Einrichtung eines Kompetenzzentrums für Vorbereitungsklassen (VKL) in Karlsruhe
| Vorlage: | 2015/0770 |
|---|---|
| Art: | Antrag |
| Datum: | 22.12.2015 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Offen |
| Erwähnte Stadtteile: | Durlach |
Beratungen
- Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 26.01.2016
Rolle: Entscheidung
Ergebnis: mit Stellungnahme einverstanden
Zusätzliche Dateien
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STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ANTRAG Stadträtin Bettina Lisbach (GRÜNE) Stadträte Renate Rastätter (GRÜNE) Stadträtin Daniela Reiff (GRÜNE) Stadtrat Alexander Geiger (GRÜNE) GRÜNE-Gemeinderatsfraktion vom 17. Dezember 2015 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 20. Plenarsitzung Gemeinderat 26.01.2016 2015/0770 23 öffentlich Einrichtung eines Kompetenzzentrums für Vorbereitungsklassen (VKL) in Karlsruhe 1. Die Stadtverwaltung setzt sich dafür ein, dass künftig in Karlsruhe Vorbereitungsklassen nicht nur an Werkrealschulen, sondern auch an anderen weiterführenden Schulen, wie Realschu- len, Gemeinschaftsschulen und Gymnasien, eingerichtet werden. 2. Für dieses Ziel wird gemeinsam mit dem Staatlichen Schulamt und der Abteilung Schule und Bildung des Regierungspräsidiums eine Konzeption entwickelt. Im Rahmen dieser Konzeption soll die Schillerschule als Kompetenzzentrum die fachliche und pädagogische Zuständigkeit einschließlich des Einsatzes der bereits geschulten Lehrkräfte für diese Klassen behalten. Die bisherigen konzeptionellen Überlegungen der Schillerschule sol- len dabei berücksichtigt werden. 3. Es soll geprüft werden, welcher Schulstatus für das Kompetenzzentrum Schillerschule mög- lich ist, z. B. eine Fortführung als Werkrealschule oder ein neues Dach, etwa als „Kompetenz- zentrum für Vorbereitungsklassen (VKL) Schillerschule“. 4. Die Stadtverwaltung prüft, welche weiterführenden Schulen in Karlsruhe räumliche Kapazitä- ten für die Angliederung einer Vorbereitungsklasse haben und motiviert sind, gemeinsame Unterrichts- und AG-Angebote mit der Vorbereitungsklasse auszugestalten. Die gute Beherrschung der deutschen Sprache bildet die Grundlage für schulischen Erfolg und Integration. Flüchtlingskinder und Kinder aus Zuwandererfamilien ohne ausreichende Deutsch- kenntnisse besuchen deshalb zunächst Vorbereitungsklassen, bevor sie in die regulären Klassen integriert werden. In den letzten Jahren hat die Zahl der Vorbereitungsklassen in Karlsruhe stark zugenommen. Im Schuljahr 2015/16 wurden zwölf Vorbereitungsklassen verteilt auf neun Standorte für Kinder im Grundschulalter gebildet. Die neun Vorbereitungsklassen in der Sekundarstufe I sind auf nur drei Werkrealschulen konzentriert: Die Pestalozzischule in Durlach mit einer, die Gutenbergschule mit zwei und die Schillerschule mit sogar sechs Vorbereitungsklassen. Die Werkrealschule der Schillerschule läuft demnächst aus und hat nur noch die Klassen 8, 9 und 10. Dadurch fehlt dort für die SchülerInnen der Vorbereitungsklassen zunehmend die Mög- lichkeit zu gemeinsamen Unterrichts- und Freizeitangeboten mit gleichaltrigen Kindern und Ju- gendlichen aus regulären Klassen. Die ursprüngliche Beschränkung von Vorbereitungsklassen auf Werkrealschulen wurde durch das Land aufgehoben. Vorbereitungsklassen können nun auch an Realschulen, Gemeinschafts- schulen und Gymnasien angegliedert werden. Dies ist aus bildungs- und integrationspolitischen Sachverhalt / Begründung: Seite 2 __________________________________________________________________________________________ Gründen sinnvoll. Wir GRÜNE