Augustenburg Gemeinschaftsschule Grötzingen, Erweiterung durch Neubau: Projektvorstellung im Rahmen des gemeinderätlichen Kostenkontrollverfahrens, Kostenreduzierung durch Standardausführung Sonnenschutz und Aufhebung des Sperrvermerkes
| Vorlage: | 2016/0051 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 11.02.2016 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft |
| Erwähnte Stadtteile: | Grötzingen, Neureut |
Beratungen
- Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 22.03.2016
Rolle: Entscheidung
Ergebnis: einstimmig zugestimmt
Zusätzliche Dateien
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Augustenburg Gemeinschaftsschule Grötzingen, Erweiterung durch Neubau Anlage 1 Lageplan Neubau Lageplan Abriss Augustenburg Gemeinschaftsschule Grötzingen, Erweiterung durch Neubau Anlage 2 Außenanlagen Augustenburg Gemeinschaftsschule Grötzingen, Erweiterung durch Neubau Anlage 3 Bauteil A Untergeschoss Bauteil A Erdgeschoss Augustenburg Gemeinschaftsschule Grötzingen, Erweiterung durch Neubau Anlage 4 Bauteil A 1. Obergeschoss Bauteil A 2. Obergeschoss Augustenburg Gemeinschaftsschule Grötzingen, Erweiterung durch Neubau Anlage 5 Bauteil A Dachaufsicht Bauteil A Ansicht Nord Bauteil A Ansicht Ost Augustenburg Gemeinschaftsschule Grötzingen, Erweiterung durch Neubau Anlage 6 Bauteil A Ansicht Süd Bauteil A Ansicht West Bauteil A Schnitt A-A Augustenburg Gemeinschaftsschule Grötzingen, Erweiterung durch Neubau Anlage 7 Bauteil C Untergeschoss Bauteil C Erdgeschoss Augustenburg Gemeinschaftsschule Grötzingen, Erweiterung durch Neubau Anlage 8 Bauteil C 1. Obergeschoss Bauteil C 2. Obergeschoss Augustenburg Gemeinschaftsschule Grötzingen, Erweiterung durch Neubau Anlage 9 Bauteil C 3. Obergeschoss Bauteil C Dachaufsicht Augustenburg Gemeinschaftsschule Grötzingen, Erweiterung durch Neubau Anlage 10 Bauteil C Ansicht Nord Bauteil C Ansicht Ost Bauteil C Ansicht Süd Augustenburg Gemeinschaftsschule Grötzingen, Erweiterung durch Neubau Anlage 11 Bauteil C Ansicht West Bauteil C Schnitt A-A Bauteil C Schnitt D-D
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BESCHLUSSVORLAGE STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister Gremium: 22. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 22.03.2016 2016/0051 17 öffentlich Dez. 6 Augustenburg Gemeinschaftsschule Grötzingen, Erweiterung durch Neubau Projektvorstellung im Rahmen des gemeinderätlichen Kostenkontrollverfahrens, Kostenreduzierung durch Standardausführung Sonnenschutz und Aufhebung des Sperrver- merkes Beratungsfolge dieser Vorlage am TOP ö nö Ergebnis Bauausschuss 26.02.2016 9 vorberaten Hauptausschuss 08.03.2016 11.5 vorberaten Gemeinderat 22.03.2016 17 Antrag an den Gemeinderat / Ausschuss Vorstellung eines Bauvorhabens im Rahmen des gemeinderätlichen Kostenkontrollverfahrens Der Hauptausschuss nimmt nach Vorberatung im Bauausschuss von der Projektvorstellung Kenntnis und erklärt sich mit den Gesamtkosten von 23.900.000,00 € einverstanden. Der Hauptausschuss stimmt der Aufhebung des Sperrvermerks zu. Der Gemeinderat genehmigt nach Vorberatung der Projektvorstellung im Bauausschuss und Zustimmung im Hauptausschuss die Aufhebung des Sperrvermerks. