Zugausfälle bei der AVG und auch der VBK
| Vorlage: | 2015/0462 |
|---|---|
| Art: | Anfrage |
| Datum: | 27.07.2015 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Offen |
| Erwähnte Stadtteile: | Grötzingen, Südstadt |
Beratungen
- Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 29.09.2015
Rolle: Kenntnisnahme
Ergebnis: Kenntnisnahme
Zusätzliche Dateien
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Extrahierter Text
STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zur Anfrage Stadtrat Jürgen Wenzel (FW) vom: 23.07.2015 eingegangen: 23.07.2015 Gremium: 15. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 29.09.2015 2015/0462 49 öffentlich Dez. 1 Zugausfälle bei der AVG und auch der VBK A. Wie hoch ist der Sollbestand an Triebfahrzeugführern bei der AVG und bei den VBK und wie hoch ist der Fehlbestand bei diesen Unternehmen mit Stichtag 01.08.2015? Die VBK hat einen Soll-Bedarf von 445 Vollzeitfahrern im Jahresmittel und zum 01.08.2015 einen Bestand von 460 Personen. Da einige Fahrer Teilzeit arbeiten, entspricht dies 446 Voll- zeitkräften. Die AVG hat einen Soll-Bedarf von 395 Vollzeitfahrern im Jahresmittel und zum 01.08.2015 einen Bestand von 334 Fahrern. B. Seit wann musste der früheren Unternehmensleitung bekannt gewesen sein, dass Fahr- zeugführermangel herrscht? Legt man den im Herbst 2014 festgestellten und dokumentierten Unterbestand sowie die aktuellen Rahmenbedingungen zur Nachbesetzung (Erforderlichkeit eigener Ausbildung) zu Grunde, hätte prinzipiell spätestens im Jahre 2012 mit der Nachsteuerung begonnen werden müssen. C. Wie hoch ist die Ausfallrate der Züge der AVG und der VBK in 2015? Die Ausfallquote liegt über das ganze Jahr bei den VBK bei unter 1 % aller Fahrten, beim Busverkehr nochmals deutlich darunter. An den meisten Tagen gibt es gar keine personal- bedingten Ausfälle. An einzelnen Tagen mit stark erhöhtem Krankenstand liegt die Quote höher. Am Samstag, 18.07.2015, betrug die Ausfallquote 15 % der fahrplanmäßigen Fahrten. Seite 2 Die Ausfallquote auf dem gesamten Liniennetz der AVG liegt im Jahresdurchschnitt bei unter 1,3 % aller Fahrten. Beim Busverkehr liegt die Ausfallquote deutlich unter 1 %. An einzelnen Tagen mit erhöhtem Krankenbestand liegt die Quote höher. D. Die Linie S9 Bruchsal-Bretten wurde ursprünglich wegen Fahrzeugmangel von Fremd- fahrzeugen bedient. Wie viele Zugkilometer wurden in welchem Zeitraum geleistet: 1. von den Saarbahntriebswagen? 2. von den Dieseltriebwagen der Prignitzer-Eisenbahn? Die Zugkilometer werden von den Fahrzeugkilometern abgeleitet. Daraus ergeben sich folgende Leistungen: 1. Saarbahnfahrzeuge Die Leer-km-Quote (Rangierfahrten, Zuführungen, etc.) fließt mit 7 % ein. Wagen- Nr. 2011 2012 2013 1018 87.029 98.578 80.543 1024 81.428 73.928 79.169 1028 82.267 80.799 83.384 Summe 250.724 253.305 243.096 Leer-km 17.551 17.731 17.017 Zkm 233.173 235.574 226.079 2. Dieseltriebwagen Stadler RS1 Die Leer-km-Quote (Rangierfahrten, Zuführungen, Tankfahrten, etc.) fließt mit 20 % ein. Wagen-Nr. 2014 95 80 0650 563-9 108.774 95 80 0650 564-7 97.294 95 80 0650 565-4 103.174 Summe 309.242 Leer-km 61.848 Zkm 247.394 Seite 3 E. Wurden diese Zugleistungen von AVG-eigenem Personal erbracht oder wie derzeit von Leihpersonal? Die Zugfahrten auf der Linie S9 werden größtenteils durch den Dienstleister MEV erbracht. Einzelne Dienste werden durch AVG Personal gefahren. Dies war auch während der Zeit so, als Fahrzeuge der Saarbahn und der Prignitzer Eisenbahn eingesetzt wurden. F. Welche monetären Auswirkungen hat der Einsatz auf S9 von Fremdfahrzeugen und Fremdpersonal auf das Betriebsergebnis der AVG? Die Fahrzeuge wurden als zusätzliche Fahrzeuge eingesetzt, da der vorhandene Fahrzeug- pool die Leistungen nicht bewältigen konnte. 