Quartier Zukunft - Labor Stadt
| Vorlage: | 2015/0527 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 28.08.2015 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Amt für Stadtentwicklung |
| Erwähnte Stadtteile: | Mühlburg, Oststadt |
Beratungen
- Hauptausschuss (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 27.10.2015
Rolle: Kenntnisnahme
Ergebnis: Keine Angabe
Zusätzliche Dateien
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Extrahierter Text
BESCHLUSSVORLAGE STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister Gremium: 9. Sitzung Hauptausschuss Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 27.10.2015 2015/0527 2 öffentlich Dez. 2 Quartier Zukunft - Labor Stadt Beratungsfolge dieser Vorlage am TOP ö nö Ergebnis Hauptausschuss 27.10.2015 2 Kenntnisnahme Antrag an den Gemeinderat / Ausschuss Im Rahmen des Projekts „Quartier Zukunft – Labor Stadt“ des Karlsruher Instituts für Technolo- gie (KIT) wurde ein Bürgerforum durchgeführt, bei dem Bürgerinnen und Bürger der Oststadt Ideen für die nachhaltige Entwicklung ihres Stadtteils entwickelt haben. Die Ergebnisse wurden in einem Bürgerprogramm zusammengefasst. Einzelne Vorschläge der Bürgerinnen und Bürger wurden bereits umgesetzt. Die entstandenen Aktivitäten und Arbeitsgruppen werden vom KIT im Rahmen des neuen Unterprojekts „Reallabor 131 – KIT findet Stadt“ weiter begleitet. Der Hauptausschuss nimmt die Ausführungen zur Kenntnis. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Haushaltsmittel stehen (bitte auswählen) Kontierungsobjekt: (bitte auswählen) Kontenart: Ergänzende Erläuterungen: ISEK Karlsruhe 2020 - relevant nein ja Handlungsfeld: Städtebau Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Das Projekt "Quartier Zukunft - Labor Stadt" ist ein Projekt des Instituts für Technikfolgenab- schätzung und Systemanalyse (ITAS) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) mit der Stadt Karlsruhe als Kooperationspartnerin. Es wird seit Januar 2012 am KIT bearbeitet und ist im Inte- grierten Stadtentwicklungskonzept Karlsruhe 2020 verankert. Ziel des Projekts ist es, am Beispiel der Oststadt ein Bestandsquartier gemeinschaftlich in Richtung eines nachhaltigen Stadtquar- tiers weiterzuentwickeln. Die Vorschläge und Ideen zur Umsetzung dieses Projektziels wurden und werden partizipativ von den Bürgerinnen und Bürgern der Oststadt entwickelt. Für die Durchführung des Beteiligungsprozesses ist es gelungen, die Unterstützung der Bertels- mann-Stiftung zu gewinnen, die das Beteiligungsformat „BürgerForum“ entwickelt hat. Die Stadt Karlsruhe hat sich neben fachlicher Unterstützung mit einem Zuschuss in Höhe von 15.000 Euro an der Umsetzung des BürgerForums beteiligt. Das KIT beteiligte sich mit Personal- ressourcen sowie mit ca. 5.000 Euro. Die Bertelsmann-Stiftung stellte die Unterlagen und die benötigte Technik zur Verfügung und finanzierte die Software BürgerForum inklusive Hosting sowie die Online-Moderation in Höhe von ca. 20.000 Euro. Die Besonderheit an dem Beteiligungsformat BürgerForum ist der Wechsel von Präsenzveran- staltung und Online-Diskussion: Im Herbst 2014 wurden Bürgerinnen und Bürger eingeladen, um in einem ganztägigen Workshop Ideen für eine nachhaltige Weiterentwicklung der Oststadt zu erarbeiten. Nach dieser Auftaktveranstaltung folgte eine vierwöchige öffentliche Online- Phase, in der die entwickelten Ideen vertieft und ausgearbeitet wurden. Auf einer Abschlussver- anstaltung, zu der auch die Gemeinderatsfraktionen eingeladen waren, wurde das auf diesem Wege entstandene Bürgerprogramm vorgestellt, das dieser Vorlage als Anlage beigefügt ist. Die zahlreichen Vorschläge, die im Rahmen des BürgerForums entstanden sind, wurden zu zwölf zentralen Themenbereichen zusammengefasst und teilweise bereits durch konkrete Umset- zungsideen ergänzt. Die zuständigen Fachdienststellen der Verwaltung haben zu den einzelnen Bürgerideen eine Stellungnahme geliefert, die in die weitere Arbeit des Quartiers Zukunft mit den Bürgerinnen und Bürgern eingespeist wird. Unter den zahlreichen Bürgervorschlägen waren auch die Aufwertung und Neubelebung des Gottesauer Platzes sowie die Attraktivitätssteigerung des Otto-Dullenkopf-Parks. Als konkrete Umsetzungsideen wurden in diesem Zusammenhang das Aufstellen von Sitzgelegenheiten und eine abwechslungsreichere Bepflanzung genannt. Die Verwaltung hat bereits weitere Sitzgele- genheiten für den Otto-Dullenkopf-Park bestellt. Durch die Übernahme von Patenschaften be- stünde zudem die Möglichkeit, eine anspruchsvollere Bepflanzung zu realisieren. Ein weiteres Anliegen der Bürgerinnen und Bürger war es, einen zentralen Ort als Treffpunkt in der Oststadt einzurichten. Mit der Eröffnung des Zukunftsraums durch das Quartier Zukunft Team am 13. Juni 2015 wurde dieser Wunsch umgesetzt und ein wichtiger Meilenstein für die Fortführung des Projekts erreicht. Der Zukunftsraum steht als Ort für Forschung, Veranstaltun- gen, Besprechungen und als kreative Ideenschmiede für nachhaltige Quartiersentwicklung allen Interessierten und Aktiven zur Nutzung rund um das „Quartier Zukunft“ zur Verfügung. Dar- über hinaus gibt es bereits das Stadtteilbüro Oststadt des Bürgervereins, das bürgerschaftlich engagierte Gruppen ebenfalls nutzen können. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 Im Rahmen des Projekts „Quartier Zukunft“ wurden weitere Veranstaltungen zum Thema Nachhaltigkeit ins Leben gerufen, wie das Reparaturcafé, das am 25. Juli 2015 bereits zum sechsten Mal in der Oststadt stattfand, oder den Quartier Zukunft Stammtisch, der alle zwei Monate stattfindet. Diese und weitere Aktivitäten und Arbeitsgruppen, die aus dem Bürgerfo- rum hervorgegangen sind, werden im Rahmen des seit Januar 2015 vom Wissenschaftsministe- rium drei Jahre lang geförderten Projekts „Reallabor 131 – KIT findet Stadt“ weiterentwickelt und vom KIT weiter begleitet. Angestrebt wird dabei, die Bürgervorschläge gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern, unter- schiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen und anderen stadtgesellschaftlichen Akteuren zu bearbeiten. Entstehen sollen transdisziplinäre Forschungs- und Entwicklungsprojekte, in denen die Beteiligten gemeinsam und auf Augenhöhe zusammenarbeiten, um die Bürgervorschläge voranzutreiben. In einem ersten Schritt hat das Team des Quartier Zukunft innerhalb des KIT weitere Wissen- schaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Fachbereiche einbezogen, welche die Bür- gervorschläge wissenschaftlich begleiten werden. Konzipiert werden transdisziplinäre Projekte zu folgenden Themen auf Basis der Bürgervorschläge: Energiekonzept für das Quartier Oststadt, Mobilität in der Oststadt, Räume der Oststadt, Nachbarschaften, soziale Netzwerke und Gemeinschaften, Nachhaltiger Konsum. Das „Quartier Zukunft – Labor Stadt“ hat den Deutschen Lokalen Nachhaltigkeitspreis 2013 in der Kategorie „ZeitzeicheN Ideen“ vom deutschlandweiten Netzwerk21 erhalten und wurde zudem von der Deutschen UNESCO-Kommission als Projekt der UN-Dekade „Bildung für nach- haltige Entwicklung” ausgezeichnet. Beschluss: Antrag an den Hauptausschuss Im Rahmen des Projekts „Quartier Zukunft – Labor Stadt“ des Karlsruher Instituts für Technolo- gie (KIT) wurde ein Bürgerforum durchgeführt, bei dem Bürgerinnen und Bürger der Oststadt Ideen für eine nachhaltige Entwicklung ihres Stadtteils entwickelt haben. Die Ergebnisse wurden in einem Bürgerprogramm zusammengefasst. Einzelne Vorschläge der Bürgerinnen und Bürger wurden bereits umgesetzt. Die entstandenen Aktivitäten und Arbeitsgruppen werden vom KIT im Rahmen des neuen Projekts „Reallabor 131 – KIT findet Stadt“ weiter begleitet. Der Hauptausschuss nimmt die Ausführungen zur Kenntnis. Hauptamt – Ratsangelegenheiten – 15. Oktober 2015
