Umsetzung und Ausweitung des EU-Schulobst- und Schulgemüseprogramms an Karlsruher Kindertagesstätten und Schulen
| Vorlage: | 2015/0270 |
|---|---|
| Art: | Antrag |
| Datum: | 06.05.2015 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Offen |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
Beratungen
- Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 30.06.2015
Rolle: Entscheidung
Ergebnis: mit Stellungnahme einverstanden
Zusätzliche Dateien
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STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ANTRAG Stadträtin Bettina Lisbach (GRÜNE) Stadträtin Renate Rastätter (GRÜNE) Stadträtin Daniela Reiff (GRÜNE) Stadtrat Alexander Geiger (GRÜNE) GRÜNE-Gemeinderatsfraktion vom 28.04.2015 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 13. Plenarsitzung Gemeinderat 30.06.2015 2015/0270 22 öffentlich Umsetzung und Ausweitung des EU-Schulobst- und Schulgemüseprogramms an Karlsruher Kindertagesstätten und Schulen 1. Die Stadtverwaltung berichtet den Stand der Teilnahme von Karlsruher Kitas und Schulen am EU-Schulobst-und Schulgemüseprogramm, insbesondere welche Kindertagesstätten und Schulen im Schuljahr 2014/2015 am EU- Schulfruchtprogramm teilnehmen und um wie viele Kinder es sich hierbei han- delt wer jeweils die LieferantInnen sind wie häufig die Obst- und Gemüseausgabe erfolgt und wie sie organisiert wird wie die Ausgabe von Obst und Gemüse von den Kindern, den Lehrkräften sowie den Eltern an den beteiligten Bildungseinrichtungen bewertet wird welches die größten Hürden für Kitas und Schulen sind, sich an diesem Pro- gramm zu beteiligen. 2. Die Stadt informiert alle Kindertagesstätten und deren Träger sowie die Grund- und weiterführenden Schulen über die neue Ausgestaltung des EU-Schulobst- und Schulgemüseprogramms ab dem Schuljahr 2015/16. 3. Die Kitas und Schulen werden aktiv dabei unterstützt, sich an diesem Programm zu beteiligen. Dazu gehören vor allem die Gewinnung von SponsorInnen für die Kofinanzierung von 25 Prozent der entstehenden Kosten und die Beratung und Unterstützung bei der organisatorischen Ausgestaltung des Programms an den Einrichtungen. 4. Die teilnehmenden Kitas und Schulen erhalten bei öffentlichen Aktionen der Stadt zur gesunden und nachhaltigen Ernährung die Möglichkeit, sich mit ihrem Pro- gramm zu präsentieren und damit durch ihre VorreiterInnenrolle zum Ausbau des Programms an weiteren Bildungseinrichtungen zu beizutragen. Für die Förderung der gesunden Ernährung von Kindern gibt es seit 2011 das EU- Schulobst- und Gemüseprogramm. Der grün-roten Landesregierung ist es jetzt ge- lungen, für das kommende Schuljahr 80 Prozent mehr EU-Fördergelder, insgesamt 6,65 Millionen Euro, für dieses Programm zu erhalten. Gleichzeitig erhöht die Lan- desregierung die bisherige Landesförderung ab dem kommenden Schuljahr 2015/16 von bisher 50 Prozent auf 75 Prozent. Neu ist ebenfalls, dass jetzt neben den Kinder- Sachverhalt / Begründung: - 2 - tageseinrichtungen und Grundschulen auch weiterführende Schulen bis einschließ- lich Klasse 8 am Programm teilnehmen können. Die Förderrichtlinien des Landes sehen vor, dass jede Kita und Schule für einen För- derantrag eineN SponsorIn sowie eineN zertifizierteN LieferantIn benötigt und dass mindestens alle zwei Wochen frisches Obst und Gemüse verteilt werden muss. Die