Erhalt ka300-Pavillon und Fortsetzung der Aktivitäten am Schloss 2016

Vorlage: 2015/0535
Art: Antrag
Datum: 02.09.2015
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Dezernat 1
Erwähnte Stadtteile: Südstadt

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 29.09.2015

    TOP: 32

    Rolle: Entscheidung

    Ergebnis: mit Stellungnahme einverstanden

Zusätzliche Dateien

  • KULT-Erhalt KA300-Pavillon
    Extrahierter Text

    STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ANTRAG Stadtrat Lüppo Cramer (KULT) Stadtrat Dr. Eberhard Fischer (KULT) Stadtrat Max Braun (KULT) Stadtrat Erik Wohlfeil (KULT) KULT-Gemeinderatsfraktion vom 01.09.2015 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 15. Plenarsitzung Gemeinderat 29.09.2015 2015/0535 32 öffentlich Erhalt KA300-Pavillon und Fortsetzung der Aktivitäten am Schloss 2016 1. Die Stadtverwaltung ermittelt die Position des Grundstückeigentümers zum Erhalt des KA300-Pavillons für das Jahr 2016 oder darüber hinaus. 2. Die Stadtverwaltung ermittelt die damit verbundenen, anzunehmenden Kosten für einen Erwerb/Miete des KA300-Pavillons am heutigen Standort. Zudem ermit- telt die Verwaltung die Kosten für Winterfestmachen, Sicherung gegen Vanda- lismus, kleine Reparaturen und ähnliches. 3. Die Stadtverwaltung ermittelt etwaige Alternativstandorte für den Pavillon und die damit verbundenen Kosten. 4. Die Stadt Karlsruhe ermittelt die technischen und organisatorischen Kosten für ein Sommerprogramm 2016 im Pavillon (verschiedene Modelle). 5. Die Stadt Karlsruhe ermittelt die technischen und organisatorischen Kosten für erneute Lichtspiele, beispielsweise in den Sommerferien 2016, auf der Schlossfas- sade. 6. Die Stadt spricht mit den Sponsoren von KA300, ob sich diese an einer Fortset- zung 2016 beteiligen wollen. Sachverhalt/Begründung: Das sommerlange KA300-Fest ist ein Riesenerfolg und wird von breiten Kreisen der Be- völkerung erlebt und gelebt. Neue Nutzergruppen kommen in den Park. Die Schloss- lichtspiele, der Pavillon und das Programm dort haben die Wahrnehmung des Schlosses und des Schlossgartens verändert: sie sind jetzt auch im Bewusstsein der Menschen viel mehr die zentralen Orte in Karlsruhe. Vor dem Schloss genießen jeden Abend tausende Besucher die faszinierenden Lichtspiele, am Wochenende fast 10.000. Viele Einwohnerinnen und Einwohner sprechen sich für die Fortsetzung der Lichtspiele aus. Die KULT-Fraktion unterstützt dieses Anliegen. Möglich wäre, die bisherigen Insze- nierungen zu wiederholen (wahrscheinlich relativ günstige Lösung) oder den Auftrag für neue Lichtspiele zu erteilen. Zudem ließen sich die Zeiten der Vorführungen im Vergleich zum Geburtstagsjahr einschränken, beispielsweise auf die Zeit der Sommerferien. Seite 2 __________________________________________________________________________________________ Viele Einwohnerinnen und Einwohner sprechen sich auch für einen Erhalt des Pavillons aus. Die KULT-Fraktion nimmt dieses Ansinnen sehr ernst. Wir möchten geprüft sehen, ob, und, wenn ja, zu welchen Konditionen und für welche Dauer ein Erhalt des Pavillons im Schlossgarten oder an einer anderen Stelle in Karlsruhe möglich ist. Wir halten es für möglich, dass sich bisherige und neue Sponsoren an diesen Erfolgsmo- dellen beteiligen wollen. unterzeichnet von: Lüppo Cramer Dr. Eberhard Fischer Max Braun Erik Wohlfeil Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 18. September 2015

  • Stellungnahme TOP 32
    Extrahierter Text

    STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zum Antrag KULT-Gemeinderatsfraktion vom: 01.09.2015 eingegangen: 01.09.2015 Gremium: 15. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 29.09.2015 2015/0535 32 öffentlich Dez. 1 Erhalt KA300-Pavillon und Fortsetzung der Aktivitäten am Schloss 2016 - Kurzfassung - Der Pavillon ist nicht im Eigentum der Stadt. Seine Aufstellung erfolgte unter der Vorausset- zung, dass er bis November 2015 wieder abgebaut ist. Das Amt Vermögen und Bau des Landes als Eigentümerin des Schlossgartens lehnt eine Verlän- gerung der Aufstellung des Pavillons über den 30.09.2015 hinaus ab. Der Pavillon hat eine Lebenszeit von maximal drei Jahren. Für eine längere Nutzung ist er nicht konzipiert und konstruktiv auch nicht geeignet. Eine Aufrüstung wäre mit unvertretbaren Kos- ten für die Übernahme sowie den Ab- und Wiederaufbau belaufen sich auf mindestens 900.000 €. Die Karlsruher Event GmbH wird prüfen, ob die Schlosslichtspiele im Sommer 2016 wiederholt werden können. Sie wird dabei auch die Kosten ermitteln und Kontakt zu möglichen Sponsoren aufnehmen. Finanzielle Auswirkungen des Antrages nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Mind. 900.000 € für Ab- und Wiederaufbau plus monatlich ca. 365.000 € Haushaltsmittel stehen nicht zur Verfügung. Kontierungsobjekt: Kontenart: Ergänzende Erläuterungen: ISEK Karlsruhe 2020 – relevant nein ja Handlungsfeld: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit KEG Ergänzende Erläuterungen Seite 2 1. Die Stadtverwaltung ermittelt die Position des Grundstückeigentümers zum Erhalt des KA300-Pavillons für das Jahr 2016 oder darüber hinaus. Es sei an dieser Stelle daran erinnert, dass die inhaltlichen und vertraglichen Gespräche mit dem Grundstückseigentümer und mit dem Amt für Denkmalschutz auf dem Umstand basierten, dass ein Pavillon nur unter der Auflage dieser Behörden gebaut werden durfte, wenn er temporärer Natur wäre, sprich spätestens im November 2015 rückstandlos abgebaut wird. Dieser Umstand wurde auch dem Aufsichtsrat der Stadtmarketing Karlsruhe GmbH – auch unter Beteiligung der KULT-Fraktion – mitgeteilt und diente als Basis aller weiterführenden Entscheidungen hinsicht- lich eines Baus des Pavillons. Das Amt Vermögen und Bau ist per Mail zu einer Stellungnahme angefragt worden. Zitat aus der Antwortmail: “Der Pavillon ist Bestandteil des Stadtgeburtstages und so wie dieser sich dem Ende nähert, nähert sich auch das Ende des Pavillons, jedenfalls im Schlossgarten. Der Schloss- garten soll nach Ende des Festivalsommers wieder seiner ursprünglichen Bestimmung und sei- nem ursprünglichen Erscheinungsbild zugeführt werden. Die Flächen rund um den Pavillon be- dürfen auch dringend einer Aufarbeitung und Erholung. Der Rückbau ist mit der Stadt verein- bart und entsprechend vertraglich geregelt. Für alle Beteiligten war der Rückbau ein wesentli- cher Aspekt bei der Entscheidungsfindung. Wir sehen keinen Grund an dieser Entscheidung etwas zu ändern. Das Amt Vermögen und Bau Karlsruhe kann daher kein grünes Licht für eine Verlängerung über den vereinbarten Zeitraum hinaus geben.“ 2. Die Stadtverwaltung ermittelt die damit verbundenen, anzunehmenden Kosten für einen Erwerb/Miete des KA300-Pavillons am heutigen Standort. Zudem ermittelt die Verwaltung die Kosten für Winterfestmachen, Sicherung gegen Vandalismus, kleine Reparaturen und ähnliches. Der Pavillon ist als Temporärbau angelegt und ist nicht im Besitz der Stadtmarketing Karlsruhe GmbH. Die kurze Standzeit und sommerliche Nutzungszeit des Pavillons veranlasste die Bauge- nehmigungsbehörde und die am Baugenehmigungsverfahren beteiligten Fachbehörden den Bau baurechtlich als Fliegenden Bau zu beurteilen. Infolgedessen wurden erhebliche naturrecht- liche, artenschutzrechtliche und denkmalrechtliche Bedenken zurückgestellt, die bei einem län- gerem Verbleib des Bauwerks eine Genehmigung verhindert hätten: Der Standort liegt so- wohl in einem Landschaftsschutz- und einem FFH-Gebiet als auch in Blickbeziehung zum hoch- rangigen Baudenkmal Schloss, dessen