Zukunftschancen von Karlsruher Hauptschülerinnen und Hauptschülern

Vorlage: 2015/0448
Art: Anfrage
Datum: 23.07.2015
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Offen
Erwähnte Stadtteile: Durlach, Südstadt

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 29.09.2015

    TOP: 44

    Rolle: Kenntnisnahme

    Ergebnis: Kenntnisnahme

Zusätzliche Dateien

  • Stellungnahme TOP 44
    Extrahierter Text

    STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zur Anfrage Stadtrat Tilman Pfannkuch (CDU) Stadtrat Detlef Hofmann (CDU) Stadträtin Bettina Meier-Augenstein (CDU) Stadtrat Marianne Mußgnug (CDU) Stadträtin Karin Wiedemann (CDU) CDU-Gemeinderatsfraktion vom: 17.07.2015 eingegangen: 17.07.2015 Gremium: 15. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 29.09.2015 2015/0448 44 öffentlich Dez.3 Zukunftschancen von Karlsruher Hauptschülerinnen und Hauptschülern 1. Wie viele Karlsruher Hauptschülerinnen und Hauptschüler fanden in den Schuljahren 2013 bis 2015 keinen Ausbildungsplatz im direkten Anschluss an ihren Hauptschulab- schluss? Aufgelistet nach Schulen. 2. Wie viele Karlsruher Schülerinnen und Schüler haben die Hauptschule in den Schul- jahren 2013 bis 2015 ohne ein Abschlusszeugnis verlassen? Aufgelistet nach Schulen. Entsprechende Statistiken liegen der Stadtverwaltung nicht vor. Das Staatliche Schulamt bereitet gegenwärtig eine entsprechende Umfrage vor. Sobald die Ergebnisse vollständig zusammenge- tragen und ausgewertet sind, informiert das Staatliche Schulamt die Stadtverwaltung. Die Ergeb- nisse werden dann mitgeteilt. 3. Wie viele junge Menschen in Karlsruhe fanden im direkten Anschluss an das Berufs- vorbereitungsjahr (BVJ) in den Jahren 2013 bis 2015 keinen Ausbildungsplatz? Entsprechende Statistiken liegen der Stadtverwaltung nicht vor. Das Staatliche Schulamt bereitet gegenwärtig eine entsprechende Umfrage vor. Sobald die Ergebnisse vollständig zusammenge- tragen und ausgewertet sind, informiert das Staatliche Schulamt die Stadtverwaltung. Die Ergeb- nisse werden dann mitgeteilt. Die Arbeitsförderungsbetriebe gGmbH können aufgrund ihrer Erfahrung mit Schulsozialarbeit im BVJ die Aussage treffen, ohne diese statistisch belegen zu können, dass circa 25 % bis 30 % der Schülerinnen und Schüler direkt einen Ausbildungsplatz finden. 4. Wie viele Praktikumsplätze bieten die Stadt Karlsruhe und die städtischen Gesellschaf- ten im Jahr an, die Einblicke in einen Beruf ermöglichen, den man mit einem Haupt- schulabschluss erlernen kann? Die Stadtverwaltung Karlsruhe bietet in allen Berufen, in denen auch eine Ausbildung ermöglicht ist, Praktikumsplätze an. Diese Plätze stehen generell das ganze Jahr zur Verfügung. Die Vergabe der Praktikumsplätze erfolgt auf individuelle Anfrage. Folgende Ausbildungsberufe sind bei der Stadt Karlsruhe grundsätzlich mit einem Hauptschulabschluss erlernbar: Bauzeichnerin/Bauzeichner, Buchbinderin/Buchbinder, Fachangestellte/Fachangestellter für Bä- derbetriebe, Fachangestellte/Fachangestellter für Medien- und Informationsdienste, Feinwerkme- chanikerin/Feinwerkmechaniker, Forstwirtin/Forstwirt, Gärtnerin/Gärtner, Kfz.