Vernetzter Online-Handel für Karlsruher Einzelhandel

Vorlage: 2015/0475
Art: Anfrage
Datum: 03.08.2015
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Offen
Erwähnte Stadtteile: Südstadt

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 29.09.2015

    TOP: 52

    Rolle: Kenntnisnahme

    Ergebnis: Kenntnisnahme

Zusätzliche Dateien

  • Stellungnahme TOP 52
    Extrahierter Text

    STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zur Anfrage Stadtrat Tom Høyem (FDP) Stadtrat Thomas H. Hock (FDP) Stadtrat Karl-Heinz Jooß (FDP) vom: 30.07.2015 eingegangen: 30.07.2015 Gremium: 15. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 29.09.2015 2015/0475 52 öffentlich Dez. 4 Vernetzter Online-Handel für Karlsruher Einzelhandel 1) Wie beurteilt die Stadtverwaltung das „Wuppertaler Modell“? Die Initiative aus Wuppertal, einen gemeinsamen lokalen Marktplatz des Wuppertaler Einzel- handels im Internet abzubilden, wurde im Herbst 2013 gestartet. Die Plattform ist seit No- vember 2014 online. Online City Wuppertal (OCW) ist ein Pilotprojekt der Nationalen Stadt- entwicklungspolitik des Bundes und wird noch bis Mitte 2016 durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert. Projektträger ist die Wirt- schaftsförderung Wuppertal. Sie verwaltet eine Fördersumme von 115.000 EUR. Die Hälfte des Förderbetrags wurde von Wuppertaler Unternehmen und Institutionen bereitgestellt. Im Juli 2015 waren 65 Händler mit rund 8.000 Produkten bei OCW aktiv (Pressemitteilung vom 10. Juli 2015). Die technische und logistische Infrastruktur der OCW wird über das Unternehmen atalanda abgewickelt, einem Online-Marktplatz für lokale Geschäfte mit Lieferung am Tag der Bestel- lung („Same-Day-Delivery“). Unternehmen können hier Produkte anbieten oder nur mit ei- nem Profil und telefonischen Kontaktdaten präsent sein. Die bestellten Waren können alter- nativ im Geschäft des Händlers abgeholt werden („Selbstabholung“/„Click & Collect“). Wei- tere Marktplätze von atalanda gibt es bereits in Hamburg und Salzburg. Diese werden aller- dings nicht als „Online-City“ vermarktet. Das Projekt OCW unterscheidet sich zu anderen Marktplätzen zum einen durch die Dachmar- ke „Online City Wuppertal“ und zum anderen durch zusätzliche Maßnahmen in den Berei- chen „Infrastruktur für Multichannel-Services“, „Händlerschulungen“ und „Retail Lab“. Für die Teilnahme an OCW zahlen Unternehmen, die bis Juni 2015 der OCW beigetreten sind, keine Gebühren. Kosten für die Unternehmen fallen erst bei einer Produktbestellung an: Für die Mitglieder der OCW werden 8 % bis 12 % des Nettowertes je Bestellung berechnet. Hin- zu kommen ggf. Liefergebühren von 5,95 €, die der Kunde tragen muss. Mit Wirkung zum 1. Juni 2015 haben die OCW-Händler beschlossen, eine monatliche Werbekostenpauschale von jeweils 20 € zu erheben, um ein gemeinsames Marketing realisieren zu können. Die Marke- tingmaßnahmen werden gemeinschaftlich abgestimmt. Bewertung des „Wuppertaler Modells“ Positive Aspekte:  Die OCW ist dazu geeignet, dem stationären Handel (in Wuppertal) einen zusätzlichen lokalen Vertriebsweg zu eröffnen, der für die einzelnen Unternehmen aus finanziellen, zeitlichen und organisatorischen Gründen (bislang) nicht offen stand.  Die OCW bietet sich als Alternative zum klassischen Onlinehandel an und bietet für Kunden im Stadtgebiet von Wuppertal bzw. im erweiterten Einzugsgebiet eine zusätz- Seite 2 liche Möglichkeit, Produkte lokal, bequem und - im Stadtgebiet durch Same Day De- livery - auch schnell zu erwerben.  