Knielingen: Bericht über die Stärken-Schwächen-Chancen-Risiken (SWOT)-Analyse und Einleitung vorbereitender Untersuchungen
| Vorlage: | 2015/0782 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 28.12.2015 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Stadtplanungsamt |
| Erwähnte Stadtteile: | Durlach, Grünwettersbach, Knielingen, Mühlburg, Neureut, Nordweststadt, Rintheim, Weststadt |
Beratungen
- Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 26.01.2016
Rolle: Entscheidung
Ergebnis: einstimmig zugestimmt
Zusätzliche Dateien
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Extrahierter Text
KNIELINGEN 2030 STADTTEILENTWICKLUNGSPROZESS KARLSRUHE-KNIELINGEN SWOT-Analyse IMPRESSUM Bearbeitung werk-plan Architekten Stadtplaner Ingenieure Eisenbahnstraße 68 67655 Kaiserslautern in Arbeitsgemeinschaft mit KOBRA Beratungszentrum Landau Am Gutleuthaus 19 76829 Landau Beauftragt durch: Stadt Karlsruhe Amt für Stadtentwicklung Zähringer Straße 61 76133 Karlsruhe Layout werk-plan Architekten Stadtplaner Ingenieure Eisenbahnstraße 68 67655 Kaiserslautern Druck Stadt Karlsruhe, Hauptamt Papier: 100% Recycling Bildquellen werk-plan, KOBRA, Stadt Karlsruhe weitere nach Quellenangabe Bearbeitungsstand Oktober 2015 STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE I INHALTSVERZEICHNIS 1 EINLEITUNG ................................................................................................... 1 1.1 Anlass und Zielsetzung ..................................................................................................... 1 1.2 Methodik und Prozessablauf ............................................................................................ 1 Erläuterung SWOT-Analyse ......................................................................................................... 1 Zeitlicher Ablauf .......................................................................................................................... 2 1.3 Beteiligungsprozesse ........................................................................................................ 3 Bürgerbeteiligung ....................................................................................................................... 3 Kinder und Jugend ...................................................................................................................... 4 2 KONZEPTIONELLE GRUNDLAGEN ................................................................... 5 2.1 Integriertes Stadtentwicklungskonzept Karlsruhe 2020 ..................................................... 5 2.2 Flächennutzungsplan ........................................................................................................ 6 2.3 Landschaftsplan ............................................................................................................... 7 2.4 Verkehrsentwicklungsplan................................................................................................ 7 2.5 Lärmaktionsplan Karlsruhe ............................................................................................... 8 2.6 Laufende Planungen und Konzepte in Umsetzung ............................................................. 8 2.7 Sonstige Planungen ........................................................................................................ 10 3 BESTANDSAUFNAHME UND SWOT-ANALYSE .............................................. 11 3.1 Lage und Bedeutung des Stadtteils ................................................................................. 11 Zusammenfassung SWOT I Lage und Bedeutung des Stadtteils ............................................. 12 3.2 Stadtbild und Städtebau ................................................................................................. 13 Siedlungsentwicklung ............................................................................................................... 13 Baustruktur, Gebäudetypologie, Straßen und Plätze ............................................................... 14 Denkmalschutz und stadtbildprägende Strukturen .................................................................. 21 Zusammenfassung SWOT I Stadtbild und Städtebau ............................................................. 24 3.3 Verkehr und Mobilität .................................................................................................... 26 Verkehrssituation...................................................................................................................... 26 Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel ................................................................................ 28 Nichtmotorisierter Individualverkehr ....................................................................................... 29 Parkplatzangebot ...................................................................................................................... 31 Zusammenfassung SWOT I Verkehr und Mobilität ................................................................. 33 3.4 Natur, Stadtgrün und Klimaschutz .................................................................................. 36 Natur und Landschaft ............................................................................................................... 36 Stadtgrün .................................................................................................................................. 38 STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE II Erholung und Freizeit ................................................................................................................ 41 Stadtklima und Klimaschutz ...................................................................................................... 44 Zusammenfassung SWOT I Natur, Stadtgrün und Klimaschutz .............................................. 46 3.5 Demografie und Wohnen ............................................................................................... 48 Bevölkerungsentwicklung ......................................................................................................... 48 Altersstruktur ............................................................................................................................ 48 Wohnungsmarkt- und Haushaltsentwicklung .......................................................................... 49 Soziales Umfeld, Sicherheit und Ansehen des Stadtteils .......................................................... 50 Zusammenfassung SWOT I Demografie und Wohnen ............................................................ 52 3.6 Soziale Infrastruktur, Bildung und Kultur ......................................................................... 53 Zusammenfassung SWOT I Soziale Infrastruktur, Bildung und Kultur .................................... 56 3.7 Wirtschaft, Arbeit und Nahversorgung ............................................................................ 57 Einzelhandel, Dienstleistungen und Versorgung ...................................................................... 57 Arbeitsmarkt ............................................................................................................................. 59 Zusammenfassung SWOT I Wirtschaft, Einzelhandel und Arbeit ........................................... 60 4 ZUSAMMENFASSUNG .................................................................................. 61 5 AUSBLICK ..................................................................................................... 63 6 ANLAGEN ..................................................................................................... 65 STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 1 1 EINLEITUNG 1.1 Anlass und Zielsetzung Die Länder und Kommunen stehen im Hinblick auf demografische, ökonomische, soziale und kulturelle Veränderungen vor erheblichen Herausforderungen. Für die wachsende Stadt Karlsruhe bedeutet das unter anderem eine verstärkte Nachfrage nach Betreuungsangeboten für Kinder, der Umgang mit dem Wohnungsbau in einer Stadt mit nur noch wenig freien Flächen, die Entwicklung einer umwelt- und stadtverträglichen Mobilität sowie der Bedarf an Grün- und Erholungsflächen. Die Stadt Karlsruhe setzt sich mit diesen Herausforderungen auseinander und hat bereits früh begon- nen, die Zukunft von Karlsruhe zu gestalten. Durch einen intensiven Beteiligungsprozess wurde ein Mas- terplan für das Jahr 2015 erarbeitet und seither auch viele Leitprojekte umgesetzt. Das Integrierte Stadt- entwicklungskonzept (ISEK) Karlsruhe 2020 bildet die konzeptionelle Grundlage für die zukünftige Wei- terentwicklung der Stadt. Ein Leitziel ist auch, die Karlsruher Stadtteile als lebenswerte und attraktive Lebensräume zukunftsfähig weiterzuentwickeln und Funktionsverlusten vorzubeugen. Dabei sollen un- ter Einbeziehung der Meinung und des Erfahrungswissens der vor Ort ansässigen Bürgerinnen und Bür- ger im Rahmen integrierter Stadtteilentwicklungskonzepte Maßnahmen aus dem ISEK für die Stadtteile abgeleitet werden. Darüber hinaus soll das Stadtteilentwicklungskonzept als Voraussetzung zur Beantragung von Städte- baufördermitteln für einen Teilbereich Alt-Knielingens dienen. Das Stadtteilentwicklungskonzept bildet somit einen wesentlichen Einstieg in den weiteren Entwicklungsprozess. Durch die Entwicklung des Konversionsgeländes der amerikanischen Streitkräfte im Norden von Karls- ruhe-Knielingen und der Entstehung eines neuen Stadtquartiers „Knielingen 2.0“, ergibt sich eine Dyna- mik mit weitreichenden Veränderungen für den Stadtteil. Während durch die Entwicklung des Neubau- gebietes ein attraktiver und moderner Wohnstandort mit Nahversorgungszentrum entsteht, ist der Be- reich Alt-Knielingen einerseits durch erhebliche Verkehrsprobleme belastet und andererseits durch Funktionsverluste, schwache Attraktivität und Modernisierungsbedarf gekennzeichnet. 1.2 Methodik und Prozessablauf Erläuterung SWOT-Analyse Die ursprüngliche Form der SWOT (Strengths-Weaknesses-Opportunities-Threats, übersetzt Stärken- Schwächen-Chancen-Risiken)-Analyse stammt aus dem England der 1960er Jahre, die im damaligen Kontext in Unternehmen (Marketing) angewendet wurde. Zunächst werden durch eine strategische Zustandsanalyse die Stärken und Schwächen sowie die Chan- cen und Risiken erfasst und bewertet. Die SWOT-Analyse dient dazu, eine fundierte Planungsgrundlage für die Ableitung von Strategien zu schaffen. Ziel dabei ist es, Strategien und Lösungswege zu entwi- ckeln, die die Stärken nutzen und weiter ausbauen, die Schwächen minimieren und auf diese Weise die Zukunftschancen erkennen. STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 2 SWOT Analyse STÄRKEN SCHWÄCHEN CHANCEN Wie die Stärken einset- zen, um die Chancen zu nutzen? Wie an den Schwächen arbeiten, um die Chancen zu nutzen? RISIKEN Wie die Stärken einset- zen, um die Risiken zu be- heben? Wie an den Schwächen arbeiten um die Risiken zu beheben? Abbildung 1: Schema SWOT-Analyse Bei einer SWOT-Analyse müssen sowohl die internen Faktoren als auch die externen Umweltfaktoren betrachtet werden. In einem ersten Schritt wird die Ist-Situation bewertet. Die Stärken und Schwächen sind beeinflussbare, interne Faktoren, die sich aus dem Stadtteil selbst ergeben. Als Chancen und Risiken lassen sich die externen, vorgegebenen Bedingungen benennen, die entsprechend positiv oder negativ von außen auf den Stadtteil wirken. Durch Beobachtung der eigenen Stärken und Schwächen des Stadt- teils und der Analyse der von außen einwirkenden Chancen und Risiken lassen sich strategische Ansätze ableiten, wie z.B. unter Ausnutzung von Stärken Chancen genutzt oder Risiken gemindert werden kön- nen. Andere Strategien verfolgen das Ziel, Schwächen in Stärken umzuwandeln, um Risiken abzuweh- ren. Hier stehen die Frage nach Trends und zukünftigen Entwicklungen und der Ausbau der vorhande- nen Potenziale im Vordergrund. Die vorbereitenden Arbeitsschritte für die SWOT-Analyse erfolgen auf unterschiedlichen Ebenen. Neben der Auswertung von statistischen und sonst zugänglichen Informationen und Daten wurden zahlreiche Experten- und Arbeitsgespräche sowie eine Bürgerbefragung und ein Ideenworkshop bzw. ein Stadt- teilspaziergang mit den beteiligten Akteuren sowie den Bürgerinnen und Bürgern durchgeführt. Die Er- gebnisse der Befragungen und Vorschläge aller Beteiligten werden in der SWOT-Analyse bzw. im weite- ren Planungsprozess berücksichtigt. Zeitlicher Ablauf Zu Beginn des Planungsprozesses standen erste Gespräche mit den relevanten Ämtern der Stadt Karls- ruhe sowie den Vor-Ort-Akteuren an, dicht gefolgt von der Auftaktveranstaltung am 27. Juli 2015 zur Einbindung einer breiten Bürgerschaft von Beginn an. Hieraus bildeten sich bereits die Arbeitsgruppen zu den wesentlichen Themenschwerpunkten, die den Planungsprozess parallel bzw. nach der SWOT- Analyse begleiten und mitbestimmen. Erste Termine für die Arbeitsgruppen sind für Oktober/ Novem- ber vereinbart. Die Zwischenergebnisse der Beteiligung und Planung werden jeweils in den Gremien vorgestellt und beraten, so dass im Mai 2016 ein breit abgestimmtes Entwicklungskonzept für Knielin- gen vorliegen wird. STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 3 Abbildung 2: Zeilicher Ablauf des Stadtteilentwicklungskonzeptes 1.3 Beteiligungsprozesse Bürgerbeteiligung Zur Erstellung des Stadtteilentwicklungskonzeptes (STEK) ist eine breite Bürgerbeteiligung vorgesehen. Die Bürgerinnen und Bürger aus Knielingen sollen sich mit ihren Kritikpunkten und vor allem mit ihren Ideen und Visionen für ihren Stadtteil einbringen. Für den Prozess der Bürgerbeteiligung und die Erstel- lung des STEKs hat die Stadt Karlsruhe die Bürogemeinschaft KOBRA-Beratungszentrum aus Landau i. d. Pfalz und werk-plan aus Kaiserslautern beauftragt. Abbildung 3: Ziele und Grundsätze des Stadtteilentwicklungsprozesses, Quelle: Stadt Karlsruhe Auftakt Stadtteilbegehung Arbeitsgruppen Streifzüge SWOT Querschnittsgruppe Jugendworkshop Fachgruppen Abschluss 27. Juli 2015 28. Juli 2015 Oktober - Februar 2016 27. / 28. Juli 2015 August bis Oktober 2015 10. Juni 2015 September/Oktober 2015 November – Februar 2016 Mai 2016 STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 4 Der Auftakt der Bürgerbeteiligung fand in Form eines Ideenworkshops am Montag, den 27. Juli 2015 um 18.00 Uhr im Brauhaus 2.0 in Knielingen statt, zu dem die Knielingerinnen und Knielinger eingeladen wurden. Insgesamt nahmen etwa 180 Bürgerinnen und Bürger teil. Ziel des Abends war es, Ideen und Visionen für den Stadtteil zu entwickeln. Die mögliche Umsetzung soll im Nachgang des Ideenworkshops in den Arbeitsgruppen und der weiteren konzeptionellen Arbeit erfolgen. Abbildung 4: Auftaktveranstaltung am 27. Juli 2015 Die Themen der Arbeitsgruppen sind: Natur, Stadtgrün & Klimaschutz Verkehr & Mobilität Kinder, Jugend und Familienfreundlichkeit Öffentliche Plätze und Begegnungspunkte Soziales und kulturelles Leben in Knielingen Bei einem Stadtteilspaziergang am 28. Juli 2015 fanden sich etwa 50 interessierte Stadtteilbewohnerin- nen und Stadtteilbewohner ein. In drei Gruppen auf drei verschiedenen Routen wurde auf Stärken und Schwächen des Stadtteils aufmerksam gemacht, Veränderungsideen angeregt und städtebauliche Situ- ationen näher betrachtet und zu diskutiert. Kinder und Jugend Für die Kinder und Jugendlichen fanden eigene Veranstaltungen statt. Die ersten „Streifzüge“ mit Kin- dern der beiden Knielinger Grundschulen erfolgten am 23. und 28. Juli 2015. Die Kinder lobten beliebte Spiel- und Aufenthaltsbereiche, machten Verbesserungsvorschläge und übten Kritik an gefährlichen oder unbequemen Situationen. Abbildung 5: Streifzüge mit den Kindern am 23 und 28. Juli 2015 Am 30. September 2015 waren die Jugendlichen zu einem Workshop eingeladen. Acht Jugendliche nah- men das Angebot wahr und diskutierten über Verbesserungen an bestehenden Angeboten und mach- ten Vorschläge für neue Angebote speziell für Jugendliche. Die Dokumentationen der einzelnen Veranstaltungen sind auf der Homepage der Stadt Karlsruhe (www.karlsruhe.de/Knielingen) abrufbar. Alle Ergebnisse fließen in die folgenden Ausführengen zur Bestandsaufnahme und SWOT-Analyse (Ka- pitel 3) ein und werden im weiteren Verlauf in die konzeptionellen Überlegungen eingebunden. STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 5 2 KONZEPTIONELLE GRUNDLAGEN Nachfolgend werden die für die Erarbeitung des Stadtteilentwicklungskonzeptes wesentlichen planeri- schen Rahmenbedingungen genannt und deren zentrale Aussagen für den Stadtteil Knielingen heraus- gestellt. 2.1 Integriertes Stadtentwicklungskonzept Karlsruhe 2020 Abbildung 6: ISEK Karlsruhe 2020, Quelle: Stadt Karlsruhe Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept Karlsruhe 2020 bildet eine gemeinsame Handlungsgrundlage für alle Akteure der Karlsruher Stadtentwicklung. Die einzelnen Handlungsschwerpunkte und Projekte sind dabei den fünf Fokusbereichen - Fokus Technologiestadt 2020, Fokus Stadtgesellschaft 2020, Fokus Kulturstadt 2020, Fokus Umweltstadt 2020 sowie Fokus Innenstadt und Stadtteile 2020 - zugeordnet. Für Knielingen ist in diesem Zusammenhang vor allem der Erlebnis- und Naturraum Rhein von Bedeu- tung, zu dem der Abschnitt des Landschaftsparks Rhein mit dem Hofgut Maxau im Stadtteil Knielingen gehört. Aufgabe im Rahmen des Stadtteilentwicklungskonzeptes ist es weiterhin, die im ISEK formulier- ten Leitgedanken auf Knielingen herunterzubrechen und räumlich zu konkretisieren. In diesem Sinne sind aus den ISEK-Vorhaben Maßnahmen für den Stadtteil abzuleiten und gemeinsam mit den Akteuren vor Ort zu konkretisieren und auszuarbeiten. Die Verwaltung hat in der zu Beginn des Prozesses erfolg- ten Ämterabfrage erste Vorhaben in Ableitung des ISEK benannt, die im weiteren Prozessverlauf kon- kretisiert und geprüft werden sollen: Die Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur (KEK) plant eine Übertragung der in den Stadtteilen Rintheim und Grünwettersbach modellhaft durchgeführten Energie-Quartier-Initiative auf Knielingen. Ziel ist es, die Gebäudeeigentümer für energetische Sanierungen zu gewinnen. Grundlage ist eine stadt- teil- bzw. quartiersbezogene Energieanalyse. Im Rahmen der weiteren konzeptionellen Arbeit des Stadt- teilentwicklungskonzeptes soll der Aspekt gemeinsam vertieft werden. STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 6 Weitere mögliche Maßnahmen, die im Prozessverlauf thematisiert werden sollen: Kinder- und Jugend- treff, Sozialer Wohnungsbau, Neubauoption Kinderbetreuungseinrichtung in Knielingen 2.0, Ganztags- schule mit fehlenden Räumlichkeiten, Stadt-Raum für Kultur, Natur- und Kulturlandschaft um Knielin- gen, ressourcenoptimiertes Gewerbeflächenmanagement, Klimaanpassung im Städtebaulichen Rah- menplan, Pilotstadtteil Gehwegparken, Lärmaktionsplan, stadtteilbezogene Umsetzung des 20-Punkte- Plans zur Fahrradförderung, Gestaltung des öffentlichen Raumes, Nachverdichtungspotenziale, Stadt- eingänge, Nachbarschaftsqualifizierung und ehrenamtliches Engagement. Teilweise wurden die Aspekte auch im Rahmen der laufenden Beteiligungen der Bürgerinnen und Bür- ger, Kinder und Jugendlichen genannt, bereits in die SWOT-Analyse integriert oder sind in den vorange- stellten Erläuterungen enthalten. Weiterhin wird der Dialog im weiteren Verfahren der konzeptionellen Arbeit vertieft, so dass die genannten Punkte entsprechend Berücksichtigung finden. 2.2 Flächennutzungsplan Abbildung 7: Auszug Flächennutzungsplan, Quelle: Stadt Karlsruhe Der Flächennutzungsplan (FNP) der Stadt Karlsruhe aus dem Jahr 2010 gibt die Eckpunkte der künftigen räumlichen Entwicklung der gesamten Stadt vor. Im Untersuchungsgebiet ist der überwiegende Teil des Siedlungsgebiets in Neu-Knielingen als Wohnbaufläche und in Alt-Knielingen als Mischbaufläche im Be- stand dargestellt. In Randbereichen von Alt-Knielingen liegen kleinere gemischte Bauflächen zur Sied- lungsabrundung, kleinere gewerbliche Bauflächen in Neu-Knielingen sowie zwei größere gewerbliche Bauflächen südlich der Raffineriefläche. In der Planung ist die Option einer zweiten Rheinbrücke mit Nordtangente West und Anschluss an die B 36 dargestellt. STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 7 2.3 Landschaftsplan Abbildung 8: Auszug Landschaftsplan, Quelle: Stadt Karlsruhe Der Landschaftsplan zum Flächennutzungsplan stellt bestehende Grünstrukturen und deren Ergänzung z.B. im Bereich von Straßenbegleitgrün und Kleingartenanlagen dar. Für geplante Bauflächen werden das Ausmaß der Eingriffe und deren Kompensation bewertet sowie landespflegerisch begründete Be- bauungsgrenzen definiert. Neben den bestehenden Schutzgebieten werden des weiteren Gebiete dar- gestellt, die sich bereits in Verfahren befinden und/oder für die eine Unterschutzstellung empfohlen wird. 2.4 Verkehrsentwicklungsplan Der Verkehrsentwicklungsplan, welcher im November 2012 beschlossen wurde, zeigt in der Zu- standsanalyse für den Motorisierten Individualverkehr (MIV) eine insgesamt zufriedenstellende Situa- tion in der Gesamtstadt. Mittelfristig wird für die B 10/Rheinbrücke ein Handlungsbedarf abgeleitet. Die Situation im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) wird als gut bis sehr gut bezeichnet, ebenso der Weg zur Förderung des Radverkehrs. Für die Stadtquartiere besteht verstärkter Handlungsbedarf hin- sichtlich der Förderung des Fußgängerverkehrs, Stichwort Einschränkung durch parkende Fahrzeuge und unsichere Querungsmöglichkeiten an Hauptverkehrsstraßen. Im Ergebnis steht ein Maßnahmenpa- ket zur Stärkung der Attraktivität des Wohnstandortes Karlsruhe und zur sichereren, umwelt- und sozi- alverträglicheren Gestaltung des Verkehrs. Im Einzelnen sind dies eine Verlagerung von Autofahrten auf die Verkehrsmittel des Umweltverbundes und eine erhöhte Qualität des Fuß- und Radwegenetzes, der Ausbau des bestehenden ÖPNV-Angebotes zur Erschließung weiterer Kundenpotenziale sowie eine Verbesserung der Qualität des motorisierten Verkehrsablaufs zur Minderung der Lärm- und Schadstoffbelastungen. In den Quartieren soll das Parken geordnet und die Straßenräume für andere Nutzergruppen attraktiver gestaltet werden. Der Wirt- schaftsverkehr soll besser strukturiert und koordiniert werden. Für Knielingen sind u.a. folgende Maßnahmen relevant: die Option einer zweiten Rheinbrücke und der Nordtangente West (der Verkehrsentwicklungsplan hat die Verkehrsverteilung mit und ohne Bau einer weiteren Rheinquerung und Anbindung an die B 36 überprüft), ÖPNV-Streckenergänzungen wie die Ver- längerung der Tramlinie nach Knielingen 2.0 und Geschwindigkeitsreduzierungen. Die einzelnen Prog- nosen zeigen die möglichen Verlagerungen von Verkehrsströmen und die Veränderungen der daraus resultierenden Immissionen. STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 8 Abbildung 9: Auszug Verkehrsentwicklungsplan Karlsruhe, Plan 5-6 Baustein Fließender MIV, Quelle: Stadt Karlsruhe 2.5 Lärmaktionsplan Karlsruhe Den gesetzlichen Vorgaben folgend, hat die Stadt Karlsruhe erstmals im Jahre 1976 die Lärmsituation in der Stadt Karlsruhe durch örtliche Schallpegelmessungen systematisch erfasst. Auf dieser Grundlage wurde eine erste Lärmkarte für den Straßenverkehr erstellt und daraus ein Maßnahmenkatalog entwi- ckelt. Das gesamte Repertoire an aktiven und passiven Schutzmaßnahmen ist zwischenzeitlich im Rah- men der Lärmsanierung bzw. der Lärmvorsorge angewandt worden. Mit ständigen Neuerungen der ge- setzlichen Vorgaben wurden die Konzepte angepasst und erneuert, zuletzt wurden auf der Basis aktua- lisierter Lärmkarten für die Fortschreibung des Lärmaktionsplanes 2014 neue Vorschläge erarbeitet. Vorrangig sind Maßnahmen an der Schallentstehung/ Schallabschirmung (aktiver Schallschutz). Überall dort, wo aktive Schutzmaßnahmen oder sonstige Entlastungsmöglichkeiten nicht bzw. erst künftig grei- fen, kommen Schallschutzmaßnahmen am Gebäude (passiver Schallschutz) in Betracht. Bisher wurden im Bereich Knielingen abschnittsweise Schallschutzwände und -wälle installiert, Ge- schwindigkeitsbegrenzungen festgelegt und geräuscharme Fahrbahnbeläge eingebaut. 