KEG Karlsruhe Event GmbH: Temporäre Ersatzinfrastruktur für Sportveranstaltungen in der Saison 2016/2017 und der Saison 2017/2018
| Vorlage: | 2016/0284 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 11.05.2016 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Offen |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
Beratungen
- Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 21.06.2016
Rolle: Entscheidung
Ergebnis: mehrheitlich beschlossen
Zusätzliche Dateien
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Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister BESCHLUSSVORLAGE Vorlage Nr.: 2016/0284 Verantwortlich: Dez. 1 KEG Karlsruhe Event GmbH; Temporäre Ersatzinfrastruktur für Sportveranstaltungen in der Saison 2016/2017 und in der Saison 2017/2018 Beratungsfolge dieser Vorlage Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis Gemeinderätliche Kommission KEG 01.06.2016 x Zustimmung vorbehaltlich der Ver- ringerung des Zuschussbedarfs um 200.000 € durch Tribünenbranding und einen finan- ziellen Beitrag eines Freundeskreises. Hauptausschuss 14.06.2016 9 x vorberaten Gemeinderat 21.06.2016 10 x genehmigt Beschlussantrag Der Gemeinderat erklärt sich mit der Durchführung der Veranstaltung INDOOR MEETING 2017 und 2018 einverstanden, wenn es der KEG gelingt, die Infrastrukturkosten von 550.000 € auf 350.000 durch die dargestellten Erlöspotenziale Freundeskreis und Tribünenbranding zu sen- ken, und stellt im Rahmen des Doppelhaushaltes 2017/2018 die hierfür nötigen Haushaltsmittel von 207.500 € zur Durchführung des INDOOR MEETINGs und 350.000 € zur Ertüchtigung der Messehalle 2 zur Verfügung. Finanzielle Auswirkungen (bitte ankreuzen) nein x ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Pro Saison: a) 207.500 € Operative Kosten analog Europahalle b) 550.000 € (350.000 €*) Infrastruktur Messe Pro Saison: 207.500 € (Finanzierungsausgleich inklusive 90.000 € bisheriger Sportzuschuss) Haushaltsmittel stehen nicht zur Verfügung Kontierungsobjekt: PSP-Element 1.200.57.50.03/1.400.4210.0202 Kontenart: Ergänzende Erläuterungen: *wenn die Maßnahme Vermarktung Tribüne bzw. Freundeskreis greift ISEK-Karlsruhe-2020-relevant nein x ja Handlungsfeld: Sport, Freizeit und Gesundheit Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) x nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein x ja abgestimmt mit KMK Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Vorbemerkung Nach der brandschutzbedingten Nutzungsuntersagung der Europahalle für Großsportveran- staltungen im Juni 2014 und der Zustimmung des Gemeinderates zur Verlegung von Sport- veranstaltungen in die Messe inkl. Kauf einer Leichtathletikbahn mit Infield, konnten in der Saison 2014/2015 das Finale der Deutschen Turnliga, die BTB-Gala sowie in der Leichtathletik die Baden-Württembergischen und die Süddeutschen Meisterschaften, die Sparkassen-Schüler- und die Stadtwerke-Jugendmeisterschaften sowie das Indoor Meeting und die Deutschen Hallenmeisterschaften durchgeführt werden. In der Saison 2015/2016 fanden nach der temporären Ertüchtigung der Messehalle 2 das Finale der Deutschen Turnliga, die BTB-Gala und in der Leichtathletik die Baden-Württembergischen Meisterschaften, die Sparkassen-Schüler- und die Stadtwerke-Jugendmeisterschaften sowie das Indoor Meeting statt. Weitere Veranstaltungen wie z. B. Boxen, Handball-Championsleague und die Deutschen Hallenleichtathletikmeisterschaften konnten aufgrund des engen Zeitfensters nicht realisiert werden. Der Deutsche Leichtathletikverband hat deutlich gemacht, dass er jederzeit die Meisterschaften wieder in Karlsruhe durchführen würde und eine Bewerbung für die Europameisterschaften 2021 gemeinsam mit Karlsruhe anstrebt. Die KEG wurde vom Gemeinderat am 22.03.2016 beauftragt, Interimslösungen für die Durch- führung von Großsportevents aufzeigen und eine infrastrukturelle und inhaltliche Kostenanalyse vorzulegen. Für die Saison 2016/2017 gibt es noch keine fixierten Termine für weitere Events, so dass sich die Analyse auf das Indoor Meeting beschränkt. Indoor Meeting Karlsruhe – IAAF World Indoor Tour Das Indoor Meeting Karlsruhe ist eine Traditionsveranstaltung, die seit über 30 Jahren in Karls- ruhe stattfindet und Leichtathleten der Weltklasse präsentiert. Das Meeting in Zahlen ist in der Anlage 1 dargestellt. 