Bevölkerung und Erwerbstätigkeit - Ergebnisse des Zensus 2011

Vorlage: 2015/0619
Art: Beschlussvorlage
Datum: 27.10.2015
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Amt für Stadtentwicklung
Erwähnte Stadtteile: Beiertheim-Bulach, Daxlanden, Durlach, Grötzingen, Grünwettersbach, Grünwinkel, Hagsfeld, Hohenwettersbach, Innenstadt-Ost, Innenstadt-West, Knielingen, Mühlburg, Neureut, Nordstadt, Nordweststadt, Oberreut, Oststadt, Palmbach, Rintheim, Rüppurr, Stupferich, Südstadt, Südweststadt, Waldstadt, Weiherfeld-Dammerstock, Weststadt, Wolfartsweier

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 24.11.2015

    TOP: 10

    Rolle: Entscheidung

    Ergebnis: Kenntnisnahme

Zusätzliche Dateien

  • Anlage Zensus 2011
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Amt für Stadtentwicklung Ergebnisse des Zensus 2011 BEVÖLKERUNG UND ERWERBSTÄTIGKEIT 2 | BEVÖLKERUNG UND ERWERBSTÄTIGKEIT | ERGEBNISSE DES ZENSUS 2011 IMPRESSUM Stadt Karlsruhe Amt für Stadtentwicklung Zähringerstraße 61 76133 Karlsruhe Leiterin: Dr. Edith Wiegelmann-Uhlig Bereich: Statistikstelle Andrea Rosemeier Bearbeitung: Juliane Schaber Layout: Stefanie Groß Telefon: 0721 133-1230 Fax: 0721 133-1239 E-Mail: statistik@karlsruhe.de Internet: www.karlsruhe.de/statistik Bildnachweise: © panthermedia.net/Wavebreak Media Ltd (Titelfoto) Bildstelle der Stadt Karlsruhe, Roland Fränkle (Seite 8, 52) Bildstelle der Stadt Karlsruhe, (Seite 24) © panthermedia.net/monkeybusiness (Seite 33, 66) © panthermedia.net/william87 (Seite 48) © panthermedia.net/.shock (Seite 76) © panthermedia.net/Andreas Karelias (Seite 83) Stand: Oktober 2015 Gedruckt in der Rathausdruckerei auf 100 Prozent Recyclingpapier © Stadt Karlsruhe AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 3 INHALT Seite 1. ALLGEMEINES 4 1.1 Einführung Zensus 2011 5 1.2 Methodische Hinweise zur Durchführung und Aufbereitung der Haushaltsstichprobe im Rahmen des Zensus 2011 6 1.3 Rechtsgrundlagen der Haushaltsstichprobe im Rahmen des Zensus 2011 2. BEVÖLKERUNGS- UND HAUSHALTESTRUKTUR 2011 UND DEREN ENTWICKLUNG SEIT 1987 7 2.1 Bevölkerungsstand 2011 und Vergleich mit 1987 7 2.2 Altersstruktur und Familienstand der Bevölkerung 13 2.3 Privathaushalte und deren Struktur 26 3. BEVÖLKERUNG MIT MIGRATIONSHINTERGRUND 39 3.1 Bevölkerung mit Migrationshintergrund und Ausländer 39 3.2 Herkunftsländer der Bevölkerung mit Migrationshintergrund 42 3.3 Aufenthaltsdauer der Bevölkerung mit Migrationshintergrund 43 3.4 Altersstruktur der Bevölkerung mit Migrationshintergrund 46 4. RELIGIONSZUGEHÖRIGKEIT DER BEVÖLKERUNG 47 4.1 Religionszugehörigkeit nach Geschlecht und nach Alter 47 4.2 Religionszugehörigkeit nach Staatsangehörigkeit und Migrationshintergrund 54 5. SCHULISCHE UND BERUFLICHE AUSBILDUNG DER KARLSRUHER BEVÖLKERUNG 56 5.1 Höchster erreichter Schulabschluss und Personen in Ausbildung 56 5.2 Höchster erreichter berufl icher Abschluss 60 5.3 Bildungsunterschiede zwischen Personen mit und ohne Migrationshintergrund 64 6. ERWERBSTÄTIGKEIT UND BETEILIGUNG AM ARBEITSMARKT 73 6.1 Erwerbspersonen, Erwerbstätige und Erwerbslose, Erwerbsstatus, Erwerbspotential 73 6.2 Erwerbstätige und Erwerbslose nach Alter, Geschlecht und Nationalität 75 6.3 Erwerbstätigkeit und Erwerbslosigkeit nach Schulbildung und berufl ichem Abschluss 81 6.4 Erwerbstätigkeit von Deutschen und Personen mit Migrationshintergrund 83 7. A N H A NG 86 7.1 Tabellenverzeichnis 86 7.2 Abbildungsverzeichnis 86 7.3 Glossar 87 7.4 Abkürzungen und Symbole 95 4 | BEVÖLKERUNG UND ERWERBSTÄTIGKEIT | ERGEBNISSE DES ZENSUS 2011 1. ALLGEMEINES 1.1 EINFÜHRUNG ZENSUS 2011 Der Zensus 2011 war eine Bevölkerungs-, Gebäude- und Wohnungszählung. Eine traditionelle Volkszählung inklusive einer Gebäude- und Wohnungszählung wurde in den alten Bundesländern zum letzten Mal im Jahr 1987, in den neuen Bundesländern bereits im Jahr 1981 durchgeführt. Somit war die Zahlenbasis für die Fortschreibung der Einwohnerzahlen und des Gebäude- und Wohnungsbestands mehr als 20 Jahre alt. Mithilfe der natürlichen Bevölkerungsbewegungen (Geburten und Sterbefälle) und der Wanderungen (Zu- und Fortzüge) wurden die bei der letzten Volkszählung festgestellten Einwohnerzahlen fortgeschrieben. Bei der Fortschreibung ergaben sich über die Jahre hinweg immer größere Ungenauigkeiten. Deutschland durchlief in den vergangenen Jahren tiefgreifende Veränderungen. Viele Menschen zogen beispielsweise seit der Wiedervereinigung aus den östlichen Bundesländern in den Westen oder umgekehrt, die Wirtschaft erlebte einen Aufschwung, der Zuwanderer anzog und ebenso weitere Umzüge zur Folge hatte. Daher war eine Neujustierung der Zahlenbasis dringend notwendig. Ziel des Zensus 2011 war zum einen die Ermittlung der aktuellen neuen amtlichen Einwohnerzahlen. Zahlreiche Rechtsvorschriften in Deutschland beziehen sich direkt auf die amtlichen Einwohnerzahlen. Sie sind entscheidend für Ausgleichszahlungen zwischen den Ländern (Länderfi nanzausgleich), für den kommunalen Finanzausgleich, bei der Einteilung der Wahlkreise oder für die Stimmenanzahl der Länder im Bundesrat. Zum anderen wurden wichtige Strukturinformationen erhoben, welche einen detaillierten Überblick über die Lebens-, Arbeits- und Wohnsituation der Menschen ermöglichen. In der vorliegenden Veröffentlichung wird der Fokus auf die Ergebnisse der Haushaltebefragung auf Stichprobenbasis, kurz Haushaltsstichprobe, gelegt, durch die die neuen amtlichen Einwohnerzahlen der Bundesrepublik Deutschland und aller Städte und Kommunen im Land bereitgestellt wurden. Andererseits standen nun sowohl grundlegende Ergebnisse zur Bevölkerungsstruktur der Gemeinden, Kreise und Bundesländer als auch weiterführende Angaben zur Erwerbstätigkeit oder zur Schul- und Berufsbildung der Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung. Gerade Zahlen zu diesen Themenkomplexen, aber auch zur Religionszugehörigkeit und zur Aufgliederung des Migrationshintergrunds der Bevölkerung lagen bisher nur in unzureichendem Maße aus der amtlichen Statistik vor, sodass der Zensus 2011 hierfür erstmals umfangreiche, detaillierte und vergleichbare Ergebnisse lieferte. Durch den Vergleich der aktuellen Zahlen mit denen der vorangegangenen Volkszählung aus dem Jahr 1987 kann zudem die Entwicklung der Bevölkerungsstruktur im Verlauf der letzten zwei Jahrzehnte näher beleuchtet werden. AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 5 1.2 METHODISCHE HINWEISE ZUR DURCHFÜHRUNG UND AUFBEREITUNG DER HAUSHALTSSTICHPROBE IM RAHMEN DES ZENSUS 2011 Beim Zensus 2011 kam in Deutschland erstmals ein registergestütztes Verfahren zum Einsatz, bei dem Angaben aus bereits vorhandenen Verwaltungsregistern verwendet wurden, die mit den Angaben aus verschiedenen Erhebungen ergänzt und korrigiert wurden. Merkmale, die nicht oder nicht ausreichend in Verwaltungsregistern vorlagen, waren unter anderem Angaben zur Erwerbstätigkeit, zur schulischen und berufl ichen Ausbildung und zum Migrationshintergrund der Bevölkerung. Für die Daten, die nicht aus Registern gewonnen werden konnten, wurden bundesweit knapp zehn Prozent aller Personen im Rahmen der Haushaltsstichprobe befragt. Hierfür wurden nach einem mathematisch-statistischen Zufallsverfahren Anschriften ausgewählt, an denen alle dort lebenden Personen befragt wurden. Die Erhebung fand nicht nur bei den ausgewählten Privathaushalten, sondern auch an allen Anschriften mit sogenannten Sonderbereichen statt. Hierzu zählen Gemeinschafts-, Anstalts- und Notunterkünfte, Wohnheime und ähnliche Einrichtungen, die der längerfristigen Unterbringung und Versorgung von Personen mit einem spezifischen Unterbringungsbedarf dienen. Die Wohnheime und Gemeinschaftsunterkünfte wurden dabei in nicht-sensible und in sensible Einrichtungen unterteilt. In den nicht-sensiblen Gemeinschaftsunterkünften wie zum Beispiel Internaten, Studierendenwohnheimen, Klöstern und Seniorenwohnheimen wurden die Bewohner persönlich befragt. Die Anschrift eines nicht-sensiblen Wohnheims oder einer Gemeinschaftsunterkunft konnte auch für die Haushaltebefragung auf Stichprobenbasis zufällig ausgewählt werden. In diesem Fall kam ein erweiterter Fragenkatalog zum Einsatz, der auch Fragen zur Ausbildung und Erwerbstätigkeit beinhaltete. Zu den sensiblen Einrichtungen zählten in erster Linie Unterkünfte, bei denen die Information über die Zugehörigkeit der Personen zu diesen Bereichen die Gefahr einer sozialen Benachteiligung hervorrufen könnte. Hierzu zählten unter anderem Justizvollzugsanstalten, Notunterkünften für Obdachlose oder psychiatrische Einrichtungen, für deren Bewohnerinnen und Bewohner stellvertretend die Einrichtungsleitung gegenüber speziell geschulten Interviewerinnen und Interviewern oder per Onlinemeldung Auskunft erteilte. Die Durchführung der Erhebung wurde durch eigens in den Stadtkreisen und Landkreisen eingerichtete abgeschottete Erhebungsstellen koordiniert. Diese wurden als eigene Verwaltungsstellen eingerichtet, die aus Gründen des Datenschutzes sowohl räumlich als auch organisatorisch und personell von anderen Verwaltungsstellen getrennt waren. Die Aufgaben der Erhebungsstellen umfassten neben der Organisation der primärstatistischen Erhebungen die Auswahl und die Schulung geeigneter Erhebungsbeauftragter sowie deren fachliche Begleitung bei der Durchführung der Haushaltebefragung und der Erhebung an Anschriften mit Sonderbereichen. Darüber hinaus waren die kommunalen Erhebungsstellen Ansprechpartner für die im Rahmen des Zensus 2011 zur Auskunft verpfl ichteten Personen. An fünf Prozent der Anschriften, an denen die Haushaltsstichprobe durchgeführt worden war, wurden die Bewohnerinnen und Bewohner zur Qualitätssicherung einige Wochen nach dem ersten Interview ein zweites Mal mit einem verkürzten Fragebogen befragt. Diese Wiederholungsbefragung wurde mit einem auf wenige Merkmale verkürzten Fragebogen durchgeführt und fand nur in Gemeinden mit 10.000 oder mehr Einwohnerinnen und Einwohnern statt. Im Rahmen der Haushaltsstichprobe wurden noch weitere qualitätssichernde Maßnahmen durchgeführt. Zum einen war dies die Befragung zur Klärung von Unstimmigkeiten, die in Gemeinden mit weniger als 10.000 Einwohnerinnen und Einwohnern durchgeführt wurde, um Unstimmigkeiten, die bei der Zusammenführung der Melderegisterdaten mit den Ergebnissen der Gebäude- und Wohnungszählung auftraten, zu klären. Bei der Befragung zur Klärung des Wohnsitzes hingegen wurden in Gemeinden mit einer Bevölkerung von weniger als 10.000 Personen all diejenigen schriftlich um Klärung gebeten, die am 9. Mai 2011 mit mehreren Hauptwohnsitzen oder ausschließlich mit Nebenwohnsitz in den Melderegistern vorhanden waren. In Gemeinden mit 10.000 oder mehr Einwohnerinnen und Einwohnern wurden die Registerdaten von Personen mit mehreren Hauptwohnungen oder mehreren alleinigen Wohnungen maschinell korrigiert. Personen mit einer oder mehreren gemeldeten Nebenwohnungen wurden schriftlich nach ihrem Wohnungsstatus befragt. Die Ergebnisse der Haushaltsstichprobe wurden je nach ausgewähltem Merkmal beziehungsweise betrachteter Merkmalskombination unterschiedlich aufbereitet. 6 | BEVÖLKERUNG UND ERWERBSTÄTIGKEIT | ERGEBNISSE DES ZENSUS 2011 1.3 RECHTSGRUNDLAGEN DER HAUSHALTSSTICHPROBE IM RAHMEN DES ZENSUS 2011 Die Rechtsgrundlagen für die Durchführung des Zensus 2011 in Karlsruhe bildeten folgende Gesetze und Verordnungen:  Gesetz zur Vorbereitung eines registergestützten Zensus einschließlich einer Gebäude- und Wohnungszählung 2011 vom 8. Dezember 2007 – Zensusvorbereitungsgesetz 2011.  Verordnung Europäische Gemeinschaft (EG) Nummer 763/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 9. Juli 2008 über Volks- und Wohnungszählungen einschließlich der zugehörigen Durchführungsverordnungen.  Gesetz über den registergestützten Zensus im Jahre 2011 vom 16. Juli 2009 – Zensusgesetz 2011.  Gesetz zur Ausführung des Zensusgesetzes 2011 (AGZensG 2011) vom 29. Juli 2010 (Landesgesetz für Baden- Württemberg).  Verordnung über Verfahren und Umfang der Haushaltebefragung auf Stichprobenbasis zum Zensusgesetz 2011 – Stichprobenverordnung Zensusgesetz 2011.  Auszählung aus dem bereinigten Registerbestand: Die demografi schen Ergebnisse basieren auf den Angaben aus den Melderegistern, korrigiert um die Ergebnisse aus der Haushaltebefragung auf Stichprobenbasis und der Mehrfachfallprüfung. In Wohnheimen und Gemeinschaftsunterkünften (Sonderbereichen) wurde eine Vollerhebung durchgeführt, die ebenfalls zu einer Korrektur der gegebenenfalls abweichenden Angaben aus den Melderegistern führte.  Hochrechnung der Haushaltsstichprobe: Die zu den Themenbereichen Religion, Migration und Bildung veröffentlichten Ergebnisse basieren auf der Hochrechnung der Stichprobenbefunde aus der Haushaltebefragung.  Kombinierte Registerauszählung und Hochrechnung aus der Haushaltsstichprobe: Bei erwerbsstatistischen Auswertungen werden Auszählungen von Erwerbsregisterangaben mit Hochrechnungen der Ergebnisse aus der Haushaltebefragung auf Stichprobenbasis kombiniert. Hinweis: Es kann zu Abweichungen bei den endgültigen Ergebnissen, die seit Herbst 2014 zur Verfügung stehen, in Bezug auf zuvor veröffentlichte Zahlen des ersten Veröffentlichungstermins im Mai 2013 kommen. Die Einwohnerzahl (Bevölkerung insgesamt) wird durch die statistische Geheimhaltung nicht verändert, die Unterergebnisse für Gruppierungen jedoch schon. Hierdurch kann es unter Umständen zu Abweichungen bei der Summenbildung von Einzelergebnissen gegenüber der Einwohnerzahl insgesamt kommen. Tabelle 1: DIE KARLSRUHER BEVÖLKERUNG NACH GESCHLECHT UND STAATSANGEHÖRIGKEIT 1987 UND 2011 AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 7 2. BEVÖLKERUNGS- UND HAUSHALTESTRUKTUR 2011 UND DEREN ENTWICKLUNG SEIT 1987 2.1 BEVÖLKERUNGSSTAND 2011 UND VERGLEICH MIT 1987 Der Zensus 2011 ermittelte am Stichtag 9. Mai 2011 für die Stadt Karlsruhe eine Einwohnerzahl von 289.173 Personen. Von den 289.173 Einwohnerinnen und Einwohnern waren 145.765 Frauen (50,4 %) und 143.408 Männer (49,6 %). Für die Einwohnerzahl sind nur diejenigen Personen mit einberechnet, die ihren Hauptwohnsitz in der Gemeinde haben. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 1987 wurde eine Gesamtbevölkerung von 260.591 Personen gezählt. Somit nahm die Bevölkerung der Fächerstadt in 24 Jahren um 28.582 Personen oder rund 11,0 % zu (siehe Tabelle 1). Die Zuwanderung von Personen aus dem Ausland trug deutlich zum Anstieg der Bevölkerungszahl bei. Lag der Ausländeranteil 1987 noch bei 9,4 % (24.549 Personen), so stieg deren Zahl um gut 16.100 auf 40.652 an. Im Jahr 2011 betrug der Anteil der Ausländerinnen und Ausländer an der Gesamtbevölkerung somit 14,1 %. Anzahl%Anzahl%Anzahl% insgesamt260.591100289.17310028.58211,0 davon männlich137.09252,6143.40849,66.3164,6 weiblich123.49947,4145.76550,422.26618,0 Deutsche236.042100248.52110012.4795,3 davon männlich126.41853,6122.62049,3-3.798-3,0 weiblich109.62446,4125.90150,716.27714,8 Ausländer24.54910040.65210016.10365,6 davon männlich10.67443,520.78851,110.11494,8 weiblich13.87556,519.86448,95.98943,2 19872011 VERÄNDERUNG 2011 GEGENÜBER 1987 BEVÖLKERUNG 8 | BEVÖLKERUNG UND ERWERBSTÄTIGKEIT | ERGEBNISSE DES ZENSUS 2011 Die Bevölkerung in den Stadtteilen wuchs zwischen 1987 und 2011 nicht gleichmäßig. Besonders hohe Zuwächse verzeichnete die Nordstadt, die jedoch einen Sonderfall darstellt. Dieser Stadtteil wurde erst zum 1. Januar 1996 der bis dahin zur Weststadt gehörenden Hardtwaldsiedlung und einem Wohngebiet der abgezogenen US-Streitkräfte gegründet. Die gut 2.500 Bewohnerinnen und Bewohner der neu zugeordneten Hardtwaldsiedlung, die im Rahmen der Volkszählung 1987 gezählt wurden, stellten die Grundbevölkerung für diesen neuen Stadtteil dar, in dem im Mai 2011 bereits 9.563 Personen wohnten. Die stärkste Bevölkerungszunahme der „alten“ Stadtteile durch Neubaugebiete verbuchte Hohenwettersbach. Hier stieg die Bevölkerungszahl innerhalb von knapp 25 Jahren um 1.300 Personen oder 80,2 % (siehe Tabelle 2). Auch Hagsfeld und Oberreut konnten durch Neubaugebiete mit einer Zunahme um 3.110 Einwohnerinnen und Einwohner (77,4 %) beziehungsweise 3.688 Personen (60,8 %) weit überdurchschnittliche Zuwachsraten verbuchen. Etwas größere Bevölkerungsrückgänge seit 1987 mussten Daxlanden (-672 Personen oder -5,4 %), Rintheim (-313 Personen oder -5,3 %) und Weiherfeld-Dammerstock (-292 Personen oder -4,5 %) hinnehmen. Wolfartsweier und die Nordweststadt verloren seit 1987 mit -59 beziehungsweise -103 Personen nur 1,8 % beziehungsweise 0,9 % ihrer Einwohnerzahl. Auf Stadtviertelebene zeigt sich ein noch differenzierteres Bild. Deutlich zu erkennen sind beispielsweise die Bevölkerungszuwächse in Neureut-Kirchfeld und Neureut- Heide, im Beiertheimer Feld, in Hohenwettersbach und in Palmbach. Spitzenreiter sind Hagsfeld-Westlicher Teil mit einem Bevölkerungs-Plus von 223 % und Oberreut-Feldlage mit einer 201,4-prozentigen Zunahme der Bevölkerungszahl seit 1987. Die Baugebiete in der Südstadt-Östlicher Teil, wo 2002 der Abriss des Eisenbahn-Ausbesserungswerkes begann und eine Wohnbebauung folgte, und der Amerikanersiedlung in der Anfang Januar 1996 neu gegründeten Nordstadt können aufgrund der fehlenden Vergleichbarkeit mit 1987 nicht dargestellt werden. Hier wird jedoch seit dem jeweiligen Baubeginn durch Zuzug ein starkes Bevölkerungswachstum sichtbar (siehe Abbildung 1). AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 9 Tabelle 2: BEVÖLKERUNGSVERÄNDERUNG 1987 ZU 2011 IN DEN KARLRUHER STADTTEILEN 19872011Anzahl% 01 Innenstadt-Ost6.0476.2892424,0 02 Innenstadt-West8.3909.33494411,3 03 Südstadt14.31916.8042.48517,4 04 Südweststadt18.51519.8201.3057,0 05 Weststadt 1) 19.05119.9118604,5 06 Nordweststadt11.25211.149-103-0,9 07 Oststadt17.00318.2891.2867,6 08 Mühlburg15.74715.9592121,3 09 Daxlanden12.54611.874-672-5,4 10 Knielingen8.4829.0785967,0 11 Grünwinkel10.47310.493200,2 12 Oberreut6.0619.7493.68860,8 13 Beiertheim-Bulach6.1026.87977712,7 14 Weiherfeld-Dammerstock6.4376.145-292-4,5 15 Rüppurr10.46510.46940,0 16 Waldstadt12.38712.4891020,8 17 Rintheim5.9295.616-313-5,3 18 Hagsfeld4.0207.1303.11077,4 19 Durlach29.50430.3728682,9 20 Grötzingen8.3819.5321.15113,7 21 Stupferich2.6752.768933,5 22 Hohenwettersbach1.6212.9211.30080,2 23 Wolfartsweier3.2643.205-59-1,8 24 Grünwettersbach3.6804.11243211,7 25 Palmbach1.3011.72942832,9 26 Neureut14.39017.4943.10421,6 27 Nordstadt 2) 2.5499.5637.014275,2 STADT KARLSRUHE260.591289.17328.58211,0 STADTTEIL BEVÖLKERUNG INSGESAMTVERÄNDERUNG 2011 GEGENÜBER 1987 1) 1987: Weststadt ohne Hardtwaldsiedlung. 2) Gegründet zum 1. Januar 1996, aus einem Stadtviertel der Weststadt (Hardtwaldsiedlung) und der Amerikanerkaserne gebildet. 10 | BEVÖLKERUNG UND ERWERBSTÄTIGKEIT | ERGEBNISSE DES ZENSUS 2011 Abbildung 1: BEVÖLKERUNGSVERÄNDERUNG 2011 ZU 1987 IN DEN KARLSRUHER STADTTEILEN Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung - Bevölkerung und Erwerbstätigkeit (Ergebnisse des Zensus 2011) Stadtteile 19 Durlach 20 Grötzingen 21 Stupferich 22 Hohenwettersbach 23 Wolfartsweier 24 Grünwettersbach 25 Palmbach 26 Neureut 27 Nordstadt 01 Innenstadt-Ost 02 Innenstadt-West 03 Südstadt 04 Südweststadt 05 Weststadt 06 Nordweststadt 07 Oststadt 08 Mühlburg 09 Daxlanden Veränderung der Bevölkerungszahl in % mehr als - 10 % 10 Knielingen 11 Grünwinkel 12 Oberreut 13 Beiertheim-Bulach 14 Weiherfeld-Dammerstock 15 Rüppurr 16 Waldstadt 17 Rintheim 18 Hagsfeld _____ 19 10 26 20 09 16 18 15 21 24 08 07 11 22 06 17 14 04 13 27 12 02 03 23 05 01 25 102 201 263 161 091 193 211 101 262 241 181 191 197 221 083 151 171 261 132 154 195 272 231 072 073 142 121 022 114 182 251 071 202 032 011 043 141 111 061 264 052 041 153 064 062 162 021 081 094 115 194 192 042 082 113 051 271 122 092 063 131 112 031 033 152 093 196 012 084 172 Zeichenerklärung Stadtgrenze Stadtteilgrenze Stadtviertelgrenze - 10 bis unter 0 % 0 bis unter + 10% + 10 bis unter +25 % + 25 % und mehr Karlsruher Durchschnitt: + 11,0 % AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 11 Sowohl im östlichen als auch im westlichen Teil der Innenstadt lebten Anfang Mai 2011 deutlich mehr Männer als Frauen. Auch die Oststadt und die Südstadt wiesen einen überdurchschnittlichen Männeranteil auf (siehe Tabelle 3). In diesen Stadtteilen leben zahlreiche Studierende, unter denen aufgrund der technischen Ausrichtung der größten Hochschule der Stadt, des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), die Männer dominieren. Dies ist auch ein Grund für den hohen Anteil an Männern in der gesamtstädtischen Bevölkerung. Tabelle 3: DIE BEVÖLKERUNG NACH GESCHLECHT UND STAATSANGEHÖRIGKEIT IN DEN KARLSRUHER STADTTEILEN AM 9. MAI 2011 Anzahl%Anzahl%Anzahl%Anzahl% 01 Innenstadt-Ost6.2893.46455,12.82544,94.59573,11.69426,9 02 Innenstadt-West9.3345.01353,74.32146,37.11976,32.21523,7 03 Südstadt16.8048.78652,38.01847,712.64675,34.15824,7 04 Südweststadt19.8209.72849,110.09250,917.01285,82.80814,2 05 Weststadt19.9119.91649,89.99550,216.36282,23.54917,8 06 Nordweststadt11.1495.39648,45.75351,69.85388,41.29611,6 07 Oststadt18.2899.95654,48.33345,614.36178,53.92821,5 08 Mühlburg15.9597.62747,88.33252,213.00581,52.95418,5 09 Daxlanden11.8745.72248,26.15251,810.89691,89788,2 10 Knielingen9.0784.57950,44.49949,67.96287,71.11612,3 11 Grünwinkel10.4935.13448,95.35951,19.27988,41.21411,6 12 Oberreut9.7494.64747,75.10252,38.44586,61.30413,4 13 Beiertheim-Bulach6.8793.38149,13.49850,96.24590,86349,2 14 Weiherfeld-Dammerst.6.1452.85846,53.28753,55.64491,85018,2 15 Rüppurr10.4694.93947,25.53052,89.82893,96416,1 16 Waldstadt12.4896.03048,36.45951,710.84186,81.64813,2 17 Rintheim5.6162.68947,92.92752,14.89487,172212,9 18 Hagsfeld7.1303.58650,33.54449,76.35589,177510,9 19 Durlach30.37214.72848,515.64451,526.25086,44.12213,6 20 Grötzingen9.5324.60648,34.92651,78.71291,48208,6 21 Stupferich2.7681.34348,51.42551,52.64695,61224,4 22 Hohenwettersbach2.9211.48550,81.43649,22.77595,01465,0 23 Wolfartsweier3.2051.54448,21.66151,82.99793,52086,5 24 Grünwettersbach4.1122.00148,72.11151,33.93095,61824,4 25 Palmbach1.72985249,387750,71.63094,3995,7 26 Neureut17.4948.63249,38.86250,715.79090,31.7049,7 27 Nordstadt9.5634.76649,84.79750,28.44988,41.11411,6 STADT KARLSRUHE289.173143.40849,6145.76550,4248.52185,940.65214,1 STAATSANGEHÖRIGKEIT DeutscheAusländer/-innen STADTTEIL BEVÖLKERUNG INSGESAMT männlichweiblich GESCHLECHT 12 | BEVÖLKERUNG UND ERWERBSTÄTIGKEIT | ERGEBNISSE DES ZENSUS 2011 Besonders viele Einwohnerinnen und Einwohner wies naturgemäß Durlach, der größte Karlsruher Stadtteil, auf. Hier lebten am 9. Mai 2011 insgesamt 30.372 Personen. Weitere große Stadtteile sind die Weststadt und die Südweststadt Abbildung 2: DIE KARLSRUHER STADTTEILE NACH DER EINWOHNERZAHL AM 9. MAI 2011 mit einer Bevölkerung von 19.911 und 19.820 Personen. In Palmbach, dem kleinsten Stadtteil der Fächerstadt, wurden Anfang Mai 2011 insgesamt 1.729 Personen gezählt (siehe Abbildung 2). 