2.6 Laufende Planungen und Konzepte in Umsetzung Der Bebauungsplan „Am Sandberg 2 (ehemals VfB Knielingen)“ zur Entwicklung eines neuen Wohnge- bietes auf dem ehemaligen Gelände des VfB 05 Knielingen zwischen Rheinbergstraße und Eggensteiner Straße/Am Brurain, ist zwischenzeitlich in Kraft getreten. Die Erschließung des Geländes wurde begon- nen. STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 9 Abbildung 10: Bebauungsplan „Am Sandberg 2 (ehemals VfB Knielingen) “, Gestaltungsplan, Quelle: Stadt Karlsruhe Die Bebauungsplanänderung für den Bereich Eggensteiner Straße, Sudeten- und Pionierstraße ist seit September 2015 rechtskräftig und kann umgesetzt werden. Grundlage hierfür war ein Architekturwett- bewerb zur Gestaltung eines attraktiven, verdichteten Wohnquartiers mit gemeinschaftlichem Charak- ter. Abbildung 11: Bebauungsplan „Eggensteiner Straße, Sudeten- und Pionierstraße 2. Änderung“, Grünordnungs- und Gestaltungsplan, Quelle: Stadt Karlsruhe Für Bereiche in Alt-Knielingen (Maxauer Straße und Litzelaustraße) bestehen schon seit längerer Zeit Überlegungen zur baulichen Nutzung verfügbarer Freiflächen. Die Lärmbelastung, Artenschutzaspekte und teilweise vorhandene Altlasten stellen jedoch nicht unerhebliche Planungshindernisse dar, so dass die Flächen bisher noch nicht überplant wurden. STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 10 2.7 Sonstige Planungen Die Stadt Karlsruhe wurde im Frühjahr 2015 im Rahmen des Wettbewerbes „Zukunftsstadt“ zur Teil- nahme ausgewählt. Die Stadt tritt bei dem bundesweiten Wettbewerb mit seiner „SmartQuarterVision KA 2013+“ an. Dabei handelt es sich um einen Ansatz, der über das Jahr 2030 hinausgeht. Gefördert wird dieses Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Bei dem Projekt sollen gemein- schaftlich gesellschaftliche, wirtschaftliche, technologische und ökologische Herausforderungen und Umsetzungsvorschläge zunächst exemplarisch in den zwei Karlsruher Stadtteilen Mühlburg und Knielin- gen entwickelt werden, die auch auf andere Stadtteile übertragbar sind. Die beiden Prozesse Zukunfts- stadt und Stadtteilentwicklung greifen ineinander und können voneinander profitieren. STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 11 3 BESTANDSAUFNAHME UND SWOT-ANALYSE 3.1 Lage und Bedeutung des Stadtteils Abbildung 12: Lage im Raum, https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Karlsruhe_subdivisions.svg Der Stadtteil Karlsruhe-Knielingen liegt im Nordwesten des Karlsruher Stadtbezirkes in etwa sechs Kilo- meter Entfernung zum Karlsruher Zentrum. Knielingen ist mit knapp über 2.000 Hektar (ha) Fläche nach Durlach der zweitgrößte Stadtteil. Dies entspricht 11,9 Prozent der Stadtfläche. Untergliedert wird Knielingen in die beiden Stadtviertel Alt-Knielingen mit einer Größe von 631 ha und Neu-Knielingen mit 1.433 ha Fläche. Der historische Dorfbereich Alt-Knielingens ist der älteste urkundlich erwähnte Sied- lungskern im Stadtbezirk Karlsruhe. Der Stadtteil erstreckt sich vom Westen in unmittelbarer Nähe zum Rhein bis zur Bahntrasse zwischen Mühlburg und Neureut im Osten. Im Süden grenzt Knielingen an den Rheinhafen und im Norden an die Ölraffinerie mit Ölhafen sowie die Kläranlage. Im Gebiet von Knielin- gen befindet sich die einzige Rheinbrücke, die die Stadt Karlsruhe und das Bundesland Rheinland-Pfalz miteinander verbindet. Die an Knielingen angrenzende Südtangente (B 10) ist eine der wichtigsten Zu- bringer- und Umgehungsstraßen Karlsruhes. Lange war der Ort Knielingen durch die Landwirtschaft und Fischerei geprägt. Durch die geringen Zer- störungen im Zweiten Weltkrieg entwickelte sich der Stadtteil mit der Entstehung der umliegenden In- dustriegebiete (Rheinhafen, Ölraffinerie, Siemens) schnell zu einem Arbeiterwohnort. Bis heute ist Knielingen ein bedeutender Industriestandort für die gesamte Region. Die Entwicklung Knielingens ist mit wenigen Ausnahmen auf die topografisch exponierte Lage des Hoch- gestades abgestimmt. Der natürliche Geländesprung war lange Zeit bestimmend für die bauliche Ent- wicklung des Siedlungskörpers im Nordwesten und Südwesten. STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 12 Zusammenfassung SWOT I Lage und Bedeutung des Stadtteils STÄRKEN SCHWÄCHEN Die Lage am Rhein prägte das ursprüngliche Fischer- und Bauerndorf, das später zunehmend durch den Hafen und die Raffinerie beeinflusst wurde. Nähe zu angrenzenden Industrieflächen, Hafen, Hauptzufahrtsstraßen und S-Bahnlinie mindert den Standortwert Knielingens (Immissionsbelastungen, v.a. Lärm und Gerüche). Knielingen ist der älteste Stadtteil Karlsruhes, dessen ursprüngliche Gestaltung in Teilen heute noch ables- bar ist. Knielinger Straßen werden als Ausweichstrecken von/ zu nahegelegenen Gewerbeflächen (z.B. Siemens, Ha- fen) genutzt und belasten die Ortslage. Die umgebende Landschaft mit Rhein, Albaue und landwirtschaftlichen Flächen ist positiver Standort- faktor für den Wohnstandort Knielingen. Gewerbe und Industrie führen zu hohem Parkdruck in den umgebenden Wohngebieten Knielingens (insb. in der Nähe von Siemens). Die räumliche Nähe Wohnstandort – Arbeitsplatz (Raffinerie, Siemens, Hafen ...) ist gegeben. Lage im Westen Karlsruhes bietet optimale Verbin- dung Richtung Pfälzer Wald, Weinstraße als Ziel zur Wochenenderholung und für Ausflüge. Vorhandene Industrieflächen sind in maßvollem Um- fang erweiterbar, damit kann der Wirtschaftsstand- ort gestärkt werden. Bei weiterhin positiver Bevölkerungsentwicklung in Knielingen sind für die nahe Zukunft noch Erweite- rungsflächen Wohnen vorhanden und in der Ent- wicklung. CHANCEN RISIKEN Knielingen ist der Karlsruher Stadtteil am Rhein, die- ser Standortvorteil kann zukünftig stärker herausge- arbeitet und für eine positive Entwicklung Knielin- gens genutzt werden. Die Planungsoption zur Verkehrsentlastung durch eine nördliche Umfahrung mit Anbindung an die B 36 würde zusätzlich zur B 10 im Süden eine weitere Emis- sionsquelle im Norden Knielingens schaffen verbun- den mit der Zerschneidung der Landschaft, Qualitäts- minderung des Naherholungsgebietes und Biotopver- lust. Mit der Planungsoption zur Verlagerung des Ver- kehrs durch eine alternative Verkehrsführung kann sich eine deutliche Entlastung Knielingens einstellen. Mit der Erweiterung der gewerblichen und industriel- len Flächen rücken belastende Faktoren (Lärm, Gerü- che) näher an den Wohnstandort heran und können diesen zukünftig stärker belasten. Die derzeitige Bundeswehrfläche nördlich von Knielingen 2.0 könnte bei Aufgabe der Nutzung bei Bedarf zur weiteren baulichen Entwicklung Knielin- gens herangezogen werden. Eine zukünftig weiterhin bestehende Nachfrage nach Wohnraum kann zu weiteren Verdichtungen im In- nenbereich führen, die Folgen sind wachsender Park- druck, weitere Flächeninanspruchnahme, weiterer Rückgang innerörtlicher Freibereiche, klimatische Aus- wirkungen, längerfristig sind keine weiteren Wohnge- bietsausweisungen erkennbar. Die Raffineriefläche stellt für die postfossile Zeit eine „Jokerfläche“ dar – Entwicklungsrichtung offen. STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 13 3.2 Stadtbild und Städtebau Siedlungsentwicklung Die erste urkundliche Erwähnung Knielingens stammt aus dem Jahr 776 n. Chr. Jedoch verweisen ver- schiedene Grabungsfunde auf eine frühere Besiedelung des Raumes. Der Siedlungsursprung liegt im Bereich um die Evangelische Knielinger Kirche in der Saarlandstraße, der Rheinbergstraße sowie in der Unteren Straße, um die sich die Häuser und Hofanlagen gruppierten. Die im Jahr 1480 erbaute Knielin- ger Kirche als Wehrkirche, die zum Schutz der Bevölkerung errichtet wurde, ist heute das älteste noch existierende Gebäude in der Gemarkung Karlsruhe. Die erhaltenen Fachwerkhäuser am früheren Ortsanfang sowie die historisch und ortsbildprägenden Straßendorfstrukturen in Alt-Knielingen geben noch heute einen Hinweis auf den ursprünglichen Dorf- charakter Knielingens. Die heutige Saarlandstraße war die ehemalige Hauptstraße des Dorfes. Neben der Evangelischen Knielinger Kirche und der Zollstation sind als die ersten wichtigen Bauten für das Ge- meindeleben, das Rathaus und das erste Knielinger Schulhaus zu nennen. Im Jahr 1714 lebten 570 Men- schen im Dorf, 1816 waren es bereits 1.200. Durch den Bau einer Schiffsbrücke bei Maxau im Jahr 1840 wurde der erste Rheinübergang für den Straßenverkehr zwischen Karlsruhe und Rheinland-Pfalz geschaffen. Der Bau der Maxaubahn 1862 machte es notwendig, eine neue Brücke für den Eisenbahnverkehr als Anschluss an die Pfälzische Ma- ximiliansbahn zu errichten. Die neue Brücke ersetzte das Bauwerk von 1840, da diese als gemischte Eisenbahn- und Straßenbrücke ausgeführt wurde. Während des Deutsch-Französischen Krieges 1870 kam es zu einem verstärkten Zuzug nach Knielingen (2.000 Einwohnerinnen und Einwohner). Dabei wurden das Rathaus und zahlreiche alte Häuser abgeris- sen und im neuen Stil wiedererrichtet. Nachdem die Bewohnerzahlen in der Gesamtstadt Karlsruhe und somit auch die Fahrgastzahlen bis nach dem Ersten Weltkrieg stetig stiegen, wurde die Straßenbahn Karlsruhe in die Nachbarorte erweitert. 1925 wurde die Straßenbahnlinie Karlsruhe-Knielingen ausgebaut. Abbildung 13: Siedlungsentwicklung 1715 (Quelle: Webpräsenz Stadt Karlsruhe 2015) Ehemaliger Ortseingang an Knielinger Kirche STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 14 1893-1898 1948 1965 2014 Abbildung 14: Siedlungsentwicklung 1893-2014 Im Jahr 1935 fand die Eingemeindung Knielingens in die Stadt Karlsruhe durch die Nationalsozialisten statt. Zu dieser Zeit zählte der Stadtteil 5.250 Einwohnerinnen und Einwohner. Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Rheinkaserne von den Pionieren der Wehrmacht bezogen. Knielingen blieb wäh- rend des Zweiten Weltkrieges überwiegend frei von Zerstörung. Nach Kriegsende nutzten die Amerika- ner das Kasernengelände als Gerszewski Barracks bis zu deren Abzug nach der Wiedervereinigung Deutschlands. Die Ansiedlung einer der größten Siemensstandorte Deutschlands sowie der Karlsruher Raffinerien machte den Stadtteil Knielingen zu einem bedeutenden Industriestandort ab den 1950er Jahren. Knielingen entwickelte sich kontinuierlich in die Fläche. Zuletzt wurde die ehemalige Kaserne als Kon- versionsprojekt Knielingen 2.0 zu neuem Wohnbauland mit Seniorenwohn- und Pflegeeinrichtungen, Kinderbetreuungseinrichtungen sowie Versorgungsinfrastruktur und Grünflächen entwickelt. Die kon- zeptionelle und bauliche Umsetzung der Planungen ist noch im Gange. Baustruktur, Gebäudetypologie, Straßen und Plätze Der Stadtteil ist durch eine heterogene Bebauung geprägt, anhand derer sich die unterschiedlichen Bauepochen und Entwicklungsstufen des gesamten Stadtteils ablesen lassen. Insgesamt überwiegt eine kleinteilige Baustruktur mit einem hohen Anteil an Ein- und Zweifamilienhäusern. Im Folgenden werden die verschiedenen Bebauungsstrukturen bzw. Siedlungsbereiche des Stadtteils vorgestellt, um die vorhandene Heterogenität zu verdeutlichen. STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 15 Alt-Knielingen Abbildung 15: Siedlungsstruktur in Alt-Knielingen, Luftbildausschnitt 2015 (Quelle: Stadt Karlsruhe) Im „alten“ Ortskern Alt-Knielingen ist die ursprüngliche Geschlossenheit der ein- bis zweistöckigen Ge- bäude des als Straßendorf entstandenen Ortes noch teilweise erhalten. Der historisch gewachsene Orts- kern entlang der ursprünglichen Ortsdurchfahrt, der Saarlandstraße, ist noch teilweise durch traditio- nelle, ehemals landwirtschaftlich genutzte Bauernhöfe und fränkische Fachwerkhäuser geprägt. Bis heute sind einige ortsbildprägende und denkmalwürdige Gebäude und Ensembles als Identifikations- merkmal für den gesamten Stadtteil erhalten. Gebäude mit besonderer Funktion heben sich durch ihre Einzelstellung und ihre aufwendige Gestaltung hervor. Besonders erwähnenswert sind beispielsweise die Evangelische Knielinger Kirche, das alte Rathaus sowie das alte Schulhaus dieses Stadtviertels. Abbildung 16: Knielinger Kirche, altes Rathaus und altes Schulhaus als stadtbildprägende Gebäude Die bauliche Dichte ist in Alt-Knielingen sehr hoch. Rückwärtige Scheunen der ehemals landwirtschaft- lich genutzten Anwesen wurden aufgrund der hohen Nachfrage nach Wohnraum in Karlsruhe zu Woh- nungen umgebaut oder durch neue Wohngebäude in zweiter Reihe ersetzt. Teilweise weisen die Grund- stücke eine sehr geringe Tiefe aus, so dass die rückwärtig angrenzende Bebauung sehr nahe liegt (z.B. in der Saarlandstraße/ Untere Straße). Andererseits gibt es auch Teilbereiche mit recht großzügigen Blockinnenbereichen. STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 16 Abbildung 17: typische Bebauung und Straßenzug in Alt-Knielingen Zahlreiche Gebäude im gesamten Altortbereich wurden in den letzten Jahren und verändert oder umge- baut, zu einem Teil sogar durch einen kompletten Neubau ersetzt. Dadurch gingen oftmals typische Gestaltmerkmale verloren. Abbildung 18: Nebeneinander von typischer und stark veränderter Bebauung in Alt-Knielingen Abbildung 19: Bauliche Veränderungen durch unpassende Fassadenverkleidungen, liegende Fensterformate, große Dachgauben STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 17 Viele Gebäude wurden längere Zeit nicht saniert und sind zum Teil stark modernisierungsbedürftig. Diese Gebäude entsprechen nicht den heutigen Standards. Darüber hinaus sind viele Wohnungsgrund- risse nicht mehr zeitgemäß oder zu klein. Der Modernisierungsbedarf spiegelt sich auch in der Bürger- umfrage wieder. Daraus ergibt sich eine besondere Herausforderung für die Denkmalpflege und Sanie- rung. Auf der anderen Seite bieten gerade diese Gebäude ein hohes Potenzial zur Erhaltung und Stär- kung der prägenden Baustrukturen, da sie meist in ihrer ursprünglichen Gestaltung erhalten sind. Die typischen Elemente können bei behutsamer Modernisierung wieder schön herausgearbeitet werden. Abbildung 20: Unsanierte Gebäudesubstanz im ursprünglichen Erhaltungszustand (zum Teil unter Verkleidung) Die Straßenräume in den ältesten Siedlungsbereichen sind meist sehr eng, Gehwege sind sehr schmal oder gar nicht vorhanden. Hervorzuheben ist das Vorhandensein des alten Natursteinpflasters in der westlichen Saarlandstraße und Elsässer Straße. Prägend sind die schmalen Wegeverbindungen und Gas- sen zwischen den Straßen, die meist nur als Fußweg nutzbar sind. Der Zustand und die Gestaltung sind jedoch verbesserungswürdig. Die topografische Lage von Alt-Knielingen ist besonders für mobilitätsein- geschränkte oder ältere Personen ein Hindernis. Somit ergibt sich eine eingeschränkte fußläufige Er- reichbarkeit, aber auch eine bedingte Mobilität mit dem Fahrrad. In den gesamten Straßenräumen sind nur ganz vereinzelt Bäume vorzufinden. Abbildung 21: Kopfsteinpflaster in der Saarlandstraße, schmale Querverbindung und Straßenbäume in der Neufeldstraße Der Elsässer Platz stellt die einzige Platzsituation in Alt-Knielingen dar. Er wird durch das in den 1970er Jahren gebaute, einzige „Hochhaus“ in Knielingen geprägt. Das Gebäude ragt mit seinen sieben Ge- schossen aus der relativ homogenen Siedlungsstruktur heraus und wird von den Knielingerinnen und Knielingern als Fremdkörper wahrgenommen. Der ehemals zentrale Bereich Alt-Knielingens mit inha- bergeführten Geschäften verliert zunehmend an Bedeutung, leerstehende Geschäfte zeigen den Funk- tionsverlust auch im städtebaulichen Zusammenhang. STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 18 Abbildung 22: Hochhaus am Elsässer Platz und Überquerung Rheinbrückenstraße Die stark befahrene Rheinbrückenstraße mit parallel verlaufender Straßenbahn stellt eine räumliche und funktionale Barriere zwischen Alt- und Neu-Knielingen/ Knielingen 2.0 dar. Querungen sind nur an den Kreuzungen möglich. Dabei stehen vor allem Aspekte der Sicherheit insbesondere für Kinder, Seni- orinnen und Senioren sowie Mobilitätseingeschränkte im Vordergrund. Neu-Knielingen Abbildung 23: Siedlungsstruktur in Neu-Knielingen, Luftbildausschnitt 2015 (Quelle: Stadt Karlsruhe) In Neu-Knielingen ist die Bebauung stärker aufgelockert. Freistehende Einfamilienhäuser, Doppelhäuser sowie kleinere Mehrfamilienhäuser (zweispännige Häuser mit 4-6 Wohneinheiten) prägen das recht ho- mogene Erscheinungsbild. Im Osten im Bereich um die Sudetenstraße und Lassallestraße gibt es auch Mehrfamilienhäuser und Reihenhausbebauung mit drei bis vier Geschossen. Diese bilden einen Über- gang zwischen der höheren Bebauung des Gewerbegebietes und der aufgelockerten Ein- und Zweifami- lienhausbebauung westlich der Sudetenstraße. STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 19 Abbildung 24: Typische Bebauung in Neu-Knielingen Der Siedlungsteil entwickelte sich komplett im 20. Jahrhundert. Bis 1928 war der Bereich Eggensteiner Straße/ Reinmuthstraße/ Herweghstraße bebaut, an den sich bis 1948 der Bereich bis zur Pionierstraße anschloss, nördlich derer die Kaserne entwickelt wurde. Westlich der Eggensteiner Straße entwickelten sich bis 1965 Wohnbereiche und Sportflächen (Blenkerstraße, Blindstraße, Beginn Jakob-Dörr-Straße), östlich der Sudetenstraße bis Lasallestraße ebenfalls Wohnbauflächen. Die Straßen für die weitere Sied- lungsentwicklung waren bereits erkennbar. Die Viktor-von-Scheffel-Schule sowie das katholische Kir- chenzentrum Heilig Kreuz stellen die wesentlichen öffentlichen Einrichtungen mit entsprechender bau- licher Hervorhebung dar. Die Straßenräume sind deutlich großzügiger angelegt und begrünt. Plätze sind nicht vorhanden. Abbildung 25: Straßenzüge (Reinmuthstraße und Blenkerstraße/Blindstraße) in Neu-Knielingen STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 20 Knielingen 2.0 Abbildung 26: Siedlungsstruktur in Knielingen 2.0, Luftbildausschnitt 2015 (Quelle: Stadt Karlsruhe) Angrenzend an die Bebauung in Neu-Knielingen entsteht auf dem ehemaligen Kasernenareal auf über 30 ha ein neues Wohngebiet für etwa 1.500 Menschen. Die Entwicklung des durch die Volkswohnung geplanten und vermarkteten neuen Stadtquartiers „Knielingen 2.0“ mit etwa 550 Wohnobjekten und einem Seniorenzentrum sowie Gewerbe- und Gemeinbedarfsflächen ist weitgehend abgeschlossen. Im Jahr 2009 eröffnete hier ein Nahversorgungszentrum mit einer Gesamtfläche von rund 4.000 m², 2011 folgte die erste Karlsruher Musik-Kindertagesstätte „Zwergen(t)raum“. Für Herbst 2015 ist die Eröff- nung des durch die AWO betriebenen Wohn- und Pflegezentrums mit 66 Pflegeplätzen geplant. Abbildung 27: Knielingen 2.0 (Betreutes Wohnen Sudetenstraße, Brauhaus 2.0) Die Bebauung folgt einem regelmäßigen Raster und deckt überwiegend die Nachfrage nach weiteren Einfamilienhäusern. Eine zentral gelegene, gegliederte, große Grünfläche dient der Aufnahme von Ober- flächenwasser. Teilflächen sind als Kinderspielplatz und Treffpunkt gestaltet. Die Straßen sind, wie auch in Neu-Knielingen, in ausreichender Breite dimensioniert und mit entsprechenden Gehwegen sowie Parkstreifen mit Baumpflanzungen angelegt. Die Straßenbahnlinie bis westliche Egon-Eiermann-Allee wird noch fortgeführt, die Flächen hierfür sind derzeit als Grünflächen mit Rasenansaat vorbereitet. Die Gebäude sind in der Höhe mit maximal drei Geschossen (viertes Geschoss als zurückgesetztes Staf- felgeschoss) einheitlich. Sie variieren in der Dachform von Flachdach bis Satteldach und weisen über- wiegend eine moderne Gestaltung auf. Städtebaulich ist die Siedlung homogen, sie vermittelt ein an- sprechendes Stadtbild, da die Gebäude in Details Varianten ausweisen, in den Grundzügen jedoch einer einheitlichen Gestaltung folgen. Für die Entwicklung weiterer Bauflächen befinden sich derzeit ein Bebauungsplan im Bereich Sandberg auf den ehemaligen Sportflächen in Umsetzung; eine Bebauungsplan-Änderung für eine hochverdich- tete Wohnbebauung südlich der Eggensteiner Straße ist vor Kurzem in Kraft getreten und kann nun STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 21 ebenfalls umgesetzt werden. Damit sind die Flächenreserven für Wohnbauflächen, die sich aus dem Flächennutzungsplan 2010 der Stadt Karlsruhe ergeben, weitestgehend ausgenutzt. In Randbereichen in Alt-Knielingen gibt es noch Abrundungsmöglichkeiten in Form einer Mischgebietsbebauung. Gewerbe- und Industriegebiete Im Südosten von Knielingen befindet sich seit 1950 einer der größten Siemens-Standorte in Deutsch- land. Neben dem Siemens Industriepark haben sich im Gewerbepark zwischenzeitlich zahlreiche Unter- nehmen aus dem Technologie- und Dienstleistungssektor, sowie ein neuer DHL-Logistikstandort auf dem fast 30 ha großen Areal angesiedelt. Die im Norden von Knielingen befindliche Mineralölraffinerie Oberrhein (MiRO) entstand aus der Fusion der Raffinerien von Esso und Oberrheinische Mineralölwerke in den frühen 1960er Jahren. Die MiRO ist heute der größte Kraftstoffproduzent Deutschlands. Das Raffineriegelände umfasst mehr als 450 ha und stellt damit die größte zusammenhängende Industriefläche in Karlsruhe dar. Die Anlagen von Stora Enso in Maxau westlich am Rhein gelegen stellt Magazinpapier hauptsächlich aus Altpapier her. Die wesentlichen Flächenpotenziale der Stadt Karlsruhe für die industrielle Entwicklung sind im FNP 2010 südlich der Raffinerie dargestellt (ca. 56 ha). Gemäß der Gewerbeflächenstudie des Nachbar- schaftsverbandes Karlsruhe aus dem Jahr 2011 entsprechen die Flächen in diesem Umfang nicht mehr der künftigen Nachfrage und werden deshalb bei der Fortschreibung in Teilen als sog. „Tauschpotenzi- ale“ auch für interkommunale Kooperationen angesehen. Abbildung 28: Luftaufnahmen MiRO und Siemens, Quellen: www.ka.stadtwiki.net, www.siemens.com Innerhalb Knielingens befinden sich überwiegend in Alt-Knielingen vereinzelte Handwerks- und Gewer- bebetriebe, in Neu-Knielingen und Knielingen 2.0 sind fast ausschließlich Wohnungen vorhanden, er- gänzt um Einrichtungen der sozialen Infrastruktur sowie Gastronomie. Im Norden der neuen Entwick- lungsfläche Knielingen 2.0 rundet Einzelhandel den Übergang zu angrenzenden Gewerbeflächen ab. Denkmalschutz und stadtbildprägende Strukturen Als ältester Stadtteil von Karlsruhe verfügt Knielingen über einige denkmalgeschützte Gebäude und his- torisch wertvolle bzw. stadtbildprägende Straßenzüge und Baustrukturen, die den Charme und die Iden- tität eines historischen Stadtteils ausmachen und daher weiterhin zu wahren sind. Diese sind haupt- sächlich im Stadtviertel Alt-Knielingen, insbesondere in der Saarlandstraße, vorzufinden. STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 22 Abbildung 29: Ev. Pfarrhaus mit Knielinger Kirche im Hintergrund, ehemalige Zoll- und Poststation und eine Hofanlage in Alt-Knielingen Abbildung 30: Leerstehende ehemalige Militärkirche, Viktor-von-Scheffel-Schule, Kath. Kirche in Neu-Knielingen, Quelle: Stadt Karlsruhe Die meisten denkmalgeschützten Gebäude sind, äußerlich betrachtet, in einem überwiegend guten Zu- stand und zeigen, dass der Wert der Anwesen erkannt und entsprechend herausgestellt wurde. In Knielingen 2.0 stehen die derzeit nicht mehr genutzte Militärkirche ebenso wie das ehemalige Kasino (heute Brauhaus 2.0) unter Denkmalschutz. Die Bebauung am Elsternweg stellt ein erhaltenswertes Ensemble dar, die Unterschutzstellung wurde allerdings aufgehoben. Die Gebäude, die 1937 durch das Hochbauamt der Stadt Karlsruhe als Sozialbau- ten errichtet wurden, sind in einem schlechten baulichen Zustand, es besteht ein deutlicher Sanierungs- bedarf. Die dazugehörigen Gärten wurden zur Selbstversorgung angelegt, sind aber heute stark verwil- dert. Abbildung 31: Erhaltenswerte Bebauung am Elsternweg Im Bereich der ehemaligen Sportanlagen wird derzeit ein Neubaugebiet erschlossen. Dabei soll die Alt- bebauung am Elsternweg möglichst erhalten und saniert werden sowie in den großzügigen Gartenbe- reichen entlang der Rheinbergstraße durch neue Wohngebäude ergänzt werden. STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 23 Abbildung 32: Abbildung 31: Denkmalgeschützte Gebäude und Ensembles Neben den rund 30 Baudenkmälern gibt es auch zwei Naturdenkmäler: das flächenhafte Naturdenkmal „Brurain-Kolbengarten“ und eine Silberweide, beide nordwestlich der Rheinbergstraße gelegen. STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 24 Zusammenfassung SWOT I Stadtbild und Städtebau STÄRKEN SCHWÄCHEN Knielingens Siedlungsteile sind städtebaulich als Ein- heiten ablesbar und ihrer jeweiligen Entstehungszeit zuzuordnen. Die Gestaltung ist jeweils homogen und angenehm, gestalterischer „Wildwuchs“ wie in heuti- gen Neubaugebieten häufig der Fall, ist v.a. in Neu- Knielingen und Knielingen 2.0 kaum vorhanden. Hoher Anteil unsanierter Gebäude in Alt-Knielingen, die nicht heutigen Standards genügen (55 Prozent der 2015 befragten Bewohnerinnen und Bewohner Alt-Knielin- gens sehen einen dringenden Sanierungsbedarf der ei- genen Wohnung, auch in Neu-Knielingen gaben 47 Pro- zent der Befragten Modernisierungsbedarf an). Im ältesten Stadtteil Karlsruhes gibt es historisch wertvolle bzw. stadtbildprägende Straßenzüge und Baustrukturen, insbesondere in Alt-Knielingen, es sind einige denkmalgeschützte Gebäude vorhanden. Wohnungsgrundrisse und -größen (vorwiegend in Alt- Knielingen) entsprechen nicht den heutigen Anforde- rungen/ Standards. Das Neubaugebiet in Knielingen 2.0 ist an die aktuel- len energetischen Standards angepasst. Energetische Standards entsprechen sowohl in Alt- Knielingen als auch in Neu-Knielingen nicht den aktuel- len Werten. Die hohe Nachfrage nach Wohnraum lässt kaum Leer- stände erkennen (nur vereinzelt leerstehende Ge- bäude in sehr schlechtem Zustand). Zum Teil erfolgte eine extrem dichte Bebauung zu Las- ten von wohnungsnahen Freiräumen und mit der Folge sehr hohen Parkdrucks insbesondere in Alt-Knielingen. Die kurz- bis mittelfristige Nachfrage nach Wohnraum sowie Gemischten und Gewerblichen Bauflächen kann mit den derzeit vorhandenen/ zu entwickelnden Flä- chen gedeckt werden. Insbesondere in Alt-Knielingen sind alte Gebäude und Gestaltelemente in der Vergangenheit durch unpas- sende An- und Umbauten sowie Modernisierungsmaß- nahmen oder Ersatz durch Neubauten als prägende Ele- mente verloren gegangen. Die Saarlandstraße und die Elsässer Straße mit dem historischen Pflaster haben Charme und betonen die besondere städtebauliche Situation des alten Stadt- teils mit seinen prägenden Gebäuden. Jakob-Dörr-Straße/ Bruchweg ist eine Art „Splittersied- lung“, der ein städtebaulicher Zusammenhang mit dem Stadtteil fehlt. Die bauliche Dichte ist in Neu-Knielingen und Knielin- gen 2.0 relativ gering und der Grün- und Freiflächen- anteil an den Grundstücken relativ hoch. Die Rheinbrückenstraße ist trennendes Element zwi- schen Alt-Knielingen und den neuen Siedlungsteilen, zudem geht von der Verkehrsbelastung eine erhebliche Störwirkung aus. Fehlende Identifikationspunkte und unzureichende städtebauliche Qualität/ gestalterische und funktionale Defizite am Elsässer Platz und an der Knielinger Kirche in Alt-Knielingen sowie am Krasnodarplatz in Knielingen 2.0. Enge Straßen in Alt-Knielingen bieten kaum Aufent- haltsqualitäten. Nur 29,2 Prozent der Alt-Knielingerin- nen und Alt-Knielinger sind mit der Aufenthaltsqualität der Straßen und Plätze zufrieden. Die Gestaltung und der Pflegezustand der kleinen Gas- sen in Alt-Knielingen sind verbesserungswürdig. Neuinstallation