Analyse der städtischen Veranstaltungsstätten für Großveranstaltungen in den Bereichen Sport, Musik, Kultur unter Einbeziehung der Ergebnisse aus dem brandschutztechnischen Gutachten zur Europahalle sowie Vorschlag für das weitere Vorgehen
| Vorlage: | 2015/0780 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 28.12.2015 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Dezernat 4 |
| Erwähnte Stadtteile: | Beiertheim-Bulach, Mühlburg, Nordstadt, Rintheim |
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BESCHLUSSVORLAGE STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister Gremium: 22. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 22.03.2016 2015/0780 14 öffentlich Dez. 4 Analyse der städtischen Veranstaltungsstätten für Großveranstaltungen in den Bereichen Sport, Musik, Kultur unter Einbeziehung der Ergebnisse aus dem brandschutztechnischen Gutachten zur Europahalle sowie Vorschlag für das weitere Vorgehen Beratungsfolge dieser Vorlage am TOP ö nö Ergebnis Hauptausschuss 08.03.2016 4 vorberaten Gemeinderat 22.03.2016 14 Antrag an den Gemeinderat / Ausschuss Beschlussfassung siehe Seite 17. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Konzeptabhängig Haushaltsmittel stehen (bitte auswählen) Kontierungsobjekt: (bitte auswählen) Kontenart: Ergänzende Erläuterungen: ISEK Karlsruhe 2020 - relevant nein ja Handlungsfeld: Sport, Freizeit und Gesundheit Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit KEG GmbH, KMK GmbH, KSBG Ergänzende Erläuterungen Seite 2 I. Vorbemerkung 1. Auftrag Infolge der brandschutzbedingten Nutzungsuntersagung der Europahalle für Konzerte und Großsportveranstaltungen mit mehr als 200 Personen im Juni 2014 beauftragte der Gemeinde- rat die Stadtverwaltung mit Beschluss vom 22.07.2014, unter Einbeziehung aller Beteiligten ein Veranstaltungsstättenkonzept zu entwickeln und dieses im Hauptausschuss vorzustellen. Das Konzept sollte beinhalten: 1. Eine Analyse der städtischen Veranstaltungsstätten und des dort verorteten Veranstal- tungsangebots 2. Eine Konzeption für eine zukunftsfähige Europahalle 3. Eine Analyse des Bedarfs und eine Strategie für die künftige Verortung von Veranstal- tungen in Karlsruhe unter besonderer Berücksichtigung von Großveranstaltungen in den Bereichen Sport und kommerzielle Musik- und Kulturveranstaltungen Seit der brandschutzbedingten Nutzungsuntersagung der Europahalle für (Groß-) Veran- staltungen steht die Europahalle nur noch als Bezirkssporthalle für den Schul- und Vereinssport inklusive Leichtathletiktraining mit einer Nutzeranzahl von unter 200 Personen zur Verfügung. Ohne umfassende brandschutztechnische Sanierung sind anderweitige (Groß-) Veranstaltungen nicht genehmigungsfähig. Die Ergebnisse des brandschutztechnischen Sanierungskonzepts wurden im Hauptausschuss am 14.07.2015 vorgestellt. Veranstaltungen, die bis 2014 in der Europahalle stattfanden, wurden, soweit möglich, verla- gert. So konnte Karlsruhes Image als Event- und Sportstandort nach der Nutzungsuntersagung der Europahalle aufrecht erhalten werden. Zu diesem Zweck beauftragte der Gemeinderat die KMK - unter Übernahme von entstehenden Mehrkosten - mit der Verlagerung von Veranstaltungen aus der Europahalle an den Festplatz und in die Messe. Gleichzeitig wurde die KEG mit der temporären Ertüchtigung der Messehalle 2 als Sportarena beauftragt, verbunden mit dem Kauf einer Rundbahn mit Infield für Leichtath- letikveranstaltungen. Mit Beschluss vom 28.04.2015 stellte der Gemeinderat der KEG weitere Haushaltsmittel für die temporäre Ersatzinfrastruktur zur Verfügung. Damit können sechs Sport- veranstaltungen in der Wintersaison 2015/2016 (05.12.2015 bis 06.02.2016) in der Messehalle 2 durchgeführt werden. 2. Vorgehensweise und Abgrenzung Aufgrund der zahlreichen Schnittstellen wurde eine dezernatsübergreifende Arbeitsgruppe un- ter Einbeziehung von KMK, KSBG und KEG gebildet. Als Informationsquellen dienten weiterhin die Befragung von Konzertveranstaltern die Befragung „Sportevents in Karlsruhe“ die Ergebnisse der Infoveranstaltung für lokale Sportveranstalter („Hearing Sport“) die Ergebnisse aus der Sportentwicklungsplanung das Leistungssportkonzept das Fachgutachten Brandschutz Europahalle (Hauptausschuss vom 14.07.2015, TOP 16) das Fachgutachten der Gastronomieplaner zur Europahalle Ergänzende Erläuterungen Seite 3 die Vorlage „Verlagerung von Veranstaltungen aus der Europahalle, temporäre Er- satzinfrastruktur für Sportveranstaltungen 2015/2016“ (Gemeinderat vom 28.04.2015, TOP 8) II. Analyse der städtischen Veranstaltungsstätten und des dort verorteten Veranstal- tungsangebots In einem ersten Schritt wurde untersucht, in welchen Hallen welche Kapazitäten für Kongresse, Konzert- und Kulturveranstaltungen bzw. für Großsportveranstaltungen in Karlsruhe zur Verfü- gung stehen. Gemäß des Auftrags des Gemeinderats vom 22.07.2014 wurden nur Veranstal- tungsstätten mit einer Zuschauerkapazität von mindestens 1.000 Personen betrachtet. Aus die- sem Grund war die allgemeine Sporthallenplanung der Stadt nicht in die Überlegungen einzu- beziehen. Die Ergebnisse sind im Folgenden tabellarisch dargestellt. Gleichzeitig werden die aktuellen Nutzungsarten und Nutzungseinschränkungen für den Hal- lenbestand aufgezeigt. Viele der Veranstaltungsstätten, die sich im Eigentum der Stadt Karlsru- he befinden, weisen Mängel auf, die einer Vermarktung und Belegung sowie einer zielgerichte- ten und imagebildenden Positionierung Karlsruhes entgegenstehen. Die vorhandenen Mängel betreffen vor allem die technische Ausstattung, die Veranstaltungsausstattung, die Infrastruktur, die Gestaltung sowie die Nutzungssicherheit bzw. die Verfügbarkeit. Name Kapazität Nutzungsarten Nutzungseinschränkungen Konzerthaus bis 1.000 Per- sonen fest be- stuhlt Kulturveranstaltun- gen Kongresse Empfänge Technische Ausstattung: Derzeit eingeschränkte Vermiet- barkeit aufgrund mangelhaften Brandschutzes Technische Ausstattung & Gestal- tung: Mittelfristig Investitionen in techni- scher und gestalterischer Hinsicht erforderlich Stadthalle: Weinbrenner- saal bis 1.300 Per- sonen bestuhlt bis 1.700 Per- sonen unbe- stuhlt Hauptkongresssaal der Stadthalle Ausstellungsfläche Abendevents Technische Ausstattung: Brandschutz mangelhaft Nur eingeschränkte Eignung für Kulturveranstaltungen durch geringe Deckenhöhe und -last vor allem im Büh- nenbereich Stadthalle: Brahmssaal bis 1.760 Per- sonen bestuhlt Kongresse Kulturveranstaltun- gen Bühne ist für Chor- Verfügbarkeit für Kulturveranstal- tungen: Kultur rangiert in der Priorität hin- ter dem Kongressgeschäft; eine Einzelbelegung des Brahmssaals Ergänzende Erläuterungen Seite 4 und Orchesterveran- staltungen geeignet. Für klassische Konzertveranstaltun- gen ist eine adäquate Akustik vorhanden. blockiert die Vermietung des Hau- ses als Kongress-Location. Technische Ausstattung: Brandschutz mangelhaft Weitere aktuell bestehende Nutzungseinschränkungen durch Brandschutzauflagen werden nach der Sanierung entfallen. Infrastruktur/Logistik: Eingeschränkte Tauglichkeit für kulturelle Nutzungen aufgrund langer Ladewege sowie Zugänge nur über Aufzüge. Gartenhalle 3.000 Perso- nen bestuhlt bis 4.500 Per- sonen unbe- stuhlt Kleinere Messen Abendveranstaltun- gen Events seltener Tagungsver- anstaltungen Technische Ausstattung: Keine eigene Licht- und Ton- technik Aufgrund der unterschiedli- chen Deckenhöhen und der offenen Deckenkonstruktion für Konzertveranstaltungen schwierig zu beschallen. Verfügbarkeit: Bis Ende 2019 an KMK verpachtet, um Kongresse in Verbindung mit der Schwarzwaldhalle während der sanierungsbedingten Schließ- zeit der Stadthalle abbilden zu können. Schwarz- waldhalle 2.700 Perso- nen mit Tribü- ne bestuhlt 3.200 Perso- nen flach be- stuhlt bis 5.000 Per- sonen unbe- stuhlt Mehrzweckhalle für Konzert-, Kongress- und Messeveranstaltun- gen sowie für Gala- Events/Abendver- anstaltungen Technische Ausstattung: Konzerte und Sportveranstal- tungen: Kernprobleme für Veranstal- tungen im Sport- und Kul- turbereich bestehen insbe- sondere hinsichtlich der Sta- tik und des Flächenbedarfs. Eine Aufrüstung ist auf- grund des Denkmalschutzes nicht möglich. Ergänzende Erläuterungen Seite 5 Veranstaltungsausstattung: Die Halle verfügt für größere Produktionen über zu weni- ge und teilweise über zu kleine Back-Stage-Räume. Die Halle bietet für Musik- veranstaltungen nicht die notwendige Akustik. Die Halle kann nach Besu- cheraufkommen nicht flexi- bel verkleinert werden. Gestaltung: Weitere Investitionen in technischer und gestalteri- scher Hinsicht erforderlich. Europahalle Bis Juni 2014 bis 5.100 Per- sonen bestuhlt bis 9.000 Per- sonen unbe- stuhlt Seit Juni 2014: 200 Personen Bis Juni 2014: Vereins- und Schul- sport Leichtathletiktraining (Groß-)Sportver- anstaltungen Kultur-/Konzert- veranstaltungen Seit Juni 2014: Schul- und Vereins- sport: Montag bis Donnerstag voll ausgelastet. An Wochenen- den insbesonde- re Leichtathle- tiktraining Größe: Die Halle wurde 1983 als Sporthalle mit Großsport- funktion für unter 5.000 Be- sucher gebaut. Im Laufe der Jahre änderte sich die Veranstaltungsnach- frage. Daher wurde im Jahr 2000 eine Nutzungsände- rung für eine Kapazität mit bis zu 9.000 Personen unter Auflagen bewilligt. Technische Ausstattung: Brandschutz mangelhaft. Lüftungsanlagen und die Klimatisierung sind mangel- haft; deshalb in den Som- mermonaten nur einge- schränkt nutzbar. Veranstaltungsausstattung: Verfügt über vier Laufbah- nen, die für die Durchfüh- rung regionaler und nationa- Ergänzende Erläuterungen Seite 6 ler Leichtathletikwettkämpfe geeignet sind. Für internati- onale Leichtathletikevents werden seitens der Veran- stalter sechs Bahnen gefor- dert. Zu geringe Deckenhöhe. Da- her seit 2003 keine Volley- ball-Länderspiele und Tennis- Daviscup-Begegnungen mehr. Catering- und VIP-Bereich sind nach heutigen Maßstä- ben mangelhaft. Verfügbarkeit: Eingeschränkte Belegungsmög- lichkeit infolge des Schul- und Vereinssports inklusive Leichtathle- tiktrainings unter der Woche. Infrastruktur: Mängel hinsichtlich Parkmöglich- keiten, Pressebereich und Beliefe- rung. Messe dm-Arena bis 10.000 Per- sonen bestuhlt bis 14.000 Per- sonen unbe- stuhlt Messehalle der Messe Karlsruhe Verfügt über Schalldämmungs- einrichtungen und Vollverdunkelbar- keit Hohe Traglast der Decke/ Abhängun- gen Größe: Für das klassische Karlsruher Zielsegment im Bereich Konzerte und Kulturveranstaltungen von 4.000 bis 7.000 Personen bestuhlt ist die dm-arena überdimensio- niert. Technische Ausstattung: Die dm-arena verfügt nur unzu- reichend über fest eingebaute Technik. Tribüne, ausreichend großer Back-Stage-Bereich, VIP- Logen/VIP-Bereiche fehlen kom- plett. Zusatzkosten: Durch fehlende Tribünenanlage und die Überdimensionierung für das Zielsegment entstehen durch die erforderlichen Abtrennungen Ergänzende Erläuterungen Seite 7 Kosten mit der Folge, dass die Hal- le für Veranstalter nicht zu attrak- tiven Konditionen angeboten wer- den kann. Verfügbarkeit: Fest im Messeportfolio der KMK und für Großkongresse eingeplant und daher nicht flexibel verfügbar. Infrastruktur: Unzureichender ÖPNV-Anschluss des Messegeländes Messe Halle 2 bis 9.000 Per- sonen bestuhlt und unbestuhlt Messehalle der Mes- se Karlsruhe Kann für Großsport- veranstaltungen ein- gesetzt werden. Sichtachse in Halle ist deutlicher Verkaufs- vorteil Kann die erforderli- chen technischen Einbauten bauseitig tragen. Einbau Rundbahn und Infield möglich (Eigentum der Karls- ruher Event GmbH) Technische Ausstattung: Messehalle 2 verfügt über keine ausreichende technische Ausstat- tung für Konzerte oder Sportver- anstaltungen und muss durch ihre Konzeption als reine Messehalle für aufwändige Abhängungen (Licht-, Ton- und Präsentations- technik) mit größeren Deckenlas- tenpunkten ausgestattet werden. Veranstaltungsausstattung: Halle 2 hat keine ausreichenden eigenen Sanitäranlagen und kei- nen Backstage-Bereich, allenfalls einen jeweils gesondert herzurich- tenden VIP-Bereich. Zusatzkosten: Sportveranstaltungen können aus Kostengründen nur unter Nutzung von Synergieeffekten durchgeführt werden wie z.B. dem Einbau einer über mehrere Wochen zur Verfü- gung stehenden Tribünenanlage, teilweise mit Laufbahn und Infield. Verfügbarkeit: Die Halle ist fest verankert im Mes- seportfolio der Messe Karlsruhe und dadurch nur eingeschränkt verfügbar. Ergänzende Erläuterungen Seite 8 Sportveranstaltungen benötigen komplexe Vorbereitungen (u.a. Hallenboden etc.) und haben lan- ge Rüstzeiten, die aufgrund der Messebelegung zusammenhän- gend nur von Dezember bis An- fang Februar vorhanden sind. Infrastruktur: Unzureichender ÖPNV-Anschluss des Messegeländes III. Konzeption für