-Mechanikerin/ Mechatroniker, Straßenbauerin/Straßenbauer, Tierpflegerin/Tierpfleger. Für die oben genannten Ausbildungsberufe bietet die Stadt im Jahr durchschnittlich rund 220 Praktikumsmöglichkeiten an. Seite 2 Städtische Ge- sellschaften KMK, NMK, Messe GmbH Die KMK bietet hier offiziell keine Praktika an, falls jedoch Bewerbungen für diesen Bereich (Veranstaltungstechnik) eingehen, ist hier ein Prakti- kum möglich. Bewerbungen hierfür sind allerdings hauptsächlich von BORS-Praktikanten. (BORS = Berufsorientierung an Realschulen) VoWo Die VOLKSWOHNUNG ermöglicht regelmäßig Praktika zur schulisch ver- anlassten Berufsorientierung. Die Anzahl der möglichen Praktika orientiert sich an der Auslastung der Bereiche (nicht durch AZUBIS belegte Plätze). Trotz Erhöhung der Anzahl von Azubiplätzen (VoWo bildet über den Be- darf hinweg aus), konnten im Jahr 2015 bisher fünf Praktika im Rahmen einer Berufsorientierung vereinbart werden. SWK, SWK Netz-service Es werden jährlich circa 80 Praktikumsplätze angeboten und auch be- setzt. KVVH/ Rheinhäfen Je nach Anfragen 5-10 Plätze per anno. VBK Insgesamt bieten die VBK circa 40 Praktikumsplätze im Jahr an. Das Angebot beschränkt sich aufgrund der Durchführbarkeit auf die Beru- fe Feinwerkmechaniker, Elektroniker und Fahrzeuglackierer. Die Praktika werden ausschließlich über die VBK angeboten. Bei der AVG werden Praktika dieser Art nur vereinzelt und eher selten durchgeführt. AVG Siehe oben (VBK) KASIG Keine KVV Keine AFB Praktika bieten die AFB regelmäßig in ihren Werkstätten. Jugendliche aus den von den AFB im Rahmen der Arbeitsweltbezogenen Schulsozialarbeit betreuten beruflichen Schulen nutzen dieses Angebot. Im Jahr 2014 nutz- ten 10 junge Leute unter 25 Jahren die Möglichkeit, sich in den Betrieben und Werkstätten der AFB für zwei bis vier Wochen praktisch zu erproben. In der Regel handelt es sich um Schulabgänger aus Förderschulen oder Schülerinnen und Schüler des Berufsvorbereitungsjahres oder Berufsein- stiegsjahres. In Einzelfällen testen auch Teilnehmende einer überbetrieb- lichen Ausbildung oder einer Reha-Maßnahme für ein paar Wochen ihre praktischen Fähigkeiten in den AFB-Werkstätten. Klinikum, KVD, MVZ Das Städtische Klinikum bietet derzeit keine Praktikumsplätze in Berufen an, die man mit einem Hauptschulabschluss nach Klasse 9 erlernen kann. Angeboten werden nur Praktikumsplätze im Bereich Gesundheits- und Krankenpflege. Voraussetzungen hierfür sind der Realschulabschluss oder der Hauptschulabschluss und eine mindestens 2-jährige, erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung oder der Hauptschulabschluss und eine erfolgreich abgeschlossene Krankenpflegehilfsausbildung. Fächerbad 1-2 Plätze KFG, KFE Keine festen Praktikumsplätze für Schüler mit Hauptschulabschluss, ha- ben aber auf Nachfrage im Einzelfall schon Plätze angeboten. KBG Die Zahl der Praktikumsplätze ist bei der KBG (gemeinsam mit den Bä- derbetrieben) grundsätzlich zahlenmäßig nicht limitiert. In der Regel kön- nen allen Interessenten im Jahresverlauf ein solches Praktikum absolvie- ren. Im Jahr 2013 waren es zwei, 2014 vier und 2015 bislang bereits sechs Praktikanten. KEK Keine Stadtmarketing Keine Seite 3 5. Wie viele Ausbildungsplätze bieten die Stadt Karlsruhe und die städtischen Gesell- schaften jährlich an, für die ein Hauptschulabschluss ausreichend ist? Das Ausbildungsplatzangebot der Stadtverwaltung Karlsruhe