Evaluationsbericht zum Festivalsommer KA 300

Vorlage: 2015/0658
Art: Beschlussvorlage
Datum: 11.11.2015
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Amt für Stadtentwicklung
Erwähnte Stadtteile: Beiertheim-Bulach, Daxlanden, Durlach, Grötzingen, Grünwettersbach, Grünwinkel, Hagsfeld, Hohenwettersbach, Innenstadt-Ost, Innenstadt-West, Knielingen, Mühlburg, Neureut, Nordstadt, Nordweststadt, Oberreut, Oststadt, Palmbach, Rintheim, Rüppurr, Stupferich, Südstadt, Südweststadt, Waldstadt, Weiherfeld-Dammerstock, Weststadt, Wolfartsweier

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 08.12.2015

    TOP: 1

    Rolle: Kenntnisnahme

    Ergebnis: Kenntnisnahme

Zusätzliche Dateien

  • Heft Evaluationsbericht_Festivalsommer KA300
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Amt für Stadtentwicklung EVALUATIONSBERICHT STADTGEBURTSTAG KARLSRUHE 2015 Beiträge zur Stadtentwicklung Nr. 47 2 | EVALUATIONSBERICHT | STADTGEBURTSTAG KARLSRUHE 2015 www.karlsruhe.de AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 3 Die Feierlichkeiten zum 300.Geburtstag der Stadt Karlsruhe sind vorüber. Der richtige Zeitpunkt, um mit ein wenig Abstand den Festivalsommer noch einmal Revue passieren zu lassen. Großes hatten wir uns vorgenommen. Mit den Geburtstagsfeierlichkeiten wollten wir nicht nur Karlsruhes Image in Deutschland verändern und zeigen, dass wir eine junge, moderne und zukunftsorientierte Stadt sind. Wir wollten gleichzeitig auch den Zusammenhalt in der Stadt, die Gemeinschaft und auch den Stolz auf die eigene Heimat stärken. Nach 101 Tagen Stadtgeburtstag können wir guten Gewissens sagen, dass uns beides gelungen ist. Es war ein wahrlich traumhafter Festivalsommer. Alles begann mit einer beeindruckenden Eröffnungsshow vor dem Schloss und endete mit einer nicht minder beeindruckenden Licht- und Klanginstallation im Schlossgarten. Dazwischen lagen über 500 Veranstaltungen, viel Anerkennung der Karlsruher Bürgerinnen und Bürger sowie wahre Lobeshymnen in den nationalen wie internationalen Medien. „Einer Großstadt würdig“, „Boomtown Karlsruhe“, „einfach toll“, „gigantisch“ – so konnte man vielfach lesen und hören. Auch die großartige Zahl von weit über eine Million Besucherinnen und Besucher, darunter sehr viele nationale und internationale Gäste, spricht für sich und hat alle zuvor gehegten Erwartungen übertroffen. Die Liste des Erreichten könnte problemlos um viele weitere Punkte ergänzt werden: 11.000-fache Erwähnungen allein in Print- und Onlinemedien, mehr als 10.000 Karlsruherinnen und Karlsruher, die ihren Geburtstag aktiv mitgestalteten, der Pavillon als zentraler Veranstaltungsort und architektonisches Glanzlicht, kulturelle Weltpremieren, Einträge ins Guinness-Buch der Rekorde, das neue Volunteer-Programm, zahlreiche Anstöße für Neues, der erste klimafaire Stadtgeburtstag Deutschlands und vieles mehr. Die Karlsruherinnen und Karlsruher, egal ob alteingesessen oder gerade neu hinzu- gekommen, haben in diesem Jahr gezeigt, was in ihnen steckt, welche Talente und Fähigkeiten sie haben und wie groß ihr Engagement, ihre Kreativität und auch ihre Lebensfreude sind. Sie waren der Star des Stadtgeburtstags und KA300 war ihre Bühne. Von der Aufbruchsstimmung, dem Wir-Gefühl, den zahlreichen neuen Kooperationen, den Gemeinschaftserlebnissen und dem frischen Image wird Karlsruhe auch nach dem Geburtstagsjahr noch lange profi tieren. Dr. Frank Mentrup Oberbürgermeister VORWORT 4 | EVALUATIONSBERICHT | STADTGEBURTSTAG KARLSRUHE 2015 IMPRESSUM Stadt Karlsruhe Amt für Stadtentwicklung Zähringerstraße 61 76133 Karlsruhe Leiterin: Dr. Edith Wiegelmann-Uhlig Bereich: Stadtentwicklung Otto Mansdörfer Bearbeitung: KA300-Team | Stadtmarketing Karlsruhe Gesamtleitung: Martin Wacker Cathrin Batzner Sascha Binoth Manuel Brenneisen Natalie Jacob Norbert Käthler Dr. Oliver Langewitz Franziska Pfaff Markus Pommerening Sebastian Schneider Hendrikje Schwarze Anna Weißhaar Daniel Wensauer-Sieber, Das Ziel führt zum Weg Amt für Stadtentwicklung Benedikt Dierßen Ilona Forro Daniel Götz Andrea Hammer Otto Mansdörfer Willi Pradl Andrea Rosemeier Juliane Schaber Alexander Süß Karlsruhe Tourismus GmbH Stefan Theysohn Layout: Stefanie Groß Telefon: 0721 133-1220 Fax: 0721 133-1209 E-Mail: stadtentwicklung@afsta.karlsruhe.de Internet: www.karlsruhe.de/stadtentwicklung Bildnachweise: © Stadtmarketing Karlsruhe GmbH | KA300 ARTIS, Uli Deck (Titelfoto, Seite 37, 42) Manuel Brenneisen (Seite 41) Markus Buck (Seite 7) FugeFoto, Robert Fuge (Seite 22, 34) Bernd Hentschel (Seite 62) Michael Kneffel (Seite 2/3, 15, 21, 33, 52, 59) Ralph Larmann (Seite 8) ONUK (Seite 8, 25, 49, 51, 56) Jürgen Rösner (Seite 29, 54, 55) Stand: Oktober 2015 Gedruckt in der Rathausdruckerei auf 100 Prozent Recyclingpapier © Stadt Karlsruhe AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 5 www.karlsruhe.de INHALT Seite VORWORT | OBERBÜRGERMEISTER DR. FRANK MENTRUP 3 1. ZUSAMMENFASSUNG UND METHODIK 6 2. DER STADTGEBURTSTAG IN ZAHLEN 8 2.1 Überblick über das Programm 8 2.2 Tourismus im Festivalsommer 11 2.3 Frequentierung von Veranstaltungen und kulturellen Einrichtungen im Festivalsommer 18 2.4 Das Volunteer-Programm 29 3. PRESSERESONANZ 30 4. DER FESTIVALSOMMER AUS SICHT DER GÄSTE 34 4.1 Der Stadtgeburtstag im Bewusstsein der Karlsruher 34 4.1.1 Erwartungen, Informationswege und Bewertungen 34 4.1.2 Zuspruch zu Veranstaltungen des Stadtgeburtstags 38 4.1.3 Mitwirkung, Einschätzungen und Highlights des Stadtgeburtstags 42 4.2 Besucherresonanz bei den Schlosslichtspielen 46 5. SPONSORING UND PARTNERSCHAFTEN 52 6. KOSTEN UND WIRTSCHAFTLICHE AUSWIRKUNGEN 56 6.1 Kosten 56 6.2 Auswirkungen des Festivalsommers auf Innenstadthandel, Dienstleister, Gastronomie und Hotellerie 58 6.3 Ökonomische Wirkungen des Stadtgeburtstags aus touristischer Perspektive 62 7. STADTGEBURTSTAG KA300 – PROJEKTBETEILIGTE 63 6 | EVALUATIONSBERICHT | STADTGEBURTSTAG KARLSRUHE 2015 1. ZUSAMMENFASSUNG UND METHODIK ZUSAMMENFASSUNG Ein Überblick über das Programm des Stadtgeburtstags KA300 zeigt, dass insgesamt weit über 500 Veranstaltungen rund um den 300. Geburtstag der Fächerstadt durchgeführt wurden. Diese wurden von mehr als 1,3 Millionen Besucherinnen und Besuchern frequentiert. Der Großteil der KA300-Veranstaltungen fand während des Festivalsommers statt, der von zwei Großveranstaltungen – dem viertägigen Eröffnungsfestival vom 17. bis zum 20. Juni und dem „Ausklang“ am 26. September – eingerahmt wurde. Neben der zeitlichen Konzentration auf den Festivalsommer sah das Konzept des Stadtgeburtstags KA300 auch eine räumliche Konzentration auf das Schlossareal und damit den „Geburtsort“ der Stadt vor. Diese wurde vor allem durch den temporären Pavillon im Schlossgarten sowie die Schlosslichtspiele erreicht. Darüber hinaus sorgten hunderte dezentrale Programmpunkte, wie die Stadtteilprojekte, die Ideenwettbewerbsprojekte oder die Kunst an der Baustelle für eine umfassende Bespielung des gesamten städtischen Raums durch den Stadtgeburtstag. Die Ankunfts- und Übernachtungszahlen der Karlsruher Beherbergungsbetriebe haben während des Festivalsommers im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum mit Steigerungsraten von 6,2 % beziehungsweise 5,5 % deutlich zugenommen. Bei einer Gästebefragung in Karlsruher Beherbergungsbetrieben gab etwa ein Viertel (24 %) der zwischen Juni und September 2015 Befragten an, dass sie an den Festivitäten des Karlsruher Stadtgeburtstags teilnehmen wollen oder bereits Veranstaltungen besucht haben. Mit insgesamt 395.000 Zuschauerinnen und Zuschauern waren die Schlosslichtspiele der Publikumsmagnet des Stadtgeburtstags. Zu den 246 Veranstaltungen in und um den Pavillon zum Stadtgeburtstag kamen rund 283.000 Besucherinnen und Besucher – das Wissenschaftsfestival EFFEKTE mit 100.000 Personen und die Ausklangveranstaltung mit 60.000 Personen eingerechnet. Etwa 186.000 Menschen besichtigten die vier Ausstellungen der großen Karlsruher Museen, die Teil des KA300-Programms waren. Knapp 80.000 Besucherinnen und Besucher konnten bei weiteren Kunst-, Kultur- und Musikveranstaltungen registriert werden. Insgesamt konnten über 24.000 Sportbegeisterte gezählt werden, die sich beim Frühsport, bei der Landesgymnaestrada und anderen sportlichen Veranstaltungen körperlich ertüchtigten. Bei sonstigen Veranstaltungen im Rahmen des Stadtgeburtstags 2015 wurden weitere 40.000 Besucherinnen und Besucher registriert. Insgesamt haben 293 Volunteers an einem oder mehreren Einsätzen teilgenommen. Die Volunteers des Stadtgeburtstags erbrachten eine Gesamtleistung von 887 Einsätzen, was einer Einsatzzeit von 7.681 Arbeitsstunden entspricht. Vom 1. Januar 2014 bis zum 13. Oktober 2015 wurden insgesamt 10.933 Print- und Onlinebeiträge in nationalen und internationalen Medien über den Stadtgeburtstag Karlsruhe 2015 dokumentiert. Der ungewichtete Anzeigenäquivalenzwert erreichte insgesamt 28,1 Millionen Euro. Neun von zehn dokumentierten nationalen Beiträgen (90 %) stammen von baden- württembergischen Medien. Die großen Themen des Stadtgeburtstags, die zu einem besonderen Interesse bei der Presse führten, waren die Schlosslichtspiele, die KA300- Eröffnungsshow und die vier Ausstellungen der großen Karlsruher Museen. Insgesamt 53 Partner und Sponsoren haben KA300 unterstützt. Die Sponsoren-Pyramide war in die Kategorien Premium-, Haupt-, Business-Sponsor und Freund aufgeteilt, die später noch durch den Offi ziellen Ausrüster, Freund Plus und Gastronomie-Partner ergänzt wurden. Die beiden Premium-Sponsoren Sparda-Bank Baden-Württemberg eG und EnBW Energie Baden-Württemberg AG leisteten die größten Beiträge zur Sponsoring-Summe von insgesamt 3,75 Millionen Euro. Zentrale Gegenleistung bei den Sponsoring-Vereinbarungen war das Verbinden des Unternehmens mit dem Stadtgeburtstag. Die Hochrechnung vier Wochen nach Ende des Festivalsommers geht von einem Gesamtausgabevolumen von 15.715.000 Euro plus Mehrwertsteuer aus. Das Barbudget betrug netto 14.580.000 Euro. Außerdem kamen Sachleistungen der Sponsoren und Partner im Wert von 1.135.000 Euro hinzu. Von insgesamt 153 befragten Unternehmen aus der gesamten Karlsruher Innenstadt gaben 13,4 % an, dass der Festivalsommer ihren Umsatz positiv beeinfl usst hat. Etwa zwei Drittel (64 %) der befragten Unternehmen bestätigten, dass die Veranstaltungen des Stadtgeburtstags insgesamt zu einer höheren Kundenfrequenz in der Innenstadt beigetragen haben. Aus touristischer Perspektive ergeben sich mit dem Stadtgeburtstag verbundene Ausgabenvolumina von 22,2 Millionen Euro für Tagesausfl ügler und von 5,4 Millionen Euro für Übernachtungsgäste von außerhalb Karlsruhes. Auf Basis dieser Schätzung ist also von einem allein durch den Tourismus induzierten Ausgabenvolumen von 27,6 Millionen Euro auszugehen. AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 7 www.karlsruhe.de METHODIK Der Evaluationsbericht zum Stadtgeburtstag beruht auf unterschiedlichsten Datenquellen und Erhebungsmethoden. Diese werden im Folgenden kapitelweise dargestellt. Kapitel 2 – der Stadtgeburtstag in Zahlen – basiert auf Erhebungen des KA300-Teams und des Amts für Stadtentwicklung. Besucherzahlen einzelner Veranstaltungen wurden durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von KA300 erfasst. Ergänzt wurden diese Zahlen durch Abfragen bei Veranstaltern, die sowohl vom Amt für Stadtentwicklung als auch von KA300 durchgeführt wurden. Die Entwicklung von Gästeankünften und Gästeübernachtungen im Zeitraum des Stadtgeburtstags wurde vom Amt für Stadtentwicklung auf Basis der Beherbergungsstatistik ausgewertet. Ergänzt wird die Beherbergungsstatistik durch eine Sonderauswertung der Gästebefragung Karlsruhe 2015 durch das Amt für Stadtentwicklung. Hierzu wurde über den Festivalsommer in die Gästebefragung – die primär dazu dient Reisemotive und Rahmenbedingungen von Reisen zu erheben – eine Sonderfrage zum Stadtgeburtstag aufgenommen. Die in Kapitel 3 dargestellte Presseresonanz fußt auf Auswertungen des PR-Dienstleisters Pressrelations. In diesen Auswertungen sind ausschließlich Print- und Onlinebeiträge erfasst. Die Ausführungen zum Festivalsommer aus Sicht der Gäste in Kapitel 4 basieren auf insgesamt drei Umfragen des Amts für Stadtentwicklung: Bürgerumfrage 2015 „Grün in der Stadt“, Umfrage „Stadtgeburtstag 2015“ und Umfrage „Schlosslichtspiele 2015“. Bei der repräsentativen Bürgerumfrage 2015 „Grün in der Stadt“, die mittels telefonischer Interviews im Stadtgebiet Karlsruhe im Zeitraum vom 15. April 2015 bis zum 15. Mai 2015 durchgeführt wurde, wurden den insgesamt 2.003 Befragten vier Fragen zum bevorstehenden Festivalsommer gestellt. Diese hatten zum Ziel, insbesondere die Erwartungshaltung in der Bevölkerung abzubilden. Direkt im Nachgang zum Festivalsommer wurde eine repräsentative Telefonumfrage – Quotierung nach Stadtteil, Alter, Geschlecht – zur Evaluation des Stadtgeburtstags unter 1.503 Karlsruherinnen und Karlsruhern durchgeführt. Ihre Eindrücke der Schlosslichtspiele konnten Besucherinnen und Besucher im Rahmen einer gesonderten Umfrage im August wiedergeben. Bei den Schlosslichtspielen am 22. August 2015 wurden 538 zufällig ausgewählte Personen persönlich interviewt. Kapitel 5, Sponsoren und Partnerschaften, basiert auf Angaben des KA300-Teams. Die Angaben in Kapitel 6 – Kosten und wirtschaftliche Auswirkungen – stammen aus unterschiedlichen Quellen. Informationen zu den Kosten des Stadtgeburtstags sind vom KA300-Team. Die Analysen zu Auswirkungen des Festivalsommers auf Innenstadthandel, Dienstleister, Gastronomie und Hotellerie basieren auf einer durch das Kooperationsmarketing beauftragten Evaluation, an der sich im Zeitraum von September bis Oktober 2015 insgesamt 153 Unternehmen aus der gesamten Innenstadt beteiligt haben. Die Berechnung der ökonomischen Auswirkungen des Stadtgeburtstags aus touristischer Perspektive basieren auf fortgeschriebenen Zahlen der dwif-Studie „Wirtschaftsfaktor Tourismus in der Stadt Karlsruhe“ (2010) und den Umfrageergebnissen zu den Schlosslichtspielen aus Kapitel 4. 8 | EVALUATIONSBERICHT | STADTGEBURTSTAG KARLSRUHE 2015 2. DER STADTGEBURTSTAG IN ZAHLEN 2.1 ÜBERBLICK ÜBER DAS PROGRAMM Ein ganzes Jahr Geburtstag feiern – was sich so manches Kind wünscht, wurde 2015 in Karlsruhe Wirklichkeit. Weit über 500 Veranstaltungen standen in diesem Jahr auf dem Programm des 300. Stadtgeburtstags (Abbildung 2.01). Den Auftakt machte gleich im Januar eine Eisschnitz- Aktion auf der „Stadtwerke Eiszeit“, bei der ein frostiges KA300-Logo entstand. Es folgten Auftritte Karlsruhes auf der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in Berlin und bei Events in der Region, erste Stadtteilprojekte und größere Kulturveranstaltungen, wie zum Beispiel das Kulturfestival „Schwein gehabt!“, das anlässlich des Stadtgeburtstags um einen Tag verlängert wurde. Auch die beiden Großen Landesausstellungen im Badischen Landesmuseum und in der Staatlichen Kunsthalle starteten bereits vor der offi ziellen KA300-Eröffnung. Der Großteil der KA300-Veranstaltungen fand jedoch während des so genannten Festivalsommers statt. Eingerahmt wurde dieser von zwei Großveranstaltungen: Dem viertägigen Eröffnungsfestival vom 17. bis zum 20. Juni und dem „Ausklang“ im Schlossgarten am 26. September. Für die große Eröffnungsshow konnten alle 40.000 Tickets für einen symbolischen Preis von 300 Cent pro Karte verkauft werden. Und auch nach 15 Wochen Festivalsommer war die Begeisterung der Bevölkerung noch so groß, dass 60.000 Besucherinnen und Besucher den magisch verwandelten Schlossgarten beim „Ausklang“ sehen wollten. Ein klares Zeichen dafür, dass es gelungen ist, die Menschen den Sommer über für den Stadtgeburtstag zu begeistern und ein Gemeinschaftserlebnis zu schaffen, bei dem jeder dabei sein möchte. Auch Karlsruher Großveranstaltungen, die traditionell in den Sommermonaten stattfi nden, wurden in den Festivalsommer integriert, darunter zum Beispiel die KAMUNA, das Zeltival oder der Baden-Marathon. Die Einbindung erfolgte dabei über eine gegenseitige Bewerbung, die Verknüpfung dieser Veranstaltungen mit dem Pavillonprogramm oder eine passende thematische Ausrichtung. AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 9 Über 500 Veranstaltungen fanden im Rahmen des Stadtgeburtstags statt. Die Eröffnungsshow sahen 42.000 Menschen. Der Pavillon im Schlossgarten beherbergte 246 Veranstaltungen an 103 Tagen. Der Pavillon lockte über 120.000 Besucherinnen und Besucher in den Schlossgarten. Etwa 5.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer machten beim allmorgendlichen Frühsport mit. In nationalen und internationalen Print- und Onlinemedien gab es etwa 11.000 Beiträge zum Stadtgeburtstag. Mehr als 10.000 Bürgerinnen und Bürger beteiligten sich aktiv am Stadtgeburtstags-Programm. Das Wissenschaftsfestival EFFEKTE zog 100.000 Besucherinnen und Besucher an. Über 395.000 Personen sahen die Schlosslichtspiele. Die GLOBALE des ZKM wurde während des Festivalsommers von 105.000 Personen besucht. Die rund 100 Projekte in den 27 Stadtteilen besuchten 70.000 Personen. Kunst-, Kultur- und Musikveranstaltungen lockten knapp 80.000 Besucherinnen und Besucher an. Etwa 60.000 Personen besuchten den „Ausklang“. Die Gesamtbesucherzahl des Stadtgeburtstags lag bei über 1,3 Millionen. Abbildung 2.01 STADTGEBURTSTAG IN ZAHLEN – EIN ÜBERBLICK Datenquelle: KA300; Aufbereitung und Design: Amt für Stadtentwicklung PAVILLON ALS ZENTRALER ORT DES STADTGEBURTSTAGS Neben der zeitlichen Konzentration auf den Festivalsommer sah das Konzept des Stadtgeburtstags KA300 auch eine räumliche Konzentration auf das Schlossareal und damit den „Geburtsort“ der Stadt vor. Diese wurde vor allem durch den temporären Pavillon im Schlossgarten erreicht, in dem an 103 Tagen 246 Veranstaltungen durchgeführt wurden. Der Pavillon wurde durchgängig von morgens bis abends, von Montag bis Sonntag bespielt und lockte damit 122.851 Besucherinnen und Besucher in den Schlossgarten. Hinzu kommen die 4.925 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der 124 Sporteinheiten des allmorgendlichen Frühsports. Der überwiegende Teil des Pavillon-Programms war kostenlos. Lediglich ausgewählte Veranstaltungen unterlagen einer Ticketpfl icht. 11.052 Eintrittskarten im Wert von einem Euro, fünf Euro oder zehn Euro konnten verkauft werden. Bei den kostenpfl ichtigen Pavillon-Veranstaltungen wurde somit eine Auslastung von 89 % erreicht. Der Pavillon wurde zur Bühne der Karlsruher Kulturlandschaft, der Kreativszene, der Sportbegeisterten, der Vereine und der Hochschulen. Sie gestalteten das Programm zu großen Teilen selbst. Es reichte von Theateraufführungen und Bastel- Workshops über Podiumsdiskussionen und Stadtteil-Duellen bis hin zur Schlagerparty. Viele der Veranstaltungen gaben Anstöße für eine offenere Stadtgesellschaft, wie zum Beispiel das gemeinsame Fastenbrechen oder das Speed-Dating mit Flüchtlingshilfeorganisationen oder behandelten hochaktuelle Themen, wie zum Beispiel das „Stadtgespräch“ zum Thema Nationalsozialismus, NSU und Terror. Auch zahlreiche überregional und international bekannte Künstler begeisterten das Pavillon-Publikum, wie zum Beispiel der Kabarettist Christoph Sonntag, der französische Popstar Talisco, die Jazzlegende Raul Midón oder der ehemalige „Traumschiff“- Kapitän Siegfried Rauch mit Band. 10 | EVALUATIONSBERICHT | STADTGEBURTSTAG KARLSRUHE 2015 ZAHLREICHE PROMINENTE UNTER DEN GÄSTEN DES STADTGEBURTSTAGS Auf, aber auch vor der Bühne als reguläre Zuschauer konnten zahlreiche Prominente aus Politik, Recht, Kirche und Sport begrüßt werden, darunter Bundespräsident Joachim Gauck, Ministerpräsident Winfried Kretschmann, der Präsident des Bundesverfassungsgerichts Andreas Voßkuhle, die Landesminister Bilkay Öney und Nils Schmid, Bernhard Prinz von Baden, die ehemalige Boxsportlerin Regina Halmich und Jochen Cornelius-Bundschuh, Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Baden. SCHLOSSLICHTSPIELE ALS BESUCHERMAGNET Neben dem Pavillonprogramm gelang die räumliche Konzentration des Festivalsommers auf das Schlossareal insbesondere auch durch die Schlosslichtspiele. Der Besuchermagnet begeisterte jeden Abend mehrere tausend Menschen aus Karlsruhe, der Region und sogar aus dem Ausland. Insgesamt über 395.000 Besucherinnen und Besucher – einschließlich der Eröffnungsveranstaltung – fanden sich den ganzen Sommer über auf dem Schlossplatz ein, um sich die Projektionen und Videomappings der international renommierten Lichtkünstler anzuschauen, die das ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie unter Leitung von Peter Weibel ausgewählt hatte. Auch das „Zirkeltraining“, die Landesgymnaestrada, der Tag der offenen Tür im Bundesverfassungsgericht, die SWR Live-Fernsehshow und das Oldtimer-Treffen „Tribut an Carl Benz“ lockten hunderttausende Besucherinnen und Besucher auf das Schlossareal und machten es zum Zentrum der Geburtstagsfeierlichkeiten. STADTWEITE GEBURTSTAGSSTIMMUNG DURCH DEZENTRALE PROGRAMMPUNKTE Gefeiert wurde jedoch nicht nur rund ums Schloss. Hunderte dezentrale Programmpunkte, wie die Stadtteilprojekte, die Ideenwettbewerbsprojekte, die Kunst an der Baustelle unter dem Slogan „Die Stadt ist der Star“ und die vielen Veranstaltungen in den Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen sorgten für Geburtstagsstimmung bis in den letzten Winkel der Stadt und vereinzelt sogar für internationale Aufmerksamkeit. Mehr als 10.000 Karlsruherinnen und Karlsruher beteiligten sich dabei aktiv am Stadtgeburtstags- Programm, brachten ihre Ideen und Fähigkeiten ein und engagierten sich in großem Maße für ihre Stadt und ihren Stadtteil. Das entstandene Gemeinschaftsgefühl, die positive Stimmung und der gewachsene Stolz auf die eigene Stadt begeisterten nicht nur die Karlsruher selbst, sondern steckten auch die zahlreichen Gäste aus der Region, Deutschland und dem nahen Ausland an. Mit diesem neu gewonnenen Schwung ist es gelungen, eine Gesamtbesucherzahl für den Stadtgeburtstag von über 1,3 Millionen zu erreichen. AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 11 2.2 TOURISMUS IM FESTIVALSOMMER STEIGERUNG DER ANKUNFTS- UND ÜBERNACHTUNGSZAHLEN IN DEN MONATEN DES FESTIVALSOMMERS Die Ankunfts- und Übernachtungszahlen der Karlsruher Beherbergungsbetriebe haben während des Festivalsommers im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum deutlich zugenommen (Abbildungen 2.02 und 2.03). Im Juni 2015 stiegen die Übernachtungen erstmals auf über 100.000, womit das Vorjahresergebnis um 12,4 % (11.069 Übernachtungen) gesteigert werden konnte. Abbildung 2.02 ENTWICKLUNG DER GÄSTEANKÜNFTE WÄHREND DES STADTGEBURTSTAGS KARLSRUHE 2015 IM VERGLEICH ZUM VORJAHR Auch in den darauffolgenden Monaten kamen deutlich mehr Übernachtungsgäste als sonst in die Stadt. Zuwächse bei den Ankünften und Übernachtungen gerade über die sonst eher schwächere Ferienzeit belegen die hohe Attraktivität der Fächerstadt während des Festivalsommers. Im August registrierten die Hoteliers in Karlsruhe rund 5.000 Ankünfte (+10,2 %) beziehungsweise 7,9 % Übernachtungen mehr als im Vorjahr. Das Plus bei den Übernachtungsgästen im Zeitraum Juni bis September 2015 ist ausschließlich durch den Besuch von Gästen aus Deutschland zustande gekommen. Während die Zahl der Gäste aus dem Ausland in den Sommermonaten sogar leicht zurückging, sind deutlich mehr Besucherinnen und Besucher aus dem Inland nach Karlsruhe gereist. Abbildung 2.03 ENTWICKLUNG DER GÄSTEÜBERNACHTUNGEN WÄHREND DES STADTGEBURTSTAGS KARLSRUHE 2015 IM VERGLEICH ZUM VORJAHR 12,4% 1,4% 7,9% 1,7% JuniJuliAugustSeptember 0% 5% 10% 15% 20% +11.069 +1.457 +7.061 +1.729 Monat ___ Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung 14,6% 1,9% 10,2% JuniJuliAugustSeptember 0% 5% 10% 15% 20% +7.476 +1.174+4.925 -128 ___ Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung Monat -0,2% 43,6% 23,3% 22,7% 10,4% Was ist der Anlass Ihres Aufenthaltes in Karlsruhe? ___ Basis: 125 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Gästebefragung 2015 privater Anlass kulturelle Veranstaltung beruflicher Anlass sonstiges 12 | EVALUATIONSBERICHT | STADTGEBURTSTAG KARLSRUHE 2015 WÄHREND DES FESTIVALSOMMERS BESUCHTE JEDER VIERTE ÜBERNACHTUNGSGAST STADTGEBURTSTAGSVERANSTALTUNGEN Bei der auch während des Festivalsommers von der Stadt Karlsruhe und der Karlsruhe Tourismus GmbH (KTG) durchgeführten Gästebefragung in Karlsruher Beherbergungs- betrieben gab etwa ein Viertel (24 %) der zwischen Juni und September 2015 Befragten an, dass sie an den Festivitäten des Karlsruher Stadtgeburtstags teilnehmen wollen oder bereits Veranstaltungen besucht haben (Abbildung 2.04). Die folgenden Auswertungen beziehen sich ausschließlich auf diejenigen Gäste, die angaben, eine Stadtgeburtstagsveranstaltung besuchen zu wollen beziehungsweise besucht zu haben. STADTGEBURTSTAGSBESUCHER ÜBERNACHTETEN IN KARLSRUHE VOR ALLEM AUS PRIVATEN GRÜNDEN Während normalerweise vorwiegend Geschäfts- und Tagungsreisende in den Karlsruher Beherbergungsbetrieben übernachten, war der Besuch derjenigen Gäste, die an Veranstaltungen im Rahmen des Stadtgeburtstags teilgenommen haben, vor allem privat motiviert. Nur rund jeder Fünfte der Stadtgeburtstagsbesucher gab an, aus berufl ichen Gründen nach Karlsruhe gekommen zu sein. Demgegenüber erklärten etwa zwei Drittel der Touristen, privat Freunde oder Bekannte zu besuchen oder an Kulturveranstaltungen teilzunehmen (Abbildung 2.05). Sie waren meist zusammen mit dem Partner, der Familie oder mit Freunden oder Bekannten in Kleingruppen von bis zu sechs Personen unterwegs (52,8 %). Etwa 10 % gehörten zu einer größeren Reisegruppe ab sieben Personen. Rund jeder Dritte der befragten Übernachtungsgäste (36,8 %) reiste allein an (Abbildungen 2.06 und 2.07). Abbildung 2.05 ANLASS FÜR DEN AUFENTHALT IN KARLSRUHE Abbildung 2.04 TEILNAHME AN STADTGEBURTSTAGSVERANSTALTUNGEN 24,0% 76,0% Haben Sie an Veranstaltungen im Rahmen des Festivalsommers beziehungsweise des Stadtgeburtstags Karlsruhe 2015 teilgenommen oder haben dies vor? ___ Basis: 521 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Gästebefragung 2015 ja, ich nehme teil nein, ich nehme nicht teil AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 13 Abbildung 2.06 GRÖSSE DER REISEGRUPPE Abbildung 2.07 MITREISENDE PERSONEN 10,1% 10,1% 17,7% 62,0% mit sonstiger Gruppe mit Geschäftskolleginnen/Geschäftskollegen mit Freunden/Verwandten mit Ehepartnerin/Ehepartner/ Lebenspartnerin/Lebenspartner/Familie 0%10%20%30%40%50%60%70% Wenn Sie mit mehreren Personen hier sind – mit wem reisen Sie? ___ Basis: 79 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Gästebefragung 2015 10,4% 52,8% 36,8% größere Gruppe mit 7 oder mehr Personen kleine Gruppe bis 6 Personen alleinreisend 0%10%20%30%40%50%60% Mit wie vielen Personen sind Sie hier? ___ Basis: 125 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Gästebefragung 2015 14 | EVALUATIONSBERICHT | STADTGEBURTSTAG KARLSRUHE 2015 Vor allem Besucherinnen und Besucher mittleren und gehobenen Alters buchten in den hiesigen Übernachtungsbetrieben. Jeder Zweite war zwischen 45 und 64 Jahre alt, ein Viertel der Übernachtungsgäste waren Seniorinnen und Senioren im Alter von 65 Jahren und älter. Nur rund ein Viertel der befragten Übernachtungsgäste, die den Stadtgeburtstag besucht haben, war jünger als 45 Jahre. Allerdings kommen gerade jüngere Personen vielfach privat unter, was deren insgesamt relativ geringen Anteil am Gästeaufkommen in den Beherbergungsbetrieben erklärt. Die Festivalgäste blieben im Schnitt 2,1 Tage in der Fächerstadt, ein Viertel der Besucherinnen und Besucher buchte für mehr als drei Tage. Über die Hälfte der Gäste reiste mit dem Pkw, jeder Dritte per Bahn an. Knapp 6 % der Touristen fuhren mit dem Reise- oder Fernbus. Die verbleibenden 6 % kamen mit dem Flugzeug, Wohnmobil oder auch per Fahrrad. Von den befragten Besucherinnen und Besuchern des Stadtgeburtstags war ein Viertel (24,7 %) aus dem Ausland angereist, vorwiegend dabei aus den Nachbarstaaten Schweiz und Österreich (Abbildung 2.08). Die inländischen Gäste kamen zwar aus allen Teilen der Republik, doch vor allem aus Baden-Württemberg (22,7 %) sowie den benachbarten Bundesländern Bayern, Hessen und Rheinland- Pfalz (23,7 %). Hier wird deutlich, dass der Festivalsommer mit seinen zahlreichen Veranstaltungen vor allem regional Anziehungskraft besaß. Drei Viertel der Gäste, welche eine Stadtgeburtstagsveranstaltung besucht haben, gaben an, nur Karlsruhe und nicht noch weitere Städte oder andere Regionen im Umland besuchen zu wollen. Abbildung 2.08 HERKUNFT DER ÜBERNACHTUNGSGÄSTE 22,7% 23,7% 28,9% 24,7% Baden-WürttembergBayern, Hessen, Rheinland-Pfalz übriges DeutschlandAusland 0% 5% 10% 15% 20% 25% 30% 35% In welchem Land/Bundesland haben Sie Ihren ständigen Wohnsitz? ___ Basis: 97 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Gästebefragung 2015 AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 15 ÜBERNACHTUNGSGÄSTE BESUCHTEN VOR ALLEM DIE SCHLOSSLICHTSPIELE Spitzenreiter unter den von den Übernachtungsgästen besuchten Stadtgeburtstagsveranstaltungen waren die Schlosslichtspiele, die sich 59,2 % der Befragten angesehen haben (Abbildung 2.09). Angesichts der nahezu täglichen Vorstellungen während des ganzen Festivalsommers Abbildung 2.09 BESUCHTE STADTGEBURTSTAGSVERANSTALTUNGEN DER ÜBERNACHTUNGSGÄSTE 1) konnten sie gerade von auswärtigen Besucherinnen und Besuchern spontan besucht werden. Weiterhin gab es zahlreiche Nennungen zu verschiedenen Angeboten, ohne dass sich eine ausgeprägte Häufung und somit ein weiteres Veranstaltungshighlight anhand der Gästebefragung erkennen lässt. 