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Stadtgesellschaft im Wandel – Lebensqualität steigern Verträglich wirtschaften und arbeiten Alltagsmobilität im Blick, Klima und Energie neu denken Bürger Programm BürgerForum Nachhaltige Oststadt | Zukunft aus Bürgerhand Leben und Wohnen in der Oststadt Impressum: Die Bürgervorschläge und die Verlinkungen spiegeln die Meinungen der an dem Bürger- Forum beteiligten Bürgerinnen und Bürger wieder und stellen keine offizielle Position des Quartier Zukunft oder der Stadt Karlsruhe dar. Herausgeber: Quartier Zukunft – Labor Stadt Ein Projekt des Karlsruher Institutes für Technologie (KIT) Am BürgerForum beteiligte Institutionen: Projekt „Quartier Zukunft – Labor Stadt“, angesiedelt am Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) des KIT Stadtverwaltung Karlsruhe (Amt für Stadtentwicklung, Amt für Umwelt- und Arbeitsschutz) Bürgerinnen und Bürger der Stadt Karlsruhe Bertelsmann Stiftung IKU_Die Dialoggestalter (Präsenzmoderation) Zebralog (CommunityManagement der Online-Beteiligungsplattform des BürgerForums) Redaktion: Marius Albiez, Sarah Bloesy, Sarah Meyer-Soylu, Oliver Parodi, Alexandra Quint, Andreas Seebacher, Colette Waitz Bildnachweis: KIT Grafik und Layout: Katja Saar Stand: November 2014 2. unveränderte Auflage 2015 Allgemeine Anfragen an: buergerforum@quartierzukunft.de Webseite des BürgerForums: www.karlsruhe.buergerforum2014.de Die Broschüre ist umweltfreundlich und auf 100% Recyclingpapier gedruckt. Inhalt Einleitung Nachhaltigkeit Überblick Nachhaltigkeit Stadtgesellschaft im Wandel – Lebensqualität steigern Gottesauer Platz Otto-Dullenkopf-Park und Grünanlage Nachbarschaftsnetzwerke + Gemeinschaft fördern Leben und Wohnen in der Oststadt Shared Spaces – Gemeinschaftlich nutzbare Räume Mehrgenerationen Wohnen Orte und Anlässe für Gemeinschaft, Kommunikation und Netzwerke schaffen Alltagsmobilität im Blick, Klima und Energie neu denken Attraktives Fahrradfahren Energiekonzept Quartier Oststadt Nachhaltigkeitsbüro Oststadt – alles rund um Energie und Klima Verträglich wirtschaften und arbeiten Oststadtzentrum Laden ohne Verpackung mit regionalen Erzeugnissen und als Verteilstelle für „Lebensmittelrettung“ Stärkung und Restrukturierung des Einzelhandels Seite 6 7 8 9 Seite 10 11 12 13 Seite 15 16 17 18 Seite 19 20 21 22 Seite 4 5 4 Einleitung Einleitung Das BürgerForum „Nachhaltige Oststadt | Zukunft aus Bürgerhand“ Die weltweiten Bemühungen um Nachhaltige Entwicklung un- terstützt das KIT-Projekt Quartier Zukunft zusammen mit der Stadtverwaltung Karlsruhe auf lokaler Ebene in der Karlsruher Oststadt. Auf dem BürgerForum Nachhaltige Oststadt | Zukunft aus Bürgerhand erarbeiteten Bürger und Bürgerinnen im Okto- ber und November 2014 Vorschläge, wie nachhaltiges Stadtle- ben und nachhaltige Stadt vorangebracht werden können: Welches Verhalten, welche Projekte, welche Ideen fördern den gesellschaftlichen Gesinnungswandel hin zu nachhaltigem Denken und Handeln, hin zu einer Oststadt als zukunftsfähi- gem Lebensraum für alle Generationen und Menschen mit un- terschiedlichen Lebensstilen, Einkommensverhältnissen und kulturellen Hintergründen? Stets dabei im Blick: unsere Um- welt, unsere Mitwelt und unsere Nachwelt. Das BürgerForum hatte zum Hauptziel, dass KarlsruherInnen gemeinsam Bürgervorschläge zu gesellschaftlich relevanten Themen nachhaltiger Quartiersentwicklung erarbeiten, die an- schließend gemeinschaftlich weiterverfolgt und umgesetzt werden können. Die Teilnehmenden – BewohnerInnen der Oststadt, dort Ar- beitende, BesucherInnen – waren aufgerufen, in Präsenzver- anstaltungen und einer Online-Phase gemeinsam mit Exper- tInnen aus Wissenschaft und Praxis Ideen zu folgenden Themen zu entwickeln: • Stadtgesellschaft im Wandel – Lebensqualität steigern • Leben und Wohnen in der Oststadt • Alltagsmobilität im Blick, Klima und Energie neu denken • Verträglich wirtschaften und arbeiten. Die Ergebnisse des mehrwöchigen, von Bürgerredakteuren geleiteten Diskussionsprozesses werden der interessierten Öf- fentlichkeit in diesem Bürgerprogramm vorgestellt. Sie sind ei- nerseits Ergebnis andererseits wiederum Ausgangspunkt und Saat weiteren gemeinschaftlichen Engagements in und für Karlsruhe. Mögen sie Früchte tragen! Das BürgerForum Nachhaltige Oststadt | Zukunft aus Bürger- hand wurde vom Projekt Quartier Zukunft – Labor Stadt als gelebtes Beispiel einer scientific-public-private-partnership in Kooperation mit der Stadt Karlsruhe und der Bertelsmann Stif- tung durchgeführt. Zeit: Samstag, 11. Oktober 2014 10.00 bis 16.30 Uhr Ort: Casino der Verkehrsbetriebe Tullastraße 71, 76131 Karlsruhe Zeitraum: 30. August bis 10. Oktober 2014 Eine Registrierung über die Website ist zur Teilnahme erforderlich. Die Teilnehmerzahl ist auf 200 Personen begrenzt. Zeit: Freitag, 21. November 18.00 bis 21.00 Uhr Ort: Gemeindesaal St. Bernhard Georg-Friedrich-Straße 19, 76131 Karlsruhe Zeitraum: 11. Oktober bis 07. November 2014 Eine Registrierung über die Website ist zur Teilnahme erforderlich. Die Teilnehmerzahl ist unbegrenzt. Auftaktwerkstatt Onlinewerkstatt Ergebniswerkstatt Einladung und Anmeldung www.karlsruhe.buergerforum2014.de 5 Überblick Nachhaltigkeit Nachhaltigkeit Egal ob Seife, Finanzprodukte oder im Zuge politischer Talkshowdebatten – über- all stößt man auf den Begriff der „Nachhaltigkeit“. Doch was bedeutet Nachhaltig- keit eigentlich? Oftmals wird der Begriff verkürzt schlicht mit „dauerhaft“ übersetzt – mit fatalen Folgen: So könnte man beispielsweise argumentieren, dass die Verschmutzung der Weltmeere durch Plastikmüll eine besonders nachhaltige Verunreinigung ist, da Einkaufstüten und Einweggeschirr nur sehr langsam abgebaut werden. Auch die Gleichsetzung mit „umweltfreundlich“ greift zu kurz, da insbesondere soziale Aspekte gänzlich ausgeklammert würden. Es lohnt sich einen Blick in die Geschichte zu werfen. Der Grundgedanke der Nachhaltigkeit ist älter als man vermuten könnte. Bereits im Jahr 1713 forderte der deutsche Kammer- und Bergrat Hans Carl von Carlowitz, dass der Wald „nachhal- tend“ bewirtschaftet wird, das heißt nicht mehr Holz im Laufe eines Jahres ge- schlagen werden sollte, als nachwächst. Ihm ging es darum, von den Erträgen der Natur zu leben und nicht von deren Substanz. Dieser Gedanke spiegelte sich auch rund 250 Jahre später in der 1972 veröffentlichten Studie „Die Grenzen des Wachstums“ wieder. Die Studie wurde vom Club of Rome in Auftrag gegeben und zeigt unterschiedliche Entwicklungsszenarien für die gesamte Menschheit auf, mit dem Ergebnis, dass aufgrund knapper Ressourcen und einer begrenzten Belast- barkeit der Umwelt ein „Weiter so wie bisher“ in die Katastrophe führen würde. 1983 wagten sich die Vereinten Nationen an die Frage heran, welche Bedingun- gen für eine Nachhaltige Entwicklung erfüllt sein müssten. Eine Begriffsdefinition, die bis heute weitgehend verwendet wird, findet sich hierzu im sogenannten Brundtland-Bericht „Unsere gemeinsame Zukunft“ wieder: Eine Nachhaltige Ent- wicklung ist demnach realisiert, wenn sie „die Bedürfnisse der Gegenwart befrie- digt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können“. Aufbauend auf den Ergebnissen der Brundtland-Kommissi- on fand im Jahre 1992 der sogenannte UN-Gipfel von Rio statt. Hieraus entstan- den unter anderem die verschiedenen „lokalen Agenda 21“-Gruppen, welche es sich zur Aufgabe gemacht haben, Nachhaltige Entwicklung auf lokaler Ebene ge- mäß der Prämisse: „Global denken, lokal handeln“ umzusetzen. Wenn man derzeit von Nachhaltigkeit spricht, so ist der Anlass oft ein mögliches Unheil, das weite Teile der Menschheit bedroht, sofern nicht die dafür notwendi- gen Gegenmaßnahmen getroffen werden: Seien es nun die sozialen und wirt- schaftlichen Folgen des Klimawandels oder fortschreitender Armut, Kriege um Rohstoffe, Flüchtlingsströme oder desaströse Unfälle in Kernkraftwerken. Natür- lich müssen diese Gefahren berücksichtigt und angegangen werden, doch der Weg einer Nachhaltigen Entwicklung kann vielseitiger sein, als „Verzicht und Kri- se“. Wie wäre es dabei beispielsweise mit „Freude statt Sorge“, mit „Lust statt Pflicht“ oder „Wollen statt Sollen“? Haben wir nicht alle mehr Freude daran, in ei- nem sauberen und unbelasteten See zu baden anstatt durch einen ‚Mülltümpel‘ zu waten? Es geht also um eine Verbesserung des menschlichen Lebens insge- samt – auch und gerade für kommende Generationen. Nachhaltige Entwicklung heißt dabei auf eine kurze Formel gebracht: „heute gut zu leben und dabei die Mitwelt, Umwelt und Nachwelt zu achten.