nehmen. Die dominierenden Nutzungen durch Technologiepark und dem Karlsruher Institut für Technologie in der Mackensenkaserne haben gemeinsame Schnittstellen und belebende Funktionen wie Mensa, Bibliothek, Einkaufen, Gastronomie oder anderes. Gegenüber der komplexen, polygonalen Freiraumfigur im Westen besteht die Spezifik des Landschaftsparks im Nordosten aus dem schmal-linearen landwirtschaftlichen Band im Zentrum. Es dockt sich an die im Norden und Süden wiederum vielfältige Landschaftstypologie an. Neben den Freiraumkorridoren entlang des Entwässerungsgrabens Alte Bach und der Pfinz sind das die Waldflächen des Hardtwaldes und des Elfmorgenbruchs, urbane Freiräume wie die Sportflächen am Fächerbad oder der Hauptfriedhof sowie umfangreiche Kleingartenflächen an den Bahntrassen bei Hagsfeld und Rintheim. Qualifizierungsbedarf besteht in einer Neuordnung der Sportflächen zu einem kompakten Sportpark und in einer bewussten Haltung zur Ausbildung der Kante am Rande des Hardtwalds westlich der Büchiger Allee. Die Charakteristik der Siedlungsteile im Wald und die Lage von Kleingartenflächen am Übergang der Landschaft in den Hardtwald sind dabei zu prüfen. Die Prinzipien der Erschließung gelten auch im Osten, das heißt, Parkrandpromenaden bilden den Übergang zwischen Siedlung und Landschaft. Der Hauptweg als Rückgrat des Landschaftsparks verknüpft dabei die Rintheimer Querallee mit der Promenade vom Technologiepark bis zum Elfmorgenbruch und folgt der Pfinz bis zu einer vorgeschlagenen neuen Querung der Autobahn 5 an der Gewässerunterführung. DER LINK ZUR AUSFÜHRLICHEN DARSTELLUNG: www.karlsruhe.de/leitbild Machleidt GmbH Städtebau I Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH SHP Ingenieure Verkehrsplanung KARLSRUHE Leitbild Nord - DokumentationMärz 2016 53 STÄDTEBAU: CHARAKTER HAID-UND-NEU-STRASSE 1 2 1 3 L560 / Gustav-Heinemann-Allee L560 / Gustav-Heinemann-Allee Karl-Wilhelm-Straße 3 ANALYSE 2 Adresse an der Straße keine Wahrnehmung der angrenzenden Quartiere Gebäude mit Rückseite zur Straße Quelle: Machleidt GmbH Städtebau, Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, SHP Ingenieure Verkehrsplanung Quelle: Machleidt GmbH Städtebau, Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, SHP Ingenieure Verkehrsplanung 126 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | DIE VERTIEFUNGSBEREICHE Machleidt GmbH Städtebau I Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH SHP Ingenieure Verkehrsplanung KARLSRUHE Leitbild Nord - DokumentationMärz 2016 56 ÖPNV • Das Gebiet liegt verkehrstechnisch zum Teil gut erschlossen • Eine Ausnahme bildet hierbei der westliche Bereich mit dem KIT (Ma- ckensenkaserne) und dem östlchen Teil des Technologieparks (keine Anbindung / nur Busanbindung) Bahnhof mit Einzugsradius (800m) S-Bahnstation mit Einzugsradien (600m) Tramstation mit Einzugsradien (300m) Bus mit Einzugsradien (300m) Grötzingen ANALYSE Waldstadt Hagsfeld Oststadt Technologiepark Rintheim Machleidt GmbH Städtebau I Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH SHP Ingenieure Verkehrsplanung KARLSRUHE Leitbild Nord - DokumentationMärz 2016 62 ÜBERGEORDNETE VERBINDUNGEN • übergeordnete Grünverbindung Ost-West verknüpft den Hardtwald und offene Landschaft • attraktive lokale Grünverbindungen nach Süden und zum Stadtzentrum - besonders über den Friedhof • fehlende lokale Grünverbindungen nach Norden - Nordverbin- dungen sind durch große Straßen geprägt übergeordnete Grünverbindung lokale Grünverbindungen offene Landschaft Elfmorgenbruch Hardtwald potenzielle Grünraumverbindungen ANALYSE Quelle: Machleidt GmbH Städtebau, Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, SHP Ingenieure Verkehrsplanung Quelle: Machleidt GmbH Städtebau, Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, SHP Ingenieure Verkehrsplanung STADTPLANUNGSAMT | 127 Machleidt GmbH Städtebau I Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH SHP Ingenieure Verkehrsplanung KARLSRUHE Leitbild Nord - DokumentationMärz 2016 66 VARIANTEN (SZENARIEN AUS DEM BEGLEITGREMIUM) WEITER ZU VERFOLGENDE IDEEN (ERGEBNIS DER DISKUSSION) Szenario 1 Idee: Freiraumkorridor zwischen Hagsfeld und Rintheim (Ost-West-Verbindung), Ausbildug klarer Konturen zwischen Hagsfeld und Rintheim Szenraio 3 Idee: Klärung/Stärkung der Waldkante Szenario 2 Idee: Baulich-räumliche und funktionale Verknüpfung von Technologiepark und Mackensenkaserne (KIT) Machleidt GmbH Städtebau I Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH SHP Ingenieure Verkehrsplanung KARLSRUHE Leitbild Nord - DokumentationMärz 2016 73 PLANUNG: MORPHOLOGIE VARIANTE 1: SCHLEIFE (MIT ANKNÜPFUNG AN TECHNOLOGIEPARK) „Stadtschollen“ Planung „Stadtschollen“ Planung auf KGA (Option/Vision) Baufelder Bestand Baufelder Bestand (Stärkung Waldcharakter) Abgrenzung Grundstücke Freizeitnutzungen B-Plan Technologiepark Planung Umfahrung Hagsfeld Süd Quelle: Machleidt GmbH Städtebau, Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, SHP Ingenieure Verkehrsplanung Quelle: Machleidt GmbH Städtebau, Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, SHP Ingenieure Verkehrsplanung 128 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | DIE VERTIEFUNGSBEREICHE Machleidt GmbH Städtebau I Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH SHP Ingenieure Verkehrsplanung KARLSRUHE Leitbild Nord - DokumentationMärz 2016 79 PLANUNG: ADRESSBILDUNG (KEINE ADRESSE AM STADTEINGANG SÜDUMFAHRUNG / HAID-UND-NEU-STRASSE) VARIANTE 1: SCHLEIFE (MIT ANKNÜPFUNG AN TECHNOLOGIEPARK) „Stadtschollen“ Planung (+ Option/Vision) Baufelder Bestand Adresse mit Blickbezug Adresslage Haid und Neu Straße Adresslage Rintheimer Querallee keine Adresse zum Freiraum Machleidt GmbH Städtebau I Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH SHP Ingenieure Verkehrsplanung KARLSRUHE Leitbild Nord - DokumentationMärz 2016 84 Machleidt GmbH Städtebau I Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH SHP Ingenieure Verkehrsplanung KARLSRUHE Leitbild Nord - Vorstellung der VertiefungsbereicheArbeitsgruppe 23.02.2016 80 SCHEMASCHNITTE A-A (Freiraum zwischen Rückseiten von Freizeitnutzungen und Technologiepark) C-C (Freiraum mit Barriere Südumfahrung: Troglage) B-B (Freiraum massiv zerschnitten durch Südumfahrung: Schleife / Rampe) Freiraum ca. 27m Freiraum ca. 35m Freiraum ca. 130m Rampe/Freiraum ca. 90m Technologiepark (Rückseite)Freiraum ca. 50mFreiraum ca. 40mStraße ca. 15m Rintheim (Neubau als Lärmschutz)Hagsfeld Hagsfeld Technologiepark (Rückseite) Fächerbad Tangente (Trog) Tangente (Trog)Tangente (Rampe) VARIANTE 1: SCHLEIFE (MIT ANKNÜPFUNG AN TECHNOLOGIEPARK) Machleidt GmbH Städtebau I Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH SHP Ingenieure Verkehrsplanung KARLSRUHE Leitbild Nord - Vorstellung der VertiefungsbereicheArbeitsgruppe 23.02.2016 71 PLANUNG: FREIRAUM (MASSIVE ZERSCHNEIDUNG DES FREIRAUMS DURCH DIE SÜDUMFAHRUNG MIT SCHLEIFE / TROGLAGE UND RAMPE) VARIANTE 1: SCHLEIFE (MIT ANKNÜPFUNG AN TECHNOLOGIEPARK) B B C C A A Machleidt GmbH Städtebau I Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH SHP Ingenieure Verkehrsplanung KARLSRUHE Leitbild Nord - Vorstellung der VertiefungsbereicheArbeitsgruppe 23.02.2016 71 PLANUNG: FREIRAUM (MASSIVE ZERSCHNEIDUNG DES FREIRAUMS DURCH DIE SÜDUMFAHRUNG MIT SCHLEIFE / TROGLAGE UND RAMPE) VARIANTE 1: SCHLEIFE (MIT ANKNÜPFUNG AN TECHNOLOGIEPARK) Machleidt GmbH Städtebau I Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH SHP Ingenieure Verkehrsplanung KARLSRUHE Leitbild Nord - Vorstellung der VertiefungsbereicheLenkungsgruppe 23.02.2016 76 SCHEMASCHNITTE A-A (Freiraum zwischen Rückseiten von Freizeitnutzungen und Technologiepark) C-C (Freiraum mit Barriere Südumfahrung: Troglage) B-B (Freiraum massiv zerschnitten durch Südumfahrung: Schleife / Rampe) Erweiterungsfläche Fächerbad ca. 150m Freiraum ca. 27m Freiraum ca. 35m Freiraum ca. 130m Rampe/Freiraum ca. 90m Technologiepark (Rückseite)Freiraum ca. 50mStraße ca. 15m Rintheim (Neubau als Lärmschutz)Hagsfeld Hagsfeld Technologiepark (Rückseite) Fächerbad Tangente (Trog) Tangente (Trog)Tangente (Rampe)Tangente (Trog)Tangente (Trog)Tangente (Rampe)Tangente (Rampe) VARIANTE 1: SCHLEIFE (MIT ANKNÜPFUNG AN TECHNOLOGIEPARK) Machleidt GmbH Städtebau I Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH SHP Ingenieure Verkehrsplanung KARLSRUHE Leitbild Nord - Vorstellung der VertiefungsbereicheArbeitsstand 11.02.2016 - VORABZUG 66 PLANUNG: FREIRAUM (MASSIVE ZERSCHNEIDUNG DES FREIRAUMS DURCH DIE SÜDUMFAHRUNG MIT SCHLEIFE / TROGLAGE UND RAMPE) VARIANTE 1: SCHLEIFE (MIT ANKNÜPFUNG AN TECHNOLOGIEPARK) B B C C A A Machleidt GmbH Städtebau I Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH SHP Ingenieure Verkehrsplanung KARLSRUHE Leitbild Nord - Vorstellung der VertiefungsbereicheArbeitsgruppe 23.02.2016 76 PLANUNG: ADRESSBILDUNG (KEINE ADRESSE AM STADTEINGANG SÜDUMFAHRUNG / HAID-UND-NEU-STRASSE) VARIANTE 1: SCHLEIFE (MIT ANKNÜPFUNG AN TECHNOLOGIEPARK) ebenerdige Querung der Nord- Süd-Wege über den Trog massive Zerschneidung und Ver- lärmung des Freiraums durch Schleife/Rampe und Troglage Technologiepark ohne gut sichtbare Adressqualität (Tunnel/Trog) am Stadteingang Technologiepark ohne Adresse am Freiraum FAZIT (KEINE EMPFEHLUNG) VARIANTE 1: SCHLEIFE (MIT ANKNÜPFUNG AN TECHNOLOGIEPARK) Adressbildung Freiraum und Morphologie Rückseite zum Freiraum Zerschneidung des Freiraums KEINE Adresse am Stadteingang Rückseite zum Freiraum Troglage Zerschneidung und Verlärmung des Freiraums Rampe Quelle: Machleidt GmbH Städtebau, Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, SHP Ingenieure Verkehrsplanung Quelle: Machleidt GmbH Städtebau, Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, SHP Ingenieure Verkehrsplanung STADTPLANUNGSAMT | 129 Machleidt GmbH Städtebau I Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH SHP Ingenieure Verkehrsplanung KARLSRUHE Leitbild Nord - DokumentationMärz 2016 90 PLANUNG: MORPHOLOGIE VARIANTE 2: T-KREUZUNG (MIT ANKNÜPFUNG AN TECHNOLOGIEPARK) „Stadtschollen“ Planung Baufelder Bestand Abgrenzung Grundstücke Freizeitnutzungen B-Plan Technologiepark Planung Umfahrung Hagsfeld Süd „Stadtschollen“ Planung auf KGA (Option/Vision) Baufelder Bestand (Stärkung Waldcharakter) Machleidt GmbH Städtebau I Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH SHP Ingenieure Verkehrsplanung KARLSRUHE Leitbild Nord - DokumentationMärz 2016 93 1) Park für urbane Landschaft 2) Habitat „Pfinz“/“Alte Bach“ 3) Hauptfriedhof 4) Waldpark 5) Wald 6) Parks und Grünzüge 7) Gartenland 8) Sportparks 1 2 3 4 5 7 7 8 6 6 5 4 VARIANTE 2: T-KREUZUNG (MIT ANKNÜPFUNG AN TECHNOLOGIEPARK) PLANUNG: LANDSCHAFTSTYPOLOGIEN Quelle: Machleidt GmbH Städtebau, Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, SHP Ingenieure Verkehrsplanung Quelle: Machleidt GmbH Städtebau, Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, SHP Ingenieure Verkehrsplanung 130 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | DIE VERTIEFUNGSBEREICHE Machleidt GmbH Städtebau I Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH SHP Ingenieure Verkehrsplanung KARLSRUHE Leitbild Nord - DokumentationMärz 2016 100 PLANUNG: ADRESSBILDUNG (REPRÄSENTATIVE ADRESSE AM STADTEINGANG SÜDUMFAHRUNG HAGSFELD / HAID-UND-NEU-STRASSE) VARIANTE 2: T-KREUZUNG (MIT ANKNÜPFUNG AN TECHNOLOGIEPARK) „Stadtschollen“ Planung (+ Option/Vision) Baufelder Bestand Adresslage Haid und Neu Straße Adresse mit repräsentativem Blickbezug am Stadteingang Adresslage zum Freiraum Adresse mit Blickbezug Option Grüne Adresslage zum Freiraum Adresslage Rintheimer Querallee Adresslagen im TPK Machleidt GmbH Städtebau I Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH SHP Ingenieure Verkehrsplanung KARLSRUHE Leitbild Nord - DokumentationMärz 2016 103 SCHNITTSTELLE STOSSRICHTUNGEN (RÄUMLICHES LEITBILD) VARIANTE 2: T-KREUZUNG (MIT ANKNÜPFUNG AN TECHNOLOGIEPARK) Klare Konturen: Vorhaben „Karlsruhes Konturen“ (Raumkante ables- bar ausbilden, Qualitäten der Ränder entwickeln...) Dynamisches Band: „Vorhandene Cluster modernisieren“, „Funktionen mixen“ Mehr Wohnen Urbane Nähe Klare Konturen: „Aufwertung der Stadteingänge“ (der mit dem RL neu in den Fokus gerückt) Grüne Adressen: Zugang zu den wesentlichen, prägenden Freiräumen (als Teilbereich des Vorhabens „Freiraumkonzept“ Wesentliche Stoßrichtungen Zusätzlich berücksichtigte Stoßrichtungen: Quelle: Machleidt GmbH Städtebau, Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, SHP Ingenieure Verkehrsplanung Quelle: Machleidt GmbH Städtebau, Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, SHP Ingenieure Verkehrsplanung STADTPLANUNGSAMT | 131 Machleidt GmbH Städtebau I Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH SHP Ingenieure Verkehrsplanung KARLSRUHE Leitbild Nord - DokumentationMärz 