Bessere Luft durch Mooselemente

Vorlage: 2016/0290
Art: Antrag
Datum: 17.05.2016
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Offen
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 21.06.2016

    TOP: 27

    Rolle: Entscheidung

    Ergebnis: vertagt

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 19.07.2016

    TOP: 25

    Rolle: Entscheidung

    Ergebnis: mit Stellungnahme einverstanden

Zusätzliche Dateien

  • GRÜNE-Mooselemente
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister ANTRAG GRÜNE-Gemeinderatsfraktion vom 12. Mai 2016 Vorlage Nr.: 2016/0290 Bessere Luft durch Mooselemente Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 19.07.2016 25 x 1. Die Verwaltung führt auf, wie sie die Chancen der Installation von Mooselementen wie Citytrees oder Mooswände bewertet, um damit die Luft in der Karlsruher Innenstadt zu verbessern. 2. Die Verwaltung prüft, an welchen Orten in der Innenstadt oder feinstaubintensiven Gebieten Mooselemente installiert werden können und richtet ein Testelement ein. Die Feinstaub- und Stickoxid-Belastung ist in vielen deutschen Städten problematisch und wird auch in den kommenden Jahren für die Stadt Karlsruhe akut sein. Die Arbeitsgemeinschaft Karlsruher Kinder- und Jugendärzte hatte schon 2007 aus gesundheitlichen Gründen vor Feinstaub gewarnt. Moose haben ein beträchtliches Potential zur Reduzierung von Feinstaub und Stickoxiden. Durch die große wirksame Oberfläche von Moosen wird sehr viel Staub aus der Luft gebunden und kann zum Pflanzenwachstum verwertet werden. In Laborversuchen der Universität Bonn konnten Werte von 200 g Feinstaubaufnahme pro Quadratmeter Moosmatte innerhalb weniger Stunden festgestellt werden. Mooselemente werden beispielsweise in Bonn und Stuttgart als Straßenrandbepflanzung oder in Oslo als sogenannte „Citytrees“ zur Luftverbesserung eingesetzt. Auch Berlin will Citytrees in Modellbezirken aufstellen lassen. Die Stadt Karlsruhe hat in den vergangenen Jahren bereits Maßnahmen zur Feinstaubreduzierung ergriffen, wie das Fahrverbot von feinstaubintensiven Fahrzeugen in der Umweltzone oder Baumpflanzungen. Die Integration von Mooselementen kann als Bestandteil der städtischen Vegetation vor allem in der kalten Jahreszeit, wenn Laubbäume keine Luftfilterwirkung haben, die Luft verbessern. Darüber hinaus ist es möglich, Mooselemente auch an Orten anzubringen oder aufzustellen, wo beispielsweise wegen Tiefbauinfrastrukturen die Pflanzung von Bäumen nicht möglich ist. Neben gesundheitlichen Gründen und der Reduzierung von Feinstaub sprechen auch positive Effekte auf das Mikroklima durch Verdunstungskälte, Schallschutzaspekte und eine optische Aufwertung des Straßenbilds für die Installation von Mooselementen. Ein Citytree der Firma Green City Solutions sammelt nach Herstellerangaben beispielsweise jährlich 73 Kilogramm Feinstaub, was der Feinstaubfilterwirkung von 275 gewöhnlichen Straßenbäumen entspricht. Er bindet jährlich etwa 30 Kilogramm Kohlendioxid, etwa so viel wie 20 Bäume. Die Kosten pro Anlage belaufen sich auf etwa 25.000 Euro inklusive Werbeoberfläche. Sachverhalt / Begründung: Seite 2 Citytree in Oslo (Quelle: http://www.trendsderzukunft.de/mooswaende-reinigen-die-stadtluft-von- oslo-von-feinstaub-und-stickoxiden/2015/10/07/) unterzeichnet von: Johannes Honné Zoe Mayer Dr. Ute Leidig Renate Rastätter