Praxis zeigt, dass die Ausgabe in der Regel häufiger stattfindet. So erhalten alle Schülerinnen und Schüler der Karlsruher Hardtgrundschule zweimal in der Woche eine Portion Obst oder Gemüse. Die Kofinanzierung übernehmen SponsorInnen. Bislang beteiligen sich offenbar noch nicht sehr viele Bildungseinrichtungen in Karls- ruhe. Nachfragen bei Grundschulen haben gezeigt, dass sie das Programm zwar positiv bewerten, aber wegen der Bemühungen um SponsorInnen und LieferantInnen sowie der ungeklärten organisatorischen Durchführung noch nicht aktiv geworden sind. Wir GRÜNE begrüßen deshalb die neue Ausgestaltung der Fördermodalitäten durch das Land. Die Chancen auf eine Ausweitung der Teilnahme von Karlsruher Bil- dungseinrichtungen am Schulobst- und Gemüseprogramm werden durch die verbes- serte Landesförderung deutlich erhöht. Wir sehen aber auch die Stadt Karlsruhe in der Pflicht, die Schulen und Kindertageseinrichtungen über das Programm zu infor- mieren und sie dabei zu unterstützen, sich daran zu beteiligen. Das betrifft sowohl die Suche nach SponsorInnen und LieferantInnen, als auch die Beratung darüber, wie die organisatorische Durchführung ohne große zusätzliche Belastung erfolgen kann. Insbesondere bei der Gewinnung von SponsorInnen sollte die Stadt Karlsruhe aktiv werden. Infrage kommen u. a. Krankenkassen, Fördervereine, LieferantInnen, Unternehmen aus der Wirtschaft, Kommunen selbst oder Elternvereine. unterzeichnet von: Bettina Lisbach Renate Rastätter Daniela Reiff Alexander Geiger Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 19. Juni 2015
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STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zum Antrag GRÜNE-Gemeinderatsfraktion vom: 28.04.2015 eingegangen: 28.04.2015 Gremium: 13. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 30.06.2015 2015/0270 22 öffentlich Dez. 3 Umsetzung und Ausweitung des EU-Schulobst- und Schulgemüseprogramms an Karlsruher Kindertagesstätten und Schulen Grundsätzliche Einschätzung: Obst und Gemüse - möglichst als Rohkost - gehören unstrittig zu einer ausgewogenen und gesunden Verpflegung in Kita und Schule. Finanzielle Auswirkungen des Antrages nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Kostenschätzung vor Konzepterstellung "nachhaltige Essens- versorgung bei der Stadt Karlsruhe" ist auch im Hinblick auf die Erschließung von Sponsoringquellen nicht möglich Haushaltsmittel stehen nicht zur Verfügung. Kontierungsobjekt: Kontenart: Ergänzende Erläuterungen: ISEK Karlsruhe 2020 - relevant nein ja Handlungsfeld: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 1. Die Stadtverwaltung berichtet den Stand der Teilnahme von Karlsruher Kitas und Schulen am EU-Schulobst- und Schulgemüseprogramm, insbesondere welche Kindertagesstätten und Schulen im Schuljahr 2014/2015 am EU- Schulfruchtprogramm teilnehmen und um wie viele Kinder es sich hierbei handelt wer jeweils die LieferantInnen sind wie häufig die Obst- und Gemüseausgabe erfolgt und wie sie organisiert wird wie die Ausgabe von Obst und Gemüse von den Kindern, von den Lehrkräf- ten sowie den Eltern an den beteiligten Bildungseinrichtungen bewertet wird welches die größten Hürden für Kitas und Schulen sind, sich an diesem Pro- gramm zu beteiligen Obst und Gemüse, möglichst als Rohkost oder Salat, sind verpflichtende Bestandteile des Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Sowohl für die Schulverpflegung als auch für die Verpflegung in Ganztagseinrichtungen für Kinder (Kitas) sind darin folgende Häufigkeiten festgehalten: täglich Gemüse und Salat, davon zweimal pro Woche als Rohkost oder Salat zweimal pro Woche Obst Die Handlungsempfehlungen der Kommunalen Gesundheitskonferenz Karlsruhe aus dem Jahr 2013 enthalten die Verpflichtung, die Verpflegung in den Kitas nach den Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) auszurichten. Die Qualitätskriterien zur Vergabe der Mittagsverpflegung an Karlsruher Schulen orien- tieren sich an den Empfehlungen der DGE und sind Bestandteil des entsprechenden Leistungsverzeichnisses. Die Abwicklung des EU-Schulobst- und Schulgemüseprogramms erfolgt über das RP Tübingen, im Auftrag des Ministeriums für ländlichen Raum und Verbraucherschutz BW. Der Verwaltung liegen keine Daten vor, welche Schulen im Schuljahr 2014/2015 an diesem Programm teilnehmen. Hierzu ist eine Erhebung notwendig, über deren Ergeb- nis in dem zuständigen Ausschuss berichtet werden kann. In Karlsruhe befinden sich die Tageseinrichtungen für Kinder überwiegend in freier, ge- werblicher oder privater Trägerschaft; eine Übersicht über die Teilnahme am o. g. Pro- jekt ist dem Jugendamt derzeit nicht bekannt, wird aber im nächsten Kindergartenjahr erhoben. Über das Ergebnis wird im Jugendhilfeausschuss berichtet. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 2. Die Stadt informiert alle Kindertagesstätten und deren Träger sowie die Grund- und weiterführenden Schulen über die neue Ausgestaltung des EU-Schulobst- und Schulgemüseprogramms ab dem Schuljahr 2015/2016. Im Rahmen des Gemeinderatsauftrags "Mehr Bio-Essen in Karlsruhe" der Fraktion Grü- ne im Gemeinderat vom 23. September 2014 wird zur Zeit von der Verwaltung ein ab- gestimmtes Konzept "Nachhaltige Essensversorgung bei der Stadt Karlsruhe" erarbei- tet, in dem auch der Qualitätsstandard der DGE mit den genannten Elementen enthal- ten sein wird. Die Karlsruher Schulen wurden über das Schul- und Sportamt über das Programm in- formiert. 3. Die Kitas und Schulen werden aktiv dabei unterstützt, sich an diesem Pro- gramm zu beteiligen. Dazu gehören vor allem die Gewinnung von SponsorIn- nen für die Kofinanzierung von 25 Prozent der entstehenden Kosten und die Beratung und Unterstützung bei der organisatorischen Ausgestaltung des Pro- gramms an den Einrichtungen. Die Unterstützung der Schulen und vorschulischen Einrichtungen (Sonderschulkinder- gärten) erfolgt über MBW Marketinggesellschaft für Agrar- und Forstprodukte aus Ba- den-Württemberg mbH. Die MBW hilft auch, Kontakte zwischen Schulen, Lieferanten und Sponsoren herzustellen und unterstützt bei der praktischen Umsetzung des Pro- gramms vor Ort. 4. Die teilnehmenden Kindertageseinrichtungen und Schulen erhalten bei öffentli- chen Aktionen der Stadt zur gesunden und nachhaltigen Ernährung die Mög- lichkeit, sich mit ihrem Programm zu präsentieren und damit auch ihre Vorrei- terInnenrolle zum Ausbau des Programms an weiteren Bildungseinrichtungen beizutragen. Der Umwelt- und Arbeitsschutz will in den Themenbereichen "Kommunale Gesund- heitsförderung" beziehungsweise "Umweltpädagogik" bei geeigneten Aktionen gern für eine Möglichkeit zur Präsentation der teilnehmenden Einrichtungen sorgen.