1.729 2.768 2.921 3.205 4.112 5.616 6.145 6.289 6.879 7.130 9.078 9.334 9.532 9.563 9.749 10.469 10.493 11.149 11.874 12.489 15.959 16.804 17.494 18.289 19.820 19.911 30.372 05.00010.00015.00020.00025.00030.00035.000 25 Palmbach 21 Stupferich 22 Hohenwettersbach 23 Wolfartsweier 24 Grünwettersbach 17 Rintheim 14 Weiherfeld-Dammerstock 01 Innenstadt-Ost 13 Beiertheim-Bulach 18 Hagsfeld 10 Knielingen 02 Innenstadt-West 20 Grötzingen 27 Nordstadt 12 Oberreut 15 Rüppurr 11 Grünwinkel 06 Nordweststadt 09 Daxlanden 16 Waldstadt 08 Mühlburg 03 Südstadt 26 Neureut 07 Oststadt 04 Südweststadt 05 Weststadt 19 Durlach Anzahl AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 13 2.2 ALTERSSTRUKTUR UND FAMILIENSTAND DER BEVÖLKERUNG Der Altersaufbau der hiesigen Bevölkerung lässt sich sehr gut anhand einer Alterspyramide darstellen (siehe Abbildung 3). Im Mai 2011 zeigte sich ein deutlicher Männerüberschuss bei den jungen Erwachsenen (etwa 20 bis 30 Jahre). Hier bilden sich die Studierenden der technisch ausgerichteten Universitäten und Hochschulen der Stadt ab. Der hohe Frauenanteil in den Altersklassen der Seniorinnen und Senioren über 70 Jahren ist ebenso deutlich. Abbildung 3: ALTERSAUFBAU DER KARLSRUHER BEVÖLKERUNG AM 9. MAI 2011 05001.0001.5002.0002.5003.0003.500 unt. 1 2 4 6 8 10 12 14 16 18 20 22 24 26 28 30 32 34 36 38 40 42 44 46 48 50 52 54 56 58 60 62 64 66 68 70 72 74 76 78 80 82 84 86 88 90 92 94 96 98 100 102 05001.0001.5002.0002.5003.0003.500 Frauenüberschuss Männerüberschuss Deutsche Ausländer 14 | BEVÖLKERUNG UND ERWERBSTÄTIGKEIT | ERGEBNISSE DES ZENSUS 2011 Die Karlsruher Bevölkerung ist von einer zunehmenden Alterung geprägt (siehe Tabelle 4). Die Anteile der noch nicht schulpfl ichtigen Kinder unter sechs Jahren und der schulpfl ichtigen Kinder und Jugendlichen zwischen sechs und 14 Jahren an der Gesamtbevölkerung blieben zwischen 1987 und 2011 weitgehend gleich. Demgegenüber stiegen die Anteile der Personen im Alter von 65 und mehr Jahren im gleichen Zeitraum merklich an. Tabelle 4: DER ALTERSAUFBAU DER BEVÖLKERUNG IN KARLSRUHE 1987 UND 2011 Anzahl%Anzahl%Anzahl% noch nicht Schulpflichtigeunter 612.9805,014.5465,01.56612,1 Schulpflichtige06 bis unter 1517.6086,821.0567,33.44819,6 Erwerbsfähige15 bis unter 188.2423,26.9732,4-1.269-15,4 18 bis unter 45108.75341,7117.59640,78.8438,1 45 bis unter 6052.49520,159.21020,56.71512,8 60 bis unter 6515.2075,815.0355,2-172-1,1 nicht mehr Erwerbsfähige 65 bis unter 7523.7269,128.83810,05.11221,5 75 und älter21.5808,325.9199,04.33920,1 INSGESAMT260.591100289.17310028.58211,0 noch nicht Schulpflichtigeunter 66.6745,47.3115,16379,5 Schulpflichtige06 bis unter 158.9207,210.8197,51.89921,3 Erwerbsfähige15 bis unter 184.1703,43.5882,5-582-14,0 18 bis unter 4556.54045,862.14043,35.6009,9 45 bis unter 6025.95321,029.56320,63.61013,9 60 bis unter 656.2385,17.3375,11.09917,6 nicht mehr Erwerbsfähige 65 bis unter 758.6597,013.2799,34.62053,4 75 und älter6.3455,19.3716,53.02647,7 INSGESAMT123.499100143.40810019.90916,1 noch nicht Schulpflichtigeunter 66.3064,67.2355,092914,7 Schulpflichtige06 bis unter 158.6886,310.2377,01.54917,8 Erwerbsfähige15 bis unter 184.0723,03.3852,3-687-16,9 18 bis unter 4552.21338,155.45638,03.2436,2 45 bis unter 6026.54219,429.64720,33.10511,7 60 bis unter 658.9696,57.6985,3-1.271-14,2 nicht mehr Erwerbsfähige 65 bis unter 7515.06711,015.55910,74923,3 75 und älter15.23511,116.54811,41.3138,6 INSGESAMT137.092100145.7651008.6736,3 männlich weiblich BEVÖLKERUNGS- GRUPPEN 19872011 VERÄNDERUNG 2011 GEGENÜBER 1987 ALTER IN JAHREN insgesamt AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 15 Abbildung 4 zeigt nochmals deutlich die Veränderung der Bevölkerung in den vergangenen rund 25 Jahren. Rein von der Anzahl her stiegen die Bevölkerungszahlen in nahezu jeder Altersklasse, besonders stark bei den 18- bis unter 45-Jährigen. Nur bei den Altersklassen 15 bis unter 18 Jahre und 60 bis unter 65 Jahre zeigte sich im Vergleich zu 1987 ein leichter Rückgang. Der merkliche Anstieg der Zahl der Personen im Alter zwischen 18 und 45 Jahren spiegelt sich jedoch nicht in einem ebenso hohen prozentualen Anstieg wider. In dieser Altersgruppe stieg die Einwohnerzahl nur um gut 8 %. Wesentlich deutlicher fi el die Zunahme der Personen im Rentenalter aus. Sowohl die Zahl der 65- bis unter 75-Jährigen als auch die der über 75-Jährigen nahmen seit 1987 über 20 % zu. Abbildung 4: BEVÖLKERUNGSVERÄNDERUNG IN KARLSRUHE BEI AUSGEWÄHLTEN ALTERSGRUPPEN 1987 BIS 2011 12,1 19,6 -15,4 8,1 12,8 -1,1 21,5 20,1 -25-20-15-10-50510152025 unter 6 6 bis unter 15 15 bis unter 18 18 bis unter 45 45 bis unter 60 60 bis unter 65 65 bis unter 75 75 und älter % Alter von ... bis ... Jahren 1.566 3.448 -1.269 8.843 6.715 -172 5.112 4.339 -4.000-2.00002.0004.0006.0008.00010.000 unter 6 6 bis unter 15 15 bis unter 18 18 bis unter 45 45 bis unter 60 60 bis unter 65 65 bis unter 75 75 und älter Anzahl Alter von ... bis ... Jahren 16 | BEVÖLKERUNG UND ERWERBSTÄTIGKEIT | ERGEBNISSE DES ZENSUS 2011 197019872011197019872011197019872011197019872011 01 Innenstadt-Ost5532912436454353041891731021.387899649 02 Innenstadt-West8293653539894363873021961152.120997855 03 Südstadt1.2497298571.6229708785134323083.3842.1312.043 04 Südweststadt1.4768691.1801.9291.0421.3997374943744.1422.4052.953 05 Weststadt 2) 1.6381.0521.1562.2771.3621.2837496054054.6643.0192.844 06 Nordweststadt1.1225204732.0007347775613592863.6831.6131.536 07 Oststadt1.5687747652.0188998515594452894.1452.1181.905 08 Mühlburg1.4437257731.8018931.0326104573003.8542.0752.105 09 Daxlanden9525905321.4359309304225273732.8092.0471.835 10 Knielingen1.0014744321.2565646713262422372.5831.2801.340 11 Grünwinkel9805515191.6648167864913662933.1351.7331.598 12 Oberreut9754055481.3695789042472713312.5911.2541.783 13 Beiertheim-Bulach6222863756843324921981701641.5047881.031 14 Weiherf.-Damm.4372613066223814522061611471.265803905 15 Rüppurr7974175491.2476268174333023102.4771.3451.676 16 Waldstadt1.3986096802.4049001.0015094333074.3111.9421.988 17 Rintheim4622962967413654512672081311.470869878 18 Hagsfeld4551773625632766141471302271.1655831.203 19 Durlach2.8181.4401.4374.0392.0972.2091.1519587178.0084.4954.363 20 Grötzingen6744864508447397772202932691.7381.5181.496 21 Stupferich2011951203052502208810883594553423 22 Hohenwettersb.1241132012111513986757111402321710 23 Wolfartsweier193231152227280246709965490610463 24 Grünwettersb.348196194530305373108158109986659676 25 Palmbach1077489147107174406152294242315 26 Neureut1.1628548811.5151.1401.3714535374363.1302.5312.688 27 Nordstadt 3) ..623..1.259..432..2.314 STADT KARLSRUHE23.58412.98014.54633.08417.60821.0569.6638.2426.97366.33138.83042.575 KINDER UND JUGENDLICHE INSGESAMT STADTTEIL unter 66 bis unter 1515 bis unter 18 PERSONEN IM ALTER VON ... JAHREN Tabelle 5: DIE BEVÖLKERUNG 1) NACH ALTERSGRUPPEN IN DEN KARLSRUHER STADTTEILEN 1970, 1987 UND 2011 KINDER UND JUGENDLICHE Ein Blick noch weiter zurück auf die Ergebnisse der Volkszählung 1970 zeigt deutliche Änderungen in der Alterszusammensetzung in den einzelnen Stadtteilen (siehe Tabelle 5). Neben der Zunahme der Bevölkerung insgesamt wird besonders der demographische Wandel seit 1970 sichtbar. Die Zahl der Minderjährigen nahm ab, wohingegen vor allem die Zahl der älteren Menschen, insbesondere derer im Alter von 65 und mehr Jahren, anstieg. AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 17 197019872011197019872011197019872011197019872011 01 Innenstadt-Ost3.0903.0993.4951.4031.3201.2517627298946.6426.0476.289 02 Innenstadt-West4.9984.1775.6412.6531.7511.7101.7291.4651.12811.5008.3909.334 03 Südstadt6.6826.7009.1104.4743.2243.4462.8042.2642.20517.34414.31916.804 04 Südweststadt8.3848.0559.3336.0344.3154.5543.6893.7402.98022.24918.51519.820 05 Weststadt 2) 9.9559.4849.2606.5605.0384.8114.4274.0592.99625.60621.60019.911 06 Nordweststadt5.4714.3124.0913.1663.2722.8031.4112.0552.71913.73111.25211.149 07 Oststadt8.1507.91710.3925.1773.7923.3773.1323.1762.61520.60417.00318.289 08 Mühlburg7.4616.0476.7145.3764.1523.8763.0293.4733.26419.72015.74715.959 09 Daxlanden3.9624.7153.6462.6123.7203.4151.3842.0642.97810.76712.54611.874 10 Knielingen4.3833.7793.4212.0492.2962.6169471.1271.7019.9628.4829.078 11 Grünwinkel4.6244.0893.4592.5873.0432.9891.4181.6082.44711.76410.47310.493 12 Oberreut2.2272.3843.3478131.7112.8714087121.7486.0396.0619.749 13 Beiertheim-Bulach2.7542.5362.6961.8691.5881.9511.0061.1901.2017.1336.1026.879 14 Weiherf.-Damm.2.1892.1751.9211.9911.5591.6241.1711.9001.6956.6166.4376.145 15 Rüppurr3.9963.6963.3123.2613.0032.8851.9382.4212.59611.67210.46510.469 16 Waldstadt5.6394.6764.2042.7243.8923.1799361.8773.11813.61012.38712.489 17 Rintheim2.4552.2302.0931.6431.6111.4967901.2191.1496.3585.9295.616 18 Hagsfeld2.0841.7472.7099971.1502.1375185401.0814.7644.0207.130 19 Durlach12.82211.65911.0697.8267.8238.3484.5085.5276.59233.16429.50430.372 20 Grötzingen2.6723.5243.0371.4412.2502.8208431.0892.1796.6948.3819.532 21 Stupferich7751.1668963696828501702745991.9082.6752.768 22 Hohenwettersb.5416749552814478541911794021.4151.6212.921 23 Wolfartsweier7201.5601.1393957309901573646131.7623.2643.205 24 Grünwettersb.1.3331.4851.2316861.0911.2333344459723.3393.6804.112 25 Palmbach4595045602283825271061733271.0871.3011.729 26 Neureut5.2626.3636.1272.3213.8605.1941.2891.6363.48512.00214.39017.494 27 Nordstadt 3) ..3.738..2.438..1.073..9.563 STADT KARLSRUHE 113.088 108.753 117.59668.93667.70274.24539.09745.30654.757 287.452 260.591 289.173 STADTTEIL BEVÖLKERUNG INSGESAMT PERSONEN IM ALTER VON ... JAHREN 18 bis unter 4545 bis unter 6565 und mehr 1) 1970: Wohnbevölkerung, 1987 und 2011: Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung. 2) 1987: Weststadt komplett. 3) Gegründet zum 1. Januar 1996, aus einem Stadtviertel der Weststadt (Hardtwaldsiedlung) und der Amerikanerkaserne gebildet. Noch Tabelle 5: DIE BEVÖLKERUNG 1) NACH ALTERSGRUPPEN IN DEN KARLSRUHER STADTTEILEN 1970, 1987 UND 2011 ERWACHSENE 18 | BEVÖLKERUNG UND ERWERBSTÄTIGKEIT | ERGEBNISSE DES ZENSUS 2011 Die Stadtteile zeigten Anfang Mai 2011 zum Teil deutliche Unterschiede im Altersaufbau der dort lebenden Bevölkerung (siehe Tabelle 6). Besonders hohe Anteile an Kindern und Jugendlichen an der Gesamtbevölkerung wurden im Frühjahr 2011 in Hohenwettersbach und in der Nordstadt ermittelt, wo jeweils annähernd ein Viertel der Bevölkerung (24,3 % und 24,2 %) minderjährig war (siehe Abbildung 5). Auch Oberreut und Palmbach zeigten mit 18,3 % und 18,2 % überdurchschnittlich hohe Prozentsätze an Personen unter 18 Jahren. Schwerpunkte bildeten auch hier die neu entstandenen Wohngebiete. Anders sieht die Verteilung der Seniorinnen und Senioren über das Stadtgebiet aus. Besonders in den Außenbereichen, vor allem in Beiertheim- Bulach, Rüppurr und der Waldstadt, aber auch in einzelnen Höhenstadtteilen lebten überdurchschnittlich viele Personen im Rentenalter (siehe Abbildung 6). Tabelle 6: DIE BEVÖLKERUNG 1) NACH ALTERSGRUPPEN IN DEN KARLSRUHER STADTTEILEN AM 9. MAI 2011 0 bis unter 3 3 bis unter 6 6 bis unter 15 15 bis unter 18 18 bis unter 25 25 bis unter 45 45 bis unter 65 65 und mehr 01 Innenstadt-Ost1361073041021.2672.2281.2518946.289 02 Innenstadt-West2041493871152.0393.6021.7101.1289.334 03 Südstadt4943638783082.1386.9723.4462.20516.804 04 Südweststadt6585221.3993741.8177.5164.5542.98019.820 05 Weststadt6215351.2834052.0437.2174.8112.99619.911 06 Nordweststadt2312427772861.4222.6692.8032.71911.149 07 Oststadt4163498512893.4016.9913.3772.61518.289 08 Mühlburg4183551.0323001.4695.2453.8763.26415.959 09 Daxlanden2562769303739292.7173.4152.97811.874 10 Knielingen2202126712378102.6112.6161.7019.078 11 Grünwinkel2572627862938932.5662.9892.44710.493 12 Oberreut2602889043319022.4452.8711.7489.749 13 Beiertheim-Bulach1941814921645092.1871.9511.2016.879 14 Weiherfeld-Dammerst.1451614521474001.5211.6241.6956.145 15 Rüppurr2592908173108222.4902.8852.59610.469 16 Waldstadt3403401.0013071.0973.1073.1793.11812.489 17 Rintheim1431534511315321.5611.4961.1495.616 18 Hagsfeld1821806142277441.9652.1371.0817.130 19 Durlach7377002.2097172.4718.5988.3486.59230.372 20 Grötzingen2402107772697422.2952.8202.1799.532 21 Stupferich5664220832166808505992.768 22 Hohenwettersbach801213981112097468544022.921 23 Wolfartsweier8072246652369039906133.205 24 Grünwettersbach105893731092619701.2339724.112 25 Palmbach4148174521613995273271.729 26 Neureut4504311.3714361.5044.6235.1943.48517.494 27 Nordstadt2793441.2594329402.7982.4381.0739.563 STADT KARLSRUHE7.5027.04421.0566.97329.97487.62274.24554.757289.173 Anzahl STADTTEIL ZU- SAMMEN PERSONEN IM ALTER VON ... JAHREN AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 19 Noch Tabelle 6: DIE BEVÖLKERUNG 1) NACH ALTERSGRUPPEN IN DEN KARLSRUHER STADTTEILEN AM 9. MAI 2011 0 bis unter 3 3 bis unter 6 6 bis unter 15 15 bis unter 18 18 bis unter 25 25 bis unter 45 45 bis unter 65 65 und mehr 01 Innenstadt-Ost2,21,74,81,620,135,419,914,2100 02 Innenstadt-West2,21,64,11,221,838,618,312,1100 03 Südstadt2,92,25,21,812,741,520,513,1100 04 Südweststadt3,32,67,11,99,237,923,015,0100 05 Weststadt3,12,76,42,010,336,224,215,0100 06 Nordweststadt2,12,27,02,612,823,925,124,4100 07 Oststadt2,31,94,71,618,638,218,514,3100 08 Mühlburg2,62,26,51,99,232,924,320,5100 09 Daxlanden2,22,37,83,17,822,928,825,1100 10 Knielingen2,42,37,42,68,928,828,818,7100 11 Grünwinkel2,42,57,52,88,524,528,523,3100 12 Oberreut2,73,09,33,49,325,129,417,9100 13 Beiertheim-Bulach2,82,67,22,47,431,828,417,5100 14 Weiherfeld-Dammerst.2,42,67,42,46,524,826,427,6100 15 Rüppurr2,52,87,83,07,923,827,624,8100 16 Waldstadt2,72,78,02,58,824,925,525,0100 17 Rintheim2,52,78,02,39,527,826,620,5100 18 Hagsfeld2,62,58,63,210,427,630,015,2100 19 Durlach2,42,37,32,48,128,327,521,7100 20 Grötzingen2,52,28,22,87,824,129,622,9100 21 Stupferich2,02,37,93,07,824,630,721,6100 22 Hohenwettersbach2,74,113,63,87,225,529,213,8100 23 Wolfartsweier2,52,27,72,07,428,230,919,1100 24 Grünwettersbach2,62,29,12,76,323,630,023,6100 25 Palmbach2,42,810,13,09,323,130,518,9100 26 Neureut2,62,57,82,58,626,429,719,9100 27 Nordstadt2,93,613,24,59,829,325,511,2100 STADT KARLSRUHE2,62,47,32,410,430,325,718,9100 Anteil in % STADTTEIL PERSONEN IM ALTER VON ... JAHREN ZU- SAMMEN 20 | BEVÖLKERUNG UND ERWERBSTÄTIGKEIT | ERGEBNISSE DES ZENSUS 2011 Abbildung 5: ANTEIL DER KINDER UND JUGENDLICHEN IN DEN KARLSRUHER STADTVIERTELN AM 9. MAI 2011 Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung - Bevölkerung und Erwerbstätigkeit (Ergebnisse des Zensus 2011) Stadtteile 19 Durlach 20 Grötzingen 21 Stupferich 22 Hohenwettersbach 23 Wolfartsweier 24 Grünwettersbach 25 Palmbach 26 Neureut 27 Nordstadt 01 Innenstadt-Ost 02 Innenstadt-West 03 Südstadt 04 Südweststadt 05 Weststadt 06 Nordweststadt 07 Oststadt 08 Mühlburg 09 Daxlanden Anteil Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren in % unter 10 % 10 Knielingen 11 Grünwinkel 12 Oberreut 13 Beiertheim-Bulach 14 Weiherfeld-Dammerstock 15 Rüppurr 16 Waldstadt 17 Rintheim 18 Hagsfeld _____ 19 10 26 20 09 16 18 15 21 24 08 07 11 22 06 17 14 04 13 27 12 02 03 23 05 01 25 102 201 263 161 091 193 211 101 262 241 181 191 197 221 083 151 171 261 132 154 195 272 231 072 073 142 121 022 114 182 251 071 202 032 011 043 141 111 061 264 052 041 153 064 062 162 021 081 094 115 194 192 042 082 113 051 271 122 092 063 131 112 031 033 152 093 196 012 084 172 Zeichenerklärung Stadtgrenze Stadtteilgrenze Stadtviertelgrenze 10 % bis unter 12 % 12 % bis unter 15 % 15 % bis unter 17 % 17 % und mehr Karlsruher Durchschnitt: 15,7 % AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 21 Abbildung 6: ANTEIL DER SENIORINNEN UND SENIOREN IN DEN KARLSRUHER STADTVIERTELN AM 9. MAI 2011 Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung - Bevölkerung und Erwerbstätigkeit (Ergebnisse des Zensus 2011) Stadtteile 19 Durlach 20 Grötzingen 21 Stupferich 22 Hohenwettersbach 23 Wolfartsweier 24 Grünwettersbach 25 Palmbach 26 Neureut 27 Nordstadt 01 Innenstadt-Ost 02 Innenstadt-West 03 Südstadt 04 Südweststadt 05 Weststadt 06 Nordweststadt 07 Oststadt 08 Mühlburg 09 Daxlanden Anteil Seniorinnen und Senioren (65 Jahre und älter) in % unter 10 % 10 Knielingen 11 Grünwinkel 12 Oberreut 13 Beiertheim-Bulach 14 Weiherfeld-Dammerstock 15 Rüppurr 16 Waldstadt 17 Rintheim 18 Hagsfeld _____ 19 10 26 20 09 16 18 15 21 24 08 07 11 22 06 17 14 04 13 27 12 02 03 23 05 01 25 102 201 263 161 091 193 211 101 262 241 181 191 197 221 083 151 171 261 132 154 195 272 231 072 073 142 121 022 114 182 251 071 202 032 011 043 141 111 061 264 052 041 153 064 062 162 021 081 094 115 194 192 042 082 113 051 271 122 092 063 131 112 031 033 152 093 196 012 084 172 Zeichenerklärung Stadtgrenze Stadtteilgrenze Stadtviertelgrenze 10 % bis unter 15 % 15 % bis unter 20 % 20 % bis unter 25 % 25 % und mehr Karlsruher Durchschnitt: 18,9 % 22 | BEVÖLKERUNG UND ERWERBSTÄTIGKEIT | ERGEBNISSE DES ZENSUS 2011 Stellt man den Anteil der Kinder und Jugendlichen in den Stadtteilen direkt in Bezug zum dort ansässigen Bevölkerungsanteil im Seniorenalter, so zeigen sich mehr Stadtteile mit einem zum Teil deutlich überdurchschnittlichen Seniorenanteil. Nur zwei Stadtteile, Hohenwettersbach und die Nordstadt, erreichen einen Kinder- und Jugendlichenanteil von rund einem Viertel der dort ansässigen Bevölkerung (siehe Abbildung 7). Abbildung 7: ANTEIL DER KINDER UND JUGENDLICHEN SOWIE DER SENIORINNEN UND SENIOREN IN DEN KARLSRUHER STADTTEILEN AM 9. MAI 2011 11,2 19,9 18,9 23,6 19,1 13,8 21,6 22,9 21,7 15,2 20,5 25,0 24,8 27,6 17,5 17,9 23,3 18,7 25,1 20,5 14,3 24,4 15,0 15,0 13,1 12,1 14,2 24,2 15,4 18,2 16,4 14,4 24,3 15,3 15,7 14,4 16,9 15,6 15,9 16,0 14,7 15,0 18,3 15,2 14,8 15,5 13,2 10,4 13,8 14,3 14,9 12,2 9,2 10,3 40302010010203040 27 Nordstadt 26 Neureut 25 Palmbach 24 Grünwettersbach 23 Wolfartsweier 22 Hohenwettersbach 21 Stupferich 20 Grötzingen 19 Durlach 18 Hagsfeld 17 Rintheim 16 Waldstadt 15 Rüppurr 14 Weiherfeld-Dammerst. 13 Beiertheim-Bulach 12 Oberreut 11 Grünwinkel 10 Knielingen 09 Daxlanden 08 Mühlburg 07 Oststadt 06 Nordweststadt 05 Weststadt 04 Südweststadt 03 Südstadt 02 Innenstadt-West 01 Innenstadt-Ost Kinder und Jugendliche (unter 18 Jahren)Seniorinnen und Senioren (65 Jahre und älter) Durchschnittlicher Anteil Kinder und Jugendliche in Karlsruhe: 14,7 % Durchschnittlicher Anteil Seniorinnen und Senioren in Karlsruhe: 18,9 % % AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 23 Die Veränderung der Bevölkerungsstrukturen zeigt sich auch im Familienstand. Während die Zahl der Ledigen 1970 und 1987 mit gut 39 % Anteil an der Bevölkerung gleich hoch lag, nahm sie zum Jahr 2011 hin auf 45,8 % deutlich zu. Hier spiegeln sich einerseits geänderte Lebensumstände, wie beispielsweise ein immer späteres Heiratsalter, aber auch die Struktur Karlsruhes als Studentenstadt (siehe Tabelle 7 und Abbildung 8). Der Anteil der Verheirateten sank zwischen 1970 und 2011 um annähernd 10 Prozentpunkte. Ebenfalls deutlich zugenommen hat im Vergleich zu 1970 die Zahl der Geschiedenen. Lag deren Anteil damals noch bei 2,6 % der Bevölkerung, so waren 2011 bereits 7,9 % der Karlsruherinnen und Karlsruher geschieden. Gerade in den innerstädtischen Stadtteilen, die vielfach studentisch oder durch jüngere Bevölkerungsteile geprägt sind, ist der Anteil an Ledigen weit überdurchschnittlich. In den Stadtrandlagen und in den Höhenstadtteilen hingegen überwiegen meist verheiratete Personen (siehe Tabelle 8). Tabelle 7: DIE BEVÖLKERUNG NACH FAMILIENSTAND UND GESCHLECHT 1970, 1987 UND 2011 Anzahl%Anzahl%Anzahl% ledig112.27739,157.73042,754.54735,8 verheiratet141.99249,471.81053,170.18246,1 verwitwet25.5918,93.3702,522.22114,6 geschieden7.5922,62.3201,75.2723,5 STADT KARLSRUHE287.452100135.230100152.222100 Anzahl%Anzahl%Anzahl% ledig101.87839,154.13843,847.74034,8 verheiratet119.08545,760.11448,758.97143,0 verwitwet25.1339,63.4952,821.63815,8 geschieden14.4955,65.7524,78.7436,4 STADT KARLSRUHE260.591100123.499100137.092100 Anzahl%Anzahl%Anzahl% ledig132.56645,872.92350,959.64340,9 verheiratet115.48239,957.99940,457.48339,4 Lebenspartnerschaft 3310,12140,11170,1 verwitwet 1) 18.0366,23.1272,214.90910,2 geschieden 2) 22.7587,99.1456,413.6139,3 STADT KARLSRUHE289.173100143.408100145.765100 FAMILIENSTAND FAMILIENSTAND insgesamtmännlichweiblich 1987 2011 männlichweiblichinsgesamt FAMILIENSTAND 1970 insgesamtmännlichweiblich 1) Einschließlich „Lebenspartner verstorben”. 2) Einschließlich „Lebenspartnerschaft aufgehoben”, „Ehe aufgehoben” und „unbekannt”. 24 | BEVÖLKERUNG UND ERWERBSTÄTIGKEIT | ERGEBNISSE DES ZENSUS 2011 Abbildung 8: DIE BEVÖLKERUNG NACH FAMILIENSTAND UND GESCHLECHT IN KARLSRUHE 1970, 1987 UND 2011 1) 39,1 49,4 8,9 2,6 39,1 45,7 9,6 5,6 45,8 40,0 6,2 7,9 0 10 20 30 40 50 ledigverheiratetverwitwetgeschieden 197019872011 3) 2) % 1) 2011: Einschließlich „Lebenspartnerschaft”. 2) 2011: Einschließlich „Lebenspartner verstorben”. 3) 2011: Einschließlich „Lebenspartnerschaft aufgehoben”, „Ehe aufgehoben” und „unbekannt”. AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 25 Tabelle 8: DIE BEVÖLKERUNG NACH DEM FAMILIENSTAND IN DEN KARLSRUHER STADTTEILEN AM 9. MAI 2011 Anzahl%Anzahl%Anzahl%Anzahl% 01 Innenstadt-Ost6.2893.78360,21.71127,23004,84957,9 02 Innenstadt-West9.3345.78161,92.47126,53854,16977,5 03 Südstadt16.8049.46856,35.15830,77674,614118,4 04 Südweststadt19.82010.54453,26.82034,49204,615367,7 05 Weststadt19.91110.19351,27.07735,510045,016378,2 06 Nordweststadt11.1494.67942,04.75942,78727,88397,5 07 Oststadt18.28910.99760,15.22928,68424,612216,7 08 Mühlburg15.9597.35146,15.70435,712017,5170310,7 09 Daxlanden11.8744.43837,45.54246,79858,39097,7 10 Knielingen9.0783.73141,14.04644,65536,17488,2 11 Grünwinkel10.4934.01238,24.80045,78538,18287,9 12 Oberreut9.7493.99641,04.20743,26636,88839,1 13 Beiertheim-Bulach6.8793.11745,32.78140,44336,35488,0 14 Weiherfeld-Dammerst.6.1452.47740,32.56041,75989,75108,3 15 Rüppurr10.4694.16539,84.88746,77216,96966,6 16 Waldstadt12.4894.87539,05.62645,09447,610448,4 17 Rintheim5.6162.39242,62.32741,43927,05059,0 18 Hagsfeld7.1303.13243,93.16644,43585,04746,6 19 Durlach30.37212.67141,712.70541,822767,527209,0 20 Grötzingen9.5323.55337,34.65348,86727,06546,9 21 Stupferich2.7681.05338,01.38950,21545,61726,2 22 Hohenwettersbach2.9211.21641,61.45649,81254,31244,2 23 Wolfartsweier3.2051.27039,61.49246,61775,52668,3 24 Grünwettersbach4.1121.47635,92.17953,02596,31984,8 25 Palmbach1.72968339,585149,2925,31036,0 26 Neureut17.4946.94039,78.18846,811366,512307,0 27 Nordstadt9.5634.57347,84.02942,13543,76076,3 STADT KARLSRUHE289.173132.56645,8115.81340,018.0366,222.7587,9 STADTTEIL geschieden/ Lebenspartnerschaft aufgehoben 1) BEVÖLKERUNG INSGESAMT ledig verheiratet/ Lebenspartnerschaft verwitwet/ Lebenspartner gestorben davon 1) Einschließlich „Ehe aufgehoben” und „unbekannt”. 26 | BEVÖLKERUNG UND ERWERBSTÄTIGKEIT | ERGEBNISSE DES ZENSUS 2011 2.3 PRIVATHAUSHALTE UND DEREN STRUKTUR In Karlsruhe wurden am 9. Mai 2011 insgesamt 148.395 Privathaushalte gezählt. Lebten zum Zeitpunkt der Volkszählung 1970 noch 117.103 Haushalte im damaligen Stadtgebiet, so waren es 1987 bereits 132.957. Der Anstieg seit der Volkszählung 1987 belief sich nochmals auf 15.438 Haushalte oder 11,6 % (siehe Tabelle 9). Die durchschnittliche Haushaltsgröße verringerte sich im Verlauf der Jahre. Bestand ein Haushalt 1970 noch aus durchschnittlich 2,4 Personen, so waren es 1987 und 2011 nur noch zwei Personen je Haushalt (siehe Tabelle 10). Dieser Rückgang ist vor allem durch die immer größer werdende Zahl der Einpersonenhaushalte bedingt. Tabelle 9: HAUSHALTE NACH DER ZAHL DER PERSONEN IM HAUSHALT IN KARLSRUHE 1970, 1987 UND 2011 Anzahl%Anzahl%Anzahl%Anzahl% 137.97832,459.16644,565.37744,16.21110,5 232.99828,237.32828,145.32630,57.99821,4 321.85818,719.45514,619.35613,0-99-0,5 415.29813,112.4749,412.4078,4-67-0,5 5 und mehr8.9717,74.5343,45.9294,01.39530,8 INSGESAMT 117.103 100 132.957100148.395100 15.43811,6 HAUSHALTE MIT ... PERSONEN 197019872011 VERÄNDERUNG 2011 ZU 1987 Tabelle 10: DURCHSCHNITTLICHE HAUSHALTSGRÖSSE IN KARLSRUHE 1970, 1987 UND 2011 DURCHSCHNITTLICHE HAUSHALTSGRÖSSE Personen je Haushalt 19702,4 19872,0 20112,0 JAHR AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 27 Deutlich zeichnet sich sowohl die zahlenmäßige als auch die prozentuale Zunahme der Ein- und Zweipersonenhaushalte ab (siehe Abbildung 9), wobei die mittelgroßen Haushalte mit drei oder vier Mitgliedern zwischen 1987 und 2011 sogar leicht stagnierten. Auffällig ist der deutliche Anstieg der Haushalte mit fünf und mehr Personen, die sich vom Haushaltstyp her aus Familien mit drei und mehr Kindern sowie aus Wohngemeinschaften mit fünf und mehr Bewohnern zusammensetzen. Abbildung 9: VERÄNDERUNG DER HAUSHALTSGRÖSSEN IN KARLSRUHE VON 1987 BIS 2011 Zahl der Haushalte Zu-/Abnahme der Zahl der Haushalte seit 1987 59.166 37.328 19.455 12.474 4.534 65.377 45.326 19.356 12.407 5.929 0 10.000 20.000 30.000 40.000 50.000 60.000 70.000 12345 und mehr 1987 2011 Haushalte mit ... Personen Anzahl 10,5 21,4 -0,5 -0,5 30,8 -5 0 5 10 15 20 25 30 35 12345 und mehr Zu-/Abnahmen % Haushalte mit ... Personen 28 | BEVÖLKERUNG UND ERWERBSTÄTIGKEIT | ERGEBNISSE DES ZENSUS 2011 Tabelle 11: DIE HAUSHALTE IN DEN KARLSRUHER STADTTEILEN AM 9. MAI 2011 Besonders viele Haushalte waren naturgemäß im größten und bevölkerungsreichsten Karlsruher Stadtteil, Durlach, zu fi nden (siehe Tabelle 11). Die Südweststadt und die Weststadt folgen in der Rangliste mit jeweils gut 10.500 Haushalten. Die wenigsten Haushalte, 763 an der Zahl, wurden Anfang Mai 2011 in Palmbach gezählt. Mit einem Anteil von 44,1 % an allen Haushalten stellten die 65.377 Einpersonenhaushalte die größte Gruppe im Stadtgebiet dar. Die Einpersonen- oder Singlehaushalte nahmen während der letzten rund 25 Jahre um 6.211 zu. Am zweithäufi gsten waren im Mai 2011 mit 45.326 die Haushalte mit zwei Personen. Wesentlich seltener vertretene Haushaltstypen waren die Drei- und Vierpersonenhaushalte (19.356 und 12.407). Haushalte mit fünf und mehr Mitgliedern waren am seltensten. Nur etwa jeder 25. Haushalt fi el in diese Kategorie. In den 148.395 Haushalten im Stadtgebiet lebten Anfang Mai 2011 insgesamt 296.985 Personen. Für die Zahl der Personen in Haushalten wurden sowohl die Einwohnerinnen und Einwohner mit Hauptwohnung als auch die Bevölkerung mit Nebenwohnung eingezogen. 