Erscheinungsbild und Umgebung besonderen Denkmal- schutz genießt. Auch die baurechtlichen und bautechnischen Anforderungen an das Bauwerk selbst wurden auf die kurze sommerliche Aufstellungszeit bezogen. So wurden statische Erleichterungen, Erleich- terungen beim Brandschutz und bei weiteren fachgesetzlichen Anforderungen genehmigt, so im Geltungsbereich der Versammlungsstättenverordnung, der Energieeinsparungsverordnung und des Erneuerbare Energien Gesetzes. Die Baugenehmigung erlischt am 30.09.2015. Ein Weiterbestehen des Pavillons am bisherigen Standort bedarf einer neuen Baugenehmigung. Die Beurteilungskriterien würden sich nicht mehr auf einen Fliegenden Bau sondern auf ein dauerhaftes Bauwerk beziehen. Der Pavillon ist dafür nicht konzipiert und auch konstruktiv dafür nicht geeignet. Darüber hinaus erfüllt er nicht die energetischen Anforderungen, diejenigen des Brandschutzes und die der vorgenannten Fachgesetze des Naturschutzes und des Denkmalschutzes. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 Ungeachtet der mit dem konkreten Standort verbundenen Beschränkungen des Natur- und Denkmalschutzes ist der Pavillon auch nicht geeignet, an einem anderen Standort dauerhaft aufgestellt zu werden, da er auch dort die bauordnungsrechtlichen Bedingungen nicht erfüllen kann. Aus unserer Einschätzung wäre eine Aufrüstung des Bauwerks mit unvertretbaren Mehrkosten verbunden und würde das Erscheinungsbild des Bauwerks erheblich beeinträchtigen. Die Kosten für die Übernahme sowie den Ab- und Wiederaufbau belaufen sich auf mindestens 900.000 € je nach Beschaffenheit des Baugrundes. Über die Folge- bzw. Unterhaltungskosten können keine Angaben gemacht werden. Die Lebenszeit des Pavillons beträgt maximal 3 Jahre. Von Oktober bis März wäre er nicht bespielbar, da dieser keine Heizung hat und auch nicht die statischen Voraussetzungen hinsichtlich einer möglichen Schneelast erfüllt. Daher kommt eine Weiterverwendung durch die Stadt nicht in Betracht. 3. Die Stadtverwaltung ermittelt etwaige Alternativstandorte für den Pavillon und die damit verbundenen Kosten. Aufgrund der unter Punkt 2 genannten Gründe spricht sich die Verwaltung gegen ein Weiter- bestehen des Pavillons aus. 4. Die Stadt Karlsruhe ermittelt die technischen und organisatorischen Kosten für ein Sommerprogramm 2016 im Pavillon (verschiedene Modelle). Die Kosten für die Technik (Licht, Ton, Video) lägen bei ca. 220.000 € bei ca. einem Monat Spielzeit. Die Betreiberkosten (Facility Management, Reinigung) lägen bei ca. 80.000 € pro Mo- nat inkl. Toiletten. Dazu kämen noch organisatorische Kosten in der Planung und Ausarbeitung des Programms. Drei Projektmanager müssten ca. 6 Monate (4 Monate Vorbereitung, 1 Monat Festivalsommer, 1 Monat Nachbereitung) das Programm erarbeiten. Die Kosten lägen bei ca. 90.000 € für freiberufliche Kräfte. Es muss bedacht werden, dass dabei keine Kosten für den Betrieb einer Cateringstation in die- ser Summe aufgeführt sind. Diese können auch nicht geschätzt werden, liegen aber bei mindes- tens 30.000 €. So liegen die technischen und organisatorischen Kosten bei mind. 420.000 €. Des Weiteren kommen die Programmkosten hinzu. Bei einem ähnlich strukturierten Programm wie im Festivalsommer 2015 belaufen sich diese auf ca. 100.000 € für einen Monat. 5. Die Stadt Karlsruhe ermittelt die technischen und organisatorischen Kosten für er- neute Lichtspiele, beispielsweise in den Sommerferien 2016, auf der Schlossfassade. Die Karlsruher Event GmbH wird das weitere Vorgehen und die Finanzierbarkeit prüfen. Konkre- te Beträge können noch nicht genannt werden. 6. Die Stadt spricht mit den Sponsoren von KA300, ob sich diese an einer Fortsetzung 2016 beteiligen wollen. Die Karlsruher Event GmbH wird Kontakt zu möglichen Sponsoren aufnehmen.

