Folgerungen aus KA300 - Konzept für temporäre Kunst im öffentlichen Raum

Vorlage: 2015/0675
Art: Antrag
Datum: 11.11.2015
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Offen
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 26.01.2016

    TOP: 16

    Rolle: Entscheidung

    Ergebnis: verwiesen an Kulturausschuss

Zusätzliche Dateien

  • KULT-Folgerungen aus KA300
    Extrahierter Text

    STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ANTRAG Stadtrat Lüppo Cramer (KULT) Stadtrat Dr. Eberhard Fischer (KULT) Stadtrat Uwe Lancier (KULT) KULT-Gemeinderatsfraktion vom 10. November 2015 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 20. Plenarsitzung Gemeinderat 26.01.2016 2015/0675 16 öffentlich Folgerungen aus KA300 - Konzept für temporäre Kunst im öffentlichen Raum Die Stadt Karlsruhe entwickelt in Zusammenarbeit mit dem ZKM ein Konzept für die temporäre Ausstellung von Kunstwerken im öffentlichen Raum und für die Erinnerung an solche Ausstel- lungen im Internet. Der Karlsruher Stadtgeburtstag und der Festivalsommer ka300 fanden in der Karlsruher Bevölke- rung, aber auch national und international großen Anklang und positive Resonanz. Ein beson- ders gewürdigter Teil des Festivalsommers ka300 waren die temporär ausgestellten Kunstwerke im öffentlichen Raum im Rahmen von „Die Stadt ist der Star“ (als Teil der Globale). Das Projekt in Zusammenarbeit mit dem ZKM ermöglichte auf innovative Weise einen überraschenden Blick auf die Stadt, ihre Plätze und Straßen. Zudem hatte die Aktion große Öffentlichkeitswirksamkeit: Nicht nur der Strafzettel an Erwin Wurms an der Wand des Weinbrennerhauses geparktem Kunstwerks „Truck“ fand in der inter- nationalen Presse große Beachtung. Auch die weiteren Kunstwerke, wie das über dem Markt- platz hängende Haus „Pulled by the Roots“ von Leandro Erlich erhielten national und internati- onal große Anerkennung. Vor allem aber waren die Kunstwerke für die Karlsruherinnen und Karlsruher ein spannender Teil ihres Alltags und ein Anziehungspunkt für die Gäste der Stadt. Damit die Stadt Karlsruhe auch weiterhin von diesem Effekt profitiert, ist eine Fortführung der temporären Ausstellung von Kunstwerken im öffentlichen Raum zu wünschen. Dazu bedarf es eines Konzepts. Die sehr erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem ZKM sollte bei der Erstellung des Konzepts für die temporäre Ausstellung von Kunst im öffentlichen Raum weitergeführt werden. Der Prozess wird von der Erfahrung, dem Wissen und den Kontakten des ZKM deutlich profitie- ren. Andere kulturelle Akteure aus der Stadt sollten eingebunden werden. Ein neuer Ansatz, nicht nur für Karlsruhe, wäre, wenn die Kunst nach dem Verschwinden im öffentlichen ein Echo im virtuellen Raum hinterließe (z. B. als „Augmented Reality“). Wer mit einem geeigneten Gerät (heute meist ein Smartphone) den Ort aufsucht, findet die Installation oder dessen „Schatten“ dann dort noch vor. Zum öffentlichen Raum gehören in naher Zukunft auch die unterirdischen Haltestellen Kombilö- sung. Dem modernen Gestaltungskonzept der Haltestellen steht ein temporäres Bespielen vor allem mit Licht- oder Videokunst nicht entgegen. Auch für so ein wechselndes Bespielen der zukünftigen unterirdischen Haltestellen wäre das ZKM ein kompetenter Partner. unterzeichnet von: Lüppo Cramer Dr. Eberhard Fischer Uwe Lancier Sachverhalt / Begründung:

