Räumliches Leitbild Karlsruhe: Sachstand

Vorlage: 2015/0255
Art: Beschlussvorlage
Datum: 28.04.2015
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Stadtplanungsamt
Erwähnte Stadtteile: Durlach, Grünwinkel, Hagsfeld, Innenstadt-Ost, Neureut, Nordstadt, Nordweststadt, Oststadt, Rüppurr, Waldstadt, Weiherfeld-Dammerstock

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 19.05.2015

    TOP: 11

    Rolle: Kenntnisnahme

    Ergebnis: einstimmig zugestimmt

Zusätzliche Dateien

  • Räumliches Leitbild Karlsruhe
    Extrahierter Text

    BESCHLUSSVORLAGE STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister Gremium: 12. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 19.05.2015 2015/0255 11 öffentlich Dez. 6 Räumliches Leitbild Karlsruhe: Sachstand Beratungsfolge dieser Vorlage am TOP ö nö Ergebnis Gemeinderat 19.05.2015 11 Kenntnisnahme Antrag an den Gemeinderat Der Gemeinderat wird um Kenntnisnahme zum aktuellen Stand des Projekts Räumliches Leitbild Karlsruhe gebeten. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) 950.000 Euro 2015: 300.000 Euro (Ausfinanzierung) Haushaltsmittel stehen Kontierungsobjekt: PSP-Element: 3.610.51.10.25 Kontenart: 42900000 Ergänzende Erläuterungen: ISEK Karlsruhe 2020 - relevant nein ja Handlungsfeld: Städtebau Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Räumliches Leitbild Karlsruhe - Sachstand Der Prozess für ein Räumliches Leitbild begann 2009 mit dem internationalen Symposium "Die Stadt neu sehen", um die Erfahrungen anderer europäischer Städte zu diskutieren. Im Rahmen der Voruntersuchungen zum Räumlichen Leitbild wurden mit "10 Fragen an Karlsruhe" die wichtigen Schlüsselfragen der räumlichen Entwicklung identifiziert und thematisiert. Die über- geordnete Frage, "Wie plant man eine Planstadt weiter?" verweist dabei unter Rückbezug auf die Traditionslinien der Stadt auf die Wichtigkeit des gemeinsamen Entwicklungsprozesses - nur so könne ein Plan das Fundament einer lebendigen und zukunftsfähigen Stadt sein. Von Januar 2014 bis Juni 2014 haben drei interdisziplinäre Teams in einer Ideenkonkur- renz/Planungswerkstatt - aufbauend auf die zehn Schlüsselfragen an Karlsruhe - die zukünftigen Ziele der Stadtentwicklung in Karlsruhe in langfristige räumliche Planungsziele im Sinn eines Räumlichen Leitbildes umgesetzt. Diese Arbeiten weisen in ihren Themenschwerpunkten wich- tige Parallelen auf, die Herangehensweise ist jedoch so unterschiedlich wie die Ausprägung und Konkretisierung der Antworten. Im nächsten Arbeitsschritt ist es deshalb Aufgabe des Stadtplanungsamtes, hieraus ein für Karls- ruhe tragfähiges Räumliches Leitbild ganz nach dem Motto der letzten Etappe der Planungs- werkstatt zu formulieren: "Reflektieren - Prüfen - Rückübersetzen". Dies in Abstimmung mit den Gremien und - wie bislang - in Zusammenarbeit mit dem