01 Innenstadt-Ost3.7182.1378703462261396.6341,8 02 Innenstadt-West5.6673.3221.3475422961609.8151,7 03 Südstadt9.6315.1552.6321.02349732417.3971,8 04 Südweststadt10.6945.0423.1561.34682432620.4581,9 05 Weststadt10.6145.0863.0331.36075138420.3881,9 06 Nordweststadt5.9642.7701.80370246122811.6051,9 07 Oststadt9.9635.0282.9221.02653545218.7211,9 08 Mühlburg8.7234.3432.6131.02250923615.9871,8 09 Daxlanden5.8492.2312.02282955920812.1342,1 10 Knielingen4.4751.7411.4686554002119.4082,1 11 Grünwinkel4.9041.8211.58176548625110.5742,2 12 Oberreut4.5831.7371.3857225162239.9442,2 13 Beiertheim-Bulach3.7031.7071.1174782731287.1741,9 14 Weiherfeld-Dammerst.3.0101.328926370287995.9782,0 15 Rüppurr5.0221.8241.70674353721210.7782,1 16 Waldstadt6.3362.5452.08095253022912.9252,0 17 Rintheim2.7311.0369303802771085.7432,1 18 Hagsfeld3.2741.2369924683811977.2912,2 19 Durlach15.8797.0905.0211.9471.26855331.1442,0 20 Grötzingen4.3401.4001.5896544692289.6912,2 21 Stupferich1.262373475202141712.8882,3 22 Hohenwettersbach1.1482823481862171153.0322,6 23 Wolfartsweier1.631644545244149493.3362,0 24 Grünwettersbach1.827497690317231924.2512,3 25 Palmbach763221253146101421.8012,4 26 Neureut8.7413.5362.7991.20084336318.0912,1 27 Nordstadt3.9431.2451.0237316433019.7972,5 STADT KARLSRUHE148.39565.37745.32619.35612.4075.929296.9852,0 STADTTEIL PERSONEN IN HAUSHALTEN PERSONEN JE HAUSHALT (DURCHSCHNITT) HAUSHALTE INSGESAMT 1) 12345 und mehr davon mit ... Personen 1) Personen mit Haupt- und/oder Nebenwohnung. AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 29 Die Haushalte können nicht nur nach der Anzahl der Personen aufgegliedert werden. Die Struktur der Haushalte und der darin zusammen lebenden Personen wird über die Bildung von Familientypen deutlich. Abbildung 10 listet die möglichen Konstellationen auf. Ein Haushalt mit einer Person ist eins zu eins dem Familientyp Einpersonen- oder Singlehaushalt zugeordnet. Bei Haushalten mit zwei oder mehr Angehörigen sind bereits drei mögliche Zusammensetzungen der gemeinsam lebenden Personen möglich. Abbildung 10: HAUSHALTSGRÖSSEN UND MÖGLICHER DARAUS RESULTIERENDER FAMILIENTYP HAUSHALTE MIT ... PERSONEN MÖGLICHER FAMILIENTYP 1Einpersonenhaushalt (Singlehaushalt) 2 Paar ohne Kind(er) Alleinerziehender Elternteil mit einem Kind Mehrpersonenhaushalt ohne Kernfamilie (zum Beispiel Wohngemeinschaft mit zwei Personen) 3 Paar mit einem Kind Alleinerziehender Elternteil mit zwei Kindern Mehrpersonenhaushalt ohne Kernfamilie (zum Beispiel Wohngemeinschaft mit drei Personen) 4 Paar mit zwei Kindern Alleinerziehender Elternteil mit drei Kindern Mehrpersonenhaushalt ohne Kernfamilie (zum Beispiel Wohngemeinschaft mit vier Personen) 5 und mehr Paar mit drei oder mehr Kindern Alleinerziehender Elternteil mit vier oder mehr Kindern Mehrpersonenhaushalt ohne Kernfamilie (zum Beispiel Wohngemeinschaft mit fünf und mehr Personen) Paare ohne Kind oder Kinder waren Anfang Mai 2011 nach den Singlehaushalten der zweithäufi gste Familientyp im Stadtgebiet. Knapp jeder vierte Haushalt war diesem Familientyp zuzuordnen. Fast jeder fünfte Haushalt, insgesamt 28.703 Haushalte, bestanden aus einem Paar mit einem oder mehreren Kindern. In 10.187 Fällen (6,9 % aller Haushalte) bildeten alleinerziehende Elternteile mit mindestens einem Kind einen Haushalt. Am seltensten waren Mehrpersonenhaushalte ohne Kernfamilie (siehe Tabelle 12). Tabelle 12: HAUSHALTE IN KARLSRUHE AM 9. MAI 2011 Hinweis: Beim Zensus 2011 werden Kinder im Haushalt ihrer Eltern/ihres Elternteils ungeachtet ihres Alters ausgewiesen. Anzahl% Einpersonenhaushalte (Singlehaushalte)65.37744,1 Paare ohne Kind(er)36.94624,9 Paare mit Kind(ern)28.70319,3 Alleinerziehende Elternteile10.1866,9 Mehrpersonenhaushalte ohne Kernfamilie 1) 7.1834,8 INSGESAMT148.395100 FAMILIENTYP HAUSHALTE 2) 1) Alle anderen privaten Mehrpersonenhaushalte, zum Beispiel nicht eingetragene Lebenspartnerschaften gleichgeschlechtlicher Paare, Wohngemeinschaften, Großeltern-Enkel-Haushalte ohne Elternteile. 2) Personen mit Haupt- und/oder Nebenwohnung. 30 | BEVÖLKERUNG UND ERWERBSTÄTIGKEIT | ERGEBNISSE DES ZENSUS 2011 Einpersonenhaushalte wurden am 9. Mai 2011 in überdurchschnittlicher Zahl vor allem in den innerstädtischen Stadtteilen gezählt. Gerade in der Innenstadt-West und der Innenstadt-Ost, in der Nähe der Karlsruher Hochschulen, waren mehr als die Hälfte aller Haushalte Singlehaushalte (58,6 % und 57,5 % aller Haushalte). Auch Mehrpersonenhaushalte ohne Kernfamilie, wozu Wohngemeinschaften zählen, waren im Stadtkern wesentlich häufi ger anzutreffen als am Stadtrand. Hier überwogen die Familien mit Kindern beziehungsweise auch Paare ohne Kinder (siehe Tabelle 13). Tabelle 13: DIE HAUSHALTE IN DEN KARLSRUHER STADTTEILEN AM 9. MAI 2011 01 Innenstadt-Ost3.7182.137713392185291 02 Innenstadt-West5.6673.3221.122536228459 03 Südstadt9.6315.1552.0891.203484700 04 Südweststadt10.6945.0422.5001.855632665 05 Weststadt10.6145.0862.4191.815657637 06 Nordweststadt5.9642.7701.4981.095408193 07 Oststadt9.9635.0282.4611.165459850 08 Mühlburg8.7234.3431.9461.276687471 09 Daxlanden5.8492.2311.6791.263479197 10 Knielingen4.4751.7411.2141.003311206 11 Grünwinkel4.9041.8211.3451.207362169 12 Oberreut4.5831.7371.0671.125545109 13 Beiertheim-Bulach3.7031.707924691222159 14 Weiherfeld-Dammerst.3.0101.32875261721895 15 Rüppurr5.0221.8241.4201.246396136 16 Waldstadt6.3362.5451.6381.355582216 17 Rintheim2.7311.036720568271136 18 Hagsfeld3.2741.236831866219122 19 Durlach15.8797.0904.0782.9491.141621 20 Grötzingen4.3401.4001.3451.128313154 21 Stupferich1.26237340734410137 22 Hohenwettersbach1.1482823044746424 23 Wolfartsweier1.63164445236911551 24 Grünwettersbach1.82749761855511146 25 Palmbach7632212112506120 26 Neureut8.7413.5362.3962.008544257 27 Nordstadt3.9431.2457971.348391162 STADT KARLSRUHE148.39565.37736.94628.70310.1867.183 STADTTEIL HAUSHALTE INSGESAMT FAMILIENTYPEN Einpersonen- haushalte (Singlehaushalte) Paare ohne Kind(er) Paare mit Kind(ern) Alleinerziehende Elternteile Mehrpersonen- haushalte ohne Kernfamilie 1) Anzahl AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 31 Noch Tabelle 13: DIE HAUSHALTE IN DEN KARLSRUHER STADTTEILEN AM 9. MAI 2011 01 Innenstadt-Ost100 57,519,210,55,07,8 02 Innenstadt-West100 58,619,89,54,08,1 03 Südstadt100 53,521,712,55,07,3 04 Südweststadt100 47,123,417,35,96,2 05 Weststadt100 47,922,817,16,26,0 06 Nordweststadt100 46,425,118,46,83,2 07 Oststadt100 50,524,711,74,68,5 08 Mühlburg100 49,822,314,67,95,4 09 Daxlanden100 38,128,721,68,23,4 10 Knielingen100 38,927,122,46,94,6 11 Grünwinkel100 37,127,424,67,43,4 12 Oberreut100 37,923,324,511,92,4 13 Beiertheim-Bulach100 46,125,018,76,04,3 14 Weiherfeld-Dammerst.100 44,125,020,57,23,2 15 Rüppurr100 36,328,324,87,92,7 16 Waldstadt100 40,225,921,49,23,4 17 Rintheim100 37,926,420,89,95,0 18 Hagsfeld100 37,825,426,56,73,7 19 Durlach100 44,725,718,67,23,9 20 Grötzingen100 32,331,026,07,23,5 21 Stupferich100 29,632,327,38,02,9 22 Hohenwettersbach100 24,626,541,35,62,1 23 Wolfartsweier100 39,527,722,67,13,1 24 Grünwettersbach100 27,233,830,46,12,5 25 Palmbach100 29,027,732,88,02,6 26 Neureut100 40,527,423,06,22,9 27 Nordstadt100 31,620,234,29,94,1 STADT KARLSRUHE100 44,124,919,36,94,8 Anteil in % STADTTEIL HAUSHALTE INSGESAMT FAMILIENTYPEN Einpersonen- haushalte (Singlehaushalte) Paare ohne Kind(er) Paare mit Kind(ern) Alleinerziehende Elternteile Mehrpersonen- haushalte ohne Kernfamilie 1) 1) Alle anderen privaten Mehrpersonenhaushalte, zum Beispiel nicht eingetragene Lebenspartnerschaften gleichgeschlechtlicher Paare, Wohngemeinschaften, Großeltern-Enkel-Haushalte ohne Elternteile. 32 | BEVÖLKERUNG UND ERWERBSTÄTIGKEIT | ERGEBNISSE DES ZENSUS 2011 Im Vergleich zu 1987 stieg die Zahl der Einpersonenhaushalte im Stadtgebiet um rund 10 % an. Während die Zahl der Singlehaushalte im Alter von unter 20 Jahren konstant blieb und die Zahl derartiger Haushalte im Alter zwischen 20 und unter 40 Jahren sogar leicht rückläufi g war, stieg die Zahl der Einpersonenhaushalt im mittleren Alterssegment (40 bis unter 60 Jahre) rapide um gut 70 % von gut 10.000 auf knapp 18.000 Haushalte an (siehe Tabelle 14). Hierbei war auch der stark gestiegene Anteil an männlichen Singlehaushalten in dieser Altersklasse bemerkenswert. Die große Zahl der weiblichen Einpersonenhaushalte in den älteren Altersklassen (60 bis unter 65 Jahre und 65 Jahre und älter) relativierte sich leicht, wobei nach wie vor der überwiegende Teil der älteren Singlehaushalte weiblich ist (siehe Abbildung 11). Hier wirken immer noch die Kriegsjahrgänge und die damit einhergehende geringere Männerzahl nach, aber auch die höhere Lebenserwartung der Frauen ist ein Grund für einen erhöhten Frauenanteil bei den älteren Personen. Anzahl darunter weiblich in % Anzahl darunter weiblich in % Anzahl% unter 201.02362,11.03048,170,7 20 bis unter 4026.22036,425.77137,9-449-1,7 40 bis unter 6010.36946,217.91840,87.54972,8 60 bis unter 653.36178,93.43355,8722,1 65 und älter18.19386,517.22575,3-968-5,3 INSGESAMT59.16656,465.37749,66.21110,5 ALTER (VON ... BIS ... JAHREN) 2011VERÄNDERUNG 2011 ZU 19871987 Tabelle 14: EINPERSONENHAUSHALTE NACH DEM ALTER IN KARLSRUHE AM 9. MAI 2011 Abbildung 11: VERÄNDERUNG DER EINPERSONENHAUSHALTE NACH DEM ALTER IN KARLSRUHE 2011 ZU 1987 0 5.000 10.000 15.000 20.000 25.000 30.000 MännerFrauen unter 20 20 bis unter 40 60 bis unter 65 65 und älter linke Säule: 1987 rechte Säule: 2011 Personen im Alter von ... bis ... Jahren Anzahl Veränderung 2011 zu 1987: + 6.211 Personen + 10,5 % 40 bis unter 60 AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 33 Die volljährigen Einpersonenhaushalte in Karlsruhe waren in jüngerem Alter fast ausnahmslos ledig. Erst ab dem 30. Lebensjahr nahm die Zahl der Verheirateten oder bereits wieder Geschiedenen zu. Im Alter von 75 und mehr Jahren war der weit größte Teil der Personen, die alleine lebten, verwitwet (Tabelle 15, 16, 17). Bei den Paaren ohne Kind oder Kinder war der Verheiratetenanteil deutlich höher. Bei rund drei Viertel aller Paarhaushalte waren die Haushaltsangehörigen verheiratet. Ledige Personen fi nden sich mit zunehmendem Alter der Personen kaum noch in einer Paarbeziehung. Geschiedene Personen lebten selten in einem Paarhaushalt ohne Kind(er), noch wesentlich seltener waren Paare mit verwitweten Partnern. Haushalte mit alleinerziehenden Elternteilen waren im Mai 2011 größtenteils geschieden. Besonders traten hier die Altersklassen zwischen 30 und unter 60 Jahren hervor. Hier ist davon auszugehen, dass diese Haushalte zuvor aus einem Paar mit einem oder mehreren Kindern bestanden, von denen ein Elternteil nach der Scheidung Alleinerziehend ist. Abbildung 12 zeigt ausgewählte Familientypen nach dem Familienstand. Die volljährigen Einpersonenhaushalte in Karlsruhe waren im Mai 2011 überwiegend ledig (58,1 %). Jeweils annähernd gleich große Anteile erreichten die Geschiedenen und die Verwitweten. Knapp 5.000 Singlehaushalte waren verheiratet. Hierbei handelt es sich vielfach um Personen, die vom Familienstand her zwar noch verheiratet sind, mittlerweile aber getrennt sind und alleine leben. Darunter fallen aber auch Personen, deren Ehepartner im Ausland oder anderswo in Deutschland lebt. Haushalte mit volljährigen Paaren ohne Kind(er) waren zu knapp drei Viertel aller Fälle verheiratet. Ein Fünftel der Haushalte war noch ledig. Geschiedene oder Verwitwete waren selten zu fi nden. Zu jeweils rund 20 % verheiratet, ledig oder verwitwet waren alleinerziehende Haushalte, gut 40 % der alleinerziehende Elternteile waren geschieden. 34 | BEVÖLKERUNG UND ERWERBSTÄTIGKEIT | ERGEBNISSE DES ZENSUS 2011 Tabelle 15: EINPERSONENHAUSHALTE *) NACH ALTER UND FAMILIENSTAND IN KARLSRUHE AM 9. MAI 2011 Tabelle 16: HAUSHALTE MIT PAAREN OHNE KIND(ERN) *) NACH ALTER UND FAMILIENSTAND IN KARLSRUHE AM 9. MAI 2011 Tabelle 17: HAUSHALTE MIT ALLEINERZIEHENDEN ELTERNTEILEN *) NACH ALTER UND FAMILIENSTAND IN KARLSRUHE AM 9. MAI 2011 18 – 2525 – 3030 – 45 45 – 6060 – 7575 und älter ledig37.8968.7977.88511.4566.3402.3441.074 verheiratet 1) 4.958432121.2432.0411.121298 verwitwet 2) 11.409.4595383.7077.101 geschieden 3) 10.947181591.5404.2173.9141.099 INSGESAMT65.2108.8588.26014.29813.13611.0869.572 FAMILIENSTAND HAUSHALTE IM ALTER VON ... BIS UNTER ... JAHREN HAUSHALTE INSGESAMT *) Volljährige Haushaltsvorstände im Alter von 18 Jahren und mehr. 1) Einschließlich „Lebenspartnerschaft”. 2) Einschließlich „Lebenspartner verstorben”. 3) Einschließlich „Lebenspartnerschaft aufgehoben”, „Ehe aufgehoben” und „unbekannt”. 18 – 2525 – 3030 – 45 45 – 6060 – 7575 und älter ledig8.1851.6982.5002.97483216120 verheiratet 1) 27.2361501.1163.1825.96811.2895.531 verwitwet 2) 217..34101109 geschieden 3) 1.297.2031654934171 INSGESAMT36.9351.8483.6366.4757.35311.8925.731 FAMILIENSTAND HAUSHALTE INSGESAMT HAUSHALTE IM ALTER VON ... BIS UNTER ... JAHREN *) Volljährige Haushaltsvorstände im Alter von 18 Jahren und mehr. 1) Einschließlich „Lebenspartnerschaft”. 2) Einschließlich „Lebenspartner verstorben”. 3) Einschließlich „Lebenspartnerschaft aufgehoben”, „Ehe aufgehoben” und „unbekannt”. 18 – 2525 – 3030 – 45 45 – 6060 – 7575 und älter ledig2.2561692981.0846156129 verheiratet 1) 1.767118970878514133 verwitwet 2) 1.834.2114396513809 geschieden 3) 4.3265991.4862.21044185 INSGESAMT10.1831854883.3924.0061.156956 FAMILIENSTAND HAUSHALTE INSGESAMT HAUSHALTE IM ALTER VON ... BIS UNTER ... JAHREN *) Volljährige Haushaltsvorstände im Alter von 18 Jahren und mehr. Einschließlich Alleinstehende mit erwachsenen Kindern im Haushalt. 1) Einschließlich „Lebenspartnerschaft“. 2) Einschließlich „Lebenspartner verstorben”. 3) Einschließlich „Lebenspartnerschaft aufgehoben”, „Ehe aufgehoben” und „unbekannt”. AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 35 Abbildung 12: AUSGEWÄHLTE HAUSHALTE 1) NACH DEM FAMILIENSTAND IN KARLSRUHE AM 9. MAI 2011 EinpersonenhaushaltePaare ohne Kind(er) Alleinerziehende Elternteile insgesamt: 65.210 Haushalte geschieden 4) 16,8 % 10.947 Haushalte ledig 58,1 % 37.896 Haushalte verwitwet 3) 17,5 % 11.409 Haushalte verheiratet 2 ) 7,6 % 4.958 Haushalte insgesamt: 10.183 Haushalte geschieden 4) 42,5 % 4.326 Haushalte ledig 22,2 % 2.256 Haushalte verwitwet 3) 18,0 % 1.834 Haushalte verheiratet 2 ) 17,4 % 1.767 Haushalte *) Volljährige Haushaltsvorstände im Alter von 18 Jahren und mehr. Einschließlich Alleinstehende mit erwachsenen Kindern im Haushalt. 1) Einschließlich „Lebenspartnerschaft“. 2) Einschließlich „Lebenspartner verstorben”. 3) Einschließlich „Lebenspartnerschaft aufgehoben”, „Ehe aufgehoben” und „unbekannt”. insgesamt: 36.935 Haushalte geschieden 4) 3,5 % 1.297 Haushalte ledig 22,2 % 8.185 Haushalte verwitwet 3) 0,6 % 217 Haushalte verheiratet 2 ) 73,7 % 27.236 Haushalte 36 | BEVÖLKERUNG UND ERWERBSTÄTIGKEIT | ERGEBNISSE DES ZENSUS 2011 Tabelle 18: VERWITWETE EINPERSONENHAUSHALTE 1) NACH ALTER IN DEN KARLSRUHER STADTTEILEN AM 9. MAI 2011 Gesondert betrachtet werden soll noch die Zahl der volljährigen verwitweten Einpersonenhaushalte. Fast 95 % von ihnen waren über 60 Jahre alt, rund zwei Drittel 75 Jahre und älter (siehe Tabelle 18). Die Verteilung der Einpersonenhaushalte über 60 Jahre und unter 30 Jahre im Stadtgebiet am 9. Mai 2011 zeigen Abbildung 13 und Abbildung 14. Deutlich zu sehen sind die innerstädtischen Viertel und Quartiere mit hohen Anteilen an jüngeren Einpersonenhaushalten. Gerade in der Nähe der Hochschulen und in angrenzenden Stadtvierteln kann daher davon ausgegangen werden, dass viele dieser Haushalte von alleinstehenden Studierenden bewohnt wurden. Überdurchschnittlich hohe Anteile an Einpersonenhaushalten mit Personen über 60 Jahren fanden sich eher im Stadtrandbereich, weniger in der direkten Innenstadt oder in den Höhenstadtteilen. 18 – 6060 – 75 75 und älter 01 Innenstadt-Ost1831256115 02 Innenstadt-West2021558129 03 Südstadt46131177253 04 Südweststadt61323208382 05 Weststadt57636201339 06 Nordweststadt58928162399 07 Oststadt54726164357 08 Mühlburg73543243449 09 Daxlanden73724244469 10 Knielingen37213126233 11 Grünwinkel49730156311 12 Oberreut47041165264 13 Beiertheim-Bulach30517100188 14 Weiherfeld-Dammerstock2831392178 15 Rüppurr49417138339 16 Waldstadt62517179429 17 Rintheim2381479145 18 Hagsfeld2332179133 19 Durlach1.43886457895 20 Grötzingen37014126230 21 Stupferich9733064 22 Hohenwettersbach7132345 23 Wolfartsweier13094774 24 Grünwettersbach154444106 25 Palmbach5322625 26 Neureut75644263449 27 Nordstadt1771462101 STADT KARLSRUHE11.4066003.7057.101 HAUSHALTE IM ALTER VON ... BIS UNTER ... JAHREN STADTTEILINSGESAMT Anzahl 1) Volljährige Personen im Alter von 18 und mehr Jahren. Einschließlich „Lebenspartner verstorben”. AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 37 Abbildung 13: EINPERSONENHAUSHALTE ÜBER 60 JAHRE IN DEN KARLSRUHER STADTTEILEN AM 9. MAI 2011 Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung - Bevölkerung und Erwerbstätigkeit (Ergebnisse des Zensus 2011) Stadtteile 19 Durlach 20 Grötzingen 21 Stupferich 22 Hohenwettersbach 23 Wolfartsweier 24 Grünwettersbach 25 Palmbach 26 Neureut 27 Nordstadt 01 Innenstadt-Ost 02 Innenstadt-West 03 Südstadt 04 Südweststadt 05 Weststadt 06 Nordweststadt 07 Oststadt 08 Mühlburg 09 Daxlanden Anteil Einpersonenhaushalte über 60 Jahre an allen Haushalten in % unter 10 % 10 Knielingen 11 Grünwinkel 12 Oberreut 13 Beiertheim-Bulach 14 Weiherfeld-Dammerstock 15 Rüppurr 16 Waldstadt 17 Rintheim 18 Hagsfeld _____ 19 10 26 20 09 16 18 15 21 24 08 07 11 22 06 17 14 04 13 27 12 02 03 23 05 01 25 102 201 263 161 091 193 211 101 262 241 181 191 197 221 083 151 171 261 132 154 195 272 231 072 073 142 121 022 114 182 251 071 202 032 011 043 141 111 061 264 052 041 153 064 062 162 021 081 094 115 194 192 042 082 113 051 271 122 092 063 131 112 031 033 152 093 196 012 084 172 Zeichenerklärung Stadtgrenze Stadtteilgrenze Stadtviertelgrenze 10 % bis unter 12 % 12 % bis unter 15 % 15 % bis unter 19 % 19 % und mehr Karlsruher Durchschnitt: 13,9 % 38 | BEVÖLKERUNG UND ERWERBSTÄTIGKEIT | ERGEBNISSE DES ZENSUS 2011 Abbildung 14: EINPERSONENHAUSHALTE UNTER 30 JAHRE IN DEN KARLSRUHER STADTTEILEN AM 9. MAI 2011 Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung - Bevölkerung und Erwerbstätigkeit (Ergebnisse des Zensus 2011) Stadtteile 19 Durlach 20 Grötzingen 21 Stupferich 22 Hohenwettersbach 23 Wolfartsweier 24 Grünwettersbach 25 Palmbach 26 Neureut 27 Nordstadt 01 Innenstadt-Ost 02 Innenstadt-West 03 Südstadt 04 Südweststadt 05 Weststadt 06 Nordweststadt 07 Oststadt 08 Mühlburg 09 Daxlanden Anteil Einpersonenhaushalte unter 30 Jahre an allen Haushalten in % unter 10 % 10 Knielingen 11 Grünwinkel 12 Oberreut 13 Beiertheim-Bulach 14 Weiherfeld-Dammerstock 15 Rüppurr 16 Waldstadt 17 Rintheim 18 Hagsfeld _____ 19 10 26 20 09 16 18 15 21 24 08 07 11 22 06 17 14 04 13 27 12 02 03 23 05 01 25 102 201 263 161 091 193 211 101 262 241 181 191 197 221 083 151 171 261 132 154 195 272 231 072 073 142 121 022 114 182 251 071 202 032 011 043 141 111 061 264 052 041 153 064 062 162 021 081 094 115 194 192 042 082 113 051 271 122 092 063 131 112 031 033 152 093 196 012 084 172 Zeichenerklärung Stadtgrenze Stadtteilgrenze Stadtviertelgrenze 10 % bis unter 12 % 12 % bis unter 15 % 15 % bis unter 19 % 19 % und mehr Karlsruher Durchschnitt: 11,6 % AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 39 3. BEVÖLKERUNG MIT MIGRATIONSHINTERGRUND Hinweis: Die Einwohnerzahl (Bevölkerung insgesamt) wurde im Rahmen des Zensus 2011 mittels eines eigens entwickelten Verfahrens gesondert ermittelt. Die Einwohnerzahl unterlag im Gegensatz zu anderen Merkmalen keinem Geheimhaltungsverfahren. Die zu den Themenbereichen Religion, Migration, Bildung und Erwerbstätigkeit veröffentlichten Ergebnisse basieren auf der Hochrechnung der Stichprobenergebnisse aus der Haushaltebefragung. Die Summe aus den einzelnen Teilbevölkerungsgruppen je Auswertungsblock kann daher aus methodischen Gründen unter Umständen von der Einwohnerzahl (Bevölkerung insgesamt) abweichen. Tabelle 19: DIE BEVÖLKERUNG NACH DEM MIGRATIONSHINTERGRUND IN KARLSRUHE AM 9. MAI 2011 3.1 BEVÖLKERUNG MIT MIGRATIONSHINTERGRUND Tabelle 19 bietet eine Übersicht über die Karlsruher Bevölkerung nach deren Migrationshintergrund am 9. Mai 2011. Dargestellt werden die Personen mit und ohne Migrationshintergrund. Bei den Menschen mit Migrationshintergrund ist durch den Zensus 2011 erstmals eine tiefergehende Aufgliederung nach Art und Weise des Migrationshintergrunds möglich als bei den bisher verfügbaren Auswertungen beispielsweise aus den Melderegistern oder dem Mikrozensus. Es muss jedoch beachtet werden, dass die jeweiligen Defi nitionen von Migrationshintergrund zwischen diesen Daten und dem Zensus 2011 leicht voneinander abweichen. Unterschieden werden Ausländerinnen und Ausländer mit oder ohne eigene Migrationserfahrung sowie Deutschen mit Migrationshintergrund mit oder ohne eigene Migrationserfahrung. Erstmals kann bei den Deutschen ohne eigene Migrationserfahrung aufgezeigt werden, ob diese Personen einen einseitigen oder beidseitigen Migrationshintergrund über ihre Eltern aufweisen. Anzahl%Anzahl%Anzahl% Personen ohne Migrationshintergrund198.12869,597.84569,0100.28370,0 Personen mit Migrationshintergrund86.95030,543.92831,043.02130,0 39.61813,920.34314,319.27513,5 30.60010,715.37710,815.22310,6 9.0183,24.9663,54.0522,8 47.33216,623.58516,623.74616,6 27.7689,713.0969,214.67210,2 19.5636,910.4897,49.0746,3 Deutsche mit beidseitigem Migrationshintergrund9.5733,44.7363,34.8383,4 Deutsche mit einseitigem Migrationshintergrund9.9903,55.7544,14.2363,0 285.077100141.773100143.304100 MIGRATIONSHINTERGRUND/ MIGRATIONSERFAHRUNG INSGESAMT männlichweiblich davon INSGESAMT *) davon: Ausländerinnen/Ausländer Deutsche mit eigener Migrationserfahrung Deutsche ohne eigene Migrationserfahrung Deutsche mit Migrationshintergrund Ausländerinnen/Ausländer mit eigener Migrationserfahrung Ausländerinnen/Ausländer ohne eigene Migrationserfahrung *) Bei den Angaben zum Migrationshintergrund handelt es sich um Ergebnisse der Haushaltsstichprobe. Aus methodischen Gründen kann die Summe der einzelnen Teilbevölkerungsgruppen von der Einwohnerzahl (Bevölkerung insgesamt) abweichen. 40 | BEVÖLKERUNG UND ERWERBSTÄTIGKEIT | ERGEBNISSE DES ZENSUS 2011 Anfang Mai 2011 wohnten in Karlsruhe gut 198.100 Menschen ohne Migrationshintergrund (knapp 70 % der Bevölkerung), etwas mehr als 30 % der Karlsruherinnen und Karlsruher (gut 86.900 Personen) wiesen einen Migrationshintergrund auf. Von diesen waren gut 39.600 Ausländerinnen und Ausländer. Der überwiegende Teil der Nichttdeutschen hatte eine eigene Migrationserfahrung, nur etwas mehr als 9.000 Personen waren ausländischer Herkunft ohne eigene Migrationserfahrung. Der Anteil der Personen mit deutscher erster Staatsangehörigkeit an allen Menschen mit Migrationshintergrund belief sich am Stichtag des Zensus 2011 auf knapp 55 %. Knapp 60 % oder 27.768 der Deutschen mit Migrationshintergrund waren selbst migriert. Die knapp 20.000 deutschen Migrantinnen und Migranten ohne eigene Migrationserfahrung hatten etwa zu gleichen Teilen einen einseitigen oder beidseitigen Migrationshintergrund über ihre zugewanderten Elternteile. Tabelle 20 zeigt den Migrationshintergrund der Menschen in den Karlsruher Stadtteilen am 9. Mai 2011. Abbildung 15 bereitet die Zahlen zum Migrationshintergrund nochmals grafi sch auf und zeigt so die Schwerpunkte im Stadtgebiet. Besonders viele Migrantinnen und Migranten lebten am Zensus-Stichtag in Oberreut (65,1 %) und in der Südstadt (50,1 %), dicht gefolgt von der Innenstadt-West (49,4 %) und der Innenstadt-Ost (45,7 %). Die niedrigsten Migrantinnen- und Migrantenquoten wurden in den Höhenstadtteilen ermittelt. Tabelle 20: DIE BEVÖLKERUNG NACH DER STAATSANGEHÖRIGKEIT UND DEM MIGRATIONSHINTERGRUND IN DEN KARLSRUHER STADTTEILEN AM 9. MAI 2011 Anzahl%Anzahl%Anzahl% 01 Innenstadt-Ost3.0151.63854,350616,887228,9 02 Innenstadt-West7.8293.96050,61.06713,62.80235,8 03 Südstadt15.6577.81649,93.78924,24.05225,9 04 Südweststadt12.2019.37276,81.52312,51.30510,7 05 Weststadt24.16416.53168,43.70515,33.92816,3 06 Nordweststadt12.3447.40360,02.78022,52.16117,5 07 Oststadt20.84514.82771,12.93414,13.08314,8 08 Mühlbur g14.78410.58171,62.27115,41.93213,1 09 Daxlanden14.0569.33466,43.48824,81.2358,8 10 Knielin gen12.0028.33269,41.37711,52.29319,1 11 Grünwinkel8.1976.81583,17579,26257,6 12 Oberreut7.2772.54234,93.62949,91.10615,2 13 Beiertheim-Bulach4.2203.45982,049711,82646,3 14 Weiherfeld-Dammerst.5.5934.72484,55079,13626,5 15 Rü ppurr9.7428.55687,81.00710,31791,8 16 Waldstadt14.7848.82859,73.89426,32.06113,9 17 Rintheim7.2684.99068,71.05214,51.22616,9 18 Ha gsfeld6.5314.79273,46279,61.11217,0 19 Durlach31.88923.53073,83.62311,44.73514,8 20 Grötzin gen9.4007.27277,41.18512,694310,0 21 Stu pferich2.0981.98294,51165,5.. 22 Hohenwettersbach2.4832.25090,62148,6190,8 23 Wolfartsweier5.3434.77789,44027,51633,1 24 Grünwettersbach3.1022.75088,731810,2341,1 25 Palmbach2.3112.10291,01516,6572,5 26 Neureut21.42014.32866,94.55321,32.53911,9 27 Nordstadt6.5234.63471,01.36020,95288,1 STADT KARLSRUH E *) 285.077198.12869,547.33216,639.61813,9 STADTTEIL BEVÖLKERUNG INSGESAMT STAATSANGEHÖRIGKEIT/MIGRATIONSHINTERGRUND Deutsche mit MigrationshintergrundDeutsche ohne MigrationshintergrundAusländerinnen/Ausländer *) Bei den Angaben zum Migrationshintergrund handelt es sich um Ergebnisse der Haushaltsstichprobe. Aus methodischen Gründen kann die Summe der einzelnen Teilbevölkerungsgruppen von der Einwohnerzahl (Bevölkerung insgesamt) abweichen. AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 41 Abbildung 15: DIE BEVÖLKERUNG MIT MIGRATIONSHINTERGRUND IN DEN KARLSRUHER STADTTEILEN AM 9. MAI 2011 28,9 35,8 25,9 10,7 16,3 17,5 14,8 13,1 8,8 19,1 7,6 15,2 6,3 6,5 1,8 13,9 16,9 17,0 14,8 10,0 0,8 3,1 1,1 2,5 11,9 8,1 16,8 13,6 24,2 12,5 15,3 22,5 14,1 15,4 24,8 11,5 9,2 49,9 11,8 9,1 10,3 26,3 14,5 9,6 11,4 12,6 5,5 8,6 7,5 10,2 6,6 21,3 20,9 0 10203040506070 01 Innenstadt-Ost 02 Innenstadt-West 03 Südstadt 04 Südweststadt 05 Weststadt 06 Nordweststadt 07 Oststadt 08 Mühlburg 09 Daxlanden 10 Knielingen 11 Grünwinkel 12 Oberreut 13 Beiertheim-Bulach 14 Weiherfeld-Dammerst. 