  • Protokoll TOP 32
    Extrahierter Text

    NIEDERSCHRIFT Stadt Karlsruhe Gremium: 15. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: 29. September 2015, 15:30 Uhr Öffentlich Ort: Südwerk-Bürgerzentrum Südstadt, Henriette-Obermüller-Straße 10, Karlsruhe Vorsitzende/r: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 32. Punkt 32 der Tagesordnung: Erhalt KA300-Pavillon und Fortsetzung der Aktivi- täten am Schloss 2016 Antrag der Stadträte Lüppo Cramer, Dr. Eberhard Fischer, Max Braun und Erik Wohlfeil (KULT) vom 1. September 2015 Vorlage: 2015/0535 Beschluss: Kenntnisnahme der Antwort der Verwaltung Abstimmungsergebnis: keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 32 zur Behandlung auf und verweist auf die vorliegende Stellungnahme der Verwaltung. Stadtrat Dr. Fischer (KULT): Am Tag 3 nach der Abschlussfeier muss es sein, dass man den Dank über diesen Riesenerfolg, den KA300 gebracht hat, noch einmal an die Rich- tigen weitergibt. Ich muss einfach damit anfangen. Dank an die Ideengeber, Dank an die hartnäckigen Politikerinnen und Politiker, die diesen Stadtgeburtstag seit Jahrzehn- ten vorangetrieben haben. Dank an die Projektbegleiter. Dank an die Konzeptentwick- ler. Dank an die Projektmanager. Dank an die Umsetzer. Dank an die Schaffer. Jetzt kommt etwas, was mir persönlich sehr wichtig ist. Dank an die Volontiers, eine tolle Truppe, die sich hier in Karlsruhe gefunden hat. Als wir – die KULT – im August über das Thema Stadtgeburtstag gesprochen haben – wir haben durchgängig Fraktionssitzungen gemacht, was nicht auf die Begeisterung eines jeden in der Fraktion gestoßen ist – war uns gleich klar, das wird ein Erfolg. Das war absehbar. Daraufhin haben wir uns überlegt, wie kann man diesen Erfolg in die Zukunft retten. Uns war klar, wir können dazu nicht bis Dezember 2015 warten, bis wir irgendwann einmal eine Sondersitzung machen, sondern es ist wichtig, jetzt Entschei- dungen zu treffen, die uns in diese Zukunft 2016 bringen. - 2 - Jetzt hat sich – wie ich Sie, Herr Oberbürgermeister, in den letzten Tagen verstanden habe – unser Antrag erledigt, weil Sie auch der Meinung sind, dass wir das fortsetzen sollen. Sie wollen einen Weg finden mit Geldgebern aus der freien Wirtschaft, Zuschuss von der Stadt, der sich einigermaßen beschränkt. Von daher ist für uns dieses Thema – es sei denn, Sie widersprechen mir – erledigt. Es bleibt für uns: Wie retten wir das Flair des Schlossgartens ins Jahr 2016, ins Jahr 2017 usw.? Jetzt will ich Ihnen eines sagen: Die Position in der KULT-Fraktion zum Pavil- lon ist genauso gespalten wie in der gesamten Bürgerschaft. Da gibt es welche, die sa- gen, der Pavillon ist am falschen Ort. Es gibt welche, die sagen, jetzt abbauen und wo- anders neu aufbauen. Und es gibt welche, wie mich, die am liebsten diesen Pavillon für beschränkte Zeit – ein, zwei Jahre – am heutigen Standort erhalten sehen würden. Was uns aber eint - alle in der KULT-Fraktion und in unserem Umfeld -, ist die Begeisterung für die Architektur dieses Pavillons, für dieses Signet, das er für den Stadtgeburtstag gebildet hat. Ich erinnere an das Riesenrad vor Jahren hinter dem Schloss, was auch auf Jahre hinweg ein wunderbares Symbol war, das immer wieder verwendet wurde als Foto. So wird auch dieser Pavillon, wer das gerade erlebt hat bei der Abschlussfeier, der brennende oder blau/grün beleuchtete Pavillon, unglaubliche Bildmotive hergeben und wird Karlsruhe auch nach außen tragen, was auch ein Aspekt ist bei diesem großen Bürgerfest. Deshalb wollten