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) 23.900.000,00 € 1.453.000,00 € 22.447.000,00 € 1.520.000,00 € Haushaltsmittel stehen teilweise zur Verfügung Kontierungsobjekt: PSP-Element: 7.88000.700.120.52 Kontenart: 78710000 Ergänzende Erläuterungen: Das Projekt ist im DHH 2015/16 mit einem Gesamtansatz von 13.500.000,00 € enthalten. Der Gesamtaufwand wird im DHH 2017/18 fortgeschrieben. ISEK Karlsruhe 2020 - relevant nein ja Handlungsfeld: Sozialer Zusammenhalt und Bildung Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am 24.02.2016 Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Aufgabe Die Augustenburg Gemeinschaftsschule soll dauerhaft als 3-zügige Primarstufe (Grundschule) mit Ganztagesbetrieb und 2,5-zügiger Sekundarstufe (3 Jahrgänge 3-zügig, 3 Jahrgänge 2-zügig) fortgeführt werden. Sie ist als Gemeinschaftsschule auch Inklusionsschule. Bei der Überprüfung der Erweiterungsmöglichkeit der bestehenden Schulgebäude im Jahr 2012 wurde beim Erweiterungsbau aus den 70er Jahren eine Schadstoffbe- lastung festgestellt, welche zu einer Nutzungsuntersagung führte. Der Raumbedarf ist nun durch drei Containerprovisorien gedeckt. Für das neue Gesamtkonzept wurde ein Architekturwettbewerb ausgelobt. Städtebau Der derzeitige Schulkomplex für Unterricht und Ganztagsbetrieb setzt sich aus sechs Gebäuden unterschiedlicher Bauzeiten zusammen, welche sich um einen gemein- samen Schulhof gruppieren. Der Wettbewerbsentwurf sieht zwei Neubauten vor, die sich in das Gebäudeensemble einfügen. Vier Bestandsgebäude bzw. Gebäude- teile werden abgebrochen (siehe Seite 4). Der Neubau für die Primarstufe (Bauteil A) mit Anbindung an das historische Schlossschulgebäude an der Kirchstraße bietet Räume für den Ganztagesbetrieb der Klassen 1-4. Die Stadtteilbibliothek ist zukünftig in diesem Gebäude auf dem Schul- areal verortet. Der Neubau für die Sekundarstufe (Bauteil C) dient als Ersatz für den abzubrechen- den Erweiterungsbau. Das Sekundarstufengebäude bietet Raum für das Lernhaus und die Fachklassenräume der Klassen 5 bis 10, sowie für die Mensa und die Schul- verwaltung. Das Gebäude gibt dem Schulareal zukünftig eine neue Mitte. Kostenschlüssel (DIN 276) Stand 02 / 2016 100 Grundstück --- € 200 Herrichten und Erschließen 908.000,00 € 300 Bauwerk - Baukonstruktionen 9.923.000,00 € 400 Bauwerk - Technische Anlagen 4.708.000,00 € 500 Außenanlagen 1.319.000,00 € 600 Ausstattung und Kunstwerke 473.000,00 € 700 Baunebenkosten 4.318.000,00 € 700 Bauverwaltungskosten 1.080.000,00 € Gesamt 100 – 700 22.729.000,00 € Aufrundung / Unvorgesehenes 1.171.000,00 € Gesamtaufwand 23.900.000,00 € Ergänzende Erläuterungen Seite 3 Raumprogramm Das Raumprogramm umfasst den Fehlbedarf aus den abzubrechenden Gebäuden zuzüglich des Fehlbedarfs aus dem Ganztages- und Gemeinschaftsschulkonzept. Die Bruttogeschossfläche beträgt 5.900 m². Das Raumprogramm umfasst folgende Bereiche: - Allgemeiner Unterrichtsbereich 844 m² - Naturwissenschaftlicher Bereich 324 m² - Musischer Bereich 192 m² - Technischer Bereich 330 m² - Informationsbereich 130 m² - Lehrer- Verwaltungsbereich 293 m² - Mensabereich 364 m² - Stadtteilbibliothek 309 m² Gesamtsumme Programmfläche 2.786 m² Konstruktion und