Studie "Reload Technologiepark"
| Vorlage: | 2016/0575 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 06.10.2016 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Stadtplanungsamt |
| Erwähnte Stadtteile: | Durlach, Hagsfeld, Oststadt, Rintheim, Waldstadt |
Beratungen
- Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 25.10.2016
Rolle: Entscheidung
Ergebnis: mehrheitlich beschlossen
Zusätzliche Dateien
-
Extrahierter Text
Stadt Karlsruhe Stadtplanungsamt Technologiepark karlsruhe reload Vorabzug, Stand 26. September 2016 2 | Technologiepark karlsruhe reload Vorabzug stand: 26. september 2016 Auftraggeber s tadt karlsruhe, stadtplanungsamt stadt karlsruhe, Wirtschaftsförderung Technologiepark karlsruhe gmbh Auftragnehmer as&p – albert speer & partner gmbh hedderichstraße 108 – 110 60596 Frankfurt am Main www.as-p.de Bearbeitung: s tefan k ornmann ( projektkoordinator) Jacqueline dilger, annette hahn-schütz, Florian gieding (landschaftsplanung), Frederik lux (Verkehr), Jule Jahn (praktikantin) Frankfurt am Main, im september 2016 Schrägluftbild Titelseite © TPK Gmb h sTadTplanungsaMT | 3 TechnologiepArk kArlsruhe reloAd 4 | Technologiepark karlsruhe reload Vorabzug stand: 26. september 2016 inhalt 1 einführung ..................................................................................................................6 1.1 anlass und ziel ..........................................................................................................................................................6 1.2 arbeitsweise und projektstruktur ................................................................................................................................6 2 rAhmenBedingungen .................................................................................................8 2.1 städtischer kontext ....................................................................................................................................................8 2.2 die bedeutung des Technologieparks im kontext der Technologieregion .......................................................................9 2.3 ausgangslage Technologiepark ...............................................................................................................................10 2.3.1 bestand.......................................................................................................................................................10 2.3.2 bebauungsplan............................................................................................................................................10 2.3.3 entwicklungsplanungen ..............................................................................................................................11 2.3.4 leitbild nord, Vertiefungsbereich nord-ost ...................................................................................................12 2.4 erkenntnisse zukunftsworkshop und nutzerbefragung ..............................................................................................12 2.4.1 zukunftsworkshop .......................................................................................................................................12 2.4.2 nutzerbefragung .........................................................................................................................................13 3 szenArienenTwicklung ............................................................................................14 3.1 szenario 1 ...............................................................................................................................................................16 3.2 szenario 2 ...............................................................................................................................................................18 3.3 gegenüberstellung der szenarien ............................................................................................................................20 3.4 schlussfolgerungen für die erstellung der Vorzugsvariante ........................................................................................22 4 VorzugsVAriAnTe .....................................................................................................24 4.1 entwurfselemente ...................................................................................................................................................24 4.1.1 „T echnologie plaza“ – südliches entrée .......................................................................................................28 4.1.2 „Mobilitätszentrale“ – südliches entrée West ...............................................................................................29 4.1.3 „grüne spange“ – rhythmisierte bebauung am grünraum ...........................................................................30 4.1.4 „synergie plaza“ – interaktion kiT campus ost/Technologiepark ..................................................................30 4.1.5 „ kiT Feld“ ...................................................................................................................................................30 4.1.6 „Flex Felder“ ..............................................................................................................................................31 4.1.7 „Tpk Felder“ ..............................................................................................................................................32 4.1.8 „ schaufenster ost“ – a dresse zur haid-und-neu-straße ...............................................................................32 4.1.9 „ schaufenster nord“ ...................................................................................................................................33 4.2 städtebauliche k ennwerte ........................................................................................................................................34 sTadTplanungsaMT | 5 5 konzepTionelle grundprinzipien der VorzugsVAriAnTe ....................................38 5.1 urbanität und Work-life-balance ..............................................................................................................................38 5.2 zeitgemäße arbeitswelten ........................................................................................................................................40 5.3 Technologie und innovation .....................................................................................................................................41 5.4 Öffentlicher nahverkehr ...........................................................................................................................................42 5.5 Fahrradverkehr ........................................................................................................................................................43 5.6 erschließung und anbindung durch den Motorisierten individualverkehr ....................................................................44 5.7 parkierung ..............................................................................................................................................................46 5.8 e-Mobility ...............................................................................................................................................................48 5.9 Wandhöhen .............................................................................................................................................................49 5.10 straßenraum ............................................................................................................................................................52 5.11 nutzung des öffentlichen straßenraumes ..................................................................................................................54 5.12 dichte .....................................................................................................................................................................55 5.13 nutzung ..................................................................................................................................................................56 5.14 gebäudeformen .......................................................................................................................................................60 5.15 adressbildung und außenwirkung ...........................................................................................................................61 5.16 bauliche Visitenkarte ...............................................................................................................................................62 5.17 Werbeanlagen .........................................................................................................................................................63 5.18 Vernetzung ..............................................................................................................................................................64 5.19 grün- und Freiraum .................................................................................................................................................65 6 empfehlungen zum weiTeren Vorgehen ...............................................................68 6.1 Änderungsbedarf bebauungsplan .............................................................................................................................68 6.2 Verfahren ................................................................................................................................................................69 6 | Technologiepark karlsruhe reload Vorabzug stand: 26. september 2016 1.1 AnlAss und ziel Vor circa 20 Jahren wurde für die Ent- wicklung des Technologiepark Karlsruhe (TPK) ein Rahmenplan erarbeitet und da- rauf aufbauend ein Bebauungsplan be- schlossen. Bisher ist das Gelände jedoch nur zu circa 25 Prozent bebaut. Um den geänderten Rahmenbedingun- gen und Nutzeranforderungen Rech- nung zu tragen und das Profil zu schär- fen, wurde AS&P – Albert Speer & Part- ner GmbH mit der Studie „Technologie- park Karlsruhe Reload“ beauftragt, de- ren Ziel darin besteht, einen strategi- schen Rahmen für die Weiterentwick- lung des Areals in den nächsten 15 - 20 Jahren zu umreißen. Mit der Studie „Technologiepark Karlsruhe Reload“ soll ein Instrument geschaffen werden, wel- ches die Zukunft des Technologieparks Karlsruhe als bedeutenden Standort für Firmen aus dem Hightech-Sektor sowie deren Dienstleister definiert. Zu diesem Zweck wurden durch AS&P eine Vielzahl an Themengebieten inten- siv untersucht (Expansionsmöglichkeiten, Dichten, Verkehrsanbindung, Freiflä- chenstruktur, Infrastruktur, zugeordnete Dienstleistungen und so weiter) und er- gänzend die räumlichen und funktiona- len Bedürfnisse aktueller und künftiger Technologieunternehmen in Bezug auf Ansiedlungschancen und räumliche Ent- wicklungsmöglichkeiten im Rahmen ei- nes Zukunftsworkshops und einer Nutz- erbefragung geprüft. Darauf aufbauend wurden Verbesserungsvorschläge erar- beitet, um den Park attraktiver für aktu- elle und künftige Nutzer zu gestalten. Diese mündeten in Planungsvorschläge, die zu einer Vorzugsvariante verdichtet sind, aus der sich Änderungsvorschläge für die Bauleitplanung ableiten. 1.2 ArBeiTsweise und projekTsTrukTur Die Ausarbeitung der Studie erfolgte in einem circa neunmonatigen Prozess. Der Bearbeitungszeitraum erstreckte sich von November 2015 bis Juli 2016 und glie- derte sich in fünf Phasen: Erkundungsphase: Sichtung vorhan- dener Unterlagen, Analyse der räum- lichen, funktionalen und planungs- rechtlichen Gegebenheiten, Recher- che zu Vergleichsprojekten Konzeptfindungsphase: Analyse der Chancen und Probleme des beste- henden Technologieparks, Definiti- on und Festlegung von allgemeinen Grundprinzipien für die konzeptio- nelle Neuausrichtung Zwischenpräsentation im Planungs- ausschuss Vertiefungsphase: Erarbeitung von zwei Entwicklungsszenarien auf Basis der grundlegenden Neuausrichtung und im Abgleich mit den herausge- arbeiteten Entwicklungstrends der zukünftigen Arbeitswelten, Vertie- fung einer Vorzugsvariante im Hin- blick auf Baustrukturen, neue Dienst- leistungen/Nutzungen, Verkehrser- schließung, Grün- und Freiflächen- disposition sowie Realisierungspha- sen und Umsetzungsstrategie Nachber eitung und Dokumentations- phase: Abstimmung und Vertiefung der Vorzugsvariante und Erstellung der vorliegenden Broschüre 1 einführung abb. 1: oben Schrägluftbild © TPK Gmbh sTadTplanungsaMT | 7 Gesamtverfahren, gab Rahmenbedin- gungen vor und traf grundlegende Ent- scheidungen zur weiteren inhaltlichen Ausrichtung der Studie. Darüber hinaus wurde durch das Fraun- hofer ISI in Abstimmung mit AS&P ein Zukunftsworkshop durchgeführt, an dem 20 Teilnehmende aus den Stakehol- dergruppen (Stadt Karlsruhe, Unterneh- men, Forschungseinrichtungen und Bür- ger) Anforderungen an einen Technolo- giepark der Zukunft erarbeitet haben. Ergänzend wurden in einem Nutzerge- spräch die ansässigen Firmen zu ihren Bedürfnissen und Planungsansätzen be- fragt. Die Ergebnisse der beiden Veran- staltungen beziehungsweise daraus ab- zuleitende Anforderungen an die funkti- onale und räumliche Ausgestaltung wur- den in die Studie eingearbeitet. Die wesentlichen Termine des Planungs- prozesses seien nachfolgend aufgeführt: 13. November 2015: Auftaktge- spräch 12. Januar 2016: Ortsbegehung 25. Januar 2016: Zukunftsworkshop Fraunhofer ISI 29. Januar 2016: 1. Lenkungsgrup- pe: TPK Reload – Vorstellung von Analyseergebnissen und erster kon- zeptioneller Ansätze 26. Februar 2016: 2. Lenkungsgrup- pe: Darlegung von Vergleichsprojek- ten, TPK Reload – Vorstellung und Diskussion von zwei Entwicklungs- szenarien, Austausch zum Leitbild Nord 2. März 2016: Nutzergespräch 17. März 2016: Zwischenpräsentati- on Planungsausschuss 18. März 2016: 3. Lenkungsgruppe: TPK Reload – Darlegung und Diskus- sion der Vorzugsvariante 3. Mai 2016: 4. Lenkungsgruppe: TPK Reload – Vertiefung und Dis- kussion der Vorzugsvariante 29. September 2016: Endpräsentati- on im Ausschuss für Wirtschaftsför- derung 13. Oktober 2016: Endpräsentation im Planungsausschuss Neben der Aufbereitung der planerisch- räumlichen Konzeption nahm die Kom- munikation zwischen der Projektbearbei- tung durch AS&P mit dem Stadtpla- nungsamt, der Wirtschaftsförderung und der Technologiepark Karlsruhe GmbH (TPK GmbH) sowie den Unternehmen im Technologiepark (in Kooperation mit Fraunhofer ISI) einen hohen Stellenwert ein. Der Bearbeitungsebene war eine Len- kungsgruppe übergeordnet, welche aus Mitgliedern der Stadt Karlsruhe, der TPK GmbH und aus Deligierten der Unter- nehmen sowie weiteren externen Fach- leuten bestand. In diesem Gremium wur- den der jeweilige Planungsstand vorge- tragen und wesentliche Planungsalterna- tiven und Entscheidungsoptionen darge- stellt. Die Lenkungsgruppe steuerte das ab b. 2: planungsprozess ORTSBEGEHUNG 3. LENKUNGSGRUPPE PLANUNGSAUSSCHUSS NUTZERGESPRÄCHE WIRTSCHAFTS-/ PLANUNGSAUSSCHUSS 4. LENKUNGSGRUPPE 1 . ERKUNDUNG 3. VERTIEFUNG 2. KONZEPT -FINDUNG 4. NACH- BEREITUNG 1. LENKUNGSGRUPPE2. LENKUNGSGRUPPE5. LENKUNGSGRUPPE 5. DOKU- MENTA- TION KICK OFF ZUKUNFTSWORKSHOP STUDIE „RELOAD TECHNOLOGIEPARK“ sTudie „TechnologiepArk kArlsruhe reloAd“ 8 | Technologiepark karlsruhe reload Vorabzug stand: 26. september 2016 2 .1 sTädTischer konTexT Der Technologiepark (TPK) liegt nord- östlich des Zentrums von Karlsruhe, cir- ca 3 km Luftlinie vom Marktplatz ent- fernt. Das Gebiet ist gut im städtischen Kontext eingebunden. So ist das Karlsru- her Schloss in zehn Minuten (4 km) er- reichbar, die nächste Autobahnzufahrt zur A5 (Durlach) liegt in einer Entfer- nung von circa 3,5 km. Der Technologiepark befindet sich im Übergang der Stadtteile Waldstadt im Norden, Rintheim im Osten und der Oststadt im Süden. Die Oststadt gilt als das „Herz der Technologieregion“ mit einer Vielzahl an Technologie-, Innovations- und For- schungseinrichtungen einschließlich dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und weiteren Instituten (wie Fraunhofer Institut, Max-Rubner-Insti- tut, FZI Forschungszentrum Informatik). Die unterschiedlichen Zielgruppen ha- ben sich an verschiedenen Standorten der Stadt konzentriert. Die Gründerse- zene ist insbesondere in der Technolo- giefabrik beheimatet. Das alte Schlachthofgelände ist ein Kreativ- standort mit Strahlkraft. Der Technologiepark Karlsruhe bildet eine letzte zusammenhängende Fläche für großflächige Neuansiedlungen von Firmen im Technologiesektor. 2 rAhmenBedingungen Schloss TPK KIT Oststadt Rintheim Sportpark Waldstadt abb. 3: oben südliches entréeabb. 4: lage in der stadt (luftbild: stadt karlsruhe) sTadTplanungsaMT | 9 2.2 die BedeuTung des TechnologiepArks im konTexT der Techno- logieregion abb. 5: Technologie- und Forschungsnutzungen im umfeld des Tpk (luftbild: stadt karlsruhe) KIT SÜD Forschung KIT Campus Ost Forschung + Technologie Technologie- farbik Kreativ- standort Rintheim Hagsfeld Technologie Forschung Waldstadt TPK Fraunhofer Institut Osttadt Die Technologieregion Karlsruhe bie- tet herausragende Standorteigenschaf- ten für Unternehmen. Sie profitieren von der international bedeutenden Bildungs- und Forschungslandschaft und dem be- reits vorhandenen Cluster. Der Technologiepark stellt innerhalb der Stadt Karlsruhe die größte Ansiedlungs- fläche für technologieorientierte Unter- nehmen dar und bietet aufgrund der räumlichen Lage besondere Vorteile zur Vernetzung mit Universität und sonsti- gen Forschungseinrichtungen. Auch die direkte Nachbarschaft zum KIT Campus Ost ist eine wesentliche Qualität. Gesamtstädtisch betrachtet ist eine Flächenknappheit für die Ansiedlung oder Erweiterung von Technologieunter- nehmen erkennbar. Vor diesem Hintergrund soll - zur Wei- terentwicklung des technologieorientier- ten Wirtschaftssektors der Stadt und der Region - der Technologiepark möglichst gut ausgenutzt und als Standort profi- liert werden. 10 | Technologiepark karlsruhe reload Vorabzug stand: 26. september 2016 abb. 6: bestehende bebauung im Technologiepark (luftbild: stadt karlsruhe) Casino Kinderhaus + Grundschule Microchip CAS CAB 2.3 AusgAngslAge TechnologiepArk Neben der TPK GmbH gibt es im Mo- ment drei weitere Unternehmen (Mi- crochip Technology, CAS Software AG sowie die CAB Produkttechnik GmbH & Co. KG Microchip GmbH), die ihre Grundstücke direkt von der Stadt er- worben und entwickelt haben. Nach Aussagen der TPK GmbH sowie der Wirtschaftsförderung besteht der- zeit in Karlsruhe ein Bedarf nach klei- neren Einheiten, aber auch eine gewis- se Nachfrage nach großen Bauflächen (9.000 - 10.000 qm Grundstücksflä- chen) und Gebäudevolumen von 20.000 - 40.000 qm (Brutto-)Geschoss- fläche (GF). 2.3.2 BeBAuungsplAn Für den Technologiepark besteht der rechtsgültige Bebauungsplan „Techno- logiepark Karlsruhe – Vogelsand“, Nr. 675 aus dem Jahr 1993. Der Bebauungsplan enthält strenge Vorgaben zu Dichten, Wandhöhen, Baulinien, Baugrenzen sowie baufeld- bezogenen Nutzungen, die sich zum Teil nur schwer wirtschaftlich umsetzen lassen. Zudem sind einige Festsetzun- gen nicht mehr zeitgemäß. Insbesondere werden folgende Proble- me angeführt: Nutzungsarten sind zu unflexibel: Es besteht eine schlechte Versor- gungssituation (Kioske/Läden). Bei einer zukünftigen Entwicklung soll- ten Dienstleistungen und Infra- strukturen möglich werden Spezielle Baufeldzuschnitte hinder n Entwicklungen: Die speziellen Bau- formen im SO1 sowie die schwieri- gen Baufeldzuschnitte und Adress- bildungen an den Wendehämmern im SO4/östlichem SO3 sind auf- grund der Baulinien und Baugren- zen baulich schwer umsetzbar und kaum zu vermarkten Regelungen zu Werbeanlagen: Der Bebauungsplan schränkt Werbean- lagen an Gebäuden ein und hat aus Sicht von Unternehmen zu we- nig Spielräume zur Außendarstel- lung eines Unternehmens Haid-und-Neu-Straße Hirtenweg 2 . 3.1 BesTAnd Das Areal des Technologieparks ist etwa 31 ha groß, wovon bislang circa 25 Pro- zent entwickelt sind. Innerhalb des Ge- bietes sind circa 70 Unternehmen aus den Bereichen IT, Technologie und dem High-Tech Sektor ansässig, davon etwa 30 Prozent internationale Unternehmen. Haupteigentümerin der unbebauten Flächen ist die Stadt Karlsruhe. Die Technologiepark Karlsruhe GmbH (TPK GmbH) hat einen Großteil der Ge- bäude innerhalb des Technologieparks entwickelt und vermietet (100 Prozent Vermietungsquote gemäß TPK GmbH). Ergänzend werden für die Mieter der TPK GmbH zusätzliche Dienstleistungen angeboten, wie das „Casino“ (Mitarbei- terrestaurant), das Freie Kinderhaus und die Grundschule Technido. Die momen- tane Ausrichtung liegt auf Büro- und Laborbauten und weniger im Bereich der Produktion und großflächigen For- schungsbauten. Üblicherweise baut die TPK GmbH neue Gebäude als Offerte (ohne Vorvermietung) und bietet an- schließend die Flächen an. sTadTplanungsaMT | 11 abb. 7: bebauungsplan „Technologiepark karlsruhe – Vogelsand“, nr. 675 1 2 3 4 5 Albert- n estler- s traße w ilhelm- s chickard- s traße abb. 8: entwicklungsplanungen (luftbild: stadt karlsruhe) 1 Maß der baulichen Nutzung zu ge- ring: Dichte und Gebäudehöhen lassen kaum Spielraum und sind aus heutiger Sicht im Sinne einer nachhaltigen und effektiven Bo- denausnutzung zu gering KFZ- Erschließung: Die KFZ-Erschlie- ßung führt mit einer Vielzahl von Sackgassen zu einer mangelhaften Erschließungssituation Ausnahmen und Abweichungen vom bestehenden Bebauungsplan liegen derzeit für folgende Sachverhalte vor: Kinderhaus und Grundschule im SO3 Casino im SO3 Ausnahmen bezüglich der maxima- len Wandhöhe (Überschreitung für Aufzüge und Treppenhäuser) bei zwei Gebäuden 2.3.3 enTwicklungsplAnungen SO1 2 1 SO2 3 3 4 5 6 SO3 7 7 7 7 7 7 7 7 7 7 7 7 7 7 7 8 8 8 9 9 9 10 11 12 SO4 13 13 13 14 7 Zum Zeitpunkt der Erarbeitung lagen folgende Entwicklungsplanungen für den Technologiepark vor: 1. Neubau nör dliche Albert-Nestler- Straße 19+21 durch die TPK GmbH (Fertigstellung 1. Quartal 2017) 2. Einr eichung Bauantrag für rückwär- tige Bebauung Albert-Nestler-Straße 19+21 durch die TPK GmbH 3. Planung Parkpalette plus Neubau im rückwärtigen Bereich Albert-Nestler- Straße 15 durch die TPK GmbH 4. Erweiterungsabsichten ansässiger Firmen 5. Erweiterungsabsichten ansässiger Firmen 12 | Technologiepark karlsruhe reload Vorabzug stand: 26. september 2016 2.3.4 leiTBild nord, VerTiefungsBereich nord-osT Für den Technologiepark werden fol- gende Zielvorstellungen herausgestellt: Berücksichtigung eines Freiraum- korridors zwischen Hagsfeld und Rintheim (Grüne Nordspange) Schaf fung einer sichtbaren, reprä- sentativen Adressqualität am Stadt- eingang Herausbildung einer Adr esse mit klaren Konturen gegenüber dem Freiraum im Norden und entlang der Haid-und-Neu-Straße Baulich-räumliche und funktiona - le Verknüpfung mit dem Campus Ost des KIT 2.4 erkennTnisse zukunfTsworkshop und nuTzerBefrAgung 3. Zentrale verkehrstechnische Er- schließung durch Elektromobilität (unter anderem Kleinfahrzeuge, E- Bikeboards und E-Bikes) mit einem zentralen Parkplatz, gegebenenfalls in Kombination mit einem Logistik- zentrum 4. Gemeinsames WLAN 5. Multifunktionsstraßenleuchten 6. Vorzeigeprojekt für Wasseraufberei- tung 7. Gemeinsame Synergien KIT Campus Ost/Technologiepark 8. Integration des T echnologieparks in das umgebende Smart Quarter 9. Verbesserung der Verkehrsanbin- dung 10. Ausbau oder eine weitere Vernet- zung mit sozialer Infrastruktur 11. Begegnungsstätten in Gebäuden und im Freien 12. Dur chdringung von Innen und Aus- sen, Nutzbarkeit der Außenräume als Working Space 13. Etablierung eines T echnologie-Hubs 14. Branding – Abgr enzung zu her- kömmlichen Gewerbegebieten 15. Schaffung von Urbanität und von Freizeitmöglichkeiten 16. Schaf fen von Übernachtungsmög- lichkeiten 17. Flexible Betr euungsangebote und Ganztagsschulen, in gesamtstädti- sche Planung eingebettet Machleidt GmbH Städtebau I Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH SHP Ingenieure Verkehrsplanung Karlsruhe leitbild Nord - Vorstellung der Vertiefungsbereichearbeitsstand 11.02.2016 - VOrabZuG 59 VARiAnten (szenARien Aus dem begleitgRemium) WeiteR zu VeRfolgende ideen (eRgebnis deR diskussion) Machleidt GmbH Städtebau I Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH SHP Ingenieure Verkehrsplanung Karlsruhe leitbild Nord - Vorstellung der szenarien (Zwischenergebnis)Begleitgremium 17.12.2015 - Benjamin Wille / aW Faust / Christina Jänecke 7 Vertiefungsbereich Ost SZENARIO 1 - STATuS QuO Forschungs-, Arbeits-, und Wohncluster in der Landschaft iDee • bauliche inseln in der stadt- landschaft (Nachverdichtung) • Nutzungen nach inseln ge- clustert • Freiraum als verbindendes element • Freiräume mit differenzierten Qualitäten und Funktionen ersChliessuNg • B 10-Verlängerung als „Parklane“ anbaufrei möglich • tunnellösung machbar (nicht empfohlen!) • bestehende straßen zur theodor- heuss-allee (Kloster-/hirtenweg) aDressBilDuNg • adresse an der haid-und-Neu- straße • keine adresse an der Verl. B 10 (rückseite/Barriere) • Forschen, arbeiten und Woh- nen im grünen Machleidt GmbH Städtebau I Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH SHP Ingenieure Verkehrsplanung Karlsruhe leitbild Nord - Vorstellung der szenarien (Zwischenergebnis)Begleitgremium 17.12.2015 - Benjamin Wille / aW Faust / Christina Jänecke 12 Vertiefungsbereich Ost SZENARIO 3 - EMPFEHLuNG urbaner Saum mit Forschungsschwerpunkt iDee • Bauliche-räumliche Fassung des stadteingangs (Neubau) • Baulicher saum mit gemisch- ten Nutzungen um den Fried- hof und die Kga (Neubau) => fördert synergieeffekte • urbanität an der haid-und- Neu-straße / Wald an der theodor-heuss-allee ersChliessuNg • B 10-Verläng. als stadtstraße • Kreuzungslösung • B10-Verlängerung und hirten- weg nur bis Büchiger alle • stärkung Büchiger allee aDressBilDuNg • adressen an der Verläng. B 10 • repräsentation am stadteingang • adressen an der haid-und- Neu-straße und am hirtenweg => wird integrierter teil der stadt • Blick ins grüne / in den Wald Machleidt GmbH Städtebau I Stadtplanung sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH SHP Ingenieure Verkehrsplanung Karlsruhe leitbild Nord - Vorstellung der szenarien (Zwischenergebnis)Begleitgremium 17.12.2015 - Benjamin Wille / aW Faust / Christina Jänecke 9 Vertiefungsbereich Ost SZENARIO 2 - INTERPRETATION Stadtbausteine für For- schung, Arbeiten und Woh- nen im Grünen iDee • stadtbausteine im grünen mit Bezug zur stadt (Neubau und Nachverdichtung) • gemeinsame schnittstellen • Nutzungsschwerpunkte • grüne Nordspange • Differenzierte Freiräume aDressBilDuNg • adresse an der haid-und-Neu- straße • adresse zur grünen Nord- spange • Forschen und leben zwischen stadt- und landschaftsraum ersChliessuNg • t-Kreuzung für miV • B 10-Verlängerung nicht geplant • bestehende straßen zur theodor-heuss-allee (Kloster-/hirtenweg) Szenario 1 Idee: Freiraumkorridor zwischen Hagsfeld und Rintheim (Ost-West-Verbindung), Ausbildug klarer Konturen zwischen Hagsfeld und Rintheim Szenraio 3 Idee: Klärung/Stärkung der Waldkante Szenario 2 Idee: Baulich-räumliche und funktionale Verknüpfung von Technologiepark und Mackensenkaserne (KIT) abb. 9: Weiterzuverfolgende ideen für den Technologiepark (Quelle: Machleidt gmbh städtebau/stadtplanung) 2 . 