Karlsruhe aus Sicht der Region - Regionsumfrage 2016

Vorlage: 2016/0557
Art: Beschlussvorlage
Datum: 22.09.2016
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Amt für Stadtentwicklung
Erwähnte Stadtteile: Durlach

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 25.10.2016

    TOP: 1

    Rolle: Entscheidung

    Ergebnis: Kenntnisnahme

Zusätzliche Dateien

  • Anlage Regionsumfrage 2016
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Amt für Stadtentwicklung REGIONSUMFRAGE 2016 Beiträge zur Stadtentwicklung Nr. 49 2 | REGIONSUMFRAGE 2016 IMPRESSUM Stadt Karlsruhe Amt für Stadtentwicklung Zähringerstraße 61 76133 Karlsruhe Leiterin: Dr. Edith Wiegelmann-Uhlig Bereich: Stadtentwicklung Otto Mansdörfer Bearbeitung: Andrea Hammer Datenanalyse und -aufbereitung: Ilona Forro Layout: Stefanie Groß Bildnachweise: Roland Fränkle, Presseamt Stadt Karlsruhe (Seite 4/5, 7, 10/11, 13, 19, 23, 25, 26/27, 49, 50) KTG Karlsruhe Tourismus GmbH (Seite 6, 34, 61) Monika Müller-Gmelin, Stadtplanungsamt Karlsruhe (Titelfoto, Seite 8, 20, 32, 36/37, 52, 58) pixabay.com (Seite 41, 43) Moritz Grenke, Quelle: stadtwiki-baden-baden.de, Lizenz: CC BY-SA 3.0 (Seite 66/67) GFreihalter, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0 (Seite 68) Auskunftsdienst und Bestellung: Telefon: 0721 133-1220 Fax: 0721 133-1209 E-Mail: stadtentwicklung@afsta.karlsruhe.de Internet: www.karlsruhe.de/stadtentwicklung Stand: August 2016 Gedruckt in der Rathausdruckerei auf 100 Prozent Recyclingpapier © Stadt Karlsruhe AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 3 www.karlsruhe.de INHALT 1. EINFÜHRUNG UND ZUSAMMENFASSUNG 5 1.1 Zusammenfassung 6 1.2 Methodik 8 2. BESUCHSVERHALTEN DER REGIONSBEVÖLKERUNG 11 2.1 Fahrten nach Karlsruhe 12 2.2 Anlässe für Fahrten nach Karlsruhe 20 3. EINSCHÄTZUNGEN ZUR KARLSRUHER INNENSTADT 27 3.1 Bewertung der Karlsruher Innenstadt 28 3.2 Verbesserungsvorschläge für die City 32 3.3 Erwartungen nach Abschluss der Bauarbeiten 34 4. EINKAUFEN IN DER KARLSRUHER INNENSTADT 37 4.1 Auswirkungen des Online-Shoppings 38 4.2 Informationsverhalten 41 4.3 Räumliches Einkaufsverhalten 44 4.4 Attraktivität des Einzelhandelsangebots 47 4.5 Baustellen in der Karlsruher Innenstadt 49 5. IMAGE DER STADT KARLSRUHE 53 5.1 Spontane Assoziationen zu Karlsruhe 54 5.2 Besonderheiten von Karlsruhe 58 5.3 Karlsruhes Vor- und Nachteile 61 5.4 Beurteilung der Attraktivität als Großstadt 64 6. BESUCH ANDERER MITTEL- UND OBERZENTREN 67 4 | REGIONSUMFRAGE 2016 AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 5 1. EINFÜHRUNG UND ZUSAMMENFASSUNG 6 | REGIONSUMFRAGE 2016 1.1 ZUSAMMENFASSUNG Regionsbevölkerung kommt seltener nach Karlsruhe Ein Zeitvergleich der Besucherfrequenzen legt offen, dass die Regionsbevölkerung deutlich seltener nach Karlsruhe fährt. So ist der Anteil derjenigen, die einmal pro Woche oder häufi ger in die Fächerstadt kommen, von 27,7 % im Jahr 2012 auf 19,1 % im Jahr 2016 und damit um 8,6 Prozentpunkte gesunken. Auch für die Häufi gkeitsklassen zwei- bis dreimal im Monat, einmal im Monat und weniger als einmal im Monat sind Rückgänge im langfristigen Zeitvergleich zu verzeichnen. Besonders deutliche Abnahmen derjenigen, die mindestens einmal pro Monat in die Fächerstadt fahren, sind für die Gemeinden des Nachbarschaftsverbands (von 89,1 % in 2012 auf 53,3 % in 2016) und den südlichen Landkreis Rastatt (von 44,1 % in 2012 auf 17,4 % in 2016) feststellbar. Trotz einer Erweiterung des Umfragegebiets um den nördlichen Enzkreis und Teile des Elsass liegt die Zahl der Personen aus der Region, die Karlsruhe im Laufe eines Monats besuchen, mit insgesamt rund 445.800 im Jahr 2016 um 7,6 % niedriger als im Jahr 2012 mit 482.500 Besucherinnen und Besuchern aus der Region (Kapitel 2.1). Pkw bleibt meistgenutztes Verkehrsmittel bei Fahrten in das Oberzentrum Aktuell fahren 60,2 % der Besucherinnen und Besucher aus der Region selbst mit dem Pkw in die Fächerstadt. Weitere 5,8 % geben an, als Mitfahrerin beziehungsweise Mitfahrer in einem Pkw nach Karlsruhe zu kommen. Damit bleibt das Auto das meistgenutzte Verkehrsmittel bei Fahrten der Regionsbevölkerung nach Karlsruhe. Etwa ein Drittel der Regionsbevölkerung (31,2 %) nutzt in der Regel öffentliche Verkehrsmittel – das heißt Straßenbahn, Stadtbahn, Eisenbahn oder Bus –, um nach Karlsruhe zu fahren. In Abhängigkeit von der Qualität der ÖPNV-Anbindung zeichnen sich deutliche regionale Unterschiede bei der Verkehrsmittelwahl ab: Überdurchschnittlich häufi g werden öffentliche Verkehrsmittel bei Fahrten nach Karlsruhe aus Baden-Baden und dem südlichen Landkreis Rastatt (39 %), dem nördlichen Landkreis Rastatt (37,7 %), dem Nachbarschaftsverband Karlsruhe (35,5 %) sowie dem übrigen Landkreis Karlsruhe und Bad Herrenalb (33,5 %) genutzt. Im Zeitvergleich zeigt sich, dass sich die Abnahme der monatlichen Besucherzahl aus der Region vor allem in einer geringeren Anzahl an ÖPNV-Fahrten niederschlägt. So sinkt die Zahl der Nutzerinnen und Nutzer des ÖPNV-Angebots um 49.900. Es ist jedoch davon auszugehen, dass diese Abnahme nicht mit einer veränderten Verkehrsmittelwahl der Regionsbevölkerung zusammen hängt. Sie ist vielmehr darauf zurückzuführen, dass die Abnahme der Besucherzahlen aus Regionen mit guter ÖPNV-Anbindung prozentual stärker ausgefallen ist (Kapitel 2.1). Einzelhandelsangebot, Schloss mit Schlossgarten, Weihnachtsstadt und gastronomisches Angebot sind Hauptanlässe für einen Besuch Karlsruhes Der häufi gste Anlass für Fahrten nach Karlsruhe ist – wie in den letzten Jahren auch – das Einzelhandelsangebot: Von denjenigen, die innerhalb des letzten Jahres in die Fächerstadt gefahren sind, haben jeweils 79,9 % in der Fußgängerzone eingekauft. Ein ähnlich hoher Anteil war zum Einkaufen im Ettlinger Tor (78 %). Auch das Schloss mit Schlossgarten ist ein Besuchermagnet. Drei Viertel der Regionsbevölkerung (73,6 %) gaben an, sich dort bei einem Besuch aufzuhalten. Dies ist vermutlich auch auf die Feierlichkeiten zum 300. Stadtgeburtstag Karlsruhes im Jahr 2015 zurückzuführen. Der Besuch der Weihnachtsstadt (69,4 %) sowie Essen gehen (61 %) sind weitere wichtige Anlässe, um Karlsruhe zu besuchen (Kapitel 2.2). AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 7 Einzelne Eigenschaften der Innenstadt erfahren wachsende positive Bewertung – ausgenommen verkehrliche Aspekte Die Anteile der Spitzenbewertungen („sehr gut“ oder „gut“) in der aktuellen Regionsumfrage haben für die meisten Eigenschaften der Karlsruher City – darunter Warenangebot, Gestaltung der Geschäfte, Beratung durch Verkaufspersonal – im Vergleich zur Regionsumfrage 2012 zugenommen. Ein deutlicher Rückgang ist lediglich für die Erreichbarkeit der Innenstadt mit Straßenbahn und Bus zu verzeichnen. Hier sinkt der Anteil der Spitzenbewertungen von 82,9 % (2012) auf 57,6 % (2016). Für die Erreichbarkeit mit dem Auto bleibt der Anteil der Spitzenbewertungen auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau (2012: 42,9 %, 2016: 40 %) (Kapitel 3.1). Karlsruher City für deutlich mehr als die Hälfte der Regionsbevölkerung weiterhin attraktives Stadtzentrum Deutlich mehr als die Hälfte der Regionsbevölkerung (56,7 %) gibt an, dass die Karlsruher Innenstadt ihrer Vorstellung von einem attraktiven Stadtzentrum entspricht. Etwa jede beziehungsweise jeder Dritte (28,2 %) ist dagegen der Auffassung, dass Dinge fehlen oder verbessert werden müssen. Ein relativ hoher Anteil der Befragten (15 %) macht zu dieser Frage keine Angabe. Ein Abgleich der Einschätzungen mit den Besucherfrequenzen legt offen, dass vor allem diejenigen, die täglich oder mehrmals die Woche nach Karlsruhe fahren, Verbesserungen anmahnen (38,1 %) (Kapitel 3.1). Bautätigkeit in der Innenstadt wird zunehmend als Belastung empfunden Von den Befragten, die Verbesserungen in der Karlsruher Innenstadt angemahnt haben, fordern 77,9 % eine Reduktion der Baustellen. Diese Forderung stand bereits in der Regionsumfrage 2012 an erster Stelle, wurde allerdings von bedeutend weniger Personen (31,2 %) geäußert (Kapitel 3.2). Abschluss der Bauarbeiten zur Kombilösung mit positiven Erwartungen verknüpft Nach Abschluss aller innerstädtischen Bauarbeiten erwarten dann aber 59,5 % der Befragten in der Region ein insgesamt schöneres Stadtbild. An zweiter Stelle folgt mit einem Anteil von 44 % die Erwartung, dass keine Baustellen mehr in der Innenstadt vorhanden sein werden. Jeweils ein Drittel der Befragten erhofft sich eine ruhigere Atmosphäre in der Innenstadt (34,2 %) und mehr Komfort für Fußgänger (33,1 %) (Kapitel 3.3). Drei Viertel der Regionsbevölkerung kauft online ein Etwa drei Viertel der Regionsbevölkerung (73,5 %) kauft online ein, darunter 41,5 % mindestens einmal im Monat. Eine Auswertung nach demografi schen Gesichtspunkten legt deutliche altersabhängige Unterschiede beim Online-Shopping offen. In den jüngeren Altersklassen von 18 bis 29 Jahren (61,4 %) und von 30 bis 44 Jahren (58,3 %) tätigt jeweils eine deutliche Mehrheit der Regionsbevölkerung mindestens einmal im Monat Einkäufe über das Internet. Dagegen liegt der Anteil bei Befragten im Alter von 45 bis 59 Jahren mit 41,6 % erheblich niedriger und sinkt bei Befragten der Altersgruppen 60 bis unter 75 Jahre (17,3 %) und 75 Jahre und älter (14,6 %) weiter ab (Kapitel 4.1). Vor allem Ältere und Personen mit hohem Einkommen kommen wegen Online-Einkäufen seltener in die City Mehr als ein Drittel (38,7 %) derjenigen, die mindestens einmal im Monat online einkaufen, gibt an, aufgrund von Online-Shopping weniger zum Einkaufen in die Innenstädte zu gehen. In der Altersgruppe der 60- bis unter 75-Jährigen, die Karlsruhe im Durchschnitt ohnehin relativ selten besucht, liegt der entsprechende Anteil mit 57,5 % deutlich höher. Die Auswertung nach dem Nettoeinkommen des Haushalts legt offen, dass vor allem Befragte mit einer hohen Kaufkraft deutlich seltener zum Einkaufen in die Innenstadt kommen. So geben 60 % der Befragten mit einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen von 4.000 Euro und mehr an, dass sie innerstädtische Einzelhandelsangebote aufgrund von Online-Einkäufen seltener nutzen (Kapitel 4.1). Internet ist zentrale Informationsquelle über Angebote des Karlsruher Einzelhandels Etwas mehr als ein Drittel (37,7 %) der letztjährigen Besucherinnen und Besucher aus der Region hat sich im Vorfeld über aktuelle Angebote des Karlsruher Einzelhandels informiert. Bei den Informationsquellen, die im Vorfeld eines Besuchs genutzt werden, nimmt das Internet eine zentrale Rolle ein. Zwei Drittel (69,9 %) derjenigen, die sich vor einem Besuch über Angebote des Karlsruher Einzelhandels informieren, holen Informationen über das Internet ein. Etwas mehr als 40 % (44,4 %) informieren sich im Vorfeld auch über Radio, Zeitung und Werbung (Kapitel 4.2). 8 | REGIONSUMFRAGE 2016 Kaiserstraße und ECE-Center sind Haupteinkaufsgebiete Die Kaiserstraße ist nach wie vor der Haupteinkaufsort in der Karlsruher City: 84,1 % aller Regionsbesucher halten sich dort in der Regel zum Einkaufen auf. Etwa drei Viertel (75,6 %) der Besucherinnen und Besucher aus der Region besuchen das ECE-Center und etwas mehr als die Hälfte (52,7 %) die Postgalerie. Im Zeitvergleich fällt auf, dass die verschiedenen Einkaufsorte zunehmend kombiniert besucht werden (Kapitel 4.3). Spontane Assoziationen zu Karlsruhe geprägt durch Baustellen, Staus, Chaos, Verkehrsprobleme und Umleitungen Bei der Frage nach spontanen Assoziationen zur Fächerstadt steht deutlich das Thema Baustellen, Staus, Chaos, Verkehrsprobleme und Umleitungen im Vordergrund: 61 % der Regionsbevölkerung greifen auf dieses Vokabular zurück, um Karlsruhe zu beschreiben. An zweiter Stelle folgen mit 38,2 % Schloss, Schlossgarten und Botanischer Garten als räumlicher Bezugspunkt in der Karlsruher City. Mit Baustellen, Staus, Chaos, Verkehrsproblemen und Umleitungen wird Karlsruhe besonders häufi g von Einwohnerinnen und Einwohnern des Nachbarschaftsverbands (73 %), des übrigen Landkreises Karlsruhe (72,9 %) und der übrigen Südpfalz (80 %) beschrieben (Kapitel 5.1). Schloss und Schlossgarten sind Hauptattraktion Auf die Frage, welche Besonderheiten, Orte und Plätze in Karlsruhe sie einem auswärtigen Besucher beziehungsweise einer auswärtigen Besucherin zeigen würden, antworten 76,5 % der Befragten mit Schloss und Schlossgarten. Sie stellen somit die Hauptattraktion dar. Darauf folgt mit einem Anteil von 37,1 % ein Besuch der Innenstadt sowie der dort gelegenen Einkaufsgebiete Kaiserstraße, ECE-Center und Postgalerie. Etwas mehr als ein Viertel (27,3 %) der Regionsbevölkerung würde mit Besucherinnen und Besuchern von auswärts den Zoo beziehungsweise Stadtgarten besichtigen (Kapitel 5.2). Mittelstädte in der Region werden häufi ger besucht Im Zeitvergleich wird deutlich, dass insbesondere die Mittelzentren Baden-Baden und Rastatt für die Regions- bevölkerung an Bedeutung gewonnen haben. So steigt der Anteil derjenigen, die Baden-Baden regelmäßig besuchen, von 18,4 % im Jahr 2009 um etwas mehr als fünf Prozentpunkte auf aktuell 23,8 %. Eine noch deutlichere Zunahme um 7,3 Prozentpunkte von 2009 auf 2016 ist für Rastatt 2009: 8,4 %, 2016: 15,7 %) feststellbar. Auch das Mittelzentrum Ettlingen wird im Zeitablauf häufi ger besucht (2009: 6,9 %, 2016: 10,5 %; Kapitel 6). Für die Regionsumfrage 2016 wurden 1.200 repräsentativ ausgewählte Bürgerinnen und Bürger ab 18 Jahren in der Region im April 2016 telefonisch befragt. Die Verteilung der Interviews erfolgte quotiert entsprechend der Verteilung der Wohnbevölkerung in den Gemeinden der Region sowie unter Beachtung der Alters- und Geschlechtsverteilung. Gleichzeitig wurden Quoten bezüglich der Haushaltsgröße berücksichtigt. Befragt wurden Personen im Landkreis Karlsruhe plus Bad 1.2 METHODIK Herrenalb, im nördlichen Enzkreis, in der Südpfalz (Teile der Landkreise Germersheim und Südliche Weinstraße sowie Stadt Landau plus Verbandsgemeinde Landau-Land), im Landkreis Rastatt, in Baden-Baden sowie im gesamten Canton Wissembourg (Abbildung 1.01). Im Vergleich zu früheren Regionsumfragen wurde in der aktuellen Umfrage das Befragungsgebiet um den nördlichen Enzkreis und Teile des Canton Wissembourg erweitert. Karlsruhe Bühl Canton Wissembourg Forbach Baden-Baden Bretten Bruchsal Kraichtal Rastatt Wörth am Rhein VG Bad Bergzabern Gernsbach Malsch Ettlingen VG Kandel Gaggenau Östringen Stutensee Karlsbad Pfinztal Keltern Marxzell Philippsburg VG Rülzheim Waghäusel VG Herxheim Wissembourg VG Jockgrim Walzbachtal Sinzheim Lichtenau Dettenheim Rheinstetten Knittlingen Maulbronn Ubstadt-Weiher Sulzfeld Forst Loffenau Durmersheim VG Landau-Land Land au in der Pfalz Rheinmünster Bad Herrenalb Neulingen Oberderdingen VG Hagenbach Iffezheim Ottersweier Königsbach-Stein Remchingen Bühlertal Graben- Neudorf Bad Schönborn Sternenfels Kronau Weingarten (Baden) Kuppenheim Bietigheim Kürnbach Hügelsheim Ötigheim Gondelsheim Ölbronn-Dürrn Kämpfelbach Waldbr onn Au am Rhein Steinmauern Eggenstein- Leopoldshafen Linkenheim- Hochstetten Eisingen Ispringen Hambrücken Muggensturm Weisenbach Karlsdorf- Neuthard Zaisenhausen Oberhausen- Rheinhausen Elchesheim- Illingen Bischweier Ottersweier Teilräume der Region Übriger Landkreis. Karlsruhe, Bad Herrenalb Stadt Landau und Verbandsgemeinde Landau-Land Wissembourg und übriger Canton Wissembourg Gemeinden des Nachbarschaftsverbands nördlicher Enzkreis Baden-Baden, südlicher Landkreis Rastatt Übrige Sü dpfalz Landkreis Rastatt nördlicher Teil Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung Regionsumfrage 2016 Staats- bzw. Landesgrenze Grenze der (Verbands-) Gemeinden bzw. Cantons AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 9 Abbildung 1.1 UNTERSUCHUNGSGEBIET DER REGIONSUMFRAGE 2016 MIT ABGRENZUNG DER TEILRÄUME 10 | REGIONSUMFRAGE 2016 AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 11 2. BESUCHSVERHALTEN DER REGIONSBEVÖLKERUNG 12 | REGIONSUMFRAGE 2016 Seit dem Jahr 2006 wird in der Regionsumfrage regelmäßig abgefragt, mit welcher Frequenz die Einwohnerinnen und Einwohner der Region nach Karlsruhe fahren. Diese Fragestellung gibt zum einen Aufschluss über die Bewertung der Stadt Karlsruhe als Oberzentrum im Zeitablauf. Zum anderen hilft sie aktuelle Entwicklungen in der Karlsruher City präziser einzuschätzen. 2.1 FAHRTEN NACH KARLSRUHE Abbildung 2.1 HÄUFIGKEIT DER FAHRTEN NACH KARLSRUHE 2006, 2009, 2012 UND 2016 Abbildung 2.1 zeigt die Häufi gkeit der Fahrten in die Fächerstadt in den Jahren 2006, 2009, 2012 und 2016. Etwas mehr als ein Zehntel der Regionsbevölkerung (12,4 %) fährt aktuell täglich oder mehrmals pro Woche nach Karlsruhe. Mindestens einmal pro Woche machen sich 6,7 % auf den Weg in die Stadt. Jeweils etwa 13 % kommen zwei- bis dreimal im Monat (12,6 %) oder einmal im Monat (13 %). Weniger als einmal im Monat wird Karlsruhe von 29,3 % der Befragten besucht. Die restlichen 26 % geben an, Karlsruhe innerhalb der letzten 12 Monate vor der Umfrage – also im Zeitraum von April 2015 bis April 2016 – nicht besucht zu haben. Insgesamt zeigt der Vergleich der aktuellen Besuchshäufi gkeiten mit den Besuchshäufi gkeiten früherer Jahre einen deutlichen Rückgang. So ist der Anteil derjenigen, die einmal pro Woche oder häufi ger nach Karlsruhe fahren von 27,7 % im Jahr 2012 auf 19,1 % im Jahr 2016 und damit um 8,6 Prozentpunkte gesunken. Auch für die Häufi gkeitsklassen zwei- bis dreimal im Monat, einmal im Monat und weniger als einmal im Monat sind Rückgänge im langfristigen Zeitvergleich zu verzeichnen. Der auffällig hohe Anteil derjenigen, die in der aktuellen Umfrage angeben, innerhalb der letzten zwölf Monate nicht nach Karlsruhe gefahren zu sein, ist auf zwei Faktoren zurückzuführen. Einerseits wurde diese Antwortkategorie in den letzten Umfragen nicht auf die Jahresfrist bezogen, sondern auf das allgemeine Besuchsverhalten. Andererseits spiegelt der hohe Anteil tatsächlich die Abnahme der Besuchshäufi gkeit wider. Wie häufi g fahren Sie nach Karlsruhe? 