setzen uns deshalb dafür ein, dass auch an diesen Schularten in Karlsruhe Vorbereitungsklassen eingerichtet werden und die Stadtverwaltung gemeinsam mit dem Staatlichen Schulamt und dem RP die erforderlichen Vorbereitungen dazu trifft. Die besonderen Kompetenzen der Werkrealschulen für den Unterricht in Vorbereitungsklassen, insbesondere der Schillerschule, sollten jedoch weiter genutzt werden. Der Unterricht in den Vorbereitungsklassen ist eine sehr große Herausforderung für die Lehrkräfte: Manche Kinder kennen noch nicht einmal das Alphabet, andere bringen schon eine gute Bildung und somit gute Voraussetzungen aus ihrem Heimatland mit. Viele Kinder haben sehr belastende Erfahrun- gen gemacht, manche von ihnen sind traumatisiert. Sehr viele LehrerInnen der Schillerschule haben eine Aus- und Weiterbildung für Deutsch als Zweitsprache und Deutsch als Fremdsprache sowie weitere interkulturelle Qualifikationen er- worben. Es ist unverzichtbar, dass diese motivierten und engagierten ExpertInnen auch weiterhin in Vorbereitungsklassen eingesetzt werden. Für uns GRÜNE wäre es die beste Lösung, wenn die Schillerschule weiterhin die pädagogische und fachliche Zuständigkeit für Vorbereitungsklassen behielte, die an Realschulen, Gemein- schaftsschulen und Gymnasien eingerichtet werden. Diese Schulen haben in der Regel keine Lehrkräfte mit einer Aus- oder Weiterbildung für Deutsch als Zweit- oder Fremdsprache und würden sich möglicherweise leichter tun, mit einer Vorbereitungsklasse zu kooperieren, die durch eine erfahrene und speziell qualifizierte Lehrkraft geführt wird. Am meisten aber würden die betroffenen SchülerInnen selbst von dieser Lösung profitieren. Sie können schnell Kontakte mit gleichaltrigen deutschen MuttersprachlerInnen finden und je nach Lernentwicklungsstand unkompliziert und individuell in reguläre Klassen dieser Schule oder an einer anderen Schulform integriert werden. unterzeichnet von: Bettina Lisbach Renate Rastätter Daniela Reiff Alexander Geiger
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STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zum Antrag GRÜNE-Gemeinderatsfraktion vom: 17.12.2015 eingegangen: 17.12.2015 Gremium: 20. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 26.01.2016 2015/0770 23 öffentlich Dez. 3 Einrichtung eines Kompetenzzentrums für Vorbereitungsklassen (VKL) in Karlsruhe - Die Stadtverwaltung wird mit allen Beteiligten Gespräche führen - Finanzielle Auswirkungen des Antrages nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Haushaltsmittel (bitte auswählen) Kontierungsobjekt: (bitte auswählen) Kontenart: Ergänzende Erläuterungen: ISEK Karlsruhe 2020 - relevant nein ja Handlungsfeld: Sozialer Zusammenhalt und Bildung Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Dem Bürgermeisteramt ist es ein Anliegen, dass Vorbereitungsklassen (VKL) an allen Schularten eingerichtet werden. Auch seitens der Schulen besteht hier entsprechendes Interesse. Das The- ma wurde zum Beispiel am 30. November 2015 mit den Direktoren der Gymnasien erörtert. Die Verwaltung hat die geschäftsführenden Schulleitungen, das Staatliche Schulamt und andere Akteure für den 20. Januar 2016 zu einem ersten Gespräch mit dem Thema „Einrichtung von Vorbereitungsklassen/VABO – Klassen“ eingeladen. Die angesprochen Fragen – Vorbereitungsklassen für alle Schulformen, Gesamtkonzeption, Sta- tus der Schillerschule, Interesse der weiterführenden Schulen an VKL-Klassen – werden ein Thema dieser ersten Sitzung sein. Das Bürgermeisteramt wird in einer der nächsten Sitzungen des Schulbeirats zu der Thematik berichten.