Fassadengestaltung Das Tragsystem besteht aus einer Stahlbetonkonstruktion mit Decken, Wandschei- ben und Stützen. Die tragenden Wände werden aus Beton hergestellt, die nicht tragenden in Mauerwerk bzw. Trockenbau. Das Fassadenkonzept stellt ein zentrales Gestaltungsthema des Entwurfes dar. Die homogene Außenhülle der Neubauten steht im Dialog mit den Bestandsgebäuden. Gegenüber der ursprünglich versandten Bauausschussvorlage vom 26.02.2016: Die Planung des Architekten sah als Sonnenschutz an den Fassaden Faltschiebelä- den vor. Um die Kosten zu reduzieren, wurde entschieden, den außenliegenden Sonnenschutz der Gebäude als Lamellenraffstore-Anlage (städtischer Standard) vor- zusehen. Die Kostenreduzierung beträgt insgesamt 350.000,00 € und ist auf Seite 2 in der Kostenzusammenstellung bereits berücksichtigt. Energiestandard und Gebäudetechnik Die Gebäude sollen den Passivhausstandard erfüllen. Im Zuge der Nahwärmeversor- gung des gesamten Areals wird im Frühjahr 2016 ein Blockheizkraftwerk im Contracting-Vertrag mit den Stadtwerken errichtet, das die Neubauten mitversorgt. Die Gebäude erhalten jeweils eine zentrale, mechanische Lüftungsanlage mit einer Wärmerückgewinnung. Außenanlagen Die Geländetopographie prägt die Freibereiche des Schulareals. Ein wichtiger Bau- stein bei der Neugestaltung der Gemeinschaftsschule Grötzingen sind die Außenan- lagen. Treppen-, Rampen-, sowie Sitzelemente sind neben Funktions- und Aufent- haltsort zugleich Spielobjekte. Bestehende Bewegungs-Spielgeräte bleiben erhalten. Zusätzlich werden Spielangebote, die die Sinne anregen oder den integrativen An- satz fördern, ergänzt. Abbruchmaßnahmen Die Aufgabenstellung beinhaltet den Abbruch von vier Bestandsgebäuden bzw. Gebäudeteilen: - Erweiterungsbau (Baujahr 1975) Ergänzende Erläuterungen Seite 4 - ehemaliges Hausmeisterhaus (Baujahr 1957) - Anbau Schlossschulgebäude (Baujahr 1974) - Wohn- und Gewerbegebäude Kampmannstraße 6a Finanzierung Das Projekt ist im DHH 2015/2016 mit einem Gesamtansatz von 13.500.000,00 € enthalten. Der Gesamtaufwand wird im DHH 2017/2018 fortgeschrieben. Das Projekt wurde aufgrund der hohen Dringlichkeit 2014 mit einem Kostenrahmen für den Doppelhaushalt 2015/16 angemeldet und mit einem Sperrvermerk im Haushaltsplan eingestellt. Dem Kostenrahmen lag keine Planung zugrunde. Erst nach der Durchführung eines VOF-Verfahrens mit Wettbewerb wurde die Vorent- wurfsplanung erstellt. Die Differenz zwischen dem Kostenrahmen und der Kostenberechnung ist auf den angepassten Flächenansatz, die Mehrkosten, insbesondere aufgrund örtlicher Ge- gebenheiten (z. B. Tiefgründung, Bohrpfahlverbau), und die Berücksichtigung des Gesamtkonzeptes der Außenanlagen und der erforderlichen Maßnahmen im Be- stand (Brandschutz, Sanitärkern) zurückzuführen. Pläne siehe Anlage Beschluss: Antrag an den Gemeinderat Der Hauptausschuss nimmt nach Vorberatung im Bauausschuss von der Projektvorstellung Kenntnis und erklärt sich mit den Gesamtkosten von 23.900.000,00 € einverstanden. Der Hauptausschuss stimmt der Aufhebung des Sperrvermerks zu. Der Gemeinderat genehmigt nach Vorberatung der Projektvorstellung im Bauausschuss und Zustimmung im Hauptausschuss die Aufhebung des Sperrvermerks.
