Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept Knielingen 2030
| Vorlage: | 2016/0497 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 15.08.2016 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Amt für Stadtentwicklung |
| Erwähnte Stadtteile: | Durlach, Knielingen, Mühlburg, Neureut, Nordweststadt, Rüppurr, Weststadt |
Beratungen
- Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 20.09.2016
Rolle: Entscheidung
Ergebnis: einstimmig zugestimmt
Zusätzliche Dateien
-
Extrahierter Text
KNIELINGEN 2030 Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept Impressum Bearbeitung werk‐plan Architekten Stadtplaner Ingenieure Eisenbahnstraße 68 67655 Kaiserslautern in Arbeitsgemeinschaft mit KOBRA‐Beratungszentrum Beratungszentrum Landau Am Gutleuthaus 19 76829 Landau Beauftragt durch: Stadt Karlsruhe Amt für Stadtentwicklung Zähringerstraße 61 76133 Karlsruhe Layout werk‐plan Architekten Stadtplaner Ingenieure Eisenbahnstraße 68 67655 Kaiserslautern Druck Stadt Karlsruhe, Hauptamt Papier: 100% Recycling Bildquellen werk‐plan, KOBRA‐Beratungszentrum, Stadt Karlsruhe weitere nach Quellenangabe Bearbeitungsstand Juli 2016 I KNIELINGEN 2030|Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept INHALT 1 EINFÜHRUNG ................................................................................................. 1 Bezug zum Integrierten Stadtentwicklungskonzept Karlsruhe ...................................................... 1 Schwerpunkte der Stadtteilentwicklung ...................................................................................... 2 Der Stadtteil Knielingen ............................................................................................................... 2 2 ERLÄUTERUNGEN ZUM ENTWICKLUNGSPROZESS ........................................ 5 Prozessablauf .............................................................................................................................. 5 Phase I – Vorbereitung und Bestandsaufnahme ........................................................................... 5 Phase II – Aktive Bürgerbeteiligung .............................................................................................. 6 Exkurs: Zusammenfassung der Stärken und Schwächen des Stadtteils aus der SWOT‐Analyse ..... 9 Vertiefung in den Arbeitsgruppen .............................................................................................. 11 Phase III – Erstellung des STEK Knielingen 2030 ......................................................................... 11 3 INTEGRIERTES STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT ................................... 13 Knielingen 2030 ‐ Leitlinien der Stadtteilentwicklung ................................................................. 13 Wettbewerb Zukunftsstadt ........................................................................................................ 14 Überblick über Handlungsfelder und Konzeptbausteine des STEK .............................................. 17 SOZIALER ZUSAMMENHALT UND BILDUNG ..................................................................................18 KULTUR ................................................................................................................................................32 SPORT, FREIZEIT UND GESUNDHEIT ..............................................................................................35 UMWELT, KLIMASCHUTZ UND STADTGRÜN ................................................................................40 STÄDTEBAU UND STADTTEILENTWICKLUNG ................................................................................50 MOBILITÄT .........................................................................................................................................58 4 ANLAGEN ..................................................................................................... 72 1 KNIELINGEN 2030|Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept 1 EINFÜHRUNG BEZUG ZUM INTEGRIERTEN STADTENTWICKLUNGSKONZEPT KARLSRUHE Karlsruhe hat sich als prosperierende Stadt in den vordersten Rängen der deutschlandweiten Städterankings mit guten Wachstumsprognosen positi‐ oniert. Im nationalen und internationalen Wettbewerb der Städte und Re‐ gionen gilt es diese Position zu stärken. Der Masterplan für das Jahr 2015 ‐ zum 300‐jährigen Stadtjubiläum ‐ setzte dafür den großen Rahmen. Als eine Stadt am Rhein, eine Stadt der Wissenschaft mit multikulturellem Flair so‐ wie als lebenswerte Stadt für alle Generationen, stellt sie sich den gesell‐ schaftlichen und demografischen Herausforderungen. Viele Leitprojekte aus dem Masterplan sind bereits umgesetzt. Das „Integrierte Stadtentwick‐ lungskonzept“ (ISEK) Karlsruhe 2020 als Fortschreibung über das Jubiläums‐ jahr hinaus, bildet die konzeptionelle Grundlage für die zukünftige Weiter‐ entwicklung der Stadt. Die übergeordneten Zielvorstellungen des ISEK sind dabei: Zukunftsfähigkeit der Stadt stärken, Lebensqualität verbessern, Image nach außen verbessern, Attraktivität der Stadt erhöhen. Ein bedeutendes integriertes Leitvorhaben des ISEK ist es, die Karlsruher Stadtteile als lebenswerte und attraktive Lebensräume für seine Bewohne‐ rinnen und Bewohner zukunftsfähig weiterzuentwickeln sowie Funktions‐ verlusten vorzubeugen. Hierzu zählen im Besonderen die Sicherung der Nahversorgung, die Stärkung der Stadtteilzentren sowie die Mischung von Wohnen und Arbeiten. In Fortschreibung und Weiterentwicklung des ISEK wie auch als Richtlinie für die Fachplanungen und die weitere angestrebte Entwicklung sollen nach Beschluss des Hauptausschusses vom 27. Januar 2015 für die Karlsruher Stadtteile integrierte Stadtteilentwicklungskonzepte (STEK) unter Einbezie‐ hung der Meinung und des Erfahrungswissens der vor Ort ansässigen Bür‐ gerinnen und Bürger erstellt werden. Orientiert an den Potenzialen sowie den Stärken und Schwächen der Stadtteile werden im Wechselspiel zwi‐ schen Verwaltung, Bürgerschaft und Politik auf diesem Wege Grundlagen einer zukunftsfähigen Weiterentwicklung der Stadtteile erarbeitet. Das STEK integriert und konkretisiert die Ziele und Maßnahmen der ge‐ samtstädtischen Fachkonzepte auf Ebene des Stadtteils. Außerdem soll es den Leitsätzen des ISEK einen örtlichen Bezug geben. Für den Stadtteil Knielingen liegt ein solches integriertes Stadtteilentwick‐ lungskonzept nun vor. Das Stadtentwicklungskonzept Karlsruhe 2020 als Diskurs einer langfristig ausgerichteten Stadtentwicklungspolitik Stadtteilentwicklung als integriertes Leitvorhaben im ISEK 2 SCHWERPUNKTE DER STADTTEILENTWICKLUNG Die Entwicklung der Gesamtstadt und ihrer Stadtteile ist stets miteinander verknüpft. Ziel der Stadtteilentwicklung aller Karlsruher Stadtteile ist es, Strategien und Lösungswege zu entwickeln, die die Stärken nutzen und weiter ausbauen, die Schwächen minimieren und auf diese Weise die Zu‐ kunftschancen erkennen. Stadtteilentwicklung zielt auf die Verbesserung der Lebensqualität wie auch der Lebenschancen der Bewohnerinnen und Bewohner ab. „Der Fokus Innenstadt und Stadtteile 2020 setzt den Schwerpunkt auf alle Aktivitäten, die die qualitätsvolle Weiterentwicklung der Stadträume zu lebenswerten attraktiven Lebensräumen zum Ziel haben und den Heraus‐ forderungen der wachsenden Stadt, der demografischen und gesellschaftli‐ chen Veränderungen sowie des Klimawandels zukunftsfähig begegnen. Durch qualitätsvolle Aufwertungen des öffentlichen Raums und der Grünflä‐ chen sowie durch intelligente, ausgewogene Nachverdichtungskonzepte werden die Charakteristika der Stadtteilräume herausgearbeitet, der Stadt‐ raum qualifiziert, neue Akzente gesetzt und damit insgesamt die urbane Lebensumgebung attraktiver gemacht.“ Das „Integrierte Stadtteilentwicklungskonzept Knielingen 2030“ stellt einen Orientierungsrahmen für die nächsten Jahre und die zukünftige Entwicklung des Stadtteils dar. Das vorliegende Konzept ist als Diskurs zu verstehen, was bedeutet, dass die formulierten Vorstellungen und Ziele für die kurz‐, mit‐ tel‐ und langfristige Zukunftsentwicklung einer stetigen Überprüfung, Rück‐ kopplung, Neuformulierung und Weiterentwicklung bedürfen. Für einige der vorgeschlagenen Maßnahmen gibt es noch keine Finanzie‐ rung, andere können nur im Rahmen anderer Großprojekte wie dem Ver‐ kehrsentwicklungsplan (VEP), Lärmaktionsplan (LAP), Räumliches Leitbild Karlsruhe 2015, Sanierungsprogramm u.a. umgesetzt werden. Das Konzept bietet jedoch eine fundierte und mit allen Beteiligten abgestimmte Grund‐ lage, Gelder aus Förderprogrammen für das Planungsgebiet zu akquirieren. Dieses ist auch Voraussetzung für die Ende des Jahres 2016 beabsichtigte Beantragung von Städtebaufördermitteln für ein noch abzugrenzendes Sa‐ nierungsgebiet in Alt‐Knielingen. Im Falle einer Aufnahme in ein Städte‐ bauförderungsprogramm wird die Öffentlichkeitsbeteiligung im Rahmen des Sanierungsprozesses fortgeführt. Bereits erarbeitete Maßnahmen und Projekte können weiter konkretisiert und auf den Weg gebracht werden. DER STADTTEIL KNIELINGEN KNIELINGEN IST EIN STADTTEIL IM AUFBRUCH. Die Innenstadtnähe sowie die Nähe zum Rhein machen ihn attraktiv. Er profitiert durch die Entwick‐ lung des Konversionsgeländes der amerikanischen Streitkräfte im Norden von Knielingen und der Entstehung eines neuen Stadtquartiers „Knielingen 2.0“. Daraus resultieren jedoch weitreichende Veränderungen für den ge‐ samten Stadtteil. Während durch die Entwicklung des Neubaugebiets ein attraktiver und moderner Wohnstandort mit Nahversorgungszentrum ent‐ steht, ist der Bereich Alt‐Knielingen einerseits durch erhebliche Verkehrs‐ probleme belastet und andererseits durch Funktionsverluste, schwache Attraktivität und Modernisierungsbedarf gekennzeichnet. Positive Merkmale zur Entwicklung der Stadtteilidentität sollen weiter profiliert und Defizite unter Beachtung der Leitsätze abgebaut werden Fokusbetrachtung der Karlsruher Innenstadt und der Stadtteile Leitgedanken aus dem ISEK Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept Knielingen 2030 mit kurz‐, mittel‐ und langfristigen Zielvorstellungen Potenziale nutzen – Risiken minimieren 3 KNIELINGEN 2030|Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept Abbildung 1: Blick über Alt‐Knielingen; eigene Aufnahme 2015 Exkurs: Der Stadtteil Knielingen im Überblick Der zweitgrößte Karlsruher Stadtteil Knielingen ist untergliedert in die bei‐ den Stadtviertel Alt‐Knielingen und Neu‐Knielingen. Insgesamt leben hier knapp über 10.000 Menschen. Allein in den letzten fünf Jahren hat die Wohnbevölkerung in Knielingen, hauptsächlich bedingt durch die Entwick‐ lung des neuen Stadtquartiers Knielingen 2.0, einen Zuwachs von 10,2 Pro ‐ zentpunkten erfahren. In der Bebauungsstruktur des ältesten Stadtteils sind die unterschiedlichen Bauphasen seiner Teilbereiche deutlich ablesbar: Knielingen ist einerseits geprägt durch die teilweise historisch wertvollen und stadtbildprägenden engen Straßenzüge und dichten Baustrukturen im Alt‐Knielinger Ortskern und andererseits durch die aufgelockerte Bebauung und großzügig angeleg‐ ten Straßenräume in Neu‐Knielingen. Die Nähe zu Rhein und Alb sowie an‐ grenzende Natur‐ und Landschaftsschutzgebiete, landwirtschaftliche Nutz‐ flächen und Streuobstwiesen bieten attraktive Naturräume mit Erholungs‐ funktion für Stadt und Region. Lange war der Ort Knielingen durch die Landwirtschaft und Fischerei geprägt. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwi‐ ckelte sich der Stadtteil mit der Entstehung der umliegenden Industrie‐ und Gewerbegebiete schnell zu einem Arbeiterwohnort. Bis heute ist Knielingen ein bedeutender Industriestandort für die gesamte Region. Zahlen und Fakten zum Stadtteil Knielingen 4 5 KNIELINGEN 2030|Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept 2 ERLÄUTERUNGEN ZUM ENTWICKLUNGSPROZESS PROZESSABLAUF Bei der Erarbeitung des integrierten Stadtteilentwicklungskonzepts für den Stadtteil Knielingen wird besonderer Wert darauf gelegt, ein auf Offenheit und Transparenz angelehntes Verfahren anzuwenden, mit dem der Dialog mit zentralen Akteuren der Stadtteilentwicklung sowie den Bürgerinnen und Bürgern aktiv gefördert wird. Das Konzept ist in drei Prozessphasen erarbeitet worden, in denen verschiedene Möglichkeiten der Mitwirkung bestanden und die Belange der unterschiedlichen Interessensgruppen ein‐ gebracht wurden. Abbildung 2: Phasen des Stadtteilentwicklungsprozesses, Quelle: Stadt Karlsruhe PHASE I – VORBEREITUNG UND BESTANDSAUFNAHME Eingeleitet wurde der rund einjährige Prozess mit dem Beschluss des Hauptausschusses vom 24. Februar 2015. In einer ersten Phase der Be‐ standsaufnahme wurden Bevölkerungsstruktur und Bevölkerungsentwick‐ lung analysiert, eine Umfrage zur Wohn‐ und Lebensqualität in Knielingen durchgeführt und seitens der Verwaltung anstehende Maßnahmen zusam‐ mengetragen. Eine Querschnittsgruppe, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der städtischen Verwaltung, der Fraktionen, dem Bürgerverein und weiteren Stadtteilakteuren, stimmte Ziele und Zweck des Prozesses sowie das Beteiligungsverfahren ab und gab wichtige Hinweise in Bezug auf den Stadtteil. Damit wird der Prozess von Beginn an von allen relevanten Akteuren mitgestaltet. Prozess in drei Phasen mit intensiver Beteiligung Einleitung des Entwicklungsprozesses mit Beschluss des Hauptausschusses am 24. Februar 2015 6 PHASE II – AKTIVE BÜRGERBETEILIGUNG Mit einem Ideenworkshop und einem Stadtteilspaziergang im Juli 2015 startete die Phase II des Stadtteilentwicklungsprozesses mit einer intensi‐ ven Bürgerbeteiligung. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer brachten ihre Wünsche und Vorstel‐ lungen für die zukünftige Entwicklung ihres Stadtteils direkt ein und disku‐ tierten die fünf vorgegebenen Handlungsfelder: Verkehr und Mobilität, Soziales und kulturelles Leben in Knielingen, Kinder, Jugend und Familienfreundlichkeit, Öffentliche Plätze und Begegnungspunkte, Natur, Stadtgrün und Klimaschutz. Dabei ging es, angelehnt an die Methode der Zukunftswerkstatt, zunächst darum, Visionen zu entwickeln und alle Wünsche, ob realisierbar oder nicht, festzuhalten und zu sammeln. Zuvor hatten die Bürgerinnen und Bürger bereits Gelegenheit, sich zu Stärken und Schwächen des Stadtteils zu äu‐ ßern. Schnell kristallisierten sich die problematischen Themenfelder heraus, die die Mehrheit der Knielinger Bevölkerung in hohem Maße beschäftigt. Abbildung 3: Auftaktveranstaltung im Stadtteilentwicklungsprozess; eigene Aufnahme 2015 Besonders im Bereich Verkehr überwiegen die Schwächen und Missstände. Mehrfach kritisiert wurde das hohe Aufkommen von Durchgangsverkehr auf der Rheinbrückenstraße und Sudetenstraße, vor allem durch Pendler‐ ströme. Der dadurch verursachte Lärm und Geruch führt zu einer starken Belastung der angrenzenden Wohnbereiche. Auch die problematische Park‐ situation und das Gehwegparken besonders in Alt‐Knielingen oder die star‐ ke Lärmbelastung durch die Südtangente (B 10) beschäftigen die Knielinge‐ rinnen und Knielinger. Weiterhin wurden das ungenügende Betreuungsan‐ gebot und das Fehlen von Kindergarten‐ bzw. Hortplätzen bemängelt. Trotz der Fülle an Problemen lebt die Mehrheit der Anwesenden gern in Knielingen. Sie schätzen die Nähe und die gute Anbindung zur Innenstadt sowie die Naturnähe zum Rhein. Auch das dörfliche Ambiente und das nette nachbarschaftliche Verhältnis werden als Stärke des Stadtteils her‐ vorgehoben. Der Dialog zur Stadtteilentwicklung startete mit der Auftaktveranstaltung am 27. Juli 2015 Schwerpunktbereiche der Stadtteilentwicklung in Knielingen An Knielingen stört mich... Hohes Verkehrsaufkommen, fehlende Begrünung öffentlicher Räume, wenig Infrastruktur, Parksituation, keine Begegnungsstätte, Lärm, zu wenige Betreuungsangebote Ich lebe gern in Knielingen... Naturnähe, gute Verkehrsanbindung, Nähe zur Innenstadt und Rhein, dörfliches Ambiente, gute Nachbarschaft 7 KNIELINGEN 2030|Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept In den Themenecken ging es dann darum, sich von der Kritik zu lösen und erste Ideen und Visionen zu den eben genannten Themenfeldern zur Ver‐ besserung der Situation im Stadtteil anzuregen. Die Zusammensetzung der Teilnehmenden war hinsichtlich Alter und Ortsteilzugehörigkeit breit gefä‐ chert. Somit fanden die unterschiedlichsten Interessen, Wünsche und Vor ‐ stellungen für die Weiterentwicklung Knielingens Eingang in die Diskussion. Anschließend wurden die gemeinsam erarbeiteten Ideen und Zukunftsbil‐ der für den Stadtteil aus der Sicht der Bürgerschaft im Plenum vorgestellt. Die sowohl von den Bürgerinnen und Bürgern genannten Stärken und Schwächen aus der Auftaktveranstaltung und des Stadtteilspaziergangs wurden in der SWOT‐ Analyse berücksichtigt. Ebenso wurden die ersten Ideen und Visionen als Diskussionsgrundlage in den festgelegten themati‐ schen Arbeitsgruppen besprochen, bewertet und auf ihre mögliche Reali‐ sierbarkeit erörtert. So wurden zum Themenfeld „VERKEHR UND MOBILITÄT“ diverse Vorschlä‐ ge zur Verkehrsentlastung und Beruhigung formuliert. Einige der Anwesen‐ den können sich vorstellen, dass durch Einbahnstraßenregelungen die Ver‐ kehrsführung und ‐lenkung in Alt‐Knielingen verbessert werden kann. Eine Option wäre auch die engen Straßenräume in Alt‐Knielingen als verkehrsbe‐ ruhigte Bereiche im Sinne von shared spaces umzubauen. Es wurde sogar davon gesprochen, Autos nur an bestimmten Tagen fahren zu lassen. Auch in Bezug auf den ÖPNV oder das Radfahren wurden erste Ideen geäußert. Sie reichen von einer veränderten Linienführung, über 1‐Zonen‐Tarife, bis hin zur Barrierefreiheit. Die problematische Parkplatzsituation sowie die zu kurzen Ampelphasen waren weitere wichtige Themen. Im Themenbereich „SOZIALES UND KULTURELLES LEBEN IN KNIELINGEN“ wurde der Wunsch formuliert, das kulturelle Leben im Stadtteil zu beleben, z. B. durch das Ausrichten von mehr Straßenfesten, der Reaktivierung des Kinos, durch Lesungen am Bücherschrank oder Ähnlichem. Auch die Mög‐ lichkeit eines Mehrgenerationenhauses, Bürgerbüros, Bürgerzentrums so‐ wie Begegnungsmöglichkeiten im Zusammenhang mit Geschäften und ge‐ mütlichen Cafés wurde mehrheitlich gewünscht. Beim Thema „KINDER, JUGEND UND FAMILIENFREUNDLICHKEIT“ machen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer für ein Kinder‐ und Jugendzent‐ rum in Knielingen oder auch Treffpunkt für Jugendliche stark. Sogar von einer Eisfläche im Winter auf dem Festplatz und einem Parcours für fernge‐ steuerte Autos war die Rede. Außerdem wurden viele Anregungen zur Ver‐ besserung und Aufwertung der Spielplätze gegeben. Im Hinblick auf das Thema Kinderbetreuung wurden Wünsche nach ausreichenden Kita‐ und Hortplätzen und Ganztagsschulangeboten sowie einer Betreuung von 7:00 Uhr bis 18:00 Uhr geäußert. In der Zukunftsvorstellung der Knielingerinnen und Knielinger sind die Grundschulen saniert und es existieren weiterfüh‐ rende Schulen in Wohnortnähe. Im Themenfeld „ÖFFENTLICHE PLÄTZE UND BEGEGNUNGSPUNKTE“ ging es um Ideen zur Aufwertung von Plätzen und Straßenräumen. Ob ein zentraler Platz entstehen soll oder nicht, wurde kontrovers diskutiert. Einig waren sich die Anwesenden aber darüber, dass Alt‐Knielingen künftig stilvoll und qualitativ saniert und beleuchtet sein soll. Die derzeit durchgeführte Erneu‐ erung der Beleuchtung ist für viele nicht zufriedenstellend. Wechselseitiges Parken, Tempo reduzieren, mehr Radwege, Querungen kinderfreundlich gestalten, Lärmschutz Südtangente, Spielstraßen und autofreie Bereiche, verträgliche Abwicklung des Durchgangsverkehrs, nördliche Umfahrung realisieren Nachbarschaftshilfe, Bürgerzentrum, Spaßbootrennen wieder einführen, multifunktioneller Raum für Vereine, Einkaufsservice Durchgehend geöffnete Kinderbetreuung, Platz für Jugendliche mit Grillplatz, Baby‐Sitter Vermittlung, sicheres Fahrradfahren für Kinder ermöglichen, Ferienangebote für Kinder, Jugendtreff, weiterführende Schule Konzeptentwicklung um den Elsässer Platz, Aufenthaltsbereiche für Jugendliche, mehr Grünflächen in Alt‐Knielingen, Etablierung Stadtteilzentrum, Reduzierung der Trennwirkung der Rheinbrückenstraße 8 Im Vordergrund steht auch die Aufwertung und Belebung des Elsässer Plat‐ zes als Ort der Begegnung. Es wurde darüber hinaus die Vision eines Alb‐ Parks und eines Museumsdorfs angeregt. Die Vorstellungen der Bürgerinnen und Bürger zum Thema „NATUR, STADTGRÜN UND KLIMASCHUTZ“ sind saubere Luft einatmen zu können und einen Stadtteil frei von Müll zu haben. Im Vordergrund stehen auch die Naturschutzgebiete rund um den Knielinger See und die Alb. Mehrfach wurde sich für mehr Aufenthaltsqualität und Naherholungsmöglichkeiten in diesen Bereichen ausgesprochen. Weitere Vorschläge bezogen sich auf Begrünungsmaßnahmen in öffentlichen Räumen. Ein wichtiger Baustein für eine erfolgreiche Weiterentwicklung des Stadt‐ teils ist die Einbeziehung der Belange und Wünsche von Kindern und Ju‐ gendlichen aus Knielingen im Stadtteilentwicklungsprozess. Im Juli und Sep‐ tember 2015 fanden dazu in Kooperation mit den beiden Knielinger Grund‐ schulen Streifzüge mit Kindern statt. An zwei Tagen erkundete die dritte Klasse der Viktor‐von‐Scheffel‐Schule das Gebiet nördlich der Rheinbrü‐ ckenstraße. Am 28. Juli wurde von der dritten Klasse der Grundschule Knielingen das Gebiet südlich der Rheinbrückenstraße in Augenschein ge‐ nommen. Nach einer kurzen Einführung im Klassenzimmer zeigten die Kin‐ der ihre Kritikpunkte und Veränderungsideen direkt vor Ort auf. Bei den Streifzügen mit Kindern ging es in erster Linie darum, dass die Kin‐ der ihre Lebenswelt im öffentlichen Raum aufzeigen: An welchen Plätzen halten sich die Kinder auf und welche Wege (Straßen, Überquerungen, Ab‐ kürzungen) nutzen oder vermissen sie? Dabei wurden nicht nur die offiziel‐ len Spielorte wie Spielplätze oder Bolzplätze betrachtet, sondern alle Flä‐ chen, die Kinder nutzen (informelle Spielorte). Die Kinder zeigten dabei Missstände auf, machten aber auch Verbesserungsvorschläge. Abbildung 4: Kinder‐ und Jugendbeteiligung in Knielingen; eigene Aufnahmen 2015 Am 30. September hatten dann die Knielinger Jugendlichen im Rahmen eines Jugendworkshops das Wort. Der Stadtjugendausschuss e.V. und der Vorstand des JUKUZ e.V. waren ebenfalls vor Ort. Bei dem Jugendworkshop ging es um die Fragen: Was finden die Jugendlichen gut in Knielingen? Wo drückt der Schuh? Welche Verbesserungen wünschen sich die Jugendlichen für ihren Stadtteil? Die Aussagen und Ideen der Kinder und Jugendlichen wurden festgehalten und danach in der Arbeitsgruppe "Kinder, Jugend und Familienfreundlich‐ keit" diskutiert und weiter konkretisiert. Alb wieder erlebbar machen, Schallschutz entlang der B10, mehr Straßengrün für Alt‐ Knielingen, saubere Luft Zu kurze Grünphasen, Aufwertung der Spielplätze, gefährliche Straßenabschnitte auf dem Schulweg – Konflikte mit motorisiertem Verkehr, Müll an der Alb, schmale Gehwege in Alt‐Knielingen Aufwertung der Bolzplätze, fehlende Freitreffpunkte (Chillplätze), Tischtennisplatte, Graffitiwand, Offener Jugendtreff, bessere Anbindung ÖPNV 9 KNIELINGEN 2030|Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept Die Ergebnisse aus dem bisherigen Bürgerbeteiligungsprozess wurden zu‐ sammen mit der Bestandsaufnahme und ‐analyse durch die Fachplaner gebündelt und im ersten Teil des Stadtteilentwicklungsprozesses – der SWOT‐Analyse – zusammengefasst. Diese wurde am 26. Januar 2016 dem Gemeinderat vorgelegt und bildete die Basis für die weitere konzeptionelle Arbeit im Rahmen des integrierten Stadtteilentwicklungskonzepts. EXKURS: ZUSAMMENFASSUNG DER STÄRKEN UND SCHWÄCHEN DES STADTTEILS AUS DER SWOT‐ANALYSE STÄRKEN Eine besondere Stärke des Stadtteils Knielingen ist die landschaftlich außer‐ ordentlich attraktive Lage am Rhein mit einem reich strukturierten, land‐ wirtschaftlich und naturschutzfachlich bedeutsamen Naturraum, der den südwestlichen bis nördlichen Siedlungsbereich Knielingens umfasst. Die um‐ gebende Landschaft ist überwiegend gut bis sehr gut zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar und von großer Bedeutung für die Naherholung. Die einzelnen Siedlungsbereiche Alt‐Knielingen, Neu‐Knielingen und Knielin‐ gen 2.0 sind städtebaulich als Einheiten ablesbar. Diese drei Einheiten sind jeweils baulich weitgehend homogen gestaltet und vermitteln einen ange‐ nehmen Eindruck ohne gravierenden gestalterischen „Wildwuchs“. Insbe‐ sondere in Alt‐Knielingen gibt es zahlreiche Baudenkmäler und stadtbildprä‐ gende Gebäude, die den besonderen Charme des ältesten Stadtteils Karlsru‐ hes betonen. Knielingen verfügt über eine sehr gute verkehrliche Anbindung sowohl in Richtung Innenstadt als auch über den Rhein hinweg Richtung Südpfalz und die Metropolregionen Rhein‐Neckar und Stuttgart. Nahegelegene Straßen mit großräumiger Bedeutung und öffentliche Verkehrsmittel sind gut er‐ reichbar. In Punkto Grün‐ und Freiflächen, Freizeitangebote, Spielplätze und Treff‐ punkte sind zum einen die umgebenden Landschaftsräume von großer Be‐ deutung und zum anderen die Grün‐ und Spielflächen, insbesondere in Neu‐ Knielingen und Knielingen 2.0. Zahlreiche Vereine bieten ein abwechslungs‐ reiches Sport‐ und Freizeitangebot für die Knielinger Bevölkerung. Kleingar‐ tenanlagen erweitern das Freiflächenangebot. Natur‐ und Landschaftsschutzgebiete mit hohem ökologischem und landschaftsästhetischem Wert Historisch wertvolle und stadtbildprägende Bausubstanz in Alt‐Knielingen Gute überörtliche Verkehrsanbindung Umgebende Landschaft als Streifräume und Treffpunkte 10 Knielingen zeigt eine positive Bevölkerungsentwicklung und eine relativ ge‐ sunde Altersstruktur in den letzten Jahren, nicht zuletzt auch aufgrund der Entwicklung der Neubauflächen in Knielingen 2.0. Der Stadtteil zeichnet sich durch ein aktives Vereinsleben und ein hohes Maß an bürgerschaftlichem Engagement aus. Als Wirtschaftsstandort ist Knielingen aufgrund seiner großen Gewerbe ‐ und Industriebetriebe von Bedeutung. Die Versorgungssituation in Knielingen mit Gütern des täglichen Bedarfs, Dienstleistungen und gastronomischen Angeboten ist schwerpunktmäßig im Norden Knielingens sehr gut. SCHWÄCHEN Die zuvor genannten Stärken im Hinblick auf die überaus gute verkehrliche Anbindung Knielingens stellen sich mit den damit verbundenen Auswirkun‐ gen wie Lärm, Abgase und Gefährdung schwächerer Verkehrsteilnehmen‐ den auf der anderen Seite als eine der Hauptschwächen Knielingens dar. Nicht nur die stark befahrene B 10 südlich des Stadtteils ist problematisch, auch die durch Pendlerverkehr und als Ausweichstrecken genutzten Straßen in Knielingen belasten die Anwohnerinnen und Anwohner. Insbesondere die Rheinbrückenstraße ist problematisch, da sie zusätzlich auch städtebaulich und funktional aufgrund ihrer enormen Breite, der Parallelstraßen Östliche und Westliche Rheinbrückenstraße und der Straßenbahngleise eine starke Trennwirkung erzielt. Zu Fuß Gehende und Rad Fahrende sind durch die vorgenannten Punkte insbesondere im Bereich der Hauptverkehrsachsen benachteiligt. Hinzu kommen problematische Verkehrsverhältnisse in Alt‐Knielingen aufgrund enger Straßenräume, schmaler Gehwege und parkender Fahrzeuge. In Neu‐ Knielingen stellen unübersichtliche Kreuzungen, Missachtung von Durch‐ fahrtsverboten (v.a. Lkw), hohe Geschwindigkeiten und Mängel bei der Füh‐ rung von Radwegen bzw. die noch nicht vollständig umgesetzte Radwege‐ konzeption die markantesten Problembereiche dar. Hinsichtlich der räumlichen Verteilung der oben genannten Grünflächen und Spielplatzangebote ist Alt‐Knielingen benachteiligt. Die hohe bauliche Dichte in diesem Stadtviertel verschärft die Problematik fehlender öffentlicher Frei‐ flächen zusätzlich. Für ganz Knielingen ist festzustellen, dass eine eindeutig definierte und ansprechende Quartiersmitte, ein generationenübergreifen‐ der Treffpunkt im öffentlichen Raum, mit dem sich die Bevölkerung identifi‐ zieren kann, fehlt. Der Elsässer Platz weist gestalterische Mängel und eine fehlende Funktionalität auf, nicht zuletzt aufgrund unpassender Gebäude‐ gestaltung und Gebäudenutzung. Die Bedeutung der umgebenden Landschaft als Naherholungsraum wird durch den Schutzstatus großer Flächen (Landschafts‐ und Naturschutzge‐ biet) geschmälert, da sich daraus Nutzungs‐ und Zugangsbeschränkungen für die Bevölkerung ergeben. In Alt‐Knielingen besteht ein nicht unerheblicher Sanierungsbedarf, der sich alleine aus der äußerlichen Betrachtung ablesen lässt. Bereits erfolgte bauli‐ che Maßnahmen zeigen das Fehlen einer fachlichen Begleitung im Hinblick auf die sensible städtebauliche Situation. Prägende Elemente gehen durch An‐, Um‐ und Neubauten zunehmend verloren. Bevölkerungszuwachs durch Entwicklung Knielingen 2.0 Bedeutender Industriestandort in der Umgebung Starke Belastungen durch das hohe Aufkommen von Durchgangsverkehr Starke Barrierewirkung zwischen Alt‐Knielingen und Neu‐Knielingen durch Rheinbrückenstraße Konfliktsituationen zwischen motorisierten und nichtmotorisierten Verkehrsteilnehmenden Fehlende Identifikationspunkte und unzureichende städtebauliche Qualitäten Schutzstatus schränkt die Nutzbarkeit nahegelegener Landschaftsräume zu Erholungszwecken ein Hoher Anteil unsanierter Gebäude in Alt‐Knielingen 11 KNIELINGEN 2030|Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept Darüber hinaus besteht (auch in Neu‐Knielingen) Handlungsbedarf hinsicht‐ lich der energetischen Sanierung. Trotz zahlreicher Freizeit‐ und Begegnungsangebote von Vereinen und kirch‐ lichen Trägern fehlt es an einem generationenübergreifenden, nicht konfes‐ sionsgebundenen Treffpunkt und Veranstaltungsort. Weiterhin sind auch die Betreuungsangebote für Kinder in einzelnen Alters‐ gruppen nicht ausreichend und zu wenig flexibel. Die Versorgung mit Waren des täglichen Bedarfs ist in Alt‐Knielingen stark rückläufig, da immer mehr ansässige Geschäfte den Betrieb eingestellt ha‐ ben. Die Versorgungsangebote in Neu‐Knielingen bzw. Knielingen 2.0 sind insbesondere für die nichtmotorisierte Bevölkerung schlecht erreichbar. VERTIEFUNG IN DEN ARBEITSGRUPPEN In fünf moderierten Arbeitsgruppen zu den bereits erwähnten Themenfel‐ dern wurden ab Oktober 2015 die Ideen und Visionen aus der Auftaktver‐ anstaltung, dem Stadtteilspaziergang und der Kinder‐ und Jugendbeteili‐ gung diskutiert und in Rückkopplung mit der Stadtverwaltung teilweise geprüft und weiterentwickelt. Insgesamt wurden mehrere Arbeitsgruppensitzungen pro Themenfeld durchgeführt, bei denen sich die Bürgerinnen und Bürger zusammen mit Fachplanern und anderen am Prozess beteiligten Akteuren aktiv einbringen konnten. Abbildung 5: Arbeitsgruppensitzungen in Knielingen, eigene Aufnahmen 2015 Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen sind in die Erstellung des vorliegenden Integrierten Stadtteilentwicklungskonzepts Knielingen 2030 eingeflossen. PHASE III – ERSTELLUNG DES STEK KNIELINGEN 2030 In der dritten Phase des Gesamtprozesses geht es durch die Zusammenfüh‐ rung und Verarbeitung aller bisherigen Ergebnisse aus Phase I und II um die konkrete Ausarbeitung des STEK Knielingen bis zum Jahr 2030. Die Identifi‐ zierung von möglichen Handlungsfeldern und die damit verbundenen Ziel‐ richtungen und Maßnahmen für die zukünftige Stadtteilentwicklung stellen einen notwendigen Baustein für die Erarbeitung des Konzepts dar. In An‐ lehnung an das ISEK 2020 wurden insgesamt sechs Handlungsfelder für die Stadtteilentwicklung Knielingen identifiziert. Diese finden sich ebenfalls in den Themenbereichen der Arbeitsgruppen wieder. Alle Handlungsschwerpunkte stehen in engem Bezug zueinander Energetische Standards Fehlendes Betreuungsangebot für Kinder, fehlende Treffpunkte für Bevölkerung Nahversorgungsdefizite und schlechte Erreichbarkeit der Versorgungseinrichtungen in Alt‐Knielingen Soziales und kulturelles Leben in Knielingen Öffentliche Plätze und Begegnungspunkte Kinder, Jugend und Familienfreundlichkeit Natur, Stadtgrün und Klimaschutz Verkehr und Mobilität Auswahl der Handlungsfelder anhand ISEK, SWOT‐Analyse und Bürgerbeteiligung 12 und können in ihrer Umsetzung oder inhaltlichen Ausrichtung synergetisch ineinandergreifen. Ein Maßnahmenkatalog soll als Orientierungsrahmen und Leitfaden für die anstehenden Entwicklungen im Stadtteil Knielingen dienen. Dieser enthält eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen und Projekten, die in einer kurz‐, mit‐ tel‐ oder langfristigen Zeitperspektive geplant und umgesetzt werden kön‐ nen, damit sich auf lange Sicht die gewünschte Entwicklung einstellt. Der Maßnahmenkatalog ist offen gestaltet, um auch auf veränderte Rahmen‐ bedingungen reagieren zu können. Im nächsten Kapitel werden zunächst acht Leitlinien als Eckpfeiler des inte‐ grierten Stadtteilentwicklungskonzepts für Knielingen 2030 bestimmt, auf denen die Handlungsfelder mit den vorgeschlagenen Maßnahmen beruhen. Zusätzlich werden die Ergebnisse aus dem Wettbewerb Zukunftsstadt kurz erläutert. In einer Gesamtübersicht sind nachfolgend die Konzept‐ bzw. Strategiebau‐ steine innerhalb der sechs Handlungsfelder aufgelistet. Abschließend wer‐ den die ausgewählten Maßnahmen den jeweiligen Handlungsfeldern zuge‐ ordnet und in Steckbriefform festgehalten, sodass Entwicklungsziele, die Inhalte der Maßnahmen und Projekte sowie auch das weitere Vorgehen einheitlich dargestellt sind. Als Ergänzung zu den sechs Handlungsfeldern werden die einzelnen Maßnahmen pro Themenbereich in Übersichtsplänen verortet mit zentralen Aussagen dargestellt. 13 KNIELINGEN 2030|Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept 3 INTEGRIERTES STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT Das integrierte Stadtteilentwicklungskonzept ist ein interdisziplinäres In‐ strument und bietet die Möglichkeit, die vielschichtigen Belange des Stadt‐ teils in einer zusammenfassenden Darstellung zu erfassen. Es stellt ein lang‐ fristiges Konzept dar, das durch die prozesshafte Entwicklung einzelner Planungen und Maßnahmen stufenweise und entsprechend den aktuellen Erfordernissen und Möglichkeiten realisiert werden kann. Als ganzheitliche integrierte Konzeption dient das STEK als Grundlage für die verschiedenen Fachplanungen. Die Erarbeitung des STEK wurde soweit möglich offen ange‐ legt und so gegenüber den beteiligten Akteuren vermittelt. Eine Fortfüh‐ rung des Diskussionsprozesses und eine Konkretisierung der strategischen Ansätze sind erforderlich. Grundlage des STEK Knielingen 2030 ist die aktive Beteiligung der Bürger‐ schaft im gesamten Entwicklungsprozess. Aus den Ideen und Wünschen innerhalb der thematischen Arbeitsgruppen sowie aus der vom Planungsbü‐ ro werk‐plan erarbeiteten SWOT‐Analyse lassen sich allgemeine Zielvorstel‐ lungen und Handlungsempfehlungen für Knielingen ableiten. Die Vorschlä‐ ge der Bürgerinnen und Bürger werden von der Planung aufgegriffen und bei der Erstellung des STEK berücksichtigt. Dabei folgt die zukünftige Stadt‐ teilentwicklung einer nachhaltigen und fortschrittlichen Weiterentwicklung Knielingens als attraktiver und familienfreundlicher Stadtteil. KNIELINGEN 2030 ‐ LEITLINIEN DER STADTTEILENTWICKLUNG Die zukünftige Stadtteilentwicklung basiert auf acht Leitlinien, die im Fol‐ genden dargestellt werden sollen. Diese übergeordneten Zielformulierun‐ gen beschreiben die Hauptgedanken zum integrierten Stadtteilentwick‐ lungskonzept Knielingen. SOZIALEN ZUSAMMENHALT DER STADTGESELLSCHAFT STÄRKEN. Durch individuelle Unterstützungsangebote, lokale Initiativen sowie soziale Netz‐ werke wird das selbsthilfefreundliche Klima in Knielingen gestärkt und wei‐ terentwickelt. Über das Bürgerzentrum werden Angebote für Eigenaktivitä‐ ten initiiert, die sich positiv auf das ehrenamtliche Engagement und den sozialen Zusammenhalt der Stadtgesellschaft auswirken. Das Bürgerzent‐ rum fördert als Ort der Begegnung und des Miteinanders Austausch und gegenseitige Hilfeleistungen über die Generationsgrenzen hinweg. LEBENSQUALITÄT FÜR KINDER, JUGENDLICHE UND FAMILIEN ERHÖHEN. Die Interessen von Kindern und Jugendlichen werden bei der Stadtteilentwick‐ lung besonders berücksichtigt. Die wohnortnahe Versorgung mit ausrei‐ chend Freiflächen und öffentlichen Spiel‐ und Bewegungsmöglichkeiten steht dabei im Vordergrund. Ein bedarfsgerechtes Netz an Ganztags‐ und Betreuungsangeboten wird, auch unter dem Stichwort Inklusion, im gesam‐ ten Stadtteil ausgebaut und trägt wesentlich zur Förderung und Unterstüt‐ zung der Familie bei. STADTTEILKULTUR ENTWICKELN. Lebendige Traditionen, Kunst und Kultur leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Lebensqualität der Bewohnerin‐ nen und Bewohner sowie zur Identifikation mit dem eigenen Stadtteil. Das kulturelle Erbe von Knielingen als ehemaliges Fischerdorf muss durch die Das STEK dient als Rahmen für das zukünftige Handeln der öffentlichen und privaten Akteure im Stadtteil, um eine geordnete soziale, ökonomische, städtebauliche und ökologische Entwicklung zu fördern. 