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NIEDERSCHRIFT Stadt Karlsruhe Gremium: 20. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: 26. Januar 2016, 15:30 Uhr öffentlich Ort: Bürgersaal des Rathauses Vorsitzende/r: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 24. Punkt 23 der Tagesordnung: Einrichtung eines Kompetenzzentrums für Vorbe- reitungsklassen (VKL) in Karlsruhe Antrag der Stadträtinnen Bettina Lisbach, Renate Rastätter und Daniela Reiff, des Stadtrats Alexander Geiger (GRÜNE) sowie der GRÜNE- Gemeinderatsfraktion vom 17. Dezember 2015 Vorlage: 2015/0770 dazu: Ergänzungsantrag des Stadtrats Jürgen Wenzel (FW) vom 20. Januar 2016 Vorlage: 2016/0014 Beschluss: Zustimmung zur der Stellungnahme der Verwaltung und Weiterbehandlung im Schul- beirat Abstimmungsergebnis: keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 23 zur Behandlung auf und verweist auf die vorliegenden Stellungnahmen der Verwaltung. Stadträtin Rastätter (GRÜNE): Vorbereitungsklassen gibt es schon seit Jahrzehnten. Die sind damals eingerichtet worden, als zunehmend Arbeitskräfte aus den Mittelmeer- ländern angeworben wurden und dann die Familien nachkamen und die Kinder keine Deutschkenntnisse hatten und in den Vorbereitungsklassen auf den Übergang in die Regelklassen vorbereitet wurden. Inzwischen haben wir in Karlsruhe in diesem Schuljahr zwölf Vorbereitungsklassen an Grundschulen und neun Vorbereitungsklassen an Werkrealschulen, wobei die neun Klassen an Werkrealschulen sich auf drei Schulen konzentrieren, nämlich auf die Schil- lerschule, auf die Gutenbergschule und auf die Pestalozzischule Durlach. Die Schiller- schule hat mittlerweile im weiterführenden Schulbereich fünf Vorbereitungsklassen. Nun haben wir die Situation, dass traditionell diese Vorbereitungsklassen ausschließlich an den Hauptschulen bzw. Werkrealschulen angesiedelt wurden und damit diese Schul- - 2 - art große Integrationsleistungen vollbracht hat - das muss man hier einmal lobend er- wähnen -, indem sie immer wieder dafür sorgten, dass diese Schülerinnen und Schüler zu einem Hauptschulabschluss geführt werden konnten. Aber man muss natürlich auch dazu sagen, dass darunter auch immer sehr viele Schülerinnen und Schüler waren und auch heute noch sind, die wie unsere hiesigen Schülerinnen und Schüler auch höher- wertige Schulabschlüsse erreichen können, wenn sie ausreichend gefördert werden bzw. auch an die Schularten kommen, wo solche Abschlüsse erzielbar sind. Nun haben sich die Werkrealschulen durch ihre jahrzehntelange Förderung dieser ein- gewanderten Schülerinnen und Schüler hohe Kompetenzen erworben. Viele Lehrer ha- ben Ausbildungen in Deutsch als Zweisprache erworben, Fortbildungskurse gemacht, haben sich spezialisiert. Jetzt ist insbesondere die Schillerschule eine solche Schule, die dadurch heute schon über ein bestehendes Kompetenzzentrum verfügt. Sie hat – wie gesagt - zwei Vorbereitungsklassen im Grundschulbereich und fünf in den weiterfüh- renden Schulen. Aber das, was vorgesehen ist, dass die Kinder dann, wenn sie ausrei- chend deutsch können, in die Regelklasse überwechseln können, trifft nicht einmal mehr bei der Schillerschule zu, weil die schon ausläuft und nur noch Klasse 9 und 10 da ist, d. h. in absehbarer Zeit gibt es überhaupt keine Möglichkeit mehr, dass diese Schü- lerinnen und Schüler in Regelklassen überwechseln können bzw., was noch viel wichti- ger ist, dass sie von