der Straßenbeleuchtung wird von den Bewohnerinnen und Bewohnern von Alt-Knielinger ne- gativ beurteilt. STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 25 STÄRKEN SCHWÄCHEN Das historische Pflaster in der Saarlandstraße und Elsäs- ser Straße ist für zu Fuß Gehende und mit dem Rad Fahrende eher unangenehm, zudem sind die Geräusch- belastungen hoch. Undefinierte Stadteingänge ohne entsprechende Ge- staltung. Die städtebauliche Dominante Hochhaus am Elsässer Platz wirkt eher störend als prägend, gestalterische De- fizite. Die Flächen des Bundeswehrdepots und des THW fügen sich nicht in den Siedlungskörper ein. CHANCEN RISIKEN Die Ausweisung eines Sanierungsgebietes bietet die Chance zur Erhaltung und Wiederherstellung der stadtteilprägenden Gebäude und Strukturen. Zunehmender Anteil sanierungsbedürftiger Bausub- stanz bis hin zum Verfall ist ohne Maßnahmen der Sa- nierung vorprogrammiert. Das Stadtteilentwicklungskonzept bietet die Chance zur Revitalisierung und Aufwertung Alt-Knielingens mit Ansätzen zur Stärkung des Siedlungsbereiches und zur Anbindung an die übrigen Siedlungsbereiche, auch im Zusammenhang mit der geplanten Ausweisung als Sanierungsgebiet. Starke Nachfrage nach Wohnungen birgt die Gefahr, dass Eigentümer auch ohne Modernisierung und Sanie- rung vermieten, da der Druck hoch ist und die Mieter sich deshalb mit niedrigen Standards zufrieden geben (müssen), Abwärtstrend erkennbar. Aufgrund des hohen Anteils an Privateigentum in Knielingen werden gute Chancen zur aktiven Mitarbeit am Stadtteilentwicklungskonzept und an der Umset- zung einzelner Projekte gesehen. Im Hinblick auf die geplante VU/ Sanierung in Alt- Knielingen wurde die Maßnahme zur Erneuerung der Straßenbeleuchtung aus städtebaulicher Sicht zu früh begonnen, besondere städtebauliche Situationen las- sen sich möglicherweise nicht mehr mit einer adäqua- ten Beleuchtung akzentuieren. Chance zur Sanierung und neuen Nutzung prägender oder denkmalgeschützter Bauten wie z.B. der ehema- ligen Militärkirche. Mit der Förderung der Ansiedlung von Versorgungsinf- rastruktur im Norden von Knielingen 2.0 besteht die Gefahr, dass Alt-Knielingen diesbezüglich benachteiligt wird und sich der Negativtrend des „Ausblutens“ fort- setzt. Synergieeffekte in Verbindung mit der Aufwertung und Umgestaltung öffentlicher Platzbereiche sind zu erwarten (z.B. Platz vor Knielinger Kirche bietet Poten- zial zur Platzgestaltung aufgrund städtebaulicher und funktionaler Qualitäten). STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 26 3.3 Verkehr und Mobilität Verkehrssituation Knielingen ist durch die Lage im Westen Karlsruhes in unmittelbarer Nähe zum Rhein geprägt. Die Bun- desstraße 10 (B 10) mit der Rheinbrücke stellt eine äußerst wichtige Verbindung über den Rhein dar und ist entsprechend stark befahren. Die Nähe zur Raffinerie (nördlich der B 10) und zum Hafen (südlich der B 10) verstärken den hohen Verkehrsdruck auf die Südtangente, ebenso wie weitere bedeutende Fir- men in Knielingen (Siemens Industriepark). Die Zubringerstraßen in Knielingen sind vor allem die Rhein- brückenstraße und die Sudetenstraße, die an die B 36 östlich von Knielingen anbindet. Zusammen mit der S-Bahn (Haltepunkt südwestlich Alt-Knielingen), den Straßenbahnlinien (teilweise noch im Ausbau) und den Buslinien ist Knielingen gut an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden. Die Buslinien über- nehmen in der Regel eine Zubringerfunktion zu den Straßenbahnhaltestellen. Die verkehrsgünstige Lage bringt entsprechende Belastungen für Knielingen mit sich, da einerseits er- hebliche Emissionen von den überörtlichen Straßen und Schienenwegen ausgehen und andererseits die Hauptverkehrswege in Knielingen als Zubringer- und Ausweichstrecken ebenfalls stark befahren sind. Vor allem der Pendlerverkehr führt zu einer hohen Belastung insbesondere des südlichen Knielingens, da die Rheinbrückenstraße mit ihren Seitenstraßen häufig als Ausweichstrecke genutzt wird. Hinzu kom- men weitere „Schleichwege“, die auch durch eigentlich ruhigere Wohnbereiche führen. Diese werden trotz Verkehrsbeschränkungen von Ortskundigen genutzt. Verkehrsstörungen auf der B 10 wirken sich nach Knielingen hinein aus, da es zu Rückstaus auf der Rheinbrückenstraße kommt. Abbildung 33: Straßenhierarchie Zur Entlastung der gesamten Verkehrssituation im Zusammenhang mit dem „Nadelöhr“ Rheinbrücke, gibt es in Karlsruhe seit Jahrzehnten Planungen für eine zweite Rheinbrücke und eine Nordtangente für ganz Karlsruhe. Die Planungen und Ziele von Bund und Stadt Karlsruhe sind nicht in allen Punkten über- einstimmend, so dass momentan nur der westliche Abschnitt Zweite Rheinbrücke und die Nordtangente STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 27 West bis zur B 36 vorangebracht werden sollen, was auch im Verkehrsentwicklungsplan der Stadt ver- ankert wurde. Im Flächennutzungsplan 2010 ist die Trasse ebenfalls in Planung dargestellt. Die Planfest- stellung Zweite Rheinbrücke wird von der Stadt nicht mitgetragen, da diese unmittelbar an die B 10 in Höhe Anschluss Raffinerie angebunden werden soll. Zielführend ist demnach nur eine Fortführung der Nordtangente West bis Anschluss an die B 36, was eine echte Kapazitätserweiterung und eine Entlas- tung für Knielingen bringen kann. Die B 10 ist aufgrund der örtlichen Gegebenheiten (Topographie und Flächenverfügbarkeit für zusätzliche Fahrstreifen „Knielinger Pförtner“, kurzer Abstand zwischen den Auf-/ Abfahrten) kaum erweiterbar. Zudem dient die momentane Verkehrsführung zur Regulierung des für die Stadt Karlsruhe verträglichen Zufahrtsverkehrs zu Stoßzeiten, d.h. der fließende Verkehr wird „dosiert“ in die Stadt geleitet. Die Planungen zur zweiten Rheinbrücke und zur Nordtangente West werden innerhalb Knielingens und in den politischen Gremien der Stadt kontrovers diskutiert. Im Rahmen der vorliegenden Bestandsana- lyse werden die vorhandenen Planungen als Rahmenbedingungen aufgenommen und hinsichtlich der möglichen positiven und negativen Wirkungen als Chancen und Risiken dargestellt. Erst im nachfolgen- den Schritt der konzeptionellen Arbeit können diese im Rahmen der Zusammenarbeit mit den Bürge- rinnen und Bürgern und den städtischen Behörden und Gremien weitergehend vertieft werden. Ob sich insbesondere zum Punkt der Planung einer zweiten Rheinbrücke und Nordtangente West ein Konsens finden lässt und ob dies im Rahmen des Stadtteilentwicklungskonzeptes leistbar ist, wird sich im weite- ren Prozess zeigen. Die Situation ist für die Knielinger Bevölkerung belastend, wie die Umfrageergebnisse (s. unten) zeigen. Auch im Rahmen der Auftaktveranstaltung zur Bürgerbeteiligung zum Stadtteilentwicklungskonzept war das Thema Verkehr sehr präsent. Die Problematik zieht sich durch die Schwerpunkte Verkehrs- stärke, hohe Geschwindigkeit, Lärmbelastung, Verkehrssicherheit für nichtmotorisierte Verkehrsteil- nehmerinnen und Verkehrsteilnehmer sowie Parkplatzprobleme. Räumliche Problemschwerpunkte sind die Rheinbrückenstraße und die Sudetenstraße als Hauptver- kehrsachsen in Knielingen. Vor allem die Rheinbrückenstraße ist mehrstreifig ausgebaut und hat eine Straßenbahnlinie parallel verlaufend. Als wesentliche Ziel- und Quellbereiche für das Verkehrsaufkom- men werden das Gewerbegebiet um Siemens sowie der neue Versorgungsbereich Knielingen 2.0 gese- hen. Die Wohn- und Lebensqualität in einem Stadtteil wird von ver- schiedenen Gesichtspunkten be- einflusst. Wie zufrieden sind Sie mit folgenden Aspekten in Knielingen? Verkehrssituation allgemein Durchschnittli- che Zufriedenheit 100=sehr zu- frieden bis 0=sehr unzu- frieden Befragte mit Antwort sehr zufrie- den zufrieden teilweise zufrieden unzufrieden sehr unzu- frieden Anteile an den Befragten insg. 504 Karlsruhe 2011 15,7% 43,1% 26,2% 11,1% 3,8% 64 3.418 Knielingen insgesamt 2015 3,3% 24,1% 28,2% 24,7% 19,8% 42 486 Stadtviertel Alt-Knielingen 3,0% 19,9% 25,9% 24,1% 27,1% 37 166 Neu-Knielingen 3,5% 26,4% 29,6% 24,8% 15,7% 44 318 Abbildung 34: AllgemeineVerkehrssituation, Quelle: AfSta, Umfrage zur Wohn- und Lebensqualität Knielingen 2015 Die Umfrageergebnisse zeigen, dass die Zufriedenheit mit der Verkehrssituation in Knielingen geringer ist als in allen anderen Karlsruher Stadtteilen. Besonders hoch ist die Unzufriedenheit in Alt-Knielingen. Über die Hälfte (51,2 Prozent) der dortigen Bewohnerinnen und Bewohner geben an, unzufrieden oder sehr unzufrieden mit der allgemeinen Verkehrssituation zu sein. Lediglich 3,3 Prozent sind mit der Situ- ation in ihrem Stadtteil sehr zufrieden. Die Vor-Ort-Bevölkerung fordert eine Konkretisierung des ge- samtstädtischen Verkehrskonzeptes für ihren Stadtteil. STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 28 Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel Die Anbindung an den ÖPNV ist durch die Stadtbahnlinie S5 und die Tram 2 sowie die beiden Buslinien 74 und 75 gegeben. Die S5 fährt im 10-Minuten-Takt und verbindet den Stadtteil auf direktem Weg mit der Innenstadt, jenseits des Rheins sind Germersheim und Wörth Dorschberg angebunden. Die Tram 2 endet momentan an der Lassallestraße, die Verlängerung bis Egon-Eiermann-Allee ist in Planung. Wei- terhin verfügt Knielingen über einen Regionalbahnanschluss mit Anbindung Richtung Lauterbourg (Strasbourg) und Neustadt/Weinstraße. Die Buslinie 75 erschließt den Siedlungsbereich Bruchweg in der Fläche und bindet an die S5 in der Rheinbrückenstraße an, die Linie 74 erschließt das östliche Neu-Knielingen und bindet ebenfalls in der Rheinbrückenstraße an die S5 sowie östlich an die S2 an. Alt-Knielingen ist ausschließlich an die Stadt- bahn in der Rheinbrückenstraße angebunden, südöstlich liegt der Regionalbahnhaltepunkt in Alt- Knielingen. Abbildung 35: Auszug Liniennetzplan, Quelle: Karlsruher Verkehrsverbund 2015 STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 29 Abbildung 36: ÖPNV-Anbindung In der Bevölkerung, besonders von Alt-Knielingen, erfährt die Anbindung an das öffentliche Verkehrs- netz hohen Zuspruch. Neu-Knielingen ist weniger gut an den schienengebundenen Verkehr angeschlos- sen. Dies wird auch aus den Umfrageergebnissen deutlich. Hier wird der ÖPNV ausschließlich über den Linienbusverkehr abgedeckt. In den kommenden Jahren ist jedoch die Verlängerung der Tramlinie 2 in das Neubaugebiet 2.0 geplant. Zusätzlich ist ein barrierefreier Ausbau aller Haltestellen und Zuwegun- gen vorgesehen. Die Wohn- und Lebensqualität in einem Stadtteil wird von ver- schiedenen Gesichtspunkten be- einflusst. Wie zufrieden sind Sie mit folgenden Aspekten in Knielingen? Anbindung an den ÖPNV (Bahn, Tram, Bus) Durchschnittli- che Zufriedenheit 100=sehr zu- frieden bis 0=sehr unzu- frieden Befragte mit Antwort sehr zufrie- den zufrieden teilweise zufrieden unzufrieden sehr unzu- frieden Anteile an den Befragten insg. 504 Karlsruhe 2011 53,4% 36,5% 7,2% 2,4% 0,6% 85 3.465 Knielingen insgesamt 2015 29,7% 48,5% 12,3% 6,3% 3,3% 74 489 Stadtviertel Alt-Knielingen 37,9% 53,8% 6,5% 0,6% 1,2% 82 169 Neu-Knielingen 25,2% 45,6% 15,4% 9,4% 4,4% 69 318 Abbildung 37: Anbindung an den ÖPNV, Quelle: AfSta, Umfrage zur Wohn- und Lebensqualität Knielingen 2015 Nichtmotorisierter Individualverkehr Das innerörtliche Verkehrsnetz in Knielingen ist zum jetzigen Zeitpunkt größtenteils auf die Bedürfnisse des motorisierten Individualverkehrs ausgerichtet. Durch die weite Ausdehnung des Stadtteils sind die Wege innerhalb Knielingens relativ weit. Besonders Alt-Knielingen ist inzwischen hinsichtlich der Er- reichbarkeit z.B. von Versorgungseinrichtungen zu Fuß oder mit dem Fahrrad benachteiligt. Im Norden STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 30 von Knielinigen 2.0 wurde ein Nahversorgungszentrum entwickelt, gleichzeitig gingen die bestehenden Angebote in Alt-Knielingen zurück. Der teilweise mangelhafte bauliche Zustand und die geringe Breite der Gehwege in Verbindung mit der ansteigenden bzw. abfallenden Topografie (vorwiegend in Alt-Knielingen) stellt besonders für ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen sowie Personen mit Kinderwagen ein Hindernis dar. Erschwert wird dies zusätzlich durch das insbesondere in Alt-Knielingen etablierte Gehwegparken. Derzeit in der Umsetzung befindet sich ein Konzept zur Unterbindung des Gehwegparkens außerhalb der explizit dafür ausgewiesenen Bereiche. Teile der Bürgerschaft stehen dem aufgrund des befürchteten Stellplatzver- lustes kritisch gegenüber. Abbildung 38: Gehwegparken in der Saarlandstraße und in der Rheinbergstraße Die Sicherheit der nichtmotorisierten Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer ist durch ver- schiedene Faktoren beeinträchtigt: zum Teil werden Tempolimits nicht eingehalten, parkende Fahr- zeuge erschweren das Sehen und Gesehenwerden, Querungen an stark befahrenen Straßen sind nicht ausreichend sicher gestaltet und nicht zuletzt sind die Gehwegbreiten sowie Straßenräume insbeson- dere in Alt-Knielingen nicht dem Bedarf der zu Fuß Gehenden und dem Nebeneinander verschiedener Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer angemessen. Hinzukommt das Fehlen visueller Querungshilfen wie Zebrastreifen oder Leiteinrichtungen an Querun- gen mit der Straßenbahn, die beispielsweise für Kinder auf dem Schulweg mehr Sicherheit bieten wür- den. Abbildung 39: Gehwegparken führt zu Verkehrskonflikten und Rückstaus in der Saarlandstraße, problematische Topografie und schmale Gehwege in der Eggensteiner Straße Auch in Hinblick auf den Radverkehr ist die Situation des nichtmotorisierten Verkehrs als verbesserungs- würdig einzustufen. Denn obwohl eine direkte Verbindung von der Innenstadt nach Knielingen besteht, gibt es im Stadtteil überwiegend keine vom Pkw-Verkehr separat geführten Fahrradwege oder Radspu- ren. Der Radverkehr wird in der Regel über kombinierte Rad-/Fußwege oder auf der Fahrbahn geführt. Große Teile Knielingens sind als Tempo-30-Zone ausgewiesen, so dass hier die gesonderte Ausweisung STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 31 von Radwegen nicht erforderlich ist. Die Reinmuthstraße, Siemensallee und Moltkestraße sind für den Radverkehr zwischen Knielingen und der Karlsruher Innenstadt die schnellste Verbindung. Über die Hans-Thoma-Straße ist eine Anbindung an die Cityroute-Nord/Zirkel mit ihrer Verteilerfunktion in die Innenstadt und zu anderen zukünftigen Radrouten gegeben. Abbildung 40: Radverkehrsnetz Karlsruhe 2005; Quelle: Stadt Karlsruhe Parkplatzangebot Die knapp 5.360 in Knielingen angemeldeten Pkw (ca. 548 Pkw je 1.000 Einwohner) werden überwie- gend im Hof oder am Straßenrand sowie in privaten Garagen abgestellt. Der Parkdruck ist insbesondere in Alt-Knielingen hoch. Hier verfügen fast 30 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner über keinen eigenen Stellplatz auf dem Grundstück, resultierend aus einer sehr dichten Bebauung und geringen Frei- flächenanteilen. In Neu-Knielingen sind es knapp über 19 Prozent. Entsprechend groß ist der Bedarf an Stellplätzen im öffentlichen Straßenraum. Die Wohn- und Lebensqualität in einem Stadtteil wird von ver- schiedenen Gesichtspunkten be- einflusst. Wie zufrieden sind Sie mit folgenden Aspekten in Knielingen? Parkplatzangebot Durchschnittli- che Zufriedenheit 100=sehr zu- frieden bis 0=sehr unzu- frieden Befragte mit Antwort sehr zufrie- den zufrieden teilweise zufrieden unzufrieden sehr unzu- frieden Anteile an den Befragten insg. 504 Karlsruhe 2011 15,9% 34,3% 24,7% 16,3% 8,8% 58 3.309 Knielingen insgesamt 2015 6,8% 33,1% 28,3% 18,4% 13,5% 50 474 Stadtviertel Alt-Knielingen 2,5% 21,7% 29,2% 23,0% 23,6% 39 161 Neu-Knielingen 9,0% 39,2% 27,7% 15,8% 8,4% 56 311 Abbildung 41: Parkplatzangebot, Quelle: AfSta, Umfrage zur Wohn- und Lebensqualität Knielingen 2015 STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 32 Während 48,2 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner aus Neu-Knielingen mit dem dortigen Park- platzangebot sehr zufrieden oder zufrieden sind, sind es in Alt-Knielingen lediglich 24,2 Prozent. Gleich- zeitig ist dort der Anteil der mit der Parkplatzsituation Unzufriedenen und sehr Unzufriedenen mit 46,6 Prozent extrem hoch. Wie bereits in den vorangegangenen Abschnitten beschrieben, sind die Straßenräume in Alt-Knielingen aus der historischen Entwicklung heraus sehr schmal und bieten daher nicht genügend Raum für alle Verkehrsteilnehmenden. Die schmalen Gehwege werden überwiegend durch parkende Autos mitbe- nutzt, um die Begegnung der Fahrzeuge im Fahrbahnbereich zu ermöglichen. In Neu-Knielingen und Knielingen 2.0 sind die Straßenräume großzügiger angelegt. Aufgrund der lockereren Bebauung ist der Parkdruck geringer. Abbildung 42: Parkplatzangebot in Neu-Knielingen und Knielingen 2.0 Lokal sind die Bereiche um Siemens von Parksuchverkehr und hohem Parkdruck betroffen, da die fir- meneigenen Parkplätze scheinbar nicht ausreichen bzw. näher gelegene Parkplätze in den angrenzen- den Wohnbereichen von den Beschäftigten bevorzugt werden. STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 33 Zusammenfassung SWOT I Verkehr und Mobilität STÄRKEN SCHWÄCHEN Gute Anbindung an überörtlichen Verkehr über B10 Richtung Metropolregionen Rhein-Neckar und Stutt- gart sowie nach Karlsruhe. Starke Belastungen der angrenzenden Bereiche durch das hohe Aufkommen von Durchgangsverkehr auf der Rheinbrückenstraße, Sudetenstraße, besonders durch Pendlerströme. Pendler benutzen Ausweichstrecken, besonders betrof- fen ist Alt-Knielingen (Saarlandstraße, Untere Straße) aber auch Neu-Knielingen (Reinmuthstraße und Seiten- straßen mit Anbindung an Rheinbrückenstraße). Hohe Lärm- und Abgasbelastung durch die Südtangente (B 10), Rheinbrücke als „Nadelöhr“, Bahnlärm. Durchfahrtsverbote insbesondere für Lkw werden nach Auffassung der Bürgerinnen und Bürger häufig ignoriert und führen daher zu weiteren Lärmbelastungen. Häufig unangepasste Geschwindigkeiten der Autofah- renden, besonders in schmalen Straßen gefährlich. Straßenzustand ist verbesserungswürdig, zahlreiche Flickstellen, Materialmix in Gehwegen, Pflegezustand stellenweise mangelhaft. Das Baugebiet Blindstraße/ Blenkerstraße ist nur über die Rheinbergstraße erschlossen, nach Auffassung der Knielinger Bevölkerung fehlt eine Anbindung an die Eg- gensteiner Straße/ Egon-Eiermann-Allee (Topografie), keine Weiterführung zur B 36 (Bundeswehrfläche). Insgesamt gute ÖPNV-Anbindung durch Straßenbahn und Busverkehr in die Innenstadt sowie überörtlich durch die Regionalbahn. Derzeit besteht ein Anbindungsdefizit in Knielingen 2.0 an den schienengebundenen ÖPNV. ÖPNV-Haltestellen und deren Zuwegung sind noch nicht durchgehend barrierefrei ausgebaut. Gute Erreichbarkeit der umgebenden Landschafts- und Naherholungsräume insbesondere zu Fuß und mit dem Fahrrad. Schlechte (fußläufige) Anbindung zwischen Alt-Knielin- gen und Neu-Knielingen (Barrierewirkung durch Rhein- brückenstraße und Gleise), (zu) wenige Querungsmög- lichkeiten mit Sicherheits- und Gestaltungsmängeln. Gehwegbreiten sind in Neu-Knielingen und Knielingen 2.0 in der Regel ausreichend dimensioniert, obwohl auch hier teilweise die gewünschten Breiten unter- schritten sind. Gehwege in Alt-Knielingen sind größtenteils viel zu schmal, meist nicht barrierefrei. Wegeverbindungen zwischen den Straßen ermögli- chen eine fußläufige Erreichbarkeit auf kurzem Wege auch unabhängig vom Straßennetz. Fußwege und schmale Gassen weisen funktionale und gestalterische Mängel auf, teilweise fehlt Beleuchtung, Wahrnehmung als Angstraum; eingeschränkte fußläu- fige Erreichbarkeit, aber auch eine durch die Topografie eingeschränkte Mobilität mit dem Fahrrad. Konfliktsituationen zwischen motorisierten und nicht- motorisierten Verkehrsteilnehmenden, insbesondere in schmalen Straßen in Alt-Knielingen und an Kreuzungs- bereichen mit höherem MIV-Aufkommen. STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 34 STÄRKEN SCHWÄCHEN Gefährliche Situationen und Kreuzungen für Kinder, fehlende Zebrastreifen, bauliche Hinweise oder Beschil- derungen. Grünphasen an Fußgängerampeln (Rheinbrücken- straße) sind zu kurz, insbesondere für Schulkinder so- wie Seniorinnen und Senioren/ mobilitätseinge- schränkte Personen. Das Radwegekonzept der Stadt ist noch nicht durchge- hend in Knielingen umgesetzt, Bürgerinnen und Bürger sind unzufrieden mit Wegführungen, baulicher Ausfüh- rung, Sicherheit und Beschilderung insbesondere für Kinder. Das Parkplatzangebot im Straßenraum ist in Neu- Knielingen und Knielingen 2.0 in der Regel ausrei- chend. P & R Parkplätze in der Östlichen Rheinbrückenstraße werden durch parkende Lkw blockiert, auch am Wo- chenende, Begegnung Pkw und Bus kaum mehr mög- lich. 30 Prozent der Anwohner in Alt-Knielingen und fast 20 Prozent in Neu-Knielingen verfügen nicht über einen ei- genen Stellplatz auf dem Grundstück, daraus resultiert ein erheblicher Parkdruck im öffentlichen Straßenraum. Beidseitiges Gehwegparken in engen Straßen führt in der Saarlandstraße, Neufeldstraße, Unteren Straße zu eingeschränktem Begegnungsverkehr mit der Folge von Rückstaus in verkehrsstarken Zeiten. Erhöhung des Parkdrucks in den Wohnbereichen in der Nähe von Siemens, da die Beschäftigten die nahe gele- genen Straßen zum Parken nutzen. CHANCEN RISIKEN Bessere Anbindung des Neubaugebietes an den ÖPNV durch Ausbau der Tram, dadurch ist eine Reduzierung der momentanen Verkehrsbelastung möglich. Die Erweiterung der Tram bis in die Egon-Eiermann-Al- lee bewirkt eine zunehmende Lärmbelastung und eine verstärkte Trennwirkung in den erschlossenen Straßen- zügen. Entlastung Knielingens durch Verlagerung des Ver- kehrs durch alternative Verkehrsführungen. Die Planungsoption zur Verkehrsentlastung durch eine nördliche Umfahrung mit Anbindung an die B 36 würde zusätzlich zur B 10 im Süden eine weitere Emissions- quelle im Norden Knielingens schaffen verbunden mit der Zerschneidung der Landschaft, Qualitätsminderung des Naherholungsgebietes und Biotopverlust. Umgestaltung des breiten Straßenkörpers der Rhein- brückenstraße und parallel verlaufender Straßen. Neuansiedlung von Firmen/ Erweiterung von Gewerbe- flächen lassen Zunahme des Verkehrsaufkommens und des Parkdrucks erwarten. Das Stadtteilentwicklungskonzept bietet die Möglich- keit, Anregungen aus der Bevölkerung zu Temporedu- zierung, aktiven Lärmschutzmaßnahmen, Durchfahrts- verboten u.a. stärker in die Diskussion zu bringen. Konzept zur Ahndung des Gehwegparkens kann die Si- tuation insbesondere in Alt-Knielingen verschärfen, Ak- zeptanzprobleme, Anwohner präferieren weniger Rege- lungen. STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 35 CHANCEN RISIKEN Das Stadtteilentwicklungskonzept und die geplanten Vorbereitenden Untersuchungen in Alt-Knielingen können Maßnahmen zur Umgestaltung von Straßen- räumen und zur zukünftigen Verkehrsführung (z.B. ni- veaugleicher Ausbau, Verbindungsstraßen zwischen Wohnbereichen) anstoßen, die eine verträglichere Verkehrsabwicklung ermöglichen. Chance zur weiteren Umsetzung und Optimierung des Radwegekonzeptes. Konzepte zur verträglichen Abwicklung des Berufs- pendlerverkehrs (Park+Ride, ggf. Parkraumbewirt- schaftung usw.) bieten Chancen, das Verkehrsaufkom- men in Knielingen zu reduzieren. Ausbau des Car-Sharing-Angebotes als Chance zur Re- duzierung der privaten Pkw. Ansätze des Verkehrsentwicklungsplans zum Modal Split weiterentwickeln und konsequent umsetzen, dient der Stärkung des ÖPNV/ Fuß- und Radverkehrs und der Reduzierung des motorisierten Individualver- kehrs (Bewusstseinsbildung). STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 36 3.4 Natur, Stadtgrün und Klimaschutz Aufgrund der Lage Knielingens in unmittelbarer Nähe zum Rhein ist eine einmalige landschaftliche Um- gebung prägend für den Stadtteil. Nachfolgend werden die Teilbereiche der umgebenden Landschaft und der innerörtlichen Grün- und Freiflächen differenziert betrachtet. Die Erholungs- und Freizeitmög- lichkeiten sowie Aspekte des Klimaschutzes werden im Anschluss analysiert. Natur und Landschaft Knielingen ist südwestlich bis in den Norden von unterschiedlichen Landschaftsräumen eingefasst. Da- bei sind die Bereiche der Rheinniederung mit den Altrheinflächen, dem Knielinger See und der Alb als Natur- und Landschaftsschutzgebiete ausgewiesen, während die westlich und nördlich gelegenen Be- reiche überwiegend landwirtschaftlich genutzt sind. Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiete Das Naturschutzgebiet (NSG) „Altrhein Maxau“ (in der Karte rot gekennzeichnete Fläche 1) umfasst den nördlichen Teil des Knielinger Sees und grenzt an das Hofgut Maxau im Westen. Bereits seit 1980 hat es seinen Schutzstatus. An dieses NSG schließt das Naturschutzgebiet „Burgau“ (ebenfalls rot gekennzeich- nete Fläche 2) an, welches 1989 als Schutzgebiet ausgewiesen wurde. Es liegt in den Rheinauen zwi- schen dem Rhein im Westen, dem Rheinhafen im Süden sowie der Alb und der Südtangente im Osten und Norden. Die in der Karte grün dargestellten Flächen kennzeichnen das Landschaftsschutzgebiet Burgau als ökologisch notwendigen Ergänzungsraum für das gleichnamige Naturschutzgebiet. Der überwiegende Teil der ausgewiesenen Flächen der Natur- und Landschaftsschutzgebiete ist Be- standteil der großräumigen EU-Vogelschutzgebiete und FFH-Gebiete (Flora-Fauna-Habitat-Gebiet) der Rheinniederung zwischen Karlsruhe und Wintersdorf. Aufgrund der Unterschutzstellung der großen Flächen um Knielingen gibt es Interessenskonflikte zwi- schen den Zielen des Naturschutzes und der Knielinger (und Karlsruher) Bevölkerung, die die Bereiche stärker zu Naherholungszwecken nutzen möchte. Große Teilbereiche des Knielinger Sees und die dicht angrenzende Alb sind für die Knielinger Bürgerinnen und Bürger nur eingeschränkt erlebbar und nutz- bar. Hier befinden sich auch die größten zusammenhängenden Waldflächen am östlichen und südlichen Rand des Knielinger Sees, ansonsten gibt es nur kleine Waldstücke und Gehölzbestände im Untersu- chungsgebiet. Abbildung 43: Natur- und Landschaftsschutzgebiete, Quelle: http://udodienste.lubw.baden-wuerttemberg.de 1 2 STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 37 Landschaftspark Rhein mit Hofgut Maxau Der Landschaftspark Rhein ist ein Leitprojekt des Karlsruher Masterplan 2015 innerhalb des Handlungs- feldes „Stadt am Rhein“. Ein wichtiger Projektbaustein ist der „Park Maxau“, welcher zum 300-jährigen Stadtjubiläum im Jahr 2015 realisiert wurde. Abbildung 44: Denkmalgeschützte Hofanlage „Hofgut Maxau“ mit Spielbereich und Rheinterrasse mit Blick auf Rheinbrücke Das als landwirtschaftlicher Betrieb genutzte Hofgut Maxau ist eine denkmalgeschützte Hofanlage. Hier bilden das Knielinger Museum als eine der sehr wenigen Kultureinrichtungen in Knielingen, eine Mehr- generationenspielanlage und einer gastronomischen Einrichtung sowie eine Rheinterrasse am Rheindamm die Aktivitätsschwerpunkte, die auf diesen Bereich konzentriert, in das Landschaftsschutz- gebiet Burgau integriert wurden. Kleingartenflächen In Höhe der Pferderennbahn sind beidseits der B 10 Kleingartenanlagen gelegen, die sich innerhalb des reich strukturierten Landschaftsschutzgebietes Burgau befinden. Weitere Kleingartenanlagen liegen in weniger sensiblen Landschaftsbereichen westlich des Frauenhäusleweges sowie als „Grünzäsur“ zwi- schen den Wohnbauflächen östlich der Sudetenstraße und dem Gewerbegebiet um den Standort Sie- mens. Ihr Erholungs- und Nutzwert ist für die Pächter der einzelnen Parzellen sehr hoch, als öffentlicher Naherholungsraum bieten die Flächen kaum Potenzial, da lediglich die Erschließungswege zum Spazie- ren oder ggf. als Radwegeverbindung genutzt werden können. Landwirtschaftliche Nutzflächen Sowohl im Landschaftsschutzgebiet Burgau als auch nordwestlich der Siedlungsfläche Knielingens be- finden sich landwirtschaftliche Nutzflächen. Sie zeigen eine relativ hohe Strukturvielfalt. Intensiv ge- nutzte Ackerflächen, Mähwiesen, extensiv genutzte Streuobstwiesen und Weiden prägen die land- schaftlich und ökologisch wertvollen Strukturen. Über die landwirtschaftlichen und sonstigen Wege sind diese siedlungsnahen Freibereiche gut erreichbar und als Spazier- und Radwege von besonders hoher Wertigkeit für die wohnungsnahe Erholung. Abbildung 45: Landwirtschaftliche Flächen und Streuobstwiesen STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 38 Gewässer Der Rhein und die angrenzenden Altrheinarme, Hafenbecken und der Knielinger See sowie die Alb sind die wertgebenden Gewässer in der näheren Umgebung Knielingens, die auch darüber hinaus natürlich eine entsprechende Bedeutung im Biotopverbund sowie im Landschaftsraum haben. Kleinere Gräben und Teiche befinden sich in Siedlungsnähe und werden teilweise als Angelweiher genutzt. Die Flussaue der Alb hat als verbindendes Grünelement in die Stadt hinein eine große Bedeutung. Jedoch ist die Er- reichbarkeit der Alb teilweise eingeschränkt, der überregionale Radweg ist in seinem Verlauf an der Alb nicht durchgängig. Die Knielinger Bürgerinnen und Bürger bemängeln die Aufenthaltsqualitäten und - möglichkeiten sowie die kaum vorhanden Zugänge direkt zum Wasser. Abbildung 46: Angelweiher am Bruchweg und Alb Stadtgrün Stadtgrün in Form von öffentlichen Grünflächen, Parks, begrünten Stadtplätzen und Straßengrün ist in Knielingen von verhältnismäßig geringer Bedeutung, wie auch die nachfolgende Abbildung zeigt. Es sind sowohl Natur- und Landschaftsraumelemente der Burgau dargestellt wie auch Kleingärten und öffent- liche Parkbereiche, Friedhof und Straßenbegleitgrün. Abbildung 47: Auszug Natur und Landschaftsflächen STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 39 Alt-Knielingen Zusammen mit der sehr dichten Bebauung und dem daraus folgenden geringen Anteil privater Grün- und Freiflächen im direkten räumlichen Zusammenhang mit der Wohnung steigt die Bedeutung nahe- gelegener Grün- und Freiflächen im öffentlichen Raum in Alt-Knielingen. Auffallend ist, dass gerade in Alt-Knielingen innerhalb des Siedlungskörpers keine öffentlichen Grünflächen oder Grünplätze vorhan- den sind. Westlich bzw. südwestlich verläuft die Alb mit ihrem prägenden Gehölzbestand, die Bestand- teil des großen Landschafts- und Naturschutzgebietes Burgau ist. Daneben liegen ebenfalls in Randlage Kleingartenflächen und eine Grünfläche mit Spielmöglichkeiten an der Litzelau. Im Bereich des Festplatzes südwestlich des Sängerheims exisitiert ein kleiner Skate- und BMX-Trail. Gegenüber liegt der Holzbierebuckel, ein begrünter Hügel mit Spielplatz, der gut angenommen ist. Diese Bereiche sind für die Bewohnerinnen und Bewohner Alt-Knielingens recht gut bis gut erreichbar. Abbildung 48: Elsässer Platz (Blick Richtung Osten, Rheinbrückenstraße und von oben Richtung Nordwesten) Raumbildendes Straßenbegleitgrün fehlt fast durchgehend in Alt-Knielingen, lediglich in der Saarland- straße östlich des Elsässer Platzes sowie gegenüber des Elsässer Platzes sind Straßenbäume vorhanden. Der Elsässer Platz, einziger unter den Stadtteilbewohnerinnen und Stadtteilbewohnern bekannter und angenommener Platz, war früher zentraler Punkt und Versorgungszentrum. Heute geht diese Funktion immer mehr verloren. Die straßenbegleitende Begrünung der Rheinbrückenstraße bildet immerhin ein- seitig eine grüne Kulisse für den fast ausschließlich gepflasterten Platz mit einer Brunnenanlage. Die Straßenbahnhaltestelle befindet sich an der Nordostseite an der Rheinbrückenstraße. Ansonsten weist der Platz wenig Aufenthaltsqualität auf. Zweimal in der Woche findet hier ein kleiner Wochenmarkt statt. Außerdem befindet sich hier ein öffentlicher Bücherschrank mit integriertem Informationsbild- schirm. Abbildung 49: Elsässer Platz (Blick Richtung Osten, Rheinbrückenstraße und von oben Richtung Nordwesten) STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 40 Neu-Knielingen An der Eggensteiner Straße befindet sich mit einer Parkanlage mit Spielbereichen und Bolzplatz sowie dem Friedhof die größte zusammenhängende öffentliche Grünfläche in Neu-Knielingen. Der Friedhof ist parkähnlich mit Wegen angelegt und kann auch zum Spazierengehen und Verweilen genutzt werden. Die unter Denkmalschutz stehende Gesamtanlage wurde ab 1840 an ihren heutigen Standort verlegt. Der Spielplatz ist weiträumig und vielfältig ausgestattet. Aufgrund der Trennung Alt-Knielingens und Neu-Knielingens durch die Rheinbrückenstraße ist die Erreichbarkeit dieser wertvollen Freiräume für die Bewohnerinnen und Bewohner Alt-Knielingens eingeschränkt, da die Querung insbesondere für Kin- der und mobilitätseingeschränkte Personen gefährlich oder auch unangenehm ist. Abbildung 50: Spielplatz im Park an der Eggensteiner Straße und Blick Richtung Eggensteiner Straße über die Rheinbrückenstraße Die Eggensteiner Straße ist zwischen Rheinbrückenstraße und Pionierstraße beidseits mit alten Bäumen bestanden. In der Reinmuthstraße ist zwischen zwei getrennten Fahrbahnen eine Grünfläche mit Dop- pelbaumreihe angelegt, und zwar ab Höhe der Grundschule bis zur Sudetenstraße. In der Siemensallee setzt sich der mittige Grünstreifen fort. Die privaten Grundstücksflächen bieten in Neu-Knielingen überwiegend mehr wohnungsbezogenen Freiraum als in Alt-Knielingen, so dass der Druck und Bedarf an öffentlichen Grünflächen hier geringer scheint als in Alt-Knielingen. Öffentliche Plätze und Begegnungsräume sind in Neu-Knielingen nicht vor- handen. Knielingen 2.0 Knielingen 2.0 verfügt in Form einer zentralen Grünachse über einen multifunktionalen Grünbereich zwischen Pionierstraße und Egon-Eiermann-Allee. Hier sind im Rahmen der Konversion und Entwicklung des neuen Siedlungsbereiches Knielingen 2.0 Spielflächen in einer untergliederten Grünzone neu ange- legt worden, die sich im Laufe der Zeit auch zu wertvollen Grünbeständen entwickeln werden. Zum jetzigen Zeitpunkt handelt es sich noch um junge Bepflanzungen. Teilweise haben die Grünflächen auch die Funktion der Niederschlagswasserrückhaltung inne, sie sind muldenförmig ausgebildet. Als Spielbe- reich und Treffpunkt wird die Fläche, an die sich im Norden der neue Krasnodarplatz anschließt, gut angenommen. Der Krasnodarplatz hat als zentraler Stadtteilplatz im Neubaugebiet ohne Versorgungs- funktion jedoch nahezu keine Bedeutung für den übrigen Stadtteil. STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 41 Abbildung 51: Zentrale Grünfläche in Knielingen 2.0 und Krasnodarplatz Im Straßenraum sind Parkplätze angelegt, welche durchgehend mit Bäumen begrünt sind. In der Sude- tenstraße und in der Egon-Eiermann-Allee ist in der Straßenmitte eine Fläche zur Aufnahme der Stra- ßenbahngleise vorbereitet, die momentan als Wiese angelegt ist. Erholung und Freizeit Knielingen verfügt über eine Vielzahl an Spiel- und Sportflächen. Letztgenannte sind hauptsächlich den Vereinen angegliedert und daher nicht immer öffentlich zugänglich. Abbildung 52: Auszug Freizeitmöglichkeiten in Knielingen STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 42 Spielplätze Neben ihrer Vorrangfunktion sind Spielplätze ebenso informelle Treffpunkte für eine breite Nutzer- schicht. Aufgrund des Mangels an multifunktionellen Freiräumen im Stadtteil spielen sie daher eine wichtige Rolle bei der Erholungsversorgung der Menschen im Stadtteil. Abbildung 53: Bolzplatz "Affenkäfig", Spielanlage Knielingen 2.0 und Spielmöglichkeiten im Park Eggensteiner Straße Der Spielflächenentwicklungsplan (Stand 2014) weist für den Stadtteil neun öffentliche Spielflächen so- wie zwei Bolzplätze, zwei Volleyball- und ein Basketballfeld aus. Die Gesamtfläche dieser Anlagen be- trägt rund 30.000 m². Hinzu kommen noch Spielflächen auf Schulhöfen, in Kindergärten und in Kleingar- tenanlagen. Die Versorgung im Stadtteil liegt damit über dem rechnerischen Bedarf von knapp 17.000 m². Vor allem Neu-Knielingen/ Knielingen 2.0 ist gut versorgt. Im zentral angelegten Grünzug in Knielin- gen 2.0 ist eine rund 8.000 m² große Mehrgenerationenanlage „Karl-Schäfer-Straße“ mit Wasserspiel- platz und Fitnessangeboten entstanden. Entsprechend zufrieden zeigen sich dort die Einwohnerinnen und Einwohner mit der Ausstattung an Spielflächen für Kinder: 77,6 Prozent sind sehr zufrieden oder zufrieden, in Alt-Knielingen sind es ver- gleichsweise nur 63 Prozent. Die Wohn- und Lebensqualität in einem Stadtteil wird von verschie- denen Gesichtspunkten beein- flusst. Wie zufrieden sind Sie mit folgenden Aspekten in Knielin- gen? Ausstattung mit Spielflächen für Kinder Durchschnittli- che Zufriedenheit 100=sehr zu- frieden bis 0=sehr unzu- frieden Befragte mit Antwort sehr zufrie- den zufrieden teilweise zufrieden unzufrie- den sehr unzu- frieden Anteile an den Befragten insg. 504 Karlsruhe 2011 19,5% 52,6% 21,6% 5,1% 1,3% 71 2.836 Knielingen insgesamt 2015 21,2% 51,8% 19,9% 5,6% 1,5% 71 392 Stadtviertel Alt-Knielingen 14,2% 48,8% 26,0% 9,4% 1,6% 66 127 Neu-Knielingen 24,6% 53,0% 17,0% 3,8% 1,5% 74 264 Abbildung 54: Ausstattung mit Spielflächen für Kinder, Quelle: AfSta, Umfrage zur Wohn- und Lebensqualität Knielingen 2015 Trotz hoher Zufriedenheit und flächenmäßiger Überversorgung fehlt laut Spielflächenentwicklungsplan im Stadtviertel Alt-Knielingen ein Bolzplatz. Dies spiegeln auch die Aussagen der Grundschulkinder wie- der. Generell gibt es hinsichtlich der Ausstattung der Spiel- und Freizeitflächen noch Verbesserungspo- tenzial (altersgruppenentsprechende Ausstattung). Sportanlagen Die Zufriedenheit mit den wohnortnahen Sportmöglichkeiten liegt in Knielingen leicht unter dem städ- tischen Durchschnitt (vgl. untere Abb.). In Alt-Knielingen wird die Situation insgesamt etwas positiver bewertet als in Neu-Knielingen (76 Pro- zent der Alt-Knielingerinnen und Alt-Knielinger sind sehr zufrieden oder zufrieden gegenüber 70,2 Pro- zent in Neu-Knielingen). STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 43 Die Wohn- und Lebensqualität in einem Stadtteil wird von verschie- denen Gesichtspunkten beein- flusst. Wie zufrieden sind Sie mit folgenden Aspekten in Knielin- gen? Wohnortnahe Sportmöglichkeiten Durchschnittli- che Zufriedenheit 100=sehr zu- frieden bis 0=sehr unzu- frieden Befragte mit Antwort sehr zufrie- den zufrieden teilweise zufrieden unzufrie- den sehr unzu- frieden Anteile an den Befragten insg. 504 Karlsruhe 2011 24,2% 51,7% 19,2% 4,2% 0,7% 74 3.154 Knielingen insgesamt 2015 19,4% 52,8% 20,8% 6,1% 0,9% 71 443 Stadtviertel Alt-Knielingen 27,3% 48,7% 16,9% 7,1% 0,0% 74 154 Neu-Knielingen 15,3% 54,9% 22,9% 5,6% 1,4% 69 288 Abbildung 55: Wohnortnahe Sportmöglichkeiten, Quelle: AfSta, Umfrage zur Wohn- und Lebensqualität Knielingen 2015 Im Jahr 2012 wurde der Sportpark Bruchwegäcker am nördlichen Rand von Alt-Knielingen eröffnet, den die VOLKSWOHNUNG im Tausch gegen die Flächen des TV- und VfB-Knielingen für die beiden Sportver- eine errichtet hat. Hier können folgende Sportarten in Hallen und im Außengelände ausgeübt werden: Turnen, Handball, Tischtennis, Tennis, Ski, Badminton und Volleyball beim Turnverein Knielingen und Fußball beim VfB Knielingen. Sowohl die Grundschule Knielingen als auch die Viktor-von-Scheffel-Schule verfügen über keine eigenen Sportmöglichkeiten. Der Schulsport findet in der Reinhold-Crocoll-Halle in Neu-Knielingen statt. Von der Grundschule in Alt-Knielingen müssen die Kinder einen Weg von rund 800 m zur Halle zurücklegen, was einem geschätzten Zeitaufwand von 15 Minuten entspricht. In der Halle werden auch die Handballspiele des TV Knielingen ausgetragen. Leichtathletiktraining im Rahmen des Schulsports (u.a. Vorbereitung Bundesjugendspiele) ist nicht möglich, da die Sportflächen zu weit entfernt liegen, bzw. die stadtteilei- genen Sportanlagen hierfür nicht ausgelegt sind. Vereinsleben Der gesamte Sport- und Freizeitbereich wird in starkem Maße von Vereinen geprägt. Der Vereinssport wird hauptsächlich über ehrenamtlich engagierte Bürgerinnen und Bürger aufrechterhalten. Die Arbeit der Vereine und in den Vereinen wird durch wachsendes Desinteresse und bürokratische Hürden einer immer stärkeren Belastung ausgesetzt. Das Vereinsleben im Stadtteil ist mit etwa 40 gelisteten Vereinen sehr aktiv. Die untere Abbildung zeigt eine ausgeprägte Auswahl an Vereinen in Knielingen: Sport Musik Soziales Tiere und Natur Sonstige Boxring 46 Knielin- gen Gesangverein Ein- tracht 1889 e.V. Bürgerverein Knielingen e.V. Begegnungsstätte Mensch-Hund Förderverein ev. Kirche Knielingen Motor-Sport-Club KA-Knielingen e.V. Gesangverein Froh- sinn e.V. CDU Knielingen Verein für Aqua- rien- und Terrarien- kunde KA e.V. Bosniakisch Deut- sche Gemeinde Karlsruhe e.V. Zucht- und Renn- verein Karlsruhe- Knielingen Gesangverein Sän- gervereinigung e.V. Freiwillige Feuer- wehr Knielingen Kaninchen- und Ge- flügelzuchtverein e.V. Förderverein Knielinger Museum e.V. Schützenvereini- gung Knielingen 1925 e.V. Hohner-Harmo- nika-Club Knielin- gen e.V. Fördergemein- schaft Viktor-von- Scheffel-Schule e.V. Kleingartenverein Burgau e.V. Polizeihundeclub KA-Knielingen e.V. STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 44 Sportfischerverein Knielingen 1923 e.V. Karnevalsgesell- schaft Badenia Karlsruhe Förderverein Grundschule Knielingen e.V. Obst- und Garten- bauverein e.V. Verein zur Förde- rung des Handball- sports e.V. Turnverein Knielin- gen 1891 e.V. Musikverein KA- Knielingen e.V. Förderverein THW Karlsruhe e.V. Kleingartenverein Husarenlager e.V. Karmann-Ghia-Club Karlsruhe e.V. VfB 05 Knielingen e.V. JUKUZ Knielingen e.V. NaturFreunde Orts- gruppe Knielingen e.V. SPD Knielingen Verein der Vogel- freunde Knielingen 24/55 e.V. Verkehrswacht im Stadt- und Land- kreis KA e.V. Kleingartenverein Litzelau e.V. Abbildung 56: Auswahl an Vereinen in Knielingen Die Nutzung der vielfältigen Angebote wie sportliche, musikalische oder soziale Aktivitäten in Knielingen wahrzunehmen, hängt von der individuellen Interessenlage der einzelnen Bürgerinnen und Bürger ab. Die Angebote bieten die Chance zum Kennenlernen und zur Integration neu hinzugezogener Menschen. Neben der eigentlichen Vereinsarbeit leisten die Vereine in Knielingen sehr viel für die Bevölkerung, da verschiedenste öffentliche Feste und Veranstaltungen im Stadtteil organisiert werden und so das Ge- meindeleben aktiv unterstützt wird, wie auch in nachfolgendem Kapitel noch näher beschrieben wird. Stadtklima und Klimaschutz Das Stadtklima in Knielingen wird durch verschiedene Rahmenbedingungen geprägt. Einerseits liegt Knielingen in Randlage Karlsruhes am Rhein und ist von großräumigen Freiflächen im Nordwesten bis Südwesten umgeben, die ausgleichende Funktion haben. Auf der anderen Seite stellen nahegelegene Industrieflächen (Raffinerie, Hafen) und stark befahrene Straßen wie die Südtangente B 10 belastende Faktoren für den Stadtteil dar, die zu einer erheblichen Belastung mit Lärm und Abgasen bzw. Gerüchen führen. Eine dichte Bebauung mit verhältnismäßig geringem innerstädtischen Grün- und Freiflächenan- teil kann zu einer stadtklimatisch problematischen Aufheizung führen. Die Klimafunktionskarte des Nachbarschaftsverbandes Karlsruhe (Abb. 57) zeigt wichtige Kaltluftleitbahnen entlang der Alb/Südtan- gente, die jedoch z.T. hohe Belastungen durch Schadstoffimmissionen (NO2) aufweisen. Hohe bioklima- tische Belastungen können während sommerlicher Hitzeperioden vor allem in den südöstlichen Gewer- bearealen auftreten. Diese sind deshalb auch im Städtebaulichen Rahmenplan Klimaanpassung (be- schlossen 2015) als bis 2050 belastete Quartiere dargestellt, weshalb hier die Umsetzung von Anpas- sungsmaßnahmen für den entsprechenden Stadtstrukturtyp „Gewerbe“ zu empfehlen ist. In der Oberrheinebene führen Inversionswetterlagen häufig zu belastenden Bedingungen hinsichtlich der Luftqualität auch in den Wintermonaten. STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 45 Abbildung 57: Klimafunktionskarte, Quelle: Nachbarschaftsverband Karlsruhe Das Thema Klimaschutz ist kein für den Stadtteil Knielingen spezifisches Thema, da es generelles Ziel der weiteren Entwicklung auf gesamtstädtischer Ebene bis hin zur globalen Zukunft ist. Die Stadt Karls- ruhe hat sich im Rahmen des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes den Schutz natürlicher Ressour- cen und den Klimaschutz sowie die Entwicklung zu einer energieeffizienten, klimaangepassten Stadt als Ziel gesteckt. Die Befragungen sowie die Aussagen der interessierten Bürgerinnen und Bürger anlässlich der Auftakt- veranstaltung zum Stadtteilentwicklungskonzept zeigen für Knielingen deutlichen Handlungsbedarf im Bereich Klimaschutz auf. Insbesondere die Lärm-, Abgas- und Geruchsemissionen durch den Straßen- verkehr und die nahegelegenen Industriebetriebe (Raffinerie, aber auch Kompostwerk) werden als starke Belastungen empfunden. Handlungsschwerpunkte im Klimaschutz sehen die Knielingerinnen und Knielinger künftig insbesondere in verkehrlichen Maßnahmen und Maßnahmen zur Reduzierung von Lärm-, Abgas- und Geruchsemissionen. Weitere Handlungsvorschläge sind in der nachfolgenden Tabelle zusammengefasst. Wo sollten in Knielingen aus Ihrer Sicht zukünftig am ehesten Schwerpunkte gesetzt werden, um noch mehr für den Klimaschutz zu tun? Sonstiges und zwar: Befragte mit Antwort Sonstige verkehrliche Maßnahmen (Verkehrsberuhigung, Lärmschutz etc.) 30,1% Luftqualität verbessern, Emissionskontrollen, Rheinhafenkraftwerk abschalten 24,1% Zweite Rheinbrücke 12,0% Individueller Beitrag zum Umweltschutz fördern (Gebäudesanierung, Infos über Klimaschutz) 8,4% Umweltfreundliche Mobilität fördern 8,4% Natur erhalten/pflegen, keine weitere Bebauung 6,0% Keine Rheinbrücke 4,8% Erneuerbare Energien ausbauen 3,6% Sonstiges 2,4% Alle Befragten mit Antwort 83 Abbildung 58: Umfrageergebnisse zu Klimaschutzmaßnahmen, Quelle: AfSta, Umfrage zur Wohn- und Lebensqualität Knielingen 2015 STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 46 Zusammenfassung SWOT I Natur, Stadtgrün und Klimaschutz STÄRKEN SCHWÄCHEN Großflächige Areale um Knielingen herum sind als Na- tur- und Landschaftsschutzgebiete (Altrhein Maxau, Burgau, Albaue) ausgewiesen und weisen einen ho- hen ökologischen und landschaftsästhetischen Wert auf, Vernetzungsfunktion. Der Schutzstatus schränkt die Nutzbarkeit der nahege- legenen Landschaftsräume zu Erholungszwecken ein (Zugangsbeschränkungen, Badeverbote etc.), große Teilbereiche des Knielinger Sees und die Alb sind für die Bevölkerung nur eingeschränkt erlebbar und nutz- bar. Die Flächen um Knielingen sind sehr vielfältig struktu- riert und stellen mit ihren Ackerflächen, Wiesen, Bra- chen, Gehölz- und Waldbeständen, den Streuobst- wiesen und den fließenden und stehenden Gewäs- sern einen sehr wertvollen und attraktiven Land- schafts- und Naherholungsraum dar. Wege zu den einzelnen Naherholungsbereichen/ Spiel- und Freizeitangeboten sind stellenweise schmal, unge- pflegt, gefährlich. Die Nähe des Stadtteils zu Rhein, Rheinauen und Alb ermöglicht den Zugang zu beliebten Erholungsflä- chen, auch die landwirtschaftlichen Flächen mit ihrer hohen Strukturvielfalt werden gern genutzt. Naturbelassene Schutzgebietsflächen werden von der Bevölkerung als verwahrlost und ungepflegt wahrge- nommen, Verschmutzungen sind störend und werten Bereiche ab. In Knielingen 2.0 und Neu-Knielingen sind großflä- chige Grünflächen mit Spiel- und Erholungsfunktion vorhanden. Durchgängiger Radweg entlang des Rheins wird durch den Anschluss des Yachthafens unterbrochen, Radweg in seinem Verlauf ist nicht durchgängig. Mit dem Ausflugsziel Rheinpark mit Hofgut Maxau wurde der Rhein (wieder) besser erlebbar gemacht. Straßenbegleitende Bäume in Neu-Knielingen und Knielingen 2.0 wirken positiv auf das Stadtbild und auf das Kleinklima. Umgebende Landschaft und bisher unbebaute Freiflä- chen werden als Spiel- und Streifräume von Kindern und Jugendlichen genutzt. Kleingartenanlagen sind als innerstädtische oder sied- lungsnahe Erholungsflächen von großer Bedeutung für Wohnungen mit kleinem oder ohne eigenen Gar- ten. Fehlende Grünflächen/ Treffpunkte in Alt-Knielingen, vorhandener Elsässer Platz weist gestalterische Mängel auf und wird als zu wenig grün empfunden. Insgesamt gibt es ein ausreichendes Angebot an Spielplätzen, die von den Kindern gut angenommen werden (Holzbierebuckel und Albaue sind naturnahe Spielmöglichkeiten, Skateranlage und BMX-Trail am Festplatz in Alt-Knielingen). Erreichbarkeit von Friedhof, Spielplatz und (Schul-) Sporthalle an der Eggensteiner Straße ist insbesondere für die Alt-Knielingerinnen und Alt-Knielinger durch die Rheinbrückenstraße eingeschränkt, es besteht eher ein Verteilungsproblem der Spielbereiche. Treff- und Spielmöglichkeiten für bestimmte Alters- gruppen sind unzureichend (Jugendliche - Bolzplatz, Seniorinnen und Senioren – Platz, Bänke im öffentli- chen Raum, auf dem Friedhof). Der Spielbereich in Knielingen 2.0 ist (noch) zu wenig beschattet (Anlage ist relativ neu und die gepflanzten Bäume sind entsprechend klein). Die Skateranlage ist wenig attraktiv gestaltet und zu klein. STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 47 STÄRKEN SCHWÄCHEN Insgesamt gibt es zu wenig Grün- und Erholungsflächen im Stadtteilgebiet, fehlende bzw. unzureichende Stra- ßenraumbegrünung (insb. in Alt-Knielingen). Gutes Angebot an Sportanlagen und Sportmöglichkei- ten durch Neuanlage Sportpark Bruchwegäcker, die randliche Lage vermeidet Störungen empfindlicher Wohnnutzungen. Die Lage der neuen Sportanlagen am nordwestlichen Rand Knielingens führt zu Erreichbarkeitsproblemen insb. für Kinder. Leichtathletiktrainingsmöglichkeiten für Schulen und Vereine sowie die Allgemeinheit (Sportabzeichen) feh- len. Vielfältiges und attraktives Angebot in vereinsbetrie- benen Einrichtungen, aktives Vereinsleben. Die Lage am Rhein und die umgebenden Landschafts- räume wirken entlastend im Hinblick auf die klimati- sche Situation. Dichte Bebauung, relativ geringe Grünflächenanteile innerhalb der Siedlungsbereiche, nahegelegene Haupt- verkehrsachsen und Industrieflächen stellen erhebliche Belastungen (Lärm, Abgase, Gerüche, Aufheizung) für die Knielinger Bevölkerung dar. Die nahegelegenen Gewässer als Brutstätte für Stech- mücken führen zu einer deutlichen Belastung in den angrenzenden Wohnbereichen. CHANCEN RISIKEN Im Rahmen des Stadtteilentwicklungskonzeptes be- steht die Chance, restriktive Nutzungsbeschränkun- gen in den Schutzgebieten zu diskutieren und einen Kompromiss zugunsten einer stärkeren Erholungs- und Freizeitnutzung zu finden. Wenn keine für alle Seiten befriedigende Lösung im Konflikt Naturschutz – Erholungs- und Freizeitnutzung gefunden wird, sind zukünftig Konflikte, Frustration und Missachtung von Verboten zum Schutz der natürli- chen Gegebenheiten denkbar. Das Stadtteilentwicklungskonzept und geplante Vor- bereitende Untersuchungen in Alt-Knielingen ermög- lichen eine Neustrukturierung der Spiel-, Grün- und Aufenthaltsbereiche, die den Bedürfnissen der Knielinger Bevölkerung entspricht. Aus Kostengründen könnte an der bedarfsgerechten Ausstattung des Stadtteils mit Grün- und Freiflächen gespart werden. Das Stadtteilentwicklungskonzept kann dazu beitra- gen, das gesamtstädtische Grünkonzept mit dem Ziel der Vernetzung von Grünzonen weiter zu entwickeln. Sinkende Bereitschaft zu ehrenamtlicher Vereinstätig- keit. Chance zur Umsetzung energiepolitischer Ziele in Knielingen durch enge Zusammenarbeit mit der Karls- ruher Energie- und Klimaschutzagentur im Rahmen des Stadtteilentwicklungskonzeptes und der Sanie- rung in Alt-Knielingen. Gefährdung des Fortbestandes der Streuobstwiesen aufgrund nachlassenden Interesses und Engagements zur Pflege und Unterhaltung. Mit einem