eine zukunftsfähige Europahalle 1. Untersuchungsszenarien für eine mögliche Sanierung Die Stadtverwaltung hat die folgenden beiden Szenarien untersucht: Vollumfängliche Sanierung der Europahalle gemäß Brandschutzgutachten Begrenzte Ertüchtigung der Europahalle für den Schul- und Vereinssport inklusive Leichtath- letiktraining 1.1 Vollumfängliche Sanierung der Europahalle gemäß Brandschutzgutachten 1.1.1 Ergebnisse des Brandschutzgutachtens Um die Europahalle dauerhaft als Versammlungsstätte nutzen zu können, sind Sanierungsmaß- nahmen in Höhe von rund 27 Mio. Euro erforderlich. Die nach dem Brandschutzkonzept erforderlichen Maßnahmen hätten erhebliche Auswirkungen auf die Besucherkapazitäten, das Catering, die Ausstellungs- und Standflächen, die Logistiksitua- tion, die Bühnenaufstellung und die technischen Gegebenheiten und somit auch auf die Veran- staltungsformate, die in der Europahalle bis Juni 2014 durchgeführt wurden. Für eine Nutzung der Halle als Versammlungsstätte wären erhebliche Umbauten zur Verbesserung der Fluchtwegesituation und der Entrauchung erforderlich. Hinzu kämen technische Um- bzw. Nachrüstungen vor allem im Bereich der Lüftungsanlagen. Des Weiteren wären Schottungen von Durchbrüchen in Brand- und Rauchabschnittswänden und Decken notwendig. Nachträglich ein- gebrachte Brandlasten wie offene Ausstellungs- und Verpflegungsstände wären nicht zulässig. Notwendige Instandsetzungsmaßnahmen vor allem im Bereich des Hallendachs sollten überdies aufgrund der Synergieeffekte mit umgesetzt werden. Nach Umsetzung dieser baulichen Maßnahmen wäre eine Maximalbelegung der Halle mit ins- gesamt 6.500 Personen baurechtlich möglich, wobei in der Sportebene (= Innenraum) maximal 2.500 Besucher zulässig wären. Die Kapazität läge damit deutlich unter der bis 2014 erfolgten Nutzung, bei der Veranstaltungen mit bis zu 9.000 Personen durchgeführt wurden. Laut eines Rahmenterminplans würde die Umsetzung der Baumaßnahmen in einem Bauab- schnitt über einen Zeitraum von ca. 18 Monaten erfolgen. Während der Bauzeit könnten weder Schul- und Vereinssport noch das Leichtathletiktraining stattfinden. Ergänzende Erläuterungen Seite 9 1.1.2 KSBG (Betreiberin der Europahalle) Die KSBG als Betreiberin der Europahalle hat die Nutzbarkeit/Vermietbarkeit der Halle unter der Voraussetzung einer Sanierung gemäß Brandschutzgutachten geprüft und kommt zu den nach- folgend dargestellten Ergebnissen. Problemlos möglich wäre zukünftig die Durchführung von Sportveranstaltungen wie Basketballspiele der 2. und 3. Bundesliga (ProA und ProB; nicht 1. Bundesliga) Leichtathletikveranstaltungen der LG Region Karlsruhe BW- und Süddt. Leichtathletik-Meisterschaften Schüler-Basketball-Meisterschaften Schüler-Leichtathletik-Meisterschaften Kindergarten-Olympiade Nicht mehr möglich wäre die Durchführung von Veranstaltungen wie BTB-Turn-Gala Indoor-Meeting Leichtathletik Dt. Hallenleichtathletik-Meisterschaften Ligafinale Kunstturnen Internationalen und nationalen Ballsportturnieren sowie Einzelspielen, auch 1. Liga Großkonzerten (Besucher stehend im Innenraum) von 4.000 bis 9.000 Personen Konzerten bestuhlt mit 3.500 bis 5.000 Personen Comedy-Veranstaltungen bestuhlt mit 3.500 bis 6.000 Personen Die Durchführung dieser Veranstaltungen wäre künftig nicht mehr möglich, da insbesondere Standflächen für Sponsoren sowie ein Pressezentrum fehlen, es Schwierigkeiten bei der gastro- nomischen Versorgung gibt, für bestimmte Meisterschaften im Leichtathletikbereich inzwischen sechs Rundbahnen erforderlich sind und enge Vorgaben des Brandschutzes bestehen. Eingeschränkt möglich wäre die Durchführung von mittelgroßen Konzertveranstaltungen bestuhlt mit 2.000 bis 3.500 Personen. Nach aktuellem Planungsstand Einzelfallgenehmigungen durch das Bauordnungsamt erfor- derlich. Bühnenposition Ost oder Süd mit einer festen Pre-Rigg-Konstruktion am Hallendach erfor- derlich, die allerdings im bisherigen Planungsumfang und Kostenvolumen nicht berücksich- tigt ist. Ergänzende Erläuterungen Seite 10 Zwischenfazit KSBG Ein Großteil des bisher in der Europahalle verorteten Veranstaltungsportfolios könnte trotz einer vollumfänglichen Sanierung gemäß Brandschutzgutachten nicht mehr durchgeführt werden. Die Veranstaltungen, die nach aktuellem Sachstand durchgeführt werden können, würden die Jahresmieteinnahmen, welche die KSBG aus Veranstaltungserlösen erzielen kann, auf 20 % bis 25 % des bisherigen Volumens reduzieren. Die vorhandenen Mängel und Nutzungseinschränkungen hinsichtlich des Parkraumes, der Belie- ferung, der fehlenden Klimatisierung und der niedrigen Hallenhöhe (siehe Tabelle) würden be- stehen bleiben. Die Vermietbarkeit der Europahalle wäre überdies beeinträchtigt durch den Verlust aller bisheri- gen Standflächen sowie aller Presse- und VIP-Faszilitäten im EG-Niveau, da die Rettungswege frei zu halten sind. Eine potenzielle Refinanzierungsgrundlage der Veranstalter würde damit entfallen, da diese Standflächen bisher z.B. für den Vertrieb von Merchandisingartikeln oder Sponsorenpräsentationen genutzt wurden und dafür in Zukunft keine Alternative mehr bestün- de. Für die Veranstalter sind solche Flächen aber unabdingbar. 1.1.3 Befragung „Sportevents in Karlsruhe“ Ende 2014 wurden 27 potentielle (bisherige) Veranstalter/-innen von Indoor-Sportevents be- fragt: Sportverbände, -vereine, -gesellschaften etc. Es ergab sich im Ergebnis ein Bedarf von 28 Veranstaltenden für 40 Indoor-Sportevents mit insgesamt 51 Veranstaltungstagen, davon 38 Tage explizit in der Europahalle. Die meisten Veranstaltungen finden jährlich statt. Das Besu- cheraufkommen bewegt sich überwiegend zwischen 500 und 4.000 Personen. Es lässt sich feststellen, dass insbesondere für diese Zuschauerkapazität weiterhin eine (Sport-) Veranstaltungshalle benötigt wird (z.B. Basketballbundesliga). 1.1.4 „Hearing Sport“ Am 27. Juli 2015 fand ein „Hearing Sport“ zur Zukunft der Europahalle statt. Dabei wurden den Sportverbänden und -vereinen, welche die Europahalle nutzen bzw. aufgrund der Nut- zungsuntersagung der Europahalle auf andere Hallen ausweichen mussten, die Ergebnisse des Brandschutzkonzepts inklusive der Nutzungsszenarien vorgestellt. Die Sportvereine und -verbände nahmen Stellung zu ihren Bedarfen bzw. führten aus, welche Flächen sie benötigen: Leichtathletik Die Leichtathletik-Gemeinschaft Region Karlsruhe gehört zu den Top 10 der bundesdeutschen Leichtathletik. Die Europahalle bietet optimale Trainings- und Wettkampfbedingungen (Wett- kämpfe bis 200 Personen, z.B. Schülermeisterschaften). Beim Hochsprungtraining besteht je- doch Optimierungsbedarf. Da derzeit keine Veranstaltungen in der Europahalle durchgeführt werden können, kann der Trainingsbetrieb ohne Unterbrechungen stattfinden, was den Sportlerinnen und Sportlern zugu- te kommt. Eine Sanierung der Halle sollte zeitlich mit den Trainingserfordernissen abgestimmt werden. Ergänzende Erläuterungen Seite 11 Basketball Derzeit spielt die BG Karlsruhe in der 3. Liga. Sollte die BG in die 1. Liga aufsteigen, wäre dafür eine Halle für bis zu 3.000 Personen erforderlich. Nach Auffassung der BG Karlsruhe ist dies nur in einem Neubau möglich, der den 14-tägigen Spielbetrieb einschließlich Trainingseinheiten sowie Trainingsmöglichkeiten für die Gastmannschaft bereits am jeweiligen Freitag vor dem Spiel abbilden kann. Turnen Die Kunstturn Region Karlsruhe befindet sich derzeit in der höchsten Turnliga Deutschlands. Das Deutsche Turnliga-Finale wird letztmalig 2015 in der Messe stattfinden; eine wiederholte Aus- tragung ist aufgrund der Vergabe frühestens in drei Jahren möglich. Die Turngala wird jährlich vom Badischen Turnerbund veranstaltet. Die brandschutzbedingten Einschränkungen bei der Nutzung der Europahalle würden auch im Falle einer Sanierung gemäß Brandschutzkonzept die Austragung des DTL-Finales sowie der Turngala unmöglich machen. Die Messehalle 2 hat sich als Ersatz als nicht gänzlich optimal erwiesen (Halle überdimensioniert, fehlende Atmosphäre). Zwischenfazit Sportverbände und -vereine Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass aus Sicht der Sportverbände und -vereine keine Möglichkeit gesehen wird, das bisherige Veranstaltungsportfolio in einer Europahalle, die entsprechend der Vorgaben des Brandschutzkonzepts saniert wurde, abzubilden. Die Ein- schränkungen in den Bereichen Vermarktung, Catering, VIP und Pressezentrum wären zu gra- vierend. Eine Nutzung als Trainingshalle wird ausdrücklich befürwortet, insbesondere als Leicht- athletiktrainingshalle mit noch zu optimierender Infrastruktur bei gemeinsamer Belegung mit allen bisher möglichen Sportarten. Aus der Sicht der Sportverbände und -vereine wird zudem mindestens eine 3-Feld-Halle mit Tribüne zusätzlich benötigt. Ausgehend vom Prozess der kooperativen Sportentwicklungsplanung hat der Sportausschuss im Oktober 2015 die Leitlinien der Sportentwicklung und Sportförderung der Stadt für die nächs- ten 10 Jahre in fünf Themenfeldern festgelegt. Bezogen auf Sportveranstaltungen finden sich hier an zwei Stellen Anknüpfungspunkte: Zum einen ist im Themenfeld „Sport und Politik“ die Förderung bzw. Entwicklung überregiona- ler Sportevents als Ziel hinterlegt, zum anderen findet sich im Themenfeld „Leistungssport“ die Notwendigkeit des Neubaus einer Sportveranstaltungshalle. Auf Grundlage dieser Ziele und unter Berücksichtigung des Leistungssportkonzeptes und dessen Sportarten sind Maßnahmen festzulegen. Die notwendigen Maßnahmen werden im Rahmen der Beratung der Sportentwicklungsplanung im Sportausschuss am 9. März 2016 ausgewiesen und dem Gemeinderat spätestens bis zur Sommerpause empfohlen. 1.1.5 Ergebnisse Überprüfung Cateringkonzept Das Brandschutzkonzept fordert einen Wegfall der bisherigen Ausgabetheken an der Nordseite sowie in der Wandelhalle. Daneben ist eine Schottung bzw. Einhausung der Brandlasten in den zukünftigen Küchen- und Ausgabebereichen der Gastronomie erforderlich. Mögliche Lösungs- möglichkeiten sind die Verlegung des Hauptgastronomiestützpunktes in den Eingangsbereich Ergänzende Erläuterungen Seite 12 der Europahalle oder in den Karl-Wolf-Saal oder an den bisherigen Standort der Besuchergarde- roben. Die Fa. ods GmbH wurde mit der Überprüfung dieser Szenarien beauftragt. Die Gutachter kommen zu dem Ergebnis, dass bei einer Verlegung des Hauptgastronomiestützpunktes die für Veranstaltungen bis maximal 6.500 Besucher erforderliche Gastronomieausgabe- fläche von 72 laufenden Metern nicht umgesetzt werden könnte und nur suboptimale Möglichkeiten für die Versorgungslogistik bestünden. Die Attraktivität der Europahalle wäre nach Auffassung von ods für einen möglichen Gastrono- miebetreiber stark eingeschränkt aufgrund der hohen, durch die schlechte Versorgungslogistik bedingten Personalkosten der nur gemeinschaftlich möglichen Vergabe von Bistro und Hallencatering des Wegfalls von umsatzstarken Großveranstaltungen des ungelösten Problems des VIP-Caterings Zwischenfazit Cateringkonzept Die Umsetzung der Brandschutzauflagen gemäß Brandschutzkonzept hätte zur Folge, dass die Anforderungen der Gastronomie für eine adäquate Versorgung der Besucher in zeitlicher und in qualitativer Hinsicht nicht erfüllt werden könnten und zusätzlich wichtige erforderliche Hallen- flächen entfallen würden, für die anderweitig Ersatz zu schaffen wäre. Die Schaffung dieser Ersatzhallenflächen ist jedoch in den brandschutzgutachterlichen Szenarien nicht beleuchtet. 1.2 Begrenzte Ertüchtigung der Europahalle für den Schul- und Vereinssport inkl. Leichtathletiktraining Die Europahalle könnte künftig für den Schul- und Vereinssport und das Leichtathletiktraining genutzt werden. 1.2.1 Nutzung der Halle durch den Schulsport Insgesamt nutzen derzeit sechs städtische Schulen und drei Privatschulen die Europahalle. Vier dieser neun Schulen liegen direkt im Umfeld der Europahalle. Zwei weitere liegen in der Nähe des Mühlburger Tors/Europaplatz. Die Privatschulen befinden sich in der Stadtmitte, der Nordstadt und in Mühlburg. Allein durch den Schulsport ist die Europahalle von montags bis donnerstags voll ausgelastet. Eine Verlagerung der Sportstunden auf verschiedene andere Hallen oder in einen anderen Stadtteil ist aus stundenplantechnischen und organisatorischen Gründen nicht möglich. Aus Sicht des Schul- und Sportamts muss der Schulsportstandort im Bereich der Europahalle erhal- ten bleiben. 