15 Rüppurr 16 Waldstadt 17 Rintheim 18 Hagsfeld 19 Durlach 20 Grötzingen 21 Stupferich 22 Hohenwettersbach 23 Wolfartsweier 24 Grünwettersbach 25 Palmbach 26 Neureut 27 Nordstadt Ausländerinnen/AusländerDeutsche mit Migrationshintergrund % 42 | BEVÖLKERUNG UND ERWERBSTÄTIGKEIT | ERGEBNISSE DES ZENSUS 2011 3.2 HERKUNFTSLÄNDER DER BEVÖLKERUNG MIT MIGRATIONSHINTERGRUND Die insgesamt 86.950 in Karlsruhe lebenden Menschen mit Migrationshintergrund haben ihre Wurzeln in vielen verschiedenen Staaten der Erde. Gut 36 % der Migrantinnen und Migranten, die im Mai 2011 in der Fächerstadt lebten, stammten aus Europäischen Staaten, das heißt aus Ländern der EU-27 (17,4 %) und aus dem sonstigen Europa (18,7 %). Knapp jede zehnte Person mit Migrationshintergrund kam der Staatsangehörigkeit nach aus nichteuropäischen Staaten (siehe Abbildung 16). Abbildung 16: DIE BEVÖLKERUNG MIT MIGRATIONSHINTERGRUND NACH DEM HERKUNFTSLAND IN KARLSRUHE AM 9. MAI 2011 Betrachtet man nur die nichtdeutschen Migrantinnen und Migranten, so waren am 9. Mai 2011 gut ein Drittel von ihnen Staatsbürger eines EU-27-Staats (37,5 %). Etwa jede vierte ausländische Person besaß die Staatsbürgerschaft eines sonstigen europäischen Landes, gut 20 % stammte der Staatsangehörigkeit nach aus einem außereuropäischen Land. Tabelle 21 vermittelt einen Überblick über die Staatsangehörigkeit nach Kontinenten und Herkunftsländern Deutschland 54,2 % EU-27-Land 17,4 % sonstiges Europa 18,7 % sonstige Welt 9,7 % EU-27- Land 37,5 % sonstiges Europa 41,3 % sonstige Welt 21,2 % alle Personen mit Migrationshintergrund Ausländerinnen/Ausländer Erste Staatsangehörigkeit der Personen mit Migrationshintergrund AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 43 Tabelle 21: DIE BEVÖLKERUNG MIT MIGRATIONSHINTERGRUND NACH KONTINENTEN IN KARLSRUHE AM 9. MAI 2011 3.3 AUFENTHALTSDAUER DER BEVÖLKERUNG MIT MIGRATIONSHINTERGRUND Im Rahmen des Zensus 2011 wurde die nach 1955 erfolgte Zuwanderung von Ausländerinnen und Ausländer und Deutschen auf das heutige Gebiet der Bundesrepublik erfasst. Auch alle Deutschen mit zumindest einem nach 1955 auf das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland zugewanderten Elternteil sind laut dieser Defi nition Personen mit Migrationshintergrund. Folglich zählen zu den Migrantinnen und Migranten nicht nur diejenigen, die persönlich zugewandert sind, sondern auch Personen mit einem familiären Migrationshintergrund. Hierunter fallen in Deutschland geborene Ausländerinnen und Ausländer ohne eigene Migrationserfahrung sowie Deutsche mit einseitigem oder beidseitigem Migrationshintergrund, die bereits in Deutschland geboren wurden. Da sie nicht zugezogen sind, können sie auch kein Zuzugsjahrzehnt aufweisen. Als erste Migrantinnen und Migranten kamen nach 1955 Gastarbeiter, vorwiegend aus Italien, Spanien, Griechenland, der Türkei, Portugal, Tunesien, Marokko und Jugoslawien in die Fächerstadt. Am 9. Mai 2011 wurden gut 1.100 Personen ermittelt, deren Zuzug bereits zwischen 1956 und 1959 erfolgte (siehe Tabelle 22). In den 1960er und 1970er Jahren steigerte sich der Zuzug stetig. Zunächst war der Anteil der zuziehenden Männer höher, da in der Regel zunächst junge Männer auf Arbeitssuche ihre Herkunftsländer in Richtung Deutschland und Karlsruhe verließen. Später nahm dann der Anteil der Frauen zu, da Ehefrauen und Familien ihren Männern im Rahmen von Familienzusammenführungen nachzogen. Gut ein Fünftel aller Migrantinnen und Migranten in Karlsruhe ist vor 1980 zugezogen. Zunehmende Flüchtlingsströme ab den 1980er Jahren ließen die Zahl der Personen mit Migrationshintergrund weiter steigen. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung mit Migrationshintergrund zog wischen 1990 und 2011 zu, den bisher höchsten Anteil erreichte das Jahrzehnt zwischen dem Jahr 2000 und dem Zensusjahr 2011. EuropaAfrika Nord- amerika Süd- amerika Asien Australien/ Ozeanien 1) Sonstige 86.95078.5031.6231.0854465.1435992 39.61831.3031.6151.0594465.0445992 30.60023.6751.1289013574.4035977 9.0187.62948715888641.15 Deutsche mit Migrationshintergrund47.33247.200825.98.. 27.76827.637825.98.. 19.56319.563...... 9.5739.573...... 9.9909.990...... Deutsche mit beidseitigem Migrationshintergrund Deutsche mit einseitigem Migrationshintergrund MIGRATIONSHINTERGRUND/ MIGRATIONSERFAHRUNG Ausländerinnen/Ausländer mit eigener Migrationserfahrung Deutsche mit eigener Migrationserfahrung Deutsche ohne eigene Migrationserfahrung Ausländerinnen/Ausländer ohne eigene Migrationserfahrung Ausländerinnen/Ausländer INSGE- SAMT KONTINENTE Anzahl davon: Personen mit Migrationshintergrund 1) Einschließlich Antarktis. 44 | BEVÖLKERUNG UND ERWERBSTÄTIGKEIT | ERGEBNISSE DES ZENSUS 2011 Tabelle 22: DIE BEVÖLKERUNG MIT MIGRATIONSHINTERGRUND NACH DEM ZUZUGSJAHRZEHNT IN KARLSRUHE AM 9. MAI 2011 Anzahl%Anzahl%Anzahl% 1956 – 19591.1562,061353,054347,0 1960 – 19694.6127,92.44453,02.168,047,0 1970 – 19796.84211,73.33348,73.50951,3 1980 – 198910.42717,95.26450,55.16349,5 1990 – 199914.87725,56.97846,97.89953,1 2000 – 201115.72726,97.12645,38.60154,7 unbekannt4.7268,12.71457,42.01242,6 INSGESAMT 1) 58.36810028.47348,829.89551,2 davon männlichweiblich ZUZUGSJAHRZEHNT INSGESAMT 1) Wert liegt niedriger als bei Bevölkerung mit Migrationshintergrund insgesamt, da Ausländerinnen/Ausländer ohne eigene Migrationserfahrung und Deutsche mit einseitigem oder beidseitigem familiärem Migrationshintergrund bereits in Deutschland geboren wurden und somit nicht zugezogen sind/kein Zuzugsjahrzehnt aufweisen. Die Aufenthaltsdauer der Personen mit Migrationshintergrund ist ein Zeiger, ob sich die Menschen, die nach Karlsruhe gekommen sind, ein längerfristigen Leben hier vorstellen konnten beziehungsweise können. Ein deutliches Zeichen für einen auf Dauer angelegten Zuzug in die Fächerstadt sind die knapp 50 % der Migrantinnen und Migranten, die bereits seit 20 und mehr Jahren hier leben (siehe Abbildung 17). Bei dieser Bevölkerungsgruppe kann davon ausgegangen werden, dass sie gut integriert und ein fester Bestandteil der Gesellschaft geworden ist. Ein weiteres knappes Viertel der Bevölkerung mit Migrationshintergrund lebte am 9. Mai 2011 bereits zwischen 10 und 19 Jahre in Karlsruhe. Auch hier ist davon auszugehen, dass ein derart langer Aufenthalt einen Zuzug auf Dauer darstellt. Eine kürzere Aufenthaltsdauer von weniger als 5 Jahren beziehungsweise 5 bis 9 Jahren wies ein gutes Fünftel der Betroffenen auf. Abbildung 17: DIE BEVÖLKERUNG MIT MIGRATIONSHINTERGRUND NACH DER AUFENTHALTSDAUER IN KARLSRUHE AM 9. MAI 2011 unbe- kannt 5,4 % unter 5 Jahre 11,6 % 5 bis 9 Jahre 11,8 % 10 bis 14 Jahre 12,3 % 15 bis 19 Jahre 11,6 % 20 und mehr Jahre 47,3 % AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 45 Die hohe Zahl an Ausländerinnen und Ausländern ohne eigene Migrationserfahrung, die am Zensusstichtag bereits 20 und mehr Jahre in Karlsruhe lebten (mehr als 6.000 Personen), verdeutlicht, dass viele bereits hier geborene Kinder von Zuwanderern zwar weiterhin ihre ausländische Staatsangehörigkeit behalten haben, jedoch ihren dauerhaften Wohnsitz beziehungsweise ihre Zukunft nicht im Land der Eltern sahen, sondern in Karlsruhe (siehe Tabelle 23). Tabelle 23: DIE BEVÖLKERUNG MIT MIGRATIONSHINTERGRUND NACH DER AUFENTHALTSDAUER IN KARLSRUHE AM 9. MAI 2011 unter 5 Jahre 5 – 9 Jahre 10 – 14 Jahre 15 – 19 Jahre 20 und mehr Jahre unbekannt 86.95010.12910.30310.65510.04441.0924.726 39.6185.9936.0755.4133.35615.6993.081 30.6005.4445.2394.4762.6929.6683.081 9.0185488379376656.031. 47.3324.1364.2275.2426.68825.3931.645 Deutsche mit eigener Migrationserfahrung27.7684001.1722.9914.55617.0041.645 Deutsche ohne eigene Migrationserfahrung19.5633.7363.0552.2512.1328.389. Deutsche mit beidseitigem Migrationshintergrund9.5732.2991.8651.2658583.287. Deutsche mit einseitigem Migrationshintergrund9.9901.4371.1909851.2745.102. unter 5 Jahre 5 – 9 Jahre 10 – 14 Jahre 15 – 19 Jahre 20 und mehr Jahre unbekannt 86.95011,611,812,311,647,35,4 davon: 39.61815,115,313,78,539,67,8 30.60017,817,114,68,831,610,1 9.0186,19,310,47,466,9. Deutsche mit Migrationshintergrund47.3328,78,911,114,153,63,5 27.7681,44,210,816,461,25,9 19.56319,115,611,510,942,9. Deutsche mit beidseitigem Migrationshintergrund9.57324,019,513,29,034,3. Deutsche mit einseitigem Migrationshintergrund9.99014,411,99,912,851,1. Deutsche mit eigener Migrationserfahrung Deutsche ohne eigene Migrationserfahrung Personen mit Migrationshintergrund Personen mit Migrationshintergrund MIGRATIONSHINTERGRUND/ MIGRATIONSERFAHRUNG Deutsche mit Migrationshintergrund Ausländerinnen/Ausländer Ausländerinnen/Ausländer mit eigener Migrationserfahrung Ausländerinnen/Ausländer ohne eigene Migrationserfahrung davon: Ausländerinnen/Ausländer Ausländerinnen/Ausländer mit eigener Migrationserfahrung Ausländerinnen/Ausländer ohne eigene Migrationserfahrung MIGRATIONSHINTERGRUND/ MIGRATIONSERFAHRUNG INSGE- SAMT AUFENTHALTSDAUER Anzahl INSGE- SAMT AUFENTHALTSDAUER % Viele Migrantinnen und Migranten aus Staaten der EU-27 und dem sonstigen Europa (jeweils gut 7.000 Personen) nannten die Fächerstadt bereits seit mehr als 20 Jahren ihre Heimat. Etwa die Hälfte der Personen mit Migrationshintergrund aus außereuropäischen Staaten hingegen wohnten Anfang Mai 2011 noch keine zehn Jahre im Stadtgebiet. Nur gut 1.400 Staatsangehörige der „sonstigen Welt“ wiesen eine Aufenthaltsdauer von 20 und mehr Jahren auf (siehe Tabelle 24). 46 | BEVÖLKERUNG UND ERWERBSTÄTIGKEIT | ERGEBNISSE DES ZENSUS 2011 Tabelle 24: DIE BEVÖLKERUNG MIT MIGRATIONSHINTERGRUND *) NACH DER AUFENTHALTSDAUER IN KARLSRUHE AM 9. MAI 2011 unter 5 Jahre5 – 9 Jahre10 – 14 Jahre 15 – 19 Jahre 20 und mehr Jahre unbekannt Deutschland47.1144.2224.3425.2986.69325.3921.166 EU-27-Land15.1562.7891.4451.1841.1577.0681.513 sonstiges Europa16.2331.0902.5162.8591.4697.2091.089 sonstige Welt8.4462.0272.0001.3147251.423958 INSGESAMT86.95010.12910.30310.65510.04441.0924.726 Deutschland1009,09,211,214,253,92,5 EU-27-Land10018,49,57,87,646,610,0 sonstiges Europa1006,715,517,69,044,46,7 sonstige Welt10024,023,715,68,616,811,3 INSGESAMT10011,611,812,311,647,35,4 % STAATSANGEHÖRIGKEIT INSGE- SAMT AUFENTHALTSDAUER Anzahl *) Bei den Angaben zum Migrationshintergrund handelt es sich um Ergebnisse der Haushaltsstichprobe. Aus methodischen Gründen kann die Summe der einzelnen Teilbevölkerungsgruppen von der Einwohnerzahl (Bevölkerung insgesamt) abweichen. 3.4 ALTERSSTRUKTUR DER BEVÖLKERUNG MIT MIGRATIONSHINTERGRUND Im Vergleich zur Bevölkerung ohne Migrationshintergrund waren die Karlsruherinnen und Karlsruher mit Migrationshintergrund im Mai 2011 etwas jünger (siehe Tabelle 25 und Abbildung 18). Der Anteil der Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahre lag bei den Migrantinnen und Migranten mit 17,2 % rund 3 Prozentpunkte über dem Wert derer ohne Migrationshintergrund. Bei den jungen Erwachsenen zwischen 18 und unter 30 Jahren war der Migrantenanteil sogar rund 6 Prozentpunkte höher (23,4 % zu 17,3 %). Mehr als ein Viertel aller Migrantinnen und Migranten war zwischen 30 und unter 45 Jahre alt, wohingegen nur knapp 20 % der Menschen ohne Migrationshintergrund im selben Alter war. Das Verhältnis drehte sich erst bei den Personen über 45 Jahren um, so dass anteilig mehr Ältere ohne Migrationshintergrund in der Fächerstadt lebten. Besonders in den Altersklassen ab 65 Jahren gab es zum Teil doppelt so viele Menschen ohne Migrationshintergrund. Ein möglicher Grund hierfür ist sicherlich darin zu sehen, dass nach wie vor etliche Personen mit Migrationshintergrund im Alter zurück in ihre Heimatländer ziehen; andererseits kommen viele der in jungen Jahren zugezogenen Migrantinnen und Migranten erst noch ins Rentenalter. AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 47 Tabelle 25: ALTERSAUFBAU DER BEVÖLKERUNG MIT UND OHNE MIGRATIONSHINTERGRUND IN KARLSRUHE AM 9. MAI 2011 BEVÖLKERUNG MIT MIGRATIONSHINTERGRUND Anzahl%Anzahl%Anzahl% unter 32.7553,21.26445,91.49154,1 3 – 62.5602,91.14744,81.41355,2 6 – 103.6684,21.78648,71.88251,3 10 – 153.6124,21.78249,31.83050,7 15 – 182.3252,71.36458,796041,3 18 – 2511.05612,76.53659,14.52040,9 25 – 309.25010,65.03954,54.21145,5 30 – 4523.33126,811.39548,811.93551,2 45 – 6519.32122,29.40248,79.91951,3 65 – 755.1796,02.55149,32.62850,7 75 und älter3.8924,51.66142,72.23157,3 INSGESAMT *) 86.95010043.92850,543.02149,5 ALTER (VON ... BIS UNTER ... JAHRE) INSGESAMT davon männlichweiblich *) Bei den Angaben zum Migrationshintergrund handelt es sich um Ergebnisse der Haushaltsstichprobe. Aus methodischen Gründen kann die Summe der einzelnen Teilbevölkerungsgruppen von der Einwohnerzahl (Bevölkerung insgesamt) abweichen. Anzahl%Anzahl%Anzahl% unter 34.9322,52.40948,82.52351,2 3 – 64.5722,32.34451,32.22848,7 6 – 106.0613,12.87747,53.18452,5 10 – 157.9624,04.21252,93.75047,1 15 – 184.4302,22.15848,72.27251,3 18 – 2519.7039,911.14156,58.56243,5 25 – 3014.5317,37.34650,57.18649,5 30 – 4538.48519,420.24352,618.24247,4 45 bis 6554.35727,427.19950,027.15750,0 65 bis 7523.78912,010.81045,412.97954,6 75 und älter19.3079,77.10636,812.20163,2 INSGESAMT *) 198.12810097.84549,4100.28350,6 ALTER (VON ... BIS UNTER ... JAHRE) INSGESAMT davon männlichweiblich *) Bei den Angaben zum Migrationshintergrund handelt es sich um Ergebnisse der Haushaltsstichprobe. Aus methodischen Gründen kann die Summe der einzelnen Teilbevölkerungsgruppen von der Einwohnerzahl (Bevölkerung insgesamt) abweichen. DEUTSCHE OHNE MIGRATIONSHINTERGRUND 48 | BEVÖLKERUNG UND ERWERBSTÄTIGKEIT | ERGEBNISSE DES ZENSUS 2011 Abbildung 18: ALTERSAUFBAU DER BEVÖLKERUNG MIT UND OHNE MIGRATIONSHINTERGRUND IN KARLSRUHE AM 9. MAI 2011 6,1 11,0 23,4 26,8 22,2 6,0 4,5 4,8 9,3 17,3 19,4 27,4 12,0 9,7 0 5 10 15 20 25 30 unter 66 bis unter 1818 bis unter 3030 bis unter 4545 bis unter 6565 bis unter 7575 und älter Migrantinnen/Migranten Deutsche ohne Migrations- hintergrund Personen im Alter von ... bis ... Jahren % AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 49 4. RELIGIONSZUGEHÖRIGKEIT DER BEVÖLKERUNG Die Erhebung der Religionszugehörigkeit bezog sich beim Zensus 2011 auf die Zugehörigkeit zu einer öffentlich- rechtlichen Kirche beziehungsweise Religionsgemeinschaft. Zudem konnten Personen, die nicht Mitglied einer öffentlich- rechtlichen Religionsgesellschaft sind, im Rahmen einer freiwilligen Frage Angaben zu ihrem Glaubensbekenntnis machen. 4.1 RELIGIONSZUGEHÖRIGKEIT NACH GESCHLECHT UND NACH ALTER Die Zusammensetzung der Bevölkerung nach ihrer Religionszugehörigkeit hat sich im Lauf der letzten 40 Jahre deutlich geändert. Tabelle 26 sowie Abbildung 19 zeigen diese Entwicklung anhand einer Gegenüberstellung der Situation in den Jahren 1970, 1987 und 2011. Waren im Jahr 1970 noch über 90 % aller Karlsruherinnen und Karlsruher Mitglied in einer der beiden großen christlichen Religionsgemeinschaften, so reduzierte sich deren Anteil bis 2011 auf rund zwei Drittel (65,8 %). Besonders die evangelische Kirche wies im Lauf der Jahre einen deutlichen Rückgang ihrer Mitgliedszahlen auf (siehe Abbildung 20). War im Jahr 1970 noch knapp die Hälfte aller Bürgerinnen und Bürger evangelisch, so rutschte deren Anteil bis 2011 auf weniger als ein Drittel (32,4 % der Gesamtbevölkerung oder 92.453 Personen). Die Zahl der Karlsruherinnen und Karlsruher, die der römisch-katholischen Kirche angehören, nahm ebenfalls ab, jedoch nicht ganz so stark wie bei der evangelischen Kirche. 2011 waren noch 95.358 Personen oder 33,4 % der Bevölkerung katholisch. Einen deutlichen Anstieg verzeichnete die Gruppe derer, die einer anderen öffentlich-rechtlichen Religionsgesellschaft als der evangelischen oder der katholischen beziehungsweise keiner Religionsgemeinschaft angehören. Einen großen Anteil daran hat der vermehrte Zuzug von Ausländerinnen und Ausländern, aber auch die zunehmende Zahl der Kirchenaustritte verstärkte diese Entwicklung. Tabelle 26: DIE BEVÖLKERUNG NACH DER RELIGIONSZUGEHÖRIGKEIT IN KARLSRUHE 1970, 1987 UND 2011 Anzahl%Anzahl%Anzahl% 1970287.452142.89649,7123.38442,921.1727,4 1987260.591107.68341,3107.56741,338.69814,9 2011285.07792.45332,495.35833,497.26734,1 1) 1970: Wohnbevölkerung inklusive Bevölkerung mit Nebenwohnsitz, 1987 und 2011: Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung. 2) 1970 und 2011: einschließlich evangelische Freikirche. JAHR BEVÖLKERUNG INSGESAMT 1) davon evangelisch 2) römisch-katholisch sonstige/keine öffentlich-rechtliche Religionsgemeinschaft 50 | BEVÖLKERUNG UND ERWERBSTÄTIGKEIT | ERGEBNISSE DES ZENSUS 2011 Abbildung 19: DIE BEVÖLKERUNG 1) NACH DER RELIGIONSZUGEHÖRIGKEIT IN KARLSRUHE 1970, 1987 UND 2011 142.896 123.384 107.683 107.567 38.698 92.453 95.358 97.267 0 20.000 40.000 60.000 80.000 100.000 120.000 140.000 160.000 evangelischkatholischsonstige/keine öffentlich-rechtliche Religionsgemeinschaft 1970 19872011 19701987 2011 1970 1987 2011 1970 19872011 19701987 2011 1970 1987 2011 1) 1970: Wohnbevölkerung inklusive Bevölkerung mit Nebenwohnsitz, 1987 und 2011: Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung. 2) 1970 und 2011: einschließlich evangelische Freikirche. 21.172 Anzahl AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 51 Abbildung 20: DIE BEVÖLKERUNG NACH DER RELIGIONSZUGEHÖRIGKEIT IN KARLSRUHE 1970, 1987 UND 2011 Die Frage zum Glaubensbekenntnis konnte freiwillig beantwortet werden und wurde nur von einem kleinen Teil der Auskunftspfl ichtigen ausgefüllt. Sie gibt dennoch Hinweise auf die Zusammensetzung der Personen, die nicht einer öffentlich- rechtlichen Religionsgesellschaft angehören, sich allerdings einer Glaubensgemeinschaft oder dergleichen zugehörig fühlen. Abbildung 21 zeigt die Zusammensetzung der Glaubensrichtungen, die angegeben wurden. Über die Hälfte der Karlsruherinnen und Karlsruher, die 2011 keiner öffentlich- rechtlichen Kirche angehörten, fühlten sich demnach keiner Glaubensrichtung, Weltanschauung oder Religion angehörig. Jeweils rund 20 % der Personen, die die freiwillige Frage beantwortet hatten, bekannten sich zum Islam oder zum Christentum. Ein Bekenntnis zum Buddhismus, Hinduismus, Judentum oder einer sonstigen Religion, Glaubensrichtung oder Weltanschauung legte nur ein geringer Teil der Bevölkerung offen (zusammen rund 6 %). Abbildung 21: ERGEBNISSE DER FREIWILLIGEN FRAGE NACH DEM GLAUBENSBEKENNTNIS IN KARLSRUHE AM 9. MAI 2011 evangelischrömisch-katholischsonstige/keine öffentlich-rechtliche Religionsgemeinschaft 7,4 % 49,7 % 42,9 % 1970 17,4 % 41,3 % 41,3 % 1987 34,1 % 33,4 % 32,4 % 2011 Keine Religionen, Glaubensrichtungen, Weltanschauungen 53,2 % Christentum 21,0 % Islam 19,3 % Buddhismus 1,7 % Sonstige Religionen, Glaubensrichtungen, Weltanschauungen 3,1 % Hinduismus 1,3 % Judentum 0,3 % 52 | BEVÖLKERUNG UND ERWERBSTÄTIGKEIT | ERGEBNISSE DES ZENSUS 2011 Die Zugehörigkeit der Bevölkerung zu den öffentlich- rechtlichen Religionsgesellschaften schwankt mitunter erheblich je nach Alter und Geschlecht. Bei den beiden großen christlichen Religionsgemeinschaften, der römisch-katholischen und der evangelischen Kirche, aber auch bei den Jüdischen Tabelle 27: RELIGIONSZUGEHÖRIGKEIT *) NACH GESCHLECHT IN KARLSRUHE AM 9. MAI 2011 Anzahl%Anzahl%Anzahl% Römisch-katholische Kirche95.35833,446.14848,449.21051,6 Evangelische Kirche 1) 92.45332,442.08945,550.36454,5 Orthodoxe Kirchen7.1302,53.64351,13.48748,9 Jüdische Gemeinden6360,227443,136256,9 Sonstige6.7482,43.51352,13.23447,9 Keiner öffentl.-rechtl. Religionsgesellschaft zugehörig82.75429,046.10755,736.64744,3 darunter nachrichtlich: Islam 2) 6.7852,43.78255,73.00344,3 285.077100141.77349,7143.30450,3 *) Nur Zugehörigkeit zu einer öffentlich-rechtlichen Religionsgesellschaft. 1) einschließlich evangelische Freikirche. 2) Erhebung des Islam über freiwilige Frage: 6.785 Personen haben bei der freiwilligen Frage angegeben, sich zum Islam zu bekennen. RELIGION INSGESAMT BEVÖLKERUNG INSGESAMT GESCHLECHT männlichweiblich Gemeinden, war Anfang Mai 2011 ein erhöhter Frauenanteil zu verzeichnen. Bei der orthodoxen Kirche, besonders aber bei der Gruppe der Personen, die keiner öffentlich-rechtlichen Religionsgesellschaft zugehörig waren, überwogen hingegen die Männer (siehe Tabelle 27). AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 53 Abbildung 22: RELIGIONSZUGEHÖRIGKEIT *) NACH DEM ALTER IN KARLSRUHE AM 9. MAI 2011 Besonders in der älteren Generation, das heißt bei Personen zwischen 65 und 75 Jahren beziehungsweise noch deutlicher bei den über 75-Jährigen, ist der überwiegende Teil der Bevölkerung Mitglied einer Kirche. Es dominieren die beiden großen christlichen Religionsgemeinschaften. Demgegenüber ist der Anteil derjenigen, die keiner öffentlich-rechtlichen Religionsgemeinschaft angehören, in den jüngeren Altersgruppen deutlich höher (siehe Abbildung 22). 0 % 10 % 20 % 30 % 40 % 50 % 60 % 70 % 80 % 90 % 100 % unter 33 - 66 - 1010 - 1515 - 1818 - 2525 - 4545 - 6565 - 75 75 und älter Römisch-katholische KircheEvangelische KircheOrthodoxe KirchenJüdische GemeindenSonstigeKeine öffentlich-rechtliche Religionsgemeinschaft Alter von ... bis unter ... Jahren 1) *) Nur Zugehörigkeit zu einer öffentlich-rechtlichen Religionsgesellschaft. 1) Einschließlich evangelische Freikirche. 54 | BEVÖLKERUNG UND ERWERBSTÄTIGKEIT | ERGEBNISSE DES ZENSUS 2011 4.2 RELIGIONSZUGEHÖRIGKEIT NACH STAATSANGEHÖRIG- KEIT UND MIGRATIONS- HINTERGRUND Die Religionszugehörigkeit der am 9. Mai 2011 in Karlsruhe ansässigen Personen mit Migrationshintergrund unterschied sich zum Teil deutlich von derjenigen der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund. Der Anteil der katholischen Migrantinnen und Migranten überstieg mit 34,9 % sogar leicht den Anteil der Katholiken ohne Migrationshintergrund. Dies liegt sicher in der Zuwanderung von Menschen aus traditionell überwiegend katholischen Ländern wie Portugal, Italien oder Spanien, aber auch osteuropäischen Staaten wie Polen oder Rumänien begründet. Während gut 40 %der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund evangelisch war, waren dies nur etwas mehr als 14 % der Migrantinnen und Migranten. Durch Zuwanderung vorwiegend aus ehemaligen Ostblockstaaten wie Russland und weiteren Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion beziehungsweise aus dem südöstlichen Europa begründet sich der Anteil derer, die der orthodoxen Kirche angehörten (siehe Tabelle 28 und Tabelle 29). Der Anteil der Migrantinnen und Migranten, die keiner öffentlich-rechtlichen Religionsgesellschaft angehörten, lag gut 10 Prozentpunkte über dem Anteil bei Personen ohne Migrationshintergrund. Hier zeichnet sich die Zuwanderung von Menschen mit vielfältigen religiösen Zugehörigkeiten ab, nicht zuletzt der Zuzug vieler Muslime aus der Türkei, dem Nahen Osten beziehungsweise aus afrikanischen Staaten. Tabelle 28: RELIGIONSZUGEHÖRIGKEIT *) NACH DEM MIGRATIONSHINTERGRUND IN KARLSRUHE AM 9. MAI 2011 Personen ohne Migrationshintergrund198.12865.00780.22821422.36450.313 Personen mit Migrationshintergrund86.95030.35012.2256.9166334.38432.441 davon: Ausländerinnen/Ausländer39.61813.4231.3975.3105162.89416.078 Deutsche mit Migrationshintergrund47.33216.92710.8281.6061171.49016.363 INSGESAMT285.07795.35892.4537.1306366.74882.754 Personen ohne Migrationshintergrund10032,840,50,10,01,225,4 Personen mit Migrationshintergrund10034,914,18,00,75,037,3 davon: Ausländerinnen/Ausländer10033,93,513,41,37,340,6 Deutsche mit Migrationshintergrund10035,822,93,40,23,134,6 INSGESAMT10033,432,42,50,22,429,0 MIGRATIONSHINTERGRUND/ MIGRATIONSERFAHRUNG % BEVÖLKE- RUNG INSGESAMT RELIGIONSZUGEHÖRIGKEIT Römisch- katholische Kirche Evangelische Kirche 1) Orthodoxe Kirchen Jüdische Gemeinden Sonstige Keine ö.-r. Religions- gesellschaft Anzahl *) Nur Zugehörigkeit zu einer öffentlich-rechtlichen Religionsgesellschaft. 1) Einschließlich evangelische Freikirche. AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 55 Tabelle 29: RELIGIONSZUGEHÖRIGKEIT *) NACH DER STAATSANGEHÖRIGKEIT IN KARLSRUHE AM 9. MAI 2011 Deutschland245.17681.68390.9931.9211204.00566.454 Ausland39.90113.6751.4595.2095162.74316.300 davon: EU27-Land15.1569.4366371.64802163.220 Sonstiges Europa16.2983.1233453.2155011.1187.996 Sonstige Welt8.4461.116478346141.4095.084 INSGESAMT285.07795.35892.4537.1306366.74882.754 Deutschland10033,337,10,80,01,627,1 Ausland10034,33,713,11,36,940,9 davon: EU27-Land10062,34,210,90,01,421,2 Sonstiges Europa 10019,22,119,73,16,949,1 Sonstige Welt 10013,25,74,10,216,760,2 INSGESAMT10033,432,42,50,22,429,0 STAATSANGEHÖRIGKEIT % BEVÖLKE- RUNG INSGESAMT RELIGIONSZUGEHÖRIGKEIT Römisch- katholische Kirche Evangelische Kirche 1) Orthodoxe Kirchen Jüdische Gemeinden Sonstige Keine öffentlich- rechtliche Religions- gesellschaft Anzahl *) Nur Zugehörigkeit zu einer öffentlich-rechtlichen Religionsgesellschaft. 1) Einschließlich evangelische Freikirche. 56 | BEVÖLKERUNG UND ERWERBSTÄTIGKEIT | ERGEBNISSE DES ZENSUS 2011 5. SCHULISCHE UND BERUFLICHE AUSBILDUNG DER KARLSRUHER BEVÖLKERUNG Das Bildungsniveau, sowohl in Bezug auf die schulische als auch die berufl iche Ausbildung, ist die Basis für eine erfolgreiche Teilnahme der Bürgerinnen und Bürger am Erwerbsleben. Der Schwerpunkt der Betrachtung der Ergebnisse des Zensus 2011 liegt hierbei auf geschlechterspezifi schen oder im Alter der Personen begründeten Unterschieden in der Bildung sowie auf Ungleichheiten in Bezug auf den Migrationshintergrund. 