wir im Namen der Bürgerschaft – da gab es genügend Briefe – wissen, was es kostet. Dass es die Bürger wirklich wollen, war gerade am Montag nach der Ab- schlussfeier in dem ganzseitigen Bericht in den BNN über die Abschlussfeier zu lesen, wo auch noch einmal stand, wie viele Bürgerinnen und Bürger, die bei der Feier waren, diesen Pavillon erhalten sehen wollten. Ich muss aber auch ganz klar feststellen, die Antwort der Stadt ist eindeutig. Ein Erhalt wäre teuer. Ich glaube nicht, dass es unmög- lich wäre, es käme auf die Verhandlungsgenauigkeit an. Aber es ist einfach sehr teuer. Wir wissen, wir sind in einer Haushaltssituation, in der wir nicht so einfach Geld für so etwas ausgeben können. Ich muss auch feststellen, dass die Antwort der Verwaltung nicht gerade vom Geist der Begeisterung für einen Erhalt geprägt ist. Das sind nun einmal die unterschiedlichen Schwerpunkte. Was aber bleibt für uns, wenn wir schon diesen Pavillon nicht erhalten: Eine Geschichte war, diesen Flair aus dem Schlossgarten zu erhalten. Was für uns dann auch wichtig ist: Wie können wir die Sponsoren aus dem KA300-Prozess in die Zukunft retten, und zwar nicht nach dem Motto „Gebt Geld, wir machen was damit“, sondern als Win-Win-Situation, um eine langfristige Partnerschaft mit Unternehmen, mit Organi- sationen zu erreichen. Und darüber hinaus: Wie können wir neue Sponsoren, die jetzt in diesem Sommer erlebt haben, was Karlsruhe auf die Beinen stellen kann, zusätzlich gewinnen. Da wäre der Erhalt des Pavillons ein tolles Modellprojekt gewesen. Ich hatte schon erste Gespräche mit Handwerkern geführt, die z. B. dann bereit gewesen wären, diesen Pavillon winterfest zu machen. Da hätte die Karlsruher Handwerkerschaft zeigen können, was sie alles leisten kann. Das klappt jetzt nicht. Wir akzeptieren das. Ich möchte noch ein persönliches Schlusswort hier sagen. Noch läuft KA300, das darf man nicht vergessen. Das war zwar eine Abschlussfeier, aber in manchen Stadtteilen - 3 - gibt es noch Projekte. Das eine ist eine gewisse Trauer, dass es jetzt zu Ende ist; eine Trauer, die verstärkt wurde durch den Tod von Hans-Peter Köppel, einem der Verbinder zwischen Bürgervereinen, Bürgerschaft und dem KA300-Team. Seine Trauerfeier war heute. Es ist ein Bedauern damit verbunden über den Verlust des Pavillons. Das hatte ich schon angedeutet. Aber ich möchte einen Blick in die Zukunft richten. Aus meiner Sicht müssen wir es schaffen, bestimmte Veranstaltungsformate für alle Alters- und Ge- sellschaftsgruppen aus dem Pavillon, aus der Situation Schlossgarten in die Zukunft zu retten. Sie, Herr Oberbürgermeister, hatten beim Empfang vor der Abschlussfeier gesagt, Ihnen schwebt vor, mehr vor dem Schloss zu machen. Ich sage Ihnen, das wird schwierig. Denn vor dem Schloss ist zum einen der Platz schwierig zu bespielen. Es gibt die zwei Wäldchen und es gibt den zentralen Bereich. Beide sind schwierig mit Räumlichkeiten zu füllen. Dann kommt die ganze Infrastruktursituation, über die wir auch schon debat- tiert haben. Ich glaube, dass der Schlossgarten mit seiner geheimnisvollen Aura, die jetzt am Samstag so wunderbar hervor kam, unglaublich schwer zu ersetzen ist. Trotz- dem müssen wir es irgendwie schaffen, diesen Geist zu verstärken. Das gilt für mich vom Sport bis zur gesellschaftspolitischen Debatte, wie z. B. das Format Stadtgespräche, die in diesem Pavillon einen unglaublichen Anklang gefunden haben, wie ich es mir vorher nie hätte vorstellen können, dass so ein sperriges, oft auch trockenes Thema so gut ankommt. Von