2016 wurde das Indoor Meeting zusammen mit Boston, Stockholm und Glasgow in die neu gegründete IAAF World Indoor Tour aufgenommen: "Karlsruhe steigt in die Weltliga auf" – schrieb die Stuttgarter Zeitung. Die Premiere der World Indoor Tour zeigt deutlich positive Effekte. Mehrere TV-Vermarkter sind an den weltweiten Übertragungsrechten interessiert und internationale Agenturen haben bereits erste Gespräche für Sponsoringmaßnahmen geführt. Durch die Tour wurde die Präsenz von Karlsruhe deutlich gesteigert und eine weltweite Aufmerksamkeit generiert. Die Zusage der IAAF für eine Weiterführung der IAAF World Indoor Tour mit Karlsruhe als Austragungsort liegt bereits vor und auch die Athleten haben den Wert der Tour erkannt und fragen die Termine für 2017 bereits an. Indoor Meeting Karlsruhe 2016 - Medienanalyse 3,15 Millionen Zuschauer sahen nach Auswertung von media plan die Übertragung bei Eurosport 1, dazu kamen Streams nach Nord- und Südamerika sowie Kanada, Nord-Afrika und in den Mittleren Osten. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 Das Indoor Meeting ist die einzige internationale Veranstaltung in der TRK, die mit ihrem Standortmarketing über 150 Millionen nationale und internationale Kontakte generiert hat. Allein das Anzeigenäquivalent entspricht ca. 1,2 Millionen €. Die Zusammenfassung der analysierten Medien ist in der Anlage 2 dargestellt. Indoor Meeting Karlsruhe – Businessplattform 2016 haben über 40 Partner das Indoor Meeting mit Sach- und/oder Geldleistungen unter- stützt. Außerdem wurden 600 Businesstickets mit steigender Nachfrage verkauft. 90 % der Sponsoren und Partner haben die Unterstützung des Indoor Meetings für 2017 bereits mündlich zugesagt – teilweise mit Erhöhung der Sponsoringsumme. Bereits ein neues internationales Unternehmen hat für das Meeting definitiv zugesagt. Zahlreiche Unternehmen haben ihr Engagement über mehrere Jahre angelegt, so dass knapp 140.000 € Sponsoring- gelder sowie Sachleistungen in Höhe von 50.000 € für 2017 bereits vertraglich fixiert sind. Indoor Meeting Karlsruhe – Budget pro Saison Erlöse gesamt 508.500,00 € Eintrittseinnahmen, Business-Tickets, Sponsoring, Werbung 275.000,00 € Zuschuss IAAF 26.000,00 € Zuschuss Stadt Karlsruhe * (analog der letzten Jahre für die operative Umsetzung) 207.500,00 € Kosten gesamt 508.500,00 € Kommunikation 36.000,00 € Projektkosten (Gebühren, Versicherung, Reisekosten, etc.) 14.000,00 € Umsetzung Sport 238.000,00 € Umsetzung operative Infrastruktur 67.500,00 € Personal (Sicherheit, Sanitäter, Kampfrichter, Helfer, etc.) 40.000,00 € Honorare (Athletenkoordination, Hallensprecher, Eventpräsentation, Agentur, etc.) 74.000,00 € VIP/Business 39.000,00 € Operatives Ergebnis Veranstaltung 0,00 € * Beinhaltet den bisherigen Veranstaltungszuschuss des Schul- und Sportamts von 90.000 €, der ab 2017 im Hinblick auf die vom Gemeinderat beschlossenen Leitlinien zum Maßnahmen- paket 1 zur Aufstellung des DHH 2017/2018 nicht mehr als Sportzuschuss zur Verfügung steht. Ergänzende Erläuterungen Seite 4 Ertüchtigung der Messehalle 2/Infrastrukturelle Kosten Da die Messehalle 2 weder über Veranstalter- noch Besucherinfrastruktur für Veranstaltungen verfügt, müssen Gewerke, Manpower