Ferienbetreuung in Karlsruhe
| Vorlage: | 2016/0513 |
|---|---|
| Art: | Antrag |
| Datum: | 23.08.2016 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Offen |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
Beratungen
- Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 20.09.2016
Rolle: Entscheidung
Ergebnis: verwiesen in den Jugendhilfeausschuss
Zusätzliche Dateien
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Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister ANTRAG SPD-Gemeinderatsfraktion vom: 19.08.2016 Vorlage Nr.: 2016/0513 Ferienbetreuung in Karlsruhe Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 20.09.2016 31 x 1. Die Verwaltung stellt das bisherige Vergabesystem der Ferienangebote durch den Stadtjugendausschuss dar 2. Die Verwaltung erarbeitet Alternativen zu der bisherigen Vergabepraxis 3. Die Verwaltung zeigt auf, welche der Ferienbetreuungsangebote inklusiv sind 4. Die Verwaltung prüft eine Ausweitung ihres Angebots Begründung/Sachverhalt: Die attraktiven Angebote der Stadt zur Ferienbetreuung durch den Stadtjugendausschuss e. V. wer- den sehr gut nachgefragt. So ist insbesondere vor den Sommerferien regelmäßig ein „Run“ auf die Betreuungsangebote zu verzeichnen. Das bedeutet, dass Eltern, die besonders auf einen Platz für ihr Kind angewiesen sind, teilweise sehr früh und stundenlang anstehen müssen, um bei der Verteilung der Plätze nicht leer auszugehen. Diese Vergabepraxis sehen wir als äußerst ungerecht und unerfreu- lich an. Des Weiteren besteht unserer Ansicht nach bei der Umsetzung der Inklusion in der Ferienbe- treuung noch Handlungsbedarf. Sollte das derzeitige Ferienbetreuungsangebot der Stadt die aktuelle Nachfrage nicht decken, muss die Stadt insbesondere bei den inklusiven Angeboten entsprechend reagieren. unterzeichnet von: Parsa Marvi Yvette Melchien Irene Moser Sibel Uysal
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Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zum Antrag SPD-Gemeinderatsfraktion vom: 19.08.2016 Vorlage Nr.: 2016/0513 Verantwortlich: Dez. 3 Ferienbetreuung in Karlsruhe Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 20.09.2016 31 x Kurzfassung Der erste Verkaufstag der Ferienangebote des Stadtjugendausschuss e.V. wirft immer wieder die Frage auf, ob ein online-Verkauf die bessere Alternative zum jetzigen Verfahren wäre. Der stja prüft Möglichkeiten, wie mit einem stabilen technischen System ein online-Verkauf oder eine online-Nummernvergabe ermöglicht werden kann. Neben einer Abwicklung im Internet muss aber auch der persönliche Kontakt zu den Eltern, Beratung zu Inklusion und zu besonde- ren Herausforderungen mancher Kinder im Vorfeld der konkreten Ferienmaßnahme gewährleis- tet sein. Der Bedarf nach inklusiven Ferienangeboten wird immer größer. Um dafür Lösungen zu finden und die ehrenamtlichen Teamerinnen und Teamer für die steigenden Anforderungen zu qualifi- zieren, müssen alle Karlsruher Ferienanbieter am Runden Tisch weiter zusammenarbeiten Der stja wird seine stadtteilorientierten und seine stadtweiten Ferienangebote an aktuelle Bedar- fe anpassen und ständig weiterentwickeln. Finanzielle Auswirkungen des Antrages (bitte ankreuzen) x nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Haushaltsmittel stehen Wählen Sie ein Element aus. Kontierungsobjekt: Wählen Sie ein Element aus. Kontenart: Ergänzende Erläuterungen: ISEK-Karlsruhe-2020-relevant nein x ja Handlungsfeld: Sozialer Zusammenhalt und Bildung Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) x nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften x nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 1. Die Verwaltung stellt das bisherige Vergabesystem der Ferienangebote durch den Stadtjugendausschuss