1.2.2 Nutzung der Halle durch den Vereinssport inkl. Leichtathletiktraining Aktuell nutzen 18 Karlsruher Sportvereine die vier Hallenteile und die Aufwärmhalle der Euro- pahalle mit 52 Trainingseinheiten zu je 1,5 Stunden wöchentlich. Es finden vorwiegend Ballspie- le wie Basketball, Volleyball, Fußball und Badminton der Hauptnutzer SVK Beiertheim, KTV, Karlsruher Sport-Club statt. Eine komplette Verlagerung dieser Angebote in andere Turn- und Sporthallen in den angrenzenden Stadtteilen ist nicht möglich, da nicht ausreichend freie Hal- lenkapazitäten zur Verfügung stehen. Ergänzende Erläuterungen Seite 13 Weiterhin belegen drei Leichtathletikvereine (LG Region Karlsruhe, Badischer Leichtathletik- Verband sowie Leichtathletik-Kreis Karlsruhe) die Leichtathletikfläche und die vier Rundbahnen der Europahalle an 26 Belegungsstunden je Woche sowie zusätzlich an vier Stunden jeweils samstags. Ab Januar 2016 wird an 16 Wochenstunden in Hallenteil vier zusätzlich Hochsprung- training und allgemeines Leichtathletiktraining durchgeführt. Die LG Region Karlsruhe gehört zu den Top Ten der Leichtathletik in Deutschland und hat aktuell sechs Bundeskaderathleten sowie 17 Landeskaderathleten und ist Landesleistungszentrum Lauf. 1.2.3 Erforderliche bauliche Maßnahmen, um die Weiternutzung der Europahalle durch Schul- und Vereinssport inkl. Leichtathletiktraining zu ermöglichen Auch für den Weiterbetrieb der Europahalle auf Basis der alleinigen Nutzung durch den Schul- und Vereinssport inklusive Leichtathletiktraining sind Sanierungsmaßnahmen erforderlich. Als Kostenrahmen wurden für die Sanierung der Europahalle zu Schul- und Vereinssportzwe- cken sowie als Leichtathletikhalle insgesamt ca. 9,15 Mio. Euro ermittelt (Stand 2015, Durch- führung als eine Baumaßnahme). Die Kosten setzen sich aus den Maßnahmen, die für den Brandschutz erforderlich sind, aus anstehenden Modernisierungsmaßnahmen und aus Kosten für Sanierungen am Hallendach zusammen. Als Zeitrahmen für die Umsetzung dieser Maßnahmen wird im vorliegenden Brandschutzkon- zept von einer Vorlaufzeit für Auftragserteilung mit VOF-Verfahren, Planung und Ausschreibung von etwa drei Jahren bis Baubeginn und einer Bauzeit von insgesamt ca. 11 Monaten ausge- gangen. Ob ein Bauablauf entwickelt werden kann, in dem eine Sperrung der Halle nur in den Som- mermonaten erforderlich ist, um den Trainingsbetrieb für die Leichtathleten während der Schlechtwetterperiode aufrecht zu erhalten, kann derzeit ohne vertiefte Planung nicht beurteilt werden. Dennoch sollte es das Ziel sein, die Baumaßnahmen in den Sommermonaten vorzu- nehmen, um den Betrieb für Schulen, Vereine und das Leichtathletiktraining weitestgehend aufrecht zu erhalten. Eine Abwicklung in kleinen Bauabschnitten ist mit zusätzlichen Kosten verbunden. Im Hinblick auf eine Gesamtinvestition von 9,15 Mio. Euro muss die Wirtschaftlichkeit des Be- triebs der Europahalle als reine Schul- und Vereinssporthalle konkret untersucht werden. Aus Sicht der Stadtverwaltung ist ein Rückbau nicht möglich. Um die Europahalle aber mittelfristig als Schul- und Vereinssporthalle betreiben zu können, müssen auf jeden Fall die unabdingbar erforderlichen Sanierungsmaßnahmen inklusive Kosten ermittelt und ein Sanierungskonzept erstellt werden. Ein mittelfristiger Zeitraum wäre aus der Sicht der Stadtverwaltung 10 Jahre. 2. Zusammenfassung Europahalle 2.1 Lücke im Hallenportfolio Seit der brandschutzbedingten Schließung der Europahalle Mitte 2014 besteht im Hallenportfo- lio der Stadt Karlsruhe eine Kapazitätslücke in der Größe ab 2.700 Personen bestuhlt mit Tribü- ne/3.200 Personen flach bestuhlt/5.000 Personen unbestuhlt bis zu 9.000 Personen be- stuhlt/14.000 Personen unbestuhlt. Ergänzende Erläuterungen Seite 14 2.2 Vollumfängliche Sanierung der Europahalle gemäß Brandschutzgutachten: nicht sachgerecht Auch nach einer Sanierung der Europahalle gemäß Brandschutzkonzept wäre eine Nutzung in demselben Umfang wie bis 2014 nicht mehr herstellbar. Lag die Maximalkapazität bis 2014 bei 9.000 Personen, würde diese nach erfolgter Sanierung nur noch bei 6.500 Personen liegen. Für Konzert- und Kulturveranstaltungen von 6.500 bis 9.000 Personen, wie sie bis 2014 in der Eu- ropahalle durchgeführt wurden, wären zusätzliche Hallenkapazitäten erforderlich. Weder könnten die gängigen Konzertformate durchgeführt noch die Grundanforderungen an die Gastronomie oder zukünftige Anforderungen an Großsportevents mit den dargestellten brandschutztechnischen Einschränkungen erfüllt werden. Im Übrigen entwickeln sich die Anfor- derungen der Nutzer weiter: Die Europahalle verfügt über vier Laufbahnen, die für die Durch- führung regionaler und nationaler Leichtathletikwettkämpfe ausreichend sind. Nicht durchge- führt werden könnten internationale Leichtathletikevents, da die Veranstalter hierfür inzwischen sechs Bahnen fordern. Ein Großteil der Veranstaltungsformate, die bisher in der Europahalle verortet waren, könnte auch nach einer vollumfänglichen Sanierung gemäß Brandschutzkonzept nicht mehr durchge- führt werden. Daher ist die Stadtverwaltung zu der Einschätzung gelangt, dass die für eine Sa- nierung der Halle gemäß Brandschutzkonzept erforderlichen Kosten in Höhe von 27 Mio. Euro nicht angemessen sind. Zu prüfen ist jedoch, unter welchen Voraussetzungen über den reinen Trainingsbetrieb hinaus zumindest Veranstaltungen mit bis zu 1.500 Teilnehmern/Zuschauern in der Europahalle durch- führbar sind. Dies wären u. a. Jugend-Hallen-Leichtathletik-Meeting der LGRK, die Schüler- Basketballmeisterschaften der Jugendstiftung der Sparkasse Karlsruhe-Ettlingen, die Schüler- leichtathletik-Meisterschaften der Jugendstiftung der Sparkasse Karlsruhe-Ettlingen, Badische Meisterschaften in der Leichtathletik (Halle), das Ballspielsymposium, Basketballspiele (Pro A: 1.500 TN/Z) und die Kindergartenolympiade (siehe auch Ziffer III.1.1.2). 2.3 Begrenzte Ertüchtigung der Europahalle für den Schul- und Vereinssport inkl. Leichtathletiktraining: als Interimslösung zu empfehlen Wie dargestellt, muss aus Sicht des Schul- und Vereinssports der Standort im Bereich der Euro- pahalle erhalten bleiben, obwohl das Hallenvolumen der Europahalle für eine reine Schul- und Vereinssportnutzung sowie Kleinveranstaltungsformate bis maximal 200 Personen sehr groß bemessen ist und die laufenden Betriebskosten deutlich über denen vergleichbarer Schulsport- hallen liegen. Die Stadtverwaltung empfiehlt deshalb eine mittelfristige Lösung. Denkbar ist eine Interimslö- sung mit Durchführung der unabdingbar notwenigen Sanierungsmaßnahmen für den Schul- und Vereinssport für einen Zeitraum von mindestens 10 Jahren. Langfristig wäre zu prüfen, ob ein Neubau einer Schul- und Vereinssporthalle mit Leichtathletik- betrieb eine wirtschaftlichere Lösung darstellen würde. Jedoch wäre eine solche Konstellation problematisch, da während der Bauzeit einer Ersatzhalle an gleicher Stelle für die Schulsport- nutzung Alternativen hergestellt werden müssten. Für einen Neubau an anderer Stelle müsste ein geeignetes Grundstück gefunden werden. Außerdem sind die Auswirkungen auf den Erwei- terungsbau der Europahalle abzuschätzen. Ergänzende Erläuterungen Seite 15 2.4 Entwicklung von Interimslösungen für den Bereich Kultur/Konzerte sowie Groß- veranstaltungen notwendig Um das bis 2014 bestehende Veranstaltungsangebot im Bereich Kultur und Konzerte aufrecht zu erhalten, empfiehlt die Stadtverwaltung, der KMK einen Prüfauftrag zu erteilen, unter wel- chen Voraussetzungen eine begrenzte Anzahl von Konzerten/Kulturveranstaltungen in der Grö- ßenordnung 6.500 bis 9.000 Personen (wie das Konzert von Unheilig bzw. James Blunt) in den kommenden Jahren in Karlsruhe durchgeführt werden könnte. Die KEG wird die Durchführung von Großsportveranstaltungen in der Messehalle 2 prüfen, de- ren Voraussetzungen für die Wintersaison 2016/2017 ermitteln und dem Gemeinderat im ers- ten Halbjahr 2016 einen Vorschlag zur Entscheidung vorlegen. Bei einem Aufstieg der BG Karlsruhe aus der 3. Spielklasse Pro B in die 2. Bundesliga Pro A ent- spricht die aktuelle Ersatzspielstätte, die Sporthalle der Friedrich-List-Schule, nicht mehr den Vorgaben des Verbandes hinsichtlich der erforderlichen Besucherkapazität, der technischen Anforderungen sowie des notwendigen Parkettbodens. Sämtliche Hallen in Karlsruhe wurden überprüft, insbesondere stehen die Messehallen der KMK sowie die Schwarzwaldhalle aus ter- minlichen Gründen aufgrund der anderweitigen und langfristigen Vergaben für Messen und sonstige Veranstaltungen für einen regelmäßigen Spielbetrieb von Oktober bis April eines Jahres nicht zur Verfügung. In diesem Fall müsste die BG Karlsruhe aufgrund der derzeitigen Hallensi- tuation eine Lösung außerhalb der Stadt Karlsruhe finden. IV. Analyse des Bedarfs und Strategie für die künftige Verortung von Veranstaltungen in Karlsruhe unter besonderer Berücksichtigung von Großveranstaltungen in den Bereichen Sport und kommerzielle Musik- und Kulturveranstaltungen 1. Karlsruhe ist Wachstumsstadt Die Verortung von Veranstaltungen in Karlsruhe richtete sich bereits vor der brandschutzbeding- ten Schließung der Europahalle vorwiegend nach den vorhandenen Faszilitäten und den dort möglichen Nutzungsarten. Eine gesamtstrategische Betrachtung mit dem Ziel einer imagebil- denden Positionierung Karlsruhes gab es bisher nicht. Karlsruhe gehört zu den 15 Wachstumsstädten in Deutschland. Das Landesamt Baden- Württemberg prognostiziert für Karlsruhe eine Zunahme der Bevölkerung in Höhe von 7,6 % bis 2030. Die Arbeitgeber am Standort müssen sich im bundesdeutschen Wettbewerb um junge Fachkräfte positionieren, um weiterhin Wachstumspotenziale realisieren zu können. Dies kön- nen sie nur, wenn die Standortfaktoren, insbesondere auch die sog. weichen Faktoren wie das Veranstaltungsangebot, optimal sind und Karlsruhe insgesamt damit als attraktiv wahrgenom- men wird. Nur dann werden sich weiterhin gerade junge Zielgruppen wie Studierende, qualifi- zierte Arbeitskräfte und Familien hier niederlassen. Deshalb sollte die Stadt Karlsruhe ein Kon- zert- und Sportveranstaltungsportfolio anbieten, das einem Standort ihrer Größe und Zukunfts- orientierung gerecht wird. Ziel sollte es sein, vor allem die Sportarten auf hohem Niveau zu zeigen, die am Standort als Leistungssport betrieben und gefördert werden. Diese Sportarten können die Region authen- tisch positionieren, da „eigene“ Athleten damit an den Standort gebunden werden und zu- gleich Imageträger ihrer Region sind. Dies hat das Beispiel KRK Ligafinale Turnen eindrucksvoll gezeigt und bewiesen. Ergänzende Erläuterungen Seite 16 Das Indoor Meeting hat darüber hinaus den Sprung in die Weltelite der Leichtathletikmeetings geschafft und wurde vom Weltverband für die weltweite Elite-Serie mit nur vier Stationen aus- gewählt – gemeinsam mit Stockholm, Glasgow und Boston. Die World Indoor Tour kürt analog zur Diamonds-League Outdoor die Gesamtsieger. Hierdurch ist eine internationale Kommunika- tion langfristig gesichert. Schon 2016 überträgt Eurosport live aus Karlsruhe zwei Stunden lang in 22 europäische Länder. Südamerika und Asien werden durch den Rechteverwerter ebenfalls mit Bildern aus Karlsruhe versorgt. Bezüglich der Kulturveranstaltungen ist Karlsruhe im klassischen Bereich gut aufgestellt, unter anderem aufgrund eines vielfältigen Theater- und Musikprogramms am Badischen Staatstheater sowie diversen Konzertreihen in den Räumlichkeiten am Festplatz. Im modernen Musikbereich kann durch Institutionen und Hallen wie Schwarzwaldhalle, Substage, Tollhaus, Konzerthaus, Jubez und anderen diversen Kleinbühnen ein zeitgemäßes Kulturprogramm angeboten werden. Allerdings gehört auch ein Angebot für Großkonzerte ab 3.000 Personen zur Erwartungshal- tung jüngerer Generationen an eine florierende, zukunftsorientierte und moderne Stadt. In der Vergangenheit waren entsprechende Konzerte regelmäßig ausverkauft und trugen dazu bei, dass Karlsruhe sich als Veranstaltungsort über die Region hinaus einen Namen machen konnte. 2. Sportveranstaltungen Für Sportveranstaltungen bis 5.000 Personen bestuhlt/tribüniert entsprachen die Kapazitäten bis zur brandschutzbedingten Schließung der Europahalle dem aktuellen Veranstaltungsportfolio (30 bis 35 Sportveranstaltungen jährlich). Hierbei nicht berücksichtigt ist allerdings ein größerer Bedarf bei einem möglichen Ausbau der „Sportstadt“ Karlsruhe im Hinblick auf internationale und nationale Großsportevents in den Disziplinen, die in Karlsruhe entweder im Leistungssport gefördert werden oder die eine besondere Affinität zu Standort/Region aufweisen. Eine Veranstaltungsstätte für eine höherklassige Ligazugehörigkeit im Ballsport (Halle) wie z.B. im Basketball, Handball oder Volleyball plus etwaige zusätzliche Spielaustragungen (Champions League, Rhein Neckar Löwen) fehlt komplett. 