26,0% 29,3% 13,0% 12,6% 6,7% 12,4% 38,0% 25,4% 8,9% 10,1% 17,6% 1,4% 35,4% 15,6% 19,2% 9,5% 19,0% 3,8% 35,3% 17,1% 16,2% 8,6% 19,0% 0%10%20%30%40%50% nie in den letzten 12 Monaten weniger als einmal im Monat einmal im Monat zwei- bis dreimal pro Monat einmal pro Woche täglich oder mehrmals pro Woche 2006 2009 2012 2016 Basis:1.146/1.108/1.099/953 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2006/2009/2012/2016 AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 13 Tabelle 2.1 HÄUFIGKEIT DER FAHRTEN NACH KARLSRUHE NACH ALTER UND GESCHLECHT 2016 Die Analyse der Besucherfrequenzen nach Alter und Geschlecht in Tabelle 2.1 legt Unterschiede offen. Ähnlich wie bei vorherigen Regionsumfragen zeigt sich, dass insbesondere Männer täglich oder mehrmals die Woche (15,5 %) nach Karlsruhe fahren und der Anteil der Frauen etwas geringer ist (9,5 %). Vor allem Personen im Alter von 30 bis 44 Jahren und 45 bis 59 Jahren fahren mit Anteilen von 15,9 % und 15,1 % überdurchschnittlich häufi g täglich oder mehrmals pro Woche nach Karlsruhe. Deutliche Verläufe in Abhängigkeit des Alters sind außerdem für die Antwortkategorien einmal pro Woche und nie zu beobachten. So sinkt der Anteil derjenigen, die einmal pro Woche in die Fächerstadt fahren, von 11,5 % in der Altersklasse 18 bis 29 Jahre auf 3,4 % beziehungsweise 4,7 % in den Altersklassen 60 bis unter 75 Jahre und 75 Jahre und älter. Dagegen steigt der Anteil derjenigen, die Karlsruhe binnen eines Jahres nicht besucht haben, von 23,6 % in der Altersklasse 18 bis 29 Jahre auf 44,2 % in der Altersgruppe 75 Jahre und älter an. Das unterschiedliche Besuchsverhalten insbesondere im Hinblick auf die Gruppe derjenigen, die Karlsruhe täglich oder mehrmals die Woche besuchen, lässt sich vor allem auf die Bedeutung von Karlsruhe als Arbeitsort zurückführen. So zeigt sich, dass die Besuchshäufi gkeit bei den ganztags Berufstätigen mit 16,5 % überdurchschnittlich hoch ist. männlichweiblich 18 bis 29 Jahre 30 bis 44 Jahre 45 bis 59 Jahre 60 bis unter 75 Jahre 75 Jahre und älter täglich oder mehrmals pro Woche12,4%15,5%9,5%9,5%15,9%15,1%9,3%2,3% einmal pro Woche6,7%7,2%6,3%11,5%7,5%6,7%3,4%4,7% zwei- bis dreimal pro Monat12,6%10,6%13,6%11,5%15,4%13,1%11,0%7,0% einmal im Monat13,0%14,2%11,9%15,5%13,2%14,4%10,5%7,0% weniger als einmal im Monat29,3%24,9%33,3%28,4%30,0%24,2%34,6%34,9% nie in den letzten 12 Monaten26,0%24,5%27,4%23,6%18,1%26,5%31,2%44,2% BEFRAGTE INSGESAMT95345749614822729823743 HÄUFIGKEIT DER FAHRTEN BEFRAGTE INSGESAMT davondavon im Alter von Basis: 953 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2016 14 | REGIONSUMFRAGE 2016 Abbildung 2.2 zeigt die Besucherfrequenz nach Teilregionen. Mit 19,8 % ist der Anteil derjenigen, die täglich oder mehrmals pro Woche in die Fächerstadt fahren, in den Gemeinden des Nachbarschaftsverbands am höchsten. Danach folgen Bewohnerinnen und Bewohner des übrigen Landkreises Karlsruhe (15,3 %) sowie der Befragungsgebiete in Rheinland- Pfalz (15,6 % beziehungsweise 12,1 %). Je 9,7 % und 9,2 % der Bewohnerinnen und Bewohner des nördlichen Landkreises Rastatt sowie des Cantons Wissembourg fahren täglich oder mehrmals pro Woche nach Karlsruhe. Relativ geringe Anteile sind für den nördlichen Enzkreis (4,2 %) sowie Baden-Baden und den südlichen Landkreis Rastatt (2,5 %) zu verzeichnen. Bemerkenswert sind auch die deutlichen regionalen Unterschiede bezüglich derjenigen, die Karlsruhe innerhalb des letzten Jahres nicht besucht haben: Mit 1,5 % ist der Anteil in der Teilregion Canton Wissembourg auffallend gering. Aus dieser Teilregion haben also 98,5 % der Einwohnerinnen und Einwohner Karlsruhe innerhalb eines Jahres besucht. Sehr hohe Anteile derjenigen, die Karlsruhe binnen Jahresfrist nicht besucht haben, werden dagegen in den Teilregionen übrige Südpfalz (44,4 %) und Baden-Baden, südlicher Landkreis Rastatt (43,8 %) erreicht. Abbildung 2.2 HÄUFIGKEIT DER FAHRTEN NACH KARLSRUHE NACH DEN TEILREGIONEN Wie häufi g fahren Sie nach Karlsruhe? 9,2% 15,6% 12,1% 9,7% 4,2% 15,3% 19,8% 1,5% 15,5% 4,5% 8,0% 12,2% 20,0% 11,1% 10,3% 4,1% 15,7% 9,9% 15,3% 11,7% 27,7% 8,6% 9,1% 14,2% 18,3% 13,0% 9,6% 40,0% 15,6% 50,0% 38,8% 31,3% 46,5% 21,4% 19,8% 1,5% 44,4% 3,4% 43,8% 24,6% 21,1% 27,1% 26,9% 0%20%40%60%80%100% Wissembourg und übriger Canton Wissembourg übrige Südpfalz Stadt Landau, VG Landau-Land Baden-Baden, südlicher Landkreis Rastatt Landkreis Rastatt nördlicher Teil nördlicher Enzkreis übriger Landkreis Karlsruhe, Bad Herrenalb Gemeinden des Nachbarschaftsverbands täglich oder mehrmals pro Wocheeinmal pro Wochezwei- bis dreimal pro Monateinmal im Monatweniger als einmal im Monatnie Basis:953 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2016 AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 15 In Abbildung 2.3 sind die Anteile der Regionsbevölkerung, die Karlsruhe einmal im Monat und häufi ger besuchen, kartografi sch dargestellt. Mehr als die Hälfte der Einwohnerinnen und Einwohner des Nachbarschaftsverbands (53,3 %) und des übrigen Landkreises Karlsruhe plus Bad Herrenalb (51,6 %) fährt mindestens einmal pro Monat in die Fächerstadt. Mit 58,4 % ist der Anteil der Besucherinnen und Besucher aus dem Canton Wissembourg sogar noch höher. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass hier die Anteile derjenigen, die zwei- bis dreimal im Monat oder einmal im Monat nach Karlsruhe fahren, mit 20 % und 27,7 % deutlich über dem Durchschnitt liegen. Ein Vergleich zur Regionsumfrage 2012 zeigt, dass die Besucherfrequenz für nahezu alle Teilregionen abgenommen hat. Besonders deutliche Rückgänge derjenigen, die mindestens einmal pro Monat nach Karlsruhe fahren, sind für die Gemeinden des Nachbarschaftsverbands (von 89,1 % in 2012 auf 53,3 % in 2016) und den südlichen Landkreis Rastatt (von 44,1% in 2012 auf 17,4 % in 2016) feststellbar. Abbildung 2.3 BESUCHSHÄUFIGKEIT DER REGIONSBEVÖLKERUNG IN KARLSRUHE Karlsruhe Bühl Canton Wissembourg Forbach Baden-Baden Bretten Bruchsal Kraichtal Rastatt Wörth am Rhein VG Bad Bergzabern Gernsbach Malsch Ettlingen VG Kandel Gaggenau Östringen Stutensee Karlsbad Pfinztal Keltern Marxzell Philippsburg VG Rülzheim Waghäusel VG Herxheim Wissembourg VG Jockgrim Walzbachtal Sinzheim Lichtenau Dettenheim Rheinstetten Knittlingen Maulbronn Ubstadt-Weiher Sulzfeld Forst Loffenau Durmersheim VG Landau-Land Land au in der Pfalz Rheinmünster Bad Herrenalb Neulingen Oberderdingen VG Hagenbach Iffezheim Ottersweier Königsbach-Stein Remchingen Bühlertal Graben- Neudorf Bad Schönborn Sternenfels Kronau Weingarten (Baden) Kuppenheim Bietigheim Kürnbach Hügelsheim Ötigheim Gondelsheim Ölbronn-Dürrn Kämpfelbach Waldbronn Au am Rhein Steinmauern Eggenstein- Leopoldshafen Linkenheim- Hochstetten Eisingen Ispringen Hambrücken Muggensturm Weisenbach Kar lsdorf- Neuthard Zaisenhausen Oberhausen- Rheinhausen Elchesheim- Illingen Bischweier Ottersweier Einmal im Monat oder häufiger fahren nach Karlsruhe 30 % bis unter 40 % 50 % und mehr 10 % bis unter 20 % 40 % bis unter 50 % Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung Regionsumfrage 2016 Staats- bzw. Landesgrenze Grenze der (Verbands-) Gemeinden bzw. Cantons 16 | REGIONSUMFRAGE 2016 Die Abnahme der Besucherfrequenzen schlägt sich auch in einer Reduktion der hochgerechneten Besucherzahlen nieder. Trotz einer Erweiterung des Umfragegebiets um den nördlichen Enzkreis und Teile des Elsass liegt die Zahl der Personen aus der Region, die Karlsruhe im Laufe eines Monats besuchen, mit insgesamt rund 445.800 um 7,6 % niedriger als im Jahr 2012 mit 482.500 Regionsbesuchern. Der größte Teil der Regionsbesucher binnen eines Monats kommt aus dem direkt angrenzenden Landkreis Karlsruhe und Bad Herrenalb (229.400). Aus Baden-Baden und dem Landkreis Rastatt wird die Fächerstadt von etwa 87.000 Personen mindestens einmal im Monat besucht. Aus der Südpfalz kommen 75.600 Besucherinnen und Besucher. Darauf folgen der Canton Wissembourg mit 29.700 sowie der nördliche Enzkreis mit 24.100 Personen. Für die Teilregionen Landkreis Karlsruhe und Bad Herrenalb, Baden-Baden und Rastatt sowie Südpfalz können die hochgerechneten monatlichen Besucherzahlen uneingeschränkt im Zeitablauf verglichen werden. Hierbei zeigt sich für alle Gebiete eine Abnahme der Besucherzahlen im Vergleich zu den Erhebungsjahren 2009 und 2012. Abbildung 2.4 HOCHGERECHNETE BESUCHERZAHLEN IN DER STADT KARLSRUHE AUS DER REGION 2009, 2012 UND 2016 Wie häufi g fahren Sie nach Karlsruhe? – Befragte, die einmal pro Monat oder häufi ger nach Karlsruhe fahren. 24.100 29.700 75.600 87.000 229.400 13.500 76.600 116.700 275.700 10.300 85.100 132.800 258.500 0100.000200.000300.000 nördlicher Enzkreis** Wissembourg und übriger Canton Wissembourg* Südpfalz Landkreis Rastatt und Baden-Baden Landkreis Karlsruhe, Bad Herrenalb 2009 2012 2016 ab hier eingeschränkte Vergleichbarkeit * seit 2016 erweiterter Gebietszuschnitt aufgrund der Gebietsreform in Frankreich, Befragungsgebiete 2009 und 2012: Wissembourg, Lauterbourg und Seltz ** erstmalige Erhebung im Jahr 2016 Basis:953 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2016 AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 17 1,9% 0,9% 5,8% 31,2% 60,2% 0,2% 0,8% 5,4% 38,2% 55,4% 0,5% 0,8% 4,4% 37,9% 56,4% 0,2% 1,1% 3,2% 35,4% 60,2% 0%20%40%60%80% Mofa/ Roller/ Motorrad Fahrrad Pkw als Mitfahrer Öffentlicher Verkehr Pkw als Selbstfahrer 2006 2009 2012 2016 Basis: 1.103/1.097/1.100/701 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2006/2009/2012/2016 In Abbildung 2.5 ist die Verkehrsmittelwahl für Fahrten der Regionsbevölkerung nach Karlsruhe für die Jahre 2006, 2009, 2012 und 2016 dargestellt. Aktuell fahren 60,2 % der Besucherinnen und Besucher aus der Region selbst mit dem Pkw in die Fächerstadt. Weitere 5,8 % geben an, als Mitfahrerin beziehungsweise Mitfahrer in einem Pkw nach Karlsruhe zu kommen. Damit bleibt das Auto das meistgenutzte Verkehrsmittel bei Fahrten der Regionsbevölkerung nach Karlsruhe. Etwa ein Drittel der Regionsbevölkerung (31,2 %) nutzt in der Regel öffentliche Verkehrsmittel – nämlich Straßenbahn, Stadtbahn, Eisenbahn oder Bus –, um nach Karlsruhe zu fahren. Fahrrad sowie Mofa, Roller oder Motorrad spielen mit Anteilen von 1,9 % und 0,9 % eine deutlich untergeordnete Rolle bei der Verkehrsmittelwahl. Da die Verkehrsmittelwahl stark von der Herkunftsregion der Befragten abhängt und gerade in der Regionsumfrage 2016 deutliche (negative) Änderungen der Besuchsfrequenzen zu verzeichnen sind, zeigt sich im Zeitablauf kein eindeutiger Trend bei den benutzten Verkehrsmitteln. Abbildung 2.5 BENUTZTE VERKEHRSMITTEL BEI FAHRTEN NACH KARLSRUHE 2006, 2009, 2012 UND 2016 Welches Verkehrsmittel benutzen Sie dabei in der Regel? BENUTZTE VERKEHRSMITTEL 2016 1,9% 0,9% 5,8% 31,2% 60,2% Mofa/Roller/ Motorrad Pkw als Selbstfahrer Öffentlicher Verkehr Pkw als Mitfahrer Fahrrad 18 | REGIONSUMFRAGE 2016 Die Verkehrsmittelwahl in Abhängigkeit der Besucherherkunft geht aus Abbildung 2.6 hervor. Mit 58,5 % ist der Anteil der Pkw-Nutzer – Selbstfahrer und Mitfahrer – bei den an Karlsruhe angrenzenden Gemeinden des Nachbarschaftsverbands am geringsten. Bei Fahrten aus dem übrigen Landkreis Karlsruhe plus Bad Herrenalb (61,7 %), dem nördlichen Landkreis Rastatt (61,5 %) sowie Baden-Baden und dem südlichen Landkreis Rastatt (61 %) liegt der Anteil der Pkw-Nutzer bei etwas über 60 %. Aus dem nördlichen Enzkreis kommen 69,8 % der Besucherinnen und Besucher in der Regel mit dem Auto in die Fächerstadt. Deutlich erhöht ist der Anteil der Pkw-Nutzer für die Befragungsgebiete in Rheinland-Pfalz und den Canton Wissembourg. So liegen die Anteile der Anreisenden mit dem Pkw für die Stadt Landau plus die Verbandsgemeinde Landau-Land bei 71 %, die übrige Südpfalz bei 84,6 % und den Canton Wissembourg bei 98,6 %. Die deutlichen regionalen Nutzungsunterschiede des Pkw spiegeln sich in den jeweiligen Anteilen der ÖPNV-Nutzer wider. Überdurchschnittlich häufi g werden öffentliche Verkehrsmittel bei Fahrten nach Karlsruhe aus Baden-Baden und dem südlichen Landkreis Rastatt (39 %), dem nördlichen Landkreis Rastatt (37,7 %), dem Nachbarschaftsverband Karlsruhe (35,5 %) sowie dem übrigen Landkreis Karlsruhe und Bad Herrenalb (33,5 %) genutzt. Etwas unter dem Durchschnitt liegt der ÖPNV-Anteil der Teilregion nördlicher Enzkreis mit 30,2 %. Deutlich unterdurchschnittlich ist die Nutzung des ÖPNV in den Teilregionen Stadt-Landau und Verbandsgemeinde Landau Land (27,4 %), übrige Südpfalz (15,4 %) und Canton Wissembourg (1,4 %). Abbildung 2.6 BENUTZTE VERKEHRSMITTEL BEI FAHRTEN NACH KARLSRUHE NACH TEILREGIONEN Welches Verkehrsmittel benutzen sie dabei in der Regel? 89,9% 76,9% 67,7% 57,3% 50,8% 69,8% 55,5% 54,0% 1,4% 15,4% 27,4% 39,0% 37,7% 30,2% 33,5% 35,8% 8,7% 7,7% 3,2% 3,7% 10,7% 6,2% 4,5% 1,6% 2,6% 5,1% 0,8% 2,2% 0,6% 0%20%40%60%80%100% Canton Wissembourg Übrige Südpfalz Stadt Landau, VG Landau-Land Baden-Baden, südlicher Landkreis Rastatt Nördlicher Landkreis Rastatt nördlicher Enzkreis übriger Landkreis Karlsruhe, Bad Herrenalb Nachbarschaftsverband Karlsruhe Pkw als SelbstfahrerÖffentlicher VerkehrPkw als MitfahrerFahrradMofa/ Roller/ Motorrad Basis: 701 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2016 AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 19 Anhand der hochgerechneten Besucherzahlen und der Angaben zur Verkehrsmittelnutzung lassen sich die monatlichen Besucherzahlen nach Verkehrsmittel berechnen (Abbildung 2.7). Aus dem gesamten Untersuchungsgebiet besuchen im Laufe eines Monats mindestens 445.800 Personen das Oberzentrum Karlsruhe. Davon fahren rund 268.300 selbst mit dem Pkw. Weitere 25.900 sind Mitfahrer oder Mitfahrerin in einem Pkw. Etwa 139.000 Regionsbesucher nutzen das ÖPNV-Angebot für ihre Fahrten in die Fächerstadt. Das Fahrrad wird von 4.000 und das motorisierte Zweirad von 8.600 Regionsbesuchern genutzt. Im Zeitvergleich zeigt sich, dass sich die Abnahme der monatlichen Besucherzahl aus der Region vor allem in einer geringeren Anzahl an ÖPNV-Fahrten niederschlägt. So sinkt die Zahl der Nutzerinnen und Nutzer des ÖPNV-Angebots um 49.900. Es ist jedoch davon auszugehen, dass diese Abnahme nicht mit einer veränderten Verkehrsmittelwahl der Regionsbevölkerung zusammenhängt. Sie ist vielmehr darauf zurückzuführen, dass die Abnahme der Besucherzahlen aus Regionen mit guter ÖPNV-Anbindung prozentual stärker ausgefallen ist. Abbildung 2.7 HOCHGERECHNETE BESUCHERZAHLEN IN DER STADT KARLSRUHE NACH VERKEHRSMITTEL 2009, 2012 UND 2016 Welches Verkehrsmittel benutzen sie dabei in der Regel? 8.600 4.000 25.900 139.000 268.300 900 4.500 23.800 188.900 264.400 2.300 4.100 20.300 188.700 271.500 0100.000200.000300.000 Mofa/ Roller/ Motorrad Fahrrad Pkw als Mitfahrer Öffentlicher Verkehr Pkw als Selbstfahrer 2009 2012 2016 Basis: 953 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2009/2012/2016 20 | REGIONSUMFRAGE 2016 2.2 ANLÄSSE FÜR FAHRTEN NACH KARLSRUHE Neben den Besuchsfrequenzen und Fahrgewohnheiten der Regionsbevölkerung werden in der Regionsumfrage auch regelmäßig die Beweggründe, die zum Besuch des Oberzentrums veranlassen, erhoben. Der häufi gste Anlass für Fahrten nach Karlsruhe ist – wie in den letzten Jahren auch – das Einzelhandelsangebot (Abbildung 2.8): Von denjenigen, die innerhalb des letzten Jahres in die Fächerstadt gefahren sind, haben jeweils 79,9 % in der Fußgängerzone eingekauft. Ein ähnlich hoher Prozentsatz war zum Einkaufen im Ettlinger Tor (78 %). An dritter Stelle folgt ein Besuch des Schlosses und des Schlossgartens. Drei Viertel der Regionsbevölkerung (73,6 %) hält sich dort bei einem Besuch auf. Der Besuch der Weihnachtsstadt sowie Essen gehen sind für jeweils 69,4 % beziehungsweise 61 % einer der Anlässe, um Karlsruhe zu besuchen. Im Zeitablauf zeigt sich, dass der Anteil der Regionsbesucher, die in der Fußgängerzone einkaufen, leicht abgenommen hat. So sinkt er binnen zehn Jahren von 89,8 % im Jahr 2006 um nahezu zehn Prozentpunkte (2016: 79,9 %). Eine ähnliche Tendenz für Besuche des ECE-Centers ist nicht feststellbar. Deutliche Steigerungen im Vergleich zur Regionsumfrage 2012 ergeben sich für die Aktivitäten Einkaufen in Fachmärkten oder Supermärkten außerhalb der Innenstadt (2012: 38,2 %, 2016: 50,5 %), Besuch der Karlsruher Mess‘ (2012: 24,1 %, 2016: 36,3 %) und Besuch des Europabades (2012: 22,9 %, 2016: 32,7 %). Der deutlich erhöhte Anteil von Befragten, die Events im Stadtzentrum besucht haben (2012: 32,4 %, 2016: 44,3 %), ist höchstwahrscheinlich auf den Besuch von Veranstaltungen im Rahmen des Stadtgeburtstags im Sommer 2015 zurückzuführen. Starke Einbußen sind bezüglich der Besuche von Messen (2012: 59,2 %, 2016: 48,2 %), Theaterveranstaltungen, Konzerten und Musikveranstaltungen (2012: 58 %, 2016: 42,9 %), Krankenhäusern, Ärzten und Fachärzten (2012: 54,1 %, 2016: 38,2 %) sowie Discotheken, Clubs und Tanzlokalen (2012: 36,2 %, 2016: 23,5 %) zu verzeichnen. AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 21 Abbildung 2.8 ANLÄSSE FÜR EINEN BESUCH IN KARLSRUHE 2006, 2009, 2012 UND 2016 Was unternehmen und erledigen Sie bei einem Besuch in Karlsruhe im Laufe eines Jahres? 5,6% 12,5% 16,9% 18,1% 18,1% 20,1% 23,5% 24,0% 24,2% 25,0% 31,4% 32,7% 36,3% 38,2% 42,9% 42,9% 43,2% 44,3% 45,1% 45,5% 48,2% 50,5% 59,3% 61,0% 69,4% 73,6% 78,0% 79,9% 0%20%40%60%80%100% gehe in Karlsruhe zur Berufsausbildung/Lehre/Schule/Hochschule Besuch anderer Sporteinrichtungen (Tennis-/Squash-Anlage, Fitnesscenter etc.) Besuch anderer Frei- oder Hallenbäder Aufsuchen von Anwälten, Steuerberatern, Banken, Bausparkassen arbeite in Karlsruhe Behördengänge Besuch von Diskotheken, Clubs, Kneipen Besuch von Sportveranstaltungen (KSC, Stadtmarathon o.ä.) Besuch des Open-Air-Konzerts „Das Fest“ Besuch eines anderen Kinos oder einer Filmveranstaltung (z. B. Schauburg) Besuch kultureller Veranstaltungen (Tollhaus, Sandkorn-Theater usw.) Besuch des Europabades Besuch der Karlsruher Mess‘ Aufsuchen von Krankenhäusern, Ärzten, Fachärzten Besuch von Theaterveranstaltungen, Konzerten, Musikveranstaltungen Besuch des Filmpalasts am ZKM Besuch des ZKM-Museums/Städtische Galerie Besuch von Events im Stadtzentrum (z. B. Stadtgeburtstag) Besuch von Freunden, Verwandten, Bekannten Besuch von Museen und Ausstellungen Besuch von Messen (Offerta, Giardina, INVENTA, ART-Karlsruhe usw.) Einkaufen in Fachmärkten oder Supermärkten außerhalb der Innenstadt Besuch Zoo/Stadtgarten Essen gehen, Kneipenbesuch Besuch der Weihnachtsstadt Karlsruhe (z.B. Christkindlesmarkt, Eislaufen) Besuch von Schloss/Schlossgarten Einkaufen im Einkaufszentrum Ettlinger Tor (ECE-Center) Einkaufen in der Fußgängerzone, Postgalerie 2006 2009 2012 2016 Basis: 1.100/1.097/1.098/697 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2006/2009/2012/2016 22 | REGIONSUMFRAGE 2016 Tabelle 2.2 WICHTIGSTE ANLÄSSE FÜR EINEN BESUCH IN KARLSRUHE NACH ALTER UND GESCHLECHT 2016 männlichweiblich 18 bis 29 Jahre 30 bis 44 Jahre 45 bis 59 Jahre 60 bis unter 75 Jahre 75 Jahre und älter Einkaufen in der Fußgängerzone, Postgalerie79,9%76,0%83,7%74,5%76,1%84,9%81,5%78,3% Einkaufen im Einkaufszentrum Ettlinger Tor (ECE-Center)78,0%78,4%77,7%79,1%81,0%84,9%69,1%47,8% Besuch von Schloss/Schlossgarten73,6%71,1%76,1%68,2%68,5%77,1%78,4%73,9% Besuch der Weihnachtsstadt Karlsruhe (z.B. Christkindlesmarkt)69,4%66,7%72,1%66,4%69,0%72,5%69,8%56,5% Essen gehen, Kneipenbesuch61,0%59,1%62,8%67,3%64,1%64,2%50,6%47,8% Besuch Zoo/Stadtgarten59,3%54,4%63,9%55,5%62,5%62,4%54,3%56,5% Einkaufen in Fachmärkten oder Supermärkten außerhalb der Innenstadt50,5%54,4%46,8%45,5%48,9%55,5%49,4%47,8% Besuch von Messen (Offerta, Giardina, INVENTA, ART-Karlsruhe usw.)48,2%47,7%48,7%45,5%48,9%52,8%45,1%34,8% Besuch von Museen und Ausstellungen45,5%41,5%49,3%42,7%45,7%49,1%42,0%47,8% Besuch von Freunden, Verwandten, Bekannten45,1%46,2%43,9%45,5%42,9%49,1%45,1%21,7% Besuch von Events im Stadtzentrum (z.B. Stadtgeburtstag)44,3%45,3%43,4%51,8%42,9%48,2%39,5%17,4% Besuch des ZKM-Museums/Städtische Galerie43,2%40,1%46,2%43,6%44,6%46,3%38,3%34,8% Besuch des Filmpalasts am ZKM42,9%39,8%45,9%52,7%46,7%47,2%29,6%17,4% Besuch von Theaterveranstaltungen, Konzerten, Musikveranstaltungen42,9%40,4%45,4%41,8%41,3%48,6%38,3%39,1% Aufsuchen von Krankenhäusern, Ärzten, Fachärzten38,2%36,3%40,0%25,5%37,0%40,8%42,6%52,2% Besuch der Karlsruher Mess‘36,3%34,2%38,3%47,3%34,8%39,9%28,4%17,4% Besuch des Europabades32,7%31,6%33,8%48,2%38,0%32,1%19,8%13,0% Besuch kultureller Veranstaltungen (Tollhaus, Sandkorn-Theater usw.)31,4%32,7%30,1%31,8%31,0%37,6%24,1%26,1% Besuch anderer Kinos oder Filmveranstaltungen (z. B. Schauburg, usw.)25,0%25,1%24,8%30,9%23,9%28,4%19,8%8,7% Besuch des Open-Air-Konzerts „Das Fest“24,2%26,3%22,3%34,5%26,1%28,4%12,3%4,3% Besuch von Sportveranstaltungen (KSC, Stadtmarathon o.