8 Leitlinien der zukünftigen Stadtteilentwicklung Die Zukunftsfähigkeit des Stadtteils stärken, die Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner verbessern sowie die Attraktivität des Wohnstandorts erhöhen – das sind die übergeordneten Zielvorgaben für das STEK. 14 Pflege des Knielinger Museums und der Baudenkmäler Alt‐Knielingens ge‐ wahrt werden. SPORT UND BEWEGUNG FÖRDERN UND ZUR GESUNDHEITSFÖRDERUNG BEITRAGEN. Im Stadtteil besteht ein breit gefächertes Sport‐ und Bewe‐ gungsangebot für alle Lebensalter und Bevölkerungsgruppen. So werden gesundheitsfördernde Lebenswelten geschaffen und die Verantwortung für die eigene Gesundheit gefördert. IMAGE ALS GRÜNER STADTTEIL AM RHEIN PFLEGEN. Knielingen definiert sich als grüner Stadtteil am Rhein mit Erholungs‐ und Freizeitqualität. Dies wird durch Grünvernetzung und die Sicherung öffentlicher Freiräume un‐ terstützt. Die Erfordernisse von Naturschutz und Landschaftspflege werden entsprechend berücksichtigt. Die Verkehrs‐, Lärm‐ und Luftbelastung wer‐ den reduziert. ZUM KLIMASCHUTZ BEITRAGEN. Langfristiges Ziel ist die Herbeiführung der Energiewende durch Energieeinsparpotenziale und die Steigerung der Effi‐ zienz sowie die zunehmende Nutzung erneuerbarer Energien. STÄDTEBAULICHE QUALITÄTEN IM QUARTIER HERAUSSTELLEN. Das städte‐ bauliche Gefüge und die historische Bausubstanz Alt‐Knielingens werden erhalten und gepflegt. Notwendige bauliche Ergänzungen erfolgen in hoher Gestaltungsqualität und fügen sich in die historische Umgebung ein. Der öffentliche Raum lädt wieder zum Aufenthalt ein, er unterstützt die Quar‐ tiere und bietet Möglichkeiten der Begegnung und der Kommunikation. STADTVERTRÄGLICHE MOBILITÄT GEWÄHRLEISTEN – VERKEHRSBELASTUNG SENKEN. Ein attraktiver Umweltverbund sichert eine umweltverträgliche Mobilität mit gleichen Mobilitätschancen für alle Bevölkerungsgruppen. Verkehrsberuhigende Maßnahmen und eine barrierefreie Gestaltung der Verkehrsanlagen mit hoher Aufenthaltsqualität werden maßgeblich zur Förderung des Fußverkehrs beitragen. Durch die Optimierung des Rad‐ wegenetzes zwischen Innenstadt und Stadtteil sowie die Herstellung einzel‐ ner Lückenschlüsse kann sich Knielingen als fahrradfreundlicher Stadtteil positionieren. Die Erreichbarkeit der Innenstadt soll für alle Verkehrsarten gewährleistet sein. Der motorisierte Individualverkehr wird verträglich mit dem öffentlichen Verkehr und den anderen Verkehrsarten gestaltet. WETTBEWERB ZUKUNFTSSTADT Karlsruhe war eine von 51 für die erste Projektphase ausgewählten Städte im Wettbewerb „Zukunftsstadt“ des Bundesforschungsministeriums. „Zu‐ kunftsstadt Karlsruhe – SmartQuarterVision KA 2030+“ lautet der Titel des Projekts, in dessen Rahmen gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern, Wis‐ senschaft, lokaler Politik, Wirtschaft und Verwaltung eine ganzheitliche und nachhaltige Vision 2030+ für Karlsruhe entwickelt werden soll. Für Knielin‐ gen und Mühlburg als Referenzstadtteile sollen dabei auch auf andere Stadtteile übertragbare Handlungsansätze entwickelt werden. Erklärte Ziele sind die Verringerung des Verbrauchs von Ressourcen, die Verbesserung der Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger sowie die Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft. Durch den im Frühjahr 2015 gestarteten partizipativen Stadtteilentwick‐ lungsprozess in Knielingen ist eine enge Verknüpfung zwischen dem inte‐ 15 KNIELINGEN 2030|Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept grierten Stadtteilentwicklungskonzept und dem dazu parallel verlaufenden Wettbewerb Zukunftsstadt entstanden. Während das STEK eine Entwick‐ lung bis zum Jahr 2030 anstrebt, befasst sich die Zukunftsstadt mit einer Stadtteilvision für Knielingen über das Jahr 2030 hinaus. In Knielingen fanden dazu eine Visionswerkstatt mit der Bürgerschaft, Ziel‐ gruppengespräche und ein Workshop mit Schülerinnen und Schülern statt, mit dem Ziel, eine themenfeldbezogene Stadtteil‐Vision mit Blick auf den Zeithorizont ab 2030 gemeinsam zu entwickeln. Basierend auf den Veran‐ staltungen werden im Folgenden die Vorstellungen für eine Vision Knielin‐ gen 2030+ veranstaltungsübergreifend festgehalten: VISION ZUM THEMENFELD MOBILITÄT UND VERKEHR: Die Rheinbrücken‐ straße verbindet zukünftig die Quartiere Alt‐Knielingen und Neu‐Knielingen miteinander, anstatt als Barriere zu wirken. Der motorisierte Individualver‐ kehr wurde auf das notwendigste Maß reduziert und auf verträgliche Weise um den Stadtteil herum bzw. darunter durch geleitet. Die Straßenräume bieten somit den zu Fuß Gehenden und Rad Fahrenden attraktive Wege‐ verbindungen, die zum Flanieren einladen und zum Umweltschutz beitra‐ gen. Im Quartier werden keine Parkplätze mehr benötigt, da nach und nach die Bewohnerinnen und Bewohner auf das Auto verzichten und das Easy Traffic System nutzen. Verteilt über den Stadtteil können unterschiedliche Verkehrsträger schnell erreicht und niederschwellig genutzt werden. VISION ZUM THEMENFELD SOZIALES LEBEN, INTEGRATION, ENGAGEMENT UND PARTIZIPATION, VERWALTUNG: Die Menschen haben mehr Zeit für lokales Engagement, gegenseitige Hilfeleistungen und gemeinschaftliches Gärtnern. Dies sorgt zusammen mit einer guten sozialen und funktionalen Mischung sowie gemeinschaftlichen Aktivitäten und gemeinschaftlich ge‐ nutzten Orten für ein gutes und lebendiges soziales Miteinander im Quar‐ tier. Die Aktivitäten werden über ein Bürgerzentrum sowie eine digitale Plattform koordiniert. VISION ZUM THEMENFELD NATUR UND UMWELT: Natur und Umwelt ist allgegenwärtig und wird in allen Handlungsfeldern thematisiert. Im Jahr 2030+ ist Knielingen als grüner Stadtteil bekannt. Begrünungsmaßnahmen jeglicher Art, ob in Straßenräumen, auf Plätzen oder an Fassaden und Dä‐ chern, prägen das Stadtbild. Der Stadtteil ist über einen großen Grünzug mit dem Rhein verbunden. Schöne Rad‐ und Fußwege laden zum Flanieren ein. Die grüne Infrastruktur sorgt für Ruhe, Naherholungsmöglichkeiten in Wohnnähe und dadurch für weniger Verkehr sowie für grüne Begegnungs‐ orte und Lernräume. Knielingen versorgt sich in der Zukunft vollständig autonom mit regenerativer Energie, die in dezentralen stadtteileigenen Anlagen gespeichert wird, für Mobilität, Freizeit und Wohnen. VISION ZUM THEMENFELD WOHNEN: In der Zukunft 2030+ ist Knielingen ein modernes Dorf. Die Häuser haben verschiedene Wohnungsgrößen für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen, eine hohe ökologische Qualität und begehbare Dachgärten, die über Stege verbunden sind. Sie bieten ein ange‐ nehmes Wohnklima zu jeder Jahreszeit und vielfältige Begegnungsmöglich‐ keiten, unter anderem durch Generationenwohnen. VISION ZUM THEMENFELD NAHVERSORGUNG: Durch die Unterstützung der Nahversorgung mit kurzen Wegen wird die Verkehrsbelastung im Stadtteil minimiert. Die Einrichtung eines Lieferdienstes und eine Auslieferung von 16 Einkäufen werden durch die Geschäfte organisiert. Die Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln vor Ort wird zusätzlich über Gemeinschaftsgärten erfolgen. VISION ZUM THEMENFELD NACHHALTIGES ARBEITEN UND WIRTSCHAFTEN: Knielingen ist auch in Zukunft ein starker Industriestandort. Dabei sollen die Lebensbedingungen und Bedürfnisse der Stadtteilbewohnerinnen und ‐bewohner sowie die Belange von Natur und Umwelt berücksichtigt werden. Eine Reduktion der Arbeitszeit soll Freiräume für Engagement schaffen und die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie verbessern. Die stär‐ kere Digitalisierung der Arbeitswelt und das damit verbundene Arbeiten von zu Hause führen zu einer erheblichen Verkehrsentlastung. Die Ergebnisse aus dem Wettbewerb Zukunftsstadt decken sich weitgehend mit den Ergebnissen aus dem Öffentlichkeitsbeteiligungsprozess zum STEK Knielingen 2030. Während die Ergebnisse aus dem STEK an der Verbesse‐ rung aktueller Defizite ansetzt, mit meist kurz‐ bis mittelfristig realisierba‐ ren Maßnahmen, stellen die Ergebnisse aus dem Wettbewerb Zukunfts‐ stadt eine visionäre Weiterentwicklung dieser Ergebnisse dar. So wird im STEK beispielsweise das Ziel Reduzierung des Verkehrs auf der Rheinbrü‐ ckenstraße formuliert, im Wettbewerb Zukunftsstadt wurde die Vorstellung einer nahezu autofreien Rheinbrückenstraße entwickelt, die folglich als grüne Allee genutzt wird. 17 KNIELINGEN 2030|Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept ÜBERBLICK ÜBER HANDLUNGSFELDER UND KONZEPTBAUSTEINE DES STEK HANDLUNGSFELD I SOZIALER ZUSAMMENHALT UND BILDUNG A GENERATIONSÜBERGREIFENDE UNTERSTÜTZUNGSANGEBOTE B BÜRGERZENTRUM – EIN ORT DER BEGEGNUNG UND DES MITEINANDERS C KINDER‐ UND JUGENDFREUNDLICHER STADTTEIL D BILDUNGSPLANUNG UND BETREUUNG E SENIORENGERECHTE ANGEBOTE F INTEGRATION G BÜRGERGESELLSCHAFT HANDLUNGSFELD I KULTUR H VERNETZTE STADTTEILKULTUR HANDLUNGSFELD I SPORT, FREIZEIT UND GESUNDHEIT I GESUNDHEIT UND BEWEGUNG IM STADTTEIL HANDLUNGSFELD I UMWELT, KLIMASCHUTZ UND STADTGRÜN J NATUR UND STADTGRÜN ALS ERHOLUNGSRAUM K NACHHALTIGE SICHERUNG UND ENTWICKLUNG VON STADTGRÜN, NATUR UND LANDSCHAF T L ENERGIEEFFIZIENTER UND KLIMAANGEPASSTER STADTTEIL HANDLUNGSFELD I STÄDTEBAU UND STADTTEILENTWICKLUNG M ATTRAKTIVE ÖFFENTLICHE RÄUME UND BEGEGNUNGSPUNKTE N SICHERUNG UND WEITERENTWICKLUNG DES WOHNSTANDORTS O NAHVERSORGUNG HANDLUNGSFELD I MOBILITÄT P FUSSVERKEHR UND PARKEN Q RADVERKEHR R ÖFFENTLICHER VERKEHR S MOTORISIERTER INDIVIDUALVERKEHR T LÄRMMINDERUNG 18 SOZIALER ZUSAMMENHALT UND BILDUNG A GENERATIONSÜBERGREIFENDE UNTERSTÜTZUNGSANGEBOTE Ausgangslage Angesichts der demografischen Entwicklung sind gegenseitige und generationsübergreifende Un‐ terstützungsstrukturen ein wichtiges Thema der Stadtentwicklung. In Knielingen gibt es bereits eine Vielzahl verschiedener kirchlicher und öffentlicher Unterstützungsangebote für unterschied‐ liche Zielgruppen. Der Bürgerverein Knielingen ist sehr aktiv und engagiert sich in vielen Bereichen des sozialen Lebens im Stadtteil. Verbesserungsbedarf besteht jedoch hinsichtlich der Koordinati‐ on und Vernetzung der Anbieter untereinander, der Zusammenführung der Angebote sowie der besseren Bekanntmachung im Stadtteil. Ziel der Stadtteilentwicklung ist es, den Aufbau von stadt‐ teilbezogenen Netzwerken zu unterstützen und so die Voraussetzung für eine gemeinschaftliche Organisation des Alltags aller Generationen zu schaffen. Entwicklungsziele Förderung und Ausweitung der Unterstützungsangebote Förderung von Mehrgenerationenaktivitäten Vernetzung / Bündelung bestehender und geplanter Angebote Unterstützung hilfsbedürftiger Menschen Stärkung des Zusammenhalts der Stadtgesellschaft Bessere Bekanntmachung der Angebote im Stadtteil, offensive Werbung Entwicklung einer Dachmarke für stadtteilbezogene Angebote Maßnahmen und Projekte A.1 AUFBAU EINER HELFERBÖRSE / TAUSCHBÖRSE Der Aufbau einer stadtteilbezogenen Helferbörse soll als wichtige Ergänzungsmöglichkeit zu be‐ reits vorhandenen Diensten und Unterstützungsangeboten wie der Nachbarschaftshilfe oder dem Kinderbetreuungsprojekt „Alt & Jung Hand in Hand“ in Knielingen dienen. Die Helferbörse soll sowohl für alle bereitwilligen Helferinnen und Helfer als auch für Hilfesuchende eine Plattform bieten, über die der Kontakt zwischen beiden Gruppen hergestellt und so Angebot und Nachfrage geregelt werden soll. Der Bedarf einer solchen Helferbörse muss nun im Stadtteil ermittelt wer‐ den. Dies soll in Form eines Fragebogens erfolgen. Der Fragebogen kann beispielsweise einerseits im „Knielinger“ veröffentlicht und andererseits auch bei Schlüsselpersonen wie Ärzten oder Apo‐ thekern ausgelegt werden. Die Stadt Karlsruhe kann die Helferbörse unter anderem bei der Öf‐ fentlichkeitsarbeit sowie der Vermittlung von Ehrenamtlichen unterstützen. Bevor die Stadt je‐ doch aktiv werden kann, muss die Idee im Stadtteil weiter konkretisiert werden. Zwei Personen aus dem Stadtteil haben sich bereit erklärt, den Aufbau einer Helferbörse im Stadtteil anzugehen. Das bestehende Angebot der Nachbarschaftshilfe sucht weiterhin ehrenamtliche Helferinnen und Helfer zur Unterstützung. In der Begegnungsstätte in Alt‐Knielingen findet das Kinderbetreuungs‐ projekt „Alt & Jung Hand in Hand – Kinderbetreuung durch Seniorinnen und Senioren“ statt. Seni‐ orinnen und Senioren übernehmen die Betreuung der Kinder und entlasten so die Eltern. Das Angebot sollte besser bekannt gemacht und eventuell bei Bedarf auf Neu‐Knielingen ausgeweitet werden. Das Seniorenbüro wird die Auslastung und den Bedarf prüfen. Eine weitere Möglichkeit bestände darin, dieses Angebot mit der Nachbarschaftshilfe oder Helferbörse zu koppeln. Die Seniorinnen und Senioren betreuen die Kinder, dafür helfen die Eltern den Älteren beispielsweise beim Einkaufen. 19 KNIELINGEN 2030|Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept A.2 KOORDINATION UND BEKANNTMACHUNG DER ANGEBOTE UNTER EINER „DACHMARKE“ Alle Unterstützungsangebote und Informationen aus Knielingen sollen unter einer zentralen An‐ laufstelle im Stadtteil gebündelt, koordiniert und vermarktet werden. Dazu soll eine Dachmarke für Knielingen entwickelt werden. Ziel soll eine einheitliche Außendarstellung des sozialen, kultu‐ rellen und sportlichen Angebots und sonstiger Informationen im Stadtteil sein. Ein durchgängiges und unverwechselbares Erscheinungsbild ist eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Kommunikation und fördert den Wiedererkennungswert. Im Idealfall sollte die Dachmarke an das zukünftige Bürgerzentrum (vgl. Maßnahmen B.1 und B.2) angekoppelt sein. Die Kommunikation soll zusätzlich über das Internet nach außen getragen werden. Weiteres Vorgehen Prüfung der Auslastung und Ermittlung des Bedarfs des Angebots „Alt & Jung Hand in Hand“ bezüglich der Ausweitung auf Neu‐Knielingen Aufbau einer Helferbörse / Tauschbörse, hierzu zunächst Ermittlung des Bedarfs in der Bevölkerung Entwicklung einer Dachmarke für Knielinger Angebote 20 B BÜRGERZENTRUM – EIN ORT DER BEGEGNUNG UND DES MITEINANDERS Ausgangslage Der Bürgerverein beschäftigt sich schon seit einigen Jahren intensiv mit der Möglichkeit, ein auch von der Bürgerschaft gewünschtes Bürgerzentrum im Stadtteil entwickeln zu können. Vor etwa vier bis fünf Jahren hat der Bürgerverein eine Konzeption für ein Bürgerzentrum erstellt. Es gab u. a. eine Abfrage bei den Vereinen über deren Bedarf. Dieses Konzept bezog sich auf den Wunsch, ein solches Zentrum in den Räumlichkeiten des ehemaligen Casinos (heutiges Brauhaus 2.0) be‐ ziehen zu können. Dieses Vorhaben konnte jedoch seinerzeit nicht realisiert werden. Als eine Möglichkeit für ein Bürgerzentrum rückt eine Partnerschaft mit der evangelischen Kirche im Gemeindezentrum in der Struvestraße in den Fokus. Entwicklungsziele Schaffung eines stadtteilbezogenen Treffpunkts für alle Generationen Förderung der Kommunikation und Begegnung aller Generationen im Stadtteil Initiierung neuer Angebote und Aktivitäten Integration von Kindern, Jugendlichen, Seniorinnen und Senioren sowie Kulturschaffen‐ den usw. in einem Haus Förderung der Identität und des sozialen Zusammenhalts im Stadtteil Maßnahmen und Projekte B.1 BÜRGERZENTRUM IM ZUSAMMENSCHLUSS MIT DEM EVANGELISCHEN GEMEINDEZENTRUM Der Bürgerverein führt zurzeit Gespräche mit der evangelischen Pfarrgemeinde sowie mit der Leitung der evangelischen Kirche in Karlsruhe, mit dem Ziel, deren Gemeindezentrum in der Struvestraße 45 mit einem Bürgerzentrum zusammenzuschließen. Sobald die Rahmenbedingun‐ gen von Seiten der evangelischen Kirche feststehen, soll der Prozess zur Beantragung eines Bür‐ gerzentrums vom Bürgerverein eingeleitet werden. B.2 AUFBAU UND ORGANISATION Nach den Umstrukturierungsmaßnahmen des evangelischen Gemeindezentrums muss die Frage des Aufbaus, der Konzeption, der Öffnung in den Stadtteil, der Schaffung von Angeboten, der Betreibung usw. geklärt werden. Nur so kann eine Voraussetzung für eine Förderung durch die Stadt geschaffen werden. Weiteres Vorgehen Konzeptentwicklung mit Kirche, Bürgerverein und Stadtjugendausschuss (StJA) unter Ein‐ beziehung aller interessierten Akteure (inhaltlich und finanziell) Antrag auf Förderung als Bürgerzentrum 21 KNIELINGEN 2030|Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept C KINDER‐ UND JUGENDFREUNDLICHER STADTTEIL Ausgangslage Jugendliche sind eine zentrale Nutzergruppe öffentlicher Freiräume. Ihre Aktionsräume sind Plät‐ ze oder mindergenutzte Freiflächen sowie Parks und Straßenräume außerhalb der Aufsicht von Eltern oder Schule. Oft fehlt es aber gerade dort an Raum für Sport und Bewegung oder Bereichen einfach zum Treffen. Gleichzeitig treten häufig Nutzungskonflikte auf, da Jugendliche diese Räume zum Teil anders nutzen als von der Stadtgesellschaft vorgesehen. Im Rahmen des integrierten Stadtteilentwicklungskonzepts sollen auch sie Gelegenheit erhalten, ihre Wünsche und Interessen für einen lebenswerten Stadtteil einzubringen. Bei der zukünftigen Stadtteilentwicklung haben Jugendliche ein Recht auf Mitgestaltung und Vorbereitung von Entscheidungen. Wichtig ist es, den Jugendlichen Raum zu geben, der von ihnen selbst angeeignet werden kann und für den sie sich verantwortlich fühlen. Die Sicherung von Spielflächen hat in Karlsruhe einen hohen Stellenwert und wird als Dauerauf‐ gabe gesehen. Die städtischen Kinderspielplätze und Schulhöfe werden in regelmäßigen Abstän‐ den kontrolliert, gepflegt und die Spielgeräte gewartet. Auch die Versorgung mit ausreichend Spielflächen hat eine große Bedeutung. Der Spielflächenentwicklungsplan 2014 weist für Knielin‐ gen neun öffentliche Spielflächen sowie zwei Bolzplätze aus. Die Versorgung liegt im Stadtteil weit über dem Bedarf. Deshalb steht im Stadtteilentwicklungskonzept die qualitätsvolle Entwicklung der bestehenden und nicht die Planung neuer Spielflächen im Vordergrund. Dabei wird nach Mög‐ lichkeit insbesondere auf die Bedürfnisse und Wünsche der Kinder eingegangen. Entwicklungsziele Schaffung von Nutzungsmöglichkeiten offener Freiräume für Kinder und Jugendliche Berücksichtigung von Aspekten der Mobilität / Barrierefreiheit sowie Sicherheit für Kinder und Jugendliche im öffentlichen Raum Stärkung, Vernetzung und Professionalisierung bestehender Angebote Bedarfsorientierte Spielflächenversorgung Intensive Beteiligung von Kindern und Jugendlichen sowie Familien an Planungsprozessen Kinder und Jugendliche sollen sich mit ihrem Stadtteil identifizieren können Maßnahmen und Projekte C.1 SCHAFFUNG VON FREITREFFPUNKTEN FÜR JUGENDLICHE In Knielingen gibt es verschiedene öffentliche Plätze, an denen sich Jugendliche treffen können, die aber auch unterschiedliche Funktionen und Qualitäten aufweisen. Zu diesen Plätzen im Stadt‐ teil zählen vor allem die zwei Bolzplätze auf dem Spielplatz Eggensteiner Straße und der „Affenkä‐ fig“ sowie die Skaterbahn und die Dirt‐Bike‐Anlage (von Jugendlichen in Eigenregie gebaut) beim Festplatz. Abbildung 6: Dirt‐Bike‐Anlage, Unterstand Spielplatz Eggensteiner Straße und Bolzplatz „Affenkäfig“; Fotos: Stadt Karlsruhe (GBA) 22 Es gibt unterschiedliche Wünsche und Anforderungen an jugendliche Freitreffpunkte im Stadtteil. Dazu gehören Bolzen, sich einfach Treffen (sogenannte Chill‐Plätze), Skaten und Dirt‐Bike‐Fahren. Das Angebot sollte dezentral im Stadtteil verteilt sein, damit unterschiedliche Cliquen die Angebo‐ te nutzen können. Dieses Handlungsfeld behandelt die Suche nach geeigneten Freitreffpunkten zum Chillen für Ju‐ gendliche und mögliche Aufwertungsmaßnahmen vorhandener Freiräume. Die Suche nach weite‐ ren Freitreffpunkten für sportliche Aktivitäten werden im Handlungsfeld „Sport, Freizeit und Ge‐ sundheit“ (siehe Maßnahmen I.2 und C.3.8) näher betrachtet. C.1.1 Freitreffpunkt auf dem Spielplatz Eggensteiner Straße Grundsätzlich bietet dieses Gelände ausreichend Platz, so dass unterschiedliche Altersgruppen sich dort aufhalten können. Für Jugendliche sind der Bolzplatz und der Unterstand interessant. Allerdings fehlen beim Unterstand die Seiten‐ und Rückwände. Dieser wurde bisher aus Kosten‐ gründen ohne Wände realisiert. Langfristig soll laut Gartenbauamt eine Sanierung des Unter‐ stands erfolgen. Eine zusätzliche Aufwertung kann durch eine Einzäunung des Bolzplatzes erreicht werden. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass sich in diesem Bereich eine Rodelstrecke befindet. C.1.2 Freitreffpunkt Versickerungsmulde beim Spielplatz Knielingen 2.0 Nach Aussage der Jugendlichen eignet sich die Versickerungsmulde sehr gut als Platz zum Chillen. Auch eine Nutzung als Bolzplatz wäre wünschenswert. Jedoch kommt dieser Bereich für eine sol‐ che Nutzung nicht in Betracht. Das Aufstellen mobiler Fußballtore ist jedoch möglich. Nordwest‐ lich des Brauhaus 2.0 ist im Bebauungsplan ein Bolzplatz ausgewiesen. Dort könnte auf Wunsch der Jugendlichen ebenfalls ein Chill‐Platz entstehen. C.1.3 Aufwertung des Bolzplatzes „Affenkäfig“ Der Bolzplatz „Affenkäfig“ ist als Treffpunkt sehr beliebt, da er etwas abseits liegt, einen gemütli‐ chen Raum darstellt und es einen Ballfangzaun gibt. Die Veränderungswünsche der Jugendlichen beziehen sich auf robustere Tornetze (Tore werden einmal jährlich ausgetauscht) und einer Sanie‐ rung des Bodenbelags. C.1.4 Standortsuche für Graffiti‐Freewall Die Jugendlichen wünschen sich eine Freewall an sichtbarer Stelle zum legalen Besprühen im Stadtteil. Der Vorschlag einer Graffitiwand in der Östlichen Rheinbrückenstraße bei den Glascon‐ tainern am Spielplatz Eggensteiner Straße, in direkter Nähe zum Friedhof, ist aus Pietätsgründen nicht realisierbar. Daher sollte ein geeigneter Standort für eine solche Wand gefunden werden. Die Stadt Karlsruhe beabsichtigt, ein Konzept für Urban Art unter Einbeziehung aller Stadtteile zu erstellen, wobei unter anderem auch Flächen für Graffiti ausgewiesen werden sollen. Diese sollen, wenn möglich, nicht zu dezentral angesiedelt sein, um eine bessere Kontrolle zu ermöglichen. Den Jugendlichen geht es aber auch darum, ihre Graffitis zu präsentieren, daher eignen sich abgelege‐ ne Standorte weniger. Im Bereich bestehender Wände nahe der Alb hat in der Vergangenheit „Wildes Sprühen“ zugenommen. Von der Bürgerschaft wurden die Freifläche 2.0 und der Grünzug nordwestlich des Brauhaus 2.0 neben dem geplantem Bolzplatz als mögliche Standorte vorge‐ schlagen. C.2 KINDER‐ UND JUGENDTREFF Die Jugendlichen bemängeln das Fehlen eines offenen Jugendangebots speziell für Knielingen. Das bestehende Jugendangebot Soundtruck richtet sich nicht explizit an den Stadtteil, es ist vielmehr ein stadtweites Angebot. Der Stadtjugendausschuss (StJA) will ein Jugendangebot im Stadtteil etablieren bzw. vorhandene Angebote stärken und professionalisieren. Im Zuge der Umstrukturie‐ rungen der evangelischen Kirche steht zunächst das Café Zartbitter im Fokus. Die Variante im Zu‐ sammenschluss mit dem geplanten Bürgerzentrum wäre in diesem Zusammenhang vorstellbar. 23 KNIELINGEN 2030|Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept Die beiden ehrenamtlich betriebenen Angebote Café Zartbitter und der JUKUZ e.V. sind bisher nicht allen Jugendlichen im Stadtteil bekannt. Das JUKUZ ist ein durch inzwischen ältere Jugendli‐ che selbstverwalteter Jugendkulturverein ohne pädagogische Begleitung mit Räumlichkeiten im alten Rathaus zum Musikmachen und Chillen. Dieser hat eher informellen Charakter und öffnet sich, auch aufgrund fehlender Werbung, wenig in den Stadtteil. Jedoch zeigte sich das JUKUZ den Anregungen der Jugendlichen gegenüber aufgeschlossen, in den Räumlichkeiten zukünftig bei‐ spielsweise Kino‐ oder Mädchenabende zu veranstalten. Seit der Veranstaltung mit der Knielinger Jugend im Rahmen des Stadtteilentwicklungsprozesses wird das Angebot regelmäßiger besucht. Deshalb sollte überlegt werden, wie es sich weiter in den Stadtteil öffnen könnte. Dazu sollen Gespräche mit dem JUKUZ aufgenommen werden, um zu klären, inwieweit auch dieses Angebot weiter gestärkt und professionalisiert werden kann. C.3 AUSBAU UND QUALITATIVE VERBESSERUNG VON KINDERSPIELPLÄTZEN In der Phase der Bürgerbeteiligung haben mit den beiden Grundschulen aus Knielingen Streifzüge mit Kindern stattgefunden. Dabei wurden deren Spiel‐ und Aufenthaltsbereiche aufgesucht und Veränderungsvorschläge gemacht. In der Arbeitsgruppe wurden die Ideen weiter konkretisiert und teilweise verschiedene Möglichkeiten seitens der Verwaltung geprüft. Abbildung 7: Spielplätze Eggensteiner Straße und Carl‐Schäfer‐Straße, Spielweg Saarlandstraße; Fotos: Stadt Karlsruhe (GBA) C.3.1 Spielplatz Eggensteiner Straße Grundsätzlich wird der Spielplatz von den Kindern als gut bezeichnet. Besonders die Angebote an Spiel‐ und Rückzugsmöglichkeiten werden gelobt. Die vor einiger Zeit entfernte Rutsche wurde wieder aufgestellt, eine Sanierung des Kleinkinderspielbereichs steht noch an. Zusätzlich sollen weitere Bänke wegbegleitend über den Spielplatzbereich aufgestellt werden. Der Wunsch einer zweiten Seilbahn in diesem Bereich erfordert eine Überprüfung durch die Verwaltung. C.3.2 Spielplatz Carl‐Schäfer‐Straße Knielingen 2.0 Dieser Spielplatz ist sowohl für kleinere als auch größere Kinder interessant. Positiv bewertet werden die Wasserspiel‐ sowie die Klettermöglichkeiten. Da dieser Spielbereich erst im Zuge der Konversion errichtet wurde, fehlt es an schattigen Bereichen auf der gesamten Grünfläche, da die gepflanzten Bäume noch zu jung sind, um genug Schatten spenden zu können. Maßnahmen zum Sonnenschutz (Sonnensegel o.ä.) sollten kurzfristig umgesetzt werden, weitere Bäume wurden bereits gepflanzt. Die angeregten mobilen Fußballtore in der Versickerungsmulde sollen aufge‐ stellt und der Wunsch einer zusätzlichen Seilbahn von der Verwaltung geprüft werden. Konkrete Umgestaltungs‐ und Aufwertungsmaßnahmen für die Versickerungsmulden sind im Zuge der Ent‐ wicklung des Knielinger Rundwegs (Maßnahme I.5) näher erläutert. C.3.3 Spielplatz Litzelau Die Volkswohnung plant die Entwicklung eines Wohngebiets auf der Grünfläche südöstlich des Spielplatzes. Mit der Aufwertung des Spielplatzes oder möglichen Ergänzungen im Spielangebot, soll erst das Bebauungsplanverfahren abgewartet werden. Eine Sanierung des Kleinkinderspielbe‐ reichs ist im Jahr 2013 erfolgt. 24 C.3.4 Spielplatz Ferdinand‐Keller‐Straße beim „Affenkäfig“ Der Spielplatz ist hauptsächlich ein Spielort für Kleinkinder. Da aber auch größere Kinder aufgrund der Nähe zum Bolzplatz die Fläche nutzen, sollten für diese Klettermöglichkeiten angeboten wer‐ den. C.3.5 Spielplatz Kolbengärten („Rote Erde“) Eine Neugestaltung dieses Spielplatzes ist für das Jahr 2016 geplant. Aktuell liegt noch kein Gestal‐ tungskonzept vor. Aus diesem Grund regen die Teilnehmenden der Arbeitsgruppe an, Klettermög‐ lichkeiten für größere Kinder, Maßnahmen zum Sonnenschutz sowie einige Sitzmöglichkeiten bei der Konzeptentwicklung zu berücksichtigen. Wichtig wäre auch, dass Angebote für Kinder von 3 bis 12 Jahren vorhanden sind, so dass Familien mit Kindern unterschiedlichen Alters den Spielplatz gemeinsam nutzen können. Die Ideen werden in das Konzept aufgenommen und vor Realisierung den Anwohnerinnen und Anwohnern vorgestellt. C.3.6 Holzbierebuckel Das Gelände und die Spielangebote werden größtenteils von Kindern ab elf Jahren genutzt, aber auch durch die Kindergärten. Der Wunsch weiterer Spielangebote ist jedoch kritisch zu sehen, da der Holzbierebuckel nicht als Spielplatz, sondern als ein grünes Klassenzimmer ausgewiesen ist. Durch das Aufstellen weiterer Spielmöglichkeiten würden freie Flächen wegfallen, die momentan zum Schlitten‐ oder Radfahren genutzt werden. Dennoch soll geprüft werden, ob eine Aufstellung einzelner Kletterangebote möglich wäre. Auf der Aufenthaltsfläche neben der Hängematte ist das Aufstellen einer Bank möglich. Darüber hin‐ aus wäre die regelmäßige Beseitigung des Mülls in diesem Bereich wünschenswert. Eine frühzeiti‐ ge Abstimmung mit der Höheren Naturschutzbehörde ist notwendig, da der Holzbierebuckel Be‐ standteil des Natur‐ und Landschaftsschutzgebiets „Burgau“ ist. Nutzungsänderungen und bauli‐ che Maßnahmen müssen durch das Regierungspräsidium Karlsruhe genehmigt werden. C.3.7 Spielweg Saarlandstraße im Grünzug Rheinbrückenstraße Aufgrund der unmittelbaren Nähe zur Rheinbrückenstraße wird dieser Bereich von den Kindern eher gemieden. Hier wird über eine Auflösung des Bereichs als Spielfläche und einer Weiterent‐ wicklung als Grünfläche im Zuge der Umgestaltung der Rheinbrückenstraße nachgedacht, da die Fläche voraussichtlich im geplanten Sanierungsgebiet liegt. C.3.8 Nutzung der Schulhöfe als Spiel‐ und Bewegungsräume Schulhöfe stehen in der unterrichtsfreien Zeit von Montag bis Freitag in der Regel bis etwa 17 Uhr zum Spielen zur Verfügung. Auch während der Sommerferien sind viele Schulhöfe (auch die Grundschule Knielingen) als Spiel‐ und Bewegungsplätze geöffnet, solange keine Bau‐, Sanierungs‐ oder sonstige notwendige Vorhaben anstehen. Mit der allgemeinen Öffnung sollte auch das Ziel „Aufwertung der Schulhöfe“ weiter verfolgt werden und in diesem Zusammenhang auf die Wün‐ sche der Kinder nach mehr Fahrradständern und einer Ergänzung im Spielangebot eingegangen werden. Eine Schulhofumgestaltung der Viktor‐von‐Scheffel‐Schule ist im Rahmen der Umbauten zur Ganztagsgrundschule vorgesehen (vgl. dazu Maßnahme D.2). Weiteres Vorgehen Wünsche und Anregungen der Kinder und Jugendlichen auf ihre Umsetzung überprüfen und nach Möglichkeit zeitnah umsetzen Professionalisierung Café Zartbitter durch StJA als Partner Stärkere Öffnung des JUKUZ in den Stadtteil (z.B. Werbung) Schulhofumgestaltung Viktor‐von‐Scheffel‐Schule 25 KNIELINGEN 2030|Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept D BILDUNGSPLANUNG UND BETREUUNG Ausgangslage Durch die Entwicklung des neuen Stadtquartiers „Knielingen 2.0“ ist ein attraktiver und moderner Wohnstandort hauptsächlich für junge Familien mit Kindern im Stadtteil Knielingen entstanden. Der Ortsteil Neu‐Knielingen ist seit 2010 um 13,2 Prozentpunkte gewachsen, was in hohem Maße durch den Zuzug nach Knielingen 2.0 bedingt ist. Innerhalb der nächsten Jahre ist mit einem wei‐ teren Zuzug junger Familien in das neue Wohngebiet „Am Sandberg 2“ sowie auch in die geplan‐ ten Wohngebiete in Alt‐Knielingen zu rechnen. Dabei entstehen für Knielingen zukünftig neue Herausforderungen in Bezug auf hochwertige Bildungs‐ und Betreuungsangebote für Kinder. Ein bedarfsgerechtes Bildungs‐ und Betreuungsangebot ist ein wichtiges Kriterium für junge Familien bei der Auswahl ihres Wohnstandorts. Die Anzahl der vorhandenen Kindergarten‐ und Hortplätze ist in Knielingen nicht ausreichend. Einige Eltern bekommen für ihre Kinder keine Betreuungsplät‐ ze. Die Situation ist jetzt schon problematisch und wird sich weiter verschärfen. Auch im Bereich der Hortbetreuung kann die Nachfrage teilweise nicht gedeckt werden, es kommt bereits zu Überbelegungen. Laut einer Prognose der Vorschulkinder‐ und Schülerzahlenentwicklung wird insbesondere Neu‐Knielingen von dieser Problematik betroffen sein. Die Zahl der unter 3‐ Jährigen, 3‐ bis 6‐Jährigen sowie der Grundschulkinder wird in den nächsten Jahren deutlich zu‐ nehmen. Der Höchststand wird für die unter 3‐Jährigen bereits im Zeitraum 2017 ‐ 2019 erwartet, in den darüber liegenden Altersgruppen leicht zeitversetzt, wobei auch hier eine starke Zunahme bereits im Jahr 2017 erfolgt. Der Prognose zufolge werden die bisher zehn Klassen der Viktor‐von‐ Scheffel‐Schule auf 14 bis 16 Klassen ansteigen. Betreuungsplätze im Ganztagsbereich werden zwischenzeitlich vermehrt nachgefragt und sollten ebenfalls weiter ausgebaut werden. Durch bereits erfolgte und noch zu realisierende Planungen kann eine deutliche Entlastung der angespannten Situation sowohl im Bereich Kindertagesbetreuung als auch im Bereich Ganztags‐ schulangebot erzielt werden. Dabei sollte der Aspekt der Inklusion bei zukünftigen Planungen stärker Berücksichtigung finden. Entwicklungsziele Kompensierung des starken Fehlbedarfs an Kita‐ und Hortplätzen, bedarfsgerechter Aus‐ bau, Ganztagesangebote Förderung und Unterstützung der Familie Schulen an veränderte Bedarfe durch Umbaumaßnahmen anpassen Inklusion in Bildung und Betreuung ausbauen Maßnahmen und Projekte D.1 AUSBAU, VERNETZUNG UND QUALIFIZIERUNG VON GANZTAGS‐ UND BETREUUNGSANGEBOTEN D.1.1 Kindertageseinrichtung Heilig Kreuz Die katholische Kirchengemeinde Allerheiligen in Knielingen plant eine Aufstockung der aktuell mit vier Gruppen betriebenen Kindertageseinrichtung Heilig Kreuz um drei zusätzliche Krippen‐ gruppen in einem Neubau. 26 D.1.2 Gemeinbedarfsflächen „Egon‐Eiermann‐Allee“ Knielingen 2.0 und „Am Brurain“ Es werden dringend Flächen für die Einrichtung von Kindertagesstätten im Stadtteil benötigt. Die Einrichtung einer 5‐gruppigen Kindertageseinrichtung mit Hort wurde bereits durch den Gemein‐ derat beschlossen. Die beiden Gemeinbedarfsflächen „Egon‐Eiermann‐Allee“ und „Am Brurain“ sind jedoch pla‐ nungsrechtlich als Gemeinbedarfsflächen für „Schule“ im Bebauungsplan festgesetzt und daher derzeit auch nur mit einer solchen Nutzung zu bebauen. Zurzeit laufen Überlegungen und Abstimmungen für die Entwicklung der Fläche „Egon‐Eiermann‐ Allee“. Eine flexible und eventuell auch gemeinsame Nutzung der Fläche mit Schule und Kinderta‐ gesstätte sollte möglich sein. Das Stadtplanungsamt veranlasst im derzeit laufenden Bebauungs‐ planverfahren eine Änderung der Gemeinbedarfsfläche für eine Nutzung „Schule und Kinderta‐ geseinrichtung“. Die Gemeinbedarfsfläche „Am Brurain“ soll, solange der Bedarf einer weiterführenden Schule im Stadtteil nicht geklärt ist, der Nutzung Schule vorbehalten bleiben. Hier soll die Bevölkerungs‐ prognose für die Gesamtstadt (Sommer 2016) abgewartet werden (weitere Informationen siehe Maßnahme I.4). D.1.3 Provisorium für Kindertagesstätte und Schülerhort Wie bereits erwähnt ist der Bedarf an Kindergarten‐ und Hortplätzen in Knielingen sehr hoch und wird die nächsten Jahre weiter ansteigen. Solange die rechtlichen Fragen bezüglich der Gemein‐ bedarfsflächen nicht geklärt sind, muss, ungeachtet des Baurechts, die Option einer provisori‐ schen Kindertagesstätte / Schülerhort für die Dauer von 10 ‐ 20 Jahren bestehen. Das Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft ist mit der Ausschreibung eines Provisoriums für eine Kinderta‐ gesstätte und einen Schülerhort beauftragt worden. D.1.4 Grundschule Knielingen Aufgrund des hohen Bedarfs an Betreuung im Grundschulalter ist es geplant, einen Schülerhort in der Grundschule Knielingen einzurichten. Dies kann die Situation etwas entspannen, jedoch nicht lösen, da vermutlich der Bedarf gerade in Knielingen 2.0 wächst. Zusätzlich plant die Grundschule den Ausbau eines musikalischen Schwerpunkts, wofür weiterer Raum benötigt wird. Die Räum‐ lichkeiten der derzeitigen Begegnungsstätte des Bürgervereins am anderen Ende des Schulhofs wären für die Schule ein idealer Standort. Falls der Bürgerverein in das evangelische Gemeinde‐ zentrum in der Struvestraße zieht, können die Räumlichkeiten der Begegnungsstätte der Grund‐ schule zukünftig zur Verfügung gestellt werden. D.1.5 Waldkindergarten beim Hofgut Maxau Der Verein Wiesenfarmwichtel e.V. plant in Kooperation mit den Betreibern des Hofguts Maxau beim Hofgut die Einrichtung eines ein‐gruppigen Natur‐ und Wiesenkindergartens. Dieser wurde im Rahmen der Bedarfsplanung bereits durch den Gemeinderat beschlossen. In verlängerter Öff‐ nungszeit kann die unter der Angebotsform Waldkindergarten genutzte Einrichtung Platz für 20 Kinder ab drei Jahren bis zur Einschulung anbieten. Inwieweit das Projekt aufgrund genehmi‐ gungsrechtlicher Fragen und der Komplexität dieses Standorts realisierbar sein wird, muss noch geklärt werden. Nach Aussage des Amts für Umwelt‐ und Arbeitsschutz wird die Errichtung des Kindergartens in diesem Bereich als nicht realisierbar eingeschätzt, da das Hofgut Maxau Bestand‐ teil des Natur‐ und Landschaftsschutzgebiets „Burgau“ ist. Nutzungsänderungen und bauliche Maßnahmen bedürfen des Einverständnisses oder ggf. der Genehmigung der Höheren Natur‐ schutzbehörde im Regierungspräsidium Karlsruhe. Die umliegenden Wälder gehören zum Natur‐ schutzgebiet und unterliegen dem Betretungsverbot. 