Die zusätzlich zum bestehenden Angebot des Dienstleisters atalanda entwickelten Bausteine unterstützen den lokalen Einzelhandel hinsichtlich des Know-How-Transfers, vermitteln wichtige Inhalte zum Thema Online-Marketing und bieten Ansätze für neue Handels- und Vertriebsformen. Kritische Aspekte:  Die OCW stellt, wie von vornherein geplant, keine Konkurrenz zum allgemeinen Onli- nehandel dar. Weder das Angebot von rund 8.000 Produkten, noch die Preisgestal- tung ist konkurrenzfähig. Einen Produktversand über die Stadtgrenzen von Wuppertal hinaus, wird nicht angeboten.  Von über 2.200 Einzelhandelsbetrieben in Wuppertal sind derzeit lediglich 65 in der OCW aktiv. Die Beteiligungsquote ist damit bislang noch gering.  Die Gebühren, die seitens des Dienstleisters für die Bestellungen erhoben werden, senken die Gewinnmargen der Einzelhändler. Der hohe Kostenblock des stationären Einzelhandels - hohe Mieten und Personalkosten - bleibt aber weiter bestehen.  Es ist nicht dokumentiert, wie die Kosten für die Einrichtung, Pflege und Betreuung der OCW nach dem Ablauf der Förderperiode gedeckt werden sollen.  Erfolge im Sinne von Umsatzzahlen oder vergleichbare Daten sind bislang nicht doku- mentiert. Der Ansatz der OCW mit öffentlicher Förderung einen zusätzlichen lokalen Online- Vertriebsweg aufzubauen und parallel den Unternehmen Hilfestellungen beim Thema Onli- nemarketing zu geben sowie drittens, Raum für neue Betriebs- und Vertriebsformen zu er- möglichen, ist nachvollziehbar. Das „Wuppertaler Modell“ wurde bereits mit lokalen Händlergemeinschaften und Gruppie- rungen diskutiert, zudem wurde das Modell im Wirtschaftsförderungsausschuss am 12. Mai 2015 bewertet. Alle Experten haben bestätigt, dass sich die OCW nicht eins zu eins in ande- ren Kommunen umsetzen lässt, sondern individuelle Lösungen benötigt werden, um eine wirkungsvolle Förderung des lokalen stationären Einzelhandels zu gewährleisten. Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung schätzen das Wuppertaler Modell eher kritisch ein, da es keine echte Alternative zum Onlinehandel darstellt. Die Vorteile für die Kundinnen und Kunden sind nicht ausreichend, um auf Dauer und ohne finanzielle Unterstützung hiermit Erfolg zu haben. Die weitere Entwicklung sollte abgewartet werden. 2) Welche Konzepte entwickelt die Wirtschaftsförderung Karlsruhe zur Unterstüt- zung des Einzelhandels im Wettbewerb mit dem Onlinehandel? Der Einzelhandel befindet sich in einem permanenten Veränderungsprozess und die Gründe dafür sind vielschichtig. Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung arbeiten bereits seit vielen Jahren an der Stärkung des Karlsruher Einzelhandels und an speziell auf die Karlsruher Situa- tion abgestimmten Maßnahmen. Die Wirtschaftsförderung steuert die Entwicklung des Ein- zelhandels strategisch, z.B. durch Ansiedlung größerer Einzelhandelsbetriebe. Das Stadtmar- keting ist für die Aufgabenbereiche Kundenbindung, Neukundengewinnung und Kooperati- onen verantwortlich. Zudem findet in der AG Innenstadt regelmäßig eine verwaltungsinterne Abstimmung mit allen Beteiligten zu innenstadtrelevanten Themen statt. Seite 3 Viele der aktuellen Maßnahmen haben das Ziel, den Karlsruher Einzelhandel im Wettbewerb mit dem Onlinehandel zu stärken. So bietet der Arbeitgebergeschenkgutschein Unternehmen die Möglichkeit, ihre Mitarbeitenden steuerfrei zu belohnen. Der Gegenwert verbleibt durch den Gutschein auf jeden Fall in der Karlsruher Wirtschaft und fließt nicht dem Onlinehandel zu. Das Mobilitätsbonussystem KARLSRUHER, mit dem Parkgebühren, KVV-Tickets und vieles mehr bezahlt werden, schafft zusätzliche Anreize zum Einkaufen direkt in die City zu kom- men. Zudem gibt es vielfältige Informationsangebote zum Einzelhandel und den angebote- nen Dienstleistungen in der Innenstadt, z.B. auf den Seiten der City Initiative. Parallel läuft die Marketingkampagne „Lass den Klick in deiner Stadt“.

