Entwicklungen im Badischen Staatstheater
| Vorlage: | 2016/0369 |
|---|---|
| Art: | Anfrage |
| Datum: | 20.06.2016 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Offen |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
Beratungen
- Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 19.07.2016
Rolle: Kenntnisnahme
Ergebnis: Kenntnisnahme
Zusätzliche Dateien
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Extrahierter Text
Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zur Anfrage Stadtrat Friedemann Kalmbach (GfK) Stadtrat Eduardo Mossuto (Gf ́K) vom: 17.06.2016 Vorlage Nr.: Verantwortlich: 2016/0369 Dez. 2 Entwicklungen im Badischen Staatstheater Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis Gemeinderat 19.07.2016 42 x 1. Wie haben sich die Zuschüsse der Stadt an das Staatstheater in den letzten zehn Jahren entwickelt? (Absolute Zahlen und Erhöhung in Prozent) * ab 2007 "Teilhaushalt 4100: Kultur"; die (scheinbare) Etatdifferenz zum DHH 2007/2008 ergab sich durch Umstellung von der Kameralistik auf den Produktplan im Rahmen des „Neuen Kommunalen Haushaltsrechts“. Erläuterung: Die Erhöhungen beim Badischen Staatstheater berücksichtigen in der Regel ausschließlich die Tarifsteigerungen. Bei einem Anteil der Personalkosten am Gesamtetat von fast 85 % fallen die Tarifsteigerungen sehr stark ins Gewicht. Haushalts- jahr Zuschuss für Badisches Staatstheater (inkl. Bauunterhalt etc.) Steigerung zum Basis- Jahr 2002 Nachrichtlich: Entwicklung Tariferhöhungen Euro % % 2002 18.140.800 100,00 100,00 2003 18.053.100 99,52 102,40 2004 18.601.800 102,54 104,46 2005 19.282.100 106,29 Einmalzahlungen 2006 19.343.700 106,63 Einmalzahlungen 2007 * 18.899.600 104,18 Einmalzahlungen 2008 * 19.055.600 105,04 107,49 2009 * 19.634.200 108,23 110,71 2010 * 19.634.200 108,23 112,04 2011 * 20.228.174 111,51 113,72 2012 * 20.094.000 110,77 115,88 2013 * 21.474.900 118,38 118,95 2014 * 21.656.700 119,38 122,46 2015 * 23.144.200 127,58 125,03 Ergänzende Erläuterungen Seite 2 a. Wie hoch ist der Zuschussbedarf pro Theaterplatz im Vergleich zu anderen deutschen Theatern? Die vom Deutschen Bühnenverein, dem Bundesverband der Theater und Orchester jährlich her- ausgegebene Theaterstatistik, die als Grundlage für alle Fragen zu den Zahlen im und um das Theater gelten darf, vermerkt für die Spielzeit 2013/2014 einen Betriebszuschuss pro Besucher in Karlsruhe von 136,87 Euro (2012/13: 132,13 Euro; 2011/12: 146,05 Euro; 2010/11: 142,79 Euro), im Vergleich dazu für Mannheim einen Betriebszuschuss pro Besucher von 130,06 Euro und für Stuttgart 161,83 Euro. Es ist jedoch anzumerken, dass aufgrund von Un- terschieden in den Strukturen der Betriebe (zum Beispiel bei Gebäudeunterhalt, Auslagerung von Leistungen, Leistungsverrechnung und Anderem) die Zahlen bedingt vergleichbar sind. Weitere Mehrspartenhäuser: Theater Augsburg: 105,29 Staatstheater Braunschweig: 125,16 Städt. Theater Chemnitz: 145,67 Staatstheater Darmstadt: 137,27 Theater Freiburg: 144,87 Theater Heidelberg: 115,24 Staatstheater Kassel: 136,19 Theater Magdeburg: 145,68 Staatstheater Nürnberg: 118,22 Oldenburgisches Staatstheater.: 131,29 Theater Pforzheim: 95,59 Rostock, Volkstheater: 164,09 Staatstheater Saarbrücken: 160,00 Zur Erläuterung: Das Badische Staatstheater und die Württembergischen Staatstheater sind die beiden einzigen Staatstheater in Baden-Württemberg. Beide werden je hälftig vom Land und den Städten Karlsruhe beziehungsweise Stuttgart finanziert. Auf der Basis des Staatsvertrags zwischen dem Land und der Stadt Karlsruhe ist die Stadt zur hälftigen Übernahme der im Staatshaushalt veranschlagten