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NIEDERSCHRIFT Stadt Karlsruhe Gremium: 13. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: 30. Juni 2015, 15:30 Uhr öffentlich Ort: Bürgersaal des Rathauses Vorsitzende/r: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 25. Punkt 22 der Tagesordnung: Umsetzung und Ausweitung des EU-Schulobst- und Schulgemüseprogramms an Karlsruher Kindertagesstätten und Schulen Antrag der Stadträtinnen Bettina Lisbach, Renate Rastätter und Daniela Reiff, des Stadtrats Alexander Geiger (GRÜNE) sowie der GRÜNE- Gemeinderatsfraktion vom 28. April 2015 Vorlage: 2015/0270 Beschluss: Kenntnisnahme von der Stellungnahme der Verwaltung und Bericht im Ausschuss Abstimmungsergebnis: Keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 22 zur Behandlung auf und verweist auf die vorliegende Stellungnahme der Verwaltung. Stadträtin Rastätter (GRÜNE): Das EU-Schulfrucht- und Schulgemüseprogramm ver- folgt das Ziel, Kinder und auch Jugendliche nach der neuen Ausgestaltung für frisches Obst und frisches Gemüse zu begeistern und damit sie letztendlich für eine gesunde Ernährung zu begeistern. Durch das tägliche Verzehren von frischem Gemüse und Obst an den Schulen als Gemeinschaftserlebnis wird auch eine Begeisterung dafür geweckt. Das Stichwort Gesunde Ernährung wird dann nicht zu einer Bedrohung für die Kinder, sondern zu etwas, was sie mit etwas Positivem verbinden. Das EU-Schulfruchtprogramm ist schon seit einigen Jahren in Baden-Württemberg um- gesetzt. Dafür gibt es auch Mittel. Bislang wurde das Programm mit 50 % der Kosten ko-finanziert durch das Land mit EU-Mitteln. Jetzt wurde das Programm aufgestockt. In Baden-Württemberg ist es gelungen, noch mehr Mittel zu bekommen. Jetzt gibt es 75 % Ko-Finanzierung, die über EU-Mittel an die Landesregierung umgesetzt werden. Bei der Gelegenheit, weil ich das Programm sehr gut finde, habe ich mich bei einigen Grundschulen erkundigt, ob sie dieses Programm praktizieren und welche Erfahrungen sie damit machen und habe festgestellt, die haben alle keine. Ich habe eine Grundschu- le gefunden, die Hardtschule, die hat das Programm schon seit 2010. Die Kinder sind - 2 - begeistert. Sie bekommen zweimal in der Woche frisches Obst und Gemüse geliefert. Die Lehrerinnen und Lehrer schneiden das morgens und dann wird es in den Klassen- zimmern verteilt. Zurzeit gibt es Melonen und Äpfel in Schnitzen, die sind in null Kom- ma nichts weg. Die Zustimmung ist sehr groß. Deshalb war es meine Frage: Wollen wir nicht schauen, was die Stadt machen kann, um die Teilnahme der Schulen zu erhöhen? Vor allem auch, weil neuerdings auch die Klas- sen 5 – 8 einbezogen werden können. Ich habe diesen Antrag gestellt, mit einem Be- richt zunächst. Es hat sich herausgestellt, dass dieses Schulfruchtprogramm bei der Stadtverwaltung noch ein weißer Fleck ist, d. h. die Stadtverwaltung hat sich offensicht- lich mit dieser Umsetzung an den Schulen bislang nicht befasst. Ich begrüße es deshalb, dass in der Antwort steht, dass eine Umfrage an den Schulen durchgeführt wird. Ich kann jetzt hier schon berichten, was ich weiß. Die Umfrage findet schon statt, die Schu- len haben bereits einen entsprechenden Abfragebogen bekommen. In dem sind alle Fragen schon aufgelistet. Insofern Chapeau, wunderbar. Ich finde