1. Saarbahnfahrzeuge - Mietkosten Saarbahnwagen für 3 Fzg. pro Jahr = 678.740,04 € gegenüber drei eigenen Stadtbahnwagen GT8 100-2S = 691.200,00 € (bei 3,6 Mio. € auf 25 Jahre Afa) - Energiekosten identisch, W+l ist gleich der 2-Systemfahrzeugen der AVG Fazit: kostenneutral 2. Dieseltriebwagen Stadler RS1 - Übernahme am 18.11.2013/Abgabe am 13./15.10.2014 = 330/332 Tage bei AVG - Mietpreis pro Fzg./Tag = 720,00 € netto - Anschaffungskosten 2-Systemfahrzeug ET2010 mit 4,5 Mio.€ auf 25 Jahre Afa Stadtler RS1 GT8 100-2S /ET2010 Delta Kapitalkosten (Miete) 767.936,33 864.000,00 96.063,67 Energiekosten 296.870,66 149.386,12 - 147.484,54 Kosten wie W+I, Ver- sicherung usw. 189.074,03 244.301,18 55.227,15 Summe 1.253.881,02 1.257.687,30 3.806,28 Fazit: kostenneutral Seite 4 G. Ferner wurde in der BNN vom 18.07.2015 berichtet, die Fahrzeiten auf der Kraich- gaubahn Karlsruhe-Heilbronn seien 2015 länger als die Fahrzeiten 1990. Wie groß stellt sich die Fahrzeitdifferenz bei vergleichbaren Zuggattungen unter Berück- sichtigung der Halte dar und wäre es wirtschaftlich vertretbar, vermehrt Eilzüge mit wenigen Halten einzusetzen? Die Reisezeit für Regelzüge (Halt an allen Stationen) beträgt 109 Minuten vom Hauptbahn- hofvorplatz Karlsruhe bis zum Hauptbahnhof Heilbronn. Für Eilzüge (Halt an wenigen Stationen) beträgt die Reisezeit 90 Minuten. Seit Einführung des Karlsruher Modells fahren alle Stadt- bahnen in Richtung Heilbronn vom Vorplatz des Karlsruher Hauptbahnhofes ab und durch- fahren unsere Innenstadt. Ein direkter Vergleich der Reisezeiten mit 1990 ist daher nur schwerlich möglich. Die Bestellung und Finanzierung des SPNV obliegt dem Land Baden- Württemberg. Ob ein vermehrter Einsatz von Eilzügen wirtschaftlich vertretbar ist muss der Besteller entscheiden. H. Für welche trassierungstechnisch höchste Geschwindigkeit ist die oben genannte Strecke zugelassen, wie viele "Langsamfahrstellen" mit welcher Länge sind vorhanden und welcher finanzielle Aufwand wäre nötig diese zu beheben? Die Höchstgeschwindigkeit auf der Kraichgaubahn zwischen Grötzingen und Heilbronn beträgt 100 km/h. Es gibt derzeit keine vorübergehenden Langsamfahrstellen auf dieser Strecke. I. Welche zulässige Höchstgeschwindigkeit haben die auf der oben genannten Strecke eingesetzten Fahrzeuge und wie viele werden im werktäglichen Einsatz, außer samstags, benötigt? Die zulässige Höchstgeschwindigkeit der auf der Kraichgaubahn Grötzingen - Heilbronn eingesetzten Fahrzeuge beträgt 90 km/h bei den Hochflurfahrzeugen (Typ GT8-100C/2S) und 100 km/h bei den Mittelflurfahrzeugen (Typ GT-100D/2S-M). Beide Fahrzeugtypen kommen gemischt zum Einsatz. Zur Bedienung des Fahrplans sind 34 Fahrzeuge für den Abschnitt Karlsruhe Albtalbahnhof - Heilbronn Pfühlpark (Planungsstand Fahrplan 2015) notwendig. Seite 5 J. Wie viele der neuen ET 2010 sind zum 01.08.2015 insgesamt für den Betriebsdienst zu gelassen, wie viele verkehren in der Regel davon auf der oben genannten Strecke und in wie vielen ist das WC nicht funktionsfähig? Von den 30 ET 2010 sind zum 01.08.2015 insgesamt 24 Fahrzeuge für den Betrieb zugelassen. Ebenso sind alle Toiletten in den Fahrzeugen betriebsbereit und können verwendet werden. Der wesentliche Punkt bleibt die Einstellung von Triebfahrzeugführern bei der AVG. Hier gibt es immer noch einen Fehlbedarf von ca. 60 Mitarbeitern. Bis Ende erstes Quartal 2016 sollen diese ausgebildet sein.
