Entwicklungskonzept Zoologischer Stadtgarten

Vorlage: 2016/0040
Art: Beschlussvorlage
Datum: 05.02.2016
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Karlsruher Fächer GmbH
Erwähnte Stadtteile: Oberreut, Südstadt, Südweststadt

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 22.03.2016

    TOP: 16

    Rolle: Entscheidung

    Ergebnis: Beschlossen mit geändertem Beschlusstext

Zusätzliche Dateien

  • Bericht_Entwicklungskonzept Zoo
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Zoologischer Stadtgarten Karlsruhe Abschlussbericht Stand Februar 2016 ZOOLOGISCHER STADTGARTEN ENTWICKLUNGSKONZEPT 2 | Entwicklungskonzept Zoologischer Stadtgarten | 3 Vorwort Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Bürgerinnen und Bürger, es gibt wohl kaum einen Ort, an dem so viele Erinnerungen entstehen wie im Zoologischen Stadtgarten. Die zahlreichen Bilder, die beim Bilderwettbewerb „Erinnerungen an meinen Zoobesuch“ eingegangen sind, haben dies gezeigt. Ich selbst habe mich mit meinen persönlichen Erinnerungen beteiligt, vielleicht haben Sie mein Bild mit dem kleinen Löwen gesehen. Viele der eingereichten Bilder sind vergilbt. Viele zeigen, wie sehr sich die Mode doch ändert, die Haarschnitte zum Beispiel oder die Vorstellung davon, wie oder wo eine Hose sitzen sollte. Eines aber haben alle Bilder gemeinsam, egal zu welcher Zeit sie entstanden sind und egal, ob sie wie in meinem Fall einen kleinen Jungen oder ein junges Mädchen, einen Familienvater oder eine ältere Dame zeigen: Da sieht man strahlende Augen, fröhliches Lachen, glückliche Gesichter. In den blühenden Gärten, bei den Elefanten, auf dem Spielplatz oder in der Gondoletta. Solche Bilder, solche Erinnerungen sollen auch in Zukunft im Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe entstehen. Um dies zu ermöglichen, müssen wir uns zusammentun und Weichen stellen, sollten wir Bewährtes bewahren und dennoch den Mut haben, Neues zu wagen und den „Zoologischen Stadtgarten“ weiterzuentwickeln. Damit er uns auch die nächsten 150 Jahre noch erhalten bleibt. Als gebürtiger Karlsruher weiß ich, wie groß das Kompliment ist, das meine Mitbürgerinnen und Mitbürger „ihrem Stadtgarten“ machen wenn sie sagen: „Der isch im Grunde schon gut so wie er isch“. Aber natürlich kann und muss man einiges noch besser machen. Wie das geht, darüber haben sich in den vergangenen Monaten viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Karlsruhe, viele Experten und Fachleute und auch viele von Ihnen Gedanken gemacht. Herausgekommen ist das „Entwicklungskonzept Zoologischer Stadtgarten“, das eine Strategie für die kommenden Jahre und Jahrzehnte vorweist. Tiere, Pfl anzen und Menschen sollen sich in der Anlage noch wohler fühlen. Dies ist nur dann möglich, wenn man die Anlage in ihrer Unterschiedlichkeit als ein Gesamtes begreift und als eine Einheit weiterdenkt. Ich freue mich, wenn Sie uns und insbesondere die Kolleginnen und Kollegen des Zoo- und Gartenteams bei diesem Prozess begleiten. Michael Obert Bürgermeister 4 | Entwicklungskonzept4 | Entwicklungskonzept Inhaltsverzeichnis Gesamtprojekt ............................................ 5 Schaubild Projektorganisation..................................................6 Baukonzept Gebäude | Infrastruktur ........... 7 Erfassung des Sachstandes .....................................................8 Zwischenstand ........................................................................9 Nutzungsüberlegungen ......................................................... 10 Ergebnisse der Projektgruppe ................................................ 11 Kosten für den Erhalt des Status Quo .................................... 11 Mittelabfl uss bis 2021 ........................................................... 12 Bestandsaufnahme der Infrastruktur in der Gesamtanlage ..... 12 Ausblick ................................................................................ 12 Flächensystematik Tiere | Pflanzen | Menschen ...................... 13 Bestandsaufnahme ................................................................ 14 Neue Perspektiven ................................................................. 15 Leitmotiv: Der Park der Naturdialoge ................................ 15 Ein Masterplan für den Zoologischen Stadtgarten .................. 17 Vom Schwarzwald bis nach Afrika – Dialog zwischen lokalem Handeln für globales Denken Weitere Maßnahmen des Masterplans ................................... 18 Eckpfeiler des Masterplans .................................................... 20 Elefantenanlage ............................................................... 22 Maßnahmen im gärtnerischen Bereich .............................. 23 Gestaltungshandbuch....................................................... 23 Flächen ............................................................................ 23 Wegeführung ................................................................... 23 Umgestaltung der Eingänge .................................................. 24 Neukonzeption der gastronomischen Einrichtungen ............. 25 Kosten .................................................................................. 26 Bausteine des Masterplans ............................................... 26 Finanzierung von Maßnahmen über Drittmittel ................ 26 Besucherführung | Erlebnisvermittlung .... 29 Wegeführung zum und im Zoologischen Stadtgarten ........... 30 Externe Wegeführung ...................................................... 30 Interne Wegeführung ....................................................... 31 Barrierefreiheit in Informations- und Wegesystem .................. 32 Zentrales Informationssystem ................................................ 32 Einrichtung eines übergreifenden Informationssystems ...... 32 Veranstaltungsplanung .......................................................... 33 Wissensvermittlung ............................................................... 34 Kosten | Wirtschaftlichkeit ....................... 35 Fortschreibung der IST-Analyse .............................................. 36 Auswirkungen der Maßnahmen des Masterplans .................. 36 Besucherzahlen ..................................................................... 37 Maßnahmenkatalog zur Kostenoptimierung .......................... 37 Auswirkung auf Eintrittspreise .......................................... 38 Drittmittel ........................................................................ 38 Gastronomie ......................................................................... 38 Organisation | Betreiberkonzept ............... 39 Neue Form der Organisation? ............................................... 40 Bewertung der möglichen Betreiberformen ........................... 41 „Gemeinsame Dienste“ als Schnittstelle zwischen Zoo und Gartenbauamt .......................................... 41 Auswertung und Fortschreibung der Gutachten der Dr. Malcher GmbH zur Struktur und zum Stellenbedarf des Zoos .................................................. 42 Weitere Schritte .................................................................... 42 Ausblick und Zusammenfassung ............................................ 42 Bürgerbeteiligung | Kommunikation ......... 43 Umfrageergebnisse zum Zoologischen Stadtgarten ............... 44 Besucherumfrage 2013 .................................................... 44 Besucherumfrage zur Gastronomie 2014 .......................... 44 Karlsruher Bürgerumfrage 2015 ...................................... 45 Bürgerforen .......................................................................... 48 Erstes Bürgerforum am 8. Juli 2015 .................................. 48 Zweites Bürgerforum am 17. Februar 2016 ....................... 48 Workshops ............................................................................ 49 Workshops Erwachsene .................................................... 49 Workshop Jugendliche ..................................................... 50 Workshop Kinder ............................................................. 50 Überarbeitung des Online-Auftritts, Beteiligungswebseite ...... 51 Ausblick ................................................................................ 54 Ausblick ................................................... 55 Zeitliche Umsetzung der verschiedenen Bausteine ................. 56 Entwicklungskonzept Zoologischer Stadtgarten – Beteiligtenliste nach Projektgruppen ...................................... 58 Thema GESAMTPROJEKT Vorbemerkung zum Sachstand Projektorganisation 6 | Entwicklungskonzept6 | Entwicklungskonzept – Gesamtprojekt | Vorbemerkung zum Sachstand, Projektorganisation Der Zoologische Stadtgarten wird inhaltlich und strukturell neu aufgestellt. Zu diesem Zweck wurde im November 2014 der übergreifende Prozess „Entwicklungskonzept Zoologischer Stadtgarten“ angestoßen. Die Umstrukturierung des Zoologischen Stadtgartens setzt eine auf breiter Basis erarbeitete Konzeption als Leitlinie und verbindliche Grundlage voraus. Diese wurde in den vergangenen Monaten erarbeitet und liegt nun in Form dieses Abschlussberichts vor. Schon 2007 wurde für den Zoologischen Stadtgarten eine neue Konzeption erstellt. Damals ging es jedoch vornehmlich darum, ein bauliches Konzept für den Zoobereich zu entwickeln. Die Gesamtanlage wurde nur in der ersten Phase des Wettbewerbs betrachtet. Dies änderte sich mit dem zum Ende des Jahres 2014 angestoßenen Prozess „Entwicklungskonzept Zoologischer Stadtgarten“, der nun im Frühling 2016 seinen Abschluss fi ndet. Im Zentrum der Betrachtung standen in den vergangenen Monaten die Bedürfnisse und das Zusammenspiel von Tieren, Pfl anzen und Menschen gleichermaßen. Ziel war die Erstellung eines integrierten Konzeptes, welches den Zoologischen Stadtgarten fi t für die Zukunft machen soll. Dabei wurde die Anlage unter konzeptionellen, wirtschaftlichen und inhaltlichen Aspekten betrachtet. Insgesamt sechs Projektgruppen arbeiteten intensiv an diversen Themenfeldern und Fragestellungen rund um den Zoologischen Stadtgarten. Die Gruppen waren verwaltungsintern interdisziplinär aufgestellt. Externe Experten und Impulsgeber wurden von den Projektgruppen hinzugezogen – manche davon punktuell, manche als Begleiter des gesamten Arbeitsprozesses. Auch die Bürgerinnen und Bürger konnten ihre Meinung und Expertisen einbringen – beim Bürgerforum im Juli 2015 und beim Bürgerforum im Februar 2016, per Mail über eine eigens eingerichtete Beteiligungsinternetseite oder durch Teilnahme an verschiedenen Workshops, die für unterschiedliche Altersklassen angeboten wurden. Dieser Abschlussbericht fasst alle zentralen Ergebnisse der Projektgruppen zusammen und dient damit als Grundlage für die zukünftige Ausrichtung des Zoologischen Stadtgartens Karlsruhe. Dabei sind die Zwischenberichte nach ihrem Zusammenhang strukturiert und nicht numerisch. Dezernat 1Dezernat 6Gemeinderätliche Gremien Prozessverantwortung (KFG) Projektteam (gesamt) Projektgruppen (PG)jgpp() PG 1 Flächensystematik Tiere | Pflanzen | Menschen PG 2 Organisation | Betreiberkonzept PG 3 Besucherführung | Erlebnisvermittlung PG 4 Baukonzept Gebäude | Infrastruktur PG 5 Kosten | Wirtschaftlichkeit PG 6 Bürgerbeteiligung | Kommunikation Schaubild Projektorganisation PG 4 BAUKONZEPT GEBÄUDE | INFRASTRUKTUR Bauaufnahme Zustandsprotokolle Handlungsbedarf Anpassung an Nutzungsüberlegungen Die Projektgruppe 4 untersuchte alle Gebäude im Zoologischen Stadtgarten hinsichtlich ihres baulichen und technischen Zustandes, um einen möglichen Sanierungsbedarf festzustellen. Die technische Infrastruktur wurde nicht nur innerhalb der Gebäude, sondern in der Gesamtanlage untersucht und dokumentiert. Während im Wettbewerb und beim Zookonzept 2007 der Schwerpunkt auf die Gebäude für Tiere gelegt wurde, befasste sich die Projektgruppe in ihrer Arbeit nun mit der Gesamtstruktur, das heißt, auch mit Gebäuden wie dem Betriebshof, in denen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Gartenbauamt und Zoo arbeiten, oder der Gastronomie. Die aus den Untersuchungen gewonnenen Erkenntnisse waren Grundlagen für die weiteren Planungen des Entwicklungskonzepts Zoologischer Stadtgarten. 8 | Entwicklungskonzept – PG 4 Baukonzept Gebäude | Infrastruktur Erfassung des Sachstandes Im ersten Schritt wurde bis Mitte März 2015 der bauliche und technische Zustand der Gebäude anhand von Begehungen eingeschätzt. In dieser Bearbeitungsphase fl ossen Informationen von Zoo, Gartenbauamt, dem Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft und den Stadtwerken in die Untersuchungen ein. Maßnahmen, die in den letzten Jahren durchgeführt wurden beziehungsweise in Planung sind, wurden ebenfalls erfasst. Betrachtet wurde außerdem die denkmalschutzrechtliche Einstufung der Gebäude. Da es in dieser Bearbeitungsphase lediglich um eine erste Einschätzung ging, wurden daher keine umfangreicheren Untersuchungen wie zum Beispiel Schadstofferfassung durchgeführt. Zusätzlich zu den Begehungen wurde der Planbestand der Gebäude zusammengestellt und vorliegende technische Bestandspläne auf Aktualität geprüft. Für die Durchführung der Bestandsaufnahme wurden externe Planer beauftragt, die die folgenden Gebäude näher untersuchten: Giraffenhaus, Raubkatzenhaus, Affenhaus, Dickhäuterhaus, Wirtschaftsgebäude mit Wirtschaftshof, Kasse Nord, Kasse Süd, Café Karle und Milchbar. Nicht untersucht wurden Gebäude, die neu gebaut oder kürzlich saniert wurden oder als nicht mehr zukunftsfähig und daher nicht erhaltenswert eingestuft wurden. Mit Hilfe der erstellten Zustandsprotokolle wurde ein Übersichtsplan über alle Gebäude im Zoologischen Stadtgarten entwickelt, um den Sanierungszustand zu kartieren. Unterteilt wurde die Beurteilung jedes Gebäudes in Konstruktion, Funktion und Technik. Die entsprechende Dringlichkeit wurde mit den Farben rot (dringender Handlungsbedarf), gelb (mittelfristiger Handlungsbedarf) oder grün (kein Handlungsbedarf) gekennzeichnet. Zoologischer Stadtgarten | 9 Zwischenstand Nach Erstellung der Zustandsprotokolle wurde deutlich, dass der allgemeine Zustand der Baukonstruktion als robust zu bezeichnen, jedoch der technische Zustand äußerst kritisch ist. Zwar sind die Elektro-, Heiz- und sanitären Anlagen noch funktionstüchtig, ihr Lebenszyklus ist jedoch weit überschritten. Im Bereich der elektrischen Anlagen besteht akuter Handlungsbedarf, die Technik muss insgesamt kurz- bis mittelfristig komplett erneuert werden. Das Ergebnis der Bestandsaufnahme bildete die Grundlage für die Entwicklung von Nutzungskonzepten. Diese wurden dann mit Projektgruppe 1 gespiegelt, um den Anpassungsbedarf im tierhalterischen Bereich abzustimmen und entsprechende Bausteine für den Maßnahmenkatalog zu erarbeiten. Fasst man die Ergebnisse der Untersuchung aus dem Raubtierhaus zusammen, dann muss hier zum Beispiel die Brandschutzabmauerung vor den Leitungstrassen im Keller wieder hergestellt werden. Die Geländerhöhen am Treppenaufgang müssen überarbeitet werden, da diese nicht mehr den Sicherheitsvorschriften entsprechen. Der Schimmel in der Futterküche muss entfernt und dauerhaft muss hier eine Lüftungsanlage nachgerüstet werden. Weitere technische Ertüchtigungen betreffen die Wartungen der elektrischen Anlagen, die Umstellung der Fernwärmeversorgung auf Sekundärnetz und die vollständige Erneuerung der Heizungsregelung. Aus tiergärtnerischer Sicht ist bei einer Raubtierhaltung die Größe des Außengeheges nicht mehr ausreichend. 10 | Entwicklungskonzept10 | Entwicklungskonzept – PG 4 Baukonzept Gebäude | Infrastruktur Ein Beispiel für die bauliche Überarbeitung im Giraffenhaus sind die Geländer, die an die derzeitigen Sicherheitsvorschriften angepasst werden müssen. Ebenfalls – wie beim Raubtierhaus – muss die Fernwärmeversorgung geändert werden. Die vorhandene Lüftungsanlage ohne Wärmerückgewinnung muss ausgetauscht werden. Aus tiergärtnerischer Sicht sind die Anforderungen an den Außen- und Innenbereich nach dem Säugetiergutachten von 2014 nicht erfüllt. Im Affenhaus muss eine räumliche Trennung des Elektroverteilers aus Brandschutzgründen erfolgen. Von technischer Seite muss auch hier die Fernwärmeversorgung geändert werden. Hinzu kommt, dass eine Lösung für die extrem unwirtschaftliche Fußbodenheizung der Außenkäfi ge gefunden werden muss. Die Erneuerung der Lüftungsanlage über den Schauvitrinen mit neuer Wärmerückgewinnung ist bereits in Planung. Das Affenhaus entspricht unabhängig vom Säugetiergutachten nicht mehr den Besucheransprüchen. Außerdem sind die Anforderungen an das Innengehege nicht erfüllt. Im Wirtschaftsgebäude muss im Kellerbereich eine Abdichtung gegen eintretendes Grundwasser eingebracht werden. Auch die Bodenplatte, die über dem Keller und im Außenbereich liegt, ist undicht und muss abgedichtet werden. Heizungsregelung und -verteilung bedürfen der Erneuerung. Aus tiergärtnerischer Sicht wurde hier ein Handlungsbedarf erkannt für den Veterinärbereich, die Quarantänestation sowie für die Futterküche. In der Milchbar sollte eine Lüftung eingebaut werden beziehungsweise als zusätzliche Maßnahme der Wirtschaftsbereich gedämmt werden, um das Raumklima zu verbessern. Kurz- bis mittelfristig wird die Trinkwasserversorgung erneuert werden müssen, da die Rohre noch aus verzinktem Stahl bestehen. Das Heizungsnetz mit den Wärmekörpern soll überprüft werden, da es bereits starke Korrosionsansätze gibt. Für alle genannten Gebäude gilt, dass im Leistungsbereich Elektro weitere Ertüchtigungen im Bereich Brandschotts, Freiräumen von Elektroräumen und Austausch alter TN-C-Systeme gegen TN-S-Systeme durchgeführt werden müssen. Ebenso fehlen die regelmäßigen BGV-A3-Prüfungen. Nutzungsüberlegungen In der weiteren Konzeptbearbeitung wurden die Baumaßnahmen mit den zukünftigen Nutzungsüberlegungen in Einklang gebracht. In enger Zusammenarbeit mit den restlichen Projektgruppen wurden Ideen entwickelt, wie mit den Gebäuden und der Infrastruktur weiter umgegangen werden kann. Dabei wurde unter anderem Fragen nach dem Zustand der Gebäude oder den Kosten für die Bauunterhaltung zugrunde gelegt. Zoologischer Stadtgarten | 11 Kosten für den Erhalt des Status Quo Um den Status Quo der Gebäude im Zoologischen Stadtgarten zu erhalten, das heißt ohne Erweiterung oder Verbesserung der Gebäude und damit ohne jeglichen Qualitätsgewinn, muss in den nächsten fünf bis sechs Jahren mit Kosten von circa 6 Millionen Euro gerechnet werden. Davon entfallen auf dringend notwendige, kurzfristige Maßnahmen in den nächsten ein bis zwei Jahren circa 1,5 Millionen Euro. Die Kosten für die einzelnen Gebäude waren Grundlage für die weiteren Überlegungen, die auch in Abstimmung mit Projektgruppe 1 erfolgten. Was muss in die einzelnen Gebäude investiert werden, damit sie nicht nur erhalten werden, sondern auch funktionstüchtig sind und zukunftsfähig bleiben? Werden alle Gebäude mit der momentanen Nutzung weitergeführt? Alle Gebäude, die auch funktional umgestaltet werden müssen, wurden in den Bausteinkatalog der Projektgruppe 1 aufgenommen. Der Mittelabfl uss im nächsten Abschnitt bezieht sich lediglich auf Gebäude, deren Status Quo erhalten wird, jedoch nicht umgebaut werden. Ergebnisse der Projektgruppe In die Untersuchung der Zustandsprotokolle fl ossen auch Informationen über die Begehung durch den Arbeitsschutz, die Branddirektion sowie des Umwelt und Arbeitsschutzes ein. Bei den Gastronomiegebäuden gab es zusätzliche Begehungen mit dem Lebensmittel- und Veterinäramt und der Gewerbeaufsicht. Das Ergebnis aus der Begehung mit dem Arbeitsschutz war, dass primär betriebsbedingte oder organisatorische Mängel und weniger bauliche Mängel vorliegen. Da die letzte Begehung einige Zeit zurückliegt, wird eine sofortige Wiederaufnahme empfohlen. Bei der Begehung durch den vorbeugenden Brandschutz konnten die Gebäude grundsätzlich in folgende Typen unterteilt werden: Bürogebäude/Werkstatt, Lagergebäude und Tiergebäude. Es gibt verschiedene Arten von Mängeln. Als wichtigste Prämisse gilt, dass jedes Gebäude einen zweiten Rettungsweg aufweist. Dies muss beim Affenhaus sowie bei der Milchbar nachgerüstet werden. Bezüglich der Elektroinstallationen ist von zentraler Wichtigkeit, dass die betreffenden Verteilerschränke frei zugänglich sind und vor Feuchtigkeit geschützt werden. Die elektrischen Anlagen müssen regelmäßig gewartet werden. Die noch häufi g vorhandenen Zweiadersysteme müssen dringend ersetzt werden, da sie im Fehlerfall ein unmittelbares Gefährdungs- potenzial aufweisen muss. Aus der Begehung der Gastronomiegebäude ergaben sich verschiedene Arten von Mängeln. Unter anderem müssen Wandregale auf statische Anforderungen überprüft und Fluchtwege kontrolliert werden. Brandlasten müssen aus den Fluchtwegen entfernt und Schimmel beseitigt werden. 12 | Entwicklungskonzept12 | Entwicklungskonzept – PG 4 Baukonzept Gebäude | Infrastruktur Mittelabfluss bis 2021 Im Giraffenhaus, im Raubtierhaus und im Dickhäuterhaus müssen Mittel in Technik und Bauunterhalt investiert werden (siehe Grafi k). Im Affenhaus wird dabei nur in kurzfristige und zwingend notwendige Maßnahmen investiert, da Teile des Gebäudes langfristig nicht erhalten werden sollen. In die Kassen an den Eingängen Nord und Süd müssen, so der Befund der Projektgruppe, 50.000 Euro für zwingend notwendige Maßnahmen investiert werden. Der Kostenrahmen der Neugestaltung der Kassen, wie sie die Projektgruppe 1 in ihrem Masterplan vorgesehen hat, wird über die beauftragte Machbarkeitsstudie ermittelt. Die Kosten für Umbau und Sanierung des Wirtschaftsgebäudes sind im Mittelabfl uss für den Bauunterhalt nicht aufgeführt. Sie sind Bestandteil der Maßnahmenliste in Projektgruppe 1, da beim Wirtschaftsgebäude nicht nur Kosten für den Erhalt des Status Quo anfallen, sondern auch zeitnah Umplanungen durch funktionale Änderungen durchgeführt werden müssen. Bestandsaufnahme der Infrastruktur in der Gesamtanlage Die Aufnahme der Infrastruktur erfolgte durch das Liegenschaftsamt in Kooperation mit den Stadtwerken, dem Zoo, dem Gartenbauamt und verschiedene Fachingenieuren. Das Liegenschaftsamt erfasste alle bekannten Leitungen und erstellte einen Mehrspartenplan, der wiederum von den entsprechenden Fachbeteiligten überprüft und aktualisiert wurde. Dieser bildet eine wichtige Grundlage für die weitere Arbeit an den Gebäuden im Zoologischen Stadtgarten. Die Aktualisierung und Vervollständigung des Mehrspartenplans soll bis Ende Mai 2016 abgeschlossen sein. Ausblick Alle Gebäude müssen wie vorher beschrieben hinsichtlich baulichem Zustand, technischen Anforderungen und auch bezogen auf das Säugetiergutachten überprüft und überarbeitet werden. Ob sich daher bei manchen Gebäude eine grundlegende Neukonzeption lohnt, wird noch geprüft werden. PG 1 FLÄCHENSYSTEMATIK TIERE | PFLANZEN | MENSCHEN Zookonzept 2007 Säugetiergutachten Kulturdenkmal Eingangssituation Leitmotiv 14 | Entwicklungskonzept – PG 1 Flächensystematik Tiere | Pflanzen | Menschen Durch neue gesetzliche Vorgaben, insbesondere das Säugetiergutachten aus dem Jahr 2014, wurde im Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe eine Überprüfung der Tierhaltung notwendig. Die Vorlage des Gutachtens war ein wichtiger Impuls, Ende 2014 den Prozess „Entwicklungskonzept Zoologischer Stadtgarten“ anzustoßen. Doch nicht nur die Tiere, auch die Pfl anzen und Menschen sollten in der Anlage ausreichend Platz fi nden. Zusätzlich sollten Ideen und Konzepte entwickelt werden, um allen Besucherinnen und Besuchern zu ermöglichen, sich in der gesamten Anlage weiterhin oder wieder neu wohlzufühlen. Im Hinblick auf die Tiere war die Projektgruppe 1 mit der Frage beschäftigt, welche Rahmenbedingungen aus dem Säugetiergutachten unter Berücksichtigung des Flächenzuschnitts im Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe umgesetzt werden können beziehungsweise müssen. Außerdem wurden Entwicklungsmöglichkeiten für die Zukunft untersucht. Konkret: Welche Tierhaltung ist auf welchen Flächen denkbar? Neben den Tieren sind die Pfl anzen die weiteren Protagonisten des Zoologischen Stadtgartens. Ein Großteil der Anlage wurde zur Bundesgartenschau 1967 entwickelt und in ihrer ursprünglichen Konfi guration weitgehend erhalten. Die Frage nach Entwicklungsmöglichkeiten der gärtnerischen Bereiche stellte sich, wenn auch in begrenztem Rahmen, dennoch. Die Projektgruppe analysierte Schwerpunkte und Potenziale der Grünfl ächen und untersuchte, inwieweit diese vertieft und entwickelt werden können. Die Pfl anzen und Tiere mögen die Hauptdarsteller sein, aber was wären sie ohne ihr Publikum, die Besucherinnen und Besucher des Zoologischen Stadtgartens? Sie sind darum die dritte Komponente, der sich die Projektgruppe 1 ausführlich gewidmet hat. Insbesondere wurde betrachtet, welchen Bedürfnissen der Besucherinnen und Besucher die Anlage bis dato nicht beziehungsweise nicht ausreichend gerecht wurde. Als Beispiele zu nennen sind die Service- sowie die gastronomischen Einrichtungen. Bestandsaufnahme Die Projektgruppe 1 führte zunächst eine Bestandsaufnahme durch. Dazu wurde das bestehende Zookonzept mit allen Anlagen des Grundbestandes und allen umgesetzten Maßnahmen aus dem Wettbewerb „Zoologischer Stadtgarten 2006/2007“ betrachtet. Zu letzteren gehören beispielweise der 2009 umgesetzte „Lebensraum Wasser“, der Streichelzoo oder das 2015 eröffnete Exotenhaus. In der Bestandsaufnahme wurden jedoch auch jene Maßnahmen noch einmal thematisiert, die in Folge des Wettbewerbs 2006/2007 nicht umgesetzt werden konnten. Dazu zählt