3. Konzert- und Kulturveranstaltungen Aus Sicht der KMK hat sich das Konzert-/Kulturangebot bei Veranstaltungen bis zu 3.000 Per- sonen in den bestehenden Spielstätten gut etabliert. In der Kategorie 2.700 bis 9.000 Besucher fehlt nach Wegfall der Europahalle insbesondere im Konzertmarkt eine adäquate Spielstätte. Dies betrifft beispielsweise Konzerte von Unheilig, David Garrett oder auch James Blunt. Veranstaltungen mit einer Besucherzahl größer 9.000 Personen sind in der Regel internationale Top Acts wie z.B. Elton John, Scorpions, Kiss, Adele. Diese sehen in ihren Tourneen nur eine limitierte Anzahl von Konzerten vor und bevorzugen daher A-Standorte wie Berlin, Köln oder Frankfurt. Aus Sicht der Veranstalter besteht hierfür auch mittelfristig kein ausreichender Bedarf in Karlsruhe. Die Stadtverwaltung empfiehlt hierzu die Durchführung einer eingeschränkten Marktanalyse. Diese soll den Bedarf an kommerziellen Großveranstaltungen im Kultur- und Konzertbereich in Karlsruhe ermitteln und insbesondere auch die möglichen Ausweichkapazitäten im Umland beleuchten. Ergänzende Erläuterungen Seite 17 4. Kongress- und Tagungswesen Für das Kongress- und Tagungswesen bieten die Veranstaltungsstätten am Festplatz aus Sicht der KMK ausreichende Kapazitäten. Sicherzustellen ist, dass ihr Zustand den baulichen und technischen Anforderungen sowie gestalterisch den Markterfordernissen genügt. Es ist daher erforderlich, den Sanierungs- und Modernisierungsplan für die Gebäude am Festplatz für die nächsten 10 Jahre fortzuschreiben. Beschluss: Antrag an den Gemeinderat – nach Vorberatung im Hauptausschuss - 1. Der Gemeinderat beauftragt die Stadtverwaltung, a) ein Konzept für die zum Betrieb der Europahalle als Schul- und Vereinssporthalle inklusive Leichtathletiktraining unabdingbar erforderlichen Maßnahmen zu entwickeln und zügig die ersten Umsetzungsschritte anzugehen. Dabei soll die Durchführung der erforderlichen Sa- nierungsmaßnahmen möglichst in den Sommermonaten erfolgen, um den Betrieb für Schu- len und Vereine inklusive Leichtathletiktraining weitestgehend aufrecht zu erhalten. b) die notwendigen Maßnahmen für eine darüber hinausgehende Nutzung der Europahalle als Veranstaltungsort für Veranstaltungen mit bis zu 1.500 Teilnehmern/Zuschauern in- klusive Kostenschätzung, Betriebskosten und Finanzierungskonzept darzustellen. 2. Der Gemeinderat wird auf Grundlage der Sportentwicklungsplanung sowie der Empfeh- lungen des Sportausschusses konkrete Maßnahmen für Großsportveranstaltungen voraus- sichtlich vor der Sommerpause beschließen. Die Auswirkungen auf das Veranstaltungsstät- tenkonzept sind zu erörtern. 3. Der Gemeinderat beauftragt die KMK, eine eingeschränkte Marktanalyse vorzulegen. Diese soll ermitteln, welcher Bedarf an Großveranstaltungen im Bereich kommerzielle Kultur und Konzerte im Hinblick auf Anzahl und Besucherkapazität im Oberzentrum Karlsruhe besteht und welche Veranstaltungsstätten hierfür erforderlich sind. Eine Umlandanalyse zu dort ver- fügbaren Veranstaltungsstätten soll mit umfasst sein. Der Gemeinderat beauftragt die Stadtverwaltung, hierzu erneut an den Hauptausschuss/Gemeinderat zu berichten. 4. Der Gemeinderat beauftragt die KMK, die erforderlichen Mittel aufzuzeigen, die für Inte- rimslösungen zur Durchführung von Veranstaltungen im Bereich Kultur/Konzerte erforder- lich wären. 5. Der Gemeinderat beauftragt die KEG, die erforderlichen Mittel aufzuzeigen, die für Inte- rimslösungen zur Durchführung von Großsportevents erforderlich wären.
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Extrahierter Text
NIEDERSCHRIFT Stadt Karlsruhe Gremium: 22. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: 22. März 2016, 15:30 Uhr öffentlich Ort: Bürgersaal des Rathauses Vorsitzende/r: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 15. Punkt 14 der Tagesordnung: Analyse der städtischen Veranstaltungsstätten für Großveranstaltungen in den Bereichen Sport, Musik, Kultur unter Einbeziehung der Ergebnisse aus dem brandschutztechnischen Gutachten zur Europahalle sowie Vorschlag für das weitere Vorgehen Vorlage: 2015/0780 dazu: Änderungsantrag der Stadträtinnen und Stadträte Tilman Pfannkuch, Dr. Rahsan Dogan, Detlef Hofmann, Dr. Albert Käuflein und Sven Maier (CDU) sowie der CDU-Gemeinderatsfraktion vom 22. März 2016 Vorlage: 2016/0131 Weiterbetrieb der Europahalle als Schul- und Vereinssporthalle Änderungsantrag der Stadträtinnen und Stadträte Bettina Lisbach, Dr. Ute Leidig und Johannes Honné (GRÜNE) sowie der GRÜNE-Gemeinderatsfraktion vom 22. März 2016 Vorlage: 2016/0132 Beschluss: 1. Der Gemeinderat beauftragt die Stadtverwaltung, a) ein Konzept für die zum Betrieb der Europahalle als Schul- und Vereinssporthalle in- klusive Leichtathletiktraining unabdingbar erforderlichen Maßnahmen zu entwickeln und zügig die ersten Umsetzungsschritte anzugehen. Bei der Konzepterstellung prüft die Stadtverwaltung Kostenoptimierungspotentiale der bisherigen Kostener- mittlung. Die Durchführung der erforderlichen Sanierungsmaßnahmen soll mög- lichst in den Sommermonaten erfolgen, um den Betrieb für Schulen und Vereine in- klusive Leichtathletiktraining weitestgehend aufrecht zu erhalten. b) die notwendigen Maßnahmen für eine darüber hinausgehende Nutzung der Euro- pahalle als Veranstaltungsort für Veranstaltungen mit bis zu 1.500 Teilneh- mern/Zuschauern inklusive Kostenschätzung, Betriebskosten und Finanzierungskon- zept darzustellen. 2. Der Gemeinderat wird auf Grundlage der Sportentwicklungsplanung sowie der Empfehlungen des Sportausschusses konkrete Maßnahmen für Großsportveranstal- tungen voraussichtlich vor der Sommerpause beschließen. Die Auswirkungen auf das Veranstaltungsstättenkonzept sind zu erörtern. - 2 - 3. Der Gemeinderat beauftragt die KMK, eine eingeschränkte Marktanalyse vorzule- gen. Diese soll ermitteln, welcher Bedarf an Großveranstaltungen im Bereich kom- merzielle Kultur und Konzerte im Hinblick auf Anzahl und Besucherkapazität im Oberzentrum Karlsruhe besteht und welche Veranstaltungsstätten hierfür erforder- lich sind. Eine Umlandanalyse zu dort verfügbaren Veranstaltungsstätten soll mit umfasst sein. Der Gemeinderat beauftragt die Stadtverwaltung, hierzu erneut an den Hauptausschuss/Gemeinderat zu berichten. 4. Der Gemeinderat beauftragt die KMK, die erforderlichen Mittel aufzuzeigen, die für Interimslösungen zur Durchführung von Veranstaltungen im Bereich Kul- tur/Konzerte erforderlich wären. 5. Der Gemeinderat beauftragt die KEG, die erforderlichen Mittel aufzuzeigen, die für eventuelle Interimslösungen zur Durchführung von Großsportevents erforderlich wären und darzustellen, wie die bisherigen Großsportevents bei einer deutlich ab- gesenkten finanziellen Beteiligung der Stadt Karlsruhe durchgeführt werden könn- ten. Abstimmungsergebnis: Ziffer 1a: veränderten Beschlussziffer einstimmig zuge- stimmt Ziffer 1b: Verwaltungsvorlage mehrheitlich zugestimmt Ziffer 1b: Änderungsantrag CDU mehrheitlich zugestimmt Ziffer 1b: Änderungsantrag GRÜNE mehrheitlich abgelehnt Ziffer 2: mehrheitlich zugestimmt Ziffer 3: mehrheitlich zugestimmt Ziffer 4: mehrheitlich zugestimmt Ziffer 5: veränderten Beschlussziffer mehrheitlich zuge- stimmt Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 14 zur Behandlung auf und verweist auf die erfolgte Vorberatung im Hauptausschuss: Wir führen für die interessierte Öffentlichkeit noch einmal ganz kurz in das Thema ein. Bürgermeisterin Luczak-Schwarz: Sie haben eine Vorlage erhalten mit einer umfas- senden Daten- und Faktenanalyse über die städtischen Veranstaltungsstätten und die dort verorteten Veranstaltungen, eine komprimierte Übersicht, aus der Sie viele Informa- tionen erhalten. Im Rahmen dieser Untersuchungen und der Analysen haben wir festge- stellt, dass wir eine Entscheidung, welches Portfolio die Stadt unseren Bürgerinnen und Bürgern als Oberzentrum anbieten soll, aus unserer Sicht noch nicht alle Grundlagen und Fakten erledigt sind, noch nicht umfassend geprüft worden sind. Wir haben Ihnen das aufgeschlüsselt, dass für die Frage, welche Sportveranstaltungen wir zukünftig un- seren Bürgerinnen und Bürgern anbieten wollen, sei es das Deutsche Turnfinale, sei es Deutsche Leichtathletikmeisterschaften, sei es das Indoor-Meeting, letztendlich die Dis- - 3 - kussion im Rahmen der Sportentwicklungsplanung, die ja parallel unter Federführung vom Kollegen Lenz läuft, entschieden werden muss, was sind die Rahmenparameter, welche Sportarten. Daraus sind natürlich dann auch Daten und Fakten abzuleiten, ob erforderlich wäre, eine neue Halle im Sportbereich anzugehen. Bei den Konzerten sagen wir auch, die Ist-Betrachtung gilt jetzt nur für die Veranstaltungen, die in der Europahal- le in der Vergangenheit stattgefunden haben. Die Frage, die wir nicht beantworten können ist, welche Veranstaltungen denn als Oberzentrum durchaus zielführend wären und auch wirtschaftlich betrieben werden können. Deswegen schlagen wir Ihnen vor, dort eine eingeschränkte Marktanalyse einzuleiten, um uns hier das potentielle Know- how einzukaufen. In dem Zusammenhang ist sicher auch zu untersuchen, welche Sport- und Veranstal- tungsstätten aus dem Umland zur Verfügung stehen, weil nicht jede Veranstaltung dann in Karlsruhe stattfinden muss, sondern wir müssen auch schauen, was denn von den Umlandveranstaltungsstätten abgefedert oder dort durchgeführt werden kann. Diese Aufträge haben wir Ihnen in der Ziffer 2 und 3 der Beschlussvorlage vorgeschla- gen. Intensiv haben wir uns mit der Europahalle beschäftigt. Die Europahalle wurde brandschutztechnisch untersucht. Im Juli letzten Jahres wurden Ihnen im Hauptaus- schuss die Ergebnisse der so genannten brandschutztechnischen Anforderungen vorge- stellt. Wir haben damals gesagt, diese brandschutztechnischen Anforderungen mussten jetzt noch einmal gespiegelt werden auf die Veranstaltungsformate, die in der Europa- halle bis dato stattgefunden haben und auf die Auswirkungen für das erforderliche Ca- tering. Diese Analysen sind abgeschlossen. Das Ergebnis ist schon bedauerlich, weil es bedeutet, dass wir eine Europahalle, wie wir sie kennen und lieben gelernt haben, in der Zukunft nicht mehr haben können. Diese brandschutztechnischen Maßnahmen be- deuten, dass solche geliebten Veranstaltungen wie das Indoor-Meeting, Deutsche Leichtathletikmeisterschaften, Ballsportarten oder auch Konzerte zwischen 5.000 und 9.000 Besucher nicht mehr stattfinden können. Das war für uns die Grundlage, dass wir gesagt haben, dann einen Invest in Höhe von 27 Millionen dort zu verorten, ohne das Angebot von Veranstaltungen zu haben, die in der Vergangenheit dort stattgefunden haben, das halten wir für nicht mehr sachgerecht und sagen, dass die Europahalle in dem Zusammenhang diese Aufgabe nicht mehr erfüllen kann. Unbestritten brauchen wir die Europahalle für den Vereins- und für den Schulsport. Dort ist sie unabdingbar notwendig. Sie sehen, wie viele Schulen und Vereine dort ihre Trainingseinheiten absolvieren. Hier schlagen wir Ihnen vor, sukzessive im Rahmen der Bauunterhaltung die Maßnahmen zu absolvieren. Insofern konkretisieren auch die bei- den Anträge Ziffer 1 der Grünen und der CDU eigentlich das, was wir uns auch in der Verwaltung vorgenommen haben. Der einzige Unterschied ist, dass die Grünen von dem Konzept Abstand nehmen. Da müsste die Grüne-Fraktion noch einmal Stellung dazu beziehen. Die CDU sagt ja, das Konzept ist erforderlich und dann geht es in die einzelnen Bauabschnitte. Offen ist noch, ob eventuell im Rahmen der Ergebnisse der Sportentwicklungsplanung die Europahalle vielleicht für Veranstaltungen bis zu 1.500 Zuschauer geeignet ist. Dieses kann man aber definitiv dann erst entscheiden, wenn die Diskussion mit der Sportentwicklungsplanung abgeschlossen ist, weil das natürlich ein Ergebnis ist und im Rahmen der Umsetzung die Analyse fortgeführt werden muss. Die Ziffer 4 und 5 beinhalten die Aufträge an die Gesellschaften KMK und KEG, nämlich uns aufzuzeigen, was denn für eine Interimszeit, bis diese Analyse Sportentwicklungs- - 4 - planung und die Ergebnisse daraus abgeschlossen sind, erforderlich sei an Mitteln, um die Aufrechterhaltung des Ist-Zustandes zu sichern. Das ist, wie Sie aus den vergange- nen Diskussionen wissen, nicht ohne zusätzliche Mittel aus dem Kernhaushalt in Rich- tung der Gesellschaften möglich. Das wäre eine Einführung dessen, was auf 17 Seiten sehr komprimiert dargestellt wird. Als Ergänzung noch zur Ziffer 2 des CDU-Antrages. Da würden wir entsprechend die Konkretisierung unterstützen. Es geht um die Mittel für den Sportbereich. Die Ziffer 2 der Grünen ist natürlich abhängig, wie sich die Diskussion im Rahmen der Sportent- wicklungsplanung gestaltet, ob eine solche zusätzliche Sporthalle, auch in Kombination mit den Vereinen, im Portfolio dann noch erforderlich ist. Der Vorsitzende: Ich rufe damit auch gleichzeitig die beiden