2016 106 FAZIT (EMPFEHLUNG!) VARIANTE 2: T-KREUZUNG (MIT ANKNÜPFUNG AN TECHNOLOGIEPARK) Machleidt GmbH Städtebau I Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH SHP Ingenieure Verkehrsplanung KARLSRUHE Leitbild Nord - Vorstellung der VertiefungsbereicheArbeitsgruppe 23.02.2016 88 PLANUNG: FREIRAUM (ATTRAKTIVE OST-WEST-VERBINDUNG) VARIANTE 2: T-KREUZUNG (MIT ANKNÜPFUNG AN TECHNOLOGIEPARK) Machleidt GmbH Städtebau I Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH SHP Ingenieure Verkehrsplanung KARLSRUHE Leitbild Nord - Vorstellung der VertiefungsbereicheArbeitsgruppe 23.02.2016 101 A-A (Freiraum mit Vorderseite/Adresse am Technologiepark) Freiraum ca.100mTechnologiepark (Adresslage)Fächerbad SCHEMASCHNITTE Machleidt GmbH Städtebau I Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH SHP Ingenieure Verkehrsplanung KARLSRUHE Leitbild Nord - Vorstellung der VertiefungsbereicheArbeitsgruppe 23.02.2016 88 PLANUNG: FREIRAUM (ATTRAKTIVE OST-WEST-VERBINDUNG) VARIANTE 2: T-KREUZUNG (MIT ANKNÜPFUNG AN TECHNOLOGIEPARK) B B C C A A VARIANTE 2: T-KREUZUNG (MIT ANKNÜPFUNG AN TECHNOLOGIEPARK) B-B (Freiraum mit Barriere Südumfahrung: ebenerdig) Freiraum ca. 60m Freiraum ca. 120m Hagsfeld Hagsfeld Tangente (ebenerdig) C-C (großzügige Überwindung der Barriere Südumfahrung durch Landschaftsbrücke) Freiraum ca. 80m Freiraum ca. 110m Tangente (Landschaftsbrücke) Rintheim (Neubau als Lärmschutz) Rintheim (Neubau als Lärmschutz) Straße ca. 8m Machleidt GmbH Städtebau I Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH SHP Ingenieure Verkehrsplanung KARLSRUHE Leitbild Nord - Vorstellung der VertiefungsbereicheArbeitsgruppe 23.02.2016 97 PLANUNG: ADRESSBILDUNG (REPRÄSENTATIVE ADRESSE AM STADTEINGANG SÜDUMFAHRUNG HAGSFELD / HAID-UND-NEU-STRASSE) VARIANTE 2: T-KREUZUNG (MIT ANKNÜPFUNG AN TECHNOLOGIEPARK) keine ebenerdige Querung des westlichen Nord-Süd-Wegs; dafür Landschaftsbrücke über Abschnitt im Trog großzügiger attraktiver Freiraum ohne Beeinträchtigung durch Verkehrstrassen Technologiepark mit gut sichtbarer repräsentartiver Ad- ressqualität am Stadteingang Technologiepark mit Adresse am Freiraum Adressbildung Freiraum und Morphologie Machleidt GmbH Städtebau I Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH SHP Ingenieure Verkehrsplanung KARLSRUHE Leitbild Nord - Vorstellung der VertiefungsbereicheLenkungsgruppe 23.02.2016 93 A-A (Freiraum mit Vorderseite/Adresse am Technologiepark) Freiraum ca.180mTechnologiepark (Adresslage)Fächerbad SCHEMASCHNITTE Machleidt GmbH Städtebau I Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH SHP Ingenieure Verkehrsplanung KARLSRUHE Leitbild Nord - Vorstellung der VertiefungsbereicheArbeitsstand 11.02.2016 - VORABZUG 81 PLANUNG: FREIRAUM (ATTRAKTIVE OST-WEST-VERBINDUNG) VARIANTE 2: T-KREUZUNG (MIT ANKNÜPFUNG AN TECHNOLOGIEPARK) B B C C A A VARIANTE 2: T-KREUZUNG (MIT ANKNÜPFUNG AN TECHNOLOGIEPARK) B-B (Freiraum mit Barriere Südumfahrung: ebenerdig) Freiraum ca. 60m Freiraum ca. 120m Hagsfeld Hagsfeld Tangente (ebenerdig) C-C (großzügige Überwindung der Barriere Südumfahrung durch Landschaftsbrücke) Freiraum ca. 80m Freiraum ca. 110m Tangente (Landschaftsbrücke)Tangente (Landschaftsbrücke)Tangente (Landschaftsbrücke) Rintheim (Neubau als Lärmschutz) Rintheim (Neubau als Lärmschutz) Straße ca. 8m Adresse am Freiraum Adresse am Stadteingang Adresse am Freiraum Option Grüne Adresse großzügiger attraktiver Freiraum Landschaftsbrücke Machleidt GmbH Städtebau I Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH SHP Ingenieure Verkehrsplanung KARLSRUHE Leitbild Nord - DokumentationMärz 2016 107
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Extrahierter Text
132 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | FAZIT Das Räumliche Leitbild ist ein auf breiter Basis mit Bürger- schaft, städtischen Gremien und Verwaltung erarbeiteter, gesamtstädtischer Plan zur zukünftigen räumlichen Entwick- lung der Stadt. Ende 2016 hat der Karlsruher Gemeinderat es als Rahmenplan mit der entsprechenden Verbindlichkeit beschlossen. Es definiert die Leitlinien für künftige planerische Entscheidungen und dient als Orientierungsrahmen für die Alltagspraxis. Es spannt den Bogen von abstrakten Visionen bis hin zu konkreten Projekten. Politik und Stadtverwaltung machen damit ihre Zielsetzungen und Entscheidungen für Bürgerinnen und Bürger transparent. DAS RÄUMLICHE LEITBILD lenkt und koordiniert die räumliche Entwicklung der Stadt, setzt Schwerpunkte sowie Prioritäten und ordnet Einzelprojekte in einen Gesamtzusammenhang ein, formuliert Leitlinien für konkrete Projekte und Vorhaben sowie den Rahmen für Wettbewerbe, setzt einen Orientierungsrahmen für Gespräche mit externen Akteuren wie zum Beispiel Investoren dar, dient als Grundlage für die Fortschreibung verbindlicher Planungen sowie politischer Entscheidungen und sichert die Qualität der baulichen Entwicklung sowie der Prozess- und Planungskultur. Die sieben Stoßrichtungen dienen dabei als Eckpfeiler und geben die Entwicklungsrichtung für die kommenden 20 Jahre vor. Die formulierten Vorhaben sind als Aufgaben zu verstehen, die die Stadt Karlsruhe aus heutiger Sicht plant und die nun anzugehen sind. Die Vertiefungsbereiche zeigen auf, wie Vorhaben in wichtigen Teilräumen umgesetzt werden können und welche Synergien, Abhängigkeiten aber auch Konflikte mit anderen Vorhaben dabei entstehen können. Dennoch ist das Räumliche Leitbild kein fertiger Plan, sondern ein Gerüst, in dem Anpassungen vorgenommen werden. So werden bestehende Vorhaben abgeschlossen, neue kommen hinzu. Und: Neue globale oder lokale Entwicklungen und neue Erkenntnisse bei der Umsetzung können Anpassungen an Vorhaben, deren Priorisierung oder an übergeordneten Zielen erfordern. Das Leitbild ermöglicht diese Anpassungen. Voraussetzung dafür ist, dass es politisch getragen wird und die begonnene fruchtbare Zusammenarbeit sowohl innerhalb der Stadtverwaltung als auch mit der Öffentlichkeit fortgeführt wird. WAS DURCH DAS LEITBILD BEREITS ERREICHT WURDE Schon vor seiner Verabschiedung zeigt sich die Wirkungsweise des Räumlichen Leitbilds. Themen und Bereiche, die politisch und planerisch noch in der Diskussion standen, werden dank des kritischen Blicks der auswärtigen Büros als Potenzialräume erkannt. Der Prozess selbst hat bereits einige Verfahren und Entscheidungen initiiert und unterstützt: Die Vertiefungsbereiche des Leitbilds stellen zwei der bedeutsamsten Entwicklungskorridore der Stadt dar und sind als solche bereits in der öffentlichen und politischen Wahrnehmung verankert. Die planerische Umwidmung von Teilen der Freihaltetrasse der Nordtangente zu einem von neuen Quartieren flankierten Landschaftsraum konnte aus der Planungswerkstatt übernommen und weiterentwickelt werden. Die angrenzenden Stadtteile sind bereits einbezogen worden und begleiten den weiteren Prozess. Mit den Ideen und Vertiefungsprojekten im Bereich zwischen Hagsfeld und Waldstadt konnten nicht nur neue Impulse für die Entwicklung rund um den Technologiepark gesetzt werden. Auch wird die Diskussion um die Anbindungen der Umfahrung Hagsfeld-Ost durch die städtebauliche und landschaftsplanerische Perspektive nachhaltig bereichert. Der Prozess des Räumlichen Leitbilds hat die Fortschreibung des Flächennutzungsplans Wohnen vorbereitet und die Diskussion um eine Entwicklung mit wenig Flächenverbrauch sowie mögliche Bauflächen innerhalb der Kontur in enger Zusammenarbeit mit Gartenbauamt, 132 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE FA ZI T: RÄUMLICHES LEITBILD DIE ROLLE FÜR DIE KÜNFTIGE ENTWICKLUNG DER STADT KARLSRUHE Räumliches Leitbild, Quelle: Büro MESS STADTPLANUNGSAMT | 133 Liegenschaftsamt und Vertretern des Landschafts- und Naturschutzes lanciert. Darauf aufbauend wird auch die Diskussion zu Potenzialen der Innenentwicklung befördert. Schon während der Erarbeitung des Leitbilds wurden dazu weiterführende Studien in Auftrag gegeben. Für Karlsruhes Süden werden Potenziale entlang der Südtangente mit einer parallelen Grünverbindung ins Blickfeld gerückt. Bei der Aufgabe, die bestehenden Gewerbegebiete weiterzuentwickeln, konnte ein (bereits laufendes) Förderprojekt akquiriert werden. Erste Ideen dafür wurden in der Planungswerkstatt angestoßen und sind wichtige Bestandteile der Weiterbearbeitung. Ebenso ist der Hardtwald ein mögliches Fallbeispiel für ein staatliches Forschungsprojekt zur Urbanen Waldwirtschaft, das wichtige Grundlagen und Handlungsempfehlungen zur Weiterentwicklung des Hardtwaldes erarbeiten könnte. Die Beispiele zeigen, welche Potenziale in der integrierten Betrachtung der Gesamtstadt und in den intensiven, ämterübergreifenden Diskussionen liegen, die in der Erarbeitung des Räumlichen Leitbilds stattgefunden haben. DIE WICHTIGSTEN AUFGABEN Der vierjährige Prozess hat die wichtigsten Aufgaben zur Bewältigung heutiger und künftiger Herausforderungen deutlich zu Tage treten lassen. Diese zeigen sich einerseits im Räumlichen „Leit-Bild“ – der zusammenfassenden Grafi k der planerischen Schwerpunkte – und sollen hier zusammengefasst werden. MEHR WOHNEN: Eine der vordringlichen Herausforderung für Karlsruhe ist die Schaffung neuen Wohnraums. Dabei geht es nicht allein um die Bereitstellung von Flächen innerhalb der Konturen Karlsruhes. Denn: Mit dem „Mehr“ an Wohnen 134 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | FAZIT134 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE soll ein „Mehr“ an Qualität einhergehen. Das gilt nicht nur für die Gebäude, sondern auch für die Sozialverträglichkeit, die Qualität der öffentlichen Räume, die Erschließung mit öffentlichen Verkehrsmitteln und für die Versorgung. Um dieses Ziel zu erreichen, sind alle Flächenpotenziale in bestehenden sowie neuen Quartieren auszuschöpfen und integriert anzugehen. Gleichzeitig müssen planerische Kapazitäten und politische Entscheidungsmöglichkeiten gebündelt sowie innovative Wege beschritten werden. Dazu gehören die Erforschung und Förderung neuer Wohnformen und Standards für eine „Karlsruher Baukultur“. Um Gestaltungsspielräume zu erhalten und die Mobilisierung von Flächen zu erleichtern, ist die Unterstützung durch eine aktive Bodenpolitik seitens der Stadt unerlässlich. SOZIALGERECHTES KARLSRUHE: Der Druck auf bestehende und neue Quartiere darf nicht dazu führen, dass sich Bewohnerinnen und Bewohner Karlsruhes keinen Wohnraum mehr leisten können. Daher sind Mittel und Wege zu finden auch zukünftig bezahlbaren Wohnraum anbieten zu können. Der genossenschaftliche Wohnungsbau, die Förderung von Baugruppen und die Festschreibung von sozialem Wohnungsbau in Bebauungsplänen sind einige Ansatzpunkte, um dies zu erreichen. Doch auch die Lage der Wohnungen, ihre Vernetzung mit dem Quartier und den Versorgungsmöglichkeiten sowie die Zugänglichkeit zu Erholungsräumen sind wichtige Elemente, wenn es darum geht an der sozialgerechten Stadt Karlsruhe weiterzubauen. ZUKUNFTSWEISENDE ARBEITSSTANDORTE: Die Rahmen- bedingung, vorerst mit den bestehenden Gewerbeflächen auskommen zu müssen, ist für den Arbeitsstandort Karlsruhe Herausforderung und Chance zugleich. Durch die Transformation bestehender Gewerbegebiete muss ein Wachstum an Fläche und ein Mehrwert für die einzelnen Standorte erreicht werden. Beispielsweise durch die räumliche Stapelung von verträglichen Funktionen, die Integration neuer Funktionen, die Erschließung mit dem öffentlichen Nahverkehr, mit dem Fahrrad und zu Fuß, die gemeinsame Nutzung von Einrichtungen sowie die Gestaltung öffentlicher Räume. Der Mehrwert kann und soll sich aber auch baulich zeigen. Indem sich Gewerbegebiete stärker nach außen präsentieren, können neue Flächen aber auch repräsentative Räume und „Adressen“ entstehen, die den Standort Karlsruhe stärken. Auch hier bedarf es maßgeschneiderter Vorgehensweisen, geeigneter Kooperationsformen mit den Grundeigentümern und der politischen Unterstützung. Die Stadt wird Impulse durch beispielhafte Leitprojekte setzen, mit Flächenmanagement und einer aktiven Bodenpolitik Spielräume eröffnen und vor allem Zeit und Ressourcen für Prozesse und Planung sichern. Gleichzeitig gilt es auch, geeignete Mischungen von Funktionen zu erkunden und die Entstehung neuer Arbeitswelten und lebendiger gemischter Quartiere zu fördern – auch abseits der Gewerbegebiete. FREIRÄUME UND STADTKLIMA: Karlsruhes Freiräume sind bedeutsamer Standortfaktor und knappes Gut zugleich. Im Hinblick auf die Herausforderungen der Klimaanpassung aber auch der inneren Entwicklung nimmt die Sicherung und Aufwertung dieser Freiräume eine zentrale Rolle ein. In den Landschaftsräumen rund um die Stadt müssen die Bedürfnisse der Land- und Forstwirtschaft mit bestehenden und neuen Erholungsnutzungen abgestimmt und die Produktion sowie der Transport von Kaltluft