  • Stellungnahme TOP 16
    Extrahierter Text

    STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zum Antrag KULT-Gemeinderatsfraktion vom: 10.11.2015 eingegangen: 10.11.2015 Gremium: 20. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 26.01.2016 2015/0675 16 öffentlich Dez. 2 Folgerungen aus KA300 - Konzept für temporäre Kunst im öffentlichen Raum Das Kulturkonzept Karlsruhe 2025 beinhaltet ein „Leitbild Kunst im öffentlichen Raum“, deren Handlungsempfehlungen einen Rahmen für die Realisierung auch temporärer künstlerischer Projekte im Stadtraum geben. Ein darüber hinaus gehendes Konzept für temporäre Kunst im öffentlichen Raum ist nach Überzeugung der Verwaltung nicht erforderlich. Finanzielle Auswirkungen des Antrages nein X ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Haushaltsmittel (bitte auswählen) Kontierungsobjekt: (bitte auswählen) Kontenart: Ergänzende Erläuterungen: ISEK Karlsruhe 2020 - relevant nein ja X Handlungsfeld: Kultur Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein X ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein X ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Sachverhalt/Begründung A) Die Stadt Karlsruhe hat im Jahr 1984 Richtlinien für die Beteiligung Bildender Künstler an Bau- vorhaben und an der Gestaltung des öffentlichen Raumes verabschiedet, die seither Grundlage für die künstlerischen Entscheidungen für den öffentlichen Raum sind. Die Richtlinien wurden im Jahr 2008 überarbeitet. 2011 initiierte die Verwaltung in einer breit angelegten öffentlichen Beteiligung eine Leitbilddis- kussion für Kunst im öffentlichen Raum, deren Ergebnisse in das Kulturkonzept Karlsruhe 2025 aufgenommen wurden. Das Leitbild beinhaltet folgende Handlungsempfehlungen: 1. Die Kunst im öffentlichen Raum hat sich als eigener Zweig der Bildenden Kunst sehr vielfäl- tig entwickelt und bietet neben skulpturalen Eingriffen ein großes Spektrum unterschiedli- cher Arbeitsweisen – von temporären Interventionen über partizipative Projekte bis hin zu Auslotung medialer „öffentlicher Räume“: In Zukunft zieht die Stadt bei der Beauftragung von Kunst im öffentlichen Raum das ganze Spektrum künstlerischer Praxis im öffentlichen Raum in Erwägung und bemüht sich um die Realisierung von überraschenden, irritierenden neuen künstlerischen Positionen für den öffentlichen Raum. 2. Kunst im öffentlichen Raum bezieht sich immer unmittelbar auf ihre räumliche und soziale Umgebung und ist nicht auf Plätze und Grünanlagen beschränkt: In Zukunft werden auch bisher nicht in Betracht gezogene Orte für Kunst geprüft und der für die künstlerische Idee am besten geeignete Ort gewählt. Im umgekehrten Fall wird das für den Ort am besten ge- eignete Kunstwerk entwickelt oder ausgesucht. 3. Kunst im öffentlichen Raum kann stadträumliche Veränderungen ebenso wie soziale Ent- wicklungen thematisieren und auf künstlerische Art begleiten. Diese Potenziale sollen stär- ker als bisher ausgelotet werden: In Zukunft wird die Kultur frühzeitig in soziale bzw. stadt- räumliche Vorhaben eingebunden, um am Puls der Stadt wirken zu können. 