Maßnahmenpaket zur Verkehrsreduzie- rung, -Lenkung besteht die Chance zur Reduzierung der Immissionsbelastung Knielingens. Zerschneidung der Landschaft und Verlust zum Teil wertvoller Biotopflächen/ Waldflächen durch eine mögliche Realisierung alternativer Verkehrsführungen. STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 48 3.5 Demografie und Wohnen Bevölkerungsentwicklung Ende des Jahres 2014 leben im Stadtteil Karlsruhe-Knielingen 10.134 Menschen - darunter 372 Men- schen mit Nebenwohnung. In Neu-Knielingen leben 7.032 Wohnberechtigte, im Stadtviertel Alt-Knielin- gen sind es 3.102. Der Anteil an Nebenwohnsitzlern ist in beiden Stadtvierteln mit jeweils unter 4 Pro- zent niedriger als in Karlsruhe insgesamt (5,3 Prozent). Dies zeigt, dass Knielingen kein bevorzugter Wohnort für Studierende und Auszubildende ist. Die Bevölkerungsdichte ist in beiden Stadtvierteln auf- grund der weitläufigen Gemarkungsfläche mit großen Bereichen ohne Wohnbebauung (Raffinerie, Burgau und Knielinger See) sehr gering (4,7 Einwohner pro Hektar). BEVÖLKERUNG ZUM 31.12.2014 Bevölkerung insgesamt (Wohnberechtigte) Darunter mit Hauptwoh- nung (Wohnbevölkerung) Darunter mit Neben- wohnung /-anteil Dichte- Pers./ha. STT Knielingen 10.134 9.762 372 3,7 4,7 Alt-Knielingen 3.102 2.984 118 3,9 4,7 Neu-Knielingen 7.032 6.778 254 3,6 4,7 Karlsruhe 316.346 299.482 16.864 5,3 17,2 Abbildung 59: Bevölkerungsstand 2014, Quelle: Stadt Karlsruhe-Statistikquelle In den letzten 10 Jahren konnte die Stadt Karlsruhe als eine der wenigen Großstädte in Deutschland eine leicht steigende Bevölkerungszahl verzeichnen. Dazu zählt auch der Stadtteil Knielingen. Die Wohn- bevölkerung hat in Knielingen in den letzten fünf Jahren (seit 2010) jährlich um etwa 200 Menschen zugenommen (insgesamt um 900 Personen). Dies entspricht einem Wachstum von 10,2 Prozent. Zu- rückzuführen ist diese starke Zunahme vor allem auf den positiven Wanderungssaldo bedingt durch den Zuzug aus anderen Karlsruher Stadtteilen und in geringerem Maße durch den Zuzug von außerhalb in das Neubaugebiet Knielingen 2.0. Allein der Ortsteil Neu-Knielingen ist seit 2010 um 790 Einwohnerin- nen und Einwohner (+ 13,2 Prozent) gewachsen. Auch Alt-Knielingen verzeichnet in diesem Zeitraum insgesamt ein Wachstum, jedoch in deutlich geringerem Maße (+ 110 Einwohnerinnen und Einwohner; 3,8 Prozent). In beiden Ortsteilen hat die Gruppe der Ausländerinnen und Ausländer überproportional zugenommen. ZU-/ABNAHME DER WOHNBEVÖLKERUNG IN DEN LETZTEN... ...5 Jahren ...10 Jahren insgesamt Deutsche Ausländer insgesamt Deutsche Ausländer Anzahl % Anzahl % Anzahl % Anzahl % Anzahl % Anzahl % STT Knielingen 900 10,2 476 6,1 424 39,1 897 10,1 463 6,1 434 40 Alt-Knielingen 110 3,8 -21 -0,9 131 26,4 107 3,7 -45 -1,9 152 32 Neu-Knielingen 790 13,2 497 9,2 293 49,8 790 13,2 508 9,4 282 47 Karlsruhe 16.434 5,8 3.041 1,3 1.116 23,5 24.433 8,9 9.208 3,9 15.225 39 Abbildung 60: Bevölkerungsentwicklung, Quelle: Stadt Karlsruhe-Statistikstelle Neben dem positiven Wanderungssaldo trägt zu dem Wachstum im Stadtteil auch die natürliche Bevöl- kerungsentwicklung bei. Knielingen verzeichnet insgesamt mehr Geburten (84) als Sterbefälle (68) im Jahr 2014. Auch dies ist wesentlich auf den Zuzug junger Familien in Knielingen 2.0 zurückzuführen. Altersstruktur Das Bevölkerungswachstum wirkt sich auch auf die Altersverteilung der Bevölkerung aus. Der Vergleich Gesamtstadt Karlsruhe und Stadtteil Knielingen in Bezug auf die Altersstruktur zeigt keine allzu gravie- renden Abweichungen. Die Gruppe der unter 18-Jährigen liegt mit 15,1 Prozent etwa auf dem Niveau STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 49 der Gesamtstadt (14,8 Prozent). Auch die Personen im erwerbsfähigen Alter (15- bis unter 65 Jahre) entsprechen mit einem Anteil von 69,3 Prozent dem Karlsruher Durchschnitt. Aktuelle Überalterungs- tendenzen speziell in Knielingen sind nicht zu erkennen, hier ist die Gruppe der über 80-Jährigen gerin- ger vertreten als in der Gesamtstadt. WOHNBEVÖLKERUNG NACH ALTERSMERKMALEN ZUM 31.12.2014 Wohnbe- völkerung insgesamt Kinder unter 18 Jahre Junge Erwachsene 15- u. 25 Jahre 65 Jahre und älter 80 Jahre und äl- ter Pers. im erw. Alter 15- unter 65 Jahre Anzahl % Anzahl % Anzahl % Anzahl % Anzahl % Knielingen 9.762 1.471 15,1 375 12,6 1.761 18,0 448 4,6 6.764 69,3 Alt-Knielingen 2.984 418 14,0 716 10,6 513 17,2 133 4,5 2.128 71,3 Neu-Knielingen 6.778 1.053 15,5 1.091 11,2 1.248 18,4 315 4,3 4.635 68,4 Karlsruhe 299.482 44.351 14,8 39.705 13,3 55.747 18,6 15.847 5,3 206.838 69,1 Abbildung 61: Altersstruktur 2014, Quelle: Stadt Karlsruhe-Statistikstelle Die Abweichungen in der Altersstruktur der Wohnbevölkerung der beiden Stadtviertel ist gering: Wäh- rend Neu-Knielingen anteilig etwas mehr Kinder unter 15 Jahren aufweist, fallen in Alt-Knielingen die Anteile der 15- bis unter 65-Jährigen etwas höher aus. In Neu-Knielingen ist die Gruppe der über 65- Jährigen etwas stärker vertreten als in Alt-Knielingen. Wohnungsmarkt- und Haushaltsentwicklung Gebäudebestand In Knielingen gibt es 1.977 Gebäude 1 und 4.818 Wohnungen – überwiegend Vier-Raum-Wohnungen (31,2 Prozent), Fünf- und Sechs-Raum-Wohnungen (25,3 Prozent) sowie Drei-Raum-Wohnungen (23,5 Prozent). Die meisten Gebäude sind in Privatbesitz (79,8 Prozent). 37,7 Prozent 2 wohnen zur Miete (Karlsruhe 60 Prozent 3 ). Wohnungsgenossenschaften, private Wohnungsunternehmen sowie die Volks- wohnung haben in Knielingen keine größeren Wohnungsbestände. Rund jedes vierte Gebäude (23,4 Prozent) wurde in den 60er Jahren erbaut, 15,7 Prozent in der Nachkriegszeit vor 1960 und 27,7 Prozent vor 1950. Jeweils etwa 10 Prozent des Gebäudebestands wurde in den 70er Jahren, in den 80er Jahren und in den 90er Jahren errichtet. Geringere Anteile entfallen auf die Jahre ab 2000 4 . Bodenrichtwerte Die Bodenrichtwerte in Knielingen liegen je nach Bodenrichtwertzone in den Bereichen mit Wohnbe- bauung zwischen 220 €/m² und 420 €/m². In Alt-Knielingen hat ein Quadratmeter einen durchschnittli- chen Wert von etwa 360 €. In Knielingen 2.0 ist ein Quadratmeter mit etwa 420 € hingegen deutlich teurer. Die übrigen Bereiche in Neu-Knielingen liegen überwiegend im Richtwertbereich von 380 €/m². Eine kleinere Zone östlich der Lassallestraße liegt bei 400 €/m², zwei weitere Bereiche um die Blenker- straße und Bruchweg bei 320 €/m² bzw. 300 €/m². Die Werte in Knielingen entsprechen in etwa den Karlsruher Durchschnittswerten. Diese bewegen sich für Ein- bis Zweifamilienhausgebiete zwischen 300 €/m² und 600 €/m² (Knielingen 380 €/m² und 420 €/m²). In nur wenigen Bereichen liegen die Richtwerte darüber oder darunter. Mischgebiete, wie sie beispielsweise auf Alt-Knielingen zutreffen, bewegen sich in Karlsruhe überwiegend im Preissegment zwischen 300 €/m² und 400 €/m², auch diesbezüglich liegt Knielingen mit 360 €/m² im Mittelbereich. 1 Gebäude- und Wohnungszählung 2011 2 Stadtteilumfrage Knielingen 2015 3 Bürgerumfrage 2011 4 Gebäude- und Wohnungszählung 2011 STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 50 Haushalte Die 10.134 Wohnberechtigten im Stadtteil verteilen sich auf insgesamt 5.234 Haushalte. Damit wird eine durchschnittliche Haushaltsgröße von 1,9 Personen erreicht. Fast die Hälfte der Haushalte ist in Einpersonenhaushalten organisiert. Mehrpersonenhaushalte ohne Kinder machen 28,7 Prozent aus, Haushalte mit Kindern 14,2 Prozent. 4 Prozent der Haushalte sind Alleinstehende mit Kindern. Während die Haushaltsstruktur in Alt-Knielingen mit der gesamtstädtischen vergleichbar ist, weist Neu-Knielingen überdurchschnittlich viele Mehrpersonenhaushalte mit und ohne Kinder auf. Der Anteil an Single-Haus- halten liegt in Neu-Knielingen unter dem Karlsruher Durchschnitt. WOHNBERECHTIGTE BEVÖLKERUNG – PRIVATHAUSHALTE ZUM 31.12.2014 insgesamt Single-Haushalte Mehrpersonen-haus- halte ohne Kind Mehrpersonen-haus- halte mit Kind* Alleinstehende mit Kind Anzahl % Anzahl % Anzahl % Anzahl % Knielingen 5.234 2.475 47,3 1.501 28,7 743 14,2 207 4,0 Alt-Knielingen 1.695 901 53,2 433 25,5 200 11,8 66 3,9 Neu-Knielingen 3.539 1.574 44,5 1.068 30,2 543 15,3 141 4,0 Karlsruhe 175.470 94.624 53,9 43.927 25,0 20.702 11,8 6.912 3,9 * Einschließlich im Haushalt lebende Kinder im Alter von 18 und mehr Jahren. Abbildung 62: Haushalte 2014, Quelle: Stadt Karlsruhe-Statistikstelle Soziales Umfeld, Sicherheit und Ansehen des Stadtteils Im Rahmen der Befragungen wurden die Knielinger Bürgerinnen und Bürger auch zur Zufriedenheit mit ihrem sozialen Umfeld, zur Sicherheit und zum Ansehen ihres Stadtteils befragt. Durchschnittlich zufrie- den sind die Knielingerinnen und Knielinger hinsichtlich des sozialen Umfeldes. Zwar ist der Anteil der damit sehr Zufriedenen im Vergleich zur Gesamtstadt geringer (10,9 Prozent in Knielingen gegenüber 15,3 Prozent in Karlsruhe), der Anteil der Zufriedenen dafür höher. In Neu-Knielingen ist die Zufrieden- heit mit dem sozialen Umfeld höher als in Alt-Knielingen. Die Wohn- und Lebensqualität in einem Stadtteil wird von verschiedenen Gesichts- punkten beeinflusst. Wie zufrieden sind Sie mit folgenden Aspekten in Knielingen? Soziales Umfeld sehr zufrieden zufrieden teilweise zufrie- den unzufrieden sehr unzufrie- den Anteile an den Befragten Karlsruhe 2011 15,3% 50,6% 27,7% 5,0% 1,3% Knielingen insgesamt 2015 10,9% 54,9% 25,6% 5,8% 2,9% Stadtviertel Alt-Knielingen 11,7% 45,5% 28,6% 7,8% 6,5% Neu-Knielingen 10,5% 60,0% 23,7% 4,7% 1,0% Abbildung 63: Umfrageergebnisse zum sozialen Umfeld, Quelle: AfSta, Umfrage zur Wohn- und Lebensqualität Knielingen 2015 Eine ähnlich hohe Zufriedenheit besteht in Knielingen hinsichtlich des Zusammenlebens. Nahezu kei- nerlei Unterschied zwischen den Stadtvierteln besteht im Nachbarschaftsvertrauen: Etwa 80 Prozent der Befragten vertrauen ihren Wohnungsschlüssel im Falle einer mehrtägigen Abwesenheit einem Nachbarn an, in der Gesamtstadt ist das Nachbarschaftsvertrauen mit 82,6 Prozent ähnlich ausgeprägt. STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 51 Wenn Sie einmal für ein paar Tage oder Wochen nicht zu Hause sind (z. B. im Urlaub), haben Sie dann im Haus oder in der Nachbar- schaft jemanden, dem Sie Ihren Wohnungsschlüssel anvertrauen, um nach dem Rechten zu sehen? Nachbarschaftsvertrauen Befragte mit Antwort ja nein Anteile an den Befragten insg. 504 Karlsruhe 2011 82,6% 17,4% 3.140 Knielingen insgesamt 2015 79,1% 20,9% 494 Stadtviertel Alt-Knielingen 76,9% 23,1% 169 Neu-Knielingen 80,2% 19,8% 323 Abbildung 64: Umfrageergebnisse zum Nachbarschaftsvertrauen, Quelle: AfSta, Umfrage zur Wohn- und Lebensqualität Knielingen 2015 Über die Hälfte der Knielingerinnen und Knielinger sind mit der Sicherheit in ihrem Stadtteil sehr zufrie- den oder zufrieden (57 Prozent). Lediglich 2,3 Prozent der Befragten in Alt-Knielingen und 5,6 Prozent in Neu-Knielingen sind sehr unzufrieden. Insgesamt lässt sich feststellen, dass die Bürgerinnen und Bür- ger in Karlsruhe sich sicherer fühlen als die Knielinger Bevölkerung. Die Wohn- und Lebensqualität in einem Stadtteil wird von verschie- denen Gesichtspunkten beein- flusst. Wie zufrieden sind Sie mit folgenden Aspekten in Knielingen? Sicherheit Durchschnittli- che Zufriedenheit 100=sehr zu- frieden bis 0=sehr unzu- frieden Befragte mit Antwort sehr zufrie- den zufrieden teilweise zufrieden unzufrie- den sehr unzu- frieden Anteile an den Befragten insg. 504 Karlsruhe 2011 16,8% 54,1% 23,1% 4,5% 1,5% 70 3.400 Knielingen insgesamt 2015 6,0% 51,0% 29,9% 9,5% 3,7% 62 465 Stadtviertel Alt-Knielingen 6,8% 50,6% 27,8% 9,3% 5,6% 61 162 Neu-Knielingen 5,6% 51,5% 30,9% 9,6% 2,3% 62 301 Abbildung 65: Umfrageergebnisse zur Sicherheit, Quelle: AfSta, Umfrage zur Wohn- und Lebensqualität Knielingen 2015 Auch das Ansehen Knielingens schneidet schlechter ab, als das Ansehen im gesamtstädtischen Durch- schnitt. Lediglich etwa 10 Prozent der Befragten sind in Knielingen mit dem Ansehen des Wohngebietes sehr zufrieden, im Karlsruher Durchschnitt sind es knapp 20 Prozent. Während die Hälfte der Alt-Knielin- ger Bürgerschaft sich mit dem Ansehen sehr zufrieden oder zufrieden zeigen, sind es in Neu-Knielingen fast 65 Prozent. Die Wohn- und Lebensqualität in einem Stadtteil wird von ver- schiedenen Gesichtspunkten be- einflusst. Wie zufrieden sind Sie mit folgenden Aspekten in Knielingen? Ansehen des Wohngebiets Durchschnittli- che Zufriedenheit 100=sehr zu- frieden bis 0=sehr unzu- frieden Befragte mit Antwort sehr zufrie- den zufrieden teilweise zufrieden unzufrieden sehr unzu- frieden Anteile an den Befragten insg. 504 Karlsruhe 2011 19,3% 54,6% 19,0% 5,5% 1,5% 71 3.253 Knielingen insgesamt 2015 9,2% 49,6% 25,8% 11,0% 4,5% 62 446 Stadtviertel Alt-Knielingen 5,9% 43,1% 25,5% 18,3% 7,2% 56 153 Neu-Knielingen 11,0% 53,3% 25,8% 6,9% 3,1% 66 291 Abbildung 66: Umfrageergebnisse zum Ansehen des Wohngebiets, Quelle: AfSta, Umfrage zur Wohn- und Lebensqualität Knielingen 2015 STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 52 Zusammenfassung SWOT I Demografie und Wohnen STÄRKEN SCHWÄCHEN Positive Bevölkerungsentwicklung in den letzten Jah- ren. Verhältnismäßig hohe Grundstückspreise in Knielingen 2.0. Positive Geburtenentwicklung durch Zuzug junger Fa- milien nach Knielingen 2.0. Begrenzte Entwicklungsmöglichkeiten bei konstanter Nachfrage nach Wohnraum. CHANCEN RISIKEN Fortdauer der positiven Bevölkerungsentwicklung ist in den nächsten Jahren zu erwarten. Lokal unterschiedliche Preisniveaus bei den Grund- stückspreisen können zu einer Entmischung der Sozial- struktur im Stadtteil führen, soziale Erosion in Alt- Knielingen denkbar. Chance zur Aufwertung Alt-Knielingens zur Gegen- steuerung des erkennbaren Abwärtstrends im Rah- men des Stadtteilentwicklungskonzeptes und der Sa- nierung. STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 53 3.6 Soziale Infrastruktur, Bildung und Kultur Abbildung 67: Auszug soziale Einrichtungen in Knielingen In Knielingen gibt es zwei Grundschulen, die Grundschule Knielingen im Stadtteil Alt-Knielingen und die Viktor-von-Scheffel-Schule in Neu-Knielingen. Beide Grundschulen sind reine Grundschulen im Halb- tagsbetrieb. Zusätzlich beherbergt die Viktor-von-Scheffel-Schule die Außengruppe des städtischen Schülerhorts sowie eine Grundschulförderklasse. Im Schuljahr 2014/2015 sind hier insgesamt 227 Schü- ler eingeschrieben, darunter 18 Nichtdeutsche. Die beiden bestehenden Grundschulen decken den Be- darf der knapp 290 Grundschulkinder. Im Rahmen der Entwicklungen des Neubaugebietes Knielingen 2.0 war für den Bau einer weiteren Schule eine Fläche vorgesehen, die jedoch nicht realisiert wurde. Derzeit ist in der Überlegung, die Fläche für Gemeinwesen für eine kombinierte Nutzung heranzuziehen. Es besteht Bedarf an Räumen für die Kindertagesbetreuung eventuell für einen Kinder- und Jugendtreff, und auch für die Hortbetreuung ist das vorhandene Angebot nicht ausreichend. In Knielingen gibt es insgesamt 7 Kindertageseinrichtungen mit 401 Plätzen für Kinder bis zum Schulal- ter, davon 99 Plätze für unter 3-jährige Kinder und 302 Plätze für 3- bis 6-jährige Kinder. Die Plätze sind nicht alle belegt. Vor allem für unter 3-Jährige sind noch etwa 10 freie Platzkapazitäten vorhanden. Der Betreuungsbedarf nach dezidiertem Rechtsanspruch für Kinder unter 3 Jahren beträgt laut U3-Befra- gung 2012 in Knielingen 45 Prozent – dies entspricht etwa 125 Kindern dieser Altersgruppe. Nach der- zeitigem Stand decken die 99 Plätze damit etwa 79 Prozent des tatsächlichen Bedarfs. Die Kindertages- einrichtungen befinden sich bis auf eine Ausnahme alle in Neu-Knielingen. In lediglich zwei der sieben Einrichtungen (u.a. in der einzigen Einrichtung in Alt-Knielingen) sind die Öffnungszeiten eingeschränkt (verlängerte Öffnungszeiten bis 14 Uhr), die anderen Einrichtungen halten eine ganztägige Angebots- form vor. Zwei der Kindertageseinrichtungen sind Integrationseinrichtungen, eine Einrichtung ist eine Betriebskindertageseinrichtung für Kinder von Siemens-Beschäftigten. Der Bedarf an Betreuungsangeboten für Kinder unter drei Jahren, die flexible und ganztägige Kindergar- tenbetreuung sowie die Betreuung von Kindern über die Unterrichtszeit insbesondere im Grundschul- alter ist derzeit nicht ausreichend gedeckt. STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 54 Das offene Jugendangebot im Stadtteil wird größtenteils über die evangelische Pfarrgemeinde abge- deckt, so wird z.B. auch das Café Zartbitter betrieben. Die katholische Kirchengemeinde bietet Minist- rantenstunden an, bei THW und Feuerwehr gibt es Jugendabteilungen. Darüber hinaus können die Ju- gendlichen die Angebote der Vereine nutzen und auf öffentliche Freizeiteinrichtungen wie Bolzplätze oder einen in Alt-Knielingen gelegenen Skaterplatz mit Dirt-Park (BMX-Trail) zurückgreifen. Ein ergän- zendes Angebot im Musikbereich bietet das vom Stadtjugendausschuss betriebene Musikmobil Sound- truck für Kinder und Jugendliche in der Gesamtstadt. Neben der Vermietung von Instrumenten durch das Musikmobil verfügt der Soundtruck im alten Knielinger Rathaus über zwei Proberäume, einem digi- talen Aufnahmestudio sowie einem Veranstaltungssaal mit Bühne. Hier befinden sich auch die Räum- lichkeiten des Jugendzentrums Knielingen (JUKUZ). Neben dem AWO-Treff in Alt-Knielingen, das die Möglichkeit zum gemütlichen Beisammensein, Hand- arbeit und Spielen bietet, dienen vor allem die Kirchengemeinden als Anlaufstelle für ältere Menschen und halten teilweise Angebote wie Gymnastik, Gedächtnistraining usw. bereit. Durch den Bau des Seni- orenzentrums Knielingen 2.0 mit Pflegeheim wird das Angebot für Seniorinnen und Senioren erweitert. Das Knielinger Museum am Hofgut Maxau richtet neben dem dauerhaften kulturellen Angebot Veran- staltungen wie Tag der offenen Tür oder das Museumsfest aus. Für kulturelle Veranstaltungen in Knielin- gen stehen zwar einige Räumlichkeiten in den unten genannten Einrichtungen und der Kirchen zur Ver- fügung, es besteht jedoch Bedarf an flexibel nutzbaren Räumen die auch für größere Veranstaltungen Platz und eine angenehme Atmosphäre bieten. Im Rahmen der ersten Beteiligungen wurden Wünsche nach Kulturcafé, Lesungen, Konzerten, Theater und Kino geäußert. Soziale Einrichtung Beschreibung Grundschule Knielingen Einzügige Grundschule mit etwa 60 Schülern Viktor-von-Scheffel-Schule Halbtagesschule mit 10 Grundschulklassen, 4 Schülerhort- gruppen für Kinder von 6 bis 12 Jahren, Grundschulförder- klasse Ev. Kindergarten Zwergenland 2 Gruppen, Betreuung von 44 Kindern im Alter von 2 bis 6 Jahren (4 Plätze für 2-Jährige) Ev. Kindertageseinrichtung Spatzennest 2 Gruppen, Betreuung von 38 Kindern im Alter von 2 bis 6 Jahren, gruppenübergreifend, Ganztagesangebot Ev. Kindergarten Kinder Wunderland 4 Gruppen, Krippengruppe (1 bis 3 Jahre), Ganztagesbetreu- ung (3 bis 6 Jahre) Kath. Kindertagesstätte Heilig-Kreuz 3 Gruppen für Kinder von 2 bis 6 Jahren Musik-Kindertagesstätte Zwergen(t)raum 3 Gruppen mit je 15 Kindern (1 bis 6 Jahre), musikalische Früherziehung, Ganztagesangebot Städtische Kindertagesstätte 2 Gruppen mit je 15 Kindern, 2 Gruppen mit je 22 Kindern, Krippenplätze, Ganztagesangebot Siemens Kindertagesstätte SieKids Villa Puste- blume 6 Gruppen, Betreuung für 83 Kinder im Alter von 1 bis 6 Jah- ren, (Hälfte der Belegplätze für Siemens Mitarbeiter), bilin- gualer Schwerpunkt Deutsch/Französisch, Tagesbetreuung, Kinderkrippe Jugendzentrum, Soundtruck Stadtjugendausschuss, Musikmobil mit Proberaum, Tonstu- dio usw. Jugendtreff „Café Zartbitter“ im Keller des Gemeindezentrums Ev. Kirchengemeinde Knielingen-Ost, Angebote für Kinder und Jugendliche, Be- treuung, der Fortbestand ist fraglich Ev. Kirche älteste Kirche in der Gemarkung Karlsruhe, Angebote für Kinder/Jugendliche, Senioren, Familien STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 55 Kath. Kirche Heilig Kreuz Kirche, Angebote für Kinder/Jugendliche, Senioren, Familien Pauluskirche Ev.-methodistische Kirche, Angebote für Kinder/Jugendli- che, Senioren, Familien Neuapostolische Kirche Kirche, Angebote für Kinder/Jugendliche, Senioren, Familien Ev. Kirchengemeinde Knielingen-West Ev. Gemeindezentrum mit Begegnungsangeboten, Ange- bote für Kinder/Jugendliche, Senioren, Familien Ev. Pfarrgemeinde Knielingen-Ost Ev. Gemeindezentrum mit Begegnungsangeboten, Ange- bote für Kinder/Jugendliche, Senioren, Familien Kath. Kirchengemeinde Heilig Kreuz Kath. Gemeindezentrum mit Begegnungsangeboten, Ange- bote für Kinder/Jugendliche, Senioren, Familien Seniorenzentrum Knielingen 2.0 Errichtung Herbst 2015, Seniorenzentrum und Pflegeheim mit 66 Pflegeplätzen aller Pflegestufen Seniorenwohnen Knielingen 2.0 28 barrierefrei Mietwohnungen für Senioren, Vitalpraxis Abbildung 68: Übersicht soziale Einrichtungen Wie bereits oben angeführt, besteht eine große Vereinslandschaft mit einem äußerst vielfältigen Ange- bot in Knielingen, in dem sich Menschen ehrenamtlich engagieren und ein breites Spektrum an Freizeit- möglichkeiten bieten. Der Bürgerverein Knielingen e.V. bündelt zahlreiche Aktivitäten und Informatio- nen, u.a. auch durch das Mitteilungsblatt, den „Knielinger“, der zweimal jährlich in einer Auflage von über 5.000 Stück erscheint und u.a. die aktuellen Aktivitäten in Knielingen dokumentiert. Generell werden eine sinkende Mitgliederzahl und ein Rückgang an Verantwortlichen festgestellt. Auf der anderen Seite zeigen die geäußerten Anregungen im Rahmen der ersten Beteiligungen im Prozess des Stadtteilentwicklungskonzeptes eine hohe Mitwirkungsbereitschaft und soziales Engagement in der Knielinger Bevölkerung. STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 56 Zusammenfassung SWOT I Soziale Infrastruktur, Bildung und Kultur STÄRKEN SCHWÄCHEN Es gibt ein recht gutes Angebot der kirchlichen Ein- richtungen an Treff- und Begegnungsmöglichkeiten für alle Generationen. Es ist kein öffentlicher, konfessionsungebundener und generationsübergreifender Treffpunkt etabliert. Zahlreiche Vereine bieten ein breites Angebot an sportlichen, musikalischen, sozialen, politischen und sonstigen Aktivitäten in Knielingen, sie fördern das Gemeinschaftsleben und organisieren verschiedenste Veranstaltungen. Unzureichendes Kinderbetreuungsangebot für einzelne Altersgruppen, zeitlich eingeschränkt, zu wenig flexibel, zu wenig Hortplätze bzw. Betreuungsangebote für Kin- der und Jugendliche nach der Unterrichtszeit. Die städtische Jugendarbeit ist stadtteilübergreifend organisiert und unterstützt örtliche Zusammen- schlüsse. Fehlende wohnortnahe, weiterführende Schule. Kulturelle Angebote sind im Rahmen der räumlichen Möglichkeiten vorhanden und werden genutzt, das Knielinger Museum und der Bücherschrank auf dem Elsässer Platz werden gut angenommen. Ein offener Jugendtreff fehlt. Das Musikmobil „Soundtruck“ in Knielingen bietet über den Stadtteil hinaus Proberäumlichkeiten für Bands an. Aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger fehlt ein Bürger- büro, eine Anlaufstelle für alle möglichen Belange in Knielingen. Ein multifunktionaler Raum für Vereine, Veranstaltun- gen und kulturelle Angebote fehlt, das kulturelle Ange- bot in Knielingen ist eher klein. CHANCEN RISIKEN Das Stadtteilentwicklungskonzept bietet ideale Vo- raussetzung zur gemeinsamen Standortfindung für zentrale Treffpunkte, Anlaufstellen, Veranstaltungs- räume, Jugendtreff usw. Finanzielle und bürokratische Hürden im Entwicklungs- prozess können das Engagement der Bürgerinnen und Bürger ausbremsen. Das bisherige und zu erwartende ehrenamtliche, bür- gerschaftliche Engagement in Knielingen bietet opti- male Voraussetzungen für eine zukunftsfähige Ent- wicklung in Knielingen. Nachlassende Bereitschaft zu ehrenamtlichem Engage- ment in Vereinen und in der Bürgerschaft, vor allem Schwierigkeiten beim Gewinnen junger Nachfolger er- schwert die Arbeit der Vereine. Die bereits frühzeitig im Beteiligungsprozess einge- brachten Ideen der Bürgerinnen und Bürger Knielin- gens stellen wichtige Impulse für die Planung dar. Zunehmender Egoismus und nur auf das eigene Wohl gerichtete Lebensweisen verhindern eine angemessene Integration, jeder einzelne muss Eigeninitiative ergrei- fen und darf nicht auf andere warten, denn Angebote sind vorhanden, sie müssen nur angenommen und ge- nutzt werden. Bereits bestehende Angebote sind eine gute Basis zur Integration neu zugezogener Bewohnerinnen und Be- wohner und für das Zusammenwachsen von Alt- und Neu-Knielingen. STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 57 3.7 Wirtschaft, Arbeit und Nahversorgung Dieses Handlungsfeld betrifft ganz unterschiedliche Aspekte: zum einen alle wirtschaftlichen Aktivitäten im privaten und öffentlichen Sektor und zum anderen den Bereich der Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen. Die wirtschaftliche Bedeutung des Stadtteils Knielingen ist vor allem durch die regio- nal bedeutsamen Industrie- und Gewerbestätten (Siemens, Miro, Stora Enso) geprägt. In Knielingen existieren vereinzelt Handwerks- und sonstige Gewerbebetriebe (Kfz-Werkstatt, Tankstelle, Möbel- haus). Einzelhandel, Dienstleistungen und Versorgung Abbildung 69: Nahversorgungsangebot in Knielingen 2014 Knielingen weist mit einem Versorgungsgrad von 98,2 Prozent statistisch gesehen ein relativ gutes Nah- versorgungsangebot auf, problematisch ist jedoch die wohnungsnahe Erreichbarkeit. Die Versorgung mit Lebensmitteln wird über zwei Lebensmittelgeschäfte (Penny in der Herweghstraße und Edeka in der nördlichen Sudetenstraße), drei Bäckereien und einen zweimal wöchentlich stattfindenden Wochen- markt auf dem Elsässer Platz gewährleistet. In Alt-Knielingen wurde die letzte Metzgerei geschlossen. In Knielingen 2.0 hat sich der wichtigste Nahversorger in Knielingen entwickelt, ein Einkaufszentrum mit Supermarkt, einer Apotheke, einem