für die Stadt sichergestellt werden. Doch mindestens ebenso wichtig ist die Gestaltung der Freiräume in der Stadt. Je dichter Karlsruhe wird, desto höher muss die Versorgung und Qualität öffentlicher Freiräume sein. Dies gilt nicht nur für die „grünen”, sondern auch für die „steinernen“ Räume, also die Plätze aber auch die Straßen Karlsruhes. Diese werden für die Klimaanpassung eine bedeutsame Rolle spielen. Hier kann die Aufheizung innerstädtischer Quartiere durch Verschattung und geeignete Beläge sowie durch die Bereitstellung von Verdunstungsmöglichkeiten gebremst werden. Der Prozess des Räumlichen Leitbilds hat die Möglichkeiten der Klimaanpassung nochmals verdeutlicht, aber auch klargemacht, dass hier weitreichende Entscheidungen und politische Weichenstellungen getroffen werden müssen. DIE „5-MINUTEN-STADT“: Der Begriff der „5-Minuten-Stadt“ steht einerseits für hohe Qualität und Vernetzung der bestehenden Mobilitätssysteme in Karlsruhe. Andererseits steht die Bezeichnung aber auch für die Chance, die Rolle Karlsruhes als einer der „Mobilitätshauptstädte“ Deutschlands weiter zu stärken. Gerade das Thema Mobilität erfordert die intensive Unterstützung von Planung und Politik bei der Umsetzung. Denn hier müssen Spielräume der künftigen Stadtentwicklung unter Erhalt der Mobilitätsqualität genutzt werden – auch wenn sie Einzelinteressen entgegenstehen. Dies gilt insbesondere für das Ziel, den Anteil des Umweltverbunds am Gesamtverkehr um neun Prozent zu erhöhen. Ein wesentliches Handlungsfeld sind dabei die Quartiere Karlsruhes, denn hier können Qualitäten geschaffen und das Mobilitätsverhalten der Bevölkerung durch bessere Angebote auch ein Stück weit verändert werden. Die Entwicklung neuer Quartiere kann dabei beispielgebend für die ganze Stadt sein. Ebenso besteht in der integrierten Entwicklung von Mobilitätsstationen im Zusammenhang mit städtebaulichen Qualitäten und der Gestaltung öffentlicher Räume eine Chance, die Vorteile vernetzter Mobilität aufzuzeigen und auch zu nutzen. Und letztlich könnte die „5-Minuten-Stadt“ dabei helfen, die Diskussion weg von einzelnen Verkehrsträgern, hin zu Qualitäten der Erreichbarkeit zu lenken und damit auch Karlsruhes Rolle als Vorreiter für städtische Mobilität zu untermauern. KONTUR UND INNENSTADT: Die Gestaltung der Stadt unterstützt das Räumliche Leitbild von außen und innen. Mit der Qualifizierung der Siedlungsränder beschreitet Karlsruhe neue Wege in der Begrenzung der Zersiedelung und der Gestaltung des Übergangs zwischen Stadt und Landschaft. Hier gilt es, mit Leitprojekten weiter voranzugehen und die Kontur sichtbar und erlebbar zu machen. Auf der anderen Seite ist die Innenstadt von Karlsruhe Schauplatz tiefgreifender Veränderungen. Die Gelegenheiten, welche sich durch die Kombilösung bieten und durch das Korridorthema „Zukunft Innenstadt“ unterstützt werden, dürfen nicht ungenutzt STADTPLANUNGSAMT | 135 bleiben. In der Mitte von Karlsruhe können die Themen Stadtgestalt, Einkaufen, Arbeiten, Wohnen, Klimaanpassung, Freiräume und Aufenthaltsqualität sowie Mobilität integriert angegangen werden und beispielgebend für den Rest der Stadt wirken. Dazu ist es wichtig, der Weiterentwicklung der Innenstadt eine starke räumliche Komponente zuzugestehen. Schließlich setzt sich Karlsruhe das Ziel, seine Stadteingänge und damit auch die Willkommensgesten in die Stadt differenzierter zu gestalten. Die ist nicht nur eine Maßnahme zur Inszenierung der Stadtgestalt, sondern auch zur Stärkung des Standorts Karlsruhe. IDENTITÄT UND BAUKULTUR: Die bisher formulierten Aufgaben tragen gemeinsam dazu bei, die Identität der Stadt zu stärken, ihre spezifischen Entwicklungspotenziale zu nutzen und Karlsruhe auch für die nächsten Generationen prosperierend und lebenswert zu machen. Dieses Ziel ist eng verbunden mit der Stärkung der „Karlsruher Baukultur“. Als Planstadt erbaut und gesegnet mit Modellquartieren unterschiedlicher städtebaulicher Leitbilder aus verschiedenen Epochen, kann Karlsruhe an eine lange Tradition hochwertiger architektonischer Projekte anknüpfen und sollte dies auch tun. Baukultur heute ist aber nicht nur als Qualität von Gebäuden zu verstehen, sondern äußert sich auch in einer Planungs-, Prozess- und Beteiligungskultur. Die Standards, die sich Karlsruhe – auch mit dem Räumlichen Leitbild – gesetzt hat, sollten erhalten oder sogar ausgebaut werden. Dazu braucht es nicht nur die Anstrengungen aller, die Planung, Architektur und Beteiligung vorantreiben, sondern auch einen starken politischen Rückhalt, diesen Weg weiterzugehen. ZIELKONFLIKTE Die Schnittstellen zwischen Stoßrichtungen und Vorhaben zeigen viele Synergien auf. Dennoch sind schon jetzt auch Zielkonflikte sichtbar: „Mehr Wohnen“ versus Freiraum und Klimaanpassung: Die Nutzung verfügbarer Potenziale für das Wohnen stehen teilweise im Gegensatz zu den Zielen der Freiräume und der Klimaanpassung. Auch wenn Verdichtung nicht grundsätzlich zu einer Aufheizung von Quartieren oder zu einer Reduktion von Freiräumen führen muss, sind hier ortsspezifische Lösungen zu entwickeln und zu diskutieren. Die Strategie der „doppelten Innenentwicklung“, also die Verdichtung bei gleichzeitiger Aufwertung der Freiräume, ist ein möglicher Weg, diesen Zielkonflikt zu entschärfen. Das Räumliche Leitbild verortet wesentliche Potenziale für neue Wohnquartiere sowie eine Aufwertung der Freiräume zwischen der Nordweststadt und Neureut. Das Konzept schlägt dabei sowohl einen städtebaulichen als auch einen landschaftlichen Rand aus, die aufeinander reagieren und gleichzeitig voneinander profitieren. Dies bedingt aber auch, dass auf eine Straßenverbindung zwischen der Bundesstraße 36 und der Willy-Brandt-Allee verzichtet wird, die noch als Freihaltetrasse im Flächennutzungsplan sowie im Regionalplan vorgesehen ist. Geschieht dies nicht, sind die derzeitigen Konzepte nicht oder nur unter starkem Qualitätsverlust realisierbar. Mehr Qualität und Sozialgerechtigkeit: Das Ziel, Wohnungsbau mit hoher Qualität zu betreiben und gleichzeitig auch bezahlbares und sozialgerechtes Wohnen zu fördern, kann in der Finanzierung und Umsetzung zu Zielkonflikten führen. Hier muss bedacht werden, welche Wohnformen und welche Durchmischung sinnvoll sind und wie diese planerisch gesichert werden können. Bei der Weiterentwicklung der Gewerbegebiete zeigt sich ein möglicher Zielkonflikt in den verschiedenen Interessen der Stadt und der Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer. Die Frage, wie Flächen für eine Gesamtentwicklung mobilisiert und attraktive Mischungen von Funktionen mit den Interessen der Betriebe in Einklang gebracht werden können, ist ortsspezifisch zu klären und in einem engen Dialog auszuhandeln. Mischung von Funktionen: Das Zusammenrücken der unterschiedlichen Funktionen im urbanen Umfeld aufgrund des Bevölkerungszuwachses und der Steigerung an Produktivität ohne zusätzlichen Flächenverbrauch bringt viele Vorteile mit sich. So befördert dies zum Beispiel eine bessere Erreichbarkeit und kurze Wege oder die Lebendigkeit der Quartiere. Dennoch bewirkt die Entwicklung auch Zielkonflikte und Verdrängungseffekte zwischen Wohnen und Gewerbe. Dies kann den Druck auf die verschiedenen Flächen erhöhen. Es gilt dabei ortsspezifisch zu prüfen, welche städtischen Gebiete und vor allem welche Formen des Gewerbes und des Wohnens dafür geeignet sind. Klimaanpassung versus Mobilitätsanforderungen: Schon in der Planungswerkstatt wurde deutlich, dass sich insbesondere im Straßenraum Maßnahmen der Klimaanpassung und die Bedürfnisse des ruhenden Verkehrs widersprechen. Zwar lässt sich dieser Konflikt planerisch und baulich lösen, jedoch zeigt sich auch, dass hier politische Entscheidungen notwendig sind, um zur Umsetzung zu gelangen. Wie sich schon in den Vertiefungsbereichen gezeigt hat, wird die konkrete Umsetzung der Vorhaben weitere Zielkonflikte zu Tage fördern. Vorschläge zu ihrer Behandlung werden teilweise schon in den Vorhaben und den Vertiefungsbereichen dargelegt. Dennoch wird hier noch planerische Arbeit zu leisten sein. Geeignete Planungs- und Beteiligungsverfahren können dabei helfen, die unterschiedlichen Belange gleichzeitig zu betrachten und Vorschläge für nachfolgende politische Abwägungs- und Entscheidungsprozesse vorzubereiten. 136 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | FAZIT136 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE DAS WEITERE VORGEHEN Mit der Verabschiedung des Beschlussdokuments zum Räumlichen Leitbild Karlsruhe ist die intensive Phase seiner Erarbeitung abgeschlossen. Um Wirkung zu entfalten, muss das Leitbild in einen laufenden Prozess überführt und Teil der Karlsruher Planungskultur werden. Die Umsetzung des Räumlichen Leitbilds Karlsruhe steht daher unter folgenden Prämissen: VORHABEN ANGEHEN: Die formulierten Vorhaben sollten baldmöglichst angegangen werden. Dies bedeutet zunächst, dass Ressourcen für deren planerische Bearbeitung und Konkretisierung bereitstehen. PROJEKTE UMSETZEN: Der Erfolg des Leitbildes wird auch davon abhängen, wann erste konkrete Projekte sichtbar werden. Die Schlüsselprojekte sind eine Möglichkeit, an bedeutsamen Punkten erste Realisierungen voranzutreiben. Hier gilt es Prioritäten zu setzen. ZIELKONFLIKTE OFFEN DISKUTIEREN: Zielkonflikte sollten weiterhin offen diskutiert und sowohl gesamtstädtisch oder ortsspezifisch durch geeignete planerische Verfahren behandelt werden. Dabei ist zu beachten, dass in bestimmten Fällen erst eine politische Entscheidung die nötigen planerischen Spielräume öffnen kann. DIALOG AUFRECHTERHALTEN: Der durch den Prozess des Räumlichen Leitbilds begonnene Dialog muss weitergehen. Dies gilt einerseits für den Ausbau der Prozess- und Diskussionskultur innerhalb der Stadtverwaltung, die schon jetzt zahlreiche Synergien und Möglichkeiten zur Bündelung von Ressourcen zutage gefördert hat. Ebenso sollte der Dialog zwischen Verwaltung und Politik aufrechterhalten werden, um das Leitbild auch in Alltagsentscheidungen verankern zu können. Nicht zuletzt geht es auch um die weitere Förderung der Beteiligungskultur mit Investoren, weiteren Akteuren und der Öffentlichkeit, denn gerade durch die proaktive Diskussion über Inhalte und Vorstellungen kann das Räumliche Leitbild seine volle Wirkung entfalten. NACHFOLGENDE PLANUNGSPROZESSE SICHERN: Das Räumliche Leitbild stellt einen politisch legitimierten Rahmenplan dar. Bei der Bearbeitung zukünftiger Aufgaben und Projekte mit räumlicher Relevanz für die Stadt soll der Bezug zum Leitbild dargestellt werden. RÄUMLICHES LEITBILD RÜCKKOPPELN UND ANPASSEN: Das Räumliche Leitbild muss auf veränderte Rahmenbedingungen, Gelegenheiten oder neue Erkenntnisse, reagieren können. Daher sind die Vorhaben, Schlüsselprojekte und Stoßrichtungen alle fünf Jahre zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Ein wesentliches Element für die „Lebendigkeit“ des Leitbilds ist eine umfassende Kommunikation der Inhalte und der weiteren Entwicklungen. Dabei ist der Spagat zwischen Abstraktion und Konkretisierung sowie die Verständlichkeit und Zugänglichkeit der Themen eine bleibende Aufgabe. Ab 2017 wird die Umsetzung von Projekten und Vorhaben die Ebene sein, auf welcher planerische Arbeiten stattfinden, Beteiligungen angeboten und politische Entscheidungen getroffen werden. Die kurz-, mittel- oder langfristige Umsetzung der dargestellten Projekte wird sich an den vorhandenen Ressourcen und Personalkapazitäten orientieren müssen. Projekte, die in absehbarer Zeit nicht realisiert werden können, weil diese von unvorhersehbaren Entwicklungen abhängig sind, sollten dennoch als Ergebnis des Planungsprozesses und der Planungswerkstatt dokumentiert sein. Das vorliegende Dokument des Räumlichen Leitbilds dient dabei als Rahmen, Inspiration, aber auch als Kontrollinstrument und Hilfestellung, um die nachhaltige, prosperierende und lebenswerte Entwicklung Karlsruhes zu unterstützen. STADTPLANUNGSAMT | 137 Das Räumliche Leitbild ist in enger Zusammenarbeit mit vielen Planerinnen und Planern aus teilweise ganz unterschiedlichen Fachdisziplinen entstanden. Daher gilt der Dank allen, die diesen langjährigen Prozess begleitet und mitgestaltet haben. Die Herausforderungen konnten so in Begleitung großer Fach- kompetenz gemeistert werden. Eine Vielzahl von konstruktiven und engagierten Gesprächen sowie Veranstaltungen mit wichtigen Austauschmöglichkeiten haben zu den Ergebnissen geführt, die heute das Räumliche Leitbild darstellen. Die Zusammenarbeit hat sich dabei bestens bewährt und wird weiter fortgeführt werden. Besonderer Dank gilt dem Gemeinderat der Stadt Karlsruhe und dem ehemaligen Amtsleiter des Stadtplanungsamtes, Dr. Harald Ringler. Alle haben sich gemeinsam auf das Wagnis eingelassen, den Prozess durchzuführen. AUFTRAGGEBER