4. Kunst im öffentlichen Raum kann je nach Projekt auch ein Instrument der lokalen Künstler- förderung sein. Bei der Auswahl der Künstler und Künstlerinnen steht die Professionalität im Vordergrund, die durch Referenzen (Hochschulstudium, Empfehlungen, Referenzprojek- te usw.) belegt wird: In Zukunft werden je nach Maßnahme lokale, regionale und internati- onale Künstlerinnen und Künstler beauftragt. Die Internationalität und Vielfalt unserer Ge- sellschaft wird dabei als Chance begriffen. 5. Die Kunstkommission trägt eine besondere Verantwortung für die Realisierung von aktuel- ler Kunst im öffentlichen Raum: In Zukunft wird ihre Position gestärkt. Der Beratungsauf- trag der Kunstkommission bei der Realisierung von Kunstprojekten im öffentlichen Raum gilt verbindlich auch für Kunstprojekte in den Stadtteilen. Zu ihrer Unterstützung kann die Kunstkommission projektbezogen auf externe Fachjurys bzw. Kuratoren zurückgreifen. 6. Die Überlegungen zur Kunst im öffentlichen Raum betreffen nicht nur neu zu realisierende Projekte, sondern stellen auch die Frage nach dem Umgang mit dem Bestand und den der- zeit zwischengelagerten Kunstwerken: In Zukunft werden Strategien entwickelt, wie kon- struktiv-kritisch mit bestehenden Kunstwerken umgegangen wird. Vor dem Hintergrund dieser Handlungsempfehlungen schlägt die Verwaltung vor, ein gemein- sames Budget aus den Töpfen der „Freilandausstellung“ und der „Kunst am Bau“ zu überle- gen. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 B) Die Verwaltung hat auf der Grundlage der vorliegenden Empfehlungen im Rahmen der Europäi- schen Kulturtage 2014 das Projekt „Mémoires Perdues“ auf den Weg gebracht, ein temporäres Kunstprojekt im öffentlichen Raum, bei dem drei Künstlerinnen und Künstler verschiedener Herkunft sich mit den Spuren des 1. Weltkrieges im Karlsruher Stadtbild auseinandersetzten und diese mit Mitteln der zeitgenössischen Kunst sichtbar machten. Auch für die Europäischen Kulturtage 2016 ist ein temporäres künstlerisches Projekt im öffentlichen Raum geplant. Diese Projekte konnten bzw. können aus laufenden Haushaltsmitteln finanziert werden. In früheren Jahren hatte die Stadtmarketing Karlsruhe GmbH zu mehreren Stadtgeburtstagsfes- ten temporäre Kunstprojekte im Stadtraum in Zusammenarbeit mit der Staatlichen Hochschule für Gestaltung realisiert. Das durch das Stadtmarketing und das ZKM im Jubiläumsjahr 2015 initiierte Projekt „Die Stadt ist der Star – Kunst an der Baustelle“ fügte sich bestens in die vorstehenden Handlungsempfeh- lungen zu Kunst im öffentlichen Raum ein. Die einzelnen Interventionen beinhalteten „überra- schende, irritierende neue künstlerische Positionen für den öffentlichen Raum“ (Handlungsemp- fehlung 1), die sich in idealer Weise auf den jeweiligen Ort bezogen (Handlungsempfehlung 2) und damit „stadträumliche Veränderungen und soziale Entwicklungen thematisierten“ (Hand- lungsempfehlung 3). Dem ZKM ist es gelungen, für die künstlerische Bespielung des öffentli- chen Raumes international herausragende Künstlerinnen und Künstler zu gewinnen. „Die Stadt ist der Star“ war ein Glücksfall für Karlsruhe, der Maßstäbe für künftige künstlerische Interventionen im öffentlichen Raum setzt. Die Kunst wurde auch in der Evaluation der Maß- nahmen zum Baustellenmarketing in 2015 als sehr wirksam in Bezug auf das Image der Innen- stadt qualifiziert. 