Drogeriemarkt, einer Bäckerei und weiteren kleinen Dienstleistern. Darüber hinaus werden Versorgungsbereiche in benachbarten Stadtteilen und auch über den Rhein hin- weg (Versorgungszentrum Maximiliansau) aufgesucht. Für die nichtmotorisierte (= überwiegend ältere) Bevölkerung sind diese Einrichtungen jedoch nur schwer oder gar nicht erreichbar, so dass hier von einem deutlichen Defizit in der wohnortnahen Versorgung vor allem in Alt-Knielingen gesprochen wer- den kann. Die „Hauptgeschäftsstraße“ im Stadtviertel Alt-Knielingen sind Saarlandstraße und Elsässer Platz. Das Angebot der überwiegend kleinteiligen Geschäfte ist nahversorgungsrelevant (Bäckerei, Apotheke, Bank). Eine Zunahme an Ladenleerständen ist über längere Zeiträume zu beobachten. Die leeren Schau- fenster machen an einigen Stellen einen vernachlässigten Eindruck. STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 58 Hinzukommend ist die unsichere Zukunftsperspektive noch vorhandenen Geschäfte und kleiner Gewer- bebetriebe in Alt-Knielingen ohne Entwicklungsoption. Vereinzelte Fachgeschäfte wie ein Möbelhaus am Elsässer Platz sind gut am Markt positioniert. Hier bestehen eher Probleme durch Anliefervorgänge und deren Auswirkungen auf den fließenden Verkehr. Abbildung 70: Wochenmarkt auf dem Elsässer Platz und Penny in der Herweghstraße (beengte Verhältnisse und wenig attraktiver Eingangs- bereich) Knapp über 30 Prozent der Befragten aus Alt-Knielingen sind mit der Versorgung wohnortnaher Ein- kaufsmöglichkeiten unzufrieden oder sehr unzufrieden. In Neu-Knielingen fällt die Bewertung wesent- lich positiver aus, die Zufriedenheit der Bevölkerung mit den Einkaufmöglichkeiten liegt hier sogar über den Werten der Gesamtstadt. Die Wohn- und Lebensqualität in einem Stadtteil wird von ver- schiedenen Gesichtspunkten be- einflusst. Wie zufrieden sind Sie mit folgenden Aspekten in Knielingen? Wohnortnahe Einkaufsmöglichkeiten Durchschnittli- che Zufriedenheit 100=sehr zu- frieden bis 0=sehr unzu- frieden Befragte mit Antwort sehr zufrie- den zufrieden teilweise zufrieden unzufrie- den sehr unzu- frieden Anteile an den Befragten insg. 504 Karlsruhe 2011 29,7% 40,2% 18,4% 8,8% 3,3% 71 3.454 Knielingen insgesamt 2015 27,9% 37,8% 18,8% 10,3% 5,3% 68 495 Stadtviertel Alt-Knielingen 12,9% 31,2% 25,3% 19,4% 11,2% 54 170 Neu-Knielingen 35,9% 41,5% 15,5% 5,3% 1,9% 76 323 Abbildung 71: Umfrageergebnisse zur Versorgung mit wohnungsnahen Einkaufsmöglichkeiten, Quelle: AfSta, Umfrage zur Wohn- und Le- bensqualität Knielingen 2015 Unzufriedener als mit den wohnortnahen Einkaufsmöglichkeiten erweisen sich die Knielingerinnen und Knielinger laut Umfrageergebnis mit dem Gastronomieangebot. Erneut liegen die Zufriedenheitswerte in Alt-Knielingen unter denen von Neu-Knielingen. Es gibt noch einzelne Gaststätten und ein Hotel sowie eine Eisdiele in Alt-Knielingen. Das Angebot wird mit Ausnahme der Eisdiele von den beteiligten Bürge- rinnen und Bürgern als überwiegend wenig attraktiv beschrieben. Demgegenüber erfährt die neue Gast- ronomie in Knielingen 2.0 im ehemaligen Kasino großen Zuspruch. In den ersten Bürgerveranstaltungen wurde mehrfach der Wunsch nach einem gemütlichen Café geäußert. STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 59 Abbildung 72: Gasthäuser in Alt-Knielingen Die Wohn- und Lebensqualität in einem Stadtteil wird von ver- schiedenen Gesichtspunkten be- einflusst. Wie zufrieden sind Sie mit folgenden Aspekten in Knielingen? Gastronomie (z. B. Café, Restaurant) Durchschnittli- che Zufriedenheit 100=sehr zu- frieden bis 0=sehr unzu- frieden Befragte mit Antwort sehr zufrie- den zufrieden teilweise zufrieden unzufrie- den sehr unzu- frieden Anteile an den Befragten insg. 504 Karlsruhe 2011 14,0% 40,4% 26,9% 14,5% 4,2% 61 3.372 Knielingen insgesamt 2015 7,7% 32,8% 38,3% 15,4% 5,8% 55 481 Stadtviertel Alt-Knielingen 6,7% 31,1% 34,1% 20,1% 7,9% 52 164 Neu-Knielingen 8,3% 34,0% 40,3% 13,0% 4,4% 57 315 Abbildung 73: Umfrageergebnisse zum Gastronomieangebot, Quelle: AfSta, Umfrage zur Wohn- und Lebensqualität Knielingen 2015 Das Dienstleistungsangebot (Bank, Post, Reinigung, Arzt, Apotheke, Friseur) im Stadtteil wird von 54,6 Prozent der Befragten positiv bewertet. Die Zufriedenheit liegt jedoch weit unter den gesamtstädti- schen Durchschnittswerten. Während über ein Viertel der Karlsruher Bevölkerung angibt, sehr zufrie- den mit dem Dienstleistungsangebot zu sein, sind es in Knielingen nur 6,7 Prozent. In Alt-Knielingen sind die Bewohnerinnen und Bewohner insgesamt unzufriedener mit der Situation als die in Neu-Knielingen. Die Wohn- und Lebensqualität in einem Stadtteil wird von ver- schiedenen Gesichtspunkten be- einflusst. Wie zufrieden sind Sie mit folgenden Aspekten in Knielingen? Dienstleistungen (z. B. Frisör, Reisebüro etc.) Durchschnittli- che Zufriedenheit 100=sehr zufrie- den bis 0=sehr unzufrieden Befragte mit Antwort sehr zufrie- den zufrieden teilweise zufrieden unzufrie- den sehr unzu- frieden Anteile an den Befragten insg. 504 Karlsruhe 2011 26,0% 47,5% 19,5% 5,6% 1,4% 73 3.451 Knielingen insgesamt 2015 6,7% 47,9% 33,0% 9,5% 2,8% 62 463 Stadtviertel Alt-Knielingen 5,0% 47,2% 34,2% 11,2% 2,5% 60 161 Neu-Knielingen 7,7% 48,3% 32,3% 8,7% 3,0% 62 300 Abbildung 74: Umfrageergebnisse zum Dienstleistungsangebot, Quelle: AfSta, Umfrage zur Wohn- und Lebensqualität Knielingen 2015 Arbeitsmarkt Der Arbeitslosenanteil an der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter liegt in Knielingen mit 3,8 Prozent unter dem städtischen Durchschnitt von 4,2 Prozent. Etwas höher ist dieser Anteil in Alt-Knielingen mit 4,7 Prozent, deutlich geringer hingegen in Neu-Knielingen (3,3 Prozent). STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 60 Zusammenfassung SWOT I Wirtschaft, Einzelhandel und Arbeit STÄRKEN SCHWÄCHEN Hohe Wirtschaftskraft durch die ansässigen Firmen mit überregionaler Bedeutung (Siemens, Raffinerie, Stora Enso). Negative Auswirkungen auf den Stadtteil durch hohes Pendleraufkommen und Wirtschaftsverkehr sowie be- triebsbedingte Emissionen. Attraktives Versorgungszentrum in Knielingen 2.0 mit den wesentlichen Angeboten zur Versorgung mit Gü- tern des täglichen Bedarfs. Geringer Anteil an kleineren gewerblichen Betrieben in den überwiegend als Mischgebiet entwickelten Berei- chen (insb. Alt-Knielingen) mit Problematik Störwir- kung, Kundenparken und Lieferverkehr). Kleiner Wochenmarkt auf dem Elsässer Platz (zweimal wöchentlich) ergänzt das Angebot. Erreichbarkeitsproblem der neuen Versorgungsange- bote in Knielingen 2.0 insbesondere für die Alt-Knielin- ger Bevölkerung und nichtmotorisierte Personen durch Randlange im Norden des Stadtteils. Das Dienstleistungsangebot in Knielingen wird von der Bevölkerung als recht gut bewertet. Gewerbliche Leerstände sind in Alt-Knielingen sehr markant. Neue Gastronomie in Knielingen 2.0 (Brauhaus 2.0) wird als neue und attraktive Einrichtung gut angenom- men. Beengte Platzverhältnisse am Pennymarkt in Neu- Knielingen (Anliefern, Parken, Eingangsbereich) sind problematisch. In Neu-Knielingen ist die Arbeitslosenquote im Ver- gleich zur Gesamtstadt geringer, dies hebt auch die Bi- lanz des gesamten Stadtteils (trotz etwas höherer Ar- beitslosenquote in Alt-Knielingen). Vorhandene Gastronomie in Alt-Knielingen wird von der Bevölkerung weniger gut bewertet und angenom- men. CHANCEN RISIKEN Im Rahmen des Stadtteilentwicklungskonzeptes und der geplanten Sanierung in Alt-Knielingen besteht die Chance zur Verbesserung der räumlich ungleichmäßig verteilten Versorgungssituation. Die beengten Platzverhältnisse am Pennymarkt können zu einer Betriebsaufgabe/ einem Umzug (wohin?) füh- ren und damit die unbefriedigende Versorgungssitua- tion im südlichen Stadtteil noch verstärken. Ohne Maßnahmen zur Stärkung und Erweiterung des bisherigen Angebotes an Versorgung und Gastronomie insbesondere in Alt-Knielingen droht ein weiteres „Ab- rutschen“ oder „Ausbluten“ dieses Teils von Knielingen. STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 61 4 ZUSAMMENFASSUNG Aus der vorangegangenen themenbezogenen Bestandsaufnahme und SWOT-Analyse lassen sich fol- gende Stärken und Schwächen als Grundlage für die weitere konzeptionelle Arbeit im Rahmen des Stadtteilentwicklungskonzeptes zusammenfassen: Stärken Eine besondere Stärke des Stadtteils Knielingen ist die landschaftlich besonders attraktive Lage am Rhein mit einem reich strukturierten, landwirtschaftlich und naturschutzfachlich bedeutsamen Natur- raum, der den südwestlichen bis nördlichen Siedlungsbereich Knielingens umfasst. Die umgebende Landschaft ist überwiegend gut bis sehr gut zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar und von großer Bedeutung für die Naherholung. Die einzelnen Siedlungsbereiche Alt-Knielingen, Neu-Knielingen und Knielingen 2.0 sind städtebaulich als Einheiten ablesbar. Ihre bauliche Gestaltung ist weitgehend homogen und vermittelt einen ange- nehmen Eindruck ohne gravierenden gestalterischen „Wildwuchs“. Insbesondere in Alt-Knielingen gibt es zahlreiche Baudenkmäler und stadtbildprägende Gebäude, die den besonderen Charme des ältesten Stadtteils Karlsruhes betonen. Knielingen verfügt über eine sehr gute verkehrliche Anbindung sowohl in Richtung Innenstadt als auch über den Rhein hinweg Richtung Südpfalz und die Metropolregionen Rhein-Neckar und Stuttgart. Na- hegelegene Straßen mit großräumiger Bedeutung und öffentliche Verkehrsmittel sind gut erreichbar. In Punkto Grün- und Freiflächen, Freizeitangebote, Spielplätze und Treffpunkte sind zum einen die um- gebenden Landschaftsräume von großer Bedeutung und die Grün- und Spielflächen insbesondere in Neu-Knielingen und Knielingen 2.0. Zahlreiche Vereine bieten ein abwechslungsreiches Sport- und Frei- zeitangebot für die Knielinger Bevölkerung. Kleingartenanlagen erweitern das Freiflächenangebot. Knielingen zeigt eine positive Bevölkerungsentwicklung und eine relativ gesunde Altersstruktur in den letzten Jahren, nicht zuletzt auch aufgrund der Entwicklung der Neubauflächen in Knielingen 2.0. Der Stadtteil zeichnet sich durch ein aktives Vereinsleben und ein hohes Maß an bürgerschaftlichem Enga- gement aus. Als Wirtschaftsstandort ist Knielingen aufgrund seiner großen Gewerbe- und Industriebetriebe von Be- deutung. Die Versorgungssituation in Knielingen mit Gütern des täglichen Bedarfs, Dienstleistungen und gastronomischen Angeboten ist schwerpunktmäßig im Norden Knielingens sehr gut. Schwächen Die zuvor genannten Stärken im Hinblick auf die überaus gute verkehrliche Anbindung Knielingens stel- len sich mit den damit verbundenen Auswirkungen wie Lärm, Abgase und Gefährdung schwächerer Ver- kehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer auf der anderen Seite als eine der Hauptschwächen Knielingens dar. Nicht nur die stark befahrene B 10 südlich des Stadtteils ist problematisch, auch die durch Pendlerverkehr und als Ausweichstrecken genutzten Straßen in Knielingen belasten die Anwoh- nerinnen und Anwohner. Insbesondere die Rheinbrückenstraße ist problematisch, da sie zusätzlich auch städtebaulich und funktional aufgrund ihrer enormen Breite, der Parallelstraßen Östliche und Westliche Rheinbrückenstraße und der Straßenbahngleise eine starke Trennwirkung erzielt. Zu Fuß Gehende und Rad Fahrende sind durch die vorgenannten Punkte insbesondere im Bereich der Hauptverkehrsachsen benachteiligt. Hinzu kommen problematische Verkehrsverhältnisse in Alt-Knielin- gen aufgrund enger Straßenräume, schmaler Gehwege und parkender Fahrzeuge. In Neu-Knielingen stellen unübersichtliche Kreuzungen, Missachtung von Durchfahrtsverboten (v.a. Lkw), hohe Geschwin- digkeiten und Mängel bei der Führung von Radwegen bzw. die noch nicht vollständig umgesetzte Rad- wegekonzeption die markantesten Problembereiche dar. Hinsichtlich der räumlichen Verteilung der oben genannten Grünflächen und Spielplatzangebote ist Alt- Knielingen benachteiligt. Die hohe bauliche Dichte in diesem Stadtviertel verschärft die Problematik STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 62 fehlender öffentlicher Freiflächen zusätzlich. Für ganz Knielingen ist festzustellen, dass eine eindeutig definierte und entsprechende Quartiersmitte, ein generationenübergreifender Treffpunkt im öffentli- chen Raum, mit dem sich die Bevölkerung identifizieren kann, fehlt. Der Elsässer Platz weist gestalteri- sche Mängel und eine fehlende Funktionalität auf, nicht zuletzt aufgrund unpassender Gebäudegestal- tung und Gebäudenutzung. Die Bedeutung der umgebenden Landschaft als Naherholungsraum wird durch den Schutzstatus großer Flächen (Landschafts- und Naturschutzgebiet) geschmälert, da sich daraus Nutzungs- und Zugangsbe- schränkungen für die Bevölkerung ergeben. In Alt-Knielingen besteht ein nicht unerheblicher Sanierungsbedarf, der sich alleine aus der äußerlichen Betrachtung ablesen lässt. Bereits erfolgte bauliche Maßnahmen zeigen das Fehlen einer fachlichen Be- gleitung im Hinblick auf die sensible städtebauliche Situation. Prägende Elemente gehen durch An-, Um- und Neubauten zunehmend verloren. Darüber hinaus besteht (auch in Neu-Knielingen) Handlungsbe- darf hinsichtlich der energetischen Sanierung. Trotz zahlreicher Freizeit- und Begegnugsangebote von Vereinen und kirchlichen Trägern fehlt es an einem generationenübergreifenden, nicht konfessionsgebundenen Treffpunkt und Veranstaltungsort. Weiterhin sind auch die Betreuungsangebote für Kinder in einzelnen Altersgruppen nicht ausreichend und zu wenig flexibel. Die Versorgung mit Waren des täglichen Bedarfs ist in Alt-Knielingen stark rückläufig, da immer mehr ansässige Geschäfte den Betrieb eingestellt haben. Die Versorgungsangebote in Neu-Knielingen bzw. Knielingen 2.0 sind insbesondere für die nichtmotorisierte Bevölkerung schlecht erreichbar. Das gastro- nomische Angebot stellt sich in Alt-Knielingen im Vergleich zu Neu-Knielingen und Knielingen 2.0 weni- ger attraktiv dar. STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 63 5 AUSBLICK Die zukünftige Entwicklung Knielingens soll im nachfolgenden Schritt der Ausarbeitung des Stadtteilent- wicklungskonzeptes in positiver Weise gestärkt werden. Aufbauend auf den Ergebnissen der vorliegen- den SWOT-Analyse lassen sich anhand der ermittelten Stärken des Stadtteils positive Entwicklungen ableiten, die zukünftig herauszuarbeiten sind. Schwächen lassen sich mit Hilfe gezielter Handlungsan- sätze mindern. Die große Chance liegt im Stadtteilentwicklungskonzept selbst, da hierin alle positiven Energien vor Ort gebündelt und zu einer zukunftsfähigen Konzeption unter Einbeziehung der Bevölkerung Knielingens geführt werden. Als wesentliche Ziele lassen sich ableiten: die Stärkung des Wohnstandortes Knielingen mit einer ausgewogenen Versorgung mit sozia- ler, kultureller und versorgender Infrastruktur, die Stärkung des Wohnstandortes Knielingen mit einer verträglichen Verkehrsabwicklung so- wohl bezüglich des überörtlichen Verkehrs als auch innerhalb des Siedlungsbereiches, die Stärkung des Wohnstandortes Knielingen mit einer zukunftsfähigen städtebaulichen, frei- räumlichen und energetischen Qualität, und die Stärkung des Wohn- und Arbeitsstandortes Knielingen mit einem verträglichen Neben- einander der Nutzungen hinsichtlich der Aspekte Emissionen, Verkehrsaufkommen und ruhen- der Verkehr. STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 64 STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN SWOT-ANALYSE 65 6 ANLAGEN Pläne Bestandsaufnahme Denkmalschutz und stadtbildprägende Strukturen Straßenhierarchie ÖPNV-Anbindung Natur und Landschaft Erholung und Freizeit Soziale Einrichtungen Pläne SWOT-Analyse Stärken und Chancen Stadtbild und Städtebau Schwächen und Risiken Stadtbild und Städtebau Stärken und Chancen Verkehr und Mobilität Schwächen und Risiken Verkehr und Mobilität Stärken und Chancen Natur, Stadtgrün und Klimaschutz Schwächen und Risiken Natur, Stadtgrün und Klimaschutz
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Extrahierter Text
Friedhof Knielingen Elsternweg Altes Schulhaus Brauhaus 2.0 Ehemaliges Rathaus Ehemalige Zoll- und Poststation Grundschule Knielingen Viktor-von-Scheffel-Schule Siemens Alt-Knielingen Neu-Knielingen Knielingen 2.0 Bereiche mit stadtbildprägender Bausubstanz Kulturdenkmal denkmalgeschütztes Ensemble Hofgut Maxau STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN 2030 STADTBILD UND STÄDTEBAU DENKMALSCHUTZ N ohne Maßstab Neureuter Straße B36 Sudetenstraße Sudetenstraße Eggensteiner Straße Siemensallee Annweilerstraße Saarlandstraße Saarlandstraße Rheinbrückenstraße Rheinbrückenstraße Neureuter Straße B36 Siemensallee Südtangente B10 Südtangente B10 Siemens Alt-Knielingen Neu-Knielingen Knielingen 2.0 STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN 2030 VERKEHR UND MOBILITÄTSTRASSENHIERARCHIE Bundesstraße, regionale Verbindung Kreisstraße, Hauptverkehrsstraße Sammelstraße, Wohnstraße N ohne Maßstab 74 74 300 m 75 75 S5 I S52 S5 I S52 2 2 R51 I S51 R51 I S51 300 m Siemens Alt-Knielingen Neu-Knielingen Knielingen 2.0 Buslinie 74 Buslinie 75 Bushaltestelle mit 300 m Einzugsradius S-Bahn Linie S5/S52 Straßenbahnlinie 2 geplanter Ausbau Straßenbahn Linie 2 Schienenverkehr R51/S51 S-Bahnhaltestelle mit 300 m Einzugsradius STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN 2030 VERKEHR UND MOBILITÄTÖPNV-ANBINDUNG N ohne Maßstab Alb Alb Alb Gewann Wald Parkanlage mit Spielplatz Parkanlage mit Spielplatz Kleingartenanlage Litzelau Kleingartenanlage Hinter der Hansa Kleingartenanlage Friedhof Knielingen Kleingartenanlage Husarenlager Naturschutzgebiet "Altrhein Maxau" Hofgut Maxau Landschaftspark Rhein Knielinger See Kleingartenanlage Pferderennbahn Kleingartenanlage Am Kastanienbaum Holzbierebuckel Festplatz Knielingen Gewann Burgau Kleingartenanlage Burgau Naturschutzgebiet und Landschaftsschutzgebiet Burgau Siemens Alt-Knielingen Neu-Knielingen Knielingen 2.0 Kleingartenfläche Waldfläche Öffentliche Grünfläche Friedhof Grünverbindung, Straßenbegleitgrün Natur- und Landschaftsschutzgebiet wichtiger Streuobstbestand STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN 2030 NATUR, STADTGRÜN UND KLIMASCHUTZ NATUR UND LANDSCHAFT N ohne Maßstab NATUR, STADTGRÜN UND KLIMASCHUTZ Reinhold-Crocoll-Halle Bürgerverein Knielingen Erster Deutsche Polizei-Hunde-Verein e.V. Kleingartenverein Litzelau Kaninchen- und Geflügelzuchtverein Polizeihundeclub Verein für Terrarien- und Aquarienkunde Spielplatz, Bolzplatz Sportfischervereinigung Motor-Sport-Club Sängervereinigung Sängerhalle Boxring 46 Knielingen Freiwillige Feuerwehr NaturFreunde Knielingen VfB 05 Knielingen e.V. TV Knielingen e.V. Bolzplatz Zucht- und Rennverein Pferderennbahn Hofgut Maxau Landschaftspark Rhein Knielinger See Siemens Alt-Knielingen Neu-Knielingen Knielingen 2.0 Spielplatz/Bolzplatz Sportanlage Vereinsheim STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN 2030 ERHOLUNG UND FREIZEIT N ohne Maßstab Ev. Kirche Friedhofshalle Kath. Kirche Heilig Kreuz Kath. Kindergarten Heilig Kreuz Städtische Kindertagesstätte Musik-Kindertagesstätte Zwergen(t)raum Ev. Kindergarten Spatzennest Ev. Kindergarten Kinder-Wunderland Ev. Pfarrgemeinde Knielingen-Ost Siemens Kindertagesstätte SieKids Villa Pusteblume Ev. Kindergarten Zwergenland Ev. Kirchengemeinde Knielingen-West Jugendzentrum, Soundtruck Grundschule Knielingen Viktor-von-Scheffel-Schule Grundschule mit Schülerhort Seniorenzentrum und Pflegeheim Knielingen 2.0 Seniorenwohnungen Knielingen 2.0 Kath. Kirchengemeinde Heilig Kreuz Jugendtreff "Café Zartbitter" Pauluskirche Neuapostolische Kirche Siemens Alt-Knielingen Neu-Knielingen Knielingen 2.0 Kindertageseinrichtung Grundschule Senioreneinrichtung Jugendzentrum Gemeindezentrum Kirche SOZIALE INFRASTRUKTUR, BILDUNG UND KULTUR STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN 2030 SOZIALE EINRICHTUNGEN N ohne Maßstab STADTBILD UND STÄDTEBAUSTÄRKEN UND CHANCEN STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN 2030 Rhein Alb Knielinger See Alb Alb Friedhof Kleingärten Kleingärten Kleingärten Hofgut Maxau Alter Rheinhafen Landschaftspark Rhein Kleingärten Pferderennbahn Holzbierebuckel Sportpark Bruchwegäcker Nordbeckenstraße Fischreiherstraße Jakob-Dörr-Straße Herweghstraße Maxauer Straße Kammerlachweg Neufeldstraße Heckerstraße Rheinbergstraße Landeckstraße Sudetenstraße Häuslesgraben An der Wässerung An der Wässerung Raffineriestraße Rheinhafen Becken 1 Frauenhäusleweg Kirchbühlstraße Esso-Straße Saarlandstraße Wikingerstraße Litzelaustraße Heckerstraße Saarlandstraße Hochwasserdamm XXV Am Kirchtal Pfalzbahnstraße Östliche Rheinbrückenstraße Albhäusleweg Elsässer Platz Frauenhäusleweg Neufeldstraße Ferdinand-Keller-Straße Winden - Karlsruhe Reinmuthstraße Carl-Schäfer-Straße Curjel-und-Moser-Straße Grünhutstraße Jakob-Dörr-Straße Wikingerstraße Untere Straße Nordbeckenstraße Saarlandstraße Saarlandstraße Rheinbrückenstraße Carl-Schurz-Straße Lassallestraße Neufeldstraße Lönsstraße Eggensteiner Straße Pionierstraße Blenkerstraße Keßlaustraße Carl-Schurz-Straße Annweilerstraße Ludwig-Dill-Straße Neureuter Straße Nordbeckenstraße Hochwasserdamm XXVIa Hochwasserdamm XXVIa Raffineriestraße Am Ölhafen Albhäusleweg Zur Allmend Bruchweg Untere Straße Lothringer Straße Herweghstraße Östliche Rheinbrückenstraße Stiller Winkel Am Sandberg Hermann-Köhl-Straße Struvestraße Struvestraße Egon-Eiermann-Allee Bruchweg Bruchweg Ferdinand-Keller-Straße G.-Braun-Straße Rheinbergstraße Otto-Bartning-Straße Östliche Rheinbrückenstraße Am Brurain Nordbeckenstraße Leinpfad Leinpfad Maxau am Rhein Hochwasserdamm XXVIa Raffineriestraße Im Schlehert An der Mole Rheinbergstraße Kurzheckweg Kurzheckweg Kurzheckweg Kurzheckweg Saarlandstraße Saarlandstraße Heckerstraße Rheinbrückenstraße Lassallestraße Wilhelm-Trübner-Weg Westl.Rheinbrückenstraße Eggensteiner Straße Am Sandberg Rheinbrückenstraße Schultheißenstraße Eichheckle Keßlaustraße Frauenhäusleweg Graben-Neudorf - Knielingen Eugen-Geiger-Straße An der Wässerung Neureuter Straße Nordbeckenstraße Nordbeckenstraße Nordbeckenstraße Nordbeckenstraße Zur Allmend Frauenhäusleweg Dreikönigstraße Im Bipples Wikingerstraße Rheinbrückenstraße Rheinbrückenstraße Kurzheckweg Sudetenstraße Siemensallee Eggensteiner Straße Schultheißenstraße Reinmuthstraße Blindstraße Mitscherlichstraße Dea-Scholven-Straße Trifelsstraße Langbühl Carl-Schurz-Straße Keßlaustraße Max-Dortu-Straße Annweilerstraße Ferdinand-Keller-Straße Hochwasserdamm XXVIa Im Schlehert Dea-Scholven-Straße Albhäusleweg Rheinbrückenstraße Goldwäschergasse Besoldgasse Dea-Scholven-Straße Esso-Straße Esso-Straße Frauenhäusleweg Wikingerstraße Kurzheckweg Neufeldstraße Rheinbrückenstraße Sudetenstraße Dreikönigstraße Östliche Rheinbrückenstraße Pionierstraße Herweghstraße Blindstraße Otto-Bartning-Straße Otto-Bartning-Straße Frauenhäusleweg Siemensallee G.-Braun-Straße Gustav-Schönleber-Straße Im Husarenlager Ludwig-Dill-Straße Leinpfad Im Schlehert Rheinbergstraße Neufeldstraße Besoldgasse Winden - Karlsruhe Elsässer Straße Lauterburger Straße Kurzheckweg Saarlandstraße Lorscher Straße Bruchweg Elsternweg Schulstraße Bernhard-Metz-Straße Hermann-Köhl-Straße Hermann-Vollmer-Straße Max-Laeuger-Straße Keßlaustraße Egon-Eiermann-Allee Itzsteinstraße Eggensteiner Straße Am Hafen Esso-Straße Graben-Neudorf - Knielingen Rheinbrückenstraße Litzelaustraße Litzelaustraße Östliche Rheinbrückenstraße Julius-Bergmann-Straße Jakob-Dörr-Straße Retzlachweg Westl.Rheinbrückenstraße Rheinbergstraße Eggensteiner Straße Struvestraße Kolbengärten Schulstraße Schulstraße Gustav-Heinkel-Straße Eggensteiner Straße Krasnodarplatz Frauenhäusleweg Sudetenstraße Ernst-Würtenberger-Straße Neureuter Straße An der Wässerung Sudetenstraße Neu-Knielingen Neu-Knielingen Knielingen 2.0 Siemens Alt-Knielingen Rheinland-Pfalz Richtung Wörth Richtung Neureut Richtung Nordweststadt Richtung Weststadt Richtung Mühlburg Siemens Stora Enso Mineralölraffinerie Oberrhein Mineralölraffinerie Oberrhein STÄRKEN CHANCEN Siedlungsteile sind städtebaulich als Einheiten ablesbar, homogene Gestaltung, kaum gestalterischer „Wildwuchs“ wie in Neubaugebieten häufig der Fall historisch wertvolle bzw. stadtbildprägende Straßenzüge und Baustrukturen kaum Leerstände aufgrund hoher Nachfrage nach Wohnraum Potenzialflächen für Gewerbe-,Industrie- und Mischnutzung, zur Deckung der Nachfrage (Darstellung aus dem FNP), potenzielle Tauschflächen Saarlandstraße und Elsässer Straße mit historischem Pflaster betonen besondere städtebauliche Situation des alten Stadtteils mit seinen prägenden Gebäuden relativ geringe bauliche Dichte in Neu-Knielingen und Knielingen 2.0 bei relativ hohem Grün- und Freiflächenanteil einige denkmalgeschützte Gebäude und Ensembles vorhanden Neubaugebiet Knielingen 2.0 ist an aktuelle energetische Standards angepasst Entwicklung neuer Wohnquartiere zur Deckung der Nachfrage nach innerstädtischen Wohnflächen (in Kraft getretene Bebauungspläne "Am Sandberg 2" und "Eggensteiner, Sudeten- und Pionierstraße") Sanierungsverfahren bietet Chance zur Erhaltung und Wiederherstellung prägender Strukturen in Alt-Knielingen Stadtteilentwicklungskonzept bietet die Chance zur Revitalisierung und Stärkung Alt-Knielingens und zur Anbindung an die übrigen Siedlungsbereiche hoher Eigentumsanteil lässt aktive Mitarbeit am Stadtteilentwicklungskonzept und an der Umsetzung einzelner Projekte erwarten strengths and opportunities Stadtteilentwicklungskonzept Knielingen 2030 SWOT-Analyse I Stärken und Chancen 050100150200250 m M.i.O. 1:5 000 Stand Oktober 2015 N Quelle Plangrundlage: Liegenschaftsamt der Stadt Karlsruhe im Auftrag der Stadt Karlsruhe Bearbeitung: werk-plan Kaiserslautern Architekten Stadtplaner Ingenieure KOBRA Beratungszentrum Landau - ES S E E - - - Rhein Alb Knielinger See Alb Alb Friedhof Kleingärten Kleingärten Kleingärten Hofgut Maxau Alter Rheinhafen Landschaftspark Rhein Kleingärten Pferderennbahn Holzbierebuckel Sportpark Bruchwegäcker B 10 B 10 B 10 Südtangente Südtangente Nordbeckenstraße Fischreiherstraße Jakob-Dörr-Straße Herweghstraße Maxauer Straße Kammerlachweg Neufeldstraße Heckerstraße Rheinbergstraße Landeckstraße Sudetenstraße Häuslesgraben An der Wässerung An der Wässerung Raffineriestraße Rheinhafen Becken 1 Frauenhäusleweg Kirchbühlstraße Esso-Straße Saarlandstraße Wikingerstraße Litzelaustraße Heckerstraße Saarlandstraße Hochwasserdamm XXV Am Kirchtal Pfalzbahnstraße Östliche Rheinbrückenstraße Albhäusleweg Frauenhäusleweg Neufeldstraße Ferdinand-Keller-Straße Winden - Karlsruhe Reinmuthstraße Carl-Schäfer-Straße Curjel-und-Moser-Straße Grünhutstraße Jakob-Dörr-Straße Wikingerstraße Untere Straße Nordbeckenstraße Saarlandstraße Saarlandstraße Rheinbrückenstraße Carl-Schurz-Straße Lassallestraße Neufeldstraße Lönsstraße Eggensteiner Straße Pionierstraße Blenkerstraße Keßlaustraße Carl-Schurz-Straße Annweilerstraße Ludwig-Dill-Straße Neureuter Straße Nordbeckenstraße Hochwasserdamm XXVIa Hochwasserdamm XXVIa Raffineriestraße Am Ölhafen Albhäusleweg Zur Allmend Bruchweg Untere Straße Lothringer Straße Herweghstraße Östliche Rheinbrückenstraße Stiller Winkel Am Sandberg Hermann-Köhl-Straße Struvestraße Struvestraße Egon-Eiermann-Allee Bruchweg Bruchweg Ferdinand-Keller-Straße G.