Anfang an Kontakt mit den hiesigen Schülerinnen und Schülern an ihrer eigenen Schule haben. Von daher ist es unser Anliegen, und wir freuen uns, dass es auch so aufgenommen wird, dass jetzt die Schillerschule auf der einen Seite Kompetenzzentrum bleiben kann - das ist uns ganz wichtig, denn diese vorhandenen Kompetenzen dürfen nicht verloren- gehen, die sind gewachsen und ausgebaut -, dass aber die anderen Schulen jetzt auch Vorbereitungsklassen aufnehmen sollen in Karlsruhe. Landessweit, das habe ich recher- chiert, gibt es sie schon an vielen Standorten in Realschulen und Gemeinschaftsschulen. Beim Gymnasium habe ich jetzt noch nichts entdeckt. Da gibt es aber mit Sicherheit auch schon welche, an denen Vorbereitungsklassen angesiedelt werden. Hier ist es sehr wünschenswert, denn Integration ist kein Thema nur für die Werkrealschulen, sondern Integration und Förderung betrifft alle Schularten, insbesondere auch deshalb, wenn wir sehen, die neuen Zahlen liegen vor, dass in Karlsruhe 57,1 % der Schüler aufs Gymnasium wechseln, 34,4 % auf die Realschule und nur noch 5,1 % der Schüler und Schülerinnen auf Werkrealschulen, d. h. wir müssen schon ab dem kommenden Schul- jahr schauen, dass wir solche Möglichkeiten bekommen hier in Karlsruhe, dass die an- deren Schularten sich öffnen. Es wird wahrscheinlich etwas einfacher, wenn Lehrkräfte aus der Schillerschule mit einer Klasse an die jeweilige Schulart gehen und dann diese Kooperation vom ersten Schultag an erfolgen kann. Da gibt es wunderbare Modelle, wie die Regelschüler dann sofort als Paten eingesetzt werden können für die Neuankömmlinge, wie sie in gemeinsamen Unterrichtsanteilen schrittweise integriert werden. Das ist auch für das soziale Lernen an den andern Schul- arten ein ganz wichtiger Faktor. Wir freuen uns, dass das positiv aufgegriffen wird und dass bereits geplant war, am 20. Januar ein Treffen mit den Schulleitern und der Schulverwaltung durchzuführen. Es - 3 - wäre schön, wenn Sie vielleicht heute schon berichten würden, Herr Bürgermeister Lenz, wie das aufgenommen wurde und was es dazu schon an ersten Ergebnissen gibt. Ich möchte aber noch auf den Ergänzungsantrag von Herrn Wenzel eingehen, der den Antrag von uns Grünen sehr schön ergänzt, noch einmal mit dem Blick darauf, dass man auch Beratungsangebote an der Schillerschule einrichten kann. Ich möchte aber an der Stelle betonen, dass wir auch die Pädagogische Hochschule, die solche Ausbildun- gen „Deutsch als Zweitsprache“ durchführt für junge Lehrkräfte, mit einbeziehen soll- ten, und auch die Volkshochschule, die die Integrationskurse durchführt. Insgesamt sehen wir das Anliegen jetzt aufgegriffen und wünschen uns, dass es zum nächsten Schuljahr schon klappt. Stadtrat Wenzel (FW): Ich mache es ganz kurz. Frau Kollegin Rastätter hat alles aufge- führt. Als wir den Antrag gesehen haben, waren wir in unseren Fachkreisen begeistert. Des- halb auch unsere volle Unterstützung. Unsere Fachfrauen und –männer haben es er- gänzt nach den Bedarfen auf der operativen Ebene. Die Stellungnahme hat uns zufrie- dengestellt. Gemeinsam sind der Antrag der Grünen und unser Ergänzungsantrag ein gutes Regelwerk, um es weiterzumachen. So sehen wir auch die Antwort auf beide An- träge. Stadtrat Hofmann (CDU): Sehr geschätzte Kollegin Rastätter, ich denke, der Antrag ist so gut, das Thema ist so gut, da hätten Sie sicherlich nicht unter Tagesordnungs- punkt 23 um kurz nach halb neun