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NIEDERSCHRIFT Stadt Karlsruhe Gremium: 22. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: 22. März 2016, 15:30 Uhr öffentlich Ort: Bürgersaal des Rathauses Vorsitzende/r: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 18. Punkt 17 der Tagesordnung: Augustenburg Gemeinschaftsschule Grötzingen, Erweiterung durch Neubau: Projektvorstellung im Rahmen des gemeinderätli- chen Kostenkontrollverfahrens, Kostenreduzierung durch Standardausführung Sonnenschutz und Aufhebung des Sperrvermerks Vorlage: 2016/0051 dazu: Änderungsantrag der Stadträte Tilman Pfannkuch, Thorsten Ehlgötz, Dr. Klaus Heilgeist, Detlef Hofmann und Dr. Albert Käuflein (CDU) sowie der CDU- Gemeinderatsfraktion vom 22. März 2016 Vorlage: 2016/0134 Beschluss: Der Gemeinderat genehmigt – nach Vorberatung der Projektvorstellung im Bauaus- schuss und Hauptausschuss – die Aufhebung des Sperrvermerks. Abstimmungsergebnis: Beschlussvorlage: einstimmig zugestimmt Änderungsantrag: 11 Ja, ansonsten Ablehnung Der Vorsitzende setzt um 19:04 Uhr die unterbrochene Sitzung fort, ruft Tagesord- nungspunkt 17 zur Behandlung auf, verweist auf die erfolgte Vorberatung im Bauaus- schuss und Hauptausschuss und auf die vorliegenden Stellungnahmen der Verwaltung. Bürgermeister Obert: Sie wissen, dass wir hier etwas gemacht haben, was wir übli- cherweise nicht machen, nämlich eine noch nicht kostenkontrollierte Maßnahme in den Haushalt einzustellen und mit einem Sperrvermerk zu belegen. Es hat sich dann in der Entwurfsplanung bis zur kostenkontrollierten Planung herausgestellt, dass es aus ver- schiedenen Gründen, die auch dargelegt sind, dann doch deutlich teurer geworden ist. Trotzdem bitten wir Sie jetzt, für diese kostenkontrollierte Maßnahme den Sperrvermerk aufzuheben und die Mittel entsprechend freizugeben. Es gibt dann noch den Antrag der CDU-Fraktion. Sie haben gesehen, wir haben einfach nur einmal dargestellt, was das im Ergebnis bedeuten würde. Ich denke, es würde letzt- endlich aber auch bedeuten, dass – Herr Kollege Jäger – die Bibliothek in Grötzingen, - 2 - die derzeit eine Interimssituation hat, dann natürlich mittelfristig möglicherweise nicht mehr adäquat untergebracht werden kann. Stadtrat Dr. Käuflein (CDU): Wir haben einen Änderungsantrag eingebracht, den ich erläutern möchte. Darauf möchte ich mich konzentrieren. Seit Monaten beschäftigen wir uns im Gemeinderat mit der Frage der Haushaltsstabilisierung, der Haushaltskonso- lidierung. Wir sichten Vorschläge der Verwaltung, wo und wie gespart werden kann. Es ist allen bekannt, in drei Doppelhaushalten müssen wir round about 400 Mio. € einspa- ren. Nun liegt uns heute eine Vorlage für ein Schulbauvorhaben in Grötzingen vor, mit ei- nem Volumen von 23,9 statt 13,5 Mio. €. 