und Leistungen in Höhe von 600.000 € (vgl. „Sport in der Messe 2015/2016: 819.000 €) eingebracht werden, um eine Ersatzinfrastruktur für Sportveranstaltungen herzustellen. Hier wurde mit den relevanten Partnern deutlich nachver- handelt. Die Kosten stellen sich wie folgt dar: Tribüne 130.000,00 € Sicherheitsrelevante Verkleidung und Beleuchtung Tribüne 23.000,00 € Fluchttreppen 14.500,00 € Benachteiligungsplätze 5.000,00 € Hängepunkte, Licht, Ton, Videowände 68.000,00 € Stapler, Hubsteiger, Mobile Tankstelle 9.800,00 € Trennvorhänge, Kameratürme, Verkleidung 17.000,00 € Umkleide-/Duschcontainer, Besuchertoiletten 25.000,00 € Aufwärmbereich, Abtrennungen, Einrichtung, Beschilderung, etc. 47.500,00 € Transportkosten 12.000,00 € Aufbau Infield und Rundbahn incl. Vermessung 63.800,00 € Abbau Infield und Rundbahn 22.500,00 € Auslaufplattform, Zugang Infield, Sandanlieferung, -abtransport 9.500,00 € Ingenieursleistungen Aufbau Infield und Rundbahn 20.000,00 € Fremdpersonal inkl. Wachpersonal Auf- und Abbau 57.000,00 € Stromanschlüsse 30.000,00 € IT-Verkabelung 4.000,00 € Wasseranschlüsse 2.500,00 € Verbrauchswerte 10.000,00 € Reinigung 24.000,00 € allg. Möblierung Besucher 4.000,00 € Genehmigung, Kleinmaterial 900,00 € GESAMT 600.000 € Verbesserung der Erlössituation bei gleichzeitiger Verringe- rung des Zuschussbedarfes Aktuell laufen Gespräche mit Partnern und Dienstleistern, die be- reits die Unterstützung der Veranstaltung zugesagt haben. Zusätz- lich werden durch TV-Übertragungsrechte und internationale Vermarktung Erlöse generiert, so dass sich in Summe aktuell bereits 50.000 € ergeben haben. - 50.000 € Insofern verringert sich der Zuschuss auf 550.000 € Ergänzende Erläuterungen Seite 5 Potenzial Folgende Aktionen werden im Moment angestoßen und bieten Potenzial für die Verringerung des Zuschussbedarfs: - Gründung eines Freundeskreises für das Indoor Meeting unter der Federführung von Erstem Bürgermeister a. D. Siegfried König. 10 mit dem Meeting und dem Sport verbundene Firmen treten dem Freundeskreis bei und leisten eine Zahlung von je 5.000 €. - 50.000 € - Verkauf des Tribünenbrandings an ein Unternehmen (s. Anlage 3). - 150.000 € GESAMT 350.000 € 2016 2017 Indoor Meeting – operative Umsetzung 207.000 € Indoor Meeting – operative Umsetzung 207.000 € Sport in der Messe – Infrastruktur 819.800 € Leichtathletik in der Messe – Infrastruktur 550.000 € Inklusive folgenden Veranstaltungen: Ligafinale des Kunstturnens, Baden- Württembergische Hallenmeisterschaften, INDOOR MEETING Schüler- & Jugendmeisterschaften Inklusive folgenden Veranstaltungen: INDOOR MEETING Schüler-Leichtathletikmeisterschaften (Sparkassenstiftung) Jugendhallenmeeting (Stadtwerke) Beschluss: Antrag an den Gemeinderat – nach Vorberatung in der Gemeinderätlichen Kommission KEG und im Hauptausschuss - 1. Der Gemeinderat erklärt sich mit der Durchführung der Veranstaltung INDOOR MEETING 2017 einverstanden, wenn es der KEG gelingt, die Infrastrukturkosten von 550.000 € auf 350.000 durch die dargestellten Erlöspotenziale Freundeskreis und Tribünenbranding zu senken, und stellt im Rahmen des Doppelhaushaltes 2017/2018 die hierfür nötigen Haus- haltsmittel von 207.500 € zur Durchführung des INDOOR MEETINGs und 350.000 € zur Er- tüchtigung der Messehalle 2 zur Verfügung. 2. Der Gemeinderat erklärt sich mit der Durchführung der Veranstaltung INDOOR MEETING 2018 einverstanden, wenn es der KEG gelingt, die Infrastrukturkosten von 550.000 € auf 350.000 durch die dargestellten Erlöspotenziale Freundeskreis und Tribünenbranding zu senken, und stellt im Rahmen des Doppelhaushaltes 2017/2018 die hierfür nötigen Haus- haltsmittel von 207.500 € zur Durchführung des INDOOR MEETINGs und 350.000 € zur Er- tüchtigung der Messehalle 2 zur Verfügung.
