Sachstandsbericht zur Nachhaltigkeitsentwicklung in Karlsruhe

Vorlage: 2015/0309
Art: Beschlussvorlage
Datum: 19.05.2015
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Amt für Stadtentwicklung
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Hauptausschuss (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 16.06.2015

    TOP: 1

    Rolle: Entscheidung

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • Nachhaltigkeitsentwicklung
    Extrahierter Text

    BESCHLUSSVORLAGE STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister Gremium: 6. Sitzung Hauptausschuss Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 16.06.2015 2015/0309 1 öffentlich Dez. 2 Sachstandsbericht zur Nachhaltigkeitsentwicklung in Karlsruhe 2015 Beratungsfolge dieser Vorlage am TOP ö nö Ergebnis Ausschuss für Umwelt und Gesundheit 07.05.2015 5 vorberaten Hauptausschuss 16.06.2015 1 Kenntnisnahme Antrag an den Gemeinderat / Ausschuss Der Ausschuss für Umwelt und Gesundheit nimmt die vorgelegte Veröffentlichung „Sachstandsbericht zur Nachhaltigkeitsentwicklung in Karlsruhe 2015“ zur Kenntnis. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Haushaltsmittel stehen (bitte auswählen) Kontierungsobjekt: (bitte auswählen) Kontenart: Ergänzende Erläuterungen: ISEK Karlsruhe 2020 - relevant nein ja Handlungsfeld: (bitte auswählen) Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Ziel einer nachhaltigen Kommunalentwicklung ist es, die lokale Lebensqualität unter ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Aspekten zu erhöhen. Gleichzeitig sollen die Lebenschancen zukünftiger Generationen vor Ort nicht beeinträchtigt werden. Um die Nachhaltigkeit einer Entwicklung beurteilen zu können, muss sie in Form messbarer und nachprüfbarer Parameter dargestellt werden. Dies sind die Nachhaltigkeitsindikatoren. Sie sollen einen ersten Überblick über den zeitlichen Verlauf und den Stand der nachhaltigen Entwicklung in Karlsruhe geben und der Politik Weichenstellungen in einzelnen Handlungsfeldern erlauben. Für die vorliegende Broschüre wurden vier Themen- bzw. Handlungsfelder betrachtet: Umweltqualität, Ökonomie, Soziales und Partizipation. Anhand aussagekräftiger Indikatoren wird der Wirkungsgrad seit 1992 im Zeitverlauf von nahezu 25 Jahren auf die Nachhaltigkeitsentwicklung in Karlsruhe deutlich. Die vielfältigen Nachhaltigkeitsstrategien der Stadt Karlsruhe zeigen mittlerweile eine sehr positive Wirkung, wie oftmals die Entwicklung der Indikatoren beweist. Der Sachstandsbericht zur Nachhaltigkeit wird dem Ausschuss für Umwelt und Gesundheit als gedruckte Broschüre in dreijährigem Abstand vorgelegt. Daneben werden die Indikatoren als solche laufend durch die Statistikstelle aktualisiert und vorgehalten. INDIKATOREN ÖKOLOGIE A 1 Siedlungs- und Verkehrsfläche, A 2 Natur- und Landschaftsschutz Der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsfläche an der Gesamtfläche des Stadtgebietes liegt seit 1992 nahezu unverändert bei knapp 42 % (2014: 41,7 %). Zum Schutz der Natur weist Karls- ruhe heute auf knapp 40 % der Gemeindefläche Natur- und Landschaftsschutzgebiete, Europä- ische Natura 2000-Gebiete sowie flächenhafte Naturdenkmale aus und damit 1369 Hektar be- ziehungsweise 25 % mehr als noch vor 30 Jahren. Eine Ausdehnung der Flächen ist in den nächsten Jahren vorgesehen. A 3 Luftschadstoffe, A 4 Siedlungsabfälle, A 5 Wasserverbrauch, A 6 Stromverbrauch Seit 1992 haben sich die Konzentrationen der Luftschadstoffe Stickstoffdioxid und Schwefeldio- xid deutlich verringert. So lagen die in Karlsruhe gemessenen Schwefeldioxid-Emissionen an allen Messstationen im Stadtgebiet dauerhaft unter dem strengen Grenzwert. Die Müllmenge pro Kopf hat sich in den letzten Jahren tendenziell verringert, wobei deutliche Verschiebungen der Abfallmengen nach den einzelnen Müllfraktionen erkennbar wurden. Spürbar weniger ge- worden ist die Restmüllmenge pro Kopf, unterstützt auch durch die Einführung der Biotonne 2008, in die heute ein Teil des ehemaligen Restmülls wandert. Auch der durchschnittliche Was- serverbrauch von Privathaushalten und Kleingewerbe sowie der Stromverbrauch in der Fä- cherstadt gingen seit 1992 spürbar zurück. A 7 Strom und Wärme aus erneuerbaren Energien Die Fläche mit solarthermischen Anlagen hat sich in Karlsruhe in 5 Jahren um rund 10.000 m² vergrößert. Die erzeugte Energieleistung durch Solar- und Photovoltaikanlagen sowie im Bereich Geothermie ist in diesem Zeitraum deutlich angestiegen. A 10 Pkw-Dichte, A 11 Pkw nach Emissionsgruppen, A 12 Beförderungsleistungen des KVV, A 13 Carsharing Die Pkw-Dichte ist seit 2007 nahezu unverändert geblieben, wobei jedoch ein deutlicher Wan- del hin zu Personenkraftwagen mit geringem Schadstoffausstoß erkennbar ist. Des Weiteren verzeichneten der öffentliche Personennahverkehr und das Carsharing eine deutliche Steige- rung. Die Fahrgastzahlen des Karlsruher Verkehrsverbundes sind seit 1992 um gut 80 % gestie- Ergänzende Erläuterungen Seite 3 gen. Die Zahl der Nutzer des Carsharing-Dienstleisters "stadtmobil" wächst rasant, so dass Karlsruhe inzwischen die höchste Carsharing-Dichte Deutschlands aufweist. INDIKATOREN ÖKONOMIE B 1 Bruttoinlandsprodukt, B 7 Einzelhandelsrelevante Kaufkraft Die wirtschaftliche Entwicklung Karlsruhes stellt sich sehr positiv dar. Seit 2010 stieg das Brutto- inlandsprodukt das dritte Jahr in Folge beträchtlich an. Zudem liegt die Kaufkraft der Karlsruher Bevölkerung über dem Bundesdurchschnitt. B 2 Erwerbstätige und Beschäftigte, B 3 Minijobs, B 5 Pendler, B 4 Auszubildende, B 6 Arbeits- losigkeit In Karlsruhe stieg die Erwerbstätigenzahl seit Ende der 1990er Jahre tendenziell an. Dieser Trend geht nur zum Teil auf Zuwächse bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zurück. We- sentlich stärker wuchs die Zahl derjenigen Personen, die in einem Minijob arbeiten. Auch die Zahl der Personen, die zu Arbeitszwecken von oder nach Karlsruhe pendeln, hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Es ist davon auszugehen, dass sich dieser Trend weiter fortsetzen wird. Trotz guter wirtschaftlicher Entwicklung ist die Zahl der Auszubildenden seit 2009 rückläu- fig. Aufgrund der positiven wirtschaftlichen Entwicklung verharrt die Arbeitslosenquote in Karls- ruhe bereits seit Jahren mit 4,7 % auf gleichem Niveau. INDIKATOREN SOZIALES C 1 Bevölkerung, C 2 Zu- und Fortzüge, C 3 Minderjährige und Senioren Karlsruhe erlebt seit Jahren einen Bevölkerungszuwachs. Einerseits ziehen vermehrt junge Er- wachsene im Studierendenalter zu. Andererseits steigt die Bevölkerung durch die Zuwanderung ausländischer Personen. Vor allem seit 2010 sind die Zu- und Wegzugszahlen und somit auch der Wanderungssaldo spürbar angestiegen. Der demografische Wandel ist in Karlsruhe nur sehr abgemildert spürbar. Etwa seit dem Jahr 2000 nimmt der Anteil der Kinder und Jugendlichen an der Karlsruher Bevölkerung leicht von 16,1 % auf 14,8 % ab, während der Seniorenanteil seit sechs Jahren sogar von 19,7 % auf 18,6 % leicht rückläufig ist. C 4 Schülerinnen und Schüler nach Schularten, C 5 Übergänge auf weiterführende Schulen, C 6 Schulabschlüsse Der Zulauf bei den Gymnasien ist seit Jahren ungebrochen. Auch die zum Schuljahr 2012/13 eingeführten Gemeinschaftsschulen erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Ihr Zuspruch geht zu Lasten der Werkreal- und Hauptschulen. Die Übergänge auf die Gymnasien stiegen in den ver- gangenen Jahren immer weiter an. Während der Anteil der Realschulabschlüsse seit 2005 eine stagnierende beziehungsweise leicht negative Tendenz zeigt, stieg er für die Hochschulreife deutlich an. C 8 SGB II-Empfängerinnen und -Empfänger, C 9 Sozialwohnungen Angesichts der positiven wirtschaftlichen Entwicklung verringert sich seit 2007 die Zahl der SGB II-Empfängerinnen und –Empfänger in Karlsruhe Jahr für Jahr auf zuletzt 64 Betroffene je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Die Zahl der mietpreisgebundenen Sozialwohnungen sinkt seit dem Jahr 1998 stetig. Seitdem sind mehr als 6.500 Wohnungen in Karlsruhe aus der Mietpreisbindung herausgefallen, das entspricht einem Rückgang um fast zwei Drittel (63,3 %). Ergänzende Erläuterungen Seite 4 INDIKATOREN PARTIZIPATION D 1 Ehrenamtliches Engagement, D 2 Wahlbeteiligung, D 3 Frauen im Gemeinderat Das ehrenamtliche Engagement der Karlsruher Bevölkerung hat im Verlauf der Jahre deutlich zugenommen. Bei der letzten Bürgerumfrage 2012 gab jeder dritte Erwachsene an, ehrenamt- lich tätig zu sein. Auch stieg das Interesse der Bürgerinnen und Bürger an Kommunal- und Landtagswahlen wieder etwas an. Ein Drittel der Mandate des Karlsruher Gemeinderats ist seit 2014 von Frauen bekleidet. D 4 Tageseinrichtungen für Kinder unter 3 Jahren Die Zahl der Betreuungsplätze für Kleinkinder im Alter unter 3 Jahren konnte in den letzten 10 Jahren etwa vervierfacht und die Versorgungsquote auf knapp 30 % gesteigert werden. Beschluss: Antrag an den Hauptausschuss Der Hauptausschuss nimmt die vorgelegte Veröffentlichung „Sachstandsbericht zur Nachhaltigkeitsentwicklung in Karlsruhe 2015“ nach Vorberatung im Ausschuss für Umwelt und Gesundheit zur Kenntnis. Hauptamt – Ratsangelegenheiten – 5. Juni 2015

  • Nachhaltigkeitsentwicklung 2015 - Sachstandsbericht
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    NACHHALTIGKEITS- ENTWICKLUNG 2015 Stadt Karlsruhe Amt für Stadtentwicklung 3. Sachstandsbericht IMPRESSUM Stadt Karlsruhe Amt für Stadtentwicklung Zähringerstraße 61 76133 Karlsruhe Leiterin: Dr. Edith Wiegelmann-Uhlig Bereich: Statistik Andrea Rosemeier Bearbeitung: Amt für Stadtentwicklung: Thorsten Ach Christine Janoschka Willi Pradl Andrea Rosemeier Ralf Späth Juliane Schaber Umwelt- und Arbeitsschutz: Dr. Volker Hahn Layout: Stefanie Groß, Amt für Stadtentwicklung Telefon: 0721 133-1230 Fax: 0721 133-1239 E-Mail: statistik@karlsruhe.de Internet: www.karlsruhe.de/statistik Bildnachweis: Titel: Umwelt- und Arbeitsschutz Karlsruhe Seite 7: Umwelt- und Arbeitsschutz Karlsruhe Seite 21: © panthermedia.net/Wavebreakmedia ltd Seite 33: © panthermedia.net/Monkeybusiness Images Seite 45: Büro für Mitwirkung und Engagement Stand: März 2015 Gedruckt in der Rathausdruckerei auf 100 Prozent Recyclingpapier © Stadt Karlsruhe 2 | NACHHALTIGKEITSENTWICKLUNG 2015 AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 3 www.karlsruhe.de/statistik Ziel einer nachhaltigen Kommunalentwicklung ist es, die lokale Lebensqualität unter sozialen, kulturellen und materiellen Aspekten zu erhöhen, ohne die Lebenschancen zukünftiger Generationen am Ort und in der ganzen Welt zu beeinträchtigen (nachhaltige Entwicklung). Um die Entwicklung beurteilen zu können, muss sie in Form messbarer und nachprüfbarer Parameter dargestellt werden, den Nachhaltigkeitsindikatoren. Sie sollen einen ersten Überblick über den zeitlichen Verlauf und den Stand der nachhaltigen Entwicklung geben und auf diesem hohen und allgemeinen Aggregationsniveau erste Weichenstellungen in einzelnen Handlungsfeldern erlauben. Der Gesamtsatz der Nachhaltigkeitsindikatoren sollte die soziale, ökologische und ökonomische Dimension der Entwicklung abbilden. Von den einzelnen Indikatoren ist im Idealfall zu fordern:  Sie müssen vor allem Themen behandeln, auf die die Kommune einen direkten Einfl uss hat,  sie müssen Aussagen zur Nachhaltigkeit treffen,  die Inhalte und die Ermittlung der Daten sollten transparent und leicht vermittelbar sein (geringe Komplexität),  die Daten sollen belastbar und längerfristig verfügbar sein,  der Ermittlungsaufwand soll sich in Grenzen halten. 