13,5 Mio. € stehen im aktuellen Doppelhaus- halt. Heute in der Vorlage sind es 23,9 Mio. €. Daraus – damit ich nicht missverstanden werde – will ich keinerlei Vorwurf an die Verwaltung ableiten. Herr Bürgermeister Obert hat zurecht darauf hingewiesen, dass der Ansatz im aktuellen Haushalt ohne Planung, mit unseren Stimmen hinein kam. Jetzt liegt eine Planung vor, jetzt liegen Kosten vor. Das ändert nichts daran, dass sich die Kosten fast verdoppelt haben. Vor diesem doppelten Hintergrund, also einerseits Notwendigkeit der Haushaltskonsoli- dierung, der Haushaltsstabilisierung, der Notwendigkeit zu sparen und andererseits der Kostenexplosion, die wir – noch einmal – niemandem vorwerfen, müssen wir auch bei diesem Vorhaben jede Möglichkeit ausloten, einzusparen. Deswegen haben wir die Herausnahme der Stadtteilbibliothek beantragt. Die Stadtteilbibliothek soll zunächst an ihrem Ort in der Niddastraße beim Rathaus blei- ben. Die Ortsvorsteherin schüttelt den Kopf und runzelt die Stirn, das kann ich verste- hen, weil es eine Interimslösung ist. Wir sind zuversichtlich, dass sich ein anderer Ort finden wird. Wir sehen das Einsparpotential von etwa einer halben Million Euro. Selbst wenn, wie die Verwaltung in ihrer Antwort auf unseren Antrag mitteilt, ein Teil dieser Einsparung – immerhin eine halbe Million Euro – jetzt durch einen Zeitverzug und durch Umplanung noch einmal reduziert wird, ist es trotzdem eine Menge Geld. Sie glauben mir sicher, meine Damen und Herren, dass es gerade mir als kulturpolitischer Sprecher meiner Fraktion schwer fällt, just diesen Vorschlag hier einzubringen. Aber noch einmal: Doppelter Hintergrund Haushaltskonsolidierung und eklatante Kos- tenexplosion haben uns zu diesem Schritt bewogen. Wir bitten das Haus um Zustim- mung. Stadtrat Pfalzgraf (SPD): Herr Kollege Dr. Käuflein, auch wir runzeln die Stirn, aber aufgrund Ihres Antrags, nicht aufgrund dieser Vorlage. Zunächst einmal in die Historie zurück: Es dreht sich nicht um eine Kostenexplosion, sondern es dreht sich um die Tatsache, dass wir seinerzeit – natürlich auch aus der Not heraus, wegen dieser Schadstoffproblematik – sehr schnell gesagt haben, wir müssen dort etwas tun und haben sehr schnell diese 13,5 Mio. € in den Haushalt eingestellt. Aber niemals in der Erwartung, dass mit diesen 13,5 Mio. € die Schule bezahlt wäre. - 3 - Natürlich haben wir auch nicht vorausgesehen, dass jetzt nahezu 24 Mio. € dabei her- auskommen. Auch das macht uns Bauchschmerzen. Aber die Notwendigkeit ist da. Ent- standen ist die Geschichte, weil wir vielleicht – hinterher ist man immer schlauer – zu voreilig einen unkontrollierten Betrag eingestellt haben, von dem sich jetzt erwiesen hat, dass er absolut zu niedrig ist. Deshalb halte ich es für falsch, wenn wir von einer Kostenexplosion reden. Das war eine ganz andere Vorgehensweise. Jetzt zu Ihrem Antrag, Herr Kollege Dr. Käuflein. Das macht uns Stirnrunzeln, weil nie- mand in diesem Gemeinderat die Chance auslässt, über Bildung zu reden, über die Notwendigkeit, wie wir unsere Kinder ans Lesen bringen. Wir haben Lesepaten und vie- le Initiativen usw. Wir sind stolz auf unsere Bibliotheken und haben auch die Erkenntnis gesammelt, dass der Zuspruch zu unseren Bibliotheken äußerst groß ist; Tendenz wei- terhin steigend. Das hat sehr viel mit Bildung zu tun. Deshalb sollten wir genau das un- terstützen. Völlig ungeachtet dessen, dass Grötzingen sowieso einen Anspruch hat, da diese Biblio- thek im Eingemeindungsvertrag festgeschrieben steht, und diese