das Raubtierhaus, die Verlagerung und Neugestaltung des großen Spielplatzes und der Neubau für die Elefanten und die Kropfgazellen, einschließlich Eingang Augartenstraße und Zooshop. Nach dem Brand des Streichelzoos 2010 wurde die beschädigte Elefantenanlage saniert und um einen Hallenbau erweitert. Weitere fertig gestellte Projekte sind die Themenwelt am Lauterberg, also die „Bergwelt Himalaya“. In umittelbarer Nachbarschaft befi ndet sich das Nasenbärengehege, das im April 2015 eingeweiht wurde. . Im Jahr 2015 konnten auch Umbaumaßnahmen bei den Flusspferden und den Huftieren sowie die Sanierung der Seebühne beendet werden. Nicht nur die Aufgaben und Maßnahmen im Bereich Zoo wurden im Zuge der Bestandsaufnahme beleuchtet, sondern auch die der Gartenanlage. Dort werden nämlich nicht nur Gärten und Pfl anzen gehegt und gepfl egt, auch die Bühnen und Kinderspielplätze werden instand gehalten. Zudem muss die beliebte Gondoletta jeden Frühling wieder auf Vordermann gebracht werden. Zum Abschluss der Bestandsaufnahme wurden als weitere Themen der Denkmalschutz, die bestehenden Angebote für Besucherinnen und Besucher sowie andere aktuelle Einzelthemen behandelt. Zoologischer Stadtgarten | 15 Neue Perspektiven Im nächsten Schritt entwickelte die Projektgruppe einen Masterplan für ein integriertes Tier-, Garten- und Besucherkonzept. Hierzu wurden zunächst die gesamten Flächenpotenziale dargestellt und hinsichtlich der Anforderungen aus dem Säugetiergutachten bewertet. Anschließend wurde die Ist-Situation mit den Wettbewerbsergebnissen von 2006/2007 abgeglichen. Zusätzlich wurden Flächenpotenziale identifi ziert. Diese Schritte wurden begleitet von einem externen Beratungsbüro, dem Büro Tiergartengestaltung Wiesenthal. Leitmotiv: Der Park der Naturdialoge Zu einem übergeordneten Entwicklungskonzept gehört an erster Stelle ein „Leitmotiv“ – eine Grundidee für das Areal, auf der alle weiteren Schritte und Maßnahmen aufbauen. Die Projektgruppe 1 hat sich lange und ausführlich mit diesem Thema beschäftigt und dabei sowohl die Vergangenheit und das Bestehende des Areals beleuchtet als auch Visionen und Gedanken für die Zukunft entwickelt. Das Ergebnis der Projektgruppenarbeit ist ein Leitmotiv, das den besonderen Charakter des Zoologischen Stadtgartens Karlsruhe, seine Geschichte, seine Bipolarität als Zoologische Einrichtung und Garten und seinen engen Bezug zu Karlsruhe und seinen Bürgerinnen und Bürgern widerspiegelt – „Der Park der Naturdialoge“. Der Zoologische Stadtgarten Karlsruhe liegt nicht etwa am Rande der Stadt, sondern ist städtebaulich unmittelbar umgeben von den dichtbesiedelten Stadtvierteln Südstadt und Südweststadt. Er steht somit in einem ständigen Dialog mit dem umgebenden öffentlichen Raum, hat an zahlreichen Stellen Innen- und Außenbezüge. Er wird nicht nur von einer Fußgängerbrücke überspannt, die die beiden angrenzenden Stadtviertel verbindet und jederzeit Einblick in das Innere der Anlage gewährt. Auch entlang seiner Mauern und Zäune kann man den Zoologischen Stadtgarten sehen, hören und riechen. Ebenso ist im Inneren der Anlage, in den Gärten, zwischen den Beeten oder um die Gehege, die innerstädtische Kulisse jederzeit als solche wahrnehmbar. Der Zoologische Stadtgarten Karlsruhe spiegelt wie keine vergleichbare Anlage einen Dialog zwischen „Natur“ und „Kultur“ wider. Das Gelände ist bis heute stark durch die Bundesgartenschau 1967 geprägt. Natur – will heißen Bäume, Pfl anzen, Wasser, Tiere – zeigt sich hier liebevoll, aber streng „kultiviert“ in Beeten, Anlagen und Gehegen. Während sich in den Gehegen im Zusammenspiel mit den Tieren die Wildnis ihren Raum zurückerobert, zeigt sich der Mensch und seine Kultur in den Gebäuden und den Anlagen vor den Gehegen. Auch hier fi ndet sich Natur – nur eben stark kultiviert. In Zukunft soll ein besonderes Augenmerk auf die Zwischenräume zwischen Natur und Kultur fallen. Die Übergänge sollen gestalterisch oder gärtnerisch dargestellt und hervorgehoben werden, zum Beispiel könnte das durch einen trennenden Vorhang in Form eines vertikalen Gartens passieren/ gestaltet werden. Der Zoologische Stadtgarten ist nicht nur ein Garten inmitten der Stadt, sondern er ist für die Karlsruherinnen und Karlsruher ihr „Stadtgarten“. Schließlich wurde der Stadtgarten auf Initiative der Bürgerinnen und Bürger hin gegründet. Schon seit seiner Gründung im Jahr 1965 besteht eine besondere Bindung der städtischen Bevölkerung zu der Anlage, die bis heute nicht abgenommen hat. Der Stadtgarten lebt durch und von seinen Besucherinnen und Besuchern. Dieser anhaltende, intensive und bereichernde Dialog soll auch in Zukunft fortgeführt werden. Einem wissenschaftlich orientierten Zoo wie dem in Karlsruhe geht es nicht mehr darum, den Besucherinnen und Besuchern möglichst viele Tiere zum reinen Selbstzweck zu präsentieren. Entscheidend für die Arbeit ist vielmehr der Arten- und Biotopschutz sowie die Erforschung und Erhaltung der Artenvielfalt. Diese Ziele 16 | Entwicklungskonzept – PG 1 Flächensystematik Tiere | Pflanzen | Menschen Zoologischer Stadtgarten | 17 fi nden sich in der Weltnaturschutzstrategie wieder, der sich der Zoologische Stadtgarten verpfl ichtet fühlt. Die Bemühungen vor Ort sind eng verbunden mit der Unterstützung von Projekten in den Ursprungsländern und der Sicherung der Lebensräume der bedrohten Arten. An Erhaltungs- und Wiederansiedlungsprojekten ist der Zoologische Stadtgarten Karlsruhe seit vielen Jahren erfolgreich beteiligt. Der Dialog zwischen Mensch und bedrohtem Tier soll in Zukunft noch stärker im Zentrum der Arbeit des Zoos stehen. Indem Vertreter ihrer Art den Menschen auf sich aufmerksam machen, schaffen sie Interesse und Verständnis für ihre Bedürfnisse und die ihrer Artgenossen in der freien Wildbahn. Die Beobachtung von Tieren in ihrer Vielfalt und Unterschiedlichkeit, verbunden mit einem entsprechenden Wissens- und Informationsangebot, begeistert und sensibilisiert Menschen verschiedener Couleur gleichermaßen und schafft eine emotionale Bindung. Ein Zoo kann so einen Appell richten an jene Spezies, die auf die Tiere und ihre Lebensräume oft den größten und schädlichsten Einfl uss hat – den Menschen. Für die Zukunft gilt es also, vorhandene Stärken im Sinne des Parks der Naturdialoge auszubauen. Zu einer zeitgenössischen Architektur für die Tierunterkünfte gesellen sich Gestaltungselemente des Stadtgartens und naturbelassene Freianlagen inmitten der Stadt. Der Park der Naturdialoge soll Dialoge führen, fördern – und auch fordern. Dialoge zwischen Zoo und Garten, zwischen Besucher und Anlage, zwischen Artenschutz und Patentier. Dialoge zwischen Menschen und Natur, Menschen und Tieren, Menschen und Pfl anzen. Dialoge zwischen globalem Verstehen und lokalem Handeln. Das Wasser ist und bleibt das verbindende Element zwischen Zoo und Stadtgarten und soll als solches in Zukunft noch mehr Aufmerksamkeit fi nden. Ein Masterplan für den Zoologischen Stadtgarten Das integrierte Flächenkonzept wurde dargestellt in einem umfassenden Masterplan, der in einzelnen Bausteinen formuliert wurde und in den kommenden Jahren Stück für Stück umgesetzt werden soll. Jeder Baustein wurde, in Zusammenarbeit nicht nur mit den Projektgruppen 4 und 5, mit den entsprechenden unmittelbaren Kosten sowie mit Folgekosten, zum Beispiel durch Personalbedarf, versehen. Die einzelnen Bausteine können, je nach Finanzierungs- oder Dringlichkeitslage, innerhalb der Haushaltslage individuell verschoben und angeordnet werden. Die Entscheidung über die Umsetzung der einzelnen Bausteine obliegt dem Gemeinderat. Die Bausteine des Masterplans wurden nicht nur mit Kosten versehen, sondern auch in kleine, mittelgroße und große Maßnahmen unterteilt sowie in dringend, zum Beispiel aufgrund der Bestimmungen des Säugetiergutachten, und weniger dringend. Eine vergleichbar kleine Maßnahme stellt beispielweise das Fennek-Gehege dar, während die Errichtung einer neuen Asien- Anlage die größte im Masterplan aufgeführte Maßnahme ist. Die neue Elefantenaußenanlage muss bis Ende 2017 umgesetzt sein, da das Säugetiergutachten deutlich größere Flächen für die Haltung von Elefanten verlangt – wünschenswert, aber weitaus weniger dringend hingegen ist eine Plattform, von der aus man über die Afrikaanlage schauen kann. Für das Jahr 2016 sieht der Masterplan eine neue Erdmännchenanlage vor, deren Kosten die Zoofreunde Karlsruhe übernehmen. Diese soll bereits an Pfi ngsten fertiggestellt sein. Eine begehbare Känguruanlage sowie direkt nebenan ein begehbares Gehege für die Lemuren ist ebenfalls in Planung. Hier geht der Zoo Karlsruhe neue Wege, nämlich den Versuch den der Annäherung von Wildtieren an den Menschen. Ein weiterer Baustein, der aus personellen Gründen erst im Jahr 2017 umgesetzt werden kann, ist die Bespielung der Seebühne mit edukativen Tierpräsentationen. 18 | Entwicklungskonzept – PG 1 Flächensystematik Tiere | Pflanzen | Menschen Vom Schwarzwald bis nach Afrika – Dialog zwischen lokalem Handeln für globales Denken Weitere Maßnahmen des Masterplans „Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers“ [Gustav Mahler]. Unter diesem Motto werden im Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe große Veränderungen möglich, die dennoch ihre Wurzeln nicht verlieren. Ein erster Dialog zwischen Vergangenheit und Zukunft wird durch das Entwicklungskonzept eingeleitet. Der Zoologische Stadtgarten wird zum bildlichen Tor Karlsruhes zum Nationalpark Schwarzwald. Nicht nur von der Spitze des Lauterbergs aus wird man in der Ferne den Nordschwarzwald erkennen, der Weg hinauf führt an typischen Arten des Schwarzwaldes vorbei. Luchs und Tanne mögen die markantesten sein, Eulen, Auerhühner und die bereits frei lebenden Singvögel und Eichhörnchen dokumentieren den engen Bezug zwischen der Stadt und dem Bergwald. Ein Naturdialog zwischen Stadt und Land, zwischen Ebene und Berg! Den Luchs erleben – ohne Gitter auf den früheren alpinen Gartenfl ächen des Lauterbergs, teils auf Augenhöhe, teils hinter Glas mit Bergwaldkulisse, wird zu einem Naturdialog, wie man ihn im Schwarzwald wild nicht erleben kann. Ein Naturdialog zwischen Mensch und Tier! Mit dem Lauterberg wird auch das Thema Wasser zum verbindenden Glied zwischen Stadtgarten, Stadtgeschichte und Zoo, denn der Lauterberg ist das ehemalige Wasserreservoir der Stadt. Besucher sollen seine Geschichte wieder entdecken. Dabei wird erkennbar, welchen Stellenwert das Wasser für alles Leben auf unserer Erde besitzt. Vom Eismeer bis ins trockene Afrika hat Wasser maßgeblich zur Entstehung der Arten beigetragen. Der Zoologische Stadtgarten wird dies in einzigartiger Weise kommentieren. Die Polarisierung des Wassers stellt selbst einen Naturdialog von unermesslichem Wert dar. Mit der Afrika-Anlage beginnt die Reise um die Welt. Die Vergesellschaftung von Tierarten aus fernen Ländern aber denselben Lebensräumen führt zu verblüffenden Einsichten: Naturdialogen zwischen den Arten! Sie kommunizieren untereinander, wie wir Menschen es kaum für möglich halten. Und diese Kommunikationen führen nicht nur zu einer Lebensraumbereicherung eines jeden Individuums im Zoo, sondern zu einer Faszination der Betrachter, wenn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Zoologischen Stadtgartens darauf aufmerksam machen. Es entsteht ein neuer Dialog zwischen Besucher und Betreuer mitten unter den Karlsruher Tieren. Zoologischer Stadtgarten | 19 Auch die vielen anderen Tierarten weiterer Kontinente können teils durch Interaktionen untereinander, teils durch direkte Interaktionen zwischen Mensch und Tier die Naturdialoge des Karlsruher Stadtgartens fördern. Um mit allen Sinnen wieder auf Tiere und Pfl anzen zugehen zu können, werden begehbare Anlagen bei den Kängurus bei den Halbaffen, den Lemuren zu einer Tiernähe führen, die die Begeisterung und Faszination für anderes Leben steigern wird. In einer Voliere zwischen frei fl iegenden Vögeln wird dem Betrachter die Anpassungsfähigkeit der Organismen besonders bewusst. Sie lässt ihn auch einmal „kleiner“ werden und fördert das Verantwortungsbewusstsein gegenüber dem Leben auf der Erde. Dazu zählt auch das Erlebnis, auf dem Hochsteg als Betrachter auf Augenhöhe mit einer sechs Meter hohen Giraffe zu stehen. Immer wieder werden die Einsichten neu, die Perspektiven erweitert und die Erkenntnisse gesteigert. Und immer wieder wird der Gast aus seiner urbanen Welt, aus einem gepfl egten Garten oder einer Weggeraden in die Natur, in kleinste Wildnis- Oasen oder exotische Schaufenster entführt – um letztendlich das große Ganze zwischen Natur und Kultur zu erkennen und schätzen zu lernen. 20 | Entwicklungskonzept – PG 1 Flächensystematik Tiere | Pflanzen | Menschen ς ĞŶƚƌĂůƐƉŝĞůƉůĂƚnj Ϯε džŽƚĞŶŚĂƵƐ 'ŝďďŽŶ// dĂƉŝƌ 'ŝďďŽŶ/ <ƵƌnjŬƌĂůůĞŶͲ ŽƚƚĞƌ KƌĂŶŐͲhƚĂŶ tĞĐŚƐĞůŐĞŚĞŐĞĨƺƌ ϭρ :ĂŐƵĂƌ tŽůĨĨͲŶ ƵĨƚͲƵŶĚ dĂƐƚŐĂƌƚĞŶ ZŽƐĞŶŐĂƌƚĞŶ WĞƌŐŽůĂŐĂƌƚĞŶ >ĂŐĞƌĨůćĐŚĞ ĞnjŝƌŬDŝƚƚĞ tŝƌƚƐĐŚĂĨƚƐŚŽĨ Ϯκ &ůƵ <ĂƚƚĂ ϯϭ ^ƚƌĞŝĐŚĞůnjŽŽ Ϯρ Ϯς :ĂƉĂŶŝƐĐŚĞƌ 'ĂƌƚĞŶ Eckpfeiler des Masterplans Wasser-Orgel Erneuerung Japangarten neues Teehaus, Restaurierung Shinto-Schrein, Koi-Karpfen Rosengarten Wegesanierung und Neupfl anzungen Edukative Tierpräsentationen Pergolen-Garten Erneuerung Beläge, Sanierung Pergola Verlegung Spielplatz und Kinderautobahn Neue Schauklinik Erweiterung Elefantenaußenanlage Neue Gemeinschaftsanlage Asien Umbau Löwe zu Ameisenbär und Jaguar Neues Lemuren-Freigehege Ara Neue Vogelvoliere Eingang Süd und Nord Machbarkeitsstudie Zoologischer Stadtgarten | 21 ϭ͗ϳϬϬ ϬϬρ ϬΘ͘ϬϮ͘ϮϬϭς DĂƘƐƚĂď 'ĞnjĞŝĐŚŶĞƚ ĂƚƵŵ /W>͘Ͳ/K>͘<,Zt/^Ed,> ^EE/<ZKϭϭ͖ϯϳϭϯϬ'>/,E d>͗͘ϬρρεϮͬεϮϳκϳϳ͖&y͘ϬρρεϮͬεϮϳκϳΘ ŶƚǁŝĐŬůƵŶŐƐŬŽŶnjĞƉƚ ŽŽůŽŐŝƐĐŚĞƌ'ĂƌƚĞŶ<ĂƌůƐƌƵŚĞ͕ ƚƚůŝŶŐĞƌ^ƚƌ͘ς͕ ϳςϭϯϳ<ĂƌůƐƌƵŚĞ >ĞŝƚďŝůĚ ŽŽůŽŐŝƐĐŚĞƌ ^ƚĂĚƚŐĂƌƚĞŶ<ĂƌůƐƌƵŚĞ WƌŽũĞŬƚƉůĂŶƵŶŐ ŶůĂŐĞ WƌŽũĞŬƚ ĂƵŚĞƌƌ κ ρ >'E͗ mZ/'&> ,Eͬt' ^dd'ZdE 'W>͘' h t^^Z&> ,E t/Zd^,&d^Z/, ^h,Zt' d,DEt' >/EZ^dE mZZ/dhE'^dE h>/,hEͬKZ W&>EhE' </EZdhZEt>d 'W>͘E>'E tĂƐƐĞƌŐĞĨůƺŐĞůǀŽůŝĞƌĞ Ϯϯ͘ϭ tĂƐƐĞƌŐĞĨůƺŐĞů Ϯϭ ŵƵ ϭϳ ϯΘ͘ϯ ŝĐŚͲ ŚƂƌŶĐŚĞŶ ϯΘ͘Ϯ Ɛŝď͘ŝĐŚͲ ŚƂƌŶĐŚĞŶ ϯΘ͘ϭ DĂƌĚĞƌ ϮϮ ƌǁĞŝƚĞƌƵŶŐ ůĞĨĂŶƚĞŶĨƌĞŝĂŶůĂŐĞ κϭ >ƵĐŚƐ ^ƚĞŐĂŶůĂŐĞĨƺƌ ŬůĞŝŶĞƵ͘ŐƌŽƘĞ tĂƐƐĞƌĨŽƌƐĐŚĞƌ ϯρ sŽŐĞůǀŽůŝĞƌĞ ,ŝƐƚŽƌŝƐĐŚĞƐ dŽƌ 'ĂƌƚĞŶ ĂĚĞŶͲĂĚĞŶ tĂƐƐĞƌĂŶůĂŐĞ ,ĞĐŬĞŶŐĂƌƚĞŶ ůĂŐĞ ĂĨĠ<ĂƌůĞ <ĂůůĞƌĂŶůĂŐĞ ϯς ZŽďďĞŶ Ϯ Ϭ  ŝ Ɛ ď ć ƌ ϭε ƌŝůůĞŶƉŝŶŐƵŝŶ ϭΘ ,ƵŵďŽůĚƚƉŝŶŐƵŝŶ κ ^ĐŚŶĞĞůĞŽƉĂƌĚ ϭ EĂƐĞŶďćƌ ϯϳ ŝƐĨƵĐŚƐ DŝůĐŚďĂƌ ƵƐƐƉĨĞƌĚĞ ϯϯ &ůĂŵŝŶŐŽ ρ ^ĐŚŶĞĞͲ ƵůĞ ϭς <ĞĂ ϯκ ƋƵĂƌŝƵŵ ϳ͘Ϯ ĨƌŝŬĂĂŶůĂŐĞ Ϯϯ͘Ϯ κϬ͘Ϯ ϭ͗ϳϬϬ ϬϬρ ϬΘ͘ϬϮ͘ϮϬϭς DĂƘƐƚĂď 'ĞnjĞŝĐŚŶĞƚ ĂƚƵŵ /W>͘Ͳ/K>͘<,Zt/^Ed,> ^EE/<ZKϭϭ͖ϯϳϭϯϬ'>/,E d>͗͘ϬρρεϮͬεϮϳκϳϳ͖&y͘ϬρρεϮͬεϮϳκϳΘ ŶƚǁŝĐŬůƵŶŐƐŬŽŶnjĞƉƚ ŽŽůŽŐŝƐĐŚĞƌ'ĂƌƚĞŶ<ĂƌůƐƌƵŚĞ͕ ƚƚůŝŶŐĞƌ^ƚƌ͘ς͕ ϳςϭϯϳ<ĂƌůƐƌƵŚĞ >ĞŝƚďŝůĚ ŽŽůŽŐŝƐĐŚĞƌ ^ƚĂĚƚŐĂƌƚĞŶ<ĂƌůƐƌƵŚĞ WƌŽũĞŬƚƉůĂŶƵŶŐ ŶůĂŐĞ WƌŽũĞŬƚ ĂƵŚĞƌƌ >'E͗ mZ/'&> ,Eͬt' ^dd'ZdE 'W>͘' h t^^Z&> ,E t/Zd^,&d^Z/, ^h,Zt' d,DEt' >/EZ^dE mZZ/dhE'^dE h>/,hEͬKZ W&>EhE' </EZdhZEt>d 'W>͘E>'E Neues Erdmännchengehege Begehbares Kängurugehege Erweiterung Giraffen/Vergesellschaftung Afrika-Savanne Neue Anlage für Luchse, Eulen, Eichhörnchen Eingang Süd und Nord Machbarkeitsstudie Garten Baden-Baden Sanierung Pergola Lauterberg Wege instand setzen Kaller-Anlage Renovierung Infrastruktur Heckengarten neues Gastronomiegebäude, Flächen für Kunst- und Skulpturenweg Zoo Stadtgarten 22 | Entwicklungskonzept – PG 1 Flächensystematik Tiere | Pflanzen | Menschen Elefantenanlage Der Neubau von Elefantenanlagen erfolgt in vielen zoologischen Gärten unter neuesten Verhaltenserkenntnissen aus der Freilandforschung. Solche Anlagen in Größenordnungen ab 10.000 Quadratmetern tragen einem ausgewogenen Sozialgefüge Rechnung, das aus großen Familienkuhherden besteht. Hierzu müssen viel Raum und savannenähnliche Verhältnisse geschaffen werden. Beides fehlt dem grünen Zoologischen Stadtgarten mitten in Karlsruhe. Daher übernimmt der Zoologische Stadtgarten Karlsruhe eine andere, aktuell dringend notwendige Verantwortung: Elefanten werden sehr alt! Viele, alte Elefantenkühe benötigen eine Altersresidenz, weil sie – aus Zoo und Zirkus kommend – keine Familienbande mehr aufbauen können. In persönlicher Obhut und unter ständiger Aufsicht der Tierpfl eger können zukünftig bis zu fünf Elefanten in Karlsruhe eine Bleibe fi nden und anderen Zoos in der europäischen Zoo- Zusammenarbeit in entsprechend großen Anlagen den Aufbau eigener Familien ermöglichen. Damit verfolgt der Zoologische Stadtgarten Karlsruhe individuellen Tierschutz. Hier kann bei guter Einführung der Mitarbeiter in hervorragender Weise der Dialog zwischen den Generationen kommuniziert werden. Ein Thema, das auch den Menschen immer mehr beschäftigt. Um dieses spannende Thema in Karlsruhe zu kommunizieren, bedurfte es einer Erweiterungsplanung der bestehenden Anlage, die bereits im Entwurf fertiggestellt wurde und 2017 umgesetzt werden muss, um den Anforderungen des neuen Säugetiergutachtens gerecht zu werden. Idee ist außerdem, eine Doppelnutzung der Anlage für die benachbarten Flußpferde zu ermöglichen. Die Flußpferde können dann nachts die Außenanlage der Elefanten nutzen. Somit wäre die neue Außenanlage dann gleichzeitig die größte Flußpferdanlage Deutschlands. Zoologischer Stadtgarten | 23 Maßnahmen im gärtnerischen Bereich Im Hinblick auf die gärtnerischen Bereiche bleibt die Grundstruktur der Bundesgartenschau 1967 erhalten und wird nur behutsam saniert beziehungsweise fortentwickelt. Laut Masterplan wird beispielsweise im Bereich des Rosengartens eine Wegesanierung vorgenommen, im Japangarten ein neues Teehaus gebaut. Im Heckengarten wird das historische schmiedeeiserne Tor saniert. Die Wasserorgel wird erneuert, der zentrale Spielplatz mit Kinderautobahn zugunsten der Asien-Anlage verlegt. Insgesamt soll ein einheitliches Konzept für Abgrenzungen zwischen Wegen, Beeten und Sitzgelegenheiten erstellt und umgesetzt werden. Gestaltungshandbuch Damit die Gestaltung des Zoologischen Stadtgartens in Zukunft einheitlich erfolgt, werden wichtige Entscheidungen und Überlegungen zu diesem Thema in einem Gestaltungs- handbuch festgehalten. Es dient als Orientierungshilfe für zukünftige Planungen in der Gesamtanlage. Themen des Handbuches können unter anderem die Gestaltung der Eingänge, der Haupt- und Nebenwege, der Bodenbeläge, der Dekoration, des Mobiliars und der Wegweiser sein. Flächen Eine weitere Fragestellung der Projektgruppe 1 waren die Flächeneinteilung sowie die Flächenpotenziale des Zoologischen Stadtgartens. Erweiterungsfl ächen liegen im Bereich des Sallenwäldchens. Der Gemeinderat hatte bereits im Jahre 2007 einen entsprechenden Beschluss gefasst. Im Sallenwäldchen soll die neue Asienanlage entstehen. Geplant sind Wechselgehege, in der Tiger und Orang-Utans abwechselnd bestimmte Bereiche der Anlage nutzen. Diese „Geruchsbegegnung“ bedeutet eine hohe Aufwertung des Alltags der Tiere. Übergangsweise kann diese Anlage zur Unterbringung von Schimpansen aus dem alten Affenhaus dienen. Wegeführung Die Wegeführung innerhalb der Anlage wurde durch die Projektgruppe 1 überprüft und soll in Zukunft übersichtlicher und vielfältiger werden. Aufbauend auf den bereits vorhandenen Wegen sollen die Besucherinnen und Besucher in Zukunft schneller zu den Orten des Zoologischen Stadtgartens gelangen, die für sie besonders interessant sind. Themenwege führen Pfl anzenliebhaber, Baumkenner oder Tierforscher zu den für sie sehenswerten Stellen. Auch „saisonale“ Wege sind denkbar, beispielsweise ein Weg zu den gerade blühenden Pfl anzen und Bäumen. Für alle, die einen langen Spaziergang planen oder noch unbekannte Ecken entdecken möchten, führt ein Rundweg durch die gesamte Anlage. Ähnlich wie die Beschilderung von Wanderwegen sollen die verschiedenen Themenwege leicht zuzuordnen und einfach zu verfolgen sein. Die zukünftige Wegeführung wurde in enger Zusammenarbeit mit der Projektgruppe 3 entwickelt, die für die Themen „Besucherführung/Erlebnisvermittlung“ zuständig war. 24 | Entwicklungskonzept Umgestaltung der Eingänge Nichts sagt so sehr „willkommen“ wie ein schön gestalteter und gut organisierter Eingangsbereich. Bildschirme und Tafeln informieren über aktuelle Geschehnisse, Angebote und Fütterungszeiten. Familien können Bollerwägen für einen entspannten Ausfl ug leihen, Weitgereiste ihr Gepäck in Schließfächern unterbringen. Damit all dies auch im Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe in großzügiger und zeitgemäßer Form möglich wird, wurde den Eingangsbereichen besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Diese sollen zukünftig durch eine verbesserte Service- und Infrastruktur noch besucherfreundlicher werden. In Zukunft soll es, dies schlägt die Projektgruppe vor, nur noch zwei Haupteingänge geben, nämlich die im Norden und Süden der Anlage. Die Kasse Süd dient im Wesentlichen den Besucherinnen und Besuchern, die mit dem ÖPNV anreisen, die Kasse Nord den Nutzerinnen und Nutzern des motorisierten Individualverkehrs. Für die Eingänge Nord und Süd wird derzeit eine Machbarkeitsstudie erstellt, die die städtebaulichen und denkmalschutzrechtlichen Rahmenbedingungen klärt und die Grundlage für einen Architekturwettbewerb sein soll. Das Raumprogramm sieht Folgendes vor: Kassenbereich mit Vorraum, Zooshop, Snack- und Getränkeautomaten, Toilettenanlagen mit Wickelmöglichkeiten und Behinderten-WC, Lagerräume, Technikräume, überdachte Aufenthalts- und Sammelbereiche für Besucherinnen und Besucher. Die jetzigen Eingänge Ost und West sollen allen Besucherinnen und Besuchern als Ausgangsmöglichkeit erhalten bleiben. Den Dauerkartenbesitzern soll darüber hinaus eine Zugangsmöglichkeit gewährt werden. Grund dafür ist das Defi zit an Freifl ächen in der angrenzenden Südweststadt und Südstadt. Der Zoologische Stadtgarten erfüllt in diesem urbanen Kontext eine entscheidende Freifl ächenfunktion. Diese ist umso wichtiger im Hinblick auf den Rahmenplan Klimaanpassung und der darin dargestellten Ausgleichsfunktion im sommerlichen Hitzestress. Nicht nur die Räume, auch das Kassensystem wurde vollkommen überplant und soll im Jahr 2017 den Besucherinnen und Besuchern mehr Möglichkeiten bieten, den Aufenthalt im Zoologischen Stadtgarten nach ihren Wünschen und Bedürfnissen zu beginnen: Das Eintrittsgeld kann bald bargeldlos bezahlt werden. Das Kaufen von Eintrittskarten wird auch online möglich. Führungen können direkt über die Kasse gebucht werden. Jahreskarten gibt es in Zukunft im Scheckkartenformat. Auch für die Kassiererinnen und Kassierer wird die Arbeit durch das neue Kassensystem deutlich erleichtert. Zoologischer Stadtgarten | 25 Neukonzeption der gastronomischen Einrichtungen Besucherinnen und Besucher des Zoologischen Stadtgartens wurden durch Umfragen beziehungsweise Begehungen um ihre Einschätzung d er gastronomischen Betriebe hinsichtlich der Angebote und Standorte in der Anlage gebeten. Das Ergebnis war durchaus ansehnlich: Die meisten Besucherinnen und Besucher sind mit dem gastronomischen Angebot zufrieden. Die Standorte der Gastronomiebetriebe sollen aus diesem Grund nicht verändert werden, auch, wenn das Gebäude des Café Karle mittelfristig nicht erhalten werden kann. Trotzdem gibt es aus ihrer Sicht einige Entwicklungs- beziehungsweise Verbesserungsmöglichkeiten. Die gesammelten Anregungen sind in das vorliegende „Entwicklungskonzept Zoologischer Stadtgarten“ eingefl ossen. So wurden beispielsweise die Standorte der einzelnen Gastronomiebetriebe zwar für gut befunden, je nach Saison seien sie aber nicht ausreichend. Lange Wartezeiten beziehungsweise der Verkauf von Speisen und Getränken könnten in Zukunft durch weitere mobile Einheiten vermieden werden, die im Frühling oder Sommer das bereits bestehende Angebot ergänzen. Überlegungen gehen außerdem dahin, die Investitionen in die gastronomischen Einrichtungen der Anlage in einer Hand zu bündeln. Somit kann die Pächterstruktur kleinteilig sein und die Vertragsverhältnisse mit den Einzelpächtern müssen nicht zwingend langfristig angelegt werden. Auf diesem Weg soll ein attraktives Angebot, das den Wünschen und Bedürfnissen der Besucherinnen und Besucher entspricht, bereitgehalten werden. Investitionen bis 500.000 Euro brutto | inklusive Planungskosten, Nebenkost ProjektBeschreibung Zusätzlich benötigte Stellen Schnee-Eule Voliere bei den Schneeleoparden Fennek Neubau entlang der Giraffenanlage als Kopje Erdmännchen Kompletter Neubau, werden mit 1000.000 € durch die Zoofreun d Raubtierhaus BA I: Goldkopfl öwenäffchen in Luchsgehege, Neubau Warmhaus Raubtierhaus Ausstellung Artenschutz Kea-Voliere Gittergefl echt und Untergrabschutz, hoher Enrichment-Anteil Känguru, Emu Teilweise begehbar, durch Drittmittel fi nanziert Seebühne Erweiterung für Flugschau, nur Provisorium Flamingovoliere Eingang Süd nur übernetzt, 1 Pylon Karpfen unter Wasser „Aquarium“ für Besucher Eisfuchs Neubau statt Zwergotter, Erdmännchen, Mangusten Eichhörnchen Portal zum Nationalpark, Erlebnisräume Lauterberg Auerhuhn Portal zum Nationalpark, Erlebnisräume Lauterberg Eulen Portal zum Nationalpark, Erlebnisräume Lauterberg Investitionen von 500.000 Euro bis 1.100.000 Euro brutto | inklusive Plan ProjektBeschreibung Zusätzlich benötigte Stellen Teichanlage Vogelvoliere an Afrika-Savanne übernetzt, begehbar Lemuren Warmhaus (Neubau) und Freigehege (Volierenstil), begehbar Menschenaffen-Haus Umbau Außenanlage zu Aravoliere, Schimpansenhaus Ersatz Elefanten Erweiterung Außenanlage Flusspferd Erweiterung, Umbau Innenanlage, Wasserbecken Schauklinik Veterinärmedizinischer Trakt mit Quarantäneräumen Voliere bei den Elefanten Begehbare Voliere für Kraniche ... Luchs Portal zum Nationalpark, Freiräumen Raubtierhaus Wasserspiele Diverse Elemente Investitionen > 1.100.000 Euro brutto | inklusive Planungskosten, Nebenkost ProjektBeschreibung zusätzlich benötigte Stellen Afrika-Savanne  Erweiterung Giraffenhaus, Laufstall, Hausumbau gesamt: 1.776 tsd. Euro  Stegsystem, Fertigstellung Außenanlagen, Rückbauarbeiten, Sta  Hochsteg mit Aussichtsplateaus Raubtierhaus BA II: Ameisenbär, Jaguar Asien-Anlage  Neubau Menschenaffen (Schimpansenhaltung) gesamt: 28.440 tsd. Euro  Umbau Menschenaffen, Erweiterung Orang Utan  Erweiterung Tiger  Fertigstellung Tapir Gebäudesanierung aus Projektgruppe 4 Wirtschaftshof Sanierung und Umbau aus Projektgruppe 4 Kosten Wie zuvor dargestellt, hängt die Umsetzbarkeit des von der Projektgruppe 1 erstellten Masterplans mit der fi nanziellen Situation der Stadt Karlsruhe sowie der fi nanziellen Situation des Zoologischen Stadtgartens selbst zusammen. Die Projektgruppe 1 arbeitete aus diesem Grund eng zusammen mit der Projektgruppe 5, die für die Themenfelder „Kosten/ Wirtschaftlichkeit“ die Verantwortung trug. Alle Bausteine des Masterplans wurden individuell mit Kosten sowie mit einem Vorschlag für den Zeitpunkt der Umsetzung versehen. Sie können jedoch bis auf die wenigen Ausnahmen, die aus den Anforderungen des Säugetiergutachtens resultieren, je nach Finanzierbarkeit, planmäßig umgesetzt oder zeitlich verschoben werden. Klar formuliertes Ziel ist und bleibt es jedoch, den Masterplan in den kommenden Jahren vollständig umzusetzen. Bausteine des Masterplans Die Kostentabellen sind untergliedert in kleine Projekte bis 500.000 Euro, mittlere Projekte von 500.000 Euro – 1.100.000 Euro und große Projekte über 1.100.000 Euro. In der Tabelle rot markiert sind die notwendigen Maßnahmen, die aus rechtlichen (tierhalterisch, baulich) Gründen umgesetzt werden müssen. Grün markiert sind Folgemaßnahmen, die aus den notwendigen Maßnahmen resultieren. Der Masterplan setzt sich aus über 40 Projekten und Unterabschnitten zusammen. Insgesamt belaufen sich die Investitionskosten für die Umsetzung des gesamten Masterplanes auf circa 51,9 Milionen Euro. Legende unbedingt notwendige Maßnahmen notwendige Folgemaßnahmen Finanzierung von Maßnahmen über Drittmittel Eine Idee, die künftig auch im Zoologischen Stadtgarten umgesetzt werden soll, ist die Finanzierung durch Drittmittel. Ein erster Erfolg ist die Finanzierung der Erdmännchenanlage durch die Zoofreunde Karlsruhe. Diese soll in 2016 eröffnet werden. 