51% der Befragten sehen eine hohe oder sehr hohe Auswirkung auf die Fre- quenz in der Innenstadt, 56 % sehen einen hohen oder sehr hohen Imagegewinn. Daher ist für 2016 eine Fortsetzung des Projektes unter dem Arbeitstitel „Die Stadt ist der Star 2.0“ ange- dacht. Das Stadtmarketing und die KASIG haben sich im Rahmen ihrer Beratungen zum Koope- rationsmarketing bereits für eine Fortsetzung ausgesprochen, eine organisatorische Unterstüt- zung wurde zugesagt. Das ZKM hat bereits erste Konzeptvorschläge erarbeitet und wird diese am 19. Januar dem Marketingrat des Stadtmarketings vorstellen. Eine Realisierung kann nur unter Einbindung von Sponsoren erfolgen. C) Aus der Sicht der Verwaltung ist ein über die genannten Handlungsempfehlungen hinausge- hendes Konzept für temporäre Kunst im öffentlichen Raum in Karlsruhe nicht erforderlich. Die Handlungsempfehlungen geben einen ausreichenden Aktionsrahmen und gewähren genügend Offenheit für die Realisierung neuer temporärer künstlerischer Projekte unterschiedlicher Träger- schaft und Urheberschaft im Stadtraum. Die Stadt Karlsruhe selbst ist aufgrund der begrenzten Haushaltsmittel nur in beschränktem Maße in der Lage, derartige Projekte im öffentlichen Raum zu initiieren. Daher sind entsprechende Initiativen von dritter Seite - im Festivalsommer war dies neben dem ZKM auch die EnBW mit interaktiven Lichtinstallationen der Künstlerin Betty Rieckmann im Schlosspark - sehr willkommen, soweit sie den in den Handlungsempfehlungen zugrunde gelegten Vorgaben und Qualitätsanforderungen entsprechen und den Verfahrensab- lauf bei der Stadt Karlsruhe (Einbindung der Kunstkommission) beachten. Die Verwaltung ist bemüht, auf der Grundlage der Handlungsempfehlungen im Rahmen ihrer eigenen Möglichkei- ten und gemeinsam mit Partnern temporäre künstlerische Projekte zu initiieren sowie vermit- telnd, beratend und vernetzend zu begleiten. In wie weit sich für solche temporären künstleri- schen Bespielungen auch die zukünftigen unterirdischen Haltestellen der Kombilösung eignen, wird nach Inbetriebnahme zu entscheiden sein. Ergänzende Erläuterungen Seite 4 D) Über eine bleibende virtuelle Präsenz temporärer Kunstwerke im öffentlichen Raum ist gemein- sam mit dem ZKM und anderen Partnern nachzudenken. Für die Darstellung des Projektes „Die Stadt ist der Star“ im Internet bieten sich verschiedene Plattformen an, z. B. die Plattform „Stadtgeist“, die mittels Augmented Reality die Stadtge- schichte darstellt. Die Entscheidung über diese virtuelle Komponente wäre Teil der Konzepter- stellung 2016.

  • Protokoll TOP 16
    Extrahierter Text

    NIEDERSCHRIFT Stadt Karlsruhe Gremium: 20. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: 26. Januar 2016, 15:30 Uhr öffentlich Ort: Bürgersaal des Rathauses Vorsitzende/r: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 17. Punkt 16 der Tagesordnung: Folgerungen aus KA300 – Konzept für temporäre Kunst im öffentlichen Raum Antrag der Stadträte Lüppo Cramer, Dr. Eberhard Fischer und Uwe Lancier (KULT) sowie der KULT-Gemeinderatsfraktion vom 10. November 2015 Vorlage: 2015/0675 Beschluss: Kenntnisnahme von der Stellungnahme und Weiterbehandlung im Kulturausschuss Abstimmungsergebnis: keine Abstimmung Der Vorsitzende setzt um 18:33 Uhr die Sitzung fort, ruft Tagesordnungspunkt 16 zur Behandlung auf und verweist auf die vorliegende Stellungnahme der Verwaltung. Stadtrat Dr. Fischer (KULT): Ich freue mich immer, wenn ich direkt nach der Pause reden darf. Dann gibt es nicht so viele störende Geräusche im Saal. Ein über dem Marktplatz hängendes