es sehr erfreulich, dass es gestartet wird. Aber ich finde, es muss jetzt auch etwas daraus entstehen. In der Antwort wird erwähnt, dass ein Ernährungskonzept, insbesondere auch im Zu- sammenhang mit der Ganztagesschule entwickelt wird. Ich meine, wenn wir Schulen haben, die schon exemplarisch in ihrem Schulalltag Angebote dieser Art integriert ha- ben, dann sollte man auch darauf achten, dass man ein verzahntes Konzept dazu aus- gestaltet und das, was die Schulen schon im Schulalltag machen, mit einbezieht. Das wäre jetzt der Vorschlag, der über das, was in der Antwort steht, hinausgeht. Was ich auch gut finde ist, dass jetzt auch positiv auf unseren Antrag geantwortet wur- de, dass im Rahmen von Präsentationen über gesunde Ernährung, die das Umweltamt durchführt, die Schulen, die sich beteiligen, die Möglichkeit haben, auch ihr Umset- zungskonzept zu präsentieren. Ein Punkt ist mir abschließend auch ganz wichtig. Es gibt Hürden. Einige Schulen haben mir durchaus berichtet, sie hätten Interesse. Aber wo sollen sie Sponsoren herbekom- men? Die Ko-Finanzierung muss – es ist eine EU-Vorgabe – über Sponsoren erfolgen. Und es müssen zertifizierte Lieferanten sein. Das Ministerium hat auf seiner Webseite diese Informationen eingestellt und unterstützt. Aber es wäre ganz schön, wenn die Stadtverwaltung hier auch schauen könnte, welche Unterstützung laufen kann. Denn die Hardtschule hat mir berichtet, dass sich bereits zwei Schulen an sie gewandt haben mit der Bitte, ihnen zu erklären, wie sie vorgegangen sind. Sie würden das auch gerne machen, haben aber noch keine Erfahrungen. Also, d. h., man müsste schon auch vor Ort eine gewisse Hilfestellung dazu geben. Ich finde es gut, wenn wir dazu beitragen. Es ist zwar eine freiwillige Sache, die über das Land läuft. Aber wenn wir im Gemeinde- rat dafür sind, alles zu tun, damit die Kinder sich gesund und nachhaltig ernähren, wäre es sehr wichtig, dass die Schulen diese Unterstützung bekommen, um dieses Programm auch tatsächlich umzusetzen. Denn es scheint hier in Karlsruhe in der Tat noch in den Kinderschuhen zu stecken. Das gleiche betrifft übrigens die Kindergärten. Auch da bin ich dankbar, dass die Abfrage jetzt auch in den Kindergärten erfolgen soll, mit dem Ziel, auch hier eine bessere Motivation dafür zu erreichen. - 3 - Denn wenn wir es nicht tun, verzichten wir auf 75 % der Ko-Finanzierung. Angesichts unserer finanziellen Situation wäre es auch aus dem Grund nicht sinnvoll, darauf zu ver- zichten, die Unterstützung zu leisten. Stadträtin Meier-Augenstein (CDU): Wir haben hier im Haus und in den Ausschüs- sen schon öfters über gesunde Ernährung und auch die Umstellung auf Bio- und regio- nales Essen in unserem Einflussbereich gesprochen. Es ist für mich und meine Fraktion ganz klar, dass dieses Thema gesamt gesehen werden muss. Wir haben z. B. einen Haushaltsantrag im Doppelhaushalt gehabt zum Thema Slowfood-Mobil. Das ist alles auch eine Art Gesundheitserziehung. Aus meiner Sicht ist immer noch die beste Erzie- hung, wenn die Kinder dann auch wirklich ganz konkret das Obst und Gemüse auf dem Tisch haben und es essen können. Insofern ist dieses Schulfruchtprogramm, das die EU dankenswerterweise anbietet, wirklich eine tolle Sache. Ich finde es auch wirklich gut, dass es einmal in die Diskussion gebracht