variiert von Jahr zu Jahr, da nicht jedes Jahr eine Ausbildung in allen Berufen angeboten wird. Für den Ausbildungsbeginn 2014 beziehungsweise 2015 wurden durchschnittlich 32 Ausbildungsplätze angeboten. Städtische Ge- sellschaften KMK NMK, Messe GmbH Derzeit bietet die KMK keinen entsprechenden Ausbildungsplatz an. Die KMK plant allerdings, ab September 2016 einen Ausbildungsplatz als Fachkraft für Veranstaltungstechnik anzubieten. Für diese Ausbildung wäre ein Hauptschulabschluss ausreichend. VoWo Keine, da für die angebotenen Ausbildungen mindestens ein mittlerer Schulabschluss Voraussetzung ist. SWK, SWK Netz-service Es werden jährlich 25 Ausbildungsplätze besetzt (Voraussetzung: guter Hauptschulabschluss oder Realschulabschluss). KVVH/ Rheinhäfen Keine VBK 10 Plätze/Jahr AVG 6 Plätze/Jahr KASIG Keine KVV Keine AFB Keine Klinikum, KVD, MVZ Das städtische Klinikum bietet jährlich Ausbildungsplätze im Bereich Me- dizinische/r Fachangestellte/r (MFA), Zahnmedizinische/r Fachangestell- te/r (ZMFA). Die Anzahl der Ausbildungsplätze im Bereich MFA variiert zwischen 1 und 4 pro Jahr und ist abhängig vom Bedarf der einzelnen Kliniken (2013: keiner, 2014: 3, 2015: 1). Im Bereich ZMFA werden jähr- lich 2 Ausbildungsplätze angeboten. Ab 2016 ist vorgesehen, die Zahl der Ausbildungsplätze für MFA deutlich anzuheben. Fächerbad Fachangestellter für Bäderbetriebe (w/m). Das Berufsbild ist mit Haupt- schulabschluss möglich, setzt aber zum erfolgreichen Abschluss der Be- rufsschule gute bis sehr gute Leistungen in Mathematik und Naturwissen- schaften voraus, guter Realschulabschluss ist daher zu bevorzugen, so- wie gute schwimmerische Fähigkeiten. KFG, KFE Ausbildungsplätze für Hauptschüler/innen gibt es nicht. KBG Die KBG hat keine eigenen Ausbildungsplätze, im Bäderbereich insge- samt werden über die städtischen Bäderbetriebe maximal zwei Plätze angeboten. KEK Keine Stadtmarketing Keine Seite 4 6. Wie viele Bewerber mit Hauptschulabschluss haben in den vergangenen 2 Jahren ei- nen Ausbildungsplatz bei der Stadt Karlsruhe und den städtischen Gesellschaften be- kommen? In den vergangenen zwei Jahren haben 19 Auszubildende mit einem Hauptschulabschluss einen Ausbildungsplatz bei der Stadtverwaltung Karlsruhe bekommen. städtische Ge- sellschaften KMK, NMK, Messe GmbH 0 VoWo 0 SWK, SWK Netz-service Sechs der Auszubildenden, die 2013 und 2014 ihre Ausbildung begonnen haben, haben einen Hauptschulabschluss. KVVH/ Rheinhäfen 0 VBK 1 AVG 1 KASIG 0 KVV 0 AFB 0 Klinikum, KVD, MVZ Beim Städtischen Klinikum haben Bewerber mit Hauptschulabschluss 2013 keinen, 2014 - einen als Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r (ZMFA) und 2015 ebenfalls - einen als ZMFA erhalten. Fächerbad Keiner (w/m). 2 Ausbildungsplätze wurden intensiv beworben (Broschüre, Messe, Anzeigen), jedoch ohne Erfolg, obwohl der Beruf als zwischenzeit- licher Mangelberuf gute Beschäftigungschancen bei allerdings an der Verantwortung gemessen geringer Bezahlung im 7-Tage-Schichtdienst, jedoch nur geringe Aufstiegschancen hat. KFG, KFE 0 KBG Seit 2013 hat eine Bewerberin einen Ausbildungsplatz erhalten, die über einen Hauptschulabschluss verfügte. Derartige Bewerbungen machen im Übrigen nur etwa ein Drittel der Gesamtbewerberzahl aus. KEK 0 Stadtmarketing 0

  • CDU-Zukunftschancen Hauptschüler
    Extrahierter Text

    STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ANFRAGE Stadtrat Tilman Pfannkuch (CDU) Stadtrat Detlef Hofmann (CDU) Stadträtin Bettina Meier-Augenstein (CDU) Stadträtin Marianne Mußgnug (CDU) Stadträtin Karin Wiedemann (CDU) CDU-Gemeinderatsfraktion vom 17.07.2015 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 15. Plenarsitzung Gemeinderat 29.09.2015 2015/0448 44 öffentlich Zukunftschancen von Karlsruher Hauptschülerinnen und Hauptschülern 1. Wie viele Karlsruher Hauptschülerinnen und Hauptschüler fanden in den Schuljahren 2013 bis 2015 keinen Ausbildungsplatz im direkten Anschluss an ihren Hauptschul- abschluss? Aufgelistet nach Schulen. 2. Wie viele Karlsruher Schülerinnen und Schüler haben die Hauptschule in den Schul- jahren 2013 bis 2015 ohne ein Abschlusszeugnis verlassen. Aufgelistet nach Schu- len. 3. Wie viele junge Menschen in Karlsruhe fanden im direkten Anschluss an das Berufs- vorbereitungsjahr (BVJ) in den Jahren 2013 bis 2015 keinen Ausbildungsplatz? 4. Wie viele Praktikumsplätze bieten die Stadt Karlsruhe und die städtischen Gesell- schaften im Jahr an, die Einblicke in einen Beruf ermöglichen, den man mit einem Hauptschulabschluss erlernen kann? 5. Wie viele Ausbildungsplätze bieten die Stadt Karlsruhe und die städtischen Gesell- schaften jährlich an, für die ein Hauptschulabschluss ausreichend ist? 6. Wie viele Bewerber mit Hauptschulabschluss haben in den vergangenen 2 Jahren einen Ausbildungsplatz bei der Stadt Karlsruhe und den städtischen Gesellschaften bekommen? Sachstand/Begründung: Hauptschülerinnen und Hauptschüler haben nach ihrem Abschluss größere Probleme als andere einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Um dem entgegenzuwirken, werden zum Bei- spiel Modellversuche wie die Neugestaltung des Übergangs Schule - Beruf an der Carl- Hofer-Schule und an der Gewerbeschule Durlach durchgeführt. In anderen Modellregionen fanden dank dieses Projektes 60 Prozent der Schülerinnen und Schüler einen Ausbildungs- platz. Damit aber abgeschätzt werden kann, wie sinnvoll solche Modelle sind und ob sie evtl. ausgebaut oder geändert werden sollten, bedarf es der Vergleichszahlen derjenigen Schüle- rinnen und Schüler, die nach dem herkömmlichen BVJ eine Ausbildungsstätte gefunden ha- ben. Seite 2 __________________________________________________________________________________________ Die Tatsache, dass nur verhältnismäßig wenige Ausbildungsplätze an Hauptschülerinnen und Hauptschüler vergeben werden, ist sicher einer der Gründe, warum einige der Schüle- rinnen und Schüler geradezu aufgeben und die Schule ohne einen Abschluss verlassen. Nach einer Auswertung des DGB sollen fast zwei Drittel aller Ausbildungsplätze in der IHK- Lehrstellenbörse von vornherein Hauptschülerinnen und Hauptschüler von Bewerbungen ausschließen. Das ist für diejenigen jungen Menschen, die direkt nach ihrem Abschluss eine Ausbildung anstreben schlimm, denn oftmals landen sie in der Arbeitslosigkeit. So manch ein junger unerfahrener Mensch bricht aus mangelnder Motivation und Zukunftsperspektive die Hauptschule ab. Die Stadtverwaltung und die städtischen Gesellschaften sollten ein Vorbild für die freie Wirtschaft sein sowie eine Motivation für die jungen Menschen schaffen. unterzeichnet von: Tilman Pfannkuch Detlef Hofmann Bettina Meier-Augenstein Marianne Mußgnug Karin Wiedemann Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 18. September 2015

  • Protokoll TOP 44
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    NIEDERSCHRIFT Stadt Karlsruhe Gremium: 15. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: 29. September 2015, 15:30 Uhr Öffentlich Ort: Südwerk-Bürgerzentrum Südstadt, Henriette-Obermüller-Straße 10, Karlsruhe Vorsitzende/r: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 45. Punkt 44 der Tagesordnung: Zukunftschancen von Karlsruher Hauptschülerin- nen und Hauptschülern Anfrage der Stadträte Tilman Pfannkuch und Detlef Hofmann, der Stadträtin- nen Bettina Meier-Augenstein, Marianne Mußgnug und Karin Wiedemann (CDU) sowie der CDU-Gemeinderatsfraktion vom 17. Juli 2015 Vorlage: 2015/0448 Beschluss: Kenntnisnahme von der Stellungnahme der Verwaltung Abstimmungsergebnis: keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 44 zur Behandlung auf und stellt fest, die Stellungnahme der Verwaltung liege vor, der Gemeinderat habe Kenntnis genommen. (Keine Wortmeldung) Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 21. Oktober 2015