2015 wurden die Indikatoren überarbeitet und erweitert. Es wurden 38 Indikatoren ausgewählt, die die oben genannten Kriterien relativ gut erfüllen. Es muss aber betont werden: Die Vorgänge, die Einfl uss auf die Ausprägung der einzelnen Indikatoren haben, sind gewöhnlich sehr vielschichtig. Die Aufgabe der Indikatoren kann es daher lediglich sein, erste allgemeine Trends aufzuzeigen. Keinesfalls ersetzen sie eine genaue Ursachenanalyse. EINLEITUNG 4 | NACHHALTIGKEITSENTWICKLUNG 2015 DIE INDIKATOREN IM ÜBERBLICK A HANDLUNGSFELD UMWELTQUALITÄT A 1 Siedlungs- und Verkehrsfl ächen A 2 Natur-, Landschafts- und Natura 2000–Schutzgebiete A 3 Luftschadstoffe A 4 Siedlungsabfälle A 5 Wasserverbrauch A 6 Stromverbrauch A 7 Strom und Wärme aus erneuerbaren Energien A 8 Karlsruhe in der Solarbundesliga A 9 Verwendung von Recyclingpapier A 10 Pkw-Dichte A 11 Pkw nach Emissionsgruppen A 12 Beförderungsleistung des Karlsruher Verkehrsverbundes (KVV) A 13 Carsharing B HANDLUNGSFELD ÖKONOMIE B 1 Bruttoinlandsprodukt B 2 Erwerbstätige und Beschäftigte B 3 Minijobs B 4 Auszubildende B 5 Pendler B 6 Arbeitslosigkeit B 7 Kaufkraft B 8 Kommunaler Schuldenstand B 9 Versorgung mit Wohnraum B 10 Wohnungssuchende Haushalte, Wohnungsmiete AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 5 www.karlsruhe.de/statistik C HANDLUNGSFELD SOZIALES C 1 Bevölkerungsentwicklung C 2 Zu- und Fortzüge C 3 Minderjährige und Personen im Rentenalter C 4 Schülerinnen und Schüler nach Schularten C 5 Übergänge auf weiterführende Schulen C 6 Schulabschlüsse C 7 Studierende C 8 SGB II-Empfängerinnen und Empfänger C 9 Sozialmietwohnungen C 10 Straftaten D HANDLUNGSFELD PARTIZIPATION D 1 Ehrenamtliches Engagement D 2 Wahlbeteiligung D 3 Frauen im Gemeinderat D 4 Tageseinrichtungen für Kinder unter 3 Jahren D 5 Bibliothekennutzung 6 | NACHHALTIGKEITSENTWICKLUNG 2015 AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 7 www.karlsruhe.de/statistik A HANDLUNGSFELD UMWELTQUALITÄT A 1 SIEDLUNGS- UND VERKEHRSFLÄCHEN A 2 NATUR-, LANDSCHAFTS- UND NATURA 2000-SCHUTZGEBIETE A 3 LUFTSCHADSTOFFE A 4 SIEDLUNGSABFÄLLE A 5 WASSERVERBRAUCH A 6 STROMVERBRAUCH A 7 STROM UND WÄRME AUS ERNEUERBAREN ENERGIEN A 8 KARLSRUHE IN DER SOLARBUNDESLIGA A 9 VERWENDUNG VON RECYCLINGPAPIER A 10 PKW-DICHTE A 11 PKW NACH EMISSIONSGRUPPEN A 12 BEFÖRDERUNGSLEISTUNG DES KARLSRUHER VERKEHRSVERBUNDES (KVV) A 13 CARSHARING 8 | NACHHALTIGKEITSENTWICKLUNG 2015 A1 SIEDLU NGS - U N D V ERK EH RSFL ÄCHEN DATENQUELLE Liegenschaftsamt der Stadt Karlsruhe. DEFINITION Bei der Flächenerhebung werden die wichtigsten Kategorien der Flächennutzung ausgewiesen, darunter auch die Siedlungs- und Verkehrsfl ächen. Diese setzen sich zusammen aus Gebäudefl ächen und den dazugehörigen Freifl ächen, den Betriebsfl ächen, Abbaustellen und Lagerplätzen, die überwiegend gewerblich oder industriell genutzt werden, den Erholungsfl ächen (etwa Sportplätze), den Friedhöfen sowie den Verkehrsfl ächen, zu denen Straßen-, Schienen-, Luftverkehrsfl ächen einschließlich Parkfl ächen gehören. BEZUG ZUR NACHHALTIGKEIT Grund und Boden sind nur begrenzt verfügbar und dement- sprechend kostbar. Deshalb ist es Aufgabe der Fachplanungen, einerseits die angemessene Versorgung der Bevölkerung mit Flächen und Einrichtungen für die Befriedigung allgemeiner Lebensbedürfnisse (zum Beispiel Wohnungen, Arbeitsstätten oder Infrastruktureinrichtungen) und andererseits den Schutz und sorgsamen Umgang mit der Ressource Boden zu berücksichtigen. Mit der Inanspruchnahme von Flächen für Siedlungs- und Verkehrszwecke und der damit einhergehenden partiellen Bodenversiegelung gehen wertvolle Böden und ökologische Freifl ächen verloren. Ein versiegelter Boden kann Regenwasser nicht oder nur noch in geringem Maße aufnehmen und damit die Grundwasserbildung beeinträchtigen. Weitere negative Auswirkungen sind eine erhöhte Lufttemperatur gerade in den Sommermonaten und Beeinträchtigungen des Luftaustauschs sowie der Frischluftzufuhr, aber auch die zunehmende Zerschneidung der Landschaft durch Straßen und ein Anwachsen des Verkehrs mit allen damit verbundenen Umweltbeeinträchtigungen. Zahlreiche Bauvorhaben im Karlsruher Stadtgebiet sind in den vergangenen Jahren auf ehemaligen Sonderfl ächen wie Konversionsfl ächen vorgenommen worden. Diese Flächen waren bereits zuvor bebaut und zur Siedlungsfl äche gerechnet worden, weshalb nur eine Umnutzung, aber keine Neuausweisung mit gleichzeitiger Flächenzunahme zu verbuchen war. Der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsfl äche an der Gesamtfl äche des Stadtgebiets liegt seit 1992 nahezu unverändert bei knapp 42 % (2014: 41,7 %). ___ Datenquelle: Liegenschaftsamt der Stadt Karlsruhe. 5.088 5.120 5.067 2.150 2.129 2.165 0 1.000 2.000 3.000 4.000 5.000 199220022014199220022014 SiedlungsflächenVerkehrsflächen Anteil der Siedlungs- und Verkehrsfläche an der Gesamtfläche 2014: 41,7 % Fläche in Hektar SIEDLUNGS- UND VERKEHRSFLÄCHENENTWICKLUNG IN KARLSRUHE AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 9 www.karlsruhe.de/statistik A2 NATUR-, LANDSCHAFTS- UND NATURA 2000 - SCHUTZGEBIETE DATENQUELLE Liegenschaftsamt der Stadt Karlsruhe. DEFINITION In den Angaben über streng geschützte Flächen sind alle fl ächigen Schutzkategorien enthalten, also Natur- und Landschaftsschutzgebiete, Europäische Natura 2000-Gebiete (Vogelschutzgebiete und Flora-Fauna-Habitat-Schutzgebiete), fl ächenhafte Naturdenkmale. Da sich diese teilweise überlagern, wurden mehrfach geschützte Flächen nur einmal gewertet. BEZUG ZUR NACHHALTIGKEIT Schutzgebiete dienen der Naherholung und der biologischen Vielfalt. Sie sorgen für klimatische Entlastung und schützen das Grundwasser. Hierfür sind ausreichende Flächen erforderlich, auf denen sich die Natur ohne belastende Eingriffe des Menschen entfalten kann. Die Ausweisung von Schutzgebieten gehört deshalb zu den wichtigsten Instrumenten des Naturschutzes. Wesentlich hierbei ist auch die Qualität der Schutzfl ächen. Verbundsysteme erweisen sich als sinnvoller und artenreicher als mehrere kleine Flächen, weshalb die Verknüpfung von Schutzfl ächen angestrebt werden sollte. Die Schutzgebiete nehmen aktuell rund 39,2 % der Karlsruher Gemeindefl äche ein. Die Entwicklung der Schutzgebiete in Karlsruhe: 1962: 4025 ha konstant bis 1970 1971-1980: 4470 ha 1981-1990: 5438 ha 1991-2000: 6282 ha 2014: 6807 ha 10 | NACHHALTIGKEITSENTWICKLUNG 2015 A3 LUFTSCHADSTOFFE DATENQUELLE Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW). DEFINITION Erfasst werden die Jahresmittelwerte der Konzentrationen von Schwefeldioxid und Stickstoffdioxid in Milligramm pro Kubikmeter (mg/m³). Dabei erhebt die LUBW in der Regel die ½-Stundenmittelwerte an derzeit noch zwei festen Messstellen im Stadtgebiet. BEZUG ZUR NACHHALTIGKEIT Die erfassten Luftschadstoffe haben Auswirkungen auf die Gesundheit, insbesondere auf die Häufi gkeit von Atemwegs- erkrankungen, aber auch auf Vegetation, Böden und die Gebäude. In den achtziger und neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts haben sich die Konzentrationen von SO2 und NO2 deutlich verringert, seit 2000 allerdings nur noch leicht reduziert. Die in Karlsruhe gemessenen SO2-Emissionen lagen bereits vor 1992 an allen Messstationen im Stadtgebiet dauerhaft unter dem strengen SO2-Grenzwert für Ökosysteme von 0,020 mg/m³. Bei NO2 konnte bislang jedoch noch nicht an allen Messstationen der im Jahre 2010 als verbindlich festgelegte Grenzwert von 0,040 mg/m³ eingehalten beziehungsweise unterschritten werden. JAHRESMITTELWERTE STICKSTOFFDIOXID (NO2) JAHRESMITTELWERTE SCHWEFELDIOXID (SO2) 0,000 0,010 0,020 0,030 0,040 0,050 0,060 0,070 0,080 '1992 '93'94'95'96'97'98'99'00'01'02'03'04'05'06'07'08'09'10'11'12'13 KA-MitteKA-WestKA-NWKA-StraßeGrenzwert NO2-Grenzwert 0,040 mg/m 3 ____ Datenquelle: Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW). Zahlen für 2014 liegen noch nicht vor. mg/m 3 0,000 0,005 0,010 0,015 0,020 '1992 '93'94'95'96'97'98'99'00'01'02'03'04'05'06'07'08'09'10'11'12'13 KA-MitteKA-WestKA-NWSO2-Grenzwert Anmerkung: Für KA-Straßen liegen keine Messwerte vor. SO2-Grenzwert 0,020 mg/m 3 ____ Datenquelle: Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW). Zahlen für 2014 liegen noch nicht vor. mg/m 3 AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 11 www.karlsruhe.de/statistik A4 SIEDLUNGSABFÄLLE DATENQUELLE Amt für Abfallwirtschaft der Stadt Karlsruhe. DEFINITION Dargestellt wird der Müllanfall in Kilogramm (kg) je Einwohnerin und Einwohner für Restmüll, Wertstoffe und Bioabfälle. Restmüll: Hausmüll, Geschäftsmüll, Kleinmengen- Selbstanlieferung. Wertstoffe: zum Beispiel Papier/Pappe, Metalle, Kunststoffe, Holz, Verpackungsmaterialien mit Grünem Punkt. Bioabfälle: zum Beispiel Speisereste, Gemüse-/Obstabfälle, Schnittblumen, Balkon- und Topfpfl anzen, Kaffeefi lter, Eierschalen. Aufgrund einer methodischen Umstellung liegen keine vergleichbaren Daten für den Zeitraum vor 1995 vor. BEZUG ZUR NACHHALTIGKEIT Eine geringe Abfallmenge steht für nachhaltiges Wirtschaften. Müll belastet die Umwelt. Die Verringerung der Abfallmengen und der damit verbundenen Schadstoffe und Umweltbelastungen zum einen, die Erhöhung der Recyclingmenge in Form von stoffl icher und energetischer Müllverwertung zum anderen sind wesentliche Beiträge zur Schonung der Umwelt. Ziele sind die Verringerung schädlicher Immissionen, die Reduzierung des Energieverbrauchs sowie der verantwortungsvolle und schonende Umgang mit den natürlichen Ressourcen. In Karlsruhe hat sich die Müllmenge je Einwohner in den vergangenen Jahren tendenziell verringert, wobei deutliche Verschiebungen der Abfallmengen nach den einzelnen Müllfraktionen erkennbar werden. Spürbar weniger geworden ist die Restmüllmenge pro Kopf, unterstützt auch durch die Einführung der Biotonne 2008, in die heute ein Teil des ehemaligen Restmülls wandert. Die Bioabfälle (Kompost, CO2-neutrale Energiegewinnung) sind kontinuierlich gestiegen. Größer geworden ist auch die Menge an Wertstoffen pro Einwohner. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Wertstoffmenge nach der Einführung der Papiertonne zum Jahresbeginn 2015 weiter entwickeln wird. SIEDLUNGSABFÄLLE IN KARLSRUHE 0 100 200 300 400 500 600 700 '95'96'97'98'99'00'01'02'03'04'05'06'07'08'09'10'11'12'13 RestmüllWertstoffeBioabfälle ___ Datenquelle: Amt für Abfallwirtschaft der Stadt Karlsruhe. Zahlen für 2014 liegen noch nicht vor. kg je Einwohner/-in 12 | NACHHALTIGKEITSENTWICKLUNG 2015 A5 WASSERVERBRAUCH DATENQUELLE Stadtwerke Karlsruhe GmbH. DEFINITION Dargestellt ist der Wasserverbrauch von Privathaushalten und Kleingewerbe in Litern pro Einwohnerin und Einwohner und Tag. Eine separate Erfassung des Kleingewerbes erfolgt nicht. BEZUG ZUR NACHHALTIGKEIT Wasser ist nicht unbegrenzt verfügbar und angesichts der Lage Karlsruhes im Oberrheingraben, der klimatisch zu den wärmsten Gebieten Deutschlands zählt, eine kostbare Ressource. Die Bereitstellung von einwandfreiem Trinkwasser verbraucht Energie und verursacht Kosten. Übermäßiger Wasserverbrauch kann zu einem Absinken des Grundwasserspiegels und hieraus resultierenden Vegetationsschäden führen. In Karlsruhe hat sich der durchschnittliche Wasserverbrauch von Privathaushalten und Kleingewerbe seit 1992 spürbar verringert. Im Jahr 2013 lag der tägliche durchschnittliche Wasserverbrauch mit 142 Litern pro Kopf rund 20 % unter dem Verbrauchswert von 1992 (177 Liter). WASSERVERBRAUCH PRIVATER HAUSHALTE IN KARLSRUHE 177 169 167 165 164 168 166 165 164 161 159 166 159 157 154 152 148 145 146 142 143 142 100 110 120 130 140 150 160 170 180 190 200 1992 '93 '94'95 '96 '97 '98 '99'00 '01 '02 '03 '04'05 '06 '07 '08 '09'10 '11 '12 '13 ___ Datenquelle: Stadtwerke Karlsruhe GmbH. Zahlen für 2014 liegen noch nicht vor. Liter je Einwohner/-in AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 13 www.karlsruhe.de/statistik A6 STROMVERBRAUCH STROMVERBRAUCH PRIVATER HAUSHALTE IN KARLSRUHE DATENQUELLE Stadtwerke Karlsruhe GmbH. DEFINITION Dargestellt ist der Stromverbrauch privater Haushalte in Kilowattstunden (kWh) je Einwohnerin und Einwohner und Jahr. Erfasst wird die gesamte Strommenge, die durch das Netz der Stadtwerke geleitet wird, unabhängig vom Lieferanten. BEZUG ZUR NACHHALTIGKEIT Der Stromverbrauch ist ein übergeordneter Indikator, der für die Intensität von Umweltbelastungen und gesellschaftlichen Entwicklungen steht. Der jährliche Stromverbrauch in Karlsruhe schwankte viele Jahre (1992 bis 2006) zwischen rund 1.359 und 1.456 Kilowattstunden pro Einwohner und lag damit auf deutlich höherem Niveau als heute. Nicht zuletzt die in den vergangenen Jahren spürbar gestiegenen Strompreise und die hierdurch motivierte Umsetzung stromsparender Maßnahmen haben seit 2006 zu einer Senkung des durchschnittlichen Strom- verbrauchs in Karlsruhe um rund ein Viertel (24 %) beigetragen. Zuletzt (2013) lag der durchschnittliche Stromverbrauch bei etwas über 1000 kWh pro Person im Jahr. 1.367 1.358 1.364 1.402 1.456 1.394 1.396 1.393 1.349 1.385 1.404 1.349 1.385 1.412 1.387 1.328 1.296 1.251 1.228 1.143 1.106 1.055 0 200 400 600 800 1.000 1.200 1.400 1.600 1.800 1992 '93'94'95'96'97'98'99'00'01'02'03'04'05'06'07'08'09'10'11'12'13 ___ Datenquelle: Stadtwerke Karlsruhe GmbH. Zahlen für 2014 liegen noch nicht vor. kWh je Einwohner/-in 14 | NACHHALTIGKEITSENTWICKLUNG 2015 A7 STROM UND WÄRME AUS ERNEUERBAREN ENERGIEN AUS ERNEUERBAREN ENERGIEN ERZEUGTE MENGE AN STROM UND WÄRME IN KARLSRUHE DATENQUELLE Solarthermie: Stadtwerke Karlsruhe GmbH (SWK), Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft, Volkswohnung. Photovoltaik: Stadtwerke Karlsruhe GmbH. Geothermie: Umwelt- und Arbeitsschutz. DEFINITION Es werden nur solche Techniken für die Gewinnung erneuerbarer Energien dargestellt, die auch für kleinere private Gebäude geeignet sind. Dargestellt wird der aus erneuerbaren Energien erzeugte Energieertrag in Megawattstunden (MWh). Berücksichtigt sind bei der Solarthermie die seit 1993 durch die Stadtwerke geförderten Anlagen und die über das BAFA geförderten Anlagen im Stadtkreis, zudem die städtischen Anlagen und Freifl ächenabsorber in den Freibädern sowie die Anlagen der Volkswohnung. Um eine Doppelzählung auszuschließen, wird nur der höhere Wert (BAFA oder SWK) verwendet. Da die Gesamtzahl aller Anlagen in Karlsruhe real höher liegen dürfte, muss von einer tatsächlich noch größeren Gesamtleistung in MWh ausgegangen werden. Berücksichtigt sind bei der Geothermie nur wasserrechtlich erlaubnispfl ichtige Anlagen (Erfassung beim UA). Leistungs- daten liegen zumindest als Größenklasse vor. Die angege- benen Werte beziehen sich auf den Zeitpunkt der Abfrage und nicht jeweils genau auf das Jahresende. Für die Wärme- produktion wird von einer durchschnittlichen Betriebszeit von 2.000 Jahresstunden abzüglich des Strombedarfs für die Pumpleistung (bei Grundwasserwärmepumpen etwa 25 Prozent, bei Erdwärmesonden etwa 33 Prozent) ausgegangen. BEZUG ZUR NACHHALTIGKEIT Strom und Wärme aus Sonnenenergie und Erdwärme sind die typischen Formen der erneuerbaren Energien für städtische Ballungsräume. Sie beanspruchen bebaute Flächen (Dächer) oder solche Areale, die ansonsten nicht genutzt werden (Mülldeponien) und ziehen in der Regel keine negativen Umweltfolgen nach sich. Im Gegensatz zu anderen erneuer- baren Energiequellen wie Windenergie oder Bioabfälle, deren Ausbaufähigkeit in Form von Großanlagen sprunghaft und absehbar ist, kann die Nutzung der Sonnenenergie über Jahre und Jahrzehnte relativ stetig ausgebaut werden. Die erzeugte Energieleistung durch Solar- und Photovoltaikanlagen sowie im Bereich Geothermie ist im Zeitraum zwischen 2007 und 2013 deutlich angestiegen. Allein die Erzeugung durch Photovoltaikanlagen hat sich verachtfacht. Im August 2012 hat das BAFA eine neue Förderung für solarthermische Anlagen festgelegt. Die Stadtwerke fördern solarthermische Anlagen im Verbund mit Erdgas-Brennwertanlagen. Es ist damit zu rechnen, dass der Entwicklungstrend weiter anhält. ___ Datenquellen: Stadtwerke Karlsruhe GmbH, Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft Karlsruhe, Volkswohnung, Umwelt- und Arbeitsschutz Karlsruhe. Zahlenn für 2014 liegen noch nicht vor. 0 5.000 10.000 15.000 20.000 25.000 2007200820092010201120122013 Solarthermie Photovoltaik Geothermie MWh AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 15 www.karlsruhe.de/statistik A8 KARLSRUHE IN DER SOLARBUNDESLIGA STAND KARLSRUHES IN DER SOLARBUNDESLIGA - PHOTOVOLTAIK DATENQUELLE Solarbundesliga - www.solarbundesliga.de DEFINITION Berechnungsverfahren: Photovoltaik: 3 Watt pro Einwohner = 1 Punkt. Aus Großanlagen über 500 kW gehen maximal 100 Punkte pro Kommune in die Wertung ein. Solarthermie:1 Quadratdezimeter (0,01 Quadratmeter) pro Einwohner = 1 Punkt. Unverglaste Absorber werden mit 70 % ihrer Fläche gewertet. Die beiden Daten werden addiert. Hinzu kommen Bonus- punkte, die eine ausgeglichene Entwicklung der beiden Teilbereiche Solarstrom und Solarwärme belohnen. Der Bonus ergibt sich aus dem doppelten geometrischen Mittel der beiden Teilpunktzahlen. BEZUG ZUR NACHHALTIGKEIT Über die Solarbundesliga ist ein Vergleich zwischen Kommunen mit mehr als 100.000 Einwohnern möglich. Von den 53 im Jahr 2014 beteiligten Städten lag Karlsruhe auf Rang 17. Es fällt auf, dass Kommunen mit weniger als 150.000 Einwohnern überproportional im Vorderfeld vertreten sind (siehe Plätze 1-5). Unter den 14 Kommunen mit 200.000 bis 400.000 Einwohnern nimmt Karlsruhe den fünften Rang ein. 345,4 158,5 153,4 146,9 94,393,5 77,8 38,7 0 50 100 150 200 250 300 350 400 UlmFreiburgPforzheimHeilbronnHeidelbergKarlsruheMannheimStuttgart ___ Datenquelle: www.solarbundesliga.de Photovoltaik in Watt je Einwohner/-in STAND KARLSRUHES IN DER SOLARBUNDESLIGA - SOLARTHERMIE 0,139 0,096 0,075 0,057 0,0500,050 0,019 0,000 0,000 0,050 0,100 0,150 0,200 UlmFreiburgKarlsruheStuttgartHeidelbergPforzheimMannheimHeilbronn ___ Datenquelle: www.solarbundesliga.de Solarthermie in m 2 je Einwohner/-in 16 | NACHHALTIGKEITSENTWICKLUNG 2015 A9 VERWENDUNG VON RECYCLINGPAPIER PAPIERVERBRAUCH IN DER STADTVERWALTUNG KARLSRUHE DATENQUELLE Stadt Karlsruhe, Hauptamt. www.papieratlas.de DEFINITION Als Recyclingpapiere gelten alle Sorten mit dem Blauen Engel. Dargestellt ist der Papierverbrauch in Millionen Blatt DIN A4- Papier. BEZUG ZUR NACHHALTIGKEIT Bei der Herstellung von Recyclingpapier wird rund 50 % an Energie und rund 30 % an Wasser weniger verbraucht als beim Frischfaserpapier. Die Energieeinsparung übersteigt bei weitem die Energie, die man gewinnen würde bei der thermischen Verwertung des Altpapiers. Die bwasserbelastung beim Recyclingpapier ist etwa 20 Mal geringer. Natürlich wird auch der Holzverbrauch verringert. Für ein Kilogramm Recyclingpapier werden 1,2 Kilogramm Altpapier benötigt, anstatt 2,2 Kilogramm Holz für Frischfaserpapier. Der Anteil von Recyclingpapier am Papierverbrauch der Stadt Karlsruhe hat sich seit 2008 von 18,7 % auf 41,6 % mehr als verdoppelt. Wenn für die Herstellung von einem Kilogramm (200 Blatt) Frischfaserpapier vier Kilowattstunden benötigt werden, anstatt 1,5 Kilowattstunden für Recyclingpapier, liegt das noch nicht ausgeschöpfte Einsparpotenzial an Energie bei über 700.000 Kilowattstunden. Über den Papieratlas ist ein Vergleich mit anderen Städten möglich. Die Recyclingquote stieg seit 2009 um rund 14 %. 2013 erreichten die 67 teilnehmenden Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern einen Anteil von 83 %. Mehrere Städte benutzen zu 100 % Recyclingpapier, zum Beispiel Berlin, Nürnberg, Freiburg, Gelsenkirchen, Münster und Halle/ Saale. 0 10 20 30 40 50 60 200820092010201120122013 Mill. Blatt A4 Anteil von Recycling-Papier % ___ Datenquelle: Hauptamt der Stadt Karlsruhe. Zahlen für 2014 liegen noch nicht vor. Mill. Blatt A4 bzw. Anteil in % AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 17 www.karlsruhe.de/statistik A10 PKW-DICHTE ANZAHL DER PKW JE 1.000 EINWOHNERINNEN UND EINWOHNER IN KARLSRUHE* DATENQUELLE Kraftfahrt-Bundesamt. DEFINITION Dargestellt ist die Anzahl der in Karlsruhe zugelassenen Pkw je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner. BEZUG ZUR NACHHALTIGKEIT Für die Herstellung und Nutzung von Pkw werden nicht vermehrbare Rohstoffe und Energieressourcen in erheblichem Umfang verbraucht. Pkw benötigen Parkraum, der für andere wichtige Nutzungen entzogen wird. Die Pkw-Dichte ist seit 2007 nahezu unverändert geblieben, wohingegen der öffentliche Personennahverkehr und das Carsharing eine jährliche Steigerung verzeichneten und auch das Radfahren in Karlsruhe stark gefördert wird. Die deutlich niedrigeren Zahlenwerte ab 2007 resultieren aus einer veränderten Erfassungsmethode: Vorübergehend stillgelegte oder außer Betrieb gesetzte Pkw, die bis 2006 noch in den Jahresergebnissen enthalten waren, wurden ab 2007 nicht mehr erfasst. Die neuen Werte ab 2007 sind deshalb mit den früheren Werten kaum mehr vergleichbar. 492 498 501 503 507 506 507 512 526 530530 528 527 531 532 467 462462 461 462 461 460 0 100 200 300 400 500 600 1992 '93'94'95'96'97'98'99'00'01'02'03'04'05'06'07'08'09'10'11'12'13 ____ Datenquelle: Kraftfahrt-Bundesamt. Zahlen für 2014 liegen noch nicht vor. * Ab 2007: Nur noch angemeldete Fahrzeuge ohne vorübergehende Stilllegungen/Außerbetriebsetzungen. Pkw je 1.000 Einwohner/-innen 18 | NACHHALTIGKEITSENTWICKLUNG 2015 A11 PKW NACH EMISSIONSGRUPPEN PERSONENKRAFTWAGEN IN KARLSRUHE NACH EMISSIONSGRUPPEN DATENQUELLE Kraftfahrt-Bundesamt. DEFINITION Dargestellt wird die Anzahl der Pkw nach Emissionsgruppen von „nicht reduziert“ bis hin zur aktuell besten Gruppe „Euro 6“. BEZUG ZUR NACHHALTIGKEIT Wegen der relativ kurzen Lebensdauer von Personenkraft- wagen ist der Anteil von Schadstoffklassen ein eindeutiger Indikator für technische Verbesserungen im Schadstoffausstoß. Es ist ein deutlicher Wandel hin zu Personenkraftwagen mit geringem Schadstoffausstoß erkennbar. Da die Kilometer- leistung nicht einberechnet ist, erlaubt dies aber keine direkte Aussage über den tatsächlichen Schadstoffausstoß. Trotz der Umstellung der Erhebungsmethode (vorübergehend stillgelegte oder außer Betrieb gesetzte Pkw, die in den Werten bis 2006 noch enthalten waren, wurden ab 2007 nicht mehr erfasst) wird erkennbar, dass mittlerweile kaum noch Pkw im Stadtgebiet zugelassen sind, deren Schadstoffausstoß nicht reduziert ist. Ebenso gibt es nur noch vergleichsweise wenige Fahrzeuge der Emissionsgruppen Euro 1 und Euro 2. 