Kosten für das Badische Staatstheater verpflichtet. Indem das Land die Hälfte der Kosten am Badischen Staatstheater übernimmt, ergibt sich für die Stadt Karlsruhe eine weitaus günstigere Kostenlage als für die Stadt Mannheim. Deren Nationalthea- ter ist aufgrund der Größe und der Struktur mit dem Badischen Staatstheater zwar vergleichbar, Mannheim muss jedoch einen weitaus höheren städtischen Anteil übernehmen. Das Badische Staatstheater erhält rund die Hälfte der Zuschüsse des Württembergischen Staats- theaters. Die weiteren Theater in Baden-Württemberg, etwa Heidelberg, Pforzheim, Mannheim und Frei- burg, sind Kommunaltheater. Der Blick auf andere Städte zeigt, dass das Badische Staatstheater einen Zuschussbedarf pro Besucher hat, der sich im „Mittelfeld“ bewegt. In den letzten vier Jahren wurden die Eintrittspreise zweimal erhöht und zudem eine Änderung des Saalplans vorgenommen, um die Einnahmen zu steigern. Bei den Händelfestspielen konnten durch massive Preiserhöhungen die Einnahmen verdoppelt werden. Damit war es möglich, den Eigenfinanzierungsanteil deutlich zu steigern. Die nächste Erhöhung der Eintrittspreise steht zur Spielzeit 2016/17 an; weitere sind beabsich- tigt. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 2. Wie haben sich die Einnahmen im Verlaufe der vergangenen zehn Jahre entwi- ckelt? Spielzeiten 2005/2006 2006/2007 2007/2008 2008/2009 2009/2010 Karteneinnahmen 3.589.792,68 3.790.564,05 3.797.579,77 3.555.342,00 3.651.312,10 2010/2011 2011/2012 2012/2013 2013/2014 2014/2015 4.186.565,35 3.888.213,96 4.610.899,90 4.511.416,30 4.480.352,50 ab 2011/12 Intendanz Peter Spuhler 3. Stellen Sie die Personalentwicklung der vergangenen zehn Jahre dar; Stellenzah- len und Kosten. a. für die Führungsebene b. Gesamt Führungsebene* 2005/06 06/07 07/08 08/09 09/10 10/11 11/12 12/13 13/14 14/15 Generalintendant 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 Verwaltungsdirektor 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 Operndirektor/in 1 1 1 1 Ballettdirektorin 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 Schauspieldirektor 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 Generalmusikdirektor 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 Orchestergf./-direktor 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 Betriebsdirektor/in 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 Chefdramaturg** 1 1 1 Technischer Direktor 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 Ausstattungsleiter 1 1 1 1 1 1 Ltg. Junges Staatsth. 1 1 1 1 * Darstellung nach Systematik der Theaterstatistik des Deutschen Bühnenvereins. ** Mit Beginn der Spielzeit 2016/17 wird die Position des Chefdramaturgen wiederbesetzt. Die Besetzung von Positionen erfolgt jeweils kostenneutral aus Mitteln durch Umverteilung. Zusätzli- che Mittel wurden nicht zur Verfügung gestellt. Ergänzende Erläuterungen Seite 4 Die seit 2016 neue Position des Kaufmännischen Direktors wird zu gleichen Teilen von Stadt und Land sowie aus Mitteln des Theaters finanziert. Aufgrund des Generalintendantenmodells ist das Badische Staatstheater Karlsruhe deutlich kosten- günstiger als die Württembergischen Staatstheater Stuttgart und das Nationaltheater Mannheim. Entwicklung der Stellen (laut Staatshaushaltsplan): 2005 2006 2007 2008* 2009 2010 2011 2012 2013 2014**** 2015 Verwaltung inkl. Beamte 30,5 31,5 31,5 34,5 34,5 34,5 34,5 34,5 34,5 36,5 36,5 Technik (TV-L) * 218 218 218 215 215 215 215 215 215 215 215 Chor 50 50 50 50 50 50 50 50 50 50 50 Orchester ** 94 94 94 94 94 94 94 94 94 94 94 Ballett *** 16 12 8 8 6 6 6 6 6 6 6 Stellen gesamt: 408,5 405,5 401,5 