27 KNIELINGEN 2030|Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept D.2 ERRICHTUNG EINER GANZTAGSGRUNDSCHULE Zum Schuljahr 2016/2017 wurde für die Viktor‐von‐Scheffel‐Schule eine neue Schulleitung ausge‐ schrieben, mit dem Hinweis die Grundschule als Ganztagsgrundschule zu entwickeln. Hierfür wer‐ den umfangreiche Baumaßnahmen notwendig sein (siehe auch Punkt C.3.8). Eine Erweiterung inklusive Ganztagsschulangebot ist nach heutigem Stand am Standort Viktor‐von‐ Scheffel‐Schule möglich. Die für die Schulerweiterung vorbehaltene Fläche an der Egon‐Eiermann‐Allee ist damit obsolet. Im Rahmen der Erweiterungsmaßnahmen müssen die beiden Pavillons auf dem Schulge‐ lände abgerissen werden. D.3 AUSBAU UND VERNETZUNG WEITERER UNTERSTÜTZUNGSANGEBOTE Sollte weiterer Bedarf an Kinderbetreuung, beispielsweise über die durch den Kindergarten abge‐ deckte Betreuungszeit von in der Regel maximal 17 Uhr hinaus bestehen, kann auf das Angebot „Tagesmütter“ zurückgegriffen werden. Tagesmütter können Kinder auch von der Kindertagesein‐ richtung abholen und in Ergänzung zu dieser stundenweise betreuen. Das Angebot ist flexibel gestaltbar. Die anfallenden Kosten werden durch die Stadt Karlsruhe bezuschusst, sofern es sich um eine qualifizierte Tagesmutter handelt. Das Angebot der Tagesmütter steht als regelmäßiges Angebot zur Verfügung, für mindestens fünf Stunden die Woche. Falls Eltern nur ab und zu Bedarf haben (Unregelmäßigkeit), dann vermittelt die Stadt Karlsruhe über ihre Babysitter‐Seite Unter‐ stützung. Die Angebote sind unter den Eltern jedoch nicht ausreichend bekannt. In den Kinderta‐ geseinrichtungen sollte Informationsmaterial ausgelegt werden, was teilweise bereits der Fall ist. Darüber hinaus soll das Angebot im „Knielinger“ beworben werden. Um sowohl der Sicherstellung der Qualität der Kindertageseinrichtungen als auch den Belangen der Eltern hinsichtlich der Vereinbarkeit von Familie und Beruf gerecht zu werden, wird eine zum Beispiel in Büchig praktizierte Ferienregelung angeregt. Dabei werden die Kindertageseinrichtun‐ gen in den Ferienzeiten zeitversetzt geschlossen, so dass, um insbesondere auf Notfälle reagieren zu können, eine Betreuung in einer anderen Einrichtung möglich ist. Eine Veröffentlichung der Unterstützungsangebote unter der „Dachmarke“ (siehe Punkt A.2) kann zur weiteren Bekanntmachung der Angebote beitragen. Weiteres Vorgehen Einrichtung eines Horts an der Grundschule Knielingen Voranbringen Planung Gemeinbedarfsfläche „Egon‐Eiermann‐Alle“ Kita‐ und Hortplätze schaffen Einrichtung der Viktor‐von‐Scheffel‐Schule als Ganztagsgrundschule Klärung der Realisierbarkeit eines Waldkindergartens beim Hofgut Maxau 28 E SENIORENGERECHTE ANGEBOTE Ausgangslage Im Zuge des demografischen Wandels werden die Versorgung mit und die Bereitstellung von An‐ geboten für Seniorinnen und Senioren immer wichtiger. Die Zahl der Hochbetagten und damit auch die der Pflegebedürftigen wird voraussichtlich auch in Knielingen steigen. Die Bedarfsprog‐ nose 2030 für den Stadtteil weist einen zusätzlichen Bedarf von 48 Pflegeplätzen neben dem be‐ stehenden Pflegeheim in Knielingen 2.0 mit 66 Plätzen aus. Zusätzlich ist mit einer Erhöhung des Bedarfs zu rechnen, falls die zuziehenden jüngeren Familien noch ihre Eltern nachholen. Entwicklungsziele Schaffung und Ausweitung von Unterstützungsangeboten für Seniorinnen und Senioren Schaffung altersgerechter Wohnformen mit Gewährleistung der Barrierefreiheit Ansprechpartner vor Ort Maßnahmen und Projekte E.1 AUSBAU DES ANGEBOTS AN PFLEGEHEIMPLÄTZEN Zur Deckung des zukünftigen Bedarfs an Pflegeplätzen ist neben der bestehenden Angebote für den Stadtteil eine Einrichtung mit rund 70 Plätzen auf einer Grundfläche von rund 2.500 m² zu planen. Es muss ein geeigneter Standort gefunden werden. E.2 BARRIEREFREIE WOHNFORMEN Zur Verbesserung des Angebots für Seniorinnen und Senioren sollen mittel‐ bis langfristig neue altersgerechte Wohnformen in Knielingen entwickelt werden. Für den Bedarf an barrierefreien Wohnungen sind im Stadtteil Flächen, sowohl bei der Entwicklung neuer Wohngebiete als auch im Bestand, für diesen speziellen Wohnungsbau vorzusehen. Hier sollte vor allem die schnelle Er‐ reichbarkeit zu zielgruppenrelevanten Angeboten (Apotheke, Ärzte, Lebensmittelläden usw.) im Vordergrund stehen. E.3 AUSSENSPRECHSTUNDE DES PFLEGESTÜTZPUNKTS IM STADTTEIL Das Seniorenbüro / Pflegestützpunkt plant zukünftig Außensprechstunden dezentral in den Stadt‐ teilen einzurichten. Hierfür gilt es, entsprechende Räumlichkeiten zu finden, beispielsweise im geplanten Bürgerzentrum oder im AWO Seniorenzentrum. Weiteres Vorgehen Standortsuche für benötigtes Pflegeheim / Seniorenheim Einrichtung eines Pflegestützpunktes im Stadtteil im künftigen Bürgerzentrum oder im AWO Seniorenzentrum Siehe auch Maßnahme A1 Helferbörse / Tauschbörse und B Bürgerzentrum 29 KNIELINGEN 2030|Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept F INTEGRATION Ausgangslage Die Integration von Neubürgerinnen und Neubürgern sowie Migrantinnen und Migranten in das soziale und kulturelle Leben ist ein bedeutendes Anliegen, das hinsichtlich des rasanten Einwoh‐ nerwachstums auch künftig noch an Bedeutung gewinnt. Der Anteil von Bürgerinnen und Bürgern mit Migrationshintergrund ist im Stadtteil Knielingen mit rund 25 Prozent (Stand 2014) ver ‐ gleichsweise gering. Der Bürgerverein und andere Initiativen aus dem Stadtteil sind stets bemüht, Projekte und Angebote zur Integration (auch Neuzugezogener) zu organisieren. Diese sollen zu‐ künftig weiter gestärkt und die im ISEK formulierten integrationspolitischen Ziele auch auf Stadt‐ teilebene umgesetzt werden. Entwicklungsziele Umsetzung der integrationspolitischen Ziele auf Stadtteilebene Interkulturelle Öffnung und Vernetzung der vorhandenen öffentlichen und privaten Ein‐ richtungen Unterstützung von Netzwerken in der Nachbarschaft und mit anderen Stadtteilen Stärkung der Identifikation der Anwohnerinnen und Anwohner mit ihrem Stadtteil Maßnahmen und Projekte F.1 WILLKOMMEN IM STADTTEIL Zur Stärkung der Identifikation der Ortsansässigen mit ihrem Stadtteil und zur Integration von Neuzugezogenen könnten beispielsweise Veranstaltungen und Feste (Nachbarschaftsfest o.ä.) oder Führungen durch historische Bereiche im Stadtteil organisiert werden. Durch Stadtteilfüh‐ rungen erfahren einerseits Ortsansässige mehr über ihre Heimat und kommen andererseits mit ihren neuen Mitbürgerinnen und Mitbürgern ins Gespräch. Darüber hinaus könnte eine Broschüre mit stadtteilbezogenen Informationen zu kulturellen, sozialen oder sportlichen Angeboten, Dienstleistungen, Öffnungszeiten, Ansprechpartner, Gutscheine usw. an Hinzugezogene verteilt werden. Für nach Karlsruhe Zugezogene gibt es ein solchen Angebot bereits, jedoch nicht stadt‐ teilspezifisch. Weiteres Vorgehen Erstellung einer Willkommensbroschüre mit relevanten stadtteilbezogenen Informationen Willkommensfest oder Stadtteilführungen anbieten 30 G BÜRGERGESELLSCHAFT Ausgangslage Der Stadtteil Knielingen ist durch seine vielen Vereine gut aufgestellt. Zahlreiche Knielinger Bürge‐ rinnen und Bürger engagieren sich, was entscheidend zur Stärkung des Zusammenhalts der Stadt‐ teilgesellschaft beiträgt. Ohne die aktive Mithilfe der Bürgerinnen und Bürger vor Ort sind zahlrei‐ che im integrierten Entwicklungskonzept genannte Projekte und Maßnahmen nicht realisierbar. Der Erfolg des Konzepts hängt auch von der Akzeptanz und Unterstützung der Bevölkerung ab. Entwicklungsziele Mitwirkung bei Entscheidungsprozessen Schaffung von mehr Transparenz bei wichtigen Vorhaben und Projekten Bürgernähe und Akzeptanz Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements und Motivation zum Mitmachen Stärkung des Zusammenhalts der Stadtteilgesellschaft Abbau bürokratischer Hemmnisse Maßnahmen und Projekte G.1 FORTFÜHRUNG DER BÜRGERBETEILIGUNG Der Bürgerbeteiligungsprozess soll auch weiterhin über das STEK hinaus im Rahmen der ange‐ strebten Sanierung in Alt‐Knielingen sowie dem energetischen Quartierskonzept fortgeführt wer‐ den. Außerdem ist eine weitere Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern bei der Umsetzung ein‐ zelner Vorhaben und Projekte aus dem STEK, beispielsweise bei der Umgestaltung von Spielplät‐ zen oder der Entwicklung des Rundwegs, vorgesehen. G.2 BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT Ein wichtiges Projekt um bürgerschaftliches Engagement zu schaffen, ist die Einrichtung eines Bürgerzentrums in Knielingen als Kristallisationspunkt und als Ort der Begegnung und des Mitei‐ nanders. Das Büro für Mitwirkung und Engagement unterstützt als Dienstleister das bürgerschaft‐ liche Engagement im Stadtteil, unter anderem in Bezug auf die Vermittlung Ehrenamtlicher, durch das Fortbildungsprogramm für Ehrenamtliche, durch Anerkennung und Würdigung ehrenamtli‐ cher Helferinnen und Helfer oder durch Lesepaten. Weiteres Vorgehen Fortsetzung von Bürgerbeteiligung im Rahmen der Sanierung und der Umsetzung einzel‐ ner Projekte Aufbau und Organisation eines Bürgerzentrums im Stadtteil Aufbau einer Helferbörse / Tauschbörse 31 KNIELINGEN 2030|Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept Übersichtsplan zum Handlungsfeld Sozialer Zusammenhalt und Bildung 32 KULTUR H VERNETZTE STADTTEILKULTUR Ausgangslage Ein vielfältiges kulturelles Angebot erhöht die Lebensqualität im Stadtteil und kann ein bedeuten‐ der Standortfaktor sein. In Knielingen besteht der Wunsch nach einem erweiterten kulturellen Angebot. Im Stadtteil gibt es weder eine Plattform, wo vorhandene kulturelle Aktivitäten und Veranstaltungen zusammengefasst und koordiniert werden, noch attraktive Räumlichkeiten für solche Angebote. Ziel der Stadtteilkultur ist es, die verschiedenen Akteure in Knielingen zusam‐ menzubringen und Kooperationen sowie eine mögliche Erweiterung des Kulturangebots anzu‐ streben. Gerade die kulturelle Einbindung des historischen Dorfkerns Alt‐Knielingens, aber auch das Hofgut Maxau mit Knielinger Museum und die Wirkstadt bietet in diesem Zusammenhang großes Potenzial. Entwicklungsziele Ausbau / Weiterentwicklung der Kulturangebote im Stadtteil Vernetzung aller Kulturakteure und Kulturschaffenden Schaffung neuer Kooperationen Schaffung attraktiver Räumlichkeiten für kulturelle Veranstaltungen, beispielsweise in ei‐ nem zukünftigen Bürgerzentrum Verstärkte Nutzung vorhandener Räumlichkeiten Zukunftssicherung des Knielinger Museums Sicherung des kulturellen Erbes (Hofgut Maxau, historische Gassen und Kulturdenkmäler in Alt‐Knielingen) Maßnahmen und Projekte H.1 KULTURNETZWERK KNIELINGEN Die Entwicklung einer Netzwerkplattform für kulturelle Angebote und Veranstaltungen wird ange‐ strebt. Weiterhin muss der Raumbedarf zur Einrichtung einer Koordinierungsstelle und für Veran‐ staltungen bestimmt werden. Als Ausgangsbasis können die Räume der wirkStadt dienen. Zusätz‐ liche Räumlichkeiten kann das geplante Bürgerzentrum bieten, ebenso das Seniorenzentrum und die Gemeindehäuser der evangelischen und katholischen Kirche. Im Seniorenzentrum besteht ohnehin schon der Wunsch nach weiteren kulturellen Angeboten und Veranstaltungen im Haus. Eine Kooperation mit dem Seniorenzentrum würde sich anbieten. Kontakte zum Musikverein und zum Bürgerverein bestehen bereits. Hier stehen auch Räumlichkeiten zur Verfügung und könnten für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden. In diesem Zusammenhang wäre auch eine kultu‐ relle Nutzung der unter Denkmalschutz stehenden Militärkirche in Knielingen 2.0 in Zukunft denk‐ bar. Hierzu sind jedoch noch umfangreiche Sanierungsmaßnahmen notwendig (siehe auch Maß‐ nahme N.4). 33 KNIELINGEN 2030|Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept H.2 KUNST‐ UND KULTURPROFIL Eine weitere perspektivische Option über eine reine Netzwerkplattform hinaus wäre die Entwick‐ lung eines Kunst‐ und Kulturprofils für Knielingen, verbunden mit einem eigenständigen künstleri‐ schen und kulturellen Programm. Die Konzeption wird von einigen Privatpersonen und Kultur‐ schaffenden aus dem Stadtteil konkretisiert. Für das weitere Vorgehen ist es notwendig, engagier‐ te Künstler und Kulturinteressierte sowie kooperationsbereite Vereine zu finden. H.3 STADTGEIST‐APP KNIELINGEN Das Konzept Stadtgeist ist eine Augmented‐History‐App mit Geschichten von, mit und um Karlsru‐ he. Innerhalb der Stadt sind Stadtmarken platziert, die prägende Orte der Stadtgeschichte darstel‐ len. Mit dem Smartphone kann man sich so von Stadtmarke zu Stadtmarke durch die Stadt navi‐ gieren lassen und ähnlich einer Zeitreise wichtige Karlsruher Plätze und Orte im Wandel erleben. Die App soll auch auf die Karlsruher Stadtteile ausgeweitet werden, wobei Knielingen als Pilot‐ stadtteil ausgewählt wurde. Die Wahl fiel auf Knielingen als ältesten urkundlich nachgewiesenen Stadtteil Karlsruhes. Sieben bis zehn Stadtmarken sollen in diesem Zusammenhang herausgestellt und erlebbar gemacht werden (z.B. mit Geschichten zu historischen, künstlerischen, sehenswer‐ ten, wissenswerten örtlichen Besonderheiten). Das Projekt soll unter Federführung des Stadtmar‐ ketings in Kooperation mit dem Kulturamt und der Wirtschaftsförderung laufen. Eine Verknüp‐ fung der App mit der Entwicklung eines Knielinger Rundwegs (Maßnahme I.5) oder verschiedener Themenwege sollte in diesem Zusammenhang in Erwägung gezogen werden. Weiteres Vorgehen Organisation weiterer Treffen der Kulturschaffenden zur weiteren Ausrichtung des Kul‐ turangebots in Knielingen Aufbau einer Netzwerkplattform für kulturelle Angebote Etablierung der Stadtgeist‐App im Stadtteil 34 Übersichtsplan zum Handlungsfeld Kunst und Kultur 35 KNIELINGEN 2030|Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept SPORT, FREIZEIT UND GESUNDHEIT I GESUNDHEIT UND BEWEGUNG IM STADTTEIL Ausgangslage Mit zunehmender Reizüberflutung der Informationsgesellschaft scheint auch die Nachfrage nach Bewegung und Gesundheit als Ausgleich zur Alltagswelt und zum Alltagsstress zu steigen. Sport und Bewegung als wichtige Bestandteile unserer Gesellschaft unterstützen unter anderem einen gesunden Lebensstil, begünstigen die gesellschaftliche und körperliche Entwicklung von Kindern und Jugendlichen und fördern soziale Kontakte. Gerade bei Jugendlichen gehört Sport zu den wichtigsten Freizeitaktivitäten. Aufgrund der Zunahme von Trendsportarten wie Skaten, BMX, Parcours oder Slacklinen steigt der Bedarf an neuen Räumen zur Ausübung sportlicher Aktivitäten. Auch in Knielingen ist der Wunsch, vor allem bei Jugendlichen, nach ergänzenden Sportangeboten und Räumen für Freizeitaktivitäten vorhanden. In einer älter werdenden Stadtgesellschaft kommt es zusätzlich darauf an, sinnvolle Angebote der gesundheitlichen Prävention und insbesondere der Bewegungsförderung für Seniorinnen und Senioren, aber auch für andere Zielgruppen, bereitzustellen. Entwicklungsziele Bedarfsgerechte Ausstattung mit Sport‐ und Freizeitangeboten Stärkung der Vereinsstrukturen und Ausbau der Kooperationen mit und zwischen den Vereinen Anreize schaffen für eine nachhaltige und generationsübergreifende Bewegungsför‐ derung Berücksichtigung von Aspekten der Mobilität / Barrierefreiheit sowie Sicherheit für Kinder und Jugendliche im öffentlichen Raum Vernetzung und Anbindung der wohnortnahen Frei‐ und Erholungsflächen Verbesserung der Anbindung an öffentliche und sonstige wichtige Einrichtungen im Verlauf des Rundwegs Maßnahmen und Projekte I.1 ANGEBOTE AN SPEZIAL‐ UND TRENDSPORTARTEN IM STADTTEIL Jugendliche können wesentlich zu einer positiven zukünftigen Stadtteilentwicklung beitragen, wenn sie sich durch ein ausreichendes und abwechslungsreiches Sport‐ und Freizeitangebot mit ihrem Stadtteil identifizieren können. Die Nachfrage nach Angeboten im Vereinssport ist laut Aus‐ sage der Vereine rückläufig. Dies hängt einerseits damit zusammen, dass die Jugendlichen für die weiterführenden Schulen den Stadtteil verlassen müssen. Dadurch wird die Bindung an Knielingen schwächer. Andererseits befinden sich außerhalb des Stadtteils attraktive Angebote an Spezial‐ sportarten. Solche sollten auch in Knielingen angeboten werden. Ergänzend hierzu sollten Treff‐ punkte im Freien für Trendsportarten wie Slacklinen oder Skaten usw. geschaffen werden (siehe auch Maßnahme I.2). Das Angebot solcher Trendsportarten im Stadtteil muss zukünftig als Berei‐ cherung des städtischen Lebens und als Teil einer neuen Jugendkultur gesehen und toleriert wer‐ den. 36 I.2 SUCHE NACH GEEIGNETEN STANDORTEN FÜR KINDER UND JUGENDLICHE FÜR SPORTLICHE AKTIVITÄTEN Als möglicher Standort für sportliche Aktivitäten wie beispielweise Skaten, Radfahren oder Roller‐ fahren u. ä. wird eventuell das Umfeld des Sportparks Bruchwegäcker gesehen. Dieser Standort ist jedoch aufgrund der dezentralen Lage und der problematischen Radwegeverbindung eher für ältere Jugendliche geeignet. Die Grünfläche Am Sandberg nordwestlich des Spielplatzes Eggen‐ steiner Straße (siehe unteres Luftbild) könnte ebenfalls als potenzielle Fläche für jugendliche Frei‐ zeitaktivitäten dienen. Gerade die bereits erwähnten Trendsportarten finden hier ausreichend Platz und könnten das vorhandene sportliche Freizeitangebot auf dem Spielplatz Eggensteiner Straße (Bolzplatz) abrunden. Für diese Grünfläche muss noch die Zuständigkeit geklärt werden. Abbildung 8: Möglicher Standort für sportliche Aktivitäten; Luftbild: Stadt Karlsruhe Auf dem Festplatz befinden sich die Skaterbahn und die Dirt‐Bike‐Bahn. Die Skaterbahn ist wegen der geringen Größe und Angebote nicht attraktiv genug. Die Dirt‐Bike‐Bahn ist keine offizielle Bahn der Stadt, sondern wurde von einigen Jugendlichen aus dem Stadtteil in Eigenregie gebaut. Aus Sicht der Arbeitsgruppe bieten sich im Umfeld des Festplatzes auch in Verlängerung zur Rennbahn noch Flächen, die genutzt werden könnten. Auch der Festplatz selbst hätte Potenzial. Jedoch müsste in diesem Zusammenhang die Parksituation sowie eine weitere Beleuchtung noch geprüft werden. Da sowohl der Festplatz als auch das Umfeld zum Natur‐ und Landschaftsschutz‐ gebiet „Burgau“ gehört, sind Nutzungsänderungen und bauliche Maßnahmen durch die Höhere Naturschutzbehörde im Regierungspräsidium Karlsruhe zu genehmigen und frühzeitig abzustim‐ men. Eine Nutzung der genannten Flächen sowie eine weitere Beleuchtung werden vom Umwelt‐ und Arbeitsschutz derzeit sehr kritisch gesehen. I.3 BEWEGUNGS‐ UND GESUNDHEITSFÖRDERNDE ANGEBOTE Als Angebot zur Bewegungs‐ und Gesundheitsförderung wünschen sich die Knielingerinnen und Knielinger Outdoor‐Fitnessgeräte für Erwachsene. Diese sollten idealerweise an bekannten Lauf‐ strecken von Gruppen oder Vereinen stehen oder an einem möglichen Rundweg (siehe dazu Maßnahme I.5). Die Aufstellung von Outdoor‐Fitnessgeräten und Bewegungsangeboten bieten eine Ergänzung zu einer Mitgliedschaft in Sportverein oder Fitnessstudio. Sie sind kostenlos, unter freiem Himmel, beliebig oft und zu beliebigen Zeiten zugänglich und ohne Vereinszugehörigkeit oder Anmeldung nutzbar. Darüber hinaus befördern sie das Miteinander und die Kommunikation Friedhof Parkanlage, Spielplatz I.2 37 KNIELINGEN 2030|Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept im Stadtteil. Eine langfristige Planung und die Qualität des Standorts sind entscheidende Faktoren für die Akzeptanz solcher Angebote bei der Bevölkerung. Die Bürgerinnen und Bürger regen zusätzlich das Ausweisen von Joggingstrecken mit Kilometrie‐ rung im Stadtteil an. Besonders in Verbindung mit der Entwicklung des Rundwegs, beispielsweise im Grünzug 2.0 oder entlang der Alb können potenzielle Strecken eingerichtet werden. Es spricht nichts dagegen, auf den vorhandenen Wegen an der Alb zu joggen. Das Ausweisen einer Jogging‐ strecke mit Kilometrierung und einer Beleuchtung bedarf wegen der schutzwürdigen Lage der frühzeitigen Einbindung der Höheren Naturschutzbehörde. Gerade die Installation von Leuchten wird in diesem Bereich kritisch gesehen. I.4 SCHAFFUNG EINER SCHULSPORTANLAGE (LEICHTATHLETIK) Der Schulsport beider Grundschulen findet in der Reinhold‐Crocoll‐Halle statt, jedoch können bisher keine Trainingsmöglichkeiten für Leichtathletik (u.a. Weitsprunganlage) im Rahmen des Sportunterrichts stattfinden. Als Option würde sich eventuell die Wiese neben der Sporthalle an‐ bieten. Die Fläche „Am Brurain“ ist jedoch als Gemeinbedarfsfläche für Schule ausgewiesen und ist eine der wenigen Möglichkeiten, eine weiterführende Schule im Stadtteil zu errichten (siehe Maßnahme D.1.2). Eine Detailplanung kann nur auf Grundlage eines Gesamtkonzepts erfolgen. Es ist zu prüfen, ob die Nutzungshäufigkeit einer solchen Anlage durch die Grundschulen in einem vertretbaren Verhältnis zu den Bau‐ und Unterhaltungskosten liegen. I.5 ENTWICKLUNG EINES RUNDWEGS IN KNIELINGEN Zusammen mit der Bürgerschaft wurde die Idee entwickelt, die verschiedenen Plätze sowie öf‐ fentlichen Straßenräume und Freiflächen in Knielingen als Verbund zu sehen und durch eine Art Rundweg durch Knielingen miteinander zu verknüpfen. Neben der Ausweisung des Streckenver‐ laufs soll im Rahmen der Entwicklung des Rundwegs auch die Nutzung und die Ausgestaltung des Rundwegs sowie der öffentlichen Freiräume und Plätze erfolgen. Bisher handelt es sich um erste Überlegungen, welche Straßenzüge sowie öffentliche Räume und Grünflächen in den Rundweg integriert werden können (siehe folgende Abbildung). Ein genauer Streckenverlauf muss noch festgelegt werden. Dabei sind mögliche Stadtmarken der Stadtgeist‐App zu berücksichtigen und die Bürgerinnen und Bürger weiterhin einzubeziehen (vgl. Maßnahme H.3). Bei möglichen Anbindungen des Rundwegs in den Außenbereich (zu Ackerflä‐ chen und landwirtschaftlichen Nutzflächen) müssen die Belange und Anliegen der Landwirtschaft berücksichtigt werden (siehe auch „Knigge für Feld und Flur“ des i.m.a). Der Rundweg muss durch entsprechende Inszenierung als solcher erkennbar sein, z. B. durch Beschilderung, wegebeglei‐ tende einheitliche Möblierung oder Wegemarken mit Wiedererkennungswert. Überlegungen zu Nutzungs‐ und Gestaltungsvorschlägen für mögliche öffentliche Plätze und Frei‐ flächen im Rundweg wurden in den Arbeitsgruppensitzungen bereits angestellt. Folgende Flächen mit Aufwertungspotenzial wurden konkretisiert: Elsässer Platz: Aufwertung des Umfelds (auch im Zusammenhang mit der Umgestaltung Rhein‐ brückenstraße), klarere Anbindung an den vorhandenen Radweg, gestalterische und funktionale Aufwertung des Platzes (Näheres dazu Maßnahmen M.1.1 und S.1). Grünzug Knielingen 2.0: Nutzung als potenzielle Joggingstrecke mit weiteren Bewegungsgeräten, Anschaffung kommunikativer Sitzmöglichkeiten im Bereich Spielplatz, Pflanzung weiterer Bäume, Hecken und Sträucher zur Einfassung, Eingrünung und Einbeziehung des Krasnodarplatzes, Pick‐ nickecke im Bereich der bestehenden alten Mauer (siehe auch Maßnahmen C.1.2 und C.3.2). Grünzug nordwestlich Brauhaus 2.0: barrierefreier Übergang über die Egon‐Eiermann‐Allee im Zuge der Tramerweiterung, stärkere Eingrünung als optische Begrenzung zum Bundeswehrgelän‐ de hin im Bereich des geplanten Bolzplatzes. 38 Kleingartenanlage Husarenlager: Kontaktaufnahme mit den Kleingartenbesitzern notwendig, um Vorschläge zu diskutieren, zum Beispiel: Joggingstrecke als Fortführung des Grünzugs 2.0, Aufstel‐ len weiterer Fitnessgeräte, Wegfall der vorhandenen Spielplätze dafür Schaffung von Aufent‐ haltsbereichen mit Sitzmöglichkeiten, Gestaltung der Eingangssituation zur Kleingartenanlage in der Ferdinand‐Keller‐Straße, Wunsch nach einem Brunnen ist aufgrund der hohen Anschaffungs‐ und Unterhaltungskosten nicht realisierbar. Kleingartenanlagen sind als öffentliches Grün auch Erholungsflächen für die Allgemeinheit, ihre Wege sollen zum Spazierengehen genutzt werden (gem. § 1 Abs. 4 Gartenordnung), Öffnungszei‐ ten sind vom 1. März bis 30. Oktober täglich bis zum Einbruch der Dunkelheit. Das bedeutet, dass der geplante Weg durch die Kleingartenanlage von November bis Februar geschlossen wäre. Dies muss im Zuge der Ausweisung des Streckenverlaufs berücksichtigt werden. Grünstreifen Östliche Rheinbrückenstraße: langfristig Verlängerung des Grünstreifens im Zuge der Umgestaltung der Rheinbrückenstraße (siehe Maßnahme S.1). Abbildung 9: Wichtige Straßenzüge und öffentliche Räume / Grünflächen für die Entwicklung eines Rundwegs Weiteres Vorgehen Schaffung von Angeboten von Spezial‐ und Trendsportarten im Stadtteil Standorte für sportliche Aktivitäten / Trendsportarten für Jugendliche finden Aufstellung von Bewegungsgeräten an ausgewählten Standorten Ausweisen von Joggingstrecken an möglichen Standorten Entwicklung Knielinger Rundweg 39 KNIELINGEN 2030|Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept Übersichtsplan zum Handlungsfeld Sport, Freizeit und Gesundheit 40 UMWELT, KLIMASCHUTZ UND STADTGRÜN J NATUR UND STADTGRÜN ALS ERHOLUNGSRAUM Ausgangslage Erholung in der Natur ist die essenzielle Basis für die menschliche Gesundheit und das Wohlbefin‐ den. Ein ausreichendes Angebot an Naturräumen und Stadtgrün führt zu mehr Lebensqualität der Stadtbevölkerung und trägt sowohl zur Erholung als auch zum Klimaschutz bei. Für Kinder und Jugendliche garantiert Natur in Wohnnähe vielfältige Spiel‐ und Naturerfahrungsmöglichkeiten. Sie sichert gleichzeitig auch die Artenvielfalt von Tieren und Pflanzen sowie den natürlichen Was‐ serkreislauf und die Sauerstoffproduktion. Die Flächen rund um Knielingen sind sehr vielfältig strukturiert und stellen mit ihren Ackerflächen, Wiesen, Gehölz‐ und Waldbeständen, den Streu‐ obstwiesen sowie den fließenden und stehenden Gewässern einen sehr wertvollen und attrakti‐ ven Landschafts‐ und Naherholungsraum dar. Die Flussaue der Alb ist wohl das prägendste Land‐ schaftselement der Stadt Karlsruhe und zieht sich als grünes Band durch die Landschaft. Aufgrund der Unterschutzstellung als Natur‐ und Landschaftsschutzgebiet ist die Erlebbarkeitsfunktion der Bereiche an der Alb und des Knielinger Sees zum Missfallen vieler Stadtteilbewohnerinnen und ‐ bewohnern jedoch stark eingeschränkt. Ziel sollte es sein, ein harmonisches Miteinander von Mensch und Natur anzustreben. Dabei gilt es vor allem, der Bevölkerung die Wichtigkeit umwelt‐ und naturfreundlichen Verhaltens zu vermitteln und die Umweltbildung verstärkt zu fördern. Als wichtige Projektbausteine zum Handlungsfeld „Stadt am Rhein“ wurden der Landschaftspark Rhein und das Hofgut Maxau als Leitprojekte des Karlsruher Masterplans sowie des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts Karlsruhe 2020 bereits realisiert. Entwicklungsziele Erhalt der Kulturlandschaft um Knielingen (Burgau und Feldflur zwischen Alb und Alt‐ Knielingen sowie die Rheinauenwälder) Steigerung der Aufenthaltsqualität an der Alb durch umweltverträgliche Maßnahmen un‐ ter Beachtung des Natur‐ und Artenschutzes Sicherung der Artenvielfalt von Tieren und Pflanzen durch naturbelassene und unberührte Bereiche Erhalt der Blickbeziehungen zur Alb Schaffung attraktiver Naherholungs‐ und Naturerlebnisräume am Rhein Harmonisches Miteinander von Mensch und Natur Erschließung der Verkehrswege zum Rhein und entlang des Rheins Maßnahmen und Projekte J.1 NUTZUNGSMÖGLICHKEITEN AN DER ALB Die naturbelassenen Schutzgebietsflächen an der Alb werden von den Knielingerinnen und Knielingern als verwahrlost und ungepflegt wahrgenommen. Ziel sollte es sein, das Gebiet unter dem Aspekt der Ruhe und des Naturschutzes zu pflegen und vorhandene Aufenthaltsbereiche aufzuwerten, anstatt neue Erlebnisbereiche zu schaffen. Die Auenlandschaft der Alb soll dauer‐ haft ein Naturraum mit hoher Umweltqualität bleiben. Erholungs‐ und Nutzungsangebote müssen deshalb umweltverträglich unter Beachtung der Belange des Natur‐ und Artenschutzes organisiert und mit der Höheren Naturschutzbehörde abgestimmt werden. 41 KNIELINGEN 2030|Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept Im Fokus stehen drei mögliche Aufenthaltsbereiche entlang der Alb, die mit wenig Aufwand und geringem Eingriff in die Natur aufgewertet werden können. Dies trägt wesentlich zu einer Steige‐ rung der Aufenthaltsqualität bei. Abbildung 10: Mögliche Aufwertungsmaßnahmen an der Alb; Luftbild: Stadt Karlsruhe, Fotos: eigene Aufnahmen 2016 J.1.1 Aufwertung des Parkplatzes gegenüber Sängerheim Der Parkplatz gegenüber dem Sängerheim könnte durch die Versetzung der dort befindlichen Glascontainer eine Aufwertung erfahren. Auch die Beseitigung von Müllablagerungen würde ei‐ nen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Situation leisten. Somit könnte ein attraktiver Aufenthaltsbereich entstehen. J.1.2 Aufwertung des Stegs Der vorhandene Sitzbereich beim Steg an der Alb ist unattraktiv und wenig einladend. Hier sollten Umgestaltungsmaßnahmen erfolgen. Eine einheitliche attraktive Möblierung und die kommunika‐ tive Anordnung der Sitzgelegenheiten würden wesentlich zur Aufwertung des Stegs beitragen und wieder zum Verweilen einladen. J.1.3 Aufwertung des Platzbereichs vor dem Boxerhäuschen Dieser offene Bereich kann durch eine einfache Sitzmöglichkeit ergänzt werden. Anbieten würden sich hier auch sogenannte Beobachtungsstationen (Fernrohr oder Gugg‐Löcher durch Bretter usw.), die den Blick der Besucherinnen und Besucher auf ökologisch Wertvolles an der Alb lenken. J.2 LANDSCHAFTSPARK RHEIN Der Landschaftspark Rhein ist als Bestandteil des PAMINA‐Rheinparks ein Leitprojekt des Karlsru‐ her Masterplans 2015 innerhalb des Handlungsfelds „Stadt am Rhein“. Die Leitidee des Projekts ist, das Potenzial des Rheins als attraktive Naherholungs‐ und Erlebnislandschaft besser auszu‐ schöpfen. Der Landschaftspark soll als Kompromisslösung gesehen werden, indem die Erlebnis ‐ und Freizeitaktivitäten für den Menschen am Rhein stattfinden und dafür die schutzwürdigen Gebiete rund um die Alb und den Knielinger See naturbelassen der Tier‐ und Pflanzenwelt vorbe‐ halten bleiben. Ein Besucherlenkungskonzept für den Landschaftspark Rhein konzentriert die Be‐ sucheraktivitäten auf die Achse entlang des Rheindamms und um das Hofgut Maxau. Ein besserer Zugang von Knielingen zum Rhein ist durch die Fertigstellung der Radwegeverbindungen von Knielingen an den Rhein und durch den Rheinhafen erfolgt. J.1.1 J.1.2 J.1.3 Parkplatz Sängerheim Steg an der Alb Grundschule Sängerheim 42 Mittel‐ bis langfristig stehen Überlegungen zu einem Brückenkonzept über den Rheinhafen und Yachthafen für Radfahrende an. Diese Konzeption ist Voraussetzung für einen durchgängigen Radweg am Rhein. Die Brücken über den Rheinhafen und den Yachthafen sind zur Zeit nicht finan‐ zierbar. Damit ist die überregionale, durchgängige Radwegverbindung entlang des Rheins noch rudimentär. Die durch die Besucherinnen und Besucher des Landschaftsparks ent‐ standenen Probleme wie Müll, Lärm und Parken müssen zukünftig berücksichtigt und dafür Lö‐ sungen gefunden werden. J.3 BESUCHERLENKUNGSKONZEPT KNIELINGER SEE UND BURGAU Das Regierungspräsidium erstellt derzeit ein Besucherlenkungskonzept rund um den Knielinger See im Naturschutzgebiet Burgau. Dieses muss bei zukünftigen Planungen und Überlegungen in diesem Bereich unbedingt berücksichtigt werden. Dabei gilt es, Wege zu definieren, welche öf‐ fentlich zugänglich, gepflegt und begehbar bleiben sollen. Die Wege sollen so angelegt werden, dass die besonders störungsempfindlichen Abschnitte rund um den Knielinger See und der Burgau möglichst frei von Beunruhigungen durch die Besucherströme zu halten sind. Dabei ist eine strin‐ gente Umsetzung mit Unterstützung der Knielinger Bürgerinnen und Bürger notwendig, um die Belastungen, die vom PAMINA Rheinpark ausgehen (Lärm, Müll, Parken), aufzufangen. J.4 AUSWEISUNG EINER HUNDEAUSLAUFFLÄCHE IM STADTTEIL Für Hundebesitzer in Knielingen gibt es keine Möglichkeit, ihre Hunde frei laufen zu lassen. Ent‐ weder handelt es sich bei den umliegenden Freiflächen um Natur‐ oder Landschaftsschutzgebiet, Spiel‐ und Parkfläche oder um Ackerflächen und Streuobstwiesen. Auf all den genannten Flächen besteht ein Verbot oder eine Anleinpflicht für Hunde. Das Gartenbauamt prüft in diesem Zusam‐ menhang potenzielle Hundeauslaufflächen im Stadtteil. Ein Vorschlag des Bezirks ist der städti‐ sche Grünstreifen südlich der Fläche „Am Sandberg 2“ zwischen dem Spielplatz Eggensteiner Straße und der Reinhold‐Crocoll‐Halle (siehe Luftbild unten). Eine weitere potenzielle Fläche könnte die Grünfläche südöstlich des Knielinger Bahnhofs, angrenzend an die Saarlandstraße 166 neben der Kleingartenanlage, darstellen. Abbildung 11: Potenzielle Hundeauslauffläche im Stadtteil; Luftbild und Piktogramm: Stadt Karlsruhe Die Flächen entlang der Bahnlinie (südlich des Bahnhofs) wurden von der Deutschen Bahn an ei‐ nen privaten Eigentümer verkauft. Im Rahmen des gerade beginnenden Bebauungsplanverfah‐ rens „Wohnbebauung Maxauer Straße“ soll hier eine Fuß‐ und Radwegeverbindung für die Öf‐ fentlichkeit geschaffen werden. In diesem Zusammenhang könnte in diesem Bereich ebenfalls eine Hundeauslauffläche entlang des geplanten Wegs thematisiert werden. J.4 Reinhold‐Crocoll‐Halle 43 KNIELINGEN 2030|Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept Weiteres Vorgehen Nach Möglichkeit Aufwertung vorhandener Aufenthaltsbereiche an der Alb Erstellung des Besucherlenkungskonzepts für den Knielinger See durch das Regierungs‐ präsidium Ausweisung einer Hundeauslauffläche auf einer der potenziellen Flächen nach Überprü‐ fung 44 K NACHHALTIGE SICHERUNG UND ENTWICKLUNG VON STADTGRÜN, NATUR UND LANDSCHAFT Ausgangslage Das gesamtstädtische Grünsystem von Karlsruhe ist das Leitbild für die Sicherung und Entwicklung des Stadtgrüns, welches nicht nur der Stadtgestaltung und Erholung dient, sondern auch die Vo‐ raussetzung für die wirksame Erfüllung ökologischer Funktionen bildet. Übergeordnete Elemente bilden die zentrale Grünachse vom nördlichen Hardtwald über Schlossgarten und Stadtgarten zum Albgrün sowie die das Stadtgebiet durchquerenden Flussläufe der Alb und der Pfinz. In dieses grüne Netzwerk sind auch Parks, verkehrsbegleitendes Grün, Kinderspielplätze und Flächen mit speziellen Funktionen, wie Kleingartenanlagen, Sportanlagen und Friedhöfe eingebunden. Die öffentlichen Grünflächen in Karlsruhe sind untereinander weitgehend vernetzt und stehen in Ver‐ bindung mit der umgebenden Landschaft. Das Gartenbauamt entwickelt seit den 1970er Jahren schrittweise ein differenziertes naturnäheres Pflegekonzept für die Grünflächen im Karlsruher Stadtgefüge. Im Fokus stehen die Integration von naturnahem Grün in das Wohnumfeld und die Nutzbarkeit