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NIEDERSCHRIFT Stadt Karlsruhe Gremium: 25. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: 21. Juni 2016, 15:00 Uhr öffentlich Ort: Bürgersaal des Rathauses Vorsitzende/r: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 9. Punkt 10 der Tagesordnung: KEG Karlsruhe Event GmbH: Temporäre Ersatzin- frastruktur für Sportveranstaltungen in der Saison 2016/2017 und der Saison 2017/2018 Vorlage: 2016/0284 dazu: Änderungsantrag der Stadträtinnen und Stadträte Tilman Pfannkuch, Dr. Rahsan Dogan, Detlef Hofmann und Dr. Albert Käuflein (CDU) sowie der CDU-Gemeinderatsfraktion vom 21. Juni 2016 Vorlage: 2016/0379 Beschluss: 1. Der Gemeinderat erklärt sich mit der Durchführung der Veranstaltung INDOOR MEETING 2017 einverstanden, wenn es der KEG gelingt, die Infrastrukturkosten von 550.000 € auf 350.000 durch die dargestellten Erlöspotenziale Freundeskreis und Tribünenbranding zu senken, und stellt im Rahmen des Doppelhaushaltes 2017/2018 die hierfür nötigen Haushaltsmittel von 207.500 € zur Durchführung des INDOOR MEETINGs und 350.000 € zur Ertüchtigung der Messehalle 2 zur Verfügung. 2. Der Gemeinderat erklärt sich mit der Durchführung der Veranstaltung INDOOR MEETING 2018 einverstanden, wenn es der KEG gelingt, die Infrastrukturkosten von 550.000 € auf 350.000 durch die dargestellten Erlöspotenziale Freundeskreis und Tribünenbranding zu senken, und stellt im Rahmen des Doppelhaushaltes 2017/2018 die hierfür nötigen Haushaltsmittel von 207.500 € zur Durchführung des INDOOR MEETINGs und 350.000 € zur Ertüchtigung der Messehalle 2 zur Verfügung. Abstimmungsergebnis: Beschlussvorlage: mehrheitlich zugestimmt Änderungsantrag CDU: mehrheitlich abgelehnt Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 10 zur Behandlung auf und verweist auf die erfolgte Vorberatung im Hauptausschuss. - 2 - Stadtrat Dr. Käuflein (CDU): Das Indoor-Meeting ist ohne Zweifel ein traditionsreiches Sportevent mit ebenso ohne Zweifel einer internationalen Ausstrahlung. Dieses Ereignis möchten wir in Karlsruhe behalten. Das sind die Prämissen. Das einzige Problem, das wir damit haben, sind die enormen Kosten, die entstanden sind durch die Verlagerung dieses Ereignisses aus der Europahalle zur Messe. Die Europahalle ist aus bekannten Brandschutzmängeln dafür nicht mehr geeignet. Wir haben den Verantwortlichen sig- nalisiert, dass wir mitgehen können, weil wir dieses Ereignis halten möchten, wenn die Kosten reduziert werden. In diese Richtung geht jetzt auch die Vorlage. Dort ist von einer Kostenreduktion von 200.000 Euro die Rede, 150.000 Euro für das Branding der Bühne, 50.000 Euro durch 10 kleinere Sponsoren aus einem sogenannten Freundes- kreis. Für 2017 gehen wir so mit, also unter der Bedingung, dass diese 200.000 Euro an Sponsorengeldern auch tatsächlich erbracht werden. Für 2018, so haben wir es im Vor- feld signalisiert und jetzt nochmal mit einem Änderungsantrag hinterlegt, wünschen wir uns weitere Einsparungen - Herr Wacker nickt -, also die Akquise von weiteren Sponso- rengeldern. Wir haben jetzt mit Bedacht keinen Betrag reingeschrieben, sondern haben gesagt, das muss noch einmal deutlich verringert werden. Wie wir das dann haushalts- technisch gestalten, ob wir einen Sperrvermerk eintragen oder doch einen Betrag hin- terlegen müssen, überlassen wir dem Vorschlag der Verwaltung. Für 2017 gehen wir mit. Für 2018 gehen wir nur mit, wenn noch einmal deutlich weiter gespart wird. Stadträtin Moser (SPD): Nachdem die Europahalle seit 2014 aus brandschutztechni- schen Gründen für das Indoor-Meeting nicht mehr zur Verfügung steht, muss über die Zukunft dieser Veranstaltung entschieden werden. In der Messe fand das Leichtathle- tikevent einen mehr als geeigneten Ersatzstandort. Eine Rundbahn wurde für