  • Stellungnahme TOP 25
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zum Antrag GRÜNE-Gemeinderatsfraktion vom: 12.05.2016 Vorlage Nr.: 2016/0290 Verantwortlich: Dez. 6 Bessere Luft durch Mooselemente Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 19.07.2016 25 x Kurzfassung Die Stadtverwaltung schlägt vor, zunächst die Pilotversuche anderer Städte abzuwarten. Die Aufstellung eines Testelementes wird daher zum jetzigen Zeitpunkt nicht befürwortet. Finanzielle Auswirkungen des Antrages (bitte ankreuzen) x nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Haushaltsmittel stehen Wählen Sie ein Element aus. Kontierungsobjekt: Wählen Sie ein Element aus. Kontenart: Ergänzende Erläuterungen: ISEK-Karlsruhe-2020-relevant x nein ja Handlungsfeld: Wählen Sie ein Element aus. Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) x nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften x nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 1. Die Verwaltung führt auf, wie sie die Chancen der Installation von Moosele- menten wie Citytrees oder Mooswände bewertet, um damit die Luft in der Karlsruher Innenstadt zu verbessern. 2. Die Verwaltung prüft, an welchen Orten in der Innenstadt oder feinstaubinten- siven Gebieten Mooselemente installiert werden können und richtet ein Testelement ein. Der Stadtverwaltung ist das System bekannt. Der Hersteller hatte im vergangenen Jahr bei ver- schiedenen Dienststellen für sein Produkt geworben. Unter dem Aspekt der Schadstofffilterung wird der Einsatz von Moosen insbesondere entlang stark befahrener Straßen aufmerksam ver- folgt. Bislang liegen der Stadtverwaltung allerdings noch keine unabhängigen Ergebnisse für dieses Produkt aus dem Praxiseinsatz vor. Es wird daher vorgeschlagen, zunächst die Pilotversu- che und Erfahrungsberichte anderer Städte (Jena, Oslo, Hongkong) abzuwarten, um Informati- onen zu erhalten, inwieweit die Wirkungen von CityTree-Elementen im Realeinsatz den Herstel- lerangaben entsprechen. Die Aufstellung eines Testelementes wird daher zum jetzigen Zeit- punkt nicht befürwortet. Aktuell ist das Regierungspräsidium Karlsruhe in die Fortschreibung des Luftreinhalteplans ein- gestiegen. In enger Abstimmung mit der Stadt ist es das erklärte Ziel, insbesondere die Stick- stoffdioxid-(NO ² )Konzentrationen zu senken, deren Grenzwert kontinuierlich überschritten ist. Ein wichtiger Baustein zur Verbesserung der Luftqualität ist dabei der Verkehrsentwicklungsplan (VEP). Nach den Ergebnissen der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden- Württemberg (LUBW) liegen die Immissionskonzentrationen für Feinstaubpartikel der Größe PM 10 und PM 2,5 hingegen deutlich unterhalb der geltenden Grenzwerte. Damit besteht in Karls- ruhe kein akuter Handlungsbedarf bei der Feinstaubbelastung. Das Projekt "CityTree" hebt neben der Filterfunktion von Schadstoffen zudem die mikroklimati- sche Wohlfahrtswirkung der "CityTrees" hervor, die sicher gerade für den Innenstadtbereich an Bedeutung gewinnt. Allerdings wird aus Sicht der Verwaltung die isolierte Aufstellung der Ele- mente in den überwiegend engen und zunehmend anspruchsvoll gestalteten Innenstadträumen kritisch gesehen. Aus stadtgestalterischen Gründen wird die Integration von Mooselementen in Dach und Fassade von angrenzenden Gebäuden bevorzugt. Unabhängig hiervon ist es weiterhin Ziel der städtischen Stadt- und Grünplanung, die heute bestehende Anzahl von ca. 71.000 Straßenbäumen zukünftig weiter zu erhöhen, um so ent- sprechende bioklimatische Gunsträume zur Verfügung zu stellen. Neben der Verdunstungsleis- tung kommt hier insbesondere auch die Beschattung gegenüber direkter Sonneneinstrahlung zum Tragen.

