Erweiterung des Fahrradparkplatzkonzepts im Innenstadtbereich

Vorlage: 2015/0303
Art: Antrag
Datum: 15.05.2015
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Offen
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 30.06.2015

    TOP: 27

    Rolle: Entscheidung

    Ergebnis: mit Stellungnahme einverstanden

Zusätzliche Dateien

  • KULT-Fahrradparkplatzkonzept Innenstadtbereich
    Extrahierter Text

    STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ANTRAG Stadtrat Lüppo Cramer (KULT) Stadtrat Max Braun (KULT) Stadtrat Erik Wohlfeil (KULT) Stadtrat Uwe Lancier (KULT) Stadtrat Dr. Eberhard Fischer (KULT) KULT-Gemeinderatsfraktion vom 12.05.2015 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 13. Plenarsitzung Gemeinderat 30.06.2015 2015/0303 27 öffentlich Erweiterung des Fahrradparkplatzkonzepts im Innenstadtbereich 1. Die Stadtverwaltung erweitert die Fahrradabstellmöglichkeiten für Fahrräder mit Anhängern im Innenstadtbereich, einschließlich einer besseren Kenn- zeichnung von Fahrradabstellmöglichkeiten. Eine Zielsetzung dabei: die Prob- lematik des „Wildparkens“ eindämmen. 2. Die Stadtverwaltung erarbeitet eine Erweiterung des Konzepts für Fahrrad- stellplätze im Innenstadtbereich, um  Fahrradabstellplätze in Parkhäusern;  Fahrradstellplätze mit dazugehörigen Gepäckschließfächern bzw. zum Einschließen des beladenen Fahrrads;  sichere Stellplätze mit Lademöglichkeit für Pedelecs. 3. Die Stadtverwaltung tritt dazu in Kontakt mit Geschäftsleuten und Hausbesit- zern im Innenstadtbereich. Wie bekannt, steht Anfang 2017 – pünktlich zum Drais-Jubiläum – eine erneute Zerti- fizierung der Stadt Karlsruhe als „Fahrradfreundliche Stadt“ an. Um diese Auszeich- nung auch zukünftig führen zu dürfen, müssen weitere hochwertige Fahrradabstell- plätze in der Innenstadt geschaffen werden (Vorlage Radlerforum 04.12.2014). Zu einer Fahrrad-Großstadt gehören adäquate Park- und Unterstellmöglichkeiten für Fahrräder, einschließlich Fahrradgespannen und dem dazugehörigen Fahrradge- päck. Dies wurde auch in verschiedenen Radlerforen bereits festgehalten. Mit dem anhaltenden und begrüßenswerten Zuwachs des Radverkehrs in Karlsruhe wird die- ser Bedarf weiter ansteigen. Insbesondere der Anstieg von Fahrradgespannen, de- Sachverhalt / Begründung: - 2 - ren schwierige Park- und Abstellsituation sowie die Zunahme von Pedelecs bedingen ein erweitertes Fahrradparkplatzkonzept. Bei den Stellplätzen muss zwischen langer und kurzer Aufenthaltsdauer der Fahr- radbesitzer und damit den Anforderungen der Abstellmöglichkeiten unterschieden werden. Für Fahrradfahrer, die eine längere Aufenthaltsdauer in Karlsruhe anstre- ben, eignen sich beispielsweise Parkplätze in Parkhäusern oder neu errichtete Fahr- radparkboxen mit entsprechenden Möglichkeiten der Gepäckaufbewahrung. Insbe- sondere bei geringer Flächenverfügbarkeit können Fahrradparkhäuser punkten. Ge- prüft werden soll auch, inwieweit bestehende Fahrradabstellanlagen für den wach- senden Bedarf von Fahrradgespannen ausgebaut werden können. Bestehende und zukünftig geschaffene Fahrradabstellmöglichkeiten sollten besser ausgewiesen wer- den. Ein Problem im Stadtbild stellt das „Wildparken“ dar. Deshalb sollte die Stadt eine Zusammenarbeit mit Geschäftsleuten und Hausbesitzern im Innenstadtbereich an- streben, um auch in hochfrequentierten Bereichen ausreichend Fahrradabstellmög- lichkeiten zur Verfügung stellen zu können. unterzeichnet von: Lüppo Cramer Max Braun Erik Wohlfeil Uwe Lancier Dr. Eberhard Fischer Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 19. Juni 2015

  • Stellungnahme TOP 27
    Extrahierter Text

    STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zum Antrag KULT-Gemeinderatsfraktion vom: 12.05.2015 eingegangen: 12.05.2015 Gremium: 13. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 30.06.2015 2015/0303 27 öffentlich Dez. 6 Erweiterung des Fahrradparkplatzkonzepts im Innenstadtbereich Kurzfassung Die Verwaltung erstellt im Rahmen der Radverkehrsförderung und im Hinblick auf die Erneue- rung der Zertifizierung der Stadt Karlsruhe als „Fahrradfreundliche Stadt“ ein Konzept für die Fahrradparkierung in der Innenstadt unter Berücksichtigung von Fahrrädern mit Anhängern und Prüfung der Einbeziehung von Parkhäusern. Die Umsetzung des Konzeptes und die Einbezie- hung der Geschäftsleute erfolgt auf Grund der Erfahrungen während der Baustellsituation nach Abschluss der Bauarbeiten der Kombilösung. Finanzielle Auswirkungen des Antrages nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Haushaltsmittel Kontierungsobjekt: Kontenart: Ergänzende Erläuterungen: ISEK Karlsruhe 2020 - relevant nein ja Handlungsfeld: Mobilität Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit KFG Ergänzende Erläuterungen Seite 2 1. Die Stadtverwaltung erweitert die Fahrradabstellmöglichkeiten für Fahrräder mit Anhängern im Innenstadtbereich, einschließlich einer besseren Kennzeichnung von Fahrradabstellmöglichkeiten. Eine Zielsetzung dabei: die Problematik des „Wild- parkens“ eindämmen. Abstellmöglichkeiten für Fahrräder mit Anhängern waren in der Vergangenheit kein Schwerpunkt bei der Erstellung von Parkierungskonzepten für Fahrräder, werden aber in zukünftige Konzepte, gerade im Bezug auf die Innenstadt, eingearbeitet. Auch das Ord- nungs- und Bürgeramt sowie das Tiefbauamt unterstützen prinzipiell Maßnahmen zur Er- weiterung von Abstellmöglichkeiten für Fahrräder mit Anhängern. Ebenso begrüßt die Stadtmarketing Karlsruhe GmbH grundsätzlich Maßnahmen, die eine Verbesserung der Er- reichbarkeit der Karlsruher Innenstadt darstellen, wozu auch eine ausreichende Versorgung mit Fahrradstellplätzen gehört. Prinzipiell obliegt der öffentliche Raum vielen konkurrieren- den Nutzungen und ist begrenzt. Bei dem zur Verfügung stehenden Raum muss die Ver- waltung die Belange aller am Verkehr teilnehmender Personen berücksichtigen. Die Kenn- zeichnung der Abstellmöglichkeiten durch Beschilderung wird seitens der Verwaltung kri- tisch gesehen, da der Verkehrsraum nicht weiter überfrachtet werden sollte. Die Verkehrs- behörden sind auf Grund rechtlicher Vorgaben gehalten, sparsam zu beschildern. Ob die gewünschte Zielsetzung, bei Rädern mit oder ohne Anhänger die Problematik des „Wildparkens“ einzudämmen, erreicht werden kann, ist fraglich. Eine Erhöhung von Fahr- radabstellanlagen wirkt diesem Zustand sicherlich entgegen, und sorgt für eine Verbesse- rung des Stadtbildes. Gleichzeitig muss jedoch gesagt werden, dass es für das Abstellen von Fahrrädern keine straßenverkehrsrechtlichen Vorschriften gibt. Fahrräder dürfen überall abgestellt werden es sei denn, sie stellen Rettungs- und Fluchtwege zu. 2. Die Stadtverwaltung erarbeitet eine Erweiterung des Konzepts für Fahrradstell- plätze im Innenstadtbereich, um  Fahrradabstellplätze in Parkhäusern;  Fahrradstellplätze mit dazugehörigen Gepäckschließfächern bzw. zum Ein- schließen des beladenen Fahrrads;  sichere Stellplätze mit Lademöglichkeit für Pedelecs. Die Stadtverwaltung hat sich das Ziel gesetzt, für den Zeitpunkt nach Fertigstellung der Kombilösung ein Fahrradparkierungskonzept für den gesamten Innenstadtbereich zu erar- beiten. Derzeit laufen Erhebungen zum tatsächlichen Bestand, angestrebt werden ca. 6.600 Fahr- radstellplätze in der Innenstadt, entsprechend der Prüfvorgaben zur Erneuerung der Zertifi- zierung von Karlsruhe als „Fahrradfreundliche Stadt“ (Behandlung im Planungsausschuss 04-2015, Top 7). zu schaffen und das Laden von Pedelecs zu ermöglichen, mit untersucht. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 Das entspricht ca. einer Verdreifachung des Bestandes an Fahrradabstellanlagen. In diesem Zusammenhang wird auch die Möglichkeit, Fahrradabstellplätze in Parkhäusern unterzu- bringen, geprüft. Die Karlsruher Fächer GmbH könnte sich z. B. die Integration von Fahr- radparkplätzen am Standort Parkhaus Kronenplatz vorstellen. Die Stadtverwaltung sieht je- doch in zusätzlichen, dezentralen, geschäftseigenen Fahrradständern vor einzelnen Läden in „hochfrequentierten Bereichen“ keine Alternative zu den öffentlichen Stellplatzflächen, da hier die Belange der übrigen Verkehrsteilnehmenden oftmals nicht ausreichend berück- sichtigt werden. Fahrradstellplätze mit dazugehörigen Gepäckschließfächern bzw. zum Einschließen des be- ladenen Fahrrades im Innenstadtbereich zu schaffen, wurde in den letzten Jahren seitens der Verwaltung umfangreich geprüft. Hier hat sich zunächst nur ein Standort im Bereich des Hauptbahnhofes-Süd finden lassen. Zur Umsetzung wurden Fördermittel durch das Land beantragt. Die Zusage hierzu steht bis heute aus, so dass auch diese Boxen bisher nicht umgesetzt werden konnten. Die Stadtverwaltung hat im Frühjahr 2010 ein Fahrradparkierungskonzept für den Baustel- lenzustand erarbeitet. Trotz umfangreicher Einbeziehung aller Beteiligten inklusive KASIG und betroffenen Geschäftsleuten war das Ergebnis wenig zufriedenstellend, da die Stand- orte des abgestimmten Konzeptes zum Teil bereits wenige Tage nach Umsetzung wieder zurückgenommen werden mussten. Zwischen 2010 und 2014 hat man stattdessen ver- sucht, an jedem Ort an dem Fahrradständer auf Grund der Baustellensituation kurzfristig entfernt werden mussten, diese im direkten Umfeld zunächst wieder umzusetzen. Im Früh- jahr 2014 wurde auf Wunsch des Centermanagements der Post Galerie kurzfristig ein Kon- zept für die Bereiche rund um die Post Galerie und den Stephanplatz erarbeitet mit dem Ergebnis, dass auch hier in der Zwischenzeit ein Großteil der 2014 aufgestellten Fahrradab- stellanlagen im Rahmen von Baustellentätigkeiten wieder entfernt werden mussten. Dem- entsprechend sieht es die Stadtverwaltung im Zusammenhang mit der Baustellensituation im gesamten Innenstadtbereich nicht als zielführend an, ein solches Konzept derzeit umzu- Ergänzende Erläuterungen Seite 4 setzen. Die Entwicklung eines Konzeptes ist jedoch in den nächsten Jahren angedacht und kann dann nach Fertigstellung der Kombilösung umgesetzt werden. 3. Die Stadtverwaltung tritt dazu in Kontakt mit Geschäftsleuten und Hausbesitzern im Innenstadtbereich. Parkierungskonzepte für Räder werden mit den betroffenen Bürgervereinen und Geschäfts- leuten abgestimmt. Zum momentanen Zeitpunkt ist dies – genau wie eine Umsetzung eines Konzeptes – nicht zielführend. Die Bereitschaft der Geschäftsleute im Innenstadtbereich weitere „Einschränkungen“ in ihrem Umfeld hinzunehmen, ist sehr gering.

  • Protokoll TOP 27
    Extrahierter Text

    NIEDERSCHRIFT Stadt Karlsruhe Gremium: 13. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: 30. Juni 2015, 15:30 Uhr öffentlich Ort: Bürgersaal des Rathauses Vorsitzende/r: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 30. Punkt 27 der Tagesordnung: Erweiterung des Fahrradparkplatzkonzepts im Innenstadtbereich Anfrage der Stadträte Lüppo Cramer, Max Braun, Erik Wohlfeil, Uwe Lancier und Dr. Eberhard Fischer (KULT) sowie der KULT-Gemeinderatsfraktion vom 12. Mai 2015 Vorlage: 2015/0303 Beschluss: Zustimmende Kenntnisnahme von der Stellungnahme der Verwaltung Abstimmungsergebnis: keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 27 zur Behandlung auf und verweist auf die vorliegende Stellungnahme der Verwaltung: Auch das ist von der Dringlichkeit her erkannt. - Herr Stadtrat Lancier. Stadtrat Lancier (KULT): Unser Konzept, das wir angefordert haben, soll eben die Parkplatzsituation für Fahrradfahrer in der Stadt verbessern. Ich bin letztes Jahr beim Radlerforum dabei gewesen. Dort wurde massiv beklagt, dass die Fahrradabstellsituati- on in Karlsruhe tragisch schlecht ist. Zum damaligen Zeitpunkt gab es ein Verhältnis von 1:3 von dem was gebraucht wird und dem, was tatsächlich vorhanden ist. Dabei ist al- lerdings in der Stadt tatsächlich das Problem von den nicht konventionellen Fahrrädern überhaupt nicht berücksichtigt: Leute, die mit Anhängern unterwegs sind, meinetwe- gen auch Tandemfahrer oder eben auch Leute mit Elektrofahrrädern und entsprechen- den Fahrzeugen. Die haben zum Teil erhebliche Probleme, ihre Fahrräder sinnvoll abstel- len zu können, ohne den in der Antwort der Stadt so stark angeforderten gemeinsamen Verkehrsraum zu sehr zu beanspruchen. Wir wünschen uns daher, dass in der Situation eine möglichst kurzfristige Verbesserung eintritt. In der Antwort der Verwaltung wird darauf hingewiesen, dass momentan über- all gebuddelt und gebaut wird, und dass deswegen Fahrradabstellplätze, die gerade eben geschaffen sind, schon nach wenigen Tagen wieder an eine andere Stelle ver- - 2 - bracht werden müssen und man sich darum bemühe, die dann möglichst in der Nähe wieder unterzubringen. Meine persönliche Erfahrung damit ist, dass das nicht immer hin haut, und in der Situation mit den grundsätzlich schon zu wenigen Parkplätzen tat- sächlich auch keine Verbesserung darstellt. In der Stadt stehen die Fahrräder wild in der Gegend verstreut herum, wo gerade Platz ist. Es nimmt keiner wirklich Rücksicht darauf, wenn irgendwo mal 150 Fahrräder in einer Reihe stehen und man schon eine ganze Strecke von einer Seite zur anderen laufen muss, um an sein Fahrrad ranzukommen, wenn es auf der anderen Seite steht. Oft genug bekommt man es dann nicht mehr her- aus, weil die mehr oder weniger wie ein Mikado-Spiel aneinander gestapelt sind. Diese Problematik ist erkannt. Das freut uns grundsätzlich. Es wird über ein Konzept nachgedacht. Wir wünschen uns aber da ein bisschen mehr Fantasie. Einfach eben nur irgendwo Metallbügel aufzustellen um dann da ein Fahrrad anzuschließen, ist eine kon- ventionelle Lösung, die für kurzfristiges Abstellen durchaus taugt. Nun gibt es aber auch eine ganze Menge Leute, die da wesentlich höhere Ansprüche an einen Fahrradabstell- platz haben. Ich kenne Leute mit hochwertigen Fahrrädern, die grundsätzlich nicht mit dem Fahrrad in die Stadt fahren, weil ihnen das Risiko einfach zu groß ist, ihr Fahrrad nicht sinnvoll abstellen zu können. Es gibt Lösungen, die müssen nicht unbedingt so aufwändig sein, dass dort irgendwelche Boxen sind, wo man eine komplette Box auf- und zuschließt, wo man das Fahrrad komplett reinstellt. Es gibt auch z. B. so eine Hoch- regallagertechnik, die nebenher auch noch zwei weitere Probleme lösen kann, nämlich dass man das Fahrrad gar nicht abschließen muss, weil das über eine entsprechende Chipkarte oder dergleichen an einem Ort unzugänglich untergebracht ist. Da sind Fahr- räder dann auch geschützt vor Regen und Wetter. Wenn man Gepäck dabei hat, kann man es einfach am Fahrrad dranlassen. Das geht in dieses Hochregal mit rein. Die Din- ger sind relativ kompakt, brauchen im Straßenraum kaum Platz und haben einen Durchmesser von 6 - 7 Metern. Man kann sie auch unterirdisch unterbringen und erhält auf diese Art und Weise trotz 128 abgestellten Fahrrädern immer noch den kompletten Raum. Solche Dinge kommen in der Antwort der Verwaltung nicht vor. Ich nehme an, dass diese Konzepte dort bislang einfach noch nicht bekannt sind. Deswegen unsere Anfor- derung, dass dort ein bisschen mehr recherchiert und nach Lösungen aus anderen Be- reichen geguckt wird. Insofern sehen wir den grundsätzlichen Willen der Stadt, freuen uns darüber und hoffen auch, dass diese Konzeptionierung verfolgt wird. Unsere Kritik an der Angelegenheit ist die zu lange Frist. Wir brauchen eine Lösung in absehbarer Zeit, die auch jetzt eingesetzt werden kann, insbesondere wenn man, wie momentan der Fall, gar nicht anders in die Stadt reinkommt als mit dem Fahrrad oder zu Fuß, weil die ganzen Straßenbahnen außen herumfahren müssen oder man benutzt das Auto und sucht sich dann einen Parkplatz, an dem man alleine ein Raum einnimmt, der sonst für vier Fahrräder zur Verfügung stünde, wenn die großzügig abgestellt werden. In dem Sinne möchte ich jetzt meine Ausführungen schließen mit der Aufforderung, dass das Ganze ein bisschen beschleunigt wird. Stadtrat Döring (CDU): Die CDU-Fraktion ist natürlich für die Förderung des Radver- kehrs. Insofern ist uns auch dieser Antrag sehr gelegen gekommen, denn ich merke es selber als leidenschaftlicher Radfahrer. Ich komme auch ab und zu in die Not, mein Fahrrad abzustellen. Ich finde aber in der Regel immer ein Plätzchen, auch wenn ich - 3 - dazu 50 Meter laufen muss. Wer grundsätzlich mit dem Fahrrad unterwegs ist, ist auch in der Lage, diese paar Meter zu bewältigen. Die Stellungnahme der Stadtverwaltung begrüßen wir sehr, zumal sie ausdrücklich betont, dass dieses Konzept momentan nicht zielführend ist. Wir stecken in einem Jahrhundertprojekt, in dem wir unsere komplette Innenstadt umgestalten. Da jetzt viel Geld in die Hand zu nehmen, um kurzfristige Lö- sungen zu erzeugen, die aber nicht nachhaltig sind, halten wir nicht für sonderlich ziel- führend. Allein der Umstand, dass die Stadtverwaltung momentan prüft, die Abstell- möglichkeiten in der Innenstadt zu verdreifachen, zeigt eigentlich schon, dass hier mit dem richtigen Maß in die richtige Richtung gegangen wird. Die Baustellensituation ist uns allen klar, wenn wir dann in die Endphase der Kombilösung kommen, dann auch dieses Problem ordentlich angehen und auch nachhaltig unser neues Stadtbild in Zu- kunft nicht stark stört, darin sehen wir dann doch eher den richtigen Weg. Ich möchte bloß betonen, Kollege Wohlfeil hat es vorhin gesagt, dass 30 Prozent des innerstädti- schen Verkehrs Suchverkehr nach Parkplätzen ist. Insofern habe ich auch die Idee, die- sen Parkraum, den wir in Parkhäusern extra geschaffen haben für diese Verkehre, auch noch weiterhin zu reduzieren zugunsten des Radverkehrs. In den Tiefgaragen extra sein Fahrrad abzustellen, hat etwas weniger Reiz, als es z. B. oberirdisch oder dort zu tun, wo man etwas zu erledigen hat. Insofern halte ich auch diese Idee für weniger erotisch. Ich hoffe doch, dass wir das dann alles aktiv begleiten. Im Radlerforum werden wir na- türlich auf die ganze Sache ein besonderes Augenmerk legen. Der Vorsitzende: Das Beste wären wahrscheinlich erotische Hochregallager. Stadtrat Zeh (SPD): Lieber Kollege Lancier, obwohl Sie Jungstadtrat sind, im Prinzip haben Sie es schon im Radlerforum mitgekriegt, das Problem ist schon lange bei der Stadtverwaltung angekommen. Im Planungsausschuss war es auch. Es ist keine neue Idee. Wir hatten es auch schon bei der Fortschreibung des 20-Punkte-Programms disku- tiert. Sie können zwar eine schnelle Lösung fordern, aber die gibt es einfach nicht. Zum einen sieht die Landesbauordnung für neuere Gebäude auch Fahrradparkplätze dem- entsprechend vor. Das Ettlinger-Tor-Center hat über 100 ausgewiesen. Die werden aber nicht genutzt, obwohl sie auch in der Innenstadt sind, sondern es wird mit den Fahrrä- dern drumherum geparkt. Wildparken haben Sie geschrieben. Ich nehme an, Sie haben deshalb gefordert, wie denn die Straßenverkehrsordnung auch besser umgesetzt wer- den kann, damit man hier auch mit dem Fahrrad parken kann. Das Problem ist angekommen. Wir haben jetzt auch eine neue Anlage bei Saturn, wo sich die Baustellen auflösen und beseitigt werden. Bis 2017, wenn wir in der Fahrrad- stadt das Drais-Jahr feiern, sind sicherlich genügend Baustellen verschwunden, um viele Parkplätze und Abstellanlagen zu schaffen, natürlich auch für die Spezialfahrräder, die deutlich zunehmen. In dem Sinne unterstützen wir alle Lösungen, die man hier anbieten kann. Wir wissen, wie schwierig der Weg ist. So schnell sehe ich keine Lösung, aber auf Dauer werden wir da immer besser werden. Stadtrat Honné (GRÜNE): Auch die Grüne-Fraktion begrüßt natürlich, dass Fahrrad- konzepte von der Stadt schon gemacht werden und auch noch mal von KULT gefordert werden. Auch wir haben schon Fahrradparkplätze für Fahrräder mit Anhängern gefor- dert. Es ist sicherlich richtig, Fahrradabstellplätze für touristische Fahrräder einschl. Ge- päck und sonst was zur Verfügung zu stellen. Da stehen wir überall dahinter. Wir haben - 4 - aber auch Verständnis, dass die Verwaltung sagt, im Moment ist es in der Innenstadt sehr schwierig angesichts der Kombilösungsbaustellen. Insofern muss man da im Mo- ment mit dem Provisorium leben, das wir jetzt haben. Uns wäre wichtig, dass die Zeit jetzt genutzt wird, außerhalb des Kombilösungsbereichs weiter voranzukommen, z. B. am Zoo, am Hauptbahnhof. Da fehlen anerkanntermaßen auch weiterhin noch Fahrrad- ständer. An vielen anderen Stellen außerhalb der Innenstadt sicherlich auch. Da könnte man jetzt einiges machen. Wenn die Baustellen so langsam zu Ende gehen, dann sollte man sich wirklich intensiv Gedanken machen, wo die Ständer dann hinkommen. Dann wäre es wichtig, zwar mit den Geschäftsleuten zu sprechen, aber letztendlich dürfen diese Gespräche nicht dazu führen, dass überhaupt keine Fahrradständer an manchen Bereichen angebracht werden, weil immer irgendjemand von irgendeinem Geschäft etwas dagegen hat. Das kann es dann nicht sein. Stadtrat Jooß (FDP): Mit dem Fahrrad in Karlsruhe habe ich überhaupt kein Problem. Ich komme überall hin, ich kann überall abstellen. Ich will deswegen den Fokus nicht auf die Fahrräder legen, sondern auf das Gepäck. Wenn ich in Karlsruhe einkaufe, ich habe zwar meine Packtaschen, aber wenn ich in einen zweiten Laden gehe, muss ich meine Packtaschen wieder leer machen. Schön wäre es, wenn unsere Gewerbetreiben- den, unsere Geschäfte, Schließfächer zur Verfügung stellen würden, wo man seine Sa- chen abschließen kann und dann beim Heimfahren wieder mitnehmen kann. Der Vorsitzende: Das war die letzte Wortmeldung. Dann haben wir den Beschleuni- gungswunsch aufgenommen und würden ansonsten recht zügig über unsere konzepti- onellen Vorstellungen im entsprechenden Ausschuss berichten. Wäre das in Ordnung? Okay, alles klar. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 16. Juli 2015