26 | Entwicklungskonzept – PG 1 Flächensystematik Tiere | Pflanzen | Menschen Zoologischer Stadtgarten | 27 en, Sonstiges Kosten gesamt in tsd. Euro2017201820192020202120222023202420252026 +3 219219 250250 de bezuschusst, Realisierung 2016 313313 125125 313313 6363 219219 281281 150150 188188 400400 188188 2.709626713500501369 nungskosten, Nebenkosten, Sonstiges Kosten gesamt in tsd. Euro2017201820192020202120222023202420252026 +1+0,5 1.000500500 990495495 650650 563563 950950 1.050525525 1.0631063 813813 625156156156156 7.7049691.2445251561.1519956502.013 ten, Sonstiges Kosten gesamt in tsd. Euro2017201820192020202120222023202420252026 +3+1+1 563563 allung unter Steg 938938 275275 1.563782782 3.1261.5631.563 11.8765.9385.938 938938 12.5006.2506.250 2.780278278278278278278278278278278 2.8871.4441.444 37.4462782782.2854.4987.7796.2161.9987.3106.528278 28 | Entwicklungskonzept28 | Entwicklungskonzept – PG 1 Flächensystematik Tiere | Pflanzen | Menschen Investitionen Gartenbereich ProjektBeschreibung (wird auf die Haushaltsjahre 2017 – 2026 verteilt)Kosten gesamt in tsd. Euro Rosengarten  Wegesanierung 130  Neupfl anzung und Ergänzung Pfl anzenangebot 65  Vergrößerung Betriebs- und Lagerfl ächen Bezirk Mitte 130 Japangarten  Neues Teehaus 200  Wasseranlage: Technik erneuern, Becken sanieren 130  Restaurierung Shinto-Schrein 70  Optimierung Pfl anzung 70 Heckengarten  Neues Gastronomiegebäude 590  Kunst- und Skulpturenweg - Flächen anlegen 15  Wasserkaskade: Sanierung Betonbecken 40  Sanierung historisches schmiedeisernes Tor 70 Kalleranlage Renovierung und Verbesserung Infrastruktur40 Garten Baden-Baden Pergola renovieren und neue Pfl anzung35 Lauterberg  Wege instandsetzen 200  Ruine sanieren 330  Wasserspeichertechnik zugänglich machen 15 Pergola-Garten  Erneuerung Belagsfl ächen 20  Sanierung Pergola und Mauern 20  Erneuerung Staudenpfl anzung 10 Spielplatz  Ersatz Zentralspielplatz 800  Verlegung Kinderautobahn 525 Wasserorgel  Erneuerung der gesamten Anlage 200 Neue Pfl anzenthemen:  Begrünung Giraffenhaus, neue Pfl anzenthemen pauschal 40 Gestaltungsleitbild Einheitliches Design, Abgrenzungen, Beete, Sitzgruppen260 4.005 PG 3 BESUCHERFÜHRUNG | ERLEBNISVERMITTLUNG Wegeführung Informationssysteme Veranstaltungen Wissensvermittlung Marketing Am Stadt ga Poststraße Garten Baden-Baden Sonnenuhr Zoo- Shop (außerhalb) Hauptbahnhof G Anl Eingang Süd HBF Poststraße HBF 1 5 2 5051 52 53 Übersichtsplan Z 1Garten Baden-Baden 2Eulen 3Lauterberg- Aussichtspunkt 4Vogellehrpfad 5Nasenbären/ Kropfgazellen 6Kleine Pandas 7Schneeleoparden 8Giraffenhaus 9Pinguine 10Eisbären 11Zwergotter 12Erdmännchen 13Robben 14Bennettkängurus 15Ludwigsee 16Elenantilopen 17Bantengs 18Ententeich 19Kraniche 20Affenhaus 21Zoo-Verwaltun g 22Raubtierhaus 23Wirtschaftshof Z 24Südamerikahaus 25Dickhäuterhaus 26Kinderbagger 27Waldstaudenga r 28Frühlingsblumen 29Kinderautobahn 30Spielplatz Sallenwäldchen 31Exotenhaus/ Zoopädagogik 32Pergola-Garten 33Bodenspiele 34Streichelzoo 35Gondoletta Anlegestelle No 36Seeufergarten 37Wasserorgel ERLEBNISBEREICHE (RICHTUNG RUNDWEG Stand: 01/16 · www.hob-design.de 30 | Entwicklungskonzept – PG 3 Besucherführung | Erlebnisvermittlung Wegeführung zum und im Zoologischen Stadtgarten Externe Wegeführung Die Wegeführung zum Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe für Gäste aus Stadt und Region wurde aus allen erforderlichen Blickwinkeln betrachtet: aus der Perspektive von Fußgängern, von Fahrradfahrern, von Autofahrern sowie von Nutzerinnen und Nutzern der öffentlichen Verkehrsmittel. Die den Zoologischen Stadtgarten umgrenzenden Wegepunkte wurden auf Informations- gehalt, Aktualität und emotionale Sprache hin untersucht. Die Projektgruppe kam zu dem Ergebnis, dass die bisherige schwarz- weiße Beschilderung beibehalten werden soll, solange die letztliche Planung für den Festplatz nicht umgesetzt ist. Zur besseren Orientierung sollen jedoch zeitnah Änderungen erfolgen, nämlich die Kürzung der Schilder und die Angleichung an das städtische Corporate Design. Der korrekte Name der Anlage „Zoologischer Stadtgarten“ soll aufgenommen und das aktuelle Logo ergänzt werden. Da eine Kennzeichnung der Anlage durch Fußspuren auf dem Boden im Rahmen der Konzeptplanung verworfen wurde, könnte eine Ergänzung durch lebensgroße Tier- und auch Pfl anzensilhouetten auf die Zugangswege des Zoologischen Stadtgartens hinweisen, ähnlich den Stahlkonstruktionen des Naturkundemuseums. Diese Plastiken könnten im Bereich der Kassen Nord und Süd aufgestellt werden. Die Straßenbeschilderung an den Autobahnen und Zubringern sollte, so die Projektgruppe, das neue Logo tragen und der Namenszug in „Zoologischer Stadtgarten“ geändert werden. An „engen“ Passagen auf den Schildern erscheint das Logo ausreichend. Ein Eisbär steht ohne Missverständnisse für einen Zoo – ähnlich wie der Elefant als Logo für die Wilhelma. Die bisher additiven Hinweisschilder im Straßenverkehr sollten auf das neue Corporate Design umgestellt werden und nicht länger den Schriftzug „ZOO Karlsruhe“ oder das veraltete Eisbärenlogo zeigen. Gegebenenfalls und nach Absprache mit dem Gartenbauamt könnte ausnahmsweise aus Platzgründen der Begriff „Zoo“ bleiben. Die jetzt etablierten und 2016 neu bearbeiteten Infomedien (Flyer, Homepage und ähnliches) leiten die autofahrenden Besucherströme in die Garage am Festplatz. Diese Adresse wird von Navigationssystemen erfasst. Die Garage bietet ausreichend Aufnahmekapazität. Die Wegeleitung soll auch im Bereich der Garage sukzessive verbessert werden. Hierzu könnte zum Beispiel die Stellstufe am Ausgang aus der Tiefgarage gehören, die bereits Hinweise auf den Zoologischen Stadtgarten widerspiegelt (Logo, „Entdecke neue Welten“ ...) Als eines der Ziele in der Projektgruppe 3 wird nicht nur die Verbesserung der Besucherinformation sondern auch die Imageaufwertung des Zoologischen Stadtgartens innerhalb der Gesamtstadt gesehen. Die Projektgruppe 3 hatte vielfältige Aufgaben: Sie analysierte und erarbeitete Fragen und Ziele rund um das Thema Besucherführung zum und im Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe. Sie diskutierte über Form und Inhalte eines zentralen Informationssystems und sammelte Ideen für Veranstaltungen. Außerdem beriet sie über umfangreiche, moderne und nachhaltige Elemente und Inhalte der Erlebnis- und Wissensvermittlung, unter anderem am Beispiel der Bedeutung des Zoologischen Stadtgartens als außerschulischen Lernort. Zoologischer Stadtgarten | 31 Interne Wegeführung Die seit 2014 im Zoologischen Stadtgarten etablierte Wegeführung – von den Zoofreunden fi nanziert – ist nach Einschätzung der Projektgruppe eine geeignete Beschilderung. Die aktuell bestehenden Defi zite in Information und Erscheinungsbild werden in Mitverantwortung der Abteilung Zoopädagogik/Öffentlichkeitsarbeit bis zum Saisonbeginn behoben. Die Schilder werden aktualisiert, gesäubert und deren Logistik auf einen Stand gebracht, an dem gegebenenfalls ein neues System direkt ansetzen kann. Additive Schilder werden ergänzt, zum Beispiel am Aufgang zu den Schneeleoparden. Rundwege, die bereits schon im Parkplan verzeichnet sind, können mit einfachen Punktesignalen, ähnlich wie bei Wanderwegen, an den Leitungssäulen gekennzeichnet werden. Bis zur weiteren Entscheidung kann der Parkplan vorerst mit dem Farbcode der Beschilderung der Wege ergänzt werden. Da in den Workshops mit Nutzergruppen sowie seitens der beauftragten Kommunikationsagentur raumkontakt vermehrt bemängelt wurde, dass die Verständlichkeit der Farbcodierung zwischen Beschilderung und Parkplan nicht gegeben ist, kann mit dieser Lösung vorübergehend relativ kostengünstig und zeitnah Abhilfe geschaffen werden. E t t l i n g e r S t r a ß e B e i e r t h e i m e r A l l e e ga rten B a h n h o f s t r a ß e Schwanensee Ludwigsee Stadtgarten- see Wasserorgel T i e r g a r t e n w e g Pergola- Garten Seeufergarten Japan- garten Heckengarten Lauterberg Wald- stauden- garten Frühlings- blumenwiese Duft- und Tastgarten Saisongarten Rosengarten Platanenallee Spielplatz Sallen- wäldchen Kinder- autobahn Boden- spiele Giraffen- haus Giraffen- haus Gartenhalle Vierordtbad Schwarzwald- halle Nancyhalle Konzerthaus Kongresszentrum/Stadthalle Affen- haus Raubtier- haus Dickhäuter- haus Streichelzoo Lebensraum Wasser Exotenhaus/ Zoopädagogik A f r i k a - S a v a n n e B e r g w e l t H i m a l a y a Seebühne Minigolf (außerhalb) Festplatz Gondoletta egestelle Süd Waffel- stand Zoo- Terrassen Spielplatz Rosengarten Gondoletta Anlegestelle Nord Eingang Ost Eingang Nord Eingang West (eingeschränkte Öffnungszeiten) Café Karle Bodenspiele Festplatz Konzerthaus Augartenstraße Hotel Festplatz Busparkplatz N 4 3 6 7 17 8 9 10 14 15 13 12 11 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 22 23 20 21 19 18 16 34 35 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 36 37 38 Zoologischer Stadtgarten Karlsruhe g Zoo s r ten nwiese n rd 38Stadtgartensee 39Pelikane (nur im Sommer) 40Platanenallee 41 Spielplatz Rosengarten (Kleinkinder) 42Rosengarten 43Seebühne 44Bodenspiele 45Saisongarten 46Duft- und Tastgarten 47Japangarten 48Heckengarten 49Schwanensee 50Gondoletta Anlegestelle Süd 51Flamingos 52Sonnenuhr 53Zoo-Shop Botanische Besonderheiten Lauterberg Aussichtspunkt Kinderautobahn Kinderspielplatz Bodenspiele Gondoletta Anlegestelle Wasserorgel Seebühne Japangarten Bücherschrank Brunnen Pavillon Sonnenuhr Krankenwagenruf: 0151 29 206 031 Kasse Information Picknickplatz Kiosk Saftbar Restaurant Treffpunkt Zooführung Waffelstand Liegewiese ansteigender Weg Weg für Roll - stuhlfahrer SÜD –NORD)ERLÄUTERUNGEN Besucherhinweise: Entfernung Kasse Süd bis Treffpunkt Zooführungen (etwa 10 Minuten) Rundweg Zoobereich (40–60 Minuten) Rundweg Zoologischer Stadtgarten (60–90 Minuten) Wir bitten um Ihr Verständnis, dass während Bau- und Renovierungsaktivitäten im Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe kurzzeitig nicht alle Tiere zu sehen sind. 32 | Entwicklungskonzept – PG 3 Besucherführung | Erlebnisvermittlung Die Agentur kam, in Zusammenarbeit mit der Projektgruppe, zu folgenden Ergebnissen: Die Schildgröße und Typographie sollten vergrößert werden. Klare Icons sollten zum Einsatz kommen, diese ersetzen in gewissem Rahmen auch die ansonsten erforderliche Mehrsprachigkeit der Schilder. Die Farbcodierung sollte zumindest reduziert werden. Auch wurden Differenzierungen in der Schildgröße angeraten, um Primär- und Sekundärinformationen zu trennen (Tiergehege und Pfl anzenbereiche länger, Servicebereiche wie Toiletten kürzer und nur symbolisch dargestellt). Das Rundwegschema soll durch ein Ringsystem unterhalb des Schildbereiches integriert werden. Barrierefreiheit in Informations- und Wegesystem Selbstverständlich trägt die Stadt Karlsruhe Sorge für die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit Handicap. Die Wegeführung innerhalb der Anlage wird soweit als möglich barrierefrei hergestellt, auch wenn einzelne bestehende Einrichtungen sowie der Lauterberg nicht an die entsprechenden Anforderungen angepasst werden können. Bei der Überplanung des Informationssystems wurden Fragen der Barrierefreiheit berücksichtigt. Anpassung in Schildgrößen, Typographien und Farbgebung wurden oben bereits erwähnt. Eine leichtere Verständlichkeit wird durch gut erkennbare Icons ermöglicht. Ein AudioGuide System ist in Planung. Zentrales Informationssystem Die Analysen der Projektgruppe 3 bestätigen die Analyseergebnisse der Agentur. Es gibt keine konstant fl ießende Information im Zoologischen Stadtgarten, der Pfl egezustand und die Aktualität sind oft nicht erfüllt. Die Agentur nahm zunächst eine Differenzierung in „fi xe“ und „wechselnde“ Information vor. Das Ergebnis ist, dass die nötigen Informationen im Zoologischen Stadtgarten nahezu vollständig vorhanden sind. Probleme bestehen jedoch in der oft nicht plausiblen Verortung, der Nicht-Aktualität sowie der fehlenden Mehrinformation über Lebensräume und Schutzprojekte. Eine übergeordnete Informationsstrategie ist nicht erkennbar, sollte aber dringend umgesetzt werden. In Absprache mit den Projektgruppenverantwortlichen entstand eine Priorisierungsliste der Informationsbausteine in Abhängigkeit vom Standort der Parkgäste. Weitere Bestandteile der Szenarien waren das Wegeleitsystem (siehe oben), die Tier- und Pfl anzenschilder sowie Thementafeln, Ordnungshinweise, die Information an Gebäuden und die Anforderungen an mögliche Besucherzentren. Nach Meinung sowohl der Projektgruppenbeteiligten als auch der Agentur ist die Umsetzung eines übergreifenden Informationssystems dringend zu empfehlen, um konkurrenz- und entwicklungsfähig bleiben zu können und den Aufwand der Aktualitätspfl ege dauerhaft zu minimieren. Die Möglichkeit, mit einem übergreifenden Informationssystem auch die Mitarbeiterinformation einzubinden, ist hierbei eine wichtige Entscheidungskomponente. Beachtet werden müssen jedoch einerseits der nötige Personaleinsatz von mindestens einer, eher zwei Personen, andererseits die entstehenden Folgekosten. Einrichtung eines übergreifenden Informationssystems Beschreibung und Möglichkeiten eines übergreifenden Informationssystems Die technische Umsetzung des Informationssystems kann mittels der Software „Digital Signage“ erfolgen. Mit diesem System lassen sich relativ unkompliziert individuelle Informationen auf verschiedenen Zielmonitoren anzeigen. Informationen können unterschiedlich platziert werden. Informationen für Gäste erscheinen auf Monitoren im öffentlichen Parkbereich, spezielle Informationen für Mitarbeitende wiederum im internen Arbeitsbereich. Damit kann der Informationsfl uss gezielt gesteuert werden. Eine zeitnahe Umsetzung kann – wenn kein eigenes Personal vorhanden ist – mit der Agentur erfolgen und später an eigenes Personal übergeben werden. Stufenplan und Kosten der Umsetzung Der erste Umsetzungsschritt kann in der Schaffung eines digitalen Infonetzes (Digital Signage System) mit Indoor- und Outdoormonitoren bestehen. Er beinhaltet die Umsetzung durch die Agentur, die Server- und Playerlizenzen und Konfi guration, Strom und Servermiete. Kosten für Aufbau und Infrastruktur im Gelände und Personal sind im Gesamtpreis nicht enthalten. Kosten für Baustein 1: 74.000 Euro Der zweite Umsetzungsschritt beinhaltet die analoge Beschilderung, die in ein verbindliches, durchgängiges Konzept überführt werden sollte. Hier sind die Entwicklung der Basissymbolik, erste Vorlagen sowie die Umsetzung von vier Hauptinfowänden an den Eingangsbereichen enthalten. Weitere sich hieraus ergebende Projekte bedürfen einer getrennten Kostenkalkulation in Folge. Kosten für Baustein 2: 56.000 Euro Der dritte Umsetzungsschritt wird die Beschilderung abrunden und vervollständigen und dabei folgende Elemente umfassen: Gehegehinweise, Wissenstafeln, Warn- und Ordnungshinweise, mobile Guides und Wegweiserkonstruktion. Kosten für Baustein 3: 61.500 Euro Ein empfohlener neuer Webauftritt wäre mit 20.000 Euro anzusetzen. Zoologischer Stadtgarten | 33 Veranstaltungsplanung Konkrete Analysen konnten von der Projektgruppe nur für wenige Veranstaltungen gemacht werden. Dies lag zum einen an fehlenden, unvollständigen oder wenig aussagekräftigen Dokumentationen aus Vorjahren, an fehlendem Personal zur Bearbeitung der Fragestellungen und auch an dem mit Veranstaltungen gefüllten Terminkalender des Jubiläumsjahres 2015. Alle Ansätze, die zur Steigerung der Aktivitäten unternommen wurden, können als positiv eingestuft werden (Zoojubiläums-Eventtage, Oberwaldfest, offene Führungen, Abendführungen im Exotenhaus mit Catering-Event, traditionelle EDEKA- und DRK-Tage und anderes). Die Ideenliste, die die Projektgruppe zusammengetragen hat, spiegelt die Vorstellungen und Wünsche wieder, die seit Jahren in den beiden zuständigen Amtsbereichen diskutiert werden. Für die kurzfristige Vorgehensweise wurde beschlossen, zunächst wegen Ressourcen- und Personalmangels keine Änderungen vorzunehmen. Die mittelfristige Planung sollte ab 2017 erfolgen, eventuell parallel zu einem neuen Kassensystem und den bis dahin etablierten Besucherinformationszentren. Das Jahr 2016 sollte die wirtschaftliche Darstellung der Veranstaltungen ermöglichen, sodass alle Daten dann ab 2017 zusammenlaufen können. Alle Veranstaltungen sollten in der Qualität angehoben werden. Dies ist durch begleitendes Marketing, durch Überprüfung des Erscheinungsbildes und durch inhaltliche Steigerungen möglich. Als Beispiele aus dem Bereich Zoo stellt sich die Projektgruppe Schaufütterungen mit Kommentierungen vor. Auch sollten die Inhalte der Kommentierungen pädagogisch untermauert werden. Die Führungen sind intensiv zu bewerben. Im Bereich des Gartenbauamts soll die Seebühne mit Hintergrund-„Bühnendekoration“ ausgestattet werden. Wechselnde Programme sollen verschiedene Interessensgruppen ansprechen. Vor Ort könnten die Gäste durch kleine Cateringangebote kulinarisch versorgt werden. Eine Moderation der Veranstaltungen soll eingebunden werden. Insgesamt sollen die Veranstaltungen in den Gartenbereichen ins Pressekonzept des Zoos integriert und ebenfalls intensiv beworben werden. Die Veranstaltungsplanung sollte, so ein weiteres Ergebnis der Projektgruppe, in ein einheitliches Dokumentations-Raster überführt werden, in dem Kostenstellen vorher und nachher eindeutig defi niert sind. Die beiden Dienststellen sollten die gegenseitig vorhandenen Ressourcen zusammenführen und gemeinsam einsetzen. Zu den Kostenstellen gehören unter anderem der Personaleinsatz vor, während und nach einer Veranstaltung, externes Personal für den Auf- und Abbau, Kassen- und Botenpersonal, Müllaufkommen, Anzeigenwerbung, der Einsatz von Rettungsfahrzeugen oder auch die Strom- und Wasserversorgung. Interne Veranstaltungen wie das Lichterfest oder die Artenschutztage sollten vor allem unter dem Aspekt der Besucherzahlensteigerung betrachtet und durchgeführt werden. Eine wirtschaftliche Optimierung kann hier sukzessive erfolgen. Veranstaltungen durch externe Partner, also beispielsweise EDEKA oder U-Motions, sollten prinzipiell nur über hohe Nutzungsgebühren der Anlage und/oder Sponsoring-Vorgaben möglich sein. Auch hier erscheint eine gewisse ergänzende Feinregulierung sinnvoll. Die Projektgruppe hat ergänzend noch weitere Ideen für Veranstaltungen zusammengetragen. Dazu gehören unter anderem die Refi nanzierung von Sonderveranstaltungen durch Ticketverkauf, Abendveranstaltung unter Einbindung des Exotenhauses beziehungsweise des Restaurants EXO, Zielgruppenerweiterung durch konkrete Programme, zum Beispiel durch das Angebot eines Familien- oder Seniorentags, die Bespielung der Seebühne während der kompletten Saison, die Belebung der Gartenbereiche durch Lesungen, Tänze oder Märchen oder die Erweiterung des Führungsangebots. Alle genannten und weiterhin möglichen Veranstaltungen sind aus Sicht der Projektgruppe nur mit personeller Aufstockung vor allem im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit zu verwirklichen. 34 | Entwicklungskonzept34 | Entwicklungskonzept – PG 3 Besucherführung | Erlebnisvermittlung Wissensvermittlung Bisher war die Wissensvermittlung im Zoologischen Stadtgarten nur in statischer Form, also durch Themenschilder oder durch Informationsvermittlung im Rahmen von Führungen möglich. Seitens des Marketings wurden im Jubiläums-Jahresprogramms 2015 erstmals freie Themenführungen und Ferienkurse angeboten, die sich großer Beliebtheit erfreuten. Des Weiteren wurde begleitend zu Veranstaltungen, wie den EDEKA-Tagen oder den Froschtagen, an Infoständen Wissen vermittelt. Durch die nun vorhandenen Räumlichkeiten im Exotenhaus kann das Programm erweitert werden. Laut Analyse der Agentur raumkontakt und nach Meinungsprofi len aus den Workshops sind die Tier- und Thementafeln, die bisher im Zoologischen Stadtgarten präsentiert werden, als gut zu bezeichnen. Zu überarbeiten sind jedoch die Farbdefi nitionen. Die Mehrsprachigkeit ist wie geplant zu ergänzen. Daneben ist die Gesamtanzahl zu erhöhen, um die Durchgängigkeit der thematischen Besucherführung zu gewährleisten. Unterlagen und Materialien für Schulklassen, zum Beispiel Quizbögen, Rallyes, Beobachtungsbögen für verschiedene Altersstufen, sind in großer Fülle auf der Homepage etabliert. Hier wurde seitens der Agentur zunächst keine weitere Dringlichkeit ausgesprochen. Das jetzige Layout der Homepage ist ein Kritikpunkt, der sich in den Workshops, im Bürgerforum sowie in Leserbriefen bestätigt hat. Eine Entscheidung über das weitere Vorgehen obliegt nicht der Projektgruppe. Begleitende Vortragsserien sind vorbereitet. Im Seminarraum des Exotenhauses werden 2016 die Vorbereitungen soweit abgeschlossen sein, dass im Falle einer personellen Versorgung umgehend mit dieser Umsetzung begonnen werden kann. Vortragsserien im Rahmen der KIT-Kooperation werden ab circa Mitte 2016 in regelmäßigem Abstand stattfi nden. Aus der KIT-Kooperation sowie den bereits zu KIT geknüpften Kontakten durch die Zoodirektion sollen wissenschaftliche Arbeiten vergeben werden, die den Zoo in seinem Bestreben, sich vermehrt für den Natur- und Artenschutz einzusetzen, unterstützen. In den Räumlichkeiten der Zoopädagogik im Exotenhaus sollen ab Sommer 2016 erste Workshops stattfi nden. Des Weiteren sind Themen in Vorbereitung, die für ein Jahresprogramm an Veranstaltungen einsatzfähig sind. Die Konzeption von Ausstellungen, von interaktiven Elementen sowie von mobilen Medien ist noch nicht ausgereift. Hier besteht eindeutig das Problem des Zeit- und Personalmangels, das gegebenenfalls erst besser werden kann, wenn die für den Masterplan etablierten Strukturen greifen. Eventuell kann hierbei über das Einbringen externer Agenturen eine Beschleunigung bei der Umsetzung erzielt werden. Lebensraum Regenwald Asiatischer Elefant Elephas maximus Die Lebensräume der beiden beschriebenen Elefantenarten sind völlig verschieden. Während Afrikanische Elefanten KPFGT5CXCPPG\WƂPFGPUKPFFWTEJUVTGKHGP#UKCVKUEJG Elefanten die Re gen wälder verschiedener Nationen Südost asiens. Die Bestände des Asiatischen Elefanten nehmen seit Jahrhunderten ab. Aktuell (2014) sind sie auf 40.000 bis 50.000 Tiere gesunken, die sich auf zahlreiche fragmentierte Populationen verteilen. Die meisten #UKCVKUEJGP'NGHCPVGPUKPFPQEJKP+PFKGP\WƂPFGP 1 m 0 m 2 m 3 m 4 m Buckelrücken 2 gewölbte Stirnbuckel Gewicht: 2–5 Tonnen leicht faltige Haut, bei älteren Tieren helle Pigmentierung Stoßzähne oft nicht sichtbar Rüsselspitze mit einem Greiffinger Vorderfuß: 5 Nägel Hinterfuß: 4 Nägel kleine Ohren Lebensraum Savanne www.hob-design.de · Fotos: fotolia.com – johny87, eyetronic Afrikanischer Elefant Loxodonta africana Afrikanische Elefanten sind die größten und schwersten lebenden Landsäugetiere. Sie gehören genau wie die etwas kleineren Asiatischen Elefanten zur zoologischen Ordnung der Rüsseltiere. Leider werden Afrikanische Elefanten wegen des Elfenbeins ihrer Stoßzähne noch immer bzw. wieder erneut grausam erjagt. Da bei Afrikanischen Elefanten Männchen und Weibchen lan ge Stoßzähne aufweisen, ist das Geschäft der Wilderer noch lukrativer und der illegale Elfenbeinhandel ist eine ständige Bedrohung für diese Tierart. Sattelrücken Gewicht: 4–7 Tonnen flache Stirn stark faltige Haut Vorderfuß: 4 