4 .1 zukunfTsworkshop Im Rahmen des vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI in Abstimmung mit AS&P durchge- führten Zukunftsworkshops diskutierten die Teilnehmenden langfristig relevante Trends und erörterten die Wirkungen auf den Technologiepark Karlsruhe. Im Er- gebnis wurden insbesondere folgende Anforderungen für den Technologiepark abgeleitet: 1. För derung des Wissensaustauschs und der Wissensvermittlung durch den Aufbau einer „TPK Akademie“ mit entsprechenden (Fort-)Bildung- sangeboten, deren Seminarräume auch für externe Interessierte buch- bar sind, Kooperation mit KIT Cam- pus Ost 2. „Erlebbarmachen digitaler Kompeten- zen“ durch Living Labs, Coworking Spaces oder „Innovationsschaufen- ster“ Im Rahmen des Entwicklungsprozesses zum „Räumlichen Leitbild Karlsruhe“ er- folgt derzeit die Bearbeitung von Ver- tiefungsbereichen. Der Technologiepark liegt hierbei im Vertiefungsbereich Nord- Ost. In der zweiten Lenkungsgruppen- sitzung wurde durch einen Vertreter des Büros, welches das Leitbild bearbeitet, der Planungsstand vorgestellt. sTadTplanungsaMT | 13 2.4.2 nuTzerBefrAgung laden den Straßenverkehr hindern 3. V ersorgung Parkinterne Versorgungsinfrastruk- tur wird gewünscht Keine zufriedenstellende Versor- gungsinfrastruktur vorhanden, da- her versorgen die Unternehmen ihre Beschäftigten zum Teil in Ei- genregie Auswahl an Restauration, Vielfalt im gastronomischen Bereich außer- halb des Casinos ermöglichen Zentraler Ort für Versorgungs- und Dienstleistungseinrichtungen (zum Beispiel mit Bäcker, Restaurant, Bi- stro, Apotheke, Paketstation und so weiter), auch um „ungeplante Begegnungen“ innerhalb des Tech- nologieparks zu fördern Nachfrage nach Kita- und Grund- schulplätzen im Technologiepark ist gegeben, Platzvergabe jedoch teil- weise mit Wartezeiten 4. Fr eiräume Der grüne Charakter des T echnolo- gieparks war bei einigen Firmen ein Entscheidungsfaktor bei der Ansiedlung Die W ichtigkeit der Grünräume wird bei zunehmender Bebauung noch stärker sein Die Binnenparks wer den als positiv bewertet und werden aktiv für Spaziergänge oder sportliche Akti- vitäten in der Mittagspause (zum Beispiel Rückentraining) genutzt Grünflächen sollten als Begeg - nungsstätten ausgebaut werden mit Bänken, WLAN Versorgung, eventuel Basketball- oder Boulefel- dern 5. T emporäres Wohnen im Techno- logiepark In Karlsruhe fehlen Hotelkapazitä - ten, ein Hotel wäre für die Nutzer und deren Besucher sehr hilfreich Hotel kann auch als Frühstücks-/ Abendessenlocation dienen Einige Firmen unterhalten schon heute „Firmenwohnungen“ und Apartments für Angestellte in der Stadt, Nachfrage nach Boarding House oder Firmenappartements ist vorhanden Eine Kombination von Boarding House, Hotel und Gastronomie wird positiv bewertet 6. Service und Networking im Technologiepark Die Konfer enz- und Seminarräume der TPK GmbH stellen einen gro- ßen Mehrwert für die Nutzer dar und werden bei Bedarf angemietet Zusätzliche Konferenz- und Semi- narräume könnten im Hotel inte- griert werden, damit wäre dort auch ein professionelles Catering für die Bewirtung einfacher Derzeit besteht in Karlsruhe eine große Nachfrage nach Gründerzen- tren. Ein Mix von Gründern und etablierten Firmen könnte als Inku- bator dienen. Ein kleineres Grün- derzentrum im Technologiepark kann auch im Sinne bestehender Unternehmen sein, die von den Gründern profitieren könnten 7. W echselwirkungen zum KIT Campus Ost Ein Zusammenschluss der Ar eale kann die Auslastung steigern; Mit- nutzung der Infrastrukturen und Dienstleistungen durch die Nutzer auf dem KIT Campus Ost Der T echnologiepark ist ein wichti- ger Standort zur Rekrutierung von Studenten Aber geringe inhaltliche Relevanz zwischen KIT Campus Ost und Technologiepark, da der KIT Cam- pus Ost stark als Forschungsstand- ort mit Fokus auf Mobilität und In- dustrie 4.0 genutzt wird Im Laufe des Bearbeitungsprozess fand eine Befragung von Mietern und Ei- gentümern des Technologieparks statt, um deren Bedürfnisse und Interessen zu eruieren. Dafür wurden sieben Themenschwer- punkte gesetzt und mit den Nutzern diskutiert. Folgende Anregungen wur- den hierbei vorgetragen: 1. Ansprüche an Bauformen und Gebäude Wunsch nach größeren Raumhö- hen und -tiefen Forderung nach größeren Erdge- schosshöhen, insbesondere, um „Sondergeräte“ im Hinblick auf In- dustrie 4.0 einbringen zu können (mind. 4,5 m) Flexibilität für zeitgemäße, innere Gebäudeausgestaltung Zeitlose, „aufgeräumte“ Architek- tur wird geschätzt, Repräsentation nach außen mittels Firmenlogo sollte jedoch ermöglicht werden 2. Mobilität Zentrale Parkierung wir d unter- stützt, wenn im Gegenzug das „Wildparken“ geahndet wird Zügige Verbesserung der Zufahrts- situation an Haid-und-Neu-Straße mittels Optimierung der Verkehrs- regelung und Ampelschaltung im Kreuzungsbereich zum Hirtenweg Nor dzufahrt wird als dringend er- forderlich erachtet Die anteilige Nutzung der drei Ver- kehrsmittel Pkw, Fahrrad, ÖPNV ist witterungs- und jahreszeitenabhän- gig. Im Sommer kommen bis zu 50 Prozent der Belegschaft der Fir- men mit dem Fahrrad, im Winter ist der Pkw-Anteil größer T eilweise viele Anlieferverkehre für Firmen (Getränke, Service wie Pa- pier, Großhandel, Pakete und so weiter), welche beim Be- und Ent- 14 | Technologiepark karlsruhe reload Vorabzug stand: 26. september 2016 3 szenArienenTwicklung abb. 10: oben 3d-baumassenmodell eines szenarios Im Rahmen der Bearbeitung der Studie wurden die Rahmenbedingungen ana- lysiert und konzeptionelle Ansätze zur langfristigen Weiterentwicklung und Pro- filierung des Technologieparks Karlsruhe entworfen. Die Erkenntnisse und Zielvor- stellungen sind in Szenarien dargestellt. Im Bearbeitungsprozess wurden zu- nächst zwei alternative Szenarien ent- worfen, diskutiert und bewertet. Die ge- wonnenen Erkenntnisse und die mit der Lenkungsgruppe abgestimmten Zielvor- stellungen wurden anschließend zusam- menführend als VORZUGSVARIANTE ver- tieft und präzisiert. Die Entwürfe der Szenarien 1 und 2 die- nen zur Auslotung grundsätzlicher Spiel- räume und Entwicklungspotenziale im Technologiepark. Die Unterschiede zwi- schen den Szenarien liegen insbesonde- re in der Ausformulierung des Erschlie- ßungs- und Freiraumsystems und dem Größenzuschnitt der bebaubaren Grund- stücke. Die Szenarien greifen die Erkenntnisse der Analyse, die erarbeiteten Zukunft- strends basierend auf dem Zukunfts- workshop des Fraunhofer ISI und der Nutzerbefragung auf. Nachfolgend sind die beiden Szenarien mit ihren jeweils kennzeichnenden Inhal- ten beschrieben und die wesentlichen Kriterien anschließend synoptisch gegen- übergestellt. sTadTplanungsaMT | 15 abb. 11: szenario 1 und szenario 2 (luftbild: stadt karlsruhe) 16 | Technologiepark karlsruhe reload Vorabzug stand: 26. september 2016 3.1 szenArio 1 grundprinzipien freirAum - konzenTrATion Auf zwei öf- fenTliche freirAumelemenTe „Grünes Rückgrat“ für eine grüne Ad- ressbildung: Aufnahme des Ost-West-ausgerich- teten Stadtparks wie im Bebau- ungsplan vorgesehen Zusätzlicher, öffentlicher Grünraum entlang Konrad-Zuse-Straße, dafür kein westlicher Binnenpark Dadurch wird eine größere Flexibili- tät bei der Neugliederung der Bau- felder ermöglicht V orhandener Binnenpark als Ruhe- zone und Rückzugsbereich grundprinzipien Verkehr - zwei erschliessungsringe Verbesserung der verkehrlichen Er- schließung und Orientierbarkeit durch zwei Erschließungsringe Zusätzliche, nördliche Anbindung in Mittellage Verschiebung der nördlichen Ost- West-Erschließung in Richtung Nord zugunsten größerer Baufelder Integration eines „Lkw Loops“ im westlichen Technologiepark Verbesserte Erschließungssituation durch Ersatz der Stichstraßen im Osten mit einer Ringerschließung parallel zur Haid-und-Neu-Straße enTwurfselemenTe „TPK Plaza“ – Auftakt zum Techno- logiepark mit belebtem Platz (1) Multifunktionshaus – Nahversor- gung mit Büronutzung (2) „Grünes Rückgrat“ – Adr essbilden- de Freiraumstruktur (3) „Synergie Plaza“ – Baulich-räumli - che Betonung der Schnittstelle von KIT Campus Ost und Technologie- park (4) „Flex Felder“ – „Gr obkörnige“ Grundstücke (5) „TPK Module“ – „Kleinteilige“ Grundstücke (6) Entr ée Nord – Städtebaulicher Auf- takt von Norden (7) 1 2 3 4 5 6 7 Grünes Rückgrat Grünes Rückgrat abb. 12: entwurfselemente szenario 1 (luftbild: stadt karlsruhe) abb. 13: Freiraumsystem szenario 1 abb. 14: erschließungssystem szenario 1 sTadTplanungsaMT | 17 geBäudeformen/BAusTrukTur Klare, einfache Bauformen mit „Hochpunkt“ als Signal und südl. Adresse des Technologieparks (1) Fortführung des bestehenden Be- bauungstyps mit straßenbegleiten- den, zum Teil kleinteiligen Bauvolu- men (2) Raumbildende Baukörper zum nördlichen Gebietsrand sowie rhythmisierte Bauformen an der Haid-und-Neu-Straße (3) Rhythmisierte, offene Bebauung entlang des Ost-West-Grünraums (4) Grobkörnige Baufelder ermögli- chen großzügige Baustrukturen zum Beipiel für Industrie 4.0, Pro- duktion (5) Bereich zur Errichtung von Laboren beziehungsweise Erweiterungsbau- ten des KIT Campus Ost (6) Nör dliches Entrée mit Betonung durch Bauhöhen (7) elemenTe zur förderung der urBAniTäT „TPK Plaza“ – Begegnungsraum mit Publikumsverkehr und Hotelnut- zung, „Wohnen auf Zeit“, Bistro (1) Multifunktionshaus – Gebäuderie- gel mit Nahversorgung, Ärztehaus, Büro/Dienstleistungen und ange- gliedertem Parkhaus (2) TPK Meeting Center – mit Bistr o, Gastronomie, Seminarräume, für Kultur/Event, Infopoint (3) „Synergie Plaza“ – Interaktionsort zwischen KIT Campus Ost und Technologiepark mit angeglieder- ten Nutzungen, zum Beispiel For- scherwohnen, Studentenwohnen, Dienstleistungen (4) „Grüne Spange“ – Gestaltung als Erlebnisraum mit Gastronomie, Ori- entierung der Kantinen zum Frei- raum (5) Open Air Working Spaces – Fir- menzugeordnete Freiräume mit Orientierung zum Binnenpark zum Beispiel in Form von Terrassen (6) 1 2 3 4 5 6 7 abb. 15: baustruktur szenario 1 (luftbild: stadt karlsruhe) a bb. 16: urbanitätsfördernde Maßnahmen szenario 1 (luftbild: stadt karlsruhe) 1 2 3 4 5 2 6 6 18 | Technologiepark karlsruhe reload Vorabzug stand: 26. september 2016 3.2 szenArio 2 1 2 3 4 5 6 7 abb. 17: Freiraumsystem szenario 2 abb. 18: erschließungssystem szenario 2 a bb. 19: entwurfselemente szenario 2 (luftbild: stadt karlsruhe) 8 Urbane Grünachse grundprinzipien freirAum - konzenTrATion Auf zwei öf- fenTliche freirAumelemenTe Urbane Grünachse als zentrales, öf- fentliches Freiraumelement analog zu den Ost-West-ausgerichteten Stadtparks des Bebauungsplans Bewahrung der vorhandenen be- ziehungsweise vorgesehenen Bin- nenparks als Ruhepole grundprinzipien Verkehr - zwei erschliessungsringe Erhalt der vorgesehenen Erschlie- ßungsstruktur mit Ringsystem und Stichstraßen Zusätzliche Anbindung von Norden in Ostlage anknüpfend an Albert- Nestler-Straße enTwurfselemenTe „TPK Plaza“ – Auftakt zum Tech- nologiepark mit Hotel, „Forscher- wohnen“, gastronomischem Ange- bot, Konferenz und Mobilitätszen- trum (1) Multifunktionalkomplex – Super- markt mit Nahversorgungs- und Dienstleistungsfunktionen (2) Urbane Grünachse – Adr essbilden- de Freiraumstruktur (3) „Synergie Plaza“ – Baulich-räumli - che Betonung der Schnittstelle von KIT Campus Ost und Technologie- park (4) „KIT Feld“ (5) „TPK Module“ – „Kleinteilige“ Grundstücke (6) Binnenparks – Ruhepole (7) Entr ée Nord – Städtebaulicher Auf- takt von Norden (8) sTadTplanungsaMT | 19 geBäudeformen/BAusTrukTur Klare, einfache Bauformen mit „Hochpunkt“ als Signal und südli- che Adresse des Technologieparks (1) Fortführung des bestehenden Be- bauungstyps mit straßenbegleiten- den, zum Teil kleinteiligen Bauvolu- men (2) Rhythmisierte, of fene Bebauung entlang der Urbanen Achse (3) Ber eich zur Errichtung von Laboren beziehungsweise Erweiterungsbau- ten des KIT Campus Ost (4) Kleinteilige, raumbildende Baus - trukturen zum Sportpark (5) Nör dliches Entrée mit Betonung durch Bauhöhen (6) elemenTe zur förderung der urBAniTäT „TPK Plaza“ – Begegnungsraum mit Publikumsverkehr und Hotelnut- zung, Forscherwohnen, Bistro (1) Multifunktionalkomplex – Kombi- nierter Gebäudekomplex mit Su- permarkt, Ärztehaus sowie Büro/ Dienstleistungen (2) TPK Center – Baublock mit Info- point, Mobility Station, Seminar- räumen, Kultur/Event, Büronutzung (3) „Synergie Plaza“ – Interaktionsort zwischen KIT Campus Ost und Technologiepark mit angeglieder- ten Nutzungen, zum Beispiel For- scherwohnen, Studentenwohnen, Dienstleistungen (4) Urbane Achse – Gestaltung als Er- lebnisraum mit Aufenthaltsberei- chen sowie urbanen Nutzungen wie Gastronomie, Orientierung der Kantinen zum Freiraum (5) Open Air Working Spaces – Fir- menzugeordnete Freiräume mit Orientierung zum Binnenpark zum Beispiel in Form von Terrassen (6) Dezentrale (Kantinen) Angebote – bevorzugte Lage mit Orientierung zu öffentlichen Räumen und Bin- nenparks (7) a bb. 21: urbanitätsfördernde Maßnahmen szenario 2 (luftbild: stadt karlsruhe) 1 2 3 4 5 6 abb. 20: baustruktur szenario 2 (luftbild: stadt karlsruhe) 2 1 2 3 4 5 6 2 6 6 7 7 20 | Technologiepark karlsruhe reload Vorabzug stand: 26. september 2016 3.3 gegenüBersTellung der szenArien sz enArio 1 Offene und großzügige Gestaltung des Gebietseingangs Raumbildung zur Haid-und-Neu- Straße. Erhöhung der zulässigen Gebäu- dehöhen nördlich des Grünraums entlang der Straßen Große, flexible Baufelder „Grünes Rückgrat“ als adressbilden- der Grünraum sz enArio 2 Kompakte Bauformen am Gebie- tseingang Grünrahmen zur Haid-und-Neu- Straße Erhöhung der zulässigen Gebäu- dehöhen nördlich des Grünraums, entlang der Straßen Kleinteilige Baufelder Ost-West-Grünzug und innere Durchgrünung AS&P –Albert Speer & Partner GmbH Abweichung vom bestehenden B-Plan Sehr gut Höhere Flexibilität, Grundstücksgröße Gut Einschränkung, Kleinteilige Baufelder Mittige Anbindung Straßenquerschnitte LKW tauglich Östliche Anbindung Bestandsstraßen bedingt LKW tauglich Adressbildende, wahrnehmbare Grünräume, dafür Verzicht auf 1 Binnenpark Öffentliches Grün als Urbane Achse & Binnenparks Gebäude und Freiflächen mit Versorgungs-/ Aufenthaltsfunktionen Gebäude und Freiflächen mit Versorgungs-/ Aufenthaltsfunktionen Erschließung, Baufelder, Dichte etc. stärkere Abweichung als bei Szenario 2 Geringere Abweichung als Szenario 1 AS&P –Albert Speer & Partner GmbH Abweichung vom bestehenden B-Plan Sehr gut Höhere Flexibilität, Grundstücksgröße Gut Einschränkung, Kleinteilige Baufelder Mittige Anbindung Straßenquerschnitte LKW tauglich Östliche Anbindung Bestandsstraßen bedingt LKW tauglich Adressbildende, wahrnehmbare Grünräume, dafür Verzicht auf 1 Binnenpark Öffentliches Grün als Urbane Achse & Binnenparks Gebäude und Freiflächen mit Versorgungs-/ Aufenthaltsfunktionen Gebäude und Freiflächen mit Versorgungs-/ Aufenthaltsfunktionen Erschließung, Baufelder, Dichte etc. stärkere Abweichung als bei Szenario 2 Geringere Abweichung als Szenario 1 AS&P –Albert Speer & Partner GmbH Abweichung vom bestehenden B-Plan Technologiepark Reload| Karlsruhe Ansiedlungsflexibilität Erschließung Nord Grünflächen Urbanität Gut Einschränkung, Kleinteilige Baufelder Östliche Anbindung Bestandsstraßen bedingt LKW tauglich Öffentliches Grün als Urbane Achse & Binnenparks Gebäude und Freiflächen mit Versorgungs-/ Aufenthaltsfunktionen geringere Abweichung als Szenario 1 sz enArio 1szenArio 2kriTerien Be B A u ungskonzep T sTadTplanungsaMT | 21 sz enArio 1 Konzentration der Grüngestaltung im öffentlichen Erschließungsraum (Grüne Adresse) Zwei öffentliche Freiraumspangen und ein Binnenpark (Bestand) Zwei Erschließungsringe – Verbes- serte Anbindung/Orientierung, Lkw Loop sz enArio 2 Aufwertung des Ost-West-Grün- raums und Integration innenliegen- der Durchgrünung Urbane Grünachse in Ost-West- Richtung, zwei Binnenparks (analog gültigem Bebauungsplan) Hoher Anteil an Stichstraßen sz enArio 1 Zentrale Nordanbindung Anschluss an „Südumfahrung Hagsfeld“ vom Verkehrsablauf sinnvoller (Aufstellflächen, Abbie- gung) Ausbildung ausreichend dimensio- nierter Straßenquerschnitte (Lkw tauglich) Adr essbildung an der Zufahrt Größerer Flächenverbrauch/Eingriff in Freiflächen/Grünraum sz enArio 2 Östliche Nordanbindung Anschluss an „Südumfahrung Hags- feld“ vom Verkehrsablauf kritischer (kürzere Aufstellflächen, Abbiegung) Straßenquerschnitt der Albert-Nest- ler-Straße/Bestandsstraßen für Lkw- Andienung unzulänglich W eniger Flächenverbrauch freiräume erschliessung 22 | Technologiepark karlsruhe reload Vorabzug stand: 26. september 2016 3.4 schlussfolgerungen für die ersTellung der VorzugsVAriAnTe komBinATion und weiTerenT- wicklung In der Lenkungsgruppe wurden die vorgestellten Szenarien diskutiert und die Richtung der weiteren Bearbeitung definiert. In der fachlichen Auseinan- dersetzung zeigte sich, dass eine ein- deutige Festlegung auf eines der bei- den Szenarien nicht möglich ist, son- dern eine Kombination und Weiterent- wicklung von erkannten Ansätzen ver- folgt werden sollte. Deshalb wurden diejenigen Elemente der Szenarien aus- gewählt, welche künftig den größten Mehrwert für den Technologiepark bie- ten können. Chancen für eine Lkw-taugliche Er- schließung des Technologieparks. Ein Lkw Loop sollte weiterhin be- rücksichtigt werden Die künftige Adressbildung ist ein wesentliches Element zur stärkeren Positionierung des Technologie- parks. Daher ist eine bauliche Adresse entlang der Haid-und-Neu- Straße präferiert, um eine neue „Schauseite“ zu ermöglichen. Die südlichen und nördlichen Zufahrts- bereiche sind als Entrées auszufor- mulieren. Das Strassennetz soll mit entspre- chenden Breiten und dem Verzicht auf Stichstraßen leistungsfähig sein Es wird von einem dezentralen Par- kierungskonzept (Stellplatznach- weis auf den Grundstücken), er- gänzt von einem zentralen Park- haus am Südeingang ausgegangen Die Kleingartenflächen nör dlich des Hirtenwegs sowie die Vor- halteflächen der geplanten Nord- tangente („Ohr“) im Nordosten be- finden sich außerhalb des Plange- biets, sollten jedoch im Zuge der Gesamtbetrachtung bei einer wei- teren Erarbeitung berücksichtigt werden Im Nor dwesten ist ein Standort für eine Schule vorzusehen Die V ernetzung zu den umgeben- den Quartieren und Nutzungen sind klar herauszuarbeiten Die im Zuge der Erarbeitung der Vor- zugsvariante entwickelten Planungs- vorschläge und die damit gekoppel- ten Grundprinzipien für den Technolo- giepark sind im nachfolgenden Kapitel dargestellt. prämissen Für die zu erarbeitende Vorzugsvarian- te wurden folgende Prämissen festge- halten: Zur Haid-und-Neu-Straße sowie zum Freiraum im Norden sollen kla- re Raumkanten durch ablesbare Baukörper mit entsprechender Höhe geschaffen werden Die zulässigen Gebäudehöhen im Gesamtgebiet sollen den erkennba- ren Anforderungen angepasst wer- den Das auf dem Bebauungsplan basie - rende Freiraumgerüst - eine grüne, urbane Adresse gefasst von zwei Plätzen, zwei Binnenparks sowie die Alleen, soll in seiner Grund- struktur beibehalten bleiben Die mittige Lage der Nor danbin- dung wird favorisiert, da eine ad- äquat ausgebaute Erschließung mit repräsentativer Adresse in Richtung Autobahn und Waldstadt entste- hen kann. Da jedoch derzeit die Planungen zur Südumfahrung Hagsfeld noch laufen und deshalb keine Festlegung bezüglich der Lage erfolgen kann, soll eine mög- liche Anbindung in die Albert-Nest- ler-Straße optional offen gehalten werden Auf eine V erlängerung der Erschlie- ßungstrasse „Im Vogelsand“ wird zugunsten einer in Richtung Nor- den verschobenen Straße verzich- tet. Die Verlagerung der Straßen- trasse ermöglicht eine größere Fle- xibilität bei der Belegung und Ver- marktung von Grundstücken. Es werden insbesondere große, zu- sammenhängende Baufelder er- möglicht, welche die Nachfrage nach größeren Flächen bedienen können Die Reorganisation der Straßenlage beziehungsweise die mittige Nor- danbindung eröffnen bessere sTadTplanungsaMT | 23 abb. 22: 3d-baumassenmodell der Vorzugsvariante, ausschnitt, blick von süden 24 | Technologiepark karlsruhe reload Vorabzug stand: 26. september 2016 1. „Technologie Plaza“ – Auftakt mit Hotel, „Wohnen auf Zeit“, Gastro- nomie, Meeting Center, Technolo- gieunternehmen 2. „Mobilitätszentrale“ – Zentrales Parkhaus, Mobilitäts Hub, Multi- funktionsgebäude 3. „Grüne Spange“ 4. „Synergie Plaza“ – Schnittstelle KIT/ TPK (Studentenwohnen, „Forscher- wohnen“, Dienstleistungen) 4 VorzugsVAriAnTe Zur Vorzugsvariante werden die städtebaulichen Vorstellungen als planerischer Entwurf dargestellt und die konzeptionellen Grundprinzipien für die Entwicklung des Technologieparks erläutert. Die Vorzugsvariante setzt die aus der Szenariendiskussion abgeleiteten Prämissen (beispielsweise zu Erschließung, Bauhöhen, Grünstruktur, Raumkanten) in einem Gesamtkonzept um (siehe folgende Doppelseite). Die Vorzugsvariante spiegelt mögliche Bauformen und architektonische Ausformulierungen exemplarisch wider. Die Bautätig- keit und Umsetzung in der Praxis folgt jedoch der Nachfrage und den Bedürfnissen der künftigen Nutzer. Daher sind für einzel- ne Teilbereiche verschiedene Lösungsansätze dargestellt worden. Die Vorzugsvariante zeigt die jeweils präferierte Option. a bb. 23: oben auszug Vorzugsvariante 5. „KIT Feld“ 6. „Flex Felder“ – Grobkörnige Grund- stücke (Produktion, Industrie 4.0) 7. „TPK Module“ – Kleinteilige Grund - stücke 8. „Schaufenster Ost“ 9. „Schaufenster Nor d“ 4 .1 enTwurfselemenTe Die städtebauliche Entwurfsidee der Vorzugsvariante integriert einzelne Teil- bereiche mit spezifischen Qualitäten (sog. „Entwurfselemente“) die nachfol- gend beschrieben sind. sTadTplanungsaMT | 25 abb. 24: entwurfselemente der Vorzugsvariante 1 2 3 4 5 6 7 8 9 26 | Technologiepark karlsruhe reload Vorabzug stand: 26. september 2016 abb. 25: Vorzugsvariante @ao sTadTplanungsaMT | 27 28 | Technologiepark karlsruhe reload Vorabzug stand: 26. september 2016 4 .1.1 „Technologie plAzA“ – südliches enTrée lockere BAuweise Offene, lockere Bebauung mit Ge- bäudekonzentration um „TPK Pla- za“ Gebäuderiegel im Osten kombi- niert die Nutzungen Hotel (15 Ge- schosse) und „Wohnen auf Zeit“ (vier Geschosse) Das Winkelgebäude am Platz kann gastronomische Flächen, Seminar- räume, Kultur/Eventflächen sowie einen Infopoint bieten Das Entrée ist umgeben von groß- zügigen, gestalteten Grünräumen kompAkTe BAuweise Kompakte, dichte Bauweise mit zwei Gebäudekomplexen Nördliche Bebauung am Platz mit Hotel (sieben Geschosse), „For- scherwohnen“ (vier Geschosse) und vorgelagertem Gastronomie- bereich Südlicher Baublock kombiniert öf- fentliche Nutzungen wie Infopoint, Mobility Station, Seminarräume, Kultur- und Eventflächen mit Büros Die Gebäude werden in einen städ- tischen, urbanen Kontext mit ei- ner baulichen Betonung der an- grenzenden Straßen eingebettet (in Fortführung der geplanten Baukan- te an der Haid-und-Neu-Straße) offener Block Baublock in offener Bauweise mit Aufnahme der Straßenkanten zur Markierung wichtiger Stadt- und Straßenräume Ausformulierung des Blockes durch drei Baukörper, die in zwei Bauab- schnitten umsetzbar sind Nordöstliches Gebäude - Hotel (zwölf bis 15 Geschosse) mit „For- scherwohnen“ (vier Geschosse) Winkelbau am Platz - gastronomi- sche Nutzung mit Büros Südliches Gebäude - Infopoint, Mobility Station, Seminarräume, Kultur/Event Flächen und Büros abb. 26: konzeptvarianten „Technologie plaza“ – südliches entrée Das südliche Entrée soll zu einem frequentierten Stadtraum mit Publikumsverkehr und öffentlichen Nutzungen werden. Daher werden verdichtete Bauformen mit wirtschaftlichen Grundrissen vorgeschlagen. Im südlichen Entrée ist ein Hotel mit baulicher Höhendominante von circa 45 m als „Landmark“ denkbar. Zusätzlich sind weitere öffentliche und belebende Nutzungen wie gastronomische Angebote, Seminar- und Schulungsräume, Eventflächen oder ein Infopoint wie auch „Forscherwohnen“ bezie- hungsweise Apartments für „Wohnen auf Zeit“ vorgesehen. Bei Bedarf sollte jedoch alternativ eine Büro- und Technologienut- zung möglich sein. Ein großzügiger, mit Bäumen flankierter Straßenraum entlang der südlichen Albert-Nestler-Straße verwan- delt die Zufahrt in einen attraktiven Eingang zum Technologiepark. Zentraler öffentlicher Ort ist der nördlich gelegene Platz, der zum Treffpunkt für Beschäftigte und Besucher des Technologieparks werden soll. Der Eingangsbereich wird für alle Verkehrsarten adäquat gestaltet und dient auch als Transferpunkt für Ankommende mit dem öffentlichen Nahverkehr. Die Verknüpfung von öffentlichem Personennahverkehr (ÖPNV) und dem internen TPK Bus Loop mit einer am Zufahrtsbereich lokalisierten Haltestelle soll die Nutzung der öffentlichen Nahverkehrsmittel fördern. Für diesen Bereich wurden drei Optionen entworfen, die sich hinsichtlich Bauform und Dichte unterscheiden: sTadTplanungsaMT | 29 „moBiliTäTszenTrAle“ Multifunktionsgebäude (Gründer- haus, Büro, Dienstleistungen) paral- lel zur Straße Zentrales Parkhaus 4 .1. 