401,5 399,5 399,5 399,5 399,5 399,5 401,5 401,5 * neue Zuordnung vorhandener Stellen durch Einführung TV-L (vorher MTArb und BAT) ** zuzüglich 5 Sonderverträge *** Umwandlung von festen Haushaltsstellen in Positionen. **** Aufgrund Betriebsumwandlung zwei neue Stellen Finanzbuchhaltung und Controlling Personalkosten in T € 2005 2006 2007 2008 2009 A) Stellen: Festpersonal und Aushilfen 21.523,2 21.629,5 21.506,8 21.450,1 22.025,5 B) Mittelstellen 12.290,9 12.731,2 12.688,8 13.030,6 13.459,6 Gesamtkosten (o. Rückstellungen, Beihilfen) 33.814,1 34.360,7 34.195,6 34.480,7 35.485,1 Tariferhöhungen durchschnittl. in %: Einmalzahlg. Einmalzahlg. Einmalzahlg. 2,90 3,00 A: Kosten für stellengebundenes nichtkünstlerisches und künstlerisches Personal und Aushilfen B: Mittel für sog. Positionen künstlerischer Mitarbeiter, inkl. Spartenleitern (außerhalb Stellenplan) 2010 2011 2012 2013 2014 2015 A) 22.884,6 23.024,6 23.740,4 24.269,2 24.588,9 24.796,1 B) 14.049,3 14.691,4 14.606,5 14.604,2 14.896,2 15.407,7 36.933,9 37.716,0 38.346,9 38.873,4 39.485,1 40.203,8 1,20 1,50 1,90 2,65 2,95 2,10 Ergänzende Erläuterungen Seite 5 4. Stellen Sie die Einsparbemühungen des Badischen Staatstheaters der letzten Jahre dar. Aufstellung der Einsparungsauflagen aus der Aufstellung des Haushalts und den Auflagen aus dem Vollzug von 2005 bis 2010. Darüber hinaus waren bereits in den Jahren 1993 - 2004 Ein- sparungen in Höhe von 5.530.700 Euro erfolgt: 2005: 352.000 Euro Globale Minderausgabe 82.000 Euro für den Abbau von 2 Stellen 2006: 302.000 Euro Globale Minderausgabe 82.000 Euro für den Abbau von 2 Stellen 2007: 328.000 Euro Globale Minderausgabe 82.000 Euro für den Abbau von 2 Stellen 2008: 152.000 Euro Globale Minderausgabe 82.000 Euro für den Abbau von 2 Stellen 2009: 152.000 Euro Globale Minderausgaben 2010: Kürzung der Sachkosten um 300.000 Euro Gesamteinsparung 2005-2010: 1.914,000 Euro 2011/12 wurde das „Junge Staatstheater“ als neue Kinder- und Jugendtheatersparte gegründet und damit ein zusätzliches Angebot geschaffen, das auch zu einer Steigerung der Gesamtvor- stellungszahlen führte. Das „Junge Staatstheater“ wurde aus dem laufenden Budget finanziert. 5. Was sind die Befürchtungen durch die zu erwartenden Kürzungen? Der aufgrund der Haushaltsstabilisierung geforderte Einsparbeitrag für die Jahre 2017 bis 2022 in Höhe von 5,480 Millionen Euro, der sich durch die paritätische Finanzierung mit dem Land auf einen Gesamtbetrag von insgesamt 10,961 Millionen Euro erhöht, ist nur durch Personalabbau und gravierende Einschnitte in die Gesamtstruktur des Hauses zu realisieren, was in seinen Auswirkungen einem vollständigen Strategiewechsel beim Badischen Staatstheater gleichkommt. Weder durch eine pauschale Senkung der Produktionsanzahlen noch eine deutliche Verringerung der Vorstellungszahlen, die beide zu Einnahmeverlusten und der Schädi- gung des Abonnementsystems führen würden, kann der beabsichtigte Einsparbetrag erbracht werden. Ergänzende Erläuterungen Seite 6 Selbst nach Aufgabe aller „Extras“ (darunter Händel-Festspiele, Premières, Opernball, Operngalas, Ballettgala) und dem Verzicht auf das „Junge Staatstheater“, die Theater- pädagogik und das Volkstheater müssten zusätzliche Arbeitsplätze wegfallen. In dieser Konsequenz kann es zum Verlust von mindestens 300.000 Zuschauern und ca. 5 Millionen Euro Einnahmen in den Jahren 2017 bis 2022 führen. Ungeachtet des negativen überregionalen Echos und des Imageverlusts droht das Badi- sche Staatstheater gegenüber dem Nationaltheater Mannheim und dem Württembergi- schen Staatstheater Stuttgart dadurch in eine „Abwärtsspirale“ zu geraten.
