Veränderungen des Grundwasserstandes im Stadtteil Weiherfeld-Dammerstock

Vorlage: 2016/0483
Art: Anfrage
Datum: 11.08.2016
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Offen
Erwähnte Stadtteile: Rüppurr, Weiherfeld-Dammerstock

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 20.09.2016

    TOP: 42

    Rolle: Kenntnisnahme

    Ergebnis: Kenntnisnahme

Zusätzliche Dateien

  • SPD-Grundwasserstand Weiherfeld
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister ANFRAGE SPD-Gemeinderatsfraktion vom: 08.08.2016 Vorlage Nr.: 2016/0483 Veränderungen des Grundwasserstandes im Stadtteil Weiherfeld-Dammerstock Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 20.09.2016 42 x 1. Welche Möglichkeiten sieht die Stadt, einer Gefahr durch ansteigendes Grundwasser bei wachsenden Extremwetterlagen in Zukunft auf den bebauten Flächen in unseren Stadtteilen vorzubeugen? 2. Nach welchen Kriterien werden die Überflutungsflächen zwischen Rüppurr und Weiherfeld geöffnet? Welche Rolle kann der Oberwald als mögliche Überflutungsfläche spielen? 3. Wie war der durchschnittliche Grundwasserstand vor der Stilllegung des Wasserwerks im Oberwald und wie ist er heute nach der Stilllegung? 4. Inwiefern könnte eine zeitweilige Inbetriebnahme des Wasserwerks im Oberwald bei Extrem- wetterlagen dazu beitragen, den überdurchschnittlichen Anstieg des Grundwassers in unseren Stadtteilen zu verhindern? 5. Wurde die Bevölkerung unserer Stadtteile über einen Anstieg des Grundwasserstandes regel- mäßig informiert? Begründung: In den letzten Jahren ist im Stadtteil Weiherfeld-Dammerstock ein Anstieg des Grundwasserstandes festzustellen. Dabei stellt sich angesichts der vermehrten Extremwetterlagen die Frage, welche Bedeu- tung dabei der Stilllegung des Wasserwerkes im Oberwald zukommt. Von Bedeutung für die Bewohner im Stadtteil ist dabei auch die Frage, wie der Gefahr des ansteigen- den Grundwassers zukünftig vorgebeugt werden kann. unterzeichnet von: Parsa Marvi Gisela Fischer

