Mir-Mohammedi-Platz
| Vorlage: | 2015/0418 |
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| Art: | Anfrage |
| Datum: | 07.07.2015 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Offen |
| Erwähnte Stadtteile: | Südstadt |
Beratungen
- Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 29.09.2015
Rolle: Kenntnisnahme
Ergebnis: Kenntnisnahme
Zusätzliche Dateien
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Extrahierter Text
Mir Mohammedi (1931 - 2003), ein Iraner in Karlsruhe "Auch wenn der Vogel stirbt, der Flug bleibt in Erinnerung" (Forough Farokhzad) Geboren in Lewardshan (iranisch Aserbeidshan) lebte und arbeitete Mir Mohammedi als Lehrer bis 1957 in Täbriz, seit 1958 und nach Beendigung des Studiums der Elektrotechnik als Diplomingenieur in Karlsruhe. Schon früh schärften die politischen Ereignisse im Iran seinen Sinn für Demokratie und soziale Gerechtigkeit. In Karlsruhe nahm Mir Mohammedi eine herausragende Rolle im Kampf gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, gegen Unterdrückung und Gewalt ein; er wurde aktives Mitglied zahlreicher politischer Vereine und Organisationen. Über seinen Status als Ausländer hinaus (Erlangung der deutschen Staatsbürgerschaft im Jahr 2000) kämpfte er für demokratische Rechte (u.a. Mitinitiator der Karlsruher Demonstrationen gegen das Shah- Regime 1963 und der Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht seit 1978) und seit 1992 als Ausländerbeirat der Stadt Karlsruhe verstärkt für die Integration von MigrantInnen. 1997 wurde ihm vom “Aktionskreis Miteinander Leben” der Anerkennungspreis für Integrationsförderung verliehen, 2002 im Karlsruher Menschenrechtszentrum ein Saal nach ihm benannt. Unermüdlich in seinem Engagement, unerschütterlich in seinem Idealismus setzte er sich bis zu seinem Tod für die Verteidigung von Menschenrechten und Minderheitsrechten ein. Seine Einstellung zur Würde des Menschen war kompromisslos, der Kampf für Gleichheit und Solidarität ihm zeitlebens oberstes Gebot. Überraschend verstarb Mir Mohammedi am 13. Dezember 2003. Seine Beerdigung gestaltete sich, wie sein Leben in Karlsruhe: als interkulturelle Veranstaltung. Menschen unterschiedlicher Nationalität und sozialen Status folgten dem Sarg nach der Trauerrede von Oberbürgermeister Heinz Fenrich und einer Trauerfeier, die mit Elementen verschiedener Kulturen aufgewartet hatte.
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STELLUNGNAHME zur Anfrage Stadträtin Sabine Zürn (Die Linke) Stadtrat Niko Fostiropoulos (Die Linke) vom: 03.07.2015 eingegangen: 03.07.2015 Gremium: 15. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 29.09.2015 2015/0418 35 öffentlich Dez. 4 Mir-Mohammedi-Platz Was hält die Stadtverwaltung von folgendem Vorschlag: Der Platz vor dem Men- schenrechtszentrum wird in Mir-Mohammedi-Platz umbenannt. Mir Mohammedi hat jahrzehntelang in Karlsruhe den Kampf für Freiheit und Menschen- rechte und gegen Rassismus, Unterdrückung und Gewalt verkörpert. Ein Raum im Men- schenrechtszentrum trägt daher seinen Namen. 2005 wurde auch die Mir-Mohammedi- Stiftung ins Leben gerufen, die Projekte und Einrichtungen unterstützt, die sich der Völker- verständigung und der Integration von Menschen ausländischer Herkunft in unserer Gesell- schaft und der Verwirklichung der Menschenrechte widmen. Es besteht daher kein Zweifel, dass diese Persönlichkeit eine Ehrung im öffentlichen Raum erfahren sollte. Das Menschenrechtszentrum mit seiner Thematik stellt zwar eine Verbindung zu der Per- son Mir Mohammedi dar. Den dortigen "Platz" im Schlachthof-Areal nach ihm zu benen- nen, hält die Verwaltung dennoch für nicht angebracht, da es heute sicherlich nicht abseh- bar ist, ob der Standort des Menschenrechtszentrums dort dauerhaft gewährleistet sein wird. Bei einer Verlagerung gäbe es einen Mir-Mohammedi-Platz innerhalb des Schlacht- hof-Areal, zu dem von seiner früheren Bedeutung und Nutzung her keinen Zusammen- hang zu dem Wirkungskreis von Mir Mohammedi hergestellt werden könnte. Es wäre durchaus denkbar, dass diese Konstellation auch zu Missverständnissen in der Bevölkerung führen würde. - 2 - Daneben lebt das Schlachthof-Areal von und mit seiner Identität als Gesamtkonstrukt. Wa- rum eine Teilfläche von ihm dann einen speziellen Namen tragen sollte, wäre nicht vermit- telbar. Im Herbst dieses Jahres werden die Arbeiten zu dem "Leitfaden für Erinnerungskultur im öffentlichen Raum" weitergeführt. Die Verwaltung schlägt vor, eine Ehrung von Mir Mo- hammedi in diese Überlegungen mit einzubeziehen. In diesem Zusammenhang sollen auch andere Formen der Würdigung betrachtet werden.
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STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ANFRAGE Stadträtin Sabine Zürn (Die Linke) Stadtrat Niko Fostiropoulos (Die Linke) vom 03.07.2015 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 15. Plenarsitzung Gemeinderat 29.09.2015 2015/0418 35 öffentlich Mir-Mohammedi-Platz Was hält die Stadtverwaltung von folgendem Vorschlag: Der Platz vor dem Menschenrechtszentrum wird in Mir-Mohammedi-Platz umbenannt. Die Bedeutung des Menschenrechtszentrums Karlsruhe wird durch die aktuellen Ereignisse immer ersichtlicher. Mir Mohammedi hat jahrzehntelang in Karlsruhe den Kampf für Freiheit und Menschenrechte, gegen Rassismus, Unterdrückung und Gewalt verkörpert. Die Benennung des Platzes vor dem Menschenrechtszentrum in Mir-Mohammedi- Platz sehen wir als angemessene Würdigung einer herausragenden Karlsruher Persönlichkeit. Der Bedeutung des Menschenrechtszentrums würde ein öffentliches Zeichen gesetzt. unterzeichnet von: Sabine Zürn Niko Fostiropoulos Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 18. September 2015 Sachverhalt / Begründung:
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NIEDERSCHRIFT Stadt Karlsruhe Gremium: 15. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: 29. September 2015, 15:30 Uhr Öffentlich Ort: Südwerk-Bürgerzentrum Südstadt, Henriette-Obermüller-Straße 10, Karlsruhe Vorsitzende/r: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 35. Punkt 35 der Tagesordnung: Mir-Mohammedi-Platz Anfrage der Stadträtin Sabine Zürn und des Stadtrats Niko Fostiropoulos (Die Linke) vom 3. Juli 2015 Vorlage: 2015/0418 Beschluss: Kenntnisnahme von der Stellungnahme der Verwaltung Abstimmungsergebnis: keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 35 zur Behandlung auf und stellt fest, die Stellungnahme der Verwaltung liege vor, der Gemeinderat habe Kenntnis genommen. (Keine Wortmeldung) Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 21. Oktober 2015