angesprochenen Ände- rungsanträge der Grünen- und der CDU-Gemeinderatsfraktion auf. Jetzt steigen wir in die Diskussion ein. - Herr Stadtrat Hofmann. Stadtrat Hofmann (CDU): Die Europahalle beschäftigt uns ja schon eine Weile. Im Juni 2014 ist das Ganze wie ein Schlag auf uns gekommen. Dann kam der Brandschutz. Auf einmal hieß es, wir können da drin nichts mehr machen. Vorher war sie unsere Veran- staltungshalle für Schulen, für Vereine, aber auch nutzbar für Veranstaltungen. Das war sie eigentlich in der Regel, für das wurde sie damals gebaut. Wir haben sie schwer- punktmäßig aber immer als Schul- und Vereinssporthalle gesehen. Man hat dem Gan- zen dann trotzdem zugestimmt, weil es natürlich eine Attraktivitätssteigerung für Karls- ruhe war, auch im Bereich von Konzerten oder von kleinen Events, dies dort durchzu- führen. Man musste aber damals schon klar sagen, dass es große Einschränkungen für den Schulsport gab, denn gerade mit Auf- und Abbauzeiten war sowohl freitags, teil- weise schon donnerstags, aber auch montags, der Schulsport oft nur eingeschränkt möglich. Trotzdem haben wir - für mich immer noch nicht verständlich, man hat es mir schon zigmal erklärt, ich möchte es hier trotzdem noch mal sagen, weil ich da zu unge- duldig bin -, dann ein Jahr später ein brandschutztechnisches Sicherheitskonzept im Hauptausschuss vorgestellt bekommen. Man braucht also, nachdem man etwas fest- stellt, ein Jahr, um ein Sicherheitskonzept zu machen. Ich nehme es so hin. Ich habe nicht gewusst, dass so etwas so lange dauert. Dann brauchen wir aber wieder fast ein Jahr, heute haben wir den 22.03.2016, um weitere Schritte vorzugehen. Seit fast zwei Jahren ist also wenig bis nichts geschehen, außer dass wir uns überlegt haben, was wir jetzt machen. Für uns als CDU-Fraktion war eigentlich, zumindest nachdem wir dann das brand- schutztechnische Gutachten und die ersten Versionen hatten, ganz schnell klar, dass diese Sanierung für 30 Millionen nicht in Frage kommt. Ich glaube aber auch, viele Kol- leginnen und Kollegen aus den anderen Fraktionen haben das auch relativ schnell fest- gestellt. Bei einer maximalen Belegung von 6.500 Zuschauern, die dann noch möglich wären, im Innenraum nur zweieinhalbtausend in der Sportebene sowie den 18 Mona- ten Bauzeit, die wären es mindestens gewesen, in denen die Halle gar nicht nutzbar gewesen wäre, also fast eineinhalb Jahre für den Schul- und Vereinssport, wäre dieses nicht machbar und auch nicht transparent gewesen, zumal wir im Nachhinein auch hät- ten die Veranstaltung wie das Indoor-Meeting oder Konzerte auch nicht mehr in der Art und Weise drin durchführen können - Sie haben es gerade ausgeführt -, da gerade im - 5 - Bereich Fluchtwege oder Catering ganz andere Anforderungen dafür nötig gewesen wären. Diese Investition wäre unserer Ansicht nach auch dem Bürger draußen über- haupt nicht transparent vermittelbar gewesen, in dem Bereich für so etwas 30 Millionen auszugeben. Unser Änderungsantrag entspricht auch - Sie haben es gerade gesagt -, ungefähr der Ziffer 1, nur dass, eben nicht so wie es geplant war, so haben wir es zumindest verstan- den, diese 9,1 Millionen für eine Investition vorgesehen sind, für die nächsten 30 Jahre dann die Europahalle in den Zustand gebracht würde, dass der Schul- und Vereinssport dort auch durchgeführt werden könnte. Wir sind der Meinung, dass dies im laufenden Bauunterhalt gemacht werden und sukzessive vorgegangen werden sollte. Ähnlich wie es auch in Ziffer 1 a dem Antrag der Grünen steht, sind wir der Meinung, es sollte erst mal ein mittelfristiges Konzept sein. Eines ist auch klar, die Betriebskosten in Höhe von ca. 560.000 Euro im Jahr rechtfertigen eigentlich so einen Betrieb nicht uneinge- schränkt. Von daher ist es jetzt als Übergangslösung zu sehen. Ein Rückbau ist angeb- lich, wie die Verwaltung sagt, nicht möglich, wahrscheinlich aufgrund von Konstrukti- onsproblemen, die drinnen herrschen. Da kann sich im Laufe der Zeit durchaus noch das eine oder andere ergeben, wo man entsprechend arbeiten kann. Dass es für den Schulsport aber ganz dringend notwendig ist, steht ja auch in der Vorlage, denn bei sechs städtischen Schulen und drei privaten, die dort den Sport wöchentlich oder täg- lich machen, ist sie ausgelastet von Montag bis Donnerstag. Das ist ganz eindeutig. Zu den Ziffern in dem Antrag, über den wir jetzt dann auch abstimmen, habe ich über den Punkt 1 a schon gesprochen. Sie haben auch gesagt, er entspricht in etwa dem, was wir beantragen. Das Konzept sollte natürlich vorgestellt werden, das ist klar. Dies immer sukzessive im laufenden Bauunterhalt, natürlich in den Sommermonaten, dass auch die Halle vernünftig nutzbar ist. Das Notwendigste muss gemacht werden, aber natürlich geht vor allem die Sicherheit vor, das ist ganz klar. Diese Dinge müssen als allererstes auch dort veranstaltet werden. Bei 1 b sieht es schon wieder anders aus, Frau Bürgermeisterin, Sie haben es eben an- gesprochen. 1 b ist unserer Meinung nach nicht unbedingt notwendig, denn sie be- dingt auch die Ziffer 2. Ziffer 2 ist gerade im Entstehen. Im Bereich der Sportentwick- lungsplanung wird im Laufe dieses Jahres im Prinzip vom Sport selbst auch erstellt wer- den, wo die Schwerpunkte gesetzt werden sollen, in welchen Sportarten sich man das auch vorstellen kann, mittel- und langfristig, vor allem erfolgreich hier in Karlsruhe den Bürgerinnen und Bürgern Sportevents nahe zu bringen. Dazu muss vor allem der Sport mit in die Diskussion gebracht werden, dass wir hier zusammen an einem Strang zie- hen, da muss man sich Zeit lassen, wenn man jetzt schon wieder prüft, wo 1.500 Zu- schauer gebraucht werden können. Für die BG ist jetzt schon eine Lösung gefunden worden im Bereich der Albgauhalle, wenn die BG aufsteigen würde, zumindest waren so Äußerungen, die ich gehört habe. Eventuell findet man da auch andere Lösungen. Das muss auch im Rahmen dieses Konzeptes besprochen werden. Hier stehen auch wei- tere Hallen an, die eventuell gebaut werden. Aber hier jetzt über Neubauten zu spre- chen wäre verfrüht. Wir sollten erst die Entwicklung abwarten. Die Ziffer 2 ist klar. Die befürworten wir so. Die Ziffer 3 auch. Es ist wichtig, eine Mach- barkeitsstudie zu machen, dass wir endlich auch mal wissen, wo soll der Weg im Be- - 6 - reich von Events, von Konzerten hingehen. Da gibt es wirklich unterschiedliche Mei- nungen. Da sollten wir uns durchaus das Know-how dann holen. Bei der Ziffer 4 sehen wir im Prinzip erst mal auch keine Notwendigkeit. Erst wenn ent- schieden wird, dass überhaupt eine Notwendigkeit besteht, dass wir solche Events hier machen wollen, dann sehen wir eine Notwendigkeit für die Ziffer 4. Im Vorfeld sollten wir erst mal prüfen, ob wir das überhaupt wollen oder ob wir z. B. im Umfeld - ich den- ke an die SAP-Arena, an die Hans-Martin-Schleyer-Halle -, nicht da andere Eventhallen haben, die die Dinge auch abdecken, in denen man innerhalb von einer halben oder dreiviertel Stunde auch mit dem Auto ist. Die Ziffer 5 haben wir mit unserem Änderungsantrag in Punkt 2 ja leicht modifizieren wollen, dass für uns klar ist, dass dies nur mit deutlich abgesenkten Mitteln gehen kann. Also ein Weiter so, gerade im Bereich des Meetings, 1 Million für einen Tag, ist für uns nicht machbar. Das muss man ganz klar sagen. Dann muss es auf eine Schiene zurückgehen, in der wir einfach Richtung alte Europahalle gehen, ob es Möglichkeiten gibt. Es wird schwer sein, das wissen wir, aber zumindest die Mittel aufzeigen, in wel- che Richtung es da gehen könnte. Deswegen bitten wir um getrennte Abstimmung auch in den Bereichen. Der Vorsitzende: Ich hatte ja schon im Hauptausschuss gesagt, dass wir getrennt ab- stimmen. Das ergibt sich jetzt aber sowieso durch die Änderungsanträge. - Als nächstes hat das Wort Herr Stadtrat Zeh. Stadtrat Zeh (SPD): Bei Veranstaltungen in der Europahalle hängen sicherlich viele Er- innerungen an Großsportereignisse, Konzerte oder politische Veranstaltungen. Aller- dings hatte dies stets den Ausfall von Schulsportstunden zur Folge. Die Schulen rings- herum beschwerden sich darüber sehr häufig. Das wird oft vergessen. Hallen für Schul- sport zur Verfügung zu stellen ist eine Pflichtaufgabe der Kommune, nicht aber Hallen für Events. Schulsport und Training ist jetzt besser möglich, auch wenn die Hallen zu groß dafür dimensioniert sind. Eine Investition von 27 Millionen, um die Europahalle eingeschränkt wieder als Veranstaltungshalle fit zu machen, sehen wir - wie die Verwal- tung - als nicht sinnvoll an. Sowohl die deutlich gekürzte Liste an potentiell möglichen Veranstaltungen - sie würde nie mehr die alte Europahalle -, auch verschiedene Proble- me im Umfeld, z. B. Gastronomie, sprechen dagegen. Mittel- oder langfristig wäre si- cherlich eine normale Schulsporthalle für die Schulen dort sinnvoller. Dementsprechend sollten die laut Verwaltung notwendigen Investitionen von 9,15 Millionen langsam und mit Bedacht investiert werden. Dies hatten wir auch schon diskutiert, und so findet es sich in den Anträgen der Grünen und CDU auch wieder. Dem können wir dementspre- chend beipflichten. Ob und inwieweit sich eine weitere Ertüchtigung auf 1.500 Zu- schauer lohnt, bleibt abzuwarten. Allerdings dürfte zumindest die äußere Hülle der Eu- ropahalle denkmalwürdig sein, so dass man über die weitere Nutzung überlegen muss. Unsere Zustimmung daher zu Punkt 1 der Verwaltung, daher die bisherigen Funktionen der Europahalle zunächst als Halle für Basketballspiele oder Handballspiele. Hier gibt es im Sportbereich verschiedene Ideen für den Sportentwicklungsplan. Es gibt die Idee, eine Sporthalle für rd. 2.000 Zuschauer an anderer Stelle neu zu bauen und dort solche Spiele auszutragen. Solche Hallen wären für rd. 15 Mio. Euro machbar. Hier setzen wir - 7 - auf die weitere Diskussion im Sportausschuss mit den entsprechenden Vereinen. Daher auch unsere Zustimmung zu Punkt 2, und der Grüne-Antrag ist eigentlich damit für uns erledigt. Bleiben die Themen Großsportereignisse wie Indoor-Meeting und Kulturveranstaltungen übrig. Was will die Verwaltung mit den Prüfaufträgen Punkt 3 bis 5 erreichen? Bei Punkt 3 bis 5 will die Verwaltung weitere Arbeitsaufträge an KMK und KEG erteilen im Umfang von mehreren Wochen oder Monaten. Sie will Hoffnung wecken, dass das tat- sächlich möglich ist. Hatte die Verwaltung in den letzten zwei Jahren keine Zeit für die- se Fragestellung? Dabei sind die Ergebnisse eigentlich absehbar. Es gibt natürlich einen Bedarf an einer Veranstaltungsarena wie in Mannheim. Aber die Nachfrage ist nicht so groß, dass es sich für einen privaten Investor lohnt, sonst hätten wir schon solche An- gebote oder Nachfragen. Für eine Investition der Stadt in so eine Halle sehen wir als SPD in den nächsten sechs bis acht Jahren keine Chance. Zu viele andere Projekte - Staatstheater, Wildparkstadion - sind in der Pipeline, und wir sollen auch sparen laut Verwaltung. Daher gibt es also keine Realisierungschance in diesem Zeitraum. Dass Konzepte nach acht Jahren oft überholt sind, sieht man heute auch am Thema Zookon- zept. Daher sollten die Gedanken dann aufgegriffen werden, wenn man die Absicht hat, dem Gedanken auch näherzutreten. Auch Kulturveranstaltungen können in der Schwarzwaldhalle oder in der dm-Arena oh- ne Subventionen stattfinden, wenn - wie z. B. nächstes Jahr - man mehrere Belegungen hintereinander nutzt, so dass die Tribüne nur einmal erstellt werden muss. Schon mehr- fach haben sich der Gemeinderat und die KMK mit den Tribünen in der Halle beschäf- tigt. Da aber Boxen oder Handball eine andere Aufstellung notwendig machen wie für Fernsehshows oder Konzerte, gibt es einfach keine Patentlösung. Dass für das Indoor- Meeting und die anderen großen Sportevents in der Messe 800.000 bis zu einer Million Euro notwendig sind für rd. 4.000 Zuschauer, wissen wir auch schon seit zwei Jahren. Für diese Summe könnten rd. 80 Vereine mit jeweils 10.000 Euro gefördert werden. Für uns ist Breitensport wichtiger als Sportevents. Auch wenn noch weitere 100.000 oder 200.000 Euro von Sponsoren jeweils für die nächsten fünf bis acht Jahre gefunden werden, so ist dies doch ein neuer jährlicher Dauerzuschuss aus der Stadtkasse von be- trächtlicher Höhe, die wir bei Sparmaßnahmen kritisch sehen, unabhängig davon, dass die Organisation von der KEG für die Sportevents brillant gemacht wurde. Wenn hier andere Fraktionen noch weitere umfangreiche Darstellungen brauchen, so haben wir nichts gegen die Punkte 3 bis 5, aber wir wollen diesbezüglich keine Hoff- nung wecken. Eine frühe klare Entscheidung ist oft sinnvoller, als noch viele weitere Kräfte zu verschwenden. So sehen wir dies, und ähnlich hat die CDU auch diesen Ände- rungsantrag