Begleitgremium der Planungs- werksatt, den Vertreterinnen und Vertretern der Verwaltung, insbesondere dem Gartenbauamt, und in Rückkoppelung mit den Bürgerinnen und Bürgern. Der Planungsausschuss wurde am 13. November 2014 über das weitere Vorgehen im Erarbei- tungsprozess zum Räumlichen Leitbild informiert. Seitdem hat die Stadtverwaltung zusammen mit dem KIT an dem Entwurf des Räumlichen Leit- bildes gearbeitet, welcher im Juni 2015 im Rahmen einer Ausstellung in der Fleischmarkthalle der Öffentlichkeit präsentiert wird (Vernissage am 16. Juni). Die Ideen der Planungswerkstatt haben die Phase der darauf aufbauenden Abstimmung und Beteiligung sehr bereichert und wichtige Impulse gegeben, die Stadt neu zu denken. Die drei Arbeiten haben unterschiedliche Perspektiven aufgezeigt, die es nun mit konkreten Handlungs- ansätzen zu füllen gilt. Eine erste Sortierung der Anregungen der drei Teams in Haupthandlungsfelder hat die Struktur der ersten Arbeitsphase dargestellt, in der ein Abgleich mit den Planwerken stattgefunden hat. Als Beispiel: das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK), der Verkehrsentwicklungsplan, das Grünkonzept, der Klimaanpassungsplan sowie die unterschiedlichen thematischen Ziele des Nachbarschaftsverbandes Karlsruhe (NVK) auf der räumlichen Ebene des Flächennutzungsplans (FNP) und Landschaftsplans (LP), aber auch stadtteilbezogene Rahmenpläne. Die Themenfelder „Wohnen“, „Arbeiten“, „Freiraum“ sowie themenübergreifend „Mobilität“ und "Klima" sind dann durch klare und begriffsscharfe Zielsetzungen konkretisiert worden. Diese sind in sieben Stoßrichtungen zusammengefasst, welche die Begabungen und Stärken der Stadt berücksichtigen, miteinander verknüpfen sowie klimaangepasste und flächenoptimierte Lösungen für die räumliche Entwicklung Karlsruhes aufzeigen. Die gesamtstädtischen Stoßrichtungen sind dann auf Quartiersebene zu implementieren und werden in Vertiefungsgebieten, den sog. Lupen, auf ihre Tragfähigkeit überprüft. Als Pilotpro- jekte sollen sie gleichzeitig Modellcharakter annehmen und Vorbildfunktion für weitere Quartie- re haben. Da die Lupen aus dem Gesamtkontext des Räumlichen Leitbildes entwickelt wurden Ergänzende Erläuterungen Seite 3 und den Einzelprojekten wiederum einen fundierten inhaltlichen Kontext lieferten, konnten bereits zahlreiche Förderanträge in Ausschreibungen mit zukunftsweisendem Charakter gestellt werden, meist auch in Kooperation mit Forschungseinrichtungen. Der Prozess hat in enger Abstimmung mit den städtischen Ämtern stattgefunden. Eine Rück- kopplung mit dem Begleitgremium und den Vertretern der Fraktionen fand im Rahmen zweier Abstimmungstermine im Dezember 2014 und Februar 2015, sowie bei einem Workshop-Termin am 20. März statt. Insgesamt hat diese Arbeitsphase ganz wesentlich dazu beigetragen, die visionären Ansätze aus der