Interimslösung alles andere als gut ist, auch nicht für die Kinder, nicht nur von der Baulichkeit her betrach- tet, sollten wir den Spieß umdrehen und diese Chance nutzen, um die Bibliothek in die- ser Schule einrichten zu können. Sie hat auch den Vorteil, dass damit beispielsweise finanzschwache Familien ihre Kinder zum lesen dorthin schicken können und ganz kos- tenlos etwas für die Bildung tun, was nach wie vor – das weiß jeder von uns - äußerst wichtig ist. Die Verwaltung hat vorgerechnet, Sie haben es eben schon angedeutet, dass es nicht viel bringt, wenn man diese Bibliothek aus der Planung herausnimmt, um nachher viel- leicht wieder andere Planungen mit entsprechenden Zeitverzögerungen zu erstellen, die letztendlich unterm Strich vielleicht nur ein Teil dessen, was man sich erhofft, einsparen. Und dann vielleicht mit der Gefahr im Hintergrund, dass irgendwann ein Ersatzstandort gefunden wird und man dann über eine kostenkontrollierte Planung diskutiert, und wir im Gemeinderat sagen: Das wird jetzt viel zu teuer, lassen wir es ganz bleiben. Die Ge- fahr besteht. Jetzt haben wir im Grunde eine praktische, schnelle, billige Lösung. So muss man es nennen, weil es inbegriffen ist in das ganze Projekt. Wir sollten die Chance nutzen und unseren Kindern die Bildung und das Lesen und den Besuch der Bibliotheken gestatten und dafür sorgen, dass sie es auch in Anspruch nehmen, was gerne gemacht wird. Deshalb lehnen wir Ihren Antrag ab. Es fällt uns nicht schwer, den Antrag abzulehnen. Wir stimmen natürlich der Verwaltungsvorlage zu. Stadtrat Honné (GRÜNE): Erst einmal zu der Aussage, es war damals sehr problema- tisch, als diese 13,5 Mio. € eingestellt wurden. Es war damals alternativlos. Es musste dringend gehandelt werden. Das war eine asbestverseuchte Schule. Die musste ganz dringend entweder saniert oder neu gebaut werden. Es gab keine Alternative. Deshalb musste der Gemeinderat alles tun, um möglichst schnell voranzukommen. Das war die einzige Notlösung, die möglich war. - 4 - Ich habe der Verwaltung schon empfohlen – die wissen das inzwischen auch - es beim nächsten Mal anders zu machen. Es muss dann auch deutlich gemacht werden, wenn man grob eine Zahl angibt, muss man auch die Unschärfe dabei angeben. 10 – 20 Mio. € hätte man damals besser gesagt, auch wenn man im Haushalt nachher eine fes- te Zahl hineinschreiben muss. Aber man muss trotzdem denjenigen sagen, die damit zu tun haben, dass die Unschärfe noch sehr groß ist. Insofern kann ich mich Herrn Pfalz- graf anschließen, dass es keine Kostenexplosion ist. Es ist einfach nur genauer hinge- schaut worden. Jetzt kam das raus. Dann zum Antrag der CDU. Gestern habe ich noch in unserer Fraktion gesagt, die CDU stellt diesen Antrag nicht, nachdem sie von der Verwaltung schriftlich die Hintergründe mitgeteilt bekommen haben. Den Antrag kann man doch überhaupt nicht stellen. Des- halb war ich jetzt von den Socken, dass Sie doch diesen Antrag gestellt haben. Es ist doch gerade der Clou, dass die Synergieeffekte zwischen der Bibliothek des Stadtteils und der Schule genutzt werden sollen. Wenn man es vorher nicht schon gemacht hätte, hätte man jetzt eigentlich