gesehen. Skeptisch halten wir das ganze Vorgehen, aber wir finden es für heute okay, diese Prüfaufträge zu erteilen und der KEG noch eine Chance der Darstel- lung zu geben. In diesem Sinne wird die SPD abstimmen. Stadträtin Dr. Leidig (GRÜNE): Als vor zwei Jahren in den Pfingstferien die Nachricht kam, die Europahalle muss geschlossen werden, war das wirklich ein harter Schlag. Ich konnte das überhaupt nicht verstehen, so eine schöne Halle, die einfach gut war, in der ich immer sehr gerne war, die noch so modern gewirkt hat, obwohl sie doch schon etli- che Jahre auf dem Buckel hatte. Zumindest ich bin damals einfach fest davon ausge- - 8 - gangen, das wird repariert und dann geht es weiter. So ist es nicht. Dem müssen wir uns jetzt stellen, dass es kein Weitergehen wird, zumindest nicht für die Europahalle, die wir gekannt und geliebt haben, eine Halle, die uns einfach auch tolle Veranstaltun- gen ermöglicht hat. Damit ist es jetzt vorbei. Selbst wenn wir diese Riesensumme von 27 Millionen in die Hand nehmen würden, werden wir das nicht mehr zurück bekom- men, weil einfach Großveranstaltungen dort nicht mehr möglich sind aufgrund des Brandschutzes, selbst wenn wir Lüftung reparieren und Heizung herstellen. Es wird das alles nicht mehr geben, weil einfach das ganze Gastronomieangebot, das zu großen Veranstaltungen dazu gehört, gar nicht mehr geht. Auf der anderen Seite ist die Europahalle als Schul- und Vereinssporthalle eben derzeit unentbehrlich, denn es mangelt uns nicht nur an großen Sporthallen, es mangelt uns überhaupt an Sporthallen in Karlsruhe. Von daher haben wir überhaupt keinerlei Aus- weichkapazität wo wir sagen könnten, wir gehen teilweise anderswo hin. Das ist letzten Endes auch der Ansatzpunkt, der uns zu Punkt 2 unseres Änderungsantrages bewogen hat zu sagen, um überhaupt irgendwie nachdenken zu können, was mit dieser Europa- halle vielleicht in irgendwelchen Jahren geschehen kann, müssen wir erst mal eine ge- wisse Kapazität an Sporthallen schaffen, um uns überhaupt beweglich zu machen, be- weglich im Denken, beweglich einfach dahingehend, was wir planen können. Deswe- gen möchten wir auch nicht 9,1 Millionen jetzt in die Europahalle stecken, weil es ei- gentlich nicht unser Ziel ist, diese Halle für 30 Jahre festzuschreiben als Sport- und Ver- einshalle. Wenn ich jetzt einmal rechne: wir haben 2016, drei Jahre Planung, mindes- tens ein Jahr Umbau, dann sind wir bei 2020, und dann haben wir 30 Jahre die Halle. Bis 2050 zu sagen, wir nutzen das jetzt als Sport- und Vereinshalle und zahlen pro Jahr 570.000 Euro Nebenkosten für Wasser, Strom, Heizung, eine irrsinnige Summe jährlich, das ist einfach nicht das, wofür ich diesen riesen Baukörper da auch sehe, in gewisser Weise als zum großen Teil auch totes Gebäude, weil da unglaublich viel Fläche ist, die wir nie wieder nutzen können unter diesem Aspekt. Das scheint uns einfach nicht die richtige Lösung zu sein, uns so lange festzulegen. Uns wurde auf der anderen Seite auch gesagt, dass im Zuge der Bauunterhaltung mit Mitteln der Bauunterhaltung so viel saniert werden kann, dass es eben über etliche Jah- re noch weiterlaufen kann. Es erscheint mir widersinnig, dass wir die komplette Lüf- tungsanlage reparieren müssen, damit eine Aufwärmhalle geheizt werden kann. Da muss es irgendwie auch andere Lösungen dafür geben. Da muss es billigere Lösungen geben. Die sollten wir aber auch nicht noch drei Jahre lang planen, sondern wir sollten einfach gucken, dass wir die Dinge so rasch wie möglich auch angehen und letzten En- des auch so billig wie möglich. Das Geld, das wir sparen, indem wir die Sanierungskos- ten niedrig halten, würden wir lieber in einer neuen Sporthalle investiert sehen. Es gibt auch von Vereinen viele Aussagen dazu, dass sie Interesse haben, Sporthallen zu bauen. Dieser Aufgabe sollten wir uns stellen, ob da jetzt eine Zuschauerkapazität von 2.000, 2.500 oder 3.000 die richtige ist. Da werden uns Zahlen weiterhelfen, aber das ist letz- ten Endes der Weg, den wir gehen sollten. Das würde eben auch bedeuten, dass Druck herausgenommen ist, diese Europahalle von heute an 34 Jahre lang oder so weiter zu halten. Bei der Lösung mit 1.500 Zuschauern habe ich die Befürchtung, dass wir da mindestens in einen zweistelligen Millionenbetrag hineingehen. Das ist einfach sehr viel Geld für - 9 - 1.500 Zuschauer. Nach wie vor besteht das Problem, dass viele Teile der Halle nicht be- nutzt werden können und tot da rumstehen. Selbst bei Spitzenspielen der BG in der zweiten Liga reicht eine 1.500-Zuschauer-Kapazität nicht aus. Da waren schon immer deutlich über 2.000 da gewesen. Es ist wirklich auch die Frage, ob das irgendwas nutzt. Insofern sehen wir diesen Punkt, da jetzt noch sehr viel Zeit und Geld in eine mögliche Überplanung dieser Sache zu investieren, sehr kritisch. Das soweit zu unseren Ände- rungsanträgen noch einmal zusammengefasst. Wir wollen, dass schnell ein Zustand hergestellt wird, der die nächsten 10 bis 15 Jahre die Europahalle für Vereins- und Schulsport tatsächlich auch sicher und verfügbar macht, aber uns nicht ewig festlegt, so dass wir uns anderen Aufgaben zuwenden können. Es sollte so günstig wie möglich sein, damit wir das Geld einfach eher in andere Sporthallen investieren können und die- sen Schritt eben gehen. Zu Punkt 2 der Beschlussvorlage haben wir es nicht so ganz verstanden, was hier abge- stimmt werden soll. Die Vorlage hat nicht viel hergegeben. Wenn Sie uns vor dem Sommer etwas hinlegen was rosa ist, werden wir darüber abstimmen. Da sind wir dann auch mit dabei bei dem, was da dann drinsteht und dass das jetzt voraussichtlich im Sommer sein muss oder nicht. Wenn es darum geht, dass wir uns wirklich mit zu- kunftsweisenden Lösungen befassen, sind wir demgegenüber aufgeschlossen, aber so sehen wir Punkt 2 so, dass wir uns eher enthalten würden, weil wir gar nicht wissen, was sich dahinter verbirgt. Ganz generell zu den Großveranstaltungen, die ja dann in Punkt 3, 4 und 5 auch ange- sprochen sind. Diese Analyse, die uns da vorgelegt wurde zeigt, dass es wirklich nicht gut aussieht mit Räumlichkeiten für Großveranstaltungen, dass Kritikpunkte wie akus- tisch, schwierig, wenig flexibel und vor allem „wird für Messe- bzw. Kongressbetrieb benötigt“ eben sehr regelmäßig auftauchen. Andererseits wird die Sanierung der Stadthalle kommen und auch eine Zeit danach. Wir haben die Gartenhalle und die Schwarzwaldhalle auch danach noch und damit immerhin eine Hallenkapazität von bis zu 5.000 Personen unbestuhlt zur Verfügung. Die Messehalle 2 und die dm-Arena ha- ben wir in den letzten beiden Jahren eher unfreiwillig testen können. Wir hatten damals schon gefordert, dass hier evaluiert werden soll. Auch ohne geordnete Evaluation liegen die Schwachpunkte zutage: zu aufwändig, zu groß, zu wenig sanitäre Anlagen, kein Backstage-Bereich, zu schlechte ÖPNV-Anbindung. Wenn ich noch ergänzen darf, ganz billig ist es auch nicht. Das bringt uns auf zu Punkt 5. Da würde ich erst mal darauf eingehen. Wir wissen, was die Großveranstaltungen in der Messe im Bereich Sport gekostet haben: etwa 1 Million. Wir wollen diese Kosten nicht weiter tragen. Wir sind der Meinung, dass wir uns das nicht leisten können. Die Ausgangslage vor zwei Jahren war, wir brauchen eine Inte- rimslösung. Wir hatten Verträge. Wir mussten diese Verträge einhalten. Es gab be- stimmte Perspektiven und vor allen Dingen noch die Idee, die Europahalle wird irgend- wann wieder zur Verfügung stehen. Jetzt wissen wir, das wird sie nicht tun. Was ist denn jetzt noch die Interimszeit. Es gibt keinen Endzeitpunkt. Der Endzeitpunkt bedeu- tet, die Europahalle ist nicht mehr zu haben, wir werden dort keine Großsportveranstal- tungen haben. Insofern müssen wir auch nicht über Interimslösungen nachdenken, sondern wir würden über endgültige Lösungen nachdenken. Endgültig zu sagen, wir - 10 - machen Großsportveranstaltungen in der Messe und zahlen jährlich 1 Million dafür, das ist etwas, was mit uns so nicht zu haben ist. Andere Dinge in Bezug auf Kulturveranstaltungen: Wir sind den Kollegen von der KULT- Fraktion dankbar, dass sie da noch mal genauer nachgefragt haben, dass da jetzt auch Zahlen genannt wurden. Die Kulturveranstaltung draußen kosten so zwischen 50.000 und 70.000 Euro im Jahr. Das ist viel Geld, aber es auch nicht so viel, wenn wir der Ar- gumentation der Verwaltung folgen, dass das für den Standort so unabdingbar ist, da tatsächlich etwas anzubieten. Da sehen wir durchaus eine Möglichkeit, das ab und zu im Jahr auch zu machen, so dass wir letzten Endes die Punkte 3, 4 und 5 ablehnen werden. Stadtrat Dr. Fischer (KULT): Ich beziehe mich im Folgenden sowohl auf die Vorlage als auf die eingereichten Änderungsanträge, als auch auf die eben schon genannten Fragen der KULT-Fraktion, die dankenswerter Weise gestern beantwortet wurden und auch an alle anderen Fraktionen gingen. Da standen noch einmal interessante Zahlen drin. Ich möchte heute auch mit einer positiven Botschaft beginnen, ich habe so viel Negati- ves gehört. Noch nie war die Situation für den Schul- und Vereinssport in Karlsruhe so gut wie derzeit. Die Leichtathletik profitiert massiv davon, dass sie da jetzt trainieren kann und sich nicht mehr nach irgendwelchen Events richten müssen, nach den Auf- bauzeiten, die immer alles zerstören. Man sollte das auch einmal positiv begreifen, die Vereine haben einen Vorteil davon. Ich habe noch eine zweite positive Botschaft für euch. Im Moment besteht gar kein Handlungsbedarf, wie man jetzt heute noch einmal bestätigt bekommen haben, schon gar nicht mit Millionenbeträgen, sondern wir kön- nen mit dieser 9-Millionen-Euro-Sanierung peu à peu ganz langsam anfangen, schauen was man im Bauunterhalt machen kann. Deswegen denke ich, hat sich dieser Teil der Anträge eigentlich erledigt. Das war ja zugesichert von vorne, das kommt so. Aus den Vorlagen entnehme ich auch die klärende Botschaft Nummer 1, die allerwichtigste, die heute auch schon mehrfach genannt wurde: Eine 27-Millionen-Euro-Sanierung macht keinen Sinn. Begründen brauche ich es nicht, wurde schon erklärt. Klärende Botschaft 2 heute: Für Messen, Kongresse, klassische Konzerte und Empfänge ist die Stadt Karlsruhe gut aufgestellt - das können wir dem Papier entnehmen -, aber für sonstige Großevents nicht. Das gilt für alle städtischen Hallen vom Festplatz bis zur Messe in Rheinstetten und eben nicht nur für die Europahalle. Das müssen wir uns klar machen. Die gesamte Situation ist eigentlich desolat für Rock, Pop, Comedy und Sport, für jeweils über 2.000 Zuschauer, also für alles was größer als die Tollhaushalle ist. Das wird es in Karlsruhe vorläufig nicht mehr geben. Das wussten wir zwar im Prinzip schon vorher, aber jetzt haben mal wirklich genau dargelegt, was da alles im Weg steht: Akus- tik, Statik, fehlende Infrastruktur, was weiß ich alles. Die klärende Botschaft 3, die einfach gesagt werden muss. Die dm-Arena ist keine Are- na und wird keine Arena aufgrund der fehlenden Infrastruktur und der Konkurrenz zur Messenutzung. Das Wort Arena sollte man also zumindest im Kopf streichen, zu benut- zen als Werbeargument, aber es ist halt keine. Das heißt, diese ist für Events nur in Ausnahmefällen und immer zu relativ hohen Kosten dann mal zu verwenden, zu Pau- - 11 - sen, wenn irgendwann mal was geht. In der Halle 2, das muss man auch ganz klar sa- gen, sind die Voraussetzungen auch nicht besser. Da sind sogar die statischen Verhält- nisse, wenn ich es richtig verstanden habe, noch schlechter. Klärende Botschaft 4 heute: In der Europahalle fallen auch ohne Events enorme Be- triebskosten an. Die 570.000 Euro pro Jahr wurden schon genannt, und das nur für Gas, Fernwärme, Abwasser, Strom, Reinigung, Versicherung und Steuern, also ohne veranstaltungsbezogene Kosten, wenn irgendwas früher da lief. Damit müssen wir uns beschäftigten, das muss für uns ein Antrieb sein, etwas zu verändern. Aus meiner Sicht gibt es drei Optionen: - Die Betriebskosten in der Europahalle senken. Da bin ich mir aber nicht sicher, ob das architektonisch/technisch möglich ist. - Das Zweite: Man wertet die Europahalle wieder auf. Das ist ja dieser Vorschlag mit den 1.500 Personen, den die Verwaltung macht. Ich habe hier auch nachge- fragt für KULT, ob das überhaupt geht. Wenn diese ganze Brandschutzgeschich- te Probleme macht bei Entfluchtung, warum geht es für 1.500 und nicht für 3.000. Ich sehe, es macht Sinn, das zu prüfen. Dann hätte man wenigstens für bestimmte regionale Events die Halle nutzbar und außerdem wüsste man, was es kosten würde, wie viel es über diese 9,1 Millionen Euro hinausginge für die Ein- fachsanierung. Wir würden dann die normalen BG-Spiele und regionale