e. V. dar Der Stadtjugendausschuss e. V. hat im Rahmen seines kommunalen Auftrags auf die steigende Nachfrage nach weiteren Ferienangeboten reagiert und das Angebot in Karlsruhe stark ausge- weitet, von rund 690 Plätzen im Jahr 2000 auf aktuell 3.182 Plätze im Jahr 2015. Hinzu kom- men die Ferienangebote der 41 Jugendverbände, die im stja zusammengeschlossen sind. Der Verkauf der Ferienangebote des stja wird zentral über das jfbw abgewickelt. Der Verkaufs- beginn startet an einem Samstag im Februar. An diesem Samstag sind Anmeldungen nur per- sönlich möglich. Diese Art des Verkaufsstarts führt manchmal zu Diskussionen und Beschwer- den. Der Stadtjugendausschuss e. V. verfolgt damit folgende Ziele: Die Anmeldungen sollen geordnet ablaufen und alle Interessenten sollen möglichst die gleichen Chancen auf ihren Wunschferienplatz haben. Die Platzvergabe soll für alle transparent nachvollziehbar sein. Sozial benachteiligte Menschen, die keinen eigenen PC haben und/oder sich mit schrift- lichen Verfahren schwer tun, sollen auch die Möglichkeit zur Anmeldung haben. Mit Menschen, die Beratung zu den Angeboten brauchen, soll sofort direkt vor Ort ge- meinsam nach passenden Lösungen gesucht werden Aktueller Ablauf: Verkaufsstart Samstagmorgens: Ab 6:00 Uhr werden Nummern ausgegeben und um 8:00 Uhr beginnt der Verkauf. Die aktuellen Wartenummern, die gerade bearbeitet werden, werden über Twitter und auf Facebook gepostet. Dadurch können die Eltern nach Erhalt ihrer Nummer ihren üblichen Wochenend-Tätigkeiten nachgehen und sind aktuell und rechtzeitig über den Sach- stand der Anmeldungen informiert. Dadurch reduzieren sich die Wartezeiten erheblich. Am darauffolgenden Montag werden die Restplätze im Internet freigeschaltet. Erfahrungsge- mäß gibt es an diesem Tag noch Plätze bei fast allen Angeboten. Ab diesem Moment ist die Buchung von Ferienangeboten sowohl persönlich im jfbw, als auch über das Ferienportal www.ferien-karlsruhe.de möglich. Bei Online-Buchung wird der Platz zuerst reserviert und durch die Überweisung des offenen Betrags bestätigt. Vorteile des aktuellen Systems Am Verkaufsstart sind im jfbw acht Arbeitsplätze eingerichtet, um eine zügige Abwicklung zu gewährleisten. Es werden Getränke angeboten und für die Beratung stehen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Teamerinnen und Teamer des jfbw bereit, die auch von Mitarbeitenden der Beratungsstelle der Lebenshilfe unterstützt werden. Der persönliche Kontakt an diesem Tag ermöglicht das Kennenlernen und den Aufbau von gegenseitigem Vertrauen. Zudem erfährt das jfbw direkt Besonderheiten, die Kinder mitbringen, klärt den Betreuungsaufwand und verein- bart gegenseitige Unterstützung. Der persönliche Kontakt und der Aufbau von Vertrauen zäh- len zu den qualitativen Stärken des jfbw. Nicht nur bei der Anmeldung, und der Durchführung, auch bei der Organisation der Angebote halten die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mit- arbeiter des jfbw, wenn gewünscht oder erforderlich, den Kontakt zu den Eltern. Damit wird erreicht, dass alle Beteiligten eine schöne, erlebnisreiche aber auch sorgenfreie Zeit haben. Viele Kunden, die dieses System kennen und selbst davon profitiert haben, schätzen diese Ver- lässlichkeit sehr. Zusätzlich zu den eigenen Kindern können die Kinder einer zweiten Familie angemeldet wer- den. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 2. Die Verwaltung erarbeitet Alternativen zu der bisherigen Vergabepraxis Erste Alternative: Das jfbw prüft, ob der Verkaufsbeginn ausschließlich über das Internet abzu- wickeln ist. Anstelle der zusätzlichen Arbeitsplätze, die bisher zum Verkauf zur Verfügung stehen, könnte an diesem Tag ein Internetcafé eingerichtet werden, um Eltern ohne eigenen Zugang zum In- ternet eine Buchung der Ferienangebote zu ermöglichen. Auch dieser Verkaufsbeginn sollte an einem Samstag stattfinden. Um den Verkaufsbeginn online durchzuführen, müssen bestimmte Voraussetzungen gegeben sein: Das System darf nicht störanfällig sein. Ein hoher Zugriff in kürzester Zeit auf die Websi- te muss gewährleistet sein. Ein Bezahlsystem muss integriert werden, um Reservierungen ohne wirkliche Buchung zu vermeiden. Hier müsste geklärt werden, wie die Kosten eines solchen Bezahlsystems kompensiert werden können. Das jfbw muss sich mühevoller als bisher um Informationen über die angemeldeten Kin- der bemühen. Durch die Anonymität des Internets ist ein Kennenlernen, ein gemeinsa- mes Finden der passenden Angebote und eine Klärung offener Fragen nicht möglich. Aus Erfahrung ist bekannt, dass viele Eltern Behinderungen oder Handicaps ihrer Kinder aus Angst vor Zurückweisung verschweigen. Zweite Alternative: Es wird geprüft, ob eine Online-Nummernvergabe möglich wäre. Damit hätten Eltern die Möglichkeit ab einem bestimmten Zeitpunkt online eine Nummer zu erhalten und sie können dann entspannt am Vormittag nach Infos über Twitter oder Facebook ins jfbw zur Anmeldung kommen, wenn sie an der Reihe sind. Vorläufiges Resümee: Ob Online-Buchungsverfahren oder Online-Nummernvergabe - das Internet eröffnet das „Windhundprinzip“: Der oder die Schnellste gewinnt. Das belegt ein Beispiel aus Stuttgart. Dort wurden 2016 alle 1.500 Plätze für deren Kinderspielstadt „Stutengarten“ in 24 Minuten ver- kauft. Dieses Verfahren stärkt Kinder aus wohlbehüteten Familien und benachteiligt Kinder aus schwierigen Verhältnissen. Auch wenn vielleicht nicht das bequemste, so ist das bisherige System doch das gerechteste. Welchen Weg der Stadtjugendausschuss e. V. für das nächste Jahr wählen wird, entscheidet er Ende 2016. 3. Die Verwaltung zeigt auf, welche der Ferienbetreuungsangebote inklusiv sind Immer mehr Eltern von Kindern mit Behinderung möchten, dass ihre Kinder an allen Ferienan- geboten teilnehmen. Das ist zum einem in der Ausweitung von Inklusion auf alle Gebiete zur Teilhabe von Menschen mit Behinderung begründet, aber auch in der Reduzierung der exklusi- ven Angebote für Kinder mit schweren Behinderungen. So finden an der Ludwig-Gutmann- Ergänzende Erläuterungen Seite 4 Schule und an der Albschule die Angebote nicht mehr so umfänglich wie in den vergangenen Jahren statt, und es ist davon auszugehen, dass sich diese Problematik noch verschärfen wird. Allerdings ist dieses Problem mit einer Ausweitung der inklusiven Angebote allein nicht zu lö- sen. Es wird immer Kinder mit Behinderung geben, die durch inklusive Ferienangebote überfor- dert und nicht in der Lage sind, an diesen teilzunehmen. Für diese Kinder muss es aus Sicht des Stadtjugendausschuss e. V. weiterhin eigene Angebote geben. Das jfbw und alle Einrichtungen des Stadtjugendausschuss e. V. haben ihre Ferienangebote für Kinder mit Behinderung geöffnet. Zusätzlich wurden zwei Angebote auch für Kinder mit hohem Pflege- und Betreuungsaufwand konzipiert und umgesetzt. Nahmen 2005 nur 12 Kinder mit Behinderung an den Angeboten teil, so sind es im Jahr 2015 bereits 66 Kinder gewesen. Diese Entwicklung bringt zusätzliche Anforderungen an den Stadtjugendausschuss e. V. als An- bieter und an die für die Durchführung der Angebote eingesetzten Teamerinnen und Teamer. Das bedeutet weitere Schulungsmodule und Menschen, die mit zusätzlichen Qualifikationen, z.B. im pflegerischen Bereich, eingesetzt werden müssen. Zusätzlich sind die Angebote an Kinder mit hohem Pflege- und Betreuungsaufwand kostenin- tensiv. Diese speziellen Angebote werden von einer examinierten Krankenschwester begleitet. Der Betreuungsschlüssel liegt bei eins zu eins. Beide Angebote „Abenteuerland“ und „Auf dem Rücken der Pferde“ verursachen Kosten in Höhe von insgesamt 12.000 Euro, von denen durch Teilnehmerbeiträge rund 5.000 Euro gedeckt werden. Für den Restbedarf müssen zeitaufwän- dig Drittmittel zum Beispiel durch Spenden akquiriert werden. 