noch einmal den kompletten Antrag, den wir wirk- lich fast alle gelesen haben, aufarbeiten müssen. Er ist wirklich gut. Wir sind fast alle auch der Meinung, das Thema ist wichtig. Das müssen wir angehen. Aber wir gehen davon aus, dass wir den Antrag auch gelesen haben. Sie haben ihn schön verpackt in andern Worten gekonnt noch einmal wiedergegeben. Aber ich glaube, das muss um diese Uhrzeit nicht sein. Ich mache es noch kürzer: Wir sind natürlich auch für die Vorbereitungsklassen. Das waren wir schon immer in einer gewissen Art und Weise. Daher freuen wir uns auf die Konzeption, die in der Antwort der Verwaltung auch angesprochen wird. Wir haben uns gerade im Bereich der Vorbereitung in der deutschen Sprache immer dafür ausge- sprochen, dass die besser sein muss. Das Problem ist erkannt. Jetzt muss aufgrund der aktuellen Lage schnell nachgebessert werden. Das ist ganz klar. Inwieweit dann an der Schillerschule aufgrund ihre kompetenten Personalsituation, die durchaus vorhanden ist, auch die Zuständigkeit für andere Schulen eingerichtet wird, das muss man im Kon- zept sehen. Das müssen wir nicht machen. Ich möchte noch auf einen Satz eingehen, der in der Antwort der Verwaltung auf den Ergänzungsantrag steht, dass wirklich zu beachten ist, dass die Aufgabenverteilung zwi- schen Land und Schulträger vorgesehen ist und dass im Bereich des Unterrichts das Land die Personalkosten trägt. Auch die sollte man immer bei der ganzen Forderung mitberücksichtigen. - 4 - Ansonsten freuen wir uns auf die Ausführungen im Schulbeirat. Stadträtin Moser (SPD): Auch ich werde es etwas kürzen in Anbetracht der Uhrzeit. Wir wissen alle, dass es unbedingt für gelungene Integration notwendig ist, dass es die Vorbereitungsklassen gibt. Dass es zwölf Klassen gibt, die zum Schuljahr 2015/16 gebil- det wurden, ist sehr wichtig. Wir finden auch, dass der Vorschlag eines Kompetenzzent- rums an der Schillerschule mit der Bündelung der kompetenten Lehrkräfte sinnvoll ist. Das Gespräch, welches vorhin von Frau Rasttäter angesprochen wurde, hatte das The- ma Einrichtung von Vorbereitungsklassen/VABO. Wir möchten gerne – da schließen wir uns dem Antrag der Grünen an -, dass es sich nicht nur auf VABO beschränkt sondern auf alle weiterführenden Schularten. Wir stimmen dem Vorschlag zu, dass es im Schulbeirat weiterverfolgt wird. Stadtrat Cramer (KULT): Meine Fraktion geht bei dem Anliegen dieses Antrags mit, obwohl wir davon ausgegangen sind, dass die Verwaltung schon in diese Richtung tätig ist und im Schulbeirat gesagt wird, in welche Richtung es in den einzelnen Schulberei- chen geht. Von daher ist der Antrag richtig. Aber wir sind vor allem mit der Antwort der Verwaltung zufrieden und denken, dass es so auf den richtigen Weg gebracht wird. Stadtrat Jooß (FDP): Auch wir freuen uns über den Antrag, liebe Kollegin Rastätter. Ich kann es nicht so gut erläutern wie Sie, als ehemalige Lehrerin. Von diesem Antrag profitieren im Grunde zwei: die Schüler und vor allen Dingen auch unsere Wirtschaft. Von daher ist diese Geschichte ganz wichtig. Wir sind froh, wenn es im Schulbeirat entsprechend behandelt wird. Stadtrat Dr. Schmidt (AfD): Wir von der AfD können den Antrag mittragen, was die Einrichtung dieses Kompetenzzentrums angeht. Allerdings haben wir große Schwierig- keiten mit der Idee, dass solche Einführungsklassen auch an den Gymnasien eingerich- tet werden, weil unser dreigliedriges Schulsystem einfach