“ Im „Integrativen Konzept nachhaltiger Entwicklung“ der Helmholtz-Gemeinschaft wurden im Jahre 2001 Nachhaltigkeitsregeln aufgestellt, die Orientierung bieten, wie Nachhaltigkeit ausgestaltet werden kann. Das „Integrative Konzept“ schließt sowohl die heutigen als auch die kommenden Generationen ein und berücksich- tigt die weltweite und lokale Perspektive. Hauptziele sind, die menschliche Exis- tenz und Grundversorgung aller Menschen zu sichern, sowie die Handlungs- und Entwicklungsmöglichkeiten zu bewahren. Dabei muss selbstverständlich jede Gesellschaft für sich selbst entscheiden, wie sie Nachhaltige Entwicklung konkret ausbuchstabiert. Im BürgerForum Nachhaltige Oststadt soll „Nachhaltigkeit“ im Sinne dieses Inte- grativen Konzepts umgesetzt werden. Ausschuss: Stadtgesellschaft im Wandel – Lebensqualität steigern 6 Stadtgesellschaft im Wandel – Lebensqualität steigern Auftaktwerstatt Mitarbeiter: Fabrizio Maria Amoruso | Najoua Benzarti | Jessica Deutsch | Catherine Devaux | Christa Dür | Angelika Engelbert | Marie-Thérèse Hélène Fischer | Silke Hinken | Birgitt Hübner | Ingrid Laux-Tribelhorn | Wolfgang Linder | Schoole Mostafawy | Martina Munz | Martina Streicher | Ralf Trunko | Rosmarie Voelker | Chris Zimmermann | und weitere Stadtgesellschaft im Wandel – Lebensqualität steigern Aufgaben für Wissenschaft und Bürger: Karls-Ruhe: Ruheinseln in der Oststadt Luftqualität und Lärm – messen und verbessern Gesundheit: gemeinsam lernen Sportparks und Bewegung im Alltag Weniger – älter – bunter, lauten knapp die Kennzeichen der gegenwärtigen Bevölkerungsentwicklung. Dass der demogra- phische Wandel viele Herausforderungen birgt, denen sich un- sere Gesellschaft stellen muss, ist inzwischen mehr als deut- lich. Wir sind Teil dieser Entwicklung und bekommen die Auswirkungen einer veränderten Gesellschaftsstruktur schon heute zu spüren. In diesem Ausschuss diskutieren wir den Um- gang mit der Thematik speziell in der Karlsruher Oststadt. In Anbetracht der sinkenden Geburtenrate und einer wachsen- den Zahl an älteren Menschen stellt sich die Frage, wer und in welcher Form sich zukünftig um uns kümmern wird und wel- che Rolle dabei beispielsweise generationenübergreifende Wohnformen und Nachbarschaften einnehmen. Welche Un- terstützungsangebote gibt es schon und an welcher Stelle be- steht noch Ausbaupotenzial? Gerade eine bunt gemischte Stadtbevölkerung bietet zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten beim gegenseitigen Versorgen und Kümmern. Menschen aus anderen Kulturen bereichern unsere Gesellschaft, das Zusam- menleben im Alltag birgt aber auch Herausforderungen, um ein vertrauensvolles und wertschätzendes Zusammenleben zu ermöglichen. Wie können wir unsere Lebensqualität verbessern oder mög- lichst lange aufrechterhalten? Wie lassen sich Entschleunigung und Stressabbau in unseren Alltag integrieren? Gerade heute, wo wir an und über den Grenzen unserer Leistungsfähigkeit arbeiten, darf unsere eigene auch seelische Gesundheit nicht zu kurz kommen. In diesem Zusammenhang stellen sich vor allem auch die Fragen, was das Leben in der Stadt lebenswert und lebendig macht und wie wir möglichst lange gesund in ihr leben können. Was dagegen sind eher krankheitsfördernde Faktoren und wie können wir diese vermeiden? 7 Stadtgesellschaft im Wandel – Lebensqualität steigern | Bürgervorschläge Gottesauer Platz Mitzeichnungen: 29 Bürgerredakteure: Heidelinde Stober-Ehrhardt & Martina Munz Kernbotschaft Um die Karlsruher Oststadt bei dem Thema Aufwertung und Neubelebung des Gottesauer Platzes (GAP) voran zu bringen, schlagen wir vor, dass die Aufenthaltsqualität des Platzes durch ein umfangreiches Konzept zur Neugestaltung gesteigert wird. Hierbei und bei der aktiven Gestaltung sollen Bürgerinnen und Bürger beteiligt werden und sich einbringen. Begründung Wir wollen damit erreichen, dass sich alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen fühlen, den Platz zu nutzen, sich dort aufzu- halten, und dass so eine Begegnungsstätte in diesem Bereich der Oststadt geschaffen wird. Unser Vorschlag setzt auf folgende Bausteine: • bessere/mehr Abgrenzung gegen die Durlacher Allee • Café/Eiscafé/Bistro • Bücherschrank • Spielgeräte (nicht nur für Kinder) • (Abend-) Markt • Picknickbänke Vorschlag im Detail Für eine bessere Aufenthaltsqualität auf dem Gottesauer Platz (GAP) schlagen wir vor, eine sog. „Bürgerbegegnungsstätte“ als Treffpunkt und als Ort der Kommunikation zu etablieren. Vor- stellbar wäre hierbei ein Pavillon, eventuell kombiniert mit ei- nem Café, Eiscafé oder/und Bistro. Auch außergewöhnliche Ideen, wie umgestaltete Schiffscontainer mit vielen Fenstern hätten Charme. Beispiele hierfür sind die alten Schiffscontainer in der Schweinemarkthalle (von Künstlern bemalt), neue Frachtcontainer wie bei Commod Haus. Solche Gebäude sind mit wenig Aufwand zu installieren, das Pflaster muss nicht auf- gerissen werden und sie sind zudem noch ein Hingucker. Für einen besonderen Blickfang würden auch ausgediente Stras- senbahnwaggons dienen, die durch das Straßenbahn-Depot ein „Arbeitsthema“ der Oststadt aufgreifen würden. In einem solchen Pavillon oder in ausgebauten Schiffscontainern oder Straßenbahnwaggons können verschiedene Aktivitäten statt- finden und der Treffpunkt für verschiedene Gruppen sein. Ideen für Aktionen: Spieleabende, Lesungen, Ausstellungen, Schwarzes Brett, digitaler Briefkasten, gemeinsames Kochen, Talentetauschbörse, Vorträge. Im Außenbereich könnte eine schöne Terrasse mit Tischen, Bänken, runden Holzpodesten und einem Bücherschrank zum Verweilen und Picknicken einladen. Die Begegnungsstätte sollte regelmäßige Öffnungszeiten ha- ben und als Betreiber wäre eventuell der Bürgerverein nahelie- gend. Es gibt auch verschiedene Grupppen, die einen Raum suchen: zum Beispiel die Oststadt-Nachbarn oder andere Bür- gerForums-Vorschläge wie das „Nachbarschaftswerk“ suchen Plätze. Sicher können Ehrenamtliche gefunden werden, die die Begegnungsstätte gern betreuen würden. Weitere Ideen für mehr Flair auf dem GAP: • Abendmarkt, der zudem ein großer Nutzen für Berufstätige wäre • Temporäre Kunstaktionen direkt auf dem GAP; zweimal im Jahr von Karlsruher Künstlern kreiert • Bepflanzung in den Hochbeeten abwechslungsreicher gestalten Umsetzung Ein gutes Beispiel für eine Bürgerbegegnungsstätte ist Ispringen: www.buergerhaus-regenbogen.de. Beispiel, wie aus Schiffscontainern ein „Gebäude“ entstehen kann, zeigt dieser YouTube-Werbefilm –> www.youtube.com/ watch?v=wMQtgitkxM4. 8 Stadtgesellschaft im Wandel – Lebensqualität steigern | Bürgervorschläge Otto-Dullenkopf- Park und Grünanlage Mitzeichnungen: 19 Bürgerredakteur: Ralf Trunko Kernbotschaft Der Otto-Dullenkopf-Park (www.ka.stadtwiki.net/Otto-Dullen- kopf-Park) ist quasi die grüne Lunge des Karlsruher Ostens. Während der Karlsruher Westen mit der Günther-Klotz-Anlage und das Zentrum mit dem Schloßpark bereits bestens mit Nah- erholungsmöglichkeiten ausgestattet sind, sehen wir im Otto- Dullenkopf-Park noch Verbesserungspotenzial. Begründung Eine Aufwertung des Parks würde einen öffentlichen Begeg- nungsraum in einer natürlichen Umgebung schaffen, an dem es momentan im Karlsruher Osten fehlt. Eine attraktive Parkan- lage, die Möglichkeiten für Freizeit, Sport und Erholung bietet, würde nicht nur die Bewohner der Oststadt, sondern auch Be- wohner anderer angrenzender Stadtteile (z.B. Südoststadt, Rin- theim) anziehen. Eine Aufwertung bezieht sich dabei auf die Parkgestaltung und auf dem Gelände stattfindende Maßnah- men für Freizeit und Erholung, wobei auch die öffentliche Si- cherheit der Parkbesucher berücksichtigt werden soll. Bereits vorhandene Aspekte (Gottesauer Schloß und Musikhochschu- le, Open Air Kino der Schauburg im Sommer, gastronomisches Angebot (Purino), S-Bahn-Haltestelle mitten im Park, Jugend- zelt, Funpark mit Bolzplatz, Basketballfeld und Skaterplatz) sol- len dabei integriert werden. Der Park besteht aus einem Nord- und einem Südteil, begrenzt im Norden durch die Durlacher Allee, im Süden durch die B10 und den Ostring. Vorschlag im Detail Folgende Ideen wurden diskutiert und sind bei der weiteren Umsetzung zu berücksichtigen: Vorschläge zur Parkaufwertung: • Minderung des Verkehrslärms durch Errichtung von Lärm- schutzwällen oder Pflanzung eng stehender Baumgruppen, notwendig im Nordteil zur Abgrenzung von der Durlacher Allee und im Südteil zur Abgrenzung vom großen Kreisel • Im Südteil des Parks werden mehr Sitzgelegenheiten benö- tigt (Bänke, idealerweise auch einige Bänke mit Tischen, ganzjährig feststehend, z. B. aus Baumstammhälften). • Einrichtung