2 „moBiliTäTszenTrAle“ – südliches enTrée wesT mulTifunkTionAles geBäude Integriertes, multifunktionales Ge- bäude mit Nahversorgungsfunkti- on im Erdgeschoss, Büro, Dienstlei- stungsnutzungen mit Ärztehaus in den Obergeschossen Koppelung von Parkhaus und vor- der em Gebäuderiegel In beiden Varianten kann ein Mobility Hub mit Solarladestation für E-Cars, E- Bikes und ein Übergang zur Haltestelle des TPK Bus Loops integriert werden. abb. 27: Mathematikon abb. 28: konzeptvarianten „Technologie plaza“ – südliches entrée West Das westliche Baufeld am südlichen Gebietseingang war bislang Technologiean- siedlungen vorbehalten. Um den Entréecharakter stärker auszubilden, sollen auch hier künftig zusätzlich publikumsbezogene Nutzungen zugelassen werden, so dass eine multifunktionale Einheit aus Nahversorgung und Dienstleistung mit Außenwir- kung entstehen kann. Die geprüften Optionen haben die Gemeinsamkeit, dass ein öffentliches Parkhaus am Gebietseingang für Besucher und Nutzer entsteht. Par- ken und sonstige Nutzungen sind als architektonische Gebäudeeinheit vorgesehen, wie es beispielsweise beim kürzlich gebauten Mathematikon in Heidelberg reali- siert wurde. Zudem sollte an dieser zentralen Stelle gut sichtbar ein Mobilitätszen- trum integriert werden, mit dem beispielsweise ein Forschungsschwerpunkt Mobi- lität baulich visualisiert würde. Die Verknüpfung und Konzentration von zentralem Parkhaus, Mobility Hub, Service Station für Mobilität mit Übergang zum TPK Bus Loop kennzeichnet die spezielle Nutzung. 30 | Technologiepark karlsruhe reload Vorabzug stand: 26. september 2016 4 .1. 4 „synergie plAzA“ – inTer- AkTion kiT cAmpus osT/ Tpk Die„Synergie Plaza“ soll den angren- zenden KIT Campus Ost und den Tech- nologiepark visuell und physisch vernet- zen. Der Platz bildet den westlichen End- punkt der Grünen Spange und markiert gleichzeitig einen bisher nicht vorhande- nen Zugang zum Technologiepark. Sie bildet somit künftig den „Knoten“ zwi- schen den beiden Raumeinheiten. Die „Synergie Plaza“ sollte zur Vernet- zung von KIT Campus Ost, Technolo- giepark und städtischem Umfeld als ad- ressbildendes Element ablesbar werden, ohne jedoch die wichtige Wegeverbin- dung der Hagsfelder Allee zu stören. Im Entwurf sind die geplanten Baukör- per am Platz von der Hagsfelder Allee zurückgesetzt, um den Charakter als Verlängerung des Schlossstrahls weiter- hin zu wahren. In den angrenzenden Gebäuden sind Nutzungen wie „Forscherwohnen“, Stu- dentenwohnen, Gastronomie, Nahver- sorgung, Dienstleistungen sowie Techno- logiedienstleistungen denkbar. Die An- dienung der Gebäude erfolgt für den südlichen Baukörper über die Ada-Love- lace-Straße und für die nördliche Bebau- ung rückseitig oder über den Platz. 4 .1. 3 „grüne spAnge“ – rhyTh- misierTe BeBAuung Am grünrAum Der bisherige Charakter der Bebauung entlang der Grünen Spange soll auch künftig beibehalten werden. Das grü- ne, lineare Band übernimmt dabei die Funktion als Gestaltungs- und Kommu- nikationsraum. Es wird vorgeschlagen, die Baufeldabgrenzung anzupassen, um effektivere Gebäudevolumen wie zum Beispiel Winkelbauten zu ermög- lichen, ohne den Gesamtcharakter der offenen, rhythmisierten Bebauung auf- zugeben. Die Durchgrünung zwischen der Bebauung soll auch für die westli- chen Solitäre übernommen werden. 4 .1. 5 „kiT feld“ Der Teilbereich westlich der Wilhelm- Schickard-Straße wird als Potenzialfläche für ergänzende Bauten des KIT Campus Ost vorgeschlagen. Das Areal bietet sich als Erweiterungsfläche für Büro-, For- schungs- und Laborbauten der universi- tären Nutzung an. Es stehen Baufelder zur Verfügung, die variabel unterteilbar sind und sowohl Büro-/Laborgebäude entlang der Straße als auch große Hallen und Parkierung im rückwärtigen Bereich aufnehmen können. Das zum Grünraum exponierte Baufeld an der nordwestlichen Ecke des Techno- logieparks ist in der Planung als Standort für eine Schule mit einem Grundstück von rund 3.000 qm vorgesehen. Auf- grund der Nähe zum Sportpark sollen dortige Sporthallen mitgenutzt werden. abb. 29: “grüne spange”abb. 30: “synergie plaza”abb. 31: „kiT Feld“ In den Erdgeschossen sollten angelagert an den Freiraum öffentlichkeitswirksame Nutzungen möglich sein (wie Nahversor- gung, Dienstleistung, Gastronomie). Die Parkierung ist hier weiterhin in Tiefgara- gen vorzusehen oder kann (teilweise) im zentralen Parkhaus abgedeckt werden. Wirtschaftliche Grundkubatur – Win- kelbauten mit circa 850 qm (Brut- to-)Geschossfläche in Fortführung der Punkthäuser Mobility Hubs mit Angeboten für in - novative Verkehrssysteme (wie Lade- stationen, Carsharing, E-Bike-Verleih) sind bewusst gut sichtbar auch im öffentlichen Raum positioniert, um den Technologiepark als besonderen und innovativen Standort zu kenn- zeichnen sTadTplanungsaMT | 31 4 .1.6 „flex felder“ abb. 32: konzeptvarianten “Flex Felder” In dem Bereich zwischen Konrad-Zuse- Straße und Wilhelm-Schickard-Straße werden große zusammenhängende Bau- felder geschaffen, um dem Wunsch nach Ansiedlungspotenzialen für Nach- frager mit großem Flächenbedarf Rech- nung zu tragen. Durch eine Verlegung der Straßenfüh- rung nach Norden entstehen zwei große Baufelder im Inneren des Technologie- parks. Damit sind zusammenhängende Grundstücke mit bis zu 13.000 qm mög- lich. Die „Flex Felder“ bieten nicht nur einen großen Flächenzuschnitt, sondern er- möglichen in besonderem Maße die Ausformung von vielfältigen Bautypolo- gien (Büro, Labor, Sonderbauten, Indus- trie 4.0) einschließlich der Integration von Parkhäusern zur Deckung des Stell- platzbedarfs. Die Straßenführung begünstigt zudem die gewünschte, verbesserte Anbindung mit Lastkraftwagen („Lkw Loop“), da sie in diesem Bereich ringförmig umge- setzt werden kann. Die Baukante nach Norden ist klar defi- niert und bildet ein visuelles Pendant zu den Gebäuden im „Schaufenster Nord“. 32 | Technologiepark karlsruhe reload Vorabzug stand: 26. september 2016 4 .1.7 „Tpk felder“ 4 .1. 8 „schAufensTer osT“ – Adresse zur hAid-und-neu-sTrAsse bare Grundstückseinheiten entstehen, die durch eine Ringerschließung parallel zur Albert-Nestler-Straße erschlossen werden. Von dieser Seite ist auch die Zu- fahrt zu den Gebäuden an der Haid- und-Neu-Straße vorgesehen. Zur Ringstraße staffelt sich die Gebäude- höhe auf drei Geschosse plus Staffelge- schoss zurück. Neuordnung des östlichen Teilbereichs: Positionierung zur Haid-und-Neu- Straße Visuelle Adressbildung über Archi- tektur und Landschaft Linear e, raumbildende Bebauung zur Haid-und-Neu-Straße (vier Geschos- se plus Staffelgeschoss) Begleitung der Baukante dur ch säu- lenförmige Bäume und „Grüne Fen- ster“ mit Einblicken in den Technolo- giepark Erschließung über rückwärtige Ring - straße abb. 33: Tpk Felderabb. 34: “schaufenster ost” Die „TPK Felder“ sind die typischen Bau- felder des Technologieparks, wie sie im Bebauungsplan definiert werden und umfassen die bereits bebauten Area- le sowie angrenzende Potenzialflächen. Die Grundstücksgrößen liegen zwischen 3.900 und rund 7.000 qm. Für die Neuausrichtung des Technologie- parks wird vorgeschlagen, sich stärker zur Haid-und-Neu-Straße darzustellen. Dazu sieht das Konzept lineare, ablesba- re Gebäude mit vier Geschossen (plus Staffelgeschoss) vor, deren repräsentati- ve Eingangsbereiche zum Straßenraum orientiert sein sollen. Um den Straßenraum der Haid-und-Neu- Straße zu gestalten und dem Technolo- giepark eine Adresse und ein Gesicht nach außen zu ermöglichen, soll eine gestaltete Vorzone entstehen. Dort sind säulenförmige Bäume vorgeschlagen (beispielsweise Säuleneichen = Baum 1. Ordnung), die zwar eine Grünkante ausbilden, aber durch Unterbrechungen und ihre Wuchsform immer wieder Ein- blicke bieten. Die lineare Bebauung par- allel zur Haid-und-Neu-Straße mit stra- ßenseitig fünf Geschossen fasst den wei- ten Straßenraum. Eine großzügige Vor- zone von 17 m zwischen Gebäuden und Straßenbahn, einschließlich Radweg, bie- tet eine adäquate Adresse für die neuen Nutzungen. Zudem sollen im Inneren effektiv nutz- Durch die vorgeschlagene Erhöhung der Anzahl der Geschosse sowie der Dich- te wird eine Anhebung der Ausnutzung von etwa 20 Prozent ermöglicht. sTadTplanungsaMT | 33 4 .1.9 „schAufensTer nord“ ung kaum Spielraum zur Anpassung von Kurvenradien oder Straßenbreiten zu- lässt. Eine mittige Ausbildung erleichtert zudem die gewünschte Anbindung für Lkw-Verkehre im westlichen Bereich. Alternativ hält das Konzept die Opti- on für eine weiter östlich gelegene An- bindung zur Albert-Nestler-Straße of- fen. Die genaue Lage der Zufahrtstrasse wird im Rahmen des Planverfahrens zur Südumfahrung Hagsfeld und der Anbin- dung an die Haid-und-Neu-Straße ge- prüft werden. Ausgestaltung „Schaufenster Nord“: Adressbildung nach Norden Linear e, raumbildende Bebauung mit Staffelgeschoss (vier Geschosse plus Staffelgeschoss) Klar e Kantenbildung zum Freiraum jedoch mit Durchlässigkeit abb. 35: “schaufenster nord” Im Norden soll zur geplanten regionalen Grünzäsur eine visuelle Adressbildung mittels einer klaren Baukante geschaf- fen werden. Dadurch entsteht ein ables- bares Wechselspiel von Technogiepark und Grünraum. Zwischen den linear auf- gereihten Gebäuden des „Schaufensters Nord“ sind breite Zäsuren vorgesehen, die eine Durchlässigkeit vom Technolo- giepark nach außen erlauben. In Verlängerung der Binnenparks entste- hen Öffnungen zum Grünraum und bin- den den Technologiepark an die regiona- le Grünraumvernetzung sowie den nörd- lich gelegenen Sportpark an. Den Auftakt von Norden soll ein gestal- teter Platzraum, möglichst mit öffentli- chen Nutzungen, an der neuen Zufahrt bilden. Die Vorzugsvariante sieht eine „mittige“ Lage der Nordzufahrt vor, da diese für den Verkehrsablauf im Gebiet, insbeson- dere für die Führung von Lkw-Verkehren Vorteile bietet. Es ist zielführender, die Anbindung an die Wilhelm-Schickard- Straße anzuschließen, da der bereits ge- baute Straßenquerschnitt in der Albert- Nestler-Straße mit angrenzender Bebau- 34 | Technologiepark karlsruhe reload Vorabzug stand: 26. september 2016 4.2 sTädTeBAuliche kennwerTe Baufeld 1: GFZ 2,0 Baufeld 2: GFZ 1,5 Baufeld 3: GFZ 1,3 Baufeld 4a: GFZ 1,4 Baufeld 4b: GFZ 1,3 Baufeld 5: GFZ 1,2 Baufeld 6: GFZ 1,5 Baufeld 7: GFZ 1,1 Baufeld 8: GFZ 1,2 Baufeld 9: GFZ 1,3 Baufeld 10: GFZ 2,0 Baufeld 13: GFZ 1,7 Baufeld 14: GFZ 2,0 Baufeld 15: GFZ 1,8 Baufeld 16: GFZ 1,8 Baufeld 17: GFZ 1,5 Baufeld 18: GFZ 1,7 Baufeld 19a: GFZ 1,0 Baufeld 19b: GFZ 1,9 Baufeld 20: GFZ 1,2 Baufeld 21: GFZ 1,9 Baufeld 22: GFZ 1,2 Baufeld 23: GFZ 1,8 Baufeld 24: GFZ 2,5 Baufeld 25: GFZ 1,4 Baufeld 26: GFZ 2,4 Baufeld 27: GFZ 2,1 Baufeld 28: GFZ 2,0 Baufeld 29: GFZ 2,3 Baufeld 30: GFZ 1,0 a bb. 36: dichtewerte der baufelder in der Vorzugsvariante Berechnung der GFZ ohne Anrechnung der (Brutto-)Geschossfläche der Staffelgeschosse und der dargestellten Parkhäuser. Aufgeführt sind die im städtebaulichen Entwurf dargestellten Bauvolumen, diese sind entlang der Haid-und-Neu-Straße und am nördli- chen Grünzug nur mit Tiefgaragen möglich. Beim Bau oberirdischer Parkierungen verringert sich die dargestellte GFZ. dichTewerTe der BAufelder in der VorzugsVAriAnTe sTadTplanungsaMT | 35 (BruTTo-)geschossfläche, flächenwerTe AS&P – Albert Speer & Partner GmbH Bebauungsplan239.000 qm GF Vorzugsvariante (inkl. Staffelgeschosse)305.000 qm GF Gesamtfläche qm AnteilBauland qm Anteil Erschließung qm Anteil Grün-/ Freiraum qm Anteil Bebaut80.80025,9% 44.00014,1%26.1008,4%10.7003,4% Planung231.30074,1% 153.50049,2%24.3007,8%53.50017,1% Gesamt312.100100% 197.50063,3%50.40016,1%64.20020,6% Kennzahlen basierend auf Bebauungsplan Gesamtfläche qm AnteilBauland qm Anteil Erschließung qm Anteil Grün-/ Freiraum qm Anteil Bebaut80.80025,9% 44.00014,1%26.1008,4%10.7003,4% Planung231.30074,1% 155.70049,5%34.10010,9%41.50013,3% Gesamt312.100100% 199.70063,6%60.20019,3%52.20016,7% Kennzahlen basierend auf Vorzugsvariante (Brutto-)Geschossflächen AS&P – Albert Speer & Partner GmbH Bebauungsplan239.000 qm GF Vorzugsvariante (inkl. Staffelgeschosse)305.000 qm GF Gesamtfläche qm AnteilBauland qm Anteil Erschließung qm Anteil Grün-/ Freiraum qm Anteil Bebaut80.80025,9% 44.00014,1%26.1008,4%10.7003,4% Planung231.30074,1% 153.50049,2%24.3007,8%53.50017,1% Gesamt312.100100% 197.50063,3%50.40016,1%64.20020,6% Kennzahlen basierend auf Bebauungsplan Gesamtfläche qm AnteilBauland qm Anteil Erschließung qm Anteil Grün-/ Freiraum qm Anteil Bebaut80.80025,9% 44.00014,1%26.1008,4%10.7003,4% Planung231.30074,1% 155.70049,5%34.10010,9%41.50013,3% Gesamt312.100100% 199.70063,6%60.20019,3%52.20016,7% Kennzahlen basierend auf Vorzugsvariante (Brutto-)Geschossflächen abb. 37: städtebauliche kennwerte Die (Brutto-)Geschossfläche der Vorzugs- variante beträgt rund 305.000 qm. Im Vergleich dazu würde der bestehende Bebauungsplan eine (Brutto-)Geschossflä- che von rund 239.000 qm ermöglichen. Somit wird eine Erhöhung der baulichen Ausnutzung des Gesamtareals um circa 25 Prozent erreicht. Auf Basis des städtebaulichen Entwurfs der Vorzugsvariante wurden eine Flä- chenbilanz erstellt und die möglichen (Brutto-)Geschossflächen (GF) ermittelt. Ein Vergleich zum bestehenden Bebau- ungsplan zeigt, dass sich der Erschlie- ßungsanteil durch die zusätzliche Ring- straße im Osten des Gebiets und die geänderten Straßenbreiten erhöht. Das nutzbare Bauland vergrößert sich ge- ringfügig. Die öffentlichen Grünflächen verringern sich, insbesondere durch die nun vorgesehene dichtere Bebauung an den Außenkanten („Schaufenster Nord“ und „Schaufenster Ost“). 36 | Technologiepark karlsruhe reload Vorabzug stand: 26. september 2016 abb. 38: 3d-baumassenmodell der Vorzugsvariante, blick von norden sTadTplanungsaMT | 37
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Extrahierter Text
38 | Technologiepark karlsruhe reload Vorabzug stand: 26. september 2016 5.1 urBAniTäT und work-life-BAlAnce Urbanität umschreibt das Bild eines le- bendigen Stadtquartiers, einer Stadt voller Leben. Um Urbanität zu generie- ren, sind mehrere Aspekte zu berück- sichtigen. Einige wichtige Stichpunkte sind Dichte, Funktionsmischung, Treff- punkte, Sport und Freizeit. Bezogen auf den Technologiepark in Karlsruhe bedeutet dies, die Angebots- palette bezüglich der Nutzungen zu er- weitern beziehungsweise die Zulässig- keit innerhalb des Parks flexibler zu handhaben sowie die Freiräume attrak- tiv zu gestalten und Freizeitmöglichkei- ten zu schaffen. 1. Belebung des Technologieparks durch publikumsbezogene Nut- zungen und Angebote Der Endbericht des Fraunhofer ISI ver- deutlicht die Wichtigkeit, dass den Be- schäftigten heute mehr als nur ein Ar- beitsplatz zur Verfügung gestellt wer- den sollte. Die Befragten erläuterten die Wichtigkeit des „Kampfes um die besten Köpfe“ und die Notwendigkeit, die Nutzungsangebote des Technolo- gieparks stärker zu fächern und somit attraktiver für Unternehmen sowie für Beschäftigten zu gestalten. Eine Bele- bung soll durch ein breiteres Nutzungs- spektrum mit ergänzenden Angeboten im gastronomischen Bereich (Café, Re- staurant), Läden mit Waren für den täglichen Bedarf (wie Bäckerei, Nahver- sorgung) und ergänzenden Dienstleis- tungen geboten werden. Insbesondere in den Eingangsbereichen zum Techno- logiepark sowie um zentral gelegene öffentliche Plätze sollte eine Konzent- ration von Nutzungen forciert werden, um eine Belebung durch Laufkund- 5 konzepTionelle grundprinzipien der VorzugsVAriAnTe Sowohl im Rahmen der Nutzergesprä- che als auch des Zukunftsworkshops TPK wurde seitens der heutigen Nutzer und Mieter deutlich, dass eine stärkere Diversifizierung des Technologieparks hinsichtlich seiner Attraktivität für die Arbeitskräfte gewünscht wird. Gerade ein Leben neben dem Arbeiten wird den Arbeitnehmern immer wichtiger. Die heutige Nutzung des Technologie- parks ist überwiegend monostruktu- riert. Die circa 70 Unternehmen aus dem IT-Bereich beziehungsweise dem Technologie- und High-Tech-Sektor ha- ben nur begrenzte Möglichkeiten, den Technologiepark als urbanen Stadt- raum außerhalb ihrer Arbeitsräume zu nutzen. Gründe dafür liegen in dem geringen Angebot (u.a. aufgrund der reglementierenden Bestimmungen des Bebauungsplans) und zum anderen in den bislang nicht adäquat nutzbaren Freiräumen, die wenige Treffpunkte bieten. a bb. 39: oben binnenpark ziel: Tpk als lebensraum Zur Stärkung der Urbanität und einer verbesserten „Work-Life-Balance“ wer- den folgende drei Punkte vorgeschla- gen: sTadTplanungsaMT | 39 neuer Begegnungsräume plädiert. Dazu können zum Beispiel gemeinsa- me Begegnungs- und Veranstaltungs- räume beitragen, die sowohl für Firme- nevents nutzbar wären, als auch für Kultur- und Eventangebote für Be- schäftigte des Technologieparks sowie für Bewohnerinnen und Bewohner der Nachbarquartiere. Vorstellbar sind kul- schaft zu ermöglichen. Für die Beschäf- tigten soll ein angenehmes Arbeitsum- feld geschaffen werden, in welchem in nächster Nähe Erledigungen getätigt werden können. Übernachtungsange- bote für Firmengäste sowie für Besu- cherinnen und Besucher in einem Hotel oder Boarding House bieten für die Fir- men verbesserte Optionen und tragen zu einer erweiterten Nutzung auch bei Nacht bei. Räumlichkeiten für Konfe- renzen und Seminare sind ebenso wichtige Bausteine. 2. Qualitätsvolle öf fentliche Räu- me mit Nutzungsvielfalt Öffentliche Räume bieten die Möglich- keit, zu differenziert ausgebildeten Aufenthalts- und Treffpunkten zu wer- den. Dazu zählen urbane Plätze wie auch Bereiche für sportliche Aktivitäten oder Ruheinseln. Bei einer Koppelung von Nutzungen und Freiräumen entste- hen „Eventflächen“ die vielfältig ge- nutzt werden können. Auf den Firmen- arealen können Terrassen zu Ruhein- seln im Freien werden, um kurzzeitig Abstand zum Arbeitsalltag zu gewin- nen oder auch, um als Arbeitsplätze im Freien zu fungieren. Idealerweise wer- den diese Freibereiche zu den Binnen- parks ausgerichtet, um eine visuelle Verbindung ins Grüne zu schaffen. 3. V eranstaltungen und Angebote für Stadtbewohner/Stadtteile Im Rahmen des Zukunftsworkshops wurde in Bezug auf die Thematik Urba- nität insbesondere für die Schaffung a bb. 40: nutzbare Freiräume turelle Veranstaltungen wie beispiels- weise Lesungen, Konzerte, Theaterauf- führungen. Diese Begegnungsräume ermöglichen den Austausch zwischen Bürgerinnen und Bürgern, Forschenden sowie zwischen den unterschiedlichen Beschäftigten und ansässigen Firmen innerhalb des Technologieparks. 40 | Technologiepark karlsruhe reload Vorabzug stand: 26. september 2016 5.2 zeiTgemässe ArBeiTswelTen 1. geänderte Ansprüche an gebäu- detiefen Im Rahmen der Nutzerbefragung wur- de deutlich, dass größere Gebäudetie- fen sinnvoll sind, insbesondere bei Be- rücksichtigung neuer Trends für die Zu- kunft in Bezug auf Industrie 4.0 und Laborebenen. Auch Erfahrungen aus aktuellen Gebäudeplanungen für Groß- unternehmen haben gezeigt, dass sich die Ansprüche an die Gebäudetiefen gewandelt haben. Waren in der Ver- gangenheit Gebäudetiefen von 14 m im Bürobau akzeptabel, tendieren Un- ternehmen heute zu tieferen Gebäu- den, um flexible und neue Arbeitswel- ten zu schaffen. Daher ist es insbeson- dere bei der Integration von Laborge- schossen zielführend, Gebäudetiefen zwischen 16 m und 18 m zuzulassen. Auch die innere Ausstattung der Ge- bäude mit starren Wandstrukturen wurde seitens der Nutzer bemängelt. Für eine flexible Flächengestaltung in den Gebäuden sollten modulare und offene Bauweisen bevorzugt werden, um so auf Änderungen der Bedürfnisse der Nutzer kurzfristig reagieren zu kön- nen. 2. stärkere durchdringung von „innen und Außen“ Die Grünräume sind nach Aussage der ansässigen Unternehmen oftmals ein wesentliches Ansiedlungskriterium, das für den Technologiepark spricht. Eine Orientierung der Arbeitsplätze mit Be- zug zum Grünen kann die Kreativität der Arbeitnehmer fördern und sollte bei künftigen Entwicklungen bedacht werden. Die Anlage von Terrassen un- terstützt zusätzlich eine stärkere Durch- dringung von innerer und äußerer Ar- beitswelt. 3. nutzung öffentlicher räume Ideen sind nicht immer auf Befehl ab- rufbar. Förderlich ist es, wenn man sei- ne Gedanken schweifen lassen kann und sich eventuell auch in einem ande- ren Umfeld befindet. Optionen zum „Arbeiten im Freien“ mit angeschlosse- ner WLAN Verbindung können sich an- gegliedert an die Arbeitsbereiche be- finden oder in „urbanen Kommunikati- onsräumen des Austausches“ wie bei- spielsweise in gastronomischen Einrich- tungen. 