4. Die Verwaltung prüft eine Ausweitung ihres Angebots Runder Tisch „Ferien in Karlsruhe“ Im Juli 2016 lud der Stadtjugendausschuss e. V. die Diakonie, Caritas und AWO zu einem run- den Tisch ein, um gemeinsam über den Bedarf an Ferienangeboten, eine mögliche Ausweitung und über eine weitere Öffnung der Angebote für Kinder mit Behinderung nachzudenken. Auch die Gewinnung, Ausbildung und Bindung von ehrenamtlichen Teamerinnen und Teamern wur- de besprochen. An diesen Themen wird im Oktober 2016 weitergearbeitet. Entwicklungen beim Stadtjugendausschuss e. V. Der Stadtjugendausschuss e. V. wird sein breit gefächertes und innovatives Ferienkonzept wei- terentwickeln. Flächendeckend werden dabei die verschiedenen Kinder- und Jugendhäuser in den Stadtteilen einbezogen, um dort von Kindern fußläufig erreichbar, stadtteilorientierte Feri- enangebote mit und ohne Frühbetreuung anzubieten. Stadtteilorientierte Ferienangebote beim stja gibt es noch bei KLEVER, an den Ganztagesgrundschulen und in den Schülerhorten. Die zentral organisierten thematischen Ferienangebote wie Zirkusferien, Zirkusfestival, Kinder- spielstadt „Karlopolis“ aber auch Kids on Tour, Ferienfüchse oder Ferien an der Appenmühle werden ständig weiterentwickelt. Ein wichtiges Anliegen ist dabei immer, möglichst nied- rigschwellig auch Kindern aus benachteiligten Familien eine unbeschwerte Teilnahme zu ermög- lichen. Durch den Beschluss des Gemeinderats am 26. Juli 2016 zum Karlsruher Kinderpass wird die Beteiligung dieser Kinder begünstigt.
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NIEDERSCHRIFT Stadt Karlsruhe Gremium: 28. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: 20. September 2016, 15:30 Uhr Öffentlich Ort: Bürgersaal des Rathauses Vorsitzende/r: Erster Bürgermeister Wolfram Jäger 30. Punkt 31 der Tagesordnung: Ferienbetreuung in Karlsruhe Antrag des Stadtrats Parsa Marvi und der Stadträtinnen Yvette Melchien, Irene Moser und Sibel Uysal (SPD) sowie der SPD-Gemeinderatsfraktion vom 19. August 2016 Vorlage: 2016/0513 Beschluss: Verweisung in den Jugendhilfeausschuss Abstimmungsergebnis: keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 31 zur Behandlung auf und verweist auf die vorliegende Stellungnahme der Verwaltung. Stadträtin Moser (SPD): Leider ist der Sommer vorüber. Allerdings sind meiner Frakti- on und mir die Eindrücke beim mehrfachen Besuch der wunderbaren Ferienaktion Kar- lopolis noch in greifbarer Erinnerung. Durch die attraktiven Angebote der Ferienbetreu- ung der Stadt durch den Stadtjugendausschuss entsteht jedes Jahr vor Beginn der Sommerferien ein Run auf die angebotenen Plätze. Das wissen wir alle. Das ist sehr un- befriedigend. Die Eltern müssen sehr früh und stundenlang anstehen, wollen sie nicht bei der Vergabe der Plätze ins Hintertreffen geraten. Diese Vergabepraxis sehen wir als ungerecht und unerfreulich an und haben daher die Verwaltung aufgefordert, Alternativen darzustellen, aber auch aufzuzeigen, ob eine Ausweitung des Angebots der Ferienbetreuung möglich ist und welche Ferienangebote inklusiv sind. Wie aus der Antwort zu unserem Antrag zu entnehmen ist, ist diese unbefriedigende Vergabesituation auch Thema beim Stadtjugendausschuss. Die dargestellten Alternati- ven zur bisherigen Vergabe, nämlich die Online-Nummernvergabe oder ausschließlicher Verkauf über das Internet, sind auch nicht das Gelbe vom Ei. Das haben Sie selbst in der Vorlage so geschrieben. Das sehen