der Grünflächen für die Naherholung. In diesem Zusammenhang können die weniger von Menschen frequentierten Grün‐ und Freiflächen als naturbelassene Biotope für die Tier‐ und Pflanzenwelt entwickelt werden. Diese Zielsetzungen sollten auch bei der zukünftigen Stadtteil‐ entwicklung Knielingen näher betrachtet werden. Entwicklungsziele Erhalt und Pflege der Grün‐ und Freiflächen im Stadtteil (Berücksichtigung von Frischluft‐ schneisen) Vernetzung der öffentlichen Grün‐ und Freiflächen Verbesserung des Stadtklimas durch öffentliche und private Begrünungsmaßnahmen Erhalt der Vielfalt von Arten und Lebensräumen Sauberkeit im Stadtteil Bewusstseinsbildung und Informationsvermittlung Fachlich qualitative Biotopschutz‐ und Biotoppflegemaßnahmen Vorantreiben der Schnakenbekämpfung Maßnahmen und Projekte K.1 VERNETZUNG UND ANBINDUNG VON FREIRÄUMEN / ÖFFENTLICHE UND PRIVATE BEGRÜNUNGSMASSNAHMEN Neben der Schutzausweisung wertvoller Vegetationsflächen als Naturschutz‐ und Landschafts‐ schutzgebiete fehlt es im Stadtteil selbst an Grün‐ und Freiflächen mit ausreichender Vernet‐ zungsfunktion, um den Bedürfnissen der dort Wohnenden und Beschäftigten Rechnung zu tragen. Vorhandene Grünzüge sind zur Unterstützung des Luftaustauschs zu erhalten und durch grüne Wegeverbindungen miteinander zu verknüpfen. Weitere Ansätze sind die Nutzbarmachung klein‐ räumiger Grünflächen als Naherholungsraum (Stichwort Pocket Park) oder der Einsatz von Wasser im öffentlichen Raum zur Verdunstungskühlung. Zur gestalterischen Aufwertung, aber auch zur Verschattung der Straßenräume, sollen die zahl‐ reich vorhandenen Straßenbäume erhalten, gepflegt und, wo erforderlich, mit Neupflanzungen ergänzt werden. Einzelne Straßenzüge sollen wo möglich mit Bäumen und Pflanzbeeten bepflanzt werden. Dies trifft im Besonderen auf die Straßenräume in Alt‐Knielingen zu. Begrünte Höfe, Dächer und Fassaden sind für das Kleinklima der Stadt sowie zur Verbesserung der Wohnqualität von privaten Freiräumen besonders wichtig. Durch das Programm „Grüne Höfe, 45 KNIELINGEN 2030|Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept Dächer und Fassaden für Karlsruhe“ unterstützt das Gartenbauamt seit über 30 Jahren das Enga‐ gement der Bürgerinnen und Bürger, private Maßnahmen zur Aufwertung und Begrünung versie‐ gelter Höfe, Dächer und Fassaden durchzuführen. Gerade der Ortskern von Alt‐Knielingen bietet mit seinen stark verdichteten Bereichen in diesem Zusammenhang großes Potenzial. Die genann ‐ ten Maßnahmen sind auch im Hinblick auf die angestrebten Umwelt‐ und Klimaschutzziele der Stadt (siehe dazu Baustein „Energieeffizienter und klimaangepasster Stadtteil“ Maßnahme L.2) von großer Bedeutung. K.2 ERHALTUNG DER STREUOBSTWIESENBESTÄNDE Die Streuobstwiesen prägen rund um Knielingen die Kulturlandschaft. Sie liefern nicht nur Produk‐ te für eine gesunde Ernährung, Streuobstbäume haben auch einen hohen ökologischen Wert für zahlreiche Tier‐ und Pflanzenarten sowie einen großen Erholungs‐ und Freizeitwert für den Men‐ schen. In den letzten Jahren ist deren Fortbestand jedoch immer mehr gefährdet. Oft fehlt es an interessiertem und engagiertem Nachwuchs, der sich um die Pflege der wertvollen Bäume küm‐ mert. Zukünftig wird es davon abhängen, ob es gelingt, die Motivation zur Pflege der Bäume zu‐ rückzugewinnen. Es müssen Initiativen ausgebaut werden, in welchen aktive Bürgerinnen und Bürger gemeinsam Konzepte zur Pflege und Nutzung von Streuobstwiesen entwickeln und umset‐ zen. Es braucht vor allem engagierte Gruppen, die bei der Bewirtschaftung, Verarbeitung und Vermarktung neue Wege gehen und Vorbild und Motivation für andere sind. Der Knielinger Bür‐ gerverein hat sich schon vor Jahren der Erhaltung der Streuobstwiesen verschrieben und ver‐ sucht, die Wichtigkeit dieses Vorhabens ins Bewusstsein der Knielingerinnen und Knielinger zu rufen. Dabei sollten Kooperationen mit dem Liegenschaftsamt und dem Landkreis Karlsruhe in Erwägung gezogen werden. K.3 BAUMPATENSCHATEN / MÜLLBESEITIGUNG Das Gartenbauamt bietet allen interessierten und engagierten Bürgerinnen und Bürgern Baumpa‐ tenschaften für stadteigene Bäume an. Das Liegenschaftsamt bietet zusätzlich Patenschaften für Streuobst an. Somit soll das private Engagement bei der Pflege der Grünbestände, aber auch bei der Müllbeseitigung gestärkt werden. Im Rahmen der Dreck‐weg‐Wochen des Amts für Abfall ‐ wirtschaft werden Aktionen zur Müllbeseitigung bereits durchgeführt. Das Amt für Abfallwirt‐ schaft organisiert außerdem gemeinschaftliche Reinigungsaktionen und Sauberkeitspatenschaf‐ ten. Hier ist stetige Öffentlichkeitsarbeit zu leisten, um die Wichtigkeit eines sauberen Stadtteils für dessen Bewohnerinnen und Bewohner zu kommunizieren. Abbildung 12: Flyer des GBA für Baumpatenschaften, Dreck‐weg‐Wochen 2016 (Schülerhort Lassallestraße); Quelle: Stadt Karlsruhe 46 K.4 PFLEGEMASSNAHMEN AN DER ALB Das Regierungspräsidium in Karlsruhe führt in regelmäßigen Abständen Pflegemaßnahmen im Naturschutzgebiet an der Alb durch. Für Maßnahmen am Gewässer ist das Tiefbauamt zuständig. Aufgrund des Tier‐ und Pflanzenschutzes sollen Teilbereiche an der Alb naturnah gestaltet blei‐ ben. Weiterhin gibt es zugewucherte Bereiche am Bahndamm, die der Deutschen Bahn gehören und auch von dieser zu pflegen sind. Die Stadt hat darauf keinen Einfluss. Deshalb sollte nach Be‐ darf Kontakt mit der Deutschen Bahn aufgenommen werden. Pflegemaßnahmen am Bahndamm sind aus Artenschutzgründen sowie der Schutzgebietskulisse immer mit der Naturschutzverwal‐ tung abzustimmen. K.5 SCHNAKENBEKÄMPFUNG Das Wissen bezüglich der Schnakenbekämpfung ist im Stadtteil nicht ausreichend verbreitet. Da‐ her sollten die Bekämpfungsmöglichkeiten im „Knielinger“ sowie in der StadtZeitung bekannt gemacht werden. Eine Abstimmung mit dem Bürgerverein ist diesbezüglich bereits erfolgt. Bti‐ Tabletten, die zur biologischen Stechmückenbekämpfung eingesetzt werden, sind momentan zentral bei der Stadtverwaltung erhältlich. Diese sollten auch im Stadtteil angeboten werden. Als mögliche Ausgabestellen in Knielingen eignen sich der dm‐Markt sowie Blumenläden und Apothe‐ ken. Zu Beginn der Schnakensaison werden zusätzlich Hinweise zum Umgang auf der städtischen Homepage erscheinen. Weiteres Vorgehen Schaffung von Initiativen zum Erhalt der Streuobstwiesen in Kooperation mit Liegen‐ schaftsamt und Landkreis Karlsruhe Öffentlichkeitsarbeit bzgl. Baumpatenschaften und Reinigungsaktionen verstärken Kontaktaufnahme zur Deutschen Bahn in Abstimmung mit Naturschutzverwaltung bezüg‐ lich Pflegemaßnahmen am Bahndamm Begrünung privater Flächen und Gebäude durch Öffentlichkeitsarbeit und Beratung im Rahmen der Sanierung fördern 47 KNIELINGEN 2030|Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept L ENERGIEEFFIZIENTER UND KLIMAANGEPASSTER STADTTEIL Ausgangslage Durch die Lage im wärmebelasteten Oberrheingraben wird Karlsruhe direkt oder indirekt stark von den Ausmaßen des Klimawandels beeinflusst. Direkte Auswirkungen sind beispielsweise Hochwasser‐ aber auch Niedrigwasserereignisse am Rhein. Hitzetage und Tropennächte wirken sich negativ auf Natur und Stadtgrün aus und können in dicht bebauten Stadtteilen indirekt ge‐ sundheitsbelastend sein. Die voranschreitenden Veränderungen des globalen Klimas sowie die Steigerung der Energiepreise und der hohe CO 2 ‐Ausstoß machen es erforderlich, dass Öffentlich‐ keit und Politik sich diesen großen Herausforderungen stellen und nachhaltige Konzepte mit Maßnahmen zum Klimaschutz entwickeln. Die Stadt Karlsruhe stellt sich auf die Folgen des Kli‐ mawandels ein und hat mit der Planung von Anpassungsmaßnahmen bereits begonnen. Der Ge‐ meinderat hat am 15. Dezember 2009 ein Klimaschutzkonzept verabschiedet, mit Maßnahmen zur Energieeinsparung und Steigerung der Energieeffizienz. Mit dem Lärmaktionsplan und dem Luftreinhalteplan für Karlsruhe liegen weitere Planungsin‐ strumente zur Erreichung der Umwelt‐ und Klimaschutzziele der Stadt Karlsruhe vor. Diese wer‐ den in regelmäßigen Abständen fortgeschrieben, um auch auf zukünftige Handlungserfordernisse reagieren zu können. Dabei stehen eine Verringerung der Lärmbelastung und eine gute Luftquali‐ tät zur Schaffung lebenswerter Wohnumfeldverhältnisse im Vordergrund. Entwicklungsziele Anpassung an den Klimawandel Verbesserung der Umweltqualität Förderung der Energieeinsparmaßnahmen / Minimierung des Energieverbrauchs Steigerung der Energieeffizienz Erhöhung der Energiegewinnung aus erneuerbaren Energiequellen Städtische Gebäude energetisch sanieren als Vorbildfunktion Schutz der Bevölkerung Verstärkung des Klimaschutzgedankens durch Öffentlichkeitsarbeit Luft‐ und Lärmbelastung senken und gesundes Lokalklima schaffen Reduzierung / Verlagerung des Straßenverkehrs (siehe auch Handlungsfeld Mobilität) Maßnahmen und Projekte L.1 ENERGETISCHES QUARTIERSKONZEPT Zur Erreichung der Klimaschutzziele der Stadt Karlsruhe leistet die energetische Gebäudesanie‐ rung einen wesentlichen Beitrag. Um eine zukunftssichere Stadtentwicklung zu ermöglichen, sol‐ len auf Stadtteilebene energetische Quartierskonzepte entwickelt werden. Ein solches Konzept soll nun für Alt‐ und Neu‐Knielingen durch die Karlsruher Energie‐ und Klimaschutzagentur (KEK) erstellt werden. Dabei wird ein definiertes Quartier mit Gebäuden der Baualtersklassen vor 1980 (Knielingen 2.0 ist nicht enthalten) betrachtet. Die Konzepterstellung soll parallel und in Abstim‐ mung mit den vorbereitenden Untersuchungen in Alt‐Knielingen erfolgen. Ziel ist es, Gebäudebe‐ sitzer anzusprechen und für energetische Sanierungen zu motivieren. 48 L.2 UMSETZUNG DER HANDLUNGSBEDARFE AUS DEM KLIMASCHUTZKONZEPT / STÄDTEBAULICHEN RAHMENPLAN KLIMAANPASSUNG Das Klimaschutzkonzept ist als Handlungsrahmen für die kommunalen Klimaschutzaktivitäten der kommenden Jahre zu verstehen. Demnach werden bis zum Jahr 2020 eine jährliche Minderung von rund 2 Prozent beim Endenergieverbrauch und bei den CO₂‐Emissionen sowie eine Verdopp‐ lung des Anteils Erneuerbarer Energien am Endverbrauch angestrebt. Kernbestandteil des Kon‐ zepts ist ein umfangreicher Handlungskatalog mit kurz‐, mittel‐ und langfristigen Maßnahmen. Er zeigt auf, in welchen Handlungsfeldern die Stadt alleine oder im Zusammenspiel mit anderen Akt‐ euren den Klimaschutz auf lokaler Ebene voranbringen kann. Eine wichtige Verknüpfung zum Kli‐ maschutzkonzept weist der Verkehrsentwicklungsplan Karlsruhe auf (siehe auch Handlungsfeld Mobilität). Eine wesentliche Vorgabe war hier die Beachtung des engen Zusammenhangs zwi‐ schen Umweltqualität und Verkehrsgeschehen. Nur so kann u.a. ein wirksamer Beitrag zur Errei‐ chung kommunaler Klimaschutzziele geleistet werden. Der im März 2015 vom Gemeinderat beschlossene „Städtebauliche Rahmenplan Klimaanpassung“ zeigt über eine gesamtstädtische Betrachtung zum „Urban Heat – Phänomen“ konkrete Hand‐ lungsbedarfe und ‐optionen für besonders betroffene Teilräume (sogenannte Hot‐Spots) im Sied‐ lungsgefüge auf. In dem Plan ist, neben Maßnahmenkatalogen für die einzelnen Quartiere, ein übergeordnetes, räumlich differenziertes Entlastungssystem für die in den nächsten Dekaden thermisch besonders belasteten Bereiche dargestellt. Quartiere in Knielingen sind, bis auf einige Gewerbeareale, davon nur in geringem Umfang tangiert. Dennoch wird empfohlen, bei räumli‐ chen Planungen insbesondere die auf die jeweiligen Stadtstrukturtypen bezogenen Maßnahmen‐ vorschläge zu berücksichtigen. L.3 LÄRMMINDERUNG UND LUFTREINHALTUNG Knielingen ist umgeben von Industriegebieten, die vor allem durch Luftverunreinigung die Le‐ bensqualität seiner Bewohnerinnen und Bewohner massiv einschränken. Der starke Durchgangs‐ verkehr und der schienengebundene Verkehr sowie auch der überörtliche Verkehr auf der Südtangente verstärken die Problematik und tragen zusätzlich zur Lärmbelastung der umliegen‐ den Wohngebiete im Stadtteil bei. Ziel sollte es sein, die Luft‐ und Lärmbelastungen auf ein Maß zu reduzieren, so dass die Gesund‐ heit der Einwohnerinnen und Einwohner nicht gefährdet ist. Dabei können in der kommunalen Bauleit‐ und Verkehrsplanung wichtige Voraussetzungen zur Vorsorge geschaffen werden. Um eine nachhaltige Wirkung entfalten zu können erfolgt eine Verknüpfung der Handlungserforder‐ nisse des Lärmaktionsplans mit den Zielen und Maßnahmen des Verkehrsentwicklungsplans. Maßnahmenvorschläge für Knielingen aus dem Lärmaktionsplan sind im Handlungsfeld Mobilität unter Punkt T.1 aufgeführt. Diese Maßnahmen sind gemäß der Zustimmung des Gemeinderats schrittweise umzusetzen. Endgültige Maßnahmen für den Lärmschutz in Knielingen können daher derzeit im Rahmen des STEK nicht festgelegt werden. Gleiches gilt auch für die Luftreinhaltepla‐ nung. Das Regierungspräsidium Karlsruhe ist in die Vorbereitungen für die Fortschreibung des Luftreinhalteplans eingestiegen. Weiteres Vorgehen Erstellung Energetisches Quartierskonzept für Alt‐ und Neu‐Knielingen Schrittweise Umsetzung der Klimaschutzziele der Stadt Karlsruhe auf Stadtteilebene Festlegung und Abstimmung von Maßnahmen zum Lärmschutz und deren Umsetzung Fortschreibung Luftreinhalteplan 49 KNIELINGEN 2030|Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept Übersichtsplan Natur, Stadtgrün und Klimaschutz 50 STÄDTEBAU UND STADTTEILENTWICKLUNG M ATTRAKTIVE ÖFFENTLICHE RÄUME UND BEGEGNUNGSPUNKTE Ausgangslage Stadtteile sind die Kristallisationspunkte für den Lebensalltag seiner Bewohnerinnen und Bewoh‐ ner. Eine Stadt / ein Stadtteil lebt von seinen öffentlichen Räumen, von Plätzen und ortsbildprä‐ genden Gebäudestrukturen. Diese Orte geben auch den Stadtteilen ihr unverwechselbares „Ge‐ sicht“. Insbesondere der alte Ortskern von Alt‐Knielingen mit seinem dörflichen Charakter sowie seinen historisch wertvollen Gebäuden und Straßenzügen prägt die Identität des Stadtteils. Der Gestaltung und Aufwertung dieser Räume, ebenso wie den jeweiligen Nutzungsmöglichkeiten, kommt bei der zukünftigen Stadtteilentwicklung eine hohe Bedeutung zu. Die historischen, städ‐ tebaulichen und funktionalen Qualitäten müssen wieder stärker herausgearbeitet werden, um die Unverwechselbarkeit und Eigenart des dörflichen Kernbereichs von Knielingen hervorzuheben. Eine Neugestaltung des Ortskerns von Alt‐Knielingen soll sich insbesondere positiv auf den Fuß‐ und Radverkehr sowie auf die Wohnqualität auswirken. Die von der Stadt Karlsruhe angestrebte Aufnahme Alt‐Knielingens in ein städtebauliches Erneue‐ rungsprogramm und die Festlegung eines Sanierungsgebiets bieten eine große Chance, die städ‐ tebaulichen Missstände innerhalb des Untersuchungsgebiets zu beseitigen und den alten Ortskern nachhaltig zu stabilisieren. Entwicklungsziele Aufwertung des historischen Ortsbilds durch qualitätsvolle Gestaltungsmaßnahmen und Begrünungsmaßnahmen des öffentlichen Raums Verbesserung der Lebens‐ und Aufenthaltsqualität, Schaffung eines attraktiven Wohnum‐ feldes Schaffung eines fußgänger‐ und fahrradfreundlichen Stadtteils mit offener und barriere‐ freier Gestaltung Gestaltung der Platz‐ und Straßenräume zu erkennbaren und erlebbaren Kommunikati‐ onszonen und Identifikationsbereichen Reduzierung des motorisierten Verkehrs Maßnahmen und Projekte M.1 UMSETZUNG VON AUFWERTUNGSMASSNAHMEN IM ÖFFENTLICHEN RAUM M.1.1 Funktionale und gestalterische Aufwertung des Umfelds Elsässer Platz In den letzten Jahren hat der Elsässer Platz immer mehr seinen Reiz als „Drehscheibe“ im Ort durch die Schließung unterschiedlicher Geschäfte und das veränderte Konsumverhalten verloren. Hinzu kommt die von der Rheinbrückenstraße ausgehende starke Emissionsbelastung, welche die Aufenthaltsqualität stark einschränkt und somit wenig zum Verweilen auf dem Platz einlädt. In den Jahren 2011/2012 wurde der Platz durch neues Pflaster, neue Bepflanzung und Beleuchtung sowie durch einen barrierefreien Ausbau der Haltestelle in Fahrtrichtung Innenstadt neu gestaltet. Zusätzlich wurde zur Belebung des Platzes ein Bücherschrank eingerichtet und ein Wochenmarkt etabliert. Bisher hat sich der gewünschte Effekt einer Wiederbelebung durch die bisherigen Auf‐ wertungsmaßnahmen nicht eingestellt. Eine erneute Aufwertung ist deshalb zum jetzigen Zeit‐ punkt nicht vorgesehen. Künftiges Ziel sollte es jedoch weiterhin sein, die Mitte Alt‐Knielingens zu stärken und zu beleben, so dass der Elsässer Platz wieder als ein Ort der Begegnung und Kommu‐ 51 KNIELINGEN 2030|Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept nikation von den Bewohnerinnen und Bewohnern wahrgenommen wird. Dies kann weitere städ‐ tebauliche, funktionale sowie grünplanerische Maßnahmen erfordern. Erste Ideen aus der Arbeitsgruppe beziehen sich auf die Schaffung von Außenbewirtschaftungs‐ möglichkeiten der angrenzenden Geschäfte wie der Bäckerei oder der Eisdiele und einer besseren Anbindung an den vorhandenen Radweg. Die genannten Vorschläge sollen im Zuge der Sanierung Alt‐Knielingen geprüft werden. Aufgrund solcher Funktionsverbesserungen können so zukünftige Bedarfe für eine Neugestaltung des Elsässer Platzes besser beurteilt werden. M.1.2 Umgestaltung der Rheinbrückenstraße Die stark befahrene Rheinbrückenstraße mit parallel verlaufender Straßenbahn stellt sowohl eine räumliche als auch funktionale Barriere zwischen Alt‐ und Neu‐Knielingen dar. Die Bewohnerinnen und Bewohner nehmen das als starke Trennwirkung wahr und bemängeln die hohe Verkehrs‐ und Lärmbelastung. Querungen sind nur an den Kreuzungen möglich und insbesondere für Kinder auf ihrem Schulweg problematisch. Dabei sollte vor allem der Aspekt der Sicherheit für die nicht mo‐ torisierten Verkehrsteilnehmenden im Vordergrund stehen. Detailplanungen zu Umgestaltungs‐ und Begrünungsmaßnahmen sollen im Rahmen der anstehenden Sanierung in Alt‐Knielingen durchgeführt werden (siehe auch Punkte C.3.8, I.5, M.1.1, P.1, Q.3 und S.1). M.1.3 Aufwertung des Platzbereichs vor Knielinger Kirche Die Knielinger Kirche stellt zusammen mit dem Gemeindezentrum, dem Alten Rathaus und der ehemaligen Zoll‐ und Poststation ein historisch wertvolles Ensemble dar und prägt den Ortskern von Alt‐Knielingen. Jedoch vermittelt der Platzbereich vor der Kirche durch Bau‐ und Gestal‐ tungsmängel einen negativen Eindruck. Aufgrund der städtebaulichen und funktionalen Qualitä‐ ten bietet das Umfeld der Knielinger Kirche großes Potenzial zur Platzgestaltung, welche im Rah‐ men der Sanierung im Detail betrachtet werden soll. M.1.4 Aufwertung und Gestaltung der Stadtteileingänge und des westlichen Stadteingangs Stadteingänge sind wesentliche Imageträger einer Stadt. Sie haben eine zentrale Bedeutung für die Außenwirkung und sollen ein ansprechendes und unverwechselbares Bild der Stadt vermit‐ teln. Zudem weisen sie eine Vernetzungs‐ sowie Orientierungsfunktion auf. Ein Stadteingang soll‐ te deshalb klar erkennbar und nachvollziehbar sein. Durch eine städtebauliche Gestaltung und Aufwertung der Stadteingänge (z. B. Begrünung, ansprechendes Erscheinungsbild, Integration von Kunst, Markierungen) soll die Attraktivität der Stadt, aber auch des Stadtteils, weiter gesteigert und Besucher willkommen geheißen werden. M.2 FUSSGÄNGER‐ UND FAHRRADFREUNDLICH GESTALTETE STRASSENRÄUME IN ALT‐ KNIELINGEN Die Straßen in Alt‐Knielingen sind eng und insbesondere die Gehwege zu schmal und nicht barrie‐ refrei. Das beidseitige Gehwegparken verstärkt die Problematik hauptsächlich für zu Fuß Gehende zusätzlich. Als Lösung zur Verbesserung der Situation wird ein niveaugleicher Ausbau der Straßen in Alt ‐Knielingen in Verbindung mit einer Temporeduzierung gesehen. Das nahezu gleichmäßige Niveau der Verkehrsflächen würde die Querung der Straßenräume spürbar verbessern und gleich‐ zeitig den gestalterischen Eindruck eines größeren und von allen Verkehrsteilnehmenden gleich‐ ermaßen nutzbaren Bewegungsraums unterstreichen. Dabei müssen der Aspekt der Barrierefrei‐ heit für zu Fuß Gehende und Radfahrende einerseits, aber auch die Verfügbarkeit ausreichender Stellplatzflächen für den ruhenden Verkehr andererseits betrachtet werden. Die Option verkehrsberuhigter Bereich (Schrittgeschwindigkeit) kann nur über kurze Abschnitte bei einer maximalen Straßenlänge von 200 m erlassen werden und kommt in den meisten Straßen in Alt‐Knielingen kaum in Betracht. Nur in Bereichen bei überwiegender Aufenthaltsfunktion und sehr geringem Verkehrsaufkommen, beispielsweise vor der Grundschule, wäre diese Variante der Verkehrsberuhigung möglich. 52 Abbildung 13: Skizzenhafter Gestaltungsvorschlag für eine Straße in Alt‐Knielingen als Mischverkehrsfläche Eine Prüfung und die Konzeptentwicklung soll im Rahmen des Sanierungsprogramms für Alt‐ Knielingen durchgeführt werden. Eine enge Verzahnung mit dem Konzept zum Gehwegparken (siehe Maßnahme P.2) ist dabei vorgesehen. M.3 AUFWERTUNG DES GASSENSYSTEMS IN ALT‐KNIELINGEN Die kleinen historisch wertvollen Gassen von Alt‐Knielingen erinnern noch heute teilweise an das ursprüngliche von Fischerei und Goldwäsche geprägte Dorf. Die Gestaltung sowie der Pflegezu‐ stand der kleinen Gassen, die größtenteils nur zu Fuß oder mit dem Rad genutzt werden, sind jedoch verbesserungswürdig. Insbesondere die Topografie ist für mobilitätseingeschränkte oder ältere Personen ein Hindernis. Die Inszenierung des Gassensystems als attraktive Fuß‐ und Rad‐ wegeverbindungen kann durch Aufwertungsmaßnahmen gestärkt werden. Insbesondere im Hin‐ blick auf die Stadtgeist‐App und der Entwicklung eines Rundwegs, wäre eine nähere Betrachtung dieser Wegeverbindungen sinnvoll. Weiteres Vorgehen Durchführung vorbereitender Untersuchungen in Alt‐Knielingen, um Beurteilungsgrundla‐ gen hinsichtlich der Notwendigkeit und Durchführbarkeit der Sanierung zu gewinnen Beantragung von Städtebaufördermittel und Festlegung des Sanierungsgebiets Detailplanungen und mögliche Umsetzung der Maßnahmen im Rahmen der Sanierung 53 KNIELINGEN 2030|Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept N SICHERUNG UND WEITERENTWICKLUNG DES WOHNSTANDORTS Ausgangslage Das Ziel der zukünftigen Stadtteilentwicklung in Knielingen ist einerseits, die Wohnangebote für die angestammte Bevölkerung sowie die sozialverträgliche Erneuerung und energetische Sanie‐ rung der Gebäudebestände ggf. im Rahmen eines städtebaulichen Erneuerungsprogramms zu sichern. Andererseits geht es um die Ergänzung der Angebote durch eine gezielte Entwicklung neuer Wohntypologien. Hier bieten die Flächenreserven sowohl für Wohn‐ als auch für Gewerbe‐ nutzung auf der Gemarkung von Knielingen wichtige Potenziale im Stadtgebiet Karlsruhes. Die Schaffung bezahlbaren Wohnraums ist ein wichtiges Ziel sowie zentrale Aufgabe des städti‐ schen Wohnungsunternehmens VOLKSWOHNUNG. Die kommunale Wohnungspolitik stellt einen essentiellen Bestandteil der kommunalen Daseinsvorsorge dar. Grundsätze, wie angemessene Wohnungsversorgung aller Bevölkerungsgruppen, sparsamer Flächenverbrauch, Forcierung der Innenentwicklung, nachhaltige, klimagerechte Bauweise, sozialverträgliche Planung sowie hohe städtebauliche und architektonische Qualität bilden dabei in Karlsruhe und damit auch in Knielin‐ gen die zukünftigen Herausforderungen. Dies bedeutet insbesondere, ein ausreichendes Angebot an Wohnungen für alle Nachfragegruppen vorzuhalten und zwar in adäquater Menge, Qualität, preislichem Niveau und Vielfalt. Ohne neue Flächenausweisung wird diesem Anspruch in Karlsru‐ he jedoch kaum Rechnung getragen werden können. Auch die integrierte Bestandsentwicklung (in Alt‐Knielingen ist die Nachverdichtung im Zuge der Bebauung in zweiter Reihe bereits im Gange) erfährt einen hohen Stellenwert. Entwicklungsziele Erhaltung und fachgerechte Instandsetzung privater und öffentlicher Immobilien Aufwertung des Ortskerns Alt‐Knielingen und Stärkung seiner städtebaulichen Funktion unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes Gestalterische Beratung sowie Gestaltrichtlinien für die private Modernisierung Steigerung der Wohnumfeldqualität im Ortskern Energetische Quartiers‐ und Gebäudesanierung Bedarfsgerechte Optimierung der Flächennutzung Berücksichtigung vorhandener Potenziale und Zielkonflikte Flächenrecycling statt Neuausweisung, verträgliche Nachverdichtung Sicherung einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung Beim Neubau von Wohnanlagen und Wohngebieten eine Mischung der Einwohnerschaft durch das Angebot verschiedener Wohnungsgrößen und ‐grundrisse anstreben Maßnahmen und Projekte N.1 MODERNISIERUNGS‐ UND INSTANDSETZUNGSMASSNAHMEN Neben den Maßnahmen zur Um‐ und Neugestaltung der öffentlichen Verkehrs‐ und Freiflächen bilden vor allem private Baumaßnahmen die Grundlage zur Aufwertung und zur Sicherung der Identität des Ortskerns in Alt‐Knielingen. Nur durch entsprechende Modernisierungs‐ und In‐ standsetzungsmaßnahmen an der Bausubstanz kann langfristig die Wohnqualität in Alt‐Knielingen gesichert werden. Dabei stehen vor allem denkmalgeschützte und ortsbildprägende Bestände in Alt‐Knielingen mit erheblichem Modernisierungsbedarf im Fokus. Im Rahmen der vorbereitenden Untersuchungen in Alt‐Knielingen sollen zum einen modernisierungsbedürftige Gebäude ermittelt und zum anderen auch die Mitwirkungsbereitschaft der Gebäudeeigentümer im geplanten Sanie‐ 54 rungsgebiet abgefragt werden. Darüber hinaus ist die Sozialverträglichkeit der geplanten Sanie‐ rungsmaßnahmen erforderlich. N.2 ENERGETISCHE GEBÄUDESANIERUNG Sowohl in Alt‐Knielingen als auch in Neu‐Knielingen besteht ein dringender Bedarf hinsichtlich der energetischen Sanierung der Gebäudebestände für Baujahre vor 1980. Da in Neu‐Knielingen kein Denkmalschutz vorliegt, ist eine Sanierung in der Durchführung weniger aufwendig als in Alt‐ Knielingen und kann durch eine energetische Gebäudesanierung (z.B. KfW‐ Förderprogramm) durchgeführt werden. Auch hier ist eine Sozialverträglichkeit der geplanten Maßnahme erforder‐ lich. Zur Erreichung der Klimaschutzziele leistet die energetische Gebäudesanierung einen wesent‐ lichen Beitrag. Hierzu sind weitere Informationen unter Punkt L.1 aufgeführt. N.3 FLÄCHENPOTENZIALE ZUR NACHVERDICHTUNG (NEUBAUFLÄCHEN) Wohnraum aber auch Gewerbeflächen werden aus gesamtstädtischer Perspektive dringend benö‐ tigt. Diese Bedarfe stehen der insgesamt geringen Verfügbarkeit von freien Flächen in Karlsruhe gegenüber. Gleichzeitig ist dem Schutz und der Ausweisung von land‐ und forstwirtschaftlichen Flächen sowie speziell geschützten Flächen (z.B. Naturschutzgebiete) Rechnung zu tragen. In Knielingen sind die Flächenpotenziale zur Nachverdichtung und geplante Flächen aus dem Flä‐ chennutzungsplan nachfolgend aufgelistet. Ziel sollte es sein, eine optimale Nutzung aller Flächen im Sinne einer zukunftsfähigen Bodenpolitik anzustreben. Neubaugebiet Am Sandberg 2: abgeschlossenes Bebauungsplanverfahren, derzeitige Vermark‐ tung des Areals durch die Volkswohnung. Neubaugebiet Knielingen 2.0: abgeschlossenes Bebauungsplanverfahren, derzeitige Vermarktung noch weniger Grundstücke durch die Volkswohnung. Ehemaliges Areal des TurnVereins Knielingen: mittel‐ bis langfristige Maßnahme, die Volkswoh‐ nung plant in diesem Bereich die Entwicklung eines Wohngebiets. Neubaugebiet Maxauer Straße: mittel‐ bis langfristige Maßnahme, Entwicklung eines Wohnge‐ biets. N.4 FLÄCHENPOTENZIALE FÜR BEREICHE IM UMBRUCH Gemeinbedarfsfläche Egon‐Eiermann‐Allee: Änderung von Gemeinbedarfsfläche „Schule“ im Rahmen des laufenden Bebauungsplan‐Änderungsverfahrens zu Gemeinbedarfsfläche „Schule und Kita“. Militärkirche 2.0: steht unter Denkmalschutz, muss neuer Nutzung zugeführt werden, evtl. Schaf‐ fung eines Kulturangebots, jedoch aufwendige Sanierungsmaßnahmen notwendig. Freihaltetrasse für Nordumfahrung Industrieflächen: als Jokerflächen. Gewerbeflächen: im Flächennutzungsplan ausgewiesen. Weiteres Vorgehen Durchführung vorbereitender Untersuchungen in Alt‐Knielingen und Erstellung eines energetischen Quartierskonzepts (Alt‐ und Neu‐Knielingen) Beantragung von Städtebaufördermittel Bürgerinformation und Mitwirkung im Rahmen der Sanierung (nach erfolgreicher Auf‐ nahme in ein Förderprogramm) 55 KNIELINGEN 2030|Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept O NAHVERSORGUNG Ausgangslage Knielingen weist laut der Auswertung der Lebensmittel‐Nahversorgung (LeNa‐Monitoring) ein gutes und ausreichendes Nahversorgungsangebot auf. In Knielingen 2.0 hat sich das Einkaufszent‐ rum mit EDEKA‐Supermarkt, Apotheke, dm‐Drogeriemarkt, Bäckerei und weiteren kleinen Läden als wichtigster Nahversorger für den Stadtteil etabliert. Weiterhin ist ein Penny‐Markt in der Her‐ weghstraße angesiedelt. Für die nichtmotorisierte, meist ältere Bevölkerung, vorwiegend aus Alt‐ Knielingen, ist eine wohnortnahe Versorgung aufgrund fehlender fußläufiger Erreichbarkeit je‐ doch oft nicht gegeben. Die Bewohnerinnen und Bewohner sind hier auf die Servicebereitschaft der Supermärkte oder selbstorganisierte Projekte angewiesen, da sich eine privatwirtschaftliche Alternative aufgrund der geringen Nachfrage als nicht rentabel erweist. Langfristig gesehen sollen bestehende Nahversorgungsangebote gesichert und weiterentwickelt werden. Entwicklungsziele Standortsicherung vorhandener Einzelhandels‐ und Dienstleistungsangebote Unterstützung und Sicherung der Entwicklungsmöglichkeiten von Betrieben im Stadtteil Gewährleistung der wohnortnahen Versorgung aller Bürgerinnen und Bürger Ausbau der Serviceangebote Organisation von gegenseitigen Hilfeleistungen Maßnahmen und Projekte O.1 SICHERUNG DER NAHVERSORGUNG Aufgrund des dicht bebauten Siedlungskerns von Alt‐Knielingen ist hier die Ansiedlung eines Le‐ bensmittelmarkts nicht möglich, da keine ausreichende Verkaufsfläche und nicht genügend Park‐ plätze vorhanden sind sowie die engen Straßenräume keine befriedigende Verkehrsabwicklung ermöglichen. Das in Alt‐Knielingen entstandene Defizit der Nahversorgung wird durch den Wo ‐ chenmarkt auf dem Elsässer Platz zwar gemindert, jedoch wird dieser unterschiedlich stark fre‐ quentiert. Hier sollte der Appell an alle Knielingerinnen und Knielinger lauten, den Wochenmarkt weiterhin zu unterstützen, um so dessen zukünftigen Bestand zu sichern. Nicht zuletzt soll durch interessante Werbemaßnahmen und Sonderaktionen aufmerksam gemacht werden, um den Wo‐ chenmarkt immer wieder ins Gespräch zu bringen und Kunden anzuziehen. Der Bürgerverein ist bereits aktiv und bemüht sich durch verschiedene Veranstaltungen (Glühweintrinken, Nikolaus‐ fest o.ä.), den Elsässer Platz zu beleben. Im Zuge der Eröffnung des EDEKA‐Marktes wurde eine Buslinie von Alt‐Knielingen in die Grünhutstraße eingerichtet. Hier sollte nach Möglichkeit über eine Optimierung / Erweiterung der Buslinie nachgedacht werden. Ergänzend können Projekte zur Unterstützung von Seniorinnen und Senioren sowie mobilitätsein‐ geschränkten Personen beispielweise durch die Organisation von Hol‐ und Bringdiensten oder durch Einrichtung eines Lieferdienstes (Näheres siehe Punkt O.2) initiiert werden. Die Unterstützung und Anwerbung kleinteiliger Betriebe kann durch die Wirtschaftsförderung nicht geleistet werden. Sie bietet jedoch Existenzgründungsberatungen für interessierte Gewer‐ betreibende an. Die Initiative muss aber aus dem Stadtteil kommen. Zusätzlich bietet die Wirt‐ schaftsförderung an, Leerstände von Ladengeschäften in eine interne Vermittlungsdatei aufzu‐ nehmen und ggf. Kontakte zu Interessenten herzustellen. Der Betreiber des Penny Markts möchte langfristig seinen Standort verlagern, um so eine größere Verkaufsfläche (800 m² Verkaufsfläche und 500 m² Nebenräume) und eine angemessene Anzahl an Parkplätzen (50 Parkplätze und Anlieferung mit Rampe) schaffen zu können. Dies wurde als Ergebnis beim Wettbewerb Zukunftsstadt festgehalten. 56 O.2 BRINGSERVICE / EINRICHTUNG EINES LIEFERDIENSTES In Knielingen gibt es derzeit keinen Lieferdienst vor Ort. Der REWE‐Online‐Supermarkt bietet je‐ doch einen Lieferservice an. Die Ware kann im Online‐Supermarkt bestellt und dann durch REWE zugestellt werden. Dieses Angebot ist vielen Knielingerinnen und Knielingern bisher nicht bekannt und sollte im Stadtteil besser beworben werden. Über die Helferbörse können ebenfalls Liefer‐ und Einkaufsangebote bereitgestellt werden. In der Regel bieten auch EDEKA‐Märkte einen Lieferservice an. Um die Bereitschaft zur Einrich‐ tung eines Lieferdienstes in Knielingen zu klären, ist die Kontaktaufnahme zum Marktbetreiber notwendig. O.3 ANLIEFERUNG UND KUNDENPARKPLÄTZE Probleme bei der Anlieferung sowie fehlende Kundenparkplätze beschäftigen einige Betriebe in Alt‐Knielingen. Die Ausweisung einer Ladezone bei Möbel Kiefer könnte in der Saarlandstraße Abhilfe schaffen und die durch Anlieferung verursachten Verkehrsprobleme zumindest zum Teil lösen. Gespräche mit der Stadt haben bereits stattgefunden. Eine Lösung soll im Zuge des Kon‐ zepts zum Gehwegparken gefunden werden. Das Angebot weiterer Kundenparkplätze soll im Rahmen der Sanierung in Alt‐Knielingen näher betrachtet werden. Weiteres Vorgehen Kontaktaufnahme zu EDEKA, um Bereitschaft zur Einrichtung eines Lieferdienstes abzuklä‐ ren Klärung weiterer Unterstützungsangebote wie Hol‐ und Bringdienst (Verknüpfung mit Hel‐ ferbörs 57 KNIELINGEN 2030|Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept Übersichtsplan zum Handlungsfeld Städtebau und Stadtteilentwicklung 58 MOBILITÄT P FUSSVERKEHR UND PARKEN Ausgangslage Insbesondere Kinder, Jugendliche und ältere Menschen legen einen Großteil ihrer Wege zu Fuß zurück. Ob zur Schule, zum Einkaufen, für Erledigungen oder in ihrer Freizeit. Die Sicherheit dieser nichtmotorisierten Verkehrsteilnehmergruppen ist durch verschiedene Faktoren beeinträchtigt. Tempolimits werden nicht eingehalten, parkende Fahrzeuge in Einmündungsbereichen erschwe‐ ren das Sehen und gesehen werden. Querungen an stark befahrenen Straßen sind nicht ausrei‐ chend sicher gestaltet. Das Fehlen visueller Querungshilfen wie Zebrastreifen oder Leiteinrichtun‐ gen verschärfen die Problematik. Nicht zuletzt sind die Gehwegbreiten und Straßenräume beson‐ ders in Alt‐Knielingen dem Bedarf der zu Fuß Gehenden nicht angemessen. Aufgrund der Nähe zum Siemens Industriepark sind die umliegenden Wohnstraßen (hauptsächlich Saarlandstraße und Lassallestraße) von hohem Parkdruck bzw. Parksuchverkehr durch Beschäftig‐ te betroffen. Dadurch ist die Wohnqualität der Anwohnerinnen und Anwohner zusätzlich einge‐ schränkt. Entwicklungsziele Stadtteilbezogene Umsetzung des Verkehrsentwicklungsplans zum Thema Fußverkehr und Parken Förderung und Weiterentwicklung des Fußverkehrs Qualitätsverbesserung des Wegenetzes und der nutzbaren Oberflächen Bereitstellung verkehrstechnisch sicherer Wege für den Fußverkehr Schaffung geeigneter und sicherer Querungsmöglichkeiten Verbesserung / Berücksichtigung von Sichtfeldern Rechtskonformes Parken Durchgängig nutzbare, barrierefreie Gehwege Schaffung angemessener Parkraumangebote für Pendler, Kunden und Anwohner Reduzierung des durch Pendler verursachten Parkdrucks Maßnahmen und Projekte P.1 SCHAFFUNG GEEIGNETER QUERUNGSMÖGLICHKEITEN Konkret genannt wurden folgende Querungsstellen: Übergang Eggensteiner Straße – Rheinbrückenstraße: problematische Gleisquerung auf der Ost‐ seite der Kreuzung insbesondere für Kinder, da an dieser Stelle ein bevorzugter Schulweg liegt. Die Detailplanung soll im Rahmen der Umgestaltung der Rheinbrückenstraße stattfinden. Querung Eggensteiner Straße – auf Höhe der Pionierstraße : schwierige Überquerung für Kinder. Kreuzung Reinmuthstraße – Herweghstraße: Verbesserung der Querungsmöglichkeit der Rein‐ muthstraße mit den breiten Mittelinseln ohne Gehweg und Ausbesserung der vorhandenen Mar‐ kierungen. Querung Sudetenstraße im Zuge der Tramverlängerung: Die Querung südlich des geplanten Krei‐ sels in der Sudetenstraße ist eine bevorzugte Schule‐Hort‐Wegeverbindung. Querung der Siemensallee entlang der Lassallestraße und Querung südliche Lassallestraße: Kin‐ der aus dem Gebiet zwischen Siemensallee, Sudetenstraße, Ludwig‐Dill‐Straße und dem Siemens‐ 59 KNIELINGEN 2030|Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept gelände nutzen diese Strecke als Verbindung zum Hort und Kita abseits der Sudetenstraße. Die Schaffung einer geeigneten Querung in diesem Bereich könnte im Zuge der Tramverlängerung R.1 berücksichtigt werden. P.2 KONZEPT ZUM GEHWEGPARKEN Das Konzept zum Gehwegparken zur Einhaltung der bestehenden Rechtslage zur Straßenver‐ kehrsordnung (StVO) soll stadtweit umgesetzt werden. Demnach ist das Abstellen von Fahrzeugen auf Gehwegen generell verboten, bisher jedoch in Karlsruhe geduldet. Dies soll zukünftig mit der Umsetzung des Konzepts geahndet werden. Die Umsetzung in den einzelnen Straßen in Knielin‐ gen erfolgt unter den Voraussetzungen des von der Verwaltung erarbeiteten vorliegenden Kon‐ zepts. Mit der Umsetzung muss die Situation beobachtet und bei Bedarf die Konzeption angepasst werden. Abbildung 14: Konzept zum Gehwegparken mit ersten Lösungsvorschlägen (Ausschnitt) Lösungsansätze im Konzept sind: Legalisieren des Gehwegparkens: In Straßenräumen mit ausreichender Gehwegbreite von 2,10 m (verbleibende Rest‐Mindestbreite von 1,60 m) könnte durch entsprechende Markierung und Be‐ schilderung und nur bei hohem Parkdruck das Gehwegparken legalisiert werden. Niveaugleicher Ausbau der Straßen: Eine Verbesserung der Situation kann sich durch die Gestal‐ tung des Straßenraums als Mischfläche mit niveaugleichem Ausbau ohne separat ausgewiesene Gehwege einstellen. Dies betrifft einige Straßen in Alt‐Knielingen, die durch einen barrierefreien Ausbau und die Ausweisung als Verkehrsberuhigter Bereich bzw. durch Maßnahmen zur Tempo‐ reduzierung eine Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmenden gewährleisten (siehe auch Maßnahme M.2 und M.3). Aufgabe eines Gehwegs: Durch die Aufgabe eines Gehwegs könnte dieser Bereich zum Parken genutzt werden. 