ä.)24,0%27,8%20,3%30,0%21,2%28,9%18,5%8,7% Besuch von Diskotheken, Clubs, Kneipen23,5%25,7%21,4%42,7%26,6%23,9%9,9% --- Behördengänge20,1%20,8%19,4%19,1%19,6%23,4%18,5%8,7% arbeite in Karlsruhe18,1%19,9%16,3%15,5%20,7%24,3%11,1% --- Aufsuchen von Anwälten, Steuerberatern, Banken, Bausparkassen18,1%18,7%17,5%14,5%16,3%22,9%14,8%26,1% Besuch anderer Frei- oder Hallenbäder16,9%16,7%17,2%17,3%18,5%18,8%13,6%8,7% Besuch anderer Sporteinrichtungen (Fitnesscenter etc.)12,5%15,5%9,6%19,1%12,5%14,2%7,4% --- gehe in Karlsruhe zur Berufsausbildung/Lehre/Schule/Hochschule5,6%4,4%6,8%12,7%2,7%5,5%4,9% --- BEFRAGTE INSGESAMT69734235511018421816223 WICHTIGSTE ANLÄSSE BEFRAGTE INS- GESAMT davondavon im Alter von Basis: 697 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2016 AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 23 Eine geschlechtsspezifi sche Betrachtung der Anlässe für Fahrten nach Karlsruhe (Tabelle 2.2) legt lediglich geringe Unterschiede offen. Wie in der Regionsumfrage des Jahres 2012 geben Frauen (63,9 %) etwas häufi ger als Männer (54,4 %) an, den Zoologischen Stadtgarten zu besuchen. Einkaufen in Fachmärkten oder Supermärkten außerhalb der Innenstadt wird dagegen häufi ger von Männern (54,4 %) als von Frauen (46,8 %) als Anlass für einen Besuch in Karlsruhe genannt. Deutliche Besuchsunterschiede zeigen sich bei der Auswertung nach Altersklassen. So sind zahlreiche Anlässe vor allem für die jüngste Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen von besonderer Relevanz. Hierzu zählen insbesondere ein Besuch der Karlsruher Mess‘ (47,3 %), des Europabades (48,2 %), des Open-Air-Konzerts „Das Fest“ (34,5 %) sowie von Discotheken, Clubs und Kneipen (42,7 %). Deutlich wird auch, dass einige Anlässe von Besuchern ab 60 Jahren, also in den Altersklassen 60 bis unter 75 Jahre sowie 75 Jahre und älter, unterdurchschnittlich häufi g genannt werden. Beispielsweise liegen die Anteile derjenigen, die im ECE-Center einkaufen, mit 69,1 % und 47,8 % in den jeweiligen Altersklassen deutlich unter dem Durchschnitt. Gleiches gilt auch für Essen gehen, Kneipenbesuch (50,6 % beziehungsweise 47,8 %) sowie den Besuch des Filmpalasts am ZKM (29,6 % beziehungsweise 17,4 %). Beim Besuchsanlass „Aufsuchen von Krankenhäusern, Ärzten und Fachärzten“ zeichnet sich ein gegenläufi ges altersabhängiges Muster ab. So verdoppelt sich der Anteil der Nennungen von 25,5 % in der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen auf 52,2 % in der Altersgruppe 75 Jahre und älter. Die Auswertung der Besuchsanlässe nach Teilräumen der Region (Tabelle 2.3) legt offen, dass Besucherinnen und Besucher aus Gemeinden des Nachbarschaftsverbands – und damit aus sehr nahe gelegenen Gemeinden – vergleichsweise häufi g aufgrund kultureller Veranstaltungen nach Karlsruhe fahren. Hierzu zählen Museen und Ausstellungen (58,8 %), das ZKM-Museum/Städtische Galerie (57,7 %), Theater, Konzerte und Musikveranstaltungen (59,9 %) sowie Besuche von Tollhaus, Tempel und Sandkorntheater (31,4 %). Auch Kinobesuche im Filmpalast am ZKM (55,6 %) und der Besuch anderer Kinos oder Filmveranstaltungen (45,8 %) werden überdurchschnittlich häufi g als Anlässe für einen Besuch der Fächerstadt genannt. Die Rolle Karlsruhes als Oberzentrum wird durch die überdurchschnittliche Nutzung der Versorgungsinfrastruktur von Seiten der Einwohnerinnen und Einwohner des Nachbarschaftsverbands deutlich. So fahren 73,2 % zum Einkaufen in Fach- und Supermärkte außerhalb der Innenstadt. Mehr als die Hälfte (57 %) sucht Krankenhäuser, Ärzte oder Fachärzte auf. Jeweils etwa 40 % erledigen Behördengänge (38 %) und/oder nehmen Termine bei Anwälten, Steuerberatern, Banken sowie Bausparkassen (38,7 %) wahr. Bei Bewohnerinnen und Bewohnern weiter entfernter Teilregionen – insbesondere Baden-Baden und südlicher Landkreis Rastatt, übrige Südpfalz und Canton Wissembourg – rücken kulturelle Anlässe und die Nutzung der Versorgungsinfrastruktur als Gründe für einen Besuch Karlsruhes in den Hintergrund. Hier werden stattdessen überdurchschnittlich häufi g die Anlässe Einkaufen in der Fußgängerzone und Einkaufen im ECE-Center genannt. Auch der Besuch des Schlossgartens spielt eine größere Rolle. Auffällig ist, dass zusätzlich zu diesen Anlässen die Regionsbevölkerung aus dem Canton Wissembourg überdurchschnittlich häufi g die Weihnachtsstadt (89,1 %) sowie Events im Stadtzentrum (78,1 %) zum Anlass für einen Besuch der Fächerstadt nehmen. Auch der Besuch von Discos, Clubs und Kneipen (79,7 %) sowie Essen gehen (90,6 %) werden in dieser Teilregion überdurchschnittlich häufi g genannt. 24 | REGIONSUMFRAGE 2016 Tabelle 2.3 WICHTIGSTE ANLÄSSE FÜR EINEN BESUCH IN KARLSRUHE NACH TEILREGIONEN 2016 Gemein- den des Nachbar- schafts- verbands Übriger Land- kreis Karlsruhe und Bad Herren- alb nörd- licher Enz- kreis Land- kreis Rastatt nörd- licher Teil Land- kreis Rastatt süd- licher Teil und Baden- Baden Stadt Landau, VG Landau- Land übrige Süd- pfalz Wissem - bourg und übriger Canton Wissem - bourg Einkaufen in der Fußgängerzone, Postgalerie79,9%81,0%77,9% 61,8%71,3%89,7%80,8% 92,0%96,9% Einkaufen im Einkaufszentrum Ettlinger Tor (ECE-Center)78,0%80,3%81,1% 63,6%74,3%75,0%69,2% 88,0%89,1% Besuch von Schloss/Schlossgarten73,6%83,1%68,4% 43,6%66,3%89,7%65,4% 96,0%85,9% Besuch der Weihnachtsstadt Karlsruhe (z.B. Christkindlesmarkt)69,4%72,5%75,8% 50,9%67,3%64,7%57,7% 40,0%89,1% Essen gehen, Kneipenbesuch61,0%67,6%56,8% 40,0%43,6%76,5%53,8% 68,0%90,6% Besuch Zoo/Stadtgarten59,3%62,0%55,3% 47,3%64,4%54,4%63,5% 76,0%62,5% Einkaufen in Fach- oder Supermärkten außerhalb der Innenstadt50,5%73,2%48,9% 27,3%38,6%41,2%30,8% 56,0%67,2% Besuch von Messen (Offerta, Giardina, ART-Karlsruhe usw.)48,2%58,5%49,5% 41,8%58,4%39,7%48,1% 20,0%31,3% Besuch von Museen und Ausstellungen45,5%58,5%47,4% 40,0%44,6%22,1%44,2% 48,0%42,2% Besuch von Freunden, Verwandten, Bekannten45,1%53,5%44,7% 23,6%32,7%52,9%55,8% 60,0%42,2% Besuch von Events im Stadtzentrum (z. B. Stadtgeburtstag)44,3%48,6%49,5% 23,6%35,6%38,2%25,0% 32,0%78,1% Besuch des ZKM-Museums/Städtische Galerie43,2%57,7%45,8% 41,8%47,5%27,9%40,4% 52,0%12,5% Besuch des Filmpalasts am ZKM42,9%55,6%42,1% 40,0%55,4%22,1%36,5% 60,0%20,3% Besuch von Theater-, Musikveranstaltungen, Konzerten, 42,9%59,9%54,2% 32,7%48,5%8,8%38,5% 32,0%15,6% Aufsuchen von Krankenhäusern, Ärzten, Fachärzten38,2%57,0%39,5% 12,7%56,4%22,1%36,5% 32,0%6,3% Besuch der Karlsruher Mess‘36,3%41,5%42,1% 18,2%23,8%48,5%26,9% 44,0%34,4% Besuch des Europabades32,7%41,5%38,9% 29,1%35,6%11,8%42,3% 20,0%12,5% Besuch kultureller Veranstaltungen (Tollhaus, Sandkorn-Theater usw.)31,4%44,4%39,5% 18,2%36,6%7,4%34,6% 24,0%7,8% Besuch anderer Kinos oder Filmveranstaltungen (z. B. Schauburg)25,0%45,8%18,4% 14,5%26,7%4,4%21,2% 24,0%29,7% Besuch des Open-Air-Konzerts „Das Fest“24,2%27,5%29,5% 20,0%23,8%5,9%34,6% 28,0%15,6% Besuch von Sportveranstaltungen (KSC, Stadtmarathon o.ä.)24,0%21,1%30,0% 27,3%22,8%26,5%17,3% 28,0%12,5% Besuch von Diskotheken, Clubs, Kneipen23,5%17,6%21,1% 12,7%19,8%13,2%13,5% 20,0%79,7% Behördengänge20,1%38,0%20,5% 1,8%4,0%17,6%13,5% 40,0%20,3% arbeite in Karlsruhe18,1%22,5%21,6% 7,3%16,8%7,4%23,1% 40,0%7,8% Aufsuchen von Anwälten, Steuerberatern, Banken, Bausparkassen18,1%38,7%20,5% 0,0%8,9%14,7%9,6% 16,0%6,3% Besuch anderer Frei- oder Hallenbäder16,9%28,2%14,2% 18,2%18,8%1,5%23,1% 16,0%7,8% Besuch anderer Sporteinrichtungen (Fitnesscenter etc.)12,5%9,9%15,8% 7,3%6,9%4,4%17,3% 20,0%23,4% gehe in Karlsruhe zur Berufsausbildung/Lehre/Schule/Hochschule5,6%4,2%10,0% 0,0%2,0%4,4%5,8% 24,0% --- BEFRAGTE INSGESAMT6971421905510168522564 WICHTIGSTE ANLÄSSE BE- FRAGTE INS- GESAMT davon aus Basis: 697 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2016 AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 25 26 | REGIONSUMFRAGE 2016 AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 27 3. EINSCHÄTZUNGEN ZUR KARLSRUHER INNENSTADT 28 | REGIONSUMFRAGE 2016 Um differenzierte Aussagen zu einzelnen Eigenschaften der Karlsruher Innenstadt zu erhalten, wurde die Regions- bevölkerung gebeten, verschiedene Qualitätsmerkmale der City mit Schulnoten von 1 („sehr gut“) bis 6 („ungenügend“) zu bewerten. In Abbildung 3.1 sind die Durchschnittsnoten für die Eigenschaften der Karlsruher Innenstadt dargestellt. Insgesamt schwanken die Bewertungen zwischen 2 („gut“) und 3,1 („befriedigend“). Die vier am besten bewerteten Eigenschaften der City sind das Warenangebot (2), die Ausstattung mit Cafés, Restaurants (2,1), Beratung durch Verkaufspersonal (2,1) und Gestaltung der Geschäfte (2,1). Der Großteil aller Bewertungen liegt im Mittelfeld und damit in einem Wertebereich von 2,3 bis 2,6. Neben dem Service 3.1 BEWERTUNG DER KARLSRUHER INNENSTADT Abbildung 3.1 DURCHSCHNITTSNOTEN WICHTIGER EIGENSCHAFTEN DER KARLSRUHER INNENSTADT 2016 Sagen Sie mir doch bitte, wie Sie die folgenden Dinge in der Karlsruher Innenstadt bewerten. Verteilen Sie dazu Schulnoten von 1 (sehr gut) bis 6 (ungenügend). der Geschäfte rund ums Einkaufen (2,3) bewegen sich stadtplanerische Aspekte – Gestaltung der Verbindungswege und Passagen (2,4), Gesamteindruck der Straßen, Plätze und Gebäude (2,5), Ruhezonen, Sitzmöglichkeiten, Treffpunkte im Freien (2,5) und Ausgestaltung der Fußgängerzone (2,6) – in diesem Wertebereich. Auch die Bewertungen der Sauberkeit auf den Straßen, Plätzen und Grünanlagen sowie der Öffentlichen Sicherheit auf den Straßen und Plätzen der Innenstadt liegen mit 2,5 beziehungsweise 2,4 im Mittelfeld. Während dies auch für die Erreichbarkeit der Innenstadt mit Straßenbahn und Bus (2,4) zutrifft, schneidet die Erreichbarkeit der City mit dem Auto mit einem Durchschnittswert von 3,1 am schlechtesten ab. Basis:680 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2016 3,1 2,6 2,5 2,5 2,5 2,4 2,4 2,4 2,3 2,1 2,1 2,1 2,0 1,522,533,5 Erreichbarkeit mit dem Auto Ausgestaltung der Fußgängerzone Sauberkeit auf den Straßen, Plätzen und Grünanlagen Ruhezonen, Sitzmöglichkeiten, Treffpunkte im Freien Gesamteindruck der Straßen, Plätze und Gebäude Erreichbarkeit mit Straßenbahn und Bus Gestaltung der Verbindungswege und Passagen Öffentliche Sicherheit auf den Straßen und Plätzen der Innenstadt Service der Geschäfte rund ums Einkaufen Gestaltung der Geschäfte Beratung durch Verkaufspersonal Ausstattung mit Cafés, Restaurants Warenangebot AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 29 In Abbildung 3.2 ist der Anteil der Bewertungen mit „sehr gut“ und „gut“ im Zeitvergleich dargestellt. Insgesamt wird deutlich, dass die Anteile der Spitzenbewertungen im Vergleich zur Regionsumfrage 2012 für die meisten Eigenschaften der Karlsruher City zugenommen hat. Ein deutlicher Rückgang ist lediglich für die Erreichbarkeit der Innenstadt mit Straßenbahn und Bus zu verzeichnen. Hier sinkt der Anteil der Spitzenbewertungen von 82,9 % (2012) auf 57,6 % (2016). Für die Erreichbarkeit mit dem Auto bleibt der Anteil der Spitzenbewertungen auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau (2012: 42,9 %, 2016: 40 %). Abbildung 3.2 ANTEILE DER SPITZENBEWERTUNGEN WICHTIGER EIGENSCHAFTEN DER KARLSRUHER INNENSTADT (BEWERTUNGEN MIT „SEHR GUT“ UND „GUT“ 2006, 2009, 2012 UND 2106 Sagen Sie mir doch bitte, wie Sie die folgenden Dinge in der Karlsruher Innenstadt bewerten. Verteilen Sie dazu Schulnoten von 1 (sehr gut) bis 6 (ungenügend). 40,0% 51,5% 56,2% 57,6% 58,8% 59,8% 61,7% 61,8% 64,9% 72,6% 72,6% 72,8% 78,2% 0%20%40%60%80%100% Erreichbarkeit mit dem Auto Ausgestaltung der Fußgängerzone Ruhezonen, Sitzmöglichkeiten, Treffpunkte im Freien Erreichbarkeit mit Straßenbahn und Bus Sauberkeit auf den Straßen, Plätzen und Grünanlagen Gesamteindruck der Straßen, Plätze und Gebäude Öffentliche Sicherheit auf den Straßen und Plätzen der Innenstadt Gestaltung der Verbindungswege und Passagen Service der Geschäfte rund ums Einkaufen Beratung durch Verkaufspersonal Ausstattung mit Cafés, Restaurants Gestaltung der Geschäfte Warenangebot 2006 2009 2012 2016 Basis: 1.084/1.072/1.085/680 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2006/2009/2012/2016 30 | REGIONSUMFRAGE 2016 Für Besucherinnen und Besucher einer Stadt ist die Wahr- nehmung der Innenstadt ein zentrales Bewertungskriterium bei der Einschätzung der gesamtstädtischen Attraktivität. Die Innenstadt ist quasi die Visitenkarte einer Stadt. Vor diesem Hintergrund wird die Regionsbevölkerung bereits seit 1997 regelmäßig gefragt, ob sie die Karlsruher City als attraktives Stadtzentrum empfi ndet. Wie aus Abbildung 3.3 hervoreht, geben 56,7 % der Regionsbevölkerung an, dass die Karlsruher Innenstadt ihrer Vorstellung von einem attraktiven Stadtzentrum entspricht. Etwa jede beziehungsweise jeder Dritte (28,2 %) ist dagegen der Auffassung, dass Dinge fehlen oder verbessert werden müssen. Ein relativ hoher Anteil der Befragten (15 %) macht zu dieser Frage keine Angabe. Ein Abgleich der Einschätzungen mit den Besucherfrequenzen legt offen, dass vor allem diejenigen, die täglich oder mehrmals die Woche nach Karlsruhe fahren, Verbesserungen anmahnen (38,1 %). Der Anteil derjenigen, die die Frage nicht beantworten und teilweise auf mangelnde Ortskenntnis verweisen, liegt bei Personen, die Karlsruhe weniger als einmal im Monat besuchen, mit 24 % vergleichsweise hoch. Im Zeitvergleich zeichnet sich bei der Einschätzung der Attraktivität der Karlsruher Innenstadt kein eindeutiger Trend ab. Im Vergleich zur Regionsumfrage 2012 sind die Anteile kritischer und zustimmender Äußerungen zur Karlsruher City gesunken. Dagegen hat der Anteil derjenigen, die keine Einschätzung geben beträchtlich zugenommen (12,3 Prozentpunkte). Abbildung 3.3 EINSCHÄTZUNG DER KARSLRUHER INNENSTADT ALS ATTRAKTIVES STADTZENTRUM SEIT 1997 Entspricht die Karlsruher Innenstadt Ihren Vorstellungen von einem attraktiven Stadtzentrum, oder gibt es da noch Dinge, die fehlen oder verbessert werden müssen? 51,0% 54,5% 55,1% 60,0% 51,2% 63,3% 56,7% 38,7% 38,0% 40,6% 35,9% 43,5% 34,0% 28,2% 10,3% 7,5% 4,3% 4,1% 5,3% 2,7% 15,0% 0% 20% 40% 60% 80% 100% 1997200020032006200920122016 keine Antwort, kenne Karlsruhe kaumes fehlt einiges, Verbesserungen nötigentspricht den Vorstellungen Basis: 662/1.028/1.060/1.103/1.108/1.100/705 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 1997/2000/2003/2006/2009/2012/2016 AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 31 Die Bewertung der Attraktivität der Karlsruher City nach Geschlecht und Altersklassen legt kaum Unterschiede offen. Männer (60,6 %) geben etwas häufi ger als Frauen (53,1 %) an, dass die Karlsruher Innenstadt ihren Vorstellungen eines attraktiven Stadtzentrums entspricht. Bei Befragten der jüngsten Altersgruppe (18 bis 29 Jahre) liegt der Anteil der Positivantworten mit 62,8 % etwas über dem Durchschnitt. Tabelle 3.1 EINSCHÄTZUNG DER KARLSRUHER INNENSTADT ALS ATTRAKTIVES STADTZENTRUM 2016 Ein durchaus differenzierteres Bild legt die Betrachtung nach Teilräumen offen. Die kritischste Sicht auf die Karlsruher City haben die Bewohnerinnen und Bewohner des Nachbarschafts- verbands. Hier sind 38,2 % derjenigen, die Karlsruhe binnen der letzten zwölf Monate besucht haben der Auffassung, dass in der Karlsruher Innenstadt Dinge fehlen oder verbessert werden müssen. Ein überdurchschnittlich positiver Eindruck der Karlsruher City wird von Besucherinnen und Besuchern aus dem Canton Wissembourg geäußert: 84,4 % geben an, dass die Karlsruher Innenstadt ihren Vorstellungen von einem attraktiven Stadtzentrum entspricht. Auffallend hoch ist mit 53,6 % der Anteil derjenigen, die die Frage nicht beantworten im Befragungsgebiet Stadt Landau, Verbandsgemeinde Landau Land. Abbildung 3.4 EINSCHÄTZUNG DER KARLSRUHER INNENSTADT ALS ATTRAKTIVES STADTZENTRUM NACH TEILRÄUMEN 2016 Entspricht die Karlsruher Innenstadt Ihren Vorstellungen von einem attraktiven Stadtzentrum, oder gibt es da noch Dinge, die fehlen oder verbessert werden müssen? männlichweiblich 18 bis 29 Jahre 30 bis 44 Jahre 45 bis 59 Jahre 60 bis unter 75 Jahre 75 Jahre und älter entspricht den Vorstellungen56,7%60,6%53,1%62,8%53,8%55,3%58,3%54,2% es fehlt einiges, Verbesserungen nötig28,2%28,1%28,3%21,2%31,7%33,8%22,1%25,0% keine Angabe15,0%11,3%18,6%15,9%14,5%11,0%19,6%20,8% BEFRAGTE INSGESAMT70534536011318621916324 EINSCHÄTZUNG DER KARLSRUHER INNENSTADT BEFRAGTE INSGESAMT davondavon im Alter von Basis: 705 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2016 50,7% 61,8% 46,4% 64,4% 48,5% 28,6% 60,0% 84,4% 38,2% 26,7% 33,9% 28,7% 30,9% 17,9% 16,0% 15,6% 11,1% 11,5% 19,6% 6,9% 20,6% 53,6% 24,0% 0% 20% 40% 60% 80% 100% Gemeinden des Nachbarschafts- verbands Übriger Landkreis Karlsruhe und Bad Herrenalb Nördlicher Enzkreis Landkreis Rastatt nördlicher Teil Baden-Baden, südlicher Landkreis Rastatt Stadt Landau, VG Landau-Land Übrige Südpfalz Wissembourg und übriger Canton Wissembourg keine Angabees fehlt einiges, Verbesserungen nötigentspricht den Vorstellungen Basis: 705 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2016 32 | REGIONSUMFRAGE 2016 3.2 VERBESSERUNGSVORSCHLÄGE FÜR DIE CITY Befragte, die Verbesserungen in der Karlsruher Innenstadt angemahnt haben, wurden nach konkreten Verbesserungs- vorschlägen gefragt. Sehr deutlich zeigt sich, dass die aktuelle Bautätigkeit in der Karlsruher Innenstadt, insbesondere im Zuge der Kombilösung, zunehmend als Belastung empfunden wird. So fordern 77,9 % der Befragten eine Reduktion der Baustellen. Diese Forderung stand bereits in der Regionsumfrage 2012 an erster Stelle, wurde allerdings von bedeutend weniger Personen (31,2 %) geäußert. An zweiter Stelle der Verbesserungsvorschläge folgt der Punkt mehr Flair, ruhigere Plätze, schöneres Stadtbild, Sitzgelegenheiten. Dieser wurde von etwa einem Drittel der Befragten (29,6 %) genannt. Im Zeitablauf – ausgehend von der Regionsumfrage 2006 – wird deutlich, dass dieser Vorschlag an Bedeutung gewonnen hat. Im Zusammenhang mit der Forderung nach einer Verringerung der Baustellen sind auch die zunehmenden Beschwerden über zu viel Verkehr zu sehen, die aktuell von 19,6 % der Befragten geäußert werden. Eine verbesserte Einzelhandelsstruktur im Sinne attraktiverer, individueller Geschäfte beziehungsweise Fachgeschäfte wünschen sich 17,1 % derjenigen, die Verbesserungspotenzial sehen. Dieser Verbesserungsvorschlag wird seit der Regionsumfrage 2009 (32,6 %) mit rückläufi ger Tendenz genannt. Weitere Aspekte, die jeweils von etwa jedem Sechsten genannt wurden, sind mehr Parkmöglichkeiten, günstigere Parkgebühren (14,6 %), Verkehrssituation, -führung, -beschilderung verbessern (14,6 %), zu hektisch, zu laut, zu voll (13,6 %), Sauberkeit verbessern (13,1 %) und mehr Grün (12,6 %). Darauf folgt der Punkt mehr (Straßen-) Cafés, (Außen-) Gastronomie (11,6 %). Deutlich abgenommen hat der Anteil derjenigen, die sich eine Reduzierung der Straßenbahnen in der Fußgängerzone wünschen. Während er in den Befragungsjahren 2006 und 2009 noch bei rund 40 % lag, liegt er aktuell bei 10,1 %. Alle anderen Verbesserungsvorschläge werden jeweils von weniger als 10 % der Befragten geäußert. AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 33 Abbildung 3.5 VERBESSERUNGSVORSCHLÄGE FÜR DIE KARLSRUHER INNENSTADT 2006, 2009, 2012 UND 2016 1 Sie haben gesagt, es sind Verbesserungen nötig. An was denken Sie vor allem? 2,5% 0,5% 1,0% 1,5% 2,0% 5,0% 6,5% 7,0% 10,1% 11,6% 12,6% 13,1% 13,6% 14,6% 14,6% 17,1% 19,6% 29,6% 77,9% 0%20%40%60%80%100% Sonstiges (abends) zu wenig los mehr Kultur, Veranstaltungen Spielmöglichkeiten für Kinder, Kinderbetreuung zu groß, unübersichtlich, weite Wege keine Tieferlegung der Straßenbahn bessere ÖPNV-Anbindung zu viele Bettler, Obdachlose, komische Leute zuviele Straßenbahnen, mit Kombi-Lösung besser mehr (Straßen-)Cafés, (Außen-)Gastronomie mehr Grün Sauberkeit verbessern zu hektisch, zu laut, zu voll Verkehrssituation, -führung,-beschilderung verbessern mehr Parkmöglichkeiten, günstigere Parkgebühren attraktivere, individuelle Geschäfte, Fachgeschäfte zu viel Verkehr mehr Flair, ruhigere Plätze, schöneres Stadtbild, Sitzgelegenheiten Baustellen reduzieren 2006 2009 2012 2016 1 Mehrfachnennungen waren möglich, daher Summe mehr als 100%. Basis: 390/472/362/199 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2006/2009/2012/2016 34 | REGIONSUMFRAGE 2016 3.3 ERWARTUNGEN NACH ABSCHLUSS DER BAUARBEITEN Die Auswertung der Verbesserungsvorschläge in Abbildung 3.5 hat gezeigt, dass die Baustellensituation in der Karlsruher City ein beherrschendes Thema ist. Vor diesem Hintergrund wurde die Regionsbevölkerung gefragt, welche Erwartungen sie als Besucherin beziehungsweise als Besucher nach Abschluss der Bauarbeiten bezüglich der Innenstadt hat. Ein Großteil der Befragten erwartet insgesamt ein schöneres Stadtbild (59,5 %). An zweiter Stelle folgt mit einem Anteil von 44 % die Erwartung, dass keine Baustellen mehr in der Innenstadt vorhanden sein werden. Jeweils ein Drittel der Befragten erhofft sich eine ruhigere Atmosphäre in der Innenstadt (34,2 %) und mehr Komfort für Fußgänger (33,1 %). Darauf folgen ungestörtes Einkaufen in der Innenstadt (19,4 %) sowie eine schienenfreie Kaiserstraße (15,2 %). Eine vereinfachte Anreise mit dem Pkw und dem ÖPNV erwarten jeweils 14,6 % beziehungsweise 11,7 % der Befragten. Etwa jede beziehungsweise jeder zehnte Befragte nennt mehr Sicherheit in der Innenstadt (10,6 %) und mehr Straßencafés, mehr Grün, höhere Aufenthaltsqualität (10,3 %). Ein sehr geringer Anteil von 1,8 % der Befragten nennt weniger Sicherheit in den unterirdischen (Straßen-)Bahnhaltestellen und verknüpft damit auch negative Erwartungen mit dem Abschluss der Bauarbeiten in der Karlsruher City. AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 35 Abbildung 3.6 ERWARTUNGEN NACH ABSCHLUSS DER BAUARBEITEN 1 Was erwarten Sie als Besucherin/Besucher der Karlsruher Innenstadt nach Abschluss der Bauarbeiten? 