daher hoffe ich auf eine gute Zusammenarbeit, dass wir es schaffen, in die richtige Richtung zu gehen. Der Vorsitzende: Ich möchte noch einmal auf die beabsichtigte Abschlussdiskussion am 8. Dezember verweisen zum Thema Stadtgeburtstag, wo wir dann diese Dinge auch einmal aufgearbeitet bekommen und uns dann diese ganzen Themen noch einmal ge- meinsam vornehmen sollten. Stadtrat Dr. Käuflein (CDU): Zunächst kann sich meine Fraktion dem Dank, den Dr. Fischer den Akteuren des Stadtgeburtstag ausgesprochen hat, anschließen. Zur Begründung des Antrags, das war der Hauptteil seiner Rede: Auf Facebook gibt es eine Gruppe, die heißt „Der Pavillon soll bleiben“. Jemand hat mich ungefragt dieser Gruppe hinzugefügt. Das ist etwas, was ich normalerweise überhaupt nicht leiden kann. Normalerweise trete ich dann sofort aus einer Gruppe unter Protest aus. Dieses Mal habe ich es nicht so gemacht, weil das Anliegen, dass der Pavillon bleiben soll, mir sympathisch ist. Gleichwohl – Sie ahnen, dass jetzt eine Wende kommt – müssen wir unterscheiden zwischen dem, was wir uns wünschen können und dem, was wir ver- nünftigerweise und effektiv wollen können. Die Verwaltung legt für uns überzeugend dar, dass aus rechtlichen, aus technischen und aus finanziellen Gründen nicht gedacht werden kann, dass der Pavillon an diesem Ort oder an einem anderen Ort stehen bleibt. Das war uns im Übrigen von vornherein klar. Etwas anderes ist, dass Aktivitäten des Stadtgeburtstags, die Lichtspiele wurden exemp- larisch genannt, im Jahr 2016 oder in Folgejahren fortgesetzt oder wiederholt werden können. Darüber werden wir zu gegebener Zeit in den zuständigen Gremien beraten. Ein Hauptpunkt wird sicher die Sondersitzung des Gemeinderates am 8. Dezember sein. Wir werden aber sicher auch im Aufsichtsrat Stadtmarketing, im Kulturausschuss, in - 4 - anderen Gremien darüber beraten. Ich hoffe und bin eigentlich zuversichtlich – damit schließt sich der Kreis, dann wird es zu einer Zustimmung zur Absicht des Antrags -, dass wir etwas von dem Geist oder von der Begeisterung des Stadtgeburtstags hinüber transportieren können in die folgenden Jahre. Stadtrat Dr. Fechler (SPD): Dem Dank an das KA300-Team um Martin Wacker kön- nen wir uns in vollem Umfang anschließen. Es war großartig. Auch wenn es für eine abschließende Bilanz sicherlich zu früh ist, kann man sagen, der Stadtgeburtstag hat die Ziele, die verfolgt wurden, erreicht, die Identitätsstiftung und letztendlich auch, dass Karlsruhe überregional zur Kenntnis genommen wurde. Was wir nicht verstehen, der Kollege Wohlfeil hat vorhin über die Qualität von Anträ- gen anderer geurteilt, dass von Ihrer Fraktion Anträge gestellt werden, bei denen man die Antwort letztendlich schon kennt. Eine partielle Amnesie Ihres Vertreters im Stadt- marketingaufsichtsrat muss man zugrunde legen. Es war hinlänglich bekannt, dass das Gebäude als fliegender Bau angelegt ist und nicht als dauerhafte Lösung geplant war und letztendlich – wie sich auch aus der Antwort der Verwaltung ergibt – wenn über- haupt nur mit einem hohen finanziellen Aufwand zu ertüchtigen wäre. (Zuruf Stadtrat Wohlfeil/KULT) - Dann kann man aber einen anderen Weg wählen. Das ist populistisch, wenn der An- trag so gestellt wird. Was der Kollege Dr. Käuflein gesagt hat, oder auch die Fraktion der Antragsteller, dass man den Geist des Geburtstags mit in den Alltag retten sollte, auch für andere Veran- staltungen. Das ist selbstverständlich. Das hat sich durch die Positionierung hinsichtlich der Fortführung der