59,2% 5,6% 31,2% 15,2% Schlosslichtspiele Eröffnungsshow Sonstiges Keine Angabe 0%10%20%30%40%50%60%70% ____ 1) Mehrfachnennungen waren möglich, daher Summe größer als 100 %. Basis: 125 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Gästebefragung 2015 Welche Veranstaltungen haben Sie im Rahmen des Stadtgeburtstags besucht? 16 | EVALUATIONSBERICHT | STADTGEBURTSTAG KARLSRUHE 2015 ÜBER DIE HÄLFTE DER ÜBERNACHTENDEN STADTGEBURTSTAGSBESUCHER WILL WIEDER NACH KARLSRUHE KOMMEN Die meisten der Übernachtungsgäste, die Stadtgeburtstags- veranstaltungen besucht haben, kannten Karlsruhe bereits von früheren Aufenthalten, hatten hier studiert beziehungsweise gewohnt. Nur knapp 40 % hielten sich zum ersten Mal in der Fächerstadt auf. Etwa 60 % der Gäste (61,6 %) haben sich vorab über die Stadt und ihr touristisches Angebot informiert (Abbildung 2.10). Die am häufi gsten genutzte Informationsquelle der Befragten war das Internet (67,5 %). Jeder Zweite (51,9 %) holte sich Tipps und Informationen von Freunden und Verwandten (Abbildung 2.11). Weitere Informationsquellen waren die Tourist-Information (20,8 %) und touristisches Informationsmaterial wie Prospekte oder Flyer (9,1 %), wobei sich über 70 % mit dem Informations- angebot zufrieden oder sogar sehr zufrieden zeigten. Zahlreiche Festivalbesucher planten ihren Aufenthalt in Karlsruhe recht kurzfristig. Rund 30 % buchten erst eine Woche vor Abreise, weitere 30 % legten sich in den letzten ein bis vier Wochen vor Abreise fest. Nur jeder Dritte hatte die Buchung bereits fünf Wochen oder länger im Voraus veranlasst. Die Hälfte der Buchungen wurde per Telefon oder per E-Mail getätigt. Ein Viertel führte die Buchung direkt über ein Onlineportal wie „www.booking.com” oder „www.hrs.de” durch. Die von einigen Hotels über eigene Portale angebotenen Buchungsmöglichkeiten wurde indessen recht selten genutzt. Mehr als die Hälfte der Stadtgeburtstagsbesucher (52 %) wollen im nächsten Jahr wieder nach Karlsruhe kommen, rund ein Drittel (36 %) zeigte sich noch unentschlossen. Lediglich 12 % schlossen ein Wiederkommen im nächsten Jahr aus. Unter denjenigen Gästen, die vorhaben wiederzukommen, sind auch zahlreiche Besucherinnen und Besucher, die sich zum ersten Mal in Karlsruhe aufgehalten haben (Abbildung 2.12). Abbildung 2.10 INFORMATIONSWEGE DER ÜBERNACHTUNGSGÄSTE 1) 61,6% 7,2% 22,4% 12,0% Ich habe mich vorab über Karlsruhe informiert. Ich habe mich hier in Karlsruhe in der Tourist-Information informiert. Karlsruhe ist mir bereits bekannt. Ich habe mich nicht über Karlsruhe informiert. 0%10%20%30%40%50%60%70% Haben Sie sich über Karlsruhe informiert? ____ 1) Mehrfachnennungen waren möglich, daher Summe größer als 100 %. Basis: 125 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Gästebefragung 2015 AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 17 Abbildung 2.11 ÜBERSICHT ÜBER DIE INFORMATIONSQUELLEN VORAB 1) Abbildung 2.12 ABSICHT DER ÜBERNACHTUNGSGÄSTE, KARLSRUHE IM NÄCHSTEN JAHR NOCH EINMAL ZU BESUCHEN HOHE BESUCHERZAHLEN IN DER TOURIST- INFORMATION UND IM KA300-LADEN Neben einer steigenden Zahl an Übernachtungsgästen profi tierte der Tourismus in Karlsruhe auch anderweitig von den Veranstaltungen zum Stadtgeburtstag. So fragten 32.000 von insgesamt 71.600 Besucherinnen der Tourist-Information (44,7 %) gezielt nach Informationen zum Stadtgeburtstag. Die eigens für den Stadtgeburtstag organisierten Stadtführungen wurden von 25.100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern frequentiert. Weitere 17.500 Personen kamen mit gezielten Wünschen zum Stadtgeburtstag in den KA300-Laden. Insgesamt wurden zum Festivalsommer 230.000 touristische Informationsbroschüren gedruckt. Diese wurden im KA300- Laden, auf nationalen und internationalen Messen sowie im Rahmen nationaler und internationaler Mailingaktionen verteilt. 51,9% 67,5% 20,8% 9,1% Verwandte/Freunde Internetseiten Tourist-Information Touristisches Informationsmaterial 0%10%20%30%40%50%60%70%80% Wenn Sie sich vorab informiert haben, über wen? ____ 1) Mehrfachnennungen waren möglich, daher Summe größer als 100 %. Basis: 77 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Gästebefragung 2015 52,0% 12,0% 36,0% ja nein noch nicht geplant 0%10%20%30%40%50%60% Haben Sie vor, Karlsruhe innerhalb des nächsten Jahres noch einmal zu besuchen? ____ Basis: 125 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Gästebefragung 2015 Monat 18 | EVALUATIONSBERICHT | STADTGEBURTSTAG KARLSRUHE 2015 2.3 FREQUENTIERUNG VON VERANSTALTUNGEN UND KULTURELLEN EINRICHTUNGEN IM FESTIVALSOMMER Insgesamt wurden die Veranstaltungen des Karlsruher Stadtgeburtstags von über 1,3 Millionen Menschen besucht (Abbildung 2.13). Besucherhighlight waren die Schlosslichtspiele mit rund 395.000 Zuschauerinnen und Zuschauern. Weitere Großereignisse waren das Wissenschaftsfestival EFFEKTE (100.000 Personen), der Ausklang (60.000 Personen) und die Eröffnungsshow zum Stadtgeburtstag (42.000 Personen). Auch die mit dem Karlsruher Stadtgeburtstag verknüpften Ausstellungen in Karlsruher Museen erhielten großen Publikumszuspruch. Daneben wurde das Programm durch zahlreiche kleinere Veranstaltungen bereichert. ERÖFFNUNGSFESTIVAL Vier Tage lang wurde in Karlsruhe der Beginn des Festival- sommers gefeiert. Den Auftakt bildete am Jahrestag der Grundsteinlegung des Schlosses, dem 17. Juni 2015, das „Sternstunden“-Konzert am Pavillon mit einer Lichtinstallation in der ganzen Stadt: 32 Lichtstrahlen symbolisierten je eine bedeutende Karlsruher Persönlichkeit. Am 18. und 19. Juni stellten Schüler- und Jugendgruppen diese Personen mit Performances, Theateraufführungen und Ausstellungen auf vier „Laborbühnen“ vor. Am 20. Juni fand das Eröffnungsfestival in einer großen Show vor dem Schloss seinen Höhepunkt. Hunderte Darsteller, Tänzer und Sänger erzählten die Stadtgeschichte multimedial nach, Projektionen auf der Schlossfassade ließen die wichtigsten Personen und Ereignisse vor 42.000 Menschen wieder lebendig werden. PAVILLON Er sorgte mächtig für Gesprächsstoff, zog die Menschen in den Schlossgarten und war der zentrale Ort des Stadtgeburtstags – der Pavillon. In und um den Pavillon fand ein Großteil der KA300-Veranstaltungen statt, vom Frühsport am Morgen, über die WerkStadt am Nachmittag bis zur großen Schlossgarten-Party am Abend. Zu den 246 Veranstaltungen an 103 Tagen kamen rund 283.000 Besucherinnen und Besucher – das Wissenschafts- festival EFFEKTE (100.000 Personen) und die Ausklang- veranstaltung (60.000 Personen) eingerechnet (Abbildung 2.14). Das Programm mit rund 400 Einzelveranstaltungen bot für Jede beziehungsweise Jeden etwas: Musik, Kabarett, Theater und Open Stage, Diskussionen zu Wirtschaft, Politik, Recht und Wissenschaft, Open-Air-Konzerte und -Partys, Angebote zu Sport, Kunst und Kultur inspirierten zum Mitmachen und Dabeisein. Zahlreiche Institutionen führten Gastspiele im Pavillon durch. STADTTEILPROJEKTE Wäscherinnenlauf, Willkommensfest, Weltrekordversuche – mit den Stadtteilprojekten zum Stadtgeburtstag war ein hohes Maß an bürgerschaftlichem Engagement verbunden. Die Besonderheiten der 27 Stadtteile spielten beim Stadtjubiläum eine große Rolle. Für die insgesamt rund 100 Projektideen, die durch die Bürgerinnen und Bürger mit Unterstützung der Bürgervereine beziehungsweise Ortschaftsräte entwickelt wurden, standen als Budget je zwei Euro pro Einwohnerin beziehungsweise Einwohner zur Verfügung. Die rund 8.000 Akteure in den Stadtteilen präsentierten im Rahmen der von ihnen gewählten Projekte lokale Besonderheiten wie zum Beispiel beim Theaterstück „Der Rieberger Rahmbeutel” in Rüppurr. Geboten wurden auch musikalische Aufführungen und Installationen wie beim Rintheimer Chorprojekt „Die Meistersinger von Rintheim“, beim Mühlburg-Musical, beim Südstadtfestival oder in Neureut beim „Klang-Pfad“ mit interaktiven Klangelementen. Sportliche Highlights im eigentlichen und weiteren Sinne waren unter anderem der Wäscherinnenlauf in Beiertheim- Bulach, die „Bergdorfmeile” in Hohenwettersbach oder der „Stupfericher Kulturwanderpfad”. Von Stadtführungen zu speziellen Themen in der Innenstadt-West über die Umarmung von Wolfartsweier durch eine Menschenkette bis hin zum Weltrekordversuch mit dem größten Frankfurter Kranz in der Weststadt wurde ein vielfältiges Programm geboten, das zwischen März und Oktober über 70.000 Besucherinnen und Besucher anlockte – siehe Abbildungen 2.15 und 2.16 sowie Tabelle 2.01 am Ende dieses Unterkapitels. AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 19 Abbildung 2.13 BESUCHERINNEN UND BESUCHER DES STADTGEBURTSTAGS 2015 INSGESAMT Abbildung 2.14 BESUCHERZAHLEN DES PAVILLONS Abbildung 2.15 BESUCHERZAHLEN DER STADTTEILPROJEKTE 3.550 2.900 16.670 27.305 8.588 100 3.700 7.560 0 20.000 40.000 60.000 80.000 100.000 120.000 140.000 MärzAprilMaiJuniJuliAugust Sept.Okt. Insgesamt 70.373 Besucher/-innen Monat ____ Datenquelle: KA300; Aufbereitung und Design: Amt für Stadtentwicklung Besucherzahl 107.800 54.154 29.234 91.659 0 20.000 40.000 60.000 80.000 100.000 120.000 140.000 MärzAprilMaiJuniJuliAugustSept. Insgesamt 282.847 Besucher/-innen Monat ____ 1) Einschließlich rund 100.00 Besucher/-innen beim Wissenschaftsfestival EFFEKTE. 2) Einschließlich rund 60.000 Besucher/-innen beim AUSKLANG. Datenquelle: KA300; Aufbereitung und Design: Amt für Stadtentwicklung Besucherzahl 1) 2) 228.856 344.780 317.846 232.187 230.085 0 50.000 100.000 150.000 200.000 250.000 300.000 350.000 400.000 MonatsübergreifendJuniJuliAugustSept. Insgesamt 1.353.754 Besucher/-innen ____ Datenquelle: KA300; Aufbereitung und Design: Amt für Stadtentwicklung Monat Anzahl 20 | EVALUATIONSBERICHT | STADTGEBURTSTAG KARLSRUHE 2015 Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung; Kartengrundlage: Liegenschaftsamt. Stadtteile 19 Durlach 20 Grötzingen 21 Stupferich 22 Hohenwettersbach 23 Wolfartsweier 24 Grünwettersbach 25 Palmbach 26 Neureut 27 Nordstadt 01 Innenstadt-Ost 02 Innenstadt-West 03 Südstadt 04 Südweststadt 05 Weststadt 06 Nordweststadt 07 Oststadt 08 Mühlburg 09 Daxlanden 10 Knielingen 11 Grünwinkel 12 Oberreut 13 Beiertheim-Bulach 14 Weiherfeld-Dammerstock 15 Rüppurr 16 Waldstadt 17 Rintheim 18 Hagsfeld _____ ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( 19 10 26 20 09 16 18 15 21 24 08 07 11 22 06 17 14 04 13 27 12 02 03 23 05 01 25 Daxlanden: Daxlandiade (13 Projekte) Stupferich: Stupfericher Kultur- wanderpfad Grötzingen: Kulturmeile Adressen Veranstaltung_... ! ( März ! ( April ! ( Mai ! ( Juni ! ( Juli ! ( August ! ( September ! ( Oktober Waldstadt : Obstbäume für Karlsruhe (4 Projekte) Knielingen: Der goldene Westen (4 Projekte) Nordstadt: Karlsruher Historie im jüngsten Stadtteil (2 Projekte) Mühlburg: Mühlburg-Musical (4 Projekte) Durlach: Schriftzug „DURLACH” (6 Projekte) Beiertheim-Bulach: Wäscherinnenlauf AlbTraum (6 Projekte) Hagsfeld: Vereinsbaum Weiherfeld-Dammerstock: Bilder.Erzählen.Geschichte Brückentag (6 Projekte) Wolfartsweier: Umarmung von Wolfartsweier (2 Projekte) Nordweststadt: Schaufenster Nordwest (3 Projekte) Rintheim: Rintheimer Sandhasen (4 Projekte) Rüppurr: Der Rieberger Rahmbeutel Südstadt: Lichtinstallation Seidenstraße (2 Projekte) Wettersbach: Skulpturenweg Wettersbach (7 Projekte) Hohen- wettersbach: Bergdorfmeile (2 Projekte) Oststadt: Kinder- Musik-Fest (7 Projekte) Neureut: Neureut klingt, singt und diniert in weiß Innenstadt-Ost: Kunst-S trich (2 Projekte) Südweststadt: Lese- und Kulturmeile Hirschbrücke (4 Projekte) Grünwinkel: Grünwinkler Krähen Oberreut: Alte Imkerei (findet erst 2016 statt) Weststadt: Weltgrößter Frankfurter Kranz (9 Projekte) Innenstadt-West: Bücherschrank Leopoldsplatz (2 Projekte) Beginn der Veran- staltung im Monat... Zeichenerklärung Stadtgrenze Stadtteilgrenze Stadtteil Projekt/-beispiel (Gesamtzahl Projekte) Abbildung 2.16 STADTTEILPROJEKTE IM RAHMEN DES STADTGEBURTSTAGS 2015 AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 21 SCHLOSSLICHTSPIELE Nach Sonnenuntergang zog es die Menschen vom 20. Juni bis 26. September 2015 zum Karlsruher Schloss. Auf Picknick- decken, Hockern oder sitzend im Gras machten es sich jede Nacht mehrere tausend Zuschauerinnen und Zuschauer auf dem Schlossplatz bequem, um sich die allabendlichen Lichtspiele auf der 180 Meter breiten Südfassade des Schlosses anzuschauen. In Szene gesetzt wurden Themen, die mit der Stadt in Bezug stehen, durch visuelle Formen und narrative Inhalte. Renommierte Künstler aus ganz Europa präsentierten im Wechsel ihre aufwendigen Klang- und Bildprojektionen. Insgesamt konnten über 395.000 Personen registriert werden, die die Schlosslichtspiele besuchten – in diese Zahl eingerechnet sind auch die 42.000 Besucherinnen und Besucher der Eröffnungsveranstaltung (Abbildung 2.17). GROSSE AUSSTELLUNGEN Die vier Ausstellungen der großen Karlsruher Museen waren Teil des KA300-Programms. Die Große Landesausstellung zu Karl Wilhelm im Badischen Landesmuseum zeichnete ein Portrait des schillernden Markgrafen und wartete unter anderem mit noch nie der Öffentlichkeit gezeigten Exponaten aus dem markgräfl ichen Besitz auf. Diese Sonderausstellung zog in der Zeit von Mai bis Mitte Oktober 2015 etwa 35.000 Besucherinnen und Besucher an. In weiteren Ausstellungen beziehungsweise Angeboten des Badischen Landesmuseums – Museum beim Markt, Museum in der Majolika und Schloss Karlsruhe (Sonderausstellung und Sammlungen) – konnten insgesamt über 52.600 Menschen begrüßt werden. Auch die Große Landesausstellung der Staatlichen Kunsthalle widmete sich einer bedeutenden Karlsruher Persönlichkeit: Die „Meister-Sammlerin“ Karoline Luise von Baden, ihre Leidenschaft für Kunst und ihre umfangreiche Sammlung standen hier im Mittelpunkt. Die Ausstellung, die von Ende Mai bis Anfang September 2015 geöffnet war, zog einschließlich der KAMUNA 33.042 Besucherinnen und Besucher an. In der Zeit vom 1. Juni bis 30. September 2015 fanden insgesamt 121 Gruppenführungen mit 1.795 Teilnehmerinnen und Teilnehmern statt. Die Gesamtbesucherzahlen lagen im oben genannten Zeitraum um knapp 58 % höher als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Wie kaum ein anderer hat Friedrich Weinbrenner das Erscheinungsbild von Karlsruhe geprägt. Dem berühmten Baumeister des Klassizismus widmeten die Städtische Galerie und das Südwestdeutsche Archiv für Architektur und Ingenieurbau deshalb im Jubiläumsjahr eine eigene Ausstellung. Zur Weinbrenner-Ausstellung in der Städtischen Galerie vom 27. Juni bis 4. Oktober 2015 kamen knapp 13.000 Besucherinnen und Besucher. Bei dieser Zählung sind Kombitickets, die im ZKM erworben wurden, nicht enthalten, so dass von einer insgesamt höheren Besucherzahl ausgegangen werden muss. Insgesamt wurden 79 öffentliche Führungen, 55 private Gruppenführungen und 18 Kinderworkshops durchgeführt. Mit Ausstellungen, Performances, Lesungen und Tribunalen machte im Rahmen der 300-tägigen GLOBALE das ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie die kulturellen Effekte der Globalisierung sichtbar und zeigte eine Verbindung zwischen Kunst, Technologie, Demokratie und Wissenschaft auf. Am Eröffnungswochenende (19. bis 21. Juni 2015) empfi ng das ZKM in seinen Ausstellungsräumen rund 12.000 Besucherinnen und Besucher. Zum Ende des Stadtgeburtstags – und nach 100 Tagen GLOBALE – hatten rund 105.000 Personen das ZKM besucht. Die Veranstaltungen des ZKM im Pavillon wurden von rund 4.000 Menschen gesehen beziehungsweise gehört. Das entwurzelte, an einem Kran schwebende Haus „Pulled by the Roots“ am Marktplatz, der knallrote gebogene und somit fahruntüchtige Truck in der Zähringerstraße sowie die aufgetürmten VW-Käfer am Ettlinger Tor beim K.-Punkt waren ein weiterer Blickfang für unzählige Menschen. 22 | EVALUATIONSBERICHT | STADTGEBURTSTAG KARLSRUHE 2015 KUNST-, KULTUR- UND MUSIKVERANSTALTUNGEN Bei 57 Kunst-, Kultur- und Musikveranstaltungen im Zeitraum von März bis September 2015 wurden insgesamt knapp 80.000 Besucherinnen und Besucher registriert (Abbildung 2.18). Da bei Veranstaltungsreihen die Besucherzahl in dem Monat aufgeführt wird, in dem die Veranstaltung begann, sticht der Monat März 2015 mit 28 Veranstaltungen und 67.967 teilnehmenden Personen heraus. Darunter fallen auch viele Veranstaltungen des Badischen Staatstheaters. Im Zeitraum von März bis September 2015 veranstaltete das Badische Staatstheater (ohne Veranstaltungen im Pavillon) an 57 Veranstaltungstagen allein 21 Veranstaltungen mit insgesamt 66.397 Besucherinnen und Besuchern. Neben Konzerten, Ballettaufführungen sowie anderen Veranstaltungen fand am 23. Juni 2015 auch ein Benefi zkonzert des Bundespräsidenten Joachim Gauck zugunsten der Deutschen Alzheimer Stiftung e. V. mit über 900 Gästen statt. Auf dem Konzertprogramm standen neben der Nationalhymne Werke von Wagner, Mendelssohn Bartholdy, Wolfgang Rihm und Beethoven. SPORTVERANSTALTUNGEN EINSCHLIESSLICH FRÜHSPORT Insgesamt konnten zwischen März und Oktober 24.125 Sport- begeisterte gezählt werden, die sich beim Frühsport, bei der Landesgymnaestrada und anderen sportlichen Veranstaltungen im Rahmen des Stadtgeburtstags körperlich ertüchtigten (Abbildung 2.19). Die sportlichen Veranstaltungen fanden hauptsächlich in den Sommermonaten im Zeitraum von Juni bis September 2015 statt. Der Höhepunkt der sportlichen Aktivitäten war der Juli mit 49 Veranstaltungen und 21.103 Aktiven. SONSTIGE AUSGEWÄHLTE VERANSTALTUNGEN Bei sonstigen Veranstaltungen im Rahmen des Stadtgeburts- tags 2015, die keiner besonderen Kategorie zugeordnet werden konnten, wurden bei 52 Veranstaltungen insgesamt 40.084 Besucherinnen und Besucher registriert (Abbildung 2.20 und Abbildung 2.21). Gerade die Einweihung des Hofguts Maxau, verschiedene Führungen im daran angrenzenden Landschaftspark Rhein und die Veranstaltungen rund um das Lichterfest im Zoologischen Stadtgarten zogen viele Menschen an. Höhepunkt war hier der August mit sechs Veranstaltungen und 37.520 teilnehmenden Personen. Bei den Zahlen handelt es sich um Rückmeldungen der Veranstalterinnen und Veranstalter, somit stellt dies keine abschließende Aufl istung aller sonstigen Veranstaltungen dar. In den Zahlen sind alle Rückmeldungen, die bis zum Redaktionsschluss eingingen, enthalten. AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 23 Abbildung 2.17 BESUCHERZAHLEN DER SCHLOSSLICHTSPIELE Abbildung 2.18 BESUCHER VON KUNST-, KULTUR- UND MUSIKVERANSTALTUNGEN 67.967 3.548 5.276 37 2.000 455 0 20.000 40.000 60.000 80.000 100.000 120.000 140.000 MärzAprilMaiJuniJuliAugustSept. Insgesamt 79.283 Besucher/-innen Monat Besucherzahl ____ Datenquelle: KA300; Aufbereitung und Design: Amt für Stadtentwicklung 65.100 102.000 120.300 107.880 0 20.000 40.000 60.000 80.000 100.000 120.000 140.000 MärzAprilMaiJuniJuliAugustSept. Insgesamt 395.280 Besucher/-innen 1) Monat ____ 1) Einschließlich der Eröffnungsveranstaltung mit 42.000 Besucherinnen und Besuchern. Datenquelle: KA300; Aufbereitung und Design: Amt für Stadtentwicklung Besucherzahl Abbildung 2.19 BESUCHER VON SPORTVERANSTALTUNGEN 1) 270 30 2.464 37.020 300 0 20.000 40.000 60.000 80.000 100.000 120.000 140.000 MärzAprilMaiJuniJuliAugustSept. Insgesamt 40.084 Besucher/-innen Monat Besucherzahl ____ Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung Abbildung 2.20 BESUCHER SONSTIGER AUSGEWÄHLTER VERANSTALTUNGEN 526 21.103 2.110 386 0 20.000 40.000 60.000 80.000 100.000 120.000 140.000 MärzAprilMaiJuniJuliAugustSept. Insgesamt 24.125 Besucher/-innen Monat ____ 1) Einschließlich Frühsport. Datenquelle: KA300; Aufbereitung und Design: Amt für Stadtentwicklung Besucherzahl 24 | EVALUATIONSBERICHT | STADTGEBURTSTAG KARLSRUHE 2015 Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung; Kartengrundlage Liegenschaftsamt. *) Rückmeldungen der Veranstalter, Stand bei Redaktionsschluss. Stadtteile 19 Durlach 20 Grötzingen 21 Stupferich 22 Hohenwettersbach 23 Wolfartsweier 24 Grünwettersbach 25 Palmbach 26 Neureut 27 Nordstadt 01 Innenstadt-Ost 02 Innenstadt-West 03 Südstadt 04 Südweststadt 05 Weststadt 06 Nordweststadt 07 Oststadt 08 Mühlburg 09 Daxlanden 10 Knielingen 11 Grünwinkel 12 Oberreut 13 Beiertheim-Bulach 14 Weiherfeld-Dammerstock 15 Rüppurr 16 Waldstadt 17 Rintheim 18 Hagsfeld _____ ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( ! ( 19 10 26 20 09 16 18 15 21 24 08 07 11 22 06 17 14 04 13 27 12 02 03 23 05 01 25 Einweihung Hofgut Maxau, Rad- und Fußgängerführungen im Landschaftspark Rhein Pfinzgaumuseum (auch im Stadtmuseum): Sonderausstellung „Genug gejubelt!?” Reitinstitut Egon von Neindorff Stiftung: Reitvorführung mit Musik „Der Markgraf gibt sich die Ehre...” Badisches Staatstheater: verschiedene Veran- staltungen/Aufführungen DFS Deutsche Flugsicherung GmbH: Führungen durch das Kontrollzentrum Lichterfest, Vorlichter- fest und Familientag im Zoologischen Stadtgarten Landesmedien- zentrum Karlsruhe: Ausstellung und Film-Preview Orgelfabrik Durlach: Ausstellung Spuren.Suche.Begegnungen Staatliches Museum für Naturkunde: Kostümführung „Die Mineralien der Karoline Luise” , Kinderkurs „Karoline, die Meistersammlerin”, „Sammellust und Wissens- durst” Regierungspräsidium am Rondellplatz: Karlsruher Künstlermesse, Ausstellungen „Back to Bambi” und „Hommage à Karlsruhe” Stattreisen e. V.: verschiedene thematische Führungen im Innenstadtbereich Wissens- und Hobby- börse Karlsruhe e. V.: verschiedene thematische Führungen, Ausfahrten und weitere Veranstaltungen Roncalli-Forum: Auftaktveranstaltung zum Garten der Religionen, verschiedene Führungen Zeichenerklärung Stadtgrenze Stadtteilgrenze Veranstalter/ Veran- staltungsort Name der Veranstaltung(en) Badischer Turner-Bund e. V. Landesgymnaestrada Eröffnungsfeier, Show- und Abendprogramm Adressen Monat_Beginn ! ( März ! ( April ! ( Mai ! ( Juni ! ( Juli ! ( August ! ( September Beginn der Ver- anstaltung im Monat... Abbildung 2. 21 SONSTIGE AUSGEWÄHLTE VERANSTALTUNGEN * ) IM RAHMEN DES STADTGEBURTSTAGS 2015 AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 25 OLDTIMER-AUSSTELLUNG „TRIBUT AN CARL BENZ” Am 19. Juli 2015 versammelten sich auf dem Schlossplatz zu Ehren des Karlsruher Erfi nders Carl Benz 350 Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Schätzen der Automobilgeschichte. Im Anschluss führte ein Oldtimer-Corso durch die Karlsruher Innenstadt. 