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Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister ANFRAGE Stadtrat Friedemann Kalmbach (GfK) Stadtrat Eduardo Mossuto (GfK) vom: 17. Juni 2016 Vorlage Nr.: 2016/0369 Entwicklungen im Badischen Staatstheater Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 19.07.2016 42 x 1. Wie haben sich die Zuschüsse der Stadt an das Staatstheater in den letzten zehn Jahren entwi- ckelt? (Absolute Zahlen und Erhöhung in Prozent) a. Wie hoch ist der Zuschussbedarf pro Theaterplatz im Vergleich zu anderen deutschen Theatern? 2. Wie haben sich die Einnahmen im Verlaufe der vergangenen zehn Jahre entwickelt? 3. Stellen Sie die Personalentwicklung der vergangenen zehn Jahre dar; Stellenzahlen und Kos- ten. a. Für die Führungsebene. b. Gesamt. 4. Stellen Sie die Einsparbemühungen des Badischen Staatstheaters der letzten Jahre dar. 5. Was sind die Befürchtungen durch die zu erwartenden Kürzungen? Begründung: Im Rahmen der Einsparbemühungen der Stadt Karlsruhe wurde dem Badischen Staatstheater mitge- teilt, dass im Jahre 2017 zunächst 2% des städtischen Zuschusses gekürzt werden. Später sollte eine weitere Kürzung erfolgen, damit die Summe der Kürzungen im Doppelhaushalt 2017/18 dem glei- chen Niveau von anderen Einrichtungen, z.B. im Sozialbereich entspricht. Die Reaktionen auf den Sparkurs der Stadt waren oft nicht sehr objektiv. In Leserbriefen der BNN und vielen Äußerungen an anderer Stelle wurde z.B. vom Kahlschlag der Kulturlandschaft gesprochen. Emotional kocht in diesen Tagen vieles hoch, was aus Ängsten und zum Teil auch aus Unkenntnis heraus behauptet und vermutet wird. Damit die Diskussion versachlicht wird, möchte Gemeinsam für Karlsruhe reale Zahlen von der Stadtverwaltung wissen. Nur mit diesen kann objektiv diskutiert und gestritten wenden. Gemeinsam für Karlsruhe möchte hiermit einen Beitrag leisten, die objektiven Kennzahlen des Badi- schen Staatstheaters bekannt und damit transparent zu machen. unterzeichnet von: Friedemann Kalmbach Eduardo Mossuto
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NIEDERSCHRIFT Stadt Karlsruhe Gremium: 26. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: 19. Juli 2016, 15:30 Uhr Öffentlich Ort: Bürgersaal des Rathauses Vorsitzende/r: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 46. Punkt 42 der Tagesordnung: Entwicklungen im Badischen Staatstheater Anfrage der Stadträte Friedemann Kalmbach und Eduardo Mossuto (GfK) vom 17. Juni 2016 Vorlage: 2016/0369 Beschluss: Einverstanden mit Stellungnahme der Verwaltung Abstimmungsergebnis: keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 42 zur Behandlung auf und stellt fest, die Stellungnahme der Verwaltung liege vor, der Gemeinderat habe Kenntnis genommen. (Keine Wortmeldung) Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt – Ratsangelegenheiten – 3. August 2016