60 Einseitige Parkierung: Eine weitere Lösung bietet das einseitige Parken am Straßenrand im Fahr‐ bahnbereich. Eine wechselseitige Anordnung der Fahrzeuge kann dadurch zur Verkehrsberuhi‐ gung beitragen und ausreichende Durchfahrtsbreiten insbesondere für Einsatzfahrzeuge ermögli‐ chen. Weitere Informationen und Lösungsansätze zum Thema Gehwegparken in Karlsruhe sind in einem Infoblatt „Faires Parken“ zusammengestellt, das den Bürgervereinen vorliegt und im Internet zur Verfügung steht (http://www.karlsruhe.de/b3/verkehr.de). P.3 REDUZIERUNG DES DURCH PENDLERVERKEHR VERURSACHTEN PARKDRUCKS Um den durch die Siemensmitarbeiter verursachten Parkdruck zu reduzieren, könnte durch die Ausweisung von Bewohnerparkzonen Abhilfe geschaffen werden. Dadurch werden die Mitarbei‐ terinnen und Mitarbeiter des Siemens Industrieparks zur Nutzung der Parkplätze auf dem Firmen‐ gelände veranlasst. Die Bereiche für ruhenden Verkehr in den Straßen bleiben somit den Anwoh‐ nerinnen und Anwohnern vorbehalten. Aus Sicht des Stadtplanungsamts und des Ordnungsamts ist die Grundlage zur Einrichtung von Bewohnerparkabschnitten nicht zielführend, da es zu Ver‐ drängungseffekten führt. Unabhängig davon müssten tagsüber 50 Prozent der Parkflächen der Allgemeinheit zur Verfügung stehen. Eine Möglichkeit zur Entschärfung der Situation wäre die stärkere Kontrolle des Wildparkens in Kurvenbereichen durch das Ordnungsamt oder die Kontakt‐ aufnahme mit Siemens, um konkrete Lösungen für die Beschäftigten zu finden. P.4 GO KARLSRUHE Die Optimierung der Fußgängermobilität mit aktiver Bürgerbeteiligung ist Gegenstand des neuen Forschungsprojekts „GO Karlsruhe“ im Wettbewerb „Reallabor Stadt“, das vom Land Baden‐ Württemberg mit 1,17 Millionen Euro gefördert wird. Im Mittelpunkt stehen Zu Fuß Gehende, die gemeinsam mit der Stadt und der Hochschule Karlsruhe, im Wegenetz der Stadt Stellen und Be‐ reiche für Verbesserungsmaßnahmen identifizieren und Lösungsmöglichkeiten entwickeln. Bei den ausgewählten Vorhaben handelt es sich um sogenannte Reallabore, in denen Wissenschaftler zusammen mit Kommunen, der Wirtschaft und der Bürgerschaft Veränderungen in der Stadt an‐ stoßen, wissenschaftlich untersuchen und umsetzen. Zu Fuß Gehende werden an Gehwegen, Hal‐ testellen, Kreuzungen, Ampeln und anderen Bereichen beteiligt: bei der Problemanalyse, bei der Entscheidung der Umsetzung sowie bei der Bewertung. Die Beteiligung vor Ort erfolgt dabei über digitale Medien im öffentlichen Raum (interaktive Displays, Smartphones). Seit dem 15. Juni 2016 ist als erste Stufe der digitalen Beteiligungsform die App GoKarlsruhe für Mobiltelefone mit And‐ roid‐Betriebssystem verfügbar. Mit dieser können Nutzer von Straßen und Wegen Kommentare, Empfehlungen oder Mängel zu bestimmten Stellen oder Wegstrecken an das Reallabor‐Team melden. Diese Rückmeldungen werden den weiteren Verlauf des Projekts maßgeblich mit beein‐ flussen. Weiteres Vorgehen Prüfung der genannten problematischen Querungsstellen und Umsetzung nach Möglich‐ keit Nach Umsetzung des Konzepts zum Gehwegparken muss die Situation beobachtet und die Konzeption bei Bedarf angepasst werden Kontaktaufnahme zu Siemens, um Verbesserungsmöglichkeiten bezüglich Parken zu be‐ sprechen 61 KNIELINGEN 2030|Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept Q RADVERKEHR Ausgangslage Die Stadt Karlsruhe hat mit ihrer Lage in der Rheinebene, ihrem gemäßigten Klima und dem kom‐ pakten, gut erreichbaren Stadtkern ideale Voraussetzungen für einen hohen Anteil des Radver‐ kehrs am Gesamtverkehrsaufkommen (vgl. Stadt Karlsruhe „20‐Punkte‐Programm“, S. 2). Das Fahrrad ist in Karlsruhe eine komfortable Alternative zum Auto. Der Anteil der Wege, die von der Bevölkerung Karlsruhes mit dem Fahrrad zurückgelegt werden, steigt stetig an. Der Ausbau des Radwegenetzes und der Fahrradinfrastruktur ist ein wichtiger Bestandteil der verkehrs‐ und umweltpolitischen Zielsetzungen. Zur Förderung des Radverkehrs wurden im Jahr 2005 das Konzept zum Ausbau des Radwegenetzes und das „20‐Punkte‐Programm“ vom Gemein‐ derat verabschiedet. Die Infrastruktur wird seitdem sukzessive ausgebaut. Das Gesamtradver‐ kehrsnetz der Stadt Karlsruhe sieht drei durchgehende Achsen für Knielingen vor, die auch weit‐ gehend umgesetzt sind. Einzelne Lückenschlüsse sind noch zu realisieren. Im Rahmen des Bürger‐ beteiligungsprozesses angeregte punktuelle Verbesserungen sollen nach Möglichkeit umgesetzt werden. Entwicklungsziele Förderung des Radverkehrs (Umsetzung 20‐Punkte‐Programm) Stadtteilbezogene Umsetzung des Verkehrsentwicklungsplans zum Thema Radverkehr Bereitstellung verkehrstechnisch sicherer Wege für Radfahrerverkehr Steigerung des Radverkehrsanteils und dadurch Stärkung des Umweltverbunds Berücksichtigung der Sichtfelder Bessere Anbindung an die Innenstadt Einbindung in die Planungen der „Fahrradstadt Karlsruhe“ Maßnahmen und Projekte Q.1 OPTIMIERUNG UND AUFWERTUNG DES RADVERKEHRSNETZES Beim Ausbau der Fahrradinfrastruktur werden aktuelle gesetzliche Vorgaben und neueste Er‐ kenntnisse zu Unfallgefahren berücksichtigt, um Karlsruher und damit auch Knielinger Straßen für Radfahrende nicht nur besser zu erschließen, sondern auch sicherer zu gestalten. Folgende Streckenabschnitte für Radverkehr mit Verbesserungspotenzial wurden genannt: Rheinbrückenstraße Kreuzung Sudetenstraße: Die zu eng gebaute Kurve oder die zu nahe Auf‐ stellung der Ampel führt zu Konflikten zwischen Lkw‐Verkehr und Radfahrenden. Hier sollte eine entsprechende Prüfung der Schleppkurve erfolgen. Einmündungen in die Egon‐Eiermann‐Allee: Die Hauptproblematiken in diesem Bereich sind das Nichtbeachten der Vorfahrtregel „rechts vor links“ und zu schnelles Tempo. Eine Verbesserung der Konfliktsituationen mit dem Pkw‐Verkehr wird nach Möglichkeit im Rahmen der Tramerweite‐ rung und der Konzeption zum Knielinger Rundweg entsprechend berücksichtigt. Verbindungen zwischen Tief‐ und Hochgestade: In diesem Bereich wird Verbesserungsbedarf im Hinblick auf die Wahrnehmung der Wege, die Nutzbarmachung für Radfahrende und die Pflege gesehen. 1. Zwischen Sandberg und Am Brurain: bisher nur als Fußweg angelegt und nach Abwägung im Bebauungsplanverfahren zur Entwicklung des Neubaugebiets „Am Sandberg 2“ auch so beibehalten (u.a. schwierige Topografie). Langfristig ist die Prüfung anderer Lösungen nicht ausgeschlossen (Vorschläge: zukünftige Verbindung breiter als bisherige Treppe, 62 mögliche Nutzung auch mit Kinderwagen oder Rollator, Beleuchtung, Prüfung, ob die Steigung reduziert werden kann z. B. durch Versatz nach Norden). 2. Zwischen Blindstraße und Eggensteiner Straße: Verbesserungsbedarf sowohl bei Trep‐ penanlage (beidseitiges Treppengeländer, Sichtbarmachung der Stufen mit einer Kanten‐ markierung, Beleuchtung des oberen Bereichs, regelmäßige Pflege) als auch beim vorhan‐ denen Fuß‐ und Radweg (Verbreiterung des Wegs um 20 cm, Versetzung des Streugutbe‐ hälters zur Erleichterung des oberen Zugangs und zur besseren Einsehbarkeit, Erneuerung des Wegs durch Egalisieren und Wegnehmen der Schräge, Wegräumen von Fallobst und Laub, Streudienst). Kurzheckweg / Weg entlang der Alb: In diesen Bereichen kam es in der Vergangenheit vermehrt zu Konflikten mit Radrennfahrenden. Es werden Verbesserungsmöglichkeiten wie beispielsweise die Verbreiterung der Wege angeregt. Frauenhäusleweg Richtung Neureut: Dieser Weg ist Bestandteil des Nebennetzes des Radwege‐ konzepts und wird sowohl als attraktive Radwegeverbindung zur Arbeitsstätte als auch in der Freizeit gerne genutzt. Der Radweg ist für Pkw durch Schranken gesperrt, jedoch wird er als Be‐ schäftigten‐Zufahrt zur Miro genutzt. Die Schranken wurden dadurch schon mehrfach beschädigt. Es bestehen insbesondere in den engen Kurven erhebliche Gefährdungen der schwächeren Ver‐ kehrsteilnehmenden. Eine stabilere Konstruktion der Schranke könnte zur Minderung der Prob‐ lematik beitragen. Anbindung an Sportpark Bruchwegäcker: Eindeutigere und sicherere Wegeführung für Kinder und Jugendliche zwischen Kreuzung Rheinbrückenstraße / Rheinbergstraße und Sportpark. Freihalten von Trassen für den Radverkehr: Bestehende Radstreifen werden häufig rechtswidrig zugeparkt (Nähe Siemens) oder als Kurzzeitparkplätze (Elsässer Platz) genutzt. Eine stärkere Kon‐ trolle durch das Ordnungsamt wird in diesem Zusammenhang als Entschärfung der Situation ge ‐ sehen. Q.2 FERTIGSTELLUNG DES RADVERKEHRSNETZES GEMÄSS 20‐PUNKTE‐PROGRAMM Das wichtigste Ziel im 20‐Punkte‐Programm ist die Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmen‐ den im öffentlichen Verkehrsraum. Dabei gelten Toleranz und das Gebot der gegenseitigen Rück‐ sichtnahme. Bei allen Straßenumbaumaßnahmen, ob Umbau, Sanierung oder Neubau, sind die Belange des Radverkehrs zu beachten. Die Aufnahme in den Verkehrsentwicklungsplan bettet das Programm in den verkehrlichen Gesamtkontext ein. Zugleich soll und kann es seinen besonderen Wert als eigenständige Strategie beibehalten. Der Verkehrsentwicklungsplan beinhaltet die weite‐ re Umsetzung und die Weiterentwicklung des 20‐Punkte‐Programms. Dabei steht die Fertigstel‐ lung der noch zu realisierenden Maßnahmen aus dem 20‐Punkte ‐Programm im Vordergrund. Q.3 VERBESSERUNG DER ANBINDUNG AN DIE INNENSTADT Das oberste Ziel der Planung ist die Sicherstellung einer schnellen Verbindung von den Stadtteilen in die Innenstadt. Verbesserungsvorschläge zu einzelnen Streckenabschnitten sollen geprüft und nach Möglichkeit umgesetzt werden. Folgende Routen mit Handlungsbedarf wurden genannt: Hauptroute Siemensallee – Moltkestraße: Aufgrund der Häufung von Unfällen auf Teilabschnit‐ ten der Strecke in den letzten Jahren, ist oberstes Ziel der Planung die Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden zu erhöhen. Stadteinwärts wird der Radverkehr im Mischverkehr auf der Fahrbahn, Richtung Knielingen noch auf Gehwegniveau geführt. Die künftige Planung sieht vor, den Radverkehr auf der Fahrbahn direkt im Sichtfeld motorisierter Verkehrsteilnehmender auf eigenen Radfahrstreifen zu führen. Aus der Bürgerschaft wird als Zwischenlösung die Nutzung des breiten Gehwegs für Radverkehr angeregt, bis die Tramverlängerung realisiert ist. Nebenroute Annweilerstraße – Egon‐Eiermann‐Allee – Eggensteiner Straße: Hier muss eine weitgreifende Lösung unter Berücksichtigung des angrenzenden Straßennetzes gefunden werden. 63 KNIELINGEN 2030|Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept Rheinbrückenstraße: Im Zuge der Umgestaltung der Rheinbrückenstraße sollte eine durchgehen‐ de Radwegeverbindung entlang der Rheinbrückenstraße bis in die Innenstadt bzw. zum Sportpark Bruchwegäcker und weiter nach Wörth realisiert werden. Hardtstraße (Bereich Mühlburg): Die fehlende Markierung der Radwegeverbindung in diesem Bereich ist für einige Radfahrende irritierend. Damit wird jedoch das Ziel der Entscheidungsfrei‐ heit der Radfahrenden verfolgt, entweder die Fahrbahn oder den Gehweg zu benutzen. Im Detail soll geprüft werden, wie die Situation in Teilabschnitten durch Absenkungen, Beschilderung o.ä. deutlicher gemacht werden kann. Q.4 WEITERENTWICKLUNG FAHRRADVERLEIHSYSTEM (Maßnahme VEP) Ein weiterer Bedarf an Leihfahrrädern muss zuerst im Stadtteil geprüft werden. Danach können eine Ausweitung von Flexi‐Stationen im Stadtteil sowie eine Unterstützung des Verleihangebots durch Pedelecs als elektromobile Angebote umgesetzt werden, falls sich bereits laufende Versu‐ che in Karlsruhe als erfolgreich erweisen. Gerade Neubürgerinnen und Neubürger könnten durch kostenlose Tests von Pedelecs frühzeitig für die Nutzung des Umweltverbunds gewonnen werden. Offensive Werbung, die Bereitstellung von Informationen und Schnupperangebote sollen zur Be‐ wusstseinsbildung beitragen und den Umweltverbund auch im Sinne des Klimaschutzes weiter stärken. Q.5 AUSBAU VON BIKE+RIDE‐ANLAGEN (Maßnahme VEP) Bike+Ride‐Anlagen sind ein wichtiger Baustein des angestrebten nachhaltigen Verkehrssystems. Beim Umbau oder Neubau von Haltestellen wird Bike+Ride grundsätzlich berücksichtigt. Generell sollte die Nachfrage in Knielingen überprüft werden. Am Elsässer Platz wurde bereits eine Bi‐ ke+Ride‐Anlage im Zuge des Umbaus der Straßenbahnhaltestelle errichtet. Eine weitere ist an der Endhaltestelle bei der Tramerweiterung der Linie 2 geplant. Q.6 MARKETING UND ÖFFENTLICHKEITSARBEIT (Maßnahme VEP) Das Ziel von Marketing und Öffentlichkeitsarbeit ist hauptsächlich, zu vermehrter Nutzung um‐ weltfreundlicher Verkehrsmittel zu motivieren. Zudem sollte eine stärkere Vermarktung und Ver‐ netzung der Angebote auch auf Stadtteilebene angestrebt werden. Weiteres Vorgehen Prüfung / Untersuchung der genannten Streckenabschnitte für Radverkehr und Umset‐ zung nach Möglichkeit Prüfung des Bedarfs an Leihfahrrädern / Pedelecs Prüfung der Nachfrage nach Bike+Ride‐Anlagen Vermarktung umweltfreundlicher Mobilitätsangebote im Stadtteil 64 R ÖFFENTLICHER VERKEHR Ausgangslage Die Gewährleistung der Bedienung der Bevölkerung mit Verkehrsleistungen im öffentlichen Ver‐ kehr ist wesentliches Ziel einer zukunftsfähigen und umweltverträglichen Mobilität. Insgesamt verfügt Knielingen über eine gute ÖPNV‐Anbindung durch die Straßenbahn und den Busverkehr in die Innenstadt sowie überörtlich durch die Regionalbahn. Ein Anbindungsdefizit besteht derzeit in Knielingen 2.0 an den schienengebundenen Verkehr. Hier wird der öffentliche Verkehr ausschließ‐ lich über den Linienbusverkehr abgedeckt. Auch die Haltestellen und deren Zuwegung sind noch nicht durchgehend im gesamten Stadtteil barrierefrei ausgebaut. Als Rahmen für die Entwicklung und Verbesserung des ÖPNV in Karlsruhe dient der gesetzlich festgelegte Nahverkehrsplan 2014. Er konkretisiert die im Verkehrsentwicklungsplan vorgeschla‐ genen Maßnahmen. Entwicklungsziele Stadtteilbezogene Umsetzung des Verkehrsentwicklungsplans im Bereich öffentlicher Verkehr Förderung des Umweltverbunds Umweltverträglicher Stadtverkehr der Zukunft Lückenschluss im Erschließungsstandard im gesamten Stadtteil Weiterentwicklung und Ausbau des ÖPNV‐Liniennetzes und der Verbindungen Gewährleistung der Barrierefreiheit, Verbesserung der Zugänglichkeit Umlenkung der Pendler auf öffentliche Verkehrsmittel Maßnahmen und Projekte R.1 VERLÄNGERUNG DER TRAMSTRECKE LINIE 2 (Maßnahme VEP) Um eine direkte Anbindung an die Innenstadt zu gewährleisten, ist eine Verlängerung der Tramli‐ nie 2 bis in die Egon‐Eiermann‐Alle im Neubaugebiet Knielingen 2.0 geplant. Dadurch wird auch ein einheitlicher Erschließungsstandard von 400 Metern im nahezu gesamten Stadtteil Knielingen erreicht. Die neue 1,5 Kilometer lange Strecke mit großer Wendeschleife am Endhaltepunkt „Knielingen‐Nord“ wird zweigleisig als besonderer Bahnkörper im eigenen Rasenbett fertigge‐ stellt. Es entstehen vier neue, nach Barrierefrei‐Standards errichtete, Haltestellen. Der Baubeginn ist für das Jahr 2017 vorgesehen. R.2 VERLÄNGERUNG DER BUSLINIE 75 (Maßnahme VEP) Die Anpassung des Angebots im Busverkehr soll dem Lückenschluss im schienengebundenen Ver‐ kehr dienen und die Versorgung in der Fläche gewährleisten, wo ein wirtschaftlicher Betrieb des Schienenverkehrs nicht möglich ist. Die Linie 75 soll zukünftig das geplante Gewerbegebiet Knielingen West bis zur Raffinerie erschließen. Optional wäre auch die Einrichtung eines unab‐ hängigen Shuttle‐Services möglich. Eine Beteiligung des Liegenschaftsamts ist bei der Planung notwendig, wenn landwirtschaftliche Flächen tangiert sind. 65 KNIELINGEN 2030|Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept R.3 BARRIEREFREIER AUSBAU DER HALTESTELLEN (Maßnahme VEP) Der barrierefreie Umbau und Neubau von Haltestellen ist eines der wichtigsten Themen, wenn es um die Schaffung einer barrierefreien Mobilität im öffentlichen Verkehr geht. Auch der Stadtteil Knielingen befindet sich gerade in einem Umbauprozess. Laut dem Verkehrsentwicklungsplan sollen alle Haltestellen im Stadtgebiet nach und nach barrierefrei ausgebaut werden. Planungs‐ maßnahmen können sein: Verbesserung der Haltestellenausstattung, Fahrgastunterstände, nie‐ derflurgerechter Haltestellenausbau, Beleuchtung, Fahrplan‐ und Tarifinformation, dynamische Anzeigen usw. Neben der reinen Haltestellengestaltung, sollten zunehmend auch die Warteflä‐ chen und Zuwege zu den Haltestellen verbessert werden und somit die Haltestellen und das Um‐ feld als Gesamtheit barrierefrei gestaltet sein. R.4 1‐ZONEN‐TARIF FÜR BERUFSPENDLER – ANSCHLUSSSTELLE WÖRTH Das Problem besteht darin, dass Berufspendelnde aus Rheinland‐Pfalz aufgrund der hohen Preise öffentliche Verkehrsmittel meiden und mit dem Auto bis nach Knielingen fahren, obwohl ein aus‐ reichendes Angebot an Park+Ride‐Anlagen an der Anschlussstelle Wörth am Rhein vorhanden ist. Ein wichtiges Ziel für den Ausbau des Umweltverbunds und zur Lösung der hohen Belastung Knielingens durch Pendlerverkehr ist es, mit geeigneten Angeboten diese Nutzergruppe anzuspre‐ chen und für einen Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel zu motivieren. Eine Möglichkeit wäre nach Einschätzung der Bürgerinnen und Bürger 1‐Zonen‐Tarife für Berufspendler anzubieten. Da‐ zu ist die Kontaktaufnahme zum KVV notwendig. Weiteres Vorgehen Bau der Trasse Tramlinie 2, sobald die Finanzierung steht Barrierefreier Ausbau aller Haltestellen im Stadtteil Prüfung einer Tarifänderung durch KVV 66 S MOTORISIERTER INDIVIDUALVERKEHR Ausgangslage Knielingen ist durch die Lage im Westen Karlsruhes in unmittelbarer Nähe zu Rheinland‐Pfalz ge‐ prägt. Die B 10 (Südtangente) mit der Rheinbrücke Maxau stellt eine äußerst wichtige Verbindung über den Rhein dar und ist entsprechend stark befahren. Die Nähe zur Raffinerie und zum Hafen verstärkt den hohen Verkehrsdruck auf die Südtangente, ebenso der Siemens Industriepark in Knielingen. Die verkehrsgünstige Lage bringt erhebliche Belastungen für die Bewohnerinnen und Bewohner mit sich, da einerseits erhebliche Emissionen von den überörtlichen Straßen und Schie‐ nenwegen ausgehen und andererseits die Hauptverkehrswege (Rheinbrückenstraße und Sudeten‐ straße) im Stadtteil als Zubringer‐ und Ausweichstrecken sehr stark befahren sind. Entwicklungsziele Stadtteilbezogen Umsetzung des Verkehrsentwicklungsplans Förderung des Umweltverbunds Verkehrsreduzierung zugunsten der Wohnqualität Reduzierung des durch Pendler verursachten Parkdrucks zugunsten umweltfreundlicher Verkehrsmittel Entlastung des Stadtteils durch Verlagerung der Verkehrsströme Minimierung der Lärm‐ und Schadstoffbelastung Maßnahmen und Projekte S.1 STADTVERTRÄGLICHE UMGESTALTUNG DER RHEINBRÜCKENSTRASSE (Maßnahme VEP) Die stadtverträgliche Umgestaltung soll unter Beachtung betrieblicher Belange die Dämpfung der Geschwindigkeiten des Kfz‐Verkehrs sowie eine Erhöhung der Sicherheit und des Komforts der nichtmotorisierten Verkehrsteilnehmenden zum Ziel haben. Hierzu ist zum Beispiel in Teilab‐ schnitten die Anlage von Mittelinseln denkbar. In weiteren Teilabschnitten ist auch eine Verbrei‐ terung der Anlagen für den Radverkehr und den Fußverkehr auf Kosten der Breite der Fahrstrei‐ fen für den motorisierten Individualverkehr vorstellbar. Zusätzlich sollen Überlegungen zur Ver‐ stetigung des Verkehrsflusses (z.B. Grüne Welle) angestellt werden. Die Rheinbrückenstraße im Abschnitt von der Eggensteiner Straße bis zur Sudetenstraße bietet sich in diesem Zusammenhang für eine nähere Untersuchung an. Für den Fall der Realisierung der zweiten Rheinbrücke und des Anschlusses an die B 36 ist mit spürbaren Entlastungen für die Rheinbrückenstraße und Knielingen zu rechnen, was förderlich für die Umgestaltung ist. Eine stadtverträgliche Umgestaltung der Rheinbrückenstraße unter Beachtung betrieblicher Belange ist aber auch unabhängig von der Verkehrsentlastung durch die Realisierung von Umgehungsstraßen ohne Verringerung der Leis‐ tungsfähigkeit machbar. Allerdings erscheint dies finanziell nur unter Einbeziehung von Städte‐ baufördermitteln realistisch. Detailplanungen und weitere Überlegungen sind daher im Rahmen des Sanierungsprogramms für Alt‐Knielingen zu entwickeln. S.2 WEITERENTWICKLUNG CARSHARING (Maßnahme VEP) Carsharing ist eine wichtige Ergänzung des städtischen Mobilitätsangebots. Stadtmobil bietet in Knielingen bisher acht Fahrzeugen an drei Stationen (Pionierstraße, Sudetenstraße und Rhein‐ bergstraße) an. Das bestehende Carsharing‐Angebot sollte auch im Sinne des Klimaschutzes im Stadtteil gestärkt und ausgeweitet werden. Dazu sollte der Bedarf weiterer Stationen in Knielin‐ 67 KNIELINGEN 2030|Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept gen geprüft werden, da der Ausbau von der Teilnehmerentwicklung abhängig ist. Diese Maßnah‐ me kann sich auch als Impuls positiv auf den Umweltverbund auswirken. S.3 BUNDESMASSNAHME ZWEITE RHEINBRÜCKE MIT ANSCHLUSS AN DIE B 36 Die Baurechtschaffung für die zweite Rheinbrücke mit Anschluss an die B 36 wird nicht allein von der Stadt Karlsruhe beeinflusst. Als Maßnahme des Bundes liegt die Planungshoheit ebenfalls beim Bund. Die Maßnahme zweite Rheinbrücke mit Anschluss an die B 36 wurde als vordringlicher Bedarf in den Referentenentwurf des Bundesverkehrswegeplans 2030 aufgenommen. Da es sich bei dieser Bundesmaßnahme um ein hochpolitisches Thema handelt, kann im Rahmen des Stadt‐ teilentwicklungskonzepts keine Lösung gefunden werden. S.4 PRÜFUNG ALTERNATIVER VERKEHRSFÜHRUNGEN Der Bürgerverein hat gemeinsam mit betroffenen Bürgerinnen und Bürgern Lösungsansätze für die Verkehrsproblematik, von der Knielingen in hohem Maße betroffen ist, erarbeitet. Es handelt sich dabei um erste Ideen ohne fachliche Bewertung, die es auf Realisierbarkeit noch zu prüfen gilt. Dabei ist das maßgebliche Ziel, eine umfassende Lösung zu finden, mit der alle Bewohnerin‐ nen und Bewohner leben können. Folgende Ansätze wurden in den Arbeitsgruppensitzungen diskutiert und sind weiter zu prüfen: S.4.1 Variante Nordumfahrung (ohne zusätzliche Rheinbrücke) Diese Option der Nordumfahrung schließt den Neubau einer zweiten Rheinbrücke aus. Der Ver‐ kehr soll über die bestehende Rheinbrücke bzw. eine Ersatzbrücke abgewickelt werden. Dabei soll die Umfahrung über die Raffineriestraße so dicht wie möglich entlang der Ölraffinerie verlaufen. Somit wird, anders als bei der geplanten Möglichkeit der Nordumfahrung des Bundes, in einem geringen Maße in die Natur und Landschaft eingegriffen. Abbildung 15: Vorschlag einer Nordumfahrung ohne zweite Rheinbrücke 68 S.4.2 Variante Südumgehung Knielingen In der Arbeitsgruppe „Verkehr und Mobilität“ wurde auch die Möglichkeit einer Südumfahrung diskutiert. Diese soll auf der Achse der vorhandenen Gleistrasse entlang des Siemensgeländes führen in Verbindung mit der gleichzeitigen Sperrung der nördlichen Sudetenstraße zur B 36. Dazu müsste die Mitnutzung der Straße durch die Bahngleise gewährleistet werden. Diese Variante ist jedoch mit zahlreichen technischen und rechtlichen Hürden verbunden. Die Bahntrasse ist offiziell eine Strecke der Deutschen Bahn und wird auch weiterhin benötigt. Nach Aussage der Stadtver‐ waltung ist eine Mitbenutzung der Gleise durch Fahrzeuge, wie dies bei Straßenbahngleisen teil‐ weise praktiziert wird, rechtlich schwierig, ebenso die Umwidmung der Strecke. Die Breite der Trasse würde außerdem maximal zwei Fahrstreifen erlauben, jedoch nicht den erforderlichen Raum für Abbiegestreifen und Knotenpunkte. Die Kappung der nördlichen Sudetenstraße könnte außerdem auch zu einer Verlagerung von Verkehr zu Lasten der Annweiler Straße führen. Trotz dieser ersten erkennbaren Hemmnisse, soll die Variante weiter geprüft und eine entsprechende Simulation (u.a. der sich verändernden Verkehrsströme) dieses Modells in Auftrag gegeben wer‐ den. Abbildung 16: Vorschlag einer Südumgehung Weiteres Vorgehen Umgestaltung der Rheinbrückenstraße unter Beachtung betrieblicher Belan‐ ge/Detailplanungen im Rahmen der Sanierung in Alt‐Knielingen Prüfung des Bedarfs weiterer Carsharing‐Angebote Weitere Überlegungen und Prüfung alternativer Verkehrsführungen (Nordumfahrung und Südumgehung) unabhängig vom aktuellen Stand beim Thema „zweite Rheinbrücke mit Anschluss an die B 36“ Simulation Südumfahrung 69 KNIELINGEN 2030|Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept T LÄRMMINDERUNG Ausgangslage Lärm schadet der Gesundheit, führt zur Beeinträchtigung des eigenen Wohlbefindens und beein‐ flusst den Wert von Immobilien. Die öffentliche Hand steht in der Pflicht, im Sinne einer nachhal‐ tigen Gesundheitsvorsorge geeignete Maßnahmen gegen dauerhafte Lärmbelastungen in allen schutzwürdigen Gebieten zu ergreifen. Auch in Knielingen steht die Lärmbelastung bei der Bevöl‐ kerung als unzumutbare Situation im Fokus. Als Hauptlärmquellen werden der Straßen‐ und Schienenverkehr genannt. Gewerbe‐ und Industrielärm sowie Nachbarschafts‐ und Freizeitlärm spielen im Stadtteil eine eher untergeordnete Rolle. Zur Umsetzung der EU‐Umgebungslärmrichtlinie hat die Stadt Karlsruhe einen Lärmaktionsplan (LAP) mit Maßnahmen zur Lärmminderung erstellt. Momentan befindet sich der LAP in seiner ersten Fortschreibung. Dabei werden nur noch Maßnahmen aufgeführt, die in den nächsten fünf Jahren umgesetzt werden sollen. Längerfristig vorgesehene Maßnahmen werden bei der nächsten Fortschreibung (Aktualisierung alle fünf Jahre) des LAP erneut geprüft. Aufgrund gesetzlicher Rahmenbedingungen wurden Straßen‐ und Schienenlärm bisher getrennt betrachtet, jedoch ste‐ hen im Verkehrsministerium Baden‐Württemberg Überlegungen an, beide Lärmquellen zukünftig zusammenzufassen. So wäre eventuell eine Aufnahme des Schienenverkehrs als Lärmquelle in der nächsten Fortschreibung des LAP möglich. Die Maßnahmenvorschläge im LAP beziehen sich jeweils auf die prioritär zu behandelnden „Hot‐ Spots“ (Bereiche mit einem Schallpegel von mehr als 70 dB(A) tags und 60 dB(A) nachts) und die nachrangigeren „Verbesserungsbedürftigen Situationen“ (Schallpegel zwischen 55 dB(A) und 60 dB(A) nachts). Für Knielingen wurden einige Bereiche als verbesserungswürdige Situationen ein‐ gestuft und im LAP geeignete Maßnahmen zur Lärmreduzierung vorgeschlagen. Entwicklungsziele Umsetzung der Maßnahmen gemäß den Vorgaben des Lärmaktionsplans Karlsruhe Minderung der Lärmbelastung in schutzwürdigen Gebieten Lärmschutzmaßnahmen als Gesundheitsvorsorge Verbesserung des Lärmschutzes an der Südtangente zugunsten angrenzender Wohnge‐ biete Reduzierung des Verkehrslärms in der Rheinbrückenstraße und Sudetenstraße Aufnahme des Schienenverkehrs als Lärmquelle in der nächsten Fortschreibung des Lärmaktionsplans Maßnahmen und Projekte T.1 UMSETZUNG DER MASSNAHMEN AUS DEM LÄRMAKTIONSPLAN Lärmarmer Fahrbahnbelag auf der Südtangente zwischen Mühlburg und Knielingen in beiden Richtungen: Durch den Einbau lärmarmer Fahrbahnbeläge können Pegelminderungen erreicht werden. Diese Maßnahme ist bei Belagserneuerung auf der Südtangente zwischen Mühlburg und Knielingen in nördliche Fahrtrichtung (Richtung Rheinland‐Pfalz) für das Jahr 2016 geplant. Dadurch kann eine Lärmminderung von 4 dB(A) erzielt werden. Das würde einer subjektiv wahr‐ genommenen Halbierung des Verkehrsaufkommens entsprechen. Die Zuständigkeit dieser Maß‐ nahme liegt beim Regierungspräsidium Karlsruhe. Schließung der Schalllücke entlang der Südtangente zwischen Kleingartenanlage Litzelau und Bahndamm Richtung Mühlburger Bahnhof: Die Schallemissionen der Südtangente erreichen 70 teilweise unabgeschirmt die Maxauer Straße. Damit besteht in diesem Bereich laut LAP eine ver‐ besserungswürdige Situation, die als mittelfristige Maßnahme zur Lärmminderung beitragen soll. Errichtung von stationären Geschwindigkeitsanzeigetafeln: Eine Aufstellung wäre in der Sude‐ tenstraße zwischen Ortsschild und Höhe Annweiler Straße möglich. Autofahrer sollen gezielt ver‐ anlasst werden ihre Geschwindigkeit zu drosseln, dies wirkt sich positiv auf die Lärmsituation aus. Die Errichtung einer stationären Geschwindigkeitsanzeigetafel kann unter Vorbehalt der Ergebnis‐ se aus der Projektstudie zur Wirksamkeit dieser Maßnahme realisiert werden. Die vorgesehenen Straßen für die Errichtung von Geschwindigkeitsanzeigetafeln im Stadtgebiet müssen noch festge‐ legt werden. Querungshilfe mit Fahrbahneinengung auf der Sudetenstraße Höhe Ludwig‐Dill‐Straße Einrichtung eines Tempolimits auf 30 km/h in der Sudetenstraße zwischen Annweiler Straße und Östlicher Rheinbrückenstraße im Zuge der Verlängerung des Straßenbahngleises. Dies trägt ebenfalls zu einer spürbaren Pegelminderung bis zu 4 dB(A) bei. T.2 BEREITS UMGESETZTE LÄRMSCHUTZMASSNAHMEN In der Vergangenheit wurden bereits aktive Schallschutzmaßnahmen im Siedlungsbereich Knielin‐ gen realisiert. Aus Gründen der Verkehrssicherheit wurden zusätzlich Geschwindigkeitsanpassun‐ gen außerhalb der Lärmaktionsplanung umgesetzt, die ebenfalls zu Lärmminderungen in beson‐ ders betroffenen Bereichen beitragen. Weiteres Vorgehen Nach Möglichkeit und Prüfung Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen aus dem LAP Eventuell Aufnahme des Schienenverkehrs in die nächste Fortschreibung, dadurch erge‐ ben sich unter Umständen weitere Maßnahmen für Knielingen 71 KNIELINGEN 2030|Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept Übersichtsplan zum Handlungsfeld Mobilität 72 4 ANLAGEN MASSNAHMENPLÄNE Plan 01 I Sozialer Zusammenhalt und Bildung Plan 02 I Kultur Plan 03 I Sport, Freizeit und Gesundheit Detail I.5 I Knielinger Rundweg Plan 04 I Umwelt, Klimaschutz und Stadtgrün Plan 05 I Städtebau und Stadtteilentwicklung Plan 06 I Mobilität MASSNAHMENKATALOG IN TABELLENFORM Alb Alb Friedhof Kleingärten Pferderennbahn Sportpark Bruchwegäcker B 10 Südtangente Fischreiherstraße Jakob-Dörr-Straße Herweghstraße Kammerlachweg Neufeldstraße Heckerstraße Rheinbergstraße Landeckstraße Frauenhäusleweg Kirchbühlstraße Saarlandstraße Litzelaustraße Heckerstraße Saarlandstraße Pfalzbahnstraße Östliche Rheinbrückenstraße Albhäusleweg Frauenhäusleweg Neufeldstraße Ferdinand-Keller-Straße Reinmuthstraße Carl-Schäfer-Straße Curjel-und-Moser-Straße Grünhutstraße Jakob-Dörr-Straße Untere Straße Saarlandstraße Saarlandstraße Rheinbrückenstraße Carl-Schurz-Straße Lassallestraße Neufeldstraße Lönsstraße Eggensteiner Straße Pionierstraße Blenkerstraße Keßlaustraße Carl-Schurz-Straße Annweilerstraße Ludwig-Dill-Straße Albhäusleweg Zur Allmend Bruchweg Untere Straße Lothringer Straße Herweghstraße Östliche Rheinbrückenstraße Stiller Winkel Am Sandberg Hermann-Köhl-Straße Struvestraße Struvestraße Egon-Eiermann-Allee Bruchweg Ferdinand-Keller-Straße G.-Braun-Straße Otto-Bartning-Straße Östliche Rheinbrückenstraße Am Brurain Rheinbergstraße Saarlandstraße Saarlandstraße Heckerstraße Rheinbrückenstraße Lassallestraße Wilhelm-Trübner-Weg Eggensteiner Straße Am Sandberg Rheinbrückenstraße Eichheckle Keßlaustraße Zur Allmend Frauenhäusleweg Dreikönigstraße Im Bipples Rheinbrückenstraße Rheinbrückenstraße Sudetenstraße Siemensallee Eggensteiner Straße Schultheißenstraße Reinmuthstraße Blindstraße Trifelsstraße Langbühl Carl-Schurz-Straße Keßlaustraße Max-Dortu-Straße Annweilerstraße Ferdinand-Keller-Straße Albhäusleweg Rheinbrückenstraße Goldwäschergasse Besoldgasse Frauenhäusleweg Neufeldstraße Rheinbrückenstraße Sudetenstraße Dreikönigstraße Östliche Rheinbrückenstraße Pionierstraße Herweghstraße Blindstraße Otto-Bartning-Straße Otto-Bartning-Straße Siemensallee G.-Braun-Straße Gustav-Schönleber-Straße Rheinbergstraße Besoldgasse Elsässer Straße Lauterburger Straße Kurzheckweg Saarlandstraße Bruchweg Elsternweg Schulstraße Bernhard-Metz-Straße Hermann-Köhl-Straße Hermann-Vollmer-Straße Max-Laeuger-Straße Keßlaustraße Egon-Eiermann-Allee Itzsteinstraße Eggensteiner Straße Litzelaustraße Litzelaustraße Östliche Rheinbrückenstraße Julius-Bergmann-Straße Jakob-Dörr-Straße Retzlachweg Westl.Rheinbrückenstraße Rheinbergstraße Eggensteiner Straße Struvestraße Kolbengärten Schulstraße Schulstraße Gustav-Heinkel-Straße Sudetenstraße Ernst-Würtenberger-Straße Festplatz Richtung Weststadt C.3 D.1 D.1 C.1 C.3 E.3 C.3 C.1 B.1 B.2 E.3 C.2 G.2 D.1 D.2 C.1 C.3 C.3 C.3 C.2 D.1 C.3 Aufbau eines Bürgerzentrums Aufwertung Affenkäfig Aufwertungsmaßnahmen und Angebotsergänzung Entwicklung als Ganztagsgrundschule Einrichtung Schülerhort Stärkung des Jugendangebots Aufwertung bei Entwicklung des Wohngebiets Litzelaustraße Holzbierebuckel Neugestaltung als Grünfläche Neugestaltung Spielplatz Kolbengärten Entwicklung der Gemeinbedarfsflächen Erweiterung Kita Heilig Kreuz Angebote für Kinder und Jugendliche SOZIALER ZUSAMMENHALT UND BILDUNG Aufbau einer Helferbörse / Tauschbörse * Koordination und Bekanntmachung der Angebote unter einer "Dachmarke" * Bürgerzentrum im Zusammenschluss mit dem evangelischen Gemeindezentrum Aufbau und Organisation Schaffung von Freitreffpunkten für Jugendliche C.1.1Freitreffpunkt auf dem Spielplatz Eggensteiner Straße C.1.2Freitreffpunkt Versickerungsmulde beim Spielplatz Knielingen 2.0 C.1.3Aufwertung des Bolzplatzes "Affenkäfig" C.1.4Standortsuche für Graffiti-Freewall Kinder- und Jugendtreff Ausbau und qualitative Verbesserung von Kinderspielplätzen C.3.1Spielplatz Eggensteiner Straße C.3.2Spielplatz Carl-Schäfer-Straße Knielingen 2.0 C.3.3Spielplatz Litzelau C.3.4Spielplatz Ferdinand-Keller-Straße beim "Affenkäfig" C.3.5Spielplatz Kolbengärten ("Rote Erde") C.3.6Holzbierebuckel C.3.7Spielweg Saarlandstraße im Grünzug Rheinbrückenstraße C.3.8Nutzung der Schulhöfe als Spiel- und Bewegungsräume Maßnahmen AGENERATIONSÜBERGREIFENDE UNTERSTÜTZUNGSANGEBOTE BBÜRGERZENTRUM - EIN ORT DER BEGEGNUNG UND DES MITEINANDERS CKINDER- UND JUGENDFREUNDLICHER STADTTEIL DBILDUNGSPLANUNG UND BETREUUNG Ausbau, Vernetzung und Qualifizierung von Betreuungsangeboten D.1.1Kindertageseinrichtung Heilig Kreuz D.1.2Gemeinbedarfsflächen "Egon-Eiermann-Alle" Knielingen 2.0 und "Am Brurain" D.1.3Provisorium für Kindertagesstätte und Schülerhort * D.1.4Grundschule Knielingen D.1.5Waldkindergarten beim Hofgut Maxau Errichtung einer Ganztagsgrundschule Ausbau und Vernetzung weiterer Unterstützungsangebote * ESENIORENGERECHTE ANGEBOTE Ausbau des Angebots an Pflegeheimplätzen * Barrierefreie Wohnformen * Außensprechstunde des Pflegestützspunkts im Stadtteil FINTEGRATION Willkommen im Stadtteil * GBÜRGERGESELLSCHAFT Fortführung der Bürgerbeteiligung * Bürgerschaftliches Engagement A.1 A.2 B.1 B.2 C.1 C.2 C.3 D.1 D.2 D.3 E.1 E.2 E.3 F.1 G.1 G.2 * nicht verortete Maßnahme Bolzplatz / Sportanlage Spielplatz / Spielfläche Skateranlage / Dirt-Bike-Bahn SOZIALER ZUSAMMENHALT UND BILDUNG Maßnahmen Stadtteilentwicklungskonzept Knielingen 2030 Plan 01 I Sozialer Zusammenhalt und Bildung Stand Juni 2016 N Quelle Plangrundlage: Liegenschaftsamt der Stadt Karlsruhe; Piktogramme: de.freepik.com im Auftrag der Stadt Karlsruhe Bearbeitung: werk-plan Kaiserslautern Architekten Stadtplaner Ingenieure KOBRA-Beratungszentrum Beratungszentrum Landau INTEGRIERTES STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN 2030 050100150200250 m050100150200250 m M.i.O. 1:5.000 KULTUR KULTUR Alb Alb Friedhof Kleingärten Kleingärten Pferderennbahn Sportpark Bruchwegäcker B 10 Südtangente Fischreiherstraße Jakob-Dörr-Straße Herweghstraße Kammerlachweg Neufeldstraße Heckerstraße Rheinbergstraße Landeckstraße Frauenhäusleweg Kirchbühlstraße Saarlandstraße Litzelaustraße Heckerstraße Saarlandstraße Pfalzbahnstraße Östliche Rheinbrückenstraße Albhäusleweg Frauenhäusleweg Neufeldstraße Ferdinand-Keller-Straße Reinmuthstraße Carl-Schäfer-Straße Curjel-und-Moser-Straße Grünhutstraße Jakob-Dörr-Straße Untere Straße Saarlandstraße Saarlandstraße Rheinbrückenstraße Carl-Schurz-Straße Lassallestraße Neufeldstraße Lönsstraße Eggensteiner Straße Pionierstraße Blenkerstraße Keßlaustraße Carl-Schurz-Straße Annweilerstraße Ludwig-Dill-Straße Albhäusleweg Zur Allmend Bruchweg Untere Straße Lothringer Straße Herweghstraße Östliche Rheinbrückenstraße Stiller Winkel Am Sandberg Hermann-Köhl-Straße Struvestraße Struvestraße Egon-Eiermann-Allee Ferdinand-Keller-Straße G.