Stadt Karlsruhe, unter Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters Dr. Frank Mentrup ARBEITSGRUPPE PROJEKTLEITUNG Prof. Dr. Anke Karmann-Woessner, Leiterin Stadtplanungsamt Karlsruhe Dr. Harald Ringler, Leiter Stadtplanungsamt Karlsruhe a. D. (bis 2013) FACHLICHE UND WISSENSCHAFTLICHE BEGLEITUNG Prof. Markus Neppl, Lehrstuhl für Stadtquartiersplanung, Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ARBEITSGRUPPE KIT Dr. Markus Nollert, bureau für Raumentwicklung Dr. Thomas Müller, MESS GbR ARBEITSGRUPPE STADTPLANUNGSAMT Sigrun Hüger, Bereichsleiterin Städtebau Heike Dederer, Bereichsleiterin Generalplanung und Stadtsanierung Dr. Antonella Sgobba, Martin Kratz, Fabian Müller, Marian Schmitt, Vincent Scheiffelen ÖFFENTLICHKEITSARBEIT UND CI Jeannette Merker und Franziska Eidner, EINSATEAM Judith Keller, EINSATEAM Prof. Dr. Riklef Rambow, KIT GESTALTUNG DER AUSSTELLUNG 2015 complizen Planungsbüro BEGLEITGREMIUM FACHVERSTÄNDIGE BERATENDE Prof. Markus Neppl, Lehrstuhl für Stadtquartiersplanung, Karlsruher Institut für Technologie (KIT) Prof. Dr. Anke Karmann-Woessner, Leiterin Stadtplanungsamt Karlsruhe Prof. Dr. Udo Weilacher, Technische Universität München Prof. Dr. Peter Vortisch, KIT Prof. Dr. Walter Schönwandt, Universität Stuttgart EXPERTINNEN UND EXPERTEN Norbert Hacker, Amt für Umwelt und Arbeitsschutz Patricia Erb-Korn, Rheinhäfen Karlsruhe Dr. Klaus Lösch, Karlsruher Verkehrsverbund Dr. Gerd Hager, Regionalverband Karlsruhe Helmut Kern, Gartenbauamt Christian Fulda, Amt für Stadtentwicklung Gerhard Schönbeck, Tiefbauamt Anne Sick, Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft Michael Kaiser, Wirtschaftsförderung Wolf-Dietrich Gierth, Liegenschaftsamt Ulrich Kienzler, Forstamt Ulrich Wagner, Stadtplanungsamt Bereich Verkehr Georg Gerardi, Stadtplanungsamt Bereich Stadtbild SACHVERSTÄNDIGE BERATENDE Michael Obert, Bürgermeister Dezernat 6 Tilman Pfannkuch, CDU-Fraktion Bettina Lisbach, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Michael Zeh, SPD-Fraktion SACHVERSTÄNDIGE BERATENDE – STELLVERTRETENDE Rita Fromm (bis 2014), Tom Høyem, FDP-Fraktion Lüppo Cramer, KAL-Fraktion Prof. Dr. Wolfgang Fritz †, Karlsruher Bürgervereine BERATUNG Prof. Dr. Riklef Rambow, KIT Prof. Kerstin Gothe, KIT Andreas Grube, Architektenkammer Karlsruhe Mathias Christoffel, Bund Deutscher Architekten Wolfgang Voegele, Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung SRL e.V./Deutsche Akademie für Städtebau und Landesplanung Hubert Schmidtler, Architekturschaufenster e. V. EINGELADENE TEAMS DER PLANUNGSWERKSTATT 2014 West 8 urban design & landscape architecture b. v., Rotterdam verkehrplus GmbH, Graz berchtoldkrass space&options, Karlsruhe STUDIO.URBANE STRATEGIEN, Karlsruhe URBAN CATALYST Studio, Berlin Machleidt GmbH, Berlin sinai Gesellschaft Landschaftsarchitekten mbH, Berlin SHP Ingenieure GbR, Hannover MITWIRKUNG 138 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE STADTPLANUNGSAMT | 139 ANLAGEN: RÄUMLICHES LEITBILD MASSNAHMENTABELLE ÜBERSICHTSGRAFIK VORHABEN UND PROJEKTE STÄDTEBAULICHER RAHMENPLAN „DYNAMISCHES BAND“ VERTIEFUNGSBEREICH NORD-OST VERTIEFUNGSBEREICH NORD-WEST 140 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | ANLAGEN140 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE VORHABEN UND ZUSTÄNDIGKEITEN PROJEKTE UND ZU ERARBEITENDE GRUNDLAGENFÖRDER- PROGRAMME BEWILLIGT BEANTRAGT ZU PRÜFEN 1) PRIORITÄT hoch mittel gering KOSTENRAHMEN (SCHÄTZUNG AUFWAND BIS 50.000 / 50.000 BIS 200.000 / ÜBER 200.000 EURO) WETTBEWERB KARLSRUHES KONTUREN AUSBILDEN Federführung ämterübergreifend: Stadtplanungsamt, Gartenbauamt, Amt für Stadtentwicklung Zu beteiligen: Liegenschaftsamt, Umwelt- und Arbeitsschutz, Forstamt, Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer, Anwohnerinnen und Anwohner, Landwirtschaft und Naturschutzverbände BeispielprojektKirchfeld NordProjekt abgeschlossen SchlüsselprojektEntwicklung beispielhafter Ränder und Randtypologien Zu prüfen: 6,7 Personalressourcen Verwaltung zu erarbeitende Grundlagen Übersichtskarte der äußeren und inneren Konturen mit landschaftlichen und städtebaulichen Qualitäten 50.000 bis 200.000 Euro Gestaltungskatalog und – kriterien für landschaftliche und städtebauliche Aufwertungsmöglichkeiten STADTEINGÄNGE INSZENIEREN Federführung: Stadtplanungsamt Zu beteiligen: Gartenbauamt, Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer BeispielprojektDurlacher Allee (Zukünftig: Umsetzung Messplatz, Gleisbauhof) Wettbewerb jeweils über 200.000 Euro SchlüsselprojektEttlinger Allee/Bahnhof Zu prüfen: 5,6,7 Wettbewerb über 200.000 Euro Wolfartsweierer Straße/ Ludwig-Erhard-Allee Zu prüfen: 5,6,7 Ludwig-Erhard-Allee Nordseite: Baufelder Lohfeld werden nach und nach umgesetzt, Bebauungsplan Ludwig-Erhard-Allee, Ostendstraße, Frühlingsstraße, Sommerstraße (in Bearbeitung) zu erarbeitende Grundlagen Weiterentwicklung der Konzeptskizze und Steckbriefe potenzieller Stadteingänge Personalressourcen Verwaltung Definitionen und Kriterien verschiedener Arten von „Stadteingängen“ für Karlsruhe Personalressourcen Verwaltung Erarbeitung Hochhauskonzept Konzept 50.000 Euro FREIRÄUME STÄRKEN Federführung: Gartenbauamt Zu beteiligen: Stadtplanungsamt, Amt für Stadtentwicklung, Umwelt- und Arbeitsschutz, Forstamt, Liegenschaftsamt, Stadtjugendausschuss, Tiefbauamt, Schul- und Sportamt, Ortsverwaltungen BeispielprojektLandschaftspark Rhein (Zukünftig: Hafenbrücke) Über 200.000 Euro SchlüsselprojektDie Grüne Nordspange–WestZu prüfen: 1, 3b+c, 7 Über 200.000 Euro Vom Turmberg zum Rhein (Abschnitt Gleisbauhof) Zu prüfen: 1, 6, 7 50.000 bis 200.000 Euro zu erarbeitende Grundlagen Flächenkonzept: Übersicht, Bestandserfassungen und Bewertungen prioritär zu behandelnder Freiräume Personalressourcen Verwaltung HARDTWALD BEHUTSAM NUTZEN Federführung: ForstBW Zu beteiligen: Forstamt, Gartenbauamt, Stadtplanungsamt Beispielprojekt SchlüsselprojektForschungsprojekt „Urbane Waldwirtschaft“, Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt, ForstBW 2015 – 2017 (Prof. Dr. Schraml) Zu prüfen: 1, 3b+c Forschungssumme 50.000, Stadt hat Kostenbeteiligung abgelehnt. zu erarbeitende Grundlagen Räumliche Analyse des Nutzungsaufkommens und der Nutzungskonflikte Umsetzung der Waldnaturschutz strategie für den Staatswald Fortschreibung Forsteinrichtungsplan Aufgaben Waldbesitzer (Land). Keine Kostenangabe möglich. MASSNAHMENTABELLE ÜBERSICHT DER VORHABEN, BEISPIEL- UND SCHLÜSSELPROJEKTE SOWIE DER ZU ERARBEITENDEN GRUNDLAGEN STAND: 19.07.2016 1) Anmerkung Förderprogramme: Informationsstand ist Mai 2016. Ob die entsprechenden Förderprogramme noch in der Art und Weise aufgelegt sind, wenn sie benötigt werden, ist nicht sicher. Ebenso, ob der Förderinhalt dann den Zielsetzungen des Projektes entsprechen. Legende Förderprogramme: 1 Efre: UIA-Initiative (urban innovative action – Innovative Maßnahmen der Stadtentwicklung) 2 Klimaschutz mit System 3 Horizon 2020, SCC (smart cities and communities) 4 Efre: Urbact 5 Nationale Projekte des Städtebaus (BBSR) 6 FONA: Nachhaltige Transformation urbaner Räume (BMBF) 7 Klimaresilienter Stadtumbau (BBR), ExWoSt 8 FONA: Kommunen innovativ (BMBF) 9 Flächen gewinnen durch Innenentwicklung (MVI B.-W.) 10 Leitinitiative Zukunftsstadt (BMBF) 11 Efre: RegioMOVE 12 Interregional Alliance for the Rhine-Alpine Corridor EGTC 13 Nachhaltige Weiterentwicklung von Gewerbegebieten, ExWoSt STADTPLANUNGSAMT | 141 VORHABEN UND ZUSTÄNDIGKEITEN PROJEKTE UND ZU ERARBEITENDE GRUNDLAGENFÖRDER- PROGRAMME BEWILLIGT BEANTRAGT ZU PRÜFEN 1) PRIORITÄT hoch mittel gering KOSTENRAHMEN (SCHÄTZUNG AUFWAND BIS 50.000 / 50.000 BIS 200.000 / ÜBER 200.000 EURO) WETTBEWERB ZUKUNFT INNENSTADT ANGEHEN Federführung: Dezernat 1 (Oberbürgermeister) Koordination: Karlsruher Fächer GmbH Kooperation: Stadtplanungsamt, Wirtschaftsförderung, Amt für Stadtentwicklung, Karlsruher Schieneninfrastrukturgesellschaft mbH BeispielprojektSanierungsgebiet Innenstadt-Ost (Zukünftig: Vertiefung Bereich Kronenplatz) Städtebauliche Erneuerungs- programme Gesamtförderrahmen rund 15 Millionen Euro (60 Prozent Bund/Land, 40 Prozent Stadt Karlsruhe), Laufzeit 8 bis10 Jahre; Wettbewerb Kronenplatz 100.000 bis 150.000 Euro SchlüsselprojektEttlinger Tor/Staatstheater – Kriegsstraße – Festplatz/Stadtgarten Zu prüfen: 4, 5, 6, 9 Wettbewerb über 200.000 Euro (Sanierung und Erweiterung Staatstheater: Vorgehen Freiraumplanung muss noch entschieden werden) zu erarbeitende Grundlagen Einzelhandelskonzept als flankierendes Fachgutachten Beauftragung durch Amt für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung: 80.000 bis 120.000 Euro Räumliche Ist-Zustandsanalyse und Voruntersuchungen Personalressourcen Verwaltung Umfragen zur Innenstadt Beauftragung durch Amt für Stadtentwicklung: 50.000 Euro QUARTIER BAHNHOF WEITERDENKEN Federführung: Wirtschaftsförderung, Stadtplanungsamt Zu beteiligen: Amt für Stadtentwicklung, Deutsche Bahn AG, Verkehrsbetriebe Karlsruhe, Liegenschaftsamt, Kulturamt, Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer, Untere Denkmalschutzbehörde Beispielprojekt SchlüsselprojektEntwicklung Hauptbahnhof Süd und Fernbusterminal Über 200.000 Euro zu erarbeitende Grundlagen Übersicht/Raumbeobachtung für das Gesamtquartier inklusive bestehender Nutzungswünsche Machbarkeitsstudie 50.000 bis 200.000 Euro BESTEHENDE QUARTIERE WEITERENTWICKELN Federführung: Stadtplanungsamt Zu beteiligen: Amt für Stadt- entwicklung, Wirtschaftsförderung, Liegenschaftsamt, Gartenbauamt, Tiefbauamt, Sozial- und Jugend- behörde, Umwelt- und Arbeitsschutz, Zentraler Juristischer Dienst BeispielprojektRahmenplan Waldstadt Zu prüfen: 1, 5, 6, 7, 9, 10 Projekt abgeschlossen. Umsetzung Rahmenplan Nordweststadt 80.000 bis 120.000 Euro SchlüsselprojektGrünwinkel - Hardecksiedlung und Grünwinkel - Heidenstückersiedlung Zu prüfen: 1, 3a, 5, 6, 7, 9, 10 Flächenreserven an VerkehrsstraßenZu prüfen: 1, 9 zu erarbeitende Grundlagen Bewertung und Priorisierung der Vertiefungsbereiche Perspektivplan Sanierungsgebiete zeitliche Verfügbarkeit von Flächen Weiterentwicklung Dichtemodell zu Bauhöhenplan Gesamtstädtische Untersuchung Projekt „Stadtstraßen“ NEUE QUARTIERE ENTWICKELN Federführung: Stadtplanungsamt Zu beteiligen: Liegenschaftsamt, Gartenbauamt, Umwelt- und Arbeitsschutz BeispielprojektZukunft Nord (inklusive Energie- und Mobilitätskonzept sowie Qualitätssicherung) Rahmenplan abgeschlossen. B-Plan mit Gutachten 50.000 bis 200.000 Euro SchlüsselprojektMehr Wohnen in NeureutZu prüfen: 1, 5, 6, 7, 9, 10 Wettbewerb und Rahmenplan bis 200.000 Euro; Bebauungsplan bis 200.000 Euro Unten am Grötzinger Weg/Durlach Zu prüfen: 1, 5, 6, 7, 9, 10 Wettbewerb 50.000 bis 200.000 Euro zu erarbeitende Grundlagen Wohnungsstrategie: erwünschter/ benötigter Wohnungsmix, Anzahl Wohneinheiten/Jahr, zeitliche Verfügbarkeit von Potenzialen, Umsetzungsmöglichkeiten MASSNAHMENTABELLE – FORTSETZUNG – 142 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE | ANLAGEN142 | RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE VORHABEN UND ZUSTÄNDIGKEITEN PROJEKTE UND ZU ERARBEITENDE GRUNDLAGENFÖRDER- PROGRAMME BEWILLIGT BEANTRAGT ZU PRÜFEN 1) PRIORITÄT hoch mittel gering KOSTENRAHMEN (SCHÄTZUNG AUFWAND BIS 50.000 / 50.000 BIS 200.000 / ÜBER 200.000 EURO) WETTBEWERB KLIMAANPASSUNG IM QUARTIER UMSETZEN Federführung: Stadtplanungsamt, Umwelt- und Arbeitsschutz, Gartenbauamt Zu beteiligen: Tiefbauamt, Bauordnungsamt, Liegenschaftsamt BeispielprojektREGEKO GrünwinkelBewilligt: „Flächen gewinnen durch Innen entwicklung“ und „Nachhaltige Weiterentwicklung von Gewerbe- gebieten“ Sanierungsgebiet Innenstadt-OstStädtebauliches Erneuerungs- programm SchlüsselprojektZukunft InnenstadtZu prüfen: 4, 5, 6, 9, 10 „Grüne Stadt“Zu prüfen: 1, 2, 3b+c, 6, 7, 10 zu erarbeitende Grundlagen Flankierende Analysen Wirkungsanalyse von Anpassungsmaßnahmen für geplante Sanierungsgebiete 200.000 Euro Zeitliche Übersicht von geplanten Sanierungsmaßnahmen im Straßenraum Personalressourcen Verwaltung VORHANDENE GEWERBEGEBIETE OPTIMIEREN Federführung: Wirtschaftsförderung, Stadtplanungsamt Zu beteiligen: Unternehmen, Amt für Stadtentwicklung, Gartenbauamt, Umweltamt, Stadtwerke Karlsruhe, Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur gGmbH, Tiefbauamt, Ordnungs- und Bürgeramt, Karlsruher Fächer GmbH BeispielprojektREGEKO Grünwinkel (Zukünftig: Erweiterung nach Osten) Bewilligt: „Flächen gewinnen durch Innenentwicklung“ (10/2015 bis 11/2016) Beauftragung durch Wirtschaftsförderung 100.000 Euro Fördermittel 41.000 Euro Bewilligt: Experimenteller Wohnungs- und Städtebau – Forschungsfeld „Nachhaltige Weiterentwicklung von Gewerbe- gebieten“ (11/2015 bis 12/2018) Beauftragung durch Karlsruher Fächer GmbH 194.000 Euro Fördermittel 150.000 Euro SchlüsselprojektSüdband (Ottostraße/Wachhausstraße) Zu prüfen: 4, 6, 13 50.000 bis 200.000 Euro Daimlerstraße/Gablonzer StraßeZu prüfen: 4, 6, 13 50.000 bis 200.000 Euro zu erarbeitende Grundlagen Vertiefte Bestandsaufnahme, Überarbeitung der gesamtstädtischen Gewerbeflächenstudie Entwicklung eines Maßnahmenkatalogs im Hinblick auf die Veränderungspotenziale der Gebiete FUNKTIONEN MISCHEN Federführung: Stadtplanungsamt Zu beteiligen: Wirtschaftsförderung, Gartenbauamt, Liegenschaftsamt BeispielprojektQuartier Zukunft (Zukünftig: Oststadt Plus) SchlüsselprojektKammhuber-KaserneBeantragt: 8 Zu prüfen: 1, 4, 5, 6, 9, 10 Wettbewerb 50.000 bis 200.000 Euro zu erarbeitende Grundlagen Mischgebietsatlas: Potenzial- und Ausschussgebiete mit Steckbriefen Rechtliche Lösungen für Mischgebiete mit Wohnen und Gewerbe MASSNAHMENTABELLE – FORTSETZUNG – STADTPLANUNGSAMT | 143 VORHABEN UND ZUSTÄNDIGKEITEN PROJEKTE UND ZU ERARBEITENDE GRUNDLAGENFÖRDER- PROGRAMME BEWILLIGT BEANTRAGT ZU PRÜFEN 1) PRIORITÄT hoch mittel gering KOSTENRAHMEN (SCHÄTZUNG AUFWAND BIS 50.000 / 50.000 BIS 200.000 / ÜBER 200.000 EURO) WETTBEWERB CLUSTER WEITERENTWICKELN Federführung: Stadtplanungsamt, Wirtschaftsförderung, Zu beteiligen: Gartenbauamt, Liegenschaftsamt, Investorinnen und Investoren, Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer, Regional- verband Mittlerer Oberrhein BeispielprojektSchlachthof-Areal (Zukünftig: Erweiterung in Richtung Oststadt, unter anderem Straßenbahn-Depot) SchlüsselprojektWissenschaftscluster vom Karlsruher Institut für Technologie zum Technologiepark (KIT Campus Süd–Ost, Mackensen-Kaserne) Zu prüfen: 6 Gutachten bei vorhaben bezogenem Bebauungsplan Campus-Ost bis 50.000 Euro zu erarbeitende Grundlagen Analyse und Prüfung Cluster im Bereich Produktion und Technologie, Forschung und Entwicklung, Logistik und Industrie, Lehre und Forschung, Kunst, Kultur und Kreativwirtschaft und Energieproduktion 50.000 bis 200.000 Euro LANGFRISTIGE PERSPEKTIVEN DENKEN Federführung: Stadtplanungsamt, Außenbeziehungen, Wirtschafts- förderung, Zu beteiligen: Deutsche Bahn AG, Rheinhafen Karlsruhe, Region, Nachbarschaftsverband Karlsruhe, Magistrale für Europa, Corridor Development Rotterdam-Genua (Code24), Regionalverband BeispielprojektGleisbauhof Süd SchlüsselprojektDrehkreuz Logistik Güterbahnhof/ Rheinhafen Zu prüfen: 6, 7, 10, 12 Noch nicht abschätzbar (Zuständigkeiten, Kostenträger?) zu erarbeitende Grundlagen Übersicht über mögliche Entwicklungen auf den „Perspektivflächen“ und in ihrem Umfeld Langfristige regionale/nationale Energie- und Logistikkonzepte 50.000 bis 200.000 Euro MOBILITÄTSKONZEPTE FÜR QUARTIERE ENTWICKELN Federführung: Stadtplanungsamt Zu beteiligen: Karlsruher Verkehrs- verbund, Tiefbauamt, Ordnungs- und Bürgeramt, stadtmobil Carsharing GmbH & Co. KG BeispielprojektMobilitätskonzept Zukunft Nord Rahmenplan abgeschlossen. B-Plan mit Gutachten 50.000 bis 200.000 Euro (siehe Beispielprojekt Zukunft Nord) SchlüsselprojektMobilitätskonzept Innenstadt Zu prüfen: 1, 2, 10 Konzept bis 50.000 Euro, Umsetzung über 200.000 Euro (in Abhängigkeit mit städtebaulichen Entwicklungskonzepten) zu erarbeitende Grundlagen Ineinandergreifende Stadtteil- und Mobilitätskonzepte Fußgängerkonzept Personalressourcen Verwaltung MOBILITÄTSSTATIONEN AUSBAUEN Federführung: Stadtplanungsamt Zu beteiligen: Karlsruher Verkehrs- verbund, Deutsche Bahn AG, stadtmobil Carsharing GmbH & Co. KG BeispielprojektBahnhof Durlach Bebauungsplan 50.000 bis 200.000 Euro SchlüsselprojektWestbahnhofZu prüfen: 2, 10, 11 Konzept bis 50.000 Euro, Umsetzung über 200.000 Euro (in Abhängigkeit mit städtebaulichen Entwicklungskonzepten); zu klären: Zuständigkeiten, Kostenträger Haltepunkt Hardecksiedlung Pulverhausstraße Zu prüfen: 2, 10, 11 Konzept bis 50.000 Euro, Umsetzung über 200.000 Euro (in Abhängigkeit mit städtebaulichen Entwicklungskonzepten); zu klären: Zuständigkeiten, Kostenträger zu erarbeitende Grundlagen Steckbriefe über Veränderungs- poten ziale bestehender und mög- licher neuer Bahnhöfe in Karlsruhe NACHBARSCHAFTSZENTREN BELEBEN Federführung: Stadtplanungsamt, Wirtschaftsförderung, Amt für Stadtentwicklung, Gartenbauamt, Liegenschaftsamt Zu beteiligen: Verkehrsbetriebe Karlsruhe, Investoren (beispielsweise Volkswohnung GmbH, Wohnungsbau- genossenschaften) Beispielprojekt Schlüsselprojekt zu erarbeitende Grundlagen Kriterien eines Nachbarschafts- zentrums definieren Steckbriefe Nachbarschafts- zentren (Versorgung, Anbindung, Gestaltung, Potenziale) Fortschreibung Studie „Einkaufen und Nahversorgung in Karlsruhe 2017“ Gutachten Nahversorgung in den Stadtteilen. Beauftragung durch Amt für Stadtentwicklung 35.000 Euro MASSNAHMENTABELLE – FORTSETZUNG – Stadt Karlsruhe Stadtplanungsamt Lammstraße 7 76133 Karlsruhe Telefon: 0721 133-6101 Fax: 0721 133-6109 www.karlsruhe.de/b3/bauen
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Extrahierter Text
Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister BESCHLUSSVORLAGE Vorlage Nr.: 2016/0668 Verantwortlich: Dez.6 Räumliches Leitbild Karlsruhe – Rahmenplan Endfassung Beratungsfolge dieser Vorlage Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis Planungsausschuss 10.11.2016 1 x vorberaten Gemeinderat 13.12.2016 22 x Zustimmung Beschlussantrag Der Gemeinderat verabschiedet das Räumliche Leitbild als Rahmenplan. Finanzielle Auswirkungen (bitte ankreuzen) x nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Haushaltsmittel stehen Wählen Sie ein Element aus. Kontierungsobjekt: Wählen Sie ein Element aus. Kontenart: Ergänzende Erläuterungen: Die inhaltliche und zeitliche Realisierung wird sich an der Budgetausstattung der betroffenen Teilhaushalte – nach den HSPKA Beschlüssen – orientieren müssen. ISEK-Karlsruhe-2020-relevant nein x ja Handlungsfeld: Städtebau Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) x nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften x nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Die Inhalte des Räumlichen Leitbildes wurden zuletzt im Planungsausschuss im Juli dargelegt. Das Beschlussdokument als Broschüre wird nun zur Abstimmung im Planungsausschuss im No- vember vorgelegt mit dem Ziel, das Räumliche Leitbild als Rahmenplan im Gemeinderat be- schließen zu lassen. Neben den bereits vorgestellten Vorhaben und Vertiefungsbereichen sind im Dokument die gesamtstädtischen Ziele - die Stoßrichtungen - und der Prozess zusammenfas- send beschrieben. Das Räumliche Leitbild stellt den Rahmen für die zukünftige räumliche Entwicklung der Stadt dar. Die schrittweise Konkretisierung der Vorhaben wird weitere Diskussionen erfordern, um die Aufgaben zu priorisieren und Konfliktpunkte auszuloten. Als Beispiel gilt die Entwicklung in Neureut. Dort wird die endgültige Ausformung der Bauflächen sowie der Freiflächen in einem gesonderten Verfahren noch ausdiskutiert. Beschluss: Antrag an den Gemeinderat Der Gemeinderat verabschiedet das Räumliche Leitbild als Rahmenplan.
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Extrahierter Text
NIEDERSCHRIFT Stadt Karlsruhe Gremium: 33. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: 13. Dezember 2016, 15:30 Uhr öffentlich Ort: Bürgersaal des Rathauses Vorsitzende/r: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 23. Punkt 22 der Tagesordnung: Räumliches Leitbild Karlsruhe – Rahmenplan End- fassung Vorlage: 2016/0668 dazu: Ergänzungsantrag der Stadträte Marc Bernhard und Dr. Stefan Schmidt (AfD) Vom 10. Dezember 2016 Vorlage: 2016/0788 Beschluss: Der Gemeinderat verabschiedet das Räumliche Leitbild als Rahmenplan Abstimmungsergebnis: 41 Ja-Stimmen, 2 Nein-Stimmen Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 22 zur Behandlung auf und verweist auf die erfolgte Vorberatung im Planungsausschuss. Zur Einführung in das Thema, das eine lange Vorgeschichte hat und eine sehr erfolgrei- che Umsetzung darf ich Frau Prof. Dr. Karmann-Woessner um eine kurze Einführung bitten. Prof. Dr. Karmann-Woessner (Power-Point unterstützt): Ich darf Ihnen ganz kurz nochmal das räumliche Leitbild und seine Entwicklung aufzeigen, an dem Sie ganz we- sentlich beteiligt waren. Was wir jetzt gemeinsam als Rahmenplan auch für unsere wei- teren Überlegungen und Entscheidungen zugrunde legen wollen. In der Besonderheit, dass es eben von großen Vorhaben bis zu einzelnen Projekten tatsächlich auch Zielfor- mulierungen darstellt, aber auch ein Orientierungsrahmen ist, über den wir in den ein- zelnen Flächen dann immer wieder diskutieren. Entscheidend ist, dass dieses räumliche Leitbild für uns einen Orientierungsrahmen gibt, der eben auch die unterschiedlichen Fachplanungen wieder zusammenführt, in diesem Verfahren auch Zielkonflikte durch- aus aufgezeigt hat und jetzt aber in dieser abgestimmten Form eine Entscheidungshilfe für den weiteren Prozess und auch unsere Planungskultur darstellen soll und wird. - 2 - Sie sehen an diesem Zahlenstrang, dass das ganze Planungsteam des Stadtplanungsam- tes sehr stolz ist, zum Ende 2016, wie angekündigt, diesen seit einigen Jahren einge- führten und bereits von Herr Dr. Ringler auf den Weg gebrachten Prozess in diesem Planwerk abschließen zu dürfen, zu diesem Zeitpunkt, quasi als ein großes Weihnachts- geschenk an Sie. Wir sind auch sehr stolz und froh darüber, dass wir zum Jahresende mit Ihnen diesen Beschluss fassen dürfen. Sie sehen mit einem Blick auf den Ablauf, den in vielen unterschiedlichen Diskussionen, in Ausstellungen, in sehr vielen Informationsveranstaltungen großen Planungsprozess dieses konkurrierenden Verfahrens, mit den drei Planungsbüros und dann die Umset- zung gerade im letzten Jahr in das Werk, was sie jetzt vor sich liegen haben. Daran war eine große Anzahl von Akteuren beteiligt. Sie ganz wesentlich, auch als Vertreter der politischen Fraktion, aber eben auch sehr viele Fachplaner, sehr viele Kollegen, ohne die hier dezernatsübergreifend dieser Prozess und dieses Ergebnis überhaupt nicht entste- hen hätte können. Die Öffentlichkeit wie die Fachöffentlichkeit war uns immer ein ganz entscheidendes Anliegen, dass wir die Pläne und die Prozesse, die hier sich doch sehr komplex und dann durch die Beiträge der Planungsbüros durchaus sehr anspruchsvoll dargestellt haben, zusammenführen konnten. In dieser großen Ausstellung im letzten Jahr, haben wir versucht methodisch zu arbeiten, so dass wir über die Fachöffentlichkeit auch breite Gruppen der Stadtgesellschaft erreichen konnten, durch sehr viele unter- schiedliche Formate und Veranstaltungen die Spaß machten, zum Mitmachen und Da- beisein. Ich denke, das ist ein ganz entscheidender Faktor, dass wir auch gemeinsam darüber Netzwerke aufbauen. Sie erinnern sich an die sieben Stoßrichtungen, die waren auch weiterhin eine Leitlinie für uns und sind auch eine Leitlinie in der Planung geblieben. Unsere große Herausfor- derung war jetzt, diese Stoßrichtungen herunterzubrechen auf ganz konkrete Vorha- ben. Sie sehen das an dieser Übersicht ganz gut, wie wir dann mit Teilbereichen gear- beitet haben die im Rahmen der Planungswerkstadt identifiziert wurden, aber auch wei- ter in Vorhaben und Projekte dies konkretisiert haben. Die Stoßrichtung „Grüne Adres- se“ ist eine ganz tragende Leitlinie für Karlsruhe. Auch das Thema „Mehr Wohnen“ parallel zu der Identifizierung der Wohnbauflächen für den Flächennutzungsplan, wur- de auch immer parallel in Verfahren bedacht und bearbeitet. Genauso die Stoßrichtung „Dynamisches Land“ um die Gewerbeflächen zu identifizieren, zu qualifizieren und Flä- chen zu gewinnen auch wenn wir faktisch nicht über ein Mehr an Flächen verfügen können. Was ein besonders Alleinstellungsmerkmal dieses räumlichen Leitbildes ist, und daran haben wir eben auch mit Prof. Neppel vom KIT besonders gearbeitet, dass es nicht ir- gendein Leitbild ist, das in einer Flughöhe liegt, dass die Berliner vielleicht verfolgen, sondern, dass wir schon aus den sieben Stoßrichtungen in ganz konkrete räumliche Vorhaben heruntergehen, zoomen sozusagen, und auch schon ganz konkrete Vorha- ben in diesem großen Übersichtsplan der Maßnahmen und Vorhaben nicht zur zeitlich festlegen, sondern auch dafür schon Finanzmittel definieren, die für die Umsetzung er- forderlich sind. Das erscheint uns ein ganz entscheidender Punkt zu sein, um dann auch haushaltsrecht- lich überhaupt diese Maßnahmen einzutackten können und nicht allgemein zu verblei- ben, ohne dass wir auch einschätzen können, gerade in der Situation der Haushaltskon- - 3 - solidierung, wie wir diese Projekte priorisieren, auch auf Grund ihrer finanziellen Dimen- sion. Dieser Kreis, der oben gezeigt ist, zeigt immer wieder die sieben Stoßrichtungen auf. Wir haben grafisch jeweils in der Verdichtung der Farbe, den eben diesen einzelnen Themenbereichen zugeordnet. Sie sehen nochmal den großen Bogen den