Aufnahme der Grabstätten von Herrn Leopold Hauck, Bergfriedhof Durlach und Frau Clara Siebert, Hauptfriedhof in das Verzeichnis der Ehrengräber

Vorlage: 2015/0661
Art: Beschlussvorlage
Datum: 05.11.2015
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Friedhofs- und Bestattungsamt
Erwähnte Stadtteile: Durlach, Grötzingen

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 15.12.2015

    TOP: 22

    Rolle: Entscheidung

    Ergebnis: einstimmig zugestimmt

Zusätzliche Dateien

  • GR Grabstätten
    Extrahierter Text

    BESCHLUSSVORLAGE STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister Gremium: 19. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 15.12.2015 2015/0661 22 öffentlich Dez. 5 Aufnahme der Grabstätte von Herrn Leopold Hauck, Bergfriedhof Durlach und Frau Clara Siebert, Hauptfriedhof in das Verzeichnis der Ehrengräber in das Verzeichnis der Ehrengräber Beratungsfolge dieser Vorlage am TOP ö nö Ergebnis Ausschuss für öffentliche Ein- richtungen 02.12.2015 6 vorberaten Hauptausschuss 08.12.2015 19 vorberaten Gemeinderat 15.12.2015 22 genehmigt Antrag an den Gemeinderat / Ausschuss Die Grabstätten von a) Leopold Hauck, Hauptweg 20/21, Nr. 25/26, Bergfriedhof Durlach b) Clara Siebert, Hauptweg 15, Nr. 3 b, Hauptfriedhof werden aufgrund der Verdienste der darin bestatteten Personen als erhaltungswürdig erklärt. Die Stadt Karlsruhe übernimmt zunächst auf die Dauer von 10 Jahren die Kosten für die gärtne- rische Unterhaltung und Pflege dieser Grabstätten. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) 6.560,00 € Für 10 Jahre Ja 656,00 € Haushaltsmittel stehen nicht zur Verfügung Kontierungsobjekt: PSP-Element: 1.690.55.30.03.03 Kontenart: Kontengruppe 40 bis 98 Ergänzende Erläuterungen: Für 2015 und 2016 stehen Haushaltsmittel im Doppelhaushalt zur Verfügung ISEK Karlsruhe 2020 - relevant nein ja Handlungsfeld: (bitte auswählen) Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Die Übernahme der Nutzungsrechtsgebühren und die gärtnerische Betreuung der Grab- stätten von herausragenden Persönlichkeiten setzen voraus, dass diese in einem ge- meinderätlichen Verfahren als erhaltungswürdig angesehen werden und das Grabnut- zungsrecht von den Nutzungsberechtigten aufgegeben bzw. nicht mehr verlängert wird. Die nachfolgend genannten Verstorbenen haben sich bleibende Verdienste für Karlsru- he erworben. Würdigungen des Stadtarchivs: a) Leopold Hauck geboren 29.10.1870 gestorben 18.09.1922 Leopold Hauck besuchte die Baugewerkeschule (heute Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft) sowie die technische Wiesenbauschule in Karlsruhe. Seit 1894 war er in den Diensten der Stadt Karlsruhe bei der Kulturinspektion, Was- ser- und Straßenbauamt. Von dort aus betreute er bereits 1896/97 den Neubau der Wasserleitung und des Wasserwerks in der Pfinztalstraße 1 in Durlach. Nicht zuletzt aufgrund dieser Tätigkeiten bekam er 1897 die Stelle des Stadtbaumeis- ters für Tiefbau in Durlach. Zu den großen in seiner Amtszeit realisierten und für die Stadtentwicklung Dur- lachs bedeutsamen Projekten gehörten u. a.: - Städtisches Wasserwerk Durlach - Fassung der Lußbrunnenquelle - Bau der Badeanstalt (1906/1907), heute Turmbergbad - Dürrbach-Korrektion - Verlegung der Wasser- und Gasleitungen nach Aue und Grötzingen - Verlegung der Kanalisation in Durlach - Stadterweiterung Durlachs - Herstellung diverser Straßen in Durlach Verdienste erwarb er sich auch um das Pfinzgaumuseum, dem er die bei den Bauarbeiten entdeckten historischen Funde für die Museumssammlung zukom- men ließ. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 b) Clara Siebert geboren 02.08.1873 gestorben 23.03.1963 Die 1873 in Schliengen geborenen Clara Siebert lebte von 1907 bis zu ihrem Tod 1963 in Karlsruhe. Hier war sie Mitbegründerin des ersten badischen Zweigver- eins des Katholischen Deutschen Frauenbundes. Vorsitzende des Landesaus- schusses wurde sie 1920. Auf kommunaler Ebene erwarb sie sich seit 1911 Ver- dienste als Mitglied der Karlsruher Krankenhauskommission und von 1917-1919 als Kriegsamtsreferentin. Politisch war sie für die katholische Zentrumspartei tätig. Als Frauen 1919 erst- mals das passive und das aktive Wahlrecht erhielten, wurde sie für Karlsruhe in den badischen Landtag gewählt, dem sie bis 1933 angehörte. 1932/33 war sie außerdem Mitglied des Reichstages und die einzige direkt gewählte Reichstags- abgeordnete aus Baden. In ihrer christlich-konservativ geprägten politischen Arbeit engagierte sie sich für Frauen, Kinder und Arme sowie für die Friedensarbeit. Dafür war sie auch im Reichsvorstand des Friedensbundes deutscher Katholiken aktiv. Während des Dritten Reichs musste sie ihre politischen Aktivitäten einstellen. Nach dem Attentatsversuch auf Hitler vom 20. Juli 1944 wurde sie mehrere Tage inhaftiert. Sie konzentrierte sich deshalb auf karitative und schriftstellerische Tä- tigkeiten, die sie bis zu ihrem Lebensende weiterführte. Clara Siebert gehört zu den ersten deutschen Politikerinnen in einem Landtag, da in Baden 1919 vor den anderen Ländern des Deutschen Reiches gewählt wurde. Sie steht damit auch für die Emanzipation der Frauen und hat aufgrund ihres langjährigen sozialen Engagements in Karlsruhe große Bedeutung für die Ge- schichte der Stadt Karlsruhe und die Landesgeschichte. Aufgrund der Würdigungen des Stadtarchivs für beide Persönlichkeiten, die das Le- benswerk beschreiben, schlägt die Verwaltung vor, die bleibenden Verdienste anzuer- kennen und für die nächsten zehn Jahre das Nutzungsrecht und die Grabpflege zu übernehmen. Es entstehen Kosten von jährlich 394 Euro für die Grabstätte Leopold Hauck und 262 Euro für die Grabstätte Clara Siebert. Für zehn Jahre belaufen sich die Gesamtkosten auf 6.560 Euro. Die notwendigen Haushaltsmittel für die Haushaltsjahre 2015 und 2016 stehen im Doppelhaushalt zur Verfügung. Ergänzende Erläuterungen Seite 4 Beschluss: Antrag an den Gemeinderat Nach Vorberatung im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen und im Hauptausschuss werden die Grabstätten von a) Leopold Hauck, Hauptweg 20/21, Nr. 25/26, Bergfriedhof Durlach b) Clara Siebert, Hauptweg 15, Nr. 3 b, Hauptfriedhof aufgrund der Verdienste der darin bestatteten Personen als erhaltungswürdig erklärt. Die Stadt Karlsruhe übernimmt zunächst auf die Dauer von 10 Jahren die Kosten für die gärtnerische Un- terhaltung und Pflege dieser Grabstätten. Hauptamt – Ratsangelegenheiten – 4. Dezember 2015