Haus oder ein Truck, dessen Räder gleichermaßen auf dem Boden wie an der Hausfassade des Weinbrennerhauses standen, das alles ver- anlasste im letzten Jahr viele Bürger Karlsruhes, Auswärtige oder Touristen zum Stehen bleiben und Staunen. Die Kunstwerke „Truck“ und „Pulled by the Roots“ zeigten, dass sich die Menschen gerne von temporärer Kunst im öffentlichen Raum überraschen las- sen. Meine Fraktion schlägt daher vor, im Sinne dieser Besucherinnen und Besucher der In- nenstadt, diese irritierende Form von Kunst regelmäßig und regelmäßig wechselnd in das Stadtbild zu integrieren. Nicht nur die internationale Presse fand ein Gefallen an den Kunstwerken, die Kunstwerke waren auch in vielen Gesprächen der Karlsruher wiederzufinden. Kunst hat die Kommunikation in der Stadt beflügelt. Kunst wurde zu einem Marketingfaktor für die City, wie sich mit Zahlen belegen lässt. Die KULT-Fraktion ließ sich ebenfalls von dieser Kunst begeistern. Wir wollen unseren Bürgern und Gästen nun ermöglichen, das Stadtbild auch in Zukunft aus einer anderen - 2 - Perspektive zu sehen. Denn wer findet sonst beim alltäglichen Gang zur Arbeit über den Marktplatz oder beim Einkaufsbummel schon etwas wirklich Neues, Unbekanntes. Al- lerhöchstens die Baustellen rotieren durch den öffentlichen Raum dieser Stadt. Temporäre Kunst kann, wie wir alle im Rahmen des Stadtgeburtstags feststellten, den Menschen einen Blick aus einem anderen Winkel auf die Stadt und ihre Plätze und Straßen bescheren. Etwas Kreativität und Überraschung kann dem Bild der Stadt sicher- lich nicht schaden und macht diese unsere Stadt erst wirklich lebendig. An dieser Stelle muss die Stadtgesellschaft, muss die KULT-Fraktion dem ZKM für „Die Stadt ist der Star“ als Teil der Globale noch einmal danken. Es ist für uns Kultige daher unausweich- lich, dass das ZKM auch bei einem neuen Ansatz wieder eingebunden wird, falls es das möchte. Gegebenenfalls sollten aber auch weitere kulturelle Akteure aus der Stadt in- tegriert werden. Auch eine Kooperation mit der Kunstakademie oder der Staatlichen Hochschule für Gestaltung ist aus unserer Sicht denkbar. Nach dem Verschwinden der Kunst im realen Raum sollte sie unserer Meinung nach aber immer noch in Erinnerung bleiben. Denn man kann nicht davon ausgehen, dass jedes Kunstprojekt durch die Kreativität von Politessen noch größere Aufmerksamkeit bekommt und daher von selbst in Erinnerung bleibt. Hier schlagen wir vor, eine Ausstel- lung im Internet zu eröffnen, oder dass verschwundene Kunst bzw. ihre Schatten immer noch mit Mobilgeräten aufzufinden sind, wenn man deren ursprünglichen Ort aufsucht. Übrigens: Auch die unterirdischen Haltestellen der Kombilösung werden schon bald zum öffentlichen Raum gehören. Auch hier würden wir temporäre Licht- und Video- kunst begrüßen. Denn das wäre eine moderne Gestaltung der Haltestellen und inspirie- rend für Klein wie für Groß. In der Antwort der Verwaltung zu unserem Antrag heißt es, es gebe bereits ein Leitbild Kunst im öffentlichen Raum. Daher wäre ein darüber hinausgehendes Konzept für tem- poräre Kunst im öffentlichen Raum nicht erforderlich. Missverständnis. KULT hat kein inhaltliches sondern ein organisatorisches Konzept für „Die Stadt ist der Star“, Version 2.0 gewünscht, z. B. dafür, wie man in Zeiten schmalerer Budgets eine Ausstellung fi- nanziert. Das Mitwirken von