anders funktioniert. Die Schü- ler werden dort, wo sie ankommen, entsprechend ihrer Kenntnisse und Fähigkeiten ge- fördert. Wenn sie dann in der Haupt- und Realschule sprachlich weitergebildet sind, können sie auf das Gymnasium wechseln und dort dem Unterricht ohne Probleme fol- gen. Es macht keinen Sinn, frisch ankommende Schüler direkt an das Gymnasium zu schicken. Warum sage ich das? Weil ich einen Bekannten habe, der genau so eine Klasse an ei- nem Gymnasium in Nordrhein-Westfalen unterrichtet. Er sagt, es ist ein Riesenproblem, weil die Kinder und Jugendlichen mit ganz verschiedenen Kenntnissen und Fähigkeiten ankommen. Es gibt sehr viele, die nach seiner Aussage wirklich nicht ins Gymnasium gehören. Die behindern die anderen, weil das Tempo sehr langsam ist. Deswegen muss man - ich freue mich auf die Beratung im Schulbeirat – vorsichtig sein, dass man nicht nachher eine Situation schafft, die Lehrer und Schüler unter zusätzlichen Stress setzt und ihnen nicht, wie es in unserem dreigliedrigen Schulsystem vorgesehen ist, die beste Förderung zu jeder Zeit zukommen lassen kann. - 5 - Der Vorsitzende: Ich bitte, das ausdrücklich noch einmal im Schulbeirat – da müssen wir nicht hier ausführen – aufzuarbeiten. In dem Moment, wo die Auswahl richtig ge- troffen ist, landen auf dem Gymnasium die, die intellektuell und/oder von den Vor- kenntnissen dort richtig platziert sind. Dann macht es Sinn, auch die Sprachförderung an diesen Schulen zu machen und sie nicht erst einmal auf der Hauptschule zu platzie- ren. Möglicherweise hat das dann bei Ihrem Kollegen nicht geklappt. Aber ich denke, das diskutieren wir jetzt nicht aus. Jetzt war die konkrete Nachfrage, was dieser Termin am 20. Januar gebracht hat. Herr Frisch (Schul- und Sportamt): Der Termin hat stattgefunden. Es waren eingela- den und anwesend seitens der Stadt das Büro für Integration, die Arbeitsförderungsbe- triebe, das Staatliche Schulamt war dabei und die geschäftsführende Schulleitung. Der Termin war sehr konstruktiv. Alle Beteiligten waren sich einig, dass hier ein dringender Handlungsbedarf besteht. Es war auch gleichzeitig zu sehen, dass eine große Offenheit aller Schularten besteht, sich um das Thema zu kümmern. Gerade das Thema Gymnasi- um, das jetzt noch einmal angesprochen wurde, war auch sehr in der Diskussion. Die Vorstellung geht jetzt dahin, dass man versucht, die Schillerschule als Kompetenz- zentrum zu nutzen, dann auch mit verschiedenen Standorten an anderen Schulen, an- deren Schularten. Besonders einleuchtend war aus meiner Sicht der Vorschlag, Schüler, die aus anderen Ländern zu uns kommen, die dann aber z. B. schon französisch können und die Befähigung fürs Gymnasium haben, dann im bilingualen Unterricht an einem Gymnasium – das wäre dann das Fichtegymnasium – in den Fachunterricht Französisch mitzunehmen. Von daher denke ich, es werden ganz verschiedene Konzepte entstehen, die wir Ihnen dann im Schulbeirat vorstellen werden. Neu war auch - das wurde deutlich bei der Besprechung -, dass an der Walter-Eucken- Schule eine weitere VABO-Klasse eingeführt wird für die Jugendlichen, die dann ab 15/16 Jahren zu uns kommen, und dass das Regierungspräsidium plant, weitere Stand- orte für VABO-Klassen zu definieren. Der Vorsitzende: Vielen Dank. Alles weitere dann im gemeinsamen Konsens in den entsprechenden Fachausschüssen und Beiräten. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten – 10. Februar 2016