Planungswerkstatt zu verstetigen und breit zu verankern. Es konnten Partner gefunden werden, welche als Garant für die Kontinuität und Ernsthaftigkeit, mit denen die Ideen und Lösungsansätze des Räumlichen Leitbildes weiterverfolgt werden, stehen. Parallel dazu werden für 2015 Beteiligungsformate konzipiert, welche die breite Öffentlichkeit über konkrete Themen ansprechen, informieren und einbinden sollen. Drei „Stadtansichten“ werden als moderierte Spaziergänge zu den Themen „Hardtwald“ und „Gewerbegebiet Grün- winkel“ im April und Juni, sowie zu "Wohnen im Norden" gegen Ende 2015 stattfinden und eine Reihe an Informations- und Diskussionsveranstaltungen die Ausstellung im Sommer um- rahmen. Die bis zu diesem Zeitpunkt entwickelten Konzepte bilden die Inhalte der Ausstellung "die Stadt neu denken", die im Juni bis Juli 2015 stattfinden wird. Die Ausstellung stellt einen Zwischen- stand im Erarbeitungsprozess des Räumlichen Leitbildes dar, einen Entwurf, der aus einer engen Kooperation zwischen Stadtverwaltung und KIT entstanden ist. Er basiert auf sieben Handlungs- feldern, welche die wichtigsten Ziele für die zukünftige Entwicklung Karlsruhes beschreiben. Mehr als 40 Lupen oder Vertiefungsgebiete brechen diese Themen auf Quartiersebene herun- ter. Die Inhalte der Ausstellung wurden dem Planungssauschuss am 22. April 2015 vorgestellt. Eine Sondersitzung des Planungssauschusses ist am 16. Juli 2015 in der Fleischmarkthalle, am Ort der Ausstellung, geplant. Der Erarbeitungsprozess des Räumlichen Leitbildes geht nach der Ausstellung weiter. Das im Rahmen des Kommunikationsprozesses gesammelte Feedback wird in den Entwurfspro- zess zum Räumlichen Leitbild einfließen und in kontinuierlicher Rückkoppelung mit den städti- schen Gremien zu einem konsensfähigen Dokument bis Ende 2016 führen, das durch den Stadtrat beschlossen werden soll. Das Räumliche Leitbild wird das Ziel haben, aufbauend auf den integrierten strategischen An- sätzen des ISEK 2020, einen Orientierungsrahmen für Politik, Bürgerinnen und Bürger sowie für die Verwaltung bei der zukünftigen räumlichen Entwicklung der Stadt Karlsruhe darzustellen. Dabei soll es zugleich visionär wie auch offen für innovative und experimentelle Ansätze blei- ben. Die Inhalte der Ausstellung, die begleitenden Veranstaltungen sowie alle weiteren Termine des Räumlichen Leitbildes werden dem Gemeinderat vorgestellt und sind den beiliegenden Anlagen zu entnehmen. Anlage 1: Übersichtsblatt mit Terminen zum Begleitprogramm Räumliches Leitbild Anlage 2: Inhalte Räumliches Leitbild. Stand für die Ausstellung "die Stadt neu denken" Ergänzende Erläuterungen Seite 4 Beschluss: Antrag an den Gemeinderat Der Gemeinderat wird um Kenntnisnahme zum aktuellen Stand des Projekts Räumliches Leitbild Karlsruhe gebeten. Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 12. Mai 2015