  • Stellungnahme TOP 42
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zur Anfrage SPD-Gemeinderatsfraktion vom: 08.08.2016 Vorlage Nr.: 2016/0483 Verantwortlich: Dez. 6 Veränderungen des Grundwasserstandes im Stadtteil Weiherfeld-Dammerstock Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 20.09.2016 42 X 1. Welche Möglichkeiten sieht die Stadt, einer Gefahr durch ansteigendes Grundwasser bei wachsenden Extremwetterlagen in Zukunft auf den bebauten Flächen in unseren Stadtteilen vorzubeugen? Die Grundwasserstände in Weiherfeld-Dammerstock schwanken witterungsbedingt und im jahreszeitlichen Wechsel bereits seit der Errichtung der Siedlung vor dem Zweiten Weltkrieg. Der Grundwasserstand wird aufgrund der Nähe zur Alb und der Geologie stark durch die Wasserführung der Alb sowie durch intensive Niederschläge beeinflusst. Aufgrund der im ers- ten Halbjahr hohen Niederschläge 2016 kam es zu einer Grundwasseranreicherung, bis Juli 2016 fiel bereits die Regenmenge des gesamten letzten Jahres. Die gemessenen Wasserspiegel in den Grundwasserpegeln liegen derzeit (Stand: 12. August 2016) dennoch im Bereich des langjährlichen Mittelwertes. Ein flächiges Absenken des Grundwasserspiegels wird daher nicht als notwendig erachtet, zu- mal damit ökologische Nachteile und eventuelle Nachteile für Gebäude verbunden sind. Die Bürgerinnen und Bürger sind aufgefordert, den natürlichen Schwankungen des Grund- wassers durch private Objektschutzmaßnahmen und Kellersanierungen entgegenzuwirken. Im Internet hat beispielsweise die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Ver- braucherschutz 2009 eine Broschüre veröffentlicht: Wie schütze ich mein Haus gegen Grundwasser? Hier werden die wesentlichen baulichen Sanierungsverfahren vorgestellt. http://www.stadtentwicklung.berlin.de/umwelt/wasser/wasserrecht/pdf/grundwasser_haussch utz.pdf Anmerkung zu Seite 12 der genannten Veröffentlichung: Der Neubau einer Dränung ist im Stadtgebiet Karlsruhe nicht zulässig und zielführend! 2. Nach welchen Kriterien werden die Überflutungsflächen zwischen Rüppurr und Wei- herfeld geöffnet? Welche Rolle kann der Oberwald als mögliche Überflutungsfläche spielen? Die Hochwasserabflussregelung der Alb erfolgt gemäß der 1983 planfestgestellten Kon- zeption mit den drei Rückhalteräumen „Westliches System“ Stauraum Weiherwald, „Mittleres System“ Salmenwiesen sowie dem “Östlichen System“ Oberwald. Das sogenannte Eto-Wehr (noch auf Gemarkung Ettlingen) steuert in Abhängigkeit vom Wasserstand der Alb am Pegel Ettlingen die Aufteilung der Abflüsse in die Alb und den Erlengraben. Mit steigenden Wasser- ständen wird zunächst das „Westliche System“ Weiherwald über den Erlengraben beauf- schlagt. Seite 2 Bei weiter ansteigendem Albpegel wird das „Mittlere System“ über die Schwelle oberhalb Brunnenstückweg beaufschlagt und füllt die Salmenwiesen. Wenn diese Systeme ausgelastet sind beziehungsweise die Alb weiter ansteigendes Hochwas- ser bringt, wird durch das Autobahnwehr (unmittelbar vor der Albquerung der Autobahn A 5) der Seegraben beaufschlagt. Damit wird dann das Östliche System Oberwald gefüllt. Der Zeitpunkt sowie die Reihenfolge der Abflussverteilung des Albhochwassers in die einzel- nen Systeme sind mit der Planfeststellung vorgegeben und entsprechend zwischen den Städten Ettlingen und Karlsruhe geregelt. 3. Wie war der durchschnittliche Grundwasserstand vor der Stilllegung des Wasser- werks im Oberwald und wie ist er heute nach der Stilllegung? Das Wasserwerk Durlacher Wald (WWDW) ist nicht stillgelegt, sondern wird weiterhin mit ei- ner jährlichen Förderleistung von rund 6.000 Kubikmeter am Tag betrieben, was eine Jahres- entnahme von 2,2 Millionen Kubikmeter entspricht. Abbildung 2 und 3 zeigen die Grundwasserspiegellagen (gemessen in Meter über Normal-Null (NN)) an den beiden Grundwassermessstellen T222 beziehungsweise T223 des Tiefbauamtes im Stadtteil Weiherfeld-Dammerstock vor dem