Leicht- athletikevents wieder in Karlsruhe abdecken können. Ich warte ab, ob das funk- tioniert. Die Stadt will es prüfen. - Das Dritte, das wurde auch schon genannt. Wir könnten mittelfristig die Europa- halle ersetzen. Wir lassen sie so lange stehen, bis wir an anderer Stelle eine neue haben, denn anders wird es wahrscheinlich nicht gehen. Bei diesem Modell einer neuen Halle, da hatte ich auch nachgefragt für KULT, gibt es zwei Möglichkeiten. Wir machen eine reine Schul- und Vereinssporthalle für Leichtathletik oder wir machen eine, die ohne Rundbahn ist. Das wird zur Zeit auch diskutiert, also nur eine für Ballsportarten. Das Fazit meiner Fraktion. Wichtige Fragen, einige wurden jetzt schon benannt, sind immer noch unklar. Außerdem ist unklar, wenn wir in eine große Eventhalle investieren, was das kosten würde. Da sind jetzt Prüfaufträge erstellt. Ich stelle die klare Gegenfra- ge, ich bin nicht der Einzige, der das sagt: Wird eine solche Halle überhaupt in Karlsruhe gebraucht? Das müssen wir uns - auch angesichts der Finanzlage - wirklich fragen. Wenn man zur SAP-Arena mit dem Auto fährt, braucht man 40 Minuten. Wenn man mit dem Nahverkehr fährt, braucht man 1 Stunde 15. Wenn man zur Schleyerhalle mit dem Auto fährt, braucht man 1 Stunde. Wenn man mit dem Nahverkehr fährt, braucht man dummerweise etwas länger, weil es schlechter angebunden ist. Es ist nicht so, dass wir in einer Diaspora für Großveranstaltungen liegen. Man muss noch sehen, der Markt ist ja verteilt, die SAP-Arena ist eine Top-Arena, die Schleyerhalle mit der Porsche-Arena daneben hat einen unglaublichen Zuspruch. Die Frage ist, wenn wir da kommen, dass die Veranstalter sagen, hurra, jetzt ist Karlsruhe da, da wollen wir alle hin. - 12 - Ebenfalls unbekannt wäre der Invest für die laufenden Kosten für eine Erstliga-Ballsport- halle. Solche beiden Hallen wären auf jeden Fall ein teures Minusgeschäft. Da legen wir auf jeden Fall drauf, das muss uns klar sein. Wenn wir es machen, dann muss sich bis dahin die Finanzlage deutlich gebessert haben. Ich sage auch, wir sollten aus der Ge- schichte lernen. Warum entstand die Europahalle? Die ersten Gedanken waren damals, als der TSV Rintheim in der ersten Liga Handball gespielt hat, damals noch in der Schwarzhalle und in der Gartenhalle, wir müssen für Erstliga-Handball etwas bieten. Bis die Halle fertig war, hat der TSV Rintheim in der 3. Liga gespielt mit absteigender Ten- denz. Es ist einfach so, wir sind, um es ganz offen zu sagen, in Karlsruhe nicht die Sportstadt, die wir gerne wären, die Erstligamannschaften am laufenden Band gebiert, die wirklich so was ausfüllen könnten. Das muss man sich ganz realistisch vor Augen führen. Folgerung für heute: keine 27-Millionen-Sanierung, keine schnellen Beschlüsse für neue Investitionen. Das 15.000-Zuschauer-Modell kann man durchrechnen, dann weiß man, was es kostet, aber nur für Sport in der Europahalle müsste man auch erst mal die Kos- ten ermitteln. Das sind diese Prüfaufträge. Vor allem müssen wir die Finanzlage im Blick behalten. Der Begriff „wünschenswert“ oder „so was haben alle 300.000-Einwohner- Städte“ sind für meine Fraktion zukünftig keine gültigen Argumente mehr. Was die Anträge von CDU und Grünen angeht: Der eine Punkt mit der Bauunterhaltung hat sich erledigt. Dem Antragspunkt 2 der CDU stimmen wir ausdrücklich zu. Den Antrag der Grünen, dass man eine neue, eine kleinere andere Halle prüft, halten wir für sinnvoll, das aber auf 2.500 festzulegen, kann ich jetzt nicht machen, weiß ich nicht, ob das die richtige Größe ist, ob man nicht lieber auf die Verwaltung vertraut, dass die uns da et- was aus dem Sportentwicklungsplan heraus entwickelt vorlegen. Stadtrat Hock (FDP): Hier im Gemeinderat muss man heute trösten, aufklären und versuchen, unsere Stadt Karlsruhe, die die zweitgrößte Stadt in Baden-Württemberg ist, nicht so klein zu reden. Wenn ich hier zusammenfassend die Fraktionen gehört habe, wird heute das Indoor-Meeting beerdigt. Das wollen wir von der FDP-Fraktion nicht. Man muss eines einmal klar sagen. Man muss dieses Meeting nicht unter dem Ge- sichtspunkt des Geldes sehen - da haben Sie ja wohl recht, das kann ich dann noch nachvollziehen -, aber man muss dieses Meeting als überregionales, europäisches und weltweites Meeting sehen, dass wirklich Aufmerksamkeit überall erzeugt. Dann muss man sagen, wenn wir schon keine Großereignisse in dieser Stadt haben wollen, das kann ich noch nachvollziehen, dann kann man nicht heute hergehen und das Indoor- Meeting beerdigen. Da wird meine Fraktion definitiv nicht mitmachen. Aber jetzt zurück. Kollege Detlef Hofmann hat gesagt, er hatte es schon einmal gesagt und ich muss darauf jetzt doch mal eingehen, weil es einfach so nicht richtig ist, wie er es gesagt hat, dass es aus heiterem Himmel kam. Es ist nicht so, auch an die Fraktion der Grünen, dass wir es nicht gewusst haben. Das ist nicht der Fall. Ich kann mich gut erinnern, dass Frau Erste Bürgermeisterin Mergen immer und öfter hier und in Aus- schüssen gesagt hat, dass uns mit der Europahalle noch ein großer Klotz am Bein hängt. Das wussten wir alle, und es war nicht so, dass wir es dann vor die Füße ge- schmissen bekommen haben und alle überrascht waren, dass man jetzt die Halle nicht mehr so nutzen kann. Das war definitiv so nicht. Jetzt ist es so und wir verstehen auch, dass es einige Zeit gedauert hat, um Schlüsse daraus zu ziehen. Wieso hat es einige Zeit - 13 - gedauert? Frau Sick ist da und hat auch öfter darauf hingewiesen, dass Gutachter im Bereich des Brandschutzes nicht an jeder Ecke in dieser Republik ausreichend zur Verfü- gung stehen, weil das Problem mit der Europahalle nicht nur wir haben, sondern alle Kommunen in dieser Republik. Diese Gutachter, die sich auf den Brandschutz speziali- siert haben, haben Aufträge ohne Ende und kommen nicht gerade, wenn die Stadt Karlsruhe sagt, so jetzt brauchen wir sie sofort hier, gleich hierher. Das ist nicht der Fall. Wir mussten auf diese Leute warten und deshalb hat es auch ein Stück länger gedauert. Meine Fraktion versteht es und hat es verstanden und will nicht, dass es im falschen Licht stehen bleibt. Jetzt zur Europahalle. Die Europahalle war doch immer nur geplant als Sporthalle für die Vereine, für die Schulen. So war sie eigentlich von Anfang an ausgelegt. Was wollen wir heute? Wir wollen eigentlich das, für was es mal geplant war, in den Zustand versetzen, dass es jetzt auch für die Schulen und die Vereine wieder nutzbar ist. Meine Fraktion will auch nicht, dass wir jetzt die 27 Millionen, die wir im Übrigen ja nicht haben, jetzt in diese Halle „rein versenken“. Wir sagen nein, das können wir nicht machen. Wir können die Europahalle nicht auf diesen Charakter, dass man Veranstaltungen größerer Art bis 9.000 Leute usw. darin bespielen kann, reduzieren. Das sehen wir schon ein, dass dies vom Geld her im Moment nicht möglich ist. Deshalb sind wir der Verwaltung dankbar, dass man jetzt aufgezeigt hat, was man mit der Halle für die 9 Millionen- das ist noch viel Geld - einmal sukzessive dann mal anrollen lassen kann. Da geht meine Fraktion gerne mit. Aus der Diskussion heute geht hervor, das habe ich öfter gehört, man will die Halle viel- leicht irgendwann doch zurückbauen, will dann wo anders eine Halle bauen. Mich wundert es mich immer, wenn die Grüne-Fraktion von Flächenverbrauch spricht. Wenn wir eine neue Halle bauen, brauchen wir eine neue Fläche, die bebaut werden muss. Die Halle ist schon da und dieses Argument wundert mich dann wirklich, das von der Grünen-Fraktion kommt. Was die Gelder für den laufenden Betrieb, Heizung usw., die 570.000 Euro, angeht: Wenn wir sagen, wir machen das mit der Europahalle nicht mehr, dann brauchen wir in der Größenordnung vier neue Hallen. Die werden dann auch dementsprechend Geld kosten. (Zuruf) Unterhalt genau. Es ist die Frage, was kostet es dann. Wir haben jetzt die 570.000 Euro. Vielleicht kann man das in gewissen Bereichen nach unten fahren. Ich verstehe im Übri- gen auch nicht - da muss ich Frau Dr. Leidig recht geben -, wieso man die Aufwärmhal- le nicht irgendwie anders beheizen kann. Das ist mir nicht so ganz klar. Das muss man mir noch mal erklären. Auch da verstehe ich, dass da das Argument da war. Meine Fraktion wird auf jeden Fall heute der Vorlage so zustimmen, und den einen Punkt, den die CDU gebracht ist, das ist natürlich nachvollziehbar, können wir auch gerne mitge- hen. Aber ich würde trotzdem heute noch einmal alle auffordern, über das Indoor- Meeting genauestens nachzudenken und dann vielleicht doch zu einer anderen Über- legung kommen. Ich glaube, dass wir als zweitgrößte Stadt in Baden-Württemberg die- ses Indoor-Meeting brauchen. Das ist ganz klar ein Renommee für unsere Stadt. Ich möchte es hier heute nicht einfach so stehen lassen, dass man dem armen Martin Wa- cker mit auf den Weg gibt, es war schön, dass Sie heute da waren, aber das Indoor- - 14 - Meeting können Sie abwickeln. Meine Fraktion will das nicht. Deshalb werden wir der Vorlage heute so zustimmen. Wir wollen, dass die Schulen und die Vereine dort ihren Sport bekommen. Dass wir das Nötigste machen müssen ist uns auch klar, aber dass es heißt gleich neue Hallen zu bauen, darüber müssen wir uns noch einmal unterhalten. Stadtrat Dr. Schmidt (AfD): Ich bin besonders dankbar für einen Satz in der Verwal- tungsvorlage: „Aus Sicht der Stadtverwaltung ist ein Rückbau nicht möglich“. Das hat mich persönlich sehr gefreut weil es bedeutet, die Europahalle bleibt uns erhalten. Ich persönlich verbinde schöne Erinnerungen an die Europahalle, viele andere hier auch. Außerdem ist sie architektonisch eine Bereicherung unserer Stadt, in gewisser Weise ein Wahrzeichen. Deswegen bin ich froh, dass sie uns erhalten bleibt. Ausschlaggebend für die Halle ist, dass sie genutzt wird, dass sie den Bedarf der Vereine und der Schulen ab- deckt, und das tut sie. Das ist einfach das, was wir brauchen. Wir haben im Moment nichts anderes, um diesen Bedarf abzudecken. Ich sehe auch nicht, dass wir das in greifbarer Zukunft haben werden. Deswegen bin ich der Meinung, dass es richtig ist jetzt die 9 Millionen zu investieren, damit uns diese Halle auch dauerhaft erhalten bleibt. Als Mitglied des Sportausschusses weiß ich, dass es für die Vereine wichtig ist, so eine Halle zu haben fürs Training, für ihre eigenen kleineren Veranstaltungen. Für die Sportvereine sind diese großen Events, wie wir sie in Karlsruhe haben, nicht so wichtig. Das ist eher für das Bild der Stadt als Ganzes nach außen erforderlich. Mit dieser Halle müssen wir die Bedürfnisse unserer Schulen und unserer Vereine abdecken. Deswegen sind wir froh, dass wir jetzt hier gemeinsam im Gemeinderat der Meinung sind, dass die 9 Millionen hier gut investiert sind, und dass uns diese Halle weiterhin erhalten bleibt, um diesen Zweck zu erfüllen. Wir werden der Verwaltungsvorlage und dem Ände- rungsantrag der CDU zustimmen. Stadtrat Kalmbach (GfK): Die einen hier sind traurig, die anderen verkündigen gute Nachrichten. Ehrlich gesagt, ich weiß nicht so genau, wo wir hier stehen. Das ist so kompliziert. Es gibt so viele Punkte hier abzustimmen, dass keiner mehr durchblickt. Ein Punkt, der mir auf jeden Fall zu denken gibt ist der, wenn wir tatsächlich diese 560.000 Euro Nebenkosten für Wasser und Heizung pro Jahr ausgeben und das auf 30 Jahre hochrechnen, plus die 9 Millionen, dann sind wir ungefähr bei 27 Millionen. Das ist eine immense Summe, die wir so nebenbei ausgeben. Da frage ich mich, wie kann man tat- sächlich die Nebenkosten senken. Ich habe gehört, dass es zukünftig viele freie Flächen in der Europahalle gibt, wenn man dies als Schul- und Sporthalle nutzt. Gibt es da Über- legungen, dass man es auch anderweitig ausgestaltet und vermieten oder nutzen kann. Man muss ein bisschen Gehirnschmalz hier reinstecken, damit wir diese Kosten mög- lichst senken. Mir fehlt auch ein Vergleich, was kostet eine normale Sporthalle an Was- ser und Strom, wie sind die Nebenkosten damit man sagen kann, im Vergleich dazu ist die Europahalle gar nicht so teuer oder sie ist eben doch teuer. Dazu fehlen mir noch ein bisschen mehr Grundlagen, um das seriös beantworten zu können. Da würde ich mir wünschen, dass wir noch mehr Informationen haben. Aber natürlich sind 27 Millio- nen völlig unmöglich, da brauchen wir gar nicht darüber reden. Ich wünsche mir, dass die Europahalle als Wahrzeichen dieser Stadt erhalten wird. Ein Wort noch zu dem Gesamten. Wir müssen uns in Karlsruhe tatsächlich einmal über- legen, was wir hier wollen. Wir müssen uns überlegen, welche Sportarten wir hier ha- ben wollen und was man dafür braucht. Sonst haben wir ständig neue Diskussionen, - 15 - wo wollen