viel Geld angeschafft. Diese Investitionen sollen sich auch auszahlen. Die Messe wurde fitge- macht für Sportveranstaltungen. Sie hat sich als geeignete Location erwiesen, außer- dem trägt das Indoor-Meeting zur höheren Auslastung der Messe bei. Es wäre schade, wenn dieses Event, das schon dauerhaft mit Karlsruhe verknüpft ist, zu einer anderen Stadt abwandert. Die Deutsche Turngala, die DTB-Gala, die baden-württembergischen Leichtathletikmeisterschaften und - für mich ganz wichtig - auch Jugend- und Schüler- wettkämpfe finden in der Vorwoche statt. Zudem ist das Meeting seit diesem Jahr Auf- taktveranstaltung der IAAF World-Indoor-Tour. Für die Leichtathletik in unserer Stadt wäre es ein verheerendes Signal, wenn die Veran- staltung, die es seit 30 Jahren in Karlsruhe gibt, nicht mehr stattfinden würde. Der Werbeeffekt des Indoor-Meetings, das Millionen Menschen in der ganzen Welt sahen, ist nicht zu unterschätzen und wahrscheinlich nur mit viel Geld zu bezahlen. Darüber hinaus bedeuten mehr Gäste in Karlsruhe eine Stimulierung der lokalen Wirtschaft wie Einzelhandel, Gastronomie und Hotelgewerbe. Über die Gewerbesteuer fließen ein Teil der aufgewendeten Kosten auf der Einnahmenseite wieder an die Stadt zurück, vom Imagegewinn und der Steigerung des Bekanntheitsgrades Karlsruhes einmal ganz abge- sehen, wozu Events wie auch die Schlosslichtspiele, die art Karlsruhe und auch das In- door-Meeting beitragen. Zugegeben, die Infrastrukturkosten mit 550.000 Euro wie z. B. für die Tribünenanlage zur Ertüchtigung der Messehalle sind hoch. Gleichzeitig werden davon 200.000 Euro über Sponsoring wieder eingenommen. Ein Freundeskreis und Tri- bünenbranding sollen dazu beitragen, die Kosten zu senken. Allerdings kommen noch ca. 200.000 Euro für die operative Durchführung dazu. - 3 - Die SPD-Fraktion hat dies eingehend und teilweise kontrovers diskutiert und sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Die Fraktion hat sich mehrheitlich für die Weiterfüh- rung des seit 30 Jahren in Karlsruhe stattfindenden Indoor-Meetings für 2017/18 ent- schieden, dies jedoch mit der Maßgabe, die Kosten zu senken bzw. die Einnahmen zu erhöhen. Das Leichtathletik-Event muss abspecken. Wir wollen, dass die Infrastruktur- kosten nicht höher als 150.000 Euro sind, so dass der Betrag mit den operativen Kosten in Höhe von 200.000 Euro dem bisherigen Zuschuss, der gewährt wurde in Höhe von 200.000 Euro, etwas näher kommt wie bisher. Die Anfänge wurden bereits gemacht. Dies muss über die Gewinnung von noch mehr Sponsoren so weiter gehen. Wir ver- trauen da in die Kreativität von Event-Manager Martin Wacker und seinem Team. In zwei Jahren, wenn der nächste Doppelhaushalt ansteht, werden wir erneut auf die Kos- ten schauen. Stadtrat Konrad (GRÜNE): Es geht hier um jede Menge Geld. Es geht Dank der Be- mühungen der KEG natürlich um eine Menge weniger Geld. Haben wir vorher noch bei über 800.000 Euro gestanden, stehen wir jetzt am Anfang bei über 500.000 Euro. Aber dennoch, das Sponsoring insgesamt für eine Stadt ist leider begrenzt. Ich denke nicht, dass diese Sponsoringmittel an anderer Stelle für die anderen Projekte in gleicher Höhe weiterhin fließen werden, wenn nun eine weitere Veranstaltung Sponsoringmittel ab- zieht bei den Sponsoren, die sich in Karlsruhe engagieren möchten. Es ist auch mit dem, was in der Europahalle gemacht wurde, nicht vergleichbar. Es ist ein Aufwand, der in der Messe betrieben wird, der nicht vergleichbar ist. Es ist auch eine Arbeit für die An- gestellten der KMK, die sich dadurch nicht auf ihr Kerngeschäft, nämlich das Messe- und Kongressgeschäft, konzentrieren können. Es geht hier auch nicht mehr um eine temporäre Notlösung, wie der Titel der Vorlage immer noch vermuten lässt, sondern es geht darum, eine unbestimmte Zeit