5.1 SCHULISCHE BILDUNG DER BEVÖLKERUNG Am 9. Mai 2011 lebten in Karlsruhe 248.955 Personen, die 15 Jahre und älter waren, von denen 73.135 oder 29,4 % einen Haupt- oder Volksschulabschluss und 20,5 % einen Realschul- oder gleichwertigen Abschluss besaßen (siehe Abbildung 23). Die Fachhochschulreife wiesen 8,8 % der Karlsruherinnen und Karlsruher auf, das Abitur 35,5 %. Ohne Abschluss waren 5,9 % oder 14.766 Personen. Zu den Bürgerinnen und Bürgern ohne Abschluss zählen auch Personen, die noch zur Schule gehen und deshalb noch keinen Abschluss haben, die ihren Abschluss nach maximal sieben Jahren Schulbesuch erlangt haben oder die einen ausländischen Schulabschluss aufweisen, der in Deutschland nicht anerkannt wird. Der Trend zu immer höheren Schulabschlüssen zeigt sich beim Vergleich der höchsten erreichten Abschlüsse 1987 und 2011. Hierbei wird jedoch nur die erwerbsfähige Bevölkerung im Alter zwischen 15 und unter 65 Jahren betrachtet, da 1987 nur diese Altersgruppe nach ihrem höchsten Schulabschluss befragt worden war. War vor 24 Jahren mit 55,1 % der Haupt- oder Volksschulabschluss der Spitzenreiter, so schrumpfte dessen Anteil auf unter ein Viertel (23,4 %) im Jahr 2011. Im Gegenzug stieg die Quote der höheren Abschlüsse (Fachhochschulreife und allgemeine/fachgebundene Hochschulreife) von etwas mehr als 25 % auf 53,5 %. Neben diesem Trend spiegeln sich in diesem Wert natürlich auch die zahlreichen Studierenden an den Karlsruher Hochschulen wider, die allesamt die Hochschulreife aufweisen. Bei den mittleren Bildungsabschlüssen zeigte sich nur wenig Veränderung, der Anstieg der Realschulabgänger belief sich auf gut 3 Prozentpunkte (siehe Abbildung 24). Abbildung 23: SCHULISCHE BILDUNG DER KARLSRUHER BEVÖLKERUNG IM ALTER VON 15 UND MEHR JAHREN AM 9. MAI 2011 1) Einschließlich noch in schulischer Ausbildung und Abschluss nach höchstens 7 Jahren Schulbesuch (insbesondere Abschluss im Ausland). 2) Einschließlich Abschluss der Polytechnischen Oberschule oder gleichwertiger Abschluss. Einschließlich Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe. Ohne Schulab- schluss 1) 5,9 % Haupt-/ Volksschulabschluss 29,4 % Fach- hoch- schul- reife 8,8 % Realschul- abschluss (Mittlere Reife) 2) 20,5 % Allgemeine/ fachgebundene Hochschulreife (Abitur) 35,5 % AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 57 55,1 19,8 25,1 23,4 23,1 53,5 0 10 20 30 40 50 60 Haupt-/ Volksschulabschluss Realschulabschluss (Mittlere Reife) Allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife (Abitur) 1987 2011 2) % 1) Altersabgrenzung aus methodischen Gründen: 1987 wurde nur bei Personen zwischen 15 und unter 65 Jahren der Schulabschluss erfasst. 2) 2011: einschließlich Abschluss der Polytechnischen Oberschule oder gleichwertiger Abschluss. Einschließlich Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe. 3) 1987 und 2011: einschließlich Fachhochschulreife. 3) Abbildung 24: HÖCHSTER SCHULABSCHLUSS DER KARLSRUHER BEVÖLKERUNG IM ALTER VON 15 BIS UNTER 65 JAHREN 1) 1987 UND 2011 Tabelle 30: SCHULISCHE BILDUNG *) DER KARLSRUHER BEVÖLKERUNG AM 9. MAI 2011 NACH DEM GESCHLECHT (PERSONEN IM ALTER VON 15 UND MEHR JAHREN) Anzahl%Anzahl%Anzahl% Ohne oder noch kein Schulabschluss 1) 14.7665,96.3755,18.3916,7 Haupt-/ Volksschulabschluss73.13529,434.69428,038.44130,8 Realschulabschluss (Mittlere Reife) 2) 50.99620,521.92717,729.06923,3 Fachhochschulreife21.7918,814.02611,37.7666,2 Allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife (Abitur) 88.26635,546.93137,941.33533,1 INSGESAMT248.955100123.952100125.003100 weiblich HÖCHSTER SCHULABSCHLUSS (PERSONEN IM ALTER VON 15 UND MEHR JAHREN) INSGESAMT GESCHLECHT männlich *) Bei den Angaben zum Bildungsabschluss handelt es sich um Ergebnisse der Haushaltsstichprobe. Aus methodischen Gründen kann die Summe der einzelnen Teilbevölkerungsgruppen von der Einwohnerzahl (Bevölkerung insgesamt) abweichen. 1) Einschließlich noch in schulischer Ausbildung und Abschluss nachhöchstens 7 Jahren Schulbesuch (insbesondere Abschluss im Ausland). 2) Einschließlich Abschluss der Polytechnischen Oberschule oder gleichwertiger Abschluss. Einschließlich Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe. Zwischen Frauen und Männern bestehen merkliche Unterschiede bei den Schulabschlüssen (siehe Tabelle 30). Von den knapp 14.800 Karlsruherinnen und Karlsruhern, die am 9. Mai 2011 keinen Schulabschluss hatten, waren knapp 57 % Frauen. Bei den Haupt- oder Volksschulabschlüssen und dem Abitur waren die Anteile annähernd gleich hoch. Deutlich zeigte sich, dass die Fachhochschulreife häufi ger von Männern abgelegt wurde (annähernd 65 % im Vergleich zu gut 35 % bei den Frauen). Einen Realschulabschluss hingegen wiesen deutlich mehr Frauen auf (siehe Abbildung 25). 58 | BEVÖLKERUNG UND ERWERBSTÄTIGKEIT | ERGEBNISSE DES ZENSUS 2011 Abbildung 25: SCHULISCHE BILDUNG DER KARLSRUHER BEVÖLKERUNG AM 9. MAI 2011 NACH DEM GESCHLECHT (PERSONEN IM ALTER VON 15 UND MEHR JAHREN) Deutlich werden die Unterschiede im Bildungsniveau, wenn man zusätzlich zum Geschlecht noch das Alter betrachtet. Erst seit den 60er- und 70er-Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts erlangten Mädchen und junge Frauen einen breiten Zugang zu höheren Bildungseinrichtungen, so dass sich deren schulische Abschlüsse denen der Männer anglichen (siehe Abbildung 26). Unter den Frauen, die am 9. Mai 2011 zwischen 65 und 75 Jahre alt waren, verfügten nur knapp 14 % über eine allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife, bei den Frauen im Alter über 75 Jahren nur etwas mehr als 7 %. Bei den Männern in denselben Altersklassen waren es hingegen gut 20 % beziehungsweise 15 %. Diese Differenz von insgesamt rund 15 Prozentpunkten zwischen Männern und Frauen im Seniorenalter wird immer kleiner, je jünger die betrachteten Personengruppen werden. Bei der jüngsten Altersgruppe (18 bis unter 25 Jahre) lag 2011 der Anteil der Frauen mit Abitur (53,7 %) sogar über dem Prozentsatz der Männer (50,2 %). Ebenfalls oberhalb des Werts der Männer lag der Anteil der Frauen mit Realschulabschluss. Die Fachhochschulreife absolvierten in allen Altersklassen mehr Männer als Frauen. Der Anteil derjenigen mit Hauptschulabschluss war bei beiden Geschlechtern stark rückläufi g, so dass bei den unter 30-Jährigen jeweils weniger als 15 % einen solchen Abschluss aufweisen konnten. Die Zahl derer ohne Schulabschluss lag bei Männern und Frauen bei etwa 6 %. Bei jungen Menschen zwischen 25 und 30 Jahren schrumpfte dieser Anteil allerdings auf rund 2 %, wobei etwas mehr Frauen als Männer keinen Schulabschluss hatten. 5,1 28,0 17,7 11,3 37,9 6,7 30,8 23,3 6,2 33,1 0 5 10 15 20 25 30 35 40 Ohne oder noch kein Schulabschluss Haupt-/ Volksschulabschluss Realschulabschluss (Mittlere Reife) FachhochschulreifeAllgemeine oder fachgebundene Hochschulreife (Abitur) männlich weiblich 1) Einschließlich noch in schulischer Ausbildung und Abschluss nach höchstens 7 Jahren Schulbesuch (insbesondere Abschluss im Ausland). 2) Einschließlich Abschluss der Polytechnischen Oberschule oder gleichwertiger Abschluss. Einschließlich Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe. 1) 2) % AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 59 Abbildung 26: SCHULISCHE BILDUNG DER KARLSRUHER BEVÖLKERUNG AM 9. MAI 2011 NACH DEM ALTER (PERSONEN IM ALTER VON 15 UND MEHR JAHREN) 63,3 3,6 2,1 3,4 4,1 5,1 10,0 4,7 13,7 10,4 17,3 34,9 54,0 60,5 31,9 22,9 18,6 21,8 21,5 16,2 14,6 8,1 9,8 10,1 10,1 7,8 4,6 51,7 59,2 47,4 29,5 16,9 10,3 0 %10 %20 %30 %40 %50 %60 %70 %80 %90 %100 % 15 – 18 18 – 25 25 – 30 30 – 45 45 – 65 65 – 75 75 und älter Ohne SchulabschlussHaupt-/ Volksschulabschluss Realschulabschluss (Mittlere Reife)Fachhochschulreife Allgemeine/ fachgebundene Hochschulreife (Abitur) Alter von ... bis unter ... Jahren Bevölkerung insgesamt 1) 2) 66,3 2,6 1,2 2,8 3,1 4,0 10,0 6,7 14,9 11,9 19,2 33,6 53,9 54,5 27,1 21,6 14,7 18,8 18,7 10,5 13,1 10,7 12,5 11,7 13,1 10,9 7,2 50,2 59,7 47,6 31,5 20,6 15,1 0 %10 %20 %30 %40 %50 %60 %70 %80 %90 %100 % 15 – 18 18 – 25 25 – 30 30 – 45 45 – 65 65 – 75 75 und älter Ohne SchulabschlussHaupt-/ Volksschulabschluss Realschulabschluss (Mittlere Reife)Fachhochschulreife Allgemeine/ fachgebundene Hochschulreife (Abitur) Männer Alter von ... bis unter ... Jahren 1) 2) 60,2 4,9 3,1 4,0 5,0 6,0 10,0 2,6 12,2 8,7 15,3 36,3 54,1 64,1 37,2 24,8 22,8 25,0 24,2 21,1 15,6 4,5 6,8 8,5 7,0 5,2 2,9 53,7 58,7 47,2 27,4 13,7 7,4 0 %10 %20 %30 %40 %50 %60 %70 %80 %90 %100 % 15 – 18 18 – 25 25 – 30 30 – 45 45 – 65 65 – 75 75 und älter Ohne SchulabschlussHaupt-/ Volksschulabschluss Realschulabschluss (Mittlere Reife)Fachhochschulreife Allgemeine/ fachgebundene Hochschulreife (Abitur) 1) Einschließlich noch in schulischer Ausbildung und Abschluss nach höchstens 7 Jahren Schulbesuch (insbesondere Abschluss im Ausland). 2) Einschließlich Abschluss der Polytechnischen Oberschule oder gleichwertiger Abschluss. Einschließlich Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe. Frauen Alter von ... bis unter ... Jahren 1) 2) 60 | BEVÖLKERUNG UND ERWERBSTÄTIGKEIT | ERGEBNISSE DES ZENSUS 2011 Abbildung 27: BERUFLICHE AUSBILDUNG DER KARLSRUHER BEVÖLKERUNG AM 9. MAI 2011 (PERSONEN IM ALTER VON 15 UND MEHR JAHREN) 5.2 BERUFLICHE BILDUNG DER BEVÖLKERUNG Am Stichtag des Zensus 2011 wiesen knapp 88.300 Personen oder 35,5 % der Karlsruherinnen und Karlsruher über 15 Jahre eine berufl iche Ausbildung in Dualen System auf. Knapp ein Viertel der Bevölkerung besaß eine akademisch geprägte berufl iche Ausbildung (8,3 % Fachhochschule, 13,9 % Hochschulabschluss, 2,5 % Promotion). Eine Fachakademie, Berufsakademie oder eine Fachschule hatten gut 10 % der Bürgerinnen und Bürger besucht. Ohne berufl iche Ausbildung beziehungsweise noch in der Ausbildung waren immerhin gut 70.200 Personen oder mehr als 28 % (siehe Abbildung 27). Bei der Volkszählung 1987 wurde nur die erwerbsfähige Bevölkerung im Alter zwischen 15 und unter 65 Jahren zu ihrer berufl ichen Bildung befragt. Von den damals 184.697 Personen im relevanten Alter hatten insgesamt 43.575 Personen oder rund jeder oder jede Vierte (23,6 %) einen berufsbildenden Abschluss, davon 55 % mit einem Hochschul- oder Fachhochschulabschluss (23.953 Personen) und 45 % mit einer Berufsfach- oder Fachschulausbildung (19.622 Personen). Wie beim Schulabschluss beeinfl ussen Alter und Geschlecht die Höhe beziehungsweise die Struktur des berufl ichen Abschlusses. Hatten noch etwas mehr als die Hälfte (50,1 %) der Bevölkerung im Alter von 65 bis unter 75 Jahren eine berufl iche Ausbildung in Form einer Lehre absolviert, so waren es bei den Jüngeren (25 bis unter 30 Jahre) nur noch ein gutes Viertel (26,1 %). Bei den Hochschulabschlüssen ergab sich ein genau umgekehrtes Bild. Rund 10 % der älteren Karlsruherinnen und Karlsruher besaßen 2011 einen Hochschlussabschluss während bereits 21,4 % der Jüngeren eine akademische Ausbildung abgeschlossen hatten. Frauen haben in den letzten Jahren bei der berufl ichen Bildung stark aufgeholt. Bei den Frauen im Alter von 75 und mehr Jahren waren im Mai 2011 gut 45 % ohne Berufsausbildung, da das traditionelle Bild von damals die Rolle der Frau überwiegend als Hausfrau und Mutter sah und nur wenige Frauen eine berufl iche Ausbildung absolvierten. Bei den Frauen der Nachkriegsjahrgänge, heute im Alter zwischen 65 und 74 Jahre, lag der Prozentsatz derer mit einer Berufsbildung zwar bereits höher, aber nach wie vor besaßen knapp 30 % keinen berufl ichen Abschluss. Bei den Männern in denselben Altersklassen (65 Jahre und darüber) lag der Anteil derjenigen ohne Ausbildungsabschluss mit rund 10 % deutlich darunter. Die Wichtigkeit einer guten Ausbildung beziehungsweise sogar einer akademischen Ausbildung der jungen Frauen wurde ab den 1970er-Jahren erkannt. In den jüngeren Jahrgängen, vor allem bei den 25- bis unter 30-Jährigen, haben die Frauen die Männer beim Hochschulabschluss mittlerweile sogar überholt (siehe Abbildung 28 und Tabelle 31). ohne beruflichen Abschluss, noch kein beruflicher Abschluss 28,2 % Lehre, Berufsausbildung (Duales System) 35,5 % Abschluss Fachakademie/ Berufs- akademie 1,7 % Fachhoch- schulabschluss 8,3 % Hochschul- abschluss 13,9 % Promotion 2,5 % Fachschul- abschluss 9,9 % AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 61 Abbildung 28: HÖCHSTER BERUFLICHER BILDUNGSABSCHLUSS DER KARLSRUHER BEVÖLKERUNG AM 9. MAI 2011 NACH DEM ALTER (PERSONEN IM ALTER VON 15 UND MEHR JAHREN) 0 % 10 % 20 % 30 % 40 % 50 % 60 % 70 % 80 % 90 % 100 % 15 – 1818 – 2525 – 3030 – 4545 – 6565 – 75 75 und älter Promotion Hochschulabschluss Fachhochschulabschluss Abschluss Fachakademie/ Berufsakademie Fachschulabschluss Lehre, Berufsausbildung (Duales System) ohne beruflichen Abschluss Alter (... bis unter ... Jahre) Insgesamt 0 % 10 % 20 % 30 % 40 % 50 % 60 % 70 % 80 % 90 % 100 % 15 – 1818 – 2525 – 3030 – 4545 – 6565 – 75 75 und älter Promotion Hochschulabschluss Fachhochschulabschluss Abschluss Fachakademie/ Berufsakademie Fachschulabschluss Lehre, Berufsausbildung (Duales System) ohne beruflichen Abschluss Frauen Alter (... bis unter ... Jahre) 0 % 10 % 20 % 30 % 40 % 50 % 60 % 70 % 80 % 90 % 100 % 15 – 1818 – 2525 – 3030 – 4545 – 6565 – 75 75 und älter Promotion Hochschulabschluss Fachhochschulabschluss Abschluss Fachakademie/ Berufsakademie Fachschulabschluss Lehre, Berufsausbildung (Duales System) ohne beruflichen Abschluss Männer Alter (... bis unter ... Jahre) 62 | BEVÖLKERUNG UND ERWERBSTÄTIGKEIT | ERGEBNISSE DES ZENSUS 2011 Tabelle 31: HÖCHSTER BERUFLICHER BILDUNGSABSCHLUSS *) DER KARLSRUHER BEVÖLKERUNG AM 9. MAI 2011 NACH DEM ALTER (PERSONEN IM ALTER VON 15 UND MEHR JAHREN) ohne beruflichen Abschluss Lehre, Berufsausbil- dung (Duales System) Fachschul- abschluss Abschluss Fachakademie/ Berufs- akademie Fachhochschul- abschluss Hochschul- abschluss Promotion 15 – 186.7546.64013101.... 18 – 2530.75921.5006.0541.1683745841.079. 25 – 3023.7817.0506.2042.4385602.1265.093310 30 – 4561.8169.09420.4425.7931.3507.14715.0522.936 45 – 6573.67812.69030.08810.0921.4497.5979.8641.899 65 – 7528.9685.63114.5142.8882432.4442.691557 75 und älter23.1987.64910.9822.131192791898556 INSGESAMT248.95570.25588.29824.6114.16720.68834.6776.259 15 – 183.5223.4156101.... 18 – 2517.67712.6223.610453140164689. 25 – 3012.3854.2822.9521.0493181.4152.144224 30 – 4531.6384.5269.9882.3326354.2588.0151.884 45 – 6536.6014.95114.4275.0696964.5795.4201.459 65 – 7513.3621.3616.5451.6751351.5461.645455 75 und älter8.7679835.0681.103116545574379 INSGESAMT123.95232.13942.59511.7822.04112.50618.4864.402 15 – 183.2323.2256..... 18 – 2513.0828.8782.445716234421390. 25 – 3011.3962.7693.2531.3882417112.94985 30 – 4530.1774.56810.4543.4617152.8907.0371.052 45 – 6537.0767.73815.6615.0237523.0184.444440 65 – 7515.6074.2717.9701.2131078981.046102 75 und älter14.4326.6665.9141.02976246324177 INSGESAMT125.00338.11545.70312.8292.1268.18316.1911.856 ALTER (VON ... BIS UNTER ... JAHREN) INSGE- SAMT HÖCHSTER BERUFLICHER ABSCHLUSS (PERSONEN IM ALTER VON 15 UND MEHR JAHREN) Anzahl Männer insgesamt Frauen *) Bei den Angaben zum Bildungsabschluss handelt es sich um Ergebnisse der Haushaltsstichprobe. Aus methodischen Gründen kann die Summe der einzelnen Teilbevölkerungsgruppen von der Einwohnerzahl (Bevölkerung insgesamt) abweichen. AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 63 noch Tabelle 31: HÖCHSTER BERUFLICHER BILDUNGSABSCHLUSS *) DER KARLSRUHER BEVÖLKERUNG AM 9. MAI 2011 NACH DEM ALTER (PERSONEN IM ALTER VON 15 UND MEHR JAHREN) ohne beruflichen Abschluss Lehre, Berufsausbil- dung (Duales System) Fachschul- abschluss Abschluss Fachakademie/ Berufs- akademie Fachhochschul- abschluss Hochschul- abschluss Promotion 15 – 1810098,30,21,5.... 18 – 2510069,919,73,81,21,93,5. 25 – 3010029,626,110,32,48,921,41,3 30 – 4510014,733,19,42,211,624,34,8 45 – 6510017,240,813,72,010,313,42,6 65 – 7510019,450,110,00,88,49,31,9 75 und älter10033,047,39,20,83,43,92,4 INSGESAMT10028,235,59,91,78,313,92,5 15 – 1810096,90,22,9.... 18 – 2510071,420,42,60,80,93,9. 25 – 3010034,623,88,52,611,417,31,8 30 – 4510014,331,67,42,013,525,36,0 45 – 6510013,539,413,81,912,514,84,0 65 – 7510010,249,012,51,011,612,33,4 75 und älter10011,257,812,61,36,26,54,3 INSGESAMT10025,934,49,51,610,114,93,6 15 – 1810099,80,2..... 18 – 2510067,918,75,51,83,23,0. 25 – 3010024,328,512,22,16,225,90,7 30 – 4510015,134,611,52,49,623,33,5 45 – 6510020,942,213,52,08,112,01,2 65 – 7510027,451,17,80,75,86,70,7 75 und älter10046,241,07,10,51,72,21,2 INSGESAMT10030,536,610,31,76,513,01,5 Männer Frauen insgesamt ALTER (VON ... BIS UNTER ... JAHREN) INSGE- SAMT HÖCHSTER BERUFLICHER ABSCHLUSS (PERSONEN IM ALTER VON 15 UND MEHR JAHREN) % *) Bei den Angaben zum Bildungsabschluss handelt es sich um Ergebnisse der Haushaltsstichprobe. Aus methodischen Gründen kann die Summe der einzelnen Teilbevölkerungsgruppen von der Einwohnerzahl (Bevölkerung insgesamt) abweichen. 64 | BEVÖLKERUNG UND ERWERBSTÄTIGKEIT | ERGEBNISSE DES ZENSUS 2011 5.3 STRUKTUR DER SCHULISCHEN UND BERUFLICHEN AUSBILDUNG VON PERSONEN MIT UND OHNE MIGRATIONS- HINTERGRUND Am Zensusstichtag 9. Mai 2011 setzte sich die Karlsruher Bevölkerung im Alter von 15 Jahren und älter aus 174.601 Personen ohne Migrationshintergrund (rund 70 %) und 74.354 Personen mit Migrationshintergrund (knapp 30 %) zusammen. Von den Personen mit Migrationshintergrund hatten 37.703, also etwas mehr als die Hälfte, die deutsche Staatsbürgerschaft, 36.651 waren Nichtdeutsche. Die bereits festgestellten vom Alter und vom Geschlecht abhängigen Unterschiede der Bevölkerung hinsichtlich der Struktur der schulischen und berufl ichen Bildung zeigen sich ebenfalls mit Blick auf die Herkunft der Menschen beziehungsweise ihren Migrationshintergrund. Unterschiede im Bildungsniveau der Karlsruherinnen und Karlsruher mit und ohne Migrationshintergrund zeigten sich vor allem im Anteil der Personen ohne beziehungsweise ohne anerkannten Schulabschluss. Nur 3,3 % der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund, aber 12 % der Migrantinnen und Migranten hatten 2011 keine schulische Ausbildung abgeschlossen. Besonders hoch lag der Anteil bei den Ausländerinnen und Ausländer mit eigener Migrationserfahrung, von denen 15,7 % keinen Schulabschluss vorweisen konnten (siehe Tabelle 32). Kaum Unterschiede gab es hingegen bei der Quote der Realschulabgängerinnen und Realschulabgänger und Abiturientinnen und Abiturienten. Der Prozentsatz derer, die einen Hauptschulabschluss besaßen, lag wiederum bei den Karlsruherinnen und Karlsruhern ohne Migrationshintergrund rund 7 Prozentpunkte über dem der Migrantinnen und Migranten. Die Bildung der Personen mit Migrationshintergrund stand in engem Zusammenhang damit, ob sie einen deutschen oder ausländischen Pass besaßen. Hatten 9 % der Deutschen mit Migrationshintergrund keinen Schulabschluss, so waren es bei den Ausländerinnen und Ausländern 15,2 %. Etwa ein Viertel der deutschen und nichtdeutschen Migrantinnen und Migranten hatten die Hauptschule absolviert, einen Realschulabschluss konnten gut 14 % der Personen mit ausländischem Pass und gut 26 % der Deutschen mit Migrationshintergrund vorweisen. Bemerkenswert ist der Anteil der Ausländerinnen und Ausländer mit Abitur. Ihr Anteil überstieg mit 37,7 % sogar den der Migrantinnen und Migranten mit deutschem Pass, von denen genau ein Drittel angegeben hatte, die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife zu besitzen. In den hohen Anteilen an Nichtdeutschen ohne Schulabschluss spiegeln sich noch immer die Gruppen von Gastarbeitern wider, die ab Mitte der 1950er Jahre nach Karlsruhe zugezogen waren und vielfach aus bildungsfernen Schichten kamen. Über 40 % der Ausländerinnen und Ausländer im Alter von 75 und mehr Jahren hatten 2011 keinen Schulabschluss (siehe Tabelle 33). Bei den Personen zwischen 65 und 75 Jahre waren es knapp ein Viertel, zwischen 45 und 65 Jahren immerhin noch knapp ein Fünftel. Auch bei den jüngeren Altersgruppen konnten jeweils rund 10 % der Nichtdeutschen keinen Schulabschluss vorweisen. Deutlich zeigt sich jedoch auch der Anstieg des Abiturientenanteils über die Altersklassen hinweg. Junge Ausländerinnen und Ausländer im Alter von 25 bis 30 Jahren hatten sogar etwas häufi ger die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife abgelegt als der Karlsruher Durchschnitt im selben Alter, was unter anderem mit der großen Anzahl ausländischer Studierender an den Karlsruher Hochschulen zusammenhängt (siehe Abbildung 29). AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 65 Tabelle 32: HÖCHSTER SCHULISCHER BILDUNGSABSCHLUSS IN KARLSRUHE AM 9. MAI 2011 NACH MIGRATIONSHINTERGRUND *) (PERSONEN IM ALTER VON 15 UND MEHR JAHREN) Ohne oder noch kein Schulabschluss 1) Haupt-/ Volksschul- abschluss Realschulab- schluss (Mittlere Reife) 2) Fachhochschul- reife Allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife (Abitur) Personen ohne Migrationshintergrund174.6015.80755.14035.94615.81561.893 Personen mit Migrationshintergrund74.3548.95917.99515.0505.97626.373 36.6515.5809.0625.1932.98213.834 29.9554.7127.3423.8052.29811.799 6.6968681.7201.3886842.036 Deutsche mit Migrationshintergrund37.7033.3798.9339.8572.99512.539 27.1822.4687.2177.2132.3527.932 10.5219111.7162.6456434.607 Deutsche mit beidseitigem Mi grationshintergrund 4.1443199521.1932021.477 Deutsche mit einseitigem Mi grationshintergrund 6.3765927631.4524403.130 248.95514.76673.13550.99621.79188.266 Personen ohne Migrationshintergrund1003,331,620,69,135,4 Personen mit Migrationshintergrund10012,024,220,28,035,5 10015,224,714,28,137,7 10015,724,512,77,739,4 10013,025,720,710,230,4 Deutsche mit Migrationshintergrund1009,023,726,17,933,3 1009,126,626,58,729,2 1008,716,325,16,143,8 Deutsche mit beidseitigem Mi grationshintergrund 1007,723,028,84,935,6 Deutsche mit einseitigem Mi grationshintergrund 1009,312,022,86,949,1 1005,929,420,58,835,5 INSGE- SAMT HÖCHSTER SCHULISCHER ABSCHLUSS (PERS. I. ALTER VON 15 UND MEHR JAHREN) Anzahl % MIGRATIONSHINTERGRUND/ MIGRATIONSERFAHRUNG davon: Ausländerinnen/Ausländer Ausländerinnen/Ausländer mit eigener Migrationserfahrung Ausländerinnen/Ausländer ohne eigene Migrationserfahrung Deutsche mit eigene r Migrationserfahrung Deutsche ohne eigene Migrationserfahrung Deutsche ohne eigene Migrationserfahrung INSGESAMT INSGESAMT davon: Ausländerinnen/Ausländer Ausländerinnen/Ausländer mit eigener Migrationserfahrung Ausländerinnen/Ausländer ohne eigene Migrationserfahrung Deutsche mit eigene r Migrationserfahrung *) Bei den Angaben zum Migrationshintergrund handelt es sich um Ergebnisse der Haushaltsstichprobe. Aus methodischen Gründen kann die Summe der einzelnen Teilbevölkerungsgruppen von der Einwohnerzahl (Bevölkerung insgesamt) abweichen. 1) Einschließlich noch in schulischer Ausbildung und Abschluss nachhöchstens 7 Jahren Schulbesuch (insbesondere Abschluss im Ausland). 2) Einschließlich Abschluss der Polytechnischen Oberschule oder gleichwertiger Abschluss. Einschließlich Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe. 66 | BEVÖLKERUNG UND ERWERBSTÄTIGKEIT | ERGEBNISSE DES ZENSUS 2011 Tabelle 33: HÖCHSTER SCHULABSCHLUSS DER AUSLÄNDERINNEN UND AUSLÄNDER IN KARLSRUHE AM 9. MAI 2011 NACH DEM ALTER (PERSONEN IM ALTER VON 15 UND MEHR JAHREN) Ohne oder noch kein Schulabschluss 1) Haupt-/Volksschul- abschluss Realschulabschluss (Mittlere Reife) 2) Fachhochschulreife Allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife (Abitur) 15 – 1876661314139.. 18 – 255.6655161.3188324012.599 25 – 304.7674144594695302.895 30 – 4512.4441.2072.7922.2531.1075.085 45 – 659.6181.8323.2991.2238062.458 65 – 752.16748590070138573 75 und älter1.223513280205.224 INSGESAMT36.6515.5809.0625.1932.98213.834 15 – 1810080,11,818,1.. 18 – 251009,123,314,77,145,9 25 – 301008,79,69,811,160,7 30 – 451009,722,418,18,940,9 45 – 6510019,134,312,78,425,6 65 – 7510022,441,53,26,426,5 75 und älter10041,922,916,8.18,4 INSGESAMT10015,224,714,28,137,7 % ALTER (VON ... BIS UNTER ... JAHREN) INSGESAMT HÖCHSTER SCHULABSCHLUSS (PERSONEN IM ALTER VON 15 UND MEHR JAHREN) Anzahl 1) Einschließlich noch in schulischer Ausbildung und Abschluss nachhöchstens 7 Jahren Schulbesuch (insbesondere Abschluss im Ausland). 2) Einschließlich Abschluss der Polytechnischen Oberschule oder gleichwertiger Abschluss. Einschließlich Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe. AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 67 Abbildung 29: HÖCHSTER SCHULABSCHLUSS DER AUSLÄNDERINNEN UND AUSLÄNDER IN KARLSRUHE AM 9. MAI 2011 NACH DEM ALTER (PERSONEN IM ALTER VON 15 UND MEHR JAHREN) Die geschlechterspezifi schen Unterschiede bei der Schulbildung waren 2011 bei den Menschen mit Migrationshintergrund weniger stark ausgeprägt als bei den Personen ohne Migrationserfahrung (siehe Abbildung 30). Zwar hatte auch bei den Menschen mit Migrationshintergrund ein höherer Teil der Frauen keinen Schulabschluss, bei den qualifi zierteren Abschlüssen, allen voran dem Abitur, waren die Männer und Frauen annähernd auf demselben Bildungsniveau. Bei der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund hingegen, die zwar bei beiden Geschlechtern einen wesentlich niedrigeren Anteil an Menschen ohne Abschluss aufwies, lagen die Frauen sowohl beim Abitur als auch beim Fachhochschulabschluss hinter den Männern zurück. Frauen ohne Migrationshintergrund besaßen öfter einen Haupt- oder Volksschulabschluss beziehungsweise einen Realschulabschluss. 