Hintergrund der jährlichen Grundwasserent- nahmemengen durch das Wasserwerk Durlacher Wald. Der Grundwasserflurabstand (Abstand des Grundwasserspiegels zur Geländeoberkante (GOK)) beträgt dort im Mittel jeweils rund 3 Meter. In den Abbildungen sind die maximalen, minimalen sowie medianen Grundwasserstän- de im Jahr vom Zeitpunkt der Datenerhebung (1970) an bis 2016 dargestellt. Die Diagramme beschreiben somit die statistische Verteilung der Grundwasserstände sowohl innerjährlich als auch zwischen den Jahren. Zu sehen ist, dass Grundwasserstandspeaks immer in Jahren mit hoher hydrologischer Belas- tung wie 1970, 1983, 2002 und 2013 auftreten. Diese Jahre waren geprägt durch eine hohe Grundwasserneubildung aufgrund starker Niederschläge sowie Infiltrationen aus Oberflächen- gewässer. Der Verlauf der Grundwasserstände im Verhältnis zur Grundwasserentnahme durch das Wasserwerk zeigt, dass die Grundwasserverhältnisse im Stadtteil Weiherfeld-Dammerstock maßgeblich durch die großräumigen hydrologischen Bedingungen geprägt werden und weni- ger durch die Grundwasserentnahme beim Wasserwerk Durlacher Wald. Hohe Grundwasser- stände wurden jeweils gemessen, als durch das Wasserwerk Durlacher Wald ganz unterschied- liche Grundwasserentnahmen erfolgten: 1970 über 6 Millionen Kubikmeter, 1983 3,4 Millio- nen Kubikmeter, 2013 2,1 Millionen Kubikmeter. Ein signifikanter Anstieg der Grundwasser- stände in den letzten Jahren ist nicht festzustellen. Berechnungen mit dem instationären nummerischen Grundwassermodell der Stadtwerke las- sen eine Prognose zu, wie sich die Grundwasserstände im Großraum des Wasserwerks verän- dern, wenn das Wasserwerk eines Tages nicht mehr betrieben wird (siehe Abbildung 4). Bei mittleren hydrologischen Verhältnissen (wie am 31. Dezember 1989) ist dann für den Stadtteil Weiherfeld-Dammerstock mit Grundwasseraufhöhungen von 20 bis 30 Zentimeter zu rechnen. 4. Inwiefern könnte eine zeitweilige Inbetriebnahme des Wasserwerks im Oberwald bei Extremwetterlagen dazu beitragen, den überdurchschnittlichen Anstieg des Grund- wassers in unseren Stadtteilen zu verhindern? Rechnet man an den Messstellen T222 und T223 die mit dem Grundwassermodell berechnete Grundwasseraufhöhung von circa 25 Zentimeter hinzu und legt zugrunde, dass die hydrologi- Seite 3 schen Verhältnisse der letzten Jahre konstant bleiben, so kann unter der Randbedingung, dass im Wasserwerk Durlacher Wald dauerhaft kein Grundwasser entnommen werden würde, eine Prognose zur Entwicklung der dortigen Grundwasserstände in den nächsten 10 Jahren erfol- gen. Die Abbildungen 5 und 6 zeigen diese Prognosen. Es deutet sich an, dass sich die Grundwasserverhältnisse im Stadtteil Weiherfeld-Dammerstock unter diesen Bedingungen nur unwesentlich verändern würden. Die Grundwasserverhältnisse im Stadtteil blieben auf einem den bisherigen Zuständen vergleichbaren Niveau. Dies verdeutlicht bereits, dass eine zeitweili- ge Inbetriebnahme des Wasserwerks Durlacher Wald mit der aus Qualitätssicherungsgründen maximal möglichen Entnahmemenge von 6.000 Kubikmeter/Tag nur von marginalem Einfluss auf die Grundwasserstände wäre. Dies gilt umso mehr vor dem Hintergrund des zeitlichen Ver- satzes. Mit Einsetzen der Förderung im Wasserwerk würde es noch 6 bis 8 Wochen dauern, bis im circa 1.000 Meter entfernten Stadtteil Weiherfeld-Dammerstock die maximal mögliche Grundwasserabsenkung (20 bis 30 Zentimeter) erreicht werden würde. 