40.000 Zuschauerinnen und Zuschauer kamen zu dieser Veranstaltung. IDEENWETTBEWERB Zum 300-jährigen Stadtjubiläum wurde von der Stadtmarketing Karlsruhe GmbH der Ideenwettbewerb „15 IDEEN FÜR KA2015” ausgeschrieben. Die 15 kreativsten und bewegendsten Ideen aus der Bevölkerung wurden zwischen dem 17. Juni und dem 24. September 2015 als besonderer Höhepunkt zum Stadtjubiläum umgesetzt. Großen Anklang fanden unter anderem die Projekte „Schattenbänke – Sonnenuhr unterm Schlossturm”, durch welches der Schlosspark zu einer riesigen Sonnenuhr wurde und die „Museen des Volkes” auf dem Friedrichsplatz, in denen private Sammler ihre teilweise nicht ganz alltäglichen Schätze zeigten. Der Publikumspreis, der per Online-Wahl vergeben wurde, ging an den „Garten der Religionen”, durch den im Park der Südstadt ein Ort der Begegnung geschaffen wurde, an dem sich viele verschiedene Karlsruher Religionsgemeinschaften vorstellen. UMZUG DER BÜRGERWEHREN Außerhalb des eigentlichen Festivalprogramms fand am 17. Oktober 2015 der Umzug von 22 historischen Bürgerwehren statt. Die Bürgerwehren und Milizen aus Baden und Südhessen trafen sich mit über 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, 20 Pferden und vier Kanonen vor dem Karlsruher Schloss um anschließend durch die Karlsruher Innenstadt zu ziehen. AUSKLANG Zum Ende des Festivalsommers verwandelte sich der Schloss- garten am 26. September in einen mystisch beleuchteten Zauberwald, mit Musik, Feuer, geheimnisvollen Wesen, Künstlern und vielen kleinen Elementen zum Entdecken, Zuhören und Eintauchen. Hier konnte jeder der rund 60.000 Besucherinnen und Besucher nach Belieben umher wandeln, die vergangenen Wochen und Erlebnisse Revue passieren lassen und seinen ganz persönlichen Stadtgeburtstags-Abschluss erleben. Und nach einer Feuershow am Schlossturm zu den außergewöhnlichen Tröten- und Hupenklängen Christoph Schlägers versammelten sich die Besucherinnen und Besucher um ein gemütliches Lagerfeuer auf dem Schlossplatz und ließen bei Alphorn-Jazz den Festivalsommer ausklingen. 26 | EVALUATIONSBERICHT | STADTGEBURTSTAG KARLSRUHE 2015 Tabelle 2.01 LISTE DER STADTTEILPROJEKTE NACH MONATEN STADTTEILMONATTITEL DES PROJEKTS JuniSommertagszug Juni1. Wäscherinnen-Lauf JuniKulturpfad Beiertheim-Bulach JuliFestliches Chorkonzert JuliAlbTraum JuliBulacher & Beiertheimer Bürgerbrunch AprilDaxlandiade: Konzert Musikverein St. Valentin AprilDaxlandiade: Maibaumstellen MaiDaxlandiade: Wassersportvereine im Rappele MaiDaxlandiade: Konzert des Handharmonikaorchesters JuliDaxlandiade: Konzert des Gesangvereins Liederkranz SeptemberDaxlandiade: Ausstellung St. Valentinskirche – Tag des offenen Denkmals Oktober Daxlandiade: Ausstellung mit Werken der ehemaligen Daxlander Künstlerkolonie im Naturschutzzentrum OktoberDaxlandiade: Schulfest der Adam-Remmele-Schule OktoberDaxlandiade: Seniorennachmittag in der Rheinstrandhalle OktoberDaxlandiade: Abschlussveranstaltung der Konzertreihe der Daxlander Musikvereine OktoberDaxlandiade: Rheinstrandsiedlungsfest OktoberDaxlandiade: Leo-Faller-Abend OktoberDaxlandiade: Bilder erzählen Märchen AprilSchriftzug „Durlach” in Hollywood-Manier am Turmberg MaiDurlach 3.0 – Wechseljahre einer Stadt MaiOpen-Air-Gottesdienst Juni Barockes Schlossgartenfest – Markgräfin Magdalena Wilhelmine lädt zum Schlossgartenfest ein JuliKlassik am Turm JuliDurlacher Kinderfest GrötzingenJuniKulturmeile 2015 GrünwinkelAprilGrünwinkler Krähen HagsfeldSeptemberVereinsbaum Beiertheim-Bulach Daxlanden Durlach ____ Datenquelle: KA300; Aufbereitung und Design: Amt für Stadtentwicklung AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 27 STADTTEILMONATTITEL DES PROJEKTS JuniHohenwettersbach bringt Highlights der klassischen Karlsruher Musik JuliBergdorfmeile JuniBühne des Z10 JuniKunst-Strich JuniStephanienstraße im Wandel der Zeit JuliBücherschrank auf dem Leopoldplatz MaiEinweihung Infoschild Holzbiere JuniVerkehrssicherheitstag des MSC-Karlsruhe-Knielingen Juli Der goldene Westen – Veranstaltungen zum Thema „Alles im Fluss – vom einst glänzenden Gestadegold zum Petrol-Gold” SeptemberApfelpressfest JuniStadtteilumzug Mühlburg JuniMühlburg-Musical: Die Welt zu Gast in Mühlburg JuniStadteilsprint mit Draisinen und Rennrädern SeptemberPoesie damals – Lebenqualität heute? NeureutJuniNeureut klingt, singt und diniert in weiß MaiKarlsruher Historie im jüngsten Stadtteil JuliIkarusfest: Karlsruher Historie im jüngsten Stadteil MärzUrban Gardening MärzDorflinde MärzSchaufenster Nordwest Oberreut Oktober 1) „Alte Imkerei” Eine Natur- und Gartenanlage für Kinder MaiKlingende Kirchen – Klingende Straßen MaiKinder-Musik-Fest am Muttertag auf dem CampusOne MaiStudentische Meile MaiWanderausstellung „Geschichte unserer Oststadt” MaiMit Sang und Klang MaiUnser Karl Wilhelm MaiWanderausstellung „Geschichte unserer Oststadt” MärzEdelroststahlskulptur „Rintheimer Sandhasen” MärzBunte Hasen für Rintheim AprilMeistersinger von Rintheim MaiHistorische Stadtteilführungen mit dem Nachtwächter JuniHasenEnten-Fest RüppurrJuliDer Rieberger Rahmbeutel StupferichJuliStupfericher Kulturwanderpfad MaiSüdstadtfestival feiert Stadtgeburtstag OktoberLichtinstallation Seidenstraße Mühlburg Hohenwettersbach Innenstadt-Ost Innenstadt-West Südstadt Knielingen Nordstadt Nordweststadt Oststadt Rintheim ____ 1) Projekt findet erst 2016 statt. Datenquelle: KA300; Aufbereitung und Design: Amt für Stadtentwicklung noch Tabelle 2.01 LISTE DER STADTTEILPROJEKTE NACH MONATEN 28 | EVALUATIONSBERICHT | STADTGEBURTSTAG KARLSRUHE 2015 STADTTEILMONATTITEL DES PROJEKTS März„Schön wäre es, wenn...” JuliLese- und Kulturmeile auf der Hirschbrücke AugustLiebe auf den 2. Blick – Tag des offenen Hofes im Alker Block SeptemberSalonTräumereien in der Südweststadt JuniEröffnung des Brückentags in Weiherfeld-Dammerstock JuniBilder.Erzählen.Geschichte – Eine Zeitreise durch Weiherfeld-Dammerstock JuniTotal verbrückt – Brücken die verbinden Juni„Durch-Weg gut” ein Spaziergang durch unseren Stadtteil – mit neuen Perspektiven JuniNachbarschaftsmarkt – das Schöne ist so nah! JuniDämmerfelder und Weiherstöcke – Errichtung von Sitzbänken AprilMusikachse Sophienstraße – Konzert des Lessing-Gymnasiums MaiHelmholtz Musikfest JuniEröffnung: Drei Gymnasien auf Spurensuche zum Nationalsozialismus in Karlsruhe (Helmholtz-Gymnasium) JuniDrei Gymnasien auf Spurensuche zum Nationalsozialismus in Karlsruhe (Helmholtz-Gymnasium) JuniAlles Gute(nberg) zum Geburtstag Juni Fest der jungen Forscher: Drei Gymnasien auf Spurensuche zum Nationalsozialismus in Karlsruhe (Schlossgarten) JuliDrei Gymnasien auf Spurensuche zum Nationalsozialismus in Karlsruhe (Bismarck-Gymnasium) JuliGrößter Frankfurter Kranz der Welt JuliDrei Gymnasien auf Spurensuche zum Nationalsozialismus in Karlsruhe (Goethe-Gymnasium) AprilGrünwettersbach singt MaiWanderung rund um den Funkturm für Jung und Alt JuniWanderung rund um den Funkturm für Jung und Alt SeptemberWillkommen in Palmbach SeptemberErweiterung des Skulpturenwegs Wettersbach SeptemberEröffnung Palmbacher Waldenserweg mit Fußmarsch entlang des ortshistorischen Weges zum Festgelände OktoberKreativzentrum Wettersbach AprilWolfartsweierer Kunst & Kultur im Zeichen Deutsch-Französischer-Freundschaft JuliUmarmung von Wolfartsweier Weststadt Wettersbach Wolfartsweier Weiherfeld-Dammerstock Südweststadt ____ Datenquelle: KA300; Aufbereitung und Design: Amt für Stadtentwicklung noch Tabelle 2.01 LISTE DER STADTTEILPROJEKTE NACH MONATEN AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 29 2.4 DAS VOLUNTEER- PROGRAMM Volunteers sind freiwillige Helfer, die Besucherinnen und Besucher den Weg weisen, sie informieren und da helfen, wo sie gebraucht werden. Wer Volunteer für KA300 werden wollte, konnte sich auf Karlsruhe-Volunteer.de in eine Datenbank eintragen, ein Profi l anlegen und gewünschte Einsätze auswählen. Insgesamt konnte das Volunteer-Programm 708 Interessenten verbuchen. Davon waren 308 Personen zu aktiven Volunteers ausgebildet worden, von denen 293 Volunteers letztendlich an einem oder mehreren Einsätzen teilgenommen haben. Lediglich 16 „aktive“ Volunteers blieben ohne Einsatz. Die Volunteers des Stadtgeburtstags erbrachten eine Gesamtleistung von 887 Einsätzen, was einer Einsatzzeit von 7.681 Arbeitsstunden entspricht. Die Person mit den meisten absolvierten Einsätzen hatte 52 bestätigte Einsätze. Die meisten Einsätze fi elen in die Bereiche Veranstaltungsunterstützung, Welcome Volunteer sowie Auf- und Abbauhelfer. Die Altersstruktur der Volunteers weist drei Spitzen in den Altersgruppen von 20 bis 29 Jahren und in den Gruppen von 40 bis 49 und 50 bis 59 Jahren auf. Im Durchschnitt waren die Volunteers 55 Jahre alt, wobei der jüngste Volunteer 18 Jahre und der älteste Volunteer 84 Jahre alt waren. Nahezu die Hälfte der Volunteers (49 %) hat einen Hochschulabschluss, weitere 30 % gaben als höchsten Bildungsabschluss eine Berufsausbildung an. Neben Englisch hatten die Volunteers Kenntnisse in 40 weiteren Sprachen. Die am meisten vertretenen Sprachkenntnisse waren Französisch (49 %), Spanisch (18 %), Italienisch (6 %), Russisch (5 %), Portugiesisch (3 %) und Holländisch (2 %). Neben „gängigen“ Sprachen gab es auch exotische Sprachkenntnisse wie Hindi, Persisch oder Armenisch. 30 | EVALUATIONSBERICHT | STADTGEBURTSTAG KARLSRUHE 2015 3. PRESSERESONANZ Abbildung 3.01 BERICHTERSTATTUNG ZUM STADTGEBURTSTAG IN PRINT- UND ONLINEMEDIEN Die Pressearbeit zum Stadtgeburtstag wurde an den strategischen Kommunikationszielen von KA300 ausgerichtet. Hier ging es zum einen darum, die vielfältigen Themen des Stadtgeburtstags in die Öffentlichkeit zu spielen, zum anderen bei den Karlsruherinnen und Karlsruhern ein Wir-Gefühl zu erzeugen, das auch über den 300. Stadtgeburtstag hinaus wirkt. Hierbei galt es insbesondere zu identifi zieren, welche Inhalte lokal, welche regional und welche auch überregional sowie international funktionieren. Die Presse wurde regelmäßig auf Grundlage eines vordefi nierten Kommunikations-Zeitplans über die Stadtgeburtstagsthemen informiert. Genutzt wurden klassische PR-Instrumente wie Pressetermine, Presseinformationen und Redaktionsgespräche. Zudem wurden Hörfunkdienste, Online-Video-Übertragungen ausgewählter Presseevents sowie Vodcasts und Social-Media- Plattformen (Facebook, Twitter, Youtube). 10.933 PRINT- UND ONLINEBEITRÄGE ZUM STADTGEBURTSTAG Für die Medienauswertung wurde der PR-Dienstleister Pressrelations beauftragt, der somit für die Dokumentation der Presse-Clippings, das heißt der Beiträge in Print- und Onlinemedien, zuständig war. Auf Grundlage dieser dokumentierten Beiträge wurde für den Zeitraum vom 1. Januar 2014 bis zum 13. Oktober 2015 eine quantitative Medienanalyse realisiert. Hierbei ist zu beachten, dass die TV- und Hörfunkberichte über den Stadtgeburtstag (zum Beispiel Südwestrundfunk, SWR Fernsehen, Die Neue Welle, Radio Regenbogen, Deutsche Welle, RTL Fernsehen) in der Auswertung nicht berücksichtigt wurden. Im Untersuchungszeitraum wurden insgesamt 10.933 Beiträge in nationalen und internationalen Medien über den Stadtgeburtstag Karlsruhe 2015 dokumentiert. Wie in Abbildung 3.01 dargestellt, lag der Schwerpunkt mit 72,3 % der Beiträge deutlich auf der Berichterstattung in Printmedien. Etwa jeder dritte dokumentierte Beitrag (27,7 %) befand sich in Onlinemedien. Im Vergleich zu ähnlichen Großveranstaltungen ist der Anteil der Medien- berichterstattung in Printmedien sehr hoch. Dies ist durchaus positiv zu werten, da er ein Indiz für großes Interesse etablierter Zeitungen und Printpublikationen an den Themen des Stadtgeburtstags darstellt. Der ungewichtete Anzeigenäquivalenzwert (AVE) – das heißt die Summe, die ein Artikel in gleicher Größe als Anzeige gekostet hätte – erreichte insgesamt 28,1 Millionen Euro, davon entfallen 8,9 Millionen (31,6 %) auf die Printmedien, und 19,2 Millionen (68,4 %) auf die Onlinemedien. Der hohe Anzeigenäquivalenzwert für Onlinemedien resultiert daraus, dass bei verschiedenen Themen auch große Medienhäuser (Axel Springer-Verlag, Holtzbrinck und weitere) auf ihren Online-Portalen berichtet haben und hier die Anzeigenpreise entsprechend hoch angesetzt sind. Die Verbreitung der Beiträge beträgt insgesamt 389,6 Millionen Exemplare in der Print- und 23,9 Milliarden Visits in der Onlineberichterstattung. 27,6% 72,4% Zeitraum: 1. Januar 2014 bis 13. Oktober 2015 ___ Basis: 10.933 Berichte. Datenquelle: KA300; Aufbereitung und Design: Amt für Stadtentwicklung Onlinemedien Printmedien AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 31 www.karlsruhe.de HÖHEPUNKT DER BERICHTERSTATTUNG WAR ZU BEGINN DES FESTIVALSOMMERS Das Medieninteresse stieg ab Oktober 2014 zunehmend an. Die höchste Präsenz erhielt KA300 im Juni 2015 mit insgesamt 2.322 Beiträgen, gefolgt vom Juli 2015 mit 1.476 Beiträgen. Insgesamt war die Berichterstattung während des Festival- sommers sehr hoch und nahm erst nach dessen Ende am 27. September 2015 stark ab (Abbildung 3.02). Der Verlauf der Medienpräsenz steht in engem Zusammenhang mit dem PR- und Pressekonzept, das im August 2014 durch das neu aufgestellte KA300-Kommunikationsteam erweitert und konkretisiert wurde. Wie in Abbildung 3.03 dargestellt, wurden nach der Phase 0 – „Bisherige Pressearbeit“ – ab Sommer 2014 fünf Phasen entwickelt, in denen verschiedene Kommunikationsmaßnahmen umgesetzt werden sollten. Abbildung 3.02 BERICHTERSTATTUNG ZUM STADTGEBURTSTAG IM ZEITVERLAUF 17 36 44 18 28 37 14 28 19 66 376 343 720 723 765 617 1.030 2.322 1.476 979 1.070 205 0 500 1.000 1.500 2.000 2.500 Jan. 2014 Feb. 2014 Mrz. 2014 Apr. 2014 Mai 2014 Juni 2014 Juli 2014 Aug. 2014 Sept. 2014 Okt. 2014 Nov. 2014 Dez. 2014 Jan. 2015 Febr. 2015 Mrz. 2015 Apr. 2015 Mai 2015 Juni 2015 Juli 2015 Aug. 2015 Sept. 2015 Okt. 2015 Zeitraum: 1. Januar 2014 bis 13. Oktober 2015 ___ Basis: 10.933 Berichte. Datenquelle: KA300; Aufbereitung und Design: Amt für Stadtentwicklung 32 | EVALUATIONSBERICHT | STADTGEBURTSTAG KARLSRUHE 2015 In Phase I wurde zunächst das neue Pressekonzept aufgesetzt und bis Ende 2014 erste Pressemaßnahmen vorgenommen. Hierzu zählen beispielsweise die Etablierung des KA300-Ladens, erste Pressegespräche mit Partnern, ein Kulturpressetalk und die Begleitung des Pavillon-Baus von Beginn an (Spatenstich- Termin, Richtfest und weitere). In Phase II, der Aktivierungs- phase, ging es insbesondere um die Darstellung der nahenden KA300-Events und der Projekte in der Öffentlichkeit – zum Beispiel auf den Tourismusmessen CMT und ITB sowie durch Veröffentlichung des Veranstaltungskalenders. In Phase III, der Partizipationsphase, sollte die Bevölkerung verstärkt in die Projekte eingebunden werden, in denen die Menschen den Stadtgeburtstag mitgestalten konnten. Dies betraf zum Beispiel Stadtteilprojekte, Ideenwettbewerbsprojekte oder Mitmachformate wie die Dance Competition sowie die Laborbühnen. In Phase IV wurde der Festivalsommer mit dem Eröffnungsfestival am 17. Juni eingeläutet. Ab diesem Zeitpunkt wurde der Pavillon bespielt. Vor dem Schloss fanden die Schlosslichtspiele statt und in der ganzen Stadt wurden zahlreiche der insgesamt über 500 Veranstaltungen durchgeführt. Phase V umfasste die zweite Hälfte des Festivalsommers ab Anfang August bis zum 27. September sowie den Nachklapp bis Mitte Oktober 2015. In Abbildung 3.03 lässt sich gut erkennen, dass sich die Medienresonanz im Laufe der sechs Phasen verstärkt hat. Abbildung 3.03 BERICHTERSTATTUNG ZUM STADTGEBURTSTAG UND PRESSEKONZEPT DER GROSSTEIL DER NATIONALEN BERICHTERSTATTUNG ERFOLGTE IN BADEN-WÜRTTEMBERGISCHEN MEDIEN Besonders stark wurde KA300 in der regionalen und baden- württembergischen Medienlandschaft wahrgenommen (Tabelle 3.01). Neun von zehn dokumentierten nationalen Beiträgen (90 %) stammen aus dem Land. Aber auch generell im ganzen Südwesten Deutschlands zeigte die Presse großes Interesse am Karlsruher Stadtgeburtstag, ebenso in der Bundeshauptstadt, was mit den großen Themen, aber im Falle Berlins auch mit den öffentlichkeitswirksamen Auftritten auf der ITB sowie in der Landesvertretung Baden-Württemberg, zusammenhängt. In den östlichen Bundesländern und im Saarland spielte der Stadtgeburtstag kaum oder nur eine untergeordnete Rolle. Die internationale Presse spielte nur bedingt eine Rolle. Insgesamt ist hier festzustellen, dass besonders stark in Österreich, Schweiz, Frankreich und der Türkei über den Stadtgeburtstag berichtet wurde. Es zeigte sich aber, dass durch Themen mit spezifi schen Länderbezügen auch in weiter entfernten Ländern eine Presserelevanz hergestellt werden konnte. Beispiele hierfür sind Taiwan – durch eine Delegationsreise nach Karlsruhe und die damit verbundene Geschenkübergabe einer Skulptur des international renommierten Künstlers Mu-Xiang Kang –, die Geburtstags- komposition des estnischen Komponisten Urmas Sisask sowie das Organum-Konzert für acht Orgeln in der Hochschule für Gestaltung, in der auch Orgeln aus Nottingham, Nancy und Temeswar hinzu geschaltet waren. Somit wurde auch in Frankreich, Großbritannien und Rumänien berichtet. Basis: 10.933 Berichte Datenquelle: KA300; Aufbereitung und Design: Amt für Stadtentwicklung 2% 8% 20% 25% 28% 18% Phase 0Phase IPhase IIPhase III Phase IVPhase V Bisherige Pressearbeit Neues Pressekonzept AktivierungsphasePartizipationsphaseErste FestivalhälfteZweite Festivalhälfte 17. Juni 20157. August 201513. Oktober 2015März 2015Dezember 2014August 2014Start AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 33 www.karlsruhe.de Tabelle 3.01 NATIONALE BERICHTERSTATTUNG ZUM STADTGEBURTSTAG IN PRINT- UND ONLINEMEDIEN BUNDESLANDANZAHL BEITRÄGEPROZENT DER BEITRÄGE Baden-Württemberg8.84890,0 % Rheinland-Pfalz2963,0 % Bayern2242,3 % Nordrhein-Westfalen1291,3 % Hessen1081,1 % Berlin690,7 % Hamburg520,5 % Niedersachsen300,3 % Sachsen150,2 % Sachsen-Anhalt140,1 % Brandenburg120,1 % Schleswig-Holstein100,1 % Mecklenburg-Vorpommern90,1 % Saarland70,1 % Bremen40,0 % Thüringen40,0 % Zeitraum: 1. Januar 2014 bis 13. Oktober 2015 ___ Basis: 9.831 Berichte. Datenquelle: KA300; Aufbereitung und Design: Amt für Stadtentwicklung 34 | EVALUATIONSBERICHT | STADTGEBURTSTAG KARLSRUHE 2015 4. DER FESTIVALSOMMER AUS SICHT DER GÄSTE 4.1 DER STADTGEBURTSTAG IM BEWUSSTSEIN DER KARLSRUHERINNEN UND KARLSRUHER Vor, während und nach dem Festivalsommer standen Erwartungen und Resonanz bei den Gästen mehrfach im Fokus von Untersuchungen. Bereits bei der repräsentativen Bürgerumfrage „Grün in der Stadt“ im Mai 2015 wurden vier Fragen zum bevorstehenden Festivalsommer gestellt. Eine weitere Befragung der Karlsruherinnen und Karlsruher im September diente dazu,im Rückblick den Stadtgeburtstag zu bewerten. 4.1.1 ERWARTUNGEN, INFORMATIONSWEGE UND BEWERTUNGEN Im Zuge der Bürgerumfrage 2015 wurden den Karlsruherinnen und Karlsruhern bereits zu Beginn des Festivalsommers, im Zeitraum vom 15. April bis zum 15. Mai 2015 vier Fragen zum Stadtgeburtstag gestellt. Insgesamt hatte bereits vor dem offi ziellen Start der Veranstaltungsreihe eine überwältigende Mehrheit von 96,6 % vom Stadtgeburtstag gehört oder gelesen. In keiner Befragtengruppe lag der Bekanntheitsgrad unter 90 %. Besonders hoch war er unter den gut situierten Haushalten mit Haushaltsnettoeinkommen von über 3.000 Euro pro Kopf (98,9 %) sowie den Befragten mit Hochschul- oder Fachhochschulabschluss (98,1 %). Niedrigere Werte zeigten sich bei Haushalten mit einem Nettoeinkommen von unter 1.000 Euro pro Kopf (90,1 %) sowie unter ausländischen Befragten (90,2 %) – siehe Abbildung 4.01. AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 35 Abbildung 4.01 BEKANNTHEITSGRAD DES STADTGEBURTSTAGS IM FRÜHJAHR VOR DEM FESTIVALSOMMER 2015 FESTIVALSOMMER LÖSTE HOHE ERWARTUNGEN AUS Das Interesse am bevorstehenden Festivalsommer war bereits im Frühjahr 2015 unter den Befragten erfreulich hoch. Fast zwei Drittel der Karlsruherinnen und Karlsruher zeigten sich erwartungsvoll – 28,0 % waren im Frühjahr sehr gespannt auf den kommenden Stadtgeburtstag, 38,7 % gaben an, sich für das anstehende Festivalprogramm im Sommer zu interessieren. Lediglich bei einem Viertel der Befragten (26 %) war das Interesse am bevorstehenden Stadtgeburtstag im Frühjahr 2015 nur mäßig vorhanden („interessiere mich weniger“). Überhaupt kein Interesse artikulierten dagegen nur 7,4 % der Bürgerinnen und Bürger – siehe Abbildung 4.02. Besonders viele „sehr gespannte“ Befragte waren unter den Geringverdienern zu fi nden (unter 1.000 Euro pro Kopf: 45 %), aber auch unter Schülern und Studierenden (38,7 %) und Familien mit Kindern (33,4 %). Auf der anderen Seite blieb das Interesse unter den Hochbetagten und Befragten mit Migrationshintergrund geringer. Abbildung 4.02 ERWARTUNGSHALTUNG IM VORFELD DES FESTIVALSOMMERS 90,1% 90,2% 98,1% 98,9% 96,6% 0%20%40%60%80%100% Haushaltsnettoeinkommen unter 1.000 Euro pro Kopf nicht-deutsche Befragte Befragte mit Hochschul-/Fachhochschulabschluss Haushaltsnettoeinkommen 3.000 Euro pro Kopf und mehr Befragte insgesamt Haben Sie vom Stadtgeburtstag gehört oder etwas gesehen? ___ Basis: 1.995 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Bürgerumfrage 2015 Sind Sie gespannt darauf, welche Veranstaltungen dieses Jahr während des Festivalsommers angeboten werden? 28,0%38,7%26,0%7,4% 0%10%20%30%40%50%60%70%80%90%100% sehr gespanntinteressiere michinteressiere mich wenigerinteressiere mich nicht ___ Basis: 1.995 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Bürgerumfrage 2015 36 | EVALUATIONSBERICHT | STADTGEBURTSTAG KARLSRUHE 2015 PRINTMEDIEN WAREN HAUPTINFORMATIONSQUELLE In einer nachgelagerten Befragung zum Stadtgeburtstag wurden zum Ende des Festivalsommers 1.500 Karlsruherinnen und Karlsruher zu ihren Erfahrungen, Eindrücken und Meinungen befragt. Dabei zeigte sich im Hinblick auf die genutzten Informationsquellen zum Programmablauf und -angebot während des Festivalsommers ganz deutlich, dass es vor allem die örtlichen Printmedien waren, über die sich die Karlsruher Bürgerinnen und Bürger über das Geschehen rund um den Stadtgeburtstag informierten (58,3 %). An zweiter Stelle (36,1 %) erfolgte die Information über Mundpropaganda, also über Freunde oder Bekannte. Rund ein Viertel der Befragten gab an, sich mit Hilfe von Programmbroschüren oder Veranstaltungsfl yern über das Angebotsspektrum im Rahmen von KA300 auf dem Laufenden gehalten zu haben (24,7 %). Ein Fünftel (21,5 %) nutzte die Internetseite ka300.de. Deutlich weniger Bedeutung bei der Informationsbeschaffung kam der eigens programmierten Festival-App für smartphones (7,8 %), Social Media (7 %) und Radio oder TV Sendungen (3,2 %) zu. Die Ergebnisse sind in Abbildung 4.03 zusammengestellt. In den einzelnen Befragtengruppen gab es Unterschiede hinsichtlich der Häufi gkeit der verwendeten Informations- medien. Während bei den älteren Befragten die Printmedien als Informationsquelle stärker als im Gesamtdurchschnitt in den Mittelpunkt rückt, nehmen bei den jüngeren Befragten- gruppen die Nennungen von social media und Festival-App leicht zu – allerdings ohne dass Printmedien und Mundpropaganda ihre führende Rolle als Informationswege verlieren. Der Stadtgeburtstag war bei rund einem Drittel der Karlsruherinnen und Karlsruher häufi g Gesprächsthema mit Bekannten, Freunden oder der Familie (32,1 %). Ein weiteres Drittel der Befragten gab an, ab und zu über den Stadtgeburtstag gesprochen zu haben (30,6 %). Bei einem Viertel der Bürgerinnen und Bürger war der Festivalsommer nur am Rande mal Thema eines Gesprächs (24,2 %). Nie über KA300 gesprochen zu haben, gaben dagegen nur 13,1 % der Befragten an. Unter allen Befragtengruppen war der Stadtgeburtstag besonders bei den Familien mit Kindern häufi g Thema (42,8 %). Ganz grundsätzlich ist festzustellen, dass das Jubiläumsjahr vor allem bei den Befragten im Alter zwischen 30 und 75 Jahren verstärkt Interesse wecken konnte, während er unter den Jüngeren unter 30 Jahren und andererseits unter den Hochbetagten über 75 Jahren seltener Gesprächsthema war – siehe Tabelle 4.01. Abbildung 4.03 NUTZUNG VERSCHIEDENER INFORMATIONSQUELLEN ZUM VERANSTALTUNGSANGEBOT 1) Tabelle 4.01 GESPRÄCHSTHEMA STADTGEBURTSTAG BEFRAGTENGRUPPENHÄUFIG AB UND ZU NUR AM RANDE NIE 18 bis unter 30 Jahre 29,3 %26,1 %29,0 %15,5 % 30 bis unter 45 Jahre 34,7 %31,4 %21,9 %12,0 % 45 bis unter 65 Jahre 33,4 %32,3 %23,4 %10,9 % 65 bis unter 75 Jahre 35,7 %30,6 %20,4 %13,4 % 75 Jahre und älter 25,3 %33,3 %24,7 %16,7 % Familien mit Kindern unter 18 Jahren 42,8 %31,4 %18,3 %7,4 % BEFRAGTE INSGESAMT32,1%30,6%24,2%13,1% War der Stadtgeburtstag Gesprächsthema innerhalb Ihres Freundes- und Bekanntenkreises oder in Ihrer Familie? ___ Basis: 1.503 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Umfrage Stadtgeburtstag 2015 7,1% 3,2% 7,0% 7,8% 21,5% 24,7% 36,1% 58,3% 0%20%40%60%80% gar nicht TV/Radio social media Festival-App Internetseite ka300.de Programmbroschüren Mundpropaganda Printmedien Haben Sie vom Stadtgeburtstag gehört oder etwas gesehen? ___ 1) Mehrfachnennungen waren möglich, daher Summe größer als 100 %. Basis: 1.503 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Umfrage Stadtgeburtstag 2015 AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 37 SPONSOREN WURDEN WAHRGENOMMEN Die zahlreichen Partner und Sponsoren, die die Feierlichkeiten zum 300-jährigen Stadtjubiläum fi nanziell und organisatorisch unterstützt haben, wurden von zwei Fünfteln (40,7 %) der Karlsruherinnen und Karlsruher bewusst wahrgenommen. Dabei waren es besonders die Familien mit Kindern, die die Unterstützungsleistungen aufmerksam beobachtet haben (55,5 %), während das Thema Sponsoring zum Beispiel unter Schülern, Studierenden und Auszubildenden (30,3 %) sowie älteren Personen über 75 Jahren (26,5 %) weniger Beachtung fand. Bewusst wahrgenommen wurden vor allem die Sparda- Bank (44,9), die EnBW (23,5 %), die dm-drogerie (16,7 %), die Siemens AG (15,8 %) sowie die Stadtwerke (14,5 %). STADTGEBURTSTAG HAT ZWEI DRITTEL DER KARLSRUHERINNEN UND KARLSRUHER SEHR GUT GEFALLEN Einer überwältigenden Mehrheit von 67 % der Karlsruherinnen und Karlsruher, die mindestens eine Veranstaltung des Stadtgeburtstags besucht haben, hat der Stadtgeburtstag „sehr gut“ gefallen. Weitere 27,2 % der Befragten bewerteten die Veranstaltungsreihe mit „gut“. Nur 5,2 % äußerten sich mit „teils, teils“ und lediglich 0,5 % hat der Festivalsommer nicht gut gefallen (Abbildung 4.04). Somit bewerten zusammen 94,2 % der Karlsruher Bevölkerung den Stadtgeburtstag mit „sehr gut“ oder „gut“. Auch in den einzelnen Befragtengruppen weichen die Bewertungen nicht wesentlich vom Karlsruher Gesamtdurchschnitt ab. Die größte Zustimmung fand der Stadtgeburtstag bei den Schülerinnen und Schülern, den Studierenden und Auszubildenden (78,9 % „sehr gut“) sowie den Haushalten mit einem Netto-Pro-Kopf- Einkommen zwischen 2.000 und 3.000 Euro pro Monat (82,2 % „sehr gut“). Abbildung 4.04 BEWERTUNG DER FEIERLICHKEITEN INSGESAMT 67,0% 27,2% 5,2% 0,5% 0,0% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% sehr gutgutteils, teilsnichtüberhaupt nicht ___ Basis: 937 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Umfrage Stadtgeburtstag 2015 Der Festivalsommer zum 300. Karlsruher Stadtgeburtstag ist seit dem 27. September vorbei. Wie haben Ihnen die Feierlichkeiten insgesamt gefallen? 