4,9% 1,8% 10,3% 10,6% 11,7% 14,6% 15,2% 19,4% 33,1% 34,2% 44,0% 59,5% 0%20%40%60%80% Sonstiges, nämlich... weniger Sicherheit in den unterirdischen Haltestellen mehr Straßencafés, mehr Grün, höhere Aufenthaltsqualität mehr Sicherheit in der Innenstadt vereinfachte Anreise mit dem ÖPNV vereinfachte Anreise mit dem Pkw schienenfreie Kaiserstraße ungestörtes Einkaufen in der Innenstadt mehr Komfort für Fußgänger ruhigere Atmosphäre in der Innenstadt keine Baustellen mehr schöneres Stadtbild 1 Mehrfachnennungen waren möglich, daher Summe mehr als 100%. Basis: 837 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2016 36 | REGIONSUMFRAGE 2016 AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 37 4. EINKAUFEN IN DER KARLSRUHER INNENSTADT 38 | REGIONSUMFRAGE 2016 4.1 AUSWIRKUNGEN DES ONLINE-SHOPPINGS Für die Regionsbevölkerung ist das Einzelhandelsangebot in der Karlsruher City nach wie vor der häufi gste Anlass für Fahrten nach Karlsruhe. Angesichts dieser zentralen Funktion des Einzelhandels als wichtiger Anziehungsfaktor stellt sich die Frage, inwieweit sich durch Veränderungen der Einkaufsgewohnheiten der Regionsbevölkerung auch Konsequenzen für deren Besuchsverhalten ergeben. Vor diesem Hintergrund wurden die Einwohnerinnen und Einwohner in der Region gefragt, wie häufi g sie Einkäufe im Internet tätigen. Abbildung 4.1 zeigt, dass etwa drei Viertel der Befragten (73,5 %) mit variierender Frequenz online einkaufen. Der Anteil derjenigen, die mindestens einmal wöchentlich Waren im Internet bestellen, ist mit 3,9 % relativ gering. Etwas mehr als jede beziehungsweise jeder Achte (12,9 %) kauft ungefähr einmal in zwei Wochen online ein. Ein Viertel der Befragten (24,7 %) tätigt im Durchschnitt einmal im Monat Einkäufe über das Internet. Die Frequenzen einmal im Vierteljahr, einmal im halben Jahr sowie einmal im Jahr und seltener werden jeweils von 14,7 %, 9,6 % und 7,7 % der Befragten angegeben. Eine Auswertung der Frage nach demografi schen Gesichtspunkten legt vor allem deutliche altersabhängige Unterschiede beim Online-Shopping offen (Tabelle 4.1). In den jüngeren Altersklassen von 18 bis 29 Jahren (61,4 %) und von 30 bis 44 Jahren (58,3 %) tätigt jeweils eine deutliche Mehrheit der Regionsbevölkerung mindestens einmal im Monat Einkäufe über das Internet. Dagegen liegt der Anteil bei Befragten im Alter von 45 bis 59 Jahren mit 41,6 % erheblich niedriger und sinkt bei Befragten der Altersgruppen 60 bis unter 75 Jahre (17,3 %) und 75 Jahre und älter (14,6 %) weiter ab. Abbildung 4.1 HÄUFIGKEIT DES ONLINE-SHOPPINGS Wie häufi g kaufen Sie Produkte auch online im Internet ein? 3,9% 12,9% 24,7% 14,7% 9,6% 7,7% 26,5% mindestens einmal wöchentlich einmal in zwei Wochen einmal im Monat einmal im Vierteljahr einmal im halben Jahr einmal im Jahr und seltener nie Basis:936 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2016 AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 39 Tabelle 4.1 HÄUFIGKEIT DES ONLINE-SHOPPINGS NACH ALTER UND GESCHLECHT Diejenigen, die mindestens einmal im Monat Waren im Internet bestellen, wurden gefragt, ob sie aufgrund dieser Online-Einkäufe weniger in Karlsruhe oder auch in anderen Städten einkaufen. Wie aus Abbildung 4.2 ersichtlich ist, gibt mehr als die Hälfte der Befragten (57,7 %) an, dass sich ihr Besuchsverhalten trotz relativ häufi ger Bestellungen im Internet nicht verändert hat. Dagegen kommen 38,7 % aufgrund von Online-Einkäufen seltener in die Innenstädte, um dort vor Ort einzukaufen. Abbildung 4.2 VERÄNDERUNG DER BESUCHSFREQUENZ DURCH ONLINE-SHOPPING Wie hat sich Ihr Einkaufsverhalten durch die Möglichkeit, online einkaufen zu können, verändert? Besuchen Sie die Karlsruher Innenstadt oder auch andere Städte dadurch seltener zum Einkaufen oder genauso oft? männlichweiblich 18 bis 29 Jahre 30 bis 44 Jahre 45 bis 59 Jahre 60 bis unter 75 Jahre 75 Jahre und älter mindestens einmal wöchentlich3,9%4,0%3,7%2,8%6,7%3,7%2,2%2,4% einmal in zwei Wochen12,9%13,3%12,6%24,8%15,7%12,5%5,2%2,4% einmal im Monat24,7%23,8%25,5%33,8%35,9%25,3%10,0%9,8% einmal im Vierteljahr14,7%15,8%13,8%20,0%15,2%17,9%8,2%7,3% einmal im halben Jahr9,6%10,0%9,3%5,5%9,9%12,2%10,0%2,4% einmal im Jahr und seltener7,7%9,1%6,4%4,8%5,4%10,1%9,5%2,4% nie26,5%24,0%28,8%8,3%11,2%18,2%55,0%73,2% BEFRAGTE INSGESAMT93645048614522329623141 HÄUFIGKEIT DES ONLINE- SHOPPINGS BEFRAGTE INSGESAMT davondavon im Alter von Basis: 1.187 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2016 38,7% 57,7% 3,6% keine Angabe/weiß nicht seltener genauso oft Basis:388 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2016 40 | REGIONSUMFRAGE 2016 Bei einer vertieften Auswertung der Frage nach Altersgruppen (Tabelle 4.2) und Haushaltsnettoeinkommen (Tabelle 4.3) werden weitere Unterschiede in der durch Online-Shopping bedingten Veränderung des Besuchsverhaltens deutlich. So geben 65,2 % der Befragten in der jüngsten Altersgruppe (18 bis 29 Jahre) an, dass sich ihre Besuchsfrequenz trotz häufi ger Online-Einkäufe nicht geändert hat. In der Altersgruppe der 60- bis unter 75-Jährigen liegt der entsprechende Anteil mit 40 % deutlich niedriger. Die Auswertung nach dem Nettoeinkommen des Haushalts legt offen, dass vor allem Befragte mit einer hohen Kaufkraft deutlich seltener zum Einkaufen in die City kommen. So geben 60 % der Befragten mit einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen von 4.000 Euro und mehr an, dass sie das innerstädtische Einzelhandelsangebot aufgrund von Online-Einkäufen seltener nutzen. Tabelle 4.2 VERÄNDERUNG DER BESUCHSFREQUENZ DURCH ONLINE-SHOPPING NACH GESCHLECHT UND ALTERSGRUPPEN Tabelle 4.3 VERÄNDERUNG DER BESUCHSFREQUENZ DURCH ONLINE-SHOPPING NACH HAUSHALTSNETTOEINKOMMEN männlichweiblich 18 bis 29 Jahre 30 bis 44 Jahre 45 bis 59 Jahre 60 bis unter 75 Jahre 75 Jahre und älter* seltener38,7%42,7%35,0%30,3%36,2%40,7%57,5% --- genauso oft57,7%55,7%59,6%65,2%61,5%55,3%40,0% --- Keine Angabe/weiß nicht3,6%1,6%5,4%4,5%2,3%4,1%2,5% --- BEFRAGTE INSGESAMT38818520389130123406 VERÄNDERUNG DER BESUCHSFREQUENZ BEFRAGTE INSGESAMT davondavon im Alter von * keine Angaben möglich, da Datenbasis gering Basis: 388 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2016 bis unter 1.500 Euro 1.500 bis unter 2.250 Euro 2.250 bis unter 3.000 Euro 3.000 bis unter 4.000 Euro 4.000 Euro und mehr seltener38,7%25,0%29,9%32,9%37,5%60,0% genauso oft57,7%65,0%69,0%67,1%56,3%35,6% Keine Angabe/weiß nicht3,6%10,0%1,1%0,0%6,3%4,4% BEFRAGTE INSGESAMT3882087764845 VERÄNDERUNG DER BESUCHSFREQUENZ BEFRAGTE INSGESAMT davon nach Haushaltsnettoeinkommen Basis: 388 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2016 AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 41 4.2 INFORMATIONSVERHALTEN Wie aus Abbildung 4.3 hervorgeht, hat sich etwas mehr als ein Drittel (37,7 %) der letztjährigen Besucherinnen und Besucher aus der Region im Vorfeld über aktuelle Angebote des Karlsruher Einzelhandels informiert. Etwa die Hälfte (50,4 %) hat sich vor ihrem Besuch beziehungsweise ihren Besuchen nicht informiert. Die Auswertung des Informationsverhaltens nach Geschlecht und Altersgruppen legt deutliche Unterschiede offen. So holen insbesondere männliche Befragte (42,9 %) vor einem Besuch der Karlsruher City Informationen zu Angeboten des Karlsruher Einzelhandels ein. In den Altersgruppen 60 bis unter 75 Jahre sowie 75 Jahre und älter ist der Anteil derjenigen, die sich im Vorfeld eines Besuchs über Einzelhandelsangebote informieren, mit 28,8 % und 12,5 % relativ niedrig. Eine Auswertung der Frage nach demografi schen Gesichtspunkten legt vor allem deutliche altersabhängige Unterschiede beim Online-Shopping offen (Tabelle 4.1). In den jüngeren Altersklassen von 18 bis 29 Jahren (61,4 %) und von 30 bis 44 Jahren (58,3 %) tätigt jeweils eine deutliche Mehrheit der Regionsbevölkerung mindestens einmal im Monat Einkäufe über das Internet. Dagegen liegt der Anteil bei Befragten im Alter von 45 bis 59 Jahren mit 41,6 % erheblich niedriger und sinkt bei Befragten der Altersgruppen 60 bis unter 75 Jahre (17,3 %) und 75 Jahre und älter (14,6 %) weiter ab. Abbildung 4.3 INFORMATIONEN ZUM KARLSRUHER EINZELHANDEL IM VORFELD Informieren Sie sich über Angebote des Karlsruher Einzel- handels, bevor Sie die Karlsruher Innenstadt aufsuchen? 37,7% 50,4% 11,9% keine Angabe ja nein Basis:705 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2016 42 | REGIONSUMFRAGE 2016 Tabelle 4.4 INFORMATIONEN ZUM KARLSRUHER EINZELHANDEL IM VORFELD NACH GESCHLECHT UND ALTERSGRUPPEN Bei der Frage nach den Informationsquellen, die im Vorfeld eines Besuchs genutzt werden, wird deutlich, dass das Internet als Informationsmedium eine zentrale Rolle einnimmt (Abbildung 4.4). So holen zwei Drittel (69,9 %) derjenigen, die sich vor einem Besuch über Angebote des Karlsruher Einzelhandels informieren, Informationen über das Internet ein. Etwas mehr als 40 % (44,4 %) informieren sich im Vorfeld über Radio, Zeitung und Werbung. Etwa jede beziehungsweise jeder Achte (12 %) nutzt eine Handy-App, um sich zu informieren. Die Analyse nach Altersgruppen in Tabelle 4.5 zeigt, dass die Wahl des Informationsmediums stark variiert. Der Anteil derjenigen, die sich im Vorfeld über das Internet informieren, liegt in den Altersgruppen 18 bis 29 Jahre sowie 30 bis 44 Jahre mit 84,8 % und 79 % deutlich über dem Durchschnitt. Dagegen hat die Nutzung von Radio, Zeitung oder Werbung als Informationsquelle in diesen Altersklassen mit 28,3 % und 35,8 % eine unterdurchschnittliche Relevanz. Im Umkehrschluss zeigt sich, dass Befragte im Alter von 60 bis unter 75 Jahre seltener das Internet (46,8 %) und häufi ger Radio, Zeitung und Werbung (55,3 %) als Informationsquelle nutzen. Abbildung 4.4 INFORMATIONSQUELLEN ZUM KARLSRUHER EINZELHANDEL 1 Informieren Sie sich über Angebote des Karlsruher Einzel- handels, bevor Sie die Karlsruher Innenstadt aufsuchen? Wenn ja, wo? 5,3% 12,0% 44,4% 69,9% auf andere Art über eine Handy-App über Radio, Zeitung, Werbung im Internet 0%20%40%60%80% 1 Mehrfachnennungen waren möglich, daher Summe mehr als 100%. Basis:266 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2016 männlichweiblich 18 bis 29 Jahre 30 bis 44 Jahre 45 bis 59 Jahre 60 bis unter 75 Jahre 75 Jahre und älter ja37,7%42,9%32,8%40,7%43,5%40,6%28,8%12,5% nein50,4%46,1%54,4%47,8%44,6%47,0%59,5%75,0% keine Angabe11,9%11,0%12,8%11,5%11,8%12,3%11,7%12,5% BEFRAGTE INSGESAMT70534536011318621916324 INFORMATIONEN ZUM KARLSRUHER EINZELHANDEL BEFRAGTE INSGESAMT davondavon im Alter von Basis: 705 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2016 AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 43 Tabelle 4.5 INFORMATIONSQUELLEN ZUM KARLSUHER EINZELHANDEL NACH GESCHLECHT UND ALTER 1 männlichweiblich 18 bis 29 Jahre 30 bis 44 Jahre 45 bis 59 Jahre 60 bis unter 75 Jahre 75 Jahre und älter* im Internet69,9%66,9%73,7%84,8%79,0%67,4%46,8% --- über Radio, Zeitung, Werbung44,4%48,0%39,8%28,3%35,8%52,8%55,3% --- über eine Handy-App12,0%13,5%10,2%23,9%11,1%12,4%2,1% --- auf andere Art5,3%5,4%5,1%2,2%11,1%2,2%4,3% --- BEFRAGTE INSGESAMT266148118468189473 INFORMATIONSQUELLEN BEFRAGTE INSGESAMT davondavon im Alter von * keine Angaben möglich, da Datenbasis gering 1 Mehrfachnennungen waren möglich, daher Summe mehr als 100%. Basis: 266 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2016 44 | REGIONSUMFRAGE 2016 Abbildung 4.5 RÄUMLICHES EINKAUFSVERHALTEN 2016 Wenn Sie zum Einkaufen in die Karlsruher Innenstadt kommen, wohin gehen Sie da in aller Regel – in die Fußgängerzone Kaiserstraße, in die Postgalerie oder ins Einkaufszentrum Ettlinger Tor (ECE-Center)? 4.3 RÄUMLICHES EINKAUFSVERHALTEN Das Einzelhandelsangebot in der Karlsruher Innenstadt ist vielfältig und konzentriert sich in den Fußgängerbereichen der Kaiserstraße, der Postgalerie und dem Einkaufszentrum Ettlinger Tor (ECE-Center). Etwas weniger als die Hälfte (45,2 %) der Regionsbevölkerung geht bei einem Besuch der City in der Regel in allen drei Bereichen einkaufen (Abbildung 4.5). Etwa ein Fünftel (19,2 %) besucht ausschließlich die Einzelhandelsangebote in der Kaiserstraße. Die Einkaufszentren Ettlinger Tor und Postgalerie werden exklusiv von 12,2 % beziehungsweise 1,4 % der Regionsbevölkerung besucht. Etwa ein Sechstel (15,7 %) geht zum Einkaufen in der Regel sowohl in die Kaiserstraße als auch in das ECE-Center. Kaiserstraße und Postgalerie sowie ECE-Center und Postgalerie werden von jeweils 4 % bzw. 2,3 % in Kombination besucht. Die Auswertung nach Gesamtanteilen der besuchten Einkaufsgebiete zeigt, dass die Kaiserstraße der Haupteinkaufsort in der Karlsruher City ist: 84,1 % aller Regionsbesucher halten sich dort in der Regel zum Einkaufen auf (Abbildung 4.6). Etwa drei Viertel (75,6 %) der Besucherinnen und Besucher aus der Region besuchen das ECE-Center und etwas mehr als die Hälfte (52,7 %) die Postgalerie. nur Kaiserstraße 19,2% Kaiserstraße und ECE-Center 15,7% nur ECE-Center 12,2% ECE-Center und Postgalerie 2,3% Basis:655 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2016 Kaiserstraße und Postgalerie 4,0% nur Postgalerie 1,4% Kaiserstraße, Postgalerie und ECE-Center 45,2% AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 45 Abbildung 4.6 GESAMTANTEILE DER BESUCHTEN EINKAUFSGEBIETE 2016 1) Wenn Sie zum Einkaufen in die Karlsruher Innenstadt kommen, wohin gehen Sie da in aller Regel – in die Fußgängerzone Kaiserstraße, in die Postgalerie oder ins Einkaufszentrum Ettlinger Tor (ECE-Center)? Abbildung 4.7 RÄUMLICHES EINKAUFSVERHALTEN 2006, 2009, 2012, UND 2016 Wenn Sie zum Einkaufen in die Karlsruher Innenstadt kommen, wohin gehen Sie da in aller Regel – in die Fußgängerzone Kaiserstraße, in die Postgalerie oder ins Einkaufszentrum Ettlinger Tor (ECE-Center)? In Abbildung 4.7 ist dargestellt, wie sich die Anteile der Exklusivbesucher in der Kaiserstraße und im ECE-Center in den letzten zehn Jahren entwickelt haben. Seit dem Jahr 2006 ist der Prozentsatz der Regionsbevölkerung, die bei einem Besuch der Karlsruher City ausschließlich in die Kaiserstraße geht, von 56,9 % auf aktuell 19,2 % gesunken. Dagegen ist der Anteil der Exklusivbesucher des ECE-Centers relativ konstant geblieben. Grundsätzlich ist die Abnahme der Exklusivbesucher in der Kaiserstraße kein Indiz für eine abnehmende Bedeutung der Kaiserstraße als Einkaufsort. Vielmehr wird anhand der Auswertungen deutlich, dass ein Besuch der Kaiserstraße zunehmend mit dem Aufsuchen anderer Einkaufsorte kombiniert wird. 52,7% 75,6% 84,1% 0%20%40%60%80%100% Postgalerie ECE-Center Kaiserstraße 1 Mehrfachnennungen waren möglich, daher Summe mehr als 100%. Basis: 655 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2016 12,2% 19,2% 14,7% 29,5% 11,4% 39,3% 7,9% 56,9% 0%20%40%60%80% nur ECE-Center nur Kaiserstraße 2006 2009 2012 2016 Basis: 1.074/1.091/1.085/655 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2006/2009/2012/2016 46 | REGIONSUMFRAGE 2016 Tabelle 4.6 RÄUMLICHES EINKAUFSVERHALTEN NACH GESCHLECHT UND ALTER 2016 Aus Tabelle 4.6 geht hervor, dass das räumliche Einkaufs- verhalten in der Karlsruher City nach Altersgruppen variiert, sich jedoch keine geschlechtsspezifi schen Unterschiede abzeichnen. Der Anteil derjenigen, die alle drei Bereiche für ihren Einkauf nutzen, sinkt vor allem in der Altersgruppe 75 Jahre und älter deutlich ab (30,4 %). Dagegen ist in dieser Altersgruppe mit 43,5 % ein erhöhter Anteil an Exklusivbesuchern der Kaiserstraße festzustellen. Die Betrachtung der einzelnen Einkaufsgebiete zeigt, dass vor allem die Besuche des ECE-Centers altersabhängig sind. So liegen die Anteile der Besucherinnen und Besucher des ECE-Centers mit 66,4 % bei den 60- bis unter 75-Jährigen und bei der Regionsbevölkerung im Alter von 75 Jahre und älter mit 66,4 % beziehungsweise 39,1 % unter dem Durchschnitt. männlichweiblich 18 bis 29 Jahre 30 bis 44 Jahre 45 bis 59 Jahre 60 bis unter 75 Jahre 75 Jahre und älter Kaiserstraße, Postgalerie und ECE-Center45,2%48,3%42,3%49,5%44,0%48,6%40,9%30,4% nur Kaiserstraße19,2%17,7%20,7%17,5%17,9%14,6%24,8%43,5% nur ECE-Center12,2%12,0%12,4%9,7%14,3%14,2%9,4%8,7% nur Postgalerie2,3%2,2%2,4%2,9%4,2%1,4%1,3%0,0% Kaiserstraße und ECE-Center15,7%14,5%16,9%15,5%16,7%17,0%15,4%0,0% Kaiserstraße und Postgalerie4,0%4,4%3,6%2,9%2,4%2,8%6,7%13,0% Postgalerie und ECE-Center1,4%0,9%1,8%1,9%0,6%1,4%1,3%4,3% EINZELNE EINKAUFSGEBIETE Kaiserstraße83,2%83,6%82,9%84,4%79,9%82,0%87,2%86,9% ECE-Center74,0%74,7%73,4%75,7%78,7%78,7%66,4%39,1% Postgalerie51,4%53,2%49,8%56,3%50,7%51,6%48,9%47,7% BEFRAGTE INSGESAMT65531733810316821214923 EINKAUFSGEBIETE UND DEREN KOMBINATION BEFRAGTE INSGESAMT davondavon im Alter von Basis: 655 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2016 AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 47 4.4 ATTRAKTIVITÄT DES EINZELHANDELSANGEBOTS Neben der Frage zum räumlichen Einkaufsverhalten der Regionsbevölkerung in der Karlsruher Innenstadt wurden die Befragten auch gebeten, eine qualitative Einschätzung der innerstädtischen Einzelhandelsstruktur abzugeben (Abbildung 4.8). Insgesamt geben 72,9 % der Regionsbevölkerung an, dass alle von ihnen gewünschten Einzelhandelsangebote in der City vorhanden sind und sie nichts vermissen. Diejenigen, die einen Verbesserungsbedarf der Angebotsstrukturen sehen, wünschen sich vor allem mehr Fach- und Spezialgeschäfte bzw. inhabergeführte, alteingesessene Geschäfte (11 %) sowie individuelle Modegeschäfte und Boutiquen (5,6 %). Auf alle anderen Verbesserungsvorschläge entfallen jeweils weniger als 5 % der Nennungen. Im Zeitvergleich zur Regionsumfrage 2012 zeigen sich keine nennenswerten Unterschiede bezüglich des Antwortverhaltens. Abbildung 4.8 ERWÜNSCHTE ZUSÄTZLICHE EINZELHANDELSANGEBOTE IN DER INNENSTADT 1 Wenn Sie an den Einzelhandel in der Karlsruher Innenstadt denken, fallen Ihnen da Branchen oder Angebote ein, die Sie vermissen? 