wir hin, was ist unsere Perspektive, was erwarten wir in Zukunft. Das wird uns kein Gutachten sagen. Wir müssen festlegen und klären, dahin wollen wir gehen, und dann werden wir auch entsprechende Resultate kriegen. Noch etwas zu den 800.000 Euro. Ich liebe den Sport, ich liebe auch die Leichtahtletik. Aber 800.000 Euro sind mir zu viel. Das kann ich mir einfach nicht vorstellen, dass sich das die Stadt Karlsruhe langfristig leisten kann. Die Messe entwickelt sich Gott sei Dank prächtig. Sie wird immer weniger Zeiträume übrig lassen, damit wir sie füllen können mit Sportevents. Deswegen würde ich sehr dafür plädieren, die Messe Messe sein zu lassen. An dieser Stelle müssen wir eine Sache sterben lassen, wenn wir sie nicht in der Weise weiter pflegen können. Ich erinnere an diese Schlosslichtspiele. Da haben wir gesagt, das machen wir als Promoting für Karlsruhe. Wir argumentieren an dieser Stelle gleich, dass wir es genau so machen, um Karlsruhe in der Welt bekannt zu machen. Wir müssen uns überlegen, wie wollen wir Karlsruhe nach außen bringen, was sind die Punkte, sind wir als Sportstadt so stark, sind wir als Sportstadt so mächtig, dass wir sa- gen können, die ganze Welt guckt uns zu oder sind die Schlosslichtspiele z. B. das bes- sere Medium. Auch hier wären bessere, konzeptionelle Entscheidungen wichtig, dass man nicht einfach blind das eine oder andere tut. Abschließend bin ich mir nicht ganz im Klaren, was hundertprozentig das Richtige ist. Zur Europahalle gefällt mir eigentlich der Vorschlag, das Ding sanft unten zu halten, mal zu gucken, ob es weitere Nutzungsmöglichkeiten gibt für die Europahalle, nicht nur für den Schulsport. Es gibt viele freie Flächen, um das optimal zu vermarkten. Stadtrat Wenzel (FW): Ich gehe den Weg mit, der die Europahalle zurück zu ihren Nutzungsanfängen für Schulsport führt ggf. auch Vereinssporthalle. Es wurde schon erwähnt, hier liegt ihre Pflichtaufgabe, daher die Zustimmung von mir zu den Punkten 1 a und 1 b. Mehr für die Europahalle sehe ich im Augenblick nicht für realisierbar oder bezahlbar. Hier ist der Weg der kleinen Schritte der richtige Weg. Das Kapitel einer Konzert- oder Eventhalle für die Europahalle sehe ich mit dem heutigen Tag und der heutigen Entscheidung, wenn ich die Redebeiträge meiner Vorrednerinnen und Vorred- ner höre, für erledigt an. Doch wie geht in dieser Kategorie der Konzerte, der Events weiter? Hier hat uns die Verwaltung einige Vorschläge gemacht, Wege aufgezeigt in ihren Verwaltungsvorla- gen, die ich hier mitgehe, denn es kann nie schaden, in die Kristallkugel zu schauen. Das tut auch niemandem weh. Deshalb meine Zustimmung für die weiteren Punkte, die uns wahrscheinlich irgendwann ein Licht am Horizont zeigen werden. Aber bei all dem sollte man vielleicht doch nicht die Vision einer großen, tollen Veranstaltungsarena für Karlsruhe außer Acht lassen. Vielleicht ist es wichtig, solche Visionen zu haben und es auch mal konkreter werden zu lassen, denn Karlsruhe muss sich wahrlich nicht verste- cken. Wir haben gehört, wir haben Konkurrenz aus Mannheim und Stuttgart, aber als Vision sollten wir uns diese Schublade offen halten. Das wäre ein Weg für uns hier vor- auszuschauen. Den Antrag der CDU trage ich mit, und damit möchte ich es auch für jetzt belassen. Der Vorsitzende: Ich möchte erst mal fürs Protokoll festhalten, dass Frau Stadträtin Meier-Augenstein uns um etwa 16:40 Uhr verlassen hat. - 16 - Jetzt würde ich gerne zur Diskussion zwei Dinge anmerken. Ich weise alle Vorwürfe, ob offen oder nicht, wir hätten jetzt zwei Jahre doch eigentlich wenig oder gar nichts ge- schafft, zurück. Ich bitte einfach mal zu überlegen, vor zwei Jahren mussten wir relativ kurzfristig den Betrieb der Europahalle einstellen, außer für Schulsport, weil die Bege- hung gezeigt hat, dass wir sie nicht mehr so betreiben dürfen. Bis wir dann aber ein ausgeprägtes Gutachten hatten, das uns alle Defizite aufgezeigt hat, und bis wir dann aus dem Gutachten heraus analysiert hatten, was man denn umbauen muss, damit man dann diese Defizite beseitigt, das ist dann noch ein weiterer Schritt, werden Sie erleben, dass das auch bei vielen anderen Projekten diese Zeit in Anspruch nimmt. Pa- rallel dazu gab es vor allem die vertraglichen Verpflichtungen, die wir hatten. Wir haben damals nicht gesagt, das Indoor-Meeting muss unbedingt laufen, weil wir das dauerhaft für das Marketing brauchen, sondern wir waren vertraglich verpflichtet und brauchten deswegen eine Interimslösung. Das wurde innerhalb kürzester Zeit, ich will fast sagen in Rekordzeit, hochgezogen und war durchaus mit sehr viel Arbeit verbunden. Ein weiterer Schritt, dessen Ergebnis liegt Ihnen jetzt vor, ist eine Analyse, was können wir im Mo- ment in Karlsruhe in diesen beiden Bereichen mit dem Bestand an Hallen, die wir ha- ben, eigentlich gewährleisten. Mir war vor einem Jahr noch nicht so klar, welche Lücken sich jetzt im kulturellen Bereich oder auch im Sportbereich auftun. Wenn wir über eine Großsporthalle reden, ist damit automatisch auch nicht die Dimension einer SAP-Arena gemeint. Das will ich noch einmal ausdrücklich sagen. Was wir im Moment in den Mes- sehallen machen, liegt unter der Größenordnung einer SAP-Arena, und zwar deutlich. Von daher bitte ich, das alles nicht immer gleichzusetzen. Das ist mir auch noch einmal wichtig. Jetzt arbeiten wir uns durch die verschiedenen Punkte durch, immer den Ziffern ent- lang. Ich versuche, Ihnen dann jeweils noch mal, was ich von der Diskussion verstanden habe, damit wir immer wissen, über was wir hier gerade abstimmen, zu erläutern. Wir fangen mit der Verwaltungsvorlage, der Ziffer 1 a, an. Da gibt es zwei Alternativ- formulierungen von den Grünen und von der CDU. Ich muss zugeben, dass das von den Grünen am weitesten geht. Dort steht nicht Konzept, sondern nur Maßnahmen. Ich würde das von den Grünen so verstehen, dass wir die Maßnahmen nacheinander abar- beiten können, die bei den 9 Millionen vorgegeben sind. Ich habe Sie aber anders ver- standen. Ich habe Sie so verstanden, dass wir auch diese Maßnahmen in den 9 Millio- nen alle noch mal einzeln auf Notwendigkeit, auf Finanzierbarkeit usw. überprüfen sol- len, und dass heute noch kein Beschluss fällt 9 Millionen auszugeben, sondern hier schrittweise diese Dinge zu tun. Dem können wir uns als Verwaltung anschließen. Ich finde die Formulierung, die bei der CDU steht, bringt dieses Optimierungspotential noch mal am deutlichsten zum Ausdruck. Insofern wäre mein Vorschlag, dass wir jetzt nicht da hin und her schwanken, sondern mit dem Punkt 1 a ist gemeint, es als Schul- und Vereinssporthalle schrittweise und natürlich in den Sommermonaten, in den Ferienmo- naten, zu ertüchtigen. Die 9 Millionen sind sozusagen das Maximum, weil sich die 9 Millionen auf die 30 Jahre beziehen. Das wollen Sie explizit nicht, sondern Sie wollen kostengünstigere Zwischenlösungen, um einfach hier diesen Betrieb zu gewährleisten. Wenn es so zu verstehen ist, würden wir gemeinsam sagen, dass wir den Punkt 1 a so verstehen. Wir würden Sie informieren, wenn wir es doch anders machen müssen. Es ist ja nun nicht so, dass in den 9 Millionen 20 Kleinstmaßnahmen stecken, sondern die - 17 - eine Maßnahme der Heizung, da muss man schon hopp oder topp sagen. Darüber können wir dann noch einmal zu gegebener Zeit miteinander diskutieren. Wenn Sie den Punkt 1 a in der Zusammenfassung der drei Varianten so verstanden haben, dann wür- de ich Sie jetzt um das Kartenzeichen bitten. - Das ist einstimmig. Dann kommen wir zu 1 b. Da schlägt die Verwaltung vor, dass wir noch einmal schau- en, ob man die Europahalle auch bis zu 1.500 Teilnehmer aufrüsten kann, um dann zu erstellen, was das kostet. Es gab hier jetzt Voten die sagen, das brauchen wir gar nicht. Die Grünen schlagen alternativ vor, diese 2.500-Lösung zu machen. Jetzt würde ich erst mal gerne über das, was in der Verwaltungsvorlage steht, nämlich die 1.500-Lösung, weil die an die Europahalle geknüpft ist, die 2.500-Lösung ja nicht, abstimmen. Insofern wäre jetzt die Frage, wollen Sie uns beauftragen, dass wir die Europahalle noch einmal dahingehend überprüfen, was es kostet, sie auf bis 1.500 Zuschauer aufzurüsten oder nicht. - Das wird abgelehnt von den Grünen. 18 Ablehnungen, 1 Enthaltung, der Rest ist Zustimmung. Das heißt, wir kriegen den Prüfauftrag, dass wir das mit den 1.500 noch mal machen können. Dann kommen wir zur Ziffer 2. Da begehren wir, dass wir erst noch einmal auf der Grundlage der Sportentwicklungsplanung und den Empfehlungen des Sportausschusses schauen, was denn überhaupt für welche Sportarten gebraucht wird. Die Grünen schlagen alternativ vor - das habe ich nicht so ganz hundertprozentig verstanden -, sol- len wir in die weitere Betrachtung auch das mit reinnehmen, was im Sportausschuss an Sportentwicklungsplanung läuft, da die Sportentwicklungsplanung eigentlich mit Ihnen abgestimmt ist und es schon am Laufen ist. Wir können es aber auch getrennt abstim- men. Stadtrat Hofmann (CDU): Die ist noch nicht abgestimmt; die ist erst im Werden. Wir müssen dies erst machen, und dann können wir entscheiden. Der Vorsitzende: Das meine ich. Es ist mit Ihnen abgestimmt, dass es eine Sportent- wicklungsplanung gibt. Deswegen wäre es auch blödsinnig zu sagen, wir wollen sie nicht. Insofern wäre mein Vorschlag, dass wir die Ziffer 2 jetzt zur Abstimmung stellen, dass wir darüber dann noch einmal reden, was denn die Sportentwicklungsplanung vorsieht. - Bei Enthaltung der Grünen mehrheitlich angenommen. Jetzt würde ich den Punkt 1 b der Grünen aufrufen wollen, die uns jetzt schon beauf- tragt, eine neue Sporthalle mit einer Zuschauerkapazität bis zu 2.500 Personen zu prü- fen: Standort, Kostenanalyse, Prüfung möglicher Kooperationen und Investoren. Die Verwaltung betrachtet das als Teil dessen, was sich anschließen würde, wenn wir die Sportentwicklungsplanung dann auf dem Tisch haben, nur damit Sie verstehen, warum wir uns hier jetzt eigentlich noch nicht festlegen wollen. Bitte dazu jetzt das Votum. - Die Grünen stimmen logischerweise zu. Damit haben wir aber eine Mehrheit gegen die- se Festlegung. Jetzt kommt die Ziffer 3. Die Ziffer 3 ist die Beauftragung an die KMK, eine einge- schränkte Marktanalyse vorzulegen. Da geht es um das Thema Kultur und Konzerte. Da bräuchten wir jetzt von Ihnen das Votum, ob wir diese Marktanalyse unter Einbezie- hung des Umlandes veranstalten sollen. - Die Grünen lehnen das ab. 1 Enthaltung von - 18 - Frau Stadträtin Zürn, auf der rechten Seite auch 2 Ablehnungen. Sie geben mir recht, dass das eine mehrheitliche Zustimmung ist. Dann kommen wir zur Ziffer 4. Bei der Ziffer 4 geht es um die Interimslösungen zur Durchführung von Veranstaltungen im Bereich Kultur und Konzerte bei der KMK, ob Sie uns da beauftragen, dass noch einmal darzustellen, was für Kosten da erforderlich wä- ren. Da ging es um die Aussagen, dass wir da zu wenig Tribünen haben, Backstage und alle diese Punkte. - Bei 20 Ablehnungen und 24 Ja-Stimmen mehrheitlich zugestimmt. Dann kommt die Ziffer 5. Da gibt es jetzt zwei Alternativen. Die Formulierung der CDU- Fraktion, die noch einmal deutlicher macht, dass es vor allem um die Betrachtung schon bestehender Großveranstaltungen geht und hier noch mal deutlich gemacht werden soll, wie da die entsprechende Beteiligung der Stadt aussieht. Ich würde Ihnen vorschla- gen, dass die Verwaltung diesen Formulierungsvorschlag der CDU übernimmt, weil er noch einmal präzisiert, dass sie das nicht ausdehnen wollen, sondern sagen, was kostet denn das, was wir im Moment tun. Das wollen wir kritisch hinterfragen. Von dem, wie es miteinander vereinbart ist, würde das bedeuten, dass etwa das Indoor-Meeting beim nächsten Wirtschaftsplan der KEG dann noch mal betrachtet wird, weil Sie uns dann erst das Okay für das nächste Jahr geben. So würde ich das auch verstehen, weil es macht sonst auch keinen Sinn. Mein Vorschlag wäre, wenn Sie einverstanden wären, dass wir die Formulierung der CDU übernehmen und das jetzt hier zur Abstimmung stellen. Gibt es noch Nachfragen? Herr Stadtrat Hofmann. Stadtrat Hofmann (CDU): Nur eines ganz kurz. Uns ist halt wichtig, dass vor allem der letzte Satz „bei deutlich abgesenkten finanziellen Beteiligungen“ drin bleibt. Der Vorsitzende: Den Auftrag hatten Sie schon mehrfach formuliert. Das ist soweit klar. Mit diesem Hinweis würden wir die Ziffer 5 jetzt in der durch die CDU formulierten Formulierung zur Abstimmung stellen. - Bei 8 Ablehnungen, der Rest ist Zustimmung, damit mehrheitlich angenommen. Dann haben wir uns da durchgearbeitet. Das wird sicherlich noch manche Diskussion nach sich ziehen. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten – 19. April 2016