18 m 16 m 14 m Terrasse Binnenpark WLAN abb. 41: durchdringung von “innen und außen” ziel: zeitgemäße Arbeitswelten In der Arbeitswelt von heute findet derzeit ein Strukturwandel statt, der Einfluss auf die Arbeitsorganisation hat und neue Herausforderungen stellt, aber auch Chancen schafft. Die Arbeitswelt wandelt sich aufgrund von Globalisierung, neuen Technologi- en sowie demographischem Wandel. Heute steht gemeinschaftliches, pro- duktives Arbeiten in einer möglichst kreativen Atmosphäre im Vordergrund. Dies hat sowohl Einfluss auf die Ausbil- dung der Gebäude an sich, das Innere und die Orientierung der Arbeitsberei- che sowie auf die Möglichkeiten des Austausches und der Vernetzung. Für den Technologiepark wurden drei wesentliche Aspekte für zeitgemäße Arbeitswelten hervorgehoben: a bb. 42: gebäudetiefen Das Fraunhofer ISI beschreibt im End- bericht des Zukunftsworkshops die Notwendigkeit zur Schaffung neuer Formen der Arbeits- und Arbeitsplatz- gestaltung mit Auswirkungen sowohl für die Ausformung der Gebäude und Räumlichkeiten als auch für die Infra- struktur im weiteren Sinn. sTadTplanungsaMT | 41 5.3 Technologie und innoVATion te einer nachhaltigen Bauweise. Gege- benenfalls können sich Synergien mit ansässigen Unternehmen oder Institu- ten des KIT Campus Ost ergeben. Auch im Bereich der Freiraumplanung könnten Modellprojekte und nachhalti- ge Freiraumkonzepte entwickelt wer- den und somit der Klimaanpassung des Technologieparks dienen. Wichtige Ele- mente hierbei sind die Themen Regen- wasserretention im öffentlichen Raum und auf privaten Flächen (Parkierung, Dachflächen) sowie intensive und ex- tensive Gestaltungen der öffentlichen Räume, um ein differenziertes Angebot zu ermöglichen und ökologisch wert- volle Räume zu schaffen (siehe Frei- raumkonzept). Die Verwendung von hellen Oberflächen auf versiegelten Flächen oder Fassaden mindert die Re- flexion von Sonnenstrahlung, so dass insgesamt weniger Wärmeenergie auf- abb. 43: Mulitfunktionsleuchte smight (© enbW energie baden-Würtemberg ag) abb. 44: nachhaltige Freiraum- und gebäudekonzepte ziel: innovation und nachhaltigkeit Eine stärkere Wahrnehmbarkeit des Technologieparks nach außen, insbe- sondere die (inter)nationale Präsenz gilt es zu erhöhen. Der Technologiepark kann sich neue Technologien zunutze machen, in dem er beispielsweise künf- tig als Test- oder Showroom für inno- vative, technologische Neuentwicklun- gen der Technologieregion dient. Auf diesem Wege kann ein eigenes „Bran- ding“ als „Der Technologiepark Karls- ruhe“ stärker vermarktet werden, auch um sich von gewöhnlichen Gewerbe- gebieten abzugrenzen. Daher sollten Aspekte wie Energienutzung im Tech- nologiepark mitgedacht werden. Mit Hilfe von geförderten Modellpro- jekten wie beispielsweise der Integrati- on der „Multifunktionsleuchte Smight“ können erste Zeichen gesetzt werden. Diese Multifunktionsleuchte vereint ei- nen WLAN Hotspot mit einer E-Mobile- Ladestation im öffentlichen Stadtraum und kann mit einem innovativen Ver- kehrskonzept (solarbetriebene Mobility Stations/Hubs) verknüpft werden. Ein weiterer Baustein zur Etablierung eines innovativen Technologieparks ist die Thematik Energieeffizienz und Energienutzung. Insbesondere beim Neubau von Gebäuden sollte die Pas- sivhausbauweise angestrebt werden. Eine Nutzung von Solarpanelen an Fas- saden oder auf den Dächern kann zur Deckung des eigenen Energiebedarfs beisteuern und einen Beitrag zur Indivi- dualität der Architektur leisten. Die Nutzung von Grauwasser sowie eine Dachbegrünung sind ebenfalls Elemen- Der heutige Technologiepark lässt nach außen nicht ausreichend erken- nen, dass es sich um einen Standort für Innovations- und Technologieun- ternehmen handelt. Auf Grund dessen sollte er künftig mehr bieten als nur Bauvolumen. Es sollte angestrebt wer- den, Innovation und Technologie im Technologiepark sichtbar zu machen. Voraussetzung dafür ist, dass im Ge- biet innovative und effiziente Techno- logie der Infrastruktur zur Ver- und Entsorgung eingesetzt werden. genommen wird. Zur Versorgung mit Wärme oder Kälte sollten innovative Systeme geprüft werden. Da das Gebiet bereits an die Fernwärme angeschlossen ist, könnten möglicherweise im Gebiet ein Nahwär- menetz und - bei Bedarf - ein Kälte- netz (gespeist durch eine Absorptions- kältemaschine aus Fernwärme) aufge- baut werden. Solche Systeme sind nur wirtschaftlich, wenn sie eine hohe Nachfrage aufweisen, weshalb hin- sichtlich der Umsetzung auch die Ver- pflichtung zum Anschluss mit zu be- trachten ist. 42 | Technologiepark karlsruhe reload Vorabzug stand: 26. september 2016 KIT Campus Ost Waldstadt TPK Halt Sinsheimer Straße Rintheimer Querallee KIT Campus Süd Tram 4 Tram 5 Halt Hirtenweg/Tech- nologiepark Buslinie 39 abb. 45: Vernetzung Öffentlicher Verkehr (luftbild: stadt karlsruhe) Theodor-Heuss-Allee Haid-und-Neu-Straße S 2 abb. 46: Vorschlag Tpk bus loop KIT Campus Ost TPK Halt Sinsheimer Straße Halt Hirtenweg/Tech- nologiepark „Mobilitätszentrale“ 300 m/4 min 150 m/2 min 400 m/6 min Innenstadt cir ca 4 km/10 min Shuttlebus opt. Verlängerung Bus Loop 5.4 öffenTlicher nAhVerkehr ziel: Ausweitung, integration und Ver- netzung der öffentlichen Verkehre Der Technologiepark ist leistungsfähig durch den ÖPNV erschlossen. Auf- grund der künftig stark ansteigenden Mitarbeiterzahl und der relativ großen Distanzen wird ergänzend eine schnel- le und leistungsfähige Shuttlebus-An- bindung in die Innenstadt über die Theodor-Heuss-Allee vorgeschlagen. Hier ist eine Kooperation mit der KIT- Buslinie 39 anzustreben. Diese Busver- bindung soll Teile des Technologieparks erschließen und ist in das geplante in- terne öffentliche Verkehrsnetz zu inte- grieren. Um den Technologiepark an die Halte- stellen der Schiene und des Busses stärker anzubinden, wird ein „TPK Bus Loop“ für die interne Verteilung der Beschäftigten vorgeschlagen. Hier soll- ten neuartige Verkehrsmittel wie elekt- rische, autonome Busse fahren, wo- durch der innovative Charakter des Vorhabens unterstrichen wird. Eine „Mobilitätszentrale“ an der Hauptzufahrt des Technologieparks bietet weitere innovative Verkehrs- dienstleistungen und visualisiert die In- novationen baulich nach außen. Ein Mobilitätskonzept zur Verbesserung und Ausweitung des ÖPNV soll den Standort Technologiepark weiter stär- ken. Der Technologiepark ist gut an den öf- fentlichen Nahverkehr angebunden. In der Haid-und-Neu-Straße verkehren drei Linien des Schienenverkehrs (Tram- linien 4 und 5 sowie Stadtbahnlinie 2). Zwei Haltestellen (Hirtenweg/Technolo- giepark, Sinsheimer Straße) liegen im Südosten beziehungsweise Osten des Technologieparks und binden ihn an den Nahverkehr an. Bei Ansatz eines 400 m Einzugsradius (sechs Minuten Fußweg) ist der östliche Bereich des Parks sehr gut erschlossen. Der westli- che Bereich liegt etwa zehn Minuten von den Haltestellen entfernt, was noch akzeptabel ist. Um die Nutzung des öffentlichen Nah- verkehrs stärker zu fördern, sieht das städtebauliche Konzept gut ausgebau- te Verknüpfungen zu den Haltestellen vor. Neben den öffentlichen Linien verkehrt ein Bus des Karlsruher Institut für Tech- nologie (KIT). Er verbindet die verschie- denen Campusstandorte über eine ei- gene Buslinie, den KIT Bus 39. Die Bus- haltestelle für den KIT Campus Ost be- findet sich an der Rintheimer Querallee im Zufahrtsbereich zum Campus. sTadTplanungsaMT | 43 5.5 fAhrrAdVerkehr KIT Campus Ost TPK Hauptfriedhof Rintheim Hagsfeld Sportpark Citypark Wildparkstadion 10 min zum Schloss Alter Friedhof Otto-Dulenkopf Park AS&P –Albert Speer & Partner GmbH30.05.2016 Technologiepark Reload | Karlsruhe 32 >Abstellmöglichkeiten auf Grund- stück, zusätzlich im Straßenraum >möglichst überdacht, Ladestationen >Stellplätze nach VO: ~ 1.250 (1 / 225m² NF Ind. , 1 / 100m² NF Büro) >Empfohlene Anzahl Fahrradstellpl. 20% (~2.400) (Schätzung, Potentialanalyse basierend auf Wohnortverteilung nötig, unter Berück- sichtigung der KfZ-Stellpl., Modalsplit Radverkehr Karlsruhe 25% (2012) >Servicepoint im TPK (Werkstatt, Verkauf, Showroom) Beispiele für Fahrradstellplätze im Straßenraum Förderung Fahrradverkehr 7.1 Konzept Zweiräder abb. 47: anbindung Fahrradverkehr (luftbild: stadt karlsruhe) abb. 48: Vorschlag Fahrradstellplätze im straßenraum ziel: förderung fahrradverkehr Die sehr gute, nahezu umwegefreie und verkehrsarme Verbindung zwi- schen Innenstadt und Technologiepark über die Hagsfelder Allee und die wei- tere Einbindung in das Radwegenetz machen das Fahrrad/Pedelec zu einem attraktiven Verkehrsmittel für den TPK. Um den Radverkehrsanteil noch stärker zu fördern, wird empfohlen, im Tech- nologiepark Fahrradstellplätze, Lade- stationen und einen Servicepunkt (Werkstatt, Ersatzteile, Showroom) so- wie Umkleiden und Duschen für einen angemessenen Anteil der Beschäftig- ten vorzuhalten und entsprechend zu dimensionieren. Die Abstellanlagen sollten nutzerfreundlich in einer maxi- malen Entfernung von 100 m zum Ar- beitsplatz in überdachter Weise im Straßenraum oder auf dem Grundstück vorgesehen werden. Karlsruhe hat ein gut ausgebautes in- nerstädtisches Radwegenetz und schon heute einen hohen Radverkehrsanteil (25 Prozent). Großteile der Karlsruher Innenstadt einschließlich des Haupt- bahnhofs liegen im 5-Kilometer-Radius um den Technologiepark – einer Dis- tanz die bequem in weniger als 20 Mi- nuten mit dem Fahrrad zurückzulegen ist. Drei Hauptwegerouten tangieren den Technologiepark und vernetzen diesen mit der Innenstadt (Fahrzeit von zehn Minuten) sowie den angrenzen- den Stadtteilen. Eine Vielzahl von Beschäftigten nutzt schon heute bei guter Wetterlage das Fahrrad. Bemängelt werden jedoch die unzureichenden und inadäquaten Fahr- radstellplätze im Technologiepark. Um noch mehr Beschäftigte zur Nutzung des Fahrrads zu motivieren, sollte das Zweiradkonzept ausgeweitet werden. 44 | Technologiepark karlsruhe reload Vorabzug stand: 26. september 2016 5.6 erschliessung und AnBindung durch den moTorisierTen indiViduAlVerkehr Die Zufahrtssituation zum Technologie- park stellt ein großes Problem dar, da in den Spitzenstunden der Knoten Hir- tenweg/Haid-und-Neu-Straße stark überlastet ist und jede Zuwegung über die Albert-Nestler-Straße stattfindet. Bei weiter fortschreitendem Ausbau des Technologieparks werden redun- dante Zufahrten erforderlich, um die Leistungsfähigkeit im Zufahrtsbereich zu gewährleisten. Eine Verbesserung mit einer zusätzlichen Anbindung von Süden ist absehbar, da aktuell ein Be- bauungsplanverfahren für eine Er- schließung durch die Kleingärten zwi- schen Hirtenweg und Emmy-Noether- Straße durchgeführt wird. Es wird da- von ausgegangen, dass diese zusätzli- che Anbindung zum Ende des Jahres 2017 gebaut werden kann. Für den Endausbauzustand des Tech- nologieparks werden zum heutigen Zeitpunkt etwa 12.000 Beschäftigten prognostiziert. Eine Abwicklung der Verkehre über die zwei südlichen Zu- fahrten wird jedoch nicht genügen, um den Technologiepark ausreichend zu bedienen. Derzeit wird ein Planfeststellungsver- fahren mit Variantenprüfung für die Südumfahrung Hagsfeld vorbereitet. Die Südumfahrung Hagsfeld ist ein Verkehrsinfrastrukturprojekt zur Entlas- tung der Ortslage Hagsfeld mit direkter Ost-West-Anbindung der Autobahn A5 an die Haid-und-Neu-Straße. Geprüft werden unter anderem die Trassenlage, der Anschluss an die Haid-und-Neu- Straße und eine mögliche Weiterfüh- rung zur Theodor-Heuss-Allee 2 . Im Rahmen des Planfeststellungsver- fahrens sollen zudem Varianten für eine Nordanbindung des Technologie- parks geprüft werden. Aus Sicht der Vorzugsvariante sollte je- denfalls eine Weiterführung von einem Anschluss an der Haid-und-Neu-Straße nach Westen erfolgen, um eine neue Nordzufahrt mit direkter Anbindung an die Südumfahrung Hagsfeld und damit zur A5 zu erhalten. Erste verkehrliche Abschätzungen der Stadt Karlsruhe gehen davon aus, dass bei einem Endausbau innerhalb von 24 Stunden circa 8.000 Fahrten zum und vom Technologiepark kommend statt- finden werden. Die Verteilung der Ver- kehrsströme wird wie folgt prognosti- ziert: Zufahrt über Haid-und-Neu-Straße 3.500 KFZ/24h Zufahrt 2 am Hirtenweg 2.000 KFZ/24h Zufahrt Nord 2.500 KFZ/24h 3 2 Beschlussvorlage Stadt Karlsruhe 26.01.2016, Südumfahrung Hagsfeld 3 Stadtplanungsamt Karlsruhe, Juni 2015 KIT Campus Ost TPK Rintheim Hagsfeld Waldstadt KIT Campus Süd Bebauungsplan-Aufstellung 2. Anbindung von Süden Potenzielle Nordanbindung abb. 49: anbindung Motorisierter individualverkehr (luftbild: stadt karlsruhe) zufAhrTssiTuATion Die Anbindung an das übergeordnete Netz des Motorisierten Individualver- kehrs (MIV) ist gut. Der Autobahnan- schluss Durlach (A5) ist in zehn Minu- ten erreichbar. Eine interne Verkehrsstudie der Stadt Karlsruhe (Stand Juni 2015) weist die Anbindung von/nach Süden als stärks- te Verkehrsbeziehung aus. Die Anbin- dung von/nach Norden ist verbesse- rungswürdig, da Pkws durch die Stadt- teile Hagsfeld beziehungsweise Wald- stadt fahren. Eine aktuelle Verkehrsun- tersuchung prüft die Südumfahrung Hagsfeld. Zum heutigen Zeitpunkt arbeiten im Technologiepark etwa 4.000 Beschäf- tigte. Die Anfahrt durch Beschäftigte beziehungsweise Besucher- und Anlie- ferverkehre wird derzeit über nur eine Zufahrt im Südosten abgewickelt, die bereits stark ausgelastet ist. Hier ent- stehen Verkehrsströme von circa 3.200 Pkws innerhalb von 24 Stunden 1 . 1 Stadtplanungsamt Karlsruhe, Juni 2015 sTadTplanungsaMT | 45 inTerne erschliessungssiTu- ATion Zum heutigen Zeitpunkt sind nur Teile der im Bebauungsplan vorgesehenen Straßen vorhanden. Gebaut sind die Albert-Nestler-Straße (1) im Osten, die mittlere Erschließungsachse Wilhelm- Schickard-Straße (2), der östliche Teil von Im Vogelsand (3) sowie die Emmy- Noether-Straße (4) bis zur Ada-Love- lace-Straße (5). Der Bebauungsplan sieht eine Ringer- schließung über die Albert-Nestler- Straße, Im Vogelsand, Konrad-Zuse- Straße (6) beziehungsweise Wilhelm- Schickard-Straße sowie die Emmy-Noe- ther-Straße vor. Die Zuwegung zum Technologiepark war lediglich über die Albert-Nestler-Straße im Südosten ge- plant. Mehrere Stichstraßen sollten der Andienung der rückwärtig gelegenen Grundstücke dienen. Die Straßenquerschnitte der Straßen variieren aufgrund der Parkierung (Wechsel von Parallel- und Senkrecht- parken), so dass der Straßenraum un- terschiedlich breit ist. Als problema- tisch erweist sich die Andienung mit Lkws beziehungsweise Lieferfahrzeu- gen, da keine Entladebereiche vorgese- hen sind. Wendemanöver in den im Bebauungsplan festgesetzten Stichstra- ßen sind für große Lkws nicht möglich. Aufgrund der Anlieferungen zu den Firmen kommt es insbesondere in der Albert-Nestler-Straße immer wieder zu Engpässen, da die Straße blockiert wird. ziel: Belastbare interne und externe er- schließung In Hinblick auf den avisierten Ausbau- grad des Technologieparks ist eine drit- te Zufahrt von Norden unabdingbar. Insbesondere unter Berücksichtigung der heutigen Verkehrsbelastung im Knotenbereich Hirtenweg/Haid-und- Neu-Straße, der bereits an seine Belas- tungsgrenzen stößt. Nach Prüfung und Abwägung von zwei Lageoptionen für eine Nordanbindung wird die mittlere Lage anknüpfend an die Wilhelm- Schickard-Straße favorisiert, eine östli- che Lage offen gehalten. Für eine schlüssige Erschließung wird das Ringsystem fortgeführt. Die städte- bauliche Neuregelung in Bezug auf Geschosshöhen sowie die Integration von Anlieferzonen beziehungsweise Mobility Stations machen es notwen- dig, die Straßenquerschnitte in den noch nicht erschlossenen Bereichen an- zupassen. Um künftig eine Lkw-taugliche Er- schließung zu gewährleisten, wird ein Lkw Loop vorgeschlagen. Insbesondere die Radien in den Kurvenbereichen müssen hierfür ausreichend Fläche bie- ten und von parkenden Pkws freige- halten werden. Um zukünftig zudem verstopfte Straßen zu vermeiden, wer- den Anlieferzonen integriert. 1 2 3 4 5 5 6 a bb. 50: straßen bestand und planung gemäß bebauungsplan (luftbild: stadt karlsruhe) abb. 51: erschließungsansatz und lkw loop 1 2 3 4 5 6 46 | Technologiepark karlsruhe reload Vorabzug stand: 26. september 2016 ausgewiesenen Parkplätze sind belegt, die Zufahrtsstraße ist „zugeparkt“ und viele freie, nicht bebaute Flächen wer- den zum Parken genutzt. Insbesondere für Besuchsverkehr ist es schwer, ad- äquate Parkplätze zu finden. Die Situa- tion wird sich künftig verschärfen, da 5.7 pArkierung mit jedem neu bebautem Baufeld „wil- de“ Parkflächen entfallen und zudem neue Beschäftigte sowie Besucherin- nen und Besucher hinzukommen. Da- her ist eine Reglementierung und Re- organisation der Stellplatzsituation not- wendig. a bb. 52: zugeparkter straßenraum Die Stellplatz- und Parkierungssituati- on im Technologiepark ist äußerst an- gespannt. In den vorhandenen Stra- ßen (Albert-Nestler-Straße, Wilhelm- Schickard-Straße, Im Vogelsand, Em- my-Noether-Straße) wurden Parkplät- ze im öffentlichen Raum geschaffen. Zum Teil sind diese Stellplätze jedoch privat und direkt Firmen zugeordnet, insbesondere in der Albert-Nestler- Straße. In den Gebäuden der ersten Generati- on der TPK GmbH wurden Tiefgara- gen realisiert, um den Stellplatznach- weis zu erbringen. Das letzte realisier- te Gebäude in der Albert-Nestler-Stra- ße sowie das sich derzeit im Bau be- findende Gebäude wird mit oberirdi- schen Stellplätzen umgesetzt. Tiefga- ragen sollen nach Aussagen der TPK GmbH nicht mehr errichtet werden, da der Grundwasserspiegel im Gebiet sehr hoch ist. Alternativ will die TPK GmbH bei neuen Vorhaben Parkdecks errichten. Die Firmen Microchip Tech- nology, CAS Software AG sowie die CAB Produkttechnik GmbH & Co. KG haben ihre Stellplätze ebenerdig auf ihren Grundstücken realisiert. Vor Ort wird erkennbar, dass es große Engpässe beim Parken gibt. Sämtliche abb. 53: parkplätze auf dem grundstück sTadTplanungsaMT | 47 abb. 54: dezentrale parkierung mit parkhaus und “Mobilitätszentrale” (M) ziel: Beschränkung und organisation der kfz-Verkehre Zunächst soll mit den zuvor beschrie- benen Maßnahmen zum öffentlichen Verkehr und Fahrradverkehr das Auf- kommen des motorisierten Individual- verkehrs (MIV) reduziert werden. Weiter ist die Unterbringung des ru- henden Verkehrs im Technologiepark Karlsruhe ein wesentlicher Bestandteil des Mobilitätskonzepts. Hier sollte möglichst individualverkehrsdämpfend vorgegangen werden. Die Anzahl der nachzuweisenden Stellplätze richtet sich dabei nach der VwV Stellplätze 1 , die eine Reduktion der nachzuweisen- den Stellplätze bei Anschluss an den öffentlichen Verkehr vorsieht. Der Stellplatzbedarf für die Neubebau- ung beträgt rechnerisch 4.170 Stell- plätze. Bei Anwendung der „Kriterien ÖPNV im Anhang 1 der VwV Stellplät- ze“ reduziert sich die Anzahl der Stell- plätze auf circa 2.500 Stellplätze. 1 Verwaltungsvorschrift des Ministeriums für Ver- kehr und Infrastruktur über die Herstellung not- wendiger Stellplätze (VwV Stellplätze), 28. Mai 2015 – Az.: 41-2600.0-13/187 Die Vorzugsvariante geht von einem dezentralen Stellplatzkonzept verbun- den mit einem zentralen Parkhaus in Verbindung mit der „Mobilitätszentra- le“ aus. Dabei wird unterstellt, dass bei künfti- gen Bauvorhaben die Parkierung auf den Grundstücken erfolgt. Dies sollte vorzugsweise in Parkhäusern stattfin- den, wobei entlang der repräsentati- ven Baukanten offene Parkgeschosse, auch im Erdgeschoss, aus gestalteri- schen Gründen nicht erwünscht sind. Die Vorzugsvariante stellt für die grö- ßeren, innenliegenden Baufelder Park- häuser dar. In der Randbebauung sind aufgrund des engeren Grundstückszu- schnitts Tiefgaragen sinnvoll. Das städ- tebauliche Konzept ist so aufgebaut, dass weitere Parkhäuser für eine ge- meinsame Nutzung durch mehrere Un- ternehmen hinzukommen können. Das zentrale Parkhaus westlich der Al- bert-Nestler-Straße soll als Besucher- beziehungsweise Sonderparkhaus die- nen. Aufgrund seiner großen mögli- chen Kapazität von bis zu 600 Stell- plätzen könnten in diesem zentralen Parkhaus neben Besucherplätzen antei- lig gegebenenfalls auch Stellplätze für Gebäude in einem praktikablen Ein- zugsbereich bereitgestellt werden. Konzeptionell soll die „Mobilitätszent- rale“ und damit das Parkhaus an das interne Mobilitätssystem gekoppelt werden, als Anlauf- und Umsteige- punkt für ankommende Beschäftigte sowie Besucherinnen und Besucher auf interne elektrische Verkehrsmittel, Fahrräder oder den TPK Bus Loop. Ein weiteres Element des Parkierungs- konzepts besteht darin, im öffentli- chen Straßenraum nur noch in stark begrenztem Umfang Parkplätze anzu- ordnen und statt dessen Raum für in- novative Angebote (Leih- und Ladesta- tionen, Abstellplätze für Fahrräder und E-Bikes), für Behindertenstellplätze so- wie für Ladezonen vorzusehen (siehe auch Kapitel Nutzung des öffentlichen Straßenraums). M 48 | Technologiepark karlsruhe reload Vorabzug stand: 26. september 2016 5.8 e-moBiliTy abb. 55: beispielfahrzeug für autonomes Fahren © navya-Technology.com abb. 56: beispiele für einrichtungen innovativer Mobilität ziel: innovative mobilitätskonzepte Der Technologiepark sollte zum For- schungs- und Anwendungsmodell für zukunftsorientierte Verkehrskonzepte werden. Der vorgeschlagene interne TPK Bus Loop würde als Pilotprojekt und Demonstrationsvorhaben für auto- nomes Fahren dienen. Die Idee ist, ein automatisches Fahrzeug auf einem Rundkurs im Technologiepark fahren zu lassen, um Beschäftigte sowie Besu- cherinnen und Besucher von den Hal- testellen des öffentlichen Verkehrs be- ziehungsweise zentralen Parkhäusern innerhalb des Parks zu verteilen. Als Ergänzung zum öffentlichen Ver- kehr werden für die interne Erschlie- ßung elektrisch betriebene Verkehrs- mittel und Fahrräder empfohlen. An Ankunftspunkten wie den Haltestellen des öffentlichen Verkehrs und Parkhäu- sern können diese Verkehrsmittel an Mobility Hubs entnommen werden und an dezentral verorteten Mobility Stations abgestellt und aufgeladen werden. Die Mobility Hubs sollten gut sichtbar positioniert werden, um den Technologiepark nach außen als beson- deren und innovativen Standort zu kennzeichnen. Zusätzlich empfiehlt sich ein Mobility Hub in der Innenstadt (4 km Entfernung), um eine zukunfts- weisende und von Fahrplänen unab- hängige Verbindung herzustellen. Dar- über hinaus wird vorgeschlagen, am südlichen Gebietseingang ein Mobili- tätszentrum anzusiedeln, das Interes- sierten E-Mobility näher bringt und als Basis innerhalb des Technologieparks dient (Lade- und Servicestation, Verleih von Verkehrsmitteln wie Pedelecs, Seg- ways, Hoverboards, Fahrrädern und so weiter). Neben der verbesserten Erschließung ermöglichen neue Mobilitätsformen in Form von Pilotprojekten und Demonst- rationsvorhaben das tägliche Erleben technologischer Innovation und der Technologiepark kann so zum Schau- fenster für E-Mobility werden. Derzeit gibt es im Technologiepark kein internes öffentliches Verkehrsmit- tel. Auch E-Mobility spielt bislang kei- ne Rolle. sTadTplanungsaMT | 49 5.9 wAndhöhen Der Gestaltungsplan, der dem Bebau- ungsplan beigefügt ist, sieht für den Technologiepark überwiegend eine dreigeschossige Bebauung an den Er- schließungsstraßen vor (9,0/12,5 m ± 0,8 m). In den Baufeldinnenbereichen werden bis zu 13,3 m ermöglicht. In bestimmten Arealen sind höhere Ge- bäude zugelassen, wie beispielsweise entlang der Ost-West-Infrastrukturach- se (22 m ± 0,25 m, sieben Geschosse), östlich der Albert-Nestler-Straße (15,5 m ± 0,25 m, vier Geschosse), Akzente entlang der Haid-und-Neu-Straße (15,5 m ± 0,25 m, vier Geschosse) sowie ei- nem Hochpunkt mit 10-15 Geschossen (35-45 m) am südlichen Gebietsein- gang. Die geringe Ausnutzung aufgrund der Höhenrestriktion auf drei Geschosse im Großteil des Areals stellt eine effiziente und nachhaltige Flächenausnutzung in Frage. Durch die Beschränkung der Wandhö- hen im Bebauungsplan resultieren niedrige Deckenhöhen. Die Nutzer be- mängeln diese Inflexibilität bei den Ge- schosshöhen, da sich insbesondere die Einbringung von großen Geräten und Testmaschinen kritisch gestaltet, wenn die Geschosse an gewisse Höhen ge- bunden sind. Beim Bau von Laborge- bäuden werden üblicherweise Ge- schosshöhen von 4,20 bis 4,80 m an- gestrebt, insbesondere, um erforderli- che Lüftungsanlagen unterzubringen. Weiter ist es erforderlich, höhere Erd- geschosse zuzulassen, um die Anforde- rungen von Firmen nach Präsentations- räumen bedienen zu können. Auch in Hinsicht auf die Thematik Industrie 4.0 wird darauf verwiesen, dass heute grö- ßere Geschosshöhen nachgefragt wer- den. Vor diesem Hintergrund sollte eine hö- here Flexibilität bei den Geschosshö- hen und damit verbunden größere Ge- bäudehöhen ermöglicht werden. AS&P –Albert Speer & Partner GmbH19.05.20162 Gemäß B-Planfestsetzungen: Neuer Vorschlag Gebäudehöhen: >Erhöhung der Basisgeschosshöhe auf 4,50 m Anpassung der Wandhöhen für zeitgemäße, flexible Nutzung max. 14,0 m (18,50 m) 4,5 m 14,0 m max. 18,5 m (23,0 m) 18,5 m 4,5 m 4,5 m 4,5 m4,5 m 23,0 m 3 Geschosse plus Staffel 4 Geschosse plus Staffel 5 Geschosse 4,5 m 4,5 m 4,5 m 4,5 m 4,5 m 4,5 m 4,5 m 4,5 m 4,5 m max. 23,0 m Ergebnisse Sitzung 4. Lenkungsgruppe Technologiepark Reload| Karlsruhe | max. h Hauptbaukörper (max. h mit Staffelgeschoss) SO 7 12,5 m +/- 0,8 m Ø 3,3 m / 4,4 m je Geschoss 3,8 m 11,7 m 13,3 m SO 9 15,5 m +/- 0,25 m Ø 3,9 m je Geschoss 15,25 m 15,75 m 3,9 m 3 Geschosse4 Geschosse abb. 58: gebäudehöhen gemäß bebauungsplan in so3, bereiche 7 und 9 abb. 57: kennzeichnung der bereiche zur erläuterung der gebäudehöhen (luftbild: stadt karlsruhe) Haid-und-Neu-Straße SO4 SO1 SO2 SO3 2 1 3 3 4 5 6 7 7 7 7 7 7 7 7 7 7 7 7 7 7 7 7 8 8 8 9 9 9 10 11 12 13 13 13 14 Der bestehende Bebauungsplan trifft klare Regelungen zur Thematik Wand- höhen und damit auch zur zulässigen Anzahl von Geschossen. Gemäß Bebauungsplan gibt es sieben verschiedene Regelungen zur Wandhö- he (WH) im Technologiepark: WH 7,0 m SO1 – Bereich 2 SO2 – Bereiche 4, 5, 6 WH 9,8 m SO1 – Bereich 1 SO2 – Bereich 4 WH 9,0/12,5 m ± 0,8 m SO3 – Ber eiche 7, 8 WH 15,5 ± 0,25 m SO3 – Bereiche 9, 10, 11, 12 WH 15,25 – 19,25 m SO4 – Bereich 14 WH 22,0 ± 0,25 m SO2 – Ber eich 3 WH 35,0 – 45,0 m SO1 – Bereich 1 Bereich 7 12,5 m ± 0,8m Bereich 9 15,5 m ± 0,25 m 50 | Technologiepark karlsruhe reload Vorabzug stand: 26. september 2016 IV+ (4 Ge + Staffelgeschoss: 18,5 m + 4,5 m = gesamt 23,0 m) entlang geplanter und bestehender Erschließung mit einem Straßen- raum von 17,8 m III+ (3 Ge + Staffelgeschoss: 14,0 m + 4,5 m = gesamt 18,5 m) entlang