38 | EVALUATIONSBERICHT | STADTGEBURTSTAG KARLSRUHE 2015 Abbildung 4.05 TEILNAHME AM STADTGEBURTSTAG 4.1.2 ZUSPRUCH ZU VERANSTALTUNGEN DES STADTGEBURTSTAGS Bei den im April 2015 unter den Karlsruherinnen und Karlsruhern abgefragten Erwartungshaltungen zum Stadt- geburtstag und zum Festivalsommer meinten 15,8 % der Befragten, „sie fühlten sich vom Stadtgeburtstag innerlich stark berührt und freuten sich“. Die übrigen sahen sich „eher in der Rolle eines Zuschauers“. Die emotionale Verbindung zum Jubiläumsereignis wurde besonders von den Jahrgängen ab 65 Jahren aufwärts geäußert (23,8 %), während sich vor allem Befragte unter 30 Jahren (6 %) nicht sehr bewegt zeigten. GROSSE RESONANZ DES STADTGEBURTSTAGS UNTER DEN KARLSRUHERINNEN UND KARLSRUHERN Im Rückblick ergab die Umfrage nach dem Festivalsommer ein etwas anderes Bild im Hinblick auf den Zuspruch zu den Veranstaltungen des Stadtgeburtstags, als es nach der (mäßigen) Emotionalisierung im Vorfeld zu erwarten gewesen wäre. Insgesamt 62,4 % aller Karlsruherinnen und Karlsruher gaben an, Veranstaltungen, Mitmachangebote oder Ausstellungen im Rahmen des Stadtgeburtstags besucht zu haben. Abbildung 4.05 zeigt, dass vor allem Befragte mittlerer und jüngerer Jahrgänge dem Festivalsommer zugesprochen haben, an der Spitze Haushalte mit Kindern (81,2 %) und eher „Neu“-Karlsruher mit einer Wohndauer von 5 bis unter 10 Jahren (81,5 %). Von den im Vorfeld besonders berührten älteren Befragten (über 65 Jahre) besuchte nur die Hälfte (50,5 %) Veranstaltungen des Stadtgeburtstags. Die hohe Resonanz des Festivalsommers unter Personen mit Hochschul- bildung (72,9 %) erklärt dies ein Stück weit, da der Charakter der Veranstaltungen nicht gezielt auf die Seniorenjahrgänge zugeschnitten war. 72,9% 81,5% 81,2% 50,5% 69,9% 62,4% 27,1% 18,5% 18,8% 49,5% 30,1% 37,6% 0%20%40%60%80%100% Befragte mit Hochschul-/Fachhochschulabschluss Wohndauer 5 bis unter 10 Jahre Haushalte mit Kindern Befragte 65 Jahre und älter Befragte 30 bis unter 45 Jahre Befragte insgesamt janein ___ Basis: 1.503 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Umfrage Stadtgeburtstag 2015 Haben Sie Veranstaltungen, Mitmachangebote oder Ausstellungen im Rahmen des Stadtgeburtstags besucht? AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 39 Mit großem Abstand an der Spitze der Besucherfrequenz stehen die Schlosslichtspiele, die von 79,3 % aller Befragten besucht wurden. Ihre Attraktivität war in allen Befragten- gruppen annähernd gleich. Danach folgen Konzerte (36,5 %), die Eröffnungsshow (26,5 %), Stadtteilprojekte (20,6 %) und die Ausstellungen im Landesmuseum, der Kunsthalle und in der städtischen Galerie (14,7 %). Sportangebote (9,4 %), die GLOBALE im ZKM (9,1 %) und Theatervorführungen (6,4 %) zogen weiteres Interesse auf sich. Abbildung 4.06 gibt einen Überblick zum Publikumsinteresse der wesentlichen Veranstaltungen. Abbildung 4.06 ART DER BESUCHTEN VERANSTALTUNGEN 1) 8,0% 1,1% 1,7% 2,0% 2,1% 3,7% 3,9% 4,6% 6,4% 9,1% 9,4% 14,7% 20,6% 26,5% 36,5% 79,3% 0%20%40%60%80%100% Sonstiges Führungen Wissenschaftsfestival Effekte Ausklang Diskussionsrunden Filmvorführungen Sonstige Ausstellungen Workshops und Mitmachangebote Theatervorführungen GLOBALE im ZKM Sportangebote Ausstellungen in Landesmuseum, Kunsthalle und Städtischer Galerie Stadtteilprojekte Eröffnungsshow Konzerte Schlosslichtspiele Haben Sie Veranstaltungen, Mitmachangebote oder Ausstellungen im Rahmen des Stadtgeburtstags besucht? -– Wenn ja, welche? ___ 1) Mehrfachnennungen waren möglich, daher Summe größer als 100 %. Basis: 938 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Umfrage Stadtgeburtstag 2015 40 | EVALUATIONSBERICHT | STADTGEBURTSTAG KARLSRUHE 2015 Zahlreiche Karlsruherinnen und Karlsruher, die am Stadtgeburtstag teilgenommen haben, besuchten mehrere Veranstaltungen. Die relativ meisten (44,3 %) nahmen an zwei bis vier Veranstaltungen teil. Rund ein Fünftel der Befragten (22 %) nahm fünf- bis neunmal Termine des Festivalsommers wahr und ein Zehntel (9,8 %) erwiesen sich als ausgesprochene Stadtgeburtstags-Fans mit zehn und mehr Veranstaltungen. Etwa ein Viertel der Bürgerinnen und Bürger begnügte sich mit einer Veranstaltung (23,9 %) – siehe Abbildung 4.07. Besonders viele Veranstaltungen besuchten Befragte im Alter von 65 bis unter 75 Jahren (zehn und mehr: 20,7 %). Damit zeigte die Hälfte dieser Jahrgänge, die sich überhaupt auf den Stadtgeburtstag eingelassen hat, eine ganz besondere Zuwendung zu den Feierlichkeiten (siehe oben). Abbildung 4.07 TEILNAHME AM STADTGEBURTSTAG – INTENSITÄT Abbildung 4.08 WAHRNEHMUNG DES PAVILLONS PAVILLON WURDE ZUM ZENTRALEN ORT Zentraler Ort des Stadtgeburtstags war der Pavillon im Schlossgarten. Mehr als zwei Drittel aller Karlsruherinnen und Karlsruher besuchten diese Veranstaltungsstätte, davon 35,2 % im Rahmen einer Veranstaltung und 32,4 % zum Sightseeing. Ein knappes Drittel der Bevölkerung (32,4 %) hat den Pavillon nicht selbst in Augenschein genommen – siehe Abbildung 4.08. Die Veranstaltungen im Pavillon waren ein besonderer Anziehungspunkt für Familien mit Kindern (51,3 %) und für Bürgerinnen und Bürger, die erst zwischen fünf und zehn Jahren in Karlsruhe leben (52,3 %). Als Ausfl ugsziel zum Anschauen diente der Pavillon häufi g „Neu“-Karlsruhern (Wohndauer ein bis fünf Jahre: 43,2 %) und Befragten mit ausländischer Staatsangehörigkeit (43,4 %). Wie intensiv haben Sie die Angebote im Rahmen des Stadtgeburtstags genutzt? Das heißt wie viele Veranstaltungen haben Sie ungefähr besucht? 23,9%44,3%22,0%9,8% 0%20%40%60%80%100% eine Veranstaltungzwei bis vier Veranstaltungen fünf bis neun Veranstaltungenzehn und mehr Veranstaltungen ___ Basis: 919 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Umfrage Stadtgeburtstag 2015 Zentraler Ort des Stadtgeburtstags war der Pavillon im Schlossgarten. Waren Sie schon einmal vor Ort? 35,2%32,4%32,4% 0%20%40%60%80%100% ja, ich habe dort Veranstaltungen besucht ja, ich habe mir den Pavillon angeschaut nein ___ Basis: 1.503 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Umfrage Stadtgeburtstag 2015 AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 41 AUCH DEZENTRALE VERANSTALTUNGEN WURDEN WAHRGENOMMEN Der Stadtgeburtstag fand außer im Pavillon an zahlreichen Orten im Stadtgebiet statt. Dies wurde von den Karlsruherinnen und Karlsruhern auch so wahrgenommen. Knapp 70 % der Befragten konnten auf entsprechende Nachfrage hin neben dem Pavillon auch andere Veranstaltungsorte benennen – siehe Abbildung 4.09. Am häufi gsten wurde der Schlossplatz beziehungsweise „vor dem Schloss“ genannt (59,6 %), der Veranstaltungsort der Schlosslichtspiele. Die Innenstadt – häufi g auch den Marktplatz – erwähnten 22,6 % der Bürgerinnen und Bürger. Besondere Bedeutung kam hier den Klavieren sowie den Kunstinstallationen Schwebendes Haus und dem an der Wand stehenden Fahrzeug in der Zähringerstraße zu. Pavillon und Schlossgarten wurden auch hier von 14,6 % der Befragten genannt. Genauso viele (14,6 %) führten Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen an, in denen sie Veranstaltungen zum Stadtgeburtstag wahrgenommen hatten, darunter 5,4 % die GLOBALE im ZKM. Auf Stadtteilaktionen wurden 14 % der Befragten aufmerksam. Abbildung 4.09 WAHRNEHMUNG DES STADTGEBURTSTAGS AN UNTERSCHIEDLICHEN ORTEN IN DER STADT 1) 30,9% 14,0% 14,6% 14,6% 22,6% 59,6% 0%20%40%60%80%100% keine Antwort Stadtteile Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen Pavillon und Schlossgarten Innenstadt Schlossplatz beziehungsweise vor dem Schloss Außer am Pavillon war der Stadtgeburtstag auch an anderen Stellen im öffentlichen Raum erlebbar. Wo haben Sie den Stadtgeburtstag überall wahrgenommen? Bitte nennen Sie mir jeweils den Ort und was Sie dort gesehen haben. ___ 1) Mehrfachnennungen waren möglich, daher Summe größer als 100 %. Basis: 1.503 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Umfrage Stadtgeburtstag 2015 42 | EVALUATIONSBERICHT | STADTGEBURTSTAG KARLSRUHE 2015 4.1.3 MITWIRKUNG, EINSCHÄTZUNGEN UND HIGHLIGHTS DES STADTGEBURTSTAGS FAST EIN ZEHNTEL DER KARLSRUHERINNEN UND KARLSRUHER BRACHTE SICH AKTIV BEIM STADTGEBURTSTAG EIN In der Bürgerumfrage zu Beginn des Festivalsommers gaben 10,5 % an, sich aktiv (zum Beispiel im Stadtteil) beteiligen zu wollen (siehe Abbildung 4.10). Somit wollte gut ein Zehntel der Bevölkerung bei den Veranstaltungen des 300. Stadtgeburtstags mehr als nur zuschauen. Direkt nach Beendigung der Veranstaltungen gaben letztendlich 8,4 % der Karlsruherinnen und Karlsruher an, sich aktiv als Helferin oder Helfer beteiligt oder bei der Organisation einer Veranstaltung im Rahmen des Stadtgeburtstags mitgewirkt zu haben. Vor allem Familien mit Kindern unter 18 Jahren und ältere Alleinlebende im Alter von 45 bis unter 65 Jahren haben sich häufi g aktiv eingebracht. Besonders aktiv waren außerdem die bereits seit 10 bis unter 20 Jahren Ansässigen (10,7 %) gegenüber den erst ein bis unter fünf Jahren in Karlsruhe wohnenden Befragten (4,5 %). Abbildung 4.10 AKTIVE MITWIRKUNG AM STADTGEBURTSTAG NACH AUSGEWÄHLTEN BEFRAGTENGRUPPEN 10,7% 4,5% 11,3% 5,6% 11,3% 7,7% 9,1% 8,4% 10,5% 0%5%10%15%20% Wohndauer 10 bis unter 20 Jahre Wohndauer 1 bis unter 5 Jahre Ältere Alleinlebende (45 bis unter 65 Jahre) Single-Haushalte (18 bis unter 45 Jahre) Familien mit Kindern unter 18 Jahren weiblich männlich Befragte insgesamt im September 2015 Befragte insgesamt im April/Mai 2015 ___ Basis: 1.503/1.990 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Bürgerumfrage 2015 und Umfrage Stadtgeburtstag 2015 Haben Sie aktiv, zum Beispiel helfend oder organisierend bei einer Veranstaltung im Rahmen des Stadtgeburtstags mitgewirkt? AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 43 „DURCH DEN STADTGEBURTSTAG WAR MEHR LEBEN IN DER STADT ALS SONST“ Dieser Aussage stimmen fast drei von vier Befragten voll und ganz (47,7 %) oder eher zu (23,0 %). Gerade die erst seit kurzem in Karlsruhe Wohnenden und die Familien mit Kindern Abbildung 4.11 ZUSTIMMUNG ZU AUSSAGEN ZUM STADTGEBURTSTAG unter 18 Jahren pfl ichten dieser Aussage über den belebenden Effekt des Festivalsommers bei. In Abbildung 4.11 sind die verschiedenen Zustimmungswerte zu den Aussagen über den Stadtgeburtstag im Einzelnen dargestellt. 9,8% 15,9% 16,1% 21,1% 21,4% 21,7% 47,7% 4,9% 17,4% 15,0% 16,5% 16,6% 20,1% 23,0% 5,0% 14,4% 13,7% 14,4% 13,5% 13,0% 11,3% 5,8% 7,1% 7,4% 6,0% 6,8% 6,5% 3,0% 74,6% 45,1% 47,9% 42,0% 41,7% 38,8% 15,0% 0%20%40%60%80%100% ... habe ich die Orte in Karlsruhe besucht, an denen ich vorher noch nicht war. ...ist mein Interesse an Karlsruhe-spezifischen Themen gestiegen. ... fühle ich mich der Stadt Karlsruhe stärker verbunden. ... hat sich meine Wahrnehmung von Karlsruhe positiv verändert. ... habe ich Karlsruhe von einer neuen Seite kennengelernt. ... habe ich mehr über Karlsruhe erfahren. ... war mehr Leben in der Stadt als sonst. stimme voll zustimme eher zuteils, teilsstimme eher nicht zustimme überhaupt nicht zu ___ Basis: 1.465 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Umfrage Stadtgeburtstag 2015 Inwiefern stimmen Sie den folgenden Aussagen zum Stadtgeburtstag zu? Durch den Stadtgeburtstag ... 44 | EVALUATIONSBERICHT | STADTGEBURTSTAG KARLSRUHE 2015 DER STADTGEBURTSTAG LIESS DIE BEVÖLKERUNG MEHR ÜBER KARLSRUHE ERFAHREN, NEUE SEITEN KENNENLERNEN UND EINE POSITIVERE WAHRNEHMUNG GEWINNEN Nach eigener Einschätzung haben zusammen 41,7 % der Befragten durch den Stadtgeburtstag mehr über Karlsruhe erfahren. Mehr als die Hälfte (53,2 %) der Neubürger (Wohndauer ein bis unter fünf Jahre) und vor allem der fünf bis unter zehn Jahre in Karlsruhe wohnenden Befragten (61,4 %) stimmen dieser Aussage zu. Insgesamt geben außerdem 38,0 % der Karlsruherinnen und Karlsruher an, dass sie die Stadt von einer neuen Seite kennengelernt haben und fast ebenso viele (37,7 %) teilen mit, dass sich ihre Wahrnehmung von Karlsruhe im Zuge des 300. Stadtgeburtstags positiv verändert hat. Auch bei diesen beiden Aussagen stimmen besonders die Familien mit Kindern und die erst kürzer als zehn Jahre in Karlsruhe wohnenden Befragten zu. Das allgemeine Interesse an Karlsruhe-spezifi schen Themen hat mit dem Stadtgeburtstag in der Bevölkerung bei 33,3 % zugenommen. Unter den Familien mit Kindern unter 18 Jahren teilen 45,1 % ein gestiegenes Interesse an Karlsruhe-spezifi schen Themen mit. RUND EIN DRITTEL DER BEFRAGTEN FÜHLT SICH DURCH DEN STADTGEBURTSTAG STÄRKER MIT KARLSRUHE VERBUNDEN Einer erhöhten Verbundenheit mit der Stadt stimmen 31,0 % der Karlsruherinnen und Karlsruher zu, Männer (32,6 %) etwas häufi ger als Frauen (29,4 %). Besonders Familien mit Kindern (46,7 %) fühlen sich durch den Stadtgeburtstag stärker mit der Stadt verbunden. Die geringste Zustimmung zeigt sich in der Bevölkerung bei der Aussage „Durch den Stadtgeburtstag habe ich Orte in Karlsruhe besucht, an denen ich vorher noch nicht war.“ Lediglich 14,6 % stimmen hier voll und ganz oder eher zu. Bei den seit fünf bis unter zehn Jahren in Karlsruhe Wohnenden waren es dagegen 29,1 %, die Orte in Karlsruhe erstmals frequentierten. DIE SCHLOSSLICHTSPIELE WAREN DAS HIGHLIGHT DES FESTIVALSOMMERS Beinahe zwei Drittel (65,4 %) der Karlsruherinnen und Karlsruher sind sich einig, dass die Schlosslichtspiele mit den aufwendigen Bespielungen der Schlossfassade durch wechselnde europäische Projektionskünstlerinnen und -künstler das alles überstrahlende Highlight im Rahmen des Stadtgeburtstags waren (siehe Tabelle 4.02). Auf Rang zwei folgt mit großem Abstand die Eröffnungsshow, die von 9,6 % der Karlsruherinnen und Karlsruher als der persönliche Höhepunkt des Stadtgeburtstags genannt wird. Veranstaltungen allgemein sprechen 9,0 % der Befragten als Highlight an. Die diversen Ausstellungen nennen 5,9 %, den Pavillon und das Drumherum 5,3 %. Über das Stadtgebiet verteilte Stadtteilaktionen werden von 4,1 % als das Highlight im Rahmen des Stadtgeburtstags gesehen. Tabelle 4.02 HÖHEPUNKTE DES FESTIVALSOMMERS HIGHLIGHTS INSGESAMT 1) Schlosslichtspiele, Lichtershow 65,4 % Eröffnungsfeier am Schloss 9,6 % Veranstaltungen allgemein: Musik, Auftritte, Chor, Jazz, Klassik, dm Schlagerfestival, Pop, Muppet Show und weitere 9,0 % Ausstellungen allgemein: Landes-, Naturkundemuseum, Nacht der Museen, Kunsthalle, Kunstgalerie, Städtische Galerie 5,9 % Pavillon hinterm Schloss, Schlossgarten inklusive Konzerte, Auftritte, Kinderprogramm 5,3 % Stadtteilaktionen 4,1 % Sportangebot, Zirkeltraining am Schloss 2,6 % Kunstobjekte und -installationen, zum Beispiel fliegendes Haus am Marktplatz und Auto an der Wand, Kunstmalerei, Klaviere 2,3 % Sonstiges 3,6 % BEFRAGTE INSGESAMT812 ___ 1) Mehrfachnennungen waren möglich, daher Summe größer als 100 %. Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Umfrage Stadtgeburtstag 2015 Was war Ihr persönliches Highlight des Festivalsommers? AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 45 Besonderer Beliebtheit erfreuten sich die Schlosslichtspiele unter den Paaren im Alter von 45 bis unter 65 Jahren (73,2 %) und auch unter den Befragten mit einem relativ geringen Pro-Kopf-Einkommen. Die Eröffnungsshow mit ausführlichen Darbietungen zur Geschichte Karlsruhes stellte vor allem für die noch nicht so lange in der Fächerstadt lebenden Befragten das Highlight dar. Für relativ viele Karlsruherinnen und Karlsruher im Alter von 75 Jahren und älter waren die Ausstellungen (11,8 %) der persönliche Höhepunkt, bei den Befragten im Alter von 18 bis unter 30 Jahren wurden dagegen überdurchschnittlich häufi g spezielle Sportangebote (4,7 %) und die Kunstinstallationen genannt (4,2 %). MEHRHEIT WÜNSCHT SICH DIE REGELMÄSSIGE WIEDERHOLUNG DER SCHLOSSLICHTSPIELE Die Karlsruherinnen und Karlsruher wurden gefragt, welche Aktivitäten, unabhängig vom Stadtgeburtstag, weiterhin jährlich stattfi nden sollten. Rund 600 der 1.500 Befragten machten Vorschläge. In dieser Teilgruppe sind zwei Drittel der Befragten (66,0 %) der Meinung, dass die Schlosslichtspiele regelmäßig stattfi nden sollten (siehe Tabelle 4.03). Befragte im Alter von 75 Jahren und älter sprechen sich sogar zu 75,5 % für eine regelmäßige Wiederholung der Schlosslichtspiele aus. Veranstaltungen rund um den Pavillon und generell im Schlossgarten werden von 15,6 %, Veranstaltungen allgemein von 12,0 % der Befragten genannt. Das Sportangebot um das Schloss (Zirkeltraining, Yoga) wünschen sich 8,2 % regelmäßig (Frauen: 10,2 %). In der Stadt installierte Kunstwerke, wie das fl iegende Haus oder das gebogene Auto am Marktplatz möchten 6,2 % gerne regelmäßig sehen. Die insgesamt 80 Stadtteilaktionen sollten schließlich laut 5,3 % dieser Teilgruppe jährlich stattfi nden. Ausstellungen allgemein (4,6 %) und die Klaviere in der Innenstadt im speziellen nennen schließlich 3,6 %. Wenn die Befragten Aktivitäten genannt hatten, wurden Sie anschließend gebeten, ihre Nennungen zu begründen. Hierbei wird von einem Großteil (68,4 %) angeführt, dass die genannten Aktivitäten sehr schön und interessant waren. Die Magnetwirkung auf Besucher und Touristen nennen 15,0 % der Befragten. Ein Elftel führt an, dass Karlsruhe durch die Aktivitäten als kulturelles Zentrum gestärkt wird 9 %. Tabelle 4.03 VORSCHLÄGE FÜR DIE FORTFÜHRUNG EINZELNER AKTIVITÄTEN AKTIVITÄTEN INSGESAMT 1) Schlosslichtspiele, Lichtershow 66,0 % Schlossgarten, Schlossfestspiele, Pavillon Veranstaltungen 15,6 % Veranstaltungen allgemein: Musik, Konzerte, Auftritte, Chor, dm Schlagerfestival, Pop 12,0 % Sportangebot, Yoga, Zirkeltraining am Schloss 8,2 % Kunstobjekte und -installationen, zum Beispiel fliegendes Haus Marktplatz und Auto an Wand Marktplatz, Kunstmalerei 6,2 % Stadtteilaktionen 5,3 % Ausstellungen allgemein, Landes-, Naturkundemuseum, Nacht der Museen, Siemens, Kunsthalle, Kunstgalerie, Städtische Galerie, ZKM 4,6 % Klaviere und Klavierspieler 3,6 % Sonstiges 2,4 % BEFRAGTE INSGESAMT583 ___ 1) Mehrfachnennungen waren möglich, daher Summe größer als 100 %. Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Umfrage Stadtgeburtstag 2015 Stellen Sie sich vor, einige der Aktivitäten sollten unabhängig vom Geburtstag weiterhin jährlich stattfinden. Welche Aktivitäten würden Sie vorschlagen? 46 | EVALUATIONSBERICHT | STADTGEBURTSTAG KARLSRUHE 2015 4.2 BESUCHERRESONANZ BEI DEN SCHLOSSLICHTSPIELEN Am 22. August 2015 wurde bei den Schlosslichtspielen eine Besucherumfrage durchgeführt. Die folgenden Ergebnisse stellen damit eine Zeitpunktbetrachtung dar. Sie können nicht ohne weiteres auf die Schlosslichtspiele allgemein oder andere Veranstaltungen des Stadtgeburtstags übertragen werden. Insgesamt haben bei den face-to-face Interviews 538 Personen teilgenommen. Etwas mehr als die Hälfte der Befragten (54,5 %) war weiblich. Die Aufteilung in Altersklassen der Befragten kann Abbildung 4.12 entnommen werden: 5,4 % der Befragten waren unter 18 Jahre alt. Der Altersgruppe der 18- bis unter 30-Jährigen können 23,8 % der Befragten Abbildung 4.12 ALTER DER BEFRAGTEN 5,4% 23,8% 21,2% 35,9% 13,8% ___ Basis: 538 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Umfrage Schlosslichtspiele 2015 Welcher Altersgruppe gehören Sie an? 18 bis unter 30 Jahre 30 bis unter 45 Jahre unter 18 Jahre 65 Jahre und älter 45 bis unter 65 Jahre zugeordnet werden. Weitere 21,2 % waren 30 bis unter 45 Jahre alt. Etwas mehr als ein Drittel (35,9 %) befand sich in der Altersklasse 45 bis unter 65 Jahre. 13,8 % der Befragten waren 65 Jahre oder älter. BESUCHERSTRUKTUR DER SCHLOSSLICHTSPIELE MIT DEUTLICH REGIONALER PRÄGUNG Die Auswertung nach Herkunftsregionen der Befragten zeigt, dass etwas mehr als die Hälfte der Befragten (53,5 %) aus Karlsruhe stammte. Demzufolge waren 46,5 % aus Gemeinden von außerhalb. Bezüglich der Altersstrukturen ist festzustellen, dass die Besucherinnen und Besucher aus Karlsruhe im Durchschnitt jünger waren: In den Altersgruppen der unter 18-Jährigen und der 18- bis unter 30-Jährigen erreichten die Besucherinnen und Besucher aus Karlsruhe 62,1 % beziehungsweise 62,5 %. In Tabelle 4.04 ist dargestellt, woher die Besucherinnen und Besucher von außerhalb Karlsruhes stammten. Die Besucherstrukturen waren deutlich regional geprägt. Aus dem Landkreis Karlsruhe kamen 39,6 % der Auswärtigen. Weitere 12,8 % stammten aus Baden-Baden und dem Landkreis Rastatt. Mit 12,0 % erreichten Besucherinnen und Besucher aus Pforzheim, dem Enzkreis und dem Landkreis Calw einen ähnlich hohen Besucheranteil. Anteile von unter zehn Prozent ergaben sich für die Teilräume Pfalz (7,2 %), Region Stuttgart (6,8 %), Mannheim und Rhein-Neckar-Kreis (2,8 %), Südbaden (2,4 %) und den Ortenaukreis (2,4 %). Etwas weniger als jeder zehnte Besucher (9,2 %) von außerhalb stammte aus einem anderen Bundesland, das heißt nicht aus Baden-Württemberg oder Rheinland-Pfalz. AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 47 INSBESONDERE KARLSRUHERINNEN UND KARLSRUHER HATTEN DIE SCHLOSSLICHTSPIELE SCHON MEHRMALS BESUCHT Am 22. August 2015 besuchten rund zwei Drittel der Befragten (68,4 %) die Schlosslichtspiele zum ersten Mal. Unter den Besucherinnen und Besuchern, die von außerhalb Karlsruhes stammten, war der Anteil der Erstbesucher mit 84,0 % überdurchschnittlich hoch. Bei den befragten Karlsruherinnen und Karlsruhern lag der Anteil der Erstbesucher mit 54,9 % deutlich unter dem Durchschnitt. Insgesamt nahmen die Bewohnerinnen und Bewohner der Fächerstadt zum Zeitpunkt der Befragung also öfter die Möglichkeit war, die Schlosslichtspiele zu besuchen. Nahezu jeder fünfte Besucher aus Karlsruhe (17,0 %) gab sogar an, die Schlosslichtspiele schon mehr als dreimal besucht zu haben. Tabelle 4.04 HERKUNFTSREGIONEN AUWÄRTIGER BESUCHER HERKUNFTSREGIONENINSGESAMT Landkreis Karlsruhe 39,6 % Landkeis Rastatt/Baden-Baden 12,8 % Enzkreis/Pforzheim/LK Calw 12,0 % Pfalz 7,2 % Region Stuttgart 6,8 % Mannheim/Rhein-Neckar-Kreis 2,8 % Südbaden 2,4 % Ortenaukreis 2,4 % Sonstige (Baden-Württemberg) 3,2 % Sonstige (Rheinland-Pfalz) 1,6 % Sonstige (andere Bundesländer) 9,2 % BEFRAGTE INSGESAMT250 ___ Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Umfrage Schlosslichtspiele 2015 Aus welcher Gemeinde kommen Sie? Abbildung 4.13 BESUCHSGRÜNDE 1) Der häufi gste Grund für den Besuch der Schlosslichtspiele (Abbildung 4.13) war laut Auskunft der Befragten das eigene Interesse (68,0 %). Darauf folgten die Gründe Empfehlung von Bekannten (27,7 %), Presseberichte (10,2 %), Programmbuch (5,8 %) und Werbung (4,6 %). Eine Auswertung nach Altersgruppen zeigt, dass jüngere Befragte, das heißt Befragte Personen im Alter von unter 18 Jahren, besonders häufi g (44,8 %) auf Empfehlung von Bekannten hin die Schlosslichtspiele besuchten. Hier spielte Mundpropaganda also eine entscheidende Rolle. Zugleich gaben überdurchschnittlich viele Befragte im Alter von 65 Jahren oder älter (23,0 %) an, die Schlosslichtspiele aufgrund von Presseberichten besucht zu haben. 4,6% 5,8% 10,2% 27,7% 68,0% 0%20%40%60%80%100% Werbung Programmbuch Presseberichte Empfehlung von Bekannten Eigenes Interesse ___ 1) Mehrfachnennungen waren möglich, daher Summe größer als 100 %. Basis: 538 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Umfrage Schlosslichtspiele 2015 Was hat Sie bewogen, heute Abend hierher zu kommen? 48 | EVALUATIONSBERICHT | STADTGEBURTSTAG KARLSRUHE 2015 ZWEI DRITTEL DER BEFRAGTEN PERSONEN KOMBINIERTEN DEN BESUCH DER SCHLOSSLICHTSPIELE MIT WEITEREN AKTIVITÄTEN IN KARLSRUHE Den Besuch der Schlosslichtspiele verbanden etwa zwei Drittel der befragten Personen (69,1 %) mit weiteren Aktivitäten in Karlsruhe. Diese Aktivitäten waren, wie in Abbildung 4.14 dargestellt, insbesondere die Wahrnehmung gastronomischer Angebote („Essen und Trinken“, 59,1 %), bummeln (25,5 %) und eine Besichtigung des Pavillons zum Stadtgeburtstag („Pavillon anschauen“, 21,5 %). Etwa jeder zehnte Besucher (11,0 %) kombinierte den Besuch der Schlosslichtspiele mit dem Besuch einer anderen Veranstaltung im Rahmen des Stadtgeburtstags. Weitere, allerdings relativ selten genannte Aktivitäten waren Familie beziehungsweise Freunde besuchen (3,2 %), Feiern bzw. Party (2,2 %) und der Besuch des Zoologischen Stadtgartens (1,6 %). Bezüglich der Aktivitäten lassen sich insbesondere bei den Altersklassen der Befragten Unterschiede feststellen. So kombinierten vor allem Personen im Alter von 30 bis unter 45 Jahren den Besuch der Schlosslichtspiele mit dem Besuch von Familie beziehungsweise Freunden. Befragte im Alter von 65 Jahren und älter gaben überdurchschnittlich häufi g an, den Besuch der Schlosslichtspiele mit einem Stadtbummel zu verbinden. Abbildung 4.14 BESUCH DES STADTGEBURTSTAGS UND ANDERE AKTIVITÄTEN 1) 1,6% 1,6% 2,2% 3,0% 3,2% 11,0% 21,5% 25,5% 59,1% 0%10%20%30%40%50%60%70% Zoobesuch noch nicht entschieden Feiern/Party anderes Familie Freunde/Bekannte besuchen andere Stadtgeburtstagsveranstaltung besuchen Pavillon anschauen Bummeln Essen und Trinken Verbinden Sie den Besuch heute Abend noch mit etwas Anderem oder fahren Sie gleich wieder nach Hause? ___ 1) Mehrfachnennungen waren möglich, daher Summe größer als 100 %. Basis: 372 Befragte mit Antwort Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Umfrage Schlosslichtspiele 2015 AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 49 Abbildung 4.15 STADTGEBURTSTAG ALS GESPRÄCHSTHEMA VERANSTALTUNGEN DES FESTIVALSOMMERS STIESSEN BEI DEN BESUCHERINNEN UND BESUCHERN DER SCHLOSSLICHTSPIELE AUF GROSSES INTERESSE Etwas mehr als die Hälfte der Besucherinnen und Besucher der Schlosslichtspiele (50,7 %) hatte zum Zeitpunkt der Umfrage bereits mehr als eine Veranstaltung des Stadtgeburtstags besucht. Bei den Karlsruherinnen und Karlsruhern lag der Anteil mit 68,4 %, also mit etwa zwei Drittel, wesentlich höher. Etwa ein Drittel (32,6 %) der Besucherinnen und Besucher aus anderen Gemeinden hatte bereits mehr als eine Veranstaltung des Stadtgeburtstags besucht. Der Anteil aus dem Landkreis Karlsruhe lag mit 43,4 % deutlich höher als der Anteilswert für alle anderen Gemeinden. Ein signifi kanter Unterschied nach Altersgruppen ist nicht festzustellen. Neun von zehn befragten Besucherinnen und Besuchern der Schlosslichtspiele (87,4 %) fanden die Veranstaltungen des Festivalsommers „sehr interessant“ oder „interessant“. Der Anteil derjenigen, die die Veranstaltungen „sehr interessant“ fanden, steigt mit zunehmendem Alter: Während er bei den unter 18-Jährigen lediglich 13,8 % beträgt, erreicht er in der Altersklasse 65 Jahre und älter 48,6 %. Bei etwas weniger als der Hälfte der Befragten (45,9 %) war der Karlsruher Stadtgeburtstag zum Zeitpunkt der Befragung mindestens einmal die Woche Gesprächsthema im Bekanntenkreis (Abbildung 4.15). Besonders häufi g wurden Themen des Stadtgeburtstags in der Altersklasse 65 Jahre und älter erörtert: Zwei Drittel der Befragten in dieser Altersklasse (66,3 %) gaben an, sich mindestens einmal die Woche mit anderen zum Stadtgeburtstag auszutauschen. Ein Unterschied zeigt sich auch im Hinblick auf die Herkunft der Befragten. Bei Karlsruherinnen und Karlsruhern war der Stadtgeburtstag häufi ger Gesprächsthema als bei Besucherinnen und Besuchern aus anderen Gemeinden. Grundsätzlich wurde in näher gelegenen Gemeinden des Landkreises Karlsruhe häufi ger über den Stadtgeburtstag gesprochen. 