zu überbrücken, wenn diese Zeitspanne nicht sogar endlos ist, bis eine Halle, wo so etwas möglich ist, wieder in Karlsruhe steht. Bei der angespannten Haushaltslage in der Stadt braucht es aus Sicht der Grünen-Fraktion ein- deutig eine Fokussierung darauf: was nützt der Stadt, wo möchte die Stadt sich ein- bringen. Der Breitensport ist der Grünen-Fraktion wichtig. Dieser tritt an der Stelle in Konkurrenz mit solchen Veranstaltungen, da einfach Mittel in die Sportförderung fließen, wo es um guten Leistungssport geht, der der Bevölkerung vor Ort nur bedingt nützt. Den Marke- tingeffekt muss man auch bestreiten. Wenn wir Vergleiche mit dem Anzeigengegen- wert lesen von 1,3 Millionen, dann muss man dazu sagen, dass bei einer Anzeige auch Inhalte transportiert werden können. Bei einer Anzeige rufe ich ein abgestecktes Publi- kum für eine gewisse Sache auf. Ich kann z. B. Anzeigen für die Schlosslichtspiele schal- ten, so wie wir es auch da gesehen haben. Wie wir im Beispiel auch sehen konnten, stand im chilenischen Fernsehen auf der Wand hinten dran: Schlosslichtspiele Karlsruhe. Nun sprechen aber die wenigsten Chilenen deutsch, und die wenigsten Chileninnen auch, weshalb es für sie schwierig wird sich dafür zu begeistern, für die Schlosslichtspie- le nach Karlsruhe zu kommen, so sie denn überhaupt den Aufwand tätigen würden. Weil auch nicht jeder, der sich für Sport interessiert und hört, dass es da ein Sportevent in einer Stadt gibt, sich auch dafür interessiert, diese Stadt einmal zu besuchen, sie sich anzuschauen, ist auch der Marketingeffekt im Bereich Tourismus nicht so groß, wie man sich das vielleicht wünschen würde. - 4 - Der CDU-Antrag ist leider nur ein Appell aus unserer Sicht, der im Endeffekt noch keine Konsequenz hat. Deswegen stellt das für uns auch keine Kompromisslösung dar. Es steht kein Betrag drin, es ist nicht klar, was kommt am Ende dabei raus. Insofern wer- den wir eine weitere Durchführung des Indoor-Meetings in Karlsruhe, bei all den Prob- lematiken, die wir sehen, ablehnen. Stadtrat Dr. Fischer (KULT): Um dem Leichtathletik-Meeting, um den alten Begriff zu verwenden, gerecht zu werden, muss man auch ein Blick in die Geschichte tun. Es ist eine Traditionsveranstaltung - das haben wir eben schon gehört - seit 30 Jahren, und sie fand mit unser aller Billigung und Begeisterung jahrzehntelang in der Europahalle statt. Sie würde heute dort immer noch stattfinden, wenn ein in meinen Augen - ich sage es jetzt einmal, es kann ruhig im Protokoll stehen - übertriebener Brandschutz dazu führt, dass wir diese Halle nicht mehr nutzen können. Seit Anfang dieses Jahres wissen wir auch, dass es nicht wieder zurückkehren wird, weil 27 Millionen Sanierungskosten ein- fach zu viel wären. Dass das Leichtathletik-Meeting zum Indoor-Meeting wurde, liegt nun eindeutig daran, dass wir, um unseren vertraglichen Verpflichtungen gerecht zu werden, im Jahr 2014 sehr schnell agiert haben als klar war, dass die Europahalle für das Meeting nicht mehr zur Verfügung steht. Wir haben es in die Messe verlagert, weil die Messe halt nun mal der einzige Ort in Karlsruhe ist, wo es möglich wäre. Es war uns klar, dass es mehr kosten würde. Ich fand es damals sehr mutig vom Gemeinderat, die- se höheren Kosten zu akzeptieren, wo wir noch nicht wissen konnten, dass das z. B. vom Marketingwert einen so viel höheren Wert bekommen würde, als es früher der Fall war. Jetzt war es dort und nun stellen wir fest, es kehrt nie wieder zurück in die Euro- pahalle, also war die Entscheidung zu treffen, lassen wir es dort oder wird es jetzt be- endet. Die gestiegene Summe von ehemals bis zu 300.000 Euro auf 800.000 Euro hätte auch in Zeiten ohne Haushaltsstabilisierung klar eine Debatte nötig gemacht: machen wir es oder machen wir es nicht, was ist es uns