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STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ANFRAGE Stadtrat Jürgen Wenzel (FW) vom 23.07.2015 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 15. Plenarsitzung Gemeinderat 29.09.2015 2015/0462 49 öffentlich Zugausfälle bei der AVG und auch der VBK In den vergangenen Wochen wurde vermehrt über Personalmangel und damit ver- bundene Zugausfälle bei der AVG berichtet. Ach bei den VBK kamen immer wieder Hinweise auf Zugausfälle in deren Netz, so z. B. am Samstag, 18.07.2015, dazu. Da- raus ergeben sich folgende Fragen: A. Wie hoch ist der Sollbestand an Triebfahrzeugführern bei der AVG und bei den VBK und wie hoch ist der Fehlbestand bei diesen Unternehmen mit Stichtag 01. August 2015? B. Seit wann musste der früheren Unternehmensleitung bekannt gewesen sein, dass Fahrzeugführermangel herrscht? C. Wie hoch ist die Ausfallrate der Züge der AVG und der VBK in 2015? D. Die Linie S 9 Bruchsal- Bretten wurde ursprünglich wegen Fahrzeugmangel von Fremdfahrzeugen bedient. Wie viele Zugkilometer wurden in welchem Zeitraum geleistet: 1. von den Saarbahntriebwagen? 2. von den Dieseltriebwagen der Prignitzer-Eisenbahn? E. Wurden diese Zugleistungen von AVG - eigenem Personal erbracht oder wie derzeit von Leihpersonal? F. Welche monetären Auswirkungen hat der Einsatz auf der S9 von Fremdfahr- zeugen und Fremdpersonal auf das Betriebsergebnis der AVG? G. Ferner wurde in den BNN vom 18.07.2015 berichtet, die Fahrzeiten auf der Kraichgaubahn Karlsruhe - Heilbronn seien 2015 länger als die Fahrzeiten 1990. Wie groß stellt sich die Fahrzeitdifferenz bei ver- gleichbaren Zuggattungen unter Berücksichtigung der Halte dar und wäre es wirtschaftlich vertretbar, vermehrt Eilzüge mit wenigen Halten einzusetzen? H. Für welche trassierungstechnisch höchste Geschwindigkeit ist die oben ge- nannte Strecke zugelassen, wie viele „Langsamfahrstellen“ mit welcher Länge sind vorhanden und welcher finanzielle Aufwand wäre nötig diese zu behe- ben? Seite 2 __________________________________________________________________________________________ I. Welche zulässige Höchstgeschwindigkeit haben die auf der oben genannten Strecke eingesetzten Fahrzeuge und wie viele werden im werktäglichen Ein- satz, außer samstags, benötigt? J. Wie viele der neuen ET 2010 sind zum 01.08.2015 insgesamt für den Be- triebsdienst zugelassen, wie viele verkehren in der Regel davon auf der oben genannten Strecke und in wie vielen ist das WC nicht funktionsfä- hig? Immer mehr Fahrgäste ärgern sich über die vermehrt ausfallenden Züge im gesam- ten Netz der AVG. Dazu kommt die mangelhafte Information für die Fahrgäste über ausfallende Züge. In Foren wird sogar darüber gelästert, dass die Benutzung der AVG einem „Lotteriespiel“ gleich kommt. Uns Freien Wähler erscheinen die offiziellen Stellungnahmen nicht aufschlussreich genug, daher wollen wir mit unserer Anfrage nicht nur das Thema „Lokführerman- gel“ aufgreifen, sondern auch betriebstechnische Hintergründe hinterfragen, die möglicherweise zusätzlich für Störungen im Betriebsablauf beitragen. unterzeichnet von: Jürgen Wenzel Hauptamt – Ratsangelegenheiten – 18. September 2015 Sachverhalt / Begründung:
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NIEDERSCHRIFT Stadt Karlsruhe Gremium: 15. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: 29. September 2015, 15:30 Uhr Öffentlich Ort: Südwerk-Bürgerzentrum Südstadt, Henriette-Obermüller-Straße 10, Karlsruhe Vorsitzende/r: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 50. Punkt 49 der Tagesordnung: Zugausfälle bei der AVG und der VBK Anfrage des Stadtrats Jürgen Wenzel (FW) vom 23. Juli 2015 Vorlage: 2015/0462 Beschluss: Kenntnisnahme von der Stellungnahme der Verwaltung Abstimmungsergebnis: keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 49 zur Behandlung auf und stellt fest, die Stellungnahme der Verwaltung liege vor, der Gemeinderat habe Kenntnis genommen. (Keine Wortmeldung) Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 21. Oktober 2015