umplanen müssen, es so zu machen. Es kommt auch aus der Antwort der Verwaltung heraus. Was man spart, ist relativ wenig. Die 500.000 € wer- den nicht tatsächlich eingespart. Ganz nebenbei nehmen wir billigend in Kauf, wenn wir dem zustimmen, dass der Neubau der Schule verzögert wird, weil umgeplant wer- den muss. Auch wenn unklar ist, um wie viel es verzögert würde. Das kommt gar nicht in Frage. Aus jeweils beiden Gründen allein müsste man schon ganz dringend diesen Antrag ab- lehnen. Stadtrat Lancier (KULT): Die Kostenexplosion ist für uns keine Kostenexplosion. Für uns war es das zwangsläufige Ergebnis, wenn ohne Grundlage geschätzt werden muss. Er will es selbst nicht sagen, deshalb sage ich es jetzt für Herrn Dr. Fischer: Das haben wir doch gleich gesagt. Die Bibliothek als Anspruch für die Qualität in einem Stadtteil wollen wir nicht aufge- ben. Wir sehen die Notwendigkeit für Bildung, für die Möglichkeit, ein Buch auszulei- hen, um etwas zu lesen, was man sich sonst eventuell nicht kaufen würde, ganz gene- rell in allen Bereichen der Stadt gegeben. Ein relativ weit außen liegender Stadtteil wie dieser sollte eine eigene Bibliothek haben. Da muss man wirklich sagen, wenn sich die Gelegenheit ergibt, das Ganze in der Schule unterzubringen, wo denn sonst. Letzten Endes halten wir die Kosten, die in dem Zusammenhang auftauchen, auch für vergleichsweise überschaubar für eine solche Bibliothek. Es ist auch in der Antwort der Verwaltung nicht nur von den eingesparten Kosten die Rede, die sich relativeren durch die Umplanung. Es ist nicht erwähnt, dass dann extra der Bücherbus dorthin fahren muss, was dann auch wieder einiges an Aufwand und Kosten verursachen würde. Nicht zuletzt halten auch wir die Verzögerung, die sich dadurch ergibt, für unzumutbar, weshalb auch wir von der KULT den Änderungsantrag der CDU ablehnen und uns der Vorlage der Verwaltung anschließen. - 5 - Stadtrat Jooß (FDP): Ich kann mich im Grunde nur anschließen. Aber ich möchte noch einmal erinnern: Eine Tullabadlösung – wie die CDU es damals wollte -, wo wir auch sparen mussten, gibt es mit uns nicht mehr. Wir wollen eine komplette Lösung für Grötzingen. Wir wollen keine Zeitverzögerung. Wir wollen das Paket nicht mehr auf- schnüren. Es ist ein echter Mehrwert für Grötzingen. Von daher lehnen wir den Antrag der CDU ab und stimmen der Verwaltungsvorlage zu. Noch eine Bemerkung zum Thema Kostenkontrolliert: Wir stehen nachher vor einem ähnlichen Problem in Neureut. Das soll so schnell wie möglich gehen. Das haben wir mit unterstützt. Aber ohne Kostenkontrolle geht es auch dort nicht. Wir wollen nicht noch einmal in dasselbe Fass hineintappen. Das gleich vorneweg zu Neureut. Der Vorsitzende: Ich habe keine Wortmeldungen mehr, dann können wir in die Ab- stimmung eintreten. Ich rufe zunächst den Änderungsantrag der CDU auf, die Stadtbibliothek herauszulö- sen. Das sind 11 Ja-Stimmen, der Rest ist Ablehnung. Damit mehrheitlich abgelehnt. Jetzt kommt die unveränderte Verwaltungsvorlage. Ich sehe nur gelb, das ist ein ein- stimmiges Votum. Grötzingen kann sich freuen. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 11. April 2016