1,9% 2,1% 2,8% 3,1% 3,3% 3,5% 3,7% 4,0% 4,4% 4,9% 5,6% 11,0% 72,9% 0,6% 1,0% 1,9% 0,9% 1,9% 0,9% 6,0% 1,5% 1,9% 1,6% 5,0% 14,3% 73,3% 0%20%40%60%80% Sonstiges (spezielle) Handy-, Computerläden, Elektronik Spielwaren (spezielle) Sportgeschäfte, Outdoor Lebensmittel, Delikatessen Buchhandlung Haushaltswaren, Porzellanfachgeschäfte Herrenbekleidung Kauf-/Warenhäuser Cafés, mehr Gastronomie Individuelle Modegeschäfte, Boutiquen Fach- und Spezialgeschäfte, inhabergeführte, alteingesessene Geschäfte alles vorhanden, vermisse keine 2012 2016 1 Mehrfachnennungen waren möglich, daher Summe mehr als 100%. Basis: 880/572 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2012/2016 48 | REGIONSUMFRAGE 2016 Aktionen des Karlsruher Einzelhandels zur Kundenbindung erreichen in der Region unterschiedliche Bekanntheitsgrade (Abbildung 4.9). Insgesamt kennt ein Drittel der Befragten (32,7 %) den Karlsruher Geschenkgutschein beziehungsweise den Regionsgeschenkgutschein, der bei 350 Einzelhändlern in Karlsruhe und über 800 Annahmestellen in der Region eingelöst werden kann. Etwa jeder Fünfte (21,6 %) kennt die Bonus-Münze „KARLSRUHER“, die für Parkgebühren, ÖPNV-Fahrscheine, an Tankstellen und in der Fahrradstation des Karlsruher Hauptbahnhofs eingesetzt werden kann. 60 % der Regionsbevölkerung kennen weder den Karlsruher Geschenkgutschein beziehungsweise den Regionsgutschein noch die Bonus-Münze „KARLSRUHER“. Aus der Auswertung nach Teilregionen geht hervor, dass die Aktionen des Karlsruher City-Einzelhandels bei Einwohnerinnen und Einwohnern des Nachbarschaftsverbands bekannter sind. Den Karlsruher Geschenkgutschein beziehungsweise den Regionsgutschein kennt in diesem Teilgebiet nahezu die Hälfte der Befragten (47,7 %). Etwa jede beziehungsweise jeder Dritte (30,3 %) kennt die Bonus-Münze „KARLSRUHER“. Der Anteil derjenigen, die beide Aktionen nicht kennen, liegt mit 44,7 % im Nachbarschaftsverband deutlich unter dem Durchschnitt. Abbildung 4.9 BEKANNTHEIT VON AKTIONEN DES KARLSRUHER EINZELHANDELS Der Karlsruher City-Einzelhandel wirbt mit verschiedenen Aktionen für seine Angebote. Welche der folgenden Aktionen kennen Sie? 60,0% 21,6% 32,7% 44,7% 30,3% 47,7% 0%20%40%60%80% kenne keine der genannten Bonus-Münze "KARLSRUHER" Karlsruher Geschenkgutschein oder Regionsgeschenkgutschein Gemeinden des NachbarschaftsverbandsRegion insgesamt Basis: 643 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2016 AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 49 4.5 BAUSTELLEN IN DER KARLSRUHER INNENSTADT Wie bereits in den Einschätzungen zur Karlsruher Innenstadt in Kapitel 3 deutlich wurde, sind die Baustellen in der City derzeit ein beherrschendes Thema sowohl in Bezug auf die innerstädtische Attraktivität als auch bei den geäußerten Verbesserungsvorschlägen. In Abbildung 4.10 ist dargestellt, inwieweit sich die Regionsbevölkerung durch die Baustellen in der Innenstadt beim Einkaufen und Flanieren beziehungsweise Bummeln beeinträchtigt fühlt. Etwas weniger als zwei Drittel (62,1 %) geben an, dass die Baustellen sie sehr stark oder stark behindern. Teils-teils eingeschränkt beim Einkaufen und Flanieren beziehungsweise Bummeln fühlen sich 18,2 %. Nahezu ein gleich großer Anteil (19,6 %) gibt an, durch die Bautätigkeiten in der City wenig oder gar nicht beeinträchtigt zu sein. Im Zeitvergleich zeigt sich, dass der Anteil derjenigen, die sich gar nicht beeinträchtigt fühlen von 4 % auf 12,4 % gestiegen ist. Diese positive Entwicklung in der Einschätzung ist vermutlich auf zwei Faktoren zurückzuführen. Einerseits wurde denjenigen, die Karlsruhe in den letzten zwölf Monaten nicht besucht haben, diese Frage nicht gestellt; und gerade bei dieser Befragtengruppe ist es naheliegend, dass sie auch aufgrund der Baustellen nicht gekommen sind. Andererseits hat eventuell auch ein Gewöhnungseffekt eingesetzt. Abbildung 4.10 BEHINDERUNG DES EINKAUFENS DURCH BAUSTELLEN 2012 UND 2016 Durch die Tieferlegung der Straßenbahn in der Karlsruher Innenstadt sind mehrere große Baustellen entstanden. Wie stark wird dadurch aus Ihrer Sicht das Einkaufen und Flanieren in der City behindert? 12,4% 7,2% 18,2% 27,5% 34,6% 4,0% 7,6% 17,5% 29,5% 41,4% 0%20%40%60% gar nicht wenig teils/teils stark sehr stark 2012 2016 Basis: 1.033/869 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2012/016 50 | REGIONSUMFRAGE 2016 Die Frage, ob sich ihr Einkaufsverhalten in der Innenstadt durch die Baustellen geändert hat, bejahen 40,6 % der Besucherinnen und Besucher aus der Region (Abbildung 4.11). Eine Veränderung des Antwortverhaltens im Vergleich zur Regionsumfrage 2012 (42,5 %) zeichnet sich nicht ab. Diejenigen, die angegeben haben, dass sich ihr Besuchsverhalten geändert hat, wurden gebeten, ihre Verhaltensänderung näher zu beschreiben (Abbildung 4.12). Insgesamt ergeben sich sowohl Veränderungen der Besucherfrequenz als auch des räumlichen Verhaltens. Etwa jeweils 40 % der Befragten geben an, dass sie seltener beziehungsweise weniger in der Innenstadt einkaufen (43,3 %) und/oder dass sie in Läden einkaufen, die nicht an einer Baustelle liegen (41,3 %). Weitere Nennungen sind „kaufe mehr im Einkaufszentrum Ettlinger Tor ein“ (16,5 %) und „meide die Fußgängerzone/Innenstadt“ (16,2 %). Je 11,7 % tätigen ihre Einkäufe vermehrt in anderen Städten oder im Internet. Der Zeitvergleich legt offen, dass sich die Ausweichreaktionen verändert haben. So haben sich die Anteile derjenigen, die seltener in der Innenstadt einkaufen, die Fußgängerzone meiden und vermehrt in anderen Städten einkaufen deutlich reduziert. Gleichzeitig hat sich der Anteil der Regionsbesucher, die in Läden einkaufen, welche nicht direkt an einer Baustelle liegen, stark erhöht. Diese Unterschiede im Antwortverhalten sind vermutlich im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass die Frage im Jahr 2016 ausschließlich von denjenigen beantwortet wurde, die die Karlsruher Innenstadt in den letzten 12 Monaten – und damit trotz der Baustellen – besucht haben. Abbildung 4.11 VERÄNDERTES EINKAUFSVERHALTEN AUFGRUND DER BAUSTELLEN 2012 UND 2016 Haben Sie aufgrund der Baustellen Ihr Einkaufsverhalten in der Karlsruher Innenstadt geändert? 40,6% 42,5% 0%20%40%60% ja 20122016 Basis: 1.062/870 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2012/016 AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 51 Abbildung 4.12 VERÄNDERUNGEN DES EINKAUFSVERHALTENS 2012 UND 2016 1 Wie haben Sie Ihr Einkaufsverhalten aufgrund der Baustellen geändert? 1,1% 11,7% 11,7% 16,2% 16,5% 41,3% 43,3% 2,4% 8,0% 36,8% 38,6% 29,3% 22,4% 71,6% 0%20%40%60%80% Sonstiges kaufe mehr über das Internet ein kaufe mehr in anderen Städten ein meide die Fußgängerzone/Innenstadt kaufe mehr im Einkaufszentrum Ettlinger Tor ein kaufe in Läden ein, die nicht an einer Baustelle liegen kaufe seltener/weniger in der Innenstadt ein 2012 2016 1 Mehrfachnennungen waren möglich, daher Summe mehr als 100%. Basis: 413/351 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2012/016 52 | REGIONSUMFRAGE 2016 AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 53 5. IMAGE DER STADT KARLSRUHE 54 | REGIONSUMFRAGE 2016 5.1 SPONTANE ASSOZIATIONEN ZU K ARLSRUHE Um das Image der Stadt Karlsruhe bei den Einwohnerinnen und Einwohnern der Region zu erheben, wurden diese gefragt, was ihnen spontan einfällt, wenn sie Karlsruhe beschreiben sollen. Wie aus Abbildung 5.1 ersichtlich ist, steht bei den spontanen Assoziationen zur Fächerstadt deutlich das Thema Baustellen, Staus, Chaos, Verkehrsprobleme und Umleitungen im Vordergrund: 61 % der Befragten greifen auf dieses Vokabular zurück, um Karlsruhe zu beschreiben. An zweiter Stelle folgen mit 38,2 % Schloss, Schlossgarten und Botanischer Garten als räumlicher Bezugspunkt in der Karlsruher City. Gute Einkaufsmöglichkeiten, die Karlsruhe in der Kaiserstraße und im ECE-Center vorzuweisen hat, nennen 21,4 % der Befragten. Etwa jede beziehungsweise jeder Achte (12,3 %) verweist auf Kultur, Museen, Ausgehmöglichkeiten und Gastronomie. Ein Zehntel (10,7 %) der Regionsbevölkerung bezieht in die spontane Beschreibung Karlsruhes den Zoo beziehungsweise den Stadtgarten ein. Alle weiteren spontanen Assoziationen – die sowohl negative als auch positive Aspekte umfassen – werden von jeweils weniger als zehn Prozent der Befragten genannt. Im Vergleich zur Regionsumfrage 2012 zeigt sich, dass das Thema Baustellen, Staus, Chaos, Verkehrsprobleme und Umleitungen dominanter geworden ist und sich der Anteil der Nennungen ausgehend von 29,4 % im Jahr 2012 etwas mehr als verdoppelt hat (61 %). Auch der Anteil derjenigen, die sich auf Schloss, Schlossgarten und Botanischen Garten beziehen, hat sich im Zeitvergleich von 27,6 % auf 38,2 % erheblich erhöht. Eventuell ist dies auf die Veranstaltungen im Rahmen des Stadtgeburtstags im Jahr 2015 zurückzuführen, die sich mit dem Pavillon und den Schlosslichtspielen räumlich am Karlsruher Schloss konzentriert haben. Tabelle 5.1 stellt alters- und geschlechtsspezifi sche Unterschiede im Antwortverhalten der Regionsbevölkerung dar. Die Auswertungen zeigen, dass insbesondere die Antworten der ältesten Befragtengruppe – 75 Jahre und älter – vom Durchschnitt abweichen. So assoziiert diese Befragtengruppe Karlsruhe erheblich seltener mit Baustellen, Staus, Chaos, Verkehrsproblemen und Umleitungen (46,2 %), guten Einkaufsmöglichkeiten (10,3 %) sowie Kultur, Museen, Ausgehmöglichkeiten, Gastronomie (5,1 %). Hierin spiegelt sich nicht nur eine andere Wahrnehmung Karlsruhes, sondern auch erheblich andere Nutzungsstrukturen und Besuchsfrequenzen des Oberzentrums durch diese Befragtengruppe wider. Im Umkehrschluss werden gute Einkaufsmöglichkeiten (26,2 % und 27 %) sowie Kultur, Museen, Ausgehmöglichkeiten, Gastronomie (15,9 % und 15,8 %) von Befragten der Altersgruppen 18 bis 29 Jahre und 30 bis 44 Jahre überdurchschnittlich häufi g genannt, um Karlsruhe zu beschreiben. Die Betrachtung nach Teilräumen der Region legt weitere Unterschiede offen (Tabelle 5.2). Mit Baustellen, Staus, Chaos, Verkehrsproblemen und Umleitungen wird Karlsruhe besonders häufi g von Einwohnerinnen und Einwohnern des Nachbarschaftsverbands (73 %), des übrigen Landkreises Karlsruhe (72,9 %) und der übrigen Südpfalz (80 %) beschrieben. Insbesondere der überdurchschnittlich hohe Anteil an Nennungen durch Bewohnerinnen und Bewohner der übrigen Südpfalz ist als Hinweis dafür zu werten, dass der Faktor Baustellen, Staus, Chaos, Verkehrsprobleme und Umleitungen sich nicht ausschließlich auf innerstädtische Bauaktivitäten bezieht, sondern auch die verkehrliche Situation an der Rheinbrücke in die Beschreibungen einfl ießt. Schloss, Schlossgarten und Botanischer Garten (55,4 %), gute Einkaufsmöglichkeiten (36,9 %), Kultur, Museen, Ausgehmöglichkeiten, Gastronomie (38,5 %) und Marktplatz, Pyramide (29,2 %) werden besonders häufi g im Canton Wissembourg zur Beschreibung der Fächerstadt herangezogen. Dies zeigt eine deutlich touristisch-freizeit- orientierte Sicht der Bewohnerinnen und Bewohner aus dieser Teilregion auf Karlsruhe. Eine Betonung der Aspekte gute Einkaufsmöglichkeiten (33,8 %) sowie Kultur, Museen, Ausgehmöglichkeiten, Gastronomie (25,4 %) erfolgt auch von Seiten der Regionsbevölkerung aus dem nördlichen Enzkreis. AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 55 Abbildung 5.1 SPONTANE ASSOZIATIONEN ZU KARLSRUHE 2012 UND 2016 1 Wenn Sie Karlsruhe beschreiben sollen, was fällt Ihnen da spontan ein? 4,3% 0,5% 1,1% 1,1% 1,7% 2,0% 2,1% 2,3% 2,6% 3,4% 4,3% 4,5% 5,0% 6,0% 6,4% 6,6% 7,5% 8,8% 10,7% 12,3% 21,4% 38,2% 61,0% 6,2% 2,8% 1,1% 1,2% 3,2% 2,6% 2,3% 1,0% 6,3% 1,1% 4,3% 9,7% 7,0% 2,6% 2,7% 8,6% 3,6% 5,2% 14,7% 12,4% 24,4% 27,6% 29,4% 0%20%40%60%80% Sonstiges angenehmes Arbeiten, Wohnen, Leben Fahrradstadt Wirtschaftszentrum, TechnologieRegion gutes Verkehrsnetz, guter ÖPNV meine Heimatstadt, habe da gewohnt, Familie Bundesgerichtshof, Bundesverfassungsgericht schlechte Parkmöglichkeiten, schlechte Erreichbarkeit (eigene) Arbeit, Arbeitsstelle, Ausbildung, Studium, Uni/KIT Studentenstadt Großstadt Beamtenstadt Marktplatz, Pyramide laut, schmutzig, langweilig, unattraktiv KSC, Sport, Bäder viel Grün, Grünflächen, Parks schöne Stadt, überschaubar, vielseitig Fächerstadt Zoo, Stadtgarten Kultur, Museen, Ausgehmöglichkeiten, Gastronomie gute Einkaufsmöglichkeiten, Kaiserstraße, ECE-Center, Geschäfte Schloss, Schlossgarten, Botanischer Garten Baustellen, Staus, Chaos, Verkehrsprobleme, Umleitungen 2012 2016 1 Mehrfachnennungen waren möglich, daher Summe mehr als 100%. Basis: 1.079/916 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2012/2016 56 | REGIONSUMFRAGE 2016 Tabelle 5.1 SPONTANE ASSOZIATIONEN ZU KARLSRUHE NACH GESCHLECHT UND ALTER 1 männlichweiblich 18 bis 29 Jahre 30 bis 44 Jahre 45 bis 59 Jahre 60 bis unter 75 Jahre 75 Jahre und älter Baustellen, Staus, Chaos, Verkehrsprobleme, Umleitungen61,0%65,3%57,0%57,9%65,8%63,5%57,8%46,2% Schloss, Schlossgarten, Botanischer Garten38,2%34,7%41,5%42,1%36,5%36,1%40,4%35,9% gute Einkaufsmöglichkeiten, Kaiserstraße, ECE-Center, Geschäfte21,4%20,9%21,8%26,2%27,0%20,7%15,6%10,3% Kultur, Museen, Ausgehmöglichkeiten, Gastronomie12,3%11,9%12,7%15,9%15,8%11,2%9,3%5,1% Zoo, Stadtgarten10,7%10,6%10,8%9,0%14,9%10,2%8,0%12,8% Fächerstadt8,8%10,1%7,6%6,2%9,9%9,5%8,4%10,3% schöne Stadt, überschaubar, vielseitig7,5%7,9%7,2%9,0%6,3%7,0%7,1%15,4% viel Grün, Grünflächen, Parks6,6%7,2%5,9%4,8%6,8%9,5%4,4%2,6% KSC, Sport, Bäder6,4%9,7%3,4%8,3%6,3%7,0%5,8% --- laut, schmutzig, langweilig, unattraktiv6,0%6,8%5,3%4,8%3,6%7,7%5,8%12,8% Marktplatz, Pyramide5,0%5,6%4,4%7,6%4,1%4,6%4,0% --- Beamtenstadt4,5%5,9%3,2%2,1%4,1%6,7%4,0%2,6% Großstadt4,3%4,3%4,2%6,2%3,2%5,3%2,7%5,1% Studentenstadt3,4%4,1%2,8%6,2%2,7%3,2%2,2%5,1% (eigene) Arbeit, Arbeitsstelle, Ausbildung, Studium, Uni/KIT2,6%3,8%1,5%2,1%5,0%2,8%0,9% --- schlechte Parkmöglichkeiten, schlechte Erreichbarkeit2,3%2,5%2,1%2,8%2,3%3,2%1,3% --- Bundesgerichtshof, Bundesverfassungsgericht2,1%2,9%1,3%0,7%1,8%3,2%1,3%5,1% meine Heimatstadt, habe da gewohnt, Familie2,0%2,9%1,1% ---2,7%0,7%4,0%2,6% gutes Verkehrsnetz, guter ÖPNV1,7%2,7%0,8%1,4%2,7%1,8%1,3%0,0% Wirtschaftszentrum, TechnologieRegion1,1%1,4%0,8%0,7%0,9%1,1%1,3%2,6% Fahrradstadt1,1%2,0%0,2%1,4%1,4%1,1%0,9% --- angenehmes Arbeiten, Wohnen, Leben0,5%0,9%0,2%0,7%0,9%0,7% --- --- Sonstiges4,3%3,8%4,7%2,8%5,9%3,9%4,0%5,1% BEFRAGTE INSGESAMT91644447214522228522539 SPONTANE ASSOZIATIONEN BEFRAGTE INSGESAMT davondavon im Alter von 1 Mehrfachnennungen waren möglich, daher Summe mehr als 100%. Basis: 916 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2012/2016 AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 57 Tabelle 5.2 SPONTANE ASSOZIATIONEN ZU KARLSRUHE NACH TEILREGIONEN 1 Gemein- den des Nachbar- schafts- verbands Übriger Land- kreis Karlsruhe und Bad Herren- alb nörd- licher Enz kreis Land- kreis Rastatt nörd- licher Teil Land- kreis Rastatt süd- licher Teil und Baden- Baden Stadt Landau, VG Landau- Land übrige Süd- pfalz Wissem- bourg und übriger Canton Wissem- bourg Baustellen, Staus, Chaos, Verkehrsprobleme, Umleitungen61,0%73,0%72,9%53,5%44,2%44,2%30,9% 80,0%60,0% Schloss, Schlossgarten, Botanischer Garten38,2%40,2%36,8%33,8%27,4%39,2%38,2% 44,4%55,4% gute Einkaufsmöglichkeiten, Kaiserstraße, ECE-Center, Geschäfte21,4%13,2%20,2%33,8%23,9%16,7%29,1% 17,8%36,9% Kultur, Museen, Ausgehmöglichkeiten, Gastronomie12,3%7,4%10,9%25,4%12,4%5,8%3,6% 11,1%38,5% Zoo, Stadtgarten10,7%12,2%8,1%16,9%7,1%6,7%20,0%6,7%18,5% Fächerstadt8,8%13,2%5,8%4,2%3,5%17,5%5,5% 17,8%3,1% schöne Stadt, überschaubar, vielseitig7,5%6,3%8,1%7,0%7,1%3,3%12,7%2,2%16,9% viel Grün, Grünflächen, Parks6,6%10,6%6,6% ---2,7%1,7%5,5%4,4%20,0% KSC, Sport, Bäder6,4%3,7%8,5%18,3%6,2%2,5%9,1%2,2%1,5% laut, schmutzig, langweilig, unattraktiv6,0%6,3%12,0%1,4%1,8%3,3% ---6,7%3,1% Marktplatz, Pyramide5,0%1,6%6,2%4,2%0,9%0,8%5,5% ---29,2% Beamtenstadt4,5%10,6%2,3% ---0,9%4,2% --- 17,8%1,5% Großstadt4,3%1,1%3,1% ---4,4%11,7%3,6% 11,1%4,6% Studentenstadt3,4%4,2%3,5%5,6%3,5%5,0% --- --- --- (eigene) Arbeit, Arbeitsstelle, Ausbildung, Studium, Uni/KIT2,6%1,6%4,3%4,2%1,8% ---7,3% ---1,5% schlechte Parkmöglichkeiten, schlechte Erreichbarkeit2,3%0,5%6,2% --- ---0,8% --- ---4,6% Bundesgerichtshof, Bundesverfassungsgericht2,1%3,7%0,8%2,8%0,9%5,0% ---2,2% --- meine Heimatstadt, habe da gewohnt, Familie2,0%1,6%2,3%1,4%2,7%0,8%1,8%2,2%3,1% gutes Verkehrsnetz, guter ÖPNV1,7%2,6%2,7% ---1,8%0,8%1,8% --- --- Wirtschaftszentrum, TechnologieRegion1,1%1,6%1,2%2,8% ---0,8%1,8% --- --- Fahrradstadt1,1%1,6%2,3% ---0,9% --- --- --- --- angenehmes Arbeiten, Wohnen, Leben0,5%0,5%1,6% --- --- --- --- --- --- Sonstiges4,3%4,8%5,0%8,5%5,3%0,8%7,3% --- --- BEFRAGTE INSGESAMT91618925871113120554565 SPONTANE ASSOZIATIONEN BE- FRAGTE INS- GESAMT davon aus 1 Mehrfachnennungen waren möglich, daher Summe mehr als 100%. Basis: 916 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2016 58 | REGIONSUMFRAGE 2016 5.2 BESONDERHEITEN VON KARLSRUHE Bereits in der Regionsumfrage 2012 wurde ermittelt, welche Besonderheiten, Orte und Plätze in Karlsruhe die Regions- bevölkerung einem auswärtigen Besucher beziehungsweise einer auswärtigen Besucherin zeigen würde. Mit dieser Frage soll erhoben werden, welche Symbole und Wahrzeichen die Fächerstadt aus Sicht der Regionsbevölkerung kennzeichnen. Auch in der aktuellen Regionsumfrage wurde dieser Aspekt wieder in den Fragenkanon aufgenommen. Mit Nennungen von 76,5 % der Befragten stehen Schloss und Schlossgarten im Vordergrund (Abbildung 5.2). Sie stellen somit die Hauptattraktion dar. Darauf folgt mit einem Anteil von 37,1 % ein Besuch der Innenstadt sowie der dort gelegenen Einkaufsgebiete Kaiserstraße, ECE-Center und Postgalerie. Jeweils mehr als zehn Prozent der Regions- bevölkerung würden Besucherinnen und Besuchern von auswärts den Zoo beziehungsweise Stadtgarten (27,3 %), Museen (18,1 %),den Markplatz und die Pyramide (14,8 %) sowie das ZKM (14,8 %) zeigen. Im Vergleich zur Erhebung aus dem Jahr 2012 zeigt sich ein leichter Bedeutungsverlust von Schloss und Schlossgarten um 7,7 Prozentpunkte. Wie aus Tabelle 5.3 hervorgeht, zeichnen sich nur geringe alters- und geschlechtsspezifi sche Unterschiede bei der Beschreibung der Karlsruher Attraktionen ab. So nennen Befragte der jüngsten Altersgruppe (18 bis unter 29 Jahre) etwas seltener Schloss und Schlossgarten (67,3 %) und etwas häufi ger Theater, Konzerte (11,2 %). Befragte im Alter von 30 bis 44 Jahren, insbesondere mit Kindern im Haushalt, würden auswärtigen Besucherinnen und Besuchern überdurchschnittlich häufi g den Zoo bzw. den Stadtgarten (32,9 %) zeigen. Von der Regionsbevölkerung im Alter von 75 Jahren und älter werden Innenstadt, Kaiserstraße, ECE-Center und Postgalerie (31,8 %) und ZKM (9,1 %) etwas seltener genannt. AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 59 Abbildung 5.2 BESONDERHEITEN VON KARLSRUHE 2012 UND 2016 1) Was würden Sie einem auswärtigen Besucher in der Stadt unbedingt zeigen, wenn er Karlsruhe richtig kennen lernen soll – also welche Besonderheiten, welche Orte oder Plätze? 