öffentlicher Grillplätze im Park mit entsprechen- den Abfallentsorgungsmöglichkeiten, reservierbar mittels App oder über die Webseite der Stadt • Erweiterung der Gartenfläche am Marstallgelände, die von Bürgern selbst angelegt und gepflegt wird • Errichtung eines Boule-Spielfelds • Angebot eines Parkcafes (analog zum Schloßcafe im Schloßpark) Vorschläge für Maßnahmen zur stärkeren Nutzung des Parks: • Mehr Festivitäten auf dem Parkgelände (z. B. Park-Fest, Open Air Konzerte der Musikhochschule, Künstlermarkt, alternativer Weihnachtsmarkt im Schloßhof, ... ) • Wechselnde Ausstellung von Skulpturen • Outdoor-Kunstaktionen Pro und Contra In der Günther-Klotz-Anlage sind bereits testweise öffentliche Grillplätze eingerichtet worden. Diese sind jedoch wieder ab- geschafft worden aufgrund fehlender Hygiene und Missach- tung der Abfallvorschriften durch die Benutzer. Es stellt sich die Frage, ob die Stadt nochmals einen Probelauf im Otto-Dullen- kopf-Park durchführen will. Die anzuschaffenden Sitzgelegenheiten für den Südteil des Parks sollten fest montiert sein, da sie sonst mit Sicherheit ir- gendwo im Park verteilt werden. Umsetzung Finanzierung: • Motivieren von Bürgern für eine persönliche Beteiligung (im Sinne von Mitarbeit) an Maßnahmen der Parkaufwertung –> namentliche Ehrung auf Tafel/Plakette • Spendenaktionen auf öffentlichen Veranstaltungen in der Oststadt • Firmen als Sponsoren gewinnen Die Umsetzung von (landschaftsplanerischen) Maßnahmen zur Parkaufwertung muss mit der entsprechenden städtischen Einrichtung (Liegenschaftsamt, Stadtplanungsamt) abgespro- chen werden. Die grüne Lunge des Kalsruher Ostens 9 Stadtgesellschaft im Wandel – Lebensqualität steigern | Bürgervorschläge Nachbarschafts- netzwerke + Gemeinschaft fördern Mitzeichnungen: 16 Bürgerredakteure: Martina Streicher & Najoua Benzarti Kernbotschaft Um die Karlsruher Oststadt in den Bereichen Integration un- terschiedlicher Bewohner, Begegnung und Kommunikation voran zu bringen, schlagen wir vor, dass ein Konzept für ein Nachbarschaftsnetzwerk erarbeitet wird, das die verschiede- nen Bewohner und Initiativen zusammenbringt. Begründung Wir wollen damit erreichen, dass das menschliche Miteinander gefördert, das Vertrauen zwischen den Bewohnern gestärkt und gegenseitige Hilfe geleistet wird. Vorschlag im Detail Konkret soll es den Bürgern der Oststadt erleichtert werden, sich über alles, was in der Oststadt von Gruppen, Vereinen und Initiativen angeboten wird, zu informieren. Ziel ist, dass die Be- wohner einen besserern Überblick bekommen, welche Aktivi- täten in der Oststadt bereits stattfinden und angeboten wer- den. Aus diesem besseren Überblick ergeben sich dann möglichst Ideen für Zusammenarbeiten, wenn mehrere Grup- pen in ähnlichen Bereichen tätig sind, oder es finden sich Part- ner für neue Aktivitäten, so dass Synergieeffekte genutzt und Potentiale ausgeschöpft werden können. Darüber hinaus soll eine Möglichkeit geschaffen werden, dass Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten zusammen fin- den. Dies kann sowohl durch Angebote von Dientleistungen, als auch durch ein Tauschnetzwerk mit eigener Währung ge- schehen. Ziel ist neben der konkreten Nachbarschaftshilfe auch Menschen miteinander bekannt zu machen und Vertrau- en in der Nachbarschaft für weitere Dienste zu schaffen, die dann auch ohne das Netzwerk geleistet werden. Umsetzung Für die Umsetzung ist es wesentlich, dass eine zentrale Stelle eingerichtet werden kann, an der alle Informationen veröffent- licht werden (sowohl Aktivitäten von Gruppen, als auch Gesu- che und Angebote). Nach Möglichkeit sollte es sich dabei um einen (zeitweise) persönlich betreuten Raum handeln, in dem Prospekte ausgelegt werden können und in dem sich eine Pinnwand mit den Aushängen befindet, die stets aktuell gehal- ten wird. Sinnvoll wäre hier eine Zusammenarbeit mit bereits vorhandenen Angeboten, wie z.B. dem Stadtteilbüro des Bür- gervereins oder dem „Schwarzen Brett“ der Gemeinde St. Bernhard. Ergänzend hierzu ist eine elektronische Lösung erforderlich, in die Bürger Gesuche, Angebote und Veröffentlichungen ein- stellen können, da so eine größere Beteiligung und Aktualität gewahrt werden kann. Eine Vernetzung von Offline- und On- line-Angeboten kann durch Ausdruck und Aushang oder einen öffentlich zugänglichen Monitor geschehen. Ebenfalls sinnvoll wäre die regelmäßige Erstellung eines Newsletters für die Ost- stadt, der aktuelle Veranstaltungen, aber auch Angebote und Gesuche enthält. Zumindest in der Anfangsphase kann ein solches Projekt nur mit einer breiten Bewerbung über alle im Stadtteil verfügbaren Medien gelingen (Oststadtbürger, Einzelhändler...). Mein Nachbar ist mir kein Phantom. Ausschuss: Leben und Wohnen in der Oststadt 10 Verträglich wirtschaften und arbeiten Leben und Wohnen in der Oststadt Alltagsmobilität im Blick, Klima und Energie neu denken Auftaktwerstatt Mitarbeiter: Gisela Bartsch | Susanne Bentin | Claudia Birk | Patrick Breuning | Oliver Cronauer | Azita Dastan | Johannes Eickhold | Stefanie Ganter | Sebastian Gottwalt | Dieter Hahn | Berti Heyl | Marlies Keller | Julia Klausmann | Cynthia Klohr | Robert Tobias Knuff | Volker Krome | Bettina Kugel | Helga Lempert | Christian Moldenhauer | Ulrike Neuwert | Freya Opfermann | Oliver Pohlner | Christine Pommerening | Arno Pylla | Günther Ried | Alexandra Schnettler | Jacqueline Seibold | Barbara Sinnemann | Lea Stepan | Heidelinde Stober-Ehrhardt | Matthias Wacker | Frank Winkler | Rüdiger Wolfram | und weitere Leben und Wohnen im Quartier Aufgaben für Wissenschaft und Bürger: Nachhaltigkeit braucht Wissen und Werte Gemeinschaftliche Wohnformen entwickeln Kulturräume und Begegnungen: weite Welt Oststadt Neue Nachbarschaften, neue Möglichkeiten Stadt als Sozialraum: gemeinsam lernen Türen auf: die Welt der Innenhöfe Nachhaltigkeitsbewertung von Quartieren Einige von uns haben sich für die Oststadt als neuen Wohnort entschieden und müssen sich erst einmal zurechtfinden im neuen Stadtraum. Einige von uns wohnen schon länger in ihrem Quartier. Sie fühlen sich wohl in ihrer gewohnten Umgebung und stellen sich die Frage, ob und wie sie ihren Wohnort noch im Alter behalten können. Die Beantwortung dieser Frage hängt sicherlich auch davon ab, ob die nötige Infrastruktur, wie Ein- kaufsmöglichkeiten, Gesundheitsversorgung, Erholungsräume, öffentlicher Nahverkehr etc. im Quartier vorhanden und gut er- reichbar ist. Sie hängt aber vielleicht auch davon ab, ob es eine funktionierende Gemeinschaft in der Nachbarschaft gibt. Kennt man seinen Nachbarn, um ihn zum Beispiel fragen zu können, ob er einem beim Einkauf oder bei der Betreuung helfen kann? Welche Wohnformen wünschen wir uns für die Zukunft? Wie bringen wir die Generationen wieder näher zusammen? Wel- che anderen Dinge gibt es, die für uns ein lebenswertes Wohn- umfeld ausmachen, in dem wir bleiben oder das wir neu bezie- hen möchten? Die Bedürfnisse an unser Wohn- und Lebensumfeld verändern sich im Laufe unseres Lebens, nach Schule und Ausbildung kommt für viele die Zeit der Familien- gründung in der plötzlich mehr Wohnraum benötigt wird. Oft finden Familien nur schlecht bezahlbaren innenstadtnahen Wohnraum und wandern ab. Deshalb gilt es zu überlegen, wie Familien und älteren Menschen weiterhin ein attraktives Leben im Quartier ermöglicht werden kann. Und: In einer Stadt treffen viele unterschiedliche Lebensstile und Werte aufeinander. Wie kann man den unterschiedlichen Bedürfnissen einer vielfältigen Gesellschaft gerecht werden? Wie können wir sogar voneinander lernen, wie Gemeinschaft stärken? 