wert, in Zeiten von Haushaltsstabilisie- rung zweimal. Von daher gesehen habe ich volles Verständnis, wenn jetzt jemand heute sagt, nein, ich gehe das nicht mehr mit. Meine Fraktion bewertet extrem positiv, wie die Karlsruher Event GmbH innerhalb we- niger Monate auf diese Situation reagiert hat. Ich bin jetzt gerade durch ein Spalier hierher gelaufen. Es gibt viele, die gegen Sparmaßnahmen meckern, aber nur wenige handeln und agieren mit Tatkraft sofort und suchen sich andere Möglichkeiten. Hier wurde es getan. Wir bekommen jetzt für ungefähr 550.000 Euro einen extremen Mar- ketingwert und haben auch das Signal gegeben, wir wollen es in Zukunft noch billiger haben. Ich höre, dass es da nicht heißt, es ist absolut unmöglich, sondern wir werden uns bemühen. Ein solches Bemühen will meine Fraktion absolut unterstützen. Deswe- gen gehen wir für 2017 diesen Weg mit. Wenn wir es für 2018 weiter verbessern, wer- den wir das auch in Zukunft mittragen, weil wir das dann für einen vernünftigen Ge- genwert für das Geld halten. Jetzt noch ein Wort zum Thema Marketing, das muss mir erlaubt sein, weil es auch mein Beruf ist. Sie haben völlig recht, Herr Konrad. Wenn sie es in Chile sehen, dann werden sie nicht unbedingt sofort wissen, dass man sich in den nächsten Flieger setzen könnte und über gewisse Umsteigemöglichkeiten nach Karlsruhe kommen kann. Zum Marketing gehört nun mal, dass der Name Karlsruhe/Deutschland sich weltweit etab- - 5 - liert. Wir sind eine Großstadt, wir müssen uns in einem Wettbewerb der Großstädte behaupten. Da gehört das auch mit dazu. Wenn es uns noch mehr gelingt, dass überall immer sofort „Indoor-Meeting Karlsruhe“ in Deutschland ein Begriff wird, dann hat das auch einen Wert, den wir akzeptieren müssen als einen Marketingwert, nicht nur aus touristischer Sicht, sondern auch im Wettbewerb um Arbeitskräfte, im Wettbewerb der Unternehmen etc. Von daher gesehen würde ich das schon als einen absoluten Ge- genwert anrechnen. So sieht es zumindest meine Fraktion. Stadtrat Hock (FDP): Bei diesem Punkt darf ich für meine Fraktion und auch für unsere Zählgemeinschaft, bestehend aus Gemeinsam für Karlsruhe, Freien Wählern und Herrn Stadtrat Schmitt, sprechen. Die Zählgemeinschaft steht zu der Bedeutung des Indoor- Meetings für die Stadt Karlsruhe. Es ist ein Wirtschaftsfaktor, und es ist ein Imagefaktor. Ja, Kürzungen müssen auch an dieser Stelle sein. Daher ist die Aufforderung der Kos- tensenkung bzw. Einnahmesteigerung folgerichtig und notwendig. Wenn hiermit ein gänzlicher Verzicht abwendbar ist, so sollten wir diese Chance nutzen und dem Ge- schäftsführer der KEG unser Vertrauen für dieses Projekt in den Jahren 2017 und 2018 aussprechen. Mit dem Verlust der Europahalle haben wir die KEG bereits einmal beauftragt, Interims- lösungen zu finden. Man könnte den Verdacht bekommen, dass in Karlsruhe Provisori- en am längsten halten, was die KEG auch erreicht hat. Die uns vorgelegte Analyse zeigt, dass diese Veranstaltung für Karlsruhe zwar erst mal Kosten generiert, der Imageverlust an dieser Stelle bei einem Wegfall des Indoor-Meetings allerdings einen viel, viel größe- ren Schaden verursachen würde, zumal man weiß, dass das Indoor-Meeting in der Champions-League spielt, als die reduzierte Finanzierung nochmals zu stemmen. Im Zuge der Imagefrage wird die Zählgemeinschaft im kommenden Gemeinderat eine An- frage stellen, um Einsparpotentiale in diesem Bereich zu finden. Es ist uns wichtig da- rauf hinzuweisen, dass wir sowohl die hier geforderte Einsparung bzw. Mehreinnahme mitgehen, dass wir aber zusätzlich versuchen wollen, innerhalb weiterer Gesellschaften bzw. Ämter ein Einsparpotential aus dem konkreten Bereich Imagepflege/Mehrung zu finden. Damit unterstreichen wir, dass wir auch hier den Sparwillen umsetzen wollen, aber