wird. Wir unterstützen das und würden uns auch freuen, wenn mehr Einrich- tungen und Schulen zukünftig davon Gebrauch machen. Wenn es jetzt wirklich so ist, wie die Kollegin sagt, dass es doch ziemlich hohe Hürden sind und auch von der Bean- tragung schwierig mit dem Sponsor, wäre es vielleicht wirklich gut, wenn man einmal in einer Runde, wenn z. B. sowieso alle Träger der Kindertagesstätten oder die Schulleiter zusammensitzen, das als Tagesordnungspunkt aufnimmt und dann eine Schule, wie die Hardtschule, erläutert, wie das geht und wie man das relativ einfach umsetzen kann. Dann würden wir hier vorankommen, und es wäre eine gute Sache. Stadträtin Uysal (SPD): Mit diesem Schulfruchtprogramm und die Erhöhung der För- dergelder für dieses Programm durch die Landesregierung, haben wir die Chance, Kin- der und Jugendliche an eine gesundheitsfördernde und ausgewogene Ernährung her- anzuführen. Genau diese Chance sollten wir als Kommune nutzen. Einige wenige Schu- len haben es jetzt schon umgesetzt. Viele anderen haben noch Anlaufschwierigkeiten, obwohl sie das Programm positiv bewerten. Genau diese Anlaufschwierigkeiten müssen wir als Kommune aufgreifen und die Schulen vor Ort unterstützen. Es freut uns sehr – obwohl die Pflicht eigentlich bei der Marketinggesellschaft für Agrar- und Forstprodukte liegt -, dass die Kommune hier auch die Unterstützung leisten möch- te und dass sie aktiv ist. Wir wünschen uns für die Zukunft, weil dieses Programm für unsere Kinder sehr wichtig ist, dass das zuständige Amt das Engagement weiterhin steigert, um das Ziel gesunder Ernährung zu fördern und in den vielen Kindertagesein- richtungen und Schulen zu erreichen. Deshalb unterstützen wir natürlich diesen Antrag und begrüßen das sehr. Stadtrat Jooß (FDP): Endlich ein toller Antrag der Grünen. Gesunde Ernährung - su- per! Nichts geht besser! Wir freuen uns natürlich, dass die EU die Mittel erhöht und es nicht bei den klebrigen Fingern der Landesregierung hängen bleibt, wie wir es beim Deutschen Städtetag ge- hört haben. Das ist sehr lobenswert. Ich denke, wenn wir schon die Mittel bekommen, dann sollten wir die tatsächlich ausschöpfen. Unser Tom Høyem ist hier Vorbild. Er ver- teilt jeden Morgen in seiner Schule einen Apfel. Ich denke, das ist eine tolle Geschichte. - 4 - Ein trauriger Umstand ist dann für mich noch, dass unser Schul- und Sportamt eine Ausschreibung gemacht hat für 9.000-t-Liter-Abfalltonnen für Essen in der Woche. 9.000 Liter Abfall in der Tonne. Ich hoffe nicht, dass die Äpfel und das Gemüse auch in so einer Tonne landen. Das wäre mein großer Wunsch. Ich habe jetzt hier zwar stehen, die Verwaltung muss noch Aufklärung und Information leisten. Aber Frau Rastätter hat es schon gesagt, wir sind auf einem guten Weg. Das können wir nur begrüßen. Stadträtin Zürn (Die Linke): Auch wir schließen uns dem Antrag der Grünen an. Alles Richtige dazu ist gesagt. Deswegen nutze ich die Gelegenheit, um Sie darauf aufmerksam zu machen, dass draußen die Kirchenglocken läuten. Der Grund ist, dass die nächste Pegida- Demonstration oder Widerstand gegen Rechts, wie sie sich nennen, gerade angefangen hat. Aus diesem Anlass werden zunehmend als Protest gegen Rechts die Glocken geläu- tet. Das finde ich große Klasse. Ich denke, wir sollten das hier zur Kenntnis