Nägel Hinterfuß: 3 Nägel beide Geschlechter haben sichtbare Stoßzähne Rüsselspitze mit zwei Greiffingern große Ohren PG 5 KOSTEN | WIRTSCHAFTLICHKEIT Aufwendungen und Erträge Besucherzahlen Erlöspotenzial Gesamtbetrachtung 0,00 2.000.000,00 4.000.000,00 6.000.000,00 8.000.000,00 10.000.000,00 12.000.000,00 14.000.000,00 16.000.000,00 18.000.000,00 Ergebnis 2014gesch. Ergebnis 2015gepl. Ergebnis 2016gepl 36 | Entwicklungskonzept – PG 5 Kosten | Wirtschaftlichkeit Bei der Betrachtung eines jeden Großprojektes spielt die Frage nach den Kosten eine entscheidende Rolle. Hauptaufgabe der Projektgruppe 5 war daher die möglichst transparente Darstellung der wirtschaftlichen Situation des Zoologischen Stadtgartens und der damit verbundenen derzeit vorliegenden Rahmenbedingungen. Inhaltlich gliederte sich die Arbeit der Projektgruppe 5 in drei wesentliche Abschnitte: die IST-Analyse der wirtschaftlichen Situation, die Aufnahme von Kosten- und Ertragsbausteinen, die sich aus der Arbeit der anderen Projektgruppen ergeben, inklusive der Darstellungen der fi nanziellen Auswirkungen auf den Ergebnishaushalt für die Zukunft sowie ein Maßnahmenkatalog zur Ertrags- und Kostenoptimierung. Fortschreibung der IST-Analyse In der Fortschreibung der IST-Analyse wurde die Kosten- und Erlösseite des Zoologischen Stadtgartens vertieft betrachtet. Auch die Gastronomiebetriebe der Anlage wurden einer wirtschaftlichen Untersuchung unterzogen. Auf der Kostenseite zeigt sich für das Haushaltsjahr 2014/2015, dass die Ausgaben für die Gesamtanlage deutlich gestiegen sind, von circa sechs Millionen Euro im Haushaltsjahr 2014 auf circa acht Millionen Euro im Haushaltsjahr 2015. Der bedeutendste Faktor für diesen Kostenanstieg ist die Inbetriebnahme des neuen Exotenhauses mit den Folgekosten, die daraus entstanden sind. So wurden für das Exotenhaus beispielsweise acht neue Stellen geschaffen, zwei im gärtnerischen und sechs im tierpfl egerischen Bereich. Weitere Kosten entstehen durch den Betrieb des Hauses, zum Beispiel für das Tierfutter und die medizinische Versorgung der über 2000 im Exotenhaus lebenden Tiere. Auch die Bewirtschaftung des Gebäudes, das heißt die Wartung der technischen Anlagen oder der Bezug von Strom und Fernwärme, ist ein bedeutender Kostenfaktor. Prognostisch ist anzunehmen, dass die Kosten für den Zoologischen Stadtgarten bei Erhalt des derzeitigen Status Quo kontinuierlich im Rahmen der Infl ation steigen werden. Allerdings kann die Anlage aus zum Teil schwerwiegenden Gründen, wie etwa Brandschutz oder Tierschutz, nicht länger in ihrem derzeitigen Zustand erhalten werden. In Zusammenarbeit mit den anderen Projektgruppen, insbesondere mit der Projektgruppe 4, wurde ermittelt, dass für die Umsetzung der unbedingt notwendigen Maßnahmen circa fünf bis sechs Millionen Euro als Investitionssumme notwendig sind – und das ohne zusätzlichen Mehrwert, das heißt ohne jegliche Form von Qualitätssteigerung für das Areal. Auswirkungen der Maßnahmen des Masterplans Wie im Bericht der Projektgruppe 1 ausführlich dargestellt, wurde für den Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe ein umfassender Masterplan aufgestellt, der in einzelnen Bausteinen formuliert wurde und in den kommenden Jahren Stück für Stück umgesetzt werden soll. Die Bausteine wurden in dringende und weniger dringende sowie in kleine, mittlere und große Investitionseinheiten unterteilt. Die Projektgruppe 5 hat in enger Zusammenarbeit mit Projektgruppe 1 die Folgekosten für die Bausteine des Masterplans aufgestellt und daraus eine Wirtschaftlichkeitsberechnung abgeleitet. Neben den reinen Investitionskosten müssen die Belastungen durch Abschreibungen und die Zinsbelastung eingerechnet werden. Weitere Folgekosten der Bausteine des Masterplans fi nden sich in den Bereichen Personal, Unterhaltung und Betrieb. Alle Kostenpunkte basieren auf Prognosen. Sollten alle Bausteine des Masterplans umgesetzt werden, erwarten die Verantwortlichen der Projektgruppe eine Steigerung der Gesamtkosten für den Zoologischen Stadtgarten um circa 40 Prozent. Die Anlage würde jedoch selbstverständlich auch eine bedeutende Qualitätssteigerung erfahren, außerdem ist mit einem erheblichen Anstieg der Besucherzahlen zu rechnen. Vollständig unberücksichtigt bleibt eine etwaige Kompensation von Teilen des Kostenanstiegs durch Sponsoring, da diese nicht seriös prognostizierbar sind. Dies ist unschädlich, da späteres Sponsoring die Wirtschaftlichkeit der Anlage ausschließlich verbessern könnte und mindernd auf die Kosten wirkt. Zoologischer Stadtgarten | 37 Besucherzahlen Die Besucherzahlen des Zoologischen Stadtgartens Karlsruhe sind bereits im Jahr 2015 deutlich angestiegen. Über eine Million „echte“ Besucher (mit Mehrfachzählung der Dauerkartenbesitzer) konnte die Anlage im Jubiläumsjahr verzeichnen. Damit war der Zoologische Stadtgarten Karlsruhe unter den zehn meistbesuchten Zoos in Deutschland. Dies ist nicht nur einer deutlich verbesserten Öffentlichkeitsarbeit durch das Presse- und Informationsamt geschuldet sondern besonders den sicht- und erlebbaren Qualitätssteigerungen innerhalb der Anlage. Nicht nur konnte unter anderem das Exotenhaus, das zweitgrößte Haus seiner Art in Deutschland, eröffnet werden, auch viele Schönheitsreparaturen und Verbesserungen im Bereich der Familienfreundlichkeit fi elen positiv ins Gewicht. Im Hinblick auf die Besucherzahlen lässt sich prognostizieren, dass die Million an „echten“ Besuchern gehalten werden kann. Im Jahr 2016 wird die Anlage durch die neue Erdmännchen- und die neue Känguruanlage – beide Vorhaben sind bereits fi nanziert – an zusätzlicher Attraktivität gewinnen. Erfahrungen nicht nur in Karlsruhe sondern auch in anderen Zoos zeigen, dass die kontinuierliche Steigerung von Qualität zu einem stetigen respektive verbesserten Besucherniveau führt. Die Eröffnung von Großanlagen führt außerdem zu einem zusätzlichen „echten“ Besucherzuwachs in den etwa drei auf die Eröffnung folgenden Jahren. Jan.Feb.MärzAprilMaiJuniJuliAug.Sept.Okt.Nov.Dez.Gesamt 2014 41.98544.27789.32493.88887.55090.71785.946138.54876.25969.58685.85616.519920.455 2015 25.14730.40770.25793.11788.836113.91385.991240.70697.28068.78662.67650.1081.027.224 Maßnahmenkatalog zur Kostenoptimierung Um die Finanzierung des Zoologischen Stadtgartens weiterhin zu ermöglichen, kommt man um Überlegungen zur Kostenoptimierung nicht umhin. Ein zentraler Punkt, der in diesem Zusammenhang diskutiert wurde, ist die Möglichkeit, vorhandene Ressourcen besser zu nutzen. So sollen beispielsweise in besucherschwachen Jahreszeiten die Zahlen durch besondere Aktionen verbessert werden. Durch Weiterqualifi kation von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern können Mehrwerte geschaffen werden. Die nun eingeführten kommentierten Fütterungen sind hierbei ein erster Schritt. Darüber hinaus sollen Maßnahmen zur Reduzierung des Energieverbrauchs zum Beispiel durch Geothermie, Photovoltaik-Anlagen und ähnlichem umgesetzt werden. Die Optimierung der Eingangssituation, das heißt die Konzentration auf nur noch zwei Kassen, stellt eine weitere Einsparungsoption dar. Auch zum vermehrten Einsatz von ehrenamtlichen Kräften werden derzeit Konzepte erarbeitet. Überlegungen zur Personalstruktur fi elen in den Aufgabenbereich der Projektgruppe 2 und werden in deren Bericht ausführlich erläutert. l. Ergebnis 2017gepl. Ergebnis 2018gepl. Ergebnis 2019gepl. Ergebnis 2020gepl. Ergebnis 2021gepl. Ergebnis 2022gepl. Ergebnis 2023gepl. Ergebnis 2024gepl. Ergebnis 2025gepl. Ergebnis 2026gepl. Ergebnis 2027gepl. Ergebnis 2028 Nettoressourcenbedarf bei Variante Null Nettoressourcenbedarf bei Variante Null und nach Erhöhung Eintrittspreise Nettoressourcenbedarf nach Minimalvariante Nettoressourcenbedarf nach Minimalvariante und Erhöhung Eintrittspreise Nettoressourcenbedarf nach Masterplan Nettoressourcenbedarf nach Masterplan und Erhöhung Eintrittspreise 38 | Entwicklungskonzept38 | Entwicklungskonzept – PG 5 Kosten | Wirtschaftlichkeit Auswirkung auf Eintrittspreise Die geplanten Qualitätssteigerungen und neuen Attraktionen in vielen Bereichen des Zoologischen Stadtgartens bedeuten, dass eine Anpassung der Eintrittspreise erfolgen muss. In diesem Zusammenhang ist anzuführen, dass der Zoologische Stadtgarten unter den zehn meistbesuchten Zoologischen Anlagen die mit Abstand geringsten Eintrittspreise erhebt. Derzeit werden Vorschläge zur zukünftigen Preisgestaltung erarbeitet, die im Weiteren dem Gemeinderat zur Entscheidung vorgelegt werden. Bei der Preisgestaltung soll den Bedürfnissen der Anwohnerinnen und Anwohnern, die das Areal als Naherholungsgebiet nutzen, besonders Rechnung getragen werden. Erträge aus privatrechtlichen Leistungsentgelten 2013 > 1.925.945 Euro EintrittspreiseEinzeleintritt Erwachsene Jahreskarte Erwachsene Zoologischer Stadtgarten Karlsruhe 7,50 €35,00 € Wilhelma Stuttgart 16,00 €55,00 € Zoo Duisburg 16,00 €60,00 € Zoo Wuppertal 12,00 €48,00 € Zoo Heidelberg 10,00 €48,50 € Zoo Halle/Saale 8,50 €45,00 € Zoo Gelsenkirchen 19,50 €66,00 € Hagenbeck Hamburg 20,00 €100,00 € Zoo Leipzig 18,50 €70,00 € Zoo Hannover 25,00 € 83,00 € Zoo Cottbus 6,00 €25,00 € Tiergarten Nürnberg 13,50 €65,00 € Durchschnitt aus 27 betrachteten Einrichtungen 12,98 €52,72 € Drittmittel Durch Spenden, Erbschaften und über Sponsoring können Maßnahmen unabhängig vom städtischen Haushalt fi nanziert werden. Über Drittmittel wird im Jahr 2016 die Erdmännchenanlage gebaut. Da Sponsoren auch betreut werden müssen, wird an dieser Stelle auch auf die Notwendigkeit der Stellen für die Öffentlichkeitsarbeit hingewiesen. Gastronomie Hinsichtlich der Gastronomiebetriebe wurden durch die Projektgruppe 5 in enger Zusammenarbeit mit den Projektgruppen 1 und 4 mögliche Optimierungspotenziale ermittelt. Ergebnis der Untersuchung ist, dass sich für die alteingesessenen Gastronomiebetriebe aus wirtschaftlicher Sicht keine Optimierungsmöglichkeit ergibt. Jedoch müssen für den Erhalt der Bausubstanz dringend Umbau- und Sanierungsmaßnahmen durchgeführt werden. Diese Umgestaltungsnotwendigkeit soll zu einem späteren Zeitpunkt dazu genutzt werden, ein einheitliches Gastronomiekonzept des Zoologischen Stadtgartens zu erstellen. Hier können gegebenenfalls Investitionsnotwendigkeiten von Seiten Dritter erfüllt werden, wenn gewährleistet ist, dass spätere Einnahmen wieder der Finanzierung der Anlage zufl ießen. Hier können auch konzerninterne Lösungen überlegt werden. PG 2 ORGANISATION | BETREIBERKONZEPT Integriertes Konzept Schnittstellenbereiche Organisationsmodelle Rechtsformen 40 | Entwicklungskonzept – PG 2 Organisation | Betreiberkonzept Menschen TierePflanzen Neue Form der Organisation? Die Aufgabe der Projektgruppe bestand also darin, Modelle für die Optimierung der Organisation der Gesamtanlage sowie Vorschläge für mögliche Betreiberformen zu erarbeiten und zu bewerten. Zunächst wurde die aktuelle Situation evaluiert. Dabei lag ein besonderer Fokus auf dem Zusammenspiel der beiden für den Zoologischen Stadtgarten zuständigen Ämter: Gartenbauamt und Zoo. Erneut ausgewertet wurden in diesem Zusammenhang auch zwei Gutachten der Unternehmensberatung Dr. Malcher GmbH. Zusätzlich wurden EU-, steuer- und arbeitsrechtliche Themen gemeinsam mit Expertinnen und Experten betrachtet. In einem zweiten Schritt wurden mögliche Betreiberkonzepte, nämlich GmbH, Eigenbetrieb und Amt, sowie Organisationsmodelle ausgearbeitet und anhand eines von der Projektgruppe zuvor entwickelten Kriterienkatalogs bewertet. Dieser Kriterienkatalog legt insbesondere Wert auf eine bestmögliche Verbesserung der Schnittstellen/Zusammenarbeit zwischen Gartenbauamt und Zoo sowie die Optimierung allgemeiner betrieblicher Funktionen. Das Entwicklungskonzept Zoologischer Stadtgarten ist als integriertes Konzept angelegt. Die Bedürfnisse von Tieren, Pfl anzen und Menschen sollen durch die Anlage gleichwertig erfüllt und funktionale, wirtschaftliche und konzeptionelle Aspekte miteinander verbunden werden. Vor dem Hintergrund dieses Leitgedankens hatte die Projektgruppe 2 die Aufgabe, die bestehenden organisatorischen Strukturen neu zu bewerten. Denn während die Arbeit innerhalb der einzelnen Ämter weitgehend erfolgreich verläuft, gibt es bei übergreifenden Aufgaben Verbesserungspotenzial. Die Anforderungen an die Organisation einer Freizeitanlage wie dem Zoologischen Stadtgarten wurden über die vergangenen Jahrzehnte immer umfassender und komplexer. Neben der Arbeit mit Pfl anzen und Tieren, für die die besondere Expertise der jeweiligen Fachleute notwendig ist, gewinnen die Schnittstellenbereiche immer größere Bedeutung. Zu diesen Bereichen zählen unter anderem das Marketing und die Öffentlichkeitsarbeit für die Gesamtanlage, das Veranstaltungsmanagement, die Gastronomie, das Gebäudemanagement und die Bauunterhaltung sowie der Besucherservice. Während die fachliche Arbeit mit Tieren und Pfl anzen bis dato hervorragend ausgeführt wird, besteht im Bezug auf die gemeinsamen, für das gesamte Areal des Zoologischen Stadtgartens wahrzunehmenden Aufgaben noch Verbesserungsbedarf. Zoologischer Stadtgarten | 41 Bewertung der möglichen Betreiberformen Die verschiedenen denkbaren Betreiberformen, Ämterlösung, Eigenbetrieb und GmbH, wurden auf Vor- und Nachteile geprüft. Derzeit sind zwei städtische Ämter, das Gartenbauamt und der Zoo, auf dem Areal des Zoologischen Stadtgartens tätig. Denkbar ist eine Zusammenlegung des Zoos mit Teilen des Gartenbauamtes (Teile des Bezirks Mitte) zu einem Amt „Zoologischer Stadtgarten“. Dies würde jedoch in gärtnerisch- fachlicher Sicht neue Schnittstellen, Abstimmungs- und Vertretungsprobleme mit sich bringen. Ein sogenannter Eigenbetrieb ist rechtlich zwar unselbstständig, verfügt aber, anders als ein städtisches Amt, über eine gesonderte Haushaltsplanung, eine gesonderte Rechnungslegung und eine eigene Personalwirtschaft. Während letzteres auch für die GmbH gilt, verfügt diese zusätzlich noch über eine größere rechtliche Selbständigkeit als ein Eigenbetrieb der Stadt, denn sie fungiert als selbstständige juristische Person. Als Ergebnis der Bewertung der möglichen Betreiberformen ging hervor, dass keine zwingenden Gründe oder auch nur bedeutende Vorteile für einen Rechtsformwechsel vorliegen, insbesondere keine Steuervorteile. Auch würde ein Rechtsformwechsel möglicherweise schnelle und erhebliche Veränderung für die Belegschaft mit sich bringen. Dieses ließe sich bei Erhalt der bisherigen Rechtsform vermeiden. Notwendige Veränderungen könnten dann in einem zeitlich gesteuerten Prozess vollzogen werden. „Gemeinsame Dienste“ als Schnittstelle zwischen Zoo und Gartenbauamt Angesichts der oben dargestellten Ergebnisse einigte man sich innerhalb der Projektgruppe darauf, die bisherige Betreiberform als Amt beizubehalten und die Aufteilung in zwei Ämter vorerst zu belassen. Das Zusammenspiel zwischen Gartenbauamt und Zoo soll durch die Bündelung der übergreifenden Aufgaben als so genannte „Gemeinsame Dienste“ nachhaltig verbessert werden. Die zu den „Gemeinsamen Diensten“ zählenden Aufgaben werden in einer Hand gebündelt und dem Zoo (als Dienststelle vor Ort) zugewiesen. Der Zoo nimmt also arealübergreifende Aufgaben für sich und das Gartenbauamt wahr. Die Abstimmung der anstehenden Arbeiten wie auch strategische Entscheidungen werden von einem Koordinierungskreis, dem beide Amtsleiter angehören, festgelegt. Damit wird insbesondere sichergestellt, dass die Belange des Gartenbauamtes sowohl in die operative Aufgabenerledigung als auch in weitere konzeptionelle Überlegungen Berücksichtigung fi nden. Da sich zu den „Gemeinsamen Diensten“ auch Aufgabenbereiche wie zum Beispiel Marketing, Öffentlichkeitsarbeit, Veranstaltungsmanagement und Sponsoring gesellen, die bisher nicht wahrgenommen wurden beziehungsweise künftig ausgebaut werden sollen, ist die Schaffung neuer Stellen vorgesehen, die beim Zoo verortet werden. Im Wesentlichen dient die Bündelung der Gemeinsamen Dienste einer effi zienten Sicherstellung und Erledigung bestehender Aufgaben. Dazu gehören neben dem Marketing und der Öffentlichkeitsarbeit auch Aufgaben im Bereich Technik, also zum Beispiel Reinigung, Wartung und Bauunterhalt. Mit der Einrichtung der Gemeinsamen Dienste sollen zunächst innerbetriebliche Synergien genutzt und Kompetenzüberschneidungen sowie Doppelarbeiten vermieden werden. Koordinationskreis AL GBA | AL Zoo Koordination GD Gemeinsame Dienste  Abstimmung der Aufträge  strategische Entscheidungen  erweiterbar je nach Thema  erweiterbar um weitere MA zu fachlichen Themen Ab ti ZooGBA 42 | Entwicklungskonzept42 | Entwicklungskonzept – PG 2 Organisation | Betreiberkonzept Besonders im Bereich Marketing/Öffentlichkeitsarbeit hält die Projektgruppe strukturelle Veränderungen beziehungsweise Verstärkung für unumgänglich. Eine leistungsfähige und gut organisierte Öffentlichkeitsarbeit erhöht unter anderem die Chancen, Drittmittel einzuwerben. Es besteht die berechtigte Hoffnung, dass sich die Stelle mittelfristig allein durch den Drittmittelerwerb selbst fi nanziert. Auch entlastet die „Stabstelle Medien“ die Zoopädagogik und fördert damit den Bildungsauftrag des Zoologischen Stadtgartens. Zudem wird durch eine einheitliche und abgestimmte Konzeption (zum Beispiel bezüglich der Gestaltung von Hinweistafeln) erreicht, dass das Areal von den Besucherinnen und Besuchern als Einheit wahrgenommen wird. Das gemeinsame Veranstaltungsmanagement und die Wissensvermittlung verknüpfen durch zum Beispiel themenübergreifende Führungen und Veranstaltungen zoologische und botanische Themenbereiche. Auswertung und Fortschreibung der Gutachten der Dr. Malcher GmbH zur Struktur und zum Stellenbedarf des Zoos Die Gutachten der Dr. Malcher GmbH zur Struktur und zum Stellenbedarf des Zoos zeigen weitergehende Optimierungspotentiale auf. In Zusammenarbeit mit dem Büro Tiergartengestaltung Wiesenthal wurden die Feststellungen der Dr. Malcher Unternehmensberatung GmbH im Hinblick auf das von den Projektgruppen erarbeitete, ganzheitliche Entwicklungskonzept (Masterplan) überprüft und weiterentwickelt. Dabei bildete insbesondere die Betrachtung aus tiergärtnerischer Sicht einen Schwerpunkt. Als vorläufi ges Ergebnis betont Eckhard Wiesenthal die Notwendigkeit der Einrichtung der „gemeinsamen Dienste“. Durch eine straffere Organisation der Führungsebene ist eine deutliche Entlastung insbesondere der Tierpfl ege möglich. Arbeitsdoppelungen werden vermieden. Wie oben bereits dargestellt, ermöglicht die „Stabstelle“ den Gewinn von Sponsoren und die Akquise von Drittmitteln. Sie entlastet außerdem die beiden Ämter Zoo und Gartenbauamt bei Aufgaben der Kommunikation. Die Leitung der Abteilung Technik übernimmt die Organisation von Reinigung, Wartung, Transport und Bau, was bisher nicht unerheblich aus der Tierpfl ege heraus zu leisten ist. Die Leitung Zoo organisiert das operative Geschäft und bündelt die inhaltlichen Schwerpunktthemen des Zoologischen Stadtgartens. Das Büro Tiergartengestaltung Wiesenthal stellt abschließend fest, dass ohne die personelle Umstrukturierung, das heißt die Konzentration von Arbeitsbereichen, der vorgeschlagene Personalstand und dessen Entwicklung nicht zu halten ist. Ein ausführliches Gutachten des Beraters, was momentan noch erstellt wird, konkretisiert weitere Schritte. Weitere Schritte Die erarbeiteten Vorschläge und Empfehlungen der Projektgruppe wurden mit den beteiligten Dienststellen und der Verwaltungsspitze abgestimmt und anschließend im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen zur weiteren Beratung vorgetragen. Ausblick und Zusammenfassung Ziel der Projektgruppenarbeit war es, den Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe als Gesamtanlage zukunftsfähig aufzustellen. Die Expertisen der einzelnen Fachämter auf ihren jeweiligen Gebieten werden dabei jedoch nicht grundlegend hinterfragt. Es sind vor allem die Schnittstellenfunktionen, die in Zukunft verbessert abgedeckt und erfüllt werden müssen. Herauszufi nden war, in welcher Form dies möglichst optimal geschehen kann. Amtsleitung Zoo VerwaltungsabteilungZoologische AbteilungTechnische Abteilung  Personal- und Organisation  Finanzen/Controlling  Kassen Zoologischer Stadtgarten  Unterstützungsfunktion  Zoobetrieb/Tierpfl ege  Veterinärmedizin  Artenschutz  Pädagogik  Ausbildung  Bauunterhaltung  Facility Management  Handwerksdienste  Reinigung Stabstelle Gemeinsame Dienste Veranstaltungsmanagement, Öffentlichkeitsarbeit, Marketing, Gastronomie, Abstimmungskreis AL Gemeinsame Dienste Gemeinsame Dienste Gemeinsame Dienste PG 6 BÜRGERBETEILIGUNG | KOMMUNIKATION Bürgerumfrage Internetauftritt Medienarbeit Projektportal weitere Bürgerforen Die Projektgruppe 6 Öffentlichkeitsbeteiligung zum Entwicklungskonzept Zoologischer Stadtgarten verfolgt im Wesentlichen folgende Ziele: Die Wünsche und Anregungen der Bürgerinnen und Bürger sollen in der Konzeption berücksichtigt werden. Es soll deutlich werden, dass es sich um einen äußerst komplexen Prozess handelt, der zudem Restriktionen unterworfen ist. Es soll Akzeptanz dafür geschaffen werden, dass die Weiterentwicklung der Anlage unterschiedliche Rahmenbedingungen berücksichtigen muss, etwa das Säugetiergutachten, die veraltete Bausubstanz oder Aspekte der Wirtschaftlichkeit. Der Entwicklungsprozess soll transparent gestaltet werden. Er soll über Herausforderungen und Planungen informieren, um die Unterstützung der interessierten Öffentlichkeit für geplante Weiterentwicklungen zu gewährleisten. Diesen Zielsetzungen entsprechend wurden folgende Veranstaltungen konzipiert: Frühjahr 2015 Bürgerumfrage (s. Kapitel Umfrageergebnisse) 8. Juli 2015 Erstes Bürgerforum Zoologischer Stadtgarten 26. und 28. November 2015 Rundgänge und Workshops mit Erwachsenen 30. November 2015 Rallye mit Jugendlichen aus der neunten Klasse 11. Dezember 2015 Rallye mit Kindern aus zweiten Klassen 17. Februar 2016 Zweites Bürgerforum Zoologischer Stadtgarten Prozessbegleitend wurde ein Projektportal etabliert: www.karlsruhe.de/b3/freizeit/zsgprozess Umfrageergebnisse zum Zoologischen Stadtgarten Verschiedene Umfragen haben in den letzten Jahren Einschätzungen und Wünsche in Bezug auf den Zoologischen Stadtgarten ermittelt, die in die Arbeit der Projektgruppen mit einfl ossen. Die ausführlichen Ergebnisberichte fi nden sich auf der Projektseite zum Herunterladen. Besucherumfrage 2013 Die im Rahmen einer Organisationsberatung 2013 durchgeführte Besucherbefragung analysierte die Besucherstruktur, die Verkehrsmittelwahl sowie die Zufriedenheit mit dem Zoobesuch und mit einzelnen (Service-)Aspekten. Ergebnis war unter anderem der schwerpunktmäßige Einzugsbereich aus Stadt und Region bei einem relativ hohen Anteil von Stammgästen. Darüber hinaus wurde bei der Befragung eine im Vergleich zu einer früheren Umfrage rückläufi ge Zufriedenheit mit dem Zoobesuch ermittelt. Bemängelt haben die Gäste unter anderem zu kleine oder erneuerungsbedürftige Gehege, zu wenige Tierarten sowie verschiedene Serviceaspekte (Informationen und Beschilderung, Toiletten und Gastronomie). Damit bieten die Ergebnisse umfangreiche Anknüpfungspunkte für unmittelbare Verbesserungen im Zoologischen Stadtgarten und für die Arbeit der Projektgruppen. Besucherumfrage zur Gastronomie 2014 Eine weitere Umfrage unter den Besucherinnen und Besuchern im Jahr 2014 vertiefte die Einschätzungen und Wünsche zum gastronomischen Angebot und diente vor allem der Ausgestaltung eines neuen gastronomischen Angebotes im Exotenhaus. Die Ergebnisse sind in die Gestaltung des EXO eingefl ossen. Dem in der Befragung vielfach geäußerten Wunsch nach mehr Tischen und Bänken zum Verzehr mitgebrachter Speisen wurde zudem mit zusätzlichen Picknickplätzen in der Anlage Rechnung getragen. 