dies nicht zum Ende des so wichtig gewordenen Indoor-Meetings führen darf. Abschließend möchte ich festhalten, wir als Zählgemeinschaft stehen zum Indoor- Meeting, zu der Leistungsfähigkeit der Karlsruher Event GmbH und wünschen uns diese Werte auch in Zukunft. Die Sparauflagen müssen erfüllt werden, aber damit darf nicht das Ende beschworen werden. Die Zählgemeinschaft wird dem Antrag der Verwaltung zustimmen. Zu dem Änderungsantrag der CDU sagen wir, dies wurde ja in mehreren Sitzungen eigentlich schon von Martin Wacker zugesagt, dass er das erreichen möchte. Ich weiß natürlich, dass das für 2018 haushaltsrelevant ist. Ich denke, deshalb wurde dieser Antrag auch gestellt. Wir haben das größte Vertrauen in den Geschäftsführer Martin Wacker. Deshalb wird die Zählgemeinschaft den Änderungsantrag der CDU ab- lehnen. Stadtrat Bernhard (AfD): Wir befinden uns mitten in der Haushaltskonsolidierung und entscheiden heute über 1,1 Millionen Euro in den nächsten zwei Jahren für das Indoor- Meeting: für eine Veranstaltung. Uns muss halt langsam auch klar werden, wenn wir wirklich diese weit über 400 Millionen einsparen müssen, dass nicht mehr für alles, was - 6 - wir gerne tun wollen, noch Geld da sein wird, sondern dass wir uns fokussieren müs- sen. Wir haben angefangen, im Maßnahmenpaket 1 viele Veranstaltungen zu streichen oder auf einen Zwei-Jahres-Rhythmus umzustellen. Wir haben viele schmerzhafte Maß- nahmen und Kürzungen, gerade auch im sozialen Bereich, vorgenommen. Wir als AfD möchten nicht, dass diese schmerzlich erkauften Einschränkungen dann gerade nun auf eine einzige Veranstaltung fokussiert werden. Wir sagen nicht, wir können das nicht darauf fokussieren. Es gibt viele Veranstaltungen und Leistungen, die die Stadt erbringt, die für die Bürger viel wichtiger sind als dieses Indoor-Meeting. Deswegen werden wir heute der Vorlage so nicht zustimmen. Der Vorsitzende: Das waren jetzt alle Wortmeldungen. Ich würde gerne noch einmal darauf hinweisen, dass wir jetzt dann möglicherweise die Voraussetzung treffen, wenn es eine Mehrheit findet, über Beträge, die dann in den Haushaltsplan eingestellt wer- den, dass aber natürlich für das Haushaltsjahr 2018 nochmal ein Wirtschaftsplan der KEG mit Ihnen verabschiedet wird. Unabhängig davon, ob jetzt der Änderungsantrag angenommen wird oder nicht, gibt es darüber noch mal ein Korrektiv, das es Ihnen er- möglicht, dass es nicht einen Automatismus gibt. Das ist mir noch mal ganz wichtig, Je nachdem, ob der Änderungsantrag angenommen wird oder nicht, wäre es dennoch möglich, dann zu diesem Zeitpunkt entsprechend hier einzugreifen. Nach diesen Erläuterungen, es gibt nun keine Fragen mehr, kommen wir zur Abstim- mung. Zuerst rufe ich auf den Änderungsantrag und bitte da um Ihr Kartenzeichen. - 21 Nein-Stimmen, 9 Enthaltungen, der Rest ist Zustimmung. Damit ist der Änderungs- antrag abgelehnt. Dann die unveränderte Beschlussvorlage. Ich würde es Ihnen dringend empfehlen, denn wir haben im Sinne dessen, was ich am Anfang gesagt habe, dann noch mal die Mög- lichkeit hier einzusteigen. Es gibt die Zusage von Herrn Wacker und auch von mir. Ich wäre auch geneigt gewesen, Ihren Antrag einfach zum Teil unserer Beschlussvorlage zu machen, aber ich habe schon gespürt, dass manche hier so gar nicht mitgehen wollen. Das wäre dann auch wieder komisch gewesen. Insofern würde ich jetzt empfehlen, wir werden es zu gegebener Zeit noch mal aufrufen. Jetzt von vornherein dann ein Jahr zu genehmigen und eines abzulehnen, wäre dann aus meiner Sicht ein bisschen arg schwierig, auch für KEG. - 11 Gegenstimmen, 1 Enthaltung, der Rest ist Zustimmung. Damit mehrheitlich zugestimmt. Wir drücken die Daumen, dass dies mit den 200.000 Euro klappt. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten – 12. Juli 2016