-Braun-Straße Otto-Bartning-Straße Östliche Rheinbrückenstraße Am Brurain Rheinbergstraße Saarlandstraße Saarlandstraße Heckerstraße Rheinbrückenstraße Lassallestraße Wilhelm-Trübner-Weg Eggensteiner Straße Am Sandberg Rheinbrückenstraße Eichheckle Keßlaustraße Graben-Neudorf - Knielingen Eugen-Geiger-Straße Zur Allmend Frauenhäusleweg Dreikönigstraße Im Bipples Rheinbrückenstraße Rheinbrückenstraße Kurzheckweg Sudetenstraße Siemensallee Eggensteiner Straße Schultheißenstraße Reinmuthstraße Blindstraße Trifelsstraße Langbühl Carl-Schurz-Straße Keßlaustraße Annweilerstraße Ferdinand-Keller-Straße Albhäusleweg Rheinbrückenstraße Goldwäschergasse Besoldgasse Neufeldstraße Rheinbrückenstraße Sudetenstraße Dreikönigstraße Östliche Rheinbrückenstraße Pionierstraße Herweghstraße Blindstraße Otto-Bartning-Straße Otto-Bartning-Straße Siemensallee G.-Braun-Straße Gustav-Schönleber-Straße Im Husarenlager Ludwig-Dill-Straße Rheinbergstraße Besoldgasse Elsässer Straße Lauterburger Straße Kurzheckweg Saarlandstraße Bruchweg Elsternweg Schulstraße Bernhard-Metz-Straße Hermann-Köhl-Straße Hermann-Vollmer-Straße Max-Laeuger-Straße Keßlaustraße Egon-Eiermann-Allee Itzsteinstraße Eggensteiner Straße Litzelaustraße Litzelaustraße Östliche Rheinbrückenstraße Julius-Bergmann-Straße Jakob-Dörr-Straße Retzlachweg Westl.Rheinbrückenstraße Rheinbergstraße Eggensteiner Straße Struvestraße Kolbengärten Schulstraße Schulstraße Gustav-Heinkel-Straße Sudetenstraße Ernst-Würtenberger-Straße Sudetenstraße Festplatz B 36 Richtung Nordweststadt Richtung Weststadt H.1 H.1 H.3 H.1 H.1 H.2 Kulturnetzwerk Knielingen Kunst- und Kulturprofil Maßnahmen HVERNETZTE STADTTEILKULTUR H.1 H.2 Stadtgeist-App Knielingen H.3 Sicherung des kulturellen Erbes / Inwertsetzung der Kulturdenkmäler Belebung des Platzes durch Veranstaltungen Akzentuierung / Aufwertung historischer Gassen Entwicklung Rundweg im Rahmen der Stadtgeist-App Stadtteilentwicklungskonzept Knielingen 2030 Plan 02 I Kultur Stand Juni 2016 N Quelle Plangrundlage: Liegenschaftsamt der Stadt Karlsruhe im Auftrag der Stadt Karlsruhe Bearbeitung: werk-plan Kaiserslautern Architekten Stadtplaner Ingenieure KOBRA-Beratungszentrum Beratungszentrum Landau Kooperation mit Seniorenzentrum Bewahrung des kulturellen Erbes Nutzung der Räumlichkeiten Belebung des Elsässer Platzes Koordinierungsstelle wirkStadt Entwicklung Knielinger Rundweg INTEGRIERTES STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN 2030 Räumlichkeiten für Veranstaltungen im Gemeindezentrum H.1 H.2 Zukunftssicherung des Knielinger Museums Maßnahmen M.i.O. 1:5.000 050100150200250 m050100150200250 m SPORT, FREIZEIT UND GESUNDHEIT Alb Alb Friedhof Kleingärten Pferderennbahn Sportpark Bruchwegäcker B 10 Südtangente Fischreiherstraße Jakob-Dörr-Straße Herweghstraße Kammerlachweg Neufeldstraße Heckerstraße Rheinbergstraße Landeckstraße Frauenhäusleweg Kirchbühlstraße Saarlandstraße Litzelaustraße Heckerstraße Saarlandstraße Pfalzbahnstraße Östliche Rheinbrückenstraße Albhäusleweg Frauenhäusleweg Neufeldstraße Ferdinand-Keller-Straße Reinmuthstraße Carl-Schäfer-Straße Curjel-und-Moser-Straße Grünhutstraße Jakob-Dörr-Straße Untere Straße Saarlandstraße Saarlandstraße Rheinbrückenstraße Carl-Schurz-Straße Lassallestraße Neufeldstraße Lönsstraße Eggensteiner Straße Pionierstraße Blenkerstraße Keßlaustraße Carl-Schurz-Straße Annweilerstraße Ludwig-Dill-Straße Albhäusleweg Zur Allmend Bruchweg Untere Straße Lothringer Straße Herweghstraße Östliche Rheinbrückenstraße Stiller Winkel Am Sandberg Hermann-Köhl-Straße Struvestraße Struvestraße Egon-Eiermann-Allee Bruchweg Ferdinand-Keller-Straße G.-Braun-Straße Otto-Bartning-Straße Östliche Rheinbrückenstraße Am Brurain Rheinbergstraße Saarlandstraße Saarlandstraße Heckerstraße Rheinbrückenstraße Lassallestraße Wilhelm-Trübner-Weg Eggensteiner Straße Am Sandberg Rheinbrückenstraße Eichheckle Keßlaustraße Eugen-Geiger-Straße Zur Allmend Frauenhäusleweg Dreikönigstraße Im Bipples Rheinbrückenstraße Rheinbrückenstraße Sudetenstraße Siemensallee Eggensteiner Straße Schultheißenstraße Reinmuthstraße Blindstraße Trifelsstraße Langbühl Carl-Schurz-Straße Keßlaustraße Max-Dortu-Straße Annweilerstraße Ferdinand-Keller-Straße Albhäusleweg Rheinbrückenstraße Goldwäschergasse Besoldgasse Frauenhäusleweg Neufeldstraße Rheinbrückenstraße Sudetenstraße Dreikönigstraße Östliche Rheinbrückenstraße Pionierstraße Herweghstraße Blindstraße Otto-Bartning-Straße Otto-Bartning-Straße Siemensallee G.-Braun-Straße Gustav-Schönleber-Straße Im Husarenlager Ludwig-Dill-Straße Rheinbergstraße Besoldgasse Elsässer Straße Lauterburger Straße Kurzheckweg Saarlandstraße Bruchweg Elsternweg Schulstraße Bernhard-Metz-Straße Hermann-Köhl-Straße Hermann-Vollmer-Straße Max-Laeuger-Straße Keßlaustraße Egon-Eiermann-Allee Itzsteinstraße Eggensteiner Straße Litzelaustraße Litzelaustraße Östliche Rheinbrückenstraße Julius-Bergmann-Straße Jakob-Dörr-Straße Retzlachweg Westl.Rheinbrückenstraße Rheinbergstraße Eggensteiner Straße Struvestraße Kolbengärten Schulstraße Schulstraße Gustav-Heinkel-Straße Sudetenstraße Ernst-Würtenberger-Straße Sudetenstraße Festplatz B 36 Richtung Nordweststadt Richtung Weststadt I.1 I.2 I.2 I.3 I.3 I.3 I.3 I.2 I.1 I.4 C.1 C.1 C.1 I.5 I.5 I.2 Angebote an Trend- und Spezialsportarten im Stadtteil Suche nach geeigneten Standorten für Kinder und Jugendliche für sportliche Aktivitäten Maßnahmen IGESUNDHEIT UND BEWEGUNG IM STADTTEIL I.1 I.3 Bewegungs- und gesundheitsfördernde Angebote I.5 Entwicklung eines Rundwegs in Knielingen Mögliche Räume für sportliche Aktivitäten (BMX, Skaten, Slacklinen) Vorhandener Bolzplatz / Sportpark SPORT, FREIZEIT UND GESUNDHEIT Maßnahmen Stadtteilentwicklungskonzept Knielingen 2030 Plan 03 I Sport, Freizeit und Gesundheit Stand Juni 2016 N Quelle Plangrundlage: Liegenschaftsamt der Stadt Karlsruhe; Piktogramme: de.freepik.com im Auftrag der Stadt Karlsruhe Bearbeitung: werk-plan Kaiserslautern Architekten Stadtplaner Ingenieure KOBRA-Beratungszentrum Beratungszentrum Landau Aufwertung des Bolzplatzes "Affenkäfig" Schaffung von Angeboten zum Skaten, BMX usw. Vergrößerung der Dirt-Bike-Bahn / Skaterbahn Angebote an Spezialsportarten und Leichtathletik Joggen an der Alb INTEGRIERTES STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN 2030 Bewegungs- und gesundheitsfördernde Angebote Joggingstrecke Neuer möglicher Standort für Freizeitaktivitäten Entwicklung Rundweg als Sport- und Freizeitband Schaffung von Freitreffpunkten für Jugendliche C.1.1Freitreffpunkt auf dem Spielplatz Eggensteiner Straße C.1.2Freitreffpunkt Versickerungsmulde beim Spielplatz Knielingen 2.0 C.1.3Aufwertung des Bolzplatzes "Affenkäfig" C.1.4Standortsuche für Graffiti-Freewall CKINDER- UND JUGENDFREUNDLICHER STADTTEIL C.1 M.i.O. 1:5.000 050100150200250 m050100150200250 m I.4 Schaffung einer Schulsportanlage (Leichtathletik) Möglicher Verlauf des Rundwegs (Streckenverlauf und Ausgestaltung kann evtl. im Rahmen der Stadtgeist-App behandelt werden) 1 2 3 3 4 5 6 Edeka Kleingartenanlage Viktor-von-Scheffel-Schule Grundschule Knielingen Evangelische Kirche Holzbierebuckel Elsässer Platz Festplatz Schülerhort "Affenkäfig" Brauhaus 2.0 Penny 4 6 7 8 8 8 9 9 9 10 10 11 12 13 Ev. Gemeindezentrum Kath. Gemeindezentrum Kita Kita Kita Kita Friedhof Spielplatz Eggensteiner Straße Grünfläche 2.0 Spielplatz 9 N Grünbereich Regenrückhaltefläche 2.0 Joggingstrecke mit Bewegungsgeräten, kommunikative Sitzgelegenheiten, Sonnenschutz, Picknickecke, weitere Begrünungsmaßnahmen... I.5 Entwicklung eines Rundwegs in Knielingen Grünbereich neben Brauhaus 2.0 barrierefreier Übergang im Zuge der Tramerweiterung, stärkere Eingrünung als optische Begrenzung zum Bundeswehrgelände... Kleingartenanlage Husarenlager Fortführung Joggingstrecke und weitere Bewegungsgeräte, Aufenthaltsbereiche mit Sitzmöglichkeiten und evtl. Brunnen (Wegfall der Spielplätze), Umgestaltung der Eingangssituation in Ferdinand- Keller-Straße... Streckenverlauf und mögliche Umgestaltungsmaßnahmen nur in Abstimmung mit den Kleingartenbesitzern. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Startpunkt Elsässer Platz bis Ende Grünzug Rheinbrückenstraße (Spielweg) Anbindung über Saarlandstraße zum Bahndamm/ alternativ Abkürzung über Pfalzbahnstraße zum Bahnhof entlang des Bahndamms zur Alb/ entlang der Alb Albhäusleweg bis zur evangelischen Kirche durch historische Gassen von Alt-Knielingen über Eggensteiner Straße zum Spielplatz Eggensteiner Straße ab Spielplatz 3 Optionen: über den Spielplatz, über Östliche Rheinbrückenstraße, die Eggensteiner Straße weiter folgend über Pionierstraße bis Grünzug 2.0/optionale Anbindung an Neubaugebiet Sandberg, an der Sporthalle vorbei bis Anschluss Egon-Eiermann-Allee über Grünzug neben Brauhaus 2.0 bis Kleingartenanlage Husarenlager 11 12 13 durch Kleingartenanlage vorbei am Bolzplatz "Affenkäfig" über Lassallestraße bis Rheinbrückenstraße Überquerung Rheinbrückenstraße und Anbindung Elsässer Platz Vorschlag zum Verlauf Anbindung an wichtige öffentliche Einrichtungen und Plätze Vorschlag zum Verlauf Streckenverlauf Knielinger Rundweg Anbindung an wichtige öffentliche Einrichtungen und Plätze Legende Anbindung an öffentliche Grün- und Freiräume Spielweg Rheinbrückenstraße Auflösung des Spielwegs und Weiterentwicklung im Zuge der Umgestaltung Rheinbrückenstraße Elsässer Platz Aufwertung des Umfeldes, Anbindung an Radweg, Außenbewirtschaftung... M.i.O. 1: 5 000 050100150200250 m050100150200250 m UMWELT, KLIMASCHUTZ UND STADTGRÜN J.2 Nutzungsmöglichkeiten an der Alb J.1.1Aufwertung des Parkplatzes gegenüber Sängerheim J.1.2Aufwertung des Stegs J.1.3Aufwertung des Platzbereichs vor dem Boxerhäuschen Landschaftspark Rhein Maßnahmen JNATUR UND STADTGRÜN ALS ERHOLUNGSRAUM J.1 J.3 Besucherlenkungskonzept Knielinger See und Burgau J.4 Ausweisung einer Hundeauslauffläche im Stadtteil K.2 Erhaltung der Streuobstwiesenbestände Baumpatenschaften / Müllbeseitigung * KNACHHALTIGE SICHERUNG UND ENTWICKLUNG VON STADTGRÜN, NATUR UND LANDSCHAFT K.1 K.3 Pflegemaßnahmen an der Alb K.4 Schnakenbekämpfung * L.2 Energetisches Quartierskonzept Umsetzung der Handlungsbedarfe aus dem Klimaschutzkonzept / städtebaulichen Rahmenplan Klimaanpassung LENERGIEEFFIZIENTER UND KLIMAANGEPASSTER STADTTEIL L.1 Vernetzung und Anbindung von Freiräumen / öffentliche und private Begrünungsmaßnahmen L.3 Lärmminderung und Luftreinhaltung * K.5 E Energetisches Quartierskonzept in Alt- und Neu-Knielingen für ein definertes Quartier Konzepterstellung parallel und in Abstimmung mit VU in Alt-Knielingen Entsiegelung stark verdichteter Siedlungsbereiche Innenhofbegrünung, Dach- und Fassadenbegrünung Sicherung der Gestaltqualität und Erholungsfunktion öffentlicher Grün- und Freiräume Aufwertung der Straßenräume durch Begrünungsmaßnahmen Optimierung der Fuß- und Radwegeverbindung zum Rhein Vorschlag Verlauf Besucherlenkungskonzept Erstellung des Konzepts durch Regierungspräsidium Karlsruhe * nicht verortete Maßnahme Sicherung der Artenvielfalt durch naturbelassene Schutzgebietsflächen Wichtige Grünverbindung von der Innenstadt bis zum Rhein Durchgehender Radweg entlang des Rheins (mit Brückenkonzept) Stärkung der Grünvernetzung wohnortnaher Grün- und Freiflächen Sicherung und Aufwertung der Zugangsmöglichkeiten zur Alb und Natur Rhein Alb Knielinger See Alb Alb Friedhof Kleingärten Hofgut Maxau Alter Rheinhafen Landschaftspark Rhein Kleingärten Pferderennbahn Sportpark Bruchwegäcker B 10 B 10 B 10 Südtangente Südtangente Nordbeckenstraße Fischreiherstraße Jakob-Dörr-Straße Herweghstraße Maxauer Straße Kammerlachweg Neufeldstraße Heckerstraße Rheinbergstraße Landeckstraße Sudetenstraße Häuslesgraben An der Wässerung An der Wässerung Raffineriestraße Rheinhafen Becken 1 Frauenhäusleweg Kirchbühlstraße Esso-Straße Saarlandstraße Wikingerstraße Litzelaustraße Heckerstraße Saarlandstraße Hochwasserdamm XXV Am Kirchtal Pfalzbahnstraße Östliche Rheinbrückenstraße Albhäusleweg Frauenhäusleweg Neufeldstraße Ferdinand-Keller-Straße Winden - Karlsruhe Reinmuthstraße Carl-Schäfer-Straße Curjel-und-Moser-Straße Grünhutstraße Jakob-Dörr-Straße Wikingerstraße Untere Straße Nordbeckenstraße Saarlandstraße Saarlandstraße Rheinbrückenstraße Carl-Schurz-Straße Lassallestraße Neufeldstraße Lönsstraße Eggensteiner Straße Pionierstraße Blenkerstraße Keßlaustraße Carl-Schurz-Straße Annweilerstraße Ludwig-Dill-Straße Rheinhafen Becken 6 Nordbeckenstraße Hochwasserdamm XXVIa Hochwasserdamm XXVIa Raffineriestraße Am Ölhafen Albhäusleweg Zur Allmend Bruchweg Untere Straße Lothringer Straße Herweghstraße Östliche Rheinbrückenstraße Stiller Winkel Am Sandberg Hermann-Köhl-Straße Struvestraße Struvestraße Egon-Eiermann-Allee Bruchweg Bruchweg Ferdinand-Keller-Straße G.-Braun-Straße Otto-Bartning-Straße Östliche Rheinbrückenstraße Am Brurain Nordbeckenstraße Leinpfad Leinpfad Maxau am Rhein Hochwasserdamm XXVIa Raffineriestraße Im Schlehert An der Mole Rheinbergstraße Kurzheckweg Kurzheckweg Kurzheckweg Kurzheckweg Saarlandstraße Saarlandstraße Heckerstraße Rheinbrückenstraße Lassallestraße Wilhelm-Trübner-Weg Eggensteiner Straße Am Sandberg Rheinbrückenstraße Eichheckle Keßlaustraße Frauenhäusleweg Graben-Neudorf - Knielingen Eugen-Geiger-Straße An der Wässerung Neureuter Straße Nordbeckenstraße Nordbeckenstraße Nordbeckenstraße Nordbeckenstraße Zur Allmend Frauenhäusleweg Dreikönigstraße Im Bipples Wikingerstraße Rheinbrückenstraße Rheinbrückenstraße Kurzheckweg Sudetenstraße Siemensallee Eggensteiner Straße Schultheißenstraße Reinmuthstraße Blindstraße Mitscherlichstraße Dea-Scholven-Straße Trifelsstraße Langbühl Carl-Schurz-Straße Keßlaustraße Max-Dortu-Straße Annweilerstraße Ferdinand-Keller-Straße Hochwasserdamm XXVIa Im Schlehert Dea-Scholven-Straße Albhäusleweg Rheinbrückenstraße Goldwäschergasse Besoldgasse Dea-Scholven-Straße Esso-Straße Esso-Straße Frauenhäusleweg Wikingerstraße Kurzheckweg Neufeldstraße Rheinbrückenstraße Sudetenstraße Dreikönigstraße Östliche Rheinbrückenstraße Pionierstraße Herweghstraße Blindstraße Otto-Bartning-Straße Otto-Bartning-Straße Frauenhäusleweg Siemensallee G.-Braun-Straße Gustav-Schönleber-Straße Im Husarenlager Ludwig-Dill-Straße Leinpfad Im Schlehert Rheinbergstraße Besoldgasse Winden - Karlsruhe Elsässer Straße Lauterburger Straße Kurzheckweg Saarlandstraße Bruchweg Elsternweg Schulstraße Bernhard-Metz-Straße Hermann-Köhl-Straße Hermann-Vollmer-Straße Max-Laeuger-Straße Keßlaustraße Egon-Eiermann-Allee Itzsteinstraße Eggensteiner Straße Am Hafen Esso-Straße Graben-Neudorf - Knielingen Rheinbrückenstraße Litzelaustraße Litzelaustraße Östliche Rheinbrückenstraße Julius-Bergmann-Straße Jakob-Dörr-Straße Retzlachweg Westl.Rheinbrückenstraße Rheinbergstraße Eggensteiner Straße Struvestraße Kolbengärten Schulstraße Schulstraße Gustav-Heinkel-Straße Frauenhäusleweg Sudetenstraße Ernst-Würtenberger-Straße Neureuter Straße An der Wässerung Sudetenstraße Festplatz B 36 Rheinland-Pfalz Richtung Wörth Richtung Neureut Richtung Nordweststadt Richtung Weststadt Richtung Mühlburg Stora Enso Mineralölraffinerie Oberrhein Mineralölraffinerie Oberrhein J.2 J.1 J.3 J.4 K.2 K.4 L.2 L.1 L.3 J.1 J.4 L.1 L.1 L.2 L.2 K.2 K.2 K.2 J.3 J.4 K.1 K.1 K.1 E E E J.2 INTEGRIERTES STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN 2030 UMWELT, KLIMASCHUTZ UND STADTGRÜN Stadtteilentwicklungskonzept Knielingen 2030 Plan 04 I Umwelt, Klimaschutz und Stadtgrün Stand Juni 2016 N Quelle Plangrundlage: Liegenschaftsamt der Stadt Karlsruhe; Piktogramme: de.freepik.com im Auftrag der Stadt Karlsruhe Bearbeitung: werk-plan Kaiserslautern Architekten Stadtplaner Ingenieure KOBRA-Beratungszentrum Beratungszentrum Landau Maßnahmen Erhaltung der Streuobstwiesen Sicherung und Weiterentwicklung der Grünverbindung Optimierung des Radwegenetzes zum Rhein Maßnahmen zur Klimaanpassung / Umsetzung Klimaschutzziele auf Stadtteilebene Begrünungsmaßnahmen im Straßenraum Ausweisung einer Hundeauslauffläche Sicherung öffentlicher Erholungs- und Freizeitbereiche Vernetzung und Anbindung von Freiräumen Klimaanpassung / Energetische Gebäudesanierung Ensiegelung stark verdichteter Bereiche / Innenhofbegrünung / Dach- und Fassadenbegrünung Schaffung von Naturerlebnisbereichen an der Alb Nachhaltige Sicherung von Natur und Landschaft / Natur- und Artenschutz Besucherlenkungskonzept Knielinger See und Burgau Landschaftspark Rhein Durchgängiger Radweg entlang des Rheins M.i.O. 1:5.000 050100150200250 m050100150200250 m STÄDTEBAU UND STADTTEILENTWICKLUNG M.1 M.1 M.3 N.2 N.1 O.2 O.3 M.1 M.1 M.1 O.1 O.1 N.3 N.3 N.3 N.3 N.4 M.1 M.2 N.2 N.2 N.2 SE E E M.1 O.1 M.2 E N.4 N.4 N.4 N.4 N.4 Maßnahmen INTEGRIERTES STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT M.1 Umsetzung von Aufwertungsmaßnahmen im öffentlichen Raum M.1.1Funktionale und gestalterische Aufwertung des Umfelds Elsässer Platz M.1.2Umgestaltung der Rheinbrückenstraße M.1.3Aufwertung des Platzbereichs vor der Knielinger Kirche M.1.4Aufwertung und Gestaltung der Stadtteileingänge und des westlichen Stadteingangs Maßnahmen MATTRAKTIVE ÖFFENTLICHE RÄUME UND BEGEGNUNGSPUNKTE M.2 Fußgänger- und fahrradfreundlich gestaltete Straßenräume in Alt-Knielingen M.3 Aufwertung des Gassensystems in Alt-Knielingen N.2 Modernisierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen Energetische Gebäudesanierung NSICHERUNG UND WEITERENTWICKLUNG DES WOHNSTANDORTS N.1 O.2 Sicherung der Nahversorgung Bringservice / Einrichtung eines Lieferdienstes ONAHVERSORGUNG O.1 O.3 Anlieferung und Kundenparkplätze N.4 Flächenpotenziale zur Nachverdichtung (Neubauflächen) Flächenpotenziale für Bereiche im Umbruch N.3 S E Private Modernisierung im geplanten Sanierungsgebiet in Alt-Knielingen Gestaltung Eingangssituation / Aufwertungsmaßnahmen im öffentlichen Raum Niveaugleicher Ausbau in Verbindung mit einer Temporeduzierung Auswahl der Straßen mit Handlungsbedarf im Rahmen der Sanierung in Alt-Knielingen Gasse mit Handlungsbedarf Aufwertung des historischen Ortskern von Alt-Knielingen Bereich mit Potenzial für Modernisierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen (Größe des Sanierungsgebiets muss noch festgelegt werden) Energetisches Quartierskonzept in Alt- und Neu-Knielingen für ein definertes Quartier Konzepterstellung parallel und in Abstimmung mit VU in Alt-Knielingen Kulturdenkmal / Sicherung des kulturellen Erbes Bereich mit Potenzial für Energetische Gebäudesanierung Potenzialfläche zur Nachverdichtung Flächen im Umbruch STÄDTEBAU UND STADTTEILENTWICKLUNG Maßnahmen Stadtteilentwicklungskonzept Knielingen 2030 Plan 05 I Städtebau und Stadtteilentwicklung Stand Juni 2016 N Quelle Plangrundlage: Liegenschaftsamt der Stadt Karlsruhe im Auftrag der Stadt Karlsruhe Bearbeitung: werk-plan Kaiserslautern Architekten Stadtplaner Ingenieure KOBRA-Beratungszentrum Beratungszentrum Landau KNIELINGEN 2030 Aufwertung Umfeld Elsässer Platz Einrichtung eines Lieferdienstes Aufwertung und Gestaltung der Stadtteileingänge Flächen zur Nachverdichtung Bereiche im Umbruch Aufwertung Ortskern Alt-Knielingen Private Modernisierung und Instandsetzung Sicherung der Nahversorgung in Alt-Knielingen Fußgänger- und fahrradfreundlich gestaltete Straßenräume Energetische Gebäudesanierung M.i.O. 1:5.000 050100150200250 m050100150200250 m Stadtverträgliche Umgestaltung der Rheinbrückenstraße MOBILITÄT INTEGRIERTES STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT P.2 Schaffung geeigneter Querungsmöglichkeiten Konzept zum Gehwegparken Maßnahmen PFUSSVERKEHR UND PARKEN P.1 P.3 Reduzierung des durch Pendlerverkehr verursachten Parkdrucks Q.2 Optimierung und Aufwertung des Radverkehrsnetzes Fertigstellung des Radverkehrsnetzes gemäß 20-Punkte-Plan * QRADVERKEHR Q.1 Q.4 Verbesserung der Anbindung an die Innenstadt Weiterentwicklung Fahrradverleihsystem * Q.3 Q.5 Ausbau von Bike+Ride-Anlagen Q.6 Marketing und Öffentlichkeitsarbeit * R.2 Verlängerung der Tramstrecke Linie 2 Verlängerung der Buslinie 75 RÖFFENTLICHER VERKEHR R.1 R.4 Barrierefreier Ausbau der Haltestellen 1-Zonen-Tarif für Berufspendler - Anschlussstelle Wörth * R.3 S.2 Weiterentwicklung Carsharing * SMOTORISIERTER INDIVIDUALVERKEHR S.1 S.4 Bundesmaßnahme Zweite Rheinbrücke mit Anschluss an die B 36 Prüfung altenativer Verkehrsführungen S.4.1Variante Nordumfahrung (ohne zusätzliche Rheinbrücke) S.4.2Variante Südumgehung Knielingen S.3 T.2 Umsetzung der Maßnahmen aus dem Lärmaktionsplan Bereits umgesetzte Lärmschutzmaßnahmen * TLÄRMMINDERUNG T.1 Querungsstelle mit Handlungsbedarf Straßenzug mit Umsetzungspotenzial Straße mit hohem Parkdruck bzw. Parksuchverkehr durch Siemens-Beschäftigte Streckenabschnitt mit Handlungsbedarf Sicherstellung einer schnellen Verbindung in die Innenstadt Geplanter Streckenverlauf der Tram Linie 2 Vorschlag zum Verlauf der alternativen Umfahrung Geplanter Standort der Bundesmaßnahme Zweite Rheinbrücke Geplanter Verlauf der Bundesmaßnahme Nordumfahrung * nicht verortete Maßnahme Vorschlag Kappung nördliche Sudetenstraße bei Modell Südumgehung Rhein Alb Knielinger See Alb Alb Friedhof Kleingärten Hofgut Maxau Alter Rheinhafen Landschaftspark Rhein Kleingärten Pferderennbahn Sportpark Bruchwegäcker B 10 B 10 B 10 Südtangente Südtangente Nordbeckenstraße Fischreiherstraße Jakob-Dörr-Straße Herweghstraße Maxauer Straße Kammerlachweg Neufeldstraße Heckerstraße Rheinbergstraße Landeckstraße Sudetenstraße Häuslesgraben An der Wässerung An der Wässerung Raffineriestraße Am Ölhafen Frauenhäusleweg Kirchbühlstraße Esso-Straße Saarlandstraße Litzelaustraße Heckerstraße Saarlandstraße Am Kirchtal Pfalzbahnstraße Östliche Rheinbrückenstraße Albhäusleweg Frauenhäusleweg Neufeldstraße Ferdinand-Keller-Straße Winden - Karlsruhe Reinmuthstraße Carl-Schäfer-Straße Curjel-und-Moser-Straße Grünhutstraße Jakob-Dörr-Straße Wikingerstraße Untere Straße Saarlandstraße Saarlandstraße Rheinbrückenstraße Carl-Schurz-Straße Lassallestraße Neufeldstraße Lönsstraße Eggensteiner Straße Pionierstraße Blenkerstraße Keßlaustraße Carl-Schurz-Straße Annweilerstraße Ludwig-Dill-Straße Neureuter Straße Hochwasserdamm XXVIa Hochwasserdamm XXVIa Raffineriestraße Am Ölhafen Albhäusleweg Zur Allmend Bruchweg Untere Straße Lothringer Straße Herweghstraße Östliche Rheinbrückenstraße Stiller Winkel Am Sandberg Hermann-Köhl-Straße Struvestraße Struvestraße Egon-Eiermann-Allee Bruchweg Bruchweg Ferdinand-Keller-Straße G.-Braun-Straße Otto-Bartning-Straße Östliche Rheinbrückenstraße Am Brurain Leinpfad Leinpfad Maxau am Rhein Raffineriestraße An der Mole Rheinbergstraße Kurzheckweg Kurzheckweg Kurzheckweg Saarlandstraße Saarlandstraße Heckerstraße Rheinbrückenstraße Lassallestraße Wilhelm-Trübner-Weg Eggensteiner Straße Am Sandberg Rheinbrückenstraße Eichheckle Keßlaustraße Frauenhäusleweg Graben-Neudorf - Knielingen Eugen-Geiger-Straße An der Wässerung Neureuter Straße Nordbeckenstraße Zur Allmend Frauenhäusleweg Dreikönigstraße Im Bipples Wikingerstraße Rheinbrückenstraße Rheinbrückenstraße Kurzheckweg Sudetenstraße Siemensallee Eggensteiner Straße Schultheißenstraße Reinmuthstraße Blindstraße Mitscherlichstraße Dea-Scholven-Straße Trifelsstraße Langbühl Carl-Schurz-Straße Keßlaustraße Max-Dortu-Straße Annweilerstraße Ferdinand-Keller-Straße Hochwasserdamm XXVIa Dea-Scholven-Straße Albhäusleweg Rheinbrückenstraße Goldwäschergasse Besoldgasse Dea-Scholven-Straße Esso-Straße Esso-Straße Frauenhäusleweg Wikingerstraße Neufeldstraße Rheinbrückenstraße Sudetenstraße Dreikönigstraße Östliche Rheinbrückenstraße Pionierstraße Herweghstraße Blindstraße Otto-Bartning-Straße Otto-Bartning-Straße Frauenhäusleweg Siemensallee G.-Braun-Straße Gustav-Schönleber-Straße Im Husarenlager Ludwig-Dill-Straße Leinpfad Rheinbergstraße Besoldgasse Winden - Karlsruhe Elsässer Straße Lauterburger Straße Kurzheckweg Saarlandstraße Bruchweg Elsternweg Schulstraße Bernhard-Metz-Straße Hermann-Köhl-Straße Hermann-Vollmer-Straße Max-Laeuger-Straße Keßlaustraße Egon-Eiermann-Allee Itzsteinstraße Eggensteiner Straße Am Hafen Esso-Straße Graben-Neudorf - Knielingen Rheinbrückenstraße Litzelaustraße Litzelaustraße Östliche Rheinbrückenstraße Julius-Bergmann-Straße Jakob-Dörr-Straße Retzlachweg Westl.Rheinbrückenstraße Rheinbergstraße Eggensteiner Straße Struvestraße Kolbengärten Schulstraße Schulstraße Gustav-Heinkel-Straße Frauenhäusleweg Sudetenstraße Ernst-Würtenberger-Straße Neureuter Straße An der Wässerung Sudetenstraße Festplatz B 36 B 36 Rheinland-Pfalz Richtung Wörth Richtung Neureut Richtung Nordweststadt Richtung Weststadt Richtung Mühlburg Stora Enso Mineralölraffinerie Oberrhein Mineralölraffinerie Oberrhein P.1 P.3 Q.1 Q.5 R.2 R.1 R.3 S.1 S.3 P.1 P.1 P.1 P.1 P.3 S.4 S.4 S.4 S.4 S.4 S.3 R.1 H H H S.3 T.1 T.1 T.1 T.1 Q.3 Q.3 Q.1 Q.1 Q.1 Q.1 Q.1 Q.1 P.2 P.2 H H H S.1 Q.3 Q.1 R.3 Verbesserung Anbindung Innenstadt Verlängerung der Tramstrecke Linie 2 Alternative Verkehrsführung - Nordumfahrung Anbindung Knielingen West bis zur Raffinerie (Buslinie 75) Reduzierung des durch Pendler verursachten Parkdrucks Bundesmaßnahme Zweite Rheinbrücke mit Anschluss an die B 36 Alternative Verkehrsführung - Südumgehung Knielingen Lärmarmer Fahrbahnbelag in beide Richtungen KNIELINGEN 2030 MOBILITÄT Stadtteilentwicklungskonzept Knielingen 2030 Plan 06 I Mobilität Stand Juni 2016 N Quelle Plangrundlage: Liegenschaftsamt der Stadt Karlsruhe im Auftrag der Stadt Karlsruhe Bearbeitung: werk-plan Kaiserslautern Architekten Stadtplaner Ingenieure KOBRA-Beratungszentrum Beratungszentrum Landau Maßnahmen Schließung der Schalllücke zwischen Kleingartenanlage und Bahndamm Optimierung und Aufwertung des Radverkehrsnetzes Optimierung und Aufwertung des Radverkehrsnetzes Lärmminderung Sudetenstraße Ausbau Bike+Ride-Anlagen Schaffung geeigneter Querungsmöglichkeiten Barrierefreier Haltestellenausbau Konzept zum Gehwegparken - Straßenzüge mit Umsetzungspotenzial M.i.O. 1:5.000 050100150200250 m050100150200250 m Stadtverträgliche Umgestaltung der Rheinbrückenstraße Stadtverträgliche Umgestaltung der Rheinbrückenstraße 1 HANDLUNGSFELD I SOZIALER ZUSAMMENHALT UND BILDUNG NR KONZEPTBAUSTEIN ENTWICKLUNGSZIELE MASSNAHMEN / PROJEKTE ERLÄUTERUNG / WEITERES VORGEHEN A GENERATIONSÜBERGREIFENDE UNTERSTÜTZUNGSANGEBOTE Förderung und Ausweitung der Unterstützungsangebote Förderung von Mehrgenerationenaktivitäten Vernetzung / Bündelung bestehender und geplanter Angebote Unterstützung hilfsbedürftiger Menschen Stärkung des Zusammenhalts der Stadtgesellschaft Bessere Bekanntmachung der Angebote im Stadtteil, offensive Werbung Entwicklung einer Dachmarke für stadtteilbezogene Angebote A.1 AUFBAU EINER HELFERBÖRSE / TAUSCHBÖRSE Vernetzung mit bzw. Ergänzung zu anderen Unterstützungsangeboten (Nachbarschaftshilfe, Kinderbetreuungsprojekt Alt & Jung Hand in Hand), soll als Schnittstelle zwischen neuen und bestehenden Angeboten fungieren, Organisation muss geklärt und der Bedarf ermittelt werden (dazu Fragebogen), Unterstützung der Stadt bei Öffentlichkeitsarbeit und Vermittlung von Ehrenamtlichen usw. Zwei Personen aus dem Stadtteil haben sich bereit erklärt den Aufbau einer Helferbörse anzugehen. A.2 KOORDINATION UND BEKANNTMACHUNG DER ANGEBOTE UNTER EINER „DACHMARKE“ Zentrale Anlaufstelle im Stadtteil, Bündelung der Informationen, Koordination und Vermarktung von einer Stelle aus (im Idealfall angedockt am Bürgerzentrum), Nutzung des Internets. B BÜRGERZENTRUM – EIN ORT DER BEGEGNUNG UND DES MITEINANDERS Schaffung eines stadtteilbezogenen Treffpunkts für alle Generationen Förderung der Kommunikation und Begegnung aller Generationen im Stadtteil Initiierung neuer Angebote und Aktivitäten Integration von Kindern, Jugendlichen, Seniorinnen und Senioren, Kulturschaffende usw. in einem Haus Förderung der Identität und des sozialen Zusammenhalts im Stadtteil B.1 BÜRGERZENTRUM IM ZUSAMMENSCHLUSS MIT DEM EVANGELISCHEN GEMEINDEZENTRUM Bürgerverein führt zurzeit Gespräche mit der ev. Pfarrgemeinde und der Leitung der ev. Kirche in Karlsruhe, sobald Rahmenbedingungen von ev. Kirche feststehen, wird der Prozess zur Beantragung eines Bürgerzentrums vom Bürgerverein eingeleitet (Ziel Beginn Schuljahr 2016/2017). B.2 AUFBAU UND ORGANISATION Nach den Umstrukturierungsmaßnahmen der ev. Kirche, Klärung der Frage des Aufbaus, Konzeption, Öffnung in den Stadtteil, Schaffung von Angeboten, Betreibung. 2 C KINDER ‐ UND JUGENDFREUNDLICHER STADTTEIL Schaffung von Nutzungsmöglichkeiten offener Freiräume für Kinder und Jugendliche Berücksichtigung von Aspekten der Mobilität / Barrierefreiheit sowie Sicherheit für Kinder und Jugendliche im öffentlichen Raum Stärkung, Vernetzung und Professionalisierung bestehender Angebote Bedarfsorientierte Spielflächenversorgung Intensive Beteiligung von Kindern und Jugendlichen sowie Familien an Planungsprozessen Kinder und Jugendliche sollen sich mit ihrem Stadtteil identifizieren können C.1 SCHAFFUNG VON FREITREFFPUNKTEN FÜR JUGENDLICHE Siehe auch Handlungsfeld Sport, Freizeit und Gesundheit (Maßnahme I.2 „Suche nach geeigneten Standorten für Kinder und Jugendliche für sportliche Aktivitäten“ und C.3.8 „Nutzung der Schulhöfe als Spiel ‐ und Bewegungsräume“) C.1.1Freitreffpunkt auf dem Spielplatz Eggensteiner Straße Sanierung des Unterstands, Aufwertung des Bolzplatzes (Bauantrag erforderlich) durch Einzäunung (Rodelstrecke für Kinder berücksichtigen), bessere Einsehbarkeit durch Grünrückschnitt. C.1.2Freitreffpunkt Versickerungsmulde beim Spielplatz Knielingen 2.0 Die Versickerungsmulde kann nicht im Sinne eines Bolzplatzes aufgewertet werden. In direkter Nachbarschaft (nordwestlich des Brauhaus 2.0 im Grünzug) ist im B ‐ Plan ein Bolzplatz ausgewiesen. Das Aufstellen mobiler Fußballtore ist in diesem Bereich jedoch möglich, Nutzung als Chillplatz. C.1.3Aufwertung des Bolzplatzes „Affenkäfig“ Verwendung robusterer Tornetze (Tore werden einmal jährlich ausgetauscht), evtl. Sanierung des Belags. C.1.4Standortsuche für Graffiti ‐ Freewall Suche nach einem geeigneten Ort einer Wand zum legalen Besprühen (Vorschlag Östliche Rheinbrückenstraße bei den Glascontainern in direkter Nähe zum Friedhof aus Pietätsgründen nicht möglich, im Bereich der bestehenden Wände nahe der Alb Zunahme des „Wilden Sprühens“), Vorschlag: Bereich Freifläche 2.0, im Grünzug nordwestlich des Brauhaus 2.0 neben geplantem Bolzplatz oder evtl. andere noch nicht genannte Standorte möglich? Stadt beabsichtigt, ein Konzept für Urban Art unter Einbeziehung aller Stadtteile zu erstellen. In diesem Kontext sollen auch Flächen für Graffiti ausgewiesen werden. C.2 KINDER ‐ UND JUGENDTREFF StJA will Jugendangebot im Stadtteil etablieren bzw. vorhandene Angebote stärken und professionalisieren. Im Zuge der Umstrukturierung der ev. Kirche steht zunächst das Café Zartbitter im Fokus (evtl. als Variante im Zusammenschluss mit 3 Bürgerzentrum vorstellbar). Gespräche mit JUKUZ aufnehmen, inwieweit auch dieses Angebot weiter gestärkt und professionalisiert werden kann. C.3 AUSBAU UND QUALITATIVE VERBESSERUNG VON KINDERSPIELPLÄTZEN C.3.1Spielplatz Eggensteiner Straße Aufstellen einer Rutsche (bereits erfolgt), eine zweite Seilbahn (Prüfung GBA), Sanierung des Kleinkinderspielbereichs, Aufstellung von Bänken wegbegleitend über den Spielplatzbereich. C.3.2Spielplatz Carl ‐ Schäfer ‐ Straße Knielingen 2.0 Schaffung kommunikativer Sitzmöglichkeiten, Sonnenschutz, Aufstellung mobiler Fußballtore in der Versickerungsmulde, Seilbahn (wird von Gartenbauamt geprüft) Verweis auf Ideen zum Rundweg (s. Punkt I.5 ) C.3.3Spielplatz Litzelau Volkswohnung plant die Entwicklung eines Wohngebiets auf der Grünfläche südöstlich des Spielplatzes. Mit der Aufwertung des Spielplatzes oder Ergänzung im Spielangebot soll das B ‐ Planverfahren abgewartet werden. Kleinkinderbereich wurde 2013 saniert. C.3.4Spielplatz Ferdinand ‐ Keller ‐ Straße beim „Affenkäfig“ Angebot weiterer Klettermöglichkeiten für größere Kinder anbieten. C.3.5Spielplatz Kolbengärten („Rote Erde“) Geplante Neugestaltung 2016, Anregungen aus der AG werden in das Gestaltungskonzept aufgenommen und vor Realisierung vorgestellt. C.3.6Holzbierebuckel Ausweisung als grünes Klassenzimmer, nicht als Spielplatz dennoch Prüfung weiterer Kletterangebote, Aufstellung einer Bank möglich. Frühzeitige Abstimmung mit Höheren Naturschutzbehörde, da Holzbierebuckel Bestandteil des Natur ‐ und Landschaftsschutzgebiets „Burgau“. 4 C.3.7Spielweg Saarlandstraße im Grünzug Rheinbrückenstraße Auflösung des Spielplatzes und Weiterentwicklung als Grünfläche im Zuge der Umgestaltung Rheinbrückenstraße, da die Fläche voraussichtlich im geplanten Sanierungsgebiet liegt. C.3.8Nutzung der Schulhöfe als Spiel ‐ und Bewegungsräume Schulhöfe stehen in der unterrichtsfreien Zeit von Montag bis Freitag bis circa 17 Uhr zum Spielen zur Verfügung. In den Sommerferien können viele Schulhöfe genutzt werden, je nach anstehenden Bau ‐ , Sanierungs ‐ oder sonstigen notwendigen Vorhaben. Mehr Fahrradständern gewünscht. Schulhofumgestaltung (im Rahmen der Errichtung der Viktor ‐ von ‐ Scheffel ‐ Ganztagsgrundschule vorgesehen) (siehe auch Punkt D.2 ). D BILDUNGSPLANUNG UND BETREUUNG Kompensierung des starken Fehlbedarfs an Kita ‐ und Hortplätzen, bedarfsgerechter Ausbau, Ganztagesangebote Förderung und Unterstützung der Familie Schulen an veränderte Bedarfe durch Umbaumaßnahmen anpassen Inklusion in Bildung und Betreuung ausbauen D.1 AUSBAU, VERNETZUNG UND QUALIFIZIERUNG VON GANZTAGS ‐ UND BETREUUNGSANGEBOTEN D.1.1Kindertageseinrichtung Heilig Kreuz Einrichtung drei zusätzlicher Krippengruppen in geplantem Neubau. D.1.2Gemeinbedarfsflächen „Egon ‐ Eiermann ‐ Allee“ Knielingen 2.0 und „Am Brurain“ Flächen für Kita werden dringend gesucht, im B ‐ Plan sind beide Flächen als Gemeinbedarfsfläche „Schule“ festgesetzt. Eine Umwidmung der Fläche „Egon ‐ Eiermann ‐ Allee“ für Schule und Kita ist geplant. Bezüglich Fläche „Am Brurain“ will SuS die Bevölkerungsprognose für die Gesamtstadt abwarten (Sommer 2016), um zu klären, ob Bedarf für eine weiterführende Schule besteht (siehe auch Punkt I.4). D.1.3Provisorium für Kindertagesstätte und Schülerhort Der Bedarf an Kindergarten ‐ und Hortplätzen ist sehr hoch und steigt auch weiter an. Solange rechtliche Fragen bezüglich der Gemeinbedarfsflächen nicht geklärt sind, muss Option einer provisorischen Kita für Dauer von 10 ‐ 20 Jahren bestehen Beauftragung HGW für ein Provisorium für Kita und Schülerhort ist erfolgt. 