44 | Entwicklungskonzept – PG 6 Bürgerbeteiligung | Kommunikation Zoologischer Stadtgarten | 45 Karlsruher Bürgerumfrage 2015 Im Rahmen der Karlsruher Bürgerumfrage zum Thema „Grün in der Stadt“ wurden auch Einschätzungen zum Zoologischen Stadtgarten abgefragt. Ziel war es, ein Stimmungsbild der Karlsruher Bürgerinnen und Bürger zur Weiterentwicklung der Anlage zu ermitteln. Etwa die Hälfte der Befragten (48,4 %) hat den Zoologischen Stadtgarten in den letzten zwei Jahren mindestens einmal besucht (Abbildung 1). Etwas mehr als die Hälfte der Karlsruherinnen und Karlsruher (51,6 %) hat die Anlage innerhalb der letzten zwei Jahre nicht besucht. Sowohl Familien mit Kindern als auch Alleinerziehende mit Kindern besuchen sie überdurchschnittlich häufi g. In Tabelle 1 ist dargestellt, welche Teilbereiche diejenigen, die innerhalb der letzten zwei Jahre mindestens einmal im Zoologischen Stadtgarten waren, in der Regel besucht haben. Hierbei wird deutlich, dass die Teilbereiche mit Bezug zu Tieren von 92,0 % (Freianlagen für Tiere) beziehungsweise 87,6 % (Tierhäuser) besucht wurden. Darauf folgen mit grünen Parkanlagen, Blumenbeeten, Sitzbänken (83,7 %), Japanischem Garten und Rosengarten (79,3 %) und dem Aussichtspunkt auf dem Lauterberg (52,5 %) landschaftliche Aspekte des Zoologischen Stadtgartens. Das gastronomische Angebot wurde von etwa der Hälfte der Befragten (49,5 %) wahrgenommen. Nutzungsanteile von ebenfalls unter 50 % erreichen die Teilbereiche Streichelzoo (46,0 %), Gondoletta (43,4 %), Kinderspielplatz (30,6 %), besondere Veranstaltungen (30,0 %), Programm auf der Seebühne (29,2 %), zoologische (19,2 %) und botanische Führungen (18,5 %). Die Frage, für welchen Teil der Gesamtanlage des Zoologischen Stadtgartens sie sich mehr interessieren, beantworten 20,8 % mit Zoo und 13,6 % mit Stadtgarten. Etwa zwei Drittel der Besucherinnen und Besucher (65,6 %) haben an „Zoo“ und „Stadtgarten“ jedoch gleichermaßen Interesse (Abbildung 2). Neun von zehn Befragten (89,4 %) wollen die fl ächenmäßige Aufteilung des Zoologischen Stadtgartens in Zoofl ächen und Parkbereich beibehalten (Abbildung 3). Nur 8,7 % sind der Meinung, dass der Zoo erweitert und der Parkbereich verkleinert werden sollte. Eine Erweiterung des Parkbereichs und damit eine Verkleinerung des Zoobereichs wünschen lediglich 2,0 %. Zur zukünftigen Entwicklung des Zoologischen Stadtgartens in Bezug auf die Tiere wurden die Besucherinnen und Besucher gebeten, aus fünf Vorschlägen zwei bevorzugte Szenarien auszuwählen (Abbildung 4). Die Auswertung zeigt, dass über die Hälfte der Befragten (55,8 %) am aktuellen Verhältnis von heimischen Tierarten zu Tierarten aus allen Kontinenten keine Veränderung wünscht. Etwa genauso viele Nennungen (55,4 %) meinen, dass mehr Platz für Gehege benötigt wird beziehungsweise großzügigere Gehege geschaffen werden sollten: In diesem Zusammenhang geben 32,8 % der Befragten an, dass insgesamt weniger Tiere gezeigt werden sollten und 22,6 % sind der Auffassung, dass weniger große und vermehrt kleinere Tiere gehalten werden sollten. Die Befragten, die mehr heimische Tiere oder mehr Tierarten aus allen Kontinenten sehen möchten, halten sich mit 12,7 % und 11,0 % in etwa die Waage. Auch in Bezug auf Pfl anzen und Parkanlagen sollten die Befragten zwei von ihnen bevorzugte Entwicklungsszenarien auswählen (Abbildung 5). Etwa drei Viertel der Befragten (77,5 %) fi nden, dass der Umfang der Bereiche zum Spielen wie auch zur ruhigen Erholung im Stadtgarten unverändert bleiben sollte. Etwa jeder Sechste (14,4 %) wünscht sich mehr ruhige Bereiche zur Erholung sowie zum Genießen der Pfl anzen und Gartenanlagen. Mehr Informationen zu Pfl anzen und Bäumen regen 12,0 % der Besucherinnen und Besucher an. Weitere 10,2 % wollen zukünftig mehr mit Blumen gestaltete Bereiche sehen. Für das Szenario „Die Garten- und Parkanlagen sollten besser zum Spielen und Toben nutzbar sein“ sprechen sich nur 7,9 % aus. Der größte Teil der Befragten (82,6 %) hat keine Verbesserungsvorschläge gemacht. Diejenigen, die Verbesserungsvorschläge genannt haben (17,4 %), schlagen an erster Stelle eine artgerechtere Tierhaltung, bessere Haltungsbedingungen und modernere Gehege (25,4 %) vor (Tabelle 2). Etwa ein Zehntel der Befragten (12,4 %) wünscht sich eine Verbesserung des gastronomischen Angebots (genannt wurden unter anderem Speisenauswahl, Qualität, Preise sowie längere Öffnungszeiten). Zu beachten ist allerdings, dass das EXO erst nach Durchführung der Bürgerumfrage öffnete, die Antworten diese Verbesserungen also noch nicht einbeziehen. Eine andere Gestaltung und Gewichtung des Parkbereichs schlagen 11,8 % vor (mehr Pfl anzen, exotische Pfl anzen, mehr grüne Bereiche, ruhige Bereiche innerhalb der Wiesen). Von denjenigen, die Verbesserungsvorschläge gemacht haben, wünschen sich 8,3 % mehr zoospezifi sche Angebote - etwa Pfl anzen- und Tierführungen, Sonderveranstaltungen und Tierpatenschaften. Auch die bereits behandelten Zukunftsszenarien im Hinblick auf die Tiere fi nden sich in den Verbesserungsvorschlägen wieder. Konkret werden von Befragten mehr Tiere und Tierarten (7,7 %), weniger Tiere und Tierarten beziehungsweise weniger „exotische“ Tiere (5,3 %) sowie andere Tiere und Tierarten wie beispielsweise heimische und kleinere Tiere (3,0 %) genannt. 7,7 % derjenigen, die Verbesserungsvorschläge gemacht haben, empfehlen allgemein einen besseren Aufbau beziehungsweise eine bessere Gestaltung des Zoogeländes. Spezifi scher hingegen sind die Empfehlungen, mehr Toiletten beziehungsweise Sanitärbereiche (7,1 %), Aufenthaltsmöglichkeiten (6,5 %) und Angebote für Familien (5,3 %) zu schaffen. 46 | Entwicklungskonzept – PG 6 Bürgerbeteiligung | Kommunikation Abbildungen und Tabellen ABBILDUNG 1 BESUCHSHÄUFIGKEIT DES ZOOLOGISCHEN STADTGARTENS Basis: 2.003 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung – Bürgerumfrage 2015 Wie oft haben Sie in den letzten zwei Jahren den Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe besucht? mehr als 5-mal 10,5% 3- bis 5-mal 11,0% 2-mal 15,3% 1-mal 11,6% gar nicht 51,6% ABBILDUNG 2 INTERESSE AN ZOO UND STADTGARTEN Basis: 970 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung – Bürgerumfrage 2015 Für welchen Teil der Gesamtanlage interessieren Sie sich stärker – für den Zoo mit seinen Tieren oder für den Stadtgarten mit den Parkanlagen, Blumen und Sträuchern? Zoo 20,8% Stadtgarten 13,6% habe an beidem gleichrangiges Interesse 65,6% ABBILDUNG 5 GEWÜNSCHTE ZUKÜNFTIGE ENTWICKLUNG IN BEZUG AUF PFLANZEN UND PARKANLAGEN 1) Was ist Ihnen in Bezug auf die Pflanzen und Parkanlagen im Zoologischen Stadtgarten besonders wichtig? 1) Mehrfachnennungen waren möglich, daher Summe größer als 100 %. Basis: 970 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung – Bürgerumfrage 2015 7,9% 10,2% 12,0% 14,4% 77,5% 0%20% 40% 60% 80% 100% Die Garten- und Parkanlagen sollten besser zum Spielen und Toben nutzbar sein. Es sollte mehr mit Blumen gestaltete Bereiche geben. Es sollte mehr Informationen zu Pflanzen und Bäumen geben. Es sollte mehr ruhige Bereiche zur Erholung und zum Genießen der Pflanzen und Gartenanlagen geben. Der Umfang der Bereiche zum Spielen wie auch zur ruhigen Erholung im Stadtgarten sollte nicht verändert werden. TABELLE 1 BESUCHTE TEILBEREICHE TEILBEREICHE ANTEILE 1) Freianlagen für Tiere92,0% Tierhäuser87,6% Grüne Parkanlagen, Blumenbeete, Sitzbänke83,7% Japanischer Garten/Rosengarten79,3% Aussichtspunkt auf dem Lauterberg52,5% Gastronomische Angebote (Restaurant, Café, Kiosk)49,5% Streichelzoo46,0% Gondoletta43,4% Kinderspielplatz30,6% Besondere Veranstaltungen (z. B. Lichterfest, Familientag, 1. Mai)30,0% Programm auf der Seebühne (z. B. Konzerte/Märchenlesungen)29,2% Zoologische Führungen (zu Tieren im Zoo)19,2% Botanische Führungen (z. B. zu Bäumen, Stauden usw.)18,5% INSGESAMT970 1) Mehrfachnennungen waren möglich, daher Summe größer als 100%. Basis: 970 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung – Bürgerumfrage 2015 Stellen Sie sich jetzt bitte Ihre letzten Besuche im Zoologischen Stadtgarten vor Augen – bitte sagen Sie mir jeweils, welche Teilbereiche Sie in aller Regel besuchen? Zoologischer Stadtgarten | 47 ABBILDUNG 3 FLÄCHENAUFTEILUNG ZWISCHEN ZOO UND PARKBEREICH 89,4% 8,7% Die Aufteilung der Flächen von Zoo und Parkbereich sollte bleiben wie sie ist. Der Zoo sollte erweitert werden, dafür sollte der Parkbereich verkleinert werden. Der Parkbereich sollte erweitert werden, dafür sollte der Zoo verkleinert werden. Basis: 970 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung – Bürgerumfrage 2015 Durch seine Lage mitten in der Stadt ist der Zoologische Stadtgarten Karlsruhe in seiner Größe beschränkt. Sollte Ihrer Meinung die Flächenaufteilung zwischen Zoo und Parkbereich verändert werden oder unverändert bleiben? 2,0% ABBILDUNG 4 GEWÜNSCHTE ZUKÜNFTIGE ENTWICKLUNG IN BEZUG AUF DIE TIERE 1) Was ist Ihnen in Bezug auf die Tiere im Zoologischen Stadtgarten besonders wichtig? 1) Mehrfachnennungen waren möglich, daher Summe größer als 100 %. Basis: 970 Befragte mit Antwort 11,0% 12,7% 22,6% 32,8% 55,8% 0%20%40%60% Im Zoologischen Stadtgarten sollten mehr Tierarten aus allen Kontinenten zu sehen sein. Im Zoologischen Stadtgarten sollten mehr heimische Tierarten zu sehen sein. Im Zoologischen Stadtgarten sollten weniger große und vermehrt kleinere Tiere gezeigt werden, um großzügigere Gehege gestalten zu können. Im Zoologischen Stadtgarten sollten insgesamt weniger Tierarten gezeigt werden, um mehr Platz für die einzelnen Gehege zu schaffen. Die Anzahl heimischer Tierarten und der Tierarten aus allen Kontinenten sollte im Wesentlichen bleiben wie sie ist. AUSSTATTUNG MOBILIAR ANTEILE 1) artgerechte Tierhaltung, größere Gehege25,4% Gastronomie verbessern (zum Beispiel Auswahl, Qualität, Preis, längere Öffnungszeiten)12,4% mehr Pflanzen/exotische Pflanzen/Grün/ruhige Wiese11,8% mehr Angebote (zum Beispiel Pflanzen- und Tierführungen, Veranstaltungen, Tierpatenschaften)8,3% mehr Tiere/Tierarten7,7% besserer Aufbau/Gestaltung des Zoogeländes7,7% mehr Toiletten/Sanitärbereiche7,1% mehr Aufenthaltsmöglichkeiten (zum Beispiel Tische, Stühle)6,5% mehr für Kinder/Familien (zum Beispiel Spielplätze, Kindertage)5,3% weniger Tiere/Tierarten, weniger "exotische" Tiere5,3% Eintrittspreis senken/Rabatte anbieten4,7% mehr Sauberkeit/Ordnung/Instandhaltung4,7% andere Tiere/Tierarten (zum Beispiel heimische Tiere, kleinere Tiere)3,0% weniger Bautätigkeit2,4% Sonstiges3,6% INSGESAMT169 1) Mehrfachnennungen waren möglich, daher Summe größer als 100%. Basis: 169 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung – Bürgerumfrage 2015 Wenn Sie Anregungen haben, was aus Ihrer Sicht im Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe verbessert werden könnte, nennen Sie hier bitte Stichworte: TABELLE 2 VERBESSERUNGUNGSVORSCHLÄGE FÜR DEN ZOOLOGISCHEN STADTGARTEN Was ist Ihnen in Bezug auf die Tiere im Zoologischen Stadtgarten besonders wichtig? 1) Mehrfachnennungen waren möglich, daher Summe größer als 100 %. Basis: 970 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung – Bürgerumfrage 2015 11,0% 12,7% 22,6% 32,8% 55,8% 0%20%40%60% Im Zoologischen Stadtgarten sollten mehr Tierarten aus allen Kontinenten zu sehen sein. Im Zoologischen Stadtgarten sollten mehr heimische Tierarten zu sehen sein. Im Zoologischen Stadtgarten sollten weniger große und vermehrt kleinere Tiere gezeigt werden, um großzügigere Gehege gestalten zu können. Im Zoologischen Stadtgarten sollten insgesamt weniger Tierarten gezeigt werden, um mehr Platz für die einzelnen Gehege zu schaffen. Die Anzahl heimischer Tierarten und der Tierarten aus allen Kontinenten sollte im Wesentlichen bleiben wie sie ist. 48 | Entwicklungskonzept – PG 6 Bürgerbeteiligung | Kommunikation Bürgerforen Erstes Bürgerforum am 8. Juli 2015 Gelungener Auftakt und Einstieg in ein breites Bürgerbeteiligungsverfahren war das 1. Bürgerforum am 8. Juli 2015 im „Südwerk“. Rund 170 Interessierte waren der öffentlichen Einladung gefolgt, um sich über die Grundlagen und die Rahmenbedingungen zu informieren, die für das Entwicklungskonzept Zoologischer Stadtgarten gelten. Das Forum war darüber hinaus willkommene Gelegenheit, um für die weitere Arbeit der sechs Projektgruppen ein Stimmungsbild aufnehmen zu können: Einschätzung, Anregungen und Meinungsäußerungen waren sowohl in der offenen Diskussion im Anschluss an die Präsentation der Projektgruppen willkommen wie auch durch Gewichtung von Aussagen an Thementischen und dem Ausfüllen von Kommentar-/ Wunsch-Karten. Die Ergebnisse wurden sorgfältig gesichtet, thematisch geordnet und als Hinweise in die weitere Arbeit der Projektgruppen eingespeist. Die Gesamtpräsentation aus den sechs Arbeitsgruppen fi ndet sich auf der Projektseite. Zweites Bürgerforum am 17. Februar 2016 Beim zweiten Bürgerforum am 17. Februar 2016 wird der Sachstand des Besucherführungskonzepts und des von den Projektgruppen erarbeiteten Masterplans für den Zoologischen Stadtgarten präsentiert. Anschließend werden Umsetzungsschritte und -varianten vorgestellt. Nach einer Gesprächsrunde mit den Zoofreunden besteht die Möglichkeit, an drei Thementischen vertiefende Fragen zum Masterplan mit Vertreterinnen und Vertretern der Verwaltung zu erörtern. Zoologischer Stadtgarten | 49 Workshops Auch Workshops mit Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern lieferten wertvolle Hinweise, ob bei einzelnen Bausteinen des Masterplans nachjustiert werden muss. In vielen Dingen betätigten die über 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der beiden Erwachsenen-Workshops im November 2015, dass die Projektarbeit bei Besucherservice und Besucherinformation auf dem richtigen Weg ist. Aus dem Workshop mit den Erwachsenen nahmen die Projektverantwortlichen aber auch einige Kritikpunkte und Anregungen mit. Gleiches gilt für die Rundgänge mit der 9 a des Heisenberg-Gymnasiums sowie 19 Zweit- und Drittklässlern aus insgesamt drei Schülerhorten. Workshops Erwachsene An zwei Nachmittagen (Donnerstag und Samstag) konnten Erwachsene ihre Einschätzung zu Themen wie Wegeführung und Beschilderung, Informationsvermittlung zu Tieren und Pfl anzen oder auch Toiletten und Gastronomiestandorten abgeben. Impulse kamen von ausgesprochenen Stammgästen, von denen manche sogar fast jeden zweiten Tag kommen – mal mit Schwerpunkt Zoo, mal mit einer Präferenz für den Stadtgarten. Sie lieferten wertvolle konkrete Einzelhinweise. Für einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer – darunter auch aus der Region sowie dem benachbarten Elsass – war der Rundgang durch die Anlage Premiere. Aus dem Blickwinkel eines Erstbesuchers beurteilten sie Orientierung und Serviceangebote im Zoologischen Stadtgarten. Ein Schwerpunkt in der Projektarbeit fand sich in der Anregung wieder: Die Eingänge Süd und Nord sollen präsenter, großzügiger und mit mehr Service ausgestattet sein – Toiletten, Fahrradständer oder auch ein abschließbarer Unterstand für Kinderwagen. Für die Seiteneingänge sollte man ein Chipkartensystem prüfen. Einig ist man sich auch, dass am Eingang ein Toilettenangebot sein sollte für diejenigen, die von weiter herkommen. Zur Wegeführung in der Anlage gab es - nicht immer einheitliche – Ideen. Rundwege – auch ein barrierefreier Rundweg – würden ebenso gewünscht wie Themenwege und einen deutlicheren Hinweis auf den Weg zum Lauterberg. Die Informationstafeln zu den Tieren seien gut, hervorgehoben wurden auch Tafeln mit übergeordneten Themen. Die Tafeln seien jedoch nicht immer aufgrund von Schriftgröße und Standort gut lesbar. Im botanischen Parkteil werden sie vermisst. Sie sollten auch französische und englische Informationen enthalten. Zudem wurden interaktive Informationsangebote gewünscht. Mehr Picknickmöglichkeiten wurden ebenso vorgeschlagen wie ein Gastronomieangebot auf der Seebühne. Bekräftigt wurde ein Schwerpunkt der Projektarbeit: Sowohl Seebühne als auch Lauterberg werden mehr Potentiale beigemessen. Unter dem Stichwort „Transparenz“ stießen Einblicke in den Zooalltag auf Interesse. Futterküche oder Tierklinik, den Tierpfl egern auch einmal beim Reinigen des Wasserbeckens von Pinguinen und Robben zuschauen – das gefi el. Und warum nicht einmal einen Tierpfl eger „buchen“, ihn also bei seinem Job im Zoo begleiten? Überhaupt: mehr „direkte Ansprache“: Von Gehegen mit „Kontaktzone Tier-Mensch“ – wie für Känguru und Katta vorgesehen – war man angetan. Vorgeschlagen wurden weitere Tierportraitschilder. Gerne möchten manche ein Souvenir mitnehmen - und wünscht sich nicht nur an einer Kasse, sondern auch in der Anlage Zoo-Shops. Konkret wurde es beim Exotenhaus, das allen gefi el – ein paar Schließfächer und mehr überdachte Kinderwagenabstellplätze würden hier die Freude noch erhöhen. Gerne möchten die Workshopteilnehmer mit dem Zoologischen Stadtgarten „in Kontakt“ bleiben. Auf der Wunschliste steht hier neben einem Newsletter und einer Zoo-App auch eine Homepage mit größerem Mehrwert. 50 | Entwicklungskonzept Workshop Jugendliche Während sich bei den Erwachsenen dem zweistündigen Rundgang eine eineinhalbstündige Diskussion in zwei Kleingruppen anschloss, wurden für die Jugend- und Kindergruppen altersentsprechende Fragebögen für einen Rundgang ausgearbeitet. Fachliche Beratung hatte hier der Stadtjugendausschuss beigesteuert. Bei ihrem Rundgang am 30. November 2015 haben die 14 bis 15-jährigen Schülerinnen und Schüler des Heisenberg- Gymnasiums Fragen zu Mitmachaktionen, Tierpräsentationen auf der Seebühne oder auch Lieblingsplätzen im Zoologischen Stadtgarten beantwortet und aufgeschrieben, über was und auf welche Weise sie sich gerne beim Besuch informieren möchten. Gerne würden die Jugendlichen im direkten Tierpfl eger- Gespräch oder über kommentierte Tierfütterungen mehr über die Tiere erfahren. Neben allgemeinen Informationen zu Tierart und Lebensraum wollte man insbesondere mehr über die Karlsruher Tiere erfahren. Tier-Portraits seien gut – auch unterhaltsam „verpackt“ mit lustigen oder kuriosen Informationen. Die Pfl anzen im Stadtgarten interessiert diese Altersgruppe auch, wobei ein Fokus auf Besonderheiten - etwa fl eischfressenden Pfl anzen – liegt. Eher gering war dagegen der Wissensdurst bei Geschichten über Bäume oder tropischen Nutzpfl anzen. Eine Zoo-App oder auch QR-Codes würde ein Großteil gerne nutzen, um weitere Informationen – auch Filme – über die Tiere zu bekommen. Den Blick in die Futterküche wünschten sich vier Fünftel der Befragten, zwei Drittel würde sogar gerne bei der Zubereitung des Futters helfen. Tierpräsentationen auf der Seebühne fanden Anklang. Dass ein Ausfl ug mehrere Sinne ansprechen sollte, zeigt auch die Auswertung zum Stichwort „Mitmachstationen“: Favorit waren Spiel- und Kletterstationen, auch würde man gerne einmal die Struktur von Fellen oder Häuten ertasten. Weniger gefragt waren Hörstationen (Tierlaute). Drei Viertel der gut 20 Workshop-Teilnehmer gehen derzeit ein- bis zweimal im Jahr in den Zoologischen Stadtgarten, die übrigen sonst nicht (ausgenommen mit der Schule). Workshop Kinder Wie eine Rallye konzipiert war der Workshop für die Zweitklässler am 11. Dezember 2015. Dabei konnten sie sagen, was ihnen beim Ausfl ug in den Zoologischen Stadtgaten gefällt. 19 Kinder aus drei Schülerhorten waren zusammen mit ihren Betreuerinnen sowie Projektverantwortlichen für das Entwicklungskonzept Zoologischer Stadtgarten einen Nachmittag in der Anlage unterwegs. Vorbei an der Anlage für Schneeleoparden, den Pinguinen oder auch Spielanlagen haben die Mädchen und Jungen aus den Horten Husky sowie aus Oberreut und der Südstadt mitgeteilt und aufgeschrieben, was sie mit einem gelungenen Aufenthalt verbinden. Ganz großer Favorit: Tierkontakt, Tiere streicheln, wie dies im Streichelzoo derzeit schon möglich ist. Bei der Auswertung der Fragebögen wurde deutlich, dass auch die kleineren Zoogäste gerne Tierpfl egerinnen und Tierpfl eger direkt befragen würden. Es interessiert wiederum Allgemeines über die Tierart, aber die Kinder möchten auch speziell über die Karlsruher Tiere mehr wissen. Gerne würden die Kinder auch hinter die Kulissen schauen, alle würden einmal beim Zubereiten des Futters helfen wollen. In dieser Altersgruppe besteht Interesse, mehr über die Bäume zu erfahren, auch Ingwer, Baumwolle, Zuckerrohr und andere tropische Nutzpfl anzen fanden Gefallen. Felle, Häute und Eier würden bis auf ein Kind alle anfassen, hier besteht zudem an Spiel- und Kletterstationen wie auch an Hörstationen gleichermaßen Interesse. Auf der Seebühne sind Papageien bei den Tierpräsentationen die Favoriten, gefolgt von kleineren Tieren wie die Erdmännchen oder auch Greifvögel und Eulen. Zwei der Mädchen und Jungen waren erstmals im Zoologischen Stadtgarten. Die anderen sind ein- bis zweimal pro Jahr in der Anlage, acht Kinder mehr als fünfmal pro Jahr. Zoologischer Stadtgarten | 51 Überarbeitung des Online-Auftritts, Beteiligungswebseite Als stets aktuelle und ständig verfügbare Informationsbasis wurde der Online-Auftritt des Zoologischen Stadtgartens 2015 grundlegend überarbeitet. Er wartet heute im städtischen Corporate Design unter dem Link www.karlsruhe.de/b3/freizeit/ zoo (mit Kurz-URL: www.karlsruhe.de/zoo oder: /stadtgarten beziehungsweise /zoologischerstadtgarten) klar strukturiert mit praktischen Hinweisen zur Planung des Besuchs, vielfältigen Informationen zu Angeboten für spezielle Zielgruppen – wie etwa Kinder –, attraktiven Fotos, Bewegtbildern und Geschichten über Menschen und ihre Aufgaben in Zoo und Stadtgarten auf. Von der Eingangsseite Zoologischer Stadtgarten – oder direkt über den Link www.karlsruhe.de/b3/freizeit/zsgprozess (Kurz-URL: www.karlsruhe.de/zoostadtgarten-ek) – gelangen Interessierte auch zur umfangreichen Projektseite „Zukunft Zoologischer Stadtgarten“. Sie vermittelt alle Grundlagen, wie etwa Gutachten, Befragungen Sachstandsberichte – und Berichte über Meilensteine des Projekts, Ergebnisse aus Bürgerforen, Workshops oder Begehungen. 52 | Entwicklungskonzept – PG 6 Bürgerbeteiligung | Kommunikation Schon jetzt: Aufbruchstimmung im Zoologischen Stadtgarten Sternsinger am Dreikönigstag im Zoologischen Stadtgarten Dezember 2015 23. Wer möchte ehrenamtlich im Zoologischen Stadtgarten mitarbeiten? Dezember 2015 22. Rallye mit Kindern zum Masterplan Zoologischer Stadtgarten Zweit- und Drittklässler aus drei Schülerhorten Dezember 2015 15. Von Schwarmtieren und Tarnkönigen: Inventur im Zoo Karlsruhe Zählappell: von A wie Aguti bis Z wie Zebra | Exotenhaus sorgte 2015 für ein großes Plus beim Tierbestand Dezember 2015 29. Vorweihnachtliche „Bescherung“: sieben junge Zwergziegen im Streichelzoo Weiterer Nachwuchs bei Zwergziegen und Zwergschafen wird über die Feiertage erwartet Dezember 2015 22. Zoologischer Stadtgarten erhält Kinderturn-Welt der Kinderturnstiftung Spende der Sparda-Bank/Aufbau der sechs Bewegungsstationen bis zum Sommer zum Sommer Januar 2016 7. Aquascaper Oliver Knott gestaltet Großaquarium im Exotenhaus Zoo-Kölle übernimmt Materialkosten über rund 3.500 Euro über rund 3.500 Euro Januar 2016 14. Alleinstellungsmerkmal mit dem Tierschutzprojekt Elefanten-Altersresidenz Zooleiter Dr. Reinschmidt und Landestierschutzbeauftragte Dr. Jäger tauschten sich über Masterplan-Projekte aus Der Zoo Karlsruhe und die Landestier- schutzbeauftragte Dr. Cornelie Jäger sehen gemeinsame Anknüpfungspunkte bei der im Zoolo-gischen Stadtgarten vorgesehenen Altersresidenz für Elefanten. „Für nicht mehr reisende Zirkus-Elefanten gibt es einen großen Bedarf an Aufnahmeplätzen“, betonte Dr. Jäger beim Besuch des Zoos Karlsruhe. Einig war sie sich mit Zooleiter Dr. Matthias Reinschmidt, dass die Übernahme von Zirkuselefanten nicht nur ein Tierschutzprojekt und wichtiger Baustein für das „Auslaufmodell Zirkuselefant“ ist, sondern für den Zoo Karlsruhe auch ein Alleinstellungsmerkmal wäre. mitZooleiterDr MatthiasReinschmidtdass Januar 2016 14. Für die mediale Präsenz und die öffentliche Wahrnehmung ganz entscheidende Voraussetzungen ist die vielfältige Pressearbeit – Pressemeldungen, Verbreitung über stadteigene Print- und Online-Kanäle einschließlich der sozialen Medien, Betreuung etwa von TV- und Filmteams lokaler, landesweiter und bundesweiter Sender oder auch Vermittlung von Interview- und Reportage-Anliegen. Einen Eindruck von Umfang und Intensität der Medienarbeit soll eine Auswahl aus der aktuellen Meldungsfülle vermitteln: Zoologischer Stadtgarten | 53 Frank Elstner übernimmt Ehrenpatenschaft für ein weißes Känguru SWR-Moderator besuchte heute den Zoo Karlsruhe/Erinnerung an seine Reise mit Zoodirektor Dr. Reinschmidt für „Elstners Reisen“ Gestatten, Frank! Der eine steht fasziniert beim Neuling der Bennett- Kängurus, gehört der Spezies Mensch an und ist altersergraut: Frank Elstner, SWR-Moderator. Der andere ist schneeweiß und hopst erkundungsfreudig durchs Gehege, sucht Kontakt zu den vier Weibchen. Seine Artgenossinnen sind braun, wie sich das normalerweise für Bennett-Kängurus gehört. Frank ist ein knapp einjähriger Albino, mangels Farbpigmente hat er daher auch ein rosa Schnäuzchen und rosarote Augen, die nun skeptisch die Möhre anschauen, mit denen sein Ehrenpate Frank Elstner und Zoodirektor Dr. Matthias Reinschmidt ihn am Dienstag locken wollten. „Natürlich werde ich mein Patentier im Zoo Karlsruhe besuchen, wir werden uns wiedersehen“, versprach Frank Elstner, dieser „Pfl icht“ eines Ehrenpaten nachzukommen wird. Auf rund 20.000 Geburten kommt ein Albino. GtttFk!Ditht Dezember 2015 8. Drei kleine Stumpfkrokodile im Exotenhaus des Zoos Karlsruhe Das bisherige Männchen lebt nun im Zoo in Malmö mit neuer Partnerin Dezember 2015 28. „Arme Löwin? – Glückliche Löwin?“: Führung der Zoofreunde Karlsruhe am 6. Januar Karlsruhe am 6. Januar Dezember 2015 21. Blue, Charly und Delta – das gewitzte Trio der Zwergseidenhühnerns Weitere Haustierrasse im Streichelzoo des Zoologischen Stadtgartens Dezember 2015 15. Spielerisch über Tiere und Pfl anzen lernen Zoologischer Stadtgarten mit eigenem tiptoi-System/Kasse Süd ist Ausgabestelle ist Ausgabestelle Dezember 2015 1. Zoo Karlsruhe: Einblicke in das Natur-Fenster Zoo Kommentierte Fütterungen bei Seelöwen und Elefanten Wenn im Zoo Karlsruhe die Seelöwengruppe angesichts des Eimergeklappers sichtlich unruhig wird, dann erwartet die Besucherinnen und Besucher des Zoologischen Stadtgartens seit einigen Tagen nicht nur munteres Fischefangen von Seelöwenbulle Stevie und seinem Harem. Thomas Ramm und Moritz Ehlers oder ein anderes Tierpfl eger-Duo setzen auch ihre Headsets auf – und während der eine die Tiere füttert, stellt sein Revier-Kollege die einzelnen Tiere vor und erzählt allerlei Wissenswertes über Robben. Und das jeden Tag um 11 und 16 Uhr. Danach geht es zu den Seehunden. Kommentierte Fütterungen gibt es zudem bei den Elefanten um 10 und 16 Uhr. Januar 2016 26. 