0 30.000 60.000 90.000 120.000 150.000 '93'94'95'96'97'98'99'00'01'02'03'04'05'06'07'08'09'10'11'12'13 nicht reduziertSonstigeEURO 1EURO 2EURO 3EURO 4EURO 5EURO 6 ____ Datenquelle: Kraftfahrt-Bundesamt. Zahlen für 2014 liegen noch nicht vor. Anzahl * Ab 2007: Nur noch angemeldete Fahrzeuge ohne vorübergehende Stilllegungen/Außerbetriebsetzungen. AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 19 www.karlsruhe.de/statistik A12 BEFÖRDERUNGSLEISTUNG DES KARLSRUHER VERKEHRSVERBUNDES (KVV) BEFÖRDERUNGSLEISTUNG VON VBK UND AVG DATENQUELLE Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK), Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG). DEFINITION Dieser Indikator weist die Anzahl der Fahrgäste pro Jahr für die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) und die Albtal-Verkehrs- Gesellschaft (AVG) aus. BEZUG ZUR NACHHALTIGKEIT Der öffentliche Personennahverkehr steht für eine umweltfreundliche, Ressourcen und Flächen schonende Beförderung. Die Fahrgastzahlen sind seit 1992 um 86 Prozent gestiegen. Das dürfte vor allem auf die Erschließung neuer Strecken und Änderungen in der Tarifstruktur (zum Beispiel Seniorenticket) zurückzuführen sein. Trotz des hohen Ausgangsniveaus hatten sich die Fahrgastzahlen auch 2013 weiter erhöht. 0 20.000.000 40.000.000 60.000.000 80.000.000 100.000.000 120.000.000 140.000.000 160.000.000 180.000.000 200.000.000 1992 '93 '94 '95 '96 '97 '98 '99 '00 '01 '02 '03 '04 '05 '06 '07 '08 '09 '10 '11 '12 '13 Verkehrsbetriebe KarlsruheAlbtal-Verkehrs-Gesellschaft ___ Datenquelle: Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK), Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG). Zahlen für 2014 liegen noch nicht vor. Fahrgäste 20 | NACHHALTIGKEITSENTWICKLUNG 2015 A13 C A RSH A RING TEILNEHMERINNEN UND TEILNEHMER BEI STADTMOBIL KARLSRUHE DATENQUELLE Stadtmobil CarSharing GmbH & Co.KG. DEFINITION Ausgewiesen wird die Anzahl der bei Stadtmobil registrierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer. BEZUG ZUR NACHHALTIGKEIT Carsharing führt zu einer Reduzierung des Verkehrsaufkommens und damit zu einer gewissen Eindämmung des Individualverkehrs in der Stadt. Es entlastet vom Druck, Parkierungsfl ächen zu schaffen und trägt zu einer Verringerung von Autoabgasen bei. Die Zahl der Nutzer des Carsharing-Dienstleisters „stadtmobil“ wächst rasant an. Seit dem Jahr 2005, als auch die Stadtverwaltung Karlsruhe die Vorteile des Teilens eines Fahrzeuges erkannte und sich der Carsharing-Idee anschloss, hat sich der Nutzerkreis mehr als verdreifacht. Inzwischen hat Karlsruhe die höchste Carsharing-Dichte Deutschlands. 54 286 466 777 1.315 1.770 2.071 2.421 2.765 3.041 3.510 4.046 4.836 5.698 6.545 6.956 8.206 9.226 10.203 0 2.000 4.000 6.000 8.000 10.000 12.000 1995 '96'97'98'99'00'01'02'03'04'05'06'07'08'09'10'11'12'13 ____ Datenquelle: Stadtmobil CarSharing GmbH & Co. KG. Zahlen für 2014 liegen noch nicht vor. Anzahl der Teilnehmer/-innen AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 21 www.karlsruhe.de/statistik B HANDLUNGSFELD ÖKONOMIE B 1 BRUTTOINLANDSPRODUKT B 2 ERWERBSTÄTIGE UND BESCHÄFTIGTE B 3 MINIJOBS B 4 AUSZUBILDENDE B 5 PENDLER B 6 ARBEITSLOSIGKEIT B 7 KAUFKRAFT B 8 KOMMUNALER SCHULDENSTAND B 9 VERSORGUNG MIT WOHNRAUM B 10 WOHNUNGSSUCHENDE HAUSHALTE, WOHNUNGSMIETE 22 | NACHHALTIGKEITSENTWICKLUNG 2015 DATENQUELLE Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder, Ergebnisse der Revision 2012 (Berechnungsstand August 2013). DEFINITION Das Bruttoinlandsprodukt wird in Euro je Erwerbstätiger oder Erwerbstätigem ausgewiesen. BEZUG ZUR NACHHALTIGKEIT Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) umfasst den Wert aller innerhalb eines Wirtschaftsgebietes während einer bestimmten Periode produzierten Waren und Dienstleistungen. Es entspricht der Bruttowertschöpfung aller Wirtschaftsbereiche zuzüglich der Gütersteuern und abzüglich der Gütersubventionen. Die Bruttowertschöpfung, die zu Herstellerpreisen bewertet wird, ergibt sich für jeden Wirtschaftsbereich aus dem Bruttoproduktionswert zu Herstellerpreisen abzüglich der Vorleistungen zu Anschaffungspreisen. Das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner dient im nationalen und internationalen Vergleich üblicherweise der Messung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit von Ländern oder Regionen. Der Bezug des regionalen BIP auf die jeweilige Bevölkerungszahl der Region ermöglicht einen Vergleich des Standes der wirtschaftlichen Entwicklung beziehungsweise der Wirtschaftskraft verschieden großer Volkswirtschaften. Konnte das Bruttoinlandsprodukt von 2004 bis 2007 ein stetiges Wachstum verzeichnen, musste in den Jahren 2008 und 2009 ein Rückgang, bedingt durch die wirtschaftliche Entwicklung, hingenommen werden. Seit 2010 stieg das Bruttoinlandsprodukt das dritte Jahr in Folge wieder beträchtlich an. 40.000 45.000 50.000 55.000 60.000 65.000 70.000 11.000 11.500 12.000 12.500 13.000 13.500 14.000 14.500 15.000 15.500 16.000 16.500 1994 '95'96'97'98'99'00'01'02'03'04'05'06'07'08'09'10'11'12 Bruttoinlandsprodukt zu Marktpreisen (Mill. Euro)Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigen (Euro) ____ Datenquelle: Volkswirtschaftl. Gesamtrechnungen der Länder, Ergebnisse der Revision 2012, (Berechnungsstand August 2013). Zahlen liegen nur bis 2012 vor. Mill. Euro Euro B1 BRUTTOINLANDSPRODUKT BRUTTOINLANDSPRODUKT ZU MARKTPREISEN IN KARLSRUHE AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 23 www.karlsruhe.de/statistik DATENQUELLE Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder. DEFINITION Als erwerbstätig gelten alle Personen, die als Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (Arbeiter, Angestellte, Beamte, geringfügig Beschäftigte, Soldaten), als Selbstständige oder als mithelfende Familienangehörige eine auf wirtschaftlichen Erwerb gerichtete Tätigkeit ausüben, unabhängig vom Umfang dieser Tätigkeit. Bei mehreren Beschäftigungsverhältnissen einer Person wird nur die Haupterwerbstätigkeit erfasst. Sozialversicherungspfl ichtig sind alle Erwerbstätigen, die krankenversicherungspfl ichtig, rentenversicherungspfl ichtig, pfl egeversicherungspfl ichtig und/oder beitragspfl ichtig nach dem Arbeitsförderungsgesetz sind oder für die von den Arbeitgebern Beitragsanteile zu den gesetzlichen Rentenversicherungen zu entrichten sind. Dargestellt sind die sozialversicherungspfl ichtig Beschäftigten am Arbeitsort Karlsruhe. BEZUG ZUR NACHHALTIGKEIT Zahlen zu den Erwerbstätigen und den sozialversicherungspfl ichtig Beschäftigten ermöglichen Aussagen zum Wirtschaftsstandort und gehören zu den wichtigsten Indikatoren der regionalen Arbeitsmarktbeobachtung. In Karlsruhe stieg die Erwerbstätigenzahl seit Ende der neunziger Jahre tendenziell an. Dieser Trend geht nur zum Teil auf Zuwächse bei den sozialversicherungspfl ichtig Beschäftigten zurück. Wesentlich stärker wuchs die Zahl derjenigen Personen, die in marginalen Beschäftigungs- verhältnissen, also in einem Minijob, arbeiten. Der Anstieg der Minijobs ist ein bundesweiter Trend, dem Karlsruhe auch unterliegt - nicht zuletzt angesichts der vielen Studierenden, die oft über Minijobs ihren Lebensunterhalt fi nanzieren. 0 50.000 100.000 150.000 200.000 250.000 1992 '93 '94 '95 '96 '97 '98 '99 '00 '01 '02 '03 '04 '05 '06 '07 '08 '09 '10 '11 '12 '13 Erwerbstätigesozialversicherungspflichtig Beschäftigte * ____ Stand jeweils 30. Juni *Die Daten für 2013 liegen derzeit noch nicht vor. Berechnungsstand: Bis 1999 - August 2010; ab 2000 - August 2013. Datenquelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder. Anzahl Personen B2 ERWERBSTÄTIGE UND BESCHÄFTIGTE ERWERBSTÄTIGE UND BESCHÄFTIGTE AM ARBEITSORT KARLSRUHE 24 | NACHHALTIGKEITSENTWICKLUNG 2015 DATENQUELLE Statistisches Landesamt Baden-Württemberg. DEFINITION Dieser Indikator zeigt die Zahl der sozialversicherungspfl ichtig Beschäftigten und der geringfügig Beschäftigten am Arbeitsort Karlsruhe. Eine geringfügige Beschäftigung ist gesetzlich defi niert als ein Arbeitsverhältnis mit einem Bruttoeinkommen von maximal 450 Euro (seit dem 01.01.2013, vorher lag die Einkommensgrenze bei 400 Euro). BEZUG ZUR NACHHALTIGKEIT Für sozialversicherungspfl ichtig Beschäftigte besteht die Möglichkeit, neben dem normalen Arbeitseinkommen noch einen Zusatzverdienst zu erlangen. Diese Möglichkeit der geringfügig entlohnten Beschäftigung, auch Minijob genannt, dient in vielen Fällen dazu, das Haushaltseinkommen zu verbessern. Darüber hinaus sind zahlreiche Menschen ausschließlich auf einen oder mehrere Minijobs als Erwerbstätigkeit angewiesen. Nicht immer sind geringfügige Beschäftigungsverhältnisse von den Arbeitnehmern gewollt; mitunter konnte keine andere Tätigkeit gefunden werden oder aber das Geld aus der hauptsächlichen Erwerbstätigkeit reicht nicht für den Lebensunterhalt. Traditionell werden geringfügige Arbeitsverträge vor allem im Dienstleistungsbereich angeboten, hauptsächlich dabei im Handel, in der Gastronomie, im Gesundheits- und Sozialwesen, im Bereich Information und Kommunikation sowie in der Sparte Erziehung und Unterricht. Gerade in der Gastronomie und im Handel sind Minijobs ein beliebtes Instrument, um mit Aushilfen saisonale Schwankungen auszugleichen und anfallende Arbeitsspitzen aufzufangen. Die Zahl der Minijobs ist seit dem Jahr 2004 um rund 20 % gestiegen. Im gleichen Zeitraum stieg die Zahl der sozialversicherungspfl ichtig Beschäftigten Arbeitnehmer aber nur um 11,5 %. Die Zahl der geringfügig Beschäftigten im Nebenjob hat sich sogar mehr als verdoppelt (53,2 %). B3 MINIJOBS SOZIALVERSICHERUNGSPFLICHTIG BESCHÄFTIGTE UND GERINGFÜGIG BESCHÄFTIGTE AM ARBEITSORT KARLSRUHE 0 20.000 40.000 60.000 80.000 100.000 120.000 140.000 160.000 180.000 2004200520062007200820092010201120122013 Jahr Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort Karlsruhe Geringfügig entlohnte Beschäftigte (Minijobs) ____ Stand jeweilis 30. Juni. Datenquelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg. Zahlen für 2014 liegen noch nicht vor. Anzahl Personen AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 25 www.karlsruhe.de/statistik DATENQUELLE Statistisches Landesamt Baden-Württemberg. DEFINITION Dargestellt ist die Anzahl der Auszubildenden bezogen auf 1.000 sozialversicherungspfl ichtig Beschäftigte am Arbeitsort Karlsruhe. In Ausbildung befi ndet sich, wer am Stichtag 31. Dezember des Berichtsjahres seinen Vertrag nicht vorzeitig gelöst hat, wessen Ausbildungsende in der Zukunft liegt, und wer noch keine bestandene Prüfung vorweisen kann. Die Zahlen beziehen sich auf die Auszubildenden in Berufen, die nach dem Berufsbildungsgesetz oder der Handwerksordnung anerkannt sind. BEZUG ZUR NACHHALTIGKEIT Die duale Berufsausbildung im Zusammenspiel von Ausbildungsbetrieb und berufl icher Schule gehört zu den Grundpfeilern der Berufsbildung in Deutschland. Im Zeitverlauf wird ersichtlich, wie sich die Zahl der Auszubildenden im Rahmen der dualen Berufsausbildung verändert hat. Durch die ständig steigenden und sich stetig wandelnden Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt wird die Bedeutung der berufl ichen Qualifi kation immer weiter zunehmen. Ohne eine berufl iche Ausbildung haben gerade Jugendliche es schwer, sich auf dem Arbeitsmarkt durchzusetzen. Trotz guter wirtschaftlicher Entwicklung und obwohl die Zahl der sozialversicherungspfl ichtig Beschäftigten in den vergangenen Jahren stetig zugenommen hat (vergleiche auch Indikator B2), ist die Zahl der Auszubildenden seit 2009 rückläufi g. Dies kann möglicherweise auf die zunehmende Neigung der Jugendlichen zu höheren Bildungsabschlüssen zurückgeführt werden. Schülerinnen und Schüler streben vermehrt die allgemeine Hochschulreife an, und der Beginn eines Studiums erscheint attraktiver als die Aufnahme einer Berufsausbildung. Für die Betriebe wird es dadurch schwieriger, die Ausbildungsplätze mit geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern zu besetzen. B4 AUSZUBILDENDE AUSZUBILDENDE JE 1.000 SOZIALVERSICHERUNGSPFLICHTIG BESCHÄFTIGTE AM ARBEITSORT