5 D.1.4Grundschule Knielingen Aufgrund des hohen Bedarfs an Betreuung im Grundschulalter ist es geplant, ein Schülerhort in der Grundschule Knielingen einzurichten. Falls der Bürgerverein in das ev. Gemeindezentrum zieht, können die Räumlichkeiten der Begegnungsstätte für den Hort genutzt werden. D.1.5Waldkindergarten beim Hofgut Maxau Im Rahmen der Bedarfsplanung als Natur ‐ und Wiesenkindergarten durch GR genehmigt (Platz für 20 Kinder ab drei Jahren bis zur Einschulung), Klärung der Realisierbarkeit aufgrund genehmigungsrechtlicher Fragen. Situation noch unklar. Das Hofgut Maxau ist Bestandteil des Natur ‐ und Landschaftsschutzgebietes „Burgau“. Nutzungsänderungen und bauliche Maßnahmen bedürfen des Einverständnisses oder ggf. der Genehmigung der Höheren Naturschutzbehörde im Regierungspräsidium Karlsruhe. Die umliegenden Wälder sind Bestandteil des Naturschutzgebietes und unterliegen dem Betretungsverbot. Das Hofgut Maxau liegt deutlich außerhalb von Knielingen, d.h. der Kindergarten würde außerhalb der Ortschaft und schlecht erreichbar liegen. Nach derzeitiger Einschätzung ist der Waldkindergarten am Hofgut nicht realisierbar. D.2 EINRICHTUNG EINER GANZTAGSGRUNDSCHULE Neue Schulleitung zum Schuljahr 2016/2017 ausgeschrieben mit dem Hinweis Entwicklung der Viktor ‐ von ‐ Scheffel ‐ Schule zur Ganztagsgrundschule. Baumaßnahmen notwendig (siehe auch Punkt C.3.8 ), Prüfung, ob Erweiterung inkl. Ganztagsschulangebot möglich ist (vorhandene Pavillons werden dann nicht mehr benötigt). D.3 AUSBAU UND VERNETZUNG WEITERER UNTERSTÜTZUNGSANGEBOTE Tagesmütter: Angebot über die durch den Kindergarten abgedeckte Betreuungszeit hinaus, Bezuschussung durch Stadt, regelmäßiges Angebot, bei unregelmäßigem Bedarf Verweis auf Babysitter ‐ Seite der Stadt. Die Angebote sollten im Stadtteil besser bekannt gemacht werden. Bekanntmachung der Angebote unter „Dachmarke“ (siehe Punkt A.2 ) 6 E SENIORENGERECHTE ANGEBOTE Schaffung und Ausweitung von Unterstützungsangeboten für Seniorinnen und Senioren Schaffung altersgerechter Wohnformen mit Gewährleistung der Barrierefreiheit Ansprechpartner vor Ort E.1 AUSBAU DES ANGEBOTS AN PLEGEHEIMPLÄTZEN Bedarf einer Einrichtung mit rund 70 Plätzen auf einer Grundfläche von 2.500 m². E.2 BARRIEREFREIE WOHNFORMEN Flächen für barrierefreie Wohnungen anbieten. E.3 AUSSENSPRECHSTUNDE DES PFLEGESTÜTZPUNKTS IM STADTTEIL Das Seniorenbüro / Pflegestützpunkt plant zukünftig Außensprechstunden in den Stadtteilen, Suche nach Räumlichkeiten (Möglichkeit im geplanten Bürgerzentrum oder im AWO Seniorenzentrum). F INTEGRATION Umsetzung der integrationspolitischen Ziele auf Stadtteilebene Interkulturelle Öffnung und Vernetzung der vorhandenen öffentlichen und privaten Einrichtungen Unterstützung von Netzwerken in der Nachbarschaft und mit anderen Stadtteilen Stärkung der Identifikation der Anwohnerinnen und Anwohner mit ihrem Stadtteil F.1 WILLKOMMEN IM STADTTEIL Stichwort Willkommenskultur, mögliche Angebote: Feste (Nachbarschaftsfeste usw.) und Veranstaltungen zur Integration von Neubürgern und Migranten und zur Stärkung der Identifikation der Einheimischen mit ihrem Stadtteil, Stadtteilführungen zum Kennenlernen, Verteilung einer Broschüre mit Angeboten und Gutscheinen aus dem Stadtteil. Schnupperangebote für Carsharing, Fahrradverleih, ÖPNV ‐ Ticket. G BÜRGERGESELLSCHAFT Mitwirkung bei Entscheidungsprozessen Schaffung von mehr Transparenz bei wichtigen Vorhaben und Projekten Bürgernähe und Akzeptanz Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements und Motivation zum Mitmachen Stärkung des Zusammenhalts der Stadtteilgesellschaft Abbau bürokratischer Hemmnisse G.1 FORTFÜHRUNG DER BÜRGERBETEILIGUNG Fortführung der Bürgerbeteiligung über das STEK hinaus im Rahmen der angestrebten Sanierung in Alt ‐ Knielingen. Außerdem weitere Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern bei Umsetzung einzelner Vorhaben und Projekten aus dem STEK (z.B. Spielplätze, Rundweg). G.2 BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT Aufbau eines Bürgerzentrums als Kristallisationspunkt bürgerschaftlichen Engagements, Aufbau einer Helferbörse, Unterstützung bürgerschaftlichen Engagements durch das Büro für Mitwirkung und Engagement (z.B. Fortbildungsprogramm für Ehrenamtliche, Lesepaten, Anerkennung und Würdigung...) 7 HANDLUNGSFELD I KULTUR NR KONZEPTBAUSTEIN ENTWICKLUNGSZIELE MASSNAHMEN / PROJEKTE ERLÄUTERUNG / WEITERES VORGEHEN H VERNETZTE STADTTEILKULTUR Ausbau / Weiterentwicklung der Kulturangebote im Stadtteil Vernetzung aller Kulturakteure und Kulturschaffenden Schaffung neuer Kooperationen Schaffung neuer Räumlichkeiten für kulturelle Veranstaltungen, beispielsweise im zukünftigen Bürgerzentrum Verstärkte Nutzung vorhandener Räumlichkeiten Zukunftssicherung des Knielinger Museums Sicherung des kulturellen Erbes (Hofgut Maxau, historische Gassen und Kulturdenkmäler in Alt ‐ Knielingen) H.1 KULTURNETZWERK KNIELINGEN Entwicklung einer Netzwerkplattform für kulturelle Angebote, Suche nach attraktiven Räumlichkeiten zur Einrichtung einer Koordinierungsstelle und für Veranstaltungen (Ausgangsbasis wirkStadt), Kooperation mit Gemeindehäusern oder Seniorenzentrum (Wunsch nach weiteren kulturellen Angeboten und Veranstaltungen im Haus, Räumlichkeiten stehen zur Verfügung). H.2 KUNST ‐ UND KULTURPROFIL Entwicklung eines eigenen Profils für Knielingen mit einem eigenständigen künstlerischen und kulturellen Programm. Konkretisierung der Konzeption durch Privatpersonen und Kulturschaffenden aus dem Stadtteil. H.3 STADTGEIST ‐ APP Die Stadtgeist ‐ App soll auf Stadtteile ausgeweitet werden. Als Pilotprojekt fiel die Wahl auf Knielingen als ältesten urkundlich nachgewiesenen Stadtteil Karlsruhes. 7 ‐ 10 Stadtmarken sollen in diesem Zusammenhang herausgestellt und erlebbar gemacht werden (z.B. mit Geschichten zu historischen, künstlerischen, sehenswerten, wissenswerten örtlichen Besonderheiten). Federführung Stadtmarketing in Kooperation mit Kulturamt und Wirtschaftsförderung. Entwicklung des Knielinger Rundwegs / Themenwege im Zuge der Stadtgeist ‐ App möglich. 8 HANDLUNGSFELD I SPORT, FREIZEIT UND GESUNDHEIT NR KONZEPTBAUSTEIN ENTWICKLUNGSZIELE MASSNAHMEN / PROJEKTE ERLÄUTERUNG / WEITERES VORGEHEN I GESUNDHEIT UND BEWEGUNG IM STADTTEIL Bedarfsgerechte Ausstattung von Sport ‐ und Freizeitangeboten Stärkung der Vereinsstrukturen und Ausbau der Kooperationen mit und zwischen den Vereinen Anreize schaffen für eine nachhaltige und generationsübergreifende Bewegungsförderung Berücksichtigung von Aspekten der Mobilität / Barrierefreiheit und Sicherheit für Kinder sowie Sicherheit für Jugendliche im öffentlichen Raum Vernetzung und Anbindung der wohnortnahen Frei ‐ und Erholungsflächen Verbesserung der Anbindung an öffentliche und sonstige wichtige Einrichtungen im Verlauf des Rundwegs I.1 ANGEBOTE AN SPEZIAL ‐ UND TRENDSPORTARTEN IM STADTTEIL Schaffung von Angeboten in Knielingen, damit z.B. Jugendliche im Stadtteil bleiben und sich mit diesem identifizieren. Schaffung von Treffpunkten im Freien für Trendsportarten wie Slacklinen oder Skaten. Standortsuche siehe Punkt I.2 I.2 SUCHE NACH GEEIGNETEN STANDORTEN FÜR KINDER UND JUGENDLICHE FÜR SPORTLICHE AKTIVITÄTEN Siehe auch Handlungsfeld Sozialer Zusammenhalt und Bildung Maßnahme C.1 „Schaffung von Freitreffpunkten für Jugendliche“ Möglichkeiten zum Skaten, Radfahren und Rollerfahren anbieten evtl. beim Sportpark Bruchwegäcker (wegen problematischer Wegeverbindung und dezentraler Lage eher für ältere Jugendliche geeignet) oder auf der Grünfläche Am Sandberg nordwestlich Bolzplatz Eggensteiner Straße. Vergrößerung der Skaterbahn / Dirt ‐ Bike ‐ Bahn am Festplatz Nutzung der Flächen im Umfeld des Festplatzes, auch in Verlängerung zur Rennbahn Schutzgebiet, nur mit Genehmigung der Höheren Naturschutzbehörde (wird jedoch sehr kritisch gesehen). I.3 BEWEGUNGS ‐ UND GESUNDHEITSFÖRDERNDE ANGEBOTE Aufstellung von Outdoor ‐ Fitnessgeräten (siehe Entwicklung Rundweg Punkt I.5 ), Einrichtung einer Jogging ‐ Strecke entlang der Alb / auf der Grünfläche 2.0 oder in Verbindung Rundweg mit Kilometrierung. Das Ausweisen einer Joggingstrecke an der Alb mit Kilometrierung und Beleuchtung wir aufgrund des dortigen Schutzgebietsstatus kritisch gesehen. Die Zustimmung des LA als Eigentümer der Flächen wird ebenfalls benötigt. I.4 SCHAFFUNG EINER SCHULSPORTANLAGE (LEICHTATHLETIK) Die Gemeinbedarfsfläche an der Reinhold ‐ Crocoll ‐ Halle ist eine der wenigen Möglichkeiten, eine weiterführende Schule zu errichten. Eine Detailplanung kann nur auf Grundlage eines Gesamtkonzepts erfolgen. Zu prüfen wäre grundsätzlich, ob die Nutzungshäufigkeit der Anlage durch die Grundschulen in einem vertretbaren Verhältnis zu den Bau ‐ und Unterhaltungskosten liegen würde. 9 I.5 ENTWICKLUNG EINES RUNDWEGS IN KNIELINGEN Ausweisung des Streckenverlaufs und Nutzung / Ausgestaltung des Rundwegs sowie der öffentlichen Freiräume und Plätze im Rundweg. Nutzungs ‐ und Gestaltungsvorschläge aus der AG für Plätze und Freiflächen: Elsässer Platz (Aufwertung des Umfelds, klare Anbindung an vorhandenen Radweg, gestalterische und funktionale Aufwertung (Verweis Punkt M.1.1 und S.1 ) Grünzug Knielingen 2.0 (Joggingstrecke mit zusätzlichen Bewegungsgeräten (Fitnessgeräte gibt es bereits beim Spielplatz), Anschaffung kommunikativer Sitzmöglichkeiten im Bereich Spielplatz, Pflanzung weiterer Bäume, Hecken, Sträucher zur Einfassung, Eingrünung und Einbeziehung des Krasnodarplatzes, Picknickecke im Bereich der alten Mauer) Grünzug nordwestlich (barrierefreier Übergang im Zuge der Tramerweiterung, stärkere Eingrünung als optische Begrenzung zum Bundeswehrgelände hin im Bereich des geplanten Bolzplatzes) Kleingartenanlage Husarenlager (Kontaktaufnahme mit den Kleingartenbesitzern notwendig, um Vorschläge zu diskutieren, zum Beispiel: Joggingstrecke als Fortführung des Grünbereichs 2.0, Aufstellen weiterer Bewegungsgeräte, Wegfall der Spielplätze Aufenthaltsbereiche mit Sitzmöglichkeiten, Wunsch nach einem Brunnen ist aufgrund der hohen Anschaffungs ‐ und Unterhaltungskosten nicht realisierbar, Gestaltung der Eingangssituation in der Ferdinand ‐ Keller ‐ Straße) Kleingartenanlagen sind als öffentliches Grün auch Erholungsflächen für die 10 Allgemeinheit; ihre Wege sollen zum Spazierengehen genutzt werden (gem. § 1 Abs.4 Gartenordnung); Öffnungszeiten: vom 01. März bis 30. Oktober täglich bis Einbruch der Dunkelheit (das bedeutet, dass der geplante Weg durch Kleingartenanlage von November bis Februar geschlossen wäre) Grünstreifen Östliche Rheinbrückenstraße (langfristig Verlängerung des Grünstreifens im Zuge der Umgestaltung der Rheinbrückenstraße S.1 ) Ausweisung und Beschilderung des Rundwegs Einbindung der Stadtmarken aus Stadtgeist ‐ App (s. Punkt H.3 ) Bei möglichen Anbindungen des Rundwegs in den Außenbereich (zu Ackerflächen, Nutzflächen) müssen die Belange und Anliegen der Landwirtschaft berücksichtigt werden (siehe „Knigge für Feld und Flur“ des i.m.a) 11 HANDLUNGSFELD I UMWELT, KLIMASCHUTZ UND STADTGRÜN NR KONZEPTBAUSTEIN ENTWICKLUNGSZIELE MASSNAHMEN / PROJEKTE ERLÄUTERUNG / WEITERES VORGEHEN J NATUR UND STADTGRÜN ALS ERHOLUNGSRAUM Erhaltung der Kulturlandschaft um Knielingen (Burgau und Feldflur zwischen Alb und Alt ‐ Knielingen sowie die Rheinauenwälder) Steigerung der Aufenthaltsqualität an der Alb durch umweltverträgliche Maßnahmen unter Beachtung des Natur ‐ und Artenschutzes Sicherung der Artenvielfalt von Tieren und Pflanzen durch naturbelassene und unberührte Bereiche Erhaltung der Blickbeziehungen zur Alb Schaffung attraktiver Naherholungs ‐ und Naturerlebnisräume am Rhein Harmonisches Miteinander von Mensch und Natur Erschließung der Verkehrswege entlang des Rheins J.1 NUTZUNGSMÖGLICHKEITEN AN DER ALB J.1.1Aufwertung des Parkplatzes gegenüber Sängerheim Überlegung Verlagerung der Glascontainer, Entstehung attraktiver Aufenthaltsbereich. J.1.2Aufwertung des Stegs Aufwertung durch kommunikative Anordnung der Bänke. J.1.3Aufwertung des Platzbereichs vor dem Boxerhäuschen Ergänzung durch einfache Sitzmöglichkeit, Beobachtungsstation (Fernrohr, Gugg ‐ Löcher...). J.2 LANDSCHAFTSPARK RHEIN Das Brückenkonzept ist Voraussetzung für einen durchgängigen Radweg am Rhein, Hofgut Maxau. Die durch den Landschaftspark entstandenen Probleme Müll, Lärm, Parken müssen gelöst werden. J.3 BESUCHERLENKUNGSKONZEPT KNIELINGER SEE UND BURGAU Das Regierungspräsidium erstellt ein Besucherlenkungskonzept. Dieses muss für weitere Planungen und Überlegungen unbedingt berücksichtigt werden. J.4 AUSWEISUNG EINER HUNDEAUSLAUFFLÄCHE IM STADTTEIL Standortsuche nach potenzieller Fläche, Vorschlag: Fläche hinter Knielinger Bahnhof (südöstlich des Bahnhofs, Bereich angrenzend Saarlandstr. 166) neben Kleingartenanlage, Vorschlag des Bezirks: städtischer Grünstreifen südlich der Fläche am Sandberg zwischen Spielplatz Eggensteiner Straße und Reinhold ‐ Crocoll ‐ Halle. Die Flächen entlang der Bahnlinie (südlich des Bahnhofs) wurden von der DB an einen privaten Eigentümer verkauft. Im Rahmen des gerade beginnenden Bebauungsplanverfahrens „Wohnbebauung Maxauer Straße“ soll hier eine Fuß ‐ und Radwegeverbindung für die Öffentlichkeit geschaffen werden (Sicherung eines Geh ‐ und Fahrrechts über einen städtebaulichen Vertrag). Vielleicht könnte in diesem Zusammenhang eine 12 Hundeauslauffläche entlang des Wegs ebenfalls thematisiert werden? K NACHHALTIGE SICHERUNG UND ENTWICKLUNG VON STADTGRÜN, NATUR UND LANDSCHAFT Erhalt und Pflege der Grün ‐ und Freiflächen im Stadtteil (Berücksichtigung von Frischluftschneisen) Vernetzung der öffentlichen Grün ‐ und Freiflächen Verbesserung des Stadtklimas durch öffentliche und private Begrünungsmaßnahmen Erhalt der Vielfalt von Arten und Lebensräumen Sauberkeit im Stadtteil Bewusstseinsbildung und Informationsvermittlung Fachlich qualitative Biotopschutz ‐ und Biotoppflegemaßnahmen Vorantreiben der Schnakenbekämpfung K.1 VERNETZUNG UND ANBINDUNG VON FREIRÄUMEN / ÖFFENTLICHE UND PRIVATE BEGRÜNUNGSMASSNAHMEN Vernetzung der Grün ‐ und Freiflächen, Sicherung der Frischluftschneisen, schnelle Erreichbarkeit von Wohnen und Erholung, gestalterische Aufwertung und Verschattung der Straßenräume durch Neupflanzungen, Einsatz von Wasser im öffentlichen Raum, Nutzung der Freiräume als Radwegeverbindung, Nutzung als Erholungsräume. Dabei dürfen landwirtschaftliche Nutzflächen nicht beansprucht werden (Randzonen nutzen), Grüne Höfe, Dächer und Fassaden (siehe auch L.2 ) K.2 ERHALTUNG DER STREUOBSTWIESENBESTÄNDE Suche nach engagierten Menschen, die sich um Pflege und Unterhalt kümmern, Ausbau von Initiativen (Kooperationen mit LA, Landkreis KA und Bürgerverein Knielingen e.V.), Nachpflanzungen zur Bestandssicherung. K.3 BAUMPATENSCHAFTEN / MÜLLBESEITIGUNG Stärkung des privaten Engagements bei der Pflege der Grünbestände im Straßenraum und bei der Müllbeseitigung, GBA bietet Baumpatenschaften für Stadtbäume an, LA bietet Patenschaften für Streuobst an, AfA organisiert Dreck ‐ Weg ‐ Wochen, gemeinschaftliche Reinigungsaktionen, Sauberkeitspatenschaften. K.4 PFLEGEMASSNAHMEN AN DER ALB Pflegemaßnahmen im NSG werden durch Regierungspräsidium und Maßnahmen am Gewässer durch das TBA regelmäßig durchgeführt (wo möglich), Teilbereiche sollen jedoch naturnah gestaltet bleiben (Tier ‐ und Pflanzenschutz), der Bahndamm ist DB ‐ Gelände, diese müssen sich um die Pflege kümmern evtl. Kontaktaufnahme mit DB, Abstimmung mit Naturschutzverwaltung. K.5 SCHNAKENBEKÄMPFUNG Bekanntmachung von Bekämpfungsmöglichkeiten im „Knielinger“ (Abstimmung mit dem Bürgerverein bereits erfolgt) und in der StadtZeitung, Bti ‐ Tabletten sind bei der Stadtverwaltung erhältlich und sollen vor Ort über z.B. Apotheken, Blumenladen etc. ausgegeben werden können. 13 L ENERGIEEFFIZIENTER UND KLIMAANGEPASSTER STADTTEIL Anpassung an den Klimawandel Verbesserung der Umweltqualität Förderung der Energieeinsparmaßnahmen / Minimierung des Energieverbrauchs Steigerung der Energieeffizienz Erhöhung der Energiegewinnung aus erneuerbaren Energiequellen Städtische Gebäude energetisch sanieren als Vorbildfunktion Schutz der Bevölkerung Verstärkung des Klimaschutzgedankens durch Öffentlichkeitsarbeit Luft ‐ und Lärmbelastung senken und gesundes Lokalklima schaffen Reduzierung / Verlagerung des Straßenverkehrs (siehe auch Handlungsfeld Mobilität) L.1 ENERGETISCHES QUARTIERSKONZEPT Energetisches Quartierskonzept in Alt ‐ und Neu ‐ Knielingen, betrachtet wird ein definiertes Quartier mit Gebäuden der Baualtersklassen vor 1980 (Knielingen 2.0 ist nicht enthalten), Konzepterstellung parallel und in Abstimmung zur VU in Alt ‐ Knielingen. L.2 UMSETZUNG DER HANDLUNGSBEDARFE AUS DEM KLIMASCHUTZKONZEPT / STÄDTEBAULICHEN RAHMENPLAN KLIMAANPASSUNG Für besonders betroffene Teilräume (dient als Grundlage für städtebauliche Sanierungsmaßnahmen), Entsiegelung, Innenhofbegrünung, Dach ‐ und Fassadenbegrünung, Reduktion anthropogener Wärmeemissionen, Wasser im öffentlichen Raum, Verschattung, Pocket ‐ Parks. L.3 LÄRMMINDERUNG UND LUFTREINHALTUNG Umsetzung Maßnahmen aus dem LAP Karlsruhe bedürfen der Zustimmung des GR (vgl. Verkehr und umweltverträgliche Mobilität Punkt T.1 ) Endgültige Maßnahmen zum Lärmschutz können daher derzeit nicht festgelegt werden. Fortschreibung Luftreinhalteplan durch Regierungspräsidium Karlsruhe 14 HANDLUNGSFELD I STÄDTEBAU UND STADTTEILENTWICKLUNG NR KONZEPTBAUSTEIN ENTWICKLUNGSZIELE MASSNAHMEN / PROJEKTE ERLÄUTERUNG / WEITERES VORGEHEN M ATTRAKTIVE ÖFFENTLICHE RÄUME UND BEGEGNUNGSPUNKTE Aufwertung des historischen Ortsbilds durch qualitätsvolle Gestaltungsmaßnahmen des öffentlichen Raums Verbesserung der Lebens ‐ und Aufenthaltsqualität, Schaffung eines attraktiven Wohnumfeldes Schaffung eines fußgänger ‐ und fahrradfreundlichen Stadtteils mit offener und barrierefreier Gestaltung Gestaltung der Platz ‐ und Straßenräume zu erkennbaren und erlebbaren Kommunikationszonen und Identifikationsbereichen Reduzierung des motorisierten Verkehrs M.1 UMSETZUNG VON AUFWERTUNGSMASSNAHMEN IM ÖFFENTLICHEN RAUM M.1.1Funktionale und gestalterische Aufwertung des Umfelds Elsässer Platz Funktionale Aufwertung des gesamten Umfelds, Außenbewirtschaftungsmöglichkeiten für Eisdiele, Bäckerei (im Rahmen der Sanierung) M.1.2Umgestaltung der Rheinbrückenstraße Umgestaltungs ‐ und Begrünungsmaßnahmen (für Planung der Begrünungsmaßnahmen ist im Vorfeld die Leitungserhebung dringend erforderlich), im Rahmen der Sanierung, siehe auch Punkt ( P.1, I.5, M.1.1, Q.3, S.1) M.1.3Aufwertung des Platzbereichs vor Knielinger Kirche Aufenthaltsqualität schaffen, Sitzmöglichkeit (im Rahmen der Sanierung) M.1.4Aufwertung und Gestaltung der Stadtteileingänge und des westlichen Stadteingangs Begrünungsmaßnahmen, ansprechendes Erscheinungsbild, Integration von Kunst, Markierungen M.2 FUSSGÄNGER ‐ UND FAHRRADFREUNDLICH GESTALTETE STRASSENRÄUME IN ALT ‐ KNIELINGEN Niveaugleicher Ausbau in Verbindung mit Temporeduzierung, Begrünungsmaßnahmen wenn möglich, Prüfung und Konzeptentwicklung im Rahmen des Sanierungsprogramms. M.3 AUFWERTUNG DES GASSENSYSTEMS IN ALT ‐ KNIELINGEN Aufwertungsmaßnahmen, Beleuchtung, Beschilderung, Konzeptentwicklung im Rahmen des Sanierungsprogramms. Historischen Bezug herausstellen, z.B. Historische Führungen (evtl. Integration in App „Stadtgeist“) 15 N SICHERUNG UND WEITERNETWICKLUNG DES WOHNSTANDORTS Erhaltung und fachgerechte Instandsetzung privater und öffentlicher Immobilien Aufwertung des Ortskern Alt ‐ Knielingen und Stärkung seiner städtebaulichen Funktion unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes Gestalterische Beratung sowie Gestaltrichtlinien für die private Modernisierung Steigerung der Wohnumfeldqualität im Ortskern Energetische Quartiers ‐ und Gebäudesanierung Bedarfsgerechte Optimierung der Flächennutzung Berücksichtigung vorhandener Potenziale und Zielkonflikte Flächenrecycling statt Neuausweisung, verträgliche Nachverdichtung Sicherung einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung Beim Neubau von Wohnanlagen und Wohngebieten eine Mischung der Einwohnerschaft durch das Angebot verschiedener Wohnungsgrößen und ‐ grundrissen berücksichtigen N.1 MODERNISIERUNGS ‐ UND INSTANDSETZUNGSMASSNAHMEN Hauptsächlich bei modernisierungsbedürftigen Altbauten, denkmalgeschützten oder historisch wertvollen privaten sowie öffentlichen Gebäuden. N.2 ENERGETISCHE GEBÄUDESANIERUNG Bestandsgebäude energetisch sanieren (siehe klimaangepasster Stadtteil). N.3 FLÄCHENPOTENZIALE ZUR NACHVERDICHTUNG Neubaugebiet Am Sandberg : Abgeschlossenes Bebauungsplanverfahren, derzeit Vermarktung des Areals durch Volkswohnung. Neubaugebiet Knielingen 2.0 Abgeschlossenes Bebauungsplanverfahren, derzeit Vermarktung noch weniger Grundstücke durch Volkswohnung. Ehemaliges TV ‐ Areal : Mittel ‐ bis langfristige Maßnahme, Volkswohnung plant die Entwicklung eines Wohngebiets. Neubaugebiet Maxauer Straße : mittel ‐ bis Langfristige Maßnahme, Entwicklung eines Wohngebiets. N.4 FLÄCHENPOTENZIALE FÜR BEREICHE IM UMBRUCH Gemeinbedarfsfläche 2.0: Änderung von Gemeinbedarfsfläche „Schule“ im Rahmen des laufenden Bebauungsplan ‐ Änderungsverfahrens zu Gemeinbedarfsfläche „Schule und Kita“. Militärkirche 2.0 : Unter Denkmalschutz, muss neuer Nutzung zugeführt werden, evtl. Kulturangebot, aufwendige Sanierungsmaßnahmen notwendig. Freihaltetrasse für Nordumfahrung Industrieflächen als Jokerflächen Gewerbeflächen (im FNP ausgewiesen) O NAHVERSORGUNG Standortsicherung vorhandener Einzelhandels ‐ und Dienstleistungsbetriebe Unterstützung und Sicherung der Entwicklungsmöglichkeiten von Betrieben im Stadtteil Gewährleistung der wohnortnahen Versorgung Ausbau der Serviceangebote Organisation von gegenseitigen O.1 SICHERUNG DER NAHVERSORGUNG Nahversorgung laut LeNa ‐ Monitoring ausreichend, für Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes in Alt ‐ Knielingen fehlt es an Flächen, evtl. Fahrdienst anbieten (Stichpunkt Helferbörse), offensive Werbung und Erhalt des Wochenmarkts (wird momentan nicht gut angenommen). Im Zuge der Eröffnung des EDEKA ‐ Marktes wurde eine Buslinie von Alt ‐ Knielingen in die Grünhutstraße eingerichtet evtl. Möglichkeit einer Optimierung/Erweiterung der Buslinie. Standortverlagerung Penny ‐ Markt. 16 Hilfeleistungen O.2 BRINGSERVICE / EINRICHTUNG EINES LIEFERDIENSTES REWE ‐ Online ‐ Supermarkt mit Lieferdienst (Ware kann per Internet bestellt und dann durch REWE zugestellt werden) Bekanntmachung des Angebots, Liefer ‐ und Einkaufsangebote über Helferbörse anbieten. EDEKA bietet derzeit keinen Lieferservice an ggf. Kontaktaufnahme zu EDEKA, um Bereitschaft abzuklären. O.3 ANLIEFERUNG UND KUNDENPARKPLÄTZE Ausweisung einer Ladezone für Möbel Kiefer, soll im Zuge des Konzepts zum Gehwegparken geregelt werden, Kundenparkplätze (Prüfung im Rahmen der VU und Sanierung). 17 HANDLUNGSFELD I MOBILITÄT NR KONZEPTBAUSTEIN ENTWICKLUNGSZIELE MASSNAHMEN / PROJEKTE ERLÄUTERUNG / WEITERES VORGEHEN P FUSSVERKEHR UND PARKEN Stadtteilbezogene Umsetzung des Verkehrsentwicklungsplans Förderung des Fußgängerverkehrs Bereitstellung verkehrstechnisch sicherer Wege für Fußgängerverkehr Schaffung geeigneter und sicherer Querungsmöglichkeiten Verbesserung / Berücksichtigung von Sichtfeldern Reduzierung des durch Pendler verursachten Parkdruck Rechtskonformes Parken Durchgängig nutzbare, barrierefreie Gehwege Schaffung angemessener Parkraumangebote für Pendler, Kunden und Anwohner P.1 SCHAFFUNG GEEIGNETER QUERUNGSMÖGLICHKEITEN Konkret genannt wurden folgende Querungsstellen: Übergang Eggensteiner Straße / Rheinbrückenstraße : Gleisquerung auf der Ostseite der Kreuzung, da bevorzugter Schulweg (Detailplanungen im Zuge Umgestaltung Rheinbrückenstraße). Querung Eggensteiner Straße / auf Höhe der Pionierstraße : Schwierige Überquerung für Kinder. Kreuzung Reinmuthstraße / Herweghstraße : Verbesserung der Querungsmöglichkeit der Reinmuthstraße mit den breiten Mittelinseln ohne Gehweg, Ausbesserung der vorhandenen Markierungen. Querung Sudetenstraße im Zuge der Tramverlängerung: Querung südlich des geplanten Kreisels in Sudetenstraße ist Schul ‐ Hort ‐ Wegeverbindung. Querung der Siemensallee entlang der Lassallestraße und Querung südliche Lassallestraße: Kinder aus dem Gebiet zwischen Siemensallee, Sudetenstraße, Ludwig ‐ Dill ‐ Straße und dem Siemensgelände nutzen diese Strecke als Verbindung zum Hort und Kita abseits der Sudetenstraße. Die Schaffung einer geeigneten Querung in diesem Bereich könnte im Zuge der Tramverlängerung R.1 berücksichtigt werden . P.2 KONZEPT ZUM GEHWEGPARKEN Siehe auch M.2 und M.3 Die Umsetzung des Konzepts in den einzelnen Straßen erfolgt unter den Voraussetzungen des von der Verwaltung erarbeiteten Konzepts. Erste Überlegungen zum Konzept sind: Legalisieren des Gehwegparkens: Bei ausreichender Gehwegbreite mit entsprechender Markierung und Beschilderung und bei hohem Parkdruck. 18 Niveaugleicher Ausbau der Straßen: Niveaugleicher Ausbau ohne separat ausgewiesene Gehwege, barrierefreier Ausbau. Aufgabe eines Gehwegs: Nutzung des Bereichs zum Parken. Einseitige Parkierung: Nicht auf Gehwegen, Verkehrsberuhigung durch wechselseitige Anordnung. P.3 REDUZIERUNG DES DURCH PENDLERVERKEHR VERURSACHTEN PARKDRUCKS Saarlandstraße und Lassallestraße besonders betroffen (hoher Parkdruck durch Siemensmitarbeiter). 1.Bewohnerparken (Bewohnerparken nicht zielführend, da es zu Verdrängungseffekten führt. Unabhängig davon müssten tagsüber 50 Prozent der Parkflächen der Allgemeinheit zur Verfügung stehen (nach Rechtslage nicht umsetzbar) . 2.Möglichkeit einer stärkeren Kontrolle durch Ordnungsamt bei Parken in Kurvenbereichen 3.Kontaktaufnahme zu Siemens zur Lösungsfindung. P.4 GO KARLSRUHE Optimierung der Fußgängermobilität mit aktiver Bürgerbeteiligung im Rahmen des Forschungsprojekts „GO Karlsruhe“ im Wettbewerb „Reallabor Stadt“, das vom Land Baden ‐ Württemberg gefördert wird. Q RADVERKEHR Stadtteilbezogene Umsetzung des Verkehrsentwicklungsplans Bereitstellung verkehrstechnisch sicherer Wege für Radfahrerverkehr Steigerung des Radverkehrsanteils und dadurch Stärkung des Umweltverbundes Berücksichtigung der Sichtfelder Bessere Anbindung an die Innenstadt Einbindung in die Planungen der „Fahrradstadt Karlsruhe“ Q.1 OPTIMIERUNG UND AUFWERTUNG DES RADVERKEHRSNETZES Rheinbrückenstraße Kreuzung Sudetenstraße: Zu eng gebaute Kurve oder zu nahe Aufstellung der Ampel führt zu Konflikten zwischen Lkw ‐ Verkehr und Radfahrenden Prüfung der Schleppkurve. Einmündungen in die Egon ‐ Eiermann ‐ Allee: Entschärfung von Konfliktsituationen mit Pkw ‐ Verkehr im Rahmen der Tramerweiterung und der Konzeption zum Knielinger Rundweg. Verbindungen zwischen Hoch ‐ und Tiefgestade Verbesserungsbedarf im Hinblick auf Wahrnehmung der Wege, Nutzbarmachung für Radfahrende und Pflege. 1. Zwischen Sandberg 2 und Am Brurain: Bisher nur als Fußweg angelegt und nach Abwägung im B ‐ Planverfahren zur Entwicklung des 19 Neubaugebiets „Am Sandberg 2“ auch so beibehalten (u.a. schwierige Topografie). Langfristig ist die Prüfung anderer Lösungen nicht ausgeschlossen (Vorschläge: zukünftige Verbindung breiter als bisherige Treppe, mögliche Nutzung auch mit Kinderwagen oder Rollator, Beleuchtung, Prüfung, ob die Steigung reduziert werden kann. 2. Zwischen Blindstraße und Eggensteiner Straße: Verbesserungsbedarf sowohl bei Treppenanlage (beidseitiges Treppengeländer, Sichtbarmachung der Stufen mit einer Kantenmarkierung, Beleuchtung des oberen Bereichs, regelmäßige Pflege) als auch bei vorhandenen Fuß ‐ und Radweg (Verbreiterung des Wegs um 20 cm, Versetzung des Streugutbehälters zur Erleichterung des oberen Zugangs und zur besseren Einsehbarkeit, Erneuerung des Wegs durch Egalisieren und Wegnehmen der Schräge, Wegräumen von Fallobst und Laub, Streudienst). Kurzheckweg / Weg entlang der Alb: Konflikte mit Radrennfahrern, Prüfen von Verbesserungsmöglichkeiten (z.B. Verbreiterung der Wege). Frauenhäusleweg Richtung Neureut : Bestandteil des Nebennetzes des Radwegekonzepts, wird trotz Schranke als Beschäftigten ‐ Zufahrt zur Miro genutzt stabilere Konstruktion der Schranke, da oft beschädigt. Anbindung an Sportpark Bruchwegäcker: Eindeutigere und sicherere Wegeführung für Kinder und Jugendliche zwischen Kreuzung Rheinbrückenstraße / Rheinbergstraße und Sportpark. Freihalten von Trassen für den Radverkehr: Stärkere Kontrolle durch Ordnungsamt (Problem des Zuparkens bestehender Radstreifen). Q.2 FERTIGSTELLUNG DES RADVERKEHRSNETZES GEMÄSS 20 ‐ PUNKTE ‐ PLAN Weitere Umsetzung der Maßnahmen, Weiterentwicklung des 20 ‐ Punkte ‐ Programms. 20 Q.3 VERBESSERUNG DER ANBINDUNG AN DIE INNENSTADT Hauptroute Siemensallee – Moltkestraße: Anregung zur Nutzung des breiten Gehwegs für Radverkehr als Zwischenlösung bis Tramerweiterung fertig ist, danach sollen Schutzstreifen realisiert werden, um Radfahrende auf Fahrbahnniveau zu führen. Nebenroute Annweilerstraße – Egon ‐ Eiermann ‐ Allee – Eggensteiner Straße: Weitgreifende Lösung unter Berücksichtigung des angrenzenden Straßennetzes. Rheinbrückenstraße: Durchgehende Radwegeverbindung entlang der Rheinbrückenstraße bis in die Innenstadt. Hardtstraße (Bereich Mühlburg): Prüfung wie fehlende Markierung in Teilabschnitten durch Absenkungen, Beschilderung o.ä. deutlich gemacht werden kann. Q.4 WEITERENTWICKLUNG FAHRRADVERLEIHSYSTEM Maßnahme VEP Prüfung des Bedarfs im Stadtteil, Ausweitung von Flexi ‐ Stationen, offensive Werbung, Information und Schnupperangebote, Unterstützung elektromobiler Angebote (Pedelecs). Q.5 AUSBAU VON BIKE+RIDE ‐ ANLAGEN Maßnahme VEP Überprüfung der Nachfrage im Stadtteil, Berücksichtigung bei Umbau oder Neubau von Haltestellen. Bike+Ride ‐ Anlage bei Tramerweiterung geplant. Q.6 MARKETING UND ÖFFENTLICHKEITSARBEIT Maßnahme VEP Bewusstsein für umweltfreundliche Verkehrsmittel schaffen, stärkere Vermarktung und Vernetzung der Angebote im Stadtteil. R ÖFFENTLICHER VERKEHR Stadtteilbezogene Umsetzung des Verkehrsentwicklungsplans Förderung des Umweltverbundes R.1 VERLÄNGERUNG TRAMSTRECKE LINIE 2 Maßnahme VEP Beginn Ausbau 2017, dadurch einheitlicher Erschließungsstandard (400 Meter ‐ Radius) in nahezu gesamten Stadtteil erreicht. 21 Umweltverträglicher Stadtverkehr der Zukunft Umlenkung der Pendler auf öffentliche Verkehrsmittel Ausbau der Verbindungen Gewährleistung der Barrierefreiheit R.2 VERLÄNGERUNG DER BUSLINIE 75 Maßnahme VEP Erschließung des geplanten Gewerbegebiets Knielingen West bis zur Raffinerie. Optional wäre die Einrichtung eines unabhängigen Shuttle ‐ Services möglich. Beteiligung des LA notwendig, wenn landwirtschaftliche Flächen tangiert sind. R.3 BARRIEREFREIER AUSBAU DER HALTESTELLEN Maßnahme VEP Überprüfung und Verbesserung der Haltestellenausstattung (z.B. Fahrgastunterstände, niederflurgerechter Haltestellenausbau, Beleuchtung, Fahrplan ‐ und Tarifinformation). R.4 1 ‐ ZONEN ‐ TARIF FÜR BERUFSPENDLER – ANSCHLUSSSTELLE WÖRTH Maßnahmen zur Änderung der Verkehrsmittelwahl (Modal Split) zugunsten umweltfreundlicher Verkehrsmittel. Kontaktaufnahme zum KVV notwendig. S MOTORISIERTER INDIVIDUALVERKEHR Stadtteilbezogene Umsetzung des Verkehrsentwicklungsplans Förderung des Umweltverbundes Verkehrsreduzierung zugunsten der Wohnqualität Reduzierung des durch Pendler verursachten Parkdrucks zugunsten umweltfreundlicher Verkehrsmittel Gewährleistung der Barrierefreiheit Entlastung des Stadtteils durch Verlagerung der Verkehrsströme Minimierung der Lärm ‐ und Schadstoffbelastung S.1 STADTVERTRÄGLICHE UMGESTALTUNG DER RHEINBRÜCKENSTRASSE Mittelfristige Maßnahme aus VEP Verbesserung der Umfeldverträglichkeit, Dämpfung der Geschwindigkeiten des Kfz ‐ Verkehrs, Erhöhung der Sicherheit und des Komforts der nichtmotorisierten Verkehrsteilnehmergruppen (z.B. Anlage von Mittelinseln, Verbreiterung der Anlagen für Radverkehr und Fußverkehr auf Kosten der Breite der Fahrstreifen für den MIV unter Beachtung betrieblicher Belange), Konzeptentwicklung im Rahmen des Sanierungsprogramms. S.2 WEITERENTWICKLUNG CARSHARING Maßnahme VEP Information und Ausweitung des Angebots, Bedarf weiterer Stationen prüfen, Schnupperangebote. Der Ausbau des Carsharing ‐ Angebots in Knielingen ist von der Teilnehmerentwicklung abhängig (zurzeit 8 Carsharing ‐ Fahrzeuge in Pionierstraße, Sudetenstraße und Rheinbergstraße). 22 S.3 BUNDESMASSNAHME ZWEITE RHEINBRÜCKE MIT ANSCHLUSS AN DIE B 36 Als Maßnahme des Bundes liegt die Planungshoheit ebenfalls beim Bund. Aufnahme in Bundesverkehrswegeplan 2030 als vordringlicher Bedarf. S.4 PRÜFUNG ALTERNATIVER VERKEHRSFÜHRUNGEN Folgende Ansätze wurden in den Arbeitsgruppensitzungen diskutiert und werden weiter geprüft S.4.1Variante Nordumfahrung (ohne zusätzliche Rheinbrücke) Nordumfahrung so dicht wie möglich an der Raffinerie entlang (zusammen mit einer Ersatzbrücke), weitere Untersuchungen / Prüfungen der Stadt erforderlich. S.4.2Variante Südumgehung Knielingen Diese soll auf der Achse der vorhandenen Gleistrasse entlang des Siemensgeländes führen in Verbindung mit der gleichzeitigen Sperrung der nördlichen Sudetenstraße zur B 36. Dazu müsste die Mitnutzung der Straße durch die Bahngleise gewährleistet werden. Diese Variante ist jedoch durchaus mit zahlreichen technischen und rechtlichen Hürden verbunden. Die Bahntrasse ist offiziell eine Strecke der Deutschen Bahn und wird auch weiterhin benötigt. Nach Aussage der Stadtverwaltung ist eine Mitbenutzung der Gleise durch Fahrzeuge, wie dies bei Straßenbahngleisen teilweise praktiziert wird, rechtlich schwierig, ebenso die Umwidmung der Strecke. Die Breite der Trasse würde außerdem maximal zwei Fahrstreifen erlauben, jedoch nicht den erforderlichen Raum für Abbiegestreifen und Knotenpunkte. Die Kappung der nördlichen Sudetenstraße könnte außerdem auch zu einer Verlagerung von Verkehr in die Annweiler Straße führen. Der Bürgerverein Knielingen fordert eine Simulation des Modells (u.a. hinsichtlich der sich verändernden Verkehrsströme) in Auftrag zu geben. 23 T LÄRMMINDERUNG Umsetzung der Maßnahmen gemäß den Vorgaben des Lärmaktionsplan Karlsruhe Minderung der Lärmbelastung in schutzwürdigen Gebieten Verbesserung des Lärmschutzes an der Südtangente zugunsten angrenzender Wohngebiete Reduzierung des Verkehrslärms in der Rheinbrückenstraße und Sudetenstraße Lärmschutzmaßnahmen als Gesundheitsvorsorge T.1 UMSETZUNG DER MASSNAHMEN AUS DEM LÄRMAKTIONSPLAN Lärmarmer Fahrbahnbelag in beide Richtungen auf der Südtangente zwischen Mühlburg und Knielingen : Richtung RLP für das Jahr 2016 geplant, Lärmminderung bis zu 4 dB(A) subjektiv wahrgenommene Halbierung des Verkehrsaufkommens. Zuständigkeit liegt bei RP. Schließung der Schalllücke zwischen Kleingartenanlage und Bahndamm auf der Südtangente Höhe Maxauer Straße. Errichtung von stationären Geschwindigkeitsanzeigetafeln in der Sudetenstraße zwischen Ortsschild und Höhe Annweiler Straße: Autofahrer sollen gezielt veranlasst werden ihre Geschwindigkeit zu drosseln positive Auswirkung auf Lärmsituation. Die vorgesehenen Straßen für die Errichtung von Geschwindigkeitsanzeigetafeln im Stadtgebiet müssen noch festgelegt werden. Querungshilfe mit Fahrbahneinengung auf der Sudetenstraße Höhe Ludwig ‐ Dill ‐ Straße. Einrichtung eines Tempolimits auf 30 km/h in der Sudetenstraße zwischen Annweiler Straße und Östlicher Rheinbrückenstraße: Soll im Zuge der Tramverlängerung erfolgen, Pegelminderung bis zu 4 dB(A) möglich. T.2 BEREITS UMGESETZTE LÄRMSCHUTZMASSNAHMEN Aktive Schallschutzmaßnahmen, Geschwindigkeitsanpassungen (Tempolimits).