2,4% 1,4% 1,5% 2,7% 2,9% 3,2% 3,2% 3,5% 3,8% 3,8% 3,9% 4,8% 5,1% 5,1% 8,1% 14,8% 14,8% 18,1% 27,3% 37,1% 76,5% 2,4% 1,0% 1,2% 4,0% 1,0% 1,8% 4,9% 3,0% 1,0% 9,6% 1,7% 4,2% 1,1% 6,9% 7,8% 12,1% 18,3% 19,2% 29,0% 34,7% 84,2% 0%20%40%60%80%100% Sonstiges Umgebung Karlsruhes, andere Städte Universität, KIT, Campus einzelne Stadtteile (z.B. Durlach) Bäder Majolika Fächergrundriss, Architektur, einzelne Plätze und Gebäude KSC/Stadion Rhein(ufer) Bundesgerichtshof, Bundesverfassungsgericht Grünflächen, Günther-Klotz-Anlage Turmberg in Durlach Natur um Karlsruhe Ausgehmöglichkeiten, Nachtleben, Gastronomie Theater, Konzerte ZKM Marktplatz, Pyramide Museen Zoo/Stadtgarten Innenstadt, Kaiserstraße, ECE, Postgalerie Schloss, Schlossgarten 2012 2016 1) Mehrfachnennungen waren möglich, daher Summe mehr als 100%. Basis: 1.051/663 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2012/2016 60 | REGIONSUMFRAGE 2016 Tabelle 5.3 BESONDERHEITEN VON KARLSRUHE NACH GESCHLECHT UND ALTER 1 männlichweiblich 18 bis 29 Jahre 30 bis 44 Jahre 45 bis 59 Jahre 60 bis unter 75 Jahre 75 Jahre und älter Schloss, Schlossgarten76,5%72,3%80,7%67,3%72,3%80,3%82,4%77,3% Innenstadt, Kaiserstraße, ECE, Postgalerie37,1%39,8%34,4%38,3%39,3%33,7%39,2%31,8% Zoo/Stadtgarten27,3%28,6%26,0%22,4%32,9%27,9%23,5%27,3% Museen18,1%19,6%16,6%14,0%22,5%17,8%15,7%22,7% Marktplatz, Pyramide14,8%16,0%13,6%13,1%16,2%17,3%11,1%13,6% ZKM14,8%16,6%13,0%17,8%15,0%13,9%14,4%9,1% Bundesgerichtshof, Bundesverfassungsgericht8,1%8,1%8,2%10,3%7,5%11,1%3,3%9,1% Theater, Konzerte5,1%6,6%3,6%11,2%4,0%4,8%2,6%4,5% Ausgehmöglichkeiten, Nachtleben, Gastronomie5,1%6,6%3,6%5,6%7,5%4,8%3,3% --- Fächergrundriss, Architektur, einzelne Plätze und Gebäude4,8%7,8%1,8%1,9%3,5%6,3%6,5%4,5% Turmberg in Durlach3,9%3,0%4,8%3,7%2,9%5,8%2,6%4,5% einzelne Stadtteile (zum Beispiel Durlach)3,8%4,2%3,3%2,8%2,9%3,8%4,6%9,1% KSC/Stadion3,8%5,1%2,4%3,7%5,2%2,9%2,6%9,1% Majolika3,5%3,9%3,0%2,8%4,6%4,3%2,0% --- Grünflächen, Günther-Klotz-Anlage3,2%3,6%2,7%5,6%1,7%1,9%5,2% --- Universität, KIT, Campus3,2%2,1%4,2%3,7%3,5%2,9%3,3% --- Natur um Karlsruhe2,9%3,3%2,4%2,8%2,9%3,8%2,0% --- Bäder2,7%3,3%2,1%2,8% ---4,3%3,9% --- Rhein(ufer)1,5%2,4%0,6%1,9%0,6%2,4%1,3% --- Umgebung Karlsruhes, andere Städte1,4%2,1%0,6%0,9%0,6%2,9%0,7% --- Sonstiges2,4%1,5%3,3%1,9%1,2%2,9%3,9% --- BEFRAGTE INSGESAMT66333233110717320815322 BESONDERHEITEN VON KARLSRUHE BEFRAGTE INSGESAMT davondavon im Alter von 1 Mehrfachnennungen waren möglich, daher Summe mehr als 100%. Basis: 663 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2012/2016 AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 61 5.3 KARLSRUHES VOR- UND NACHTEILE Auf die Frage, was ihnen an Karlsruhe besonders gut gefällt, nennt etwa die Hälfte der Einwohnerinnen und Einwohner aus dem Umland (47,1 %) Schloss und Schlosspark. Nahezu gleich viele Befragte (44,4 %) geben an, dass sie in den guten Einkaufsmöglichkeiten der Fächerstadt einen Vorzug sehen. Etwa jede beziehungsweise jeder Fünfte (21,7 %) sieht im kulturellen Angebot einen besonderen Vorteil der Fächerstadt. Zoo beziehungsweise Stadtgarten zählen nach Ansicht von 18,6 % der Regionsbevölkerung zu den Vorzügen Karlsruhes. Mit Innenstadt, Plätze, Fächerstadt und Gebäuden betonen 14,8 % bei der Beantwortung der Frage architektonische und städtebauliche Aspekte. Jeweils etwas mehr als jedem beziehungsweise jeder Zehnten gefallen die Übersichtlichkeit und kurze Wege in der Stadt (11,2 %) sowie das viele Grün (10,5 %). Die Anteile weiterer genannter Vorzüge liegen bei jeweils unter zehn Prozent. Im Zeitvergleich wird deutlich, dass die Regionsbevölkerung insbesondere Schloss und Schlosspark, das kulturelle Angebot sowie den Zoo beziehungsweise Stadtgarten zunehmend zu schätzen weiß und diese vermehrt als Vorzüge Karlsruhes wahrnimmt. Neben den Vorzügen des Oberzentrums werden in der Regionsumfrage auch regelmäßig die Nachteile Karlsruhes aus Sicht der Regionsbevölkerung erhoben. Wie bereits im Rahmen anderer Fragestellungen deutlich wurde, sind aus Sicht der Einwohnerinnen und Einwohner im Karlsruher Umland Baustellen, Umleitungen, die Verkehrssituation und Stau der größte Nachteil: 81 % nennen diesen Aspekt als Antwort auf die Frage was ihnen an Karlsruhe weniger gut gefällt (Abbildung 5.4). Jeweils ein Fünftel bemängelt fehlende Parkplätze, hohe Parkgebühren (20,3 %) sowie Hektik, Stress, Schmutz und zu viele Menschen (18 %). Kritik am ÖPNV üben 10,2 %. Weitere Kritikpunkte werden von relativ wenigen Befragten genannt. Der Zeitvergleich legt offen, dass ausgehend von der Regionsumfrage 2003 die auf Baustellen, Umleitungen, Verkehrssituation und Stau bezogene Kritik stark zugenommen hat. Auch Parksituation sowie Hektik, Stress, Schmutz und zu viele Menschen werden häufi ger als Nachteile der Fächerstadt empfunden. Der Zeitvergleich zeigt außerdem, dass der Anteil derjenigen, die keine Kritik äußern, zurückgegangen ist: Ausgehend von etwas über 40 % im Jahr 2003 ist ihr Anteil auf 8,5 % gesunken. Die Auswertungen der Vor- und Nachteile Karlsruhes nach demografi schen Gesichtspunkten und Teilregionen legen nur geringe Unterschiede im gruppenspezifi schen Antwortverhalten offen. Deshalb werden diese hier nicht aufgeführt. 62 | REGIONSUMFRAGE 2016 Abbildung 5.3 KARLSRUHES VORZÜGE AUS SICHT DER REGION 2003, 2009, 2012 UND 2016 1) Was gefällt Ihnen an Karlsruhe besonders gut? 8,0% 5,4% 2,0% 2,6% 2,6% 2,7% 2,7% 2,8% 2,8% 2,8% 3,8% 4,1% 9,5% 10,5% 11,2% 14,8% 18,6% 21,7% 44,4% 47,1% 0%20%40%60% Sonstiges fällt mir nichts ein, nichts, keine Angabe gute Stadtbahnverbindung, öffentliche Verkehrsmittel schöne Umgebung, Lage, Landschaft KSC, Stadion, Bäder, Sport Infrastruktur, Ärzte, Banken etc. diverse Stadtteile Uni, Studentenstadt, Schulen die Menschen, die Mentalität, nette Leute, Vielfalt an Menschen schöne Stadt zentrale Lage, gut erreichbar Flair, angenehme, saubere Stadt Freizeitangebote, Gastronomie, Feste, Weihnachtsmarkt viel Grün, Grünflächen, Parks gute Stadtgröße, übersichtlich, alles vor Ort, kurze Wege Innenstadt, Plätze, Fächerstadt, Gebäude Zoo, Stadtgarten kulturelles Angebot (Kinos, Museen, Messen, ZKM, Theater...) gute Einkaufsmöglichkeiten, Ettlinger Tor, Kaiserstraße Schloss, Schlosspark 2003 2009 2012 2016 1 Mehrfachnennungen waren möglich, daher Summe mehr als 100%. Basis: 1.060/1.108/1.110/705 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2003/2009/2012/2016 AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 63 Abbildung 5.4 KARLSRUHES NACHTEILE AUS SICHT DER REGION 2003, 2009, 2012 UND 2016 1) Was gefällt Ihnen an Karlsruhe weniger gut? 4,1% 8,5% 0,4% 0,9% 1,0% 1,0% 1,1% 1,4% 2,0% 2,7% 2,7% 3,3% 3,4% 4,0% 5,1% 10,2% 18,0% 20,3% 81,0% 0%20%40%60%80%100% Sonstiges fällt mir nichts ein, nichts, keine Angabe KSC, Stadionumbau Unzufriedenheit mit Entscheidungen der Politik Wohnungssituation, Mietpreise Bahnhof, Bahnhofsvorplatz unfreundliche Menschen, unpersönlich wenig Freizeit-, Ausgehmöglichkeiten, kulturelles Angebot Bau der U-Strab (nicht erwünscht) unsicher, komisches Publikum keine schöne Stadt, wenig Flair Innenstadt, Fußgängerzone, allgemein zu wenig Grün, zu wenig Ruhezonen Einkaufsmöglichkeiten schlecht, keine Fachgeschäfte, zu viele Ketten Straßenbahn stört in der Innenstadt, ist gefährlich schlechte ÖPNV-Verbindung, Verspätungen, Fahrpreise Hektik/Stress/Schmutz, zu viele Menschen zu wenig Parkplätze, hohe Parkgebühren Baustellen, Umleitungen, Verkehrssituation, Stau 2003 2009 2012 2016 1 Mehrfachnennungen waren möglich, daher Summe mehr als 100%. Basis: 1.060/1.108/1.100/705 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2003/2009/2012/2016 64 | REGIONSUMFRAGE 2016 5.4 BEURTEILUNG DER ATTRAKTIVITÄT ALS GROSSSTADT Die Frage, ob sie Karlsruhe als eine attraktive Großstadt sehen, beantworten 57,1 % der Regionsbevölkerung mit ja (Abbildung 5.5). Für ein Fünftel (20 %) ist die Fächerstadt „teils-teils“ als attraktive Großstadt anzusehen. Etwa jede beziehungsweise jeder Zehnte (9,8 %) ist der Auffassung, dass Karlsruhe keine attraktive Großstadt ist und noch etwas fehlt. Ein etwas höherer Anteil der Befragten (11,4 %) gibt an, dass sie Karlsruhe nicht als Großstadt sehen. Im Vergleich zu den Regionsumfragen der Jahre 2003 (74,6 %) und 2012 (71,1 %) hat der Anteil derjenigen, die Karlsruhe als attraktive Großstadt sehen, abgenommen. Dementsprechend ist vor allem der Prozentsatz derjenigen, die Karlsruhe nur teils-teils als attraktive Großstadt einschätzen, gestiegen. Diejenigen, die die Fächerstadt nur teils-teils oder nicht als (attraktive) Großstadt sehen, wurden gefragt, was aus ihrer Sicht geboten werden müsste, damit Karlsruhe eine attraktive Großstadt wird (Abbildung 5.5). Auch bei der Beantwortung dieser Frage steht die aktuelle Bautätigkeit im Vordergrund: So fordert deutlich über die Hälfte der Befragten (55,8 %) ein Ende der Baustellen. An zweiter Stelle folgt mit einem Anteil von 29,2 % mehr Flair/Atmosphäre und ruhigere Plätze. Eine attraktivere Fußgängerzone und Innenstadt nennen 18,3 % der Befragten. Jeweils etwas mehr als 17 % sind der Auffassung, Karlsruhe benötige mehr Grün (17,5 %), mehr Sauberkeit (17,2 %) und/oder eine Verbesserung der Parksituation (16,9 %), um eine attraktive Großstadt zu sein. Ein Sechstel der Regionsbevölkerung (16,4 %) sieht Karlsruhe aufgrund der Stadtgröße nicht als Großstadt. Weitere Punkte, die von jeweils mehr als zehn Prozent der Befragten genannt werden, sind attraktivere Geschäfte, bessere Einkaufsmöglichkeiten (16,4 %), bessere Verkehrsregelung, weniger Stau/Verkehr (14,2 %) sowie mehr (Straßen-) Cafés, bessere Gastronomie (11,4 %). Im Zeitvergleich zeigt sich, dass der Anteil derjenigen, die eine Beendigung der Baustellen fordern, deutlich zugenommen hat: Während er in der Regionsumfrage 2012 noch bei 6,3 % lag, hat er sich in der aktuellen Umfrage nahezu verneunfacht (55,8 %). Um mehr als zehn Prozentpunkte – ausgehend vom Umfragejahr 2012 – haben sich auch die Forderungen nach einer attraktiveren Fußgängerzone beziehungsweise Innenstadt, mehr Grün, mehr Sauberkeit, einer verbesserten Parksituation günstigeren Parkmöglichkeiten sowie einer verbesserten Verkehrsregelung erhöht. Abbildung 5.5 KARLSRUHES VORZÜGE AUS SICHT DER REGION 2003, 2009, 2012 UND 2016 1) Ist Karlsruhe für Sie eine attraktive Großstadt, oder fehlt da aus Ihrer Sicht insgesamt noch etwas? 1,7% 11,4% 9,8% 20,0% 57,1% 0,7% 4,7% 11,1% 12,4% 71,1% 2,2% 6,5% 10,0% 6,7% 74,6% 6,3% 1,8% 8,5% 23,5% 59,9% 0%20%40%60%80% kenne Karlsruhe kaum sehe Karlsruhe nicht als Großstadt nein, keine attraktive Großstadt, es fehlt noch etwas teils-teils ja, ist aus meiner Sicht attraktiv 2000 2003 2012 2016 Basis: 1.056/1.023/1.074/923 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2000/2003/2012/2016 AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 65 Abbildung 5.6 VERBESSERUNGSVORSCHLÄGE FÜR KARLSRUHE ALS ATTRAKTIVE GROSSSTADT 2003, 2012 UND 2016 1) Was fehlt aus Ihrer Sicht, was muss noch geboten werden, damit Karlsruhe eine attraktive Großstadt wird? 2,2% 1,9% 1,9% 2,5% 3,1% 4,2% 6,4% 6,9% 7,2% 8,6% 11,4% 14,2% 16,4% 16,4% 16,9% 17,2% 17,5% 18,3% 29,2% 55,8% 3,6% 2,8% 5,2% 4,4% 2,8% 4,8% 1,6% 5,2% 1,6% 11,5% 7,9% 3,2% 13,9% 16,3% 1,2% 2,0% 7,1% 7,5% 31,3% 6,3% 16,8% 3,8% 3,1% 1,0% 14,9% 14,9% 12,5% 24,5% 1,9% 4,8% 3,1% 18,8% 0%20%40%60% Sonstiges mehr junge Leute, frischer, jünger Architektur, (historische) Gebäude, Sehenswürdigkeiten besserer KSC, Stadion(umbau) zu viele Straßenbahnen in der Fußgängerzone Mentalität, offenere und freundlichere Menschen bessere ÖPNV-Verbindungen zu groß/laut/hektisch, mag Großstädte nicht mehr Sicherheit, weniger komische Leute mehr Kultur, mehr Veranstaltungen, Leben mehr (Straßen)Cafés, bessere Gastronomie bessere Verkehrsregelung, weniger Stau/Verkehr attraktivere Geschäfte, bessere Einkaufsmöglichkeiten zu klein, keine Großstadt verbesserte Parksituation, günstigere Parkgebühren mehr Sauberkeit mehr Grün attraktivere Fußgängerzone, Innenstadt mehr Flair/Atmosphäre, ruhigere Plätze Baustellen beenden 2003 2012 2016 1 Mehrfachnennungen waren möglich, daher Summe mehr als 100%. Basis: 208/252/360 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2003/2012/2016 66 | REGIONSUMFRAGE 2016 AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 67 6. BESUCH ANDERER MITTEL- UND OBERZENTREN 68 | REGIONSUMFRAGE 2016 Neben Karlsruhe besucht ein Großteil der Regionsbevölkerung auch andere Ober- und Mittelzentren. Welche dies sind und was genau die Einwohnerinnen und Einwohner aus der Region dort unternehmen, wurde erstmals in der Regionsumfrage 2009 erhoben. Gerade vor dem Hintergrund abnehmender Besucherzahlen aus der Region in Karlsruhe sowie zunehmender Beschwerden über die Bautätigkeiten in der Fächerstadt ist diese Fragestellung besonders relevant, da sie auch Aufschluss über eventuelle Ausweichreaktionen der Regionsbevölkerung geben kann. Insgesamt geben 77,2 % der Befragten aus der Region an, dass sie auch andere Städte regelmäßig aufsuchen, um dort Erledigungen zu machen oder sich dort aufzuhalten. An erster Stelle der regelmäßig besuchten Städte steht Baden- Baden (Tabelle 6.1). Das Mittelzentrum wird etwa von einem Viertel (23,8 %) derjenigen, die regelmäßig andere Städte besuchen, genannt. Darauf folgt Rastatt mit einem Anteil von 15,7 %. Das Oberzentrum Mannheim besuchen 13 % der Regionsbevölkerung regelmäßig. Jede beziehungsweise jeder Achte fährt regelmäßig nach Pforzheim (12,7 %) und/oder Bruchsal (12,2 %). Landau (10,6 %), Ettlingen (10,5 %) und Heidelberg (9,9 %) sind jeweils für etwa zehn Prozent der Regionsbevölkerung Ziele regelmäßiger Stadtbesuche. Die Landeshauptstadt Stuttgart wird von 7,9 % regelmäßig besucht. Alle anderen Städte werden jeweils von deutlich unter fünf Prozent der Befragten genannt. AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 69 Abbildung 6.1 ANDERE STÄDTE, DIE REGELMÄSSIG BESUCHT WERDEN 2009, 2012 UND 2016 1 Gibt es eine andere Stadt/Städte, die Sie regelmäßig aufsuchen, um Einkäufe oder Erledigungen dort zu machen oder um sich dort aufzuhalten? Im Zeitvergleich wird deutlich, dass insbesondere die Mittelzentren Baden-Baden und Rastatt für die Regions- bevölkerung an Bedeutung gewonnen haben. So steigt der Anteil der Nennungen von Baden-Baden von 18,4 % im Jahr 2009 um etwas mehr als fünf Prozentpunkte auf aktuell 23,8 %. Eine noch deutlichere Zunahme um 7,3 Prozentpunkte von 2009 auf 2016 ist für Rastatt (2009: 8,4 %, 2016: 15,7 %) feststellbar. Auch das Mittelzentrum Ettlingen wird im Zeitablauf häufi ger besucht (2009: 6,9 %, 2016: 10,5 %). Die steigende Anzahl der Nennungen von Pforzheim ist dagegen nicht auf eine Änderung des Besuchsverhaltens zurückzuführen, sondern vielmehr auf die Erweiterung des Befragungsgebiets um den nördlichen Enzkreis. Die Auswertung des Besuchsverhaltens anderer Mittel- und Oberzentren nach Teilräumen legt deutliche Unterschiede offen (Tabelle 6.2). Grundsätzlich sind diese stark durch die räumliche Nähe zu den jeweiligen Städten geprägt. Etwa die Hälfte (46,6 %) der Regionsbevölkerung aus Gemeinden des Nachbarschaftsverbands besucht regelmäßig Ettlingen. Jeweils etwa ein Viertel der Einwohnerinnen und Einwohner des übrigen Landkreises Karlsruhe und aus Bad Herrenalb fährt regelmäßig nach Bruchsal (28,3 %) und Heidelberg (23 %). Die Bevölkerung des nördlichen Enzkreises besucht überdurchschnittlich häufi g Pforzheim (84,4 %) und Stuttgart (23,4 %). Rastatt (75,2 %) und Baden-Baden (38,9 %) werden vor allem von Personen aus dem nördlichen Landkreis Rastatt besucht. Etwa drei Viertel (72,2 %) der Einwohnerinnen und Einwohner aus der südlichen Teilregion (südlicher Landkreis Rastatt, Baden-Baden) besuchen regelmäßig Baden-Baden. Der Besucherschwerpunkt der Bevölkerung in der Südpfalz ist Landau. Die Regionsbevölkerung aus Landau und der Verbandsgemeinde Landau-Land besucht außerdem überdurchschnittlich häufi g Mannheim (36,4 %). Einwohnerinnen und Einwohner des Cantons Wissembourg fahren relativ oft nach Baden-Baden (34 %) und Rastatt (28 %). ANDERE STÄDTE200920122016 Baden-Baden18,4%21,8%23,8% Rastatt8,4%7,1%15,7% Mannheim20,4%20,3%13,0% Pforzheim6,6%5,7%12,7% Bruchsal11,8%9,4%12,2% Landau14,4%11,6%10,6% Ettlingen6,9%5,9%10,5% Heidelberg16,7%16,9%9,9% Stuttgart8,1%10,9%7,9% Freiburg7,0%4,6%3,1% Speyer4,8%4,7%2,3% Gaggenau0,9%1,6%1,7% Bretten3,3%2,2%1,6% Straßburg3,4%1,1%0,8% München3,1%2,9%0,7% Berlin2,6%1,7%0,6% Bühl4,4%1,8%0,4% Frankfurt2,3%2,4%0,4% Ludwigshafen0,1%1,5%0,4% Heilbronn1,9%1,6%0,3% Offenburg2,0%0,9%0,3% Neustadt1,6%2,5%0,1% Hamburg2,3%1,1% --- Sonstiges15,7%10,3%4,5% BEFRAGTE INSGESAMT798758707 1 Mehrfachnennungen waren möglich, daher Summe mehr als 100%. Basis: 798/758/707 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage2009/2012/2016 70 | REGIONSUMFRAGE 2016 Abbildung 6.2 ANDERE STÄDTE, DIE REGELMÄSSIG BESUCHT WERDEN, NACH TEILRÄUMEN 1 Gibt es eine andere Stadt/Städte, die Sie regelmäßig aufsuchen, um Einkäufe oder Erledigungen dort zu machen oder um sich dort aufzuhalten? Ein Zeitvergleich des Besuchsverhaltens anderer Städte auf teilräumlicher Ebene zeigt, dass sich dieses seit dem Jahr 2012 stark verändert hat. Insgesamt werden die Mittelzentren in der Region – Ettlingen, Bruchsal, Rastatt und Baden-Baden – häufi ger besucht. So fahren deutlich mehr Bewohnerinnen und Bewohner des Nachbarschaftsverbands regelmäßig nach Ettlingen (2012: 25,2 %; 2016: 46,6 %). Die Regionsbevölkerung des übrigen Landkreises Karlsruhe plus Bad Herrenalb besucht häufi ger Bruchsal (2012: 20,7 %; 2016: 28,3 %) und nennt seltener Heidelberg (2012: 37,6 %; 2016: 23 %) sowie Mannheim (2012: 32,1 %; 2016:15,2 %) als regelmäßig besuchte Städte. Die Bevölkerung des nördlichen Landkreises Rastatt besucht deutlich häufi ger Rastatt (2012: 33,7 %; 2016: 75,2 %) und die Bevölkerung des südlichen Landkreises Rastatt sowie aus Baden-Baden fährt häufi ger nach Baden-Baden (2012: 51,6 %, 2016: 72,2 %). In Tabelle 6.3 sind die Gründe für den Besuch anderer Städte dargestellt. Neben Einzelhandelsangebot, räumlicher Nähe und persönlichen Verbindungen spielen auch touristische Gemeinden des Nachbar- schafts- verbands übriger Landkreis Karlsruhe und Bad Herrenalb nördlicher Enzkreis Landkreis Rastatt nördlicher Teil Landkreis Rastatt südlicher Teil und Baden-Baden Stadt Landau, VG Landau- Land übrige Südpfalz Wissembourg und übriger Canton Wissembourg Baden-Baden23,8%5,2%14,7%10,9%38,5%72,2%1,8%6,3%34,0% Rastatt15,7%1,7%3,1% ---75,2%5,6%3,6% ---28,0% Mannheim13,0%11,2%15,2%1,6%5,5%23,3%36,4%6,3% --- Pforzheim12,7%6,0%13,1%84,4% --- ---3,6%3,1%2,0% Bruchsal12,2%12,9%28,3%3,1%1,8%4,4%12,7%3,1%2,0% Landau10,6%3,4%3,1% --- ---2,2%65,5%59,4%16,0% Ettlingen10,5%46,6%3,1%1,6%2,8%4,4% --- ---12,0% Heidelberg9,9%7,8%23,0%4,7%3,7%2,2%9,1%9,4% --- Stuttgart7,9%11,2%5,8%23,4%1,8%7,8% ---15,6%6,0% Freiburg3,1%1,7%6,3% ---2,8% ---1,8% ---8,0% BEFRAGTE INSGESAMT7071161916410990553250 ZEHN MEISTGENANNTE ANDERE STÄDTE BEFRAGTE INS- GESAMT davon aus 1 Mehrfachnennungen waren möglich, daher Summe mehr als 100%. Basis: 707 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2016 AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 71 Abbildung 6.3 DIE WICHTIGSTEN GRÜNDE FÜR DEN BESUCH DER AM HÄUFIGSTEN GENANNTEN ANDEREN STÄDTE 1 Warum suchen Sie Stadt ... auf? Motive eine Rolle. Die meistgenannten Gründe für den Besuch anderer Städte sind Einkaufen/Shoppen (21,6 %) und räumliche Nähe bzw. deren gute Erreichbarkeit (21,1 %). An dritter Stelle folgt mit 17 % der Nennungen der Besuch von Familie, Freunden oder Bekannten. 14,3 % der Befragten geben an, dass es sich bei der regelmäßig besuchten anderen Stadt um ihren Wohnort handelt. Gute beziehungsweise bessere Einkaufsmöglichkeiten bescheinigen 13,4 % den jeweils genannten Städten. Ein Zehntel der Regionsbevölkerung (10 %) besucht regelmäßig andere Städte, um deren Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Alle anderen Gründe werden von jeweils weniger als zehn Prozent der Befragten genannt. Die stadtspezifi sche Auswertung des Antwortverhaltens legt individuelle Vorzüge der einzelnen Städte offen. Beispielsweise werden Rastatt, Pforzheim, Bruchsal und Landau besonders häufi g besucht, weil sie gut erreichbar sind beziehungsweise weil es sich um die Wohnorte der Befragten handelt. Das weiter entfernte Freiburg besucht die Regionsbevölkerung primär aufgrund persönlicher Verbindungen (40,9 %). Eine gute Auswahl an Geschäften und (bessere) Einkaufsmöglichkeiten sind besonders häufi g Gründe für regelmäßige Besuche von Mannheim (25 %) und Stuttgart (26,8 %). Baden- Baden Landau Mann- heim Rastatt Pforz- heim Bruchsal Heidel- berg Ettlingen Stuttgart Freiburg einkaufen/shoppen21,6% 17,3% 16,0% 16,3% 20,7% 26,7% 14,0%18,6%18,6% 19,6%4,5% Entfernung/in der Nähe/gute Erreichbarkeit21,1%9,5% 17,3% 12,0% 35,1% 38,9% 20,9%10,0%10,0% --- --- Familie/Freunde/Bekannte besuchen17,0% 16,1% 6,7% 10,9% 7,2% 16,7%8,1%2,9%2,9% 12,5%40,9% Wohnort14,3%5,4% 34,7% --- 16,2% --- 27,9% --- --- --- --- (bessere)Einkaufsmöglichkeiten/Auswahl an Geschäften13,4% 10,7% 1,3% 25,0% 6,3% 12,2%9,3%2,9%2,9% 26,8% --- Stadt besichtigen/Sehenswürdigkeiten/Sightseeing10,0% 10,7% 5,3%4,3% 12,6% ---7,0%17,1%17,1%8,9%9,1% Atmosphäre (ruhig, gepflegt, macht Spaß...)8,9%8,9% 2,7%5,4% 3,6%7,8%9,3%15,7%15,7%7,1%18,2% schöne Stadt/(Gegend) gefällt mir8,6% 11,3% 2,7%7,6% 4,5%1,1%7,0%12,9%12,9%3,6% --- Arbeitsplatz/Studium6,6%1,8% ---5,4% 4,5%8,9%2,3%4,3%4,3%7,1% --- bummeln/spazieren gehen6,2%4,8% 8,0%3,3% 5,4%1,1%8,1%10,0%10,0%5,4% --- Ausflug/Wandern/Natur/Schwarzwald4,2%6,0% 2,7%1,1% 1,8% ---2,3%5,7%5,7%5,4%13,6% Kultur (Museum, Veranstaltungen, Konzert...)3,4%3,0% 1,3%8,7% ---3,3% ---4,3%4,3%5,4%4,5% Größe der Stadt/Struktur2,4%0,6% 4,0%1,1% --- ---2,3%2,9%2,9%3,6%4,5% Arzt, Behörden etc.1,6%0,6% ---3,3% 2,7%3,3%1,2%1,4%1,4% --- --- zur Abwechslung/mal was anderes sehen1,1%0,6% 1,3%6,5% --- --- --- --- --- ---4,5% ausgehen/weggehen/Nachtleben1,0% --- --- --- ---2,2% --- --- ---5,4% --- Sonstiges6,2%5,4% 4,0%3,3% 1,8%7,8%1,2%8,6%8,6%5,4%9,1% Keine Angabe8,1%5,4% 8,0%5,4% 3,6%4,4%5,8%7,1%7,1% 10,7%4,5% BEFRAGTE INSGESAMT7071687592111908670745622 ANDERE STÄDTE BE- FRAGTE INS- GESAMT Zehn meistgenannte andere Städte 1 Mehrfachnennungen waren möglich, daher Summe mehr als 100%. Basis: 707 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2016