80,1 9,1 8,7 9,7 19,1 22,4 41,9 1,8 23,3 9,6 22,4 34,3 41,5 22,9 18,1 14,7 9,8 18,1 12,7 3,2 16,8 7,1 11,1 8,9 8,4 6,4 45,9 60,7 40,9 25,6 26,5 18,4 0 %10 %20 %30 %40 %50 %60 %70 %80 %90 %100 % 15 – 18 18 – 25 25 – 30 30 – 45 45 – 65 65 – 75 75 und älter Ohne oder noch kein SchulabschlussHaupt-/Volksschulabschluss Realschulabschluss (Mittlere Reife)Fachhochschulreife Allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife (Abitur) 2) Alter von ... bis unter ... Jahren 1) Einschließlich noch in schulischer Ausbildung und Abschluss nach höchstens 7 Jahren Schulbesuch (insbesondere Abschluss im Ausland). 2) Einschließlich Abschluss der Polytechnischen Oberschule oder gleichwertiger Abschluss. Einschließlich Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe. 68 | BEVÖLKERUNG UND ERWERBSTÄTIGKEIT | ERGEBNISSE DES ZENSUS 2011 Abbildung 30: HÖCHSTER SCHULABSCHLUSS IN KARLSRUHE AM 9. MAI 2011 NACH DEM MIGRATIONSHINTERGRUND UND DEM GESCHLECHT (PERSONEN IM ALTER VON 15 UND MEHR JAHREN) Die bereits bei den Schulabschlüssen festgestellten Unterschiede zwischen Karlsruherinnen und Karlsruhern mit und ohne Migrationshintergrund lassen sich grundsätzlich auch bei den berufl ichen Ausbildungsabschlüssen wiederfi nden. Der häufi gste berufsbildende Abschluss der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund war 2011 die Lehre beziehungsweise Ausbildung im Dualen System. Knapp 15 % wiesen einen Hochschulabschluss auf, 12,1 % hatten eine Fachschule oder Fachakademie absolviert. Ohne berufl ichen Abschluss waren knapp 24 % der über 15-Jährigen ohne Migrationshintergrund. Beim Bevölkerungsteil mit Migrationshintergrund überwogen mit knapp 39 % diejenigen ohne berufl ichen Ausbildungsabschluss, wobei hierunter zahlreiche Studierende fallen, deren Abschluss noch bevorsteht, gefolgt vom Abschluss einer Lehre mit knapp 29 %. Etwas weniger als 13 % der Migrantinnen und Migranten in Karlsruhe hatten einen Hochschulabschluss (siehe Abbildung 31). 2) 3,0 9,9 3,6 14,3 29,0 25,8 34,1 22,5 16,8 19,6 24,2 20,9 12,4 8,9 5,8 7,2 38,8 35,8 32,2 35,2 0 % 10 % 20 % 30 % 40 % 50 % 60 % 70 % 80 % 90 % 100 % Männer ohne Migrationshintergrund Männer mit Migrationshintergrund Frauen ohne Migrationshintergrund Frauen mit Migrationshintergrund Ohne oder noch kein SchulabschlussHaupt-/Volksschulabschluss Realschulabschluss (Mittlere Reife)Fachhochschulreife Allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife (Abitur) 1) 1) Einschließlich noch in schulischer Ausbildung und Abschluss nach höchstens sieben Jahren Schulbesuch (insbesondere Abschluss im Ausland). 2) Einschließlich Abschluss der Polytechnischen Oberschule oder gleichwertiger Abschluss. Einschließlich Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe. AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 69 Abbildung 31: HÖCHSTER BERUFLICHER BILDUNGSABSCHLUSS IN KARLSRUHE AM 9. MAI 2011 NACH DEM MIGRATIONSHINTERGRUND (PERSONEN IM ALTER VON 15 UND MEHR JAHREN) Ebenso wie bei den schulischen Abschlüssen zeigten sich Unterschiede bei den berufl ichen Bildungsabschlüssen abhängig davon, ob die Migrantinnen und Migranten einen deutschen oder ausländischen Pass besaßen. Während rund 35 % der Deutschen mit Migrationshintergrund 2011 keine Berufsausbildung vorweisen konnten, waren es bei den Ausländerinnen und Ausländern mehr als 42 % (siehe Tabelle 34). Beim Abschluss einer Lehre lagen die Migrantinnen und Migranten mit deutschem Pass rund 10 Prozentpunkte oberhalb des Werts der Personen mit ausländischem Pass. Dass auch gut ausgebildete Bevölkerungsgruppen aus dem Ausland nach Karlsruhe zuzogen, beweist der Anteil von über 15 % mit Hochschulabschluss. Bei den Deutschen mit Migrationshintergrund liegt die Quote der Hochschulabsolventen nur bei gut 10 % (siehe Abbildung 32). 23,7 38,3 10,3 1,8 9,0 14,4 2,5 38,8 28,8 8,9 1,3 6,7 12,8 2,5 0 5 10 15 20 25 30 35 40 45 ohne beruflichen AbschlussFachschulabschlussFachhochschulabschlussPromotion Personen ohne Migrationshintergrund Personen mit Migrationshintergrund Abschluss Fachakademie/ Berufsakademie Hochschul- abschluss % Lehre, Berufsausbildung im Dualen System 70 | BEVÖLKERUNG UND ERWERBSTÄTIGKEIT | ERGEBNISSE DES ZENSUS 2011 Tabelle 34: HÖCHSTER BERUFLICHER BILDUNGSABSCHLUSS IN KARLSRUHE AM 9. MAI 2011 NACH DEM MIGRATIONSHINTERGRUND *) (PERSONEN IM ALTER VON 15 UND MEHR JAHREN) ohne beruflichen Abschluss Lehre, Berufsausbil- dung (Duales System) Fach- schul- abschluss Abschluss Fachakade- mie/Berufs- akademie Fachhoch- schul- abschluss Hochschul- abschluss Promotion Personen ohne Migrationshintergrund174.60141.38866.85717.9583.22015.67425.1304.374 Personen mit Migrationshintergrund74.35428.86621.4416.6539475.0149.5471.884 36.65115.6228.6722.7414332.5445.744894 29.95512.8676.4812.2864232.1575.023718 6.6962.7562.19145610387721176 Deutsche mit Migrationshintergrund37.70313.24412.7693.9125142.4713.803990 27.1828.41710.1073.3093751.8122.515647 10.5214.8272.6626031396581.288343 Deutsche mit beidseitigem Mi grationshintergrund 4.1442.0141.2952865910932357 Deutsche mit einseitigem Mi grationshintergrund 6.3762.8131.36731779549965286 248.95570.25588.29824.6114.16720.68834.6776.259 Personen ohne Migrationshintergrund10023,738,310,31,89,014,42,5 Personen mit Migrationshintergrund10038,828,88,91,36,712,82,5 100 10042,623,77,51,26,915,72,4 10043,021,67,61,47,216,82,4 10041,232,76,80,15,810,82,6 Deutsche mit Migrationshintergrund10035,133,910,41,46,610,12,6 10031,037,212,21,46,79,32,4 10045,925,35,71,36,312,23,3 Deutsche mit beidseitigem Mi grationshintergrund 10048,631,26,91,42,67,81,4 Deutsche mit einseitigem Mi grationshintergrund 10044,121,45,01,28,615,14,5 10028,235,59,91,78,313,92,5 MIGRATIONSHINTERGRUND/ MIGRATIONSERFAHRUNG INSGE- SAMT HÖCHSTER BERUFLICHER ABSCHLUSS (PERSONEN IM ALTER VON 15 U. MEHR JAHREN) Anzahl % davon: Ausländerinnen/Ausländer Ausländerinnen/Ausländer mit eigener Migrationserfahrung Ausländerinnen/Ausländer ohne eigene Migrationserfahrung Deutsche mit eigene r Migrationserfahrung Ausländerinnen/Ausländer ohne eigene Migrationserfahrung Deutsche mit eigene r Migrationserfahrung Deutsche ohne eigene Migrationserfahrung INSGESAMT Deutsche ohne eigene Migrationserfahrung INSGESAMT davon: Ausländerinnen/Ausländer Ausländerinnen/Ausländer mit eigener Migrationserfahrung *) Bei den Angaben zum Migrationshintergrund handelt es sich um Ergebnisse der Haushaltsstichprobe. Aus methodischen Gründen kann die Summe der einzelnen Teilbevölkerungsgruppen von der Einwohnerzahl (Bevölkerung insgesamt) abweichen. AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 71 Abbildung 32: HÖCHSTER BERUFLICHER BILDUNGSABSCHLUSS IN KARLSRUHE AM 9. MAI 2011 NACH DEM MIGRATIONSHINTERGRUND (PERSONEN IM ALTER VON 15 UND MEHR JAHREN) Beim Alter der Ausländerinnen und Ausländer zeigt sich, genauso wie bei den Schulabschlüssen, dass zu Beginn oft schlecht ausgebildete Bevölkerungsgruppen als Gastarbeiter nach Karlsruhe kamen. Mehr als die Hälfte der Menschen aus dem Ausland im Alter von 75 Jahren und darüber konnte 2011 keinen berufl ichen Abschluss nachweisen. Bei denjenigen zwischen 65 und 75 Jahren lag der Anteil bei gut 45 %. Bei Nichtdeutschen zwischen 45 und 65 Jahren war immerhin ein gutes Drittel ohne abgeschlossene Berufsausbildung (siehe Tabelle 35). Ausbildungen im Dualen System wurden in den mittleren Altersklassen zwischen 30 und 65 Jahren von jeweils knapp 30 % der Ausländerinnen und Ausländer abgeschlossen. Beim ausländischen Bevölkerungsteil unter 45 Jahren gewann der Hochschulabschluss vermehrt an Wichtigkeit. 35,1 33,9 10,4 1,4 6,6 10,1 2,6 42,6 23,7 7,5 1,2 6,9 15,7 2,4 0 5 10 15 20 25 30 35 40 45 ohne beruflichen AbschlussFachschulabschlussFachhochschulabschlussPromotion Deutsche mit Migrationshintergrund Ausländerinnen/Ausländer Abschluss Fachakademie/ Berufsakademie Hochschul- abschluss Lehre, Berufsausbildung im Dualen System % 72 | BEVÖLKERUNG UND ERWERBSTÄTIGKEIT | ERGEBNISSE DES ZENSUS 2011 Tabelle 35: HÖCHSTER BERUFLICHER BILDUNGSABSCHLUSS DER AUSLÄNDERINNEN UND AUSLÄNDER IN KARLSRUHE AM 9. MAI 2011 NACH DEM ALTER (PERSONEN IM ALTER VON 15 UND MEHR JAHREN) ohne beruflichen Abschluss Lehre, Berufsausbil- dung (Duales System) Fachschul- abschluss Abschluss Fachakademie/ Berufs- akademie Fachhochschul- abschluss Hochschul- abschluss Promotion 15 – 18766766...... 18 – 255.6653.93989228166165321. 25 – 304.7671.992773272563401.057277 30 – 4512.4443.6393.4378561919823.009330 45 – 659.6183.6432.7311.1811206751.096173 65 – 752.16797757057031719055 75 und älter1.223666269930657158 INSGESAMT36.65115.6228.6722.7414332.5445.744894 15 – 18100100...... 18 – 2510069,515,85,01,22,95,7. 25 – 3010041,816,25,71,27,122,25,8 30 – 4510029,227,66,91,57,924,22,7 45 – 6510037,928,412,31,37,011,41,8 65 – 7510045,126,32,60,014,68,82,6 75 und älter10054,522,07,60,05,35,84,8 INSGESAMT10042,623,77,51,26,915,72,4 % ALTER (VON ... BIS UNTER ... JAHREN) INSGE- SAMT HÖCHSTER BERUFLICHER ABSCHLUSS (PERSONEN IM ALTER VON 15 UND MEHR JAHREN) Anzahl AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 73 6. ERWERBSTÄTIGKEIT UND BETEILIGUNG AM ARBEITSMARKT Der Zensus 2011 stellt die einzige umfassende Datenquelle für fachlich und regional tief gegliederte Angaben zur Struktur der Erwerbstätigkeit der ortsansässigen Bevölkerung dar. Bei der Einteilung der erwerbsfähigen Personen folgt der Zensus den Festlegungen des Labour-Force-Konzepts der International Labour Organisation (ILO). Demzufolge gilt jede Person im erwerbsfähigen Alter ab 15 Jahren als erwerbstätig, die in einem einwöchigen Berichtszeitraum (9. bis 15. Mai 2011) mindestens eine Stunde lang gegen Entgelt oder im Rahmen einer selbstständigen oder mithelfenden Tätigkeit gearbeitet hat. Auch eine Person, die sich in einem formalen Arbeitsverhältnis befand, das diese im Berichtszeitraum nur vorübergehend nicht ausgeübt hat, gilt als erwerbstätig. 6.1 ERWERBSPERSONEN, ERWERBSTÄTIGE UND ERWERBSLOSE, ERWERBSSTATUS, ERWEBSPERSONEN- POTENTIAL Die Ergebnisse zum Themenbereich Erwerbstätigkeit werden nach dem sogenannten Erwerbspersonenkonzept ausgewiesen, welches die Bürgerinnen und Bürger in Erwerbspersonen und Nichterwerbspersonen unterteilt. Die Erwerbspersonen gliedern sich in Erwerbstätige und Erwerbslose. Personen, die zu den Erwerbslosen gezählt werden, gingen zum Zeitpunkt der Befragung keiner Erwerbstätigkeit nach, suchten aber aktiv nach einer Tätigkeit. Der zeitliche Umfang der gesuchten Tätigkeit war hierbei nicht ausschlaggebend. Nichterwerbspersonen hingegen sind Personen, die weder erwerbstätig noch erwerbslos sind, und zudem keine Erwerbstätigkeit suchen wie beispielsweise Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren, Rentner, Hausfrauen oder Hausmänner (siehe Abbildung 33). Tabelle 36: ERWERBSSTATUS 1) DER KARLSRUHER BEVÖLKERUNG AM 9. MAI 2011 Anzahl%Anzahl%Anzahl% 285.080100141.87049,8143.21050,2 160.43056,385.48060,374.94052,3 153.54095,781.35095,272.19096,3 6.8904,34.1304,82.7503,7 Erwerbslos, zuvor erwerbstätig5.7003,63.6404,32.0702,8 Erwerbslos, zuvor nie gearbeitet1.1900,7.... 124.65043,756.39039,768.27047,7 36.21029,017.79031,518.42027,0 54.56043,823.33041,431.23045,7 20.06016,112.06021,48.00011,7 6.3905,1..6.0908,9 7.4406,02.9205,24.5206,6 Sonstige Nichterwerbspersonen Personen unterhalb des Mindestalters (Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren) Empfänger/-innen von Ruhegehalt, Kapitalerträgen Schüler/-innen und Studierende (nicht erwerbsaktiv) Hausfrauen, Hausmänner Insgesamt Erwerbspersonen Erwerbstätige Erwerbslose männlich ERWERBSSTATUS weiblich INSGESAMT davon 1) Die Berechnung der Ergebnisse zum „Erwerbsstatus“ erfolgte durch kombinierte Erwerbsregisterauszählung und Hochrechnung der Daten aus der Haushaltsstichprobe. Daher weichen diese von anderen Ergebnissen ab. 74 | BEVÖLKERUNG UND ERWERBSTÄTIGKEIT | ERGEBNISSE DES ZENSUS 2011 Gut die Hälfte der Karlsruherinnen und Karlsruher zählte Anfang Mai 2011 zu den Erwerbspersonen (56,3 % der Bevölkerung oder 160.430 Personen) (siehe Tabelle 36). Von diesen waren 153.540 oder etwas mehr als 96 % erwerbstätig und 6.890 erwerbslos. Die Erwerbslosenquote lag somit bei 4,3 % aller Erwerbspersonen. Von den 124.650 Nichterwerbspersonen war ein knappes Drittel (29 %) jünger als 15 Jahre. Hausfrauen und Hausmänner stellten mit etwas mehr als 5 % nur einen kleinen Anteil der Nichterwerbspersonen dar. Die Zahl der nicht erwerbsaktiven Schülerinnen und Schüler oder Studierende belief sich auf 20.060 Personen oder 16,1 % aller Nichterwerbspersonen. Die größte Gruppe unter den Nichterwerbspersonen stellten 2011 mit 43,8 % die Männer und Frauen dar, die Ruhegehälter bezogen oder von Kapitalerträgen lebten (54.560 Personen). Abbildung 33: EINTEILUNG NACH DEM ERWERBSPERSONENKONZEPT Insgesamt 285.080 Erwerbspersonen 160.430 Nichterwerbspersonen 124.650 Erwerbstätige 153.540 Erwerbslose 6.890 Erwerbslose, zuvor erwerbstätig 5.700 Erwerbslose, zuvor nie gearbeitet 1.190 Personen im Alter unter 15 Jahren 36.210 Empfängerinnen und Empfänger von Ruhegehalt/Kapitalerträgen 54.560 Schülerinnen und Schüler, Studierende (nicht erwerbsaktiv) 20.060 Hausfrauen und Hausmänner 6.390 Sonstige 7.440 AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 75 6.2 ERWERBSTÄTIGE UND ERWERBSLOSE NACH GESCHLECHT, ALTER, STELLUNG IM BERUF Große Unterschiede zeigten sich hinsichtlich der Erwerbsbeteiligung bei Männern und Frauen. Während 57,3 % der Männer erwerbstätig waren, ging nur 50,4 % der Frauen einer Erwerbstätigkeit nach (siehe Abbildung 34). Allerdings hat die Erwerbsbeteiligung von Frauen seit 1987 deutlich zugenommen. Damals waren nur gut ein Drittel aller Frauen (34,8 %) erwerbstätig. Bei den Männern lag der Prozentsatz mit 58,9 % ähnlich hoch wie 2011. Der Anteil der Erwerbslosen war in beiden Jahren bei den Frauen niedriger als bei den Männern (siehe Abbildung 35). Aufgrund der unterschiedlichen Lebenserwartung von Männern und Frauen und der in älteren Jahrgängen höheren Frauenzahl war der Anteil der Ruhegehaltsempfangenden unter den Frauen höher. Abbildung 34: ERWERBSSTATUS DER KARLSRUHER BEVÖLKERUNG AM 9. MAI 2011 NACH DEM GESCHLECHT 57,3 50,4 2,9 1,9 12,5 12,9 16,4 21,8 8,5 5,64,3 2,1 3,2 0%10%20%30%40%50%60%70%80%90%100% männlich weiblich ErwerbstätigeErwerbslose Personen unterhalb des Mindestalters (15 Jahre)Empfänger/-innen von Ruhegehalt, Kapitalerträgen Schüler/-innen und Studierende (nicht erwerbsaktiv)Hausfrauen, Hausmänner Sonstige Erwerbspersonen Nichterwerbspersonen 76 | BEVÖLKERUNG UND ERWERBSTÄTIGKEIT | ERGEBNISSE DES ZENSUS 2011 Abbildung 35: ERWERBSTÄTIGENQUOTEN DER KARLSRUHER BEVÖLKERUNG 1987 UND 2011 NACH GESCHLECHT 39,7 41,1 47,7 62,3 57,3 54,4 50,4 34,8 2,9 4,5 1,9 2,9 0%10%20%30%40%50%60%70%80%90%100% Männer 2011 Männer 1987 Frauen 2011 Frauen 1987 NichterwerbspersonenErwerbstätigeErwerbslose AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 77 Der Anteil der Erwerbstätigen an der Bevölkerung insgesamt ist stark abhängig vom Alter. Bei den jüngeren Menschen steigt die Erwerbstätigenquote zunächst stark an. Sie stand 2011 bei der Bevölkerung im Alter von 20 bis 29 Jahren bei rund 70 %; bei den Frauen lag sie sogar leicht über dem Wert der gleichaltrigen Männer. In allen weiteren Altersklassen hingegen befand sich die Erwerbstätigenquote der Frauen unterhalb der der Männer. Den höchsten Anteil an Erwerbstätigen erreichten mit knapp 93 % die Männer im Alter zwischen 30 und 39 Jahren. Ab 60 Jahren nahm die Erwerbstätigenquote stark ab und erreichte insgesamt gut 36 % bei den 60- bis 69-Jährigen und immerhin noch gut 7 % bei den 70- bis 79-Jährigen Männer in diesen Altersklassen gingen häufi ger noch einer Erwerbstätigkeit nach als Frauen (siehe Abbildung 36). Da laut Defi nition jede Person im erwerbsfähigen Alter ab 15 Jahren als erwerbstätig gilt, die im einwöchigen Berichtszeitraum zwischen 9. und 15. Mai 2011 mindestens eine Stunde lang gearbeitet hatte, sind auch die verhältnismäßig hohen Erwerbstätigenquoten bei den jungen Menschen unter 30 Jahren und den Seniorinnen und Senioren jenseits des Renteneintrittsalters zu begründen. Denn somit werden als Erwerbstätige auch Schülerinnen und Schüler gezählt, die beispielsweise Zeitungen austragen, Studierende, die neben dem Studium einen Job haben oder Seniorinnen und Senioren, die noch einer eingeschränkten Erwerbstätigkeit nachgehen. Abbildung 36: ERWERBSTÄTIGENQUOTEN DER KARLSRUHER BEVÖLKERUNG 1987 UND 2011 NACH GESCHLECHT 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 Unter 10 10 – 1920 – 2930 – 3940 – 4950 – 5960 – 6970 – 79 80 und älter Erwerbstätige insgesamtMännerFrauen % Personen im Alter von ... bis ... Jahren 78 | BEVÖLKERUNG UND ERWERBSTÄTIGKEIT | ERGEBNISSE DES ZENSUS 2011 Betrachtet man die Erwerbstätigen in Karlsruhe nach ihrer Stellung im Beruf, so waren 125.480 Personen beziehungsweise etwa 8 von 10 Personen Angestellte oder Arbeiterinnen und Arbeiter. Gut 10.000 oder 6,6 % der erwerbstätigen Karlsruherinnen und Karlsruher waren verbeamtet, rund 9.800 waren Selbständige ohne weitere Beschäftigte (6,4 %). Weniger als 5 % führten ihre Firma als Selbständige mit Beschäftigten. Recht ausgewogen war der Anteil der Männer und Frauen bei den Angestellten und Arbeiterinnen und Arbeitern, während bei den Beamtinnen und Beamten die Frauen mit gut 55 % etwas überwogen. Sehr hoch lag der Männeranteil bei den Selbständigen mit und ohne Beschäftigte (71,6 % und 62,9 %) (siehe Tabelle 37). Anzahl%Anzahl%Anzahl% Angestellte, Arbeiter/-innen125.48081,765.09080,060.39083,7 Beamtinnen/Beamte10.2106,64.5805,65.6307,8 Selbständige mit Beschäftigten7.4604,95.3406,62.1202,9 Selbständige ohne Beschäftigte9.8406,46.1907,63.6405,0 Mithelfende Familienangehörige...... INSGESAMT153.54010081.35010072.190100 STELLUNG IM BERUF INSGESAMT davon männlichweiblich Tabelle 37: ERWERBSTÄTIGE IN KARLSRUHE NACH DER STELLUNG IM BERUF AM 9. MAI 2011 Der überwiegende Teil der Karlsruher Erwerbstätigen, 81,5% oder über 125.000 Personen, war im Mai 2011 im Dienstleistungsbereich beschäftigt, wozu unter anderem die Bereiche Handel, Versicherungen, Verkehr und Logistik, aber auch das Hotel- und Gaststättengewerbe und der Öffentliche Dienst gehören. Weniger als jeder Fünfte Erwerbstätige (18,3 % oder 28.110 Personen) arbeitete im produzierenden Gewerbe, dem das Verarbeitende Gewerbe, aber auch das Handwerk, das Baugewerbe sowie die Energie- und Wasserversorgung zugerechnet werden. Ein verschwindend kleiner Teil der Erwerbstätigen entfi el auf den Wirtschaftssektor Land-/Forstwirtschaft und Fischerei; aus Datenschutzgründen können keine Werte für diesen Bereich ausgewiesen werden (siehe Tabelle 38). Eine genauere Betrachtung der Wirtschaftsunterbereiche zeigt deutliche Schwerpunkte der Ausrichtung der Karlsruher Wirtschaft. Mit über 10.000 Beschäftigten (6,5 %) nahm die öffentliche Verwaltung in Karlsruhe einen hohen Stellenwert ein. Auch die Bereiche Handel, Gastgewerbe und Verkehr, IuK waren mit rund 28 % der Erwerbstätigen gut vertreten. Zum Teil deutliche Unterschiede legte die Betrachtung nach dem Geschlecht offen. Von allen erwerbstätigen Frauen waren über 90 % im Dienstleistungssektor tätig, wohingegen der Anteil bei den Männern in diesem Bereich mit gut 70 % merklich niedriger ausfi el. Umgekehrt war das Verhältnis im produzierenden Gewerbe. Von allen Männern arbeiteten 26,2%, von den Frauen nur 9,4% in diesem Wirtschaftsbereich. AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 79 Anzahl%Anzahl%Anzahl% Land- und Forstwirtschaft, Fischerei...... Produzierendes Gewerbe28.11018,321.30026,26.8009,4 Bergbau und Verarbeitendes Gewerbe18.34011,913.24016,35.0907,1 Energie-/Wasserversorgung, Abfallentsorgung2.7701,82.0602,57101,0 Baugewerbe7.0004,66.0007,41.0001,4 43.20028,125.59031,517.61024,4 Handel, Reparatur von KFZ, Gastgewerbe22.98015,010.89013,412.09016,7 Verkehr und Lagerei, Kommunikation20.22013,214.70018,15.5207,6 81.88053,334.25042,147.64066,0 Finanz- und Versicherungsdienstleistungen5.6303,72.4903,13.1404,3 Grundstücks-/Wohnungswesen, wirtschaftliche Dienstleistungen 23.95015,613.08016,110.87015,1 Öffentliche Verwaltung und ähnliche10.0506,54.7605,95.2807,3 Öffentliche und private Dienstleistungen (ohne öffentliche Verwaltung) 42.25027,513.91017,128.34039,3 153.54010081.35010072.190100 Handel, Gastgewerbe und Verkehr; IuK Sonstige Dienstleistungen WIRTSCHAFTSZWEIG/ WIRTSCHAFTSUNTERBEREICH INSGESAMT INSGESAMT davon männlichweiblich Tabelle 38: DIE KARLSRUHER ERWERBSTÄTIGEN NACH WIRTSCHAFTSZWEIGEN UND GESCHLECHT AM 9. MAI 2011 Auch die Stellung im Beruf ist ein Indikator für die Ausrichtung der vor Ort ansässigen Wirtschaft. Typisch für den Hochschul- und Forschungsstandort Karlsruhe ist der hohe Anteil an Akademikern. Anfang Mai 2011 war ein knappes Drittel aller Erwerbstätigen in der Fächerstadt in einem akademischen Beruf tätig (44.490 Personen). Die Qualifi kationsstufe „Techniker und gleichrangige nichttechnische Berufe“ wiesen knapp 20 % aller Erwerbstätigen oder 28.450 Personen auf. Jeweils um die 20.000 Beschäftigte gaben an, als Bürokräfte oder in Dienstleistungsberufen beziehungsweise im Verkauf zu arbeiten (13,9 % und 13,1 % aller Erwerbstätigen) (siehe Tabelle 39). Bei den Männern lag der Anteil der akademisch ausgerichteten Berufe und der Führungskräfte mit zusammen gut 40 % höher als bei den Frauen (zusammen knapp 30 % aller Erwerbstätigen). Auf der anderen Seite war der Frauenanteil bei den Dienstleistungsberufen und Bürokräften in beiden Bereichen um rund 10 Prozentpunkte höher (siehe Abbildung 37). 80 | BEVÖLKERUNG UND ERWERBSTÄTIGKEIT | ERGEBNISSE DES ZENSUS 2011 Tabelle 39: DIE KARLSRUHER ERWERBSTÄTIGEN NACH DER QUALIFIKATION DER STELLUNG IM BERUF AM 9. MAI 2011 Anzahl%Anzahl%Anzahl% Führungskräfte7.9505,35.5607,12.3903,4 Akademische Berufe44.49029,826.12033,118.38026,0 Techniker und gleichrangige nichttechnische Berufe28.45019,014.14017,914.31020,3 Bürokräfte und verwandte Berufe20.79013,96.7908,614.00019,8 Dienstleistungsberufe und Verkäufer19.58013,17.0308,912.55017,8 Fachkräfte in Land-/Forstwirtschaft und Fischerei...... Handwerks- und verwandte Berufe10.4807,09.19011,71.2901,8 Bediener von Anlagen/Maschinen und Montageberufe6.3404,25.4406,9.. Hilfsarbeitskräfte10.4907,03.7504,86.7409,6 Angehörige der regulären Streitkräfte...... INSGESAMT149.40010078.84010070.560100 STELLUNG IM BERUF/QUALIFIKATION INSGESAMT davon männlichweiblich Abbildung 37: DIE KARLSRUHER BEVÖLKERUNG NACH DER QUALIFIKATION DER STELLUNG IM BERUF AM 9. MAI 2011 NACH GESCHLECHT 7,1 33,1 17,9 8,6 8,9 11,7 6,9 4,8 MännerFrauen 3,4 26,0 20,3 19,8 17,8 1,8 9,6 Führungskräfte Akademische Berufe Techniker und gleichrangige nichttechnische Berufe Bürokräfte und verwandte Berufe Dienstleistungsberufe und Verkäufer Handwerks- und verwandte Berufe Bediener von Anlagen/Maschinen und Montageberufe Hilfsarbeitskräfte AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 81 6.3 ERWERBSBETEILIGUNG NACH SCHULBILDUNG UND BERUFLICHEM ABSCHLUSS Das Qualifi kationsniveau beziehungsweise die Anforderung des ausgeübten Berufs steht in direktem Zusammenhang mit der Ausbildung der Arbeitskräfte. Gut zwei Drittel der Karlsruherinnen und Karlsruher, die als Hilfsarbeiter tätig waren, hatten (noch) keinen Schulabschluss oder einen Haupt- oder Volksschulabschluss. Personen mit einer einfachen Schulbildung fanden sich überwiegend in Berufen mit einfacheren Tätigkeiten wie beispielsweise in der Montage oder bei der Bedienung von Maschinen. Mit zunehmendem Anforderungsprofi l an die berufl iche Tätigkeit steigt auch die Höhe der Schulbildung, so dass bei den akademischen Berufen, aber auch bei den Führungskräften die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife der überwiegende Schulabschluss war (siehe Abbildung 38). Auch bei der berufl ichen Ausbildung zeigt sich, dass mit steigendem Anforderungsniveau an den ausgeübten Beruf ein größerer Wert auf höherqualifi zierte Ausbildung gelegt wird. Während Personen, die keinen berufl ichen Abschluss aufweisen konnten, in den überwiegenden Fällen als Hilfsarbeitskräfte eingesetzt wurden, so hatten bereits bei den Bedienern von Anlagen oder Maschinen über 60 % der Erwerbstätigen eine entsprechende Lehre oder Ausbildung absolviert. Fachschulen und Berufsakademien hatten besonders bei Technikern oder gleichrangigen nichttechnischen Berufen einen hohen Stellenwert. Während akademische Berufe in der Regel einen Fachhochschul- oder Hochschulabschluss erforderten, waren bei den Führungskräften auch viele Menschen mit einer abgeschlossenen Lehre zu fi nden. Dies dürften in vielen Fällen Handwerker sein, die einen eigenen Betrieb führen (siehe Abbildung 39). Abbildung 38: QUALIFIKATIONSNIVEAUS DER BERUFE IN KARLSRUHE AM 9. MAI 2011 NACH DEM HÖCHSTEN SCHULABSCHLUSS 14,3 17,6 24,3 39,2 49,6 55,7 48,7 26,4 6,4 33,2 30,4 29,3 28,1 26,7 21,6 11,4 15,6 9,8 7,9 43,9 80,7 32,4 34,3 21,0 11,8 10,8 0 %10 %20 %30 %40 %50 %60 %70 %80 %90 %100 % Führungskräfte Akademische Berufe Techniker und gleichrangige nichttechnische Berufe Bürokräfte und verwandte Berufe Dienstleistungsberufe und Verkäufer Handwerks- und verwandte Berufe Bediener von Anlagen/Maschinen und Montageberufe Hilfsarbeitskräfte ohne oder noch kein SchulabschlussHaupt-/Volksschulabschluss Mittlerer Schulabschluss und gymnasiale OberstufeFachhochschulreife Allgemeine/fachgebundene Hochschulreife (Abitur) 82 | BEVÖLKERUNG UND ERWERBSTÄTIGKEIT | ERGEBNISSE DES ZENSUS 2011 Abbildung 39: QUALIFIKATIONSNIVEAUS DER BERUFE IN KARLSRUHE AM 9. MAI 2011 NACH DEM HÖCHSTEN BERUFLICHEN ABSCHLUSS 8,3 11,6 21,2 33,2 24,0 32,6 50,7 30,2 7,1 41,7 53,0 49,0 63,0 54,4 34,6 6,0 25,1 10,1 8,2 2,7 18,5 20,4 10,4 27,3 45,3 7,1 7,9 5,6 10,1 0 %10 %20 %30 %40 %50 %60 %70 %80 %90 %100 % Führungskräfte Akademische Berufe Techniker und gleichrangige nichttechnische Berufe Bürokräfte und verwandte Berufe Dienstleistungsberufe und Verkäufer Handwerks- und verwandte Berufe Bediener von Anlagen/Maschinen und Montageberufe Hilfsarbeitskräfte Ohne beruflichen AbschlussLehre, Berufsausbildung im dualen System FachschulabschlussAbschluss einer Fachakademie oder Berufsakademie FachhochschulabschlussHochschulabschluss Promotion AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 83 6.4 ERWERBSTÄTIGKEIT VON DEUTSCHEN UND PERSONEN MIT MIGRATIONSHINTERGRUND Der Anteil der Erwerbstätigen an allen Erwerbspersonen lag bei den Karlsruherinnen und Karlsruhern mit Migrationshintergrund gut 3 Prozentpunkte niedriger als bei denen ohne Migrationshintergrund (93,3 % im Vergleich zu 96 %), während der Erwerbslosenanteil bei den Migrantinnen und Migranten erhöht war. Mehr als 3.300 Personen mit Migrationshintergrund suchten im Mai 2011 in Karlsruhe eine Arbeit, das waren 44 % aller Erwerbslosen. Deutlicher waren die Unterschiede zwischen Nichtdeutschen und Deutschen mit Migrationshintergrund. Der Anteil der Erwerbstätigen an allen Erwerbspersonen lag bei den Deutschen mit Migrationshintergrund bei 95,1 % und damit rund 4 Prozentpunkte höher als bei den Nichtdeutschen (91,2 %). Der Erwerbslosenanteil lag bei den Ausländerinnen und Ausländern mit 8,8 % deutlich über dem Wert der Deutschen mit Migrationshintergrund (4,9 %) (siehe Tabelle 40). Erwerbstätige mit Migrationshintergrund waren zu 86,3 % als Angestellte oder Arbeiterinnen und Arbeiter tätig. Der Prozentsatz bei den Deutschen ohne Migrationshintergrund betrug demgegenüber nur 78,7 %. Die Selbstständigenquoten waren bei beiden Bevölkerungsgruppen annähernd gleich hoch (12,4 % bei den Deutschen ohne Migrationshintergrund und 10,8 % bei den Personen mit Migrationshintergrund). Knapp 5.000 Migrantinnen und Migranten waren selbstständig mit und ohne Beschäftigte, deren Anteil an allen Selbstständigen betrug 28 % (siehe Tabelle 41 und Abbildung 40). 