2,4% 16,5% 27,0% 33,5% 20,6% ___ Basis: 538 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Umfrage Schlosslichtspiele 2015 Wie häufig ist der Karlsruher Stadtgeburtstag in Ihrem Bekanntenkreis ein Gesprächsthema? täglich mehrmals pro Woche einmal pro Woche bis jetzt ein- bis zweimal noch nie 50 | EVALUATIONSBERICHT | STADTGEBURTSTAG KARLSRUHE 2015 PRESSE, MUNDPROPAGANDA UND WERBUNG WAREN WICHTIGSTE INFORMATIONSQUELLEN ZUM STADTGEBURTSTAG Über die Hälfte der Befragten bei den Schlosslichtspielen (53,0 %) erfuhr von Veranstaltungen des Stadtgeburtstags über die Presseberichterstattung (Abbildung 4.16). Deutlich mehr als ein Drittel (38,5 %) hatte über Bekannte oder Familienmitglieder vom Stadtgeburtstag erfahren. Auch Werbung spielte mit 34,9 % eine relativ wichtige Rolle als Informationsquelle. Etwa jeder fünfte der Befragten hatte über Internet (20,6 %) oder Rundfunk (19,1 %) vom Stadtgeburtstag erfahren. Jeder Neunte (11,2 %) informierte sich über das Programmbuch. Weitere 1,9 % der Befragten hatten zufällig vom Stadtgeburtstag gehört. Die Nutzung von Informationsquellen zum Stadtgeburtstag unterscheidet sich nach Altersgruppen. So hatten 85,1 % der Befragten im Alter von 65 Jahren und älter über die Presse vom Stadtgeburtstag erfahren. In den Altersklassen der unter 18-Jährigen sowie Abbildung 4.16 STADTGEBURTSTAG ALS GESPRÄCHSTHEMA der 18- bis unter 30-Jährigen liegen die Anteile lediglich bei 27,6 % beziehungsweise 28,1 %. Mit 49,1 % liegt der Anteil derjenigen, die über Familie oder Bekannte vom Stadtgeburtstag erfahren hatten, in der Altersklasse der 30- bis unter 45-Jährigen über dem Durchschnitt. Gleichzeitig erreicht diese Informationsquelle bei den Befragten im Alter von 65 Jahren oder älter lediglich einen Anteilswert von 21,6 %. Über Werbung hatten alle Altersgruppen gleichermaßen vom Stadtgeburtstag erfahren. Die Auswertung nach Herkunftsgemeinden legt offen, dass die Karlsruherinnen und Karlsruher deutlich häufi ger (41,3 %) über Werbung vom Stadtgeburtstag erfahren hatten, als die Bewohnerinnen und Bewohner anderer Gemeinden (27,6 %). Darüber hinaus spielte die Presseberichterstattung im Landkreis Karlsruhe eine relativ starke Rolle: 66,7 % der Besucherinnen und Besucher aus dem Landkreis hatten aus der Presse von Veranstaltungen zum Stadtgeburtstag erfahren. 2,2% 1,9% 11,2% 19,1% 20,6% 34,9% 38,5% 53,0% 0%20%40%60% anderes Zufall Programmbuch Rundfunk Internet Werbung von Bekannten/Familie Presse Wie haben Sie von den Feierlichkeiten zum Stadtgeburtstag erfahren? ___ 1) Mehrfachnennungen waren möglich, daher Summe größer als 100 %. Basis: 538 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Umfrage Schlosslichtspiele 2015 AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 51 ____ ¹) Quelle: Größte Ba-Wü Unternehmen http://www.stuttgarter- zeitung.de/media.media.88d2c3e9-350a-4bcd-b9e9-f00816e0dc7c. original.pdf 52 | EVALUATIONSBERICHT | STADTGEBURTSTAG KARLSRUHE 2015 5. SPONSORING UND PARTNERSCHAFTEN ZAHLEN – DATEN – FAKTEN Mit der EnBW, dm, Bosch, Mercedes-Benz/Daimler und EDEKA engagierten sich fünf der 15 größten Unternehmen Baden- Württembergs¹ ) beim Stadtgeburtstag in Karlsruhe. Insgesamt 53 Partner und Sponsoren haben KA300 unterstützt, wobei die beiden Premium-Sponsoren Sparda-Bank Baden- Württemberg eG und EnBW Energie Baden-Württemberg AG den größten Teil der insgesamt 3,75 Millionen Euro Sponsoringsumme leisteten. Zu den Sponsoren zählten neben lokalen und regionalen Größen auch nationale Partner wie Wizard aus Hamburg, die KA300 bei der Ausstattung der Volunteers unterstützten und international tätige Konzerne wie Siemens und L‘Oréal. Diese Sponsoren-Familie repräsentiert mehrere hunderttausend Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Karlsruhe, Baden- Württemberg, aber auch weltweit, die die Botschaft von KA300 weitertrugen und wichtige Multiplikatoren in verschiedenste Richtungen waren. Allein durch die Eigen-Aktivierung ihres Sponsoring-Engagements wurden nochmals zusätzlich mehrere hunderttausend Kontakte über Firmenzeitungen, Webseiten, Aussendungen, virtuelle Ausstellungen und Einladungen – bis hin zu Firmen-Events generiert. Ein erfolgreiches Sponsoring lebt immer davon, dass es sowohl von Sponsoring-Gebern als auch Sponsoring- Nehmern gelebt wird. RÜCKBLICK – SPONSORING-KONZEPT Die Sponsoren-Akquise setzte bereits 2011 ein – zentraler Erfolgsfaktor war die frühe Gewinnung des Premium-Sponsors Sparda-Bank. Von Anfang an begleitete die Sparda-Bank den Weg über die Stadtgeburtstage 2011 und 2013 bis zum Festivalsommer 2015. Dieser wichtige Anker-Sponsor schuf Vertrauen in das Projekt KA300 und half dabei, weitere Sponsoren zu gewinnen. Die Sponsoren-Pyramide war in die Kategorien Premium-, Haupt-, Business-Sponsor und Freund aufgeteilt, die später noch durch den Offi ziellen Ausrüster, Freund Plus und Gastronomie-Partner ergänzt wurden – siehe Abbildung 5.01. Jeder Kategorie war ein Leistungs- und Gegenleistungspaket zugeordnet, abgestuft nach Höhe der Sponsoringsumme und dem Einbringen von Sach-, Marketing- oder Dienstleistungen durch den Sponsor. Neben einem klaren, abgestuften Sponsoring-Konzept war die individuelle Ansprache und das Eingehen auf Wünsche und Bedürfnisse der Unternehmen ein wichtiger Erfolgsgarant. Dies war nur durch einen entsprechenden Recherche-Aufwand und intensive Vorbereitung auf Termine zu leisten. In etwa 90 % der persönlichen Gespräche gelang es, letztlich auch einen Vertrag zu schließen. Bei der Akquise waren neben dem Sponsoring-Team sowohl die Stadtspitze mit Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup und Wirtschaftsdezernentin Margret Mergen beziehungsweise Gabriele Luczak-Schwarz als auch die jeweiligen Geschäftsführer involviert – ein wichtiger Baustein für eine erfolgreiche Sponsoren-Akquise. AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 53 www.karlsruhe.de Abbildung 5.01 UNTERNEHMEN GESTALTEN MIT SPONSOREN DES STADTGEBURTSTAGS – PARTNERSCHAFTEN FÜR KARLSRUHE Freunde Premiumsponsoren Business-Sponsoren 1HƂ\KGNNG#WUTØUVGT 1HƂ\KGNNGT /QDKNKVÀVURCTVPGT *CWRVURQPUQTGP metals are our passion CRONIMET Sicherheitsdienste GmbH 1HƂ\KGNNGT$KGTRCTVPGT )CUVTQPQOKG2CTVPGT %.43/2'5.'2%#9#,).' 7PVGTUVØV\GT 54 | EVALUATIONSBERICHT | STADTGEBURTSTAG KARLSRUHE 2015 SPONSORING BEI KA300 Zentrale Gegenleistung bei den Sponsoring-Vereinbarungen war das Verbinden des Unternehmens mit dem Stadtgeburtstag. Dies erfolgte über vielfältige Wege bei KA300. Dazu zählten die Logopräsenz auf unterschiedlichsten Werbe- und Kommunikationsmitteln, die allabendliche Logoanimation auf der Schlossfassade bei den Schlosslichtspielen, die Möglichkeit der Präsentation des Unternehmens über Mitmachstände bei der Eröffnungsshow und bei weiteren Events, die Präsentation von Veranstaltungen, die Abbildung auf Sponsorenwänden, auf der Webseite, die Nennung der Sponsoren im Social Media Umfeld, die Mitkommunikation bei Zeitungsbeilagen oder auch die gemeinsame Pressearbeit. Eines der Highlights für die Sponsoren war sicherlich die Präsentation ihres animierten Logos in Verbindung mit einem Key-Visual in einem Clip auf der Schlossfassade, der insgesamt über 500 Mal über den Festivalsommer gezeigt wurde. Die Spots liefen in einem sehr emotionalen Umfeld – sichtbar für die über 395.000 Besucherinnen und Besucher der Schlosslichtspiele. Die Sponsoren waren in zahlreichen Publikationen mit Logo, Anzeigen und in Verbindung mit einer Veranstaltung präsent. Die Gesamtaufl age ihrer Präsenz betrug mehr als 1,7 Millionen: im Programmbuch, in der KA300 Imagebroschüre, in den Clusterbroschüren, in der Monopol und Cicero-Beilage u.a. auch in DIE ZEIT, in fünf Beilagen in der BNN und weiteren Einzelpublikationen zu Highlights wie der Eröffnung, EFFEKTE, Kindergeburtstag, Zirkeltraining, AUSKLANG, usw. Etwa 2.500 Großplakate in Karlsruhe, in der Region und national in Kooperation mit WallDecaux sorgten ebenso für eine weite Verbreitung der Sponsoren, wie die Sponsorenwände im Pavillon, im Schlossgarten, am Projektionsturm der Schlosslichtspiele sowie auf den Infostelen in der Stadt, wo über eine Million Besucherinnen und Besucher des Festivalsommers auf die Unternehmen aufmerksam wurden. Im Fernseh-Magazin auf Baden-TV waren Sponsoren präsent, außerdem bei allen KA300 Video- Clips über einen Abbinder. AKTIVIERUNG SEITENS DER SPONSOREN Am Beispiel der beiden Premium-Sponsoren wird deutlich, wie unterschiedlich die Sponsoren mit ihren Rechten bei KA300 umgingen, um ihre Kommunikationsziele zu erreichen und ihre Botschaft ins Zentrum zu rücken. Die Sparda-Bank war bei den Schlosslichtspielen als Präsentator und mit einem Werbeclip mehrmals jeden Abend auf der Schlossfassade präsent, unterstützte die Stadtteilprojekte und präsentierte das Stadtteilduell im Pavillon. Die Filialen wurden mit KA300 Fahnen und Info-Ecken bestückt, auf den Bildschirmen der EC-Automaten waren KA300 Botschaften eingeblendet und die Filialen dienten als Vorverkaufsstelle für die Eröffnungs- Tickets. „Der Stadtgeburtstag Karlsruhe war ein wunderbares Erlebnis, von der spektakulären Eröffnungsshow bis zum märchenhaften Abschluss im Schlossgarten. Ich habe jeden Veranstaltungsbesuch sehr genossen. Die Stadt hat sich von ihrer schönsten und kreativsten Seite gezeigt und es ist ein starkes Wir-Gefühl in der Stadt entstanden. In dieser positiven Stimmung wurde die Marke Sparda mitgetragen.“, sagt Martin Hettich, Vorstandsvorsitzender der Sparda-Bank Baden- Württemberg eG. Als drittgrößtes Energieunternehmen in Deutschland setzte die EnBW auf das Thema „e“ mit eMobilität. EnBW baute zum Beispiel zwei Pedelec-Verleihstationen in Karlsruhe, die auch nach 2015 in Karlsruhe verbleiben, rüstete das KA300-Team mit EnBW-eRollern während des Festivalsommers aus, bot einen eRoller-Parcours bei verschiedenen Events an und war mit eFahrzeugen beim Tribut an Carl Benz dabei. Aber auch die Montage von innovativen, intelligenten Straßenlaternen – SM!GHTs – gehörten zum Engagement der EnBW. Mit einem eigenen KA300-Infopoint für Mitarbeiter in der Hauptzentrale, intensiver PR-Arbeit oder der Ausgabe von 15.000 Geburtstagsküchlein bei einem KSC-Heimspiel sorgte die EnBW für breite Aufmerksamkeit für ihr Engagement bei KA300. „Es war ein unvergesslicher Festivalsommer mit einem interessanten, abwechslungsreichen und unterhaltsamen AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 55 www.karlsruhe.de Programm. Dabei sind wichtige klimafaire Akzente für die Stadt gesetzt worden, die wir als EnBW gern mit einer Reihe von Aktivitäten unter dem Motto „Gemeinsam eine Idee voraus“ nachhaltig unterstützt haben.“, so Dr. Frank Mastiaux, Vorstandsvorsitzender der EnBW. Aber auch die 50 weiteren Sponsoren aktivierten reichhaltig: Der dm-drogerie markt unterstützte das Zirkeltraining mit einer Sonnenmilchbar, einer Foto- und einer Wickelstation, förderte den Garten der Religionen und gab eine Sonderedition KA300-Duschgel in den Karlsruher Filialen heraus. Beim Wissenschaftsfestival EFFEKTE ließ die Siemens AG Werner von Siemens mit Titan, dem Roboter, in Dialog treten, zeigte eine virtuelle Ausstellung und spendierte eine große Geburtstagstorte. Die Stadtwerke Karlsruhe waren Partner des Klimafairen Stadtgeburtstags, mit Kompensationsleistungen für nachhaltige Projekte sowie einer eigenen Werbekampage. Die Privatbrauerei Hoepfner braute das KA300 Bier „Carl“. Die Robert Bosch GmbH plazierte ein Großbanner mit Glückwünschen an ihr Hochregallager an der Autobahn A5. Programmbeiträge wie der Abend mit dem Kabarettisten Christoph Sonntag sowie Facebook- und Instagramm-Aktionen wurden von der Staatlichen Toto-Lotto GmbH Baden- Württemberg ermöglicht. KA300 verdankt L’Oréal einen Make Up-Stand im Partnerbereich der Eröffnungsshow sowie Styling-Aktionen in den dm-Filialen. Und Mercedes-Benz/Daimler brachte Oldtimer-Raritäten aus dem Mercedes-Benz Museum im Tribut an Carl Benz... Allein diese Beispiele in den Kategorien Haupt- und Business-Sponsor zeigen: Die Aktivierung war so vielfältig wie die Unternehmen, die KA300 unterstützten. ERÖFFNUNG Mit 42.000 Besucherinnen und Besucher war auch die Eröffnungsshow für die Sponsoren eine zentrale Plattform, um mit Karlsruherinnen und Karlsruhern sowie Gästen aus Nah und Fern ins Gespräch zu kommen. Mit der Öffnung des Festivalgeländes bis zum Beginn des Bühnenprogramms lag die Aufmerksamkeit bei den Sponsoren im „Sponsorenwäldchen“. Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup begrüßte persönlich alle Partner an ihren Ständen. Die Sparda-Bank empfi ng ihre Kunden mit einem Glas Sekt, die EnBW lud zum Kickern ein, Mercedes-Benz/Daimler warben zusammen mit Schoemperlen&Gast mit einem Auto um Auszubildende, beim Rock-Shop konnte man sich mit Instrumenten in einer Foto-Booth aufnehmen lassen und Toto-Lotto nutzte den Auftritt um „60 Jahre Lotto“ zu feiern. Insgesamt 26 Unternehmen präsentierten sich in den Zelten den Gästen und kamen so mit Mitarbeitenden, Kundinnen und Kunden, Geschäftspartnerinnen und Geschäftspartnern sowie zukünftigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ins Gespräch. Gerade bei den engagierten mittelständischen Unternehmen war das Thema Fachkräftemangel ein Grund, sich bei KA300 zu engagieren. Sie waren damit öffentlich sichtbar und konnten Kontakte aufbauen. SPONSOREN-LUNCHES Bei insgesamt sechs Sponsoren-Lunches und weiteren Sponsorenveranstaltungen während des Festivalsommers wurden die Partner über den aktuellen Fortgang der Projekte exklusiv informiert und konnten sich untereinander austauschen. Start war im Oktober 2014 im gerade neu eröffneten KA300-Ladenlokal. In den folgenden Monaten waren die Sponsoren bei den Premium- und Hauptsponsoren zu Gast. So konnten sich die Unternehmen mit ihrem Engagement präsentieren. Der Austausch half, weitere Ideen für das eigene Engagement zu erhalten sowie neue Netzwerke zu stiften, die über KA300 hinweg Bestand haben. 56 | EVALUATIONSBERICHT | STADTGEBURTSTAG KARLSRUHE 2015 6. KOSTEN UND WIRTSCHAFTLICHE AUSWIRKUNGEN 6.1 KOSTEN Im Juni 2012 stimmte der Karlsruher Gemeinderat dem Gesamtkonzept des Stadtgeburtstags und dessen Finanzierung zu. Das damals beschlossene Gesamtbudget in Höhe von 15 Millionen Euro zuzüglich Mehrwertsteuer setzte sich zusammen aus elf Millionen Euro an städtischen Mitteln sowie aus vier Millionen Euro an sonstigen Mitteln, die in Form von Sponsoring, Umsatzerlösen und Fördergeldern erwartet wurden. Die Hochrechnung vier Wochen nach Ende des Festivalsommers geht von einem Gesamtausgabevolumen von 15.715.000 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer aus. Auf der Einnahmenseite liegt der Sponsoringanteil bei insgesamt 3.755.000 Euro. Er setzt sich aus 2.620.000 Euro an Barmitteln und 1.135.000 Euro an Sachleistungen zusammen. Das Barbudget betrug – zusammen mit den städtischen Mitteln – somit insgesamt netto 14.580.000 Euro. In Tabelle 6.01 sind Einnahmen und Ausgaben im Überblick zusammengestellt. Da bei verschiedenen Posten Abschlussrechnungen noch nicht vorliegen, hat die Übersicht vorläufi gen Charakter. AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 57 PROGRAMMBAUSTEIN HOCHRECHNUNG STAND 28.10.2015 1 Schlossinszenierung (Rauminstallation und Programm)7.814.000,00 1.1 Eröffnungsveranstaltung1.447.000,00 1.2 Multifunktionaler Pavillon1.639.000,00 1.3 Schlosslichtspiele1.228.000,00 1.4 Freiraumgestaltung135.000,00 1.5 Schlossdurchgang, Zirkel8.000,00 1.6 Bespielung Festivalsommer1.568.000,00 1.7 Technische Infrastruktur1.530.000,00 1.8 Abschlussveranstaltung259.000,00 2 Bürgerbeteiligung1.136.000,00 2.1 Ideenwettbewerb551.000,00 2.2 Stadtteilprojekte579.000,00 2.3 Bürgerforum6.000,00 3 Partnerprojekte1.135.000,00 3.1 Weitere Projekte mit Partnern1.111.000,00 3.2 Masterplanprojekte24.000,00 4 Vorbereitung und Personalkosten2.584.000,00 5 Marketing2.046.000,00 6 Organisation605.000,00 7 Dokumentation80.000,00 8 Stadtgeburtstag 2011, Draisinenrennen 2012 und Stadtgeburtstag 2013315.000,00 9 Risikozuschlag 0,00 GESAMTKOSTEN15.715.000,00 ZUZÜGLICH MEHRWERTSTEUER18.700.850,00 EINNAHMENÜBERSICHT 1 Zuschuss der Stadt Karlsruhe 11.424.000,00 2 Sponsoring-Erlöse3.755.000,00 3 Sonstige Erlöse536.000,00 GESAMTEINNAHMEN15.715.000,00 ZUZÜGLICH MEHRWERTSTEUER18.700.850,00 ____ Datenquelle: Stadtmarketing GmbH, Aufbereitung und Design: Amt für Stadtentwicklung Tabelle 6.01 KOSTENÜBERSICHT: HOCHRECHNUNG STAND 28. OKTOBER 2015 58 | EVALUATIONSBERICHT | STADTGEBURTSTAG KARLSRUHE 2015 ERKENNTNISSE AUS DER DURCHFÜHRUNG DES STADTGEBURTSTAGS Großveranstaltungen vom Format des Stadtgeburtstags dienen auch dazu, dass die Stadt über die Region hinaus wahr- genommen wird und leisten so einen grundlegenden Beitrag zur Imagepfl ege für den Standort Karlsruhe. Dies ist mit dem Stadtgeburtstag KA300 letztlich erfolgreich umgesetzt worden, erforderte aber eine Aufstockung des Marketingbudgets. Für künftige Projekte empfi ehlt sich, generell ein höheres Marketingbudget zu veranschlagen. Geplant waren für den Stadtgeburtstag Marketingausgaben etwa in Höhe von 10 % der Gesamtausgaben. Tatsächlich eingesetzt wurden insgesamt 13 %. Bei vergleichbaren Veranstaltungen dieser Dimension sind etwa 20 % Marketinganteil durchaus üblich. Personalkosten für das Projekt fi elen bereits ab dem Jahr 2011 an, da die Planungen für das umfangreiche Stadtgeburtstags- Programm bereits Jahre vorher beginnen mussten. Im Sommer 2014 kam es zu einer Anpassung des ursprünglich geplanten Personalbudgets um fast eine Million Euro, um eine professionelle Umsetzung der zahlreichen Aktivitäten im Jahr 2015 gewährleisten zu können. Deshalb wurde zu diesem Zeitpunkt das KA300-Team entsprechend um weitere Mitglieder ergänzt. Die Kosten für Personal fallen noch bis zum Jahresabschluss für 2015 im Frühjahr 2016 an. Es hat sich gezeigt, dass ein Risikopuffer in Höhe von 10 % des Gesamtbudgets für unvorhergesehene Maßnahmen während der Umsetzungsphase notwendig ist. Während des Festivalsommers erwies sich insbesondere die lange und intensive Bespielung des Schlossgartenareals als eine große Herausforderung an die technische und logistische Infrastruktur, auf die nur durch fl exible und direkte Maßnahmen reagiert werden konnte. Ein entscheidender Erfolgsfaktor für die Realisierung des Stadtgeburtstagprogramms waren die Karlsruher Unternehmen, die durch ihr großes wirtschaftliches Engagement mit fast einem Viertel der Deckungsmittel eine wesentliche und unverzichtbare Finanzierungssäule darstellen. 6.2 AUSWIRKUNGEN DES FESTIVALSOMMERS AUF INNENSTADTHANDEL, DIENSTLEISTER, GASTRONOMIE UND HOTELLERIE Das Kooperationsmarketing, bestehend aus der Stadtmarketing Karlsruhe GmbH, der City Initiative Karlsruhe e.V. (CIK) und der Karlsruher Schieneninfrastruktur Gesellschaft mbH (KASIG) hat im Jahr des Stadtjubiläums neben diversen anderen Maßnahmen auch sieben Projekte speziell zum Festivalsommer umgesetzt. Die Bandbreite reicht dabei von klassischen Werbeaktionen, wie einer Straßenbahnbeklebung und Werbestelen mit Sonderaktionen und Rabatten der Unternehmen in der Fußgängerzone, über das Gewinnspiel „StempelShopper“, der Musikaktion „Spiel mich!“ und einem Schaufensterwettbewerb, bis hin zu größeren Maßnahmen wie einem zusätzlichen verkaufsoffenen Sonntag für das gesamte Karlsruher Stadtgebiet und dem Kunstprojekt „die Stadt ist der Star – Kunst an der Baustelle“ in Kooperation mit dem Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM). In einer durch das Kooperationsmarketing beauftragten Evaluation wurden im September und Oktober 2015 insgesamt 153 Unternehmen aus der gesamten Innenstadt zu allen Maßnahmen des Kooperationsmarketings befragt. Dabei wurden in die Evaluation auch drei Fragen zum Stadtgeburtstag bzw. zum Festivalsommer einbezogen, um ein Meinungsbild zum Einfl uss des Festivalsommers auf die Themen Image und Kundenfrequenz in der Innenstadt sowie zum individuellen Einfl uss auf den Geschäftsumsatz zu erhalten. Konkret abgefragt wurden die beiden in der Innenstadt durchgeführten Großprojekte „Schlosslichtspiele“ und „Die Stadt ist der Star - Kunst an der Baustelle“. Im Rahmen der „Schlosslichtspiele“ wurden Videoprojektionen auf der Fassade des Karlsruher Schlosses abgebildet. Bei „Die Stadt ist der Star“ wurden große Kunstinstallationen (wie das Haus am Kran am Marktplatz) im Kontext der Baustellensituation in Karlsruhe realisiert. Beide Projekte liefen über den gesamten Festivalsommer hinweg. Die dritte Frage aus der Evaluation bezieht sich auf die Bewertung der sonstigen Projekte im Festivalsommer insgesamt. AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 59 WIRKUNG VON „DIE STADT IST DER STAR – KUNST AN DER BAUSTELLE“ Insgesamt bestätigen 51 % der befragten Unternehmen eine frequenzerhöhende Wirkung der Kunstinstallationen in der Innenstadt. Der Aussage, „die Installationen haben Abbildung 6.01 „DIE STADT IST DER STAR – KUNST AN DER BAUSTELLE“ ... zu einer höheren Kundenfrequenz in der Innenstadt beigetragen“ stimmten 19,6 % der Befragten voll zu, 31,4 % stimmten eher zu. Dagegen stimmten 10,5 % der befragten Unternehmen überhaupt nicht zu. Abbildung 6.01 zeigt die Ergebnisse. 23,5% 1,3% 19,6% 32,7% 9,8% 31,4% 24,8% 16,3% 22,9% 7,8% 19,0% 9,2% 3,9% 49,7% 10,5% 7,0% 4,0% 7,0% 0%20%40%60%80%100% Haben zu einem Imagegewinn der Innenstadt als attraktive Einkaufs- und Erlebnisstadt beigetragen Hatten einen positiven Effekt auf den Umsatz in meinem Unternehmen Haben zu einer höheren Kundenfrequenz in der Innenstadt beigetragen stimme voll zustimme eher zuteils, teilsstimme eher nicht zustimme überhaupt nicht zukeine Angabe Inwieweit stimmen Sie den folgenden Aussagen zu den Skulpturen „Die Stadt ist der Star – Kunst an der Baustelle” zu? ____ Basis: 153 Befragte Unternehmen. Datenquelle: Stadtmarketing Karlsruhe GmbH | Evaluation Kooperationsmarketing 2015 Aufbereitung und Design: Amt für Stadtentwicklung 34,0% 1,3% 27,5% 40,5% 9,8% 40,5% 17,0% 18,3% 16,3% 2,6% 12,4% 5,9% 2,6% 54,9% 5,2% 3,0% 3,0% 5,0% 0%20%40%60%80%100% Hat zu einem Imagegewinn der Innenstadt als attraktive Einkaufs- und Erlebnisstadt beigetragen Hatte einen positiven Effekt auf den Umsatz in meinem Unternehmen Hat zu einer höheren Kundenfrequenz in der Innenstadt beigetragen stimme voll zustimme eher zuteils, teilsstimme eher nicht zustimme überhaupt nicht zukeine Angabe Inwieweit stimmen Sie den folgenden Aussagen zum Projekt „Schlosslichtspiele” zu? ____ Basis: 153 Befragte Unternehmen. Datenquelle: Stadtmarketing Karlsruhe GmbH | Evaluation Kooperationsmarketing 2015 Aufbereitung und Design: Amt für Stadtentwicklung 60 | EVALUATIONSBERICHT | STADTGEBURTSTAG KARLSRUHE 2015 Der Aussage, „die Kunstinstallationen hatten einen positiven Effekt auf den eigenen Umsatz“ folgten dagegen nur 11,1 % („stimme voll zu“ 1,3 %; „stimme eher zu“ 9,8 %). Rund die Hälfte der Befragten (49,7 %) stimmte allerdings überhaupt nicht zu. Dem Statement, „die Kunstinstallationen haben zu einem Imagegewinn der Innenstadt als attraktive Einkaufs- und Erlebnisstadt beigetragen“ pfl ichteten 56,2 % der Unternehmen bei („stimme voll zu“ 23,5 %; „stimme eher zu“ 32,7 %). Nur 3,9 % der Befragten sahen überhaupt keine positiven Auswirkungen auf das Image der Innenstadt. SCHLOSSLICHTSPIELE Auch die Wirkung der Schlosslichtspiele auf die Innenstadt wurde in der Umfrage behandelt. Insgesamt 68 % der befragten Unternehmen bestätigten den Projektionen auf die Schlossfassade, zu einer höheren Kundenfrequenz in der Innenstadt beigetragen zu haben („stimme voll zu“ 27,5 %; „stimme eher zu“ 40,5 %). Nur 5,2 % der befragten Unternehmen stimmten der entsprechenden Aussage überhaupt nicht zu. Einen positiven Einfl uss der Schlosslichtspiele auf den eigenen Umsatz sahen zusammen 11,1 % der Unternehmen, die große Mehrheit dagegen nicht („stimme überhaupt nicht zu“ 54,9 %). Hinsichtlich des Einfl usses auf das Image der Innenstadt, waren sich drei Viertel (74,5 %) der Unternehmen darüber einig, dass die Schlosslichtspiele zu einem deutlichen Imagegewinn der Innenstadt beigetragen haben („stimme voll zu“ 34 %; „stimme eher zu“ 40,5 %). Nur 3 % der Befragten sahen keine positiven Auswirkungen auf das Image der Innenstadt. Die Ergebnisse sind in Abbildung 6.02 dargestellt. Abbildung 6.02 DAS PROJEKT „SCHLOSSLICHTSPIELE“ ... AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 61 SONSTIGE PROJEKTE Schließlich wurden die „sonstigen Projekte des Festivalsommers insgesamt“ einer Bewertung durch die Befragten unterzogen. Dabei ergibt sich folgendes Bild: 64% der befragten Unternehmen bestätigen, dass der Festivalsommer insgesamt zu einer höheren Kundenfrequenz in der Innenstadt beigetragen hat („stimme voll zu“ 24,8 %; „stimme eher zu“ 39,2 %). Nur für 7,2 % der befragten City- Unternehmen hatten die 100 Festivaltage dagegen überhaupt keinen Einfl uss auf die Kundenfrequenz („stimme überhaupt nicht zu“). Von einem positiven Einfl uss des gesamten Festivalsommers auf den eigenen Umsatz gehen 13,4 % der Unternehmen aus („stimme voll zu“ 0,7 %; „stimme eher zu“ 12,4 %). Die Mehrheit der City-Unternehmen (51,6 %) stimmt der Aussage allerdings überhaupt nicht zu. Breite Zustimmung erfährt dagegen das Statement, „die sonstigen Projekte des Festivalsommers insgesamt haben zu einem Imagegewinn der Innenstadt ... beigetragen“. Dieser Auffassung stimmten 26,8 % der Befragten voll zu, 41,8 % stimmten eher zu. Nur 2,6 % sahen überhaupt keine positiven Auswirkungen auf das Image der Innenstadt. Abbildung 6.03 zeigt die Ergebnisse. Abbildung 6.03 DIE SONSTIGEN PROJEKTE IM FESTIVALSOMMER INSGESAMT ... 