  • Anlage 1 Räumliches Leitbild
    Extrahierter Text

    Sehr geehrte Damen und Herren, auf den folgenden Seiten möchten wir Ihnen einen einfachenÜberblick über die Termine und Veranstaltungen imVerbindung mit dem Räumlichen Leitbild für2015 geben.FüralleVeranstaltungenwirdes nochgesonderte Einladungengeben und aktuelle Informationen werden parallel auch online bereit gestellt: Webseitehttp://www.karlsruhe.de/raeumlichesleitbild2015 Facebookhttps://www.facebook.com/Raeumliches.Leitbild.KA.2015 Bitte beachten sie, dass sich jeweils noch Details und Termine ändern können. DATUMVERANSTALTUNGORT 30. AprilStadtansicht 3"Auf dem Rad durch denHardtwald"Hardtwald 7. Mai"Bauen im Kontext- Was passt?" StadtbauforumGaststätte "Im Schlachthof" 10. JuniStadtansicht 4"Zu Fuß im Gewerbegebiet Grünwinkel" Gewerbegebiet Grünwinkel 16. Juni- 26. JuliAusstellung »Die Stadt neu denken«Fleischmarkthalle AlterSchlachthof, Karlsruhe 16. JuniVernissageAusstellung 19. JuniSRL JahrestagungIHK Karlsruhe+ Ausstellung 25. JuniLeitbild + Untenrum!Start vor der Fleischmarkthalle 26. JuniLange Nacht der LeitbilderFleischmarkthalle 4.- 5. Juli"Der Kauf"Vor-Ort-Hörspiel von Paul Plamper In Zusammenarbeit mit dem Badischen Staatstheater Start an der Ausstellung 9. JuliLeitbild + Untenrum!Start vor der Fleischmarkthalle 21. JuliIDEAL:STADT"Baukultur ist Partizipationskultur"Festival Pavillon,Schloss Karlsruhe 23. JuliFinissageAusstellung 13. August"Die neue Kaiserstraße"Info-VeranstaltungFestival Pavillon, Schloss Karlsruhe Ende 2015Stadtansicht 5 "Wohnen im Norden"wird noch bekannt gegeben Räumliches Leitbild Karlsruhe Begleitprogramm 2015 Stand:15.04.2015 -2- Stadtansichten 3 + 4 Der Leitbildprozess schreitet voran! Das Stadtplanungsamt lädt alle, denen die räumliche Zukunft Karlsruhes am Herzen liegt, zu mobilen „Stadtansichten“ ein. Ortskenner und Planungsexperten, Fachleute und interessierte Karlsruher erkunden im Rahmen moderierter Touren– mit dem Rad und zu Fuß– die Schlüsselthemen des Räumlichen Leitbilds vor Ort.Wo liegen Potentiale und Probleme– welche Ideen und Strategien für die Entwicklung Karlsruhes könnte das Leitbild hier aufzeigen? Jeder Ausflug schließt mit einem gemeinsamen Tischgespräch: In einer offenen Diskussionsrunde bietet sich allen Teilnehmenden die Möglichkeit zum Austausch mit den verantwortlichen Planern und Experten. Stadtansichten 3: Schwerpunkt Freiraum„Auf dem Rad durch den Hardtwald“ Donnerstag, 30. April, Beginn 17.00 Uhr (Dauer ca. 90 Minuten) Treffpunkt:Am Schlossturm (Bitte ein eigenes Fahrrad mitbringen) Stadtansichten 4: Schwerpunkt Arbeiten„Zu Fuß im Gewerbegebiet Grünwinkel“ Donnerstag,10. Juni, Beginn 16.00 (Dauer ca. 90 Minuten) Treffpunkt: Haltestelle Kühler Krug Die Teilnehmerzahl ist begrenzt!Kostenfreie Anmeldung unter: www.karlsruhe.de/raeumlichesleitbild2015 Ausstellung Die Stadt neu denken Zum Räumlichen Leitbild Karlsruhe Wie könnte und sollte sich Karlsruhe in Zukunft räumlich entwickeln? Wo liegen die Potenziale für die Planung und Gestaltung einer lebendigen und lebenswerten Stadt?Wie plant man eine Planstadt weiter? Mitdiesen Fragestellungen beschäftigt sich die Stadt Karlsruhe seit 2013 im Rahmen eines komplexen wie innovativen Leitbildprozesses.Was sonstvornehmlich inFachgremien stattfindet, wird in Karlsruhe öffentlichgemacht– Stadt und Region imStadtgespräch! Die Ausstellung präsentiert was Expertinnen und–experten aus Planung, Politikund Bürgerschaft im Rahmen des Leitbildprozesses bislang entwickelt haben. Zu sehen istkein fertiger Leitbild-Plan, keine Blaupause für die Zukunft– gezeigt werdenEntwicklungsoptionen für Karlsruhe. Die Ausstellung lädt mit einem umfangreichen Begleitprogramm zum gemeinsamen Weiterdenken ein und gibt Ausblicke auf den fortlaufenden Planungsprozess zum Räumlichen Leitbild. Zeitraum16. Juni– 26. Juli 2015 OrtFleischmarkthalle, Alter Schlachthof, Karlsruhe ÖffnungszeitenMoRuhetag Di– Do15–21Uhr Fr– Sa15– 23 Uhr So15– 21 Uhr Sonderöffnungen und-nutzung auf Anfrage! FührungenImmerSonntags;17 Uhr ZusätzlichDienstags,19 Uhr; Führungen zu Sonderthemen -3- Vernissage In ungezwungener Atmosphäre wird es Einführungen in die Ausstellung durch Prozess- Beteiligteund Möglichkeiten zu offenen Gesprächen mit Planungsexpertinnen und- experten sowie den Ausstellungsgestaltern geben. Zur Eröffnung sprechen: Michael Obert