11 Leben und Wohnen in der Oststadt | Bürgervorschläge Shared Spaces – Gemeinschaftlich nutzbare Räume Mitzeichnungen: 18 Bürgerredakteure: Lea Stepan & Stefanie Ganter Kernbotschaft Um die Karlsruher Oststadt bei dem Thema „Shared Spaces“ voran zu bringen, schlagen wir vor, das im Stadtteil vorhandene Raumpotential für gemeinschaftlich nutzbare Räume zu ermit- teln. Das Ziel dabei ist, Straßenräume neu zu strukturieren und für alle Nutzergruppen attraktiv zu machen. Vorschlag im Detail Durch eine Überprüfung der Straßenhierarchie können poten- zielle Räume für Shared Spaces ermittelt werden. So kann es neben Durchgangsstraßen auch mehr Raum für entschleunigte Bereiche geben. Nicht in jeder Straße muss der Verkehr domi- nieren. Ziel ist ein gleichberechtigtes Nebeneinander aller Ver- kehrsteilnehmer, vor allem in den vielen Anwohnerstraßen der Oststadt. Dadurch können hybride Straßenräume entstehen, deren Qualität darin liegt, dass sie die Nutzer zusammen bringt und die Hektik und den Lärm aus den Wohnbereichen nimmt. Die neuen Straßenräume sollen mehr Grünbereiche mit Bäu- men enthalten, damit die Versiegelung aufgebrochen wird und gleichzeitig ein besseres Stadtteilklima entsteht. Das Parkplatzangebot soll gebündelt werden. Es soll nicht mehr überall geparkt werden. Eine Reduzierung der vorhande- nen Parkplätze kann zu einem Umdenken in Bezug auf die Notwendigkeit eines eigenen Autos in der Stadt führen (Bsp. Carsharing, Fahrrad, ÖPNV). In besonders dicht besiedelten Gebieten sind Quartiersgaragen in Erwägung zu ziehen, um die Autos von der Straße zu holen. Die bereits vorhandenen Plätze in der Oststadt sind im Zuge der Realisierung von Shared Spaces ebenfalls neu zu gestalten, um Kommunikationsorte zu schaffen, die für alle Generationen attraktiv sind (z.B. die kleinen Plätze entlang der Gerwigstraße). Die Umgestaltung der öffentlichen Räume wird sich in diesem Zuge positiv auf die Gestaltung privater Vorgärten/ Vorzonen/ Vorbereiche/ Innenhöfe etc. auswirken und zum Mitmachen stimulieren. Nachgeholfen werden kann durch Förderpro- gramme oder Wettbewerbe. Umsetzung Unser Vorschlag setzt auf 3 zeitliche Phasen: Kurzfristig um- setzbare Maßnahmen, sowie mittelfristige und langfristige Pla- nungsbausteine. • Kurzfristig: Durch die Umwandlung von Parkplätzen in Kom- munikationsräume (Bank, Tisch, Pflanzen) oder mehr Fahr- radstellplätze, oder Räume für Urban Gardening werden die Bewohner langsam an die Reduzierung der Parkplatzflächen gewöhnt. In dieser Phase können auch Wettbewerbe für Ge- staltung des Vorgartens etc. stattfinden. Außerdem können testweise die Geschwindigkeitsreduzierungen in verschiede- nen Straßen ausprobiert werden. • Mittelfristig: Nach Evaluierung der Testergebnisse erfolgt die Umgestaltung der Straßen in Shared Spaces. • Langfristig: Die Oststadt übernimmt Vorbildfunktion für an- dere Stadtteile in Karlsruhe. Das Konzept von Shared Spaces wird bei zukünftigen städtebaulichen Projekten von Anfang an mitgedacht und umgesetzt. 12 Leben und Wohnen in der Oststadt | Bürgervorschläge Mehrgenerationen Wohnen Mitzeichnungen: 15 Bürgerredakteure: Robert Tobias Knuff & Berti Heyl Kernbotschaft Um die Karlsruher Oststadt bei dem Thema „Gemeinschaftli- ches Wohnen“ für Jung und Alt voran zu bringen, schlagen wir vor, dass sowohl bei Neubau- als auch Sanierungsprojek- ten schon in der Projektierungsphase unterschiedliche Le- benssituationen sowie Eigentum und Miete berücksichtigt werden. Begründung Wir wollen damit erreichen, dass die Vorraussetzungen für be- zahlbare Immobilien und Grundstücke geschaffen werden, sich nachbarschaftliche Beziehungen gründen, Jung und Alt sich unterstützen und eine höhere Lebensqualität erzeugt wird. Unser Vorschlag setzt auf folgende Bausteine: • Mischung von unterschiedlich großen Wohnungen • flexible Bauweise • barrierefreie Wohnungen (Aufzug, ohne Stufen) • Tiefgarage - darüber Spielplatz/Grünfläche • Gemeinschaftsraum Vorschlag im Detail Bei diesem Vorschlag handelt es sich um eine Idee, welche für die Zukunft gedacht ist. Dieser soll die Möglichkeiten, so- wohl finanziell als auch räumlich schaffen, damit ein Zusam- menleben verschiedener Generationen möglich gemacht wird. Der Grundgedanke ist, dass bei Neubauprojekten oder größeren Sanierungen die Aufteilung der einzelnen Wohn- einheiten so gestaltet wird, dass die unterschiedlichen Be- dürfnisse der jeweiligen Generationen harmonisch miteinan- der berücksichtigt werden. Dazu gehört es auch, dass sich die unterschiedlichen Interes- sengemeinschaften (Amt für Stadtentwicklung, Bauträger und -Genossenschaften, Grundstückseigentümer etc.) beteiligen. Wenn zum Beispiel ein neues Gebäude entworfen wird, sollte direkt in der Projektphase berücksichtigt werden, dass ver- schieden Generationen verschiedene Bedürfnisse (Wohn- raum, Schnitt und Größe angeht) haben. Diese sollten von vornherein berücksichtigt und umgesetzt werden, so dass Jung und Alt sich gegenseitig unterstützen können. Auch muss berücksichtigt werden, dass sich Ansprüche bzw. Bedürfnisse im Laufe der Zeit ändern, daher sollte auch eine gewisse Flexibilität bei möglichen Änderungen am Bau be- rücksichtigt werden. Um nachbarschaftliche Beziehung zu fördern, sollten eben- falls gemeinschaftliche Räume geplant werden, die bei Bedarf als Location nachbarschaftlicher Aktivitäten genutzt werden können. Pro und Contra Für diesen Vorschlag spricht der Grundgedanke, dass die Mi- schung unterschiedlicher Generationen dafür sorgt, dass eine Verbesserung des sozialen Umfelds und der Steigerung gegenseitiger Unterstützung beiträgt. Ebenfalls wird dafür gesorgt, dass Änderungen in den jeweiligen Bedürfnissen leichter berücksichtigt werden können. Leider führt dieser Vorschlag nicht automatisch dazu, dass sich die verschiedenen Generationen gegenseitig unterstüt- zen. Dazu erfordert es eine solide Grundbereitschaft der Be- wohner und eine entsprechende soziale Einstellung. 13 Leben und Wohnen in der Oststadt | Bürgervorschläge Orte und Anlässe für Gemeinschaft, Kommunikation und Netzwerke schaffen Mitzeichnungen: 13 Bürgerredakteure: Oliver Cronauer & Volker Krome Kernbotschaft Um die Karlsruher Oststadt bei dem Thema “Orte und Anlässe für Gemeinschaft, Kommunikation und Netzwerk“ voran zu bringen, schlagen wir eine zentrale Örtlichkeit vor, die An- laufstelle wie Ideenwerkstatt ist. Sie entwickelt Aktivitäten die sich generationsübergreifend an alle Bewohner wendet und neugierig macht. Begründung Wir wollen damit erreichen, dass ... • eine Gemeinschaft entsteht, mit der sich die Bürger der Oststadt identifizieren können. • Interessensgruppen entstehen, die die dazu notwendigen Ideen und Aktivitäten entwickeln und umsetzen. Unser Vorschlag setzt auf folgende Bausteine: • zentrale, einladende Räumlichkeiten • Arbeitsgruppen als Initiativzündung für Aktivitäten • lebendige Einzelmaßnahmen (Veranstaltung auf Basis privater Interessen der Bürger organisieren. Das Mitglied (Oststadtbürger) steht im Mittelpunkt) • Aktive Öffentlichkeitsarbeit – Vorstellung des Konzeptes Vorschlag im Detail • Kreativzentrum mit regelmäßigen Öffnungszeiten. Eine Anlaufstelle in Form einer barrierefreien und einladenden Örtlichkeit, um organisatorische Treffen abhalten zu können • Organisatorische Treffen könnten zu Beginn in den Räum- lichkeiten des Bürgervereins Oststadt abgehalten werden oder in anderen Örtlichkeiten (z.B. Jugendhaus Oststadt, oder AWO-Begegnungsstätte etc) • Die ideale Örtlichkeit wäre ein „Bürger Café“ mit Außenbereich. • Beispiel: www.buergerhaus-regenbogen.de/ in Ispringen. Ähnliches gibt es auch in Mühlburg • Open Air Veranstaltungen, z.B. in Form eines Open Air Fondues mit einem Rahmenprogramm in Zusammenarbeit mit dem Kreativzentrum Schlachthof, IGO und/ oder weiteren Vereinen aus der Oststadt • Auch ein (unaufdringliches) musikalisches Rahmenpro- gramm ist denkbar (z.B. klassische Gitarre o. Folk). • Arbeitsgruppen: Themen könnten sein: Naturflächen in der Oststadt erhalten. (Hintergrund: Karlsruhe ist eine expandierende Stadt. Baugrund wird immer knapper und wertvoller. Hier gilt es kurzfristige wie längerfristige Entwicklungen zu beachten und die noch vorhandenen na- türlichen Flächen vor urbaner Expansion zu schützen.) „Grünere Bürgersteige“ - grüne, farbenfrohe Oststadt • Outdoor Treffpunkte - Sitzgelegenheiten & Treffpunkte in der Oststadt schaffen. Orte sind Stühle, Bänke, Minitische ganz schmal vor Außenfassaden, Läden, Bäckereien, usw. auf den Bürgersteigen. • Netzwerke – Kommunikationswege für die Oststadt schaffen (allgemein oder auch für spezifische Zwecke wie „gemein- sames Kochen“ oder andere Interessen wie z.B. Open Air Stammtisch, Nähen, Frühstückstreffs im Freien, Parking Day, zu Vorträgen, zu einer Lesung, für einen Spieleabend, Talent Tauschbörse, Werkzeug Tauschbörse, kleinere private Feiern) • Fortführung des Tages der offenen Hinterhöfe Grüne, farbenfrohe Bürgersteige Open Air Lesung, Talent-Tausbörse ... Hinterhöfe öffnen Ausschuss: Alltagsmobilität im Blick, Klima und Energie neu denken 14 Altagsmobilität