84 | BEVÖLKERUNG UND ERWERBSTÄTIGKEIT | ERGEBNISSE DES ZENSUS 2011 Tabelle 40: ERWERBSTÄTIGE NACH IHREM MIGRATIONSHINTERGRUND *) IN KARLSRUHE AM 9. MAI 2011 INSGESAMT ERWERBS- PERSONEN ERWERBS- TÄTIGE ERWERBSLOSE NICHTERWERBS- PERSONEN Personen ohne Migrationshintergrund198.130107.590103.3304.26090.540 Personen mit Migrationshintergrund86.95049.39046.0703.32037.560 davon: Ausländerinnen/Ausländer39.62023.35021.3002.05016.270 Ausländerinnen/Ausländer mit ei gener Migrationserfahrung 30.60018.64017.0101.63011.960 Ausländerinnen/ Ausländer ohne ei gene Migrationserfahrung 9.0204.7004.290.4.320 47.33026.05024.7701.27021.290 Deutsche mit eigene r Migrationserfahrung 27.77018.35017.4309209.420 Deutsche ohne eigene Mi grationserfahrung 19.5607.7007.340.11.870 Deutsche mit beidseitigem Mi grationshintergrund 9.5702.8402.730.6.730 Deutsche mit einseitigem Mi grationshintergrund 9.9904.8604.610.5.130 Personen ohne Migrationshintergrund10054,396,04,045,7 Personen mit Migrationshintergrund10056,893,36,743,2 davon: Ausländerinnen/Ausländer10058,991,28,841,1 Ausländerinnen/Ausländer mit ei gener Migrationserfahrung 10060,991,38,739,1 Ausländerinnen/ Ausländer ohne ei gene Migrationserfahrung 10052,191,3.47,9 10055,095,14,945,0 Deutsche mit eigene r Migrationserfahrung 10066,195,05,033,9 Deutsche ohne eigene Mi grationserfahrung 10039,495,3.60,7 Deutsche mit beidseitigem Mi grationshintergrund 10029,796,1.70,3 Deutsche mit einseitigem Mi grationshintergrund 10048,694,9.51,4 Anzahl % Deutsche mit Migrationshintergrund MIGRATIONSHINTERGRUND/ MIGRATIONSERFAHRUNG Deutsche mit Migrationshintergrund *) Bei den Angaben zum Migrationshintergrund handelt es sich um Ergebnisse der Haushaltsstichprobe. Aus methodischen Gründen kann die Summe der einzelnen Teilbevölkerungsgruppen von der Einwohnerzahl (Bevölkerung insgesamt) abweichen. AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 85 Tabelle 41: ERWERBSTÄTIGE PERSONEN NACH MIGRATIONSHINTERGRUND UND STELLUNG IM BERUF IN KARLSRUHE AM 9. MAI 2011 Abbildung 40: ERWERBSTÄTIGE PERSONEN NACH MIGRATIONSHINTERGRUND UND STELLUNG IM BERUF IN KARLSRUHE AM 9. MAI 2011 67,2 89,4 73,7 70,6 32,8 10,6 26,1 29,4 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 Angestellte/Arbeiterinnen und Arbeiter Beamtinnen/BeamteSelbstständige mit Beschäftigten Selbstständige ohne Beschäftigte Personen ohne MigrationshintergrundPersonen mit Migrationshintergrund % Angestellte/Arbeiterinnen und Arbeiter121.04081.30039.740 Beamtinnen/Beamte10.0008.940. Selbstständige mit Beschäftigten7.5805.5901.980 Selbstständige ohne Beschäftigte10.2307.2203.010 Mithelfende Familienangehörige... INSGESAMT149.400103.33046.070 Angestellte/Arbeiterinnen und Arbeiter81,078,786,3 Beamtinnen/Beamte6,78,7. Selbstständige mit Beschäftigten5,15,44,3 Selbstständige ohne Beschäftigte6,87,06,5 Mithelfende Familienangehörige... INSGESAMT100100100 PERSONEN MIT MIGRATIONSHINTERGRUND INSGESAMT Anzahl % STELLUNG IM BERUF PERSONEN OHNE MIGRATIONSHINTERGRUND 86 | BEVÖLKERUNG UND ERWERBSTÄTIGKEIT | ERGEBNISSE DES ZENSUS 2011 7. A N H A N G 7.1 TA B E L L E N V E R Z E I C H N IS Seite Tabelle 1 ............................................................................ 07 Tabelle 2 ............................................................................ 09 Tabelle 3 ............................................................................ 11 Tabelle 4 ............................................................................ 14 Tabelle 5 ............................................................................ 16 Tabelle 6 ............................................................................ 18 Tabelle 7 ............................................................................ 23 Tabelle 8 ............................................................................ 25 Tabelle 9 ............................................................................ 26 Tabelle 10 .......................................................................... 26 Tabelle 11 .......................................................................... 28 Tabelle 12 .......................................................................... 29 Tabelle 13 .......................................................................... 30 Tabelle 14 .......................................................................... 32 Tabelle 15 .......................................................................... 34 Tabelle 16 .......................................................................... 34 Tabelle 17 .......................................................................... 34 Tabelle 18 .......................................................................... 39 Tabelle 19 .......................................................................... 40 Tabelle 20 .......................................................................... 43 Tabelle 21 .......................................................................... 44 Tabelle 22 .......................................................................... 45 Tabelle 23 .......................................................................... 46 Tabelle 24 .......................................................................... 47 Tabelle 25 .......................................................................... 47 Tabelle 26 .......................................................................... 49 Tabelle 27 .......................................................................... 52 Tabelle 28 .......................................................................... 54 Tabelle 29 .......................................................................... 55 Tabelle 30 .......................................................................... 57 Tabelle 31 .......................................................................... 62 Tabelle 32 .......................................................................... 65 Tabelle 33 .......................................................................... 66 Tabelle 34 .......................................................................... 70 Tabelle 35 .......................................................................... 72 Tabelle 36 .......................................................................... 73 Tabelle 37 .......................................................................... 78 Tabelle 38 .......................................................................... 79 Tabelle 39 .......................................................................... 80 Tabelle 40 .......................................................................... 84 Tabelle 41 .......................................................................... 85 7.2 ABBILDUNGSVERZEICHNIS Seite Abbildung 1 ....................................................................... 10 Abbildung 2 ....................................................................... 12 Abbildung 3 ....................................................................... 13 Abbildung 4 ....................................................................... 15 Abbildung 5 ....................................................................... 20 Abbildung 6 ....................................................................... 21 Abbildung 7 ....................................................................... 22 Abbildung 8 ....................................................................... 24 Abbildung 9 ....................................................................... 27 Abbildung 10 ..................................................................... 29 Abbildung 11 ..................................................................... 38 Abbildung 12 ..................................................................... 35 Abbildung 13 ..................................................................... 37 Abbildung 14 ..................................................................... 38 Abbildung 15 ..................................................................... 41 Abbildung 16 ..................................................................... 42 Abbildung 17 ..................................................................... 44 Abbildung 18 ..................................................................... 48 Abbildung 19 ..................................................................... 50 Abbildung 20 ..................................................................... 51 Abbildung 21 ..................................................................... 51 Abbildung 22 ..................................................................... 53 Abbildung 23 ..................................................................... 56 Abbildung 24 ..................................................................... 57 Abbildung 25 ..................................................................... 58 Abbildung 26 ..................................................................... 59 Abbildung 27 ..................................................................... 60 Abbildung 28 ..................................................................... 61 Abbildung 29 ..................................................................... 67 Abbildung 30 ..................................................................... 68 Abbildung 31 ..................................................................... 69 Abbildung 32 ..................................................................... 71 Abbildung 33 ..................................................................... 74 Abbildung 34 ..................................................................... 75 Abbildung 35 ..................................................................... 76 Abbildung 36 ..................................................................... 77 Abbildung 37 ..................................................................... 80 Abbildung 38 ..................................................................... 81 Abbildung 39 ..................................................................... 82 Abbildung 40 ..................................................................... 85 AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 87 7. 3 G LOSSA R Alleinerziehende Mutter/alleinerziehender Vater Eine alleinerziehende Mutter oder ein alleinerziehender Vater ist ein Elternteil ohne Partner/-in mit mindestens einem Kind innerhalb eines privaten Haushalts. Alter Das Alter der Person bezeichnet das vollendete Lebensjahr zum Stichtag 9. Mai 2011. Das Alter einer Person kann in Altersgruppen oder Altersklassen gegliedert werden. Anschriften- und Gebäuderegister Das Anschriften- und Gebäuderegister (AGR) bildet die Grundlage für den Zensus 2011. Es wird zentral beim Statistischen Bundesamt geführt, die Statistischen Ämter der Länder sind für die Bearbeitung der Datensätze aus ihrem Zuständigkeitsbereich verantwortlich. Das Register enthält Informationen darüber, welche Gebäude Wohnraum aufweisen und welche nicht. Auf dieser Grundlage wurden zufällig die Anschriften ausgewählt, an denen Einwohnerinnen und Einwohner beim Zensus 2011 ergänzend befragt werden (im Rahmen der „Haushaltsstichprobe“ beziehungsweise „Haushaltebefragung auf Stichprobenbasis“). Das AGR wurde ab 2008 aufgebaut. Dafür wurden Informationen von Einwohnermeldeämtern, der Bundesagentur für Arbeit und der Vermessungsbehörden ausgewertet. Aufenthaltsdauer Siehe „Migrationshintergrund nach Aufenthaltsdauer“. Auskunftspfl ichtige (Formulierung laut Fragebogen) Im Rahmen der Haushaltsstichprobe des Zensus 2011 wurden etwa 10 % der Bevölkerung an zuvor zufällig ausgewählten Anschriften befragt. Die Auskunftspfl icht ergibt sich aus § 18 Absatz 3 Zensusgesetz (ZensG) 2011 in Verbindung mit § 15 Absatz 1 Bundesstatistikgesetz (BstatG). Danach sind alle Volljährigen oder einen eigenen Haushalt führenden Minderjährigen, jeweils auch für minderjährige Haushaltsmitglieder, die unter die unter den ausgewählten Anschriften wohnen, auskunftspfl ichtig. Für volljährige Haushaltsmitglieder, die nicht selbst Auskunft geben können, ist jedes andere auskunftspfl ichtige Haushaltsmitglied auskunftspfl ichtig. Die Auskunftspfl icht über Minderjährige oder Personen, die nicht selbst Auskunft geben können, erstreckt sich nur auf die Daten, die der auskunftspfl ichtigen Person bekannt sind. Ausländerinnen/Ausländer Ausländerinnen und Ausländer sind Personen, die nicht die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. Berichtstagsbezogenheit der Merkmale Der Stichtag des Zensus 2011 ist der 9. Mai 2011. Alle Angaben beziehen sich auf den Stand des Stichtages. Das heißt, alle Ergebnisse zeigen eine Momentaufnahme zu genau diesem Termin. Beruf Dieses Merkmal gibt die tatsächlich ausgeübte Tätigkeit einer erwerbstätigen Person im Alter von 15 Jahren und älter an. Der Beruf einer Person kann auf Basis von drei unterschiedlichen Abgrenzungen betrachtet werden.  Bereiche KldB 2010 Der Auswertung wird dabei die aktuelle Klassifi kation der Berufe 2010 (KldB 2010) zugrunde gelegt. Dargestellt wird hier der Berufsbereich (1-Steller der Klassifi kation). Ausprägungen:  Militär  Land-, Forst- und Tierwirtschaft und Gartenbau  Rohstoffgewinnung, Produktion und Fertigung  Bau, Architektur, Vermessung und Gebäudetechnik  Naturwissenschaft, Geografi e und Informatik  Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit  Verkauf, Vertrieb und Tourismus (Kaufmännische  Dienstleistungen, Warenhandel, Vertrieb, Hotel und Tourismus)  Unternehmensorganisation, Recht und Verwaltung (Unternehmensorganisation, Buchhaltung, Recht und Verwaltung)  Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung  Geisteswissenschaften, Kultur und Gestaltung (Sprach-, Literatur-, Geistes-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medien, Kunst, Kultur und Gestaltung) 88 | BEVÖLKERUNG UND ERWERBSTÄTIGKEIT | ERGEBNISSE DES ZENSUS 2011  Hauptgruppen ISCO-08  Der Auswertung wird dabei die aktuelle internationale Standardklassifi kation der Berufe von 2008 (ISCO-08) zugrunde gelegt. Der Auswertung wird dabei die aktuelle internationale Standardklassifi kation der Berufe von 2008 (ISCO- 08) zugrunde gelegt. Dargestellt wird hier die Berufshauptgruppe (1-Steller der Klassifi kation).  Die ISCO-08 unterscheidet sich strukturell von der nationalen Berufsklassifi kation KldB 2010. Während die KldB 2010 nationale Besonderheiten besser berücksichtigt, ermöglicht die Auswertung nach der ISCO-08 eine internationale Vergleichbarkeit und bietet einen anderen Blickwinkel auf die Struktur der ausgeübten Tätigkeiten. Die Auswertung der Berufshauptgruppe (1-Steller) nach der ISCO-08 zählt darüber hinaus zu den nachzuweisenden EU- Pfl ichtmerkmalen. Ausprägungen:  Angehörige der regulären Streitkräfte  Führungskräfte  Akademische Berufe  Techniker und gleichrangige nichttechnische Berufe  Bürokräfte und verwandte Berufe  Dienstleistungsberufe und Verkäufer  Fachkräfte in Land-/Forstwirtschaft und Fischerei  Handwerks- und verwandte Berufe  Bediener von Anlagen/Maschinen und Montageberufe  Hilfsarbeitskräfte Berufl icher Abschluss siehe „höchster berufl icher Abschluss (ausführlich)“. Demografi e Die Demografi e, welche auch als Bevölkerungswissenschaft bezeichnet wird, befasst sich mit der Beschreibung und Analyse von Bevölkerungsstrukturen und deren Veränderungen. Das heißt, sie erfasst zum Beispiel die Alters- und Geschlechtsstruktur einer Bevölkerung, untersucht das Wanderungsgeschehen, die Sterblichkeitsverhältnisse und das Fertilitätsverhalten einer Bevölkerung und betrachtet dabei die Veränderung einer Bevölkerung nach deren Gesamtzahl und Altersstruktur. Im Rahmen des Zensus 2011 werden demografi sche Strukturen insbesondere in den Teilgebieten Alter, Geschlecht und Staatsangehörigkeit abgebildet. Einpersonenhaushalt Ein Einpersonenhaushalt bezeichnet einen privaten Haushalt mit einer allein lebenden Person. Einwohnerzahl Der Zensus 2011 stellt die Einwohnerzahlen des Bundes, der Länder und der Gemeinden fest – sie sind das wichtigste Ergebnis beim Zensus. Zahlreiche Rechtsvorschriften in Deutschland beziehen sich direkt auf die amtlichen Einwohnerzahlen. Sie sind entscheidend für Ausgleichszahlungen zwischen den Ländern („Länderfi nanzausgleich“), für den kommunalen Finanzausgleich, bei der Einteilung der Wahlkreise oder für die Bestimmung der Stimmenzahl der Länder im Bundesrat. Ermittelt wird die Anzahl der Personen mit Hauptwohnsitz in den jeweiligen administrativen Einheiten Deutschlands. Erwerbsstatistisches Register Für Fragen der Erwerbstätigkeit gibt es in Deutschland Verwaltungsdaten bei der Bundesagentur für Arbeit (für sozialversicherungspfl ichtig Beschäftigte, Arbeitslose und Arbeitsuchende) sowie bei den öffentlichen Arbeitgebern (für Beamte, Richter und Soldaten). Aus diesen Registern werden nach den Regelungen des ZensG 2011 neben den reinen Zahlen der Erwerbstätigen noch weitere Merkmale wie zum Beispiel der Wirtschafts- oder Aufgabenbereich und der Arbeitsort für den Zensus 2011 ausgewertet. Für Selbstständige und anderweitig erwerbstätige Personen, wie mithelfende Familienangehörige, sind keine Register vorhanden. Um die Erwerbsdaten dieser Personen zu erhalten, wurde eine Haushaltebefragung auf Stichprobenbasis durchgeführt. Erwerbsstatus Die Grundlage für dieses Merkmal ist das Labour-Force- Konzept der International Labour Organisation (ILO). AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 89  Erwerbspersonen  Erwerbstätige (erwerbstätig im Sinne der ILO- Defi nition ist jede Person im erwerbsfähigen Alter ab 15 Jahren, die in einem einwöchigen Berichtszeitraum (9. bis 15. Mai 2011) mindestens eine Stunde lang gegen Entgelt oder im Rahmen einer selbstständigen oder mithelfenden Tätigkeit gearbeitet hat. Auch eine Person, die sich in einem formalen Arbeitsverhältnis befi ndet, das diese im Berichtszeitraum nur vorübergehend nicht ausgeübt hat, gilt als erwerbstätig).  Erwerbslose (als erwerbslos gilt im Sinne der durch die EU konkretisierten ILO-Abgrenzung jede Person im erwerbsfähigen Alter ab 15 Jahren, die im Berichtszeitraum (9. bis 15. Mai 2011) nicht erwerbstätig war, aber in den letzten vier Wochen vor der Befragung aktiv nach einer Tätigkeit gesucht hat. Auf den zeitlichen Umfang der gesuchten Tätigkeit kommt es nicht an. Eine neue Arbeit muss innerhalb von zwei Wochen aufgenommen werden können. Die Einschaltung einer Agentur für Arbeit oder eines kommunalen Trägers in die Suchbemühungen ist nicht erforderlich.  Nichterwerbspersonen (Personen, die weder erwerbstätig noch erwerbslos sind, gelten als Nichterwerbspersonen).  Personen unterhalb des Mindestalters.  Empfängerinnen und Empfänger von Ruhegehalt/ Kapitalerträgen.  Schülerinnen, Schüler und Studierende (nicht erwerbsaktiv).  Hausfrauen und Hausmänner.  Sonstige. Erwerbstätige nach Stellung im Beruf Dieses Merkmal weist die Stellung im Beruf erwerbstätiger Personen im Alter von 15 Jahren und älter aus. Siehe „Stellung im Beruf“. Familie Siehe „Kernfamilie“ beziehungsweise „Typ der Kernfamilie“. Familienstand Das Merkmal gibt an, welchen personenrechtlichen Familien- stand eine Person hat. Der personenrechtliche Familienstand wird nach dem Personenstandsgesetz sowie nach dem Gesetz über die Eingetragene Lebenspartnerschaft ausgewiesen.  Ledig.  Verheiratet/Eingetragene Lebenspartnerschaft.  Verwitwet/Eingetragener Lebenspartner/Eingetragene Lebenspartnerin verstorben (inklusive der Merkmals- ausprägungen „durch Tod aufgelöste Lebenspartnerschaft“ und „durch Todeserklärung aufgelöste Lebenspartnerschaft“).  Geschieden/Eingetragene Lebenspartnerschaft aufgehoben (inklusive der Merkmalsausprägung „Ehe aufgehoben“).  Ohne Angabe (inklusive der Merkmalsausprägung „unbekannt“ aus dem Melderegister).  Geburtsland (Gruppen) Dieses Merkmal gibt das Geburtsland der Person gegliedert nach den Ausprägungen „Deutschland“ und „Ausland“ an. „Ausland“ ist aufgegliedert in „EU27-Land“, „Sonstiges Europa“, „Sonstige Welt“ und „Ohne Angabe“. Personen, die bis zum 2. August 1945 in ehemals deutschen Ostgebieten in den Grenzen von Deutschland von 1937 geboren wurden, werden nicht als im Ausland Geborene gezählt sondern bekommen den deutschen Staatsschlüssel. Liegt der Geburtsort nicht innerhalb dieser Grenzen so wird der aktuelle Staatsschlüssel vergeben. Geburtsorte, die in Staaten liegen, die in andere Länder aufgegangen sind wie zum Beispiel die Sowjetunion oder Jugoslawien, werden nach Möglichkeit den heute existierenden Ländern zugeordnet. Ist keine eindeutige Zuordnung möglich, wird der letzte aktuelle Staat ausgewiesen. Folgende Ausprägungen werden unterschieden:  Deutschland  Ausland  EU27-Land (Europäische Union, welche seit 2007 aus 27 Mitgliedsstaaten besteht. Auch Personen, die in der Tschechoslowakei geboren wurden, sind in dieser Kategorie enthalten).  Sonstiges Europa (inklusive „Jugoslawien (Gesamtjugoslawien)“, „Jugoslawien, Bundesrepublik“, „Serbien und Montenegro“ und „Serbien (einschließlich Kosovo)“).  Sonstige Welt (enthält zusätzlich die ehemalige Sowjetunion und alle restlichen Staaten).  Sonstige (Enthält Staatenlos, Ungeklärt, Ohne Angabe). Geburtsländer Dieses Merkmal gibt das Geburtsland der Person anhand des Staatsangehörigkeitsschlüssels aus dem Staatennamenverzeichnis an. Personen, die die bis zum 90 | BEVÖLKERUNG UND ERWERBSTÄTIGKEIT | ERGEBNISSE DES ZENSUS 2011 2. August 1945 in ehemals deutschen Ostgebieten in den Grenzen von Deutschland von 1937 geboren wurden, werden nicht als im Ausland Geborene gezählt sondern bekommen den deutschen Staatsschlüssel. Liegt der Geburtsort nicht innerhalb dieser Grenzen so wird der aktuelle Staatsschlüssel vergeben. Geburtsorte, die in Staaten liegen, die in andere Länder aufgegangen sind wie zum Beispiel die Sowjetunion oder Jugoslawien, werden nach Möglichkeit den heute existierenden Ländern zugeordnet. Ist keine eindeutige Zuordnung möglich, wird der letzte aktuelle Staat ausgewiesen. Geschlecht Dieses Merkmal gibt das Geschlecht einer Person an. Die Ausprägungen sind „männlich“ und „weiblich“. Weitere Ausprägungen sind nicht vorgesehen, da dies zum Stichtag 9. Mai 2011 den Angaben der Einwohnermeldeämter entspricht. Glaubensbekenntnis Die Haushaltsstichprobe im Rahmen des Zensus 2011 umfasste eine freiwillige Frage nach dem Glaubensbekenntnis. Hier konnten Personen, die keiner öffentlich-rechtlichen Religionsgesellschaft angehören, auf freiwilliger Basis Angaben dazu machen, zu welcher Religion, Glaubensrichtung oder Weltanschauung sie sich bekennen. Folgende Ausprägungen konnten angegeben werden:  Christentum.  Judentum.  Buddhismus.  Hinduismus.  Islam (Auswahlmöglichkeiten: Sunnitischer, Schiitischer oder Alevitischer Islam).  