wir spannen, von der gesamtstädtischen Konzeption bis zu einzelnen Teilbereichen. Hier sind die Teilbereiche dann und die einzelnen Maßnahmen auch verortet. Natürlich können Sie das jetzt nicht lesen, aber in unserer Veröffentlichung ist es sehr gut nachzuvollziehen. Es geht uns auch um Flächen, die in bestimmten Prozessen qualifiziert werden. Auch das ist auch ein wichtiger Bestandteil dieses Rahmenplanes, dass wir die Prozesskultur, die wir in diesen Jahren kultiviert haben, im wahrsten Sinne des Wortes die inzwischen bundesweit auch große Anerkennung erfährt, diese weiterführen in den Projekten, dann in den Stadtteilen, dass ist hierfür nochmal ein Hinweis und eine Orientierung. Wir haben damit sogar schon begonnen, also das räumliche Leitbild ist kein Prozess der nicht schon zum Zeitpunkt der Ausarbeitung auch weitere Planungen initiiert hätte ! Sie wissen es geht um die Fokusflächen im Norden in Neureut. Da sind wir schon mit ersten Bürgerversammlungen wieder in dieses Thema der weiteren Differenzierung ein- gestiegen. Es ist aber auch der südliche Teil, aus dem sich bereits inzwischen auch weitere Unter- suchungen und Forschungsvorhaben und vom Bund auch geförderte Maßnahmen er- geben haben. Hier das REGEKO das ressourcenoptimierte Gewerbekonzept in Grün- winkel um eben diese Potentialflächen weiter und besser nutzen zu können. Ein mode- riertes Verfahren das von Bund und Land unterstützt wird. Hier die Fortschreibung der FNP-Flächen, auch hier denken wir wieder in parallelen Planungsschritten und sind schon in der Diskussion vor Ort. Ein nächstes Beispiel ist der Rahmenplan TPK, Technologiepark Reload, in dem wir weite Flächen ganz neu geschaffen haben, aber auch viele Nutzungsstrukturen hinterfragt und neu definiert haben. In diesem Masterplan, der jetzt in weiteren Schritten im Be- bauungsplan umgesetzt wird. Sie sehen, es gibt ganz konkrete Vorhaben, die schon in der Bearbeitung sind, genauso wie die Rahmenplanung für die Nordweststadt, wo wir schon mit verschiedenen Bürgerbeteiligungen über Planung diese und Überprüfung über die Situation dort initiiert haben. Wie geht es weiter zum Schluss? Wir werden die Vorhaben angehen, also einzelne Maßnahmen aus dem Rahmenplan konkretisieren, Zielkonflikte in dieser Prozesskultur weiterhin offen diskutieren, den Dialog mit allen aufrecht erhalten, das räumliche Leit- bild rückkoppeln und an Monitoring nach 5 Jahren mit Ihnen diskutieren, wie sich die Auswirkungen dieses Orientierungsrahmens für unsere Planungen tatsächlich bewährt haben. Zum Abschluss darf ich Sie zur finalen Veranstaltung am Donnerstag herzlich einladen, in der wir der Öffentlichkeit nochmals diese Planung vorstellen. Aber nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Für mich ist wichtig Ihnen heute Abend zu sagen, dass dieses Finale und dieser Beschluss heute bereits der Einstieg in viele neue Planungen ist. - 4 - Stadtrat Pfannkuch (CDU): Frau Prof. Dr. Karmann-Woessner, ich bin Ihnen dankbar, dass Sie den Planungsprozess dieses räumlichen Leitbildes hier nochmal zusammenge- fasst dargestellt haben, weil ich mich im Nachfolgenden mehr mit den politisch kriti- schen Punkten auseinandersetzen muss, ohne aber die Qualität des Prozesses im Ergeb- nis in Frage zu stellen. Vor dem Hintergrund frage ich mich aber sehr wohl, wie ich mit dem Änderungsantrag umgehen kann, ich habe ihn schlicht gesehen, auch vor dem Hintergrund was Sie dargestellt haben, nicht verstanden. Ich bin neulich gefragt worden, was nun die wichtigsten Ziele des Prozesses sind, wo- rauf hätten wir uns geeinigt oder einigen müssen, wo waren die Zielkonflikte? Ja, na- türlich kann die CDU-Fraktion zustimmen wenn es um sogenannte Verkehrsmodelle moderner Stadtplaner geht? Wir sehen ja, dass im Rahmenplan förmlich diese Zielset- zungen, was die Innenstadt angeht, eingebrannt sind. Wir haben da durchweg andere Meinungen. Wir gehen an die Dinge anders heran, weil wir der Auffassung sind, dass Mobilität auf vier Rädern, nicht aus der Innenstadt vergrämt werden darf. Im Rahmenplan finden sich keine Lösungen für den Wirtschaftsverkehr. Das ist für uns etwas, das man nicht ausblenden darf. Wir haben natürlich unterschiedliche Fragestel- lungen während des Prozesses gehabt. Deswegen möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass wir während des Prozesses in vier schriftlichen Stellungnahmen die Position der CDU-Faktion festgehalten haben und für das Protokoll, das war am 18.03.2014, 06.05.2014, 27.03.2015 und am 04.11.2016. Ich halte das für wichtig, weil ich am Ende nicht irgendwann einmal den Einwand erhalten möchte, dass man das da und dort schon früher hätte sagen können. Das macht an diesem Planungsprozess keinen Abbruch, das will ich auch sagen. Wir haben uns zum Beispiel die Frage erlaubt, wovon Leben unsere Bürgerinnen und Bürger im Jahre 2040? Welche Flächen müssen an welchen Orten vorgehalten werden? Im Rahmenplan muss diese Frage unabhängig von kleinmütigen, ideologisch geprägten Gewerbeflächenentscheidungen dieses Hauses beantwortet werden. Sie müssen aber diese Fragen zumindest aufwerfen. Jetzt begnügt man sich mit Illusionen von Wohnen, Arbeiten und Freizeit alles unter einem Dach. Das mag alles reizvoll sein, löst aber wahr- scheinlich langfristig unsere Probleme nicht. Auch die interessanten Ansätze für Trans- formationen von Gewerbeflächen werden von uns unterstützt, aber lösen das Problem letztendlich nicht. Das Allheilmittel der Südtangente, als neu entdeckter Agglomerationsraum für Gewer- be, diese beispielhafte Kritik zeigt nur, dass die CDU-Fraktion durchaus nicht mit allem einverstanden ist, was einer Mehrheit dieses Gemeinderates gerecht werden mag. Da sind wir bei einer dringenden weiteren Warnung. Ein Rahmenplan darf nicht zu einer ideologisch geleiteten Verhinderungsplanung werden. Freihaltetrassen heißt freihalten. Wir haben mehrfach darauf hingewiesen, dass wir In- nenverdichtung brauchen. Damit wird unser Problem des Fehlbestandes an Wohnraum aber nicht gelöst. Wir können nur einen Teil durch eine intensive Bautätigkeit auf der grünen Wiese erbringen. Diese Arrondierung beispielsweise in Neureut ist im Rahmen- plan mit Alternativen gut herausgearbeitet. Hier wird man mit der Stadtplanung weiter machen können. Klar ist, dass unser Wohnraumproblem nur gemeinsam mit der Region - 5 - in den Griff bekommen werden kann. Hier zeigt sich aber das Dilemma, dass der Rah- menplan in der Peripherie teilweise noch unscharf ist und leider alle Überlegungen an der Stadtgrenze enden. Wir sollten uns daher überlegen wie wir die Nachbargemeinden dafür gewinnen können, diesen spannenden Prozess einer Weiterführung des räumli- chen Leitbildes für die Region im engen Sinne mitzugehen. Wenn wir das offen, fair und auf Augenhöhe beginnen ist die CDU-Fraktion zuversichtlich. Das hat unsere Erfah- rung mit dem räumlichen Leitbild gezeigt. Schon der Planungsprozess ist wichtig, das übereinanderlegen verschiedener Teilrahmenpläne fördert die Chancen aber auch die Konflikte stadtplanerischer Entwicklung unserer Stadt zu Tage zu fördern. Dieser Effekt ist ein Stück weit mit dem integrierten Stadtentwicklungsprozess vergleichbar. Das räumliche Leitbild ist so gesehen das Werk der Planer, das Werk der Verwaltung, die erheblich bei der realitätsnahen Ausformung mitgewirkt hat. Es war streckenweise eine Kunst, weshalb ich die vorliegende Ausfertigung des räumlichen Leitbildes durchaus als Gesamtkunstwerk bezeichnen möchte. An dieser Stelle bedankt sich die CDU-Fraktion für die sehr intensive Bearbeitung durch die Verwaltung. Das räumliche Leitbild ist ein wichtiges Fundament für weitere Pla- nungsstufen. Wenn gleich und darauf legt meine Fraktion größten Wert nichts in Stein gemeißelt ist. Stadtrat Zeh (SPD): Das räumliche Leitbild ist bereits ein Auftrag gewesen des inte- grierten Stadtentwicklungsprozesses Karlsruhe, das wir uns heute tatsächlich so erfül- len. Für mich hat auch die Diskussion schon 2010 begonnen, als die Architektenschaft darauf kam, wir müssten als Stadt Karlsruhe wie jedes Mal zum Stadtjubiläum auch eine Stadtausstellung bringen. Für mich war der erste Höhepunkt in diesem Prozess, den wir heute abschließen, die Ausstellung im Prinz-Max-Palais, mit den 10 Fragen an Karlsruhe, wo das, was wir immer schon gefühlt haben, dieses Dilemma z. B. diese Banane, wie es dann bezeichnet worden ist, entlang der Südtangente, die unkoordiniert gewachsen, auch in die Jahre gekommen ist und die tatsächlich überplant werden muss. Ich glaube, dass es der richtige Zeitpunkt für das räumliche Leitbild war. Wir sind mit unseren Konversionsgeländen Knielingen, Neureut oder auch die Südstadt Ost am En- de, und wir müssen jetzt weiterdenken, wie können wir jetzt die Stadt weiter entwi- ckeln? Ich muss zugeben, als die drei Planerwerkstätte unter großer Beteiligung der Öffentlichkeit erstmals ihre Ideen für Karlsruhe vorgestellt haben, als dann ein Büro die Hälfte des Oberwaldes abgeholzt hat, bin ich teilweise erschrocken, und habe gedacht, wo kommen wir denn da hin. Aber ich glaube, diese Planerwerkstatt die dann die Idee zusammengeführt hat, weiterentwickelt hat, ist zu einem guten Ergebnis gekommen. Wir müssen uns mit Zuwachs in Karlsruhe beschäftigen, mit Klimawandel, auch wenn das manche Leute hier im Hause leugnen und zusätzlichem Wohnen, um im neuen Jahr, wenn wir den Flächennutzungsplan „Wohnen“ weitermachen, hier auf solche Ergebnisse zurückgreifen zu können. Wie im Planungsausschuss diskutiert, sind die Pro- zesse nicht in Stein gemeißelt, sondern in Anbetracht der jeweiligen Entwicklung, konk- ret nochmal geplant werden müssen. Wir sehen, wo wir suchen müssen, wo wir etwas entwickeln können und machen nicht willkürliche Bebauungsgebiete irgendwo. Die wichtige Idee der Freihaltetrasse ist durchaus ein Konzept, wir müssen Klimaanpassung machen. - 6 - Das zeigt deutlich wie die Ideen in der Stadtverwaltung gehen. Sicherlich sind auch ein paar visionäre Geschichten drin, diese Überdeckelung der Südtangente für weitere Ge- werbegebiete und die Adressbildung an der Südtangente. Ich weiß, es ist sehr schön zwischen Beiertheim und Bulach diese Überdeckelung zu haben, aber nachträglich et- was zu machen, ich befürchte, dass ich das nicht erleben werde, dass es nicht ist. Das räumliche Leitbild ist eine Richtschnur eine Entwicklungsachse, wo wir hingehen. Wir haben schon bei der DM und Ikea, was als Freihaltemöglichkeit gewesen ist, verlas- sen. Frau Karman-Woessner hat den Technologiepark angeführt, hier sind wir bei der Norderschließung des Technologieparks auch ein Stück weiter wie wir diskutiert haben. An für sich ist der Antrag der AfD gar nicht Wert, dass man darauf eingeht. Bürgerent- scheide haben sie noch nicht erlebt, da nehme ich Rücksicht, weil siw nicht wissen, dass es so nicht geht auf Stadtteilebene. Ich habe mich aufgeregt bei der Begründung, Seite 2 es fängt etwa im drittletzten Abschnitt an. „Die Stadtverwaltung und der Gemeinde- rat sind in erster Linie den hier in Karlsruhe lebenden Bürgern verpflichtet.