  • Protokoll TOP 25
    Extrahierter Text

    NIEDERSCHRIFT Stadt Karlsruhe Gremium: 26. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: 19. Juli 2016, 15:30 Uhr Öffentlich Ort: Bürgersaal des Rathauses Vorsitzende/r: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 30. Punkt 25 der Tagesordnung: Bessere Luft durch Mooselemente Antrag der Stadträtinnen und Stadträte Johannes Honné, Zoe Mayer, Dr. Ute Leidig und Renate Rastätter (GRÜNE) sowie der GRÜNE-Gemeinderatsfraktion vom 12. Mai 2016 Vorlage: 2016/0290 dazu: Ergänzungsantrag der Stadträte Lüppo Cramer, Erik Wohlfeil, Max Braun, Dr. Eberhard Fischer und Uwe Lancier (KULT) sowie der KULT- Gemeinderatsfraktion vom 12. Juli 2016 Vorlage: 2016/0444 Beschluss: Einverstanden mit Stellungnahme der Verwaltung; Ergänzungsantrag mit Stellungnah- me erledigt Abstimmungsergebnis: keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 25 zur Behandlung auf und verweist auf die vorliegenden Stellungnahmen der Verwaltung. Stadträtin Mayer (GRÜNE): Feinstaubreduzierung, ein besseres Mikroklima, Grün in der Innenstadt für Menschen und Insekten, was Moose aus wissenschaftlicher Perspek- tive und aus Laborversuchen versprechen, das hört sich für uns nach einem gestalterisch wertvollen Element für eine moderne Stadtplanung an. Leider geht die Verwaltung in der Stellungnahme auf unseren Antrag fast ausschließlich auf die von uns eher exemp- larisch genannten Citytrees ein. Die waren von uns eher gedacht, um ein Beispiel zu geben, wie so etwas in der Umsetzung letztlich aussehen kann. Es gibt natürlich noch ganz viele andere Wege, Moose einzubringen, z. B. mit Fassadenelementen oder auch mit Mooswänden. Die Verwaltung sagt in ihrer Stellungnahme, dass sie vor allem Bäume im Stadtgebiet pflanzen möchte. Das ist eine Maßnahme, die wir voll umfänglich und nachdrücklich - 2 - unterstützen möchten. Moose sollen hier nicht in Konkurrenz stehen, sondern wir dach- ten eher, es könnte noch eine Möglichkeit sein, ein bisschen weiter zu denken. Gerade auch in Gebieten, in Straßenzügen, wo z. B. aufgrund dichter Bodeninfrastruktur die Pflanzung von Bäumen nicht möglich ist, könnten neue Elemente helfen, das Mikrokli- ma zu verbessern. Wir wissen aus wissenschaftlicher Perspektive mittlerweile auch, dass viele kleine, dezentrale Elemente für das Mikroklima wertvoller sind, als größere zentrale Grünflächen. Wir würden uns wünschen, dass die Verwaltung vielleicht Moose im Hinterkopf behält, wenn es um solche Straßenzüge geht. Ansonsten können wir mit der Antwort der Ver- waltung leben. Wir würden uns sehr wünschen, dass wir, sobald Erkenntnisse und Eva- luationen aus anderen Städten zu diesem Thema vorliegen, diese im Ausschuss für Umwelt und Gesundheit vorgelegt bekommen. Was den Ergänzungsantrag der KULT angeht, da geht die Stellungnahme der Verwal- tung sehr ausreichend darauf ein. Sollten hier neue Erkenntnisse bestehen, gerne auch im Ausschuss. Stadtrat Maier (CDU): Das fällt mal wieder unter die Kategorie „Bundesweiter grüner Ideenpool mit Überstülpungsziel auf alle Kommunen“. Auch wenn es sicherlich ganz schön aussehen könnte, so sehen wir hier keinen wesentlichen Mehrwert. Wir haben es eher mit den echten, den richtigen Bäumen, die in unserem Stadtbild stehen und ver- mehrt angepflanzt werden sollen. Von daher begrüßen wir die Antwort der Verwaltung und lehnen diesen Antrag ab. Stadtrat Dr. Fechler (SPD): Der Nutzen und die Zweckmäßigkeit von Fassadenbegrü- nung mit oder ohne Moos für ein gesundes Stadtklima sind allgemein bekannt und war schon mehrfach Thema hier im Haus. Inwieweit einzelne solitäre Maßnahmen, wie in dem Antrag dargelegt, wegweisend und zielführend sind, sei dahingestellt. Aus unserer Sicht wäre es sinnvoller, wenn dieses Thema in den zuständigen Ausschüs- sen, d. h. Ausschuss für Umwelt und Gesundheit und Planungsausschuss einmal thema- tisiert werden würde, im Sinne eines Konzepts zur Fassadenbegrünung und auch wie Einrichtungen, wie der Gestaltungsbeirat, für die Thematik sensibilisiert werden. Von daher zeigen wir uns mit der Antwort der Verwaltung zufrieden und würden aber gern dieses Thema in den entsprechenden Gremien noch weiter verfolgen. Stadtrat Høyem (FDP): Unsere grünen Kollegen möchten gerne die private Firma Green City Solutions promovieren. Das finden wir Liberalen hervorragend, weil viele private Firmen intelligente Lösungen für Klimaprobleme finden. Diese private Firma sol- len wir unterstützen. Unsere Stadtverwaltung kennt das System bereits. Der Hersteller hatte im vergangenen Jahr bei verschiedenen Dienststellen für sein Produkt geworben. Auch das finden wir Liberale sehr gut. Jetzt möchte die Verwaltung abwarten, um aus unabhängigen Ergebnissen dieses Pro- dukts im Praxiseinsatz zu erfahren, inwieweit die Wirkungen von Citytree-Elementen im Realeinsatz den Herstellerangaben entsprechen. Etwas vorsichtig, aber wohl eigentlich ganz klug. - 3 - Ein wichtiger Grund für diesen Antrag ist die Feinstaubbelastung, die wir auch hier in Karlsruhe bekämpfen, offenbar mit großem Erfolg. Denn die Emissionskonzentration von Feinstaubpartikeln liegt deutlich unterhalb der geltenden Grenzwerte. Damit be- steht in Karlsruhe kein akuter Handlungsbedarf bei der Feinstaubbelastung. Das ist gut. Eine sehr fröhliche Botschaft, die die Grünen weiter verbreiten sollten. Der Vorsitzende: Ich habe es so verstanden, dass die Grünen mit der Antwort zufrie- den sind und abwarten, was aus den anderen Städten berichtet wird. Dabei können wir es belassen. Das sehen Sie auch alle so. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt – Ratsangelegenheiten – 3. August 2016