Schlosslichtspiele bzw. der Hoffnung, dass man sie im nächsten Jahr fortführen kann, schon gezeigt. Insgesamt sind wir mit der Antwort der Verwaltung zufrieden. In verschiedenen Beiträ- gen wurde geäußert, den Antrag haben wir schon vor zwei Jahren gestellt, der andere vor drei Jahren. Auch im Rahmen der Diskussion um die Haushaltskonsolidierung und der Glaubwürdigkeit des Gremiums würde ich an alle appellieren, in sich zu gehen, ob wir hier ein Freizeitproblem haben. Die Verwaltung hat sicherlich auch nicht das Prob- lem, dass sie eine Beschäftigungstherapie braucht und dass wir auch ein gewisses Au- genmaß an den Tag legen. Wie schon gesagt, insgesamt sind wir mit der Antwort der Verwaltung zufrieden. Stadträtin Dr. Leidig (GRÜNE): Es war ein schöner Sommer, es war wirklich ein erleb- nisreicher Sommer. Rund um das Schloss haben täglich oft mehrere Tausend Menschen das Angebot der Schlossprojektion und die Veranstaltungen rund um dem Pavillon be- sucht und diese Besuche sichtlich genossen. Mir ist jedes Mal das Herz aufgegangen, wenn ich sowohl eine Rentnergruppe wie auch jugendlichen Gruppen vollkommen ent- spannt den Abend verbringend gesehen habe. Auch diese Begeisterung und das Klat- schen nach der Vorführung, obwohl man wusste, das sind jetzt Gruppen, die haben - 5 - diese Projekt bestimmt schon 10 mal gesehen in den letzten sechs Wochen. Trotzdem haben sie wieder geklatscht, weil sie es so toll fanden. Das war wirklich schön. Auch der Pavillon hat dazu beitragen, dass das Ganze so angenommen wurde und tat- sächlich als ein Erlebnis erlebt wurde. So sehr umstritten der Pavillon im Vorfeld war – wir erinnern uns an manche böse Leserbriefe -, so ist er doch vielen in der Bevölkerung ans Herz gewachsen, so dass auch aus der Bevölkerung auch, und in der Presse mehr- fach zu lesen, die Frage aufkam, können wir den Pavillon erhalten. Dass diese Frage jetzt von der KULT-Fraktion aufgegriffen und an die Verwaltung weitergereicht wurde, um einmal durchzurechnen, was das kosten würde, damit Zahlen und Fakten auf dem Tisch liegen, finden wir ein berechtigtes Interesse. Ich finde es auch ganz gut - uns war es zwar vorher auch schon klar -, dass man jetzt wirklich auch Fakten hat, die man transportieren kann und die noch einmal verständlich machen, es geht nun einmal nicht. Das ist eigentlich zu begrüßen. Auf das, warum es nicht geht, brauche ich nicht mehr einzugehen. Das ist mehrmals gesagt worden. Der Pavillon geht nicht. Es stellt sich aber die Frage nach dem Sommer- programm auf dem Schlossgelände und der damit verbundenen Kosten. Was geht hier und was nicht? Das Schlossareal hat sich der Bevölkerung geöffnet, wurde von den Menschen erobert. Wenn wir an den letzten Samstag zurückdenken: Wieder 60.000 Menschen vor dem Schloss, hinter dem Schloss, die dieses Gelände für sich noch einmal ganz neu kennengelernt, erobert haben, darin herumgewandelt sind, begeistert waren. Das zeigt einfach auch, wie wohl diese Öffnung unserer Bevölkerung getan hat und wie sehr sie sich tatsächlich auch wohlfühlen in diesem Schlosspark, so dass es sicherlich wünschenswert wäre, wenn dort etwas weiter geht. Aber das wird letzten Endes mit einigen Kosten verbunden sein. Eine Fortführung des Sommerprogramms wird sich auf etwa 500.000 Euro für einen Monat belaufen. Das ist doch einiges Geld. Schließlich hat uns auch der Stadtgeburts- tag schon vieles gekostet, und zwar deutlich mehr als die 11 Mio. Euro, von denen offi- ziell immer die Rede ist. Denn zu diesen 11 Mio. Euro kommen allein schon über 2 Mio. Euro