im Blick Wir sind mobil – auf Gedeih und Verderb. Wie kann ich mich in meiner Stadt fortbewegen, ohne die Umwelt zu belasten? Wie lässt sich unsere Mobilität sozial gerecht und menschlich ge- stalten? Jeder von uns ist mobil, muss mobil sein. Wir bewegen uns fort. Vom Bett bis vor die Haustüre und weiter. Manche fahren zur Arbeit, flanieren zum Bäcker um die Ecke, andere radeln zur Uni, fahren mit dem Auto oder nutzen die öffentlichen Ver- kehrsmittel. Für wiederkehrende Wege im Alltag nutzen wir meist dieselben Verkehrsmittel und denken nur bei schlechtem Wetter, Baustellen oder einem Streik des KVV wieder neu darü- ber nach, welches Verkehrsmittel wohl das Beste wäre. Dabei haben die unterschiedlichen Verkehrsmittel erheblichen Ein- fluss darauf, wie stark wir die Umwelt belasten, wie viel Lärm wir uns und unseren Mitmenschen zumuten und wie viel Platz in unserem Stadtteil für versiegelte Verkehrsflächen benötigt wird. Sie beeinflussen jedoch auch, wie viel Bewegung und fri- sche Luft wir am Tag haben und wie entspannt oder gestresst wir an unserem Ziel ankommen. Die verschiedenen Verkehrsmittel erlauben uns einen unter- schiedlich intensiven Austausch mit Mitmenschen, andere Sin- neserfahrungen und bieten mehr oder minder Möglichkeiten zur körperlichen Betätigung. Sie stellen aber auch Ansprüche an die körperliche Konstitution, die nicht jeder erfüllen kann. Wichtig ist es deshalb, gerade alte Menschen, Kinderwägen und Menschen mit Behinderung im Blick zu behalten und praktika- ble Möglichkeiten für ihre Mobilitätsbedürfnisse bereitzustellen. Neben infrastrukturellen Gegebenheiten, die nachhaltige Mobi- litätsformen begünstigen können, wie beispielsweise ein gut ausgebautes Radverkehrsnetz, spielt auch die Information über die jeweils individuell geeigneten Optionen, sich in der Stadt oder zwischen Stadt und Umland zu bewegen, eine zentrale Rolle. Hierbei ist zum Beispiel auch eine Verknüpfung zwischen den unterschiedlichen Angeboten, wie Fahrrad- und Autoleih- systemen etc. zu denken. Welche Ideen und Verkehrskonzepte sind für die Zukunft in der Oststadt und Karlsruhe wünschens- wert? Wie lässt sich unsere Mobilität sozial gerecht gestalten? Alltagsmobilität im Blick Aufgaben für Wissenschaft und Bürger: Zukünftige urbane Mobilität – von und für Schüler Fluch und Segen von Radfahrschnellstraßen Verkehrssystem Oststadt: optimieren Mobilitätsberatung von BürgerInnen Ein Gang zurück: entschleunigt und gut zu Fuß Verträglich wirtschaften und arbeiten Leben und Wohnen in der Oststadt Alltagsmobilität im Blick, Klima und Energie neu denken Stadtgesellschaft im Wandel– Lebensqualität steigern Ausschuss: Alltagsmobilität im Blick, Klima und Energie neu denken 15 Energie neu denken – Klima schützen Energie ist eine der wichtigsten Ressourcen unserer Zeit, ihre Gewinnung, Verteilung und ihr Einsatz haben aber auch vielfäl- tige Nebenwirkungen – nicht nur für das Klima. Ohne die Möglichkeit, jederzeit Energie zur Verfügung zu ha- ben, ist unsere heutige Gesellschaft kaum vorstellbar. Energie ist zu einer der wichtigsten Ressourcen unserer Zeit geworden, ihre Gewinnung, Verteilung und ihr Einsatz hat aber auch viel- fältige Nebenwirkungen. Der unter anderem durch die Nut- zung fossiler Energieformen verursachte Klimawandel betrifft in besonderem Maße auch die in der Stadt wohnenden Men- schen, vor allem im Hinblick auf häufiger auftretenden extre- men Wetterereignisse. So auch in der Karlsruher Oststadt. Durch den hohen Anteil an bebauten und versiegelten Flächen und den vergleichsweise wenigen Grünflächen, kann Wärme gut gespeichert werden und der Stadtteil sich schnell zur Hitzeinsel entwickeln. Gerade für ältere Personen kann das gefährlich werden. Wie können wir uns an Hitzetagen gegenseitig unterstützen? Bei starkem Regen kann das Wasser nicht schnell genug abflie- ßen oder versickern. Erinnern Sie sich an die heftigen Stürme und Regengüsse im Juli und August im letzten Sommer? Und auch dieses Jahr hatten schon einige Bürger vollgelaufene Kel- ler zu beklagen. Was können wir tun, um die weitere globale Erwärmung zu verhindern? Und wie können wir uns – individu- ell, gemeinschaftlich und technisch innovativ – an den Klima- wandel und die durch ihn entstehenden Extremwetterereignis- se wie Hitzewellen oder Starkregen in der Oststadt anpassen? Die „Energiewende“, der Umstieg auf erneuerbare Energiefor- men in allen Lebensbereichen, stellt eine der zentralen Heraus- forderungen unserer heutigen Gesellschaft dar. Gerade Städte spielen hierbei als Ballungsgebiete eine besondere Rolle. Wie kann unser individueller Energieverbrauch gesenkt werden? Wie können wir (gemeinsam) in der Stadt Energie erzeugen? Woher möchten wir welche umweltfreundliche Energie von außerhalb beziehen? Können wir dies gemeinschaftlich tun? Energie neu denken – Klima schützen Aufgaben für Wissenschaft und Bürger: Nachhaltigkeits- orientierte Entwicklung des Gebäudebestandes Fassadenbegrünung verbessern die Lebensqualität Klimawandel – wer ist wie betroffen? Intelligente Strom‐, Wasser‐ und Gaszähler Stadtnatur erheben und erhöhen Quartiersenergiekonzept und dezentrale Energieversorgung Neue Leitungssysteme: mehr Energie, weniger Baustellen Klimaauswirkungen beobachten und begegnen Auftaktwerstatt Mitarbeiter: Boris Bartenstein | Wolfgang Becker | Sabine Beckmann | Susann Bein | Christian Büttner | Hans-Jürgen Don | Anett Ehlert | Elena Grinberg | Clemens Fix | Birgit Groh | Stefanie Herrmann | Björn Ittermann | Ulrike Krumm | Ulrich Link | Kezban Lyons | Tatjana Rauch | Svenja Schreiber | Beate Stolzer | Felix Schweikhardt | Otto Test | Rick Tiemessen | Wilhelm Treiber | und weitere 16 Alltagsmobilität im Blick, Klima und Energie neu denken | Bürgervorschläge Attraktives Fahrradfahren Mitzeichnungen: 18 Bürgerredakteure: Wolfgang Becker & Anett Ehlert Kernbotschaft Ziel des Vorschlags ist es, das Fahrradfahren in der Oststadt attraktiver und sicherer zu gestalten. Das erfordert einerseits ein besseres Verständnis über das bestehende Mobilitätsver- haltens der Bewohner, andererseits Ideen zur Verbesserung der Situation für den Radverkehr. Begründung Wir wollen damit erreichen, dass Menschen lustvoller, ge- nussvoller, schneller, sicherer und stressfreier in der Oststadt mit dem Fahrrad fahren. Es sollen mehr Menschen dazu be- wegt werden, auf das Fahrrad umzusteigen. Vorschlag im Detail Es soll ein Maßnahmenkatalog zur Förderung des Fahrrad- fahrens in der Oststadt erarbeitet werden. Dazu soll eine Be- fahrung der Oststadt organisiert werden, die Missstände und Hindernisse für die Nutzung des Fahrrades aufdeckt und da- bei auch die Perspektiven verschiedener Gruppen (u.a. nach Alter, Verkehrsmittelnutzung) berücksichtigt. Mögliche Maßnahmen umfassen: • die Schaffung von mehr Fahrradstellplätzen insgesamt z.B. durch Umwidmung von Autostellplätzen nach vorgegebe- nem Schlüssel • verkehrsberuhigende Maßnahmen auf momentan vom Autoverkehr frequentierten Durchgangsstraßen (z.B. Georg-Friedrich-Straße) • Ausweisung von Radverkehrsrouten und ggf. Ausbau des Radwegenetzes • bessere Berücksichtigung des Fahrradverkehrs an Baustellen • Beseitigung bestehender Gefahrenstellen • Schaffung von Fahrradstellplätzen an Haltestellen, öffentlichen Plätzen, Schulen u.