Sonstige Religionen, Glaubensrichtungen, Weltanschauungen.  Keine Religionen, Glaubensrichtungen, Weltanschauungen. Haushalt Siehe „Typ des privaten Haushalts“. Haushaltegenerierung Die Haushaltegenerierung ist ein statistisches Verfahren, das beim Zensus 2011 angewandt wird. Dabei werden die für die einzelnen Anschriften vorliegenden Personeninformationen den in der Gebäude- und Wohnungszählung erfassten Wohnungen zugeordnet. Die Haushaltegenerierung bildet also die Wohnhaushalte an einer Anschrift ab, so dass Ergebnisse für Haushalte nachgewiesen werden können (zum Beispiel die durchschnittliche Wohnungsgröße von Familien mit drei Kindern). Da die Wohnungen in einem Gebäude unterschiedlich groß sein können und von unterschiedlich vielen Personen bewohnt werden, die Melderegister aber nur Auskunft über Personen an einer Anschrift geben, müssen anhand von verschiedenen Hilfsmerkmalen die Personen statistisch den einzelnen Wohnungen zugeordnet werden. Als Hilfsmerkmale dienen zum Beispiel Verzeigerungen (das heißt, Informationen ob eine Person einen Ehe- oder Lebenspartner hat oder ob sie Vater oder Mutter eines minderjährigen Kindes ist), Einzugsdatum oder Namen der Bewohner aus der Gebäude- und Wohnungszählung. Dabei interessiert es die Statistik nicht, welche Personen etwa die Dachgeschosswohnung bewohnen, sondern es geht nur darum zu wissen, welcher Haushaltstyp (Anzahl der Personen, Kinder, Familie, Alleinerziehend) zu welcher Wohnung (Größe in Quadratmeter, Zahl der Räume, Baujahr, Heizung) im statistischen Sinne gehört. Haushaltsstichprobe Die Haushaltsstichprobe bezeichnet einen Teilbereich des Zensus 2011. Mit ihr sollen die durch Unter- und Übererfassungen im Melderegister verursachten Fehler korrigiert werden. Sie dient somit der Qualitätssicherung des Zensus. Des Weiteren dient sie der Gewinnung von Informationen, die in Deutschland nicht in Registern enthalten sind, wie zum Beispiel Bildung, Migrationshintergrund und Glaubensbekenntnis. Im Zuge dessen wurden bundesweit etwa 10 % der Bevölkerung durch Interviewer befragt und entsprechende Daten erhoben. Höchster berufl icher Abschluss (ausführlich) Dieses Merkmal gibt den höchsten berufl ichen Abschluss einer Person an, die 15 Jahre und älter ist. AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 91 Folgende Ausprägungen werden unterschieden:  Ohne berufl ichen Abschluss (neben allen Personen, die keinen berufl ichen Abschluss haben beziehungsweise noch nicht haben, werden alle diejenigen nachgewiesen, die ein Berufsvorbereitungsjahr absolviert haben. Außerdem fallen hierunter auch Personen mit ausschließlich einer Anlernausbildung oder einem berufl ichem Praktikum, die 1954 oder später geboren sind).  Lehre, Berufsausbildung im dualen System (hierzu gehören auch Personen, die einen Vorbereitungsdienst für den mittleren Dienst in der öffentlichen Verwaltung durchlaufen haben. Außerdem fallen hierunter Personen mit ausschließlich einer Anlernausbildung oder einem berufl ichem Praktikum, die vor 1954 geboren wurden).  Fachschulabschluss (hier werden auch Personen mit einer Meister-/Technikerausbildung sowie mit einem Abschluss einer Schule des Gesundheitswesens ausgewiesen).  Abschluss einer Fachakademie oder Berufsakademie.  Fachhochschulabschluss (Personen, die einen Ingenieurschulabschluss oder einen Verwaltungsfach- hochschulabschluss haben, werden ebenfalls unter der Ausprägung „Fachhochschulabschluss“ geführt).  Hochschulabschluss.  Promotion. Höchster Schulabschluss Dieses Merkmal gibt den höchsten allgemeinbildenden Schulabschluss einer Person an, die 15 Jahre und älter ist. Folgende Ausprägungen werden unterschieden:  Ohne oder noch kein Schulabschluss. Inklusive Abschluss nach höchstens sieben Jahren Schulbesuch (insbesondere Abschluss im Ausland).  Ohne Schulabschluss.  Noch in schulischer Ausbildung.  Haupt-/Volksschulabschluss.  Mittlerer Schulabschluss und gymnasiale Oberstufe.  Realschul- oder gleichwertiger Abschluss.  Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe.  Fachhochschulreife.  Allgemeine/fachgebundene Hochschulreife (Abitur). ILO International Labour Organisation Für das Merkmal „Erwerbsstatus“ wird das Labour-Force- Konzept der International Labour Organisation zu Grund gelegt. Die Internationale Arbeitsorganisation ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen mit dem Auftrag, soziale Gerechtigkeit sowie Menschen- und Arbeitsrechte zu fördern. Kernfamilie Eine Kernfamilie besteht aus zwei oder mehr Personen, die zu demselben privaten Haushalt gehören und setzt sich zusammen aus der Bezugsperson des privaten Haushalts – das heißt eine nach Alter, Familienstand und Geschlecht festgelegte zentrale Person des privaten Haushalts – und mindestens einer weiteren Person, zum Beispiel der Partnerin, dem Partner oder einem Kind der Bezugsperson. Dieses Familienkonzept beschränkt die Beziehungen zwischen Vorfahren und Nachfahren auf direkte Beziehungen (ersten Grades), das heißt auf Beziehungen zwischen Eltern und Kindern. Kind Unter Kind ist ein leiblicher Sohn beziehungsweise ein Stief- oder Adoptivsohn oder eine leibliche Tochter beziehungsweise eine Stief- oder Adoptivtochter (ungeachtet des Alters) zu verstehen, dessen beziehungsweise deren üblicher Aufenthaltsort sich im privaten Haushalt mindestens eines Elternteils befi ndet und ein Elternteil Bezugsperson und/oder Partnerin/Partner der Bezugsperson ist. Klassenstufen Dieses Merkmal gibt für Personen, die im Berichtszeitraum (9. bis 15. Mai 2011) Schülerinnen und Schüler einer allgemeinbildenden Schule waren, die besuchte Klassenstufe an.  Klasse 1 bis 4.  Klasse 5 bis 9 beziehungsweise 10 (Sekundarstufe I).  Klasse 11 bis 13 (Gymnasiale Oberstufe). Mehrpersonenhaushalt ohne Kernfamilie Unter Mehrpersonenhaushalten ohne Kernfamilie werden alle anderen privaten Mehrpersonenhaushalte zusammengefasst wie etwa nicht eingetragene Lebenspartnerschaften gleichgeschlechtlicher Paare, Wohngemeinschaften, Großeltern-Enkel-Haushalte ohne Elternteile und dergleichen. 92 | BEVÖLKERUNG UND ERWERBSTÄTIGKEIT | ERGEBNISSE DES ZENSUS 2011 Migrationserfahrung nach Zuzugsjahr/Zuzugsjahrzehnt Dieses Merkmal gibt an, in welchem Jahr oder Jahrzehnt Personen mit Migrationserfahrung in die Bundesrepublik Deutschland zugezogen sind. Als Personen mit Migrationserfahrung werden alle nach 1955 auf das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland zugewanderten Ausländerinnen und Ausländer sowie zugewanderten Deutschen defi niert. Ausländerinnen und Ausländer sind Personen, die nicht die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. Migrationshintergrund Dieses Merkmal gibt an, ob eine Person einen Migrationshintergrund aufweist oder nicht. Als Personen mit Migrationshintergrund werden alle zugewanderten und nicht zugewanderten Ausländerinnen und Ausländer sowie alle nach 1955 auf das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland zugewanderten Deutschen und alle Deutschen mit zumindest einem nach 1955 auf das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland zugewanderten Elternteil defi niert. Ausländerinnen und Ausländer sind Personen, die nicht die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. Bei Vorliegen eines Migrationshintergrunds kann dieser detaillierter klassifi ziert werden.  Personen ohne Migrationshintergrund.  Personen mit Migrationshintergrund.  Ausländerinnen/Ausländer (Ausländerinnen und Ausländer sind Personen, die nicht die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. Enthält auch Staatenlose und Personen mit ungeklärter oder mit fehlenden Informationen zur Staatsangehörigkeit).  Ausländerinnen/Ausländer mit eigener Migrationserfahrung (Personen, die nicht in Deutschland geboren und damit nach Deutschland zugezogen sind).  Ausländerinnen/Ausländer ohne eigene Migrationserfahrung (Personen, die in Deutschland geboren und damit nicht nach Deutschland zugezogen sind).  Deutsche mit Migrationshintergrund (Deutsche sind Personen, die mindestens die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen).  Deutsche mit eigener Migrationserfahrung (Personen, die nicht in Deutschland geboren und damit nach Deutschland zugezogen sind).  Deutsche ohne eigene Migrationserfahrung (Personen, die in Deutschland geboren und damit nicht nach Deutschland zugezogen sind).  Deutsche mit beidseitigem Migrationshintergrund (Personen, deren beide Elternteile nach 1955 auf das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland zugewandert sind).  Deutsche mit einseitigem Migrationshintergrund (Personen mit einem nach 1955 auf das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland zugewanderten Elternteil). Migrationshintergrund nach Aufenthaltsdauer Dieses Merkmal gibt für Personen mit Migrationshintergrund die Aufenthaltsdauer in der Bundesrepublik Deutschland an. Als Personen mit Migrationshintergrund werden alle zugewanderten und nicht zugewanderten Ausländerinnen und Ausländer sowie alle nach 1955 auf das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland zugewanderten Deutschen und alle Deutschen mit zumindest einem nach 1955 auf das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland zugewanderten Elternteil defi niert. Ausländerinnen und Ausländer sind Personen, die nicht die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. Folgende Ausprägungen werden unterschieden:  unter 5 Jahre.  5 – 9 Jahre.  10 – 14 Jahre.  15 – 19 Jahre.  20 und mehr Jahre.  Unbekannt. Nichteheliche Lebensgemeinschaft Eine nichteheliche Lebensgemeinschaft ist ein gemischtgeschlechtliches Paar in einem privaten Haushalt, das gemäß gesetzlichem Familienstand zum Stichtag nicht miteinander verheiratet war. Paar Der Begriff Paar umfasst Paare in einer Ehe, Paare in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft und Paare in einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft, die jeweils in einem privaten Haushalt zusammenleben. Ein Ehepaar ist ein gemäß gesetzlichem Familienstand zum Stichtag verheiratetes verschiedengeschlechtliches Paar in einem privaten Haushalt. Eine eingetragene Lebenspartnerschaft ist ein gemäß gesetzlichem Familienstand zum Stichtag rechtlich anerkanntes gleichgeschlechtliches Paar in einem privaten Haushalt. AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 93 Privater Haushalt Ein privater Haushalt besteht aus mindestens einer Person. Zugrunde gelegt wird das „Konzept des gemeinsamen Wohnens“. Alle Personen, die unabhängig von ihrem Wohnstatus (Haupt-/Nebenwohnsitz) gemeinsam in einer Wohnung leben, gelten als Mitglieder desselben privaten Haushalts, so dass es einen privaten Haushalt pro belegter Wohnung gibt. Personen in Gemeinschafts- und Anstaltsunterkünften sind hier nicht enthalten, sondern nur Personen, die eine eigene Haushaltsführung aufweisen. Eine Person des privaten Haushalts wird als Bezugsperson – das heißt eine nach Alter, Familienstand und Geschlecht festgelegte zentrale Person des privaten Haushalts – bestimmt. Ausgehend von dieser Person werden der Haushaltstyp und die Stellung der weiteren Personen im privaten Haushalt bestimmt. Religion Dieses Merkmal gibt die Zugehörigkeit zu einer öffentlich- rechtlichen Religionsgesellschaft an.  Römisch-katholische Kirche.  Evangelische Kirche.  Evangelische Freikirchen.  Orthodoxe Kirchen.  Jüdische Gemeinden.  Sonstige (Für die Differenzierung nach Religion werden unter „Sonstige“ alle Personen zusammengefasst, die einer anderen öffentlich-rechtlichen Religionsgesellschaft angehören, welche durch die zuvor genannten Kategorien nicht abgedeckt sind).  Keiner öffentlich-rechtlichen Religionsgesellschaft zugehörig. Schulabschluss Siehe „Höchster Schulabschluss“. Schulform Dieses Merkmal gibt für Personen, die im Berichtszeitraum (9. bis 15. Mai 2011) Schülerinnen und Schüler einer allgemeinbildenden Schule waren, die besuchte Schulform an.  Grundschule.  Hauptschule.  Realschule.  Gymnasium.  Gesamtschule.  Sonstige Schule (alle anderen Schulformen, die nicht unter die obenstehenden Kategorien fallen, wie zum Beispiel die Waldorfschule oder Mittelschule). Senior/Seniorin Als Seniorinnen und Senioren gelten alle Personen, die zum Zensusstichtag 9. Mai 2011 das 65. Lebensjahr vollendet haben. Sonderbereiche: nicht-sensible und sensible Sonderbereiche Der Begriff „Sonderbereich“ umfasst Gemeinschafts-, Anstalts- und Notunterkünfte sowie Wohnheime und ähnliche Unterkünfte. Unter Gemeinschafts- und Anstaltsunterkünften sind Einrichtungen zu verstehen, die in der Regel der längerfristigen Unterbringung und Versorgung von Personen mit einem spezifi schen Unterbringungsbedarf dienen. Unterschieden wird in sensible und nicht-sensible Sonderbereiche. Zu den sensiblen Sonderbereichen zählen in erster Linie Unterkünfte, bei denen die Information über die Zugehörigkeit der Personen zu diesen Bereichen die Gefahr einer sozialen Benachteiligung hervorrufen könnte. Staatsangehörigkeit Dieses Merkmal unterscheidet zwischen Personen deutscher und nicht-deutscher Staatsangehörigkeit. Personen mit einer deutschen Staatsangehörigkeit gelten als Deutsche, unabhängig vom Vorliegen weiterer Staatsangehörigkeiten. Stellung im Beruf Dieses Merkmal weist die Stellung im Beruf erwerbstätiger Personen im Alter von 15 Jahren und älter aus.  Angestellte, Arbeiterinnen/Arbeiter (alle Personen in einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis. Hierzu zählen alle Angestellten, Arbeiterinnen und Arbeiter, Auszubildenden, Grundwehr-/Zivildienstleistenden sowie Nebenjobberinnen und Nebenjobber). 94 | BEVÖLKERUNG UND ERWERBSTÄTIGKEIT | ERGEBNISSE DES ZENSUS 2011  Beamtinnen und Beamte (alle Personen in einem öffentlich- rechtlichen Dienstverhältnis des Bundes, der Länder, der Gemeinden oder sonstiger Körperschaften des öffentlichen Rechts (einschließlich der Beamtenanwärterinnen/ Beamtenanwärter und der Beamteninnen/Beamten im Vorbereitungsdienst) sowie Richterinnen und Richter. Unter diese Kategorie zählen auch alle Soldateninnen und Soldaten).  Selbstständige mit Beschäftigten (alle Personen, die in keinem abhängigen Beschäftigungsverhältnis stehen und abhängig Beschäftigte haben, die ein Arbeitsentgelt erhalten).  Selbstständige ohne Beschäftigte (alle Personen, die in keinem abhängigen Beschäftigungsverhältnis stehen und höchstens mithelfende Familienangehörige ohne Entgelt beschäftigen).  Mithelfende Familienangehörige (Familienangehörige, die regelmäßig und überwiegend in einem Betrieb, der von einem Familienmitglied als Selbstständiger/Selbstständigem geleitet wird, mithelfen, ohne hierfür Lohn oder Gehalt zu erhalten und ohne dass für sie Pfl ichtbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt werden). Stichtag Stichtag des Zensus 2011 und somit der Haushaltsstichprobe im Rahmen des Zensus 2011 war der 9. Mai 2011. Alle Angaben beziehen sich auf diesen Berichtszeitpunkt. Typ der Kernfamilie Dieses Merkmal beschreibt, in welcher Konstellation die Personen einer Kernfamilie gemeinschaftlich leben. Es werden zwei unterschiedliche Defi nitionen angewendet, je nach Fokus:  nach Familien: mit Fokus auf die Existenz von Kindern in der Kernfamilie.  nach Lebensform: Fokus auf die Lebensform in der Kernfamilie. Eine Kernfamilie besteht aus zwei oder mehr Personen, die zu demselben privaten Haushalt gehören und setzt sich zusammen aus der Bezugsperson des privaten Haushalts – das heißt eine nach Alter, Familienstand und Geschlecht festgelegte zentrale Person des privaten Haushalts – und mindestens einer weiteren Person, zum Beispiel der Partnerin/ dem Partner oder einem Kind der Bezugsperson. Dieses Familienkonzept beschränkt die Beziehungen zwischen Vorfahren und Nachfahren auf direkte Beziehungen (ersten Grades), das heißt auf Beziehungen zwischen Eltern und Kindern. Typ des privaten Haushalts Dieses Merkmal beschreibt, in welcher Konstellation die Personen eines privaten Haushalts gemeinschaftlich leben. Hierfür gibt es drei unterschiedliche Defi nitionen, je nach Fokus:  nach Familien: mit Fokus auf die Existenz von Kindern im privaten Haushalt.  nach Kindern: mit Fokus auf die Lebensformen, die Existenz von Kindern und sonstigen Personen im privaten Haushalt.  nach Lebensform: mit Fokus auf die Lebensformen im privaten Haushalt. Ein privater Haushalt besteht aus mindestens einer Person. Zugrunde gelegt wird das „Konzept des gemeinsamen Wohnens“. Alle Personen, die unabhängig von ihrem Wohnstatus (Haupt-/Nebenwohnsitz) gemeinsam in einer Wohnung leben, gelten als Mitglieder desselben privaten Haushalts, sodass es einen privaten Haushalt pro belegter Wohnung gibt. Personen in Gemeinschafts- und Anstaltsunterkünften sind hier nicht enthalten, sondern nur Personen, die eine eigene Haushaltsführung aufweisen. Eine Person des privaten Haushalts wird als Bezugsperson – das heißt eine nach Alter, Familienstand und Geschlecht festgelegte zentrale Person des privaten Haushalts – bestimmt. Ausgehend von dieser Person werden der Haushaltstyp und die Stellung der weiteren Personen im privaten Haushalt bestimmt. Wirtschaftszweig Der Wirtschaftszweig bezieht sich auf die Art der Produktion oder Tätigkeit des Betriebes oder einer ähnlichen Wirtschaftseinheit, in dem beziehungsweise in der sich der Arbeitsplatz einer erwerbstätigen Person im Alter von 15 Jahren und älter befi ndet. Das Merkmal stellt die Wirtschaftszweige gegliedert nach drei Ausprägungen auf Basis der aktuellen Wirtschaftszweigklassifi kation von 2008 (WZ 2008) dar. Für kombinierte Ergebnisse aus Registerauszählung und Hochrechnung aus der Haushaltsstichprobe besteht zusätzlich die Ausprägung „Unbekannt“.  Land- und Forstwirtschaft, Fischerei.  Produzierendes Gewerbe (Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden -Verarbeitendes Gewerbe -Energieversorgung -Wasserversorgung; Abwasser und Abfallentsorgung und Beseitigung von Umweltverschmutzungen –Baugewerbe). AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 95  Dienstleistungsbereiche (Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen -Verkehr und Lagerei -Gastgewerbe -Information und Kommunikation -Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen -Grundstücks- und Wohnungswesen -Erbringung von Freiberufl ichen, Wissenschaftlichen und Technischen Dienstleistungen -Erbringung von Sonstigen Wirtschaftlichen Dienstleistungen -Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung -Erziehung und Unterricht -Gesundheits- und Sozialwesen -Kunst, Unterhaltung und Erholung -Erbringung von sonstigen Dienstleistungen -Private Haushalte mit Hauspersonal; Herstellung von Waren und Erbringung von Dienstleistungen durch private Haushalte für den Eigenbedarf ohne ausgeprägten Schwerpunkt). Wohnsitz Für die Ergebniserstellung des Zensus 2011 werden je Ort ausschließlich diejenigen Personen berücksichtigt, welche nach den melderechtlichen Vorschriften mit nur einer alleinigen Wohnung oder mit ihrer Hauptwohnung an diesem Ort gemeldet sind. Wohnung Unter einer Wohnung sind nach außen abgeschlossene, zu Wohnzwecken bestimmte, in der Regel zusammen liegende Räume zu verstehen, die die Führung eines eigenen Haushalts ermöglichen und nicht vollständig für gewerbliche Zwecke genutzt werden. Zur Wohnung gehören auch gesondert liegende zu Wohnzwecken ausgebaute Keller oder Bodenräume (zum Beispiel Mansarden). Eine Wohnung muss nicht notwendigerweise eine Küche oder Kochnische enthalten. Wohnungen haben einen eigenen Eingang unmittelbar vom Treppenhaus, von einem Vorraum oder von außen, das heißt, dass die Bewohner ihre Wohnung betreten und verlassen können, ohne durch die Wohnung eines anderen Haushalts gehen zu müssen. Zahl der Staatsangehörigkeiten Dieses Merkmal gibt die Anzahl der Staatsangehörigkeiten einer Person an. Bei mehreren Staatsangehörigkeiten wird unterschieden zwischen deutsch und ausländisch und nur ausländisch.  Eine Staatsangehörigkeit.  Mehrere Staatsangehörigkeiten, deutsch und ausländisch.  Mehrere Staatsangehörigkeiten, nur ausländisch.  Nicht bekannt (enthält „Staatenlos“, „Ungeklärt“ und „ohne Angabe“, da dort die Zahl der Staatsangehörigkeiten nicht ableitbar ist). 7. 4 A B K Ü R ZU N G E N UND SYMBOLE VZ Volkszählung ZensG 2011 Zensusgesetz 2011 - nichts vorhanden (genau null) . Zahlenwert unbekannt oder geheim zu halten

  • Zensus 2011
    Extrahierter Text

    BESCHLUSSVORLAGE STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister Gremium: 17. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 24.11.2015 2015/0619 10 öffentlich Dez. 2 Bevölkerung und Erwerbstätigkeit - Ergebnisse des Zensus 2011 Beratungsfolge dieser Vorlage am TOP ö nö Ergebnis Gemeinderat 24.11.2015 10 Kenntnisnahme Antrag an den Gemeinderat / Ausschuss Der Gemeinderat nimmt die Analyse „Bevölkerung und Erwerbstätigkeit – Ergebnisse des Zen- sus 2011“ zur Kenntnis. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Haushaltsmittel stehen (bitte auswählen) Kontierungsobjekt: (bitte auswählen) Kontenart: Ergänzende Erläuterungen: ISEK Karlsruhe 2020 - relevant nein ja Handlungsfeld: (bitte auswählen) Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Der Zensus 2011 war eine Bevölkerungs-, Gebäude- und Wohnungszählung. Eine traditionelle Volkszählung wurde in den alten Bundesländern zum letzten Mal im Jahr 1987, in den neuen Bundesländern bereits im Jahr 1981 durchgeführt. Ziel des Zensus 2011 war zum einen die Ermittlung der aktuellen neuen amtlichen Einwohner- zahlen. Zum anderen wurden wichtige Strukturinformationen erhoben, welche einen detaillier- ten Überblick über die Lebens-, Arbeits- und Wohnsituation der Menschen ermöglichen. Neben grundlegenden Ergebnissen zur Bevölkerungsstruktur stehen auch weiterführende Angaben zur Erwerbstätigkeit oder zur Schul- und Berufsbildung der Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung. Insbesondere Zahlen zu diesen Themenkomplexen, aber auch zur Religionszugehörigkeit und zur Aufgliederung des Migrationshintergrunds der Bevölkerung lagen bisher nur in unzu- reichendem Maße aus der amtlichen Statistik vor, so dass der Zensus 2011 hierfür erstmals um- fangreiche, detaillierte und vergleichbare Ergebnisse liefern kann. Beim Zensus 2011 kam in Deutschland erstmals ein registergestütztes Verfahren zum Einsatz. Hierbei wurden Daten aus bereits vorhandenen Verwaltungsregistern verwendet, die mit den Angaben aus verschiedenen Erhebungen ergänzt und korrigiert wurden. Merkmale, die nicht, oder nicht ausreichend, in Verwaltungsregistern vorlagen, waren unter anderem Angaben zur Erwerbstätigkeit, zur schulischen und beruflichen Ausbildung und zum Migrationshintergrund der Bevölkerung. Für die Daten, die nicht aus Registern gewonnen werden konnten, wurden bundesweit knapp 10 % aller Personen im Rahmen der Haushaltsstichprobe befragt. Die vorgelegte Veröffentlichung liefert nach nunmehr rund 25 Jahren erstmals wieder ein detail- liertes Abbild der Bevölkerungsstruktur und wichtige Strukturdaten zu den Themenbereichen schulische und berufliche Bildung und Erwerbstätigkeit, die seit der letzten Volkszählung 1987 von der amtlichen Statistik nicht geliefert werden konnten. Nachdem in Kapitel 2 und 3 im Anschluss an die allgemeine methodische Einführung die Bevöl- kerungs- und Haushaltestruktur sowie der Themenbereich Migrationshintergrund beleuchtet werden, vergleicht Kapitel 4 die Religionszugehörigkeit der Karlsruherinnen und Karlsruher und deren Wandel im Lauf der letzten Jahrzehnte. Kapitel 5 befasst sich ausführlich mit der schuli- schen und beruflichen Ausbildung der Bevölkerung. Abschließend befasst sich Kapitel 6 mit der Erwerbstätigkeit der Bürgerinnen und Bürger sowie deren Beteiligung am Arbeitsmarkt. Unter- schiede im Hinblick auf Menschen mit und ohne Migrationshintergrund werden, neben den grundsätzlichen Strukturen im Themenbereich Bevölkerungsstruktur, auch in Zusammenhang mit der Religion, der Bildung und Ausbildung sowie der Erwerbstätigkeit näher analysiert. Wo möglich, wurden in der Broschüre die aktuellen Zahlen denen von vorangegangenen Volkszäh- lungen der Jahre 1987 und teilweise auch 1970 gegenübergestellt. So können Veränderungen in der Struktur und Zusammensetzung der Bevölkerung über einen langen Zeitvergleich be- leuchtet werden. Beschluss: Antrag an den Gemeinderat Der Gemeinderat nimmt die Analyse „Bevölkerung und Erwerbstätigkeit – Ergebnisse des Zen- sus 2011“ zur Kenntnis. Hauptamt – Ratsangelegenheiten – 12. November 2015

  • Protokoll TOP 10
    Extrahierter Text

    NIEDERSCHRIFT Stadt Karlsruhe Gremium: 17. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: 24. November 2015, 15:30 Uhr öffentlich Ort: Bürgersaal des Rathauses Vorsitzende/r: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 12. Punkt 10 der Tagesordnung: Bevölkerung und Erwerbstätigkeit - Ergebnisse des Zensus 2011 Vorlage: 2015/0619 Beschluss: Der Gemeinderat nimmt die Analyse „Bevölkerung und Erwerbstätigkeit - Ergebnisse des Zensus 2011“ zur Kenntnis. Abstimmungsergebnis: einstimmig zugestimmt Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 10 zur Behandlung auf: Das haben Sie alle gelesen. Sie nehmen die Analyse zur Kenntnis, und zwar einstimmig. Was sollten Sie jetzt sonst auch noch tun. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten – 14. Dezember 2015