wir auch so. Natürlich ist der persönliche Kontakt mit den anmeldenden Eltern sehr wichtig. Vielleicht gibt es die Möglichkeit, die bisheri- - 2 - ge Praxis und eine der Alternativen miteinander zu verknüpfen. Natürlich bedeutet die Ausweitung des Angebots an Ferienbetreuungsplätzen zusätzliche Anforderungen an den Anbieter, sprich an den Stadtjugendausschuss, und vor allem auch an die beteilig- ten Betreuerinnen und Betreuer. Insbesondere, wenn die Angebote auch Kindern mit Behinderungen offen stehen. Hier sehen wir durchaus die Herausforderungen, die die inklusiven Angebote mit sich bringen und meinen, dass überall dort, wo es möglich ist, Kinder mit Behinderungen zu integrieren, dies ermöglicht werden soll. An dieser Stelle möchte ich mich für das überragende Engagement aller bedanken, die mit viel Energie, Einsatz und Herzblut den Mädchen und Jungen in den Ferien eine sinn- volle, schöne und vergnügliche Ferienzeit ermöglichen. Wir freuen uns sehr, wenn es möglich sein wird, dass noch mehr Kinder und Jugendliche in den Genuss der Angebote kommen. Durch den 2/3-Zuschuss durch den Karlsruher Kinderpass, der jetzt eingeführt wurde, werden die Betreuungsangebote sicherlich noch stärker als bisher nachgefragt. Die SPD-Fraktion sieht, dass an der Ausweitung gearbeitet wird. Das erkennen wir auch an und sind sehr gespannt, was am Ende des Jahres 2016 für Möglichkeiten aufgezeigt werden. Wir würden uns aber auch über den Ausbau der Angebote und vor allem auch der inklusiven Angebote freuen. Gerade bei der überaus attraktiven und sehr gut nach- gefragten Kinderspielstadt Karlopolis wünschen wir uns einen deutlichen Ausbau. Stadträtin Meier-Augenstein (CDU): Der Zustand zum Start der Platzvergabe für die Ferienangebote ist bekannt. Er ist natürlich nicht befriedigend, auch aus unserer Sicht nicht. Aber die Begründung der Verwaltung, dass nicht einfach das System geändert werden kann, ist aus unserer Sicht auch nachvollziehbar. Denn es ist schon unser Anlie- gen, dass ein gerechtes System gefunden wird, dass nicht Familien benachteiligt wer- den, die vielleicht sprachlich nicht so gut sind. Es muss leichte Sprache, es muss leichte Zugangsmöglichkeiten geben, so dass wir im Moment auch noch nicht die Lösung se- hen. Aber wir möchten auch bitten, dass weiterhin überlegt wird seitens der Verant- wortlichen, auch des Stadtjugendausschusses, wie das in Zukunft vielleicht anders oder entzerrter geregelt werden kann. Die Ferienbetreuung in Karlsruhe ist ein sehr wichtiger Aspekt für die Familien, für viele Alleinerziehende, für viele Berufstätige, denn wir haben in allen Bereichen immer mehr Ganztagsbetreuung, ob im Kindergarten oder auch in den Schulen, Schülerhorten und auch die Ganztagsschulen. Entsprechend ist auch der Bedarf in den letzten Jahren ge- stiegen. Aber es hat sich auch die Nachfrage verändert. Das muss man auch ganz klar feststellen. Ferienangebote, die vielleicht vor 10 Jahren noch sehr gefragt waren, sind im Moment nicht mehr gefragt, weil vielleicht neue, im Moment tolle Angebote, wie Karlopolis kommen. Aber in ein paar Jahren, wenn das ein paar Jahre erlebt wurde, ist es vielleicht auch nicht mehr so interessant wie heute. Deswegen ist eine stetige Aufga- be, auch von unserem Stadtjugendausschuss, hier immer eine entsprechende Abwechs- lung zu finden. Wir begrüßen das Engagement der Verantwortlichen und danken auch sehr herzlich. Wir meinen aber schon, dass das Gesamtangebot auch im Auge behalten werden muss. Ich erinnere mich an eine Vollversammlung des Stadtjugendausschusses vor einigen Jah- ren, wo gerade auch die Mitgliedsverbände beklagt haben, dass ihre Ferienbetreuungs- - 3 - angebote nicht mehr so nachgefragt werden, dass viele Plätze frei sind. Ich habe es ge- rade