26,8% 0,7% 24,8% 41,8% 12,4% 39,2% 20,3% 17,6% 16,3% 5,2% 14,4% 7,2% 2,6% 51,6% 7,2% 3,0% 3,0% 5,0% 0%20%40%60%80%100% Sie haben zu einem Imagegewinn der Innenstadt als attraktive Einkaufs- und Erlebnisstadt beigetragen Sie hatten einen positiven Effekt auf den Umsatz in meinem Unternehmen Sie haben zu einer höheren Kundenfrequenz in der Innenstadt beigetragen stimme voll zustimme eher zuteils, teilsstimme eher nicht zustimme überhaupt nicht zukeine Angabe Inwieweit stimmen Sie die folgenden Aussagen zu den sonstigen Projekten im Festivalsommer zu? ____ Basis: 153 Befragte Unternehmen. Datenquelle: Stadtmarketing Karlsruhe GmbH | Evaluation Kooperationsmarketing 2015 Aufbereitung und Design: Amt für Stadtentwicklung 62 | EVALUATIONSBERICHT | STADTGEBURTSTAG KARLSRUHE 2015 6.3 ÖKONOMISCHE WIRKUNGEN DES STADTGEBURTSTAGS AUS TOURISTISCHER PERSPEKTIVE Die Berechnung der ökonomischen Auswirkungen des Stadtgeburtstags aus touristischer Perspektive basieren auf Zahlen der dwif-Studie „Wirtschaftsfaktor Tourismus in der Stadt Karlsruhe“ (2010) und Befragungsergebnissen der Besucherbefragung bei den Schlosslichtspielen am 22. August 2015. Aus touristischer Perspektive ergaben sich ökonomische Wirkungen des Stadtgeburtstags durch auswärtige Gäste, die als Tagesausfl ügler oder Übernachtungsgäste in die Fächerstadt kamen. Die Befragung bei den Schlosslichtspielen ergab, dass 46,5 % der Besucherinnen und Besucher aus Gemeinden von außerhalb stammten. Von diesen übernachtete ein Anteil von 4,3 % in Karlsruhe. Legt man diese Prozentzahlen allen Besucherinnen und Besuchern von Stadtgeburtstags- veranstaltungen zu Grunde, so handelt es sich bei 629.496 der insgesamt 1.353.754 erfassten Besucherinnen und Besucher um Gäste von außerhalb, darunter 27.068 Übernachtungsgäste. Legt man der dwif-Studie „Wirtschaftsfaktor Tourismus in der Stadt Karlsruhe“ aus dem Jahr 2010 den vom Statistischen Bundesamt errechneten durchschnittlichen Verbraucherpreisindex von 107,1 für die Monate Juni bis September 2015 zu Grunde (Basisjahr=2010), so ist pro Tagesausfl ügler nach Karlsruhe ein Ausgabensatz von 36,88 Euro zu veranschlagen. Die durchschnittlichen Tagesausgaben von Übernachtungsgästen für Karlsruhe liegen nach derselben Berechnungsgrundlage bei 199,18 Euro. Somit ergeben sich Ausgabenvolumina von 22,2 Millionen Euro für Tagesausfl ügler und von 5,4 Millionen Euro für Übernachtungsgäste von außerhalb Karlsruhes. Auf Basis dieser Schätzung ist also von einem allein durch den Tourismus induzierten Ausgabenvolumen von 27,6 Millionen Euro auszugehen. Hierbei gilt es zu beachten, dass Multiplikatorwirkungen sowie „innerstädtischer Tourismus“ von dieser Berechnung ausgenommen sind. AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 63 7. STADTGEBURTSTAG KA300 - PROJEKTBETEILIGTE Projekt-Geschäftsführer Stadtgeburtstag Karlsruhe 2015, Gesamtleitung Martin Wacker Geschäftsführer Stadtmarketing Karlsruhe GmbH Norbert Käthler Produktionsleitung Ralph Kindel Leitungsteam Klaus Hoffmann, Ulrike Höltzel, Ralph Kindel, Dr. Oliver Langewitz, Agnes Meinhardt, Daniel Wensauer- Sieber, Gerhard Strack, Stephan Theysohn, Martin Wacker, Bernd Wnuck Kuratorium Markus Brock, Wolfgang Grenke, Prof. Dr. Holger Hanselka, Martin Hettich, Prof. Dr. Horst Hippler, Martin Hubschneider, Dr. Manfred Koch, Prof. Dr. Eckart Köhne, Bettina Limperg, Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz, Dr. Frank Mastiaux, Dr. Oliver Mauss, Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup, Prof. Dr. Pia Müller-Tamm, Prof. Dipl. Ing. Markus Neppl, Dr. Günther Nonnenmacher, Christian Pitschmann, Bernhard Prinz von Baden, Prof. Dr. Volker Rödel, Dr. Thomas Schalla, Prof. Dr. Peter Sloterdijk, Peter Spuhler, Hubert Streckert, Sasha Waltz, Prof. Dr. Peter Weibel Künstlerischer Beirat Dr. Susanne Asche, Gesa Mueller von der Haegen, Peter Spuhler, Britta Velhagen, Prof. Dr. Peter Weibel Lenkungskreis Günter Bachmann, Andreas Braun, Prof. Dr. Eckart Köhne, Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup, Andreas Schüle, Dr. Thomas Windmann Leitprojektteam Dr. Susanne Asche, Joachim Frisch, Klaus Hoffmann, Michael Kaiser, Prof. Dr. Anke Karmann-Woessner, Helmut Kern, Dr. Harald Ringler, Gerhard Strack, Dr. Edith Wiegelmann-Uhlig, Bernd Wnuck Team KA300/Stadtmarketing Karlsruhe GmbH Dominique Allard, Rebekka Backes, Cathrin Batzner, Sascha Binoth, Christine Böhm, Manuel Brenneisen, Eva Bulling, Martina Edin, Dennis Fischer, Christoph Funk, Sabine Goerz, Melanie Hahn, Carmen Heichel, Lukas Heichel, Lisa Hermann, Natalie Jacob, Hans-Peter Köppel, Judith Kowal, Dr. Oliver Langewitz, Sandy Lanuschny, Denise Lebrun, Thomas Mai, Clas Meyer, Daniela Musial, Christina Ochs, Franziska Pfaff, Angela Pfenninger, Markus Pommerening, Sebastian Schneider, Hendrikje Schwarze, Christian Seithel, Caroline Semenescu, Aaron Stallich, Dr. Simone Sudmann, Elli Vöhringer, Anna Weißhaar LADEN KA300 Team KTG | Karlsruhe Tourismus GmbH Désirée Hahn, Annette Pallmann, Susanne Wolf Ideenwettbewerb Allen Ideengeberinnen und Ideengebern, den Projekt- trägerinnen und Projektträgern, deren Unterstützerinnen und Unterstützern und den Mitgliedern der Jurys. Stadtteilprojekte Allen Projektträgerinnen und Projektträgern der Stadtteil- projekte, den Bürgervereinen und Ortschaftsräten, Prof. Dr. Wolfgang Fritz (Vorsitzender AKB – Arbeitsgemeinschaft Karlsruher Bürgervereine), dem Verein Stadtteilprojekte KA300 e. V. sowie allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern in den Stadtteilen. Pavillon J. MAYER H. Architekten, Rubner Holzbau GmbH, LED Linear GmbH Ein besonderer Dank geht an alle städtischen Dienststellen und deren Mitarbeitende für die tatkräftige Unterstützung. Gesamtkonzept: Gesa Mueller von der Haegen (Stadtmarketing Karlsruhe GmbH) Künstlerische Leitung Stadtjubiläum 2015, Industrial Theater, Prof. Enno-Ilka Uhde, Cordula Münchmeyer Basislayout: Jung:Kommunikation Corporate Design: Pfeifl e Design Gestaltung: Arthen Kommunikation Eröffnungsshow: Badisches Staatstheater, Badische Staatskapelle, Karlsruher Chöre, DREINULL Agentur für Mediatainment GmbH & Co. KG, battleROYAL GmbH Creative Productions und allen Mitwirkenden. Wir bedanken uns herzlich beim Aufsichtsrat und beim Marketingrat des Stadtmarketings Karlsruhe, dem Karlsruher Gemeinderat, Oberbürgermeister a. D. Heinz Fenrich, der ehemaligen Vorsitzenden des Aufsichtsrates Margret Mergen, bei allen Helferinnen und Helfern, Unterstützerinnen und Unterstützern, Fördererinnen und Förderern und Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern sowie bei allen, die den Stadtgeburtstag Karlsruhe 2015 so großartig mitgetragen haben.

  • Evaluationsbericht zum Festivalsommer KA300
    Extrahierter Text

    BESCHLUSSVORLAGE STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister Gremium: 18. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: Verantwortlich: 08.12.2015 2015/0658 öffentlich Dez. 1 Stadtgeburtstag Karlsruhe 2015 - Rückblick, Evaluation, Ausblick Beratungsfolge dieser Vorlage am TOP ö nö Ergebnis Gemeinderat 08.12.2015 Antrag an den Gemeinderat / Ausschuss Der Gemeinderat bewertet in einem Rückblick, einer Evaluation und einem Ausblick den Stadt- geburtstag Karlsruhe 2015. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Haushaltsmittel stehen (bitte auswählen) Kontierungsobjekt: (bitte auswählen) Kontenart: Ergänzende Erläuterungen: ISEK Karlsruhe 2020 - relevant nein ja Handlungsfeld: Image der Stadt Karlsruhe Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Stadtmarketing, KA300, KTG Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Rückblick Mit den Feierlichkeiten zum 300. Stadtgeburtstag und der Kernphase mit 101 Tagen Festival- sommer sollten nicht nur der Zusammenhalt in der Stadt, die Gemeinschaft und auch der Stolz auf die eigene Heimat gestärkt werden. Zugleich sollte auch Karlsruhes Image in Deutschland verändert und gezeigt werden, dass Karlsruhe eine junge, moderne und zukunftsorientierte Stadt ist. Der vorliegende Evaluationsbericht zeigt auf, dass uns dies gelungen ist. Die Kernphase begann mit einer beeindruckenden Eröffnungsshow vor dem Schloss und endete mit einer nicht minder beeindruckenden Licht- und Klanginstallation im Schlossgarten. Dazwischen lagen rund 500 Veranstaltungen im zentralen Spielort „Pavillon“ im Schlossgarten. Die Konzeption sah vor, dass der Ort der Stadtgründung zum Anziehungspunkt für die Besucherinnen und Besucher werden soll. Die Installation des Künstlers Stefan Strumbel, die Schlosslichtspiele, die Landes- ausstellung Karl Wilhelm und der Pavillon von J. Mayer H. haben dazu beigetragen, dass das in überwältigender Form gelungen ist. Auch das Medienecho war bemerkenswert: „Einer Großstadt würdig“, „Boomtown Karls- ruhe“, „einfach toll“, „gigantisch“ – so konnte man vielfach lesen und hören. Auch die Zahl von weit über eine Million Besucherinnen und Besucher, darunter sehr viele nationale und internationale Gäste, hat die Erwartungen übertroffen. Es wurden 11 der 15 prämierten Ideenwettbewerbe durchgeführt, bemerkenswert war die Weltpremiere Organum, nachhaltig der Garten der Religionen. Partnerprojekte haben teilweise etablierte Formate nochmals befördert, etwa das Festival Ausgeschlachtet im Kreativpark Alter Schlachthof sowie das Wissenschaftsfestival Effekte, die beide in neuen Dimensionen gefeiert werden konnten. Als „DNA“ des Stadtgeburtstages können die Stadtteilprojekte bezeichnet werden, diese Art der Partizipation hat sich als Volltreffer erwiesen: Über 10.000 Bürgerinnen und Bürger haben in allen 26 Stadtteilen 80 Projekte realisiert, die zu einer echten Bürgerbegeisterung, einem neuen Wir-Gefühl und neuen Allianzen geführt haben. Ihnen wird ein großer Teil des vor- liegenden Zahlenwerks gewidmet. Die begleitenden Ausstellungen im Zentrum für Kunst und Medientechnologie ZKM, im Badischen Landesmuseum, in der Staatlichen Kunsthalle, in der Badischen Landesbibliothek und in der Städtischen Galerie haben kulturelle und museale Glanzlichter gesetzt und Karlsruhe eine große Aufmerksamkeit in der Kulturpresse beschert. Das neue Volunteer-Programm hat Besucherinnen und Besucher persönlich und direkt begrüßt und geholfen, manches Hindernis zu überwinden. Die stets ausgebuchten besuchten Stadtgespräche haben Karlsruhe als Stadt des Rechts, liberale Residenz, Stadt des Dialogs und Plattform für Zukunftsvisionen präsentiert. Das erfolgreiche Zirkeltraining und der Frühsport im Schlossgarten beförderten nicht nur das Miteinander der Sportvereine, sie haben Karlsruhe als aktive, sportliche und junge Stadt dargestellt. Nicht zuletzt hat die Art zu feiern - als erster klimafairer Stadtgeburtstag mit einem vorbildlichen Müllvermeidungskonzept - aufgezeigt, dass Karlsruhe Nachhaltigkeit lebt. Die Karlsruherinnen und Karlsruher, egal ob alteingesessen oder gerade neu hinzugezogen, haben in diesem Jahr gezeigt, was in ihnen steckt, welche Talente und Fähigkeiten sie haben und wie groß ihr Engagement, ihre Kreativität und auch ihre Lebensfreude sind. Sie waren der Star des Stadtgeburtstages und KA300 war ihre Bühne. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 Weitere Erlöse wurden durch das erfolgreiche Merchandisingprogramm, teilweise in Partner- schaft mit dem Einzelhandel, sowie mit Gastronomieumsätzen getätigt. Hier wurden die finanziellen Zielvorgaben erfüllt, in der Umsetzung konnten nicht immer die Erwartungen erfüllt werden. Der starke kommunikative Erfolg fußte auf einem Presse- und Marketingnetzwerk, das stark auf kooperative Maßnahmen zu setzen wusste. Herausragend waren das Großbanner am Bosch-Gebäude an der A5, die Kooperationsprodukte mit den BNN, die in allen relevanten Ta- ges-zeitungen Baden-Württembergs beigelegt wurden, die redaktionelle Sonderausgabe Cicero/Monopol/ZEIT, die nationalen Freiflächen beim Großplakatierer Wall-Decaux sowie die trimediale Berichterstattung des SWR (Radio/TV/Online). Evaluation Ein Überblick über das Programm des Stadtgeburtstags KA300 zeigt, dass insgesamt weit über 500 Veranstaltungen rund um den 300. Geburtstag der Fächerstadt durchge- führt wurden. Diese wurden von mehr als 1,3 Millionen Besucherinnen und Besuchern frequentiert. Der Großteil der KA300-Veranstaltungen fand während des Festivalsommers statt, der von zwei Großveranstaltungen – dem viertägigen Eröffnungsfestival vom 17. bis zum 20. Juni und dem „Ausklang“ am 26. September – eingerahmt wurde. Neben der zeitlichen Konzentration auf den Festivalsommer sah das Konzept des Stadtgeburtstags KA300 auch eine räumliche Konzentration auf das Schlossareal und damit den „Geburtsort“ der Stadt vor. Diese wurde vor allem durch den temporären Pavillon im Schlossgarten sowie die Schlosslichtspiele erreicht. Darüber hinaus sorgten hunderte dezentrale Pro- grammpunkte, wie die Stadtteilprojekte, die Ideenwettbewerbsprojekte oder die Kunst an der Baustelle für eine umfassende Bespielung des gesamten städtischen Raums durch den Stadtgeburtstag. Die Ankunfts- und Übernachtungszahlen der Karlsruher Beherbergungsbetriebe haben während des Festivalsommers im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum mit Steigerungsraten von 6,2 % beziehungsweise 5,5 % deutlich zugenommen. Bei einer Gästebefragung in Karlsruher Beherbergungsbetrieben gab etwa ein Viertel (24 %) der zwischen Juni und September 2015 Befragten an, dass sie an den Festivitäten des Karlsruher Stadtgeburtstages teilnehmen wollen oder bereits Veranstaltungen besucht haben. Mit insgesamt 395.000 Zuschauerinnen und Zuschauern waren die Schlosslichtspiele der Publikumsmagnet des Stadtgeburtstags. Zu den 246 Veranstaltungen in und um den Pavillon zum Stadtgeburtstag kamen rund 283.000 Besucherinnen und Besucher – das Wissenschaftsfestival EFFEKTE mit 100.000 Personen und die Ausklangveranstaltung mit 60.000 Personen eingerechnet. Etwa 186.000 Menschen besichtigten die vier Ausstellungen der großen Karlsruher Museen, die Teil des KA300-Programms waren. Knapp 80.000 Be- sucherinnen und Besucher konnten bei weiteren Kunst-, Kultur- und Musikveranstaltun- gen registriert werden. Mit den Stadtteilprojekten zum Stadtgeburtstag erlebte Karlsruhe ein einmaliges Beispiel für bürgerschaftliches Engagement. Insgesamt wurden sie von 70.000 Personen besucht. Alles in allem konnten über 24.000 Sportbegeisterte gezählt werden, die sich beim Frühsport, bei der Landesgymnaestrada beim Zirkeltraining und anderen sportlichen Veranstaltungen körperlich ertüchtigten. Bei sonstigen Veranstaltungen im Rah- men des Stadtgeburtstages 2015 wurden weitere 40.000 Besucherinnen und Besucher registriert. Insgesamt haben 293 Volunteers an einem oder mehreren Einsätzen teilgenommen. Die Volunteers des Stadtgeburtstags erbrachten eine Gesamtleistung von 887 Einsätzen, was Ergänzende Erläuterungen Seite 4 einer Einsatzzeit von 7.681 Arbeitsstunden entspricht. Vom 1. Januar 2014 bis zum 13. Oktober 2015 wurden insgesamt 10.933 Print- und Online- beiträge in nationalen und internationalen Medien über den Stadtgeburtstag Karlsruhe 2015 dokumentiert. Der ungewichtete Anzeigenäquivalenzwert erreichte insgesamt 28,1 Millionen Euro. Neun von zehn dokumentierten nationalen Beiträgen (90 %) stammen von baden-württembergischen Medien. Die großen Themen des Stadtgeburtstags, die zu einem besonderen Interesse bei der Presse führten, waren die Schlosslichtspiele, die KA300-Eröffnungsshow und die vier Ausstellungen der großen Karlsruher Museen. Insgesamt 53 Partner und Sponsoren haben KA300 unterstützt. Die Sponsoren-Pyramide war in die Kategorien Premium-, Haupt-, Business-Sponsor und Freund aufgeteilt, die später noch durch den Offiziellen Ausrüster, Freund Plus und Gastronomie-Partner ergänzt wurden. Die beiden Premium-Sponsoren Sparda-Bank Baden-Württemberg eG und EnBW Energie Baden-Württemberg AG leisteten die größten Beiträge zur Sponsoring-Summe von insgesamt 3,75 Millionen Euro. Zentrale Gegenleistung bei den Sponsoring- Vereinbarungen war das Verbinden des Unternehmens mit dem Stadtgeburtstag. Die Hochrechnung vier Wochen nach Ende des Festivalsommers geht von einem Gesamtaus- gabevolumen von 15.715.000 Euro plus Mehrwertsteuer aus. Das Barbudget betrug netto 14.580.000 Euro. Außerdem kamen Sachleistungen der Sponsoren und Partner im Wert von 1.135.000 Euro hinzu. Der städtische Zuschuss beläuft sich auf 11.424.000 Euro. Von insgesamt 153 befragten Unternehmen aus der gesamten Karlsruher Innenstadt gaben 13,4 % an, dass der Festivalsommer ihren Umsatz positiv beeinflusst hat. Etwa zwei Drittel (64 %) der befragten Unternehmen bestätigten, dass die Veranstaltungen des Stadtgeburts- tags insgesamt zu einer höheren Kundenfrequenz in der Innenstadt beigetragen haben. Aus touristischer Perspektive ergeben sich mit dem Stadtgeburtstag verbundene Ausgaben- volumina von 22,2 Millionen Euro für Tagesausflügler und von 5,4 Millionen Euro für Übernachtungsgäste von außerhalb Karlsruhes. Auf Basis dieser Schätzung ist also von einem allein durch den Tourismus induzierten Ausgabenvolumen von 27,6 Millionen Euro auszugehen. Ausblick Von der Aufbruchsstimmung, dem Wir-Gefühl, den zahlreichen neuen Kooperationen, den Gemeinschaftserlebnissen und dem frischen Image wird Karlsruhe auch nach dem Geburtstags- jahr profitieren können. Nachhaltig aus dem Geburtstagsjahr verbleiben der Garten der Religionen, der neugestaltete Schlossvorplatz sowie die rundum erneuerte Turmbergterrasse. Neue Projekte, die zu KA300 erstmals durchgeführt werden konnten, bereichern ab sofort regelmäßig das Stadtleben: die Kinderspielstadt KARLIOPOLIS, die Bewegungskünstler von FUSION OF ARTS, die GLOBALE. Die starke Marke "Festivalsommer" hat sich als Dachmarke für die bereits vorhandenen Formate in den Sommermonaten bewährt und soll nun mit einer verkürzten Version der erfolgreichen SCHLOSSLICHTSPIELE als Kernveranstaltung fortgesetzt werden. Dies wünschen sich laut vorliegendem Bericht die große Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger sowie Handel und Gastronomie. Das Schlossareal hat sein hohes Potential als Ort der Begegnung und Mittelpunkt des öffentlichen Lebens in Karlsruhe gezeigt. Allerdings sind hier bezüglich des Gartens Ein- schränkungen zu machen. Ergänzende Erläuterungen Seite 5 Auch das von allen Seiten äußerst positiv bewertete Volunteer-Programm soll für die Stadt und deren Großveranstaltungen sowie die Events der Partner (KIT, ZKM, DAS FEST) erhalten werden. Weiter soll der zu KA300 erstmals ausgelobte Karlsruher Journalistenpreis JOKA in der Stadt verbleiben und zu den Heimattagen 2017 neu ausgeschrieben werden. Nicht zuletzt wird die zum Stadtgeburtstag eingeworbene "Sponsorenfamilie", bestehend aus 52 Unternehmen, für Karlsruhe erhalten bleiben und in eigenen Formaten weiter intensiv betreut werden. Die durch DAS FEST zum Festivalsommer eingebrachte Kompetenz umweltverträglich und sicher zu feiern, soll zur Grundlage für weitere Veranstaltungen werden. So hat der 300. Stadtgeburtstag mit den 101 Tagen Festivalsommer zahlreiche, nachhaltige Ableitungen für die Zukunft unserer Stadt parat. Neben der Stärkung des Images wurde gezeigt, dass Karlsruhe eine junge, moderne und zukunftsorientierte Stadt ist. Der Zusammen- halt der Bürgerinnen und Bürger, der Institutionen, in Politik und Verwaltung kann hier als vorbildlich bezeichnet werden. Dies stärkt Karlsruhe für eine erfolgreiche Zukunft. Beschluss: Antrag an den Gemeinderat Der Gemeinderat nimmt den Evaluationsbericht zum Festivalsommer KA300 zur Kenntnis. Hauptamt – Ratsangelegenheiten – 27. November 2015

  • Protokoll TOP 1
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    NIEDERSCHRIFT Stadt Karlsruhe Gremium: 18. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: 8. Dezember 2015, 15:30 Uhr öffentlich Ort: Bürgersaal des Rathauses Vorsitzende/r: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup Einziger Punkt der Tagesordnung: Stadtgeburtstag Karlsruhe 2015 - Rückblick, Evaluation, Ausblick Vorlage: 2015/0658 Beschluss: Kenntnisnahme Der Vorsitzende: Werte Stadtratskolleginnen und Stadtratskollegen, Herr Erster Bür- germeister, Frau Bürgermeisterin, werte Bürgermeisterkollegen, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, meine sehr verehrten Damen und Herren. Unter Ihnen darf ich Herrn Oberbürgermeister a. D. Prof. Dr. Gerhard Seiler und Herrn Oberbürgermeister a. D. Heinz Fenrich, jeweils als Ehrenbürger, hier ganz besonders begrüßen. Ein besonderes Jahr, in einer besonderen Stadt, mit besonderen Aktivitäten. Karlsruhe hat 300 Jahre ihrer Stadtgeschichte gefeiert, erstmals einen 100. Geburtstag in Frieden, in Demokratie, in Freiheit, in weitestgehendem Wohlstand mit einem Programm und einer gehörigen Portion Stolz. Das wollen wir heute in einer Sondersitzung des Ge- meinderates gemeinsam würdigen. Ich darf Sie alle ganz herzlich begrüßen und mich bedanken, dass Sie dieser Einladung, das geht an den Gemeinderat, das geht an Sie alle, nachgekommen sind. Manche sichtbaren Spuren im Stadtbild dieses Geburtstags mögen inzwischen dem All- tag gewichen sein und von der Vorweihnachtsstimmung überlagert werden, aber was bleibt ist die Erinnerung an einen, für alle die dabei waren, unvergesslichen Festival- sommer. Als kleine Einstimmung in das Thema möchten wir ein paar Impressionen hier in den Saal holen aus dem Geburtstagsprogramm. Film ab. (Einspielung des Filmes) Liebe Stadtratskolleginnen und Stadtratskollegen, meine sehr verehrten Damen und Herren, betrachten Sie diesen kleinen Film bitte als Teil meiner Rede, denn ich kann nicht auf alles eingehen, was sich im Film viel besser und viel kürzer darstellen lässt. Las- sen Sie mich noch ein paar weitere Gedanken ergänzen: Ein ganzes Jahr lang haben die Karlsruherinnen und Karlsruher ihre Stadt gefeiert. 101 Tage davon in einem intensiven Programm des Festivalsommers. Karlsruhe hat sich von - 2 - seinen schönsten Seiten präsentiert. Davon, das haben uns insbesondere die Wochen zwischen dem 17. Juni und dem 27. September gezeigt, hat unsere Stadt eine ganze Menge. Es waren 101 Tage Festivalsommer mit fast 600 Veranstaltungen, die unter- schiedlicher nicht hätten sein können. Kunst, Kultur, Wissenschaft, Sport, Spaß, Unter- haltung, Traditionelles, Kreatives, Spektakuläres, Innovatives - für jede Bürgerin, für je- den Bürger, und für alle Altersklassen war etwas dabei. Jeder und jede hat sich und ih- re/seine Lebenswelt im Stadtgeburtstag wiedergefunden. Jeder und jede hat gleichzeitig auch unglaublich viel Neues an seiner, an ihrer, an unserer, Stadt entdeckt. Viele haben es immer schon geahnt - aber jetzt hat es jeder, hat es jede, sehen, hören und fühlen können: Die ungeheure Vielfalt, die Karlsruhe, die das Leben in Karlsruhe auszeichnet. Für viele war es ein „Wow-Effekt‚, eine Überraschung. Und dieser „Wow-Effekt‚ hat nicht an der Stadtgrenze Halt gemacht. Er erfasste die gesamte Region, er sorgte für viel Aufmerksamkeit und für mindestens genauso viel Anerkennung - national wie in- ternational. An dem erfreulichen Erscheinungsbild haben auch die 308 Volunteers einen maßgeb- lichen Anteil. Die freiwilligen Helferinnen und Helfer haben die Gäste mit großer Herzlichkeit und Freundlichkeit begrüßt, ihnen Tipps gegeben und ihnen weitergeholfen. Über 10.000 Stunden haben die Volunteers den Besucherinnen und Besuchern zur Seite gestanden, frühmorgens ebenso wie spätabends. Das ist bewundernswert und verdient unser aller Respekt. Besonders freut mich, dass das Volunteers-Programm auch künftig in Karlsruhe stattfinden wird. Mit Stolz und Selbstbewusstsein sprechen die Karlsruherinnen und Karlsruher über ihre Heimatstadt. Es ist eine Wertschätzung entstanden, eine Aufbruchstimmung, ein Wir- Gefühl, wie es Karlsruhe so lange nicht erlebt hat, und bessere Botschafterinnen und Botschafter als seine Einwohnerinnen und Einwohner kann sich Karlsruhe nicht wün- schen. Und dann sind da die vielen Besucherinnen und Besucher aus dem In- und Aus- land und die unglaublich positive Berichterstattung. Karlsruhe ist durch den Stadtge- burtstag auch im In- und Ausland in den Fokus gerückt. Die Zahlen sprechen für sich: Mehr als eine Million Besucherinnen und Besucher, über 12.000 Berichte in Print- und Online-Medien weltweit. Darauf können wir alle stolz sein. Darauf können vor allem Sie stolz sein. Sie waren es, die das Projekt KA300 von Anfang an befürwortet, unterstützt, begleitet und gefördert haben. Herzlichen Dank dafür im Namen der Stadt Karlsruhe und seiner Bürgerinnen und Bürger. Unser Stadtgeburtstag hatte eine zentrale klare Aussage: Der Star ist die Stadt mit ihren vielen unterschiedlichen Talenten. Das haben wir von Anfang an immer wieder betont, und das hat sich als richtig erwiesen. Diesen Talenten hat der Stadtgeburtstag eine ide- ale Bühne gegeben. Ein Programm, direkt aus der Bürgerschaft und für die Bürger- schaft. Dieser innovative Ansatz führte auch dazu, dass sich über 10.000 Bürgerinnen und Bürger aktiv in den Stadtgeburtstag eingebracht haben. Jeder Stadtteil, die Vereine, Institutionen und Organisationen - sie alle haben den Stadtgeburtstag mitgestaltet. Sie alle haben den Stadtgeburtstag zu solch einem Erfolg werden lassen, und was mich besonders freut: Bereits jetzt planen viele Stadtteile eine Fortsetzung ihrer Projekte. Es war ein Programm als Spiegelbild des Lebens in Karlsruhe. Dabei wurden Formate und Veranstaltungen entwickelt, die das Zeug dazu haben, echte Dauerbrenner zu wer- den. Ich denke dabei an die Schlosslichtspiele wie auch an den Frühsport. Ich denke an - 3 - das Wissenschaftsfestival EFFEKTE oder die Kinderstadt Karlopolis. Auch Letztere waren eindrucksvolle Erfolge. EFFEKTE wie Karlopolis wollen wir auf jeden Fall fortsetzen. Hier hat der Stadtgeburtstag den Anstoß geliefert für etwas Dauerhaftes, für etwas Nachhal- tiges. Ein solches Mammut-Event mit fast 600 Veranstaltungen reibungslos über die Bühne zu bringen, Beispielhaftes zu leisten - das ist nicht selbstverständlich. Ich möchte mich ausdrücklich bedanken bei meinem Amtsvorgänger, Heinz Fenrich, bei dem Ge- meinderat von 2009 bis 2014, beim neuen Gemeinderat ab 2014, beim Team des Stadtmarketings mit Norbert Käthler, aber auch ganz besonders beim KA300-Team um Martin Wacker. Ich weiß natürlich auch, so eine Veranstaltung ist eine Gemeinschafts- aufgabe, die haben alle zusammen mit Bravour gelöst. Herzlichen Dank an alle Genann- ten und auch an die vielen Ungenannten. Eine Gemeinschaftsaufgabe ist es auch z. B. wenn es um unseren Anspruch geht, einen nachhaltigen Stadtgeburtstag, ein Green-Event, zu feiern. Die Stadtwerke Karlsruhe ha- ben alle zentralen Veranstaltungen im Schlossgarten mit 100 Prozent Ökostrom belie- fert und gleichen nun die durch die Besucherinnen und Besucher des Festivalsommers entstandene CO 2 -Belastung aus. Der Gesamtverbrauch, so hat es die KEK berechnet, beträgt 2.300 Tonnen CO 2 . Das ist weniger als gedacht und zeigt, wie umwelt- und klimabewusst sich die Besucherinnen und Besucher verhalten haben. Da wurde das Auto oft zu Hause gelassen und sich stattdessen zu Fuß, auf dem Rad oder mit der Bahn auf den Weg gemacht. Diese 2.300 Tonnen werden kompensiert durch zwei Maßnahmen. Zum einen erhielten 100 einkommensschwache Karlsruher Haushalte ihre alten Kühlschränke durch neue, energieeffiziente Geräte ersetzt. Jeder Haushalt spart dadurch jährlich 117 Euro Stromkosten, und wir alle sparen uns 1,7 Tonnen CO 2 in den nächsten sieben Jahren. Klimaschutz ist ein weltweites Thema, deshalb fließen die Gel- der auch in zwei Aufforstungsprogramme in Ecuador und Uganda. In beiden Ländern werden zusammen 2.400 Bäume gepflanzt. Diese Bäume nehmen in den kommenden 30 Jahren rund 2.400 Tonnen CO 2 auf. Wenn wir schon bei den vielen Partnerinnen und Partnern des Stadtgeburtstag und deren Beitrag am Erfolg sind: Ich erinnere gern auch an das große Engagement der Wirtschaft. 