54 | Entwicklungskonzept54 | Entwicklungskonzept – PG 6 Bürgerbeteiligung | Kommunikation Ausblick Mit Entscheidung über den Masterplan durch den Gemeinderat wird es eine Aufgabe der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Zoologischen Stadtgartens sein, das Leitthema bei allen Aktivitäten mitzudenken. Ebenso konsequent muss dies auf der Homepage verankert werden, was Anpassungen und Ergänzungen erforderlich macht. So muss das neue Profi l des Zoologischen Stadtgartens, sobald dieses vom Gemeinderat so beschlossen wurde, sich als inhaltliche Klammer durch das komplette Internetangebot ziehen. Der Zoologische Stadtgarten hat am Ende der Projektphase eine größere mediale und öffentliche Präsenz denn je – lokal, regional und überregional. Dafür sind eine ganze Reihe von Faktoren ausschlaggebend: Zum einen besondere Rahmenbedingungen im Jahr 2015: Jubiläum, Wechsel an der Spitze des Zoos mit einem grundlegenden Paradigmenwechsel in Bezug auf den Stellenwert von Kommunikation – Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Marketing, Sponsoring, Werbung -, den Projektverlauf zum Thema Entwicklungskonzept Zoologischer Stadtgarten per se – mit umfangreicher Öffentlichkeits-/ Bürgerbeteiligung in Foren, Workshops, Umfragen und Begehungen. Zum anderen ist die gegenwärtige Präsenz des Zoologischen Stadtgartens in der Wahrnehmung das Ergebnis der kontinuierlichen intensiven Begleitung der Entwicklungen mit hohem Personaleinsatz während des gesamten Projektes durch das Presse- und Informationsamt (PIA) sowie durch das Büro für Mitwirkung und Engagement im Amt für Stadtentwicklung. Um diesen Standard auch nach Abschluss der Projektphase gewährleisten zu können, ist die Schaffung entsprechender Personalressourcen im Bereich Kommunikation/ Öffentlichkeitsarbeit unumgänglich. Thema AUSBLICK Zeitplanung Projektbeteiligte 56 | Entwicklungskonzept – Ausblick Das „Entwicklungskonzept Zoologischer Stadtgarten“ ist ein interdisziplinär erarbeitetes, integriertes Gesamtkonzept. Es wurde von Vertreterinnen und Vertretern von 24 Ämtern und Dienststellen in 6 Projektgruppen erstellt und von externen Expertinnen und Experten, Interessenvertreterinnen und Interessensvertretern sowie von Bürgerinnen und Bürgern begleitet. Die zentralen Ergebnisse des Konzepts sind im sogenannten „Masterplan“ festgehalten. Die Umsetzung des Gesamtkonzeptes ist nicht als Großmaßnahme geplant, sondern besteht aus derzeit über 40 Einzelbausteinen. Diese können, je nach wirtschaftlicher Situation der Stadt Karlsruhe oder nach Vorhandensein von Drittmitteln, zeitlich gestreckt umgesetzt werden, auch, wenn einige Bausteine inhaltlich verknüpft sind. Lediglich die Bausteine, die aus rechtlichen Gründen (Tierschutz, Brandschutz und ähnliches) umgesetzt werden müssen, unterliegen zeitlichen Zwängen. Je mehr Bausteine des Gesamtkonzeptes in den kommenden Jahren umgesetzt werden können, desto erfolgreicher und attraktiver wird die Gesamtanlage werden. Sollten jedoch ein oder mehrere Bausteine nicht realisiert werden können, steht das Gesamtkonzept keineswegs in Frage – es erfährt lediglich eine Schwächung. Eine positive Entwicklung der Gesamtanlage ist nur mit einer ganzheitlichen und verbindlichen Strategie möglich. Ohne eine solche drohen situatives Reagieren und punktuelle Ausbesserung, verbunden mit einem hohen Fehlerrisiko und ohne das Sichtbarwerden und das sich stärker entwickelnde Verständnis einer Gesamtanlage. Mit dem Abschlussbericht des Prozesses „Entwicklungskonzept Zoologischer Stadtgarten“ liegt eine solche Gesamtstrategie nun vor. ab 2016 Erdmännchen kompletter Neubau, werden mit 100.000 Euro durch die Zoofreunde bezuschusst, Realisierung 2016 Känguru, Emu teilweise begehbar, durch Drittmittel fi nanziert Zeitliche Umsetzung der verschiedenen Bausteine Doppelhaushalt 2017/2018 Raubtierhaus BA I: Goldkopfl öwenäffchen in Luchsgehege, Neubau Warmhaus Raubtierhaus Ausstellung Artenschutz Auerhuhn Portal zum Nationalpark, Erlebnisräume Lauterberg Eulen Portal zum Nationalpark, Erlebnisräume Lauterberg Luchs Portal zum Nationalpark, Freiräumen Raubtierhaus Wasserspiele diverse Elemente Elefanten Erweiterung Außenanlage Seebühne Erweiterung für Flugschau, nur Provisorium Fennek Neubau entlang der Giraffenanlage als Kopje Doppelhaushalt 2019/2020 Schauklinik veterinärmedizinischer Trakt mit Quarantäneräumen Afrika-Savanne Erweiterung Giraffenhaus, Laufstall, Hausumbau Afrika-Savanne Stegsystem, Fertigstellung Außenanlagen, Rückbauarbeiten, Stallung unter Steg Afrika-Savanne Hochsteg mit Aussichtsplateaus Asien-Anlage Neubau Menschenaffen (Schimpansenhaltung) Wirtschaftshof Sanierung und Umbau Doppelhaushalt 2021/2022 Teichanlage: Vogelvoliere über Afrika-Savanne Lemuren Warmhaus (Neubau) und Freigehege (Volierenstil), begehbar Teichanlage Vogelvoliere an Afrika-Savanne übernetzt, begehbar Wasserspiele diverse Elemente Asien-Anlage Umbau Menschenaffen, Erweiterung Orang Utan unbedingt notwendige Maßnahmen notwendige Folgemaßnahmen Zoologischer Stadtgarten | 57 Doppelhaushalt 2023/2024 Flamingovoliere Eingang Süd nur übernetzt, 1 Pylon Karpfen unter Wasser „Aquarium“ für Besucher Menschenaffen-Haus Umbau Außenanlage zu Aravoliere, Schimpansenhaus Ersatz Raubtierhaus BA II: Ameisenbär, Jaguar Asien-Anlage Erweiterung Tiger Asien-Anlage 24/25 Fertigstellung Tapir Doppelhaushalt 2025/2026 Kea-Voliere Gittergefl echt und Untergrabschutz, hoher Enrichment-Anteil Eisfuchs Neubau statt Zwergotter, Erdmännchen, Mangusten Eichhörnchen Portal zum Nationalpark, Erlebnisräume Lauterberg Schnee-Eule Voliere bei den Schneeleoparden Flusspferd Erweiterung, Umbau Innenanlage, Wasserbecken Voliere bei den Elefanten begehbare Voliere für Zwergfl amingos Kosten folgender Bausteine werden über die nächsten 10 Jahre verteilt Gebäudesanierung aus Projektgruppe 4 Rosengarten  Wegesanierung  Neupfl anzung und Ergänzung Pfl anzenangebot  Vergrößerung Betriebs- und Lagerfl ächen Bezirk Mitte Japangarten  Neues Teehaus  Wasseranlage: Technik erneuern, Becken sanieren  Restaurierung Shinto-Schrein  Optimierung Pfl anzung Heckengarten  Neues Gastronomiegebäude  Kunst- und Skulpturenweg - Flächen anlegen  Wasserkaskade: Sanierung Betonbecken  Sanierung historisches schmiedeisernes Tor Kalleranlage Renovierung und Verbesserung Infrastruktur Garten Baden-Baden Pergola renovieren und neue Pfl anzung Lauterberg  Wege instandsetzen  Ruine sanieren  Wasserspeichertechnik zugänglich machen Pergola-Garten  Erneuerung Belagsfl ächen  Sanierung Pergola und Mauern  Erneuerung Staudenpfl anzung Spielplatz  Ersatz Zentralspielplatz  Verlegung Kinderautobahn Wasserorgel  Erneuerung der gesamten Anlage Neue Pfl anzenthemen:  Begrünung Giraffenhaus, neue Pfl anzenthemen pauschal Gestaltungsleitbild Einheitliches Design, Abgrenzungen, Beete, Sitzgruppen 58 | Entwicklungskonzept – Ausblick Entwicklungskonzept Zoologischer Stadtgarten – Beteiligtenliste nach Projektgruppen Projektgruppe 1: Flächensystematik Tiere | Pflanzen | Mensch Projektleitung Ulrike Schlenker | Stabsstelle Projektcontrolling Ämter Dezernat 6 | Dez 6 Gartenbauamt | GBA Karlsruher Fächer GmbH | KFG Kulturamt | KA Ordnungsamt | OA Stabsstelle Projektcontrolling | SPC Stadtplanungsamt | StPlA Zoo Regierungspräsidium I RP KA Externe Beratung: Büro Tiergartengestaltung Wiesenthal, Gleichen Projektgruppe 2: Organisation | Betreiberkonzept Projektleitung Andreas Bosch | Personal- und Organisationsamt Carola Reich | Stadtkämmerei Ämter Dezernat 6 | Dez 6 Gartenbauamt | GBA Gesamtpersonalrat | GPR Karlsruher Fächer GmbH | KFG Personal- und Organisationsamt | POA Stabsstelle Projektcontrolling | SPC Stadtkämmerei | StK Zoo Externe Beratung: Büro Tiergartengestaltung Wiesenthal, Gleichen Projektgruppe 3: Besucherführung | Erlebnisvermittlung Projektleitung Dr. Ulrike Stephan | Zoo Ämter Bäderbetriebe | BB Dezernat 6 | Dez 6 Gartenbauamt | GBA Karlsruher Fächer GmbH | KFG Presse- und Informationsamt | PIA Stadtplanungsamt | StPlA Zoo Externe Beratung: Agentur Raumkontakt, Karlsruhe Projektgruppe 4: Baukonzept Gebäude | Infrastruktur Projektleitung Eva Kaltenbach | Karlsruher Fächer GmbH Ämter Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft | HGW Branddirektion | BrDir Dezernat 6 | Dez 6 Gartenbauamt | GBA Kulturamt | KA Ordnungsamt | OA Stabsstelle Projektcontrolling | SPC Stadtkämmerei | StK Stadtplanungsamt | StPlA Zoo Regierungspräsidium I RP KA Externe Beratung: Architekturbüro Assem, Karlsruhe Ingenieurbüro Klenert, Karlsruhe Ingenieurbüro Bender & Urich, Karlsruhe Projektgruppe 5: Kosten-/Wirtschaftlichkeitsberechnung Projektleitung Bernd Stähler | Gartenbauamt Markus Grams | Stadtkämmerei Ämter Dezernat 6 | Dez 6 Gartenbauamt | GBA Karlsruher Fächer GmbH | KFG Stabsstelle Projektcontrolling | SPC Stadtkämmerei | StK Zoo Projektgruppe 6: Bürgerbeteiligung | Kommunikation Projektleitung Bernd Wnuck | Presse- und Informationsamt Ämter Amt für Stadtentwicklung | AfStA Bäderbetriebe | BB Dezernat 6 | Dez 6 Gartenbauamt | GBA Karlsruher Fächer GmbH | KFG Presse- und Informationsamt | PIA Zoo Zoologischer Stadtgarten | 59 Impressum Sachstandsbericht Herausgegeben von: Karlsruher Fächer GmbH zoostadtgarten@karlsruhe.de www.karlsruhe.de/zoostadtgarten-ek Bearbeitung: Nathalie Gorenfl o, Eva Kaltenbach, Barbara Rettenmaier Bilder: Roland Fränkle | PIA Monika Müller-Gmelin | StPlA Zindel www.vectoropenstock.com Dr. Clemens Becker | Zoo Helmut Kern | GBA Eva Kaltenbach | KFG Konrad Assem | Architekturbüro Assem Eckard Wiesenthal | Büro Tiergartengestaltung Wiesenthal Presseportal Stadt Karlsruhe www.pixelio.de © I-vista Layout: Cindy Streeck | PIA Stand: Februar 2016 Projektteam AfStA: Jessica Deutsch, Christian Fulda BB: Oliver Sternagel BrDir: Markus von Hoegen Dez. 1: Christine Fischer, Ulrike Höltzel Dez. 4: Petra Zeisel Dez. 6: Michael Fritz GBA: Roland Boger, Rainer Hiesl, Helmut Kern, Lilli Klassen, Sascha Obermeier, Thomas Reum, Bernd Stähler, Christian Steurer, Klaus Weindel, Martina Wieland-Dürr GPR: Werner Pfi tzner HGW: Thomas Dueck, Andreas Gfrörer, Angela Gotzmann KA: Dr. Peter Pretsch KFG Nathalie Gorenfl o, Eva Kaltenbach, Barbara Rettenmaier KMK: Oliver Brück OA: Dr. Janine Frech, Dr. Gerald Geiser PIA: Katharina Kunzmann, Helga Riedel, Cindy Streeck, Bernd Wnuck POA: Andreas Bosch, Steffen Stotz AsiD: Manfred Knopke RP KA: Dr. Ute Fahrbach-Dreher SPC: Judith Giese, Ulrike Schlenker, Maren Wittmann StK: Torsten Dollinger, Markus Grams, Carola Reich, Sabrina Rothschmitt StPlA: Stefan Schwartz, Anja Witte TBA: Gunther Lott UA: Kirsten Bimmerlein SwK: Helmut Krieg Zoo: Dr. Clemens Becker, Susanne Fuchs, Jürgen Gebauer, Karl-Heinz Greiner, Dr. Monika Häfner, Steffen Karcher, Dr. Barbara Lang, Dr. Matthias Reinschmidt, Claus Schönfeld, Ruth Stadtfeld, Dr. Ulrike Stephan

  • GR-Vorlage Entwicklungskonzept Zoo
    Extrahierter Text

    BESCHLUSSVORLAGE STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister Gremium: 22. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 22.03.2016 2016/0040 16 öffentlich Dez. 6 Entwicklungskonzept Zoologischer Stadtgarten Beratungsfolge dieser Vorlage am TOP ö nö Ergebnis Hauptausschuss 08.03.2016 10 vorberaten Gemeinderat 22.03.2016 16 Antrag an den Gemeinderat / Ausschuss Der Gemeinderat stimmt dem „Entwicklungskonzept Zoologischer Stadtgarten" zu und erklärt dieses zur verbindlichen konzeptionellen Leitlinie für die Weiterentwicklung der Gesamtanlage des Zoologischen Stadtgartens. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) rund 52 Mio. Euro für alle Bausteine Haushaltsmittel stehen nicht zur Verfügung Kontierungsobjekt: (bitte auswählen) Kontenart: Ergänzende Erläuterungen : Die im Konzept beschriebenen Einzelbausteine und ihre personellen und finanziellen Konse- quenzen sind im Sinne einer gesamtheitlichen Strategie notwendig inbegriffen, obliegen in ihrer konkreten Ausformung jedoch zukünftigen Beschlüssen der zuständigen Gremien hinsichtlich der Abarbeitung der Investionsliste. ISEK Karlsruhe 2020 - relevant nein ja Handlungsfeld: Sport, Freizeit und Gesundheit Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit KFG Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Das „Entwicklungskonzept Zoologischer Stadtgarten“ ist ein interdisziplinär erarbeitetes, inte- griertes Gesamtkonzept. Die Bedürfnisse von Tieren, Pflanzen und Menschen sollen durch die Anlage gleichwertig erfüllt und funktionale, wirtschaftliche und konzeptionelle Aspekte mitei- nander verbunden werden. Rechtliche, wirtschaftliche, personelle sowie konzeptionelle Momente erforderten die Erstellung einer integrierten, verbindlichen Leitlinie für den Zoologischen Stadtgarten. Aus diesem Grund wurde im November 2014 ein übergreifender Prozess angestoßen. In Form dieses Abschlussbe- richts liegt nun das Ergebnis dieses Prozesses vor. Das Konzept wurde von Vertreterinnen und Vertretern von 24 Ämtern und Dienststellen in 6 Projektgruppen erarbeitet und von externen Expertinnen und Experten und Bürgerinnen und Bürgern begleitet. Die zentralen Ergebnisse sind in einem sogenannten „Masterplan“ zusammengefasst. Eine positive Entwicklung der Gesamtanlage, die sich auch als solche präsentiert und begriffen wird, ist nur mit einer ganzheitlichen und verbindlichen Strategie möglich. Ohne eine solche drohen situatives Reagieren und punktuelle Ausbesserung, verbunden mit einem hohen Fehler- risiko und einer sich verschlechternden wirtschaftlichen Entwicklung. Die Umsetzung des Gesamtkonzeptes ist dennoch nicht als Großmaßnahme geplant, sondern besteht aus über 40 Einzelbausteinen. Diese können, je nach wirtschaftlicher Situation der Stadt Karlsruhe oder nach Vorhandensein von Drittmitteln, zeitlich gestreckt umgesetzt werden, auch wenn einige Bausteine sich inhaltlich bedingen. Lediglich jene Bausteine, die aus rechtlichen Gründen (Tierschutz, Brandschutz) umgesetzt werden müssen, unterliegen zeitlichen Zwängen. Je mehr Bausteine des Gesamtkonzepts umgesetzt werden können, desto erfolgreicher und attraktiver wird die Gesamtanlage werden. Sollten jedoch ein oder mehrere Bausteine nicht realisiert werden können, steht das Gesamtkonzept nicht unmittelbar in Frage – es erfährt ledig- lich eine Schwächung. Rechtliche Verpflichtungen durch Säugertiergutachten und Brandschutz Durch neue Richtlinien, bzw. gesetzliche Vorgaben, insbesondere das Säugetiergutachten aus dem Jahr 2014, wurde im Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe eine Überprüfung der Tierhal- tung notwendig. Unter Berücksichtigung des Flächenzuschnitts des Zoologischen Stadtgartens untersuchten die Projektgruppen, welche Anforderungen des Säugetiergutachtens - immer im Zusammenspiel von Tieren, Pflanzen und Menschen - wie umgesetzt werden können. Aus dem Gutachten resultiert die zwingende Notwendigkeit, die Außenanlage für Elefanten sowie das Giraffenhaus mit Außenanlage zu erweitern. Die Haltung von Schimpansen wird im derzeitigen Affenhaus nicht länger möglich sein, weshalb ein Neubau notwendig wird. Dieser kann - wenn die Schimpansen ihr biologisches Ende erreicht haben - für die Haltung von Orang- Utans umgenutzt werden. Da Vögel nach tierrechtlichen Bestimmungen nicht mehr kupiert werden dürfen, müssen für sie Volieren errichtet werden. Insgesamt müssen für die Umsetzung des Säugetiergutachtens circa 11,4 Millionen investiert werden. (Bericht PG1) Begehungen der Gebäude und Anlagen haben außerdem ergeben, dass weitere 5,7 Millionen Euro investiert werden müssen, um den Status Quo zu sichern. Ohne die zwingend notwendi- gen Modernisierungen der Gebäude hinsichtlich Brandschutz und ohne Erneuerung der techni- schen Anlagen wird die Gesamtanlage nicht mehr betriebsfähig sein. Die Nutzung in manchen Gebäuden und Anlagen müsste dann aufgegeben werden. ( Bericht PG4) Ergänzende Erläuterungen Seite 3 Eine Qualitätssteigerung kann beim bloßen Erhalt des Status Quo der Anlage nicht erreicht werden. Eine Arten- und Tierhaltung unter verbesserten, dem natürlichen Lebensraum stärker angepassten Rahmenbedingungen wird nur für die vom Säugetiergutachten betroffenen Tierar- ten und nur in einer Minimalvariante umgesetzt. Die Vermarktungschancen inklusive der Mög- lichkeit des Erwerbs von Drittmitteln erfahren voraussichtlich keine Besserung. Die Alternative: Ein integriertes Tier-, Garten- und Besucherkonzept Um lediglich situatives Reagieren auf kommende Bestimmungen und punktuelle Ausbesserung, ja „Flickschusterei“ zu umgehen, erarbeiteten die Projektgruppen ein integriertes, ganzheitli- ches Tier-, Garten- und Besucherkonzept. Dieses stellt eine Zukunftsstrategie dar, die vom Zoo- logischen Stadtgarten als einer einheitlichen Gesamtanlage ausgeht, deren unverwechselbares Merkmal die Verbindung von zoologischer Anlage und Gartenanlage im unmittelbaren städti- schen Kontext ist. Diese Überlegungen spiegeln sich wider in dem von den Projektgruppen entwickelten Leitmotiv ( Bericht PG1), dem Zoologischen Stadtgarten als „Park der Naturdialoge“. Das Leitmotiv soll allen kommenden Aktivitäten voranstehen und als Orientierungshilfe fungieren. „Dialoge“ entstehen dabei nicht nur zwischen der Stadt und der Anlage, zwischen Gärten und Tieren, zwischen Kultur und Natur, zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Sie entstehen auch zwischen den Besucherinnen und Besuchern und den im Areal angesiedelten Repräsentan- ten von Arten, die in ihren natürlichen Lebensräumen bedroht sind. Für deren Erhalt setzen sich die Verantwortlichen schon seit Jahrzehnten äußerst erfolgreich ein. Die Bemühungen sollen in Zukunft noch intensiviert, die Besucherinnen und Besucher noch stärker sensibilisiert werden. Der Zoologische Stadtgarten wird somit im Sinne der Weltnaturschutzstrategie seinem Bil- dungsauftrag gerecht, er wird zu einem Ort des Appells für Arten- und Tierschutz. Das integrierte Konzept ist dargestellt in einem umfassenden Masterplan, der in einzelnen Bau- steinen formuliert wurde und in den kommenden Jahren Stück für Stück umgesetzt werden soll. Jeder Baustein wurde mit den entsprechenden unmittelbaren Kosten sowie mit Folgekosten versehen ( Berichte PG1, PG4, PG5). Die einzelnen Bausteine können gemäß den Haushaltsla- gen der folgenden Jahre individuell verschoben und angeordnet werden. Sie sind in kleine, mit- telgroße und große Maßnahmen unterteilt und in „dringend“ und „weniger dringend“ geord- net. Die Entscheidung über die Umsetzung der einzelnen Bausteine obliegt zu gegebener Zeit dem Gemeinderat. Zu den Maßnahmen des Masterplans gehören unter anderem Umgestaltungen wie die des Lau- terbergs, die Ver- oder Zusammenlegung von Tieren und deren Anlagen, der Aus- und Neubau von Gehegen, die Erschließung von Flächenpotenzialen, Maßnahmen im gärtnerischen Bereich und solche Maßnahmen, die primär den Besucherinnen und Besuchern zugute kommen, wie die Neugestaltung der Eingangssituation. Ausführlich dargestellt sind die Maßnahmen im Be- richt der Projektgruppe 1. (Bericht PG1) Besucherführung und Erlebnisvermittlung Untrennbar verbunden mit den konzeptionellen und baulichen Maßnahmen, die im Masterplan festgehalten sind, ist die Frage einer überarbeiteten Besucherführung und Erlebnisvermittlung. Um den Besucherinnen und Besuchern nicht nur einen angenehmen, sondern erlebnis- und informationsreichen Besuch zu ermöglichen, besteht Handlungsbedarf. Ergänzende Erläuterungen Seite 4 Die zuständige Projektgruppe hat in Zusammenarbeit mit einer Agentur den Ist-Zustand unter- sucht und ein detailliertes Konzept zur Verbesserung erarbeitet. Zentrale Themen waren die interne und externe Wegeführung, die Erstellung eines zentralen Informationssystems, die Ver- anstaltungsplanung und die Wissensvermittlung, letzteres unter anderem am Beispiel des Zoos als außerschulischer Lernort. (Bericht PG3) Kosten und Wirtschaftlichkeit Wie bereits dargelegt, ist der Masterplan nicht als Gesamtmaßnahme gedacht, sondern besteht aus 43 Einzelbausteinen von unterschiedlichem Umfang und Dringlichkeit. Alle Bausteine sind mit unmittelbaren sowie mit zu erwartenden Folgekosten zum Beispiel durch Personal versehen (Bericht PG5). Die Ergebnisse der für Kosten- und Wirtschaftlichkeit zuständigen Projektgrup- pe gliedern sich in drei Teilbereiche. Die Analyse der IST-Situation hat ergeben, dass die Auf- wendungen für die Gesamtanlage deutlich gestiegen sind und im Rahmen der Inflation sowie bei Investitionen zum Zweck der Aufrechterhaltung des Betriebes kontinuierlich steigen werden. Eine Minimalvariante auf dieser Basis stellt unter anderem aufgrund der Anforderungen aus den Richtlinien zum Tierschutz faktisch keine Option dar. Darum wurden unter Bezugnahme auf den Masterplan Wirtschaftlichkeitsberechnungen für diverse andere Varianten erstellt. (Bericht PG5). Können alle Bausteine des Masterplans umgesetzt werden, erwarten die Verantwortlichen der Projektgruppe eine Steigerung der Gesamtkosten für den Zoologischen Stadtgarten. Die Anlage würde jedoch zeitgleich eine bedeutende Qualitätssteigerung erfahren, auch ist ein deutlicher Anstieg der Besucherzahlen und damit natürlich parallel der Erträge zu erwarten. In den Berechnungen unberücksichtigt bleibt die etwaige Kompensation von Teilen des Kosten- anstiegs durch Sponsoring, da diese nicht seriös prognostizierbar sind. Da mögliche Erträge durch Sponsoring sich jedoch allein mindernd auf die Kosten auswirken, wären sie damit ein finanzieller Gewinn für die Anlage. Die Akquise von Drittmitteln ist stark abhängig von der per- sonellen Ausstattung im Bereich Marketing. Auch Überlegungen zur Kostenoptimierung gehörten zur Aufgabe der Projektgruppe. Sie sieht hier, neben Potenzialen im Bereich der Gastronomie oder der Eintrittspreise, vielversprechende Möglichkeiten durch die Bündelung von Strukturen und die Optimierung von bereits vorhande- nen Ressourcen, zum Beispiel im Bereich Personal. Finanzierung und Maßnahmenplanung Die Maßnahmen des Jahres 2016 (Erdmännchengehege, begehbare Känguruanlage, Schneeeu- len, Kinderturnwelten) können mit Hilfe von Zuwendungen Dritter realisiert werden. Für den Doppelhaushalt 2017/2018 sind in erster Linie Maßnahmen vorgesehen, die aus rechtlichen Gründen zeitnah realisiert werden müssen. Dies sind im Besonderen die Erweiterung der Au- ßenanlage der Elefanten (einschließlich der Folgemaßnahmen aus der Umsiedlung des Tierbe- standes aus dem baufälligen Südamerikahaus) und die Erfüllung technischer Auflagen in den Bestandsgebäuden. Diese Maßnahmen werden genau wie alle folgenden im Rahmen der Haus- halte – bei entsprechendem Mittelbedarf auch unter Berücksichtigung des gemeinderätlichen Kostenkontrollverfahrens – angemeldet und abgearbeitet. Die nachstehende Verteilung stellt einen ersten Vorschlag dar, der im Weiteren im Zusammenhang mit anderen städtischen Investi- tionen und evtl. weiteren Zuwendungen Dritter diskutiert werden muss. ( Berichte PG1, PG4, PG5) Ergänzende Erläuterungen Seite 5 Organisation und Betreiberkonzept Das Thema Personal bildete auch einen Schwerpunkt bei der Frage nach der zukünftigen Form der Organisation bzw. nach dem Betreiberkonzept (Bericht PG2). Die Anforderungen an die Organisation einer Freizeitanlage wie dem Zoologischen Stadtgarten wurden über die vergan- genen Jahrzehnte immer umfassender und komplexer. Neben der Arbeit mit Pflanzen und Tie- ren, für die die besondere Expertise der jeweiligen Fachleute notwendig ist, gewinnen die Schnittstellenbereiche immer größere Bedeutung. Während eine grundlegende Neuorganisation der Betreiberschaft nicht unmittelbar notwendig erscheint, weil sie nach Bewertung der Pro- jektgruppe keine erheblichen Verbesserung mit sich bringt, können die „übergreifenden Aufga- ben“ in sogenannten „Gemeinsamen Diensten“ konzentriert und erfüllt werden. Die „Gemein- samen Dienste“ – zunächst in Form einer neuzuschaffenden Personalstelle - werden dem Zoo zugeordnet und von einem Koordinierungskreis aus beiden Amtsleitungen gelenkt. Zu den übergreifenden Aufgaben gehören vor allen Dingen das Marketing und die Öffentlichkeitsar- beit. Beides wurde im vergangenen Jahr vom PIA geleistet, muss aber möglichst zeitnah in die Gemeinsamen Dienste integriert werden. Weitere Aufgaben liegen im technischen Bereich so- wie in der Verwaltung. Alle genannten Themen werden derzeit gar nicht, nur bedingt, wenig effizient oder von nicht originär zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bearbeitet. Die Erkenntnisse des als Gut- achter eingeschalteten Büros Wiesenthal bestätigen die These der Projektgruppe. Eine bessere Organisation in der Führungsebene durch die Einrichtung einer Schnittstelle bedeutet eine deut- liche Entlastung insbesondere im Bereich der Tierpflege, die derzeit auch Aufgaben übernimmt, welche anderen Bereichen zuzuordnen ist. Bürgerbeteiligung Abschließend bleibt anzumerken, dass die Erarbeitung des „Entwicklungskonzepts Zoologischer Stadtgarten“ transparent und eng von der Öffentlichkeit begleitet stattfand ( Bericht PG6). Die Ergebnisse mehrerer Bürgerumfragen wurden unmittelbar in die Projektgruppenarbeit ein- bezogen. In einem Bürgerforum im Juli 2015 stellten sich die Projektgruppen vor und erhielten Anregungen für ihre jeweiligen Themenfelder von der Bürgerschaft. In mehreren Workshops mit unterschiedlichen Alters- und Interessengruppen wurden die verschiedenen Bedürfnisse und Wünsche vor Ort abgefragt und diskutiert. Auf einer eigens eingerichteten Projektwebseite konnte der Fortschritt der Arbeit am „Entwicklungskonzept Zoologischer Stadtgarten“ jederzeit verfolgt werden, außerdem gab es die Möglichkeit, sich bei Fragen oder Anregungen per E-Mail direkt an die Projektverantwortlichen zu wenden. Die Anregungen sind ebenfalls in die Arbeit der Projektgruppen eingeflossen. In einem zweiten Bürgerforum im Februar 2016 wurden die Ergebnisse der Arbeit den interessierten Bürgerinnen und Bürger vorgestellt und von diesen in ihren Grundzügen bestätigt. Beschluss: Antrag an den Gemeinderat Der Gemeinderat stimmt – nach Vorberatung im Hauptausschuss - dem „Entwicklungskonzept Zoologischer Stadtgarten" zu und erklärt dieses zur verbindlichen konzeptionellen Leitlinie für die Weiterentwicklung der Gesamtanlage des Zoologischen Stadtgartens.