-Braun-Straße Rheinbergstraße Otto-Bartning-Straße Östliche Rheinbrückenstraße Am Brurain Nordbeckenstraße Leinpfad Leinpfad Maxau am Rhein Hochwasserdamm XXVIa Raffineriestraße Im Schlehert An der Mole Rheinbergstraße Kurzheckweg Kurzheckweg Kurzheckweg Kurzheckweg Saarlandstraße Saarlandstraße Heckerstraße Rheinbrückenstraße Lassallestraße Wilhelm-Trübner-Weg Westl.Rheinbrückenstraße Eggensteiner Straße Am Sandberg Rheinbrückenstraße Schultheißenstraße Eichheckle Keßlaustraße Frauenhäusleweg Graben-Neudorf - Knielingen Eugen-Geiger-Straße An der Wässerung Neureuter Straße Nordbeckenstraße Nordbeckenstraße Nordbeckenstraße Nordbeckenstraße Zur Allmend Frauenhäusleweg Dreikönigstraße Im Bipples Wikingerstraße Rheinbrückenstraße Rheinbrückenstraße Kurzheckweg Sudetenstraße Siemensallee Eggensteiner Straße Schultheißenstraße Reinmuthstraße Blindstraße Mitscherlichstraße Dea-Scholven-Straße Trifelsstraße Langbühl Carl-Schurz-Straße Keßlaustraße Max-Dortu-Straße Annweilerstraße Ferdinand-Keller-Straße Hochwasserdamm XXVIa Im Schlehert Dea-Scholven-Straße Albhäusleweg Rheinbrückenstraße Goldwäschergasse Besoldgasse Dea-Scholven-Straße Esso-Straße Esso-Straße Frauenhäusleweg Wikingerstraße Neufeldstraße Rheinbrückenstraße Sudetenstraße Dreikönigstraße Östliche Rheinbrückenstraße Pionierstraße Herweghstraße Blindstraße Otto-Bartning-Straße Otto-Bartning-Straße Frauenhäusleweg Siemensallee G.-Braun-Straße Gustav-Schönleber-Straße Im Husarenlager Ludwig-Dill-Straße Leinpfad Im Schlehert Rheinbergstraße Neufeldstraße Besoldgasse Winden - Karlsruhe Elsässer Straße Lauterburger Straße Kurzheckweg Saarlandstraße Lorscher Straße Bruchweg Elsternweg Schulstraße Bernhard-Metz-Straße Hermann-Köhl-Straße Hermann-Vollmer-Straße Max-Laeuger-Straße Keßlaustraße Egon-Eiermann-Allee Itzsteinstraße Eggensteiner Straße Am Hafen Esso-Straße Graben-Neudorf - Knielingen Rheinbrückenstraße Litzelaustraße Litzelaustraße Östliche Rheinbrückenstraße Julius-Bergmann-Straße Jakob-Dörr-Straße Retzlachweg Westl.Rheinbrückenstraße Rheinbergstraße Eggensteiner Straße Struvestraße Kolbengärten Schulstraße Schulstraße Gustav-Heinkel-Straße Eggensteiner Straße Frauenhäusleweg Sudetenstraße Ernst-Würtenberger-Straße Neureuter Straße An der Wässerung Sudetenstraße Alt-Knielingen Neu-Knielingen Neu-Knielingen Knielingen 2.0 Festplatz B 36 B 36 Rheinland-Pfalz Richtung Wörth Richtung Neureut Richtung Nordweststadt Richtung Weststadt Richtung Mühlburg Siemens Stora Enso Mineralölraffinerie Oberrhein Mineralölraffinerie Oberrhein SCHWÄCHEN UND RISIKEN STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN 2030 STADTBILD UND STÄDTEBAU SCHWÄCHEN RISIKEN ES hoher Anteil unsanierter Gebäude in Alt-Knielingen, die nicht heutigen Modernisierungsstandards oder energetischen Standards genügen Wohnungsgrundrisse und -größen (vorwiegend Alt-Knielingen) entsprechen nicht heutigen Standards stark verdichtete Bebauung zu Lasten wohnungsnaher Freiräume insbesondere in Alt-Knielingen prägende Elemente gehen durch unpassende An- und Umbauten Modernisierungsmaßnahmen oder Ersatz durch Neubau verloren halbfertige Sanierungs-/ Neubauprojekte und ungepflegte Grundstücke als Störfaktor im Stadtbild Jakob Dörr Straße/ Bruchweg als „Splittersiedlung“, mit fehlendem städtebaulichen Zusammenhang Baugebiet Blenkerstraße/Blindstraße ohne direkte Anbindung an Eggensteiner Straße (problematische Topografie) Rheinbrückenstraße als trennendes Element zwischen Alt-Knielingen und neuen Siedlungsteilen, erhebliche Störwirkung unzureichende städtebauliche Qualität, gestalterische und funktionale Defizite am Elsässer Platz und an der Knielinger Kirche in Alt-Knielingen, Krasnodarplatz in Knielingen 2.0 enge Straßen in Alt-Knielingen ohne Aufenthaltsqualität, funktionale und gestalterische Defizite öffentlicher Räume Gestaltung und Pflegezustand kleiner Gassen in Alt-Knielingen unbefriedigend Neuinstallation der Straßenbeleuchtung in Alt-Knielingen kritisch historisches Pflaster in Saarlandstraße und Elsässer Straße unbequem und laut mangelnde Gestaltung von Stadteingängen (Rheinbrückenstraße West und Sudetenstraße Nord) städtebauliche Dominante Hochhaus am Elsässer Platz wirkt eher störend als prägend, gestalterische Defizite Bahntrasse als Barriere zwischen Siedlung und Landschaft Flächen der Bundeswehr/THW fügen sich nicht in den Siedlungskörper ein Bereich mit Modernisierungs- und Sanierungsbedarf fehlende Identifikations- und Treffpunkte, fehlende öffentliche Grün- und Freiflächen - gestalterische und funktionale Defizite innerstädtischer Grün- und Freiflächen ohne Sanierung ist Zunahme sanierungsbedürftiger Bausubstanz bis hin zum Verfall absehbar Gefahr besteht, dass aufgrund starker Nachfrage nach Wohnungen Eigentümer ohne Modernisierung vermieten, Abwärtstrend erkennbar zu früher Beginn der Erneuerung der Beleuchtung im Hinblick auf die geplante VU/ Sanierung in Alt-Knielingen Gefahr einer weitergehenden Zersiedelung im Bereich Frauenhäusleweg Förderung der Ansiedlung von Versorgungsinfrastruktur im Norden von Knielingen 2.0 benachteiligt Alt-Knielingen, Negativtrend des „Ausblutens“ erkennbar, kann sich verstärken Zerschneidung der Landschaft und Verlust zum Teil wertvoller Biotopflächen/Waldflächen durch Planungsoption nördliche Umfahrung mit Anbindung an B 36 weaknesses and threats Stadtteilentwicklungskonzept Knielingen 2030 SWOT-Analyse I Schwächen und Risiken 050100150200250 m M.i.O. 1:5 000 Stand Oktober 2015 N Quelle Plangrundlage: Liegenschaftsamt der Stadt Karlsruhe; Piktogramme: de.freepik.com im Auftrag der Stadt Karlsruhe Bearbeitung: werk-plan Kaiserslautern Architekten Stadtplaner Ingenieure KOBRA Beratungszentrum Landau STÄRKEN UND CHANCEN STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN 2030 VERKEHR UND MOBILITÄT H H H H H H H H B 10 B 10 B 10 Südtangente Südtangente Neureuter Straße B 36 B 36 Neureuter Straße nachrichtliche Übernahme aus dem FNP zur Planung zweite Rheinbrücke und Nordtangente West Rhein Alb Knielinger See Alb Alb Friedhof Kleingärten Kleingärten Kleingärten Hofgut Maxau Alter Rheinhafen Landschaftspark Rhein Kleingärten Pferderennbahn Holzbierebuckel Sportpark Bruchwegäcker Nordbeckenstraße Fischreiherstraße Jakob-Dörr-Straße Herweghstraße Maxauer Straße Kammerlachweg Neufeldstraße Heckerstraße Rheinbergstraße Landeckstraße Sudetenstraße Häuslesgraben An der Wässerung An der Wässerung Raffineriestraße Rheinhafen Becken 1 Frauenhäusleweg Kirchbühlstraße Esso-Straße Saarlandstraße Wikingerstraße Litzelaustraße Heckerstraße Saarlandstraße Hochwasserdamm XXV Am Kirchtal Pfalzbahnstraße Östliche Rheinbrückenstraße Albhäusleweg Elsässer Platz Frauenhäusleweg Neufeldstraße Ferdinand-Keller-Straße Winden - Karlsruhe Reinmuthstraße Carl-Schäfer-Straße Curjel-und-Moser-Straße Grünhutstraße Jakob-Dörr-Straße Wikingerstraße Untere Straße Nordbeckenstraße Saarlandstraße Saarlandstraße Rheinbrückenstraße Carl-Schurz-Straße Lassallestraße Neufeldstraße Lönsstraße Eggensteiner Straße Pionierstraße Blenkerstraße Keßlaustraße Carl-Schurz-Straße Annweilerstraße Ludwig-Dill-Straße Neureuter Straße Nordbeckenstraße Hochwasserdamm XXVIa Hochwasserdamm XXVIa Raffineriestraße Am Ölhafen Albhäusleweg Zur Allmend Bruchweg Untere Straße Lothringer Straße Herweghstraße Östliche Rheinbrückenstraße Stiller Winkel Am Sandberg Hermann-Köhl-Straße Struvestraße Struvestraße Egon-Eiermann-Allee Bruchweg Bruchweg Ferdinand-Keller-Straße G.-Braun-Straße Rheinbergstraße Otto-Bartning-Straße Östliche Rheinbrückenstraße Am Brurain Nordbeckenstraße Leinpfad Leinpfad Maxau am Rhein Hochwasserdamm XXVIa Raffineriestraße Im Schlehert An der Mole Rheinbergstraße Kurzheckweg Kurzheckweg Kurzheckweg Kurzheckweg Saarlandstraße Saarlandstraße Heckerstraße Rheinbrückenstraße Lassallestraße Wilhelm-Trübner-Weg Westl.Rheinbrückenstraße Eggensteiner Straße Am Sandberg Rheinbrückenstraße Schultheißenstraße Eichheckle Keßlaustraße Frauenhäusleweg Graben-Neudorf - Knielingen Eugen-Geiger-Straße An der Wässerung Neureuter Straße Nordbeckenstraße Nordbeckenstraße Nordbeckenstraße Nordbeckenstraße Zur Allmend Frauenhäusleweg Dreikönigstraße Im Bipples Wikingerstraße Rheinbrückenstraße Rheinbrückenstraße Kurzheckweg Sudetenstraße Siemensallee Eggensteiner Straße Schultheißenstraße Reinmuthstraße Blindstraße Mitscherlichstraße Dea-Scholven-Straße Trifelsstraße Langbühl Carl-Schurz-Straße Keßlaustraße Max-Dortu-Straße Annweilerstraße Ferdinand-Keller-Straße Hochwasserdamm XXVIa Im Schlehert Dea-Scholven-Straße Albhäusleweg Rheinbrückenstraße Goldwäschergasse Besoldgasse Dea-Scholven-Straße Esso-Straße Esso-Straße Frauenhäusleweg Wikingerstraße Kurzheckweg Neufeldstraße Rheinbrückenstraße Sudetenstraße Dreikönigstraße Östliche Rheinbrückenstraße Pionierstraße Herweghstraße Blindstraße Otto-Bartning-Straße Otto-Bartning-Straße Frauenhäusleweg Siemensallee G.-Braun-Straße Gustav-Schönleber-Straße Im Husarenlager Ludwig-Dill-Straße Leinpfad Im Schlehert Rheinbergstraße Neufeldstraße Besoldgasse Winden - Karlsruhe Elsässer Straße Lauterburger Straße Kurzheckweg Saarlandstraße Lorscher Straße Bruchweg Elsternweg Schulstraße Bernhard-Metz-Straße Hermann-Köhl-Straße Hermann-Vollmer-Straße Max-Laeuger-Straße Keßlaustraße Egon-Eiermann-Allee Itzsteinstraße Eggensteiner Straße Am Hafen Esso-Straße Graben-Neudorf - Knielingen Rheinbrückenstraße Litzelaustraße Litzelaustraße Östliche Rheinbrückenstraße Julius-Bergmann-Straße Jakob-Dörr-Straße Retzlachweg Westl.Rheinbrückenstraße Rheinbergstraße Eggensteiner Straße Struvestraße Kolbengärten Schulstraße Schulstraße Gustav-Heinkel-Straße Eggensteiner Straße Krasnodarplatz Frauenhäusleweg Sudetenstraße Ernst-Würtenberger-Straße Neureuter Straße An der Wässerung Sudetenstraße Neu-Knielingen Neu-Knielingen Knielingen 2.0 Siemens Alt-Knielingen Rheinland-Pfalz Richtung Wörth Richtung Neureut Richtung Nordweststadt Richtung Weststadt Richtung Mühlburg Siemens Stora Enso Mineralölraffinerie Oberrhein Mineralölraffinerie Oberrhein H gute Anbindung an überörtlichen Verkehr über B10 Richtung Metropolregionen und nach Karlsruhe Südtangente (B 10) Neureuter Straße (B 36) gute ÖPNV-Anbindung durch Straßenbahn und Busverkehr sowie überörtlich durch Regionalbahn S-Bahn Linie Straßenbahnlinie/Tram S-Bahnhaltestelle mit 300 m Einzugsradius Buslinie Bushaltestelle mit 300 m Einzugsradius gute Erreichbarkeit der umgebenden Landschafts- und Naherholungsräume zu Fuß und Fahrrad Wegeverbindungen zwischen den Straßen ermöglichen fußläufige Erreichbarkeit auf kurzem Wege unabhängig vom Straßennetz Gehwegbreiten sind in Neu-Knielingen und Knielingen 2.0 in der Regel ausreichend dimensioniert, obwohl auch hier teilweise die gewünschten Breiten unterschritten sind Parkplatzangebot im Straßenraum ist in Neu-Knielingen und Knielingen 2.0 in der Regel ausreichend Regionalbahn (Winden - Karlsruhe) STÄRKEN CHANCEN Entlastung Knielingens durch Verlagerung des Verkehrs durch alternative Verkehrsführungen bessere Anbindung des Neubaugebietes an ÖPNV durch Ausbau der Tram, mögliche Reduzierung der momentanen Verkehrsbelastung Stadtteilentwicklungskonzept bietet die Möglichkeit, Anregungen aus der Bevölkerung zu Temporeduzierung, aktiven Lärmschutzmaßnahmen, Durchfahrtsverboten u.a. zu diskutieren Stadtteilentwicklungskonzept und geplante VU in Alt-Knielingen können Maßnahmen zur Umgestaltung von Straßenräumen und zur zukünftigen Verkehrsführung mit dem Ziel der verträglicheren Verkehrsabwicklung anstoßen Chance zur weiteren Umsetzung und Optimierung des Radwegekonzeptes Parkraumbewirtschaftung in Verbindung mit Konzepten zur verträglichen Abwicklung des Berufspendlerverkehrs (Park+Ride etc.) bieten Chancen, das Verkehrsaufkommen in Knielingen zu reduzieren Ausbau des Car-Sharing-Angebotes als Chance zur Reduzierung der privaten Pkw Ansätze des Verkehrsentwicklungsplans zum Modal Split weiterentwickeln und konsequent umsetzen, dient der Stärkung des ÖPNV/ Fuß- und Radverkehrs und der Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs (Bewusstseinsbildung) optionale Anbindung an B 36 bei Freiwerden der Bundeswehrfläche Umgestaltung des breiten Straßenkörpers der Rheinbrückenstraße und parallel verlaufender Straßen 050100150200250 m M.i.O. 1:5 000 strengths and opportunities Stadtteilentwicklungskonzept Knielingen 2030 SWOT-Analyse I Stärken und Chancen Stand Oktober 2015 N Quelle Plangrundlage: Liegenschaftsamt der Stadt Karlsruhe im Auftrag der Stadt Karlsruhe Bearbeitung: werk-plan Kaiserslautern Architekten Stadtplaner Ingenieure KOBRA Beratungszentrum Landau nachrichtliche Übernahme aus dem FNP zur Planung zweite Rheinbrücke und Nordtangente West Rhein Alb Knielinger See Alb Alb Friedhof Kleingärten Kleingärten Kleingärten Hofgut Maxau Alter Rheinhafen Landschaftspark Rhein Kleingärten Pferderennbahn Holzbierebuckel Sportpark Bruchwegäcker B 10 B 10 B 10 Südtangente Südtangente Nordbeckenstraße Fischreiherstraße Jakob-Dörr-Straße Herweghstraße Maxauer Straße Kammerlachweg Neufeldstraße Heckerstraße Rheinbergstraße Landeckstraße Sudetenstraße Häuslesgraben An der Wässerung An der Wässerung Raffineriestraße Rheinhafen Becken 1 Frauenhäusleweg Kirchbühlstraße Esso-Straße Saarlandstraße Wikingerstraße Litzelaustraße Heckerstraße Saarlandstraße Hochwasserdamm XXV Am Kirchtal Pfalzbahnstraße Östliche Rheinbrückenstraße Albhäusleweg Frauenhäusleweg Neufeldstraße Ferdinand-Keller-Straße Winden - Karlsruhe Reinmuthstraße Carl-Schäfer-Straße Curjel-und-Moser-Straße Grünhutstraße Jakob-Dörr-Straße Wikingerstraße Untere Straße Nordbeckenstraße Saarlandstraße Saarlandstraße Rheinbrückenstraße Carl-Schurz-Straße Lassallestraße Neufeldstraße Lönsstraße Eggensteiner Straße Pionierstraße Blenkerstraße Keßlaustraße Carl-Schurz-Straße Annweilerstraße Ludwig-Dill-Straße Neureuter Straße Nordbeckenstraße Hochwasserdamm XXVIa Hochwasserdamm XXVIa Raffineriestraße Am Ölhafen Albhäusleweg Zur Allmend Bruchweg Untere Straße Lothringer Straße Herweghstraße Östliche Rheinbrückenstraße Stiller Winkel Am Sandberg Hermann-Köhl-Straße Struvestraße Struvestraße Egon-Eiermann-Allee Bruchweg Bruchweg Ferdinand-Keller-Straße G.-Braun-Straße Rheinbergstraße Otto-Bartning-Straße Östliche Rheinbrückenstraße Am Brurain Nordbeckenstraße Leinpfad Leinpfad Maxau am Rhein Hochwasserdamm XXVIa Raffineriestraße Im Schlehert An der Mole Rheinbergstraße Kurzheckweg Kurzheckweg Kurzheckweg Kurzheckweg Saarlandstraße Saarlandstraße Heckerstraße Rheinbrückenstraße Lassallestraße Wilhelm-Trübner-Weg Westl.Rheinbrückenstraße Eggensteiner Straße Am Sandberg Rheinbrückenstraße Schultheißenstraße Eichheckle Keßlaustraße Frauenhäusleweg Graben-Neudorf - Knielingen Eugen-Geiger-Straße An der Wässerung Neureuter Straße Nordbeckenstraße Nordbeckenstraße Nordbeckenstraße Nordbeckenstraße Zur Allmend Frauenhäusleweg Dreikönigstraße Im Bipples Wikingerstraße Rheinbrückenstraße Rheinbrückenstraße Kurzheckweg Sudetenstraße Siemensallee Eggensteiner Straße Schultheißenstraße Reinmuthstraße Blindstraße Mitscherlichstraße Dea-Scholven-Straße Trifelsstraße Langbühl Carl-Schurz-Straße Keßlaustraße Max-Dortu-Straße Annweilerstraße Ferdinand-Keller-Straße Hochwasserdamm XXVIa Im Schlehert Dea-Scholven-Straße Albhäusleweg Rheinbrückenstraße Goldwäschergasse Besoldgasse Dea-Scholven-Straße Esso-Straße Esso-Straße Frauenhäusleweg Wikingerstraße Neufeldstraße Rheinbrückenstraße Sudetenstraße Dreikönigstraße Östliche Rheinbrückenstraße Pionierstraße Herweghstraße Blindstraße Otto-Bartning-Straße Otto-Bartning-Straße Frauenhäusleweg Siemensallee G.-Braun-Straße Gustav-Schönleber-Straße Im Husarenlager Ludwig-Dill-Straße Leinpfad Im Schlehert Rheinbergstraße Neufeldstraße Besoldgasse Winden - Karlsruhe Elsässer Straße Lauterburger Straße Kurzheckweg Saarlandstraße Lorscher Straße Bruchweg Elsternweg Schulstraße Bernhard-Metz-Straße Hermann-Köhl-Straße Hermann-Vollmer-Straße Max-Laeuger-Straße Keßlaustraße Egon-Eiermann-Allee Itzsteinstraße Eggensteiner Straße Am Hafen Esso-Straße Graben-Neudorf - Knielingen Rheinbrückenstraße Litzelaustraße Litzelaustraße Östliche Rheinbrückenstraße Julius-Bergmann-Straße Jakob-Dörr-Straße Retzlachweg Westl.Rheinbrückenstraße Rheinbergstraße Eggensteiner Straße Struvestraße Kolbengärten Schulstraße Schulstraße Gustav-Heinkel-Straße Eggensteiner Straße Frauenhäusleweg Sudetenstraße Ernst-Würtenberger-Straße Neureuter Straße An der Wässerung Sudetenstraße Alt-Knielingen Neu-Knielingen Neu-Knielingen Knielingen 2.0 Festplatz B 36 B 36 Rheinland-Pfalz Richtung Wörth Richtung Neureut Richtung Nordweststadt Richtung Weststadt Richtung Mühlburg Siemens Stora Enso Mineralölraffinerie Oberrhein Mineralölraffinerie Oberrhein SCHWÄCHEN UND RISIKEN STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN 2030 VERKEHR UND MOBILITÄT SCHWÄCHEN RISIKEN Anbindung des Baugebietes Blindstraße/ Blenkerstraße an die Eggensteiner Straße/ Egon-Eiermann-Allee fehlt (Topografie) Straßenunterhaltungszustand verbesserungswürdig, Materialmix in Gehwegen, Pflegezustand stellenweise mangelhaft Durchgangsverkehr (Pendlerströme) auf Rheinbrückenstraße und Sudetenstraße belasten angrenzende Wohnflächen Berufspendler und Lkw benutzen Ausweichstrecken/Schleichwege durch die Wohngebiete hohe Lärm- und Abgasbelastung durch die Südtangente (B 10), Rheinbrückenstraße, Sudetenstraße, Bahnlärm Lkw-Durchfahrtsverbote werden ignoriert unangepasste Geschwindigkeiten besonders in schmalen Straßen gefährlich aktuell noch Anbindungsdefizit in Knielingen 2.0 an den schienengebundenen ÖPNV schlechte (fußläufige) Anbindung zwischen Alt-Knielingen und Neu-Knielingen (Barrierewirkung durch Rheinbrückenstraße und Gleise), wenige Querungsmöglichkeiten mit Sicherheits- und Gestaltungsmängeln Gehwege in Alt-Knielingen überwiegend zu schmal, keine Barrierefreiheit Konfliktsituationen zwischen motorisierten und nicht motorisierten Verkehrsteilnehmern, insbesondere in Alt-Knielingen und in Kreuzungsbereichen mit höherem MIV-Aufkommen gefährliche Situationen und Kreuzungen für Kinder, fehlende Zebrastreifen, bauliche Hinweise oder Beschilderungen Grünphasen an Fußgängerampeln sind zu kurz, insbesondere für Schulkinder und ältere/ mobilitätseingeschränkte Personen Radwegkonzept der Stadt noch nicht durchgehend umgesetzt, Unzufriedenheit mit Wegführungen, baulicher Ausführung, Sicherheit und Beschilderung insbesondere für Kinder P & R Parkplätze in der Östlichen Rheinbrückenstraße durch parkende Lkw blockiert, Begegnung Pkw und Bus kaum möglich 30 Prozent der Anwohner in Alt-Knielingen und 20 Prozent in Neu-Knielingen verfügen nicht über einen eigenen Stellplatz auf dem Grundstückmit der Folge eines erheblichen Parkdrucks im öffentlichen Straßenraum beidseitiges Gehwegparken bei engen Straßenverhältnissen in Saarlandstraße, Neufeldstraße, Untere Straße führt zu eingeschränktem Begegnungsverkehr und Rückstau hoher Parkdruck in Wohnbereichen in der Nähe von Siemens, da Beschäftigte die näher gelegenen Straßen bevorzugen Bereiche mit Anbindungsdefizit an den ÖPNV Straßenräume/öffentliche Räume mit gestalterischen und funktionalen Mängeln (Parkdruck, Konflikte, Begrünung...) Rheinbrücke als "Nadelöhr" (sehr hohe Verkehrsbelastung) Gassen/Wege mit gestalterischen und funktionalen Mängeln (fehlende Beleuchtung, Angstraum, Zustand) keine Durchfahrt möglich (Grundstück der Bundeswehr) Bereiche mit problematischer Topografie Erweiterung der Tram bis in die Egon-Eiermann-Allee bewirkt eine zunehmende Lärmbelastung und eine verstärkte Trennwirkung in den erschlossenen Straßenzügen Die Planungsoption zur Verkehrsentlastung durch eine nördliche Umfahrung mit Anbindung an die B36 würde zusätzlich eine weitere Emissionsquelle schaffen Neuansiedlung von Firmen/ Erweiterung von Gewerbeflächen lassen Zunahme des Verkehrsaufkommens und des Parkdrucks erwarten Ahndung des Gehwegparkens kann die Situation insbesondere in Alt-Knielingen verschärfen, Akzeptanzprobleme, Anwohner präferieren weniger Regelungen Planungsoption zweite Rheinbrücke mit Nordtangente West (Nachrichtliche Übernahme aus dem FNP) Alb Fischreiherstraße Neufeldstraße Kirchbühlstraße Saarlandstraße Untere Straße Neufeldstraße Rheinbergstraße Westl.Rheinbrückenstraße Eggensteiner Straße Rheinbrückenstraße Zur Allmend Dreikönigstraße Goldwäschergasse Besoldgasse Neufeldstraße Dreikönigstraße Östliche Rheinbrückenstraße Rheinbergstraße Neufeldstraße Besoldgasse Westl.Rheinbrückenstraße Eggensteiner Straße Alt-Knielingen Richtung M.i.O. 1:2 500 weaknesses and threats Stadtteilentwicklungskonzept Knielingen 2030 SWOT-Analyse I Schwächen und Risiken 050100150200250 m M.i.O. 1:5 000 Stand Oktober 2015 N Quelle Plangrundlage: Liegenschaftsamt der Stadt Karlsruhe; Piktogramme: de.freepik.com im Auftrag der Stadt Karlsruhe Bearbeitung: werk-plan Kaiserslautern Architekten Stadtplaner Ingenieure KOBRA Beratungszentrum Landau NATUR, STADTGRÜN UND KLIMASCHUTZSTÄRKEN UND CHANCEN STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN 2030 Rhein Alb Knielinger See Alb Alb Friedhof Kleingärten Kleingärten Kleingärten Hofgut Maxau Wald Alter Rheinhafen Landschaftspark Rhein Kleingärten Pferderennbahn Holzbierebuckel Sportpark Bruchwegäcker B 10 B 10 B 10 Südtangente Südtangente Nordbeckenstraße Fischreiherstraße Jakob-Dörr-Straße Herweghstraße Maxauer Straße Kammerlachweg Neufeldstraße Heckerstraße Rheinbergstraße Landeckstraße Sudetenstraße Häuslesgraben An der Wässerung An der Wässerung Raffineriestraße Rheinhafen Becken 1 Frauenhäusleweg Kirchbühlstraße Esso-Straße Saarlandstraße Wikingerstraße Litzelaustraße Heckerstraße Saarlandstraße Hochwasserdamm XXV Am Kirchtal Pfalzbahnstraße Östliche Rheinbrückenstraße Albhäusleweg Elsässer Platz Frauenhäusleweg Neufeldstraße Ferdinand-Keller-Straße Winden - Karlsruhe Reinmuthstraße Carl-Schäfer-Straße Curjel-und-Moser-Straße Grünhutstraße Jakob-Dörr-Straße Wikingerstraße Untere Straße Nordbeckenstraße Saarlandstraße Saarlandstraße Rheinbrückenstraße Carl-Schurz-Straße Lassallestraße Neufeldstraße Lönsstraße Eggensteiner Straße Pionierstraße Blenkerstraße Keßlaustraße Carl-Schurz-Straße Annweilerstraße Ludwig-Dill-Straße Neureuter Straße Nordbeckenstraße Hochwasserdamm XXVIa Hochwasserdamm XXVIa Raffineriestraße Am Ölhafen Albhäusleweg Zur Allmend Bruchweg Untere Straße Lothringer Straße Herweghstraße Östliche Rheinbrückenstraße Stiller Winkel Am Sandberg Hermann-Köhl-Straße Struvestraße Struvestraße Egon-Eiermann-Allee Bruchweg Bruchweg Ferdinand-Keller-Straße G.-Braun-Straße Rheinbergstraße Otto-Bartning-Straße Östliche Rheinbrückenstraße Am Brurain Nordbeckenstraße Leinpfad Leinpfad Maxau am Rhein Hochwasserdamm XXVIa Raffineriestraße Im Schlehert An der Mole Rheinbergstraße Kurzheckweg Kurzheckweg Kurzheckweg Kurzheckweg Saarlandstraße Saarlandstraße Heckerstraße Rheinbrückenstraße Lassallestraße Wilhelm-Trübner-Weg Westl.Rheinbrückenstraße Eggensteiner Straße Am Sandberg Rheinbrückenstraße Schultheißenstraße Eichheckle Keßlaustraße Frauenhäusleweg Graben-Neudorf - Knielingen Eugen-Geiger-Straße An der Wässerung Neureuter Straße Nordbeckenstraße Nordbeckenstraße Nordbeckenstraße Nordbeckenstraße Zur Allmend Frauenhäusleweg Dreikönigstraße Im Bipples Wikingerstraße Rheinbrückenstraße Rheinbrückenstraße Kurzheckweg Sudetenstraße Siemensallee Eggensteiner Straße Schultheißenstraße Reinmuthstraße Blindstraße Mitscherlichstraße Dea-Scholven-Straße Trifelsstraße Langbühl Carl-Schurz-Straße Keßlaustraße Max-Dortu-Straße Annweilerstraße Ferdinand-Keller-Straße Hochwasserdamm XXVIa Im Schlehert Dea-Scholven-Straße Albhäusleweg Rheinbrückenstraße Goldwäschergasse Besoldgasse Dea-Scholven-Straße Esso-Straße Esso-Straße Frauenhäusleweg Wikingerstraße Kurzheckweg Neufeldstraße Rheinbrückenstraße Sudetenstraße Dreikönigstraße Östliche Rheinbrückenstraße Pionierstraße Herweghstraße Blindstraße Otto-Bartning-Straße Otto-Bartning-Straße Frauenhäusleweg Siemensallee G.