52 Partnerinnen, Partner und Sponsoren haben den Stadtgeburtstag mit über 3,7 Millionen Euro unterstützt. Das ist eine halbe Million mehr, als beispielsweise München bei seinem Stadtjubiläum von den Unternehmen erhalten hat. Auch darauf können wir stolz sein, vor allem aber darauf, dass unsere Partner und Sponsoren nicht nur Geld gegeben haben, sondern sich zudem aktiv beteiligt haben. Darüber hinaus ist ein reger Austausch zwischen den Firmen entstanden. Der Stadtgeburtstag als Netzwerk sozusagen und hoffentlich als Netzwerk, das Bestand hat. Solche Netzwerke sind auf vielen Ebenen entstanden. Zunächst aber nochmal der Wirtschaft ein herzliches Dankeschön für ihr großartiges Engagement. Auch sonst wird vieles bleiben: Eine Bürgerschaft, die mitdiskutiert und mitgestaltet, ein Garten der Religionen als Zeichen der Toleranz und als Hoffnung auf ein friedfertiges Miteinander der Kulturen und Religionen, ganz im Sinne der liberalen Tradition. Zahl- reiche Veranstaltungen, die Denkanstöße für die Zukunft gaben, beispielsweise zur Raumplanung und damit zum zukünftigen Aussehen der Stadt. Was ebenfalls - zu- mindest ein bisschen bleiben wird, ist die Erinnerung an das „Herzstück‚ des Festival- sommers, den Pavillon. Er war nicht nur ein idealer Veranstaltungsort, er sorgte und - 4 - sorgt nach wie vor für Gesprächsstoff in der Bevölkerung wie auch in der Architektur- welt, und er bleibt uns ein bisschen erhalten, zumindest in Form von 151 über das gesamte Stadtgebiet verteilten Holzbänken. Auch hier wurde das Vorhandene - in dem Fall das Holz - genutzt, um Neues zu schaffen. Und wer sich die Erinnerung an den Fe- stivalsommer noch einmal bildhaft vor Augen holen will, der sei u. a. an das Stadtarchiv verwiesen. Dort lagern alle Printprodukte und Erinnerungsstücke und noch viel mehr aus und an dem Stadtgeburtstag. Der Festivalsommer war ein Magnet. Das zeigte auch das Verhalten der Besucherinnen und Besucher. Morgens zum Frühsport in den Schlossgarten, dann ins Museum, an- schließend ein wenig shoppen, gefolgt vom Besuch einer Veranstaltung und zum Ab- schluss die Schlosslichtspiele. Nicht wenige kamen in die Stadt und verbrachten dort den ganzen Tag. Die diversen Veranstaltungen sind also keine Konkurrenz geworden, sie ergänzten und bereicherten sich gegenseitig. Das zeigt sich zum Beispiel an den Besucherzahlen des Zentrums für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe. Die Be- sucherzahlen im eigenen Haus beim ZKM haben sich durch die Präsenz im Festivalsom- mer bei den Schlosslichtspielen in den Sommermonaten im Vergleich zum Vorjahr ver- doppelt. Das ist ein bemerkenswerter Erfolg und es freut mich, dass die Stadt und das ZKM so näher aneinandergerückt sind und es zeigt: Von Großveranstaltungen, wenn sie von vielen getragen werden, profitieren am Ende alle, die Veranstalter diverser Feste ebenso wie beispielsweise der Einzelhandel oder die Gastronomie. Der Erfolg des Festivalsommers macht es daher aus meiner Sicht mehr als eine Über- legung wert, ihn zu einer festen Institution in Karlsruhe zu machen. Und mit dem Schlossgarten als „Wohnzimmer der Stadt‚ haben wir ja - wie sich jetzt gezeigt hat - einen vorzüglichen Veranstaltungsort. Karlsruhe steht nun bei vielen auf ihrem Zettel ziemlich weit oben: - wenn es um die Planung des nächsten Ausflugs oder eines Stadturlaubs geht, - wenn es um die Suche nach einem geeigneten Wirtschaftsstandort geht, - wenn es um die Suche nach dem geeigneten Wohnort geht, - wenn es um die Zusammenarbeit in Wissenschaft und Forschung geht. Es hat sich auf eindrucksvolle Weise gezeigt, Karlsruhe lebt. Karlsruhe ist eine junge, eine dynamische, eine innovative, eine tolerante Stadt. Es bietet jedem die Freiräume, die er/sie brauchen. Entsprechend vielfältig und abwechslungsreich ist das Leben in der Stadt. Genau das kam in den Veranstaltungen des Festivalsommers zum Ausdruck. Ins- besondere die Toleranz, das Miteinander der Menschen, der Kulturen, der Nationali- täten, ist in dieser Zeit eine ganz wichtige Botschaft. Damit haben die Karlsruherinnen und Karlsruher deutlich gemacht, dass sie die liberale und weltoffene Tradition des Stadtgründers ernstnehmen, sie pflegen und leben. Der Stadtgeburtstag beschert Karlsruhe und seinen Bürgerinnen und Bürgern einen dauerhaften Gewinn. Diese Nachhaltigkeit geht weit über eine Dimension hinaus, die im Übrigen, wenn ich die ökologische betrachte, auch exzellent war. Diese Nachhaltig- keit meint die entstandene Aufbruchstimmung, die grandiose Bürgerbeteiligung, das gestiegene Image der Stadt, die weltweite Aufmerksamkeit. Viele der Früchte werden wir davon in den kommenden Jahren ernten. Diesen Schwung sollten wir nutzen, An- - 5 - stöße für Neues geben und Bleibendes schaffen. Es ist jetzt unsere Aufgabe, diese Auf- bruchstimmung weiter zu führen und die Stadt gemeinsam weiter zu entwickeln. Ich bin sicher, wir werden das tun. Vielen Dank, dass Sie gekommen sind, und vielen Dank auch für die Unterstützung an alle, die hier sind und uns begleiten zu diesem hervor- ragenden Stadtgeburtstag. Dankeschön. Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir führen die Diskussion fort. Ich muss noch nach- tragen, dass entschuldigt sind Herr Stadtrat Bernhard, Herr Stadtrat Honné, Frau Stadt- rätin Reiff, Frau Stadträtin Wiedemann, Herr Stadtrat Cramer, Frau Stadträtin Mußgnug und Herr Stadtrat Herrmanns. Herr Stadtrat Dr. Müller wird etwas später zu uns stoßen. Jetzt treten wir in die Debatte ein. - Herr Stadtrat Pfannkuch. Stadtrat Pfannkuch (CDU): Herr Oberbürgermeister, sehr verehrte Ehrenbürger der Stadt, Herr Oberbürgermeister a. D. Prof. Gerhard Seiler, Herr Oberbürgermeister a. D. Heinz Fenrich, sehr verehrte Damen und Herren, sehr geehrte Gäste. Wir wollen heute einen würdigen Rückblick über diesen Stadtgeburtstag halten. Sie haben das ja in aller medialer Form schon vorgelegt, so dass wir meines Erachtens uns hier sehr kurz fassen können und vor allem heute mal nicht streiten müssen. Es haben sich schon viele Stim- men sich zu diesem Ereignis geäußert. Die CDU-Fraktion, das will ich vorausschicken, ist froh und glücklich, wahrscheinlich mit allen anderen, dass ein Geburtstagsmärchen von A bis Z mit über 1,3 Millionen Besuchern durchgeführt werden konnte, abgehalten werden konnte. Was uns wichtig ist, ohne wesentliche Zwischenfälle oder Unfälle. Das ist nicht selbstverständlich. Warum halten wir Rückblick, warum Erfolgskontrolle? Wer bewertet eigentlich schon eine gute Feier, eine richtige Fete. Entweder war sie gut oder sie war es nicht. Wenn sie es nicht war, dann redet man nicht drüber. Die Badener haben ja so eine besondere Eigenart: Net g’scholte, isch schon g‘lobt gnug. Was bringt so ein Ausblick nach 300 Jahren Geburtstagsfeier. Sicherlich keine Erfahrungen, die wir für die 350. Geburtstags- feier anstellen können. Herr Oberbürgermeister, Sie haben natürlich schon recht, die eine oder andere Großveranstaltung wird vor uns stehen und da können wir natürlich lernen. Wichtig ist, das ist für uns auch ganz bedeutend, wir haben ein Stadtjubiläum feiern können in Friedenszeiten. Das ist in dieser Stadt bisher nicht Selbstverständnis. Die Ziele sind zu recht in der Verwaltungsvorlage ein bisschen zusammengefasst: Zusammenhalt der Stadt, Stolz auf die eigene Heimat, Image in Deutschland und Europa. Das sind alles Ziele, die die CDU-Fraktion voll und ganz unterstreichen kann. Sie haben es auch angeführt: Der Schlossgarten - für Bürgerfeste wurde er salonfähig gemacht. Von daher darf ich das doch auch als ein wichtiges Ergebnis dieser Veran- staltung betrachten. Der Pavillon war eindeutig ein Besuchermagnet und hat seinen Bei- trag für den Mittelpunkt zahlreicher Veranstaltungen, Konzerte und Frühsport gesetzt. Allerdings, das sagt die CDU-Fraktion heute auch, als Wegwerfelement war das zu teuer. Wir hätten uns in Sachen Pavillon in einer Stadt mit so vielen Ideen und so viel Wissenschaft eine intelligentere Lösung gewünscht. Es war nicht möglich und hat nicht sollen sein. Immerhin: Die Idee jetzt, das Ganze zu zersägen und als Bänke in die Stadtteile zu verteilen, das ist wenigstens etwas. - 6 - Die DNA des Stadtgeburtstages waren die Stadtteilprojekte. Dort wurde mit wenig Geld sehr, sehr viel erreicht. Das war in punkto Zusammenhalt sicherlich der Renner. Hier ha- ben wir offensichtlich Nachholbedarf, wenn wir in die Zukunft schauen. Der Ideenwett- bewerb brachte die Kreativität der Karlsruher in das Event des Stadtgeburtstages ein. Das wurde noch von hochkarätigen Ausstellungen begleitet - Sie haben das angespro- chen -, z. B. die Globale. Was nicht erwähnt wurde, was aber in diesen Reigen hinein gehört, ist selbstverständlich die Ausstellung Räumliches Leitbild, weil das hoffentlich Nachhaltiges auch für die Zukunft dieser Stadt schaffen wird. Die 293 freiwilligen Helfer im Volunteersprogramm. Die waren immer in guter Stimmung. Das muss man einfach mal sagen, egal wie lange, wie häufig und intensiv man schon im Einsatz war. Die Statistik ist beeindruckend. Die Besucher, Übernachtungszahlen, die Umwegrentabi- lität, das sind alles wirtschaftliche Kennwerte, wo wir andernorts als CDU-Fraktion ein wenig belächelt worden sind. Ich glaube, es ist aber vollkommen richtig, dies bei dieser Veranstaltung noch einmal zu unterstreichen und auch zu betonen, dass solche Veran- staltungen eben, auch wenn man es manchmal nicht wahrhaben will, solche Effekte haben. Die Zusammensetzung des Programms war sehr vielschichtig und vielseitig. Es war eine gute Mischung zwischen den großen Events, den Dauerattraktionen wie die Schlosslichtspiele und die Stadtteilaktionen, wie schon mehrfach erwähnt, unter aktiver Einbeziehung unserer Bürgerinnen und Bürger. Aus der Erfahrung der Eröffnungsveran- staltung wurde sehr schnell gelernt. Man war immer flexibel und immer mit bestem Wetter versorgt. Man war unaufgeregt, hatte scheinbar alles im Griff. Das alles hat schon einen Namen. Es ist sicherlich da der Name von Martin Wacker zu nennen - ein klassischer Teamworker, ein Fachmann für das Sponsoring und die Akquise. Es ist des- wegen schon angebracht, dass wir ihm unseren Dank übermitteln, denn er wird ihn an seine Verantwortlichen in angemessener Form weitergeben, übrigens auch an die Spon- soren. Die CDU unterstreicht noch einmal alle Erkenntnisse aus der Verwaltungsvorlage für zukünftige Großveranstaltungen und für die Idee der Fortführung des Festivalsom- mers. Stadtweit die Bürger mit einzubeziehen, war eine für viele überraschende Erfolgs- geschichte, also sollten wir sie fortschreiben. Ein anderes Resümee muss allerdings auch erlaubt sein. Unser früherer Herr Oberbür- germeister, Heinz Fenrich, hat die Vorbereitung auf das Geschenk mit einem ordentli- chen Budget eingetütet. Sie, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, haben die Verpa- ckung zusammengehalten und ab und an den Inhalt sortiert. Dabei wurden Sie, das muss am Ende noch betont werden, stark unterstützt von den beteiligten stadträtlichen Gremien, die ab und zu mit sehr mulmigem Gefühl, aber mit hohem Einvernehmen, Irr- wege und Kostenexplosionen erspart haben. Vielen Dank. Stadtrat Marvi (SPD): Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, meine Damen und Her- ren. Dieser Stadtgeburtstag, Sie haben es betont, ist auch aus unserer Sicht ein hervor- ragendes Beispiel für ein gelungenes Gemeinschaftswerk, also nicht nur ein Märchen, sondern ein wahr gewordenes Märchen, von Gemeinderat, Stadtverwaltung und Bür- gerschaft. Es war der Gemeinderat, der im Zusammenspiel mit der Stadtverwaltung die Weichen gestellt hat, die notwendigen Mittel bereitgestellt hat und in intensiven Dis- kussionen eine grundlegende Konzeption beschlossen hat. Viel wichtiger ist, am Ende waren es die Bürgerinnen und Bürger selbst, die diesen besonderen Stadtgeburtstag angenommen haben, ihn getragen und gestaltet haben. Wir haben ohne Zweifel eine - 7 - neue Qualität und Dynamik von Mitmach- und Beteiligungskultur in unserer Stadtge- sellschaft erlebt. Das Engagement vieler aufgeschlossener und kreativer Bürgerinnen und Bürger nicht nur hier aus Karlsruhe, sondern aus der gesamten Region und darüber hinaus, ganz im Sinne der Botschaft, die Stadt ist der Star, haben dazu geführt, dass dieses Stadtjubiläum eben nicht nur, um es mit Bundespräsident Joachim Gauck zu sa- gen, als Ort der Erinnerung wahrgenommen wurde und in Erinnerung bleiben wird, sondern zugleich als Einladung Impulse für die künftige Stadtentwicklung zu setzen, die weit über diesen Stadtgeburtstag hinausreichen werden. Auch wir möchten deshalb heute ein großes Dankeschön sagen an alle, die mitgewirkt haben, an die 10.000 ehrenamtlich engagierten Karlsruherinnen und Karlsruher, die sich in über 80 Stadtteilprojekte eingebracht haben. Natürlich an die Verantwortlichen in den Bürgervereinen, an ihrer Spitze den Präsidenten Wolfgang Fritz, dem wir auch von hier aus gute Genesung wünschen. Vielen Dank an die fast 300 Volunteers. Ich fand es eine tolle Nachricht, dass dieses Programm, Herr Oberbürgermeister, fortgeführt wird, und dass die große Motivation der Volunteers uns auch wirklich erhalten bleibt in den kommenden Jahren. Sicherlich ein ganz vorbildliches Projekt für Karlsruhe. Natür- lich ein großes Dankeschön an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwal- tung, des Stadtmarketings, an Sie, Herr Oberbürgermeister, an das KA300-Team mit Martin Wacker an der Spitze, dessen Energie und großes Engagement und Kreativität diesem Stadtgeburtstag wirklich gutgetan haben, um es hier noch einmal ganz deutlich zu sagen. So wichtig die dezentralen Stadtteilprojekte für die Durchführung dieses Stadtgeburts- tages waren, so wichtig und richtig war es, dieses Ereignis sozusagen im Herzen unserer Stadt als das gesamte Programm zusammenzuführen. Wir danken dem Land Baden- Württemberg für die Bereitstellung des Schlossgartens für den Festivalsommer, den wir den Umständen entsprechend einigermaßen in guter Form wieder zurückgeben kön- nen. Mit dem Dank an das Land verbindet sich unsere anhaltende Begeisterung und Sympathie für die großen Landesausstellungen Karl Wilhelm und Karoline Luise, die die- sen Stadtgeburtstag begleitet haben und ihm noch einmal eine ganz besondere Note gegeben haben sowie natürlich für die Globale, die das ZKM neben den fulminanten Schlosslichtspielen noch ein Stück näher, nicht nur in die Köpfe der Karlsruherinnen und Karlsruher getragen hat, sondern auch in ihre Herzen. Das ist ein sehr gutes Beispiel, wie eine so große renommierte Institution mit einer Stadtgesellschaft zusammenwach- sen kann. Wir können vielleicht die eine oder andere Erfahrung da in die Zukunft mit- nehmen. Natürlich sind wir ebenso, wie Sie und mein Vorredner stolz darauf, dass wir einen klimafairen Stadtgeburtstag als Anspruch genommen haben und tatkräftig Maß- nahmen für Nachhaltigkeit und Umweltschutz ergriffen haben. Deswegen gebührt un- ser Dank natürlich auch den Stadtwerken, die das ermöglicht haben. Meine Damen und Herren, es ist gut, dass wir uns heute Zeit nehmen, um einen Mo- ment innezuhalten, den Evaluationsbericht gemeinsam zu studieren, uns diesen Image- film anzuschauen, Ihren Reden, unseren Reden, gemeinschaftlich zuzuhören und Bilanz zu ziehen. Natürlich gab es zur Konzeption des Stadtgeburtstags, die über einige Jahre in Kommissionen, Jurys und gemeinderätlichen Gremien mit intensiver Begleitung der Öffentlichkeit diskutiert wurde, eine Vielfalt an Meinungen, Anregungen und durchaus auch kontroversen Ideen. Natürlich gab es auch Zweifel, Zweifel ob dieses Jubiläum - 8 - nicht etwas zu teuer und zu überdimensioniert sei, Zweifel ob das Programm zu sehr auf Inszenierung setze, Zweifel ob es wirklich ein Schritt nach vorne für die Außenwir- kung und die Außendarstellung der Stadt wäre, was eigentlich Nachhaltiges überhaupt von diesem Großereignis übrig bleiben würde. Wir können, auch auf Basis des Evaluati- onsberichtes, eindeutig sagen, dass diese Zweifel eindrucksvoll widerlegt wurden. Sieht man die gestiegenen Übernachtungszahlen und die umfangreiche Berichterstattung, dann war dieser Stadtgeburtstag in keinem Fall zu teuer, sondern jeder Cent war richtig investiert in dieses Projekt. Es gab eben nicht nur spektakuläre und anregende Inszenierungen, sondern z. B. mit den Stadtgesprächen im Pavillon ein großartig angenommenes Diskussionsforum, mit dem unsere vielfältige Stadtgesellschaft wichtige Themen unserer Zeit diskutierte. Karls- ruhe hat sich mit dem Stadtgeburtstag neu positioniert. Kein Slogan, keine anderswie geartete Marketingkampagne, hätte diesen Stellenwert und diesen Wirkungsgrad errei- chen können. In der Berichterstattung über den Stadtgeburtstag in den überregionalen Medien wurde ein neues Bild von Karlsruhe transportiert, eine pulsierende Großstadt am Oberrhein, in der wirtschaftliche Stärke, Lebensfreude, Wissenschaft und Kultur zu- einander finden, eine Stadt, deren Weltoffenheit, Liberalität - heute noch viel wichtiger möglicherweise als vor 300 Jahren - deren gesellschaftlicher Zusammenhalt sich in Pro- jekten wie dem Garten der Religionen manifestiert. Das Bild von Karlsruhe, da stimmen wir Ihnen ausdrücklich zu, Herr Oberbürgermeister, hat sich verändert von außen wie innen. Das ist das wichtigste Ergebnis dieses Stadtgeburtstags. Die positiven Auswir- kungen auf dieses Image werden bleiben wie die vielen Erinnerungen an die Veranstal- tungen, gemeinsamen Erlebnisse in den Sommerabenden vor dem Schloss, in den Pro- jekten, in den Stadtteilen und im Pavillon. Meine Fraktion begrüßt ausdrücklich, dass die Schlosslichtspiele in der Zukunft fortgeführt werden können. Wir werden das hoffent- lich so beschließen und sind uns sicher, dass es möglich sein wird mit Hilfe der privaten Sponsoren, auch den Mittelaufwand der Stadt an diesem Projekt stark begrenzen zu können. Meine Damen und Herren, lassen Sie uns den Geist des Stadtgeburtstages aufnehmen, in die Zukunft fortführen, dieses neue Fenster, das sich für Karlsruhe aufgetan hat, nut- zen und miteinander weiterhin konstruktiv unsere Stadtentwicklung gestalten. Vielen Dank. Stadträtin Lisbach (GRÜNE): Herr Oberbürgermeister, meine Damen und Herren. Auch für uns Grüne war das ein wirklich traumhafter, rundum gelungener und wunder- schöner Jubiläumssommer, auf den wir jetzt zurückblicken. Das vor allem, weil Bürge- rinnen und Bürger einfach mit so viel Begeisterung dabei waren. Das hat sich ganz be- sonders in diesen über 80 Stadtteilprojekten gezeigt. Da kamen so viele tolle Ideen auf. Da waren die Leute mit so viel Engagement dabei. Das hat wirklich auch die Identität, einmal mit den Stadtteilen, aber auch mit der Gesamtstadt ganz arg gestärkt. Es war wirklich ein voller Erfolg. Ausdruck für diesen neuen Teamgeist, der da eingekehrt ist, war für uns auch das Engagement der über 300 Volunteers, die auch wirklich immer freundlich, immer sehr hilfsbereit überall aufgetreten sind. Es sind viele auch da oben, und ich möchte an dieser Stelle auch von der Grünen-Fraktion ein ganz großes Danke- schön dafür aussprechen, dass sie das Stadtjubiläum so toll unterstützt haben und den - 9 - Dank bei dieser Gelegenheit gleich an alle anderen, die vor und hinter den Kulissen hier an diesem Jubiläum mitgewirkt haben. Auch für uns waren die Schlosslichtspiele ein ganz besonderer Höhepunkt dieses Jubilä- ums. Abends kamen oft mehrere tausend Menschen zusammen im Schlossgarten, um dort entspannt und gut gelaunt den Abend zu verbringen. Sie sind meist vorher noch etwas Essen und Trinken gegangen oder vielleicht auch hinterher. Das hat natürlich auch der Karlsruher Gastronomie gut getan. Für uns hat sich auch der Pavillon als tem- porärer Veranstaltungsort durchaus bewährt. Wir denken, das das der richtige Weg war, auch wenn man sich über die Frage der Weiterverwendung des Materials vielleicht ein paar mehr Gedanken hätte machen können. Das ist jetzt aber gewesen wie es ist. Insgesamt glauben wir schon, dass es der richtige Weg war, hier so einen temporären Veranstaltungsort zu haben, der auch sehr gut angenommen wurde. Wir meinen auch, da gab es im Vorfeld Diskussionen, dass das Schlossareal zum Feiern der richtige Platz war, und wir das jetzt in einem ganz guten und ordentlichen Zustand wieder zurückge- ben können. Trotzdem war das einfach als Zentrum des Feierns wirklich der richtige Ort und hat sich sehr gut bewährt. Das hat sich gerade auch in der Abschlussveranstaltung gezeigt, die noch einmal so ein neues Erleben des Schlossgartens möglich gemacht hat. Für uns Grüne war es natürlich ganz wichtig, klimaneutral und sauber zu feiern, was aus unserer Sicht, zumindest weitgehend, gelungen ist. Wir haben dazu auch 2011 ei- nen Antrag eingebracht, der zum Glück positiv aufgenommen wurde. Wir mussten auch immer wieder mal zwischendrin nachhaken, was tut sich denn da, geht es da jetzt wirklich voran mit dem klimaneutral feiern oder zumindest ansatzweise klimaneutral zu feiern. Da sind wir ein gutes Stück vorangekommen und hat am Ende dann auch ge- klappt, wobei wir jetzt noch auf die Evaluation warten, Herr Oberbürgermeister. Sie hatten jetzt gerade in Ihrer Präsentation ausgeführt, dass da wohl schon einiges auch an Evaluation gelaufen ist. Das sind wir gespannt auf die Diskussion. Insgesamt ist es auch gut, dass jetzt viel an CO 2 kompensiert wird in anderen Projekten. Vielleicht kön- nen wir bei der einen oder anderen Maßnahme, die man gleich im Stadtgeburtstag selbst hätte umsetzen können, noch mal hinterfragen, ob wir vielleicht bei zukünftigen Festen auch noch ein bisschen mehr machen können. Insgesamt ist der Aspekt auch gut gelaufen. Für uns war immer wichtig, dass Projekte auch in das Jubiläum integriert werden, die nachhaltig wirken. Da konnten wir zum Ju- biläumssommer den Landschaftspark Rhein eröffnen, die Erneuerung der Turmbergter- rasse, das Räumliche Leitbild wurde vorhin schon erwähnt. Wir haben auch über die Events hinaus sicher einiges hingekriegt für Karlsruhe in diesem Jahr, wobei man auch sagen muss, es ist natürlich außerhalb des eigentlichen Stadtgeburtstagsbudgets gelau- fen. Darauf möchte ich schon noch einmal hinweisen. Nachhaltig sind auch viele Projek- te, die jetzt fortgesetzt werden wie die Karlopolis, diese Kinderstadt, was wir sehr gut fanden oder auch verschiedene Stadtteilprojekte, die auch in Zukunft sicher noch in der Stadt wirken werden. Auch die Globale wird sicher in irgendeiner Form ihre Fortführung finden. Insofern war das auch ein Startpunkt für vieles, was sicher die nächsten Jahre die Stadt noch weiter voranbringen kann. Trotz aller Begeisterung über das Jubiläum darf man natürlich auch nicht vergessen, der Spaß war auch ganz schön teuer. Da denken wir, dass die Vorlage vielleicht das nicht - 10 - ganz in aller Deutlichkeit wiedergibt. Es waren an sich nicht 11 Millionen, sondern aus unserer Sicht eher 15 Millionen, die das die Stadt gekostet hat, wenn man noch die Mehrwertsteuer dazu zählt, die dann doch auch über 2 Millionen ausmacht, auch die viele Arbeit, die innerhalb der Verwaltung gelaufen ist und auch viele zusätzliche Projek- te, die dann im Umfang des Stadtjubiläumsbudgets gar