  • FDP-Online-Handel
    Extrahierter Text

    STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ANFRAGE Stadtrat Tom Høyem (FDP) Stadtrat Thomas H. Hock (FDP) Stadtrat Karl-Heinz Jooß (FDP) vom 30.07.2015 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 15. Plenarsitzung Gemeinderat 29.09.2015 2015/0475 52 öffentlich Vernetzter Online-Handel für Karlsruher Einzelhandel 1) Wie beurteilt die Stadtverwaltung das Wuppertaler Modell? 2) Welche Konzepte entwickelt die Wirtschaftsförderung Karlsruhe zur Unterstützung des Einzelhandels im Wettbewerb mit dem online-Handel? Die Tatsache, dass sich der Einzelhandel in Zeiten der Online-Shops im Internet schwer tut, ist nicht auf Karlsruhe allein beschränkt. Als Einzelhändler mittels Aufbau eines eigenen Internet-Handelsportals dagegen zu halten, ist logistisch und finanziell fast unmöglich. Nun gibt es in Wuppertal eine Initiative, in der sich Einzelhändler mit Hilfe der Stadt zusammengetan haben, um gegen die oft existenzbedrohende Vormacht des Internethandels vorzugehen. Man teilt sich einen gemeinsamen Auftritt, der von professionellen Administratoren gepflegt wird. Ein gemeinsamer Lieferservice, der Logistik, Abrechnung und Retouren abwickelt, ergänzt das Angebot. "Online City Wuppertal" vereint nach anfangs 25 Teilnehmern inzwischen 70 Einzelhändler, die dem veränderten Kaufverhalten eine Kombination aus den Vorteilen des stationären Handels und des Internethandels entgegensetzen. Erste positive Erfahrungen liegen vor und zeigen, dass diese Form von Vernetzung dem traditionellen und ortsgebundenen Einzelhandel neue Perspektiven eröffnen kann. unterzeichnet von: Tom Høyem Thomas H. Hock Karl-Heinz Jooß Hauptamt – Ratsangelegenheiten – 18. September 2015 Sachverhalt / Begründung:

  • Protokoll TOP 52
    Extrahierter Text

    NIEDERSCHRIFT Stadt Karlsruhe Gremium: 15. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: 29. September 2015, 15:30 Uhr Öffentlich Ort: Südwerk-Bürgerzentrum Südstadt, Henriette-Obermüller-Straße 10, Karlsruhe Vorsitzende/r: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 55. Punkt 52 der Tagesordnung: Vernetzter Online-Handel für Karlsruher Einzel- handel Anfrage der Stadträte Tom Høyem, Thomas H. Hock und Karl-Heinz Jooß (FDP) vom 30. Juli 2015 Vorlage: 2015/0475 Beschluss: Kenntnisnahme von der Stellungnahme der Verwaltung Abstimmungsergebnis: keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 52 zur Behandlung auf und stellt fest, die Stellungnahme der Verwaltung liege vor, der Gemeinderat habe Kenntnis genommen. (Keine Wortmeldung) Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 21. Oktober 2015