Mehrwertsteuer dazu, die wir auch bezahlen müssen. Da kommen viele Projekte dazu, wie das Organum, es kommen Ausstellungen dazu, Festivals und viel zusätzlicher Verwaltungsaufwand in der originären Verwaltung, so dass wir prinzipiell die 15 Mio. Euro für eine wesentlich korrektere Zahl für den städtischen Haushalt hal- ten, als die 11, die so gerne genannt werden. Es war also sehr schön, aber es war auch teuer. Wir können uns im Zuge der Haushaltskonsolidierung leider auch nicht alles leis- ten. Neben den Kosten stellt sich für mich auch die Frage, ob man so einen Erfolg überhaupt wiederholen kann, ob das nicht nur ein Abklatsch eines Großartigen ist zu einem, was ganz nett ist. Wir sollten uns diese Frage tatsächlich stellen. Lässt sich das wiederholen und wie und macht das dann auch Sinn? Gleichzeitig hat das Programm beim Pavillon zumindest auch auf den Füßen vieler Einrichtungen hier aus der Stadt gefußt. Die ha- ben das oft auch als einen Kraftakt beschrieben. Ob die diesen Kraftakt jeden Sommer heben können – man will auch einmal in Urlaub fahren -, sehe ich auch nicht unbe- dingt. - 6 - Zur Wiederholung der Schlossfestspiele und prinzipiell einer Öffnung des Schlossgar- tens: So ein Lichterfest ab und zu einmal, das wäre doch nett. Darüber kann man viel- leicht nachdenken. Ich glaube, das würde den Leuten gut gefallen und war auch nicht so furchtbar teuer. Zu den Schlossfestspielen: Da finden wir gut, dass die KULT beantragt, dass Sponsoren befragt werden und dass die Verwaltung sagt, wir sind schon im Gespräch. Prinzipiell möchte ich dem noch die Idee des Crowdfunding hinzufügen. Herr Oberbürgermeister, Sie haben die Geschichte erzählt von der Bürgerin, die bereit wäre, ein ganzes Monats- einkommen zu spenden, wenn die Schlossfestspiele wieder stattfinden. Ich möchte die arme Frau jetzt nicht festnageln, aber wenn sie einen Teil davon gibt und viele andere machen das auch, dann kommt doch ordentlich was zusammen. Das wäre ein toller Schritt in diese Richtung. Der Vorsitzende: Wir haben es dargestellt, wir arbeiten daran. Das Thema Crowdfun- ding ist dabei. Die Sponsoren wollen wir gar nicht aus der Verantwortung lassen. Schlosslichtspiele sind fast schon gesetzt. Dann schauen wir noch, was wir drum herum machen. Da kommen wir Anfang Dezember weiter, wenn wir noch ein bisschen härtere Fakten dazu haben. Stadtrat Wenzel (FW): Mein Kollege Schmidt hat mich daran erinnert, dass Ihre Ant- wort auf unsere Anfrage bereits vor der Sommerpause genauso detailliert veröffentlicht wurde. Man sollte vielleicht auch manchmal die Anfragen lesen. Ich möchte mich auch bedanken. Ich fand, das Einmalige war das Einmalige an dieser ganzen Veranstaltung. Aber eines sind Sie mir doch noch schuldig. Sie haben mir bei der letzten Anfrage noch nicht gesagt, was eigentlich damit passiert. Werden jetzt dar- aus Bänke gemacht? Diese Frage wollten Sie mir noch beantworten. Würde es uns et- was kosten oder nicht? Ich wollte es mir sparen, aber wenn Sie mir das Wort geben, dann habe ich die Frechheit, noch einmal nachzufragen. Der Vorsitzende: Sie haben sich gemeldet, deshalb bekommen Sie das Wort, ob ich das nun gut finde oder nicht. Die Sache mit dem Holz: Die vorgesehene Menge Holz bleibt in der Stadt. Ob uns das jetzt etwas kostet, kann ich Ihnen aus dem Stegreif nicht sagen. Aber ich glaube, nicht viel, denn sonst hätten wir es lieber dort belassen, wo es bis dahin hingehört hat. Aber auch das reichen wir noch nach. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 21. Oktober 2015