  • Protokoll TOP 22
    Extrahierter Text

    NIEDERSCHRIFT Stadt Karlsruhe Gremium: 19. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: 15. Dezember 2015, 15:30 Uhr Öffentlich Ort: Bürgersaal des Rathauses Vorsitzende/r: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 23. Punkt 22 der Tagesordnung: Aufnahme der Grabstätten von Herrn Leopold Hauck, Bergfriedhof Durlach und Frau Clara Siebert, Hauptfriedhof, in das Ver- zeichnis der Ehrengräber Vorlage: 2015/0661 Beschluss: Nach Vorberatung im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen und im Hauptausschuss werden die Grabstätten von a) Leopold Hauck, Hauptweg 20/21, Nr. 25/26, Bergfriedhof Durlach b) Clara Siebert, Hauptweg 15, Nr. 3, Hauptfriedhof aufgrund der Verdienste der darin bestatteten Personen als erhaltungswürdig erklärt. Die Stadt Karlsruhe übernimmt zunächst auf die Dauer von 10 Jahren die Kosten für die gärtnerische Unterhaltung und Pflege dieser Grabstätten. Abstimmungsergebnis: einstimmige Zustimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 22 zur Behandlung auf, verweist auf die erfolgte Vorberatung im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen und im Hauptaus- schuss und stellt die Abstimmungsbereitschaft des Hauses fest: Ich sehe nur gelbe Karten. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 13. Januar 2016