ä. • Ausgestaltung der Fahrradstellplätze am Bedarf orientieren (Eignung für Fahrräder mit Anhänger, Überdachung) • Erarbeitung eines Parkkonzepts, das Interessen von Pendlern und Gewerbetreibenden in der Oststadt berücksichtigt und ggf. Parkraum an dafür geeigneten Orten (Schlachthof, Messplatz) zur Verfügung stellt Pro und Contra Durch die Einrichtung von zusätzlichen Fahrradstellplätzen könnte es gelingen, mehr Bürger zum Umsteigen auf das Rad zu bewegen. Insbesondere in der unmittelbaren Nähe von Geschäften, Arztpraxen und ähnlichem wäre die Anreise mit dem Rad besonders für Eltern mit Kindern, die einen Fahr- radanhänger benutzen, eine deutliche Verbesserung. Als Straße mit hohem Stellplatzbedarf sei hier die Georg- Friedrich-Straße genannt (ab dem Kreisel Richtung Durla- cher Allee) und der Hauptfriedhof (dort gibt es im Bereich Haupteingang keine sichtbaren Stellplätze). Es lassen sich bestimmt noch sehr viele Beispiele finden. Umsetzung • gemeinsame Aktion „Befahrung der Oststadt“ zur Erfassung vorhandener Missstände • Gewinnung von Partnern für die Aktion und zur Unterstüt- zung des Vorschlags (ADAC, ADF, Fahrradläden der Oststadt) • Prüfung von Musterlösungen (best practice) aus anderen Städten auf deren Übertragbarkeit • Erarbeitung und Bewertung möglicher Maßnahmen • Einbeziehung der Bürger bei der Ausarbeitung von Gestaltungsmöglichkeiten • Kampagne für eine fahrradfreundliche Karlsruhe-Oststadt 17 Alltagsmobilität im Blick, Klima und Energie neu denken | Bürgervorschläge Energiekonzept Quartier Oststadt Mitzeichnungen: 13 Bürgerredakteure: Boris Bartenstein & Felix Schweikhardt Kernbotschaft Unter dem Motto „Energie lokal produzieren – lokal nutzen“ schlagen wir vor, dass für die Oststadt ein Energiekonzept er- arbeitet wird, das den Bewohnern und Eigentümern proaktiv detaillierte Vorschläge für ihr Gebäude vorlegt. Es ist diesen dann selbstverständlich freigestellt, die Vorschläge zu nutzen, zu verändern oder zu verwerfen. Begründung Wir wollen damit erreichen, dass die Gebäudeeigentümer und -bewohner zur Nutzung erneuerbarer Energien motiviert wer- den, indem sie ein detailliertes Finanzierungs- und Umset- zungskonzept vorgelegt bekommen. Unser Vorschlag setzt auf folgende Bausteine: • Energieeinsparung von ca. 10 % der Heizenergie durch Opti- mierung der Heizungssysteme (Pumpentausch, Optimierung der Heizungssteuerung, Hydraulischer Abgleich). Ein Energie- berater wird aus diesem Anlass aktiv die Eigentümer kontaktie- ren und einen Termin zur Beratung und Einstellungsoptimie- rung vereinbaren. Die Nutzer werden in die Bedienung der Anlage eingewiesen. • Umsetzung eines beispielhaften Pilotprojekts: Autarke Ver- sorgung eines Wohnblocks mit erneuerbarer Wärme und rege- nerativem Strom dank größerer Speicherkapazitäten. • Erstellung eines Energiekonzepts: Welche Energieversor- gungsmöglichkeiten bestehen (z.B. Fernwärme, Solarthermie- kataster), welche Möglichkeiten bieten sich für welche Gebäu- detypen an (z.B. Wärmepumpen für Flächenheizungen, BHKWs bei höherem Wärmebedarf), welche Fördergelder sind möglich? • Etablierung einer beratenden Expertengruppe, die das Ener- giekonzept erarbeitet und umsetzt, indem sie aktiv auf die Ge- bäudeeigenümer und -bewohner zugeht. Für jedes Gebäude wird ein detailliertes Versorgungskonzept auf Basis regenerati- ver Energien erarbeitet und den Eigentümern erläutert. Die Ex- pertengruppe unterstützt während des Umsetzungsprozesses. • Einrichtung eines Nachhaltigkeitsbüros zur Vermittlung und Bewerbung des Konzeptes. Hier werden regelmäßige Bera- tungstermine zur Erläuterung der vorgelegten Gebäudekon- zepte angeboten. Energie lokal produzieren – lokal nutzen! 18 Alltagsmobilität im Blick, Klima und Energie neu denken | Bürgervorschläge Nachhaltigkeitsbüro Oststadt - alles rund um Energie und Klima Mitzeichnungen: 10 Bürgerredakteure: Beate Stolzer & Björn Ittermann Kernbotschaft Um die Karlsruher Oststadt bei dem Thema „Förderung der Eigeninitiative der Bürgerinnen und Bürger zur nachhaltigen Energienutzung“ voran zu bringen, schlagen wir vor, dass direkt in der Oststadt eine zentrale Anlaufstelle zur Bera- tung, Information und Kontaktvernetzung eingerichtet wird. Begründung Aller Anfang ist schwer - wer kennt das nicht? Um den Einstieg in ein nachhaltiges Leben bezüglich Energie und Klima zu er- leichtern, soll für alle OststädterInnen ein Nachhaltigkeitsbüro eingerichtet wer- den. So erübrigen sich tyische anfängliche Fragen wie „Wer kann mir hier weiter- helfen?“, „Wie packe ich das am besten an?“, „Was ist hier möglich?“, auf die man sich normalerweise selbst mühsam die Antworten zusammen suchen muss. Ge- nau solche Fragen sollen im Nachhaltigkeitsbüro an einer zentralen Stelle beant- wortet werden können. Die Zielgruppen des Nachhaltigkeitsbüros sind die Mieter sowie Vermieter, Eigen- tümer und Hausverwaltungen, private sowie gewerbliche Nutzer. Auch liegt der Fokus darauf, dass sich das Angebot an alle Bevölkerungsschichten richtet, insbe- sondere Einkommensschwache sollen gesondert unterstützt werden. Vorschlag im Detail Unser Vorschlag setzt auf folgende Bausteine: • regelmäßige Beratungstermine • abendliche Fachvorträge • Showroom für „Energiehelfer“ (z.B. Heizungsregler) • Plattform für nachhaltiges Crowdinvesting Informationen zu: • Energiesparmaßnahmen • Finanzierung und Förderung • energetische Sanierungsmöglichkeiten • Expertenkontakte • Raum für Ideenschmiede Umsetzung Die zwei wichtigsten Punkte für eine mögliche Umsetzung sind das WO und WER: • Es muss eine passende Location gefunden werden - natürlich in der Oststadt. • Ein Ansprechpartner für die Öffnungszeiten muss zur Verfügung stehen. Anlaufstelle für Beratung, Information und Kontaktvermittlung Einstieg in ein nachhaltiges Leben Ausschuss: Verträglich wirtschaften und arbeiten 19 Wirtschaften bedeutet mehr als der Umgang mit Geld, Ein- kaufen oder Sparen. Gibt es Platz für ein Wirtschaften, das sich am Gemeinwohl orientiert, und für Arbeit, die uns erfüllt? In einer Stadt verlaufen viele Waren-, Energie- und Geldkreis- läufe, die oft in enger Beziehung zueinander stehen. Riesige Warenmengen werden aus dem Umland und zunehmend auch aus Übersee in die Stadt geholt, verarbeitet und ver- braucht. Neu hergestellte Produkte ebenso wie große Abfall- mengen verlassen die Stadt wiederum und werden in die gan- ze Welt geführt. Viele Kreisläufe können von uns beeinflusst werden: In der Stadt können eigenständig Waren, Lebensmit- tel oder Strom produziert werden. Dies kann nicht große Kraft- werke oder Landwirtschaft ersetzen, aber doch einen Beitrag zur Versorgung leisten. Oder Dinge werden repariert, wieder- verwendet, weiterverwendet. Welchen Beitrag können wir sonst noch leisten, um regional zu wirtschaften? Wie können Gegenstände besser wiederverwertet werden und wie können wir vom Konsumenten zum Produzenten werden? Die uns zur Verfügung stehenden Mittel sind endlich, das gilt für Raum, Rohstoffe, Energie und Zeit. Doch wie reagieren wir auf diese Erkenntnis in unserem privaten und beruflichen Le- ben? Wie teile ich meine Arbeits- und Lebenszeit ein? Schafft mehr Arbeit noch ein Mehr an Lebensqualität? Regionale Produkte werden viel gepriesen während anderer- seits in der Oststadt die kleinen Geschäfte schließen, wie bei- spielsweise gerade mit der letzten Oststadtmetzgerei gesche- hen. Woher kommen die Lebensmittel in unseren Supermärkten, unter welchen Bedingungen wurden sie produ- ziert und gehandelt? Nachhaltige Lebensmittel kosten viel- leicht mehr Geld, sind aber gesünder und schützen Leib und Leben von Menschen, Tieren und erhalten Landschaften. Kön- nen wir im Gegenzug Lebensmittelabfälle vermeiden und hier wieder Geld sparen? Gibt es Platz für ein Wirtschaften, das sich am lokalen und globalen Gemeinwohl orientiert? Können wir lokal handeln, ohne globale Probleme zu verstärken? Vertäglich wirtschaften und arbeiten Aufgaben für Wissenschaft und Bürger: Nachhaltig: Teilen, Reparieren, Tauschen Langlebige Gebäude und Infrastruktur Die Oststadt: regional, bio und fair Verantwortlicher Umgang mit Lebensmitteln Energie- und Warenströme umleiten und vermeiden Moderne Arbeitsformen: nachhaltig und innovativ? Stoff-, Energie- und Warenströme aufzeigen Verträglich wirtschaften und arbeiten Leben und Wohnen in der Oststadt Alltagsmobilität im Blick, Klima und Energie neu denken Auftaktwerstatt Mitarbeiter: Sina Bader | Jonas Baumhauer | Tanja Boese | Nuria Dallhammer | Veronica Falius | Brice Edmond Foke II | Josef Franz | Andreas Frey | Stephan Fuerstenberg | Alexandra Funk-Suttheimer | Günter Helmberg | Oliver Juliano | Madeleine Kumbartzki | Eva Lichtenberger | Fatemeh Mohammadzadeh | Elke Neu | Neele Nolting | Anja Peters | Mehran Saliminia | Wilfried Sengotta | Hauke Wagner | Christoph Wanzke | und weitere 20 Verträglich wirtschaften und arbeiten | Bürgervorschläge Oststadtzentrum Mitzeichnungen: 20 Bürgerredakteure: Veronica Falius & Sina Bader Kernbotschaft Um die Karlsruher Oststadt bei dem Thema ein lebendiges Stadtteilzentrum schaffen voran zu bringen, schlagen wir vor, dass ein räumlicher Mittelpunkt für die Oststadt gefunden und ausgestaltet wird. Begründung Wir wollen damit erreichen, dass ein Kristallationspunkt aller Art (Gewerbe, Kultur, Nachbarschaftstreffpunkt, ...) entsteht. Unser Vorschlag setzt auf folgende Bausteine: • Finden einer Örtlichkeit (Durlacher