bei uns, bei der KJD erlebt. Die mussten viel Werbung machen, um dann einen Bus für eine tolle Freizeit voll zu bekommen. Früher, als ich da mitgefahren bin, sind drei Busse sofort ausgebucht gewesen. Da hat es sich einfach auch verändert. Unser Anlie- gen wäre, dass wir jetzt nicht sagen, der Stadtjugendausschuss muss weiter ausweiten, um jeden Preis, und alle anderen sind dann benachteiligt, sondern es muss schon im Einklang passieren. Ich habe aber auch das Gefühl, dass es passiert, weil es diesen run- den Tisch gab, die Gespräche stattfinden und auch im Oktober wieder weitergeführt werden sollen. Die integrativen Angebote sind uns auch wichtig, dass wir hier zusätzliche Plätze schaf- fen, auch wenn das natürlich ein Aufwand ist, auch gerade von den Betreuungsperso- nen. Aber ich habe es selber bei meiner Tochter erlebt, das möchte ich einfach sagen, weil das einfach herrlich war. Sie war in den Sommerferien auf einer Freizeit vom Stadt- jugendausschuss, und es war ein gehörloses Mädchen dabei. Sie kam nach Hause und hat erzählt, wie die anderen Kinder einzelne Wörter in der Gebärdensprache gelernt haben und wie es super zusammen funktioniert hat. Ich glaube, das ist für alle Kinder und Jugendliche eine Bereicherung, die an so einer Freizeit teilnehmen, wenn wir auch Plätze in diesem Bereich schaffen. Stadträtin Rastätter (GRÜNE): In der Tat, die Nachfrage nach Ferienangeboten ist dramatisch angestiegen in den letzten Jahren, und sie wird noch weiter steigen. Des- halb muss man hier doch dem Stadtjugendausschuss, aber auch den anderen Trägern sehr dankbar sein, dass sie wirklich attraktive Ferienangebote entwickelt haben, denn es kann nicht sein, dass es nur, wenn der Bedarf da ist, um Betreuung geht. Sondern es sollen auch interessante, schöne, bereichernde Angebote sein für die Kinder, dass sie auch in schöner Erinnerung behalten, wie sie ihre Ferien gemeinsam mit anderen Kin- dern, in der ganzen Vielfalt der Kinder, einschließlich Kindern mit Behinderungen, ge- stalten können. Worum es aber jetzt in dem Antrag im Wesentlichen geht, ist die Frage der Vergabe. Da hatten wir das Thema schon einmal kurz im Jugendhilfeausschuss. Es geht im Prinzip um die Frage, wie kann die Vergabe erfolgen, dass alle Kinder einen gerechten Zugang zu diesen Angeboten bekommen und dass z. B. auch Kinder aus Familien, die nicht so schnell oder organisatorisch nicht so fit sind, um durch möglicherweise stundenlanges Anstehen die interessanten Angebote zu ergattern, auch die Chance haben. Dieses Windhundprinzip war in dem Antrag die wesentliche Fragestellung. Nun sind in der Be- antwortung zwei Alternativen genannt worden. Die Onlinebuchung, die aber auch als kritisch bewertet wird und sicher auch nicht zufriedenstellend verläuft. Dann die Online- Nummernvergabe mit der Möglichkeit, erst dann vor Ort zu kommen, wenn man auf- gerufen wird. Aber das ist auch in der Form so nicht als zufriedenstellend oder als wirk- lich tragfähig erörtert worden. Wir sehen durchaus Möglichkeiten, auch einmal Vorschläge einzubringen, die bisher noch nicht in den Blick genommen wurden, die aber sicher erst im Jugendhilfeaus- schuss diskutiert werden müssen. Als erstes ist die Frage, warum man nicht schon eine Woche vorher einfach einmal eine Losvergabe durchführt bei den sehr attraktiven An- geboten, damit der Zugang zu so einem Angebot über ein Los einfach gerechter erfol- - 4 - gen kann. Diejenige, die dann den Zuschlag bekommen, müssen dann natürlich sofort bezahlen, so dass auch feststeht, wer diesen Platz hat. Dann können in einem zweiten Schritt noch bestimmte Plätze über eine Anmeldung vor Ort oder über Online vergeben werden. Das sehen wir als eine Möglichkeit, die einmal ernsthaft geprüft werden sollte. Das