verschiedenen Sponsoren wäre natürlich zu begrüßen. Vielleicht ist es sogar Voraussetzung. Aus der zweiseitigen Stellungnahme, zu der die Verwaltung seit Einreichung des An- trags 2 ½ Monate brauchte, einschließlich einer Seite Kopie aus dem allseits bekannten Kulturkonzept der Stadt, wird klar, die Vorbereitungen zum Umsetzen zukünftiger Er- lebnisse mit Kunst im öffentlichen Raum der City laufen. Das ZKM will mitmachen – wunderbar. Bei KASIG und Stadtmarketing besteht Interesse – prima. Im Kulturkonzept der Stadt steht die Begründungsblaupause, für spannende und thematisch zum Umbau der Stadt passende Ausstellungen alles in Butter. Für meine Fraktion ist der Antrag da- mit im Wesentlichen umgesetzt. Nur über die von mir beschriebene Archivierung im virtuellen Raum über mögliche Augmented-Reality-Angebote sollten wir im Kulturausschuss noch einmal diskutieren. Ansonsten vielen Dank für die Antwort. - 3 - Stadtrat Dr. Käuflein (CDU): Ich kann mich dem letzten Wunsch des Kollegen Dr. Fi- scher gut anschließen, dass wir die Sache im Kulturausschuss noch einmal weiter erör- tern sollen. Ich habe von dem Antrag verstanden, dass die KULT-Fraktion mehr tempo- räre Kunst im öffentlichen Raum haben will. Und wenn diese Kunst nicht mehr im öf- fentlichen Raum ist, eine Archivierung, eine Zurverfügungstellung dieser ursprünglich temporären Kunstwerke auf Dauer im Internet. Dem wollen wir überhaupt nicht wider- sprechen. Das ist uns alles sehr sympathisch. Nur ein Punkt fehlt. Genau deshalb müssen wir es vertieft behandeln. Wir haben vorhin über Haushaltskonsolidierung gesprochen. Das alles wird nicht zum Nulltarif zu haben sein. Insofern muss die finanzielle Dimension, die das Ganze hat, einfach näher beleuch- tet werden. Insofern bitte ich darum, dass wir es im Kulturausschuss noch einmal weiter erörtern. Aber von der Sache her kein Widerspruch meiner Fraktion, sondern große Sympathie, mit der Einschränkung Hinweis auf die Finanzen. Stadträtin Ernemann (SPD): Auch wir haben im Grunde genommen kein Problem mit dem Antrag der KULT-Fraktion. Die Stadt ist der Star, ein ohne Zweifel gelungenes Pro- jekt als Teil der Globale im Rahmen unseres Stadtgeburtstags, das national und interna- tional für großes Aufsehen und Ansehen gesorgt hat. Uns freut es auch, dass eine Fort- setzung unter „Die Stadt ist der Star 2.0“ durch eine Kooperation von Stadtmarketing, KASIG und ZKM angedacht ist, und dass das ZKM dazu schon Konzeptvorschläge erar- beitet und unterbreitet hat. Ich frage mich aber doch, wozu ein weiteres neues Konzept? So habe ich den Antrag der KULT-Fraktion verstanden. Wir haben das Kulturkonzept 2025 erarbeitet und be- schlossen. Ich habe keinen Zweifel an der Umsetzung. In diesem Kulturkonzept – die Antwort der Verwaltung legt es noch einmal ganz deutlich dar, es ist eine klare Aussage – sind alle Möglichkeiten der Kunst im öffentlichen Raum, sowohl temporär als auch dauerhaft, festgehalten. Ich habe keinen Zweifel, dass dieses tolle Konzept auch im Lau- fe der Jahre – 2025, so heißt dieses Konzept – umgesetzt wird. Was für mich aber durchaus interessant ist, das war mir bisher nicht bekannt, war der Vorschlag der Verwaltung, aus den beiden Töpfen der Freilandausstellung und Kunst am Bau ein gemeinsames Budget zu bilden. Der Vorschlag macht durchaus Sinn, ist überlegenswert, hat auch einen gewissen Charme