Tor, z.B. tageweise Fußgängerzone um Gerwig-Kreisel, Gerwig-/ Humboldtplatz) • Finanzielles Beteiligungsmodell für lokale Bürger zur Grün- dung einer Händlergemeinschaft für nachhaltiges Wirtschaften • Verkehrsberuhigung des Zentrums • Ideenwettbewerbe Vorschlag im Detail Die Oststadt ist bisher durch die Trennung durch größere Stra- ßen dreigeteilt und besitzt deshalb kein eindeutiges Zentrum, an dem sich kleine Geschäfte, Marktstände und Restaurants ansiedeln können und gleichzeitig von Laufkundschaft und Passanten profitieren. Somit fehlt der Oststadt ein Ort der Be- gegnungen, der sich nicht nur auf Einkaufsmöglickeiten be- schränken sollte, sondern es sollte auch ein Nachbar- schaftszentrum als Begenungsstätte geplant werden. Unser Vorschlag setzt auf folgende Bausteine: • Finden einer Örtlichkeit (Durlacher Tor, z.B. tageweise Fußgängerzone um Gerwig-Kreisel, Gerwig-/ Humboldtplatz): Hierbei wäre eine Neustrukturierung nach der Baustellen- phase der Durlacher Allee denkbar, ebenso eine Schwer- punktbildung an verschiedenen Orten (z.B. eine Markthalle auf dem Durlacher Tor, ein Gastro-Verein auf dem Gottesau- er Platz oder eine Gemeinschaftswerkstatt / Projektraum auf dem Alten Schlachthof). • Das Gelände rund um die Bernhard-Kirche besser nutzen - z.B. indem man, statt der (trennenden) Wall-Anlagen, kleinere Gebäudezüge für Markt- und Gastronomie-Stätten errichtet, möglichst dicht an der Kirche, um ausreichend Platz für menschliche Begegnungen zu schaffen. • Das Gelände der Polizeibehörde Seite Gerwigstraße: Das wäre einer der wenigen Orte mit Raum bzw. Gestaltungspo- tential für Läden, Firmen, Kultur und Bürgerbegegnung zu- sammen. Sofern ein Umzug der Behörde machbar wäre. • Finanzielles Beteiligungsmodell für lokale Bürger zur Grün- dung einer Händlergemeinschaft für nachhaltiges Wirtschaften • Verkehrsberuhigung des Zentrums, da dies eine angenehmere Atmosphäre für Passanten schafft • Ideenwettbewerbe Pro und Contra Für eine Verkehrsberuhigung spricht, dass die Atmosphäre der Oststadt dadurch aufgewertet wird. Ein Ort der Begegnungen wird geschaffen. Eventuell befürchten bereits bestehende Geschäfte/ Restau- rants finanzielle Einbußen, wenn weniger Menschen an ihren Lokalitäten vorbeifahren. E ine Zentralisierung an einem be- stimmten Ort kann entferntere Geschäfte und Restaurants aus- schließen. Umsetzung • Finden einer Örtlichkeit oder mehreren Örtlichkeiten zur Schwerpunktbildung • Verkehrsberuhigung • Nutzen von derzeitig unbenutzten Räumlichkeiten Nachbar- schaftszentrum als Begegnungs- stätte räumlicher Mittelpunkt für die Oststadt 21 Verträglich wirtschaften und arbeiten | Bürgervorschläge Laden ohne Verpackung mit regionalen Erzeugnissen und als Verteilstelle für „Lebensmittelrettung“ Mitzeichnungen: 20 Bürgerredakteure: Andreas Frey & Jonas Baumhauer Kernbotschaft Um die Karlsruher Oststadt bei dem Thema regionale Erzeu- gung, Versorgung und Ressourcenschonung voran zu bringen, schlagen wir vor, dass ein „Laden ohne Verpackung“ gegründet wird, in dem vorrangig regionale Erzeugnisse verkauft werden. Begründung Es soll der Lebensmitteleinzelhandelsmonostruktur in der Ost- stadt entgegengewirkt werden. Die regionalen Hersteller sol- len Unterstützt werden. Wir wollen damit erreichen, dass ... • Verpackung reduziert wird (Ressourcenschonung) • Bewusstsein für Herkunft und Verwertung von Lebensmitteln geschaffen wird • weniger Lebensmittel in der Tonne landen Unser Vorschlag setzt auf folgende Bausteine: • Räumlichkeit/ Lager/ Verteilstelle • Bildung einer Fördergemeinschaft zur Produktion, Verteilung und Rettung von Lebensmitteln • Bildung einer Arbeitsgemeinschaft (Erzeuger/Räumlichkeiten suchen, Konzept erarbeiten usw...) Vorschlag im Detail Wir wünschen uns einen Laden, in dem regionale Erzeugnisse, wenn möglich aus Genossenschaften, Vereinen und Gemein- schaften verteilt (nach dem Prinzip der Teilhabe und Teilnah- me) angeboten werden. Für Ware bei der dies möglich ist, soll die Ware lose ohne Ver- packung angeboten werden. Außerdem könnte der Laden als Verteilstelle für „gerettete Lebensmittel“ und für Gemüsekisten genutzt werden. Hier der Link zu einem „Beispielladen“ in Ber- lin: www.original-unverpackt.de/ Als möglicher Standort wurde der Gottesauerplatz genannt. Eventuell wäre es auch interessant den bestehenden Einzelhan- del zum Umdenken beim Thema Verpackung zu motivieren. Umsetzung Verein oder Genossenschaft gründen, um unverpackte Waren aus der Region beziehen zu können. Um regionales Einkaufen möglichst einfach für die Verbraucher zu machen, könnte eine Abholstation für Gemüsekisten eingerichtet werden. Es wurden Vorschläge gesammelt für Waren, die die Bürger der Oststadt gerne unverpackt kaufen möchten: Getreide, Mehl, Nudeln, Reis, Linsen, Zucker, Honig, Tee, Boh- nen, Nüsse, Brotaufstrich, Marmelade, Saft, (Soja) Butter/ Jo- ghurt/ Milch, Gewürze, Seife, Shampoo, Wasch- und Putzmit- tel, allg. Drogerie, ... 22 Verträglich wirtschaften und arbeiten | Bürgervorschläge Stärkung durch Restrukturierung des Einzelhandels Mitzeichnungen: 6 Bürgerredakteure: Madeleine Kumbartzki & Wilfried Sengotta Kernbotschaft Um die Karlsruher Oststadt voran zu bringen, schlagen wir vor, dass eine Verbindung hergestellt wird zwischen traditionellen Handelsstrukturen und wachsender IT-, Online-, Digital-Com- munity. Begründung Wir wollen damit erreichen, dass eine Stadtteilgemeinschaft mit dem Mittelpunkt auf interessante zeitgemäße Angebote in Cafés und lokalen Geschäften gestärkt wird. Unser Vorschlag setzt auf folgende Bausteine: • Bürgerbüro zur Realisierung der Ideen als Netzwerk-Zentrum • Schaffung von Produktionsstätten, die nicht den traditionellen Abläufen entspricht, z.B. Innenhof und Dach-Bewirtschaftung • IT-Netzwerk zur Paketentgegennahme in kleinen Läden realisieren, Reduktion ineffizienter Warenströme, Belebung kleiner Geschäfte • Attraktiver Oststadt-Handelsmittelpunkt, z.B. St. Bernhard oder Gerwigstraße Vorschlag im Detail Verpackungsloser Verkauf auf dem Wochenmarkt am Gotte- sauer Platz. Förderung der Marktbetreiber und neue Marktbe- treiber anwerben. Toilettenhaus wie früher aufbauen und Kiosk oder Essenbude (Würstchen, Döner oder ähnlich) wieder auf- bauen. Stetige Reinigung des Platzes, da 2 Kindergärten Anlie- ger sind. Plätze für Kinder oder Familien auf dem Gottesauer Platz erstellen. Veranstaltungen auf dem Platz förden. Floh- markt oder ähnliches. Maßnahmen zur Stärkung der wirt- schaftlichen Bedingungen der anliegenden Geschäfte. Etablie- rung von Gastronomie am Gottesauer Platz. Eisdiele mit Straßencafè oder ähnliches. Elektronische Informationsmedien zur Präsentation von Angeboten der anliegenden Geschäfte. Bürgerbüro als Netzwerkzentrum Verbindung von traditioneller Handelsstruktur und IT Community Teilnehmende Auftaktwerkstatt vom 11. Oktober 2014 Verträglich wirtschaften und arbeiten Stadtgesellschaft im Wandel – Lebensqualität steigern www.quartierzukunft.de Alltagsmobilität im Blick Energie neu denken – Klima schützen Leben und Wohnen in der Oststadt Tschüß, bis bald
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Extrahierter Text
NIEDERSCHRIFT Stadt Karlsruhe Gremium: 9. Sitzung Hauptausschuss Termin: 27. Oktober 2015, 16:30 Uhr öffentlich Ort: Bürgersaal, Rathaus Marktplatz Vorsitzende/r: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 2. Punkt 2 der Tagesordnung: Quartier Zukunft – Labor Stadt Vorlage: 2015/0527 Beschluss: Im Rahmen des Projekts „Quartier Zukunft – Labor Stadt“ des Karlsruher Instituts für Tech- nologie (KIT) wurde ein Bürgerforum durchgeführt, bei dem Bürgerinnen und Bürger der Oststadt Ideen für eine nachhaltige Entwicklung ihres Stadtteils entwickelt haben. Die Er- gebnisse wurden in einem Bürgerprogramm zusammengefasst. Einzelne Vorschläge der Bürgerinnen und Bürger wurden bereits umgesetzt. Die entstandenen Aktivitäten und Ar- beitsgruppen werden vom KIT im Rahmen des neuen Projekts „Reallabor 131 – KIT findet Stadt“ weiter begleitet. Der Hauptausschuss nimmt die Ausführungen zur Kenntnis. Abstimmungsergebnis: Kenntnisnahme Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 2 zur Behandlung auf. Nachdem keine Wortmeldungen vorliegen, stellt er die Kenntnisnahme der Vorlage fest. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt – Ratsangelegenheiten – 5. November 2015