KARLSRUHE 52,6 49,3 48,9 50,7 49,6 51,8 53,9 56,0 56,2 55,2 55,4 56,8 56,3 56,2 55,1 56,3 53,6 56,1 53,9 47,8 49,9 48,8 0 10 20 30 40 50 60 70 1992199319941995199619971998199920002001200220032004200520062007200820092010201120122013 Auszubildende je 1.000 Beschäftigte Jahr ___ Stand jeweils 30. Juni. Datenquelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg. Zahlen für 2014 liegen noch nicht vor. 26 | NACHHALTIGKEITSENTWICKLUNG 2015 DATENQUELLE Bundesagentur für Arbeit. DEFINITION Dargestellt wird die Zahl der Personen, die zu Arbeitszwecken nach Karlsruhe einpendeln oder von Karlsruhe weg in eine andere Kommune pendeln. Der Wert bezieht sich ausschließlich auf Arbeitspendler. Schülerinnen und Schüler sowie nicht sozialversicherungspfl ichtig Beschäftigte sind nicht enthalten. BEZUG ZUR NACHHALTIGKEIT Die Zahl der Männer und Frauen, die zu ihrer Arbeit nach Karlsruhe oder von Karlsruhe weg in andere Kommunen pendeln sagt zum einen etwas über die Mobilität der Bevölkerung aus. Zum anderen lassen sich auch Rückschlüsse auf das lokale Wohnungs- und Arbeitsplatzangebot ziehen. Generell besitzen insbesondere Stadtkreise wie Karlsruhe wegen ihres vergleichsweise vielfältigen Arbeitsplatzangebots eine große Anziehungskraft auf das Umland. Arbeitnehmer legen oft weite Strecken zurück, um als Pendler an ihre Arbeitsplätze zu gelangen. Wohnungsknappheit, teure Mieten oder Lebenshaltungskosten in der Stadt können ferner dazu führen, dass vermehrt Bevölkerung ins Umland abwandert, um dort geeigneten oder günstigeren Wohnraum zu fi nden. Firmen verlagern aus der Stadt ins Umland und erhöhen so die städtischen Auspendlerzahlen. Insgesamt führt ein Anstieg der Pendler zu einer Erhöhung des Verkehrsaufkommens und den damit verbundenen Lärm- und Abgasemissionen, mitunter auch zum Ausbau der Verkehrserschließung und einem damit einhergehenden Flächenverbrauch. Sowohl die Zahl der Einpendler als auch die der Auspendler haben in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Es ist davon auszugehen, dass sich dieser Trend weiter fortsetzen wird. B5 PENDLER EIN- UND AUSPENDLER NACH BEZIEHUNGSWEISE AUS KARLSRUHE 0 20.000 40.000 60.000 80.000 100.000 120.000 1992 '93 '94 '95 '96 '97 '98 '99 '00 '01 '02 '03 '04 '05 '06 '07 '08 '09 '10 '11 '12 '13 EinpendlerAuspendler ___ Stand: Jeweils 30. Juni. Datenquelle: Bundesagentur für Arbeit. Zahlen für 2014 liegen noch nicht vor. Anzahl Personen AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 27 www.karlsruhe.de/statistik DATENQUELLE Bundesagentur für Arbeit. DEFINITION Die Arbeitslosenquote ist der Anteil der im Hauptagenturbezirk Karlsruhe gemeldeten Arbeitslosen an allen zivilen Erwerbspersonen. Hierzu zählen alle sozialversicherungspfl ichtig Beschäftigten, geringfügig Beschäftigte, Beamte und Arbeitslose. Zum Hauptagenturbezirk Karlsruhe der Bundesagentur für Arbeit zählen der Stadtkreis Karlsruhe und einige direkt angrenzende Städte und Gemeinden des Landkreises Karlsruhe. Wegen der Verfl echtung von Stadt- und Landkreis ist die gemeinsame Betrachtungsweise sinnvoll. Bis 2000 wurde die Arbeitslosenquote jeweils zum 30. Juni ermittelt, danach zum Stichtag 30. September. Vor 1998 wurde für die Arbeitslosenquote die Zahl der Arbeitslosen bezogen auf die Zahl der abhängigen zivilen Erwerbspersonen zu Grunde gelegt, seit 1998 ist die Bezugsgröße die Zahl aller zivilen Erwerbspersonen. BEZUG ZUR NACHHALTIGKEIT Die Arbeitslosenquote ist die wichtigste Kennzahl zur Darstellung der Beschäftigungslage und des Ausmaßes der Arbeitslosigkeit. Der Indikator steht somit für die wirtschaftliche Lage in einer Kommune. Die Arbeitslosenquote entwickelt sich in der Regel gegenläufi g zu der Zahl der Erwerbstätigen (siehe Indikator B2). Sie lag konjunkturbedingt Ende der neunziger Jahre sehr hoch, fi el dann ab und stieg zwischen 2002 und 2005 erneut leicht an. In den nachfolgenden Jahren sank die Arbeitslosenquote aufgrund der positiven wirtschaftlichen Entwicklung wieder ab. Seit 2011 verharrt die Arbeitslosenquote in Karlsruhe mit 4,7 % auf dem gleichen, bemerkenswert niedrigen Niveau. B6 ARBEITSLOSIGKEIT ARBEITSLOSENQUOTE DER HAUPTAGENTUR KARLSRUHE 4,7 6,0 7,1 7,5 8,6 9,6 8,3 7,6 6,3 5,8 6,5 7,4 7,3 8,1 7,2 5,9 5,4 5,8 5,2 4,74,74,74,7 0,0 1,0 2,0 3,0 4,0 5,0 6,0 7,0 8,0 9,0 10,0 1992 '93 '94 '95 '96 '97 '98 '99 '00 '01 '02 '03 '04 '05 '06 '07 '08 '09 '10 '11 '12 '13 '14 % bis 1997: Arbeitslosenquoten bezogen auf abhängige zivile Erwerbspersonen. ab 1998: Arbeitslosenquoten bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen. Bis 2000 jeweils Stand zum 30. Juni; danach 30. September. ____ Datenquelle: Bundesagentur für Arbeit. 28 | NACHHALTIGKEITSENTWICKLUNG 2015 DATENQUELLE Gesellschaft für Konsum-, Markt- und Absatzforschung e. V., Nürnberg. DEFINITION Die Kaufkraft der ortsansässigen Bevölkerung wird für diesen Indikator in Relation gesetzt zum verfügbaren Einkommen aller privaten Haushalte in der Bundesrepublik Deutschland (Bundesdurchschnitt = 100) am Ende des angegebenen Jahres. Sie ist die Summe aller Nettoeinkünfte, die den privaten Haushalten in einem Jahr zur Verfügung stehen und zum Teil für Konsumzwecke (Reisen, Ausgaben im Einzelhandel), zum Teil für die Miete, das Sparen und die Altersvorsorge verwendet werden. BEZUG ZUR NACHHALTIGKEIT Die Kaufkraft liefert Informationen über das verfügbare Einkommen der Verbraucher am Wohnort und ist wichtigster Indikator für das Konsumpotential der örtlichen Bevölkerung. Die Kaufkraft der Karlsruher Bevölkerung liegt derzeit noch über dem Bundesdurchschnitt, hat sich aber in den vergangenen Jahren deutlich abgeschwächt und dem gesamtdeutschen Durchschnitt angenähert. Im Jahr 2007 wurde der niedrigste Kaufkraftwert seit 1992 gemessen; 2008 nahm die Kaufkraft dann wieder leicht zu, blieb aber auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Als Ursachen können unter anderem in Frage kommen: der verstärkte Wegzug von fi nanzkräftigen Bevölkerungsgruppen aus dem Stadtgebiet, der verstärkte Zuzug fi nanzschwächerer Personengruppen (hierzu zählen beispielsweise auch Studentinnen und Studenten), reale Einkommenseinbußen durch lohnstrukturelle Entwicklungen im örtlichen Arbeitsplatzangebot oder aber die Zunahme der Zahl der Empfängerinnen und Empfänger öffentlicher Sozialleistungen in der Bevölkerung. B7 KAUFKRAFT KAUFKRAFT JE EINWOHNERIN UND EINWOHNER IN KARLSRUHE 105,5 109,9 108,6 111,5 110,0 110,5 110,1 110,0 109,0 109,7 110,0 109,9 108,6 106,8 105,0 104,5 105,3 105,6 106,3 106,7 106,9 106,6 105,4 100 102 104 106 108 110 112 114 1992 '93 '94 '95 '96 '97 '98 '99 '00 '01 '02 '03 '04 '05 '06 '07 '08 '09 '10 '11 '12 '13 '14 _____ Datenquelle: Gesellschaft für Konsum-, Markt- und Absatzforschung e. V., Nürnberg. Index (Deutschland = 100) AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 29 www.karlsruhe.de/statistik DATENQUELLE Stadtkämmerei der Stadt Karlsruhe. DEFINITION Der kommunale Schuldenstand wird als Betrag in Euro je Einwohnerin oder Einwohner dargestellt. Kommunale Schulden sind alle am Jahresende bei Banken, Versicherungen, Bausparkassen, der Sozialversicherung sowie an anderer Stelle aufgenommene Darlehen. BEZUG ZUR NACHHALTIGKEIT Der Schuldenstand ist ein Indikator für die wirtschaftliche Lage einer Kommune und deren fi nanziellen Handlungsspielraum. Kommunale Schulden sind das Ergebnis vorausgegangener Investitionsentscheidungen und Haushaltsdefi zite. Bereits durch Zinszahlungen, die aufgrund von bestehenden Schulden geleistet werden müssen, werden die Handlungsmöglichkeiten der Kommune eingeschränkt. Steigende Einwohnerzahlen und eine höhere Einwohnerdichte, Verschiebungen in der Altersstruktur der Bevölkerung, gestiegene Anforderungen in Sachen Umweltschutz, Bauvorhaben und Sanierungsmaßnahmen sowie viele andere kommunale Aufgaben führen zu Ausgaben. Eine nachhaltige Kommunalpolitik stellt daher den Abbau bereits vorhandener Schulden und die Vermeidung neuer Schulden zentral in den Fokus der Verwaltung. Nur so können wichtige Leistungen der Kommune wie beispielsweise die Bereitstellung von Kindergartenplätzen, Zahlungen an Sozialhilfeempfänger oder Baumaßnahmen bereitgestellt werden. Der Schuldenstand hat sich seit 1996 kontinuierlich verringert und liegt mittlerweile deutlich unter dem Wert von 1992. Der Schuldenabbau war in den vergangenen beiden Jahren höher als in den Vorjahren, der Stand von 1992 konnte im Jahr 2013 halbiert werden. B8 KOMMUNALER SCHULDENSTAND KOMMUNALER SCHULDENSTAND JE EINWOHNERIN UND EINWOHNER IN KARLSRUHE 868 887 993 1.128 1.217 1.121 1.115 1.095 1.063 1.008 990 930 894 825 754 672 576 518 526 527 479 432 0 200 400 600 800 1.000 1.200 1.400 '92'93'94'95'96'97'98'99'00'01'02'03'04'05'06'07'08'09'10'11'12'13 Euro je Einwohner/-in _____ Datenquelle: Stadtkämmerei der Stadt Karlsruhe. Zahlen für 2014 liegen noch nicht vor. 30 | NACHHALTIGKEITSENTWICKLUNG 2015 DATENQUELLE Bauordnungsamt und Amt für Stadtentwicklung der Stadt Karlsruhe. DEFINITION Die Wohnfl äche je Einwohnerin und Einwohner wird in Quadratmeter Wohnfl äche pro Person ausgewiesen. Zur Wohnfl äche gehören Flächen von Wohn- und Schlafräumen, Küchen und Nebenräumen (Dielen, Abstellräume, Bäder und dergleichen mit einer lichten Höhe von mindestens zwei Metern). Raumteile mit einer lichten Höhe von ein bis zwei Metern werden nur mit halber Fläche, diejenigen unter einem Meter gar nicht angerechnet. Balkone und Loggien werden mit einer Teilfl äche berücksichtigt. Nicht gezählt werden die Flächen der Zubehörräume (Keller, Waschküchen, Dachböden und dergleichen), der Wirtschaftsräume sowie der Geschäftsräume und der zur gemeinsamen Nutzung verfügbaren Räume (Ausnahme: Wohnheime). Daten für die Jahre vor 2004 liegen aus methodischen Gründen nicht vor. Der Indikator trifft keine Aussage über die Qualität des Wohnraums, die Angemessenheit der Verteilung oder darüber, ob die Wohnfl äche dem Markt tatsächlich zur Verfügung steht. BEZUG ZUR NACHHALTIGKEIT Dieser Indikator gibt Hinweise auf die Wohnraumversorgung der Bevölkerung und somit auf die Befriedigung des Grundbedürfnisses Wohnen. Er gibt die rein rechnerische durchschnittliche Wohnfl äche pro Einwohnerin oder Einwohner an. Eine Zunahme der Wohnfl äche weist auf einen steigenden Versorgungsgrad und steigende Bedürfnisbefriedigung hin, kann aber auch einen erhöhten Flächenverbrauch als Bauland für Wohnzwecke zur Folge haben. In Zeiten knappen Wohnraums, steigender Baukosten und einer stetigen Erhöhung der Einwohnerzahl in Kombination mit der Zunahme von Singlehaushalten, war die Wohnfl äche pro Kopf in den vergangenen Jahren rückläufi g. Die Werte für die durchschnittlich zur Verfügung stehende Wohnfl äche in Karlsruhe bewegen sich seit 2004 zwischen 41 und 42 Quadratmetern pro Person. Die Wohnfl ächen- entwicklung bezogen auf die Einwohnerinnen und Einwohner in Karlsruhe zeigt seit dem Jahr 2009 eine rückläufi ge Entwicklung. B9 VERSORGUNG MIT WOHNRAUM WOHNFLÄCHE IN QUADRATMETER JE EINWOHNERIN UND EINWOHNER 41,7 41,8 42,1 41,9 42,0 42,1 41,9 41,8 41,5 41,2 40,6 40,0 40,5 41,0 41,5 42,0 42,5 43,0 1992'93'94'95'96'97'98'99'00'01'02'03'04'05'06'07'08'09'10'11'12'13'14 Wohnfläche m² je Einwohner/-in _____ Datenquelle: Bauordnungsamt und Amt für Stadtentwicklung der Stadt Karlsruhe. Vor 2004 liegen keine Zahlen vor. AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 31 www.karlsruhe.de/statistik DATENQUELLE Liegenschaftsamt der Stadt Karlsruhe, Volkswohnung Karlsruhe und Statistisches Landesamt Baden-Württemberg. DEFINITION Ausgewertet wird für diesen Indikator die Anzahl der sich beim Liegenschaftsamt der Stadt Karlsruhe und der Volkswohnung als wohnungssuchend meldenden Haushalte. Erfasst werden nur diejenigen Haushalte, deren soziale Situation zum Bezug staatlich geförderter Wohnungen berechtigt. Der Index für die Wohnungsmieten in Baden Württemberg spiegelt deren prozentuale Preisentwicklung im Vergleich zum Basisjahr (2010 = 100 %) wider. BEZUG ZUR NACHHALTIGKEIT Die Zahl der sich als wohnungssuchend meldenden Haushalte ist ein Anhaltspunkt für die sozioökonomische Situation in der Bevölkerung und das Angebot an preisgünstigem Wohnraum. Bei steigenden Mieten und weiterhin gleichbleibendem oder rückgängigem Einkommensniveau können Haushalte zunehmend keine bezahlbare und passende Wohnung auf dem freien Markt fi nden. Seit Ende der neunziger Jahre ist die Nachfrage nach preiswertem öffentlich gefördertem Wohnraum stark angestiegen. Die Zahl der Haushalte, die über Mietanfragen beim Liegenschaftsamt oder der Volkswohnung versuchten, eine bezahlbare Wohnung zu bekommen, bewegte sich angesichts der in den vergangenen Jahren stetig gestiegen Wohnungsmieten auf hohem Niveau. B10 WOHNUNGSSUCHENDE HAUSHALTE, WOHNUNGSMIETE WOHNUNGSSUCHENDE HAUSHALTE IN KARLSRUHE SOWIE ENTWICKLUNG DES INDEX FÜR WOHNUNGSMIETE IN BADEN-WÜRTTEMBERG 0,0 20,0 40,0 60,0 80,0 100,0 120,0 0 1.000 2.000 3.000 4.000 5.000 6.000 7.000 8.000 9.000 1992'93'94'95'96'97'98'99'00'01'02'03'04'05'06'07'08'09'10'11'12'13 Wohnungssuchende (Liegenschaftsamt der Stadt Karlsruhe) Wohnungssuchende (Volkswohnung) Wohnungsmieten in Baden-Württemberg (einschl. Nebenkosten), (Messziffer 2010 = 100) 0,0 20,0 40,0 60,0 80,0 _____ Datenquelle: Liegenschaftsamt der Stadt Karlsruhe, Volkswohnung, Statistisches Landesamt Baden-Württemberg. Zahlen für 2014 liegen noch nicht vor. Anzahl Messziffer (2010 = 100) 32 | NACHHALTIGKEITSENTWICKLUNG 2015 AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 33 www.karlsruhe.de/statistik C HANDLUNGSFELD SOZIALES C 1 BEVÖLKERUNGSENTWICKLUNG C 2 ZU- UND FORTZÜGE C 3 MINDERJÄHRIGE UND PERSONEN IM RENTENALTER C 4 SCHÜLERINNEN UND SCHÜLER NACH SCHULARTEN C 5 ÜBERGÄNGE AUF WEITERFÜHRENDE SCHULEN C 6 SCHULABSCHLÜSSE C 7 STUDIERENDE C 8 SGB II-EMPFÄNGERINNEN UND -EMPFÄNGER C 9 SOZIALMIETWOHNUNGEN C 10 STRAFTATEN 34 | NACHHALTIGKEITSENTWICKLUNG 2015 DATENQUELLE Amt für Stadtentwicklung der Stadt Karlsruhe. DEFINITION Für diesen Indikator wird die Bevölkerung in Karlsruhe im Zeitverlauf dargestellt. Relevant hierfür sind die im Einwohnermelderegister eingetragenen Personen am Ort der Hauptwohnung jeweils zum Stand 31. Dezember eines Jahres. Die Differenzierung der Bevölkerung in Deutsche und Nicht- deutsche, das heißt in Ausländerinnen und Ausländer, erfolgt anhand ihrer im Melderegister hinterlegten ersten Staatsangehörigkeit. BEZUG ZUR NACHHALTIGKEIT Die Einwohnerentwicklung gibt Aufschluss über die Attraktivität und Wirtschaftskraft einer Kommune und ist die Basis für infrastrukturelle Planungen. Karlsruhe erlebt seit Jahren einen Bevölkerungszuwachs. Einerseits ziehen vermehrt junge Erwachsene im Studierendenalter zu, die an den Karlsruher Hochschulen studieren oder hier eine Ausbildung beginnen. Andererseits steigt die Bevölkerung durch die Zuwanderung ausländischer Personen. Nach einem leichten zahlenmäßigen Rückgang der Deutschen zwischen 1992 und 2000 stieg deren Anzahl wieder an und erreichte zuletzt mit knapp 245.000 einen Höchststand. Die Zahl der in Karlsruhe wohnhaften Personen mit einer ausländischen Staatsangehörigkeit hat sich seit 1992 kontinuierlich erhöht und betrug 2014 etwas mehr als 18 %. Vor allem in den vergangenen beiden Jahren nahm die ausländische Bevölkerung durch Zuzüge aus Südosteuropa sowie aus Krisengebieten nochmals deutlich zu. C1 BEVÖLKERUNGSENTWICKLUNG BEVÖLKERUNGSENTWICKLUNG IN KARLSRUHE 31.64231.465 31.931 33.00933.24533.149 34.190 35.258 36.205 36.869 37.765 38.358 38.941 39.320 39.752 40.276 39.74039.593 41.152 42.850 45.767 48.234 54.545 241.532 239.567 237.654 236.313 235.514 234.528 233.408 232.701 232.446 232.916 233.442 233.904 234.989 235.729 235.877 237.771 239.572 240.734 241.896 242.838 243.888 244.908 244.937 0 50.000 100.000 150.000 200.000 250.000 300.000 350.000 1992 '93 '94 '95 '96 '97 '98 '99 '00 '01 '02 '03 '04 '05 '06 '07 '08 '09 '10 '11 '12 '13 '14 AusländerDeutsche _____ Datenquelle: Amt für Stadtentwicklung der Stadt Karlsruhe. Anzahl AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 35 www.karlsruhe.de/statistik DATENQUELLE Amt für Stadtentwicklung der Stadt Karlsruhe. DEFINITION Erfasst wird die Anzahl der Menschen, die im Bezugsjahr in die Kommune zuziehen oder sie verlassen. Die Zahl der im jeweiligen Berichtsjahr nach Karlsruhe zuziehenden beziehungsweise aus Karlsruhe fortziehenden Personen wird auf 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner bezogen. Die Differenz dieser beiden Werte ergibt den Wanderungssaldo. BEZUG ZUR NACHHALTIGKEIT Die Zahl der Wanderungen ist nicht nur ein Gradmesser für die Attraktivität einer Stadt, sondern auch für deren Entwicklung und Veränderung. Der Saldo auf 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner gerechnet vermittelt eine vergleichbare Größenordnung hinsichtlich des zahlenmäßigen Wachstums einer Stadt. Ein positiver Saldo, also mehr Zuzüge als Fortzüge, ist ein Beleg für eine lebenswerte Stadt. Diese zeichnet sich dadurch aus, dass die Bewohnerinnen und Bewohner ihren Lebensmittelpunkt in der Kommune wahrnehmen und für sich und ihre Kinder Perspektiven sehen. Karlsruhe hat in den vergangenen 15 Jahren durch Wanderungen kontinuierlich Einwohnerinnen und Einwohner hinzugewonnen. Vor allem seit 2010 sind die Zu- und Wegzugszahlen und somit auch der Wanderungssaldo spürbar angestiegen. Die Stadt wird als attraktiver Ausbildungs- und Arbeitsort wahrgenommen und konnte dadurch in den vergangenen Jahren ein deutliches Zuzugsplus verbuchen. Nicht zuletzt der Wegfall der Wehrpfl icht und der doppelte Abiturjahrgang in Baden-Württemberg haben am Hochschulstandort Karlsruhe für einen Anstieg der Zugangszahlen bei den Studierenden gesorgt. C2 ZU- UND FORTZÜGE ZU- UND FORTZÜGE JE 1.000 EINWOHNERINNEN UND EINWOHNER UND WANDERUNGSSALDO -20,0 0,0 20,0 40,0 60,0 80,0 100,0 120,0 140,0 1992 '93'94'95'96'97'98'99'00'01'02'03'04'05'06'07'08'09'10'11'12'13 ZugezogeneFortgezogeneSaldo _____ Datenquelle: Amt für Stadtentwicklung der Stadt Karlsruhe. Anzahl je 1.000 Einwohner/–innen 36 | NACHHALTIGKEITSENTWICKLUNG 2015 DATENQUELLE Amt für Stadtentwicklung der Stadt Karlsruhe. DEFINITION Dargestellt wird der Anteil der Minderjährigen und der Personen im Seniorenalter an der Gesamtbevölkerung in Prozent. Minderjährige sind Kinder und Jugendliche im Alter unter 18 Jahren, bei Seniorinnen und Senioren wird ein Rentenalter von 65 und mehr Jahren zugrunde gelegt. BEZUG ZUR NACHHALTIGKEIT Minderjährige und Personen im Seniorenalter sind Bevölkerungsgruppen, die durch ihr Alter noch nicht beziehungsweise nicht mehr für den Arbeitsmarkt und somit die Wertschöpfung zur Verfügung stehen. Sie sind jedoch für die wirtschaftliche Nachfrage und für den infrastrukturellen Bedarf einer Kommune relevant. Eine nachhaltige Kommunalentwicklung hat ein Augenmerk auf soziale und altersstrukturelle Anforderungen, so dass passende Angebote und Einrichtungen für alle Altersgruppen wie beispielsweise Kinderspielplätze oder Einrichtungen für Seniorinnen und Senioren bereitgestellt werden. Der demografi sche Wandel ist in Karlsruhe nur sehr abgemildert spürbar. Etwa seit dem Jahr 2000 nimmt der Anteil der Kinder und Jugendlichen an der Karlsruher Bevölkerung leicht von 16,1 % auf 14,8 % ab, während der Seniorenanteil im Zeitraum von sechs Jahren sogar von 19,7 % auf 18,6 % gegen den Bundestrend leicht rückläufi g ist. Derzeit ist nahezu jede fünfte Bewohnerin beziehungsweise annähernd jeder fünfte Bewohner in Karlsruhe 65 Jahre oder älter. Der Anteil der Kinder und Jugendlichen hingegen liegt aktuell bei 14 %, also etwas unter dem Anteil der Seniorinnen und Senioren. C3 MINDERJÄHRIGE UND PERSONEN IM RENTENALTER MINDERJÄHRIGE UND SENIORINNEN UND SENIOREN IN DER KARLSRUHER BEVÖLKERUNG 0 5 10 15 20 25 1992'93'94'95'96'97'98'99'00'01'02'03'04'05'06'07'08'09'10'11'12'13'14 Kinder u. Jugendliche unter 18 JahrenPersonen im Seniorenalter (65 Jahre und älter) _____ Datenquelle: Amt für Stadtentwicklung der Stadt Karlsruhe. Anteil in % AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 37 www.karlsruhe.de/statistik DATENQUELLE Schul- und Sportamt und Amt für Stadtentwicklung der Stadt Karlsruhe. DEFINITION Für diese Darstellung wird die Anzahl der Schülerinnen und Schüler eines jeden Schuljahres nach Schularten aufgegliedert. Betrachtet werden die Gymnasien einschließlich der Waldorfschule, Realschulen, Sonder- oder Förderschulen, Gemeinschaftsschulen, Werkreal- oder Hauptschulen und Grundschulen. Die Europäische Schule bleibt bei der Aufl istung unberücksichtigt. BEZUG ZUR NACHHALTIGKEIT Eine Vielzahl von Schularten erhöht für die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit eines bedarfsgerechten Lernens. Die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die eine bestimmte Schulart besuchen, ist auch ein Zeiger für die Beliebtheit und das Ansehen dieser Schulform. Entsprechend der demografi schen Entwicklung und der Tatsache, dass die schulpfl ichtigen Altersjahrgänge schwächer besetzt sind, nimmt die Zahl der Schülerinnen und Schüler an Karlsruher Schulen in den vergangenen Jahren erstmals leicht ab. Der Zulauf bei den Gymnasien ist seit Jahren ungebrochen und wird sich nach dem Wegfall der verbindlichen Grundschulempfehlung voraussichtlich noch verstärken. Die zum Schuljahr 2012/13 eingeführten Gemeinschaftsschulen erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Ihr Zuspruch geht zu Lasten der Werkreal- und Hauptschulen. C4 SCHÜLERINNEN UND SCHÜLER NACH SCHULARTEN SCHÜLERINNEN UND SCHÜLER AN ÖFFENTLICHEN UND PRIVATEN SCHULEN IN KARLSRUHE 0 5.000 10.000 15.000 20.000 25.000 30.000 1992/931993/941994/951995/961996/971997/981998/991999/002000/012001/022002/032003/042004/052005/062006/072007/082008/092009/102010/112011/122012/132013/142014/15 Schuljahr Gymnasien (einschließlich Waldorfschule) Realschulen Sonder-/ Förderschulen Gemeinschafts- schulen Werkreal- und Hauptschulen Grundschulen _____ Datenquelle: Schul- und Sportamt der Stadt Karlsruhe. Ohne Europäische Schule. Anzahl 38 | NACHHALTIGKEITSENTWICKLUNG 2015 DATENQUELLE Schul- und Sportamt der Stadt Karlsruhe. DEFINITION Der Indikator zeigt den prozentualen Anteil der Schülerinnen und Schüler, die nach dem Besuch der Grundschule am Ende des jeweiligen Schuljahres auf das Gymnasium, die Realschule, die Werkreal- oder Hauptschule oder die Gemeinschaftsschule übergegangen sind. BEZUG ZUR NACHHALTIGKEIT Der Wechsel der Schulart am Ende der Primarstufe ist eine Weichenstellung in der Bildungslaufbahn von Kindern. Sie lenkt die Schülerinnen und Schüler in Richtung unterschiedlicher weiterführender Schulen. Da sich die Anforderungen des Arbeitsmarkts immer mehr verändern, wird eine gute schulische Ausbildung und ein damit einhergehender möglichst qualifi zierter Schulabschluss als essenziell für die Chancen auf eine solide berufl iche Entwicklung angesehen. Eine hohe Quote an Übergängen auf weiterführende Schulen ist hierfür ein aussagekräftiger Maßstab. Die Übergänge auf die Gymnasien stiegen in den vergangenen Jahren immer weiter an und liegen mittlerweile mit knapp 60 Prozent auf einem sehr hohen Niveau. Die Übergänge auf Realschulen nach dem Ende der Grundschulzeit pendeln seit gut 20 Jahren um die 25 %. Die Gemeinschaftsschulen, die zum Schuljahr 2012/13 neu eingeführt wurden, erleben einen großen Zulauf, der deutlich zu Lasten der Werkreal- und Hauptschulen geht. Durch den Wegfall der verbindlichen Grundschulempfehlung sind die Übergangsquoten im Zeitverlauf jedoch nur noch eingeschränkt vergleichbar. C5 ÜBERGÄNGE AUF WEITERFÜHRENDE SCHULEN ÜBERGANGSQUOTEN VON ÖFFENTLICHEN SCHULEN AUF WEITERFÜHRENDE SCHULEN 0 5 10 15 20 25 30 35 40 45 50 55 60 65 92/9393/9494/9595/9696/9797/9898/9999/0000/0101/0202/0303/0404/0505/0606/0707/0808/0909/1010/1111/1212/1313/14 auf Gymnasienauf Realschulenauf Werkreal-/Hauptschulenauf Gemeinschaftsschulen _____ Datenquelle: Schul- und Sportamt der Stadt Karlsruhe. Anteil in % jeweils am Ende des Schuljahres AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 39 www.karlsruhe.de/statistik DATENQUELLE Statistisches Landesamt Baden-Württemberg. DEFINITION Für die Veranschaulichung der Entwicklung der Schulabschlüsse wird der Prozentanteil der Schulabgänger mit dem entsprechenden Abschluss auf alle Abgänger von Karlsruher Schulen in dem jeweiligen Schuljahr bezogen. BEZUG ZUR NACHHALTIGKEIT Das Bildungs- und Ausbildungsniveau der Bevölkerung ist ein Gradmesser für berufl iche Qualifi kationsmöglichkeiten. Eine gute schulische Ausbildung und ein hoher Schulabschluss erhöhen die Chancen auf eine solide berufl iche Entwicklung mit einem angemessenen Einkommen trotz der sich ständig verändernden Anforderungen des Arbeitsmarktes. Die Entwicklung der Schulabgängerzahlen und der Anteil der jeweiligen Abschlüsse sind besonders für die Situation auf dem Lehrstellenmarkt und für die Kapazitätsplanung von Hochschulen von Bedeutung. Den höchsten Anteil an den Schulabschlüssen haben die weiterführenden Schulen. Während der Anteil der Realschulabschlüsse seit 2005 eine stagnierende beziehungsweise leicht negative Tendenz zeigt, stieg er für die Hochschulreife deutlich an. Am Ende des Schuljahres 2011/2012 hat sich die Zahl der Schulabgänger/-innen durch den Abgang von zwei Jahrgangsstufen (G8/G9) drastisch erhöht. Der Anteil der Werkreal-/Hauptschulabschlüsse schwankte bis 2007 nur leicht. Im darauf folgenden Jahr entwickelte sich der Anteil der Werkreal-/Hauptschulabschlüsse zunächst nach unten; der Wert für das Berichtsjahr 2012 lag aufgrund des doppelten Abiturjahrgangs in Baden- Württemberg niedriger als sonst und ist mit den übrigen Werten nicht vergleichbar. Im Jahr 2013 pendelte sich dann der Wert auf das Ergebnis von 2008 ein. Auf einem niedrigen Niveau zunächst mehr oder weniger stabil geblieben beziehungsweise in den Jahren seit 2000 zurückgegangen ist der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die ohne Abschluss die Schule verlassen. C6 SCHULABSCHLÜSSE ENTWICKLUNG DER SCHULABSCHLÜSSE AN KARLSRUHER SCHULEN 0 5 10 15 20 25 30 35 40 45 50 55 60 1992 '93'94'95'96'97'98'99'00'01'02'03'04'05'06'07'08'09'10'11'12'13 ohne Schulabschlussmit Werkreal-/HauptschulabschlussRealschulabschlussHochschulreife Anteil der Abgänger mit entsprechendem Abschluss bezogen auf alle Abgänger _____ Datenquelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg. Zahlen für 2014 liegen noch nicht vor. jeweils am Ende des Schuljahres Anteil in % 40 | NACHHALTIGKEITSENTWICKLUNG 2015 DATENQUELLE Amt für Stadtentwicklung der Stadt Karlsruhe. DEFINITION Über die Anzahl der an Karlsruher Hochschulen immatrikulierten Studierenden zum Zeitpunkt des jeweiligen Wintersemesters kann die Entwicklung der Studierendenzahl nachvollzogen werden. BEZUG ZUR NACHHALTIGKEIT Einrichtung des Tertiären Bildungsbereichs, vor allem Universitäten und Hochschulen, ermöglichen eine akademische Ausbildung oder eine hochschulmäßige Weiterbildung. Meist fi ndet ein Studium statt, um sich für Berufe zu qualifi zieren, für die der Erwerb eines akademischen Grades oder das Ablegen eines Staatsexamens vorausgesetzt oder zumindest wünschenswert ist. Seit Jahren erfreuen sich die Karlsruher Bildungseinrichtungen einer stetig steigenden Beliebtheit. Durch die damalige Auszeichnung des KIT als Eliteuniversität, aber auch durch den Wegfall der Wehrpfl icht 2011 sowie den doppelten Abiturjahrgang in Baden-Württemberg 2012 hat sich der Druck auf die attraktiven Karlsruher Hochschulen noch verstärkt und zu einem erhöhten Anstieg der Studierendenzahlen geführt. In den kommenden Jahren ist von einer weiteren Zunahme der Studierendenzahlen an den hiesigen Hochschulen auszugehen. C7 STUDIERENDE STUDIERENDE AN DEN HOCHSCHULEN IN KARLSRUHE 30.357 30.294 29.694 28.290 26.908 25.558 23.387 23.311 24.495 26.172 27.432 28.585 29.891 30.569 31.045 30.737 31.658 33.427 34.867 37.543 40.186 41.785 41.701 0 5.000 10.000 15.000 20.000 25.000 30.000 35.000 40.000 45.000 50.000 1992/931993/941994/951995/961996/971997/981998/991999/002000/012001/022002/032003/042004/052005/062006/072007/082008/092009/102010/112011/122012/132013/142014/15 Wintersemester ____ Datenquelle: Amt für Stadtentwicklung der Stadt Karlsruhe. 2014/15 ohne Karlshochschule International University (Daten liegen noch nicht vor). Anzahl AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 41 www.karlsruhe.de/statistik DATENQUELLE Sozial- und Jugendbehörde der Stadt Karlsruhe (bis 2004); Bundesagentur für Arbeit (ab 2005). DEFINITION Für diesen Indikator wird die Anzahl der Empfängerinnen und Empfänger von Leistungen nach dem Zweiten Sozialgesetzbuch (SGB II) auf 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner bezogen. Das Zweite Sozialgesetzbuch regelt die Förderung von erwerbsfähigen Personen im Alter zwischen 15 und unter 65 Jahren sowie deren Angehöriger, soweit diese ihren Lebensunterhalt nicht aus eigenen Mitteln bestreiten können. Die Kriterien für Zahlungen haben sich durch die Hartz IV-Reform im Jahr 2005 geändert, die absoluten Zahlen davor und danach sind deswegen nicht vergleichbar. BEZUG ZUR NACHHALTIGKEIT Eine wichtige Aufgabe der Kommune ist die Leistung von Zahlungen an Sozialhilfeempfänger beziehungsweise Empfängerinnen und Empfänger von SGB II-Leistungen. Verschlechtert sich die sozioökonomische Situation der Bevölkerung, kann dies erhebliche Auswirkungen auf den kommunalen Haushalt haben. Steigt der Anteil der Haushalte, deren Geld nicht zum Lebensunterhalt reicht, also beispielsweise der Anteil sozial schwacher Haushalte, Alleinerziehender oder Senioren mit geringem Einkommen, so muss die Kommune mehr Mittel für Zahlungen im Rahmen des SGB II zur Verfügung stellen. Trotz des Methodenwechsels im Jahr 2005 wird bis 2006 ein Anstieg der Zahl der Empfängerinnen und Empfänger von Leistungen nach dem SGB II deutlich. Ab 2007 verringert sich deren Zahl konstant und bleibt seit 2012 mit 64 SGB II- Hilfebeziehenden pro 1.000 Einwohnerinnen und Einwohnern auf gleichem Niveau. Trotz der positiven wirtschaftlichen Entwicklung in der Stadt Karlsruhe gelang es dennoch nicht, die Zahl der SGB II-Empfängerinnen und -empfänger deutlich zu senken. C8 SGB II-EMPFÄNGERINNEN UND -EMPFÄNGER SGB II-EMPFÄNGERINNEN UND -EMPFÄNGER JE 1.000 EINWOHNERINNEN UND EINWOHNER .. 34 35 33 35 363636 37 38 4141 73 77 75 73 72 71 67 6464 . 10 20 30 40 50 60 70 80 1992'93'94'95'96'97'98'99'00'01'02'03'04'05'06'07'08'09'10'11'12'13 bis 2004: Sozialhilfeempfängerinnen/Empfänger, ab 2005: SGB II-Empfängerinnen/Empfänger. Daten sind aus methodischen Gründen nicht direkt vergleichbar. 0 _____ Datenquelle: Sozial- und Jugendbehörde der Stadt Karlsruhe (bis 2004); Bundesagentur für Arbeit (ab 2005). Zahlen für 2014 liegen noch nicht vor. Anzahl je 1.000 Einwohner/-innen 42 | NACHHALTIGKEITSENTWICKLUNG 2015 DATENQUELLE Liegenschaftsamt der Stadt Karlsruhe. DEFINITION Dargestellt wird die Zahl der öffentlich geförderten Wohnungen mit einer zeitlich befristeten Mietpreisbindung. Um eine solche Sozialmietwohnung beziehen zu können, ist ein sogenannter Wohnberechtigungsschein notwendig. Voraussetzung für die Erteilung eines Wohnberechtigungsscheins sind gewisse Einkommensgrenzen oder die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Personenkreis (zum Beispiel junge Familien, Alleinerziehende, Behinderte und andere), falls besondere Bindungen zu der Wohnung bestehen. Die einem Haushalt zustehende Wohnungsgröße ist abhängig von der Zahl der Haushaltsangehörigen. Mit der Erteilung des Wohnberechtigungsscheins wird sichergestellt, dass die Sozialwohnungen auch tatsächlich denjenigen Wohnungs- suchenden zugutekommt, die aufgrund ihrer Situation Bedarf aufweisen. Im Jahr 2008 erfolgte eine Statistikbereinigung aufgrund eines neuen Auswertungsverfahrens, so dass die Vergleichbarkeit mit Vorjahren eingeschränkt sein kann. BEZUG ZUR NACHHALTIGKEIT In einer Zeit, in der es eine beträchtliche Anzahl von Armutsrentnern, SGB II-Empfänger/-innen, Geringverdienern und Arbeitslosen gibt, haben mietpreisgebundene Sozialwohnungen eine besonders wichtige Funktion. Es gibt viele Menschen, die sich eine geeignete Wohnung auf dem freien Wohnungsmarkt kaum leisten können. Die Zahl der mietpreisgebundenen Sozialwohnungen sinkt seit dem Jahre 1998 stetig. Seitdem sind mehr als 6.500 Wohnungen in Karlsruhe aus der Mietpreisbindung herausgefallen, das entspricht einem Rückgang um fast zwei Drittel (63,3 %). Für sozial schwächere Haushalte hat sich hierdurch die aktuelle Wohnungsmarktsituation in Karlsruhe zunehmend verschärft. C9 SOZIALMIETWOHNUNGEN SOZIALMIETWOHNUNGEN IN KARLSRUHE 9.060 9.125 9.260 9.398 9.354 10.093 10.371 10.322 9.803 9.326 9.031 8.466 7.981 7.148 6.907 6.690 5.529 5.648 5.362 5.032 4.674 3.808 0 2.000 4.000 6.000 8.000 10.000 12.000 1992 '93'94'95'96'97'98'99'00'01'02'03'04'05'06'07'08'09'10'11'12'13 _____ Datenquelle: Liegenschaftsamt der Stadt Karlsruhe. Zahlen für 2014 liegen noch nicht vor. Anzahl AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 43 www.karlsruhe.de/statistik DATENQUELLE Landeskriminalamt Baden-Württemberg. DEFINITION Dieser Indikator weist die Zahl der Straftaten je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner aus. Die polizeiliche Kriminalstatistik wird nach bundeseinheitlichen Richtlinien erstellt und erfasst keine Staatsschutz-, Steuer- und reinen Verkehrsdelikte. Es handelt sich bei den Werten um die bekannt gewordenen Straftaten. Viele Arten von Straftaten haben eine hohe Dunkelziffer, die sich unter Umständen mit dem Wandel gesellschaftlicher Einstellungen ändern kann. BEZUG ZUR NACHHALTIGKEIT Die Zahl der bekannt gewordenen Straftaten je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner vermittelt einen Eindruck von der tatsächlichen Kriminalität im Gegensatz zu „gefühlten“, durch Medien beeinfl ussten Eindrücken. Natürlich sollte das Ziel einer Kommune sein, eine möglichst niedrige Zahl an Straftaten aufzuweisen. Die Einfl ussfaktoren hierauf sind jedoch vielfältig. Häufi g beruhen Straftaten auf sozialen Problemen, die ihre Ursache in wirtschaftlichen Veränderungen haben können. Als Beispiele könnten einerseits wachsende Armut und negative Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt genannt werden, andererseits mangelnde Zukunftsaussichten bei Jugendlichen. Im Jahr 2009 lag die Kriminalitätsrate mit 92 bekannt gewordenen Straftaten je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner auf dem niedrigsten Wert seit 1992. In den vergangenen Jahren stieg die Zahl der bekanntgewordenen Straftaten wieder an. Im Jahr 2013 lag sie bei 107 Straftaten je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner. C10 STRAFTATEN BEKANNTGEWORDENE STRAFTATEN JE 1.000 EINWOHNERINNEN UND EINWOHNER IN KARLSRUHE 115 106 103 107 100 105 103 99 101 106 105 100 109 111 100 97 97 92 93 96 98 107 0 20 40 60 80 100 120 1992'93'94'95'96'97'98'99'00'01'02'03'04'05'06'07'08'09'10'11'12'13 ____ Datenquelle: Landeskriminalamt Baden-Württemberg. Zahlen für 2014 liegen noch nicht vor. Anzahl 44 | NACHHALTIGKEITSENTWICKLUNG 2015 AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 45 www.karlsruhe.de/statistik D HANDLUNGSFELD PARTIZIPATION D 1 EHRENAMTLICHES ENGAGEMENT D 2 WAHLBETEILIGUNG D 3 FRAUEN IM GEMEINDERAT D 4 TAGESEINRICHTUNGEN FÜR KINDER UNTER 3 JAHREN D 5 BIBLIOTHEKENNUTZUNG 46 | NACHHALTIGKEITSENTWICKLUNG 2015 DATENQUELLE Amt für Stadtentwicklung der Stadt Karlsruhe (Ergebnisse der Bürgerumfragen zur Stadtentwicklung). DEFINITION Dieser Indikator zeigt den Anteil ehrenamtlich tätiger Personen (in Prozent) an der Gesamteinwohnerzahl, die 18 Jahre oder älter sind. Die Angaben stammen aus den Bürgerumfragen zur Stadtentwicklung des Amtes für Stadtentwicklung der Stadt Karlsruhe, die in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden. Gefragt wurde hierbei: „Sind Sie derzeit ehrenamtlich tätig?“. BEZUG ZUR NACHHALTIGKEIT Das ehrenamtliche Engagement ist ein Zeichen für die Verbundenheit mit der Kommune und/oder deren Einwohnerinnen und Einwohnern. Die Zahl derer, die sich ehrenamtlich betätigen, dient als ein Gradmesser für die Bereitschaft, sich für das Gemeinwohl einzusetzen und sich in der Gesellschaft einzubringen. Wichtige Beweggründe für Personen in ehrenamtlichen Tätigkeiten sind Solidarität und humanitäre Verantwortung in der heutigen Gesellschaft. Ehrenamtliches Engagement macht eine Stadt somit lebenswert und lebendig. Das ehrenamtliche Engagement der Karlsruher Bevölkerung hat im Verlauf der Jahre deutlich zugenommen. Bekleidete im Jahr 1999 etwa ein Viertel aller Einwohnerinnen und Einwohner ein Ehrenamt, so gab bei der letzten Bürgerumfrage 2012 bereits jeder dritte Erwachsene an, ehrenamtlich tätig zu sein. D1 EHRENAMTLICHES ENGAGEMENT EHRENAMTLICHES ENGAGEMENT IN KARLSRUHE 24,1 27,6 28,8 27,1 28,6 33,9 0 5 10 15 20 25 30 35 40 45 50 199920032006200820112012 Anteil ehrenamtlich Tätiger an der Gesamtbevölkerung Anteil in % _____ Datenquelle: Amt für Stadtentwicklung der Stadt Karlsruhe (Ergebnisse der Bürgerumfragen). AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 47 www.karlsruhe.de/statistik DATENQUELLE Amt für Stadtentwicklung der Stadt Karlsruhe. DEFINITION Die Wahlbeteiligung ermittelt sich als Prozentsatz der Wahlberechtigten, die sich, mit gültiger oder ungültiger Stimme, an der Wahl beteiligt haben. Bei diesem Indikator wird der Anteil der Wählerinnen und Wähler an der Anzahl der Wahlberechtigten bei Kommunal-, Landtags- und Bundestagswahlen dargestellt. In Deutschland sind alle Deutschen wahlberechtigt, die am Wahltag das 18. Lebensjahr vollendet haben und seit mindestens drei Monaten im jeweiligen Wahlgebiet ihren Hauptwohnsitz haben. In Baden- Württemberg gilt – wie in einigen anderen Bundesländern – ein aktives Wahlrecht zur Kommunalwahl bereits ab dem vollendeten 16. Lebensjahr. BEZUG ZUR NACHHALTIGKEIT Generell gilt die Höhe der Wahlbeteiligung als Maß der Demokratie. Eine hohe Wahlbeteiligung legitimiert die demokratisch Gewählten. Auch wird die rege Beteiligung am Abstimmungsprozess bei Wahlen als Indikator für allgemeines Demokratieverständnis und -bewusstsein gewertet. Im Rahmen einer nachhaltigen Kommunalentwicklung ist besonders die Beteiligung bei Wahlen auf kommunaler Ebene von Interesse, denn traditionsgemäß gehen bei Bundestags- und Landtagswahlen mehr Wahlberechtigte zur Abstimmung als bei Kommunalwahlen. Je nach Wahlart sind in den vergangenen Jahren unterschiedliche Beteiligungsquoten zu verzeichnen. Der Trend zurückgehender Wahlbeteiligung bei Kommunal- und Landtagswahlen seit den neunziger Jahren hat sich bei den vergangenen Wahlen nicht fortgesetzt. Bei der Landtagswahl 2011, der Bundestagswahl 2013 und der Kommunalwahl 2014 zeigte sich jeweils eine höhere Wahlbeteiligung als bei der jeweils vorangegangenen Abstimmung. D2 WAHLBETEILIGUNG WAHLBETEILIGUNG IN KARLSRUHE 56,2 43,4 44,4 42,7 45,2 67,5 62,5 57,6 50,1 63,8 77,8 80,6 79,1 76,1 71,1 72,9 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 1992 '93 '94 '95 '96 '97 '98 '99 '00 '01 '02 '03 '04 '05 '06 '07 '08 '09 '10 '11 '12 '13 '14 KommunalwahlLandtagswahlBundestagswahl _____ Datenquelle: Amt für Stadtentwicklung der Stadt Karlsruhe. Anteil in % 48 | NACHHALTIGKEITSENTWICKLUNG 2015 DATENQUELLE Amt für Stadtentwicklung der Stadt Karlsruhe. DEFINITION Die Zahl der Frauen im Gemeinderat wird für diesen Indikator in Bezug gesetzt zur Gesamtzahl der gewählten Mandatsträger. Der angegebene Wert bezieht sich auf das Endergebnis jeweils nach der Wahl. BEZUG ZUR NACHHALTIGKEIT Männer und Frauen sollten auf allen politischen Ebenen gleichberechtigt die Geschicke der Kommune diskutieren und über Zukunftsfragen entscheiden. Dieser Forderung kann mit einer ausgewogenen Anzahl an Mandaten für Frauen und für Männer in den entsprechenden Gremien am besten entsprochen werden. Der zunehmende Frauenanteil im Gemeinderat spiegelt die Stellung der Frauen im öffentlichen Leben, die steigende Akzeptanz von Frauen im politischen Leben und die zunehmende Bereitschaft von Frauen, sich dort zu engagieren, wider. Nach Jahren der Steigerung des Frauenanteils von 30,9 % im Jahr 1989 hin zu 41,7 % in den Jahren 2004 und 2009 ging die Zahl der weiblichen Gemeinderatsmitglieder im Jahr 2014 wieder leicht zurück. Ein Drittel der Mandate des Karlsruher Gemeinderats wird seither von Frauen bekleidet. D3 FRAUEN IM GEMEINDERAT FRAUENANTEIL IM KARLSRUHER GEMEINDERAT 30,9 35,2 35,4 41,741,7 33,3 69,1 64,8 64,6 58,358,3 66,7 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 198919941999200420092014 FrauenMänner _____ Stand: Jeweils nach der Wahl. Datenquelle: Amt für Stadtentwicklung der Stadt Karlsruhe. Anteil in % AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 49 www.karlsruhe.de/statistik DATENQUELLE Sozial- und Jugendbehörde und Amt für Stadtentwicklung der Stadt Karlsruhe. DEFINITION Zur Darstellung der Versorgung mit Tageseinrichtungen für Kinder unter drei Jahren wird die Anzahl der verfügbaren Plätze ausgewiesen. Der Versorgungsgrad beziehungsweise die Versorgungsquote ist der Anteil (in Prozent) der verfügbaren Plätze am von der Kommune kalkulierten Gesamtbedarf. BEZUG ZUR NACHHALTIGKEIT Die Ausweitung einer guten Kinderbetreuung verbessert die Möglichkeit zur Vereinbarkeit von Familie und Arbeitswelt für Mütter und Väter. Alleinerziehenden Elternteilen ermöglicht in der Regel erst die Verfügbarkeit eines Betreuungsplatzes für ihr Kind eine Erwerbstätigkeit. Ebenso kann die Betreuung in einer Tagesseinrichtung die Chancen der Kinder auf umfassende Bildung und Erziehung erhöhen. Ein gutes Angebot an Betreuungsplätzen ist nicht zuletzt ein wichtiger Standortfaktor für die lokale Wirtschaft, da dadurch junge Familien angezogen werden, deren Arbeitskraft der Region zur Verfügung steht. Das Angebot an Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren ist in Karlsruhe von 1996 bis 2004 kontinuierlich gestiegen und ab dem Jahr 2005 deutlich ausgebaut worden. Auch in den Folgejahren wurde das Betreuungsangebot fortwährend erweitert. Die Zahl der Betreuungsplätze für Kleinkinder im Alter unter drei Jahren konnte so in den vergangenen zehn Jahren etwa vervierfacht und die Versorgungsquote auf knapp 30 % gesteigert werden. D4 TAGESEINRICHTUNGEN FÜR KINDER UNTER 3 JAHREN TAGESEINRICHTUNGEN FÜR KINDER UNTER DREI JAHREN IN KARLSRUHE 0 2 4 6 8 10 12 14 16 18 20 22 24 26 28 30 32 0 500 1.000 1.500 2.000 2.500 1996 '97'98'99'00'01'02'03'04'05'06'07'08'09'10'11'12'13'14 Anzahl der PlätzeVersorgungsgrad in % _____ Datenquelle: Sozial- und Jugendbehörde der Stadt Karlsruhe. 8 6 4 2 0 Anzahl Plätze in Tageseinrichtungen Versorgungs- quote in % Bis 2006: Stand Dezember, ab 2008: Stand März. Für 2007 wurden keine Werte veröffentlicht. 50 | NACHHALTIGKEITSENTWICKLUNG 2015 DATENQUELLE Staatliche Fachstellen für das Bibliothekswesen bei den Regierungspräsidien bzw. Statistisches Landesamt Baden- Württemberg. DEFINITION Dargestellt wird die Zahl der Entleihungen von Büchern, Zeitungen, Zeitschriften und digitalen Medien je 100 Einwohnerinnen und Einwohner. Mit dem Indikator wird der Gesamtbestand der in den nichtwissenschaftlichen öffentlichen Bibliotheken vorhandenen Medien erfasst, die den Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung stehen. Unter Medien werden unter anderem Bücher, Zeitungen und Zeitschriften, digitale Datenträger, Schallplatten und Kassetten verstanden. BEZUG ZUR NACHHALTIGKEIT Öffentliche Bibliotheken haben die Aufgabe, durch die Zurverfügungstellung von Literatur und Informationen den Zielen der Weiterbildung zu dienen und der Bevölkerung die Aneignung von allgemeiner Bildung sowie von Kenntnissen für Leben und Beruf zu ermöglichen. Der Bestand an Bibliotheken und somit an Medien steht für einen Teil des kulturellen Angebots. Öffentlich zugängliche Bibliotheken sind von besonderer Bedeutung, da sie allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung stehen. Hierdurch wird gewährleistet, dass zumindest in diesem Bereich die private Weiterbildung nicht an Privilegien geknüpft ist und niemand von Wissen und Bildung ausgeschlossen wird. Die Zahl der Entleihungen in Karlsruher Bibliotheken liegt seit rund zehn Jahren mit Werten über 500 Entleihungen pro 100 Einwohner/-innen auf – gegenüber früheren Jahren – hohem Niveau. Im Schnitt entfallen auf jede Bewohnerin beziehungsweise jeden Bewohner in Karlsruhe zwischen fünf und sechs Entleihungen pro Jahr. Durch das Anwachsen des Bestandes an digitalen Medien ist davon auszugehen, dass die Zahl der Entleihungen eher noch zunehmen wird. D5 BIBLIOTHEKENNUTZUNG ENTLEIHUNGEN JE 100 EINWOHNERINNEN UND EINWOHNER IN KOMMUNALEN BIBLIOTHEKEN 445 462 436 425 390 446 469 472472 486 517 525 543 552 543 545 554 573 559 562 556 0 100 200 300 400 500 600 700 1992'93'94'95'96'97'98'99'00'01'02'03'04'05'06'07'08'09'10'11'12 Entleihungen je 100 Einwohner/-innen _____ Datenquelle: Staatliche Fachstellen für das Bibliothekswesen bei den Regierungspräsidien beziehungsweise Statistisches Landesamt Baden-Württemberg. Daten liegen aktuell nur bis zum Jahr 2012 vor. Anzahl AMT FÜR STADTENTWICKLUNG | 51 www.karlsruhe.de/statistik

  • Sitzungseröffnung und TOP 1
    Extrahierter Text

    NIEDERSCHRIFT Stadt Karlsruhe Gremium: 6. Sitzung Hauptausschuss Termin: 16. Juni 2015, 16:30 Uhr Öffentlich Ort: Großer Sitzungssaal, Rathaus Vorsitzende/r: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 1. Punkt 1 der Tagesordnung: Sachstandsbericht zur Nachhaltigkeitsentwicklung in Karlsruhe Vorlage: 2015/0309 Beschluss: Der Hauptausschuss nimmt die vorgelegte Veröffentlichung „Sachstandsbericht zur Nach- haltigkeitsentwicklung in Karlsruhe 2015“ nach Vorberatung im Ausschuss für Umwelt und Gesundheit zur Kenntnis Abstimmungsergebnis: Kenntnisnahme Der Vorsitzende eröffnet die Sitzung, begrüßt die Anwesenden und verweist auf die rechtzeitig zugegangene Einladung zur Sitzung. Er stellt die Beschlussfähigkeit des Ausschusses fest und ruft Tagesordnungspunkt 1 zur Behandlung auf. Nachdem keine Wortmeldungen vorliegen, stellt er fest, der Hauptausschuss habe den Be- richt zur Kenntnis genommen. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten – 6. Juli 2015