“ Das ist so nicht wahr. Sie sollten sich an ihren Eid erinnern, sie sind dem Wohle Karlsruhes ver- pflichtet. Und letztendlich auch weiter, der Melde-Zuzug ist allein in der Gruppe der Ausländer zu sehen d. h. es ist hier die Ideologie Karlsruhe für Karlsruhe oder Deutsch- land den Deutschen. Es ist hier schon ein rassistischer Antrag, der hier im Gemeinderat eingebracht wird. Ich finde es eine Unverschämtheit, wir werden das ablehnen, aber diese Worte muss ich jetzt doch deutlich sagen. Wir werden am Donnerstag noch das Finale zusammen mit den Bürgen machen, wo wir den Prozess, insgesamt machen. Der räumliche Leitbildprozess war ein guter Prozess der uns planerische Diskussion durchaus erlaubt hat voranzubringen, und ich glaube schon beim Flächennutzungsplan „Woh- nen“ sehen wir, dass die Ergebnisse auch fruchtbar sind. In diesem Sinne nehmen wir den Gesamtprozess positiv zur Kenntnis und stimmen dem auch zu. Stadtrat Honné (GRÜNE): Nach langer Zeit und extrem viel Arbeit ist ein großer Pro- zess zu einem vorläufigen Ende gekommen. Für die Grüne Fraktion danke ich allen, die daran beteiligt waren. Es war wirklich sehr viel Arbeit die man sich da gemacht hat. Am Anfang begann es recht theoretisch mit wenig konkretem Inhalt. Einen konkreten Inhalt hatte Herr Zeh gerade genannt, dass Wald abgeholzt werden sollte. Da dachte ich schon, was wird denn das? Aber im Laufe des Prozesses wurde es dann immer konkre- ter, immer besser und bei dem, was am Ende hier rauskommt, bin ich wirklich begeis- tert, was jetzt daraus geworden ist. Unter anderem dadurch, dass die Bevölkerung und die Politik eingebunden war und die Verwaltung immer mal den Experten gesagt hat, was denn in Karlsruhe wichtig oder auch weniger wichtig ist. Wir als GRÜNE können ganz besonders zufrieden sein, weil vieles von dem was hier als die Hauptstoßrichtung angegeben ist, fast wörtlich aus unserem Parteiprogramm abgeschrieben sein könnte. Das ist eben genau das, was wir immer gefordert haben und genau das steht jetzt in einem offiziellen Papier drin. Da können wir natürlich nicht meckern. Erst mal der Kern- punkt „Keine Ausweitung auf die grüne Wiese“ ist das was wir immer wieder sagen. Stattdessen Innenverdichtung, nicht nur dadurch, dass man Grünflächen in der Stadt zubaut, sondern dass man höher baut, wenn sowieso abgerissen wird, und man dadurch mehr Wohnungen unterbringt. Insgesamt muss es natürlich verträglich sein. Da müssen wir immer schauen in der Abwägung, was ist jetzt noch sinnvoll? Wie viel kön- nen wir bauen, so dass Karlsruhe trotzdem liebenswert, eine grüne Stadt, eine sozial - 7 - gerechte Stadt und eine vielfältige Stadt bleibt. Auch das sind Ziele, die hier in dem Plan offiziell festgeschrieben wurden. Es geht um die Anpassung an den Klimawandel, na- türlich genau unsere Richtung, um die Stadt der kurzen Wege, sie wurde auch als Fünf- Minuten-Stadt genannt. Im Moment heißt es jetzt in der Überschrift „Urbane Nähe“ aber das sagt aus, man soll auch ohne Auto auskommen können und trotzdem mit al- lem versorgt sein. Nicht zuletzt auch das „Dynamische Band“ als eine Stoßrichtung, in der die Gewerbegebiete optimiert werden sollen. Auch das ist, was wir schon immer anmahnen. Viele Dinge können wir als Gemeinderat nicht ganz würdigen. Es ist z. B. in der Verwal- tung sehr um einzelne Grenzen gerungen worden. Wo muss jetzt die Grenze sein? Das können wir gar nicht würdigen, weil wir das gar nicht so genau anschauen können. Das wird sich erst in der Zukunft zeigen, wenn man darauf aufbaut, was da an Arbeit geleis- tet wurde. Dann wurde uns mehrfach die Frage gestellt, wie verbindlich ist das was da beschlossen wird in dem räumlichen Leitbild? Die Antwort ist klar, über die einzelnen Baugebiete wird hier nicht beschlossen. Das müssen wir in einem separaten Prozess leisten, vor al- lem wenn es um den Flächennutzungsplan 2030 Wohnen geht. Darüber wird heute nicht beschlossen, auch wenn hier Flächen in diesen Zeichnungen eingezeichnet sind. Es geht viel mehr um die Stoßrichtung, um die Ziele, auf die wir uns hier festlegen und die vor allem die Verwaltung bei ihren weiteren Planungen nachher zu berücksichtigen hat. Der Gemeinderat kann abweichen von dem was festgelegt wurde. Wenn er davon abweicht, wird man sehr genau begründen müssen, warum man denn abweicht, was denn das Neue ist, gegenüber dem, was wir hier beschlossen haben. Von den 16 Vorhaben, die da konkret genannt werden, möchte ich ganz wenige expli- zit ansprechen. Zum einen geht es um die Zukunft Innenstadt. Es geht darum die Chan- cen der Kombilösung auszunutzen. Wenn wir schon so viel Geld ausgegeben haben, dann sollte man wenigstens auch noch drum herum das als Chance nutzen die Innen- stadt noch weiter aufzuwerten, wenn schon mehr Platz da ist. Die Klimaanpassung im Quartier ist uns ganz wichtig. Die Gewerbegebiete optimieren, da haben wir das Problem, es wurde angesprochen dieses REGEKO in Grünwinkel, das wird irgendwann auch irgendwann zum Ende kommen, aber es ist nur ein Gewerbege- biet, es müssten viele andere auch noch überplant werden. Ich habe auch gehört, bei diesem REGEKO die Gewerbetreibenden wollten höher bauen. Es ist nach dem Bebau- ungsplan nicht erlaubt, und dadurch haben sie dann mehr Fläche benutzt als eigentlich nötig gewesen wäre, weil der Bebauungsplan es nicht hergibt. Da müsste dringend insgesamt auch an den Bebauungsplänen gearbeitet werden, dass größere Höhen, so- weit sie eben verträglich sind, auch zugelassen werden. Natürlich auch das Mobilitätskonzept für Quartiere und die Nachbarschaftszentren ist das was wir sehr gerne haben würden. Im Plan wird auch genannt, es wird Personal nötig sein, um das umzusetzen. Da müssen wir schauen, was ist machbar in angesichts der Haushaltssituation, ob man nicht auch wirklich zusätzliche Stellen schaffen kann, um diese Umsetzung dann in vernünftigen Zeiten durchführen zu können. - 8 - Fazit, wir sind begeistert vom neuen Rahmenplan, weil er genau die richtigen Schwer- punkte setzt, wie mehr Wohnraum geschaffen werden kann und gleichzeitig die grüne, lebenswerte Stadt erhalten oder sogar verbessert wird. Das ist bei allen weiteren Pla- nungen unbedingt zu beachten. Zu dem Antrag vom Bürgerentscheid, Herr Zeh hat schon genannt, dass da einige Aus- fälle drin waren, die nicht ganz glücklich sind und klar ist, stadtteilweise Bürgerent- scheide sind nicht zulässig. Aus gutem Grund. Stattdessen hat die Verwaltung die Bür- gerbeteiligung schon gemacht und wird sie auch weiter fortsetzen. Das ist genau die richtige Art. Wenn man jemanden fragt, willst Du neben deinem Haus ein anderes ha- ben, wo bisher eine grüne Wiese ist, dann ist klar was alle antworten. Mir wäre natür- lich auch lieber, dass neben meinem Haus eine grüne Wiese bleibt, aber wir als Ge- meinderäte müssen letztendlich die Verantwortung übernehmen und abwägen, wie viel ist noch machbar an zusätzlicher Bebauung und was ist nicht machbar. Vorher kann man sich die Info aus den Bürgerversammlungen holen. Das ist genau der richtige Weg. Stadtrat Dr. Fischer (KULT): Wer, wenn nicht wir? Wer, wenn nicht Karlsruhe? Denn wir sind doch die Planstadt in Deutschland. Und Planstadt diesen Begriff meine ich nicht nur retrospektiv, mit wir sind die geplante Stadt, dem berühmten Fächergrundriss. Nein wir sind auch die Stadt, die plant, die aktiv für die Zukunft vorsorgt. Von daher gesehen kann man nur sagen, dieser Rahmenplan ist ein ganz schöner Wurf. Wir planen ja, um die Entwicklung für die Zukunft zu steuern. Sowohl die Entwicklung die wir selbst be- einflussen können, wie z. B. wo wir in Zukunft Wohngebiete ausweisen, aber auch z.B. um Investoren zu sagen, da hätten wir euch gerne und da nicht. Das hat sich in der Vergangenheit schon bezahlt gemacht. Das Beispiel welches wir an der Durlacher Allee erleben, ist auch das Ergebnis eines ge- planten Prozesses, dass man gesagt hat, die Durlacher Allee ist ein Stadteingang und den müssen wir entwickeln. Es hat funktioniert, also haben Rahmenpläne auch eine gewisse Sinnhaftigkeit. Wenn ich jetzt sage, der Rahmenplan des räumlichen Leitbilds hat sich ganz schön gemacht, zentimeterdick, wenn ich mir überlege, das Ganze hat angefangen mit den berühmten 10 Fragen, mit einer relativ unausgegorenen, unklaren Geschichte, dass man irgendetwas beitragen will zum Stadtgeburtstag und am Schluss kommt so etwas raus. Alle Achtung muss man sagen, da ist etwas passiert. Ich will an eine Überschrift aus der Bauwelt erinnern, die damals gesagt hat, eine Art skeptischer Begeisterung, dass die sich das trauen, weil es in Deutschland überhaupt nicht mehr üblich ist, große Leitbilder für Stadtplanungen aufzustellen. Es hat sich irgendwie verlo- ren, auch typischerweise vor dem Hintergrund das Investoren kommen, die sowieso alles kaputt machen. Aber wir haben uns getraut und da war eben eine gewisse skepti- sche Begeisterung auch bei der Fachpresse zu spüren. Wenn man jetzt so ein Buch hat, dann wäre es schade, wenn das Buch nachher nur im Regal steht. Jedenfalls wäre es mir zu wenig, angesichts der enormen Arbeit die da drin steckt. Darum geht es in mei- nem Redebeitrag, wie kann man sichern, dass dieses räumliche Leitbild nicht nur ein schöner Briefbeschwerer oder ein schöner Bestandteil eines Regales ist? Dann will ich einen Vergleich ziehen zu unserem integrierten Stadtentwicklungskonzept und zu unserem Kulturkonzept oder auch dem Verkehrsentwicklungsplan. Das sind al- les Rahmenpläne mit denen wir versuchen, Politik in längere Linien zu gießen. Politik ist - 9 - ein Begriff auch für die Verwaltung, also einfach für Entwicklungen auf lange Sicht zu steuern. Aus meiner Sicht, hilft nur eine stete Fortschreibung. Nichts ist ewig, alles muss dyna- misch sein und das Negativbeispiel für mich, ist zum Beispiel der Schneider-Plan aus 1926. Da wurden Ideen festgeschrieben, und diese hat man dann jahrzehntelang nicht mehr hinterfragt. Das geht nicht. Man muss wirklich auch weiter denken. Ein Modell- prozess innerhalb der Stadtverwaltung, wie man so etwas hinbekommen kann, dass es sich auch wirklich durchträgt über Legislaturperioden hinweg, ist z.B. der heute von der Tagesordnung, aber nicht aus dem Gedächtnis und nicht aus der Sinnhaftigkeit ver- schobene IQ-Prozess. IQ-Prozess, den der Herr Oberbürgermeister mit seinen Adlaten rechts und links von ihm eingebracht hat, diesen Prozess übersetze ich mit intelligentem Querprozess. Das heißt für mich, wir wollen diese Themen und diese spielen alle mit in dieses räumli- che Leitbild herein. Wenn ich nenne: Zukunft Innenstadt, Soziale Stadt, Wirtschafts- und Wissenschaftsstadt, Grüne Stadt, Mobilität - ist alles damit verbunden und auch das Thema moderne Verwaltung, weil das ist die Grundlage ist, so ein Leitbild umzuset- zen. Was ich auch für meine ganze Fraktion absolut bewundernd zur Kenntnis genom- men habe, war das z. B. der Flächennutzungsplan das räumliche Leitbild jetzt schon wiederspiegelt. Das da eben die ganz großen Linien mit übernommen wurden. Was aber weder das räumliche Leitbild oder der Flächennutzungsplan oder sonstige Planungsprozesse lösen können, ist, dass wir eine begrenzte Gemarkungsfläche haben. Wir werden damit die Stadt Karlsruhe nicht größer machen. Was sind nun die Aufga- ben für die Zukunft vor diesem Hintergrund? Aus meiner Sicht müssen wir auch zukünf- tige Entscheider überzeugen sich diesem Rahmenplan, diesem räumlichen Leitbild anzu- vertrauen. Ich sehe es in meiner eigenen Fraktion, da sind drei Mitglieder dabei, die ha- ben den Entstehungsprozess gar nicht mitbekommen. Das sehe ich in anderen Fraktio- nen auch. Jeder von denen muss mitgenommen werden, nach der nächsten Kommu- nalwahl gibt es hier evtl. ein komplett neues Gesicht, und die müssen es dann einsehen, dass es sinn macht, die guten Teile mitzunehmen und das Ding dann fortzuschreiben. Vor diesem Hintergrund möchte ich mich erst mal bei allen Kolleginnen und Kollegen hier aus dem Haus bedanken, die sich an diesem sehr anstrengenden Prozess über Mo- nate hinweg beteiligt haben. Ich möchte allen Fachverständigen, fremden Autoren, Ide- engebern und Begleitern danken, die sich an diesem räumlichen Leitbild beteiligt ha- ben. Es ist eine ganze Seite voll mit Menschen die sich massiv eingebracht haben. Es gab noch viel mehr, die da gar nicht stehen. Ich möchte dem Stadtplanungsamt dan- ken, stellvertretend für alle anderen Ämter, die sich eingebracht haben in das räumliche Leitbild. Zum Schluss auch eine Art beinahe Schlusswort in diesem Gremium: Ich ver- binde mit dem räumlichen Leitbild, die Hoffnung, die ich genauso aber auch in den in- tegrierten Stadtentwicklungsprozess oder in andere Rahmenpläne setze, es möge etwas von unserer, von meiner politischen Arbeit den folgenden Entscheidern helfen gute zu- künftige Entscheidungen zu treffen. Ich werde es auf jeden Fall beobachten. - 10 - Stadtrat Hock (FDP): Das räumliche Leitbild welches uns hier in gedruckter Form vor- gelegt wurde, ist die lange Geschichte mit vielen Beteiligten, vielen Workshops und vie- len Stunden, die verbracht wurden um dieses zu erstellen und uns für die nächsten Jah- re eine Richtung vorzugeben. Wer in vielen Workshops dabei war und mit der Bevölke- rung in diesen Themen sich in vielen Punkten zusammenraufen musste, weiß dass nicht alles ganz locker lief, dass ist auch klar. Es wurde hier schon angesprochen wenn die grüne Wiese vor dem Haus nicht mehr da ist, dann wird es für die Leute natürlicher- weise auch problematisch. Wir wissen unsere Stadt wächst, jedes Jahr aufs Neue. Wir wissen dass uns Wohnraum fehlt und wir müssen als Stadtrat der für diese Stadt Ver- antwortung übernommen hat, auch Verantwortung tragen und Entscheidungen tref- fen. Meine Fraktion wird heute dieses Heft so gerne mitnehmen und auch positiv begleiten, aber wir werden auf jeden Fall uns in Zukunft nicht in Ketten legen lassen wollen. Eines muss klar sein, im Endeffekt müssen wir auch in der Fortschreibung Flächennutzungs- plan Wohnen etc. wichtige und tragfähige Entscheidungen für die Bevölkerung treffen, weil nichts Schlimmeres als dass wir wunderbare Ausarbeitungen haben und wir dann Grabenkämpfe vor Ort in den Stadtteilen kämpfen müssen. Das dürfen wir nicht zulas- sen. Wir müssen die Bevölkerung in diesem tragfähigen Konzept der Entwicklung unse- rer Stadt, mitnehmen. Ich gebe ein Beispiel, es wurde hier heute zweimal angesprochen, das sieht meine Frak- tion und die Zählgemeinschaft im Übrigen ähnlich, es wurde vorgegeben, Waldflächen abzuholzen. Da muss ich ganz