geplanter und bestehender Erschließung mit einem Straßen- raum von 15,5 m Breite III-IV (3-4 Ge: 14,0 -18,5 m) in In- nenbereichen V (5 Ge: 23 m) nördlich der Emmy- Noether-Straße VII (7 Ge = 25 m): südlich der Em- my-Noether-Straße an Grüner Spange, bauliche Akzentuierung am nördlichen Entrée 35-45 m: (10-15 Ge) als baulicher Hochpunkt am Entrée Süd (Höhen- begrenzung in Anlehnung an Karls- ruher Hochhauskonzept) Durch die vorgeschlagene Erhöhung der Geschosszahl erhöhen sich einer- seits die (Brutto-)Geschossfläche/die Dichte und somit die Anzahl der Be- schäftigten sowie der Bedarf an Stell- plätzen. Zudem hat es Einfluss auf die städtebauliche Wirkung der Straßen- räume. ziel: erhöhung der geschosshöhen für flexibilität der nutzungen Um eine effiziente Bodennutzung zu erreichen sowie um flexible und zeitge- mäße Gebäude umsetzen zu können, wird eine Erhöhung der Basisgeschoss- höhe auf 4,50 m vorgeschlagen. Dar- aus lassen sich unter Einbeziehung von 0,5 m Flexibilitätsreserve folgende ma- ximal zulässigen Wandhöhen des Hauptbaukörpers (ohne Staffelge- schoss) ableiten: 14,0 m (drei Geschosse) 18,5 m (vier Geschosse) 23,0 m (fünf Geschosse) Für den Großteil des Gebietes wird die Bauhöhe mit 18,5 m zugrunde gelegt und ermöglicht somit eine größere Ausnutzung sowie eine hohe Flexibili- tät für eine zeitgemäße Nutzung, die je nach Ansprüchen der Nutzer umge- setzt werden kann. Folgende Gebäudeaufteilungen wer- den möglich: Standardgeschosse für Technologie (3,8 m) Erhöhte Geschosse für Technologie (4,5 m) Kombinationen aus Technologiege- schossen und erhöhten, repräsen- tativen Erdgeschossbereichen Erhöhte Laborgeschosse in Kombi - nation mit „Büroebenen“ Für die Höhenentwicklung im Techno- logiepark soll künftig folgendes Grund- prinzip zugrunde liegen: abb. 60: Vorschlag geschossigkeiten (luftbild: stadt karlsruhe) AS&P –Albert Speer & Partner GmbH19.05.20162 Gemäß B-Planfestsetzungen: Neuer Vorschlag Gebäudehöhen: >Erhöhung der Basisgeschosshöhe auf 4,50 m Anpassung der Wandhöhen für zeitgemäße, flexible Nutzung max. 14,0 m (18,50 m) 4,5 m 14,0 m max. 18,5 m (23,0 m) 18,5 m 4,5 m 4,5 m 4,5 m4,5 m 23,0 m 3 Geschosse plus Staffel 4 Geschosse plus Staffel 5 Geschosse 4,5 m 4,5 m 4,5 m 4,5 m 4,5 m 4,5 m 4,5 m 4,5 m 4,5 m max. 23,0 m Ergebnisse Sitzung 4. Lenkungsgruppe Technologiepark Reload| Karlsruhe | max. h Hauptbaukörper (max. h mit Staffelgeschoss) SO 7 12,5 m +/-0,8 m Ø 3,3 m / 4,4 m je Geschoss 3,8 m 11,7 m 13,3 m SO 9 15,5 m +/-0,25 m Ø 3,9 m je Geschoss 15,25 m 15,75 m 3,9 m 3 Geschosse4 Geschosse abb. 59: Vorschlag erhöhung der basisgeschosshöhe auf 4,50 m und maximale höhe hauptbaukörper plus 0,5 m Flexibilitätsreserve sTadTplanungsaMT | 51 AS&P –Albert Speer & Partner GmbH19.05.2016 Technologiepark ReloadI Karlsruhe 3 1. Wandhöhen Gebäudetyp: 3 Geschosse plus Staffelgeschoss: >min. Gebäudehöhe: 11,5 m >max. Gebäudehöhe:14,0 m plus Staffelgeschoss = 18,5 m 3,8 m min. 11,5 m 11,5 m 3,8 m je Geschoss (Ge.) geringe Geschosshöhe 14 m Flex Standard 5,0 m EG; 4,5 m je Ge. erhöhtes EG 5,0 m 4,5 m 4,5 m 4,5 m 3,8 m 3,8 m 3,8 m 6,0 m 4,0 m 4,0 m 4,0 m 7,0 m 3,8 m 7,0 m 14,0 m Labor + Büro 6,0 m EG; 4,0 m je Ge. EG Labor 14,0 m Labor 7 m je Ge. 2 Laborgeschosse 4,5 m 4,5 m 4,5 m 4,5 m 13,5 m 13,5 m 4,5 m je Geschoss Laborgeschosse 14,0 m14 m14 m Ergebnisse Sitzung 4. Lenkungsgruppe Technologiepark Reload| Karlsruhe | AS&P –Albert Speer & Partner GmbH19.05.2016 Technologiepark ReloadI Karlsruhe 4 1. Wandhöhen Gebäudetyp: 4 Geschosse plus Staffelgeschoss: >min. Gebäudehöhe: 15,5 m >max. Gebäudehöhe:18,5 mplus Staffelgeschoss = 23,0 m 3,8 m min. 15,5 m 15,5 m 3,8 m je Geschoss (Ge.) geringe Geschosshöhe 18,5 m Flex Standard 5,0 m EG; 4,5 m je Ge. erhöhtes EG 5,0 m 4,5 m 4,5 m 4,5 m 3,8 m 3,8 m 3,8 m 6,0 m 4,0 m 4,0 m 4,0 m 7,0 m 4,0 m 7,0 m 18,0 m Labor + Büro 6,0 m EG; 4,0 m je Ge. EG Labor 18,0 m Labor 7 m / 4,0 m Laborgeschosse/ Bürogeschoss 4,5 m 4,5 m 4,5 m 4,5 m 18,0 m 18,0 m 4,5 m je Geschoss Laborgeschosse 4,5 m 3,8 m 4,0 m 4,0 m 4,5 m 18,5 m18,0 m18,0 m Ergebnisse Sitzung 4. Lenkungsgruppe Technologiepark Reload| Karlsruhe | AS&P –Albert Speer & Partner GmbH19.05.2016 Technologiepark ReloadI Karlsruhe 5 1. Wandhöhen Gebäudetyp: 5 Geschosse : >min. Gebäudehöhe: 19,0 m >max. Gebäudehöhe:23,0 m >Kein Staffelgeschoss zulässig 3,8 m min. 19,0 m 19,0 m 3,8 m je Geschoss (Ge.) geringe Geschosshöhe 23 m Flex Standard 5,0 m EG; 4,5 m je Ge. erhöhtes EG 5,0 m 4,5 m 4,5 m 4,5 m 3,8 m 3,8 m 3,8 m 6,0 m 4,0 m 4,0 m 4,0 m 7,0 m 4,0 m 7,0 m 22,5 m Labor + Büro 6,0 m EG; 4,0 m je Ge. EG Labor/ OGs Bürogeschosse 22,0 m Labore 7 m / 4,0 m je Ge. 2 Laborgeschosse/ Bürogeschosse 4,5 m 4,5 m 4,5 m 4,5 m 22,5 m 22,5 m 4,5 m je Geschoss Laborgeschosse 4,5 m 3,8 m 4,0 m 4,0 m 4,5 m 23 m22,5 m22 m Ergebnisse Sitzung 4. Lenkungsgruppe Technologiepark Reload| Karlsruhe | abb. 61: Wandhöhen bei unterschiedlichen geschossigkeiten und geschosshöhen fl exiBiliTäT zur dimensionierung der geschosshöhen Bei VorgegeBenen wAndhöhen 52 | Technologiepark karlsruhe reload Vorabzug stand: 26. september 2016 5.10 sTrAssenrAum AS&P –Albert Speer & Partner GmbH25.05.2016 Technologiepark ReloadI Karlsruhe 1 2. Straßenraum >Die im Bebauungsplanfestgelegten Dimensionen für den Straßenraum korrespondieren städtebaulich mit den derzeit zulässigen Wandhöhen 16,5 m (Emmy-Noether-Str.) 7,0 -11,0 m 17,75 m (Albert-Nestler-Str.) 15,0 m Konrad-Zuse-Str. gemäß B-Planfestsetzungen 25,0 m 13,3 m13,3 m 15,0 m max. Höhe B-Plan Ergebnisse Sitzung 4. Lenkungsgruppe Technologiepark Reload| Karlsruhe | abb. 62: straßenquerschnitte bestand (luftbild: stadt karlsruhe) AS&P –Albert Speer & Partner GmbH25.05.2016 Technologiepark ReloadI Karlsruhe 2 >Verbreiterung des Straßenraums von 15,0 m auf 17,75 m bei Erhöhung der zulässigen Wandhöhen in: Konrad-Zuse-Str., Nördlicher Erschließung, Ringstraße Ost >Konsequenz: Verringerung des Baulands um 2,75 m (ca. 1,40 m je Grundstück) >Aber: Erhöhung der zulässigen Wandhöhen um ein Geschoss 2. Straßenraum Bestandsstraßen (Breite wird belassen) Untergeordnete Anbindungen 17,75 m (Nordstraße, Konrad-Zuse-Str.) 15,0 m Verbreiterung Konrad-Zuse-Str. auf 17,75 m 17,8 m 13,5 m 18,5 m 18,5 m max. Höhe B-Plan 27,80 m Ergebnisse Sitzung 4. Lenkungsgruppe Technologiepark Reload| Karlsruhe | abb. 63: Vorschlag straßenquerschnitte (luftbild: stadt karlsruhe) AS&P –Albert Speer & Partner GmbH25.05.2016 Technologiepark ReloadI Karlsruhe 4 Rahel-Straus-Straße Karlsruhe >Straßenbreite 25,0 m >4 + 2 Staffelgeschosse bzw. 5 plus 1 Staffelgeschoss >Höhe ca. 18 m (incl. Staffelgeschoss) >Straßenraum: Fußweg Fahrspur Parallelparken Grünfläche Parallelparken Fahrspur Fußweg 2. Straßenraum -Vergleiche 25 m Rahel-Straus-Straße 18 m Ergebnisse Sitzung 4. Lenkungsgruppe Technologiepark Reload| Karlsruhe | AS&P –Albert Speer & Partner GmbH25.05.2016 Technologiepark ReloadI Karlsruhe 5 Kaiserstraße Karlsruhe >Straßenbreite 23,7 m >4 bzw.5 Geschosse >Höhe ca. 18 bzw. 19,60 m >Straßenraum: Fußweg unter Arkaden Schrägparken Fahrspur Bahntrasse Fahrspur Parallelparken Fußweg unter Arkaden 2. Straßenraum -Vergleiche 23,7 m Kaiserstraße Straße 18 m 19,60 m Ergebnisse Sitzung 4. Lenkungsgruppe Technologiepark Reload| Karlsruhe | abb. 64: kaiserstraße und rahel-straus-straße ziel: urbane straßenräume Im Zuge der Anpassung der Wandhö- hen ist auch die städtebauliche Wir- kung zwischen Straßenraumbreite und Gebäudehöhen zu berücksichtigen. Zunächst wird eine Verbreiterung des Straßenquerschnittes von 15,0 m auf 17,8 m in folgenden Straßen vorge- schlagen: Konrad-Zuse-Straße Nör dliche Erschließung Ringstraße Ost Anstelle der Parkstr eifen für Parallel- parken soll eine 5 m breite Flex Zone den vielfältigen Nutzungsanforderun- gen an den Straßenraum gerecht zu werden. Die Erschließung soll für den Begeg- nungsfall Pkw/Lkw ausgelegt sein. Ge- mäß Richtlinien ist eine Fahrbahnbreite von 6 m Breite für diesen Begegnungs- Die im Bebauungsplan festgelegten Di- mensionen für den Straßenraum korres- pondieren städtebaulich mit den derzeit zulässigen Wandhöhen. In der Albert-Nestler Straße misst der Straßenraum von Gebäude zu Gebäude circa 27,8 m. Zwischen der Bebauung und öffentlichem Straßenraum ist eine 5 m breite grüne Vorzone gelegen. Der öffentliche Straßenraum der Albert- Nestler-Straße hat eine Breite von 17,75 m und ist folgendermaßen geglie- dert: 2,2 m Fußweg beidseitig 2,3 m Parallelparken beziehungswei- se 5,5 m Senkrechtparken 6 m Fahrbahn Die westlich gelegenen Straßen weisen gemäß dem Bebauungsplan einen gerin- geren Straßenraum von 25,0 m bezie- hungsweise einen öffentlichen Straßen- raum von 15,0 m auf, da beidseitig Par- allelparken vorgesehen ist. 2,2 m Fußweg beidseitig 2,3 m Parallelparken beidseitig 6 m Fahrbahn sTadTplanungsaMT | 53 AS&P –Albert Speer & Partner GmbH25.05.2016 Technologiepark ReloadI Karlsruhe 1 2. Straßenraum >Die im Bebauungsplanfestgelegten Dimensionen für den Straßenraum korrespondieren städtebaulich mit den derzeit zulässigen Wandhöhen 16,5 m (Emmy-Noether-Str.) 7,0 -11,0 m 17,75 m (Albert-Nestler-Str.) 15,0 m Konrad-Zuse-Str. gemäß B-Planfestsetzungen 25,0 m 13,3 m13,3 m 15,0 m max. Höhe B- Plan Ergebnisse Sitzung 4. Lenkungsgruppe Technologiepark Reload| Karlsruhe | AS&P –Albert Speer & Partner GmbH25.05.2016 Technologiepark ReloadI Karlsruhe 2 >Verbreiterung des Straßenraums von 15,0 m auf 17,75 m bei Erhöhung der zulässigen Wandhöhen in: Konrad-Zuse-Str., Nördlicher Erschließung, Ringstraße Ost >Konsequenz: Verringerung des Baulands um 2,75 m (ca. 1,40 m je Grundstück) >Aber: Erhöhung der zulässigen Wandhöhen um ein Geschoss 2. Straßenraum Bestandsstraßen (Breite wird belassen) Untergeordnete Anbindungen 17,75 m (Nordstraße, Konrad-Zuse-Str.) 15,0 m Verbreiterung Konrad-Zuse-Str. auf 17,75 m 17,8 m 13,5 m 18,5 m 18,5 m max. Höhe B- Plan 27,80 m Ergebnisse Sitzung 4. Lenkungsgruppe Technologiepark Reload| Karlsruhe | abb. 65: bestand straßenraum konrad-zuse-straße abb. 66: Vorschlag straßenraum konrad-zuse-straße AS&P –Albert Speer & Partner GmbH Technologiepark ReloadI Karlsruhe 2. Organisation des Straßenraums 4,8 m Vorzone 17,8 m 27,80 m 2,5 m Fußweg2,2 m Parken6,0 m Fahrbahn5,0 m Flex Zone2,5 m Fußweg4,8 m Vorzone VorzoneParkenFahrbahnFlex Zone •Mobility Hub •Fahrradstation •TPK Bus Loop Zufahrt Parkhaus Parken Ladebereiche >Zonierung des Straßenraums (Fahrbahnbreite 6 m -Begegnungsfall PKW/ LKW) >„Flex-Zone“ zur Integration relevanter Nutzungen wie Ladebereiche, Mobility Hubs, Fahrradabstellanlagen, Bushaltestellen, Parken sowie zur Vermeidung von „Verstopfungen“ Beispiel Verbreiterung Konrad-Zuse-Str. Flex Zone Parken AS&P –Albert Speer & Partner GmbH Technologiepark ReloadI Karlsruhe 2. Organisation des Straßenraums 4,8 m Vorzone 17,8 m 27,80 m 2,5 m Fußweg2,2 m Parken6,0 m Fahrbahn5,0 m Flex Zone2,5 m Fußweg4,8 m Vorzone VorzoneParkenFahrbahnFlex Zone •Mobility Hub •Fahrradstation •TPK Bus Loop Zufahrt Parkhaus Parken Ladebereiche >Zonierung des Straßenraums (Fahrbahnbreite 6 m -Begegnungsfall PKW/ LKW) >„Flex-Zone“ zur Integration relevanter Nutzungen wie Ladebereiche, Mobility Hubs, Fahrradabstellanlagen, Bushaltestellen, Parken sowie zur Vermeidung von „Verstopfungen“ Beispiel Verbreiterung Konrad-Zuse-Str. Flex Zone Parken abb. 67: beipielhafte nutzung der Flex zone abb. 68: Vorschlag zonierung straßenraum konrad-zuse-straße fall ausreichend. Dies ist in den geplan- ten beziehungsweise bereits gebauten Straßen möglich. Für die auf 27,80 m verbreiterten Straßenräume wird eine Zonierung wie in der vorhandenen Al- bert-Nestler-Straße angedacht, mit dem Unterschied, an Stelle des Senk- rechtparkens eine „Flex Zone“ auszu- bilden. Diese „Flex Zone“ soll relevante ver- kehrliche Nutzungen wie Ladebereiche, Mobility Hubs, Fahrradabstellanlagen, Bushaltestellen sowie Parken integrie- ren. Ziel ist hierbei, einerseits die vor- geschlagenen Nutzungen zu lokalisie- ren, andererseits „Verstopfungen“, wie sie heute durch Ladevorgänge vorherr- schen, zu vermeiden. Durch die Verbreiterung des Straßen- querschnittes ergibt sich eine Verringe- rung des Baulands entlang des Stra- ßenzugs um insgesamt 2,8 m, wor- durch die Tiefe der Baugrundstücke um 1,4 m reduziert wird. Beiderseits der Straße wird - wie im Bestand - eine Vorzone von jeweils 5 m vorgesehen. Die vorgeschlagenen Straßenraumbrei- ten und Gebäudehöhen korrespondie- ren mit bestehenden Straßen in Karls- ruhe. Die Beispiele der Kaiserstraße so- wie der Rahel-Straus-Straße verdeutli- chen die stadträumliche Wirkung. Zufahrt Grundstück Flex Zone Mobility Station Fahrradstation TPK Bus Loop Parken Parken Ladebereiche 54 | Technologiepark karlsruhe reload Vorabzug stand: 26. september 2016 5.11 nuTzung des öffenTlichen sTrAssenrAumes abb. 69: nutzung des straßenraums abb. 70: nutzung des straßenraums - vergrößerter ausschnitt Für die Vorzugsvariante wurde exemp- larisch ein Parkierungskonzept erstellt. Darin dargestellt sind: Behindertenstellplätze Ladezonen Fahrradabstellplätze Stellplätze mit E-Mobile Ladesäulen Stellplätze Mobilitäts Hub TPK Bushaltestelle Besucherstellplätze Das Konzept macht zudem die V ortei- le der sogenannten Flex Zone deutlich. Diese ermöglicht nicht nur die geord- nete Unterbringung von ausreichenden Parkierungsflächen unterschiedlicher Art im Straßenraum, sondern erlaubt durch rhythmisierte Baumpflanzungen auch eine ansprechende Gestaltung des Straßenraumes selbst. sTadTplanungsaMT | 55 5.12 dichTe ziel: effizientere, nachhaltigere Ausnut- zung der grundstücke Grundlegende Zielstellung ist die Erhö- hung der Dichte durch eine Anpassung der zulässigen Wandhöhen und damit der Geschossigkeiten, um eine effizien- te und nachhaltige Ausnutzung der Grundstücke zu erzielen. Damit einher- gehend erhöht sich die GFZ. Eine Erhöhung der Dichte in Kombina- tion mit Regelungen und Konzepten zur Unterbringung des ruhenden Ver- kehrs kann eine größere Ausnutzung der Grundstücke ermöglichen. Beispielhaft wurde am Baublock Ecke Emmy-Noether-Straße/Konrad-Zuse- Straße ein Bebauungskonzept entwi- ckelt, um eine höhere Ausnutzung zu prüfen. Die Gebäude spiegeln die vor- geschlagenen Geschosshöhen bezie- hungsweise Geschossigkeiten wider. Das Parken wird in einem viergeschos- sigen Parkdeck lokalisiert. Das darge- stellte Bauvolumen hat eine GFZ von 1,5 ohne Anrechnung des Parkdecks und des Staffelgeschosses. Ergänzend wurde ein Bestandsgebäu- de an der Emmy-Noether-Straße be- trachtet. Hier würde bei einer Erhö- hung um ein Geschoss ebenfalls eine GFZ von 1,5 erreicht. Die Analyse zeigt, dass auch im Bestand Potenziale zur Nachverdichtung bestehen. Baufeld „Bestand“ GFZ Bebauungsplan: 1,0 Grundstück: 4.020 qm GF (4 Ge, Annahme): 6.000 qm GFZ: 1,5 Baufeld „Planung Ecke Emmy-Noe- ther/Konrad-Zuse-Straße“ GFZ Bebauungsplan: 1,0 Grundstück: 6.700 qm GF Planung: 10.300 qm GFZ Planung: 1,5 ohne Staffelgeschoss und Parkdeck abb. 71: beispielhafte dichteermittlung Das Maß der baulichen Nutzung ist im Bebauungsplan stark beschränkt. Die zulässigen Grundflächen- (GRZ) bezie- hungsweise Geschossflächenzahlen (GFZ) unterscheiden sich innerhalb der Sondergebiete. Zum Teil wird keine GFZ beziehungsweise GRZ festgelegt, sondern das Maß der baulichen Nut- zung über definierte Grundstücksgrö- ßen und Grundflächen geregelt. Die heutige Ausnutzung der Grundstücke ist mit einer GFZ von überwiegend 1,0 beziehungsweise 1,4 und einer GRZ von 0,4 beziehungsweise 0,5 im Ver- gleich zu dem laut Baugesetzbuch zu- lässigen Regelungen mit einer GFZ bis 2,4 und einer GRZ bis 1,0 sehr gering. Der Bebauungsplan enthält die Rege- lung, dass Garagengeschosse und Tief- garagen bei der Ermittlung der (Brut- to-)Geschossfläche unberücksichtigt bleiben. 56 | Technologiepark karlsruhe reload Vorabzug stand: 26. september 2016 5.13 nuTzung ten (abends, am Wochenende). Aus Sicht der ansässigen Fimen und Beschäftigten besteht folgende Nach- frage: Gastronomische Angebote Hotel, Boarding House Erweitertes Angebot an Konfe- renz-/Seminarräumen Nahversorgungsangebot (jedoch kein großer Supermarkt) Servicedienste wie Apotheke, Post - stelle, Paketstation Im Hinblick auf eine Attraktivitätsstei- gerung des TPK und die Bedienung der Nutzerbedürfnisse, wird die Neuord- nung der Art der baulichen Nutzung und den dazugehörigen Zulässigkeiten empfohlen. Zudem sollten belebende Nutzungen räumlich konzentriert wer- den, um die gewünschte Urbanität zu fördern und Beliebigkeit zu verhindern. Hinsichtlich einer künftigen Regelung zur Art der baulichen Nutzung werden folgende Zulässigkeiten vorgeschlagen: ziel: Vielfältiges nutzungsangebot zur stärkung des Technologieparks Generell zulässig sind (Bereiche gelb und lila): Forschungsinstitutionen, Technolo- giefirmen Entwicklungslabore, technologieo- rientiertes Gewerbe sowie diesen zuarbeitende Betriebe Dem Gebiet dienende Nahversor- gung und Dienstleistungen Gastronomie, Servicedienste, Fit- nesscenter Konfer enzräume/-zentrum Parkhäuser Und zusätzliche Nutzungen (lila): Bür o- und Verwaltungseinrichtun- gen, Dienstleistungen Hotel mit Boar ding House Gesundheitliche und soziale Ein- richtungen (wie Ärztehaus, Schule) SO4 SO2 SO3 SO1 abb. 72: sondergebiete gem. bebauungsplanabb. 73: Vorschlag bereiche mit nutzungszulässigkeiten (luftbild: stadt karlsruhe) Der Bebauungsplan schränkt mit seinen stringenten Nutzungszuweisungen die Zulässigkeiten innerhalb der Sonderge- biete stark ein. Die jeweiligen Gebiete dienen vorwie- gend der Unterbringung von: SO1 (lila): Beherbergungsgewerbe und Versorgungseinrichtungen SO2 (dunkelgrün): Büro- und Verwal- tungseinrichtungen, Dienstleistungs- und Infrastruktureinrichtungen sowie Institutionen der universitären und außeruniversitären Forschung SO3 (gelb): Forschungs- und Ent- wicklungseinrichtungen und diesen zuarbeitenden Betrieben (technolo- gieorientiertes Gewerbe) SO4 (hellgrün): Forschungs- und Ent - wicklungslabors, Dienstleistungs-, Freizeit- und Sporteinrichtungen Gaststätten sind in SO1, SO2 und SO4 zulässig, Läden zur Deckung des tägli- chen Bedarfs in SO1. Soziale Einrichtun- gen sind in SO2, solche für gesundheit- liche und sportliche Zwecke in Teilberei- chen von SO2 und SO4 möglich. Im Rahmen der Nutzerbeteiligung wurde deutlich, dass eine große Nachfrage nach einem verbesserten Nutzungsange- bot innerhalb des Technologieparks be- steht, insbesondere im Hinblick auf die Förderung von Urbanität und einer Nut- zung des Parks außerhalb der Arbeitszei- sTadTplanungsaMT | 57 ei nzelhAndel und diensTleisTungen Um den Technologiepark in Zukunft besser mit Nahversorgungsangeboten auszustatten, sollten generell im Ge- biet „dem Quartier dienende Einrich- tungen für Nahversorgung“ unter Ein- schränkung einer Flächengröße zuge- lassen werden. Entsprechend sollten Nahversorgungseinrichtungen im Ge- biet entstehen, vorzugsweise an den Parkeingängen im Süden und Norden, entlang der Haid-und-Neu-Straße so- wie dem Übergang zum KIT Campus Ost an der „Synergie Plaza“. Aus städtebaulich struktureller Sicht wird die Ansiedlung in Form eines großflächigen Supermarktes nicht empfohlen. Ein solcher Großanbieter würde zusätzliche Verkehre in das Ge- biet ziehen, es würden Flächen in An- spruch genommen, die der Ansiedlung von Technologiefirmen dienen sollen (was im Hinblick auf die Flächenknapp- heit kritisch ist) und zudem die Nahver- sorgung in Rintheim und der Wald- stadt absehbar geschwächt. gAsTronomie Derzeit beschränkt sich das gastrono- mische Angebot innerhalb des Techno- logieparks auf das Casino, das durch die TPK GmbH betrieben wird und nur deren Mietern zur Verfügung steht. Gastronomische Angebote für den Ge- samtpark sind gemäß des aktuellen Be- bauungsplans lediglich in den Sonder- gebieten SO1 und SO2 (Bereiche 5, 6) zulässig. Momentan besteht keine Möglichkeit, öffentliche gastronomi- sche Einrichtungen außerhalb der zu- lässigen Sondergebiete zu errichten. Künftig sollten dem Gebiet dienende gastronomische Nutzungen überall zu- lässig sein, um die Ansiedlung flexibler handhaben zu können. Aus städtebau- licher Sicht sollten gastronomische Ein- richtungen an öffentlichen Räumen mit Publikumsverkehr konzentriert werden, um diese Orte zu beleben. Zu- dem sollten Betriebskantinen innerhalb des Technologieparks allgemein zuläs- sig sein. wohnen Der aktuelle Bebauungsplan sieht in- nerhalb des Technologieparks kein Wohnen vor. Im Sondergebiet SO1 ist eine Hotelnutzung mit Konferenzräu- men zulässig. Aufgrund der verstärkten Nachfrage durch die ansässigen Unternehmen wird empfohlen, künftig Formen von temporärem Wohnen (Gebäude mit Kurzzeitbelegung/Boarding Houses) zu- zulassen. Firmen mieten bereits heute in Karlsruhe Appartements bezie- hungsweise ganze Häuser, um ihren Gästen beziehungsweise Beschäftigten übergangsweise eine Wohnung zur Verfügung stellen zu können. Geeignete Standorte werden im äuße- ren Rahmen (lila) gesehen, insbesonde- re als Ergänzung der dort gewünsch- ten Dienstleistungs- und Gastronomie- angebote. Eine weitere Option wäre der Platz im Übergang zum KIT Cam- pus Ost als Ergänzung zum vorgeschla- genen Studentenwohnen, das Entrée Nord oder der Bereich entlang der Haid-und-Neu-Straße. TPK Fachmarktzentrum (Bauhaus, Real, XXL) KIT Nahversorgung Rintheim (Apotheke, Bäcker, Bank) Edeka abb. 74: bestand einzelhandel, nahversorgung (luftbild: stadt karlsruhe) Eine Nahversorgung ist im Technolo- giepark zum heutigen Zeitpunkt nicht gegeben. Entsprechende Läden wären bislang nur im SO1 (Bereich 1) und SO2 (Bereiche 5, 6) zulässig. Auch da diese Standorte bislang noch unbebaut sind, ist kein Nahversorgungsangebot im Technologiepark vorhanden. In den unmittelbar angrenzenden Quartieren Rintheim und Waldstadt ist Einzelhandel nur gering ausgeprägt. In Rintheim gibt es seit kurzem einen Su- permarkt sowie kleinere Dienstleis- tungs- und Nahversorgungseinrichtun- gen entlang des Hirtenwegs. Fußläufig befindet sich der Hirtenweg für Be- schäftigte des östlichen Technologie- parks in einer circa zehnminütigen Ent- fernung. Eine Konzentration von Ein- zelhandelsansiedlungen befindet sich im Fachmarktzentrum im südlichen Rintheim, welches nur mit dem Pkw erreichbar ist. Es trägt nicht zur tägli- chen Versorgung des Gebietes bei. 58 | Technologiepark karlsruhe reload Vorabzug stand: 26. september 2016 TPK KIT Heinrich-Köhler-Grundschule T ulla Realschule soziAle infrAsTrukTur/ Bildung Im Technologiepark gibt es zum heuti- gen Zeitpunkt eine Kindertagesstätte für Kinder ab sechs Monaten (Tech- nido) sowie eine ganztägige freie Grundschule für insgesamt 150 Kinder (Träger element i). Der Anteil der Kin- der von Beschäftigten aus dem Tech- nologiepark liegt bei etwa 30 Prozent. In den benachbarten Stadtquartieren gibt es eine Vielzahl an Schulen (in Rintheim zwei Grund- und je eine Haupt- und Realschule, in der Wald- stadt eine Grund- und Hauptschule, eine Freie Waldorfschule, ein Gymnasi- um, eine Europäische Schule). Diese Schulen weisen zum Teil noch Kapazi- täten auf und sind vom Technologie- park mit dem Pkw in etwa fünf bis zehn Minuten erreichbar. Es besteht der Wunsch, innerhalb des Parks eine weiterführende Schule (ein- zügiges Gymnasium plus Fachschule) mit circa 3.000 qm Grundstücksfläche anzusiedeln, welche das Profil des Technologieparks bereichern würde. T ulla Grund- und Hauptschule Der Standort sollte möglichst einen Be- zug zum Traugott-Bender-Sportpark haben, da eine Kooperation bezüglich einer Sporthallenmitnutzung im Sport- park vorgesehen ist und um den Flä- chenverbrauch innerhalb des Technolo- gieparks weitestgehend zu minimieren. Im Rahmen der vorliegenden Studie wurden vier Vorschläge für einen mög- lichen Standort unterbreitet. Aufgrund der Lagequalität, der Flä- chenverfügbarkeit und der Nähe zum Sportpark wurde der Standort 3 im Nordwesten an der„Konrad-Zuse-Stra- ße“ präferiert und entsprechend in die Vorzugsvariante aufgenommen. Bei ei- ner vorzeitigen Realisierung des Stand- ortes 3 fällt allederings ein erhöhter Er- schließungsaufwand an. AS&P – Albert Speer & Partner GmbH05.09.2016 Technologiepark Reload I Karlsruhe 26 4.1 Optionen Schulstandort 1.Ost - „Im Vogelsand“ >Direkte Nähe zu Tramhaltestelle >Nähe zu Sportpark 2.Norden – Am Grünzug >Direkte Nähe zu Tramhaltestelle >Nähe zu Sportpark 3.Nord-Westen - „Konrad-Zuse-Str.