und Charakter. Ich schließe mich der letzten Aussage des Kollegen Dr. Käuflein an. Lassen wir uns das im Kulturausschuss oder in der Kunstkommission noch einmal im Detail vorstellen. Im Großen und Ganzen können wir da an einem Strang ziehen. Stadträtin Reiff (GRÜNE): Kunst und Kultur im öffentlichen Raum macht sie für Bür- gerinnen und Bürger direkt erlebbar. Daher ist genau dieser Punkt sehr wichtig. Wie viel Spaß es macht, haben alle Bürgerinnen und Bürger von Karlsruhe während des gesam- ten Sommers gesehen, wo an vielen verschiedenen Plätzen viele verschiedene Aktionen stattgefunden haben, u. a. „Die Stadt ist der Star“. Die Zusammenarbeit verschiedener Akteure erachten wir als sehr wünschenswert, diese fortzusetzen, damit es lebendig bleiben kann. - 4 - Damit Kunst und Kultur dauerhaft im Nachgang – ob als Schatten oder wie auch immer – in Erinnerung bleiben kann, ist das Internet genau die richtige Plattform. National, international wird seit vielen Jahren, und in den nächsten Jahren wird das immer wich- tiger, unsere Erinnerungskultur digital bereitgestellt und noch viel stärker bereitgestellt werden. Deshalb ist, Kunst vom öffentlichen Raum in den digitalen Raum zu überführen, eine sehr sinnvolle und auch langfristig angelegte Sache, die einfach immer wichtiger wer- den wird. Wir stimmen der Verwaltung zu, bedanken uns aber für den Antrag, weil hier genau das diskutiert werden kann, und möchten, wie die Vorredner auch schon angemerkt haben, das gerne im Kulturausschuss weiter fortsetzen, wobei wir die Handlungsemp- fehlung, die schon bisher im Kulturkonzept 2025 angeregt wurde, aufgrund der finan- ziellen Schwierigkeiten erst einmal als genügend ansehen werden. Stadtrat Høyem (FDP): Meine drei Vorredner haben sehr gut geredet. Ich freue mich wie meine drei Vorredner. Stadtrat Mossuto (GfK): Man könnte den Eindruck gewinnen, dass in der Vergan- genheit vom Festivalsommer im öffentlichen Raum kulturell wenig geschehen ist. Das ist nicht der Fall. Wir begrüßen die umfangreiche Stellungnahme der Verwaltung zum be- antragten Konzept für temporäre Kunst im öffentlichen Raum. Wir begrüßen den Um- fang und die vertiefenden Details. Gerade während des Karlsruher Stadtgeburtstags war die Kreativität und die Leistungs- bereitschaft der Bevölkerung beispielhaft und verdient unsere volle Anerkennung und Lob. Die freie Entfaltung der Fantasie und der Tatendrang einzelner Personen und Gruppen darf nicht durch ein Konzept von oben eingeschränkt werden. Es gilt weiter- hin, Initiativen von Dritten weiter zu beraten, zu vernetzen und zu begleiten. Ich schließe mich meinen Vorrednern an, wenn es darum geht, im Kulturausschuss wei- ter darüber zu sprechen. Aber in Zeiten der Haushaltsstabilisierung sollen wir uns vor der Auswertung über die Sparmaßnahmen von neuen Projekten zurückhalten. Daher lehnen wir den Antrag ab. Der Vorsitzende: Ich möchte noch einmal darauf hinweisen, dass – von Ihnen so ak- zeptiert – eine Fortsetzung des Projektes für dieses Jahr gedacht ist, was aber ohne Sponsorenmittel nicht funktionieren wird. Denn wir haben hierfür keine eigenen Bud- gets eingestellt. Insbesondere die Thematik „Augmented Realtiy“ wollten Sie noch ein- mal im Kulturausschuss diskutieren. So gesehen steht der Verweisung jetzt nichts im Wege. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 5. Februar 2016