  • Regionsumfrage_2016
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    Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister BESCHLUSSVORLAGE Vorlage Nr.: 2016/0557 Verantwortlich: Dez.2 Karlsruhe aus Sicht der Region – Regionsumfrage 2016 Beratungsfolge dieser Vorlage Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis Gemeinderat 25.10.2016 1 x Beschlussantrag Der Gemeinderat nimmt die Ergebnisse der Regionsumfrage 2016 zur Kenntnis und beauftragt die Verwaltung, durch ein verstärktes Marketing in der Region und die Erarbeitung eines Innen- stadtkonzepts die Zukunftsfähigkeit der Karlsruher City zu verbessern. Finanzielle Auswirkungen (bitte ankreuzen) X nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Haushaltsmittel stehen Wählen Sie ein Element aus. Kontierungsobjekt: Wählen Sie ein Element aus. Kontenart: Ergänzende Erläuterungen: ISEK-Karlsruhe-2020-relevant nein X ja Handlungsfeld: Zukunft Innenstadt und öffentl. Raum Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) X nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften X nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Seit 1997 führt die Stadt Karlsruhe im Drei-Jahresrhythmus Umfragen in der Region Karlsruhe durch. Ziel dieser Umfragen ist es, die Attraktivität Karlsruhes als Oberzentrum und Einzelhan- delsstandort aus Sicht der ca. 1,5 Mio. Einwohnerinnen und Einwohnern des Einzugsgebiets rechts und links des Rheins zu ermitteln. Wenn auch die Beurteilung der Fächerstadt über die Jahre immer leichten Schwankungen unterworfen war, hat sich, nach einer über fünfzehnjähri- gen Phase fortgesetzt positiv geprägter Einschätzungen, die Stimmung in der Region einge- trübt. Als wesentliche Ursache sind die Baustellen der Kombilösung zu nennen, die sich einmal in einer als erschwert empfundenen Erreichbarkeit (Straße und ÖPNV) auswirken und die zum anderen die Attraktivität der City in den Augen der Regionsbevölkerung einschränken. Dennoch wird das Einkaufserlebnis an sich sehr positiv bewertet und die Events rund um das Schloss und zur Weihnachtszeit sind Attraktionen. Als Hauptkonsequenz dieser Wahrnehmung zeigt sich in der Regionsumfrage 2016, dass die Besuchshäufigkeit Karlsruhes unter den Befragten – vor allem bei den häufigen Besucherinnen und Besuchern – deutlich abgenommen hat. Kamen 2012 noch 17,6 % der Regionsbevölke- rung täglich oder mehrmals pro Woche nach Karlsruhe, waren es 2016 nur noch 12,4 %. Ähn- liches gilt für Besuche einmal pro Woche (2012: 10,1 %; 2016: 6,7 %). Stark zugenommen hat der Anteil derjenigen, die angaben, in den letzten 12 Monaten überhaupt nicht nach Karlsruhe gefahren zu sein (2012: 0 %; 2016: 26 %). Insgesamt kommen 45 % der Befragten einmal im Monat oder häufiger nach Karlsruhe, wäh- rend 2012 noch 62 % dies angaben. Nach Teilräumen zeigt sich, dass dieser Anteil unter den Bewohnerinnen und Bewohnern im Nachbarschaftsverband, im nördlichen Landkreis Karlsruhe sowie im Canton Wissembourg über der 50 %-Marke liegt. Aus dem südlichen Landkreis Ras- tatt mit Baden-Baden kommen dagegen nur zwischen 10 % und 20 % der Befragten einmal monatlich oder häufiger nach Karlsruhe. Die gewachsene Attraktivität der Städte Baden-Baden und Rastatt ist hier deutlich abzulesen. Bei den für die Fahrten nach Karlsruhe genutzten Verkehrsmitteln hat der öffentliche Verkehr spürbar Anteile verloren (2012: 38,2 %; 2016: 31,2 %). Die Bautätigkeit in der Innenstadt so- wie die Fahrpersonalprobleme der AVG belasten offenbar die wahrgenommene Bedienungs- qualität des Regionalverkehrs nicht unerheblich. In der Folge stieg der PKW-Anteil von 60,8 % (2012) auf 66 % (2016) deutlich an. Dennoch ist die Attraktivität von Karlsruhe als Einkaufsstadt weiterhin sehr hoch: Einkaufen in der Fußgängerzone mit Postgalerie (79,9 %) sowie im Einkaufscenter Ettlinger Tor (ECE) (78 %) bilden auch 2016 die Hauptanlässe, nach Karlsruhe zu kommen. Dicht dahinter folgt der Besuch von Schloss und Schlossgarten (73,6 %), der Weihnachtsstadt (69,4 %), Essen gehen, Kneipen- besuch (61 %) und Zoo/Stadtgarten (59,3 %). Zugenommen hat das Einkaufen in Märkten au- ßerhalb der Innenstadt (50,5 %), der Besuch von Events im Stadtzentrum (300. Stadtgeburtstag 2015) (44,3 %) sowie der Zuspruch zur Karlsruher Mess‘ (36,3 %) und zum Europabad (32,7 %). Erfreulich ist außerdem, dass das Einkaufserlebnis in der Karlsruher City immer stärker wahrge- nommen wird und in den letzten zehn Jahren noch nie so positiv beurteilt wurde. Unter denje- nigen, die die Innenstadt in den letzten zwölf Monaten aufgesucht haben, erhalten die wich- tigsten Aspekte des Einkaufens bessere Noten: Die zusammengefassten Anteile der Noten „sehr gut“ und „gut“ erreichen besonders hohe Werte bei dem Warenangebot (78,2 %), der Gestal- tung der Geschäfte (72,8 %), der Ausstattung mit Cafés, Restaurants (72,6 %), der Beratung durch Verkaufspersonal (72,6 %) und dem Service der Geschäfte (64,9 %). Auch städtebauliche Aspekte, wie der Gesamteindruck der Straßen, Plätze und Gebäude (59,8 %), Ruhezonen, Ergänzende Erläuterungen Seite 3 Sitzmöglichkeiten, Treffpunkte (56,2 %) sowie die Gestaltung der Verbindungswege und Passagen (61,8%) wurden deutlich positiver bewertet. Hinzu kommt, dass die Karlsruher Innenstadt weiterhin von 56,7 % der besuchenden Bevölke- rung der letzten zwölf Monate als attraktives Stadtzentrum eingeschätzt wird. Dieser Wert liegt zwar unter dem Ergebnis von 2012 (63,3 %), entspricht aber dennoch dem langjährigen Durch- schnitt. Nach Abschluss der Bauarbeiten erwarten 59,5 % der Befragten ein schöneres Stadt- bild, 34,2 % eine ruhigere Atmosphäre in der Innenstadt und 33,1 % mehr Komfort für Fuß- gänger. Aus diesen verschiedenen Aspekten ergibt sich, dass die Befragten die Attraktivität des Einkau- fens in der Karlsruher Innenstadt trotz der Baustellen dennoch sehr schätzen. Untermauert wird dies auch durch die Tatsache, dass 44,4 % der Karlsruhe besuchenden Befragten die „guten Einkaufsmöglichkeiten, Ettlinger Tor, Kaiserstraße“ besonders gut gefallen. Dies ist umso erfreu- licher vor dem Hintergrund, dass mittlerweile 41,5 % der Befragten in der Region angeben, mindestens einmal im Monat online einzukaufen. Diese Frage wurde erstmals gestellt und Zeit- vergleiche sind nicht möglich. Es bleibt deshalb die begründete Aussicht, dass nach Ende der Bauphase eine wieder stärkere Zuwendung zur Karlsruher Innenstadt erfolgt. Zwischen den drei Einkaufsmagneten der Innenstadt (Kaiserstraße, Ettlinger Tor und Postgalerie) hat sich ein weitgehend ausgewogenes Besucherverhalten entwickelt: 84,1 % gehen in die Kaiserstraße, 75,6 % ins Einkaufscenter Ettlinger Tor und 52,7 % in die Postgalerie. Die Anteile derjenigen Besucherinnen und Besucher, die nur einen Einkaufsbereich aufsuchen, sind stark rückläufig. Fast drei Viertel der Befragten mit City-Besuch (72,9 %) vermissen keine Branchen oder Angebote in der Karlsruher Innenstadt, 11 % wünschen sich mehr Fach- und Spezialge- schäfte und 5,6 % mehr individuelle Modegeschäfte und Boutiquen. Direkt auf das Baugeschehen angesprochen sind 62,1 % der Befragten der Meinung, die Bau- stellen behinderten das Einkaufen und Flanieren stark oder sogar sehr stark. Als Konsequenz haben 40,6 % der Karlsruhe besuchenden Befragten ihr Einkaufsverhalten aufgrund der Bau- stellen verändert. Innerhalb dieser Teilgruppe kaufen 43,3 % seltener in der Innenstadt ein, 41,3 % bevorzugen Läden, die nicht an einer Baustelle liegen und 16,5 % kaufen mehr im Ett- linger Tor ein. Weitere 16,2 % meiden die Karlsruher Innenstadt. Kaufkraft wird durch die Bau- stellen aber auch von Karlsruhe weggeleitet: „kaufe mehr in anderen Städten ein“, „kaufe mehr im Internet ein“ (jeweils 11,7 %). Die Städte, die von den Menschen in der Region stärker als früher aufgesucht werden, sind Baden-Baden (23,8 %), Rastatt (15,7 %), Mannheim (13 %) und Bruchsal (12,2 %). Das Image der Stadt Karlsruhe in der Region wird derzeit völlig von der Baustellensituation be- herrscht. Nicht weniger als 61 % aller Regionsbefragten assoziieren 2016 mit Karlsruhe „Bau- stellen, Staus, Chaos, Verkehrsprobleme, Umleitungen“. Die Baustellen sind bei der Nennung spontaner Assoziationen besonders stark bei den Befragten aus dem Landkreis Karlsruhe (ein- schließlich Nachbarschaftsverband) (73 %) und in der Südpfalz (80 %) präsent. Erst auf Rang zwei folgen „Schloss, Schlossgarten, Botanischer Garten“ (38,2 %). Dieser Anteil ist offenbar durch die Events rund um das Schloss während des Stadtgeburtstags 2015 erfreulich stark an- gewachsen (2012: 27,6 %). Die Besonderheiten Karlsruhes, die die Karlsruhe besuchenden Befragten einem auswärtigen Besucher „unbedingt zeigen würden“ sind gegenüber 2012 kaum verändert. Dem Schloss be- ziehungsweise dem Schlossgarten (76,5 %) folgen Innenstadt, Kaiserstraße, ECE, Postgalerie (37,1 %), Zoo/Stadtgarten (27,3 %) und Museen (18,1 %). Aus verständlichen Gründen wurde der Marktplatz mit Pyramide dagegen seltener genannt (14,8 %; 2012: 18,3 %). Besonders gut Ergänzende Erläuterungen Seite 4 gefällt in Karlsruhe das Schloss mit Schlosspark (47,1 %), die „guten Einkaufsmöglichkeiten“ (44,4 %) sowie das kulturelle Angebot (21,7 %). Als Nachteil Karlsruhes wird von 81 % der besuchenden Befragten das Baustellenthema genannt. Weitere genannte Nachteile treten weit dahinter zurück. In der Gesamtbeurteilung „Ist Karlsruhe für Sie eine attraktive Großstadt“ stimmen derzeit bau- stellenbedingt nur 57,1 % mit „Ja, ist aus meiner Sicht attraktiv“ und damit spürbar weniger als noch 2012 mit 71,1 %. Größer geworden sind 2016 die Anteile derjenigen Befragten, die nur „teils-teils“ diese Auffassung haben (20 %; 2012: 12,4 %) und solcher, die Karlsruhe gar nicht als Großstadt sehen (11,4 %; 2012: 4,7 %). Beschluss: Antrag an den Gemeinderat Der Gemeinderat nimmt die Ergebnisse der Regionsumfrage 2016 zur Kenntnis und beauftragt die Verwaltung, durch ein verstärktes Marketing in der Region und die Erarbeitung eines Innen- stadtkonzepts die Zukunftsfähigkeit der Karlsruher City zu verbessern.

  • Protokoll TOP 1
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    NIEDERSCHRIFT Stadt Karlsruhe Gremium: 30. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: 25. Oktober 2016, 15:30 Uhr öffentlich Ort: Bürgersaal des Rathauses Vorsitzende/r: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 3. Punkt 1 der Tagesordnung: Karlsruhe aus Sicht der Region - Regionsum- frage 2016 Vorlage: 2016/0557 Beschluss: Der Gemeinderat nimmt die Ergebnisse der Regionsumfrage 2016 zur Kenntnis und beauftragt die Verwaltung, durch ein verstärktes Marketing in der Region und die Erar- beitung eines Innenstadtkonzepts die Zukunftsfähigkeit der Karlsruher City zu verbes- sern. Abstimmungsergebnis: keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 1 zur Behandlung auf. Stadtrat Pfannkuch (CDU): Die Regionsumfrage war Gegenstand einer intensiven Er- örterung in meiner Fraktion. Wir haben einfach mal ein paar Punkte, die für manche selbstverständlich sind, festzuhalten, und zwar als Punkte, die einfach mal im Hinter- kopf bewahrt werden müssen. Da ist zum einen, dass aus dem Nordelsass regelmäßig Besucher in unsere Stadt kommen, leider Gottes ohne eine vernünftige ÖPNV-Anbin- dung. Auch das Karlsruher Umland fährt mit dem Auto zu uns. Die Mehrheit unseres Gemeinderates kann wohl Einfluss zu nehmen versuchen auf das Mobilitätsverhalten der Stadtbevölkerung. Offensichtlich gelingt das so einfach mit dem Umland nicht. Der Modal Split des Umlandes ist halt einfach nicht so zu dirigieren. Wir müssen überlegen, ob wir auf solche Erkenntnisse der Attraktivitätssteigerungen wie eine Erhöhung des Parkplatzangebotes reagieren. Es ist ein Weiteres zu konstatieren. Es kommen immer weniger mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Das muss uns zu Besorgnis Anlass geben. Das Erfolgsmodell darf unter keinen Umständen in Frage gestellt werden. Der Putz bröckelt. Das Karlsruher Erfolgs- modell ist weiterhin zu verteidigen. Straßenbahnfahren macht offensichtlich zurzeit kei- nen Spaß: Zugausfälle, Verspätungen, Umsteigestress, Menschenmassen an den Halte- stellen und in der Bahn. Was man nicht besonders genug hervorheben muss und kann, - 2 - ist, dass die Geschäftsleute in der Innenstadt einen extrem guten Job machen. Das Wa- renangebot stimmt, das Einkaufserlebnis stimmt. 73 % - das finde ich ein sehr erstaun- liches Ergebnis - haben nichts zu vermissen. Was mit dem Online-Kaufverhalten ist, will ich hier nicht weiter bewerten, weil wir noch keine Vergleichszahlen haben. Die Ge- schäftsleute sollen sich mal Gedanken machen, ob man nicht so eine Art Shopping- Portal speziell für die Kaiserstraße kreiert. Was uns überhaupt nicht überrascht an der Umfrage ist nämlich, dass wir ohne Baustel- len offensichtlich nicht mehr wahrgenommen werden würden. Auch sonst muss man feststellen, in der Stadt gibt es Bauzäune an allen Ecken, Umleitungen und monatelan- ge Haltestellensperren. Das alles vermerken wir. Wenn die Leute hierher fahren und auf der Südtangente oder auf der Autobahn im Stau stehen, differenzieren sie nicht, sie sagen: Karlsruhe ist einfach ätzend. Die Verwaltung schlägt als Gegenkonzept ein ver- stärktes Marketing vor. Da muss man sich natürlich die Frage stellen, kommt das nicht ein bisschen spät, denn das Ergebnis der Umfrage war zu antizipieren. Ärgerlich ist, wirklich ärgerlich, Herr Oberbürgermeister, nun das Erbitten nach einem Innenstadtkon- zept. Das ist doch längst überfällig, dass das anläuft. Nicht nur meine Fraktion hat es immer wieder, vielleicht wir am penetrantesten, gefordert. Immer wieder wurden wir vertröstet. Ein Arbeitskreis Innenstadt wurde angeboten bzw. in Aussicht gestellt, dass Ergebnisse liefert. Wo sind diese Ergebnisse? Wo sind die Strategien? Es kann doch nicht sein, dass wir da erst jetzt anfangen. Man hat so ein bisschen den Eindruck, dass wir ob all der Sonderthemen, die in der Verwaltung in der letzten Zeit durch die Stadt gejagt wurden, keine Zeit mehr für dieses wichtige Projekt hat. Wir haben immer ge- fordert, dass Karlsruhe und seine Region das Licht am Ende des Tunnels sehen muss. Unsere Kunden müssen verstehen, dass wir alles machen. Das muss auch deutlich wer- den: Wir machen alles nur, um unsere Gäste unterirdisch relaxt dorthin zu mobilisieren, wo sie in Ruhe flanieren und genießen können. Genau das muss auch das Konzept sein. Wir müssen jede Baustelle, die wir auflösen, gemeinsam abfeiern, dass die Leute mer- ken, es geht jetzt zum Positiven. Stadträtin Uysal (SPD): Die neue Regionsumfrage, die alle drei Jahre durchgeführt wird, liegt uns vor. Das Fazit ist: Die Stimmung ist getrübt, die Attraktivität hat gelitten. Schuld ist die Kombilösung mit ihren Baustellen. Richtig ist, dass momentan das Image der Stadt stark von der Baustellensituation geprägt wird. Das zeigt sich zum einen da- ran, dass die Besuchshäufigkeit, insbesondere bei den Älteren, abgenommen hat, zum anderen, dass der öffentliche Verkehr Anteile verloren, gleichzeitig der Pkw-Verkehr zugenommen hat. Alle Verkehrsteilnehmer haben mit Umleitungen und Verspätungen sowie einer erschwerten Erreichbarkeit von Läden und Attraktionen zu kämpfen. Trotz alledem - und das ist erfreulich -, wird das Einkaufserlebnis in der Karlsruher City immer stärker wahrgenommen. Das Schloss und der Schlossplatz sind nach dem erfolgreichen Stadtgeburtstag und erst recht durch die sagenhaften Schlosslichtspiele in die kollektive überregionale Wahrnehmung gerückt. Herr Oberbürgermeister, Sie haben in Ihrer Haushaltsrede darüber gesprochen, dass sich die Innenstadt als dynamischer Ort ändert und weiter entwickelt. Wörtlich sagten Sie: „Unser Ziel ist es daher, dass sich unsere Innenstadt als unverwechselbarer, internatio- naler attraktiver Ort präsentiert für Leben und Erlebnis, für Einkaufen und Begegnung, als eine Innenstadt für alle“. Zitat Ende. Lassen Sie uns diese Aufgabe gemeinsam anpa- - 3 - cken. Die Zukunft Innenstadt hat schon begonnen. Die Kombibauarbeiten sind weit fortgeschritten. Vor kurzem konnten wir erfreulicherweise ein Go für den Kriegsstraßen- tunnel feiern. Das stimmt uns zuversichtlich. Wir haben natürlich aus der Umfrage Konsequenzen zu ziehen, sollten diese Aufgabe aber als Chance begreifen, indem wir beispielsweise die vorhandene Angebotsvielfalt sichtbarer machen. Wir können keine fertige Fußgängerzone herbeamen. Dennoch soll- ten wir versuchen, gerade in der Vorweihnachtszeit alles zu tun, um die Aufenthalts- qualität in der Kaiserstraße und anderen Baustellenbereichen für die Geschäftsinhaber, die unter dem Wegfall der Kunden zu leiden haben, und für alle Besucherinnen und Besucher zu verbessern. Karlsruhe hat sich zur besten Weihnachtsstadt hochgearbeitet. Solche Errungenschaften können wir nicht leichtfertig aufs Spiel setzen, sondern müs- sen den Status verteidigen und fortschreiben. Das Zooentwicklungskonzept hat zu einer gesteigerten Attraktivität des Zoos geführt. Der Zoologische Stadtgarten ist in den Sommermonaten zu einem Besuchermagneten aufgestiegen. Darauf können wir aufbauen. Die Karlsruher City ist nicht nur ein Ort für Einkaufen und Freizeit, sondern als wichtige Wissenschaftsstadt für Bildung, Forschung und Kultur mit Badischer Landesbibliothek, Naturkundemuseum, Landesmuseum, ZKM und Staatstheater nicht nur bei den Studenten beliebt. Das zeigt auch der ungebroche- ne Zuzug nach Karlsruhe. Wir müssen in den nächsten Jahren zwar eine Durststrecke überbrücken, aber die Vorfreude auf ein schöneres Stadtbild, Komfort für Fußgänger und eine ruhige erholsame Atmosphäre in der Innenstadt mit einem attraktiven Markt- platz zum Verweilen, sollte uns Ansporn sein, auf dieses Ziel hinzuarbeiten. Werte Kolleginnen und Kollegen, die SPD-Gemeinderatsfraktion schließt sich dem Auf- trag an die Verwaltung vollumfänglich an und will das Ihrige tun, um die Zukunftsfä- higkeit der Karlsruher City zu verbessern. Ich bin mir absolut sicher, dass die nächste Regionsumfrage dann sehr viel besser ausfällt. Packen wir es einfach an. Stadträtin Dr. Leidig (GRÜNE): Die Umfrageergebnisse haben auch uns erschreckt. Bereits die Umfrage 2012 zeigte eine Verschlechterung. Es wurden damals schon Kritik- punkte genannt: zu viele Baustellen, zu wenig ruhige Plätze, Flair. Die damals eingeläu- tete Misere hat sich verstärkt. Während aber vor drei Jahren die Besuche von Menschen aus der Region vorwiegend seltener stattfanden, fallen sie heute zusätzlich schlichtweg aus. 26 % der Befragten, das sind wirklich die aus dem Umkreis, waren in den letzten 12 Monaten gar nicht in Karlsruhe, d. h. nicht einmal der Stadtgeburtstag konnte sie locken. Es ist sehr bedauerlich, dass besonders Personen aus der Südpfalz, aus dem Kreis Baden-Baden und südlich von Rastatt nicht erreicht wurden. Erfreulich ist jedoch, dass die Besucher aus dem Elsass zugenommen haben. Die meisten Menschen kommen zum Einkaufen. Auch das Schloss hat an großer Beliebtheit gewonnen. Das ist wirklich immer wieder deutlich wahrnehmbar, wenn man hingeht. Selbst jetzt in den etwas schlechteren Jahreszeiten zeigt sich, das Schloss ist einfach angenommen worden von der Bevölkerung, ist zum Besuchermagneten geworden. Gleichzeitig sind aber fast alle anderen Angebote, die das Oberzentrum Karlsruhe ausmachen, weniger Anlass für Be- sucher. Einkaufen, Weihnachtsmarkt, Zoo, Museen, Kino, Theater, Krankenhäuser, Kneipen, Discos, Sportveranstaltungen, alle werden weniger besucht. Die einzigen Aus- - 4 - nahmen sind hier das Europabad, Behördengänge oder eben auch Events, wahrschein- lich im Zusammenhang mit dem Stadtgeburtstag. Die Bewertungen der meisten vorgeschlagenen Eigenschaften der Karlsruher Innenstadt haben sich verbessert und liegen jetzt wieder etwa auf dem Niveau von 2009. Einen wirklichen Absturz hat der ÖPNV erfahren. Die Erreichbarkeit der Innenstadt mit Bus und Bahn wurde noch 2009 von 90 % der befragten Personen als sehr gut oder gut bezeichnet. Dann waren es 2012 83 %, mittlerweile sind es nur noch 57 %. Es ist wirklich erschreckend, was aus unserem Vorzeigemodell des öffentlichen Nahverkehrs geworden ist. Da werden auch Fehler und Versäumnisse deutlich, die hätten vermieden werden können und auf die wir endlich reagieren sollten. Es ist immer noch umständ- lich, vom Bahnhof in die Innenstadt zu kommen, vom ECE-Center zum Marktplatz. Im- mer noch fehlen Fahrinformationen bzw. sind diese fehlerbehaftet. Da werden Bahnen angezeigt, man wartet zwei Minuten, plötzlich wird die Bahn nicht mehr angezeigt, aber sie ist leider auch nicht da gewesen. Es ist mir unverständlich, wie diese Geister- bahnen immer wieder in dem System kursieren, vor allen Dingen bei der S 1 und bei der S 5, die Bahn in die Pfalz. Dann wundern wir uns, warum die Leute nicht kommen und mit dem öffentlichen Nahverkehr anreisen. Ich sehe da schon einen ganz klaren Zu- sammenhang. Das sind Punkte, die wir schon oft angemahnt haben. Wir müssen hier endlich einmal dringend nachbessern. Insgesamt ist der Bericht, der ja Karlsruhe aus Sicht der Region genannt wird, sehr ein- kaufsstadtlastig. Mein Vorschlag wäre, entweder wir taufen diesen Bericht jetzt mal um nennen ihn Einkaufsstadt Karlsruhe oder wir schauen uns einfach auch andere Punkte an, wie wir in anderen Dingen vom Umland wahrgenommen werden. Da gibt es ganz viele. Für viele Menschen in der Region ist Karlsruhe auch Arbeitsort, ist Karlsruhe der Ort, in dem sie Krankenhäuser, in dem sie spezialisierte Ärzte finden, in dem sie ein ho- hes kulturelles Angebot finden, einen Zoo vorfinden, eine Messe vorfinden usw. Das wird aber nur sehr knapp abgehandelt. Wir würden gerne mehr darüber erfahren, wie auch diese Punkte wahrgenommen werden, denn darin ist Karlsruhe das wahre Ober- zentrum. Wir bieten alles. Es wäre schön, wenn das auch in Folgebefragungen näher beleuchtet werden könnte. Vor vier Jahren haben wir das Fazit gezogen, wir müssen aktiv werden, um attraktiv zu bleiben, damit die Leute auch weiter kommen. Das ist deutlich wahrnehmbar in der Umfrage. Der Einzelhandel hat wirklich das Seinige getan, unterstützt natürlich auch durch das Marketing der Stadt. Die Menschen der Region sind eigentlich zufrieden mit dem Warenangebot, mit der Gestaltung der Geschäfte, mit der Beratung, dem Service. Da war vor vier Jahren ein Abfall, den haben sie wirklich wieder aufgeholt. Das wird alles besser bewertet, aber insgesamt werden wir schlechter wahrgenommen. 