5. Wurde die Bevölkerung unserer Stadtteile über einen Anstieg des Grundwasserstan- des regelmäßig informiert? Für die Bevölkerung Karlsruhes gibt es also umfassende Möglichkeiten sich über die Entwick- lung der Grundwasserstände in Karlsruhe zu informieren. Der subjektiv wahrgenommene Grundwasseranstieg wurde mit dem Bürgerverein wiederholt besprochen. In der Bürgerversammlung 2015 wurde an Herrn Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup aus dem Publikum der Wunsch herangetragen, die Grundwasserpegel des Tiefbau- amtes online und kostenfrei zur Einsicht bereitzustellen. Diese Anregung wurde inzwischen umgesetzt. Seit Juni dieses Jahr bietet auch die Stadt Karlsruhe auf ihrer Website Informatio- nen zu 76 Grundwassermessstellen im Stadtgebiet und den dort gemessenen Grundwasser- ständen an. Grundwasserpegel online Link-Adresse: www.karlsruhe.de/b3/bauen/tiefbau/entwaesserung/kanalnetz.de Die Hochwasserabflüsse in der Alb sowie die Überschwemmungsflächen in den Salmenwiesen und im Oberwald wurden wiederholt in der Presse publiziert. Die Stadtwerke Karlsruhe GmbH und das Tiefbauamt informieren nach Maßgabe des Umwel- tinformationsgesetzes über die Entwicklung der Grundwasserstände an den eigenen Grund- wassermessstellen, sofern sie darum angefragt werden. Auch das Landesamt für Umwelt, Messungen und Naturschutz (LUBW) informiert über ihr online-Portal über die hydrologische Entwicklung im Land einschließlich der Grundwasserstände. Für den Raum Karlsruhe/Ettlingen wird das LUBW-Messstelle GWM F 0173/260-0 Gewann Birkheck Scheibenhardt beobachtet und fortlaufend Prognosen für die zukünftige Entwicklung der Grundwasserstände dort ange- strengt. Seite 4 Abbildung 1: Lageplan zu Grundwassermessstellen im westlichen Schutzgebiet des Wasserwerks Durlacher Wald. Abbildung 2: Grundwasserspiegellagen an der Grundwassermessstelle T222 im Stadtteil Weiherfeld- Dammerstock vor dem Hintergrund der jährlichen Grundwasserentnahmemengen durch das Was- serwerk Durlacher Wald. 0 2000000 4000000 6000000 8000000 10000000 12000000 108 109 110 111 112 113 114 115 116 19501955196019651970197519801985199019952000200520102015 Fördermenge [m 3 ] Grundwasserstand NN - Höhe [m] FördermengeT222 maxT222 medT222 minGOK Seite 5 Abbildung 3: Grundwasserspiegellagen an der Grundwassermessstelle T223 im Stadtteil Weiherfeld- Dammerstock vor dem Hintergrund der jährlichen Grundwasserentnahmemengen durch das Was- serwerk Durlacher Wald. Abbildung 4: Isolinien zur Aufhöhung des Grundwasserstandes bei dauerhafter Außerbetriebnahme des Werkes im Einflussbereichs des Wasserwerks Durlacher Wald. 0 2000000 4000000 6000000 8000000 10000000 12000000 109 110 111 112 113 114 115 116 19501955196019651970197519801985199019952000200520102015 Fördermenge [m 3 ] Grundwasserstand NN - Höhe [m] FördermengeT223 maxT223 medT223 minGOK Seite 6 Abbildung 5: Prognose zur Entwicklung der Grundwasserstände bei T222 ohne Betrieb des Wasser- werks Durlacher Wald. Abbildung 6: Prognose zur Entwicklung der Grundwasserstände bei T223 ohne Betrieb des Wasser- werks Durlacher Wald. 0 2000000 4000000 6000000 8000000 10000000 12000000 108 109 110 111 112 113 114 115 116 1950195519601965197019751980198519901995200020052010201520202025 Fördermenge [m 3 ] Grundwasserstand NN - Höhe [m] FördermengeT222 maxT222 medT222 minGOK 0 2000000 4000000 6000000 8000000 10000000 12000000 109 110 111 112 113 114 115 116 1950195519601965197019751980198519901995200020052010201520202025 Fördermenge [m 3 ] Grundwasserstand NN - Höhe [m] FördermengeT223 maxT223 medT223 minGOK

  • Protokoll TOP 42
    Extrahierter Text

    NIEDERSCHRIFT Stadt Karlsruhe Gremium: 28. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: 20. September 2016, 15:30 Uhr Öffentlich Ort: Bürgersaal des Rathauses Vorsitzende/r: Erster Bürgermeister Wolfram Jäger 41. Punkt 42 der Tagesordnung: Veränderungen des Grundwasserstandes im Stadt- teil Weiherfeld-Dammerstock Anfrage des Stadtrats Parsa Marvi und der Stadträtin Gisela Fischer (SPD) sowie der SPD-Gemeinderatsfraktion vom 8. August 2016 Vorlage: 2016/0483 Beschluss: Kenntnisnahme von der Stellungnahme der Verwaltung Abstimmungsergebnis: keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 42 zur Behandlung auf und stellt fest, die Stellungnahme der Verwaltung liege vor, der Gemeinderat habe Kenntnis genommen. (Keine Wortmeldung) Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 7. Oktober 2016