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Extrahierter Text
Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister BESCHLUSSVORLAGE Vorlage Nr.: 2016/0497 Verantwortlich: Dez.2 Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept Knielingen 2030 Beratungsfolge dieser Vorlage Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis Hauptausschuss 13.09.2016 10 x vorberaten Gemeinderat 20.09.2016 12 x genehmigt Beschlussantrag Der Gemeinderat beschließt das Integrierte Stadtteilentwicklungskonzept Knielingen 2030 als Orientierungsrahmen für die künftige Entwicklung und beauftragt die Verwaltung mit der Um- setzung der Maßnahmen vorbehaltlich der Verfügbarkeit von Finanzmitteln. Finanzielle Auswirkungen (bitte ankreuzen) x nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Haushaltsmittel stehen Wählen Sie ein Element aus. Kontierungsobjekt: Wählen Sie ein Element aus. Kontenart: Ergänzende Erläuterungen: ISEK-Karlsruhe-2020-relevant nein x ja Handlungsfeld: Bürgergesellschaft Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) x nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften x nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept Karlsruhe 2020 (ISEK) benennt als ein zentrales Leit- vorhaben die Stadtteilentwicklung. Nach Beschlusslage des Hauptausschusses vom 27. Januar 2015 sollen gemeinsam mit den Akteuren vor Ort Integrierte Stadtteilentwicklungskonzepte für die Stadtteile erstellt werden. Ziel dabei ist es einerseits, die Zukunftsideen der Bürgerinnen und Bürger für ihren Stadtteil aufzugreifen, und andererseits, Maßnahmenvorschläge für die Stadt- teile aus den Integrierten Leitvorhaben des ISEK abzuleiten und gemeinsam mit der Bürgerschaft zu konkretisieren. Im Wechselspiel zwischen Verwaltung, Bürgerschaft und Politik sollen auf diesem Wege Integrierte Stadtteilentwicklungskonzepte (STEK) als Grundlage einer zukunftsfä- higen Weiterentwicklung der Stadtteile erarbeitet werden. Für Neureut wurde bereits ein STEK erstellt und dem Gemeinderat im September 2015 vorgelegt. Vieles wurde seither auf den Weg gebracht. Ein ähnlich angelegter Prozess wurde nach Beschluss im Gemeinderat am 24. Februar 2015 auch für Knielingen eingeleitet. Der rund einjährige intensive Öffentlichkeitsbeteiligungs- prozess startete mit einem Ideenworkshop am 27. Juli 2015 und einem am Tag darauf folgen- den Stadtteilspaziergang. Rund 180 Knielingerinnen und Knielinger brachten sich dabei ein. Auch Kinder und Jugendliche beteiligten sich im Rahmen von Streifzügen und einem Jugend- workshop an der Stadtteilentwicklung. Eine Vertiefung der ersten Ergebnisse erfolgte in mehre- ren Arbeitsgruppensitzungen im Zeitraum Oktober 2015 bis März 2016. Eine Abschlussveran- staltung und gleichzeitiger Auftakt für die vorbereitenden Untersuchungen informierte die Knielingerinnen und Knielinger im Juni 2016 über die Ergebnisse aus dem Prozess sowie weitere Vorhaben und Projekte. Moderiert wurde der Prozess durch das Büro KOBRA – Beratungszent- rum für kommunale Bürgerbeteiligung aus Landau. Abgestimmt wurden Ziel, Sinn und Zweck des Prozesses sowie die Beteiligungskonzeption mit einer Querschnittsgruppe, bestehend aus Politik, Verwaltung und Vor-Ort-Akteuren. Damit wurde sichergestellt, dass der Prozess von allen relevanten Akteuren mitgetragen wird. Überblick Öffentlichkeitsbeteiligungsprozess: - Ideenworkshop am 27. Juli 2015 - Stadtteilspaziergang (in drei Rundgängen) am 28. Juli 2015 - Streifzüge mit Kindern der beiden Grundschulen am 23. und 28. Juli 2015 - Jugendworkshop am 30. September 2015 - AG Soziales und kulturelles Leben in Knielingen (vier Sitzungen) - AG Öffentliche Plätze und Begegnungspunkte (drei Sitzungen) - AG Kinder, Jugend und Familienfreundlichkeit (drei Sitzungen) - AG Natur, Stadtgrün und Klimaschutz (drei Sitzungen) - AG Verkehr und Mobilität (vier Sitzungen) - Abschlussveranstaltung am 2. Juni 2016. Das vorliegende STEK Knielingen 2030 wurde auf Grundlage der Ergebnisse aus dem Beteili- gungsprozess und unter Berücksichtigung sämtlicher Fachplanungen (ISEK, Räumliches Leitbild, Verkehrsentwicklungsplan, Lärmaktionsplan etc.) durch das Büro werk-plan aus Kaiserslautern erstellt. Es integriert darüber hinaus parallel laufende Projekte und Prozesse wie die Zukunfts- stadt, Go Karlsruhe oder die Stadtgeist-App. Die Verwaltung begleitete den Stadtteilentwick- lungsprozess unter intensiver Mitwirkung zahlreicher Fachdienststellen. Ein Zwischenbericht in Form einer SWOT-Analyse (Stärken-Schwächen-Chancen-Risiken) wurde dem Gemeinderat im Januar 2016 vorgelegt. Das STEK Knielingen stellt einen Orientierungsrahmen für die nächsten Jahre und die zukünftige Entwicklung des Stadtteils dar und dient als Grundlage für die ver- schiedenen Fachplanungen. Das STEK ist darüber hinaus Voraussetzung zur Beantragung von Städtebaufördermitteln, wie es für einen Teilbereich Alt-Knielingens vorgesehen ist, und bietet eine fundierte und mit allen Beteiligten abgestimmte Grundlage. Viele Knielingerinnen und Knielinger haben sich in den Prozess eingebracht. Vor allem bei Ver- anstaltungen zu verkehrlichen Themen, die ohne Frage die größte Herausforderung für die Zu- kunft Knielingens darstellen, war die Resonanz groß. Aber auch im sozialen Bereich haben sich Ergänzende Erläuterungen Seite 3 engagierte Knielingerinnen und Knielinger eingebracht, die sich auch außerhalb der offiziellen Treffen weiter für ihre Projekte einsetzen. Die Arbeitsgruppen verfolgen auch immer das Ziel der Stärkung des Miteinanders, was bereits durch die regelmäßigen Treffen erreicht wird. Die Bür- gerinnen und Bürger zogen insgesamt ein positives Fazit. Wichtig ist den Knielingerinnen und Knielingern nun die Umsetzung der entwickelten Maßnahmen. Einige der Maßnahmen lassen sich kurz- bis mittelfristig ohne hohen Finanzaufwand realisieren oder stehen ohnehin unmittelbar bevor (zum Beispiel: Helferbörse, Besucherlenkungskonzept Knielinger See und Burgau, Verlängerung Tramlinie 2, Entwicklung Ganztagesschule, Kita- und Hortausbau). Andere können nur im Rahmen anderer Großprojekte wie dem Verkehrsentwick- lungsplan (VEP), Lärmaktionsplan (LAP), Räumliches Leitbild Karlsruhe 2015, Sanierungspro- gramm etc. umgesetzt werden. Einige Maßnahmen liegen auch außerhalb des Einflussbereichs kommunalen Handelns (zum Beispiel Ansiedlung von Einzelhändlern, Gastronomen, Fachärzten, Bundesmaßnahme Zweite Rheinbrücke mit Anschluss an die B36) und sind daher vielmehr als strategische Zielvorstellung und Handlungsempfehlung zu verstehen. Folgende Leitziele und Maßnahmen wurden mit den Bürgerinnen und Bürgern im Rahmen des Stadtteilentwicklungskonzepts erarbeitet: Handlungsfeld 1: Sozialer Zusammenhalt und Bildung Ziel: „Sozialen Zusammenhalt der Stadtgesellschaft stärken und Lebensqualität für Kinder, Jugendliche und Familien erhöhen“ Durch individuelle Unterstützungsangebote, lokale Initiativen sowie soziale Netzwerke soll das selbsthilfefreundliche Klima in Knielingen gestärkt und weiterentwickelt werden. Dies erfolgt idealerweise gebündelt und koordiniert über ein Bürgerzentrum sowie eine digitale Plattform. Das Bürgerzentrum fördert als Ort der Begegnung und des Miteinanders Austausch und gegen- seitige Hilfeleistungen, was sich positiv auf das ehrenamtliche Engagement und den sozialen Zusammenhalt der Stadtgesellschaft auswirkt. Die Interessen von Kindern und Jugendlichen sollen besonders berücksichtigt werden. Die wohnortnahe Versorgung mit ausreichend Freiflä- chen und öffentlichen Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten steht dabei im Vordergrund. Ein bedarfsgerechtes Netz an Ganztags- und Betreuungsangeboten soll, auch unter dem Stichwort Inklusion, im gesamten Stadtteil ausgebaut und zur Förderung und Unterstützung der Familien beitragen. Dem Handlungsfeld Sozialer Zusammenhalt und Bildung liegen folgende von den Bürgerinnen und Bürgern erarbeitete Konzeptbausteine und Maßnahmen zugrunde: Generationenübergreifende Unterstützungsangebote Maßnahmen: Aufbau einer Helferbörse / Tauschbörse, Koordination und Bekanntma- chung der Angebote im Stadtteil unter einer Dachmarke Aufbau und Organisation eines Bürgerzentrums im Zusammenschluss mit dem evangeli- schen Gemeindezentrum Kinder- und jugendfreundlicher Stadtteil Maßnahmen: Schaffung von Freitreffpunkten für Jugendliche, Schaffung eines offenen Kinder- und Jugendangebots und Stärkung vorhandener Einrichtungen, Ausbau und qualitative Verbesserung von Spielplätzen Bildungsplanung und Betreuung Maßnahmen: Ausbau, Vernetzung und Qualifizierung von Ganztages-, Betreuungs- und Unterstützungsangeboten, Einrichtung der Viktor-von-Scheffel-Schule als Ganztagsschu- le Seniorengerechte Angebote Maßnahmen: Ausbau des Angebots an Pflegeheimplätzen, Einrichtung einer Außen- sprechstunde des Pflegestützpunktes Ergänzende Erläuterungen Seite 4 Integration Maßnahmen: Angebote zur Integration Neuzugezogener (z.B. Willkommensfest, Stadt- teilführung, Willkommensbroschüre) Bürgergesellschaft Maßnahmen: Fortführung der Bürgerbeteiligung bei der Umsetzung der Maßnahmen, Unterstützung des bürgerschaftlichen Engagements. Handlungsfeld 2: Kultur Ziel: „Stadtteilkultur entwickeln“ Lebendige Traditionen, Kunst und Kultur leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Lebensquali- tät der Bewohnerinnen und Bewohner sowie zur Identifikation mit dem eigenen Stadtteil. Das kulturelle Erbe von Knielingen als ehemaliges Fischerdorf soll durch die Pflege des Knielinger Museums und der Baudenkmäler Alt-Knielingens gewahrt werden. Wichtige Entwicklungsziele sind: Ausbau / Weiterentwicklung der Kulturangebote im Stadtteil Vernetzung aller Kulturakteure und Kulturschaffenden Schaffung neuer Kooperationen Schaffung attraktiver Räumlichkeiten für kulturelle Veranstaltungen, beispielsweise in einem zukünftigen Bürgerzentrum Verstärkte Nutzung vorhandener Räumlichkeiten Zukunftssicherung des Knielinger Museums Sicherung des kulturellen Erbes (Hofgut Maxau, historische Gassen und Kulturdenkmäler in Alt-Knielingen). In einem ersten Schritt sollen diese Ziele durch die Bildung eines Kulturnetzwerks Knielingen und die Entwicklung eines Kunst- und Kulturprofils erreicht werden. Einen Beitrag dazu kann auch die Stadtgeist-App Knielingen leisten. Handlungsfeld 3: Sport, Freizeit und Gesundheit Ziel: „Sport und Bewegung fördern und zur Gesundheitsförderung beitragen“ In Knielingen soll ein breit gefächertes Sport- und Bewegungsangebot für alle Lebensalter und Bevölkerungsgruppen gesundheitsfördernde Lebenswelten schaffen und die Verantwortung für die eigene Gesundheit fördern. Folgende Entwicklungsziele sind dabei maßgeblich: Bedarfsgerechte Ausstattung mit Sport- und Freizeitangeboten Stärkung der Vereinsstrukturen und Ausbau der Kooperationen mit und zwischen den Vereinen Anreize schaffen für eine nachhaltige und generationsübergreifende Bewegungsförde- rung Berücksichtigung von Aspekten der Mobilität / Barrierefreiheit sowie Sicherheit für Kin- der und Jugendliche im öffentlichen Raum Vernetzung und Anbindung der wohnortnahen Frei- und Erholungsflächen Verbesserung der Anbindung von öffentlichen und sonstigen wichtigen Einrichtungen im Verlauf eines Rundwegs. Konkrete Maßnahmen sind: Entwicklung eines Rundwegs in Knielingen zum Spazieren, Joggen, Radfahren. Der Rundweg soll verschiedene Plätze, Freiflächen, öffentliche Straßenräume und wichtige Stadtteileinrichtungen miteinander verbinden. Neue Angebote an Spezial- und Trendsportarten im Stadtteil etablieren Ausweisung geeigneter Standorte für sportliche Aktivitäten für Kinder und Jugendliche Ergänzende Erläuterungen Seite 5 Einrichtung von bewegungs- und gesundheitsfördernden Angeboten (Outdoor- Fitnessgeräte, Joggingstrecke) Schaffung einer Schulsportanlage (Leichtathletik). Handlungsfeld 4: Umwelt, Klimaschutz und Stadtgrün Ziel: „Image als grüner Stadtteil am Rhein pflegen und zum Klimaschutz beitragen“ Knielingen soll sich noch stärker als grüner Stadtteil am Rhein mit Erholungs- und Freizeitquali- tät definieren. Die Grünvernetzung und die Sicherung öffentlicher Freiräume sind entsprechend zu stärken. Dabei sind die Erfordernisse von Naturschutz und Landschaftspflege zu berücksichti- gen. Begrünungsmaßnahmen sollen in Straßenräumen, auf Plätzen, an Fassaden und Dächern erfolgen. Die grüne Infrastruktur sorgt für Ruhe, Naherholungsmöglichkeiten in Wohnnähe und dadurch für weniger Verkehr sowie für grüne Begegnungsorte und Lernräume. Auch die Ge- bäude sollen unter energetischen und ökologischen Aspekten saniert werden. Langfristiges Ziel ist es, durch Energiesparpotentiale und die Steigerung der Energieeffizienz sowie die zuneh- mende Nutzung erneuerbarer Energien auf lokaler Ebene zum Klimaschutz beizutragen. Dem Handlungsfeld Umwelt, Klimaschutz und Stadtgrün liegen folgende Konzeptbausteine zugrunde: Sicherung Natur und Stadtgrün als Erholungsraum Nachhaltige Sicherung und Entwicklung von Stadtgrün, Natur und Landschaft Energieeffizienter und Klimaangepasster Stadtteil. Wichtige Maßnahmen zur Annäherung an die Zielvorstellungen sind: Aufwertung einzelner vorhandener Aufenthaltsbereiche an der Alb unter Berücksichti- gung der Schutzwürdigkeit Pflegemaßnahmen an der Alb Schnakenbekämpfung (Bekanntmachung, Angebot von Bti-Tabletten im Stadtteil) Erstellung Besucherlenkungskonzept Knielinger See und Burgau (bereits in Arbeit) Ausweisung einer Hundeauslauffläche im Stadtteil Vernetzung und Anbindung an Freiräume Förderung öffentlicher und privater Begrünungsmaßnahmen Erhaltung der Streuobstwiesenbestände (Schaffung von Initiativen und Kooperationen zum Erhalt) Öffentlichkeitsarbeit bei Baumpatenschaften und Reinigungsaktionen verstärken Erstellung eines Energetischen Quartierskonzepts Umsetzung der Handlungsbedarfe aus dem Klimaschutzkonzept / städtebaulicher Rah- menplan Klimaanpassung Lärmminderung und Luftreinhaltung durch Umsetzung der Maßnahmen aus dem LAP und Fortschreibung des Luftreinhalteplans. Handlungsfeld 5: Städtebau und Stadtteilentwicklung Ziel: „Städtebauliche Qualitäten im Quartier herausstellen“ Das städtebauliche Gefüge und die historische Bausubstanz Alt-Knielingens sollen erhalten und herausgestellt werden. Notwendige bauliche Ergänzungen sind in hoher Gestaltungsqualität auszuführen, so dass diese sich in die historische Umgebung einfügen. Der öffentliche Raum soll wieder stärker zum Aufenthalt einladen und zur Begegnung und Kommunikation in den Quar- tieren beitragen. Zur Weiterentwicklung Knielingens als Wohnstandort sollen die vorhandenen Flächenreserven genutzt und Wohnformen für unterschiedliche Bedürfnisse angeboten werden. Folgende Konzeptbausteine sind dafür ausschlaggebend: Schaffung attraktiver öffentlicher Räume und Begegnungspunkte Ergänzende Erläuterungen Seite 6 Sicherung und Weiterentwicklung des Wohnstandorts Sicherung der Nahversorgung. Die Ziele lassen sich durch Umsetzung nachfolgender Maßnahmen erreichen: Aufwertungsmaßnahmen im öffentlichen Raum Fußgänger- und fahrradfreundlich gestaltete Straßenräume in Alt-Knielingen Aufwertung des Gassensystems in Alt-Knielingen Modernisierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen der Gebäude Energetische Gebäudesanierung Nutzung der Flächenpotentiale Bringservice / Einrichtung eines Lieferdienstes Anlieferung und Kundenparkplätze. Handlungsfeld 6: Mobilität Ziel: „Stadtverträgliche Mobilität gewährleisten – Verkehrsbelastung senken“ Die umweltverträgliche Mobilität mit gleichen Mobilitätschancen für alle Bevölkerungsgruppen ist weiter zu stärken. Verkehrsberuhigende Maßnahmen und eine barrierefreie Gestaltung der Verkehrsanlagen mit hoher Aufenthaltsqualität sollen zur Förderung des Fußverkehrs beitragen. Durch die Optimierung des Radwegenetzes zwischen Innenstadt und Knielingen sowie die Her- stellung einzelner Lückenschlüsse innerhalb Knielingens soll auch der Radverkehr in Knielingen weiter an Bedeutung gewinnen. Eine Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs inner- halb Knielingens wird angestrebt – sei es durch Verkehrslenkung um den Stadtteil herum, at- traktive Angebote für Pendler und / oder Veränderungen des Modal Splits zugunsten der um- weltverträglichen Mobilität. Dies führt nicht zuletzt zu Verbesserungen in Bezug auf den hohen Parkdruck und den Verkehrslärm. Ziel ist es darüber hinaus den motorisierten Individualverkehr verträglich mit dem öffentlichen Verkehr und den anderen Verkehrsarten zu gestalten. Die Barrierewirkung der Rheinbrückenstraße soll durch entsprechende stadtverträgliche Umge- staltungsmaßnahmen unter Beachtung betrieblicher Belange reduziert werden, um dadurch die beiden Stadtviertel stärker miteinander zu verbinden. Folgende Konzeptbausteine und Maßnahmen (auch Bestandteil des Verkehrsentwicklungsplans) sollen angegangen werden: Förderung des Radverkehrs Maßnahmen: Optimierung und Aufwertung des Radverkehrsnetzes, Verbesserung der Anbindung an die Innenstadt, Umsetzung gemäß 20-Punkte-Programm, Weiterent- wicklung Fahrradleihsystem, Ausbau von Bike-und Ride-Anlagen Förderung des öffentlichen Personennahverkehrs Maßnahmen: Verlängerung der Tramlinie Strecke 2, Verlängerung der Buslinie 75, Barri- erefreier Ausbau der Haltestellen, 1-Zonen-Tarif für Berufspendler – Anschlussstelle Wörth Minderung des motorisierten Individualverkehrs Maßnahmen: Vermarktung umweltfreundlicher Mobilitätsangebote im Stadtteil, Stadt- verträgliche Umgestaltung der Rheinbrückenstraße unter Beachtung betrieblicher Belan- ge, Weiterentwicklung Carsharing, Bundesmaßnahme Zweite Rheinbrücke mit An- schluss an die B36, Prüfung alternativer Verkehrsführungen Förderung des Fußverkehrs und Neuregelung des Parkens Maßnahmen: Schaffung geeigneter Querungsmöglichkeiten für zu Fuß Gehende, Um- setzung des Konzeptes zum Gehwegparken, Reduzierung des durch Pendlerverkehr verursachten Parkdrucks, Go-Karlsruhe Lärmminderung Ergänzende Erläuterungen Seite 7 Maßnahmen: Umsetzung der Maßnahmen aus dem Lärmaktionsplan. Das STEK Knielingen ist als Diskurs zu verstehen, was bedeutet, dass die formulierten Vorstel- lungen und Ziele sowie die insgesamt rund 80 Maßnahmen einer stetigen Überprüfung, Rück- kopplung, Neuformulierung und Weiterentwicklung bedürfen. Wichtig ist, dass die Maßnah- men stufenweise und entsprechend den aktuellen Erfordernissen und Möglichkeiten abgewo- gen, konkretisiert und realisiert werden. Die Maßnahmen sollen zügig und systematisch ange- gangen werden, um rasch sichtbare Zeichen zu setzen. Wie geht es weiter? Im Falle einer Beantragung von Städtebaufördermitteln und Aufnahme in ein Sanierungspro- gramm wird die Öffentlichkeitsbeteiligung im Rahmen des Sanierungsprozesses fortgeführt. Bereits erarbeitete Maßnahmen und Projekte können weiter konkretisiert und auf den Weg gebracht werden. Unabhängig davon sollen einzelne Maßnahmen und Projekte aus dem Kon- zept in separaten Anträgen (eingebracht durch Politik oder Verwaltung) geprüft, konkretisiert und umgesetzt werden. Beschluss: Antrag an den Gemeinderat – nach Vorberatung im Hauptausschuss - Der Gemeinderat beschließt das Integrierte Stadtteilentwicklungskonzept Knielingen 2030 als Orientierungsrahmen für die künftige Entwicklung und beauftragt die Verwaltung mit der Um- setzung der Maßnahmen vorbehaltlich der Verfügbarkeit von Finanzmitteln.
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Extrahierter Text
NIEDERSCHRIFT Stadt Karlsruhe Gremium: 28. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: 20. September 2016, 15:30 Uhr öffentlich Ort: Bürgersaal des Rathauses Vorsitzende/r: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 12. Punkt 12 der Tagesordnung: Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept Knielin- gen 2030 Vorlage: 2016/0497 Beschluss: Der Gemeinderat beschließt das Integrierte Stadtteilentwicklungskonzept Knielingen 2030 als Orientierungsrahmen für die künftige Entwicklung und beauftragt die Verwal- tung mit der Umsetzung der Maßnahmen vorbehaltlich der Verfügbarkeit von Finanz- mitteln. Abstimmungsergebnis: einstimmig zugestimmt Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 12 zur Behandlung auf und verweist auf die erfolgte Vorberatung im Hauptausschuss: Gibt es da Wortmeldungen. Das ist der Fall. - Frau Stadträtin Wiedemann. Stadträtin Wiedemann (CDU): Eine Stärke unserer Stadt ist es auch, dieses Integrierte Stadtteilentwicklungskonzept fortzuführen. In Knielingen wurde es vorbildlich fortge- führt. Es gab zahlreiche Veranstaltungen und Beteiligungsprozesse, an denen die Bürge- rinnen und Bürger von Knielingen auch sehr zahlreich, intensiv und engagiert teilge- nommen haben. Auffällig ist, Knielingen besteht eigentlich aus drei Gebieten: der alte Teil, geteilt durch die Rheinbrückenstraße, der zweite Teil, am Friedhof entlang, also rechts der Rheinbrückenstraße und der neue Teil Knielingen 2.0, und in naher Zukunft auch das Sandfeld als neues Bebauungsgebiet. Was in Knielingen außerdem auffällt ist, dass die Bürgerinnen und Bürger sich über die Lärmbelastung, den großen Autoverkehr, beklagen. Die Verwaltung hat es zur Kenntnis genommen und ist an und für sich in ihrer Handlung beeinträchtigt. Sie kann die Schleichverkehre usw. in Knielingen nicht ganz ausschließen. Ich sage da nur ganz leise in Klammer: zweite Rheinbrücke, Klam- mer zu. In Knielingen wird vieles zu machen sein. Die Bewohnerinnen und Bewohner haben viele Ideen eingebracht. Im Großen und Ganzen haben sie sich hier zu ihrem Stadtteil bekennen und engagieren können, was in Knielingen sowieso der Fall ist. - 2 - Knielingen ist ein Stadtteil, der eine prima Zusammensetzung hat im sportlichen, im kulturellen Bereich, auch wenn jetzt der eine Gesangverein sich aufgelöst mangels Mas- se, aber dennoch ist in Knielingen viel los. Der Bürgerverein ist sehr aktiv, die kirchlichen Gemeinden ebenfalls. Wir hoffen, dass dieser Bericht nicht nur ein Papiertiger sein wird, und dass - vorbehaltlich der Verfügbarkeit von Finanzmitteln - doch Etliches umgesetzt werden kann. Stadtrat Dr. Fechler (SPD): Das Integrierte Stadtteilentwicklungskonzept 2030 Knielingen ist nicht nur inhaltlich vorbildlich, sondern auch im Prozess. Hier gilt unser besonderer Dank neben den Bürgerinnen und Bürgern und dem Bürgerverein auch der Verwaltung, die diesen Prozess begleitet hat. Das Konzept gibt einen Orientierungs- rahmen vor für die Zukunft des Stadtteils. Kollegin Wiedemann hat ausgeführt, dass es ein Stück weit zersiedelter Stadtteil ist mit verschiedenen Anforderungen. Die fünf Handlungsfelder zeigen Handlungsthemen auf im Kleinen wie im Großen, auf die wir in der Verantwortlichkeit zum Stadtteil trotz der angespannten Finanzlage gute Antworten finden müssen. Ansonsten konterkarieren wir das Engagement der Bürgerinnen und Bürger im Stadtteil. Exemplarisch möchte ich hier die großen Themen ansprechen, sei es die Anbindung der B 36, das Thema zweite Rheinbrücke, Lärmschutz, aber auch den öffentlichen Nahver- kehr. Hier gibt es schon Antworten, da hoffen die Knielingerinnen und Knielinger auf eine baldige Fortführung der Linie 2. Wichtig ist ebenso die verkehrliche Entlastung, auch ein Ausbau der Kinderbetreuung oder der Bau eines erweiterten Bürgerzentrums, worauf letztendlich der Bürgerverein ein Stück weit drängt. Abschließend möchte ich noch darauf hinweisen, dass es wichtig ist, gerade in diesem Stadtteil verantwortlich mit den vorhandenen Freiflächen umzugehen, da Knielingen infolge der industriellen Belastung oder Ansiedlung in stärkerem Maße davon betroffen ist. Hier hoffen wir auf gute Antworten und Verantwortlichkeit für den Stadtteil. Stadtrat Hodapp (GRÜNE): Ich möchte mich in den positiven Beurteilungen meinen beiden Vorrednern anschließen. Wir begrüßen das Stadtteilentwicklungskonzept Knielingen 2030. Es sind jetzt schon einige Punkte genannt worden. Ich möchte vor allem darauf abheben, dass auch ganz stark aus dem Stadtteil selbst zu hören ist, dass dieser transparente und offene Prozess, der hier durchgeführt wurde, die aktive Bürger- beteiligung über ein ganzes Jahr, sehr positiv beurteilt wird, und die Bürgerrinnen und Bürger sich bei diesem Prozess wirklich mitgenommen fühlen von der Politik. Das ist ein ganz wesentlicher Punkt bei diesem Stadtteilentwicklungskonzept. Die Themenfelder sind schon angesprochen worden. Es werden Themenfelder identifi- ziert. Ich möchte ganz kurz auf die Positiven eingehen, die Schwächen oder die negati- ven Themenfelder ganz wesentlich, was identifiziert wurde: - der Individualverkehr, d. h. eine hohe Verkehrsbelastung, - ein hoher Verkehrs- und Parkdruck, - ein generelles hohes Verkehrsaufkommen, das auch über die Industrieansied- lung, Stichwort MiRo und Siemens, natürlich bedingt ist, - 3 - - die Barrierewirkung der Rheinbrückenstraße ist angesprochen worden, die die Knielinger natürlich sehr gerne überwinden würden. Insgesamt eine Lärm- und Abgasbelastung, die daraus resultiert. Auf der anderen Seite der soziale Bereich, dass vor allem im neuen Stadtteil Knielingen 2.0 Kinder- und Hortplätze knapp zu sein scheinen. Positiv wird im Stadtteil gesehen die Nähe zum Rhein und ganz generell die landschaftlich attraktive Lage und auch eine sehr gute Verkehrsanbindung, womit wir natürlich gleich wieder die Brücke - zur Brücke sa- ge ich auch gleich noch was - geschlagen hätten zu den Problemlagen, also auf der ei- nen Seite verkehrlich gut angebunden, aber auf der anderen Seite resultieren daraus natürlich relativ viele Probleme. Aus diesen Themenfeldern - das haben wir auch schon gehört - wurden sechs Hand- lungsfelder identifiziert, die ich jetzt auch nicht wiederholen möchte. Ich möchte nur unseren Wunsch der Fraktion anschließen, dass es, wie es auch im Konzept formuliert ist, vorbehaltlich der finanziellen Möglichkeiten der Stadt umgesetzt werden soll. Wir hoffen, dass das dann daran nicht im Wesentlichen scheitern wird. Zum Schluss möchte ich noch eine Sache für meine Fraktion festhalten. In der Formulie- rung der Beschlussvorlage könnte der Eindruck entstehen, ich zitiere: „Eine Bundes- maßnahme zweite Rheinbrücke mit Anschluss an die B 36“, Zitat Ende, sei als Maß- nahme quasi besetzt. In der Verkürzung klingt das etwas seltsam. Deswegen möchte ich ganz gerne noch mal aus dem Konzept zitieren. Im Konzept selbst auf S. 67 steht ganz deutlich, dass es sich gerade bei dieser Maßnahme, ich zitiere auch hier noch mal, „um ein hochpolitisches Thema handelt, für das im Rahmen des Stadtteilentwicklungs- konzeptes keine Lösung gefunden werden kann“, Zitat Ende. Gleichzeitig werden in dem Zusammenhang die Prüfung alternativer Verkehrsführungen, Nordumfahrung oh- ne zweite Rheinbrücke oder Südumfahrung, ganz explizit genannt. Stadtrat Dr. Fischer (KULT): Knielingen hat ein erfolgreiches „STEK“ verdient, denn dieses Stadtteilentwicklungskonzept entsteht hier in einem Stadtteil, nicht weil es der älteste Stadtteil von Karlsruhe ist, sozusagen der Vater oder die Mutter der ganzen Ge- gend, ähnlich wie Durlach, nein, dieser Stadtteil fühlt sich in meinen Augen auch zu- recht so umzingelt wie das berühmte gallische Dorf im französischen Nordwesten, wo eben die römischen Heerlager außen herum stehen. Die Knielinger empfinden es halt so. Da ist die EnBW, da ist der Müllberg, der Kompostplatz und die Raffinerie. Das Gan- ze ist genau wie beim gallischen Dorf außen herum und belagert sie. Dann muss man noch sagen, es ist ein Stadtteil, der keinen Ortschaftsrat hat und deswegen geht dort alles ein bisschen länger. Das muss man ehrlicherweise schon zugeben, ob man das be- grüßt oder ablehnt, ist eine andere Sache. Es ist dort nicht so schnell etwas zu lösen. Deswegen wäre es wichtig, dass wir diesem großen Stadtteil, der auch unheimlich viel Fläche in die Stadt Karlsruhe eingebracht hat, jetzt auch wirklich zur Seite springen und diesen Stadtteilentwicklungsprozess ernst nehmen. Ich war bei mehreren der Sitzungen dabei, und zwar nicht nur beim Verkehr. Auf den komme ich auch noch zu sprechen, auch bei Grünflächen und Stadtplanung. Ich wollte einfach nur zuhören und habe festgestellt, die Teilnehmer waren bunt gemischt. Es wa- ren nicht nur die berühmten „Nimby-Bürger“, also not in my backyard, die irgendetwas - 4 - verteidigen wollen, dass bei ihnen kein Laster vorm Haus parken darf, sondern das wa- ren Menschen, die sich mit dem Stadtteil auseinandersetzen wollten. Parallel lief noch dieser Zukunftsprozess zu Knielingen. Das hat sich sehr positiv ausgewirkt. Ich fand es sehr spannend. Deswegen bitte ich, die Debatte dort auch wirklich ernst zu nehmen, auch bei dem allerletzten Punkt, den ich nachher noch ansprechen werde. Es war auch keine Scheinbeteiligung, es darf auch keine Scheinbeteiligung sein. Das ist wiederum ein Appell an die Verwaltung, wenn man merkt, es gibt Schwierigkeiten mit Finanzen, das man das nicht irgendwie stillschweigend vergisst, sondern dass man dann klar sagt, im Moment ist das Geld nicht da, aber wir haben euch weiterhin auf der Rechnung und vergessen das nicht. Was die Knielinger da jetzt vorgeschlagen haben und wünschen, sind weiche und harte Themen, z. B. auch bei der Schul- und Kindergartensituation sehr zukunftsgerichtet, sehr spannend, sehr positiv. Dann gab es die vielen harten Sachen. Zu den weichen Sa- chen gehört z. B. auch - das fand ich ganz witzig, ich dachte immer Knielingen ist ein Stadtteil mit lauter Grün außen herum -, dass es aber kaum eine Hundeauslauffläche gibt. Das wurde mir dann auch nachgewiesen. Ich bin mit dem Fahrrad dann abgefah- ren. Das stimmt. Es ist echt schwierig, einen Hund dort irgendwo frei rennen zu lassen. Das Problem werden wir gelöst kriegen. Dann gab es die vielen verkehrlichen Probleme, die harten Sachen, Sudetenstraße wurde schon genannt. Daran müssen wir arbeiten. Natürlich auch diese drängende Schneise, deshalb auch ein stadtplanerisches Thema, die Rheinbrückenstraße. Eine Straße teilt einen Stadtteil komplett - das kenne ich auch aus Rüppurr-, deswegen auch diese Trennung, die eine meiner Vorrednerinnen an- sprach. Jetzt komme ich zum letzten Punkt, das müssen auch die Befürworter dieser seltsamen zweiten Rheinbrücke einfach anerkennen. Ich will hier keinem Vorwürfe machen, aber der Stadtteil Knielingen hat null komma null Vorteile, er hat nur Nachteile. Das muss man bei aller Ehrlichkeit dann auch im Stadtteil dort sagen, auch wenn man sich für dieses Ding - wie z. B. die CDU-Fraktion - ausspricht. Stadtrat Jooß (FDP): Knielingen war vielleicht früher ein Exklusivstadtteil, ist es im Moment leider nicht mehr. Vielleicht wird es besser. Deswegen Lob an alle Knielinger, die sich hier eingebracht haben. Wir hoffen, dass möglichst viele Punkte des Stadtteil- konzepts umgesetzt werden. Aber auch Lob an unsere städtische Volkswohnung, die sich intensiv in die Konversion eingebracht hat, trotz einiger Hürden, wie Verlagerung der Sportstätten. Immer noch nicht gelöst ist das Thema Kirche. Da lässt natürlich auch das Denkmalamt grüßen. Wir hoffen, dass es da baldmöglichst eine Lösung gibt. An- sonsten sehen wir der Entwicklung in Knielingen gerne positiv entgegen. Der Vorsitzende: Das war die letzte Wortmeldung. Wir kommen zur Abstimmung. Ich bitte um das entsprechende Zeichen. - Einstimmige Kenntnisnahme und Beauftragung, entlang dieser Linien weiter zu denken und zu entscheiden. - 5 - Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten – 5. Oktober 2016