ehrlich sagen, wir haben schon Grabenkämpfe geführt wo es um einzelne Bäume ging, und wir werden, das kann ich für die FDP-Fraktion de- finitiv sagen, wir werden bei keinem, auch keinem angedockten Flächennutzungsplan Wohnen, mitstimmen, wenn es in unserer Stadt um Waldflächen geht. Da werden wir und das kann man heute auch zu Protokoll nehmen, da werden wir auf keinen Fall mitmachen. Wenn ich jetzt mal die Waldstadt rausnehme, dort hat der Workshop einiges ergeben. Die großen Parkgaragenflächen, die es dort gibt, die muss man bewerten. Es gibt Flä- chen, wo man die Häuser vielleicht auch noch nach oben bauen kann. Das ist ein The- ma, was meiner Fraktion immer wichtig war, dass man in die Höhe baut, dass man Neubauten erstellt. Alles dies, werden wir tun müssen. Dieses räumliche Leitbild gibt uns Eckpfeiler in verschiedenen Gebieten, wo wir sagen, jawohl, dass ist mit uns so ab- gesprochen und da können wir auch mitgehen. Für unsere Fraktion ist es das Wichtigste, dass wir in der Entscheidung, welche in den nächsten Jahren auf uns zukommt, das in einem großen Konsens mit der Bevölkerung zusammen abbilden, weil ich in gewissen Punkten, die darin stehen, schon ein wenig Bauchschmerzen habe. Da sind Sachen dabei, die können wir meines Erachtens so nicht in die Umsetzung bringen. Nichtsdestotrotz, wir danken den ausführenden und han- delnden Personen, die dieses erstellt haben. Ich habe das mal alles versucht durchzule- sen und mir alles gründlich anzuschauen, dann muss man ganz ehrlich sagen, was hier erarbeitet wurde, ist sensationell. Es ist keine Selbstverständlichkeit und für die Stadt Karlsruhe ein Aushängeschild. Deshalb herzlichen Dank, dass dieses so in dieser Form an uns gebracht, uns erklärt wurde und wie die Bevölkerung in den Workshops mitge- - 11 - nommen wurde. An die Planer bitte auch einen Dank, die haben das hervorragend ge- macht. Abschließend, das räumliche Leitbild wird uns in den nächsten Jahren begleiten, aber wird meine Fraktion nicht in Ketten legen. Wir werden streiten über einzelne Dinge die dann auf uns zukommen. Wir haben auch schon, - der Kollege Pfannkuch hat es schon gesagt, er möchte es zu Protokoll nehmen -, auch meine Fraktion und die Zählgemein- schaft hat hier schon Dinge zu Protokoll gegeben, die mit uns nicht gehen. Deshalb, wir werden die nächsten Jahre abwarten, werden zusammen erarbeiten was möglich ist. Eines steht im Vordergrund, die Leute die zu uns kommen, die brauchen Wohnraum, die müssen von uns bedient werden, die dürfen wir nicht im Regen stehen lassen. Stadtrat Dr. Schmidt (AfD): Die Aufregung von Herrn Zeh kann ich nicht so ganz ver- stehen. Ich habe nur die kleine Bevölkerungsprognose 2035 zitiert, die wir letztes Mal hier besprochen haben und dort steht es einfach so drin. Da steht es drin, ich habe nur das zitiert was da steht. Auch die Begriffe sind von mir nicht so gewählt, da steht drin, dass seit 2014 jährlich rund 4000 Menschen aus dem Ausland zuziehen und dass dage- gen netto aus Karlsruhe 11000 Karlsruher hingegen ins Umland wegziehen. Da habe ich gesagt, dass kann es nicht sein. Wenn das der Zustand ist, dann müssen wir daran etwas tun. Ich denke auch oder wir als AfD denken auch, dass das räumliche Leitbild durchaus einige gute Aspekte hat und insgesamt sicher eine gute Sache ist. Wir danken auch allen die daran beteiligt sind. Allerdings muss man auch einschränkend sagen, Frau Prof. Dr. Karmann-Woessner, Sie und ihre Kollegen sind Architekten und wollen bauen. Nicht jeder Bürger will, dass sein Viertel verändert wird. Das muss man auch irgendwo festhalten. Ganz ehrlich muss man auch sagen, was Sie als Bürgerbeteiligung bezeichnen, sind letztendlich Marketingveranstaltungen, wo die Ideen der Architekten der Bevölkerung nahe gebracht werden sollen. Vielen Leuten ist gar nicht bewusst, beispielsweise denen die in der Heidenstückersiedlung wohnen, dass Sie mit diesen Vorschlägen die da drin stehen und die schon sehr konkret sind, in ihrem Viertel eine Nachverdichtung planen. Das ist jetzt über sehr lange Zeit, es ist 1936 gebaut worden, so erhalten worden, wie es eben ist, mit vielen Regeln die eben Aufrecht erhalten wurden. Wo sich, zwar die Leute darüber aufgeregt haben, was aber dazu beigetragen hat, dass der Charakter dieser Siedlung erhalten wurde. Nicht jeder, der von so einer Maßnahme, von so einer Nachverdichtungsmaßnahme nachher betroffen ist, wird sich darüber freuen. Das sieht man ja auch beispielsweise im Geigersberg und bei den Karlsruher Höhenstadtteilen auf der Seite 56, wo sie die Verdichtungspotenziale gut dargestellt haben. Dort ist das Ver- dichtungspotenzial aufs Stadtgebiet im relativen Vergleich gesehen, sicher am Größten. Da haben es die Leute geschafft, dass eben kein Verdichtungsprojekt geplant ist, dass eben diese Verdichtung abgewendet wurde. Sie erscheint hier auch nicht. Von dieser Denke her kommend sagen wir, was für die Leute im Geigersberg gilt, muss für die anderen Stadtteile genauso gelten. Sie müssen die Möglichkeit haben, in dem Bereich des Konzepts, was Sie entwickelt haben, es bei sich durchzusetzen oder eben - 12 - nicht. Sie müssen ein Mitspracherecht haben. Wenn es da nicht möglich ist, dass man einen Bürgerentscheid auf einzelne Viertel oder auf einzelne Stadtteile durchführt wird, wäre es nett, wenn Sie mir sagen könnten als Verwaltung, inwieweit wir Bürgerent- scheide machen können, die natürlich dann auf die einzelnen Maßnahmen bezogen sein müssen. Das ist das Problem, viele Bürger, sehen, da gibt es ein neues räumliches Leitbild, aber sie fühlen sich davon nicht betroffen. Das wissen wir ja. Erst dann, wenn sie merken, es betrifft mich und meine Umgebung werden sie überhaupt erst aktiv. Deswegen waren wir der Meinung, dass ein Bürgerentscheid die richtige Maßnahme wäre. Dann wissen die Bürger, jetzt geht es um mein Viertel, jetzt geht es um meinen Stadtteil, und des- wegen ist auch unser Änderungsantrag dementsprechend geschrieben. Es gibt zwei Rubriken unter denen Nachverdichtung angestrebt wird. Das ist zum ein- mal „Mehr Wohnen“ und zum anderen „Bestehende Quartiere weiterentwickeln“. Wir sind der Meinung, dass die Viertel die davon betroffen sind, Mitspracherecht haben soll- ten. Man muss auch festhalten, dass die äußeren Stadtteile, die ein eigenes Parlament haben, die eigene Vertreter haben, deutlich besser ihre Interessen hier im Gemeinderat durchsetzen können. Während die Stadtteile, bei denen es eben nicht so ist, die Teil der Gesamtstadt sind, da einfach Schwierigkeiten haben. Das ist auch eine gewisse Unge- rechtigkeit die behoben werden müsste. So gesehen ist die Planung gut, aber die Be- völkerung muss vor Ort die Möglichkeit haben, zu entscheiden und nicht nur die Mög- lichkeit an Marketingmaßnahmen teilzunehmen. Stadtrat Kalmbach (GfK): Zuerst möchte ich mich recht herzlich bedanken für das Weihnachtsgeschenk, Frau Karmann-Woessner. Das ist ein hervorragendes Geschenk, ich bin sehr begeistert von diesem Werk. Ich bin ein paar Jahre jetzt dabei und habe schon viele Werke gesehen, aber selten so ein reifes Werk. Ich bin wirklich sehr angetan und muss sagen, ich freue mich darüber, was daraus geworden ist. Es war ein ausge- sprochen schwieriges Unterfangen, es war nicht leicht. 2010 kann ich mich erinnern, ich war hier im Gemeinderat, haben wir diskutiert, es gab keine Einheit, dass wir so etwas überhaupt brauchen. Da war überhaupt keine Über- zeugung, dass wir im Gemeinderat eine Leitlinie brauchen. Da haben wir gedacht, da könnte man doch sparen. Können Sie sich daran erinnern? Ich bin ausgesprochen dankbar, und das ist meine Würdigung an Eberhard Fischer. Damals hat er als einer der wenigen ganz klar gesagt, wir brauchen als Stadt eine Perspektive, wir brauchen Leitli- nien, wir brauchen einen Rahmen an dem wir uns für die Zukunft orientieren können. Es hat wirklich viel gebraucht bis der Gedanke sich durchgesetzt hat. Ich bin ehrlich ge- sagt immer etwas skeptisch, wenn die Stadt anfängt komplexe Werke zu machen. Wie das hier gelungen ist, komplexe Sachverhalte zusammenzuführen und wirklich so dar- zustellen, dass es nachvollziehbar ist, auch für uns, finde ich hervorragend gelungen. Dieser Gedanke der verschiedenen Flughöhen kann man wirklich nachverfolgen. Die verschiedenen Grundgedanken wie die Durchzählung von der Abstraktion zur Konkre- tion, das ist hervorragend gelungen, ein pädagogisch gutes Werk. Es ist in der Tat kein Werk das man ins Bücherregal stellen soll. Es ist ein Werk das man verinnerlichen muss, da sollte man immer wieder mal reinschauen, wenn man dran ist, so dass es wirklich ins Leben kommt. - 13 - Ich stimme mit dem Stadtratskollegen Hock natürlich überein, ein Leitbild ist keine Kon- kretion für das Waldstück oder für ein Flächenstück. Ein Leitbild bedeutet, wir haben eine Orientierungsmarke und das muss sich dynamisch entwickeln, muss sich dynamisch verändern. Deswegen beschließen wir heute ein Werk das Raum gibt für Entwicklung und auch eine Linie als Richtung/Zielpunkt vorgibt und deshalb freue ich mich darüber. Ich wünsche, dass es uns gelingt, den Spirit dieses Werkes wirklich umzusetzen. Stadtrat Wenzel (FW): Wir Freien Wähler, ich denke, dass sehen auch die Mitglieder unserer Zählgemeinschaft so, sehen das vorliegende räumliche Leitbild Karlsruhe als Orientierungsrahmen und nicht als festgelegter Einzelmaßnahmenkatalog, der verbind- lich auf punktgenaue Realisierung pocht. Auch wenn das räumliche Leitbild als schlüssi- ger und räumlich getragener Rahmenplan gesehen werden kann, da stimme ich Ihnen Herr Oberbürgermeister und Ihren Worten zu, werden einzelne konkrete Maßnahmen noch intensiver diskutiert werden müssen, teilweise sogar verworfen werden müssen. Die Zeit wird es aber zeigen, wir sind im Wandel und ich denke auch dieses Leitbild ist fähig sich zu ändern und zu wandeln. „Stadt neu denken“ war eines der Schlagwörter des Entstehungsprozesses des räumlichen Leitbildes. Vieles darin ist gelungen, dafür gebührt allen Beteiligten, den Bürgern, den Mitarbeitern der Stadt und vor allem der Stadtverwaltung mein ausdrückliches Lob. Mein Kollege Kalmbach hat es auch gesagt. Es ist ein spannender Prozess gewesen, und ich denke, er ist noch nicht 100% abgeschlossen. Einiges bedarf noch eingehender Nachjustierung, aber dies ist auch in der Beschlussvorlage ausdrücklich so vorgesehen. Da wende ich mich an Herrn Dr. Schmidt, und lese mal im Absatz der Beschlussvorlage vor: „Das räumliche Leitbild stellt den Rahmen für die zukünftige räumliche Entwicklung der Stadt dar. Die schrittweise Konkretisierung des Vorhabens wird weitere Diskussio- nen erfordern um die Aufgaben zu Priorisieren und Konfliktpunkte auszuloten, als Bei- spiel die Entwicklung in Neureut. Dort wird die endgültige Ausformung der Bauflächen sowie der Freiflächen in einem gesonderten Verfahren noch ausdiskutiert.“ Unter dieser Zusage sehe ich den Änderungsantrag der AfD als erledigt an, rechtlich wäre dieser zum heutigen Zeitpunkt sowieso nicht zulässig gewesen. Im Dialog mit dem Bürger und Bürgerinnen unsere Stadt und den Anwohnern konkre- ter Baufelder werden sicherlich auftretende Zielkonflikte offen diskutiert werden müs- sen. Unsere Zählgemeinschaft wird bei etlichen Flächenversiedelungswünschen ihr Veto einlegen. Mein Kollege Thomas Hock hat es bereits angekündigt, im Großen und Gan- zen ist das vorliegende Werk eine hervorragende Diskussionsgrundlage und ein Orien- tierungsrahmen, dem ich gerne heute meine Zustimmung geben werde. (Zuruf Stadtrat Dr. Schmidt/AfD) Der Vorsitzende: Ich werde Ihnen jetzt nicht erklären, wie Sie Bürgerbeteiligungen organisieren müssen. Das können Sie gerne im Fachausschuss oder anderswo bespre- chen. Ihr Antrag, so wie er da liegt, ist jedenfalls nicht zulässig, also die Umsetzung ist nicht zulässig, und wir stimmen jetzt erst mal darüber ab. Die Verwaltung schlägt Ihnen Bürgerbeteiligung vor, das machen wir auch bei jedem Prozess. Wenn Sie darüber hin- - 14 - aus weiterreichende Ideen haben, können Sie die jederzeit einbringen, zumal wir noch gar nicht in der Konkretisierungsphase sind. Stadtrat Dr. Schmidt (AfD): Dann lassen Sie uns abstimmen. Der Vorsitzende: Das ist, glaube ich, ein sehr vernünftiger Vorschlag. Dann kommen wir sofort zu unserer Beschlussvorlage und ich bitte dann um das entsprechende Votum ab jetzt - das ist eine überdeutliche Mehrheit. Ich denke, es ist schon soviel Lobendes gesagt worden, an die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Verwaltung, so dass ich das gerne nochmal wiederholen möchte, mit der Bitte es auch wirklich an alle weiter- zugeben, die vor Ort beteiligt waren - das gilt für die Bürgerinnen und Bürger, die Bür- gervereine und wer da alles daran beteiligt war. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten