Drogensucht im Alter

Vorlage: 2015/0281
Art: Anfrage
Datum: 07.05.2015
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Offen
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 30.06.2015

    TOP: 43

    Rolle: Kenntnisnahme

    Ergebnis: Kenntnisnahme

Zusätzliche Dateien

  • CDU-Drogensucht im Alter
    Extrahierter Text

    STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ANFRAGE Stadtrat Tilman Pfannkuch (CDU) Stadtrat Dr. Thomas Müller (CDU) Stadträtin Dr. Rahsan Dogan (CDU) Stadträtin Bettina Meier-Augenstein (CDU) Stadträtin Marianne Mußgnug (CDU) Stadträtin Karin Wiedemann (CDU) CDU-Gemeinderatsfraktion vom 05.05.2015 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 13. Plenarsitzung Gemeinderat 30.06.2015 2015/0281 43 öffentlich Drogensucht im Alter 1. Welche Kenntnisse und Zahlen liegen der Stadtverwaltung über drogensüchtige ältere Menschen (ab 60 Jahren) in Karlsruhe vor? 2. Gibt es in Karlsruhe Beratungs- und Hilfsangebote, die sich speziell an ältere Suchterkrankte und deren Angehörige richten? 3. Sind Karlsruher Heime- und Pflegeeinrichtungen sowie deren Personal dafür geschult und ausgestattet, um auf die besonderen Bedürfnisse von drogensüchtigen älteren Menschen einzugehen? 4. Gibt es eine Kooperation zwischen Altenhilfe und Suchthilfe in Karlsruhe? 5. Inwieweit findet Aufklärungsarbeit statt, um die Öffentlichkeit auf die Problematik von Suchterkrankungen bei älteren Menschen zu sensibilisieren? 6. Welche Erfahrungswerte aus anderen Städten und Kommunen liegen der Stadtverwaltung hinsichtlich älteren drogensüchtigen Menschen vor und welche Modelle werden dort angewendet, um diesen Menschen und deren Angehörigen zu helfen? Sachstand/Begründung: Durch die demographische Entwicklung in Deutschland steigt bekanntlich das Durchschnittsalter. Damit einhergehend steigt auch die Anzahl an älteren drogensüchtigen Menschen. Die Öffentlichkeit ist sich der Problematik von Drogensucht im Alter zu wenig bewusst und bringt diese zumeist mit jüngeren Generationen in Verbindung. Hier muss mehr Aufklärungsarbeit erfolgen, um präventiv gegen Drogensucht im Alter vorgehen zu können. Sucht im Alter birgt besondere Risiken. Die Gefahr von sozialer Isolation der Betroffenen ist besonders groß, zudem baut ein älterer Körper Giftstoffe langsamer ab. Auch unterscheiden sich der Alltag, das soziale Umfeld und die Einstellung zum Leben, von dem der jüngeren Abhängigen. Das alles macht spezielle Beratungs- und Hilfsangebote für Betroffene und Angehörige erforderlich. Seite 2 __________________________________________________________________________________________ Pflege- und Altenheime sind ebenfalls von älteren drogenabhängigen Bewohnern betroffen und müssen sich dieser besonderen Herausforderung stellen. Eine Kooperation von Altenhilfe und Suchthilfe erscheint als sinnvoll, um dem Problem besser begegnen zu können. unterzeichnet von: Tilman Pfannkuch Dr. Thomas Müller Dr. Rahsan Dogan Bettina Meier-Augenstein Marianne Mußgnug Karin Wiedemann Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 19. Juni 2015

  • Stellungnahme TOP 43
    Extrahierter Text

    STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zur Anfrage Stadtrat Tilman Pfannkuch (CDU) Stadtrat Dr. Thomas Müller (CDU) Stadträtin Dr. Rahsan Dogan (CDU) Stadträtin Bettina Meier-Augenstein (CDU) Stadträtin Marianne Mußgnug (CDU) Stadträtin Karin Wiedemann (CDU) CDU-Gemeinderatsfraktion vom: 05.05.2015 eingegangen: 05.05.2015 Gremium: 13. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 30.06.2015 2015/0281 43 öffentlich Dez. 3 Drogensucht im Alter 1. Welche Kenntnisse und Zahlen liegen der Stadtverwaltung über drogensüchtige ältere Menschen (ab 60 Jahren) in Karlsruhe vor? Im Rahmen eines selbstevaluierten Prozesses der Drogenhilfe Karlsruhe wird aktuell in Kooperation mit den substituierenden Ärzten eine Befragung der sich in Substitution be- findenden über 50-jährigen Betroffenen durchgeführt. Die Fachleute der Drogenhilfe gehen davon aus, dass sich die überwiegende Mehrheit der langjährig drogenabhängigen Menschen in einer Substitutionsbehandlung befindet und vom Drogenhilfesystem erreicht wird. Die Gruppe der über 50-jährigen Betroffenen umfasst circa 80 Personen, davon sind et- wa 10 bis 15 Personen über 60 Jahre alt. Aufgrund ihrer schweren chronischen Erkran- kung und häufig anzutreffender Komorbiditäten (psychiatrische oder körperliche Erkran- kungen) sind diese Menschen deutlich vorgealtert (plus 10 bis 15 Jahre). Ziel der Befragung ist es, einen Überblick über den aktuellen und zu erwartenden Ge- sundheitsstatus, Ideen und Wünsche zur Lebensgestaltung der Befragten zu bekommen und damit Hinweise auf zukünftige Bedarfe zu erhalten. Schon jetzt besteht bei einigen Betroffenen der Bedarf nach ambulanter Betreuung. 2. Gibt es in Karlsruhe Beratungs- und Hilfsangebote, die sich speziell an ältere Suchterkrankte und deren Angehörige richten? Die Drogenhilfe Karlsruhe ist für alle von illegalen Suchtmitteln abhängigen oder substi- tuierten Personen zuständig. Eine Spezialisierung der Fachleute auf das Thema Alter fin- det gerade statt. Es gibt derzeit keine betreuten Wohnangebote oder Pflegeeinrichtungen, die sich auf drogenabhängige oder substituierte Menschen spezialisiert haben. Der Bedarf nach sol- chen Einrichtungen soll mit Hilfe der oben genannten Selbstevaluation der Drogenhilfe und der Befragung der Betroffenen ermittelt werden. Seite 2 3. Sind Karlsruher Heime und Pflegeeinrichtungen sowie deren Personal dafür ge- schult und ausgestattet, um auf die besonderen Bedürfnisse von drogensüchti- gen älteren Menschen einzugehen? Aufgrund der sehr strengen Vergaberichtlinien (BtmVV) ist eine Substitutionsbehandlung in einem betreuten Wohnangebot oder einem Pflegeheim sehr aufwendig. Spezielle Schulungsangebote für Pflegepersonal im Umgang mit drogenabhängigen älte- ren Personen gibt es derzeit keine. 4. Gibt es eine Kooperation zwischen Altenhilfe und Suchthilfe in Karlsruhe? Grundsätzlich ist zwischen den Zielgruppen „drogensüchtige Menschen werden älter" und „Suchterkrankungen im Alter" zu unterscheiden. Bei der speziellen Gruppe der dro- genabhängigen Menschen, die zunehmend älter wird, gibt es noch keine Kooperation zwischen Altenhilfe und Suchthilfe. Das Diakonische Werk der Evangelischen Landeskirche Baden e. V. hat mit Förderung der Stiftung Baden-Württemberg von 2010 bis 2013 ein Projekt ins Leben gerufen, um im Stadt- und Landkreis Karlsruhe das Thema „Sucht im Alter“ unter den Schlagworten "Mobilisieren, Beteiligen, Vernetzen - Informieren - Qualifizieren" auf vorhandenen trä- gerübergreifenden Strukturen in die Öffentlichkeit zu bringen. 5. Inwieweit findet Aufklärungsarbeit statt, um die Öffentlichkeit auf die Proble- matik von Suchterkrankungen bei älteren Menschen zu sensibilisieren? Nach Ablauf der Projektzeit „Sucht im Alter" hat die Diakonische Suchthilfe Mittelbaden die Weiterbearbeitung des übergeordneten Themas „Sucht im Alter“ übernommen und das Projekt „MOHI - Mobile Hilfen bei Suchterkrankungen im Alter“ gestartet. Ziel dieses Projekts ist es, ein spezielles Beratungsangebot für ältere Menschen mit Suchterkrankung unter anderem in der Stadt Karlsruhe zur Verfügung zu stellen: Das Projekt MOHI möchte Hilfsangebote der Suchthilfe leichter zugänglich machen. Eine bessere Vernetzung, Sprechstundenangebote (zum Beispiel in Altenhilfeeinrichtungen) und aufsuchende Beratung sind hierbei wichtige Bausteine. Die Information über Unter- stützungsangebote, die Beantragung und von Leistungen und der Zugang sollen dadurch erleichtert werden. Aufklärungsarbeit über die spezielle Situation drogensüchtiger älterer Menschen findet nicht statt. 6. Welche Erfahrungswerte aus anderen Städten und Kommunen liegen der Stadt- verwaltung hinsichtlich älteren drogensüchtigen Menschen vor und welche Mo- delle werden dort angewendet, um diesen Menschen und deren Angehörigen zu helfen? Ein großer Erfolg der Substitutionsbehandlung ist es, dass die Zahl der Todesfälle deutlich abgenommen hat. Drogenabhängige werden zunehmend älter und damit vielleicht ir- gendwann auch pflegebedürftig. Diese Thematik ist für alle Städte und Kommunen neu, Seite 3 das heißt, es gibt noch kaum Erfahrungswerte, stattdessen viele Fragen, großen For- schungsbedarf und erste Forschungen zum Thema. In Unna gibt es „LÜSA", eine erstes „Altersheim" für Drogenabhängige, in Berlin und München gibt es ähnliche Projekte.

  • Protokoll TOP 43
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    NIEDERSCHRIFT Stadt Karlsruhe Gremium: 13. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: 30. Juni 2015, 15:30 Uhr öffentlich Ort: Bürgersaal des Rathauses Vorsitzende/r: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 46. Punkt 43 der Tagesordnung: Drogensucht im Alter Anfrage der Stadträte Tilman Pfannkuch und Dr. Thomas Müller, der Stadträ- tinnen Dr. Rahsan Dogan, Bettina Meier-Augenstein, Marianne Mußgnug und Karin Wiedemann (CDU) sowie der CDU-Gemeinderatsfraktion vom 5. Mai 2015 Vorlage: 2015/0281 Beschluss: Kenntnisnahme von der Stellungnahme der Verwaltung Abstimmungsergebnis: keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 43 zur Behandlung auf und stellt fest, die Stellungnahme der Verwaltung liege vor, der Gemeinderat habe Kenntnis genommen. (Keine Wortmeldung) Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 17. Juli 2015