nehmen. Stadtrat Kalmbach (GfK): Des Guten ist alles gesagt. Da schließe ich mich vollkom- men an. Doch möchte ich auf einen Punkt hinweisen, der mir etwas schwer fällt. Mit so einem Antrag wird gleich viel Bürokratie erzeugt. Die Stadtverwaltung berichtet, wer wie was warum. Das ist meines Erachtens zu schwergewichtig. Es muss schlank bleiben. Es muss um die Sache gehen. Aber nicht tausend Berichtsinstrumente gleich- zeitig einfordern. Ich würde mir wünschen, dass die Dinge schlank gehalten werden. Aber der Antrag ist ansonsten sehr gut. Stadtrat Jooß (FDP): Ich habe noch ganz kurz etwas vergessen. Wir haben ein städti- sches Marktamt und die Großmarkthalle. Vielleicht könnte es da irgendeine Kooperati- on geben, wo Sponsoren akquiriert werden könnten. Der Vorsitzende: Ich schätze Ihrer aller Ansinnen, die Welt besser zu machen. Aber wenn das Land über ein Förderprogramm zweimal in der Woche Äpfel ausgibt, die zu 50 %, jetzt zu 75 % gefördert werden, und ausdrücklich sagt, der Rest soll von Sponso- ren kommen, betrachte ich es erst einmal nicht als geborene Aufgabe der Stadt, dafür zu sorgen, dass das jede Schule macht, wo dann auch noch die Schule die entspre- chende Unterstützung herbekommt. Das zum einen. Zum anderen haben Sie uns schon umfangreich beauftragt, im Hinblick auf Mittagessen in Schulen und Kindertagesstätten wirklich ganz aufwändige Konzepte zu erstellen. Da sind wir mitten dabei. Bitte jetzt nicht immer noch einen oben drauf packen. Jetzt sollen wir auch noch unseren Großmarkt da mit einbeziehen und organisieren. Am Ende fah- ren noch die Mitarbeiter des Schul- und Sportamtes die Äpfel herum. Das kann wirklich nicht sein. Ich schlage Ihnen vor, wir machen die Umfrage. Die läuft schon. Wir berichten im ent- sprechenden Ausschuss über die Ergebnisse der Umfrage. Dann wird deutlich, was es - 5 - noch für einen Informationsdefizit gibt, was es noch für ein Unterstützungsdefizit gibt. Dann klären Sie noch einmal im Fachausschuss, was davon die Stadt aus Ihrer Sicht übernehmen soll und was nicht. Dann diskutieren wir noch einmal, was das vielleicht an zusätzlichen Ressourcen erfordert. Mir wäre wichtig, dass wir einmal das Thema Mit- tagessen umfangreich und ausreichend organisieren. Es steht auch drin, dass wir mitten drin sind. Denn das ist für mich eigentlich die Hauptstellschraube, wo wir an die Kinder herankommen. Aber wenn Sie noch zusätzliche Wünsche haben, müssen wir die dann auch akzeptieren. Insofern mein Vorschlag an die Antragstellerin. Wir werten die Umfrage aus. Dann ge- hen wir mit dem Thema noch einmal in den entsprechenden Fachausschuss und disku- tieren dann über das, was Sie jetzt als Stadt erwarten. Das wäre der eine Vorschlag. Ich denke auch, dass es kein Problem ist, die Schulen auch noch einmal alle auf das Programm aufmerksam zu machen. Aber ich bitte Sie, dass ich jetzt nicht hier so locker sagen kann, die Schulen sollen dann auch noch die Beratung übernehmen, wie die An- tragstellung läuft und all solche Sachen. Denn da haben wir genug andere Themen, die wir jetzt als eigenständige Verwaltung in dem Bereich tun müssen. Wäre das so in Ordnung? Sie stimmen dem zu. Nicht gerade begeistert, Frau Rastätter, aber Sie werden auch wenige Gegenargumente finden. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 24. Juli 2015