  • Protokoll TOP 16
    Extrahierter Text

    NIEDERSCHRIFT Stadt Karlsruhe Gremium: 22. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: 22. März 2016, 15:30 Uhr öffentlich Ort: Bürgersaal des Rathauses Vorsitzende/r: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 17. Punkt 16 der Tagesordnung: Entwicklungskonzept Zoologischer Stadtgarten Vorlage: 2016/0040 dazu: Änderungsantrag der Stadträtinnen und Stadträte Bettina Lisbach, Michael Borner, Renate Rastätter, Joschua Konrad und Zoe Mayer (GRÜNE) sowie der GRÜNE-Gemeinderatsfraktion vom 15. März 2016 Vorlage: 2016/0113 Änderungsantrag der Stadträte Lüppo Cramer, Dr. Eberhard Fischer, Erik Wohl- feil, Max Braun und Uwe Lancier (KULT) sowie der KULT-Gemeinderatsfraktion vom 16. März 2016 Vorlage: 2016/0116 Beschluss: Der Gemeinderat stimmt - nach Vorberatung im Hauptausschuss – dem „Entwicklungs- konzept Zoologischer Stadtgarten“ zu und erklärt dieses zur verbindlichen konzeptio- nellen Leitlinie für die Weiterentwicklung der Gesamtanlage des Zoologischen Stadtgar- tens. Abstimmungsergebnis: Geänderte Beschlussvorlage: 9 Enthaltungen, ansonsten Zustimmung Änderungsantrag GRÜNE: 8 Zustimmungen, ansonsten Ablehnung Änderungsantrag KULT: Durch geänderte Beschlussvorlage erledigt Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 16 zur Behandlung auf, verweist auf die erfolgte Vorberatung im Hauptausschuss und auf die vorliegenden Stellungnahmen der Verwaltung: Ich darauf hinweisen, dass der SWR zur Debatte Filmaufnahmen machen möchte und sich auch schon positioniert hat. Bürgermeister Obert: Wir stehen am vorläufigen Abschluss eines langen, arbeitsinten- siven Prozesses, aber ich glaube auch, eines Prozesses, der allen Beteiligten durchaus Freude bereitet hat. Ich will noch einmal sagen, was auch in der Vorlage steht, dass immerhin 24 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von 24 Ämtern an dieser Projektgrup- - 2 - penarbeit beteiligt waren. Es war natürlich auch die Öffentlichkeit beteiligt. Sie können sich vorstellen, dass die Mitarbeitenden der Ämter dies neben ihrem normalen Geschäft gemacht haben. Solche Kraftakte kann man natürlich auch nicht beliebig von einer Verwaltung abverlangen. Ich möchte allen Beteiligten noch einmal ausdrücklich danken. Wir hatten im Jahr 2007 schon einmal ein sogenanntes „Zookonzept“ beschlossen. Es war aber mehr ein Baukonzept. Es war sehr ambitioniert, wenn Sie darüber nachden- ken, dass wir der Auffassung waren – ich sage „wir“, weil ich damals noch da unten saß -, wir könnten das innerhalb von sieben Jahren umsetzen. Das war doch sehr ambi- tioniert. Selbst wenn wir jetzt nicht aus bestimmten Gründen das eine oder andere hät- ten abändern müssen, wäre es wohl schwer möglich gewesen. Einmal abgesehen da- von, dass der gesamte Zoologische Stadtgarten dann eine einzige Großbaustelle gewe- sen wäre. Aber immerhin, das will ich auch betonen, das eine oder andere ist umge- setzt worden. Das Größte, was umgesetzt worden ist, auch das teuerste, war das Exo- tenhaus im Tullabad. Dann gab es ein tragisches Ereignis. Dieses tragische Ereignis hat durchaus mitgespielt in der Überlegung, ein neues Zookonzept, eigentlich müsste man sagen, ein neues Konzept für die Gesamtanlage Zoologischer Stadtgarten, also inklusive der gärtneri- schen Teile, aufzusetzen. Sie wissen, dieses Ereignis war der Brand im Streichelzoo, weshalb wir eine Maßnahme aus dem Konzept 2007 haben schnell vorziehen müssen, nämlich die Umsetzung des Streichelzoos, der an der Stelle sich befindet, an der er auch im Zookonzept 2007 vorgesehen war. Dies hat aber wiederum die Möglichkeit eröffnet – das war das einzig Positive an die- sem tragischen Ereignis -, dass wir durch den frühen Wegfall des alten Streichelzoos in die Lage versetzt worden sind, das Elefantenhaus zu vergrößern, das ohnehin zu klein war für unsere Elefanten, und damit sich neue Perspektiven eröffneten. Dem kam dann hinzu, dass sich die Haltebedingungen bei Elefanten weiter verändert haben, das Säu- getiergutachten kam hinzu, wo sich sehr viele Dinge verändert haben. Es ist dann auch die Erkenntnis in uns gereift, dass dort, wo das Elefantenhaus im alten Zookonzept als Zuchtanlage vorgesehen war, der Platz nicht mehr ausreichend ist für eine solche Anla- ge. Die wäre auch nicht konkurrenzfähig. Aber sie wäre nach dem Säugetiergutachten auch gar nicht mehr möglich gewesen. Daraus kam dann die Idee, nachdem wir das Elefantenhaus vergrößert haben und dort bis zu sechs Elefantenkühe Platz haben – auch nach dem neuen Gutachten -, dort zu bleiben, wo wir sind, die Freifläche zu erweitern und dann dieses Konzept, alte Tiere, natürlich in dem Fall nur weibliche Tiere, zu übernehmen. Ältere Tiere im Sinne eines Seniorenheimes, seien es Zirkustiere oder seien es Tiere, die von anderen Zoos abgege- ben werden, weil sich die Haltebedingungen verändern. Aus dem heraus kam dann, dass wir ganz neu aufsetzen, ganz neu überlegen müssen. Was das Ergebnis dieser Überlegungen ist, liegt Ihnen heute als sogenanntes Konzept für den Zoologischen Stadtgarten vor. Sie haben gemerkt, in diesem Konzept sind auch Veränderungen und Modernisierungen im gärtnerischen Bereich mit drin. Das stellen wir Ihnen jetzt als Rahmenplan zur Abstimmung. Damit ist noch nichts umgesetzt. Aber das eine oder andere, was auch hier im Plan steht, ist bereits im Werden. Wir sind - 3 - schon dabei, kleinere Maßnahmen zu machen. Wir sind alle davon überzeugt, dass wir weiterhin eine attraktive Gesamtanlage haben, die – das will ich noch mit Stolz verkün- den – im Jahre 2015 die höchste Besucherzahl aller Zeiten der letzten 150 Jahre hatte. Wir sind fest davon überzeugt, dass die Attraktivität durch dieses neue Konzept weiter gesteigert werden kann. Der Vorsitzende: Ich möchte noch zu einem etwas verwirrenden Vorgang kurz Stel- lung nehmen. Ich hatte gestern im Ältestenrat angekündigt, dass ich vorschlagen wer- de, den Begriff „verbindlich“ zu streichen. In der Stellungnahme steht etwas anderes drin. Ich hatte die offensichtlich nicht gut genug gelesen. Nachdem wir jetzt noch einmal intern beraten haben und ich es gut fände, wenn es heute keine große Diskussionen um den Begriff „verbindlich“ gibt, bleibe ich bei mei- nem Vorschlag, dass wir das streichen. Natürlich hat das als Rahmenplan und als Grundkonzept jetzt eine gewisse Verbindlichkeit. Aber es ist eine Richtung, in die man geht. Es sind die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung und auch einer konzeptionellen Grundentwicklung. Alle diese Einzelprojekte, die dann anstehen und damit etwa auch das Asienhaus und andere, können ergänzt, verändert oder gestrichen werden, wie sich das im Zuge der Zeit, vor allem aber auch der Finanzierbarkeit ergibt. Wir haben es aber so verstanden, dass wenn „verbindlich“ drin steht, der Eindruck entsteht, es sei ein sehr starres Konzept, das man dann nur noch Schritt für Schritt abarbeiten muss. Das ist es ausdrücklich nicht, ist es auch nie gewesen. Aber damit es vielleicht eindeutiger wird, würden wir jetzt von Verwaltungsseite sagen, wir streichen „verbindlich“ und haben es so auch gemeinsam hier besprochen. Dann können wir in die Debatte einsteigen. Stadtrat Döring (CDU): Was uns heute vorliegt, ist ein intelligentes Gesamtkonzept für den gesamten Zoologischen Stadtgarten. Wie Herr Obert schon eingeführt hat, danken wir nicht nur den Projektgruppen, sondern auch den Bürgerinnen und Bürgern, die sich in den zahlreichen Bürgerforen aktiv daran beteiligt und dieses Konzept maß- geblich mitentwickelt und gestaltet haben. Wir müssen sagen, Chapeau, dass auch die Karlsruher Öffentlichkeit maßgeblich mit eingebunden ist. Das gefällt uns sehr. Was hat uns dazu gebracht? Das waren natürlich die rechtlichen Zwänge hinsichtlich Brandschutz und Säugetiergutachten. Man hat schon an der Dimension der Beträge gemerkt, wenn wir Geld in die Hand nehmen, dann machen wir es auch richtig und gestalten diesen Zoologischen Stadtgarten so um, dass er zukunftsweisend ist, und zwar mit der Maßgabe, dass dieser Ort nicht einfach nur ein Zoo oder eine Grünfläche ist, die eine hohe gärtnerische Leistung hat, sondern ein Ort mit Bildungsauftrag, der vor allem mit dem Schwerpunkt Arten- und Tierschutz dem auch gerecht wird. Daher ist es hervorragend, wie das in diesem Konzept umgesetzt wurde. Man sieht, an dieser Symbiose, die sich zwischen gärtnerischer Leistung und Tierhaltung bisher etabliert hat, wird weiter festgehalten. Mit der können wir auch in die Zukunft gehen. Die Eingriffe sind unseres Erachtens minimal. Aber die Möglichkeiten sind ziemlich hoch. Wohin wollen wir denn langfristig? Langfristig ist es so, dass wir mit möglichst wenigen Zuschüssen auskommen wollen. Die Haushaltslage ist uns allen bewusst. Diesbezüglich - 4 - müssen wir auch immer wieder investieren. Das Beispiel Europabad zeigt am deutlichs- ten, dass kontinuierliche Investition und eine Attraktivierung dieser Institution dazu bei- trägt, die hohe Qualität, die wir in der Stadt haben und die auch für die Stadt wichtig ist, besonders für die angrenzenden Stadtteile, weiterhin zu erhalten. Ganz besonders hat mich gefreut, dass die Maßnahmen, die dieses Jahr angedacht sind, auch wenn es kleinere Maßnahmen sind, schon komplett durch Drittmittel ge- deckt werden, d. h. Sponsoren haben jetzt schon den Umbau des Geheges der Schnee- eulen, der Erdmännchen etc. übernommen. Das freut uns als Stadt sehr, weil wir wis- sen, es stehen nicht nur wir als Stadträte, als Kommune dahinter, sondern auch die ein- zelnen Bürger. Was uns ganz besonders wichtig ist, deswegen bin ich auch froh, Herr Dr. Mentrup, dass Sie auf die Verbindlichkeit eingegangen sind. Wir haben das auch so gelesen. Dass es an dem Wort „verbindlich“ gescheitert wäre, sehen wir jetzt auch nicht als so sehr tragisch an. Was aber klar ist, ist die Marschrichtung. Wir wissen genau, wo wir mit die- ser Institution in den nächsten 10 Jahren hin wollen. Ich sage jetzt einmal 10 Jahre, sa- lopp aus der Hüfte heraus geschossen, denn über die Halbwertszeit von Konzepten ha- ben wir vorhin schon geredet. Aber wenn wir es schaffen, auch nur die Hälfte von den geplanten Maßnahmen, die darin enthalten sind, umzusetzen, haben wir den Zoologi- schen Stadtgarten schon extrem weitergebracht. Dass wir – das ist ein kleiner Nebeneffekt – auch die organisatorische Ausrichtung, die zwischen Gartenbauamt und Zoo immer recht schwierig ist, in diesem Aufwasch gleich miterledigt haben und da auch noch positive Signale setzen konnten, ist für die Institu- tion hervorragend. Was mich sehr gefreut hat, auch im Rahmen der Bürgerbeteiligung, ist, dass wir mehr für den Artenschutz tun. Deswegen finden wir gerade die Konzentra- tion vor allem auf bedrohte Tierarten, ich nehme jetzt konzeptionell einmal die Orang- Utans und Sumatratiger heraus mit dieser Asienanlage, sehr gut. Das ist ein Auftrag der Bürger, den sollten wir ernst nehmen. Wenn wir die Ressourcen dazu haben, sollten wir diese auch umsetzen. Insofern finde ich die Begründung des Änderungsantrags der Grünen inhaltlich etwas unschlüssig, da das finanzielle Argument, diese 30 Mio. € für die Asienanlage, nicht unbedingt zieht. Vielleicht kann es sein, dass der Zoo in den nächsten zwei Jahren eine großzügige Erbschaft bekommt und Herr Dr. Reinschmidt weiß nicht, wohin mit dem Geld, da sind wir dann ganz froh, wenn das so klappt. Jedoch ist es so, jede dieser einzelnen Maßnahmen werden wir wahrscheinlich noch dutzende Male in den jeweiligen Ausschüssen durchkauen. Bis sie alle kostenkontrolliert und in den Haushalt eingestellt sind, bis es tatsächlich zur Umsetzung kommt, werden wir über jede einzelne Maßnahme noch einmal streiten und das vor vielen Hintergrün- den. Wir haben diese hohe Aufenthaltsqualität, diese hohe gärtnerische Qualität und – was vor allem den Klimaschutz angeht – für die beiden Stadtteile Südweststadt und Südstadt ist der Zoologische Stadtgarten Gold wert. Wer in der Südstadt in einer Dach- wohnung wohnt, ich gehöre zu den Personen, ist froh, wenn er einmal etwas Abküh- lung bekommt. Das wäre ohne diese Institution einfach nicht möglich. Es ist uns aber wichtig, genau wie dem Rest der Bevölkerung, was in diesem Bürgerbe- teiligungsverfahren auch herausgekommen ist: Wir wollen hier keine Teile gegeneinan- - 5 - der ausspielen. Tiere und Pflanzen gehören zusammen, und das auch in dieser ausge- wogenen Art und Weise, wie es bisher ist. Wenn wir diese hohe gärtnerische Qualität weiter aufrechterhalten wollen, genau wie die tierhalterische, bedingt sich das gegen- seitig. Wir können diese beiden Teile nur zusammen in die Zukunft führen. Darauf sind wir sehr gespannt. Wir freuen uns auf die Umsetzung und hoffen, dass es mit dem Einwerben von Drittmitteln weiterhin so gut voran geht, wie bisher. Stadträtin Fischer (SPD): Gestatten Sie mir eine kurze Vorbemerkung. Bei der Bericht- erstattung über unser letztes Bürgerforum zum Zoo titelte die hier ansässige Zeitung als Überschrift über das Ergebnis: „52 Mio. Euro für den Zoo?“ Ich habe mich schon etwas gewundert, weil ich dieses Fragezeichen bei anderen anstehenden Investitionsmaßnah- men nicht gesehen habe, die wesentlich mehr Investitionskosten verursachen und dies bei geringerer Zahl von Nutzern. Dies nur als Vorbemerkung. Zur Beschlussvorlage: Ich kann mich der euphorischen Äußerung des Kollegen Döring nur anschließen. Mit diesem Entwicklungskonzept ist uns wirklich ein großer Wurf ge- lungen. Herr Bürgermeister Obert hat es schon angedeutet. Unabhängig von den Beur- teilungen der einzelnen Entwicklungsbausteine verdient bereits die Herangehensweise in den Projektgruppen großes Lob; nicht die Einzelbetrachtung von Zoo und botanischer Anlage, sondern das Verständnis der Bedeutung der Gesamtanlage als Einheit. Dies war bei der Konzeptentwicklung stets die alles verbindende Grundlage. So entstand ein in- tegriertes Tier-, Garten- und Besucherkonzept. Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich bei den Projektgruppen bedanken, ganz besonders bei der Karlsruher Fächer GmbH, insbesondere Frau Rettenmaier und Frau Kaltenbach, die das hier zusammengehalten haben, die die Teams gestärkt, aber auch klare Vorgaben gegeben haben. Diese Herangehensweise und das Arbeiten der Pro- jektgruppen ist beispielhaft auch für andere städtische Entwicklungsprozesse: Ämter- übergreifend, aufgabenbezogen und koordiniert durch klare Aufgabenstellung. Mein persönlicher Eindruck dabei: Trotz großer zeitlicher Belastung für die Mitarbeiter war die Zusammenarbeit getragen von hoher Motivation und Teamgeist. Uns liegt heute ein Entwicklungskonzept vor, das von den Mitarbeitern der beteiligten Ämter und den weiteren am Prozess Beteiligten übereinstimmend getragen und ver- antwortet ist, die wichtigsten Einzelaspekte berücksichtig und aufeinander abstimmt. Mit dem vorgelegten Entwicklungskonzept haben wir eine genaue Analyse der gegen- wärtigen Ausgangslage - das hat uns bisher gefehlt -, eine Bestandsaufnahme der not- wendigen Maßnahmen, hinterlegt mit groben Kosten, und die Formulierung eines Leitmotivs für die weitere Entwicklung auf dem Weg zu einem Park der Naturdialoge. Damit ist das Spannungsfeld der Gesamtanlage treffend beschrieben: Anlage in der Stadt mit Ausblick auf den Naturpark Nordschwarzwald mit dem Lauterberg, Botschaf- tertiere zur Verdeutlichung des Artenschutzes, Asienanlage und das Zusammenspiel von Tier- und Besucherbedürfnissen in einer modernen Freizeiteinrichtung. Und wir haben für die Zukunft flexible und aufeinander abgestimmte Bausteine für die Umsetzung. Nun zu den Anträgen: Für mich persönlich wäre das Festhalten an der Verbindlichkeit im heutigen Beschluss ein wichtiges und deutliches Zeichen für unseren Umsetzungswil- - 6 - len gewesen. Auf jeden Fall darf heute nicht der Eindruck entstehen, dieser Gemeinde- rat wolle sich mit dem vorgelegten Entwicklungskonzept nicht zur Weiterentwicklung und zur Verbindlichkeit der Rahmenplanung verpflichten. Wir wollen Leitplanken set- zen, das haben Sie, Herr Oberbürgermeister, gesagt, mit vielen Einzelbausteinen, die in ihrer Umsetzung in ein Gesamtkonzept eingebettet sind. Für diese klare Festlegung gab es bei den Bürgerforen und in der öffentlichen Diskussion große Zustimmung. Dem sind wir als Gemeinderat auch verpflichtet. Im Hinblick auf die gewünschte und auch von den Antragstellern ebenfalls geforderte Unterstützung durch Dritte, ist gerade die verbindliche Festlegung der politischen Gre- mien dringend geboten. Fehlt diese positive Grundhaltung und der Umsetzungswille der politischen Gremien und werden bereits von vornherein herausragende und attrak- tive Bausteine in Frage gestellt, wie die Asienanlage, sind mögliche Geldgeber nicht zur Unterstützung bereit. Wir sind bei der Gewinnung von Sponsoren am Anfang eines gu- ten Weges. Dies sollte auch von der Politik positiv begleitet werden. Nun zum Antrag, dem Erhalt des sogenannten Sallenwäldchens und Verzicht auf die Asienanlage. Ich habe noch einmal in meinen Unterlagen geblättert und auch, wie Herr Bürgermeister Obert, die Wettbewerbsergebnisse aus 2007 herausgeholt. Auch dort wurde bereits ein deutlicher Umgestaltungsbedarf in diesem Bereich gesehen. In der Ausschreibung des Wettbewerbs wurde damals festgehalten, ich zitiere: Die platzartige Erweiterung an der breiten Ettlinger Straße, ebenso wie das Sallenwäldchen sind von geringer Bedeutung. Die Begrenzung und Randbebauung zur Ettlinger Straße sollte kei- nen Rückseitencharakter haben, sondern die bauliche Kante zur Ettlinger Straße sicht- bar machen und interessante Einblicke, Sichtfenster ohne Blick auf Tiere, gewähren. Dem ist aus heutiger Sicht nichts hinzuzufügen. Wir sollten diesen dringenden Hand- lungsbedarf für eine Umgestaltung auch aus städtebaulicher Sicht auf jeden Fall wieder aufnehmen. Aus diesem Grund befürworten wir ausdrücklich die Weiterentwicklung des Zoos an dieser Stelle und unterstützen die Idee der neuen Gemeinschaftsanlage Asien. Nun noch etwas zu den Kosten. Der Kollege Döring hat es schon gesagt. Die Attraktivi- tät einer Freizeiteinrichtung lebt von der Weiterentwicklung. Eine zusätzliche Binsen- weisheit: Je weniger Geld investiert wird, desto weniger nimmt man auch ein. Unser Stadtgarten ist bei allen Bevölkerungsgruppen beliebt und eine Einrichtung, vergleich- bar mit den Bädern, die alle gesellschaftlichen Gruppen zusammenbringt. Diese Beliebt- heit erstreckt sich außerdem weit über die Stadtgrenzen hinaus. 60 % der Besucher kommen von außerhalb. Bei anderen Einrichtungen in der Stadt wird dann gerne von der sogenannten Umwegrendite gesprochen. Die Besucherzahl von über 1 Mio. jährlich unterstreicht dies. Wir sind bereit, für ein Fußballstadion über 80 Mio. € auszugeben, welches jährlich ma- ximal 250.000 Besucher zählt. Wir investieren in unsere Bäder ebenfalls im Laufe von 10 Jahren 50 Mio. €, ohne dass dies hier breit diskutiert würde. Deshalb darf hinter den Investitionskosten kein Fragezeichen stehen, weil sie notwendig zum Erhalt sind. Die SPD ist bereit, gemeinsam mit der Unterstützung der Bürgerschaft und den Förderern, in die Zukunft unserer Stadt zu investieren. Für uns ist dies ein gelungenes Entwick- - 7 - lungskonzept. Deshalb die verbindliche konzeptionelle Leitlinie für die Weiterentwick- lung der Gesamtanlage. Stadträtin Rastätter (GRÜNE): Auch wir Grüne bedanken uns sehr herzlich bei den Projektgruppen für diese ausgezeichnete Erarbeitung des Masterplans für die Moderni- sierung und Zukunftsfähigkeit unseres Karlsruher Zoos. Es ist diesen Projektgruppen sehr gut gelungen, die verschiedenen Bereiche, die von den einzelnen Projektgruppen untersucht und entwickelt wurden, auch zu einem schlüssigen Gesamtkonzept zusam- menzuführen. Wir Grüne sehen grundsätzlich dieses Entwicklungskonzept auch als wegweisend für die konsequente Weiterentwicklung unseres Zoos. Trotzdem liegt von uns heute ein Änderungsantrag vor, den ich nachher auch begrün- den werde. Aber ich wollte das auch voranstellen, damit nicht der Eindruck entsteht, als würden wir nicht ganz bewusst und konsequent die Weiterentwicklung unseres Zoos unterstützen, und zwar insbesondere – da bedanke ich mich sehr herzlich bei Herrn Dr. Reinschmidt, der das auch noch einmal betont hat und immer wieder betont – mit den übergeordneten Zielen Tierschutz, Naturschutz und Artenschutz sowie Zoopädago- gik. Das sind im Grunde die wesentlichen Zielrichtungen, die auch sehr stark im Kon- zept enthalten sind. Ich sage auch dazu, nur mit der konsequenten Orientierung an die- sen Zielen können wir heute überhaupt noch die Haltung von Wildtieren in lebenslan- ger Gefangenschaft rechtfertigen. Sonst wäre das nicht mehr haltbar. Denn in Zeiten von Film, digitalen Möglichkeiten, wo man im Internet surfen und die Lebensräume der Tiere und ihre Bedürfnisse kennenlernen kann, muss es übergeordnete Zielsetzungen geben, die eine Haltung der Wildtiere in Gefangenschaft rechtfertigen. Die Tiere als Botschafter für ihre Lebensräume. Es muss dann auch gelingen, die Besucherinnen und Besucher dafür zu sensibilisieren, dass wir diese Lebensräume erhalten und schützen und dass wir uns auch dafür sehr stark engagieren. Auch das wäre eine zentrale Aufga- be für den Zoologischen Garten. Ich möchte gleich am Anfang dazu sagen, dieses Ziel der Unterstützung der Lebens- räume der Tiere ist im Konzept noch etwas unterbelichtet. Hier ist einiges weiterzuent- wickeln. Bis jetzt gibt es dieses Projekt in Ecuador, das vor allem ein Aufforstungsprojekt ist. Aber künftig müssen wir genau an der Stelle wesentlich mehr tun. Hier würde es sich auch lohnen, Sponsorenmittel einzuwerben, damit wir genau das tun können. Denn was nützt uns die Haltung der Tiere im Zoo, wenn um uns herum global ihre Le- bensräume aussterben. Das ist eine ganz wichtige Geschichte für uns Grüne, die für uns im Zentrum steht für die Weiterentwicklung des Karlsruher Zoos. Klar ist natürlich auch, dass wir diese ganzen notwendigen Maßnahmen der Verbesse- rung der Infrastruktur, Bausubstanz, Wegeführung, Eingangsbereiche, was alles sehr gut im Konzept dargestellt ist, selbstverständlich unterstützen und dass es die ersten Maßnahmen sind, die erforderlich sind. Aber wir unterstützen auch alle Maßnahmen, die der Verbesserung der Tierhaltung dienen und finden, dass für uns ursprünglich ei- gentlich ein Ziel gewesen wäre, die Anzahl der Tierarten zu reduzieren zugunsten einer noch stärkeren Verbesserung der Tierhaltung. Wir orientieren uns jetzt an dem Konzept und werden uns dann im Detail bei der Weiterberatung – da haben Sie gesagt, dass jeweils die nächsten Bausteine intensiv diskutiert werden – jeweils wieder aktiv einbrin- - 8 - gen, um dann zu schauen, was können wir an Optimum, auch insbesondere für die Tiere erreichen. Was uns von Anfang an ganz besonders am Herzen lag, als immer noch überlegt wur- de, ob man nicht doch eine Elefantenzucht im Karlsruher Zoo einrichten sollte, war die Idee einer Tierschutzhaltung von alten Elefantendamen. Wir haben in Europa noch un- gefähr 30 alte Elefanten, die in Zirkussen gehalten werden und die in den nächsten Jah- ren