-Braun-Straße Gustav-Schönleber-Straße Im Husarenlager Ludwig-Dill-Straße Leinpfad Im Schlehert Rheinbergstraße Neufeldstraße Besoldgasse Winden - Karlsruhe Elsässer Straße Lauterburger Straße Kurzheckweg Saarlandstraße Lorscher Straße Bruchweg Elsternweg Schulstraße Bernhard-Metz-Straße Hermann-Köhl-Straße Hermann-Vollmer-Straße Max-Laeuger-Straße Keßlaustraße Egon-Eiermann-Allee Itzsteinstraße Eggensteiner Straße Am Hafen Esso-Straße Graben-Neudorf - Knielingen Rheinbrückenstraße Litzelaustraße Litzelaustraße Östliche Rheinbrückenstraße Julius-Bergmann-Straße Jakob-Dörr-Straße Retzlachweg Westl.Rheinbrückenstraße Rheinbergstraße Eggensteiner Straße Struvestraße Kolbengärten Schulstraße Schulstraße Gustav-Heinkel-Straße Eggensteiner Straße Krasnodarplatz Frauenhäusleweg Sudetenstraße Ernst-Würtenberger-Straße Neureuter Straße An der Wässerung Sudetenstraße Neureuter Straße B 36 B 36 Alt-Knielingen Neu-Knielingen Neu-Knielingen Knielingen 2.0 Siemens Kleingärten Siemens STÄRKEN CHANCEN Ausflugsziel Rheinpark mit Hofgut Maxau macht den Rhein (wieder) besser erlebbar Straßenbegleitende Bäume in Neu-Knielingen und Knielingen 2.0 positiv für Stadtbild und Kleinklima Nähe des Stadtteils zu Rhein, Rheinauen und Alb ermöglicht direkten Zugang zu Erholungsflächen, die landwirtschaftlichen Flächen mit hoher Strukturvielfalt bieten Erholungspotenzial Natur- und Landschaftsschutzgebiete (Altrhein Maxau, Burgau, Albaue) mit hohem bioökologischen und landschaftsästhetischen Wert Umgebende Landschaft und bisher unbebaute Freiflächen als Spiel- und Streifräume für Kinder und Jugendliche sehr vielfältig strukturierte Flächen um Knielingen stellen einen sehr wertvollen und attraktiven Landschafts- und Naherholungsraum dar insgesamt ausreichendes Angebot an gut angenommenen Spielplätzen (Holzbierebuckel, Albaue, Skateranlage, BMX-Trail) gutes Angebot an Sportanlagen durch Neuanlage Sportpark Bruchwegäcker, randliche Lage vermeidet Störungen vielfältiges und attraktives Angebot in vereinsbetriebenen Einrichtungen (auch im Grünen), aktives Vereinsleben Kleingartenanlagen als innerstädtische oder siedlungsnahe Erholungsflächen bedeutender Streuobstbestand bedeutende innerörtliche Grün- und Parkanlage mit Erholungsfunktion in Neu-Knielingen und Knielingen 2.0 bedeutende Grünverbindung, Vernetzung der Grünflächen Grünverbindung vom Rhein über Knielingen bis zur Innenstadt Lage am Rhein und umgebende Landschaftsräume wirken klimatisch entlastend innerstädtische Grünflächen, bedeutende Grünflächen an der Alb und am Rhein Waldgebiet landwirtschaftliche Nutzfläche Aussichtspunkt mit Blick auf Knielingen und umgebende Landschaft (Holzbierebuckel, Windmühlenberg) Chance zur Diskussion restriktiver Nutzungsbeschränkungen in den Schutzgebieten im Rahmen des Stadtteilentwicklungs- konzeptes, Kompromiss zugunsten einer stärkeren Erholungs- und Freizeitnutzung Stadtteilentwicklungskonzept und geplante VU in Alt-Knielingen ermöglichen Neustrukturierung der Spiel-, Grün- und Aufenthaltsbereiche nach Bedürfnissen der Knielinger Bevölkerung Stadtteilentwicklungskonzept kann zur Weiterentwicklung des gesamtstädtischen Grünkonzeptes beitragen Chance zur Umsetzung energiepolitischer Ziele in Knielingen durch enge Zusammenarbeit mit der Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur im Rahmen des Stadtteilentwicklungs- konzeptes und der Sanierung in Alt-Knielingen mit Maßnahmenpaket zur Verkehrsreduzierung und - Lenkung besteht Chance zur Reduzierung der Immissionsbelastung Knielingens strengths and opportunities Stadtteilentwicklungskonzept Knielingen 2030 SWOT-Analyse I Stärken und Chancen 050100150200250 m050100150200250 m M.i.O. 1:5 000 Stand Oktober 2015 N Quelle Plangrundlage: Liegenschaftsamt der Stadt Karlsruhe; Piktogramme: de.freepik.com im Auftrag der Stadt Karlsruhe Bearbeitung: werk-plan Kaiserslautern Architekten Stadtplaner Ingenieure KOBRA Beratungszentrum Landau - - - - - - §§ §§ §§ §§ §§ Knielingen 2.0 Neu-Knielingen Neu-Knielingen Rhein Alb Knielinger See Alb Alb Friedhof Kleingärten Kleingärten Kleingärten Hofgut Maxau Wald Alter Rheinhafen Landschaftspark Rhein Kleingärten Pferderennbahn Holzbierebuckel Sportpark Bruchwegäcker B 10 B 10 B 10 Südtangente Südtangente Nordbeckenstraße Fischreiherstraße Jakob-Dörr-Straße Herweghstraße Maxauer Straße Kammerlachweg Neufeldstraße Heckerstraße Rheinbergstraße Landeckstraße Sudetenstraße Häuslesgraben An der Wässerung An der Wässerung Raffineriestraße Rheinhafen Becken 1 Frauenhäusleweg Kirchbühlstraße Esso-Straße Saarlandstraße Wikingerstraße Litzelaustraße Heckerstraße Saarlandstraße Hochwasserdamm XXV Am Kirchtal Pfalzbahnstraße Östliche Rheinbrückenstraße Albhäusleweg Frauenhäusleweg Neufeldstraße Ferdinand-Keller-Straße Winden - Karlsruhe Reinmuthstraße Carl-Schäfer-Straße Curjel-und-Moser-Straße Grünhutstraße Jakob-Dörr-Straße Wikingerstraße Untere Straße Nordbeckenstraße Saarlandstraße Saarlandstraße Rheinbrückenstraße Carl-Schurz-Straße Lassallestraße Neufeldstraße Lönsstraße Eggensteiner Straße Pionierstraße Blenkerstraße Keßlaustraße Carl-Schurz-Straße Annweilerstraße Ludwig-Dill-Straße Neureuter Straße Nordbeckenstraße Hochwasserdamm XXVIa Hochwasserdamm XXVIa Raffineriestraße Am Ölhafen Albhäusleweg Zur Allmend Bruchweg Untere Straße Lothringer Straße Herweghstraße Östliche Rheinbrückenstraße Stiller Winkel Am Sandberg Hermann-Köhl-Straße Struvestraße Struvestraße Egon-Eiermann-Allee Bruchweg Bruchweg Ferdinand-Keller-Straße G.-Braun-Straße Rheinbergstraße Otto-Bartning-Straße Östliche Rheinbrückenstraße Am Brurain Nordbeckenstraße Leinpfad Leinpfad Maxau am Rhein Hochwasserdamm XXVIa Raffineriestraße Im Schlehert An der Mole Rheinbergstraße Kurzheckweg Kurzheckweg Kurzheckweg Kurzheckweg Saarlandstraße Saarlandstraße Heckerstraße Rheinbrückenstraße Lassallestraße Wilhelm-Trübner-Weg Westl.Rheinbrückenstraße Eggensteiner Straße Am Sandberg Rheinbrückenstraße Schultheißenstraße Eichheckle Keßlaustraße Frauenhäusleweg Graben-Neudorf - Knielingen Eugen-Geiger-Straße An der Wässerung Neureuter Straße Nordbeckenstraße Nordbeckenstraße Nordbeckenstraße Nordbeckenstraße Zur Allmend Frauenhäusleweg Dreikönigstraße Im Bipples Wikingerstraße Rheinbrückenstraße Rheinbrückenstraße Kurzheckweg Sudetenstraße Siemensallee Eggensteiner Straße Schultheißenstraße Reinmuthstraße Blindstraße Mitscherlichstraße Dea-Scholven-Straße Trifelsstraße Langbühl Carl-Schurz-Straße Keßlaustraße Max-Dortu-Straße Annweilerstraße Ferdinand-Keller-Straße Hochwasserdamm XXVIa Im Schlehert Dea-Scholven-Straße Albhäusleweg Rheinbrückenstraße Goldwäschergasse Besoldgasse Dea-Scholven-Straße Esso-Straße Esso-Straße Frauenhäusleweg Wikingerstraße Neufeldstraße Rheinbrückenstraße Sudetenstraße Dreikönigstraße Östliche Rheinbrückenstraße Pionierstraße Herweghstraße Blindstraße Otto-Bartning-Straße Otto-Bartning-Straße Frauenhäusleweg Siemensallee G.-Braun-Straße Gustav-Schönleber-Straße Im Husarenlager Ludwig-Dill-Straße Leinpfad Im Schlehert Rheinbergstraße Neufeldstraße Besoldgasse Winden - Karlsruhe Elsässer Straße Lauterburger Straße Kurzheckweg Saarlandstraße Lorscher Straße Bruchweg Elsternweg Schulstraße Bernhard-Metz-Straße Hermann-Köhl-Straße Hermann-Vollmer-Straße Max-Laeuger-Straße Keßlaustraße Egon-Eiermann-Allee Itzsteinstraße Eggensteiner Straße Am Hafen Esso-Straße Graben-Neudorf - Knielingen Rheinbrückenstraße Litzelaustraße Litzelaustraße Östliche Rheinbrückenstraße Julius-Bergmann-Straße Jakob-Dörr-Straße Retzlachweg Westl.Rheinbrückenstraße Rheinbergstraße Eggensteiner Straße Struvestraße Kolbengärten Schulstraße Schulstraße Gustav-Heinkel-Straße Eggensteiner Straße Frauenhäusleweg Sudetenstraße Ernst-Würtenberger-Straße Neureuter Straße An der Wässerung Sudetenstraße Festplatz Neureuter Straße B 36 B 36 Neureuter Straße Alt-Knielingen STADTTEILENTWICKLUNGSKONZEPT KNIELINGEN 2030 NATUR, STADTGRÜN UND KLIMASCHUTZ SCHWÄCHEN RISIKEN Schutzstatus schränkt Nutzbarkeit der umgebenden Landschaftsräume zu Erholungszwecken ein Wege zu Naherholungsbereichen, Spiel- und Freizeitangeboten sind stellenweise schmal, ungepflegt, gefährlich durchgängiger Radweg entlang des Rheins durch Anschluss des Yachthafens unterbrochen, Radweg an der Alb in seinem Verlauf nicht durchgängig naturbelassene Schutzgebietsflächen werden als verwahrlost und ungepflegt wahrgenommen, Verschmutzungen werten Bereiche ab Erreichbarkeit von Friedhof, Spielplatz und (Schul-) Sporthalle ist insbesondere für die Alt-Knielingen durch Rheinbrückenstraße erschwert Treff- und Spielmöglichkeiten für bestimmte Altersgruppen sind unzureichend Spielbereich in Knielingen 2.0 ist (noch) zu wenig beschattet Skateranlage ist wenig attraktiv gestaltet und zu klein insgesamt fehlende bzw. zu wenige Grün- und Erholungsflächen im Stadtteilgebiet fehlende Straßenraumbegrünung (insb. in Alt-Knielingen) Lage der neuen Sportanlagen in Randlage führt zu Erreichbarkeitsproblemen (insb. Kinder) Leichtathletiktrainingsmöglichkeiten für Schulen, Vereine und Allgemeinheit fehlen dichte Bebauung, Bereiche mit geringem oder keinen privaten Grünflächen auf dem Gründstück (Alt-Knielingen) Gewässer als Brutstätte für Stechmücken große Teilbereiche des Knielinger Sees und der Alb sind für die Bevölkerung nur eingeschränkt erlebbar und nutzbar fehlende Begrünung Elsässer Platz, innerstädtische Grünflächen mit Gestaltungsdefiziten Hauptverkehrsachsen und Industrieflächen MIRO, Stora Enso als klimatische Belastungsfaktoren - - §§ ohne für alle Seiten befriedigende Lösung im Konflikt Naturschutz Erholungs- und Freizeitnutzung sind zukünftig Frustration und Missachtung von Verboten zum Schutz der natürlichen Gegebenheiten denkbar aus Kostengründen kann an der bedarfsgerechten Ausstattung des Stadtteils mit Grün- und Freiflächen gespart werden sinkende Bereitschaft zu ehrenamtlicher Vereinstätigkeit Gefährdung des Fortbestandes der Streuobstwiesen aufgrund nachlassenden Interesses und Engagements zur Pflege und Unterhaltung Zerschneidung der Landschaft und Verlust zum Teil wertvoller Biotopflächen/Waldflächen durch eine mögliche Realisierung alternativer Verkehrsführungen SCHWÄCHEN UND RISIKEN Stadtteilentwicklungskonzept Knielingen 2030 SWOT-Analyse I Schwächen und Risiken weaknesses and threats Stand Oktober 2015 N Quelle Plangrundlage: Liegenschaftsamt der Stadt Karlsruhe; Piktogramme: de.freepik.com im Auftrag der Stadt Karlsruhe Bearbeitung: werk-plan Kaiserslautern Architekten Stadtplaner Ingenieure KOBRA Beratungszentrum Landau 050100150200250 m M.i.O. 1:5 000
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A l b A l b A l b A l b A l b A l b A l b Acker Acker Burgau Burgau Burgau Burgau Burgau Bipples Bipples B i p p l e s Bipples Litzelau Litzelau Litzelau I m B i p p l e s A m B r u r a i n Beingärten L ö n s s t r a ß e E i c h h e c k l e S c h u l s t r a ß e R e t z l a c h w e g B e s o l d g a s s e S c h u l s t r a ß e A m S a n d b e r g B e s o l d g a s s e S c h u l s t r a ß e A m S a n d b e r g K u r z h e c kw e g Z u r A l l m e n d Z u r A l l m e n d S i e m e n s a l l e e S t r u v e s t r a ß e S t r u v e s t r a ß e K e ß l a u s t r a ß e S t r u v e s t r a ß e K e ß l a u s t r a ß e H e c k e r s t r a ß e H e c k e r s t r a ß e A l bh äu s l e w e g A l b h ä u s l e w e g H e c k e r s t r a ß e A l b h ä u s l e w e g S u d e t e n s t r a ß e L a n d e c k s t r a ß e S u d e t e n s t r a ß e H e r w e g h s t r a ß e K a m m e r l a c h w e g P i o n i e r s t r a ß e T r i f e l s s t r a ß e P i o n i e r s t r a ß e H e r w e g h s t r a ß e N e u f e l d s t r a ß e N e u f e l d s t r a ß e N e u f e l d s t r a ß e N e u f e l d s t r a ß e N e u f e l d s t r a ß e U n t e r e S t r a ß e H e r w e g h s t r a ß e U n t e r e S t r a ß e L a s s a l l e s t r a ß e S a a r l a n d s t r a ß e R e i n m u t h s t r a ß e R e i n m u t h s t r a ß e L a s s a l l e s t r aß e S t i l l e r W i n k e l S a a r l a n d s t r a ß e L i t z e l a u s t r a ß e S a a r l a n d s t r a ß e S a a r l a n d s t r aß e S a a r l a n d s t r a ß e L i t z e l a u s t r a ß e S a a r l a n d s t r a ß e Elsässer Platz L i t z e l a u s t r a ß e R h e i n b e r g s t r a ß e L o r s c h e r S t r a ß e R h e i n b e r g s t r a ß e D r e i k ö n i g s t r aß e R h e i n b e r g s t r a ß e D r e i k ö n i g s t r a ß e K i r c h b ü h l s t r a ß e R h e i n b e r g s t r a ß e E l s ä s s e r S t r a ß e P f a l z b a h n s t r a ß e G o l d w ä s c h e r g a s s e L o t h r i n g e r S t r a ß e M a x - L a e u g e r - S t r a ß e R h e i n b r ü c k e n s t r a ß e C a r l - S c h u r z - S t r a ß e S ch u l t h e i ß e n s t r a ß e S ch u l t h e i ß e n s t r a ß e R h e i n b r ü c k e n s t r a ß e R h e i n b r ü c k e n s t r a ß e R h e i n b r ü c k e n s t r a ß e R h e i n b r ü c k e n s t r a ß e R h e i n b r ü c k e n s t r a ß e C a r l - S c h ä f e r - S t r a ß e H e r m a n n - K ö h l - S t r a ß e E g g e n s t e i n e r S t r a ß e E g g e n s t e i n e r S t r a ß e H e r m a n n - K ö h l - S t r a ß e E g g e n s t e i n e r S t r a ß e L a u t e r b u r g e r S t r a ß e O t t o - B a r t n i n g - S t r a ß e B e r n h a r d - M e t z - S t r a ß e G u s t a v - H e i n k e l - S t r aße H e r m a n n - V o l l m e r - S t r a ß e W e s t l . R h e i n b r ü c k e n s t r a ß e W e s t l . R h e i n b r ü c k e n s t r a ß e Ö s t l i c h e R h e i n b r ü c k e n s t r a ß e Ö s t l i c h e R h e i n b r ü c k e n s t r a ß e Ö s t l i c h e R h e i n b r ü c k e n s t r a ß e Ö s t l i c h e R h e i n b r ü c k e n s t r a ß e Ö s t l i c h e R h e i n b r ü c k e n s t r a ß e E l s K e ß l a u s t r a ß F r a u e n h ä u s l e w e g F r a u e n h ä F i s c h r e i h e r s t r a ß e E g g e n s t e i n e r S t r a ß e W i l h e l m - T r üb n e r - W e O t t o - B a r t n i n g - S t r a ß e O t t o - B a r t n i n g - S t r a ß Burgau -Knielingen- Vorbereitende UntersuchungenAlt-Knielingen Generalplanung und Stadtsanierung 0 255075100m Abgrenzung Untersuchungsgebiet Stadt KarlsruheStadtplanungsamt 1:5.000FM/ScH. Dederer 28.10.2015S. RosenbergProf. Dr. A. Karmann-Woessner Maßstab:Gezeichnet:Bereichsleitung: Datum:Projektleitung:Amtsleitung: Vorbereitende UntersuchungenAlt-Knielingen 43,6 ha
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Anlage 3 zur Beschlussvorlage „Knielingen: Bericht über die Stärken- Schwächen-Chancen-Risiken (SWOT)-Analyse und Einleitung Vorbereitender Untersuchungen“ Beschluss über die Einleitung der vorbereitenden Untersuchungen für das Untersuchungsgebiet "Alt-Knielingen" Der Gemeinderat der Stadt Karlsruhe beschließt am 26.01.2016 den Beginn der vorbereitenden Untersuchungen gemäß § 141 Abs. 3 Satz 1 des Baugesetzbuches (BauGB). Die Abgrenzung des Untersuchungsgebietes ergibt sich aus dem Lageplan der Stadt Karlsruhe, Stadtplanungsamt mit Datum vom 28.10.2015 (Originalmaßstab M 1:1.500). Das Untersuchungsgebiet umfasst alle Grundstücke und Grundstücksteile innerhalb der im vorgenannten Lageplan abgegrenzten Fläche und umfasst ca. 43,6 ha. Der Lageplan ist Bestandteil des Einleitungsbeschlusses. Der Beschluss wird gemäß § 141 Abs. 3 Satz 2 BauGB ortsüblich bekannt gemacht. Auf die Auskunftspflicht nach § 138 BauGB wird hingewiesen. Danach sind Eigentümer, Mieter und Pächter und sonstige Grundstücks- oder Gebäudenutzer gegenüber der Stadt oder ihren Beauftragten zur Auskunft über sanierungsrelevante Daten verpflichtet. Anlage 2: Abgrenzung des Untersuchungsgebiets „Alt-Knielingen“
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BESCHLUSSVORLAGE STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister Gremium: 20. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 26.01.2016 2015/0782 13 öffentlich Dez. 6 Knielingen: Bericht über die Stärken-Schwächen-Chancen-Risiken (SWOT)-Analyse und Einleitung Vorbereitender Untersuchungen Beratungsfolge dieser Vorlage am TOP ö nö Ergebnis Planungsausschuss 22.12.2015 6 vorberaten Gemeinderat 26.01.2016 13 Einstimmig zugestimmt Antrag an den Gemeinderat/ Ausschuss 1. Der Bericht über die Stärken-Schwächen-Chancen-Risiken (SWOT)-Analyse im Rahmen des Integrierten Stadtteilentwicklungskonzepts für Knielingen wird zur Kenntnis ge- nommen. 2. Der Gemeinderat beschließt die Einleitung der Vorbereitenden Untersuchungen gemäß § 141 Abs. 3 Satz 1 BauGB für das Untersuchungsgebiet "Alt-Knielingen". Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) 40.000 Euro siehe unter Finanzie- rung siehe unter Finanzie- rung Durchführung Sanie- rungsgebiet ggf. ab 2017 Haushaltsmittel stehen zur Verfügung Kontierungsobjekt: psp 1.610.51.10.08 Kontenart: 42800000 Ergänzende Erläuterungen: ISEK Karlsruhe 2020 - relevant nein ja Handlungsfeld: Bürgergesellschaft, Städtebau Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit KEK; Stadtwerke erfolgt zeitnah Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Das Amt für Stadtentwicklung hat auf Grundlage des Beschlusses vom 24.02.2015 durch den Hauptausschuss den Beteiligungsprozess zum "Integrierten Stadtteilentwicklungskonzept Knielingen" gestartet. Im Rahmen einer sogenannten Stärken-Schwächen-Chancen-Risiken- Analyse (SWOT –Strengths-Weaknesses-Opportunities-Threats) wurden Handlungsbedarfe ab- geleitet, die im Folgenden dargelegt werden. Aufbauend auf die Ergebnisse des Stadtteilentwicklungskonzeptes und auf die Ergebnisse der Grobanalyse (2013/2014) sollen für „Alt-Knielingen“ gemäß Beratungsstand des Planungsaus- schusses vom 05.06.2014 Vorbereitende Untersuchungen gemäß § 141 BauGB und Vorberei- tungen für ein energetisches Quartierskonzept durchgeführt werden. 1. Ergebnis SWOT-Analyse im Rahmen des Integrierten Stadtteilentwicklungskon- zepts für Knielingen (Anlage 1) Die Stärke-Schwächen-Chancen-Risiken-Analyse (SWOT-Analyse) ist ein Zwischenbaustein im Rahmen des Integrierten Stadtteilentwicklungskonzeptes, das für den Gesamtstadtteil erstellt und im Frühsommer 2016 dem Gemeinderat vorgelegt werden soll. Die Erstellung der SWOT- Analyse erfolgte unter Einbeziehung einer Querschnittsgruppe (Politik, Verwaltung und Multi- plikatoren aus dem Stadtteil) sowie unter Berücksichtigung der Ergebnisse der ersten Öffent- lichkeitsbeteiligungsveranstaltungen (Stadtteilumfrage, Ideenworkshop, Stadtteilrundgang, Ju- gendworkshop und Streifzügen mit Kindern). Im weiteren Verlauf der Öffentlichkeitsbeteiligung sollen die Ideen der Bürgerinnen und Bürger weiterentwickelt und auf den Weg gebracht wer- den. Die SWOT-Analyse dient dabei als Grundlage. Als strategische Handlungsfelder hat die SWOT-Analyse nachfolgende Themenbereiche formu- liert. Als Handlungsbedarfe sind in diesem Zusammenhang unter anderem zu nennen: Lage und Bedeutung des Stadtteils Stadtbild und Städtebau o Sanierungsbedarf in Alt-Knielingen. o Energetischer Sanierungsbedarf in Alt-Knielingen und Neu-Knielingen. o Fachliche Begleitung baulicher Erneuerungsmaßnahmen aufgrund der sensiblen städtebaulichen Situation: Prägende Elemente sind durch An-, Um- und Neubauten teilweise verloren gegangen, dies ist künftig zu vermeiden. o Identifikation und Gestaltung einer für ganz Knielingen eindeutig definierten Quar- tiersmitte. Der Elsässer Platz weist gestalterische Mängel und eine fehlende Funktio- nalität auf, nicht zuletzt aufgrund unpassender Gebäudegestaltung und Gebäude- nutzung. Verkehr und Mobilität o Verträgliche Verkehrsabwicklung bezüglich des überörtlichen und innerörtlichen Verkehrs. o Minderung der Auswirkungen wie Lärm, Abgase und Gefährdung schwächerer Ver- kehrsteilnehmer. o Minderung der funktionalen und städtebaulichen Trennwirkung der Rheinbrücken- straße aufgrund der enormen Breite, der Parallelstraßen Östliche und Westliche Rheinbrückenstraße und der Straßenbahngleise. o Verbesserung der problematischen Verkehrsverhältnisse in Alt-Knielingen (enge Straßenräume, schmale Gehwege und parkende Fahrzeuge). o Verbesserung der Verkehrsverhältnisse in Neu-Knielingen (unübersichtliche Kreu- zungen, Missachtung von Durchfahrtsverboten (v. a. Lkw), hohe Geschwindigkeiten) Ergänzende Erläuterungen Seite 3 o Verbesserung der Situation für zu Fußgehende und Radfahrende. Natur, Stadtgrün und Klimaschutz o Fehlende öffentliche Freiflächen in Alt-Knielingen: Ergänzung und Qualifizierung von Grünflächen und Spielplatzangeboten in Alt-Knielingen. o Schutzstatus der umgebenden Landschaft führt zu Nutzungs- und Zugangsbe- schränkungen für die Bevölkerung. Demografie und Wohnen Soziale Infrastruktur, Bildung und Kultur o Stärkung einer ausgewogenen Versorgung mit sozialer, kultureller und versorgender Infrastruktur. o Fehlen eines generationenübergreifenden, nicht konfessionsgebundenen Treff- punkts und Veranstaltungsorts (im öffentlichen Raum). o Ausweitung der Betreuungsangebote für Kinder in einzelnen Altersgruppen. Wirtschaft, Arbeit und Nahversorgung o Stärkung eines verträglichen Nebeneinanders von Wohnen und Arbeiten. o Notwendigkeit zur Verbesserung der Erreichbarkeit von Versorgungsangeboten für die nichtmotorisierten Alt-Knielingerinnen und Alt-Knielinger. o Verbesserung des gastronomischen Angebots insbesondere in Alt-Knielingen. 2. Durchführung Vorbereitender Untersuchungen für den Bereich „Alt- Knielingen“/Einleitungsbeschluss Bereits der Ergebnisbericht der Grobanalyse für Alt-Knielingen (2013/2014) hat städtebauliche Missstände aufgezeigt. Mit der Durchführung des Beteiligungsprozesses im Rahmen des Stadt- teilentwicklungskonzeptes Knielingen haben sich weitere Handlungsbedarfe auch in bislang nicht in Betracht gezogenen Quartieren ergeben. Im Rahmen von Vorbereitenden Untersuchungen gemäß § 141 BauGB sollen nun die städte- baulichen Missstände und die Handlungsbedarfe in Alt-Knielingen konkretisiert werden, um die Sanierungsnotwendigkeit und die Durchführbarkeit zu untermauern. Die Vorbereitenden Untersuchungen sollen durch ein energetisches Quartierskonzept im Rah- men des KfW 432-Programms für Alt- und Neu-Knielingen ergänzt werden. Die Ausschreibung der Leistungen für die Vorbereitenden Untersuchungen und der Antrag für das energetische Quartierskonzept erfolgt zeitnah durch das Stadtplanungsamt. Das Untersuchungsgebiet der Vorbereitenden Untersuchungen für den Bereich „Alt-Knielingen“ umfasst ca. 43,6 ha (Abgrenzung vgl. Anlage 2). Die Gemeinde hat die Vorbereitung der Sanierung durch einen Beschluss über den Beginn der Vor- bereitenden Untersuchungen (§ 141 Abs. 3 BauGB) einzuleiten (Einleitungsbeschluss Anlage 3). Ziel ist, die Vorbereitenden Untersuchungen im Sommer 2016 abzuschließen, sodass im Herbst 2016 für das Programmjahr 2017 ein Antrag auf Förderung in ein städtebauliches Erneuerungs- programm gestellt werden kann. Sofern eine Bewilligung erfolgt, ist die förmliche Festlegung eines Sanierungsgebiets vorgesehen. Ergänzende Erläuterungen Seite 4 Zeitplan März – Sept. 2015 STEK: Bestandsaufnahme und SWOT-Analyse Juli – Sept. 2015 STEK: Ideenwerkstatt, Stadtteilspaziergang, Arbeitsgruppen 15. Dezember 2015 Einleitungsbeschluss für Vorbereitende Untersuchungen für den Bereich "Alt-Knielingen" gemäß § 141 BauGB Januar 2016 Beauftragung Büro für Vorbereitende Untersuchungen und ggf. Auftrag für die Erstellung eines energetischen Quartierskonzepts für „Alt- und Neu-Knielingen“ nach KfW Sommer/Herbst 2016 Ergebnisberichte des Stadtteilentwicklungskonzeptes, der Vorbereiten- den Untersuchungen sowie ggf. des energetischen Quartierskonzeptes Herbst 2016 Antragstellung für den Bereich „Alt-Knielingen“ in ein städtebauliches Erneuerungsprogramm für das Programmjahr 2017 2017 Nach erfolgter Programmaufnahme: Förmliche Festlegung Sanierungs- gebiet und ggf. Fortführung des Bürgerdialogs Finanzierung Für die Durchführung der Vorbereitenden Untersuchungen für das Untersuchungsgebiet „Alt- Knielingen“ und das energetische Sanierungskonzept für Alt- und Neu-Knielingen sind im Stadtplanungsamt Mittel im Haushalt in einem Globalansatz mit insgesamt 50.000 Euro anteilig enthalten. Bei einer Programmaufnahme in 2017 wären die Kosten zu 60 % (Städtebauförde- rung) bzw. 65 % (KfW 432-Programm) zuschussfähig. Das energetische Quartierskonzept soll durch die KEK in Kooperation mit den Stadtwerken parallel zu den Vorbereitenden Untersu- chungen (nach Zuschuss KfW) erarbeitet werden. Der rein kommunale Anteil wird auf rund 10.000 Euro anteilige Kosten geschätzt. Vorbereitende Untersuchungen „Alt-Knielingen“ Energetisches Quartierskonzept „Alt- und Neuknielingen“ i. Z.m. KEK/Stadtwerken Städtebau- förderung 60 % Stadt Karlsruhe 40 % Gesamt 0 2015 6.000 € 4.000 € 10.000 € 0 € 2016 12.000 € 8.000 € 20.000 € 10.000 € Gesamt 18.000 € 12.000 € 30.000 € 10.000 € Beschluss: Antrag an den Gemeinderat 1. Der Gemeinderat nimmt den Bericht über die Stärken-Schwächen-Chancen-Risiken (SWOT)-Analyse im Rahmen des Integrierten Stadtteilentwicklungskonzepts für Knielingen zur Kenntnis. 2. Der Gemeinderat beschließt die Einleitung der Vorbereitenden Untersuchungen gemäß § 141 Abs. 3 Satz 1 BauGB für das Untersuchungsgebiet "Alt-Knielingen". Anmerkung: Anlage 1 siehe beiliegende Broschüre
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NIEDERSCHRIFT Stadt Karlsruhe Gremium: 20. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: 26. Januar 2016, 15:30 Uhr öffentlich Ort: Bürgersaal des Rathauses Vorsitzende/r: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 14. Punkt 13 der Tagesordnung: Knielingen: Bericht über die Stärken-Schwächen- Chancen-Risiken (SWOT)-Analyse und Einleitung vorbereitender Untersuchun- gen Vorlage: 2015/0782 Beschluss: 1. Der Gemeinderat nimmt – nach Vorberatung im Planungsausschuss - den Bericht über die Stärken-Schwächen-Chancen-Risiken (SWOT)-Analyse im Rahmen des In- tegrierten Stadtteilentwicklungskonzepts für Knielingen zur Kenntnis. 2. Der Gemeinderat beschließt die Einleitung der Vorbereitenden Untersuchungen gemäß § 141 Abs. 3 Satz 1 BauGB für das Untersuchungsgebiet „Alt-Knielingen“. Abstimmungsergebnis: einstimmige Zustimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 13 zur Behandlung auf und verweist auf die erfolgte Vorberatung im Planungsausschuss: Ich bitte um das Kartenzeichen. Dem stimmen Sie alle so zu. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 5. Februar 2016