40 % der Menschen haben etwas zu kritisieren. Wenn wir die Zahlen davor anschauen, dann wa- ren das 2012 noch 18 %. Mittlerweile gibt es eben kaum einen mehr, der dazu keine Angabe macht. Die Hälfte mit einer Angabe. Das ist sehr schade. Das Marketing alleine wird nicht ausreichen. Wir müssen letzten Endes über Ansatzpunkte nachdenken. Das sind ruhigere Plätze mit mehr Flair und Sitzmöglichkeiten, mehr Grün - da müssen wir uns vor allen Dingen den Friedrichsplatz demnächst wieder anschauen -, Verkehrsleitsysteme verbessern, und vor allen Dingen - 5 - den öffentlichen Nahverkehr verlässlicher machen. Lassen Sie uns diese Punkte ange- hen. Stadtrat Dr. Fischer (KULT): Karlsruhe ist eine wunderbare Stadt. Warum sage ich das: Erstens, weil es stimmt. Zweitens, weil ich Ihre Aufmerksamkeit will - Kollege Maier hat jetzt auch sofort reagiert – und drittens, weil gerade wir Stadträte, Sie auf der Bür- germeisterbank, aber auch die Medien da oben, mehr positive Signale über Karlsruhe verteilen sollten als negative, denn Negativbeispiele bleiben in unserer Facebook- Gesellschaft unglaublich haften. Jede Negativbotschaft verbreitet sich unglaublich und es bleibt am Ende irgendetwas hängen. In Wirklichkeit ist es hier wunderschön. Wenn wir positive Reaktionen haben wolle, z. B. in Umfragen, dann müssen wir auch positive Botschaften aussenden. Die sind dann nicht gelogen, sondern sind dann die andere Seite der Medaille, wie man so schön sagt. Für uns bei KULT ist Karlsruhe natürlich mehr als Shopping. Die Region nimmt es auch so wahr. Karlsruhe hat z. B. spannende Baustellen. Wenn sie Kinder fragen, die durch die Innenstadt laufen, die finden das toll, was da stattfindet. Karlsruhe hat die berühm- ten Schlossprojektionen, die sich bundesweit, fast schon international, herumgespro- chen haben, und die dann auch - siehe im Ergebnis der Umfrage - wahrgenommen werden, dass es etwas Positives ist. Wir bieten Kunst in der City, alles gemanagt jetzt von unserem Leuchtturm ZKM. Wir haben überhaupt viel Kultur. Wir haben Bäder, die unglaublich gerne aus der Region besucht werden. Wir bieten Sport, der aus der Region und von den Einheimischen genutzt wird. Wir bieten übrigens auch Profifußball an, der jetzt vielleicht nicht ganz so spannend ist, aber vielleicht wird es diese Saison jetzt wie- der besser. Wir sollten, das ist meine feste Überzeugung, mehr über Aufgaben anpacken reden als über Probleme. Probleme sind für mich ungelöste Aufgaben. Natürlich gibt es Aufga- ben, zwei will ich jetzt mal benennen, wenn wir über Erreichbarkeit mit dem Pkw re- den. Es ist einfach ein Fehler, wenn zeitgleich zum Umbau der A 5 die L 560 gesperrt wird. Die hätte es auch noch zwei Jahre gemacht. Das war ein Fehler, das so zu ma- chen. Für mich viel wichtiger, das zeigt auch die Umfrage, weil hier die negativsten Be- wertungen sind: Der ÖPNV in Karlsruhe hat seine Vorbildfunktion verloren. Wir haben das Image der Zuverlässigen verloren. Dieses Image müssen wir wieder erreichen. Das ist für mich eine ganz klare Aufforderung vor allem an die Geschäftsführung. Wir waren mal Spitze. Wir wurden hoch anerkannt. Das sind wir nicht mehr, daran müssen wir arbeiten. Es ist aber auch eine Aufforderung an den Aufsichtsrat sowohl von KVV, AVG und VBK. Bleiben Sie an der Geschäftsführung dran, drängen Sie darauf, dass hier was passiert. Ich sehe es als lösbare Aufgabe, nicht als echtes Problem. Natürlich muss sich auch der Einzelhandel weiter anstrengen. Der Einzelhandel hat un- glaublich viel gebracht. Ich sage z. B. Lieferservice. In welcher Stadt gibt es das sonst, dass ich mit dem Fahrrad in die Stadt fahren und mir eine Waschmaschine kaufen kann. Die wird mir dann am gleichen Tag noch geliefert. Wo gibt es so etwas noch? Oder bei der Beratung. Jetzt plaudere ich mal aus dem Nähkästchen. Ich bin kein Typ, der gerne zum Shopping geht. Ich gehe zu meinem Laden. Der hat ein P und ein C im Namen. Da weiß ich, da werde ich beraten. Da kriege ich meine Anzüge garantiert und gehe da raus und bin zufrieden. Sie werden auch noch für mich geändert, gekürzt, dass alles - 6 - passt. Ich finde, der Einzelhandel in Karlsruhe hat ein Plus verdient. Natürlich muss man über so was wie Online-Portal, da nehme ich die Wortmeldung vom Kollegen Pfann- kuch auf, für die ganze Innenstadt nachdenken, denn die Online-Strategie ist in den Zeiten der Herausforderung durch die Online-Einkäufer entscheidend. Wie wir auch aus der Umfrage gelernt haben: Die Wohlhabenden gehen vor allem online einkaufen. Das Ziel der Strategie muss sein, diese Leute davon abzuhalten, bei Zalando oder sonst wo zu kaufen, sondern kommt wieder in die Stadt. Das kann nicht nur der Preis sein. Das muss an anderen Dingen hängen. Kurz und gut: Objektiv und subjektiv, positiv oder negativ ist sowieso immer so eine Frage. Ich erinnere an die Haushaltsreden. Subjektiv ist ein Sicherheitsempfinden in Karlsruhe ganz schrecklich. Objektiv ist Karlsruhe total sicher, wenn man es vergleicht mit anderen Städten und Statistiken. Ich sage, Karlsruhe hat viel vor, und in Karlsruhe steckt unglaublich viel dahinter. Mit diesem alten Motto sollten wir weitermachen. Dann werden die nächsten Umfragen noch viel besser ausfallen. Stadtrat Høyem (FDP): Karlsruhe ist eine schöne, ja eine wunderbare Stadt. Das sagen wir nicht selber. So wird Karlsruhe von unserer Region gesehen. Aber Karlsruhe ist nicht besonders attraktiv für einen einmaligen Besuch. Karlsruhe ist für 1-Tages-Touristen wahrscheinlich nicht so anziehend wie viele andere Städte. Ich wohne seit 2000 in Karlsruhe. Ich habe gelernt, dass Karlsruhe so viel zurückgibt, wie man selber einbringt. Mit Karlsruhe steht man in jahrelanger Beziehung. Deshalb ist diese Regionsumfrage auch keine Banalität, wie es von verschiedenen Kommentaren zu verstehen ist. Ja, wir leiden selbstverständlich sehr unter den vielen Baustellen, die nicht nur - aber auch - in Verbindung mit der Kombilösung entstanden sind. Es wäre eine Banalität festzustellen, dass Karlsruhe einen Besucherschwund erlebt, und dass unsere Baustellen das Kern- problem sind. Das ist banal, das ist schmerzlich, und es muss und wird aktiv gegenge- steuert werden. Die Regionsumfrage bekommt einen besonderen Wert, weil sie seit 1997, also bald 20 Jahre lang, durchgeführt wird. Damit kann man die Entwicklung von Karlsruhe als Met- ropole für eine Region mit 1,5 Millionen verfolgen. In dieser Perspektive ist es deutlich zu lesen, dass Karlsruhe als die langweilige Beamtenstadt wahrscheinlich immer ein Kli- schee war, aber zumindest 2016 ein Klischee ist. Karlsruhe ist eine Eventstadt gewor- den. Unser fantastischer Stadtgeburtstag 2015 war für unser Stadtmarketing jeden Euro wert. Unser Karlsruher Schloss ist mit ganz neuen Dimensionen ins Zentrum gebracht, Karlsruhe ist ein Kulturmagnet geworden. Unser Europabad und unser Zoo sind für un- sere ganze Region sehr attraktiv geworden, und Karlsruhe ist jünger geworden, sehr viel jünger. Ich finde, dass diese Regionsumfrage als Hintergrund für ein dynamisches und zu- kunftsorientiertes Stadtmarketing und für die Stadtentwicklung sehr nützlich ist, sowohl jetzt mit unseren Baustellen und selbstverständlich nach der Kombilösung. Das größte Problem für Karlsruhe ist, dass wir Karlsruher Bürger unsere eigene Stadt zu oft schlechtreden und mit zu wenig Stolz loben. Karlsruhe ist viel, viel mehr als die Baustel- len. Es ist unsere Stadt. Hier ist gut zu leben. - 7 - Stadtrat Kalmbach (GfK): Ich liebe auch meine Stadt. Es ist aber viel schwieriger für Leute, die diese Stadt nicht kennen, von außen betrachtet zu bewirken, dass sie diese Stadt auch lieben lernen. Deswegen sind die Wege, wie man in die Stadt kommt, offen- sichtlich problematisch. Auf der einen Seite ist der ÖPNV. Er wurde angesprochen. Auf der anderen Seite haben wir gelesen in der Umfrage, dass eben genau die Menschen vom Umland mit dem Auto kommen. Jetzt sage ich etwas Unpopuläres, was ich norma- lerweise nicht sage, aber in Anbetracht der Lage sage. Um es dem Autofahrer schmack- haft zu machen, in dieser Baustellenzeit nach Karlsruhe zu kommen, müssen wir etwas tun, dass die gerne kommen. Da können wir z. B. über die Parkgebühren was machen, wir können in verschiedenen Bereichen etwas tun. Der ÖPNV wurde angesprochen. Wir haben auch einen tollen Weihnachtsmarkt. Auch das wurde angesprochen. Wir haben tolle Schlosslichtspiele, alles super. Wir müssen gucken, dass wir die Leute, die tatsäch- lich zu holen sind, auch kriegen. Das wird in der Tat über die Autofahrer und den ÖPNV gehen. Das sind unsere zwei Hauptpunkte, wo wir uns anstrengen müssen. Die Stadt ist in guter Verfassung, die Stadt ist liebenswert, die Stadt kann man mögen, und die Stadt ist attraktiv. Dafür müssen wir sorgen. Wir haben keinen Grund zur Panik, aber wir müssen was tun. Ich möchte noch ein Wort zur Baustellensituation sagen. Vielleicht könnte man einen Baustellenzähler einführen und jede Baustelle, die bis 2020 abgeräumt wird, abziehen, bis wir dann sozusagen auf Null sind - also nur die Kombibaustellen, damit die Men- schen sehen, es geht vorwärts. Das spüren die Menschen nicht, dass es vorwärts geht. Alle haben das Gefühl, wir stehen still, es verlängert sich immer weiter. Das ist ein psy- chologisches Problem. Das müssen wir angreifen. Stadtrat Wenzel (FW): Karlsruhe hat viel Positives zu bieten. Karlsruhe hat attraktive Ränder, Karlsruhe hat Durlach und andere Stadtteile. Doch die Anziehungskraft des Magnets Innenstadt hat gelitten und lässt nach. Das ist das Ergebnis dieser Umfrage. Eine Ursache ist und wird auch bleiben die Entscheidung in diesem Haus, die Karlsruher Innenstadt in eine Großbaustelle zu verwandeln. Diese Tatsache können wir nicht leug- nen. Wir können nur hoffen, dass es schnell zu Ende geht. Viele Menschen erleben lei- der diese Zeit als extrem nervend. Das sagt auch diese Umfrage. Statt wie versprochen nur wenige oberirdische Baustellen kurzfristig und ohne Auswirkung auf das Einkaufser- lebnis in der Innenstadt zu haben, so wie es versprochen wurde, beweist die vorliegen- de Umfrage, dass auf dramatische Weise genau das Gegenteil passiert. Die Leidtragen- den sind die, die von den Besuchern leben müssen, nämlich der Einzelhandel. Die Um- frage sagt auch, dass die Besucher - das sind 78 % - auf die Reduzierung der Baustellen hoffen. Auch wir hoffen, dass es endlich zu Ende geht. Wir dürfen nicht leugnen, dass dieses Haus hier dafür verantwortlich ist. Wir sollten auch deshalb in dieser Verantwortung den Karlsruher Einzelhändlern beiseite stehen und alles uns Erdenkliche tun, um den Einzelhandel zu unterstützen. Da gehört es auch dazu, wie meine Vorredner sagten, die Autofahrer nicht zu verteufeln. Wenn ich hier lese, dass die Häufigkeit der Besuche nach Karlsruhe in den letzten 12 Monaten teilwei- se um 26 % gesunken ist, ist das eine dramatische Entwicklung. Diese Leute müssen wir zurückgewinnen. Das darf uns auch ruhig etwas kosten. Wenn ich sehe, dass die Besucherzahlen aus Rastatt und Baden-Baden von 132.000 auf 87.000 Besucher zu- rückgegangen sind, eine Klientel von denen wir wissen, dass sie kaufkräftig sind, dann - 8 - hat es nicht nur etwas mit dem Internet zu tun, denn kaufen ist ein Lustgefühl, es ist ein Vergnügen. Das Vergnügen im Internet zu kaufen, kann und darf nicht so groß sein, wie es in einem gut sortierten Einzelhandel zu machen. Die Frequenzen müssen erhöht werden, und da hilft nicht nur das Marketing, da müssen wir auch finanziell zugreifen. Die Fehler, die wir gemacht haben, Einzelhandelsfrequenzen wie z. B. in der Ettlinger Straße einfach abzuklemmen, dazu müssen wir stehen und da entgegenwirken. Es fehlt einfach das Flair. Verbesserungsvorschläge, die wir Freien Wähler in den letzten Jahren gemacht haben: - Parkgebühren zu reduzieren, - Zuschüsse zu geben, - die Innenstadt zu möblieren - denken Sie an meine Haushaltsrede, - ein Flair in der Innenstadt, - wo sind die Sitzmöglichkeiten, - Mülleimer sind teilweise Fehlanzeige, - Privatmülleimer großer Konzerne, all das sind Aufgaben, die wir übernehmen müssen, um die Besucher wieder in unsere Stadt zu bekommen. Davon profitieren natürlich die Außenbereiche wie Durlach. Viele Leute wandern nach Durlach ab, sogar Einzelhändler zieht es nach Durlach. Wenn wir Karlsruhe stärken wollen, müssen wir auch bereit sein, hier aktiv zu wirken, wie gesagt, die Fehler der Vergangenheit auch einzugestehen. Der Vorsitzende: Lassen Sie mich zu zwei, drei Punkten noch etwas ergänzen. Mir ist noch mal wichtig, dass es 61 % bzw. 77,9 % der Leute auf S. 55 bzw. 33 sind, die sich negativ mit dem Thema Baustellen insgesamt beschäftigen. Wenn man dann aber schaut wo die Fragen sind, die sich speziell mit den Baustellen in der Innenstadt be- schäftigen, dann haben wir auf der einen Seite 44 % die sagen, sie würden sich freuen, dass es irgendwann mal keine Baustellen mehr gibt. Die, die sagen, sie sind durch die Baustellen der Kombilösung eingeschränkt, sind von 41,4 auf 34,6 % gesunken. Das heißt, wir haben ein Baustellenthema, das mit der Kombilösung zu tun hat, wir haben aber auch ein Baustellenthema, das nicht mit der Kombilösung zu tun hat. Da können wir unternehmen, was wir wollen, das wird sich auch in den nächsten Jahren nicht än- dern. Wenn ich sehe, was dann in den nächsten Jahren auf den Autobahnen und Bun- desstraßen außen herum an weiteren Sanierungen ansteht, wenn Sie sich die Frequenz unserer Autobahn A 5 anschauen und wissen, dass mitunter schon die normalen Stan- dardbeläge nach 10 Jahren wieder erneuert werden müssen, dann bedeutet das auch, dass Sie jedes Jahr etwa 10 % der Autobahnabschnitte im Grunde sanieren müssen, damit Sie immer wieder nach 10 Jahren wieder einmal rundsaniert haben. Dann können Sie sich vorstellen, dass es auf diesen Strecken fast keine Jahre ohne größere Baustellen geben wird. Das ist einfach die Realität. Von daher ist es umso wichtiger - da nehme ich Ihre Vorschläge und auch Ihre Erwartungen gerne auf -, dass wir den ÖPNV wieder at- traktiver und auch zuverlässiger machen, denn das ist dann die Alternative. Wenn ich jetzt die Parkhäuser noch umsonst mache, fahren noch mehr mit dem Auto rein. Das wäre aus meiner Sicht die falsche Richtung an dieser Stelle. - 9 - Was mir auch noch mal wichtig ist. Es gibt noch mehr Gewinner in dieser Umfrage als die Genannten. Das ZKM, Theater, Konzerte als eine Sparte, Events, Majolika, Stadion, das sind alles Institutionen, die haben an Zuspruch und an Attraktivität gewonnen, wenngleich der Zoo nicht an Zuspruch gewonnen hat, wobei er aber in absoluten Zah- len in den letzten Jahren massiv gewonnen hat. Ich sehe auch Entwicklungen, die sehr viel mit dem zu tun haben, was wir an zusätzlichem Image in dieser Innenstadt erzeugt haben. Dass das Schloss, der Schlossvorplatz und der Schlossgarten mittlerweile eigent- lich die große Aufenthaltsqualität vermitteln, hat mit Sicherheit auch etwas damit zu tun, dass wir jetzt gerade diesen zum Mittelpunkt unseres Stadtgeburtstages und auch weitergehender Aktivitäten gemacht haben. Die Aufforderung, dass wir auch das Schließen von Baustellen feiern sollen, das haben wir vor. Demnächst sind wir am Mühlburger Tor soweit. Da wird es dann auch ein ent- sprechendes „Festchen“ geben. So ähnlich wollen wir die ganzen neuralgischen Plätze dann durchmachen, denn sie werden in der Tat in den nächsten Jahren sukzessive ab- geschlossen werden können. Wenn Sie aber alleine noch mal betrachten, was wir für den barrierefreien Ausbau der Haltestellen im ÖPNV noch vorhaben - und da sind Sie es ja, die uns durchaus immer Druck machen, es dürfte noch ein bisschen mehr sein -, dann wird das alleine noch nicht dazu führen, dass die Baustellen in der Innenstadt völ- lig verschwinden, dass wir jetzt den einen oder anderen Teilabschnitt der Kombilösung fertig kriegen. Auch das gehört natürlich zur Wahrheit. Das von Ihnen geforderte Gesamtkonzept, Herr Pfannkuch: Wir haben ganz viel ver- schiedene Projekte in der Innenstadt. Ich will sie jetzt gar nicht alle aufzählen. Ich hatte es in der Haushaltsrede schon angekündigt, dass ich das noch mal gerne alles in eine Gesamtkonzeption zusammenführen will. Das ist auch sinnvoll. Wir merken, dass wir in Projekten teilweise Überschneidungen haben. Dann ist es sinnvoll, sie gleich zusammen zu denken und zu koordinieren. Das wäre auch mein Vorschlag, es an das Dezernat 1 hier an der Stelle federführend anzubinden, weil einfach der Innenstadt von Karlsruhe nach innen wie nach außen, in ihrer ganzen Vielfältigkeit für diese Stadt, eine über- haupt nicht zu überschätzende Funktion zukommt. Da sind dann alle Bereiche natürlich berührt, nicht nur das Einkaufen, nicht nur der Event, sondern auch das Wohnen, das Arbeiten, die Arztbesuche, vielfältige Dienstleistungen, die Bildungsangebote, der Sport. Im Grunde gibt es keinen Bereich kommunalen Lebens, der sich nicht auch bei uns in der Innenstadt abbildet. Das ist auch eine unserer großen Stärken. Alle anderen Anre- gungen nehmen wir gerne auf. Ich kann nur das Publikum auffordern, schauen Sie in die Umfrage mal rein. Aus meiner Sicht ist sie nicht ganz so pessimistisch zu betrachten, wie es in dem einen oder anderen Beitrag jetzt vielleicht durchgeschimmert ist. Es ist vor allem sehr vielfältig. Auf alle Fälle eine ansprechende Lektüre. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten – 2. November 2016