ihre Altersruhesitze brauchen. Da sind wir jetzt Vorreiter, das ist auch mit ein Allein- stellungsmerkmal für unseren Zoo, dass wir ein solches wunderbares Tierschutzprojekt einrichten können. Ich möchte jetzt noch ein Lob an Herrn Dr. Reinschmidt aussprechen, der sofort die kre- ative Idee hatte, dass die erweiterte Fläche für die Elefanten nachts für die Flusspferde genutzt werden kann, denn die Flusspferde sind nicht nur Wassertiere, sondern haben auch einen ausgesprochenen Bewegungsdrang an Land. Ich glaube, jeder von uns, der einem Flusspferd davonrennen wollte, hätte schlechte Karten, weil es nämlich extrem schnelle Tiere sind. Somit ist dieses für uns eine ganz tolle Sache, genau wie die Erwei- terung der Huftieranlage, dass die Tiere z. B. nachts heraus können, dass die Ställe ge- öffnet bleiben usw. Es gibt etliche hervorragende Vorschläge im Bereich der Tierhaltung, die wir alle unter- stützen. Allerdings, jetzt muss ich doch allmählich zu unserem Änderungsantrag über- leiten, ist es so, dass wir sagen, wir haben in unserem Zoo wirklich nur eine sehr be- grenzte Fläche. Das wissen Sie alle. Wir haben diese wunderbare Dualität von Stadtgar- ten und Zoo. Die wollen wir auch uneingeschränkt beibehalten. Wir freuen uns, dass im Masterplan die Weiterentwicklung des Stadtgartens schon mit enthalten ist und dass der Stadtgarten jetzt nicht angetastet werden soll, abgesehen vom Sallenwäldchen. Jetzt ist es mit dem Sallenwäldchen so, es ist ein Bestandteil des denkmalgeschützten Zoologischen Stadtgartens. Wir haben dort den großen zentralen Spielplatz für die Kin- der. Wir Grünen sagen, das ist eine Fläche, die nicht komplett in Anspruch genommen werden sollte vom Zoo. Wir wollen diesen Rest des ursprünglichen Waldes, der die Ausgangslage war für den Zoologischen Stadtgarten, bewahren. Wir haben mit Freude vernommen, Herr Dr. Mentrup, dass jetzt doch das Wort „ver- bindlich“ herausgestrichen wird, weil es in der Tat bedeutet hätte, dass konsequent jeder Baustein bei der Umsetzung ins Visier genommen werden müsste. Deshalb sagen wir, bei aller Orientierung an den Leitlinien, haben wir ein großes Problem mit der Asi- enanlage. Ich möchte Ihnen jetzt auch kurz beschreiben, warum. Orang-Utans – das ist richtig – sind eine hochbedrohte Tierart, Sumatratiger ebenfalls. Aus Artenschutzgründen würde es zunächst naheliegend sein, diese Tiere im Karlsruher Zoo zu haben. Aber Orang-Utans sind Menschenaffen mit den höchsten Anforderun- gen an die Haltung. Es sind sehr anspruchsvolle Tiere. Es sind Tiere, die benutzen Werk- zeuge, die bauen nachts – jedes Tier für sich – mehrere Nester und suchen sich dann ein passendes aus, d. h. die brauchen artspezifische Haltungsanforderungen, die wir mei- nen, in unserem Zoo, in einer Anlage, die nur begrenzt sein kann, nicht leisten zu kön- nen. - 9 - Wir sind ohnehin der Meinung, dass es höchst problematisch ist, Menschenaffen im Zoo zu halten. Wir gehen davon aus, dass speziell nach dem jetzigen Säugetiergutach- ten die Haltungsanforderungen vor allem auch für Menschenaffen in den nächsten Jah- ren noch einmal deutlich zunehmen werden. Wir haben keine Erweiterungsflächenpo- tentiale in unserem Zoo. Raubkatzen sind viel pflegeleichter im Zoo zu halten als Men- schenaffen, die wirklich die anspruchsvollsten Anforderungen haben. Es ist ein giganti- scher Finanzaufwand, der jetzt eingestellt wurde, wobei wir noch gar kein Gutachten oder gar keine Informationen dazu bekommen haben. Wir haben überhaupt noch nichts im Detail zu dieser geplanten Asienanlage. Ich habe mir das Konzept angeschaut und nichts gefunden, d. h. es gibt noch nichts Konkretes. Deshalb bezieht sich unser Änderungsantrag im wesentlichen darauf, dass wir diese Anlage herausnehmen, und dann in fünf, sechs Jahren erneut diskutieren können, was machbar ist im Zoo und was nicht. Vielleicht noch abschließend eines zur Asienanlage: Es waren in Stuttgart 13 Mio. € für die neue Gorillahaltung vorgesehen. Zusätzlich kamen noch weitere 9 Mio. € während es Baus hinzu, d. h. es ist gar nicht gesichert, dass die Summe überhaupt ausreicht für so eine Anlage. In Stuttgart hat man derzeit die Probleme, weil man die technischen Probleme der Gorillahaltung nicht bewältigen kann. Fazit: Wir konzentrieren uns auf alle Bausteine, die derzeit in der Konzeption enthalten sind, gehen behutsam damit um, wenn es um die Anschaffung neuer Tiere geht. Da werden wir das im Einzelfall prüfen. Aber wir wollen uns auf die Weiterentwicklung der Zoopädagogik konzentrieren. Auch das ist ein großer Handlungsauftrag, der noch ver- bessert werden muss. Dann kommen wir gut voran. Wir bitten um Zustimmung zu un- serem Antrag. Stadtrat Wohlfeil (KULT): Im Großen und Ganzen sind wir von der KULT-Fraktion mit dem vorliegenden Zooentwicklungskonzept zufrieden. Diesen integrierten Masterplan können wir modulweise über die nächsten Jahre umsetzen. Es kann sein, dass sich im Laufe der Zeit noch an einigen Stellen Anpassungsbedarf ergibt, gerade in Detailfragen. Wir wollen uns dazu die Offenheit bewahren und das Konzept nicht als verbindlich be- zeichnen. Aufgrund der Ausführung von Frau Fischer muss ich doch kurz darauf eingehen. Nur einmal als willkürliches Beispiel: Auf S. 32 unter „Zentrales Informationssystem, Stufen- plan und Kosten der Umsetzung“ steht, dass im Eingangsbereich vier Informationswän- de umgesetzt werden sollen. Was ist, wenn sich jetzt herausstellt, dass wir nicht vier brauchen, sondern nur drei oder gar fünf? Dann haben wir einen verbindlichen Be- schluss des Gemeinderates, dass da genau vier hin sollen. Brauchen wir dann dafür ext- ra einen abweichenden Beschluss vom Gemeinderat, nur damit wir dann drei oder fünf hinstellen können? Wir sehen es so, dass durch das Wort „verbindlich“, wenn es drin bleiben würde, nur das Risiko besteht, dass wir zusätzlichen bürokratischen Aufwand haben bei der Verwaltung und im Gemeinderat, dass wir zusätzliche Beschlüsse brau- chen. Das sehen wir nicht ein. - 10 - Das Zookonzept ist so, wie es ist, stark und gut. Auch ohne das Wort „verbindlich“ gibt das Zooentwicklungskonzept ganz klar die Linie für die Zukunft vor. Verwaltung, Zoo, Gartenbauamt und Gemeinderat haben intensiv an dem Konzept mitgewirkt und sind davon überzeugt. Zwingende Maßnahmen gemäß dem Tierschutz, wie die Elefantenanlage, haben Vor- rang und müssen umgesetzt werden. Andere Module, wie insbesondere die Asienanla- ge, stehen hingegen angesichts der Haushaltslage unter Finanzierungsvorbehalt. Im Gegensatz zu den Grünen wollen wir die Asienanlage aber im Entwicklungskonzept behalten, da wir sie prinzipiell für sinnvoll erachten. Sollten wir als Stadt nicht die nöti- gen Mittel dafür freimachen können, müssen wir für die Schimpansen ein Provisorium finden, bis sie ihr biologisches Ende erreicht haben, wie es in der Vorlage so schön heißt. Einige kritische Worte müssen wir uns zum Leitmotiv „Park der Naturdialoge“ erlauben. Damit dieses Motiv überzeugen kann, muss es noch in klare, eingängige Schlagworte übersetzt werden. Ein Alleinstellungsmerkmal oder Superlativ für den Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe können wir darin auch bei dieser verbesserten Umsetzung nicht erkennen. Trotz dieses Kritikpunkts sind wir überzeugt, dass dieses Konzept die Grundlage für eine erfolgreiche Entwicklung des Zoologischen Stadtgartens als Gesamtanlage bildet. Wir von der KULT-Fraktion danken daher allen Beteiligten für ihre Mitarbeit und stimmen der angepassten Verwaltungsvorlage zu. Hier wäre jetzt eigentlich mein Beitrag zu Ende. Frau Fischer, Ihr ehrenamtliches Enga- gement für die Zoofreunde in allen Ehren, aber was Sie ausgeführt haben, geht weit über die Verwaltungsvorlage hinaus. Die Verwaltungsvorlage will ein Konzept, das stu- fenweise über die nächsten Jahre umgesetzt werden kann. Sie wollen, dass alle Mittel direkt verbindlich beschlossen werden. So wie Sie gesagt haben, dass da kein Fragezei- chen dahinter steht, wollen Sie, dass bei „Finanziellen Auswirkungen“ nicht „nein“ an- gekreuzt ist sondern „ja“, und wir heute 52 Mio. € beschließen. Angesichts der Haus- haltslage muss Ihnen klar sein, dass das in dieser Runde keine Mehrheit hätte, nicht einmal in Ihrer eigenen Fraktion. Der Vorsitzende: Ich möchte noch einmal darauf hinweisen, dass mein Vorschlag, das „verbindlich“ zu streichen, genau diese Diskussion ersparen sollte. Ich habe die Befürch- tung, dass das das überblendet, was hier in einem hervorragenden Prozess an 43 Maß- nahmen, von denen ich bisher – außer bei einer Maßnahme – noch keine grundsätzli- chen kritischen Worte gehört habe, in Frage stellt. Das wäre sehr schade. Stadtrat Hock (FDP): Zur Sachlichkeit zurückkehrend, danke Herr Oberbürgermeister. Meine Fraktion sieht es genauso. Wir werden dieses großartige Entwicklungskonzept, das mit den besten Mitarbeitern, die man überhaupt haben kann, erstellt wurde, mit- tragen. Wenn man auf der Vorderseite des Konzepts sieht, wer da alles mit hineinge- spielt hat, und wenn man weiß, dass Sie, Herr Dr. Reinschmidt, noch nicht allzu lange da sind, muss man wirklich den Mitarbeitern das größte Lob aussprechen. Was da zu- stande gekommen ist, ist meines Erachtens aller Ehren wert. - 11 - Die Bürger haben mitgespielt, die Jugendlichen haben mitgespielt, die Kinder haben mitgespielt. Jeder hat sich eingebracht. Jeder hat mitgesprochen. Wir als Stadt sollten für unseren Zoologischen Stadtgarten das Beste herausholen, was möglich ist. Das hat wahrscheinlich die Kollegin Fischer damit gemeint. Ich habe es auch so verstanden, dass man für den Zoo die besten Möglichkeiten herausholt, was wir uns dann auch leisten können, aufbauend auf diesem Konzept. Ich habe es so verstanden, dass man versucht, es so richtig wie möglich zu machen, mit diesem Geld, was uns zur Verfügung steht. Der Herr Oberbürgermeister hat die Verbindlichkeit jetzt noch einmal klargestellt, wie es denn eigentlich zu verstehen sein soll. Das haben wir auch verstanden. Da muss man eines sagen: Wir werden versuchen, dieses Konzept in Wirklichkeit erblü- hen zu lassen. Dass das ein sehr steiniger und schwieriger Weg wird, muss uns allen klar sein. Aber meine Fraktion und ich glauben, dass wir an der Spitze des Zoologischen Stadtgartens jetzt den besten Mann haben, den wir bekommen konnten. Wir haben das größte Vertrauen, dass er für die Tiere das Beste macht. Wir sind nicht der Meinung wie die Grüne-Fraktion, dass man jetzt Dinge herausnimmt. Die Grüne-Fraktion weiß jetzt schon, dass es mit den Orang-Utans nicht funktioniert, weil wir nicht die Größe haben und alles Mögliche. Wir haben vollstes Vertrauen, Herr Dr. Reinschmidt, dass Sie das nur tun werden, wenn die Tiere sich bei uns im Stadtgarten wohlfühlen werden. Davon gehen wir aus. Es wird dann vielleicht auch einmal beim SWR die Möglichkeit geben, wie bei anderen Zoos in dieser Republik, dass wir einmal unsere Tiere zeigen dürfen und wie gut es un- seren Tieren im Karlsruher Zoo geht. Wir haben überhaupt keine Probleme, gerne so mitzugehen. Wir werden den Antrag der Grüne-Fraktion in Gänze ablehnen, weil wir – wie ich es erwähnt habe -, Herrn Dr. Reinschmidt vollkommen vertrauen. Wir bedanken uns noch einmal recht herzlich, dass es jetzt nach dieser Zeit zustande gekommen ist. Wir wollen jetzt in die Arbeit gehen und das gerne umsetzen. Noch einmal: Lasst uns voranschreiten, lasst uns nicht dieses Projekt mit anderen vergleichen, Stadion und alles möglich, nein, das ist das Entwicklungskonzept für unseren Zoo. Das sollten wir jetzt besprechen und nicht mit dem einen oder anderen Projekt vergleichen. Das bringt uns nicht weiter. Dieses Entwicklungskonzept ist gut, ist richtig und soll, wenn möglich, in die Tat umgesetzt werden. Dafür haben Sie das Vertrauen und die Zustimmung der FDP-Fraktion im Karlsruher Gemeinderat. Stadtrat Dr. Schmidt (AfD): Ich bin schon als Kind gerne in diesen Zoo gegangen und gehe auch heute gerne mit meinen Kindern in diesen Zoo. Da denkt man automatisch, wie schön es ist, dass so vieles noch so ist wie früher. Man fragt sich also, warum müs- sen wir überhaupt etwas ändern. Es ist aber so, dass dieser Zoo das Aushängeschild von Karlsruhe ist. Karlsruhe wäre oh- ne diesen Zoo nicht Karlsruhe, wie wir es kennen. Deswegen ist es nötig, dass wir die- sen Zoo pflegen und hegen und weiterentwickeln. Wir haben im Stadtgarten und Zoo das Problem, dass er – gerade weil er das Aushängeschild von Karlsruhe ist mitten in der Stadt - ein großes Handikap mit sich bringt, nämlich dass die Fläche stark begrenzt ist. Wir von der AfD sind froh, dass der Artenschutz- und Tierschutzgedanke, die auch - 12 - in unseren Leitlinien verankert sind, uns jetzt dazu zwingen, das bisherige Konzept zu ändern. Die Tiere brauchen mehr Platz. Man muss sich besinnen auf die richtigen Tierar- ten, die man hält und den Besuchern präsentiert. Denn auch die Besucher spüren, wenn es den Tieren gut geht. Wenn die Besucher spüren, den Tieren geht es gut, die werden hier gut gehalten, dann kommen sie gerne. Deswegen ist es richtig, dass wir diesen Gedanken weiterentwickeln. In einer weltweiten Situation, wo die Lebensräume bedrohter Tierarten immer weniger werden, ist es auch richtig, dass wir den Artenschutzgedanken in den Zoos weiter vorantreiben. Deswegen danken wir allen, die an der Weiterentwicklung unseres Zoos in Form dieses Konzepts beteiligt waren und gehen diesen Weg gerne mit. Stadträtin Zürn (Die Linke): Ich habe nur zwei Bemerkungen ganz zum Schluss. Zum einen danke ich ausnahmsweise einmal dem Gemeinderat für diese wirklich interessan- te Debatte heute. Es hat mir Freude gemacht zu sehen, dass einmal nicht die Sparkeule geschwungen wird, sondern mit Fantasie an die Sache herangegangen wird und es dann Zustimmung gibt zu einem Plan. Es macht Spaß zu sehen, was Begeisterung alles vermag. Wir können uns sogar vorstellen, dass man auf diese Art und Weise Gelder akquirieren kann. Wir Linken teilen die Begeisterung für das Zookonzept. Was den Antrag betrifft, sich das Asienhaus schon wegzudenken, würden wir es ganz gerne umgekehrt machen. Erst einmal den großen Plan entwickeln und durchdenken. Irgendwie sind die Tiere schon da und wenn es auch nur in der Fantasie ist. Das ist auch gut so. Ich glaube, dadurch gehen sehr viele Menschen dies mit. Wenn das nicht hin- haut, müssen wir darüber nachdenken. Aber erst einmal den großen Plan denken, alles mitnehmen. Das funktioniert. Wir werden dem auf jeden Fall zustimmen. Stadtrat Kalmbach (GfK): Der Zoo ist die absolute Nummer 1 aller besuchsstarken Einrichtungen in Karlsruhe, im Vergleich zu allen anderen Einrichtungen, die wir haben. Das muss man sich bewusst machen. Deswegen ist es wert, dass man da investiert. Dieses Zookonzept finde ich eine hervorragend gelungene Vorlage. Aber wir haben ein Problem. Wie erklären wir der Bevölkerung, dass wir hier so viel Geld investieren? Die sagen, die spinnen. Auf der einen Seite sparen sie 404 Mio. € und auf der anderen Seite geben sie es für verschiedene Einrichtungen aus. An dieser Stelle muss man unterschei- den. Hier muss man eine Investition leisten, damit etwas dabei herauskommt. Der Out- put ist entsprechend positiv. Man muss es deutlich machen. Wir investieren etwas. Erstens kommen mehr Leute und zweitens wird die Qualität besser. Der Arten- und Tierschutz gewinnt. Wir gewinnen alle dabei. Das ist das Entscheidende. Das muss man darstellen. Da kommen dann solche Vergleiche mit dem Wildparkstadion. Ich kann es mir nicht verkneifen, vielleicht noch einmal für alle: Das Wildparkstadion ist so kalkuliert, dass die Stadt Karlsruhe nach 33 Jahren alles Geld zurück hat. Ob das dann 100%ig gelingt, ist etwas anderes. Aber wir müssen es kapieren. Es ist nicht zu vergleichen. Es gibt ganz andere Einrichtungen, die möchte ich jetzt aber nicht benennen. Das Wildparkstadion ist kein Beispiel, um es zu vergleichen. Das sollten Sie sich bitte merken. - 13 - Ich habe zwei Fragen an die Grünen. Woher haben Sie die fachliche Erkenntnis, dass diese Asienanlage viel zu klein wäre? Es gibt offensichtlich unter Fachleuten auch unter- schiedliche Meinungen. Ich bin kein Kenner der Materie. Aber eine kurze Nachfrage bei Herrn Dr. Reinschmidt hat eine andere Aussage ergeben. Dann die zweite Frage an die Grünen: Was ist eine Frischluftschneise? Sind mehrere Bäume bereits eine Frischluftschneise? Ich kenne das Sallenwäldchen gut. Ich bin mit meinen Kindern sehr oft durchgefahren und habe es öfters umrundet. Aber eine Frisch- luftschneise hat eine andere Qualität. Dieser Argumentation zu folgen, fällt mir doch sehr schwer. Ein Letztes, der Park der Naturdialoge - er wurde von der KULT schon erwähnt – geht gar nicht. Er hat keine Emotion, er hat keine Begeisterung. Das ist ein technischer Be- griff, der stößt mich eher ab. Ich weiß, was gemeint ist, aber bitte arbeiten Sie an dieser Stelle ernsthaft, leidenschaftlich daran. Dann glaube ich auch, dass es wirklich gelingt. Stadtrat Wenzel (FW): Ein langes und intensives Entwicklungskonzept geht mit dieser Vorlage in die vorläufige Endentscheidung. Der Karlsruher Zoologische Stadtgarten ist in seiner geologischen Lage wohl einzigartig. Neben dem Schlosspark ist der Zoologische Stadtgarten ein zweites grünes Herz unserer Stadt. Eingebunden zwischen dem Haupt- bahnhof, der Südstadt, der Südweststadt und dem Kongresszentrum, einem dicht be- wohnten und besiedelten Quartier, hat der Zoo keine Expansionsmöglichkeiten, aber ein Qualitätssteigerungspotential, dass das vorliegen Entwicklungskonzept beschreibt und entwickelt. Ein Konzept, das neben Dr. Reinschmidt, für dessen Arbeit er mein vollstes Vertrauen hat, noch viele Mütter und Väter hat. Denen möchte ich für die Ge- duld und den teilweise langen Leidensweg danken, dass wir so weit gekommen sind. Aber vor allem hat dieses Konzept eine Vision für ein zukunftsfähiges Projekt und eine Rahmenplanung, die mich begeistert und die mich mitnimmt. Lassen Sie uns nicht in die übliche Karlsruher Abwehrhaltung verfallen, sondern mutig das vorliegende Entwick- lungskonzept mittragen mit allen seinen noch folgenden Entwicklungsstufen und The- men. Ich habe das Vertrauen in diesen Rahmenplan, der Neukonzeption der gastrono- mischen Entwicklung, vor allem der Elefantenanlage, der Seniorenidee, die auch sehr einmalig ist und ein Vorzeigeprojekt wird, auch der Asienanlage. Einblicke habe ich in Zürich gewonnen, die diese Themenparks haben, die mich begeistert haben, dem We- geplan und vieles mehr, das dieses Konzept hat. Lassen Sie uns das zweite grüne Herz unserer Stadt höher und lauter schlagen, vor al- lem interessanter. Denn Interessant bedeutet Neugierde. Neugierde bedeutet Publikum und Publikum heißt Umsatz. Wir Freien Wähler tragen dieses Entwicklungskonzept zum Zoologischen Stadtgarten mit und sind gespannt auf alles, was daraus wird. Stadtrat Wohlfeil (KULT): Ich möchte nur, dass unser großes Lob für dieses sehr gute Entwicklungskonzept vorhin nicht zu kurz kam, aufgrund der Ausführungen, die ich gemacht habe. Die SPD hat bei meinem Redebeitrag protestiert. Von daher gehe ich davon aus, dass es da ein Missverständnis gab zwischen Frau Fischer und mir. Natürlich soll dieser Streit - 14 - hier nicht die große Einigkeit im Gemeinderat auf sachlicher Ebene über dieses Entwick- lungskonzept beeinträchtigen. Wir alle finde es gut, was hier gemacht wurde von der Verwaltung. Ich denke, wir werden das auch gleich in der Abstimmung sehen. Der Vorsitzende: Ich möchte noch ein paar Dinge klarstellen, weil ich heute mehrfach in der Stadt von anderen Bürgermeistern angesprochen wurde. Anlässlich des Geburts- tags von Herrn Ohnmacht war man da unter sich mit allen möglichen Repräsentanten aus ganz Baden. Es war wohl in der Tat über Radio zu hören, die Stadt beschließt heute 50 Mio. € für den Zoo. Einige sind dann gleich zu mir gekommen und haben gefragt, was ist denn bei euch los. Das können wir uns doch im Moment gar nicht leisten. Wir beschließen jetzt nicht über 50 Mio. €. Wir beschließen auch nicht über Orang- Utans. Wir beschließen – falls der Antrag abgelehnt wird – darüber, dass das Thema Asien in einer Anlage zur Geltung kommen soll. Wir haben – da gebe ich Frau Rastätter völlig Recht – noch keine Planung, wie das aussehen soll, noch keine Planung, was das genau kostet usw., d. h. darüber wird es noch ausreichend Gelegenheit zur Diskussion geben. Das ist aber auch gar nicht das, was wir heute vorlegen. Wir legen heute das Ergebnis einer abgestimmten und wirklich sehr umfangreichen und ausführlichen Ver- fahrensweise vor, die in 43 Projekten den Zoo nach vorne katapultiert und eine ge- schlossene Gesamtkonzeption darstellt. Mehr ist es nicht. Es wird jetzt so weitergehen, dass man Doppelhaushalt für Doppelhaushalt mit Herrn Dr. Reinschmidt klärt, was können wir aufnehmen. Das eine oder andere Projekt kann Herr Dr. Reinschmidt vielleicht auch schon anders umsetzen, weil er es von anderswo oder aus seinem Budget finanzieren kann. Bei einer Asienanlage für 30 Mio. € muss keiner Angst haben, dass irgendwo plötzlich Dinge in die Stadt hineinfallen. Dass wir darüber noch ausführlich diskutieren müssen und sollten, ist auch völlig klar. Ich stelle aber fest, dass bis auf dieses eine Projekt 42 Projekte hier insgesamt nur positiv in der Gesamtheit wahrgenommen wurden, ein tolles Ergebnis dieses Prozesses. Noch einmal ganz herzlichen Dank, dem ich mich nur anschließen kann. Es lohnt sich oft auch von Seiten der Verwaltung, das muss ich ausdrücklich sagen, mit so viel Personal- aufwand in einen solchen umfangreichen Prozess hineinzugehen. Das macht vor allem dann auch noch Spaß. Am Ende kommt ein Ergebnis heraus, das heute von allen Seiten hier durchgängig sehr gewürdigt wurde. Das ist auch eine sehr gute Erfahrung für die Verwaltung, aber auch für die Bürgerinnen und Bürger und allen anderen Beteiligten. Jetzt kommen wir zur Abarbeitung. Der Änderungsantrag der KULT und die Nr. 1 des Änderungsantrags der Grünen betrachte ich als erledigt. Jetzt kommt die Ziffer 2 des GRÜNE-Antrags. Da geht es um das Sallenwäldchen. Ich bitte jetzt um ein entsprechendes Kartenzeichen. Bei 8 Zustimmungen ist es mehrheit- lich abgelehnt. Die Ziffer 3, die Asienanlage wird gestrichen. Da bitte ich jetzt auch um das Kartenzei- chen. Das sind 9, die dem zustimmen, der Rest ist Ablehnung. - 15 - Jetzt kommen wir zur unveränderten Beschlussvorlage, wobei unverändert bedeutet, dass „verbindlich“ herausgestrichen ist. Ich will den Satz noch einmal vorlesen: „Der Gemeinderat stimmt dem Entwicklungskonzept Zoologischer Stadtgarten zu und erklärt dieses zur konzeptionellen Leitlinie für die Weiterentwicklung der Gesamtanlage des Zoologischen Stadtgartens.“ Da bitte ich jetzt um das Kartenzeichen. Ich sehe 9 Enthal- tungen, sonst nur Zustimmung, damit mit einer überwältigenden Mehrheit so heute bei 42 der 43 Projekte so mitgetragen und damit eine schöne Bestätigung für das Ge- samtteam. Ich unterbreche jetzt die Sitzung. Wir treffen uns um 19:00 Uhr hier wieder. (Unterbrechung der Sitzung von 18:38 – 19:04 Uhr) Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 11. April 2016