Argument des Stadtjugendausschusses ist an der Stelle, dass man keine Beratungs- funktion hätte bei so einem Verfahren. Aber ich finde auch, dass man vielleicht schon, wenn die Angebote ausgeschrieben sind, eine Möglichkeit eröffnen könnte, wie die Eltern, die das brauchen, sich Beratung holen könnten. Es gibt auch viele Eltern, die die- se Beratung nicht mehr brauchen. Von daher ist es beim Verfahren nicht immer not- wendig. Eine zweite Möglichkeit, die man auch diskutieren sollte, wäre, inwieweit man für Kin- der mit Sozialpass eine Anzahl von Plätzen zunächst einmal zurückhalten sollte, um dann zu schauen, dass bei der Zusammensetzung der Feriengruppen Kinder unter- schiedlichster Herkunft, unterschiedlichster Familien, unterschiedlicher Möglichkeiten den Zuschlag bekommen können. Dies würde ich noch einmal vorschlagen, dass wir das auch im Jugendhilfeausschuss noch ausführlicher diskutieren. Die Qualität ist da. Die freien Träger sollen selbstverständlich auch weiterhin miteingebunden werden. Hier könnte ich mir auch vorstellen, dass die Kooperationen noch intensiviert werden. Ich möchte darauf hinweisen, dass der Stadtjugendausschuss durch die Veränderung der Struktur in den Stadtteilen schon sehr gute Angebote wohnortnah anbietet. Aber bei der Frage des Windhundprinzips müssen wir wirklich noch einmal prüfen, wie wir da eine bessere Lösung hinbekommen. Ich freue mich auf die Diskussion im Jugendhil- feausschuss. Stadtrat Braun (KULT): Die SPD hat völlig Recht damit, dass es ein Unding ist, dass Eltern stundenlang frühmorgens für einen Ferienbetreuungsplatz für ihr Kind anstehen müssen. Genauso kann es nicht sein, dass Kinder, deren Eltern voll berufstätig sind, eventuell leer ausgehen. Auch wenn das aktuelle System, wie in der Verwaltungsant- wort dargelegt, einige Vorteile bietet, sollte es so nicht weitergehen. Dieses System muss grundlegend überarbeitet werden. Eine nicht ausschließlich im Internet stattfin- dende Lösung wäre, genauso wie eine Ausweitung des Angebots seitens des Stadtju- gendausschusses aus Sicht meiner Fraktion wünschenswert. Aber mehr dazu dann bitte im Jugendhilfeausschuss. Stadtrat Jooß (FDP): Die liebe Renate Rastätter hat es mir vorweg genommen. Es wäre sinnvoll, vielleicht ein Losverfahren einzuführen, zumindest als Teil, dass man das split- tet. Wir hatten das in Kirchfeld mit der Volkswohnung. Da wurden die Bauplätze ver- lost, dass nicht die Reichsten oder die Meistbietenden zu einem Bauplatz kommen. Dann war es relativ gerecht, dass alle zum Zuge kamen, die Interesse hatten. Natürlich gibt es auch da Verlierer. Es gibt vor allem Verlierer beim Windhundprinzip, ob elektro- nisch oder Direktanmeldung. Das ist im Grunde dasselbe. Es gibt immer wieder Benach- teiligte. Deshalb sollte man das splitten beim Stadtjugendausschuss. Außerdem gibt es noch kirchliche Anbieter. Das Angebot muss hoch gehalten werden. Es muss erweitert werden, das ist für mich auch ganz wichtig. Daher bin ich guter Hoffnung, dass der Stadtjugendausschuss das auf die Reihe bekommt. - 5 - Der Vorsitzende: Ich habe keine weiteren Wortmeldungen. Der Antrag war zunächst auf Auskunftsverteilung, welche Möglichkeiten es gibt. Jetzt ist die Frage, ob Sie sich die Möglichkeiten, die aufgezeigt wurden, überlegen und sich dann in der Diskussion für einen bestimmten Weg entscheiden wollen, der natürlich dann auch im Jugendhil- feausschuss diskutiert werden kann. Wenn das Ihr Petitum ist, dann machen wir das so und geben es in den Jugendhilfeausschuss zur Vertiefung der Antworten, die hier ge- geben wurde. Ist es so von Ihnen gewünscht? Dann verweisen wir hiermit in den Ju- gendhilfeausschuss. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt – Ratsangelegenheiten – 7. Oktober 2016