nicht mehr umgesetzt werden konnten. Wir gehen da eher von 15 Millionen aus. Hinzu kommen noch die vielen in- vestiven Projekte wie eben Turmbergterrasse oder Landschaftspark Rhein, die natürlich in diesem Budget auch nicht enthalten sind, aber trotzdem wichtig und sinnvoll waren. Wir wollen das auch gar nicht schlechtreden, aber man sollte es einfach auch nicht ver- schweigen, sondern hier mit realistischen Zahlen arbeiten. Damit komme ich zum Ausblick. Wir finden es schon gut, dass einzelne Elemente des Stadtjubiläums jetzt fortgeführt werden sollen. Wir müssen aber aufpassen, dass eine Verstetigung nicht dazu führt, diese Einzigartigkeit, die dieses Jubiläumsjahr hatte, so ein bisschen zu verwässern. Wir halten es auch für richtig, die Schlosslichtspiele zu wie- derholen. Dieses jedes Jahr zu tun, erscheint uns aber - oder zumindest den meisten von uns - eher zu häufig. Das sehen wir natürlich auch vor dem Hintergrund der Finan- zierungsfrage und der aktuellen Haushaltslage. Da wollen wir schon abwarten, ob Sponsoringeinnahmen im gewünschten Umfang fließen, ob Sponsoring da nicht zu Las- ten anderer Projekte geht. Es gibt ja immer nur so einen gewissen Umfang an Sponso- ring, das die Unternehmen auch bereit sind zu leisten in der Stadt. Da müssen wir ein- fach noch einmal gucken. Trotzdem haben wir uns entschieden, dass wir den Schwung dieses Jubiläumsjahres jetzt mitnehmen wollen und auch nächstes Jahr noch mal den Schlosslichtspielen zustimmen werden, wie es jetzt auch der Vorschlag der Verwaltung ist. 2017 haben wir dann die Heimattage. Da könnte man da mal aussetzen und ein bisschen andere Schwerpunkte setzen. Dann wird sowieso noch mal neu entschieden und evaluiert. Dann kann man gucken, wie das 2016 gelaufen ist. Das wäre also der Ansatz, den wir hier bevorzugen würden. Dann können wir neu entscheiden, wie es dann weitergeht. Sehr gut finden wir den Ansatz, dass man auch andere Elemente oder Erfahrungen, die wir gemacht haben, in zukünftige Feierlichkeiten und Events hier einbringen wollen, wie das Volunteersprogramm. Das ist wirklich sehr gut, so etwas weiterzuführen wie das umweltverträgliche Feiern, das hatte ich vorhin schon erwähnt, oder auch gewisse Fragen, die die Sicherheitskonzepte betrachten. Da haben wir jetzt viel gelernt, und auf diesen Erfahrungen sollte man für zukünftige Feste und Events in der Stadt aufbauen. In der Gesamtsicht schließen wir uns dann auch der Einschätzung der Verwaltungsvorlage an, dass sich Karlsruhe zum 300. Jubiläum wirklich als moderne, attraktive und auch zukunftsorientierte, zukunftsfähige Stadt präsentiert hat. Noch einmal unser Dank an alle, die an diesem Stadtjubiläum, zum Teil muss man sagen auch schon viele Jahre im Vorfeld, wirklich sehr aktiv und sehr engagiert mitgearbeitet haben. Dafür nochmal un- ser herzlicher Dank. Stadtrat Wohlfeil (KULT): Sehr geehrte Damen und Herren. Gleich an erster Stelle: Unzählige Menschen haben zum Gelingen des 300. Geburtstages Karlsruhes beigetra- gen, sowohl viele Hauptamtliche, wie unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Stadtverwaltung, in den städtischen Gesellschaften und im KA300-Team, als auch zahl- reiche Ehrenamtliche wie die 300 Volunteers und die zigtausend Menschen, die mit viel- - 11 - fältigen kulturellen Beiträgen oder auf andere Art am Stadtgeburtstag mitgewirkt ha- ben. Es fällt mir aus gutem Grund schwer, alle Mitwirkenden griffig zusammenzufassen. Es waren einfach so viele Menschen, die alle auf ihre Weise mitgemacht haben, so dass dann für jeden etwas dabei war. Sie schufen ein Fest für ganz Karlsruhe, nicht nur für das Bildungsbürgerturm, nicht nur für die Rentner, nicht nur für die Studierenden, nicht nur für die Familien, sondern für alle gleichermaßen. Die Stadt Karlsruhe präsentierte sich und bezog dabei die Karlsruher Institutionen und Vereine mit ein. Nach langjähriger Vorbereitung hieß es schließlich am Eröffnungsabend: Licht aus - Spot an für Karlsruhe, mitten aufs Schloss, schließlich entspringt Karlsruhe von hier. Die halbe Stadt geht wie Lichtstrahlen von diesem Ort aus. Es war schlicht atemberaubend, was Karlsruhe in den folgenden Monaten an Veranstaltungen rund um das Schloss organisiert hat. Liebe Zuhörer, ich habe eine Frage an Sie. Wer von Ihnen hat den folgenden Satz noch nie gehört: „KA300 und das ZKM präsentieren zum 300. Stadtgeburtstag die Schloss- lichtspiele‚. Ich glaube, jeder hier im Saal hat diesen Satz mindestens einmal gehört. Die meisten viel öfters. Bei mir hat er sich jedenfalls tief ins Gedächtnis eingeprägt. Die Schlosslichtspiele waren mit rd. 400.000 Zuschauern das meistbesuchte Highlight. Wir von KULT freuen uns, dass es auch nächstes Jahr wieder diese Sehenswürdigkeit in Karlsruhe geben wird. Die Schlosslichtspiele, die Veranstaltungen tagsüber auf dem Schlossplatz und der Pavillon sorgten dafür, dass Karlsruhe den Schlossplatz und den Schlossgarten als zentrale Orte neu entdeckt hat. Damit kommen wir zum umstrittensten Projekt des Stadtgeburtstags: Der Pavillon, ein großes zentrales Bauwerk, das den Festivalsommer zusammenhält und eine Bühne bot, aber doch nur ein zeitweiser Bau, der aus guten Gründen nicht dauerhaft im Schloss- garten bleiben durfte. Lohnt sich das, zu den Kosten? Was ist das überhaupt für eine Architektur? Durch diese Fragen trat der Pavillon ins Licht der Öffentlichkeit. Die Diskus- sion lief quer durch alle Lager. Beispiel KULT. Mein Kollege Ebi Fischer sieht es so: Durch den Pavillon habe sich die Außenwirkung der Stadt hervorragend entwickelt. Das zeigen die vielen positiven Bemerkungen von auswärtigen Besuchern und Touristen, etwa zur Architektur des Pavillons. Dies lasse sich auch an den vorliegenden Zahlen, wie den Übernachtungen in Karlsruher Hotels festmachen. Auf der anderen Seite nennt dann unser KULT-eigener Satirekolumnist, Andreas Schulz, den Pavillon ein grottenhässliches, schweineteures Klettergerüst, das man zu Beginn des Stadtgeburtstages einfach so in den Schlossgarten gestellt hat, als sei es Sperrmüll, der dann irgendwann abgeholt wer- den müsste. Und doch kann auch Andreas dem Pavillon Positives abgewinnen und ver- söhnlich mit ihm schließen. Zitat: „Der Schlossgarten wurde durch den Pavillon zu dem, was er schon seit langer Zeit nicht mehr war - ein Garten für ausnahmslos alle Bürge- rinnen und Bürger. In diesem Sinne leb wohl, du hässliches und doch so lieb gewonne- nes Kunstgerippe‚. Zitat Ende. Die Karlsruher haben mittlerweile ihren Frieden mit dem Pavillon gemacht, spätestens seit er weg ist. Das Konzept ging jedenfalls auf: Frühsport, Musik und Kulturveranstaltung, Podiumsdiskussion, Flohmarkt, Spieleabend. Der Pavil- lon konnte viel. Was bleibt ist die Erkenntnis, dass es im Mittelpunkt der Stadt einen Bedarf gibt an at- traktiven Orten für Veranstaltungen wie Podiumsdiskussionen etc. Uns von KULT hat das zum Überlegen gebracht. Können wir das im Schlossvorgarten, rechts und links vom Schlossplatz, fortsetzen? Haben wir dort Flächen, um im Sommer günstige Zelt- - 12 - bauten aufzustellen, um so etwas anzubieten? Zirkuszelte gibt es ja mehrere in Karlsru- he, z. B. im Besitz vom Badischen Staatstheater oder vom Tollhaus. Auch Beinahe- Open-Air wäre dann möglich, wenn man die Zeltwände einfach auf die Seite zieht. Ausschlaggebend für den Erfolg war das angebotene Programm. Der Pavillon und die Atmosphäre am Schloss haben dafür die perfekte und anziehende Bühne geboten. Zu den Programmmachern zählten auch das KIT, die Fachhochschule, die PH und die Mu- sikhochschulen. Die Karlsruher Hochschulen, sie alle haben an so vielen Stellen mitge- wirkt, dass eine vollständige Aufzählung zu umfangreich wäre, nicht nur Effekte, da gab es noch viel mehr. Sie trugen fast alle wissenschaftlichen Veranstaltungen zum Stadtgeburtstag bei. Bundesweit und global nehmen die Menschen Karlsruhe vor allen anderen als Standort der Wissenschaft, Forschung und Technik wahr. Wir sahen das auch beim Stadtgeburtstag und müssen dieses überragende Merkmal Karlsruhes für die Zukunft sichern. Karlsruhe beging den Stadtgeburtstag aber nicht nur zentral in der Innenstadt, sondern auch von Durlach bis Daxlanden, von Rüppurr bis Neureut, Hagsfeld, Oststadt und alle. Über 10.000 Bürger wirkten in den Stadtteilprojekten mit. 80 Projekte realisierten sie in den Stadtteilen. Dies ist ein unvergleichliches Vorbild von bürgerschaftlichem Engage- ment. Wir freuen uns über diese gelebte Identifikation mit der Stadt Karlsruhe, sogar in Durlach und auch in Hagsfeld. Das längste Glanzlicht des Stadtgeburtstages ist noch gar nicht rum, das ist die Globale im ZKM. 300 Tage lang setzt sich Karlsruhe hier mit Glo- balisierung und Digitalisierung auseinander. Kunst und Kultur des ZKM standen auch auf den öffentlichen Plätzen im Licht der Öffentlichkeit. Denken wir etwa an das ent- wurzelte Haus, das wir gesehen haben, an das Himmelskarussell auf dem Friedrichsplatz oder den legendären Lkw, Klammer auf: nur mit echten Parkverbotsknöllchen, Klammer zu. Das wollen wir auf jeden Fall mitnehmen für die neugestaltete Innenstadt nach der Kombibaustelle. Mehr Kunst im öffentlichen Raum. Zeitweise oder regelmäßig wech- selnd ausgestellt bietet so die Stadt immer etwas Neues. Auch das gehört zu der Le- bensqualität einer Großstadt. Im Januar wird es dazu von KULT einen Antrag geben. Liebe Zuhörer, jetzt kommt der kleine Kritikteil. Wie bei jedem Großereignis gab es paar Technikpannen, Orga-Pannen, Kommunikationspannen. Dinge, die man einfach hätte besser machen können. Unsere Fraktion hat schon auf den entsprechenden Kanälen kommuniziert, was bei zukünftigen Veranstaltungen hier besser laufen muss. Gegen eine menschgemachte Katastrophe konnte man vor Ort dann aber teilweise nur wenig tun. Wenn der Klimawandel nicht nur reichlich Sonnenschein, sondern auch Tempera- turen bis über 40 Grad im Schatten bringt, ist das kühle Nass einfach verlockender als der Drais-Tag oder die Gymnaestrada. Karlsruhe muss sich dem Klimawandel anpassen. Wir müssen auch weiterhin zum Kampf gegen den Klimawandel und zur Nachhaltigkeit beitragen. Dazu gehört auch die klimafaire Umsetzung des Stadtgeburtstags. Klima- schutz muss mit vertretbarem Aufwand für die Stadtverwaltung leistbar sein. Der Stadtgeburtstag und der Haushaltsstabilisierungsprozess waren bzw. sind für die Stadtverwaltung und für die Stadträte mit viel Arbeit und Stress verbunden. Die emoti- onale Umstellung von Festival-Feierlaune auf Haushaltsstabilisierung hat bei einigen si- cher für eine Katerstimmung gesorgt. Auf der anderen Seite haben die hervorragenden Angebote des Festivalsommers auch viele Wünsche geweckt, die wir nicht alle erfüllen - 13 - können. Natürlich sollten wir unser Licht nicht unter den Scheffel stellen. Wir dürfen stolz sein auf das, was wir diesen Sommer geleistet haben. Genauso können wir stolz sein auf das, was unsere Stadt Karlsruhe alltäglich leistet und unsere Stadt so lebens- wert macht. Die badische Bescheidenheit und Bodenständigkeit steht uns gut zu Ge- sicht. Wir müssen nicht irgendwie für alle Vorbild sein. Bei aller adliger Prunksucht und Träumerei bei der Stadtgründung, so waren es letztlich doch das rationale und das zu- tiefst Menschliche, was Karlsruhe ausmacht. Ich weiß nicht, wie Karlsruhe in 300 Jahren aussehen wird, aber ich hoffe, dass Karlsruhe das behält. Zum Schluss möchte ich noch einmal meinen ganz persönlichen Dank aussprechen für diesen wundervollen Stadtgeburtstag, den wir miteinander feiern konnten. Vielen Dank Karlsruhe. Stadtrat Høyem (FDP): Herr Oberbürgermeister, meine Damen und Herren. Der große dänische Märchendichter Hans Christian Andersen besuchte Karlsruhe dreimal. In sei- nen Tagebüchern 1855 schreibt er: „In Durlach kamen wir an den Bahnhof und waren innerhalb von 10 Minuten in Karlsruhe im Erbprinzen, ging in das neue Akademiege- bäude, schöne Gipsabgüsse, das Theater war außen schön, ging in den Schlossgarten, sahen uns um in der Stadt, die vom Schloss her ihre Straßen fächerförmig ausbreitet.‚ Im Revolutionsjahr 1789 besuchte ein junger dänischer Autor, Jens Baggesen, Karlsru- he. Er war nur 25 Jahre alt und ein arroganter Weltbürger. Er beurteilt Karlsruhe 1789 als eine kindliche Spielerei des falschen Geschmacks und spottete Karlsruhe als noch linealer und winkelrechter als Mannheim. Der Däne bemängelt, dass es neun in gar kei- ner Weise unterscheidbare Fächerstraßen gäbe. Schon 1789, wo unser Karlsruhe so jung war wie ich heute, ist der arrogante Däne überzeugt, dass Karlsruhe keine Zukunft hat. Er schreibt: „Auch soll die Stadt schon merklich im Rückgang begriffen sein und ein großer Teil der gleichsam zur Musterung aufgestellten Häuser.‚ Selber kam ich aus München im Jahre 2000 nach Karlsruhe. Ich erinnere mich, wie mei- ne Münchener Kollegen nahezu Mitleid gehabt haben, dass ich in eine so langweilige Beamtenstadt versetzt worden war. Welcher Unfug. Ich bin jetzt begeisterter Wahl- Karlsruher. Aber richtig ist, dass man mit einem Kurzbesuch in Karlsruhe nicht die wun- derbare Qualität und Identität in unserer Stadt erkennt. Man muss hier verweilen. Man muss sich in Karlsruhe selber einbringen. Karlsruhe gibt dir nur so viel, wie du selber beiträgst. Karlsruhe ist eine Stadt, der man mit Neugier und Fragen begegnen muss. Dann bekommt man Antworten und Perspektiven, die sogar eine existenzielle Bedeu- tung bringen. Wir kennen die Gründung und den Privilegien-Brief aus der Geschichte. An unserer 300-Jahr-Feier haben wir dies hautnah erlebt. Wir wissen, dass Karlsruhe eine Fä- cherstadt mit unserem Schloss im Zentrum ist. An unseren Festen anlässlich des 300- jährigen Stadtgeburtstages haben wir auch das hautnah erlebt, und wir haben es in Sicherheit erlebt. Heutzutage nicht selbstverständlich. Heute wollen wir uns bei keiner Einzelperson bedanken. Unser Stadtfest ist unser ge- meinsames Fest geworden. So unglaublich viele, richtig, richtig beeindruckend viele eh- renamtliche Bürger und professionelle Leute, haben eine so enge Zusammenarbeit ge- - 14 - macht, dass Karlsruhe gelernt hat, in einer tiefen Perspektive Wir zu sagen. Wir, die Stadtteile, die Institutionen, die Organisationen, unser Schloss, die Politik, alle Bürger. Das Stadtfest ist zu einem echten Wir-Fest gewachsen. Danke. Nun haben wir den Hintergrund, unsere Stadt weiter zu entwickeln. Dazu brauchen wir eine gemeinsame Strategie, in Englisch sagt man: eine corporate identity, nicht ein Event hier und ein anderes dort. Der Stadtgeburtstag hat unser oft zugeschlossenes Karlsruhe geöffnet, weil wir uns als Bürger geöffnet haben. Unser Stadtfest war ein Wir-Fest. Darauf können wir bauen. Zusammen als Karlsruher sagen wir mit neuem Selbstbewusstsein und neuer Identität: Wir. Stadtrat Wenzel (FW): Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren. Ein ganz großes Lob an die Vereine und vielen ehrenamtlichen Helfer rund um das KA300-Team von Martin Wacker und Ralph Kindel. Mit ihrer Hilfe ist es gelun- gen, dem Festivalsommer eine Atmosphäre eines großen Gemeinschaftserlebnisses zu geben. Tausende von Besuchern von Nah und Fern erlebten wundervolle Konzerte und Veranstaltungen. Heute liegt uns nun die Endabrechnung vor. Bei allem Lob und dem Wunsch, dass es uns gelingt, Sponsoren zu finden, die es ermöglichen den einen oder anderen Geburtstagszauber zu wiederholen, muss aber auch hinterfragt werden, was bleibt. Was bleibt, wenn die Musik verstummt ist, die Lichter und Projektoren erloschen sind. Was bleibt. Als Kind habe ich die Bundesgartenschau miterleben dürfen. Noch heute zeugt der Stadtgarten und die Schlossgartenbahn von dieser wundervollen Veranstaltung. An was werden wir uns in 50 Jahren erinnern, wenn unsere Stadt 350 Jahre alt wird: an die Schlosslichtspiele, an die Turmberg- oder Rheinterrasse, den Garten der Religionen oder an das Exotenhaus. Werden diese Projekte stets mit dem 300. Stadtgeburtstag in Ver- bindung gebracht werden - vielleicht. Da hätte ich mir gewünscht, dass der Geburts- tagspavillon, wie von vielen Bürgerinnen und Bürgern dieser Stadt vorgeschlagen, eine Weiterverwendung an anderer Stelle gefunden hätte. Vorschläge gab es viele. Sie reich- ten von der Nutzung als Kunstwerk oder Erinnerungsstätte bis hin zu einem Stadtteil- oder Veranstaltungszentrum. An ihn, im Zusammenhang mit dem Stadtgeburtstag, hät- te man sich erinnert. So bleibt nur die Erinnerung. Lassen Sie uns diese Erinnerung im Herzen aufbewahren und unseren Freunden, Kindern und Enkeln weitergeben, indem wir ihnen vermitteln, 2015 wurde Karlsruhe 300 Jahre alt. Es war ein wirklich schöner Geburtstag, und ich war dabei. Stadtrat Dr. Schmidt (AfD): Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, sehr geehrte Ehrengäste, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen. Herzli- chen Dank Ihnen allen. Herzlichen Dank allen, die diesen Stadtgeburtstag ermöglicht haben durch ihre dienstliche oder ehrenamtliche Arbeit oder durch ihr finanzielles En- gagement. Wir von der AfD danken zudem insbesondere den vielen Volunteers und den vielen Mitgliedern gemeinnütziger Vereine, egal ob Bürgerverein, Sportverein oder kultureller Verein. Durch ihr Engagement konnte dieses Stadtfest, nicht nur am Schloss, sondern in allen Stadtteilen, für uns alle zu einem unvergesslichen Erlebnis werden. Auch wir von der AfD sind froh, dass wir dabei waren, dass wir dieses tolle Fest erleben durften. - 15 - Der 300. Stadtgeburtstag ist als insgesamt sehr gelungenes Fest in die Geschichte ein- gegangen. Ob man das eine oder andere hätte besser machen können, ist jetzt nicht mehr relevant. Heute ist dagegen für uns alle sehr relevant, wie sich der Haushalt der Stadt weiterentwickeln wird. Heute fordern wir von allen städtischen Dienststellen, ih- ren Beitrag zum strukturellen Sparen zu leisten. Alles wird noch einmal überdacht, wo kann man strukturell sparen. Vor diesem Hintergrund müssen wir natürlich künftig auch beim Feiern sparen. Dadurch wird unser 300. Stadtgeburtstag auch das bleiben, was er jetzt schon ist: ein einzigartiges Stadtfest. So werden wir ihn in Erinnerung behalten. Vielen Dank. Stadtrat Kalmbach (GfK): Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, meine sehr verehr- ten Damen und Herren. Unser Bundespräsident hat gesagt: Die feiern ja, als ob sie tau- send Jahre alt werden würden. Ich meine, mit dem Stadtgeburtstag ist etwas gelungen, was in Karlsruhe relativ einmalig ist. Karlsruhe ist aus seiner Kleinheit erwacht, ist wach geworden, ist in Selbstbewusstsein aufgestanden und hat sich präsentiert. Das ist aus- gesprochen zu erwähnen. Drei Stichworte möchte ich kurz sagen, ich mache keine summarische Würdigung: Mut, Miteinander und das dritte Stichwort mulmig. Mut hat Karlsruhe darin gezeigt, dass wir 15 Millionen investiert haben. Im Vorfeld sind wir bekannt für die Karlsruher Lösung. Ich bin jetzt heute geneigt zu sagen, wir müssen dieses Wort uminterpretieren. Karlsruher Lösung heißt, wir planen groß, machen das Ding nachher klein und sagen dann, das war die Karlsruher Lösung, weil meistens das Geld ausgegangen ist. Wir haben uns ent- schlossen, mutig zu sein, 15 Millionen auszugeben und damit eine große Lösung zu machen. Es hat sich gezeigt, dass es sich bewährt hat. Ich plädiere dafür, zukünftig von der Karlsruher Lösung zu sprechen. Wenn wir investieren, dann machen wir es richtig, oder wir lassen es sein. Zum Mut. Die Architektur unseres Pavillons war höchst umstritten, bis in meine Familie hinein. Ich musste größte Überzeugungsarbeit leisten und muss sagen, es zahlt sich aus, wenn wir mutig sind. Am Schluss waren sie alle begeistert. Am Schluss war die große Begeisterung da über dieses gelungene Werk. Es war ein Mittelpunkt, es war gelungen und es hat sich gelohnt, hier nicht auf jeden zu hören. Manchmal muss man sich ein- fach durchsetzen und mutig sein. Das Miteinander. Wir haben gelernt in diesem Stadtgeburtstag, wie Heimat geht. Zu- sammen Dinge vorbereiten, zusammen planen, zusammen arbeiten und zusammen feiern. Das schafft Identität, das schafft Heimatgefühle. Das müssen wir weiter lernen, wie man das im Alltag umsetzen kann - ein hervorragendes Feld. Mulmig in Bezug auf die Herausforderung der Haushaltskonsolidierung wird mir, wenn wir nach vorne schon wieder viel Geld ausgeben. Zu Frau Luczak-Schwarz würde ich sagen, okay, wir geben Geld aus. Frau Luczak-Schwarz, wo streichen wir? Das wäre meine Frage. Wo sparen wir das wieder ein. Wenn wir das nicht so machen, dann müs- sen wir es an anderer Stelle wieder streichen, wo viele Mitarbeiter in der Verwaltung unter großem Druck und großer Spannung sind. - 16 - Wie gesagt, ich würdige dieses Fest als ein großes Ereignis für Karlsruhe nicht nur, weil es sichtbare Zeichen langfristig und nachhaltig hinterlässt, sondern weil es in unserer Haltung etwas verändert hat. Unsere Haltung und unser Bewusstsein für Karlsruhe, un- ser Stolz, unser Auftreten für Karlsruhe ist neu geworden. Dafür, sage ich, hat es ge- lohnt, sich zu feiern: Es lebe Karlsruhe. Stadträtin Zürn (Die Linke): Herr Oberbürgermeister, meine Damen und Herren. Auch wir Linken haben sehr gerne den Stadtgeburtstag mitgefeiert und bedanken uns, wie Sie alle, vor allen Dingen bei den vielen Helferinnen und Helfern. Eine Sache ist noch nicht gelobt worden, auf die möchte ich mich jetzt auch beschränken. Doch eines sei vorher noch gesagt. Wir fanden den Stadtgeburtstag nicht nur klimaneutral, er war ja auch sehr sozial. Man konnte relaxt umsonst draußen im Schlossgarten sitzen. Das hat uns gut gefallen. Wir sind der Meinung, die Menschen dieser Stadt haben sich diesen Geburtstag ja selbst geschenkt. Er ist überwiegend aus Steuergeldern bezahlt worden. Wir hoffen, wir haben es im Sinne der Menschen gemacht, und sie haben diesen Ge- burtstag genossen. Das glauben wir. Jetzt komme ich zu dem, was ich ganz besonders fand und was ich lobend erwähnen möchte. Bei der Eröffnungsshow hat es eine Sequenz gegeben, wo die Geschichte der Frauen in Karlsruhe, die Geschichte berühmter Frauen, nachgezeichnet worden ist in wunderschönen Bildern und wunderschönen Tönen. Ich habe währenddessen und nachher viele Karlsruher Frauen getroffen, die nicht so leicht zu erschüttern sind, aber die waren wirklich sehr gerührt. Die haben sich an diesem Tag sehr zu Hause in dieser Stadt gefühlt. Es hat uns wirklich sehr gut gefallen. Das war eine tolle Zusammenarbeit zwischen Kunst, Kultur, Wissenschaft und der Verwaltung. Dafür bedanken wir uns ganz herzlich. Damit möchte ich auch schließen und noch einmal danken. Der Vorsitzende: Ja, liebe Stadtratskolleginnen und Stadtratskollegen, Sie haben es gemerkt, wir haben uns bei unserem Rückblick und auch in der Evaluation sehr stark auf die Veranstaltungen konzentriert, die im Rahmen des städtischen Festivalsommer- programms entstanden sind. Ich möchte deswegen noch zwei Dankeschön nachholen, weil das auch zum gesamten Stadtgeburtstagsjahr gehört. Ich möchte mich zunächst bei allen Institutionen und Organisationen bedanken, die uns im Laufe des Jahres beige- sprungen sind mit eigenen Aktivitäten, mit eigenen Veranstaltungen und mit einem unglaublichen Bekenntnis zur Stadt Karlsruhe, und oftmals waren es auch Mitarbeite- rinnen und Mitarbeiter, die in der Stadt wohnen oder aus der Stadt waren oder sind, die dann in ihren Institutionen dafür gesorgt haben. Ich möchte ausdrücklich nochmal den Ministerien danken. Auch der Bundespräsident war letztlich eine Idee des Staatsmi- nisteriums, dass er hier zum Benefizkonzert nach Karlsruhe kam. Ich möchte dem Lan- desmarketing und dem Landestourismus danken. Ich möchte für die beiden großen Sonderausstellungen dem Badischen Landesmuseum und der Staatlichen Kunsthalle ganz herzlich danken. Das ist ja auch nicht selbstverständlich, dass man sich hier in die- sem Jahr so engagiert. Ich möchte mich bei Vermögen und Bau, der Baden-Württem- berg-Stiftung, aber auch den beiden halbstädtischen, halbstaatlichen Institutionen, ZKM und Badisches Staatstheater, noch einmal ganz herzlich bedanken, ebenso bei vielen wichtigen Partnern, wie etwa dem SWR oder den BNN und allen, die ich jetzt nicht nennen konnte. Dazu gehören auch die zahlreichen Organisationen, die eine Landes- oder Bundesversammlung, gerade in diesem Geburtstagsjahr, nach Karlsruhe geholt - 17 - haben. Wir hatten hier die Landesgymnaestrada, den Landesmusiktag, den Landesseni- orentag, das Landestreffen der Bürgerwehren, die Fastnachter mit dem großen Fast- nachtsumzug bis neulich zum Kostümball und noch viele andere Veranstaltungen mehr im selben Jahr hier in Karlsruhe. Wir haben auch den Arbeitskreis Kultur des Bundesver- bandes der Deutschen Industrie, wir haben den Stiftungstag der bundesdeutschen Stif- tungen hier gehabt. Alle diese Veranstaltungen waren in Karlsruhe, weil wir hier Ge- burtstag hatten. Sonst wären die auf zehn Jahre verteilt vielleicht einmal nach Karlsruhe gekommen, aber sicherlich nicht alle im selben Jahr. Dafür ein herzliches Dankeschön. Mein zweites großes Dankeschön gilt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Äm- ter, der städtischen Gesellschaften, der städtischen Dienststellen, vom Amt für Abfall- wirtschaft bis zum Zoo - der ja etwas Mühe hatte, mit seinem 150-jährigen Jubiläum wahrgenommen zu werden -, haben alle Ämter mehr mitgearbeitet und mehr mitma- chen müssen, als es normalerweise in einem Jahr üblich ist, und zwar nicht, weil es so viele zusätzliche Projekte gab - das kam noch dazu -, sondern weil einfach das normale Grundrauschen der Verwaltung nochmal viel intensiver, nochmal viel anstrengender war. Dafür, ich denke auch im Namen aller Bürgerinnen und Bürger, ein ganz herzliches großes Dankeschön. Jetzt darf ich Sie alle einladen. Wir haben draußen im Foyer die Möglichkeit gerichtet, dass wir ein bisschen anstoßen können und noch in einem oder anderen persönlichen Gespräch verbleiben. Bevor Sie jetzt aber alle rausspringen, schließen wir mit weiteren kleinen Impressionen zum Thema Stadtgeburtstag, hier vor allem den Lichtfestspielen. Danke, dass Sie da waren. (Einspielung des Filmes) Schluss der Sitzung: 16:53 Uhr Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten – 22. Dezember 2015