“ >Größere Entfernung zur Tramhaltestelle >Nähe zu Sportpark 4.Westen - „Synergie Plaza“ >Größere Entfernung zur Tramhaltestelle >Nähe zu Sportpark Technologiepark Reload | Karlsruhe | Sinsheimer Straße Hirtenweg/Technologiepark Sportpark 600 m 600 m 450 m 1 2 3 4 abb. 75: bestand schulen im umfeld (luftbild: stadt karlsruhe) abb. 76: potenzielle schulstandorte Tpk (luftbild: stadt karlsruhe) Waldstadt Hagsfeld Rintheim sTadTplanungsaMT | 59 gesundheiT/sporT Anlagen für gesundheitliche und sport- liche Zwecke sind im Technologiepark auf die Sondergebiete SO2, Bereich 4 sowie Sondergebiet SO4 beschränkt. Aufgrund der Randlagen wurden bis- lang keine gesundheitlichen oder sportlichen Anlagen gebaut. Im Rahmen der Nutzerbeteiligung wur- de deutlich, dass ein „integriertes Ärz- tehaus“ für den Standort Technolo- giepark und die umgebenen Quartiere eine Bereicherung darstellen würde. In Bezug auf ein sportliches Ange- bot in der Umgebung ist der Techno- logiepark sehr gut aufgestellt. Im Nor- den des Gebietes liegt die 26 ha gro- ße Anlage des Traugott-Bender-Sport- parks mit vielfältigen Möglichkei- ten zur sportlichen Betätigung. Die dort ansässigen Vereine und Institu- tionen (Fächerbad, Badischer Sport- bund Nord e.V., Karlsruher SV mit Fuß- ball, Tennis, Rugby, Gymnastik, Sport- club SSC, Sport-und Gymnastikschule, Kunstturn Region Karlsruhe, Ski-Club- Karlsruhe e.V., Deutscher Alpenverein) sind als Arbeitsgemeinschaft organi- siert, welche die Außendarstellung der Vereine übernimmt. Schon heute gibt es eine enge Zusammenarbeit sowie Kooperationen zwischen dem Techno- logiepark und dem Sportpark. Es gibt Lauf- und Schwimmgruppen des TPK, die Nutzung des Fußballangebotes durch einzelne Firmen sowie Angebote für Gesundheitssport am Arbeitsplatz. Somit wird es nicht als notwendig er- achtet, separate Outdoorsportstätten oder Sporthallen auf dem Technologie- parkgelände zu errichten. Auch die Kita und Schule nutzen die sportlichen Einrichtungen (Sporthalle) des Sportparks für ihre Bewegungsan- gebote. Die Kooperation mit dem Sportpark sollte weiter genutzt beziehungsweise noch stärker ausgebaut werden. Dazu sollte auch die Verbindung für Fußgän- ger und Radfahrer zwischen den bei- den Standorten optimiert und ausge- baut werden. TPK KIT Rintheim Wildparkstadion Traugott-Bender-Sportpark Waldstadt Hagsfeld abb. 77: bestand sporteinrichtungen (luftbild: stadt karlsruhe) 60 | Technologiepark karlsruhe reload Vorabzug stand: 26. september 2016 5.14 geBäudeformen vermietbarer Fläche auf. Diese Baukör- per sind wirtschaftlich nur schwer zu verwirklichen. Unter Beibehaltung des städtebaulichen Prinzips der ablesba- ren Einzelbaukörper sollten flexiblere Gebäudeformen zugelassen werden (zum Beispiel durch größere Baufelder, die Winkelbauten zulassen). Der Nordrand des Technologieparks wurde mit einer geringen baulichen Dichte festgesetzt, durchsetzt mit großzügigen Freiräumen (begleitend zur geplanten Nordtangente). Die Par- kierung ist nur in Tiefgaragen bezie- hungsweise an den Wendehämmern zulässig. Ausgehend von der heutigen Betrachtung scheint es sinnvoller, die Dichte am Nordrand zu erhöhen, um größere Baufelder und Gebäudehöhen zuzulassen und in diesem Zuge die Par- kierung effektiver zu organisieren. Im Eingangsbereich zum Technologie- park ist ein Hotelkomplex mit Infocen- ter vorgesehen. Die Umsetzbarkeit ist jedoch aufgrund des sehr speziell fest- gesetzten Gebäudegrundrisses äußerst schwierig, da eine wirtschaftliche Um- setzung nicht möglich beziehungswei- se die Formensprache nicht marktfähig ist. Dieser Teilbereich sollte als Gesamt- heit neu überdacht werden. abb. 78: gestaltungsplan (1993) Emmy-Noether-Straße Haid-und-Neu-Straße ziele: Anpassung der gebäudeformen an heutige Bedürfnisse und den städte- baulichen kontext Die Bebauungsstruktur sollte an die heutigen und künftigen Nutzerbedürf- nisse angepasst werden und so eine wirtschaftliche Vermarktung fördern. Ebenso lassen sich aus dem städtebau- lichen Umfeld geänderte Anforderun- gen an die bauliche Ausgestaltung ab- leiten. Entsprechend werden folgende Maß- nahmen vorgeschlagen: Verzicht auf Wendehämmer Schaffung größerer Baufelder Ermöglichung flexiblerer Gebäude- formen Erhöhung der baulichen Dichte entlang des Nordrands des Techno- logieparks und an der Haid-und- Neu-Straße Der Gestaltungsplan zum Bebauungs- plan aus dem Jahr 1993 zeigt mögliche Bauformen innerhalb des Technologie- parks auf. Betrachtet man die Festlegun- gen und Vorschläge aus heutiger Sicht zeigt sich, dass Teilbereiche für aktuelle Nutzeransprüche beziehungsweise für eine zeitgemäße Nachfrage nicht geeig- net scheinen. Der Gestaltungsplan sieht für den Osten des Technologieparks angrenzend an die Haid-und-Neu-Straße eine sehr kleinteili- ge Baustruktur vor, was sich auch in den Baufenstern des Bebauungsplans wider- spiegelt. Diese Kleinteiligkeit führt zu Problemen hinsichtlich einer wirtschaftli- chen Umsetzung und Vermarktung. Zur Anbindung dieses Teilbereichs sind Stich- straßen mit Wendeanlagen vorgesehen, die mitunter schwierig für eine Andie- nung sind. Daher sollten in diesem Teil- bereich größere, zusammenhängende Baufelder ermöglicht werden. Die Baustruktur entlang der Emmy-Noe- ther-Straße wurde mit kleinen Baufel- dern und stringenten Baukörperformen mit einer Gebäudegrundfläche von 850 qm festgesetzt. Die heutigen Punkt- häuser weisen jedoch aufgrund ihrer Baufeldfestlegungen ineffektive Grund- risse mit viel Luftraum und damit nicht sTadTplanungsaMT | 61 5.15 AdressBildung und Aussenwirkung ziele: Verbesserung der Außenwirkung und schaffung eines entrées Die Adressbildung und Außenwirkung des Technologieparks soll durch prä- gende, wirtschaftliche Bauformen er- möglicht werden, so dass Gebäude entstehen können, die nach außen strahlen. Am Zufahrtsbereich im Süden soll ein städtebaulicher Akzent in Kom- bination mit spezifischen Nutzungen auf den Technologiepark hinweisen und ein Entrée ausbilden (1). Entlang der Haid-und-Neu-Straße im Osten und dem Grünzug im Norden soll mit einer spezifischen Gebäudesil- houette im Einklang mit einer land- schaftlichen Gestaltung eine anspre- chende Außenwirkung erzielt werden. Klare Baukanten sollen hier jeweils ein „Schaufenster“ schaffen (2). Die Wege zu den Tramhaltestellen soll- ten attraktiv und sicher gestaltet sein, ebenso der Übergang in die Nachbar- schaft (3). Wichtige Aspekte bei der Adressbil- dung sind zudem die Gestalt, Qualität und Ausformulierung der öffentlichen und privaten Freiräume. Haid-und-Neu-Straße abb. 79: Vorschlag Maßnahmen zur adressbildung (luftbild: stadt karlsruhe) 1 2 2 3 3 Der Technologiepark hat derzeit kei- nerlei Auftakt, eine Adressbildung nach außen ist nicht gegeben. Die Schaffung eines Entrées in den Technologiepark ist zum heutigen Zeit- punkt aufgrund der Festsetzungen im Bereich des östlichen Baufeldes (Son- dergebiet SO1, Hotel) erschwert, da sich bislang kein Interessent gefunden hat, die speziellen Bauformen zu reali- sieren. Zudem werden Besucherinnen und Besucher von parkenden Autos empfangen, da die Albert-Nestler- Straße im Zufahrtsbereich „zugeparkt“ ist. Die Schnittstelle mit der Umgebung, im Osten entlang der Haid-und-Neu- Straße ist bislang nicht bebaut, da un- ter anderem die Grundstücksumle- gung mit Privateigentümern nicht ge- klärt ist. Die Haltestellen der Straßenbahn so- wie die Zuwegungen in den Technolo- giepark sind zudem verbesserungs- würdig, um dem fußläufig Ankom- menden eine angenehme Anreise zu ermöglichen. Weiter soll die Anbin- dung in die Nachbarschaft verbessert werden. 62 | Technologiepark karlsruhe reload Vorabzug stand: 26. september 2016 5.16 BAuliche VisiTenkArTe ziele: klare Baukanten nach außen und spielraum für individualität Zur Wahrung eines harmonischen Ge- samterscheinungsbildes für den Tech- nologiepark wird auch weiterhin die Einhaltung der Vorschriften zur Fassa- dengestaltung empfohlen. Um jedoch Spielraum für Individualität und die Darstellung des Corporate Design zu ermöglichen, sind Akzentuierungen durch Farbakzente oder markante Fas- sadenelemente zulässig, jedoch auf maximal zehn Prozent der jeweiligen Fassadenseite begrenzt. Zudem könn- ten Sonderbauformen in den Erdge- schossen die Eingangsbereiche markie- ren. Baulinien und zwingende Festsetzun- gen zu Wandhöhe und Geschossigkeit sollen nur noch an wichtigen Schausei- ten eingesetzt werden (Nordkante zum Grünzug, Ostkante zur Haid-und-Neu- Straße, Raumkante beiderseits des Grünraums der Emmy-Noether-Straße, Entrée Süd). Die übrigen Bereiche sol- len durch Baugrenzen und Festlegun- gen zur maximalen Wandhöhe gere- gelt werden. abb. 80: gestaltung der gebäude im Tpk abb. 81: Vorschlag baulinien (luftbild: stadt karlsruhe) Der Bebauungsplan für den Technolo- giepark hat einen besonderen An- spruch an die Gestaltung des Gebietes und Gestaltungsvorschriften bezüglich der Fassadengestaltung. Als Fassaden- materialien wurden Putz, Sichtbeton und Steinverkleidungen oder Klinker in Pastelltönen festgesetzt. Für unterge- ordnete Flächen können Bleche, Stahl und Glas verwendet werden. Zudem sind fensterlose Wandflächen zu be- grünen. Generell gilt die offene Bau- weise im Technologiepark. 1 Die schlichte Außenwahrnehmung in gedeckter, harmonischer Farbgebung wird allgemein geschätzt. Expressive Gebäudeformen und Farbgestaltungen sind gemäß dem rechtsgültigen Bebau- ungsplan unzulässig. Jedoch wird zunehmend der Wunsch seitens der Unternehmen deutlich, sich über die Gebäude zu identifizieren und nach außen zu repräsentieren. Insbe- sondere, wenn es sich bei den Unter- nehmen um internationale Firmen mit starkem Coorporate Design handelt. 1 Stadt Karlsruhe, Bebauungsplan Technologie- park Karlsruhe-Vogelsand, Nr. 675 C, schriftli- cher Teil, vom 12.03.1993, S. 16 sTadTplanungsaMT | 63 5.17 werBeAnlAgen ziel: erarbeitung einer leitlinie zur Au- ßendarstellung der unternehmen Um die künftigen Regelungen zu den Werbeanlagen zu klären, sollte unter Beteiligung der Akteure eine Leitlinie erarbeitet werden, wie langfristig den Interessen Rechnung getragen werden kann. Dabei ist zu klären, ob Werbeanlagen künftig in einem kontrollierten Maß zulässig sind, um den Unternehmen Raum für ihre Außendarstellung zu ge- währen. Dabei sollten sie jedoch in der Größe begrenzt, in der Farbgebung de- zent gehalten und nicht selbstleuch- tend gestaltet sein, so dass sie sich in die Gesamtheit des Technologieparks einfügen. Auch ist eine Beschränkung auf Groß-/Hauptnutzer von Gebäuden zu erwägen. Alternativ sollten gemeinsame Werbe- anlagen (Firmensammler) in den Vorzo- nen der Gebäude weiterhin genutzt und aufgestellt werden. abb. 82: Firmensammler im Tpk abb. 83: beispiele für untergeordnete beschriftungen an der Fassade Der Bebauungsplan gibt stringente Re- gelungen für Werbeanlagen vor. Es sind nur freistehende gemeinsame Werbean- lagen (Firmen-Sammler) im Vorgarten in Verbindung mit Gebäudezugängen zu- lässig. Zudem sind Werbeanlagen in Ver- bindung mit Haltestellen für den öffent- lichen Nahverkehr zulässig 1 . Üblicherweise wollen Unternehmen, ins- besondere, wenn Sie ein Gebäude ganz oder überwiegend nutzen, den Unter- nehmensnamen nach außen visualisie- ren. Auch für markante Einzelgebäude sollten deren Bezeichnungen sichtbar sein, ebenso wie bei Einrichtungen, die Passantenfrequenz benötigen (Nahver- sorger, Gastronomie). Vor diesem Hinter- grund ist zu erwägen, ob eine in Größe, Anzahl und Farbgebung begrenzte Auf- schrift an den Fassaden ermöglicht wer- den soll. Demgegenüber steht der Wunsch, die bisherigen, zentralisierten und optisch untergeordneten Sammelschilder beizu- behalten, um eine Einheitlichkeit der Außendarstellung zu erhalten. Insbeson- dere bei Gebäuden mit vielen Unterneh- men würde deren Namensdarstellung auf der Fassade unharmonisch sein. 1 Stadt Karlsruhe, Bebauungsplan Technologiepark Karlsruhe-Vogelsand, Nr. 675 C, schriftlicher Teil, Karlsruhe 28.09.1990, S. 16 64 | Technologiepark karlsruhe reload Vorabzug stand: 26. september 2016 5.18 VerneTzung der noch nicht fertig gestellten Grün- und Freiräume verbesserungswürdig. Neben räumlichen Verbindungen sind auch Kooperationen und funktionale Vernetzungen mit den Nachbarschaf- ten elementar, um den Technologie- park stadträumlich zu integrieren. Da- durch entstehen sowohl für den Park als auch für die angrenzenden Quartie- re neue und wichtige Impulse im Sinne eines „Smart Quarters“, einer vernetz- ten Stadt. Optionen für gemeinsam nutzbare Infrastrukturen im Technolo- giepark beziehungsweise in den Stadt- teilen sind beispielsweise die Nutzung von Räumlichkeiten für Events, Semi- nare oder Konferenzen, soziale Infra- strukturen wie Kindergärten, Schulen, Ärzte sowie Nahversorgungsangebote. So könnten gemeinsame Ressourcen effektiv genutzt werden. Hervorzuhe- ben sind wechselseitige Nutzungen von Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen sowie die weitreichenden, sportlichen Angebote des Traugott- Bender-Sportparks. Mit entsprechen- den, möglichst direkten Wegeverbin- dungen werden noch stärkere Anreize geschaffen und Distanzen zwischen den Standorten lassen sich angemes- sen überwinden. Rintheim KIT Campus Ost Sportpark TPK Hauptfriedhof Hirtenweg Funktionale Vernetzung TPK - Stadtteile Kooperation KIT Campus Ost - TPK abb. 84: Vernetzung (luftbild: stadt karlsruhe) Waldstadt Tramhalt Sinsheimer Straße T ramhalt Hirtenweg/Technologiepark Hagsfelder Allee ziel: räumliche und funktionale Vernet- zung Künftig soll der Technologiepark ganz selbstverständlich als Teil des städti- schen Freiraumsystems und als funktio- nales Verknüpfungselement im Stadt- raum fungieren. Wesentliche Anknüp- fungspunkte für Radfahrer und Fuß- gänger sind dabei die Hagsfelder Allee im Westen als wichtige Radverkehrs- route mit mehreren Schnittstellen, der Hardtwald im Nordwesten, der Trau- gott-Bender-Sportpark im Norden so- wie die Stadtteile Waldstadt und Rint- heim. Das interne Wegesystem wird entsprechend ausgebildet und bindet diese wichtigen Schnittstellen an. Die Nähe zwischen dem KIT Campus Ost und dem Technologiepark ermög- licht neue Synergien für beide Parteien. Daher ist eine räumliche Vernetzung und adäquate Wegeverbindungen zu berücksichtigen und herzustellen. Im Bereich der übergeordneten Vernet- zung wird zum einen die physische Ver- knüpfung des Technologieparks über Wegeverbindungen angestrebt. Zum an- deren soll eine Vernetzung mit den an- grenzenden Stadtteilen im Sinne eines „Smart Quarters“ erreicht werden; hierzu zählen die Verringerung des Verbrauchs an Ressourcen, die Verbesserung der Le- bensqualität für die Bürger sowie die Er- höhung der Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft. Das in der Stadt Karlsruhe laufende Pro- jekt „SmartQuarter Karlsruhe KA 2030“ erprobt aktuell diese Ansätze in zwei Stadtteilen 1 . Für den Technologiepark und seine angrenzenden Quartiere kann unter dem Gesichtspunkt „Ressourcen- schonung“ auf vorhandene Dienstleis- tungen und Infrastrukturen zurückge- griffen werden, so dass die Angebote je- weils wechselseitig genutzt werden kön- nen und die Stadtteile sich dadurch stär- ker vernetzen. Eine gute Vernetzung besteht mit dem Traugott-Bender-Sportpark, dessen sport- liches Angebot von vielen Beschäftigten des Technologieparks genutzt wird. Es bestehen Kooperationen über Laufgrup- pen, dem Fächerbad, Bewegungsunter- richt mit dem ansässigen Kindergarten sowie der Grundschule, Angebote für Gesundheitssport am Arbeitsplatz und vieles mehr. Des Weiteren sollten mögliche Wechsel- wirkungen zwischen dem Technologie- park und dem KIT Campus Ost identifi- ziert und genutzt werden, um sich als Standort noch stärker zu etablieren. Die Verbindungen des Technologieparks mit Wegen für Radfahrer sind sehr gut, da Routen des übergeordneten Radwe- genetzes direkt angrenzen. Für Fußgänger sind die Verknüpfungen zu den benachbarten Stadtteilen Wald- stadt und Rintheim sowie dem Traugott- Bender-Sportpark ausbaufähig. Die We- geverbindungen zwischen den Tramhal- testellen Hirtenweg/Technologiepark be- ziehungsweise Sinsheimer Straße und dem Technologiepark sind mangelhaft. Auch das interne Wegenetz ist aufgrund 1 http://www.wettbewerb-zukunftsstadt.de/index. php?id=117 sTadTplanungsaMT | 65 5.19 grün- und freirAum Die Gesamtkonzeption für den Frei- raum beruht im Bebauungsplan auf vier Elementen 1 : 1 Stadt Karlsruhe, Technologiepark Karlsruhe Vo- gelsand- Anlage zum Bebauungsplan, März 1993 „Stadtpark“ in Ost-West-Ausrich- tung als „zentrales Rückgrat“ so- wie gestalteter Park mit Fußgän- gerboulevard, begleitet von einem Wasserlauf. Angrenzend an den Boulevard war eine Passerelle ange- dacht, mit einzelnen angelagerten Infrastruktur-Pavillons zur Gebiets- versorgung (Kiosk, Bistro, Café, Bank, Kinderhort) Eingangsplatz und signifikantes Kopfgebäude am südlichen Gebie- tseingang Drei Kammalleen für Firmenstand- orte mit besonderen Abschlus- spunkten im Norden zur geplanten Nordtangente (Freizeit-/Sport-/Infra- struktureinrichtungen oder Firma). Östliche Kammallee mit besonderer Ausprägung und Brücke zum Fä- cherbad Binnenparks zwischen den Bau - grundstücken zum Zwecke der Er- holung, der Freiflächenvernetzung, des ökologischen Ausgleichs und der Regenversickerung TPK KIT Rintheim Wildparkstadion a bb. 85: bestand sporteinrichtungen (luftbild: stadt karlsruhe) Hauptfriedhof Alter Friedhof Hagsfeld Waldstadt Traugott-Ben- der-Sportpark Otto-Dulenkopf Park Der Technologiepark liegt eingebettet im Grüngefüge der Stadt Karlsruhe und ist im Süden, Westen und Norden um- geben von Grün- und Freiräumen. Im Süden und Westen grenzen Kleingärten an das Areal. In weiterer Nähe befinden sich der Hauptfriedhof (Süden), der Er- holungsraum und die „Grüne Lunge Karlsruhes“ der Hardtwald (Westen) so- wie der Traugott-Bender-Sportpark im Norden. Ein Fächerstrahl des Karlsruher Schlos- sensembles führt unmittelbar in Rich- tung Technologiepark und vernetzt dar- über zum Schlossgarten und zur Innen- stadt. Der Technologiepark hat durch seine Lage die Chance, in den übergeordne- ten Grün- und Freiräumen als weiterer Vernetzungsbaustein zu fungieren. Das Grünraumkonzept des Bebauungs- plans sieht etwa 5,9 ha öffentliche Grünflächen vor (circa 20 Prozent des TPK). Herstellung und Pflege des öffent- lichen Raums liegt in der Zuständigkeit der Stadt Karlsruhe. abb. 86: binnenpark 66 | Technologiepark karlsruhe reload Vorabzug stand: 26. september 2016 ziel: grünflächen adäquat gestalten Der grüne Gebietscharakter des Tech- nologieparks gilt für viele Unterneh- men als Ansiedlungsfaktor. Den Be- schäftigten wird eine grüne Umgebung geboten mit Raum sowohl für Frei- raumnutzungen als auch für Kommuni- kationsorte und Treffpunkte im Freien. Von diesen geplanten Freiraumelemen- ten sind heute nur geringe Anteile vor- handen. Der bestehende öffentliche Raum ist bislang kaum gestaltet. Ra- senflächen dominieren mit Bänken, die durch die Technologiepark GmbH auf- gestellt wurden. Die Straßen sind als Alleen mit großzügigen Vorzonen an- gelegt und bieten einen positiven Ge- samteindruck sowie eine ansprechende Firmenadresse. Schon heute hat der Technologiepark eine sehr grüne Anmutung. Einerseits durch die noch brachliegenden Bau- grundstücke im Westen des Parks, an- dererseits durch die Grünflächen, die, wenn auch noch nicht adäquat gestal- tet, einen sehr grünen Charakter erah- nen lassen. Für die künftige Ausformu- lierung und Charakteristik des Techno- logieparks stellt sich die Frage, wie die- se Freiflächen künftig in möglichst ho- her Qualität gestaltet werden können, ohne zu große Kosten zu verursachen. Wie kann beispielsweise die Regenwas- serbewirtschaftung als wichtige ökolo- gische Funktion in die Freiraumgestal- tung mit einfließen? An den vier Grundtypologien der vor- angegangenen Planung wird im We- sentlichen festgehalten. Diese gilt es, in qualitätsvolle Freiräume zu verwan- deln, gekoppelt mit einem vielfältigen Nutzungsangebot. Dazu zählen Repräsentation durch Plätze Begegnungs- und Aufenthaltsberei- che (Plätze, Ruheinseln, Terrassen) Flächen für sportliche Nutzungen wie Rückentraining, Jogging Trail, Tischtennis, Boule, Bolzen Zusätzlich wird der Übergangsraum, der „Grüne Rücken“, zwischen Tech- nologiepark und Umgebung zu einem weiteren Gestaltungselement. Die städtebauliche Studie „Technolo- giepark Karlsruhe Reload“ behandelt dabei die generelle Ausprägung der Freiräume und definiert Charakteristi- ka. Die landschaftsarchitektonische Ge- staltung ist nicht Gegenstand der Pla- nung. Um detaillierte Ideen und Lö- sungsvorschläge für die im TPK vorhan- denen und geplante Freiräume zu erar- beiten wird vorgeschlagen, ein „Leit- bild Freiraum TPK“ im Anschluss an die Studie TPK Reload zu konzipieren. abb. 88: Vorschlag Freiraumkonzept abb. 87: Vorschlag Freiraumstruktur (luftbild: stadt karlsruhe) 1 2 2 2 2 3 3 3 4 4 5 5 sTadTplanungsaMT | 67 „grüne spAnge“ (1) Die „Grüne Spange“ soll sich zukünftig zu einem lebendigen Aufenthalts- und Kommunikationsraum entwickeln. Die Ausprägung der Spange wird bestimmt durch zurückgenommene Freiraumab- schnitte, die mit Begegnungs- und Aufenthaltsbereichen in drei möglichen Gestaltintensitäten durchsetzt sind. extensive gestaltung Minimale Ausstattung der Begeg- nungs- und Aufenthaltsbereiche mit wassergebundener Decke, Bänken ge- fasst von Heckenpflanzungen, extensi- ven Staudenstreifen und einem Baum- dach intensive gestaltung Intensiver e Ausstattung der Begeg- nungsorte. Zusätzlich zu den bereits genannten Freiraumelementen wird ein Platzbelag vorgesehen, ergänzt mit be- rankten Pergolen für eine Raum- und Fernwirkung, bewegliches Sitzmobiliar und Gräserstreifen i ntensive gestaltung mit sonderele- menten Die intensive Gestaltungsoption kann mit Sonderelementen wie Wasserele- menten, Kioskeinbauten oder ähnli- chem komplettiert werden. plATzräume/„Tpk plAzA“/ “synergie plAzA“ (2) Zur Kategorie der Platzräume zäh- len die Plätze an den Zufahrts- bezie- hungsweise Übergangsbereichen zum Technologiepark. Die „TPK Plaza“ an der südlichen Zufahrt sowie der Platz im nördlichen Zufahrtsbereich bilden die beiden Hauptentrées. Sie verbinden den Technologiepark mit den angren- zenden Quartieren Rintheim und Wald- stadt beziehungsweise Sportpark, bil- den repräsentative Eingangszonen und integrieren Kommunikations- und Auf- enthaltsbereiche. Im Übergang zum KIT Campus Ost fungiert die „Synergie Plaza“ als Ver- bindungselement zwischen universi- tärer Forschung und Technologie. Im Nordosten des Technologieparks soll ein „visueller Auftakt“ mittels eines Platzes in Kombination mit einem re- präsentativen Gebäude angrenzend an die Haid-und-Neu-Straße entste- hen, der den Technologiepark stärker nach außen sichtbar macht. Im Zusam- menspiel mit markanten Gebäuden an den Plätzen sollen attraktive, anziehen- de Orte mit einem hohen Identifikati- onspotenzial für die ansässigen Firmen und deren Beschäftigte entstehen. sTrAssenräume/kAmmAlle - en (3) Die Straßenräume sollen, wie die be- reits realisierten Straßen, mit großzügi- gen, gestalteten Vorzonen und Baum- pflanzungen gestaltet werden. Die neu anzulegenden Straßenräume werden entsprechend der vorgeschlagenen Ge- bäudehöhen angepasst (siehe Kapitel Straßenraum). BinnenpArks (4) Die vorgesehene Funktion der Binnen- parks soll auch künftig erhalten wer- den und primär der Freiflächenvernet- zung, Erholung und Regenversickerung dienen. Auf Grund dessen wird eine extensive Gestaltung der Binnenparks mit der Integration von „Ruheinseln“ vorgeschlagen. „grüner rücken“ (5) Der „Grüne Rücken“ umgibt den Tech- nologiepark am westlichen und nördli- chen Rand. Im Norden wird eine klare grüne Kante ausformuliert, welche die übergeordnete Ost-West-Vernetzung aus dem Leitbild Nord-Ost integriert sowie die nördliche Adresse des Tech- nologieparks bildet. Der grüne Puffer zur Hagsfelder Allee im Westen kann sportliche Freizeitnutzungen wie zum Beispiel einen Bolzplatz, einen Jogging- trail, Bouleplatz oder ähnliches aufneh- men, die auch heute zum Teil schon im Bebauungsplan vorgesehen sind und das Nutzungsangebot im Grünen er- weitern können. 68 | Technologiepark karlsruhe reload Vorabzug stand: 26. september 2016 6 empfehlungen zum weiTeren Vorgehen A. Teilabschnitt Zufahrtsbereich Süd: Baufenster, Art und Maß der bauli- chen Nutzung B. Teilabschnitt Haid-und-Neu-Straße: Erschließung, Baufenster, Art und Maß der baulichen Nutzung, Wand- höhen C. Teilabschnitt Nord-West: Erschließung, Baufenster, Art und a bb. 89: bereiche mit a bweichungen zum gültigen bebauungsplan (luftbild: stadt karlsruhe) A B C D E 6 .1 änderungsBedArf BeBAuungsplAn Maß der baulichen Nutzung, Wand- höhen D. Teilabschnitt Ost-West-Spange: Erschließung zum KIT, Art und Maß der baulichen Nutzung, Wandhöhen E. Teiländerung Bestand: Baufenster, Art und Maß der baulichen Nutzung, Wandhöhen In der vorliegenden Ausarbeitung der Vorzugsvariante wurden Vorschläge zur Optimierung des städtebaulichen Kon- zeptes für den Technologiepark Karlsru- he entwickelt. Dies erfordert Änderungen des beste- henden Bebauungsplans. Nachfolgend aufgelistet sind die Bereiche, bei den von den bestehenden Festsetzungen abgewi- chen wurde. Diese sind: sTadTplanungsaMT | 69 2 3 1 abb. 90: abgrenzung der bereiche für die unterschiedlichen Verfahren zur baurechtschaffung (luftbild: stadt karlsruhe) AS&P –Albert Speer & Partner GmbH01.06.2016 Technologiepark ReloadI Karlsruhe 42 Bebauungsplanänderung Ergebnisse Sitzung 4. Lenkungsgruppe Technologiepark Reload| Karlsruhe | 2 3 1 abb. 91: Überlagerung bebauungsplan und abgrenzung der bereiche zur bau- rechtschaffung 6.2 VerfAhren Aufgrund der unterschiedlichen Bedin- gungen wird vorgeschlagen, drei von- einander unabhängige Verfahren zur Baurechtschaffung durchzuführen: Verfahren 1: Änderung des Bebau- ungsplans „Westlicher Teilbereich“ Verfahren 2: Konzeptentwicklung und Investorensuche für Hotel und ergänzende Funktionen. Danach Erstellung eines vorhabenbezoge- nen Bebauungsplans. (Alternativ wäre die Aufstellung eines Bebau- ungsplans, der lediglich einen Rah- men vorgibt, zu erwägen). Verfahren 3: Änderung des Bebau- ungsplans „Östlicher Teilbereich“, voraussichtlich mit anschließendem Umlegungsverfahren. Sobald die Verfügbarkeit der Vorhaltefläche nördlich davon geklärt ist, soll auch hierfür ein Bebauungsplanverfahren eingeleitet werden. 70 | Technologiepark karlsruhe reload Vorabzug stand: 26. september 2016 Abbildungen abb. 1: oben Schrägluftbild © TPK Gmbh ..................................................................................................................................................................................6 abb. 2: planungsprozess ............................................................................................................................................................................................................7 abb. 3: oben südliches entrée ....................................................................................................................................................................................................8 abb. 4: lage in der stadt (luftbild: stadt karlsruhe)....................................................................................................................................................................8 abb. 5: Technologie- und Forschungsnutzungen im umfeld des Tpk (luftbild: stadt karlsruhe) .....................................................................................................9 abb. 6: bestehende bebauung im Technologiepark (luftbild: stadt karlsruhe)............................................................................................................................ 10 abb. 8: entwicklungsplanungen (luftbild: stadt karlsruhe) ........................................................................................................................................................11 abb. 7: bebauungsplan „Technologiepark karlsruhe – Vogelsand“, nr. 675 ..............................................................................................................................11 abb. 9: Weiterzuverfolgende ideen für den Technologiepark (Quelle: Machleidt gmbh städtebau/stadtplanung) ........................................................................12 abb. 10: oben 3d-baumassenmodell eines szenarios................................................................................................................................................................ 14 abb. 11: szenario 1 und szenario 2 (luftbild: stadt karlsruhe) ..................................................................................................................................................15 abb. 13: Freiraumsystem szenario 1 .........................................................................................................................................................................................16 abb. 14: erschließungssystem szenario 1 .................................................................................................................................................................................16 abb. 12: entwurfselemente szenario 1 (luftbild: stadt karlsruhe) ..............................................................................................................................................16 abb. 15: baustruktur szenario 1 (luftbild: stadt karlsruhe) .......................................................................................................................................................17 abb. 16: urbanitätsfördernde Maßnahmen szenario 1 (luftbild: stadt karlsruhe) ......................................................................................................................17 abb. 17: Freiraumsystem szenario 2 .........................................................................................................................................................................................18 abb. 18: erschließungssystem szenario 2 .................................................................................................................................................................................18 abb. 19: entwurfselemente szenario 2 (luftbild: stadt karlsruhe) ..............................................................................................................................................18 a bb. 20: baustruktur szenario 2 (luftbild: stadt karlsruhe) .......................................................................................................................................................19 a bb. 21: urbanitätsfördernde Maßnahmen szenario 2 (luftbild: stadt karlsruhe) ......................................................................................................................19 a bb. 22: 3d-baumassenmodell der Vorzugsvariante, a usschnitt, blick von süden .....................................................................................................................23 a bb. 23: oben auszug Vorzugsvariante .....................................................................................................................................................................................24 a bb. 24: entwurfselemente der Vorzugsvariante ............................................................................................................................... ........................................25 a bb. 25: Vorzugsvariante .........................................................................................................................................................................................................26 a bb. 26: k onzeptv arianten „Technologie plaza“ – südliches entrée ..........................................................................................................................................28 a bb. 28: k onzeptv arianten „Technologie plaza“ – südliches entrée West ..................................................................................................................................29 a bb. 27: Mathematikon ..........................................................................................................................................................................................................29 a bb. 29: “grüne spange” ........................................................................................................................................................................................................30 a bb. 30: “synergie plaza” .......................................................................................................................................................................................................30 a bb. 31: „kiT Feld“ .................................................................................................................................................................................................................30 a bb. 32: k onzeptv arianten “Flex Felder” ............................................................................................................................... ...................................................31 a bb. 33: Tpk Felder .................................................................................................................................................................................................................32 a bb. 34: “schaufenster ost” ....................................................................................................................................................................................................32 a bb. 35: “schaufenster nord” .................................................................................................................................................................................................33 a bb. 36: dichtewerte der baufelder in der Vorzugsvariante .......................................................................................................................................................34 a bb. 37: städtebauliche k ennwerte ..........................................................................................................................................................................................35 a bb. 38: 3d-baumassenmodell der Vorzugsvariante, blick von norden ....................................................................................................................................36 a bb. 39: oben binnenpark .......................................................................................................................................................................................................38 a bb. 40: nutzbare Freiräume ...................................................................................................................................................................................................39 a bb. 41: durchdringung von “innen und a ußen” .....................................................................................................................................................................40 a bb. 42: gebäudetiefen ...........................................................................................................................................................................................................40 a bb. 43: Mulitfunktionsleuchte smight (© enbW energie baden-Würtemberg a g) ....................................................................................................................41 a bb. 44: nachhaltige Freiraum- und gebäudekonzepte .............................................................................................................................................................41 a bb. 45: Vernetzung Öffentlicher Verkehr (luftbild: stadt karlsruhe) ..........................................................................................................................................42 a bb. 46: Vorschlag Tpk bus loop .............................................................................................................................................................................................42 a bb. 47: a nbindung Fahrradverkehr (luftbild: stadt karlsruhe) ..................................................................................................................................................43 a bb. 48: Vorschlag Fahrradstellplätze im straßenraum ..............................................................................................................................................................43 a bb. 49: a nbindung Motorisierter individualverkehr (luftbild: stadt karlsruhe) ..........................................................................................................................44 a bb. 50: straßen bestand und planung gemäß bebauungsplan (luftbild: stadt karlsruhe) .........................................................................................................45 a bb. 52: zugeparkter straßenraum........................................................................................................................................................................................... 46 a bb. 53: p arkplätze auf dem grundstück.................................................................................................................................................................................. 46 a bb. 54: dezentrale p arkierung mit p arkhaus und “Mobilitätszentrale” (M) ..............................................................................................................................47 a bb. 56: beispiele für einrichtungen innovativer Mobilität ........................................................................................................................................................48 a bb. 55: beispielfahrzeug für autonomes Fahren © navya-Technology.com ..............................................................................................................................48 a bb. 57: k ennzeichnung der bereiche zur erläuterung der gebäudehöhen (luftbild: stadt karlsruhe) .........................................................................................49 a bb. 58: gebäudehöhen gemäß bebauungsplan in so3, bereiche 7 und 9................................................................................................................................ 49 a bb. 59: Vorschlag erhöhung der basisgeschosshöhe auf 4,50 m und maximale höhe hauptbaukörper .....................................................................................50 a bb. 60: Vorschlag geschossigkeiten (luftbild: stadt karlsruhe) ................................................................................................................................................50 a bb. 61: Wandhöhen bei unterschiedlichen geschossigkeiten und geschosshöhen ....................................................................................................................51 sTadTplanungsaMT | 71 abb. 62: straßenquerschnitte bestand (luftbild: stadt karlsruhe) ..........................................................................................................................................52 abb. 63: Vorschlag straßenquerschnitte (luftbild: stadt karlsruhe) ........................................................................................................................................52 abb. 64: kaiserstraße und rahel-straus-straße .....................................................................................................................................................................52 abb. 65: bestand straßenraum konrad-zuse-straße .............................................................................................................................................................53 abb. 66: Vorschlag straßenraum konrad-zuse-straße ............................................................................................................................................................53 abb. 68: Vorschlag zonierung straßenraum konrad-zuse-straße ............................................................................................................................................53 abb. 67: beipielhafte nutzung der Flex zone ........................................................................................................................................................................53 abb. 69: nutzung des straßenraums ....................................................................................................................................................................................54 abb. 70: nutzung des straßenraums - vergrößerter ausschnitt ..............................................................................................................................................54 abb. 71: beispielhafte dichteermittlung................................................................................................................................................................................ 55 abb. 72: sondergebiete gem. bebauungsplan .......................................................................................................................................................................56 abb. 73: Vorschlag bereiche mit nutzungszulässigkeiten (luftbild: stadt karlsruhe) ...............................................................................................................56 abb. 74: bestand einzelhandel, nahversorgung (luftbild: stadt karlsruhe) ............................................................................................................................57 abb. 75: bestand schulen im umfeld (luftbild: stadt karlsruhe) ............................................................................................................................................58 abb. 76: potenzielle schulstandorte Tpk (luftbild: stadt karlsruhe) .......................................................................................................................................58 abb. 77: bestand sporteinrichtungen (luftbild: stadt karlsruhe) ............................................................................................................................................59 abb. 78: gestaltungsplan (1993) .........................................................................................................................................................................................60 abb. 79: Vorschlag Maßnahmen zur adressbildung (luftbild: stadt karlsruhe) .......................................................................................................................61 abb. 80: gestaltung der gebäude im Tpk............................................................................................................................................................................. 62 abb. 81: Vorschlag baulinien (luftbild: stadt karlsruhe) ........................................................................................................................................................62 abb. 82: Firmensammler im Tpk ...........................................................................................................................................................................................63 abb. 83: beispiele für untergeordnete beschriftungen an der Fassade ...................................................................................................................................63 abb. 84: Vernetzung (luftbild: stadt karlsruhe) .....................................................................................................................................................................64 abb. 85: bestand sporteinrichtungen (luftbild: stadt karlsruhe) ............................................................................................................................................65 abb. 86: binnenpark ............................................................................................................................................................................................................65 abb. 87: Vorschlag Freiraumstruktur (luftbild: stadt karlsruhe) .............................................................................................................................................66 abb. 88: Vorschlag Freiraumkonzept .....................................................................................................................................................................................66 abb. 89: bereiche mit abweichungen zum gültigen bebauungsplan (luftbild: stadt karlsruhe) ...............................................................................................68 abb. 90: abgrenzung der bereiche für die unterschiedlichen Verfahren zur baurechtschaffung (luftbild: stadt karlsruhe) .......................................................69 abb. 91: Überlagerung bebauungsplan und abgrenzung der bereiche zur baurechtschaffung ................................................................................................69 72 | Technologiepark karlsruhe reload Vorabzug stand: 26. september 2016 VorzugsVAriAnTe @ao sTadTplanungsaMT | 73
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Extrahierter Text
Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister BESCHLUSSVORLAGE Vorlage Nr.: 2016/0575 Verantwortlich: Dez.6 Studie „Reload Technologiepark“ Beratungsfolge dieser Vorlage Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis Ausschuss für Wirtschaftsförderung 29.09.2016 2 x Vorberaten Planungsausschuss 13.10.2016 1 x Vorberaten Gemeinderat 25.10.2016 6 x Beschlussantrag Der Gemeinderat beschließt nach den Vorberatungen im Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Planungsausschuss, dass die Ergebnisse der Studie „Reload Technologiepark“ für die weite- re Entwicklung des Technologieparks als Grundlage und Leitlinien dienen sollen. Der Gemeinderat beschließt daher, dass das Planungsrecht im Technologiepark auf Grundlage der Ergebnisse der Studie geändert werden soll und beauftragt die Verwaltung, die entspre- chenden Bebauungspläne ins Verfahren zu bringen. Daneben beschließt der Gemeinderat der Stadt Karlsruhe, die nach § 3 Abs. 1 BauGB vorge- schriebene frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit an der Bauleitplanung in Form einer Darle- gung im Amtsblatt der Stadt Karlsruhe (StadtZeitung) durchzuführen. Finanzielle Auswirkungen (bitte ankreuzen) nein x ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) 80.000 Euro für Gutachten Haushaltsmittel stehen teilweise zur Verfügung Kontierungsobjekt: PSP-Element: 1.610.51.10.05 Kontenart: 4290000 Ergänzende Erläuterungen: Es wird von jeweils 40.000 euro in 2016 und 2017 ausgegangen. ISEK-Karlsruhe-2020-relevant nein x ja Handlungsfeld: Wirtschaft und Arbeit Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) x nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften x nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 1. Anlass der Vorlage Im Planungsausschuss am 22. April 2015 und im Wirtschaftsförderungsausschuss am 12. Mai 2015 wurde die Verwaltung beauftragt zu prüfen, wie planungsrechtlich den heutigen städte- baulichen Anforderungen an die Ansiedlung von Technologiebetrieben im Technologiepark entsprochen werden kann. Möglichkeiten einer Verbesserung sollten erarbeitet und vorgestellt werden. Durch eine Mitteilung wurde im Wirtschaftsförderungsausschuss am 11. März 2016 über den Verfahrensstand berichtet. Im Planungsausschuss am 17. März 2016 wurde der Zwischenstand der Studie vorgestellt und durch den Ausschuss zur Kenntnis genommen. 2. Sachstand a) Vorgehen zur Bearbeitung der Aufgabe Mit der Bearbeitung dieser Aufgabe wurde das Büro AS&P – Albert Speer & Partner GmbH (Frankfurt a.M.) beauftragt. Zusätzlich wurde in der Erkundungsphase durch einen Input des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI, Competence Center Foresight eine übergeordnete Betrachtungsebene eingebracht. Auf der Grundlage einer abgestimmten Prozessstruktur wurde das Ergebnis der Studie in meh- reren Sitzungen erarbeitet: Erkundungsphase, Konzeptfindungsphase, Vertiefungsphase. Dabei wurde durch einen weit gefächerten Teilnehmerkreis möglichst umfangreiches Know- How aus der Region eingeholt. Neben Stadtplanungsamt, Wirtschaftsförderung und TPK GmbH waren unter anderem Bürgervereine, verschiedene städtische Ämter, Vertreter des K.I.T., der TechnologieRegion Karlsruhe GbR, des SSC Karlsruhe e.V. und der Fächerbad Karlsruhe GmbH beteiligt. Auch die ansässigen Firmen wurden einbezogen. Das Ergebnis der Studie liegt nun vor und soll dem Ausschuss in Grundzügen vorgestellt wer- den. Im Anschluss soll das Ergebnis der Studie in Form einer Broschüre dokumentiert werden. b) Kurzfassung Ergebnis der Studie Im Verlauf der Projektarbeiten wurden folgende Themen als Knackpunkte für die Weiterent- wicklung des Technologieparks identifiziert: die Adressbildung, die Interaktion zwischen K.I.T. Campus Ost und Technologiepark, das städtebauliche Gerüst (Wandhöhen, Straßenraum, Dichte), die Nutzungsverteilung, das Erschließungssystem, das Parkierungskonzept, die Freiraumstruktur, die bauliche Visitenkarte, Regelungen zu Werbeanlagen und die Umsetzung durch Bebauungsplanänderungen. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 Adressbildung Die mögliche Außendarstellung des Technologieparks soll an den maßgeblichen zukünftigen Schauseiten zur Haid-und-Neu-Straße und nach Norden Richtung Waldstadt verbessert werden. Städtebaulich umgesetzt werden soll dies durch eine Anpassung der Baufelder, Baulinien an den Außenkanten und eine Erhöhung der zulässigen Gebäudehöhen. Interaktion zwischen K.I.T. Campus Ost und Technologiepark In dem Technologiepark benachbarten K.I.T. Campus Ost sind Institute aus dem Bereich Mobili- tät und Technologie angesiedelt. Synergien zwischen den beiden Nachbarn sollen durch eine bessere räumliche Vernetzung gefördert werden. Dazu wird die verlängerte Emmy-Noether- Straße zu einem Platzraum umgestaltet, der langfristig auch eine verkehrliche Verbindung der beiden Gebiete zulässt. Städtebauliches Gerüst Die bisher im Technologiepark zulässigen Wandhöhen haben sich als nicht mehr zeitgemäß erwiesen, da sie auf zu geringen Geschosshöhen basieren. Die Wandhöhen sollen daher erhöht werden. Dabei ist unter anderem zu berücksichtigen, dass die möglichen Gebäudehöhen gestal- terisch mit den Dimensionen der Straßenräume korrespondieren und einen räumlichen Gesamt- eindruck schaffen. Mit der Erhöhung der Gebäudehöhen geht daher eine Verbreiterung der Straßenräume einher. Gleichzeitig ist eine Erhöhung der möglichen Ausnutzung der Grundstü- cke vorgesehen. Eine Ausnutzung der geänderten Kennziffern zieht eine Erhöhung des Stellplatzbedarfs nach sich. Die Wechselwirkungen zwischen diesen Faktoren sind bei den in der Vorzugsvariante vor- geschlagenen Kennziffern berücksichtigt. Nutzungsverteilung Das bisher stringente System der Nutzungsregelungen im Technologiepark soll aufgelockert werden, um den Nachfragen nach gastronomischen Einrichtungen, Nahversorgung und weite- ren Dienstleistungsangeboten in Zukunft besser entsprechen zu können. Dabei soll das Profil als Technologiepark, der vorwiegend der Ansiedlung von Technologiebetrieben dient, nicht verlo- ren gehen. Im Kernbereich des Parks sollen daher zukünftig folgende Nutzungen zulässig sein: Forschungsinstitutionen, Technologiefirmen, Entwicklungslabore, technologieorientiertes Ge- werbe sowie diesen zuarbeitende Betriebe, dem Gebiet dienende Nahversorgung, Gastronomie, Dienste, Parkhäuser und Fitnesscenter. In den Randbereichen des Technologieparks sollen darüber hinaus folgende Nutzungen zulässig sein: Büro- und Verwaltungseinrichtungen, Dienstleistungen, Hotel mit Boarding House, ge- sundheitliche Einrichtungen und soziale Einrichtungen. Erschließungssystem Die Anbindung des Gebietes soll langfristig durch einen neuen Anschluss von Norden verbessert werden. Dieser könnte an die Albert-Nestler-Straße oder an die Wilhelm-Schickard-Straße an- binden. Die innere Erschließung wird durch zwei Erschließungsringe verbessert. Dazu wird das Straßen- netz um eine zusätzliche Querverbindung im Norden erweitert. Die Verlängerung der Straße Im Vogelsand nach Westen entfällt im Gegenzug. Dies ermöglicht zusätzlich eine günstigere Auf- teilung der Baufelder. Ergänzende Erläuterungen Seite 4 Parkierungskonzept Durch die Möglichkeit zur Errichtung von Parkhäusern soll eine Perspektive eröffnet werden, um den Parkdruck zu lindern. Es ist vorgesehen an der Hauptzufahrt von Süden ein zentrales Park- haus zu errichten (Bauherr gegebenenfalls TPK). Das Grundstück soll somit für eine Nutzung als Mobilitätszentrale (Parken und gegebenenfalls Büronutzung) freigehalten und bis auf Weiteres nicht für andere Nutzungen herangezogen werden. Die Mobilitätszentrale soll die Möglichkeit schaffen, neuen Technologien aus dem Bereich Mobilität eine Plattform zu bieten, um diese für Arbeitnehmer und Besucher erlebbar zu machen. Der öffentliche Straßenraum soll im Gegenzug zukünftig weitgehend von „normalen“ Stellplät- zen freigehalten werden. Stattdessen soll mehr Raum für E-Mobile-Ladesäulen, E-Carsharing, Fahrradabstellplätze und Leih- und Ladestationen für E-Bikes geschaffen werden. Ergänzt wird dieses Angebot durch Ladezonen für die ansässigen Betriebe und Behindertenstellplätze. Freiraumstruktur Der große Freiraumanteil ist ein prägendes Merkmal des Technologieparks und soll es zukünftig auch bleiben. An der Grundstruktur aus Passarelle und Binnenparks sollen daher keine Ände- rungen vorgenommen werden. Es wird jedoch angestrebt, die Nutzungsmöglichkeiten der vor- handenen Freiräume zu intensivieren. Dazu sollten innerhalb der Passarelle und der Binnenparks Begegnungs- und Aufenthaltsbereiche vorgesehen werden. In den Binnenparks könnte Raum für sportliche Nutzungen entstehen. Das Konzept zur Freiraumgestaltung ist im weiteren Pla- nungsprozess noch zu vertiefen. Bauliche Visitenkarte Das bisher restriktive Gestaltungsprinzip aus straßenbegleitenden Baulinien mit zwei- oder drei- geschossiger Bebauung soll durch ein neues Gestaltungsprinzip ersetzt werden. Dabei werden Baulinien und zwingende Festsetzungen zu Wandhöhe und Geschossigkeit nur noch an wichti- gen Schauseiten (Nordkante zum Grünzug, Ostkante zur Haid-und-Neu-Straße, Raumkante beiderseits des internen Grünzugs) eingesetzt. Die übrigen Bereiche werden durch Baugrenzen und Festsetzungen der maximalen Wandhöhe geregelt. Die bisherige Gestaltungsregel, dass als Fassadenmaterialien nur Putz, Sichtbeton und Steinver- kleidungen oder Klinker in heller Pastelltönung zulässig sind, wobei für untergeordnete Flächen auch Bleche, Stahl und Glas verwendet werden dürfen, wird dahingehend ergänzt, dass außer- dem eine farbliche Akzentuierung auf 10% der jeweiligen Fassadenseite möglich sein soll. Da- mit wird dem Interesse der Unternehmen, ihr Corporate Design nach außen zu zeigen, Rech- nung getragen. Werbeanlagen Zum Thema Werbeanlagen konnte innerhalb der Sitzungen kein Konsens erzielt werden. Dies soll im Rahmen der jeweiligen Bebauungsplanverfahren geregelt werden. Umsetzung durch Bebauungsplanänderung Die Änderung des Planungsrechts soll in mehreren Teilverfahren erfolgen. Der Bereich westlich der Albert-Nestler-Straße, der sich weitgehend in städtischem Eigentum befindet, soll als erster Bereich überplant werden. Für den Bereich östlich der Albert-Nestler-Straße wird voraussichtlich ein Umlegungsverfahren erforderlich werden. Um durch dieses Verfahren nicht die gesamte Entwicklung zu hemmen, soll dieser Teilbereich in einem separaten Bebauungsplanverfahren entwickelt werden. Ergänzende Erläuterungen Seite 5 Das südliche Eingangsgrundstück, das bisher für eine Hotelnutzung vorgesehen war, soll auf- grund seiner räumlichen Wirkung auf das Stadtbild und der prägnanten Lage im Park für einen besonderen Nutzer vorgehalten werden und bei Bedarf über einen vorhabenbezogenen Bebau- ungsplan auf dessen Bedürfnisse hin überplant werden. Entgegen der bisherigen Vorgehens- weise wäre alternativ zu prüfen, ob in diesem Bereich ein Angebotsbebauungsplan aufgestellt werden sollte, der neben einer Auswahl an zulässigen Nutzungsarten lediglich ein großzügiges Baufensters und eine Baumassenzahl festsetzt. Voraussetzung hierfür wäre die Durchführung eines Architektenwettbewerbes. Bei der Grundstücksvergabe ist die aufgrund seiner Lage be- sondere Bedeutung dieses Grundstückes für den Technologiepark Karlsruhe angemessen zu berücksichtigen. 3. Nächste Schritte Nachdem die Studie von Wirtschaftsförderungsausschuss und Planungsausschuss vorberaten wurde, wird für den Gemeinderat eine Broschüre mit dem Ergebnis der Studie erstellt und ver- vielfältigt werden. Auf Grundlage der Studie kann die Überarbeitung des Planungsrechts beginnen. Beschluss: Antrag an den Gemeinderat Der Gemeinderat beschließt nach Vorberatung im Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Pla- nungsausschuss, dass die Ergebnisse der Studie „Reload Technologiepark“ für die weitere Ent- wicklung des Technologieparks als Grundlage und Leitlinien dienen sollen. Der Gemeinderat beschließt daher, dass das Planungsrecht im Technologiepark auf Grundlage der Ergebnisse der Studie geändert werden soll und beauftragt die Verwaltung, die entspre- chenden Bebauungspläne ins Verfahren zu bringen. Daneben beschließt der Gemeinderat der Stadt Karlsruhe, die nach § 3 Abs. 1 BauGB vorge- schriebene frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit an der Bauleitplanung in Form einer Darle- gung im Amtsblatt der Stadt Karlsruhe (StadtZeitung) durchzuführen.
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Extrahierter Text
NIEDERSCHRIFT Stadt Karlsruhe Gremium: 30. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: 25. Oktober 2016, 15:30 Uhr öffentlich Ort: Bürgersaal des Rathauses Vorsitzende/r: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 8. Punkt 6 der Tagesordnung: Studie „Reload Technologiepark“ Vorlage: 2016/0575 Beschluss: Der Gemeinderat beschließt, nach Vorberatung im Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Planungsausschuss, dass die Ergebnisse der Studie „Reload Technologiepark“ für die weitere Entwicklung des Technologieparks als Grundlage und Leitlinien dienen sol- len. Der Gemeinderat beschließt daher, dass das Planungsrecht im Technologiepark auf Grundlage der Ergebnisse der Studie geändert werden soll und beauftragt die Verwal- tung, die entsprechenden Bebauungspläne ins Verfahren zu bringen. Daneben beschließt der Gemeinderat der Stadt Karlsruhe, die nach § 3 Abs. 1 BauGB vorgeschriebene frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit an der Bauleitplanung in Form einer Darlegung im Amtsblatt der Stadt Karlsruhe (StadtZeitung) durchzuführen. Abstimmungsergebnis: einstimmig zugestimmt Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 6 zur Behandlung auf und verweist auf die Vorberatung im Planungsausschuss: Dazu gibt es Wortmeldungen. - Herr Stadtrat Ehlgötz. Stadtrat Ehlgötz (CDU): Wir begrüßen die Vorlage zur Reload-Studie außerordentlich. Das Gutachten, was Sie uns im Wirtschaftsförderungsausschuss und im Planungsaus- schuss vorgelegt haben, ist letztendlich die Grundlage dafür, dass wir Arbeitsplätze auf diesem Gebiet für morgen generieren werden. Ich glaube auch, dass wir eine einmalige Chance zu nutzen haben, was den Campus-Nord und den Campus-Süd angeht. Wir werden dort Wissenschaft und Unternehmen zusammen an einen Tisch bringen, die in dieser Stadt maßgebend werden und weit über die Region Karlsruhes hinausreichen - 2 - werden. Was wir heute im Gemeinderat unserer Stadt verabschieden, ist Innovationspo- litik für unsere Stadt, es ist Politik für morgen. Darauf können wir ein Stück stolz sein. Lassen Sie mich, sehr geehrte Frau Bürgermeisterin, aber noch anmerken, dass wir na- hezu 25 Jahre gebraucht haben, um 20 % des Gesamtareals zu bebauen. Somit bleiben nach Adam Rieses Rechnung noch 80 % Bebauungsfläche frei. Wir haben also einiges vor. Wir wünschen Glückauf für diesen guten Weg, vor allem, dass es etwas schneller gehen könnte, um neue Firmen da draußen anzusiedeln. Ansonsten selbstverständlich Zustimmung zu Ihrer Vorlage. Stadträtin Ernemann (SPD): Die SPD-Fraktion freut sich über die hier vorliegende Stu- die Reload Technologiepark. Meine Fraktion freut sich, denn waren es doch wir, die mit einem Antrag im Februar 2014 den Stein ins Rollen gebracht haben. Unser Antrag war der Anstoß für die hier vorliegende Studie von Albert Speer & Partner und die kom- mende Bebauungsplanänderung. Doch um was geht es? Der Technologiepark bildet eine letzte zusammenhängende Fläche für großflächige Neuansiedlungen im Technolo- giesektor in zentraler Lage zwischen Waldstadt, Rintheim und Oststadt. Aufgrund der räumlichen Lage bestehen dort die allerbesten Voraussetzungen für eine Vernetzung mit der Universität und sonstigen Forschungseinrichtungen. Er befindet sich in unmit- telbarer Nachbarschaft zum KIT Campus-Ost. Auf einem 31 Hektar großen Areal, wo- von derzeit nur 25 % - 25 % ich wiederhole - entwickelt sind, sitzen 70 Unternehmen mit derzeit 4.000 Beschäftigten. Diesem Areal liegt ein über 20 Jahre alter Bebauungs- plan aus dem Jahre 1993 zugrunde, der nicht nur nicht mehr zeitgemäß ist, sondern auch keinerlei Entwicklungsmöglichkeiten zulässt. Der derzeitige Bebauungsplan enthält strenge Vorgaben zur Verdichtung, Wandhöhen, Baulinien, Baugrenzen sowie baufeld- bezogene Nutzungen, die sich zum Teil nur schwer wirtschaftlich umsetzen lassen. Die Nutzungsarten sind unflexibel. Es besteht eine schlechte Versorgungslage, und die An- siedlung von Dienstleistungsunternehmen wie Kiosk, Läden, Gastronomie waren bisher nicht möglich. Die bisherigen Baufeldzuschnitte hinderten Entwicklungen, da sie auf- grund der Baulinien baulich schwer umsetzbar und kaum zu vermarkten waren. Der Wunsch nach Flexibilität der Bebauung des Areals und eine Infrastruktur, die in vie- len Bereichen dem aktuellen Bedarf angepasst wird, war uns bekannt, ist uns bekannt, ist dringend erforderlich. Nach Aussage der Wirtschaftsförderung besteht derzeit in Karlsruhe ein Bedarf nach kleineren Einheiten, aber auch eine große Nachfrage nach großen Bauflächen von 9.000 bis 10.000 Quadratmeter Grundstücksflächen und Ge- bäudevolumen von 20.000 bis 40.000 Quadratmeter Bruttogeschossflächen. Das müs- sen wir berücksichtigen und die Voraussetzungen dazu schaffen. In der Arbeitswelt von heute findet derzeit ein Strukturwandel statt. Der Einfluss auf die Arbeitsorganisation hat uns vor neue Herausforderungen gestellt, aber auch wir müssen Chancen schaffen. Heute steht gemeinschaftliches produktives Arbeiten in einer mög- lichst kreativen Atmosphäre im Vordergrund. Was muss sich ändern: ein schlüssiges Verkehrskonzept, ein Parkierungskonzept, Mobilitätszentrale, Restaurants und Öffnung nach außen und evtl. kulturelle Nutzung der Räumlichkeiten, eine ansprechende Gestal- tung der Freiräume. Dies alles sind Voraussetzungen für die Entwicklung zu einem krea- tiven Arbeitsplatzumfeld. Letztlich ist durch eine Bebauungsplanänderung ein Flächen- gewinn von 35 % durch Nachverdichtung und ein längst überfälliger repräsentativer - 3 - Anschluss an die Haid-und-Neu-Straße realisierbar. Durch die Revitalisierung des Areals wird der Technologiepark seine Erfolgsgeschichte fortführen, weitere Unternehmen an- siedeln und zukünftig die prognostizierten 12.000 Arbeitsplätze bereitstellen. Wir stim- men der Vorlage zu. Stadtrat Honné (GRÜNE): Auch die Grüne-Fraktion begrüßt ausdrücklich das, was in der Studie genannt wird, dass man eben weniger Flächen versiegeln sollte, dafür aber höher bauen und dadurch die Fläche besser ausnutzen kann, gleichzeitig flexiblere Vor- gaben zu machen, um den Investoren mehr entgegen zu kommen. Alles wunderbar. Vor allen Dingen begrüßen wir auch, dass die Grünzonen, die vorgesehen waren, jetzt auch so bleiben, während es auch schon mal andere Überlegungen gab. Eine wesentliche Kritik haben wir aber trotzdem an dieser Studie. Das ist, dass der Kli- mawandel so gar nicht berücksichtigt wurde. In dem alten Bebauungsplan vor über 20 Jahren, das ist klar, da war das nicht mit drin. Da hätte jetzt dringend noch etwas rein- geschrieben werden müssen. Das fehlt uns und sollte jetzt in den Bebauungsplan auch wirklich übernommen werden, insbesondere eine intensive Dachbegrünung wäre in so einem modernen Gebiet eigentlich zwingend erforderlich. Das ist auch etwas, wo es auch ums Aussehen geht, wenn von oben die Sträucher zu sehen sind. Das sieht man auch von unten. Es wäre auch die Frage, ob nicht auch Wandbegrünungen möglich sind, um sich insgesamt vor den Folgen des Klimawandels zu schützen. Die Frage wäre, ob im Energiebereich nicht doch einiges gemacht werden könnte, was bisher im Be- bauungsplan nicht enthalten ist. Beides sollte bei dem Bebauungsplan berücksichtigt werden. Stadtrat Lancier (KULT): Der Technologiepark Karlsruhe wurde vor über 20 Jahren mit großer Hoffnung ins Leben gerufen. Damals hat man die Vorstellung gehabt, dass die erwartete rasante Entwicklung ein stark formendes Korsett bräuchte. Man hat die heute teils als Fehler sichtbaren Grenzen gezogen, und wollte damit einem Wildwuchs vor- beugen und eine kontrollierte Entwicklung erreichen. Die Studie belegt nun, dass und auch wieso das Ziel nicht erreicht wurde. Sie zeigt, dass dieses Gebiet sich nicht wie erhofft entwickeln konnte, weil die Grenzen eben zu eng waren. Wie ein Hochleis- tungssportler nicht in einem Korsett antritt, weil ihm dann einfach die Luft fehlt, so zie- hen manche Firmen auch das Einzwängen in den TPK erst gar nicht in Betracht, weil ihnen die Freiheiten zur Entwicklung fehlen. Die KULT-Fraktion sieht den TPK aber durchaus als großartige Vision für die städtische Entwicklung, die dem Bild des Hoch- technologiestandortes Karlsruhe gerecht wird und die nicht zuletzt der wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt dienen wird. Was in der Studie an Vorschlägen enthalten ist, wirkt insgesamt nachvollziehbar und vernünftig. Als besondere Schwachstelle wird wohl die Situation im Arbeitsumfeld für die Beschäftigten gesehen. Die Verbesserung der Infrastruktur ist aber immer in Relation zur Umgebung Waldstadt, Hagsfeld, Rintheim zu sehen. Daher werden wir die Maß- nahmen dort in Bezug auf Nahversorgung, Gastronomie mit kritischem Auge betrach- ten. Was uns bei der Durchsicht der Vorlage auffiel, ist, dass die strukturellen Korrekturen nicht über die unmittelbar angrenzenden Straßen hinaus gedacht scheinen. Wenn der - 4 - Vollausbau entsprechend der Studie erreicht werden soll, wird das aber auch weiter entfernt deutliche Auswirkungen zeigen. Insbesondere die Bautätigkeit selbst, aber auch später die wirtschaftliche Tätigkeit von auch produzierendem Gewerbe, das ja nun angedacht ist, wird zunehmend Verkehr mit sich bringen, auch Lastverkehr. Wir bean- tragen daher, dass die ebenerdige nördliche Anbindung an die Haid-und-Neu-Straße grundsätzlich mit eingebunden wird. Außerdem sollen die Planungen zur Nordumfah- rung Rintheim forciert werden. Für den Kollegen Ehlgötz - dies ist auch als südlich Hags- feld bekannt. In der Summe: Für die Entwicklung des TPK werden wir die vernünftige Anpassung der Bebauungspläne mittragen. Stadtrat Høyem (FDP): Grimm‘s Märchen sind nicht nur unschuldige Erzählungen für Kinder. Sie können auch einen ganz dramatischen Verlauf beschreiben. Wir freuen uns alle, wenn der Prinz Dornröschen wachküsst. Ich weiß nicht, wer welchen Fluch auf un- seren Technologiepark gelegt hat. Ich weiß auch nicht, an welcher Spindel sich unser Technologiepark gestochen hat. Aber die Brüder Grimm schreiben, dass die Prinzessin zusammen mit dem gesamten Hofstaat in einen tiefen Schlaf fällt. Das Schloss wird mit einer undurchdringlichen Dornenhecke umringt, aus der nach 100 Jahren Rosen wach- sen. Über den Technologiepark Karlsruhe haben wir in den 12 Jahren, in denen ich Stadtrat bin, schon oft diskutiert. Ein wichtiger Standort für Karlsruhe und auch mit ganz vielfältigem Innenleben, aber genau inneren Leben, integriert in die Umgebung oder in Karlsruhe, war der Technologiepark nicht. Ehrlich gesagt, von außen besehen, ein bisschen langweilig und mit so vielen Restriktionen, dass man Jahr für Jahr nahezu sehen konnte, wie die Dornenhecke gewachsen ist und mehr und mehr undurchdring- lich geworden ist. Deshalb sind wir Liberalen begeistert, dass der Wille, diese Dornenhecke zu entfernen, jetzt spürbar für uns alle ist. Der Technologiepark hat für Karlsruhe ein ganz enormes Potential für Entwicklung und für Integration in die Umgebung. Wir sind beeindruckt von den vielen Vorschlägen und der zusammenhängenden Perspektive. Ganz wichtig ist es, dass diese Studie Reload Technologiepark nicht ein neues statisches Korsett wird. Es soll eine dynamische Entwicklung sein. Gerade deshalb begrüßen wir, dass die Öffent- lichkeit frühzeitig nicht nur informiert, sondern auch beteiligt wird. In den Plänen ist auch der Wunsch, eine eigene Schule zu bauen und zu entwickeln. Sowohl als Liberaler, als auch als Däne und lebenslang im europäischen Bildungssystem unterwegs, stehe ich prinzipiell positiv jeder Erneuerung in der Bildungslandschaft gegenüber. Ich gebe zu bedenken, dass gerade, was Bildung angeht, der Technologiepark schon sehr gut in die umgebende Schullandschaft integriert ist. Ob eine private Firmenschule in dieser Ent- wicklung logisch ist, soll man vielleicht noch einmal überlegen. Die physische und men- tale Dornenhecke muss weg. Dornröschen muss wachgeküsst werden. Diese große Aufgabe kann wohl sogar unser Prinz nicht allein schaffen. Wir melden uns gerne in der Gruppe von Wachküssern an. Stadtrat Wenzel (FW): Die Zukunft ist eine große Unbekannte. Das Kommende lässt sich vielleicht planen, aber nicht bestimmen. Ein gutes Beispiel dafür ist die lange Ge- schichte der Entwicklung des Technologieparkes. Ich stimme der Vorlage zu in der Hoffnung, dass die vorliegende Planung den Bedürfnissen der zukünftigen Arbeitsmärk- te und Arbeitsplatzanforderungen entspricht. Kritisch betrachte ich lediglich die in der vorliegenden Planung vorgesehene verkehrliche Beziehung zu den Nachbarschaften - 5 - sowie die geplante Anbindung und Durch- bzw. Beschneidung der Kleingartenanlage zwischen dem Technologiepark und dem Hirtenweg. Vielleicht gibt es andere Alternati- ven. Ansonsten Zustimmung. Stadtrat Mossuto (GfK): Reload Technologiepark - eine längst fällige Studie. Wir von Gemeinsam für Karlsruhe beglückwünschen das Büro Albert Speer & Partner für ihre in die Tiefe gehende qualifizierte Studie, eine Studie, die es uns ermöglicht, den Technolo- giepark durch entsprechende Änderungen in der Studie zukunftsfähig zu machen. Da meine Kolleginnen und Kollegen bereits ausführlich dazu Stellung genommen haben, werde ich diese nicht vertiefen, sondern mich im Wesentlichen auf zwei Themenkom- plexe beschränken. Das sind einerseits die Synergien zu den angrenzenden Stadtteilen und andererseits die Interaktion zum KIT-Ost um den Technologiepark. Zunächst zu den angrenzenden Stadtteilen: Die Stadtteile Waldstadt, Hagsfeld, Rint- heim und die nördlichen Teile der Oststadt entwickeln sich weitgehend zu einem Mitei- nander der Bevölkerungsgruppen unter Bewahrung ihrer gewachsenen Identität. Ich vermisse jedoch in der Beschlussvorlage die Vorzüge des Projektes Reload Technologie- park bezüglich der Vernetzung mit den angrenzenden Stadtteilen sowie die Anbindung und synergetische Nutzung untereinander. Im Zuge der Auswertung des Technologie- parks darf diese jedoch nicht als Insel der Glückseligkeit betrachtet werden. Hierüber zu referieren und Gedanken zu entwickeln, war nicht Auftragsvorgabe des Büros Albert Speer und Partner, was mir wohl bekannt ist. Es ist eine Aufgabe der Verwaltung, hier eine ganzheitliche Betrachtung ergänzend zu der Studie vorzulegen. Nun zur Interaktion zum KIT-Ost und dem Technologiepark. Eine Verlängerung der Emmy-Noether-Straße zu einem vorgesehenen Platzraum umzugestalten reicht nicht, um eine Interaktion für beide Gebiete zu gewährleisten. Der Platzraum sollte so gestal- tet werden, dass sich daraus ein Zentrum für die Begegnungen der Bürgerinnen und Bürger entwickelt. Es empfiehlt sich, über die Einrichtung eines Bürgerzentrums zum Nutzen aller angrenzenden Stadtteile in zentraler Lage nachzudenken. Ein Bürgerzent- rum könnte möglicherweise an der Stelle stehen, wie es in der Studie als Vorzugsvarian- te auf der Seite 73 als grüne Kulisse bezeichnet wird. Ich begrüße die Absicht der Ver- waltung zu einer frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit, beispielsweise durch eine Bürgerveranstaltung mit Vertretern aller angrenzenden Stadtteile. Wir stimmen der Be- schlussvorlage zu. Der Vorsitzende: Das waren Ihre Wortbeiträge. Zum Inhaltlichen noch Frau Bürger- meisterin. Bürgermeisterin Luczak-Schwarz: Ich wollte zwei, drei Punkte im Hinblick auf die Wirtschaftspolitik ausführen. Herr Høyem, das Dornröschen ist schon seit längerem wachgeküsst. Das ist auch ein Grund, warum wir hier jetzt sehr zügig mit der Überar- beitung des Gebiets voranschreiten. In der Tat war der Anfang schwer. Das lag natürlich an verschiedenen Umständen, auch durch die vertragliche Gestaltung im Hinblick auf die Verwertung der Grundstücke dort. Aber nichtsdestotrotz ist in den letzten vier Jah- ren da ein enormer Boom hineingetreten. Natürlich haben wir nicht nur wachsende Gebäude in dem Gebiet, sondern wir haben Grundstücke, die wir bereits verkauft ha- ben, deren Verkauf Sie auch zugestimmt haben, wo Planungen laufen bei Frau Kar- - 6 - mann-Woessner und beim Herrn Kollege Obert, und wir haben weitere Anfragen. Mit Blick auf die weitere Ausnutzung des Bebauungsplans haben wir die Möglichkeit, noch mehr Firmen, noch mehr Arbeitsplätze, dort in dem Gebiet zu entwickeln. Das kommt natürlich der Gesamtstrategie zugute, denn die für uns wichtige IT-Achse in der Ost- stadt in Verknüpfung mit dem Campus-Ost zu vervollständigen, ist ein gemeinsames Ziel. Dazu soll dieser entsprechende Reload-Technologie-Bebauungsplan auch dienen. Der Vorsitzende: Wir kommen dann zur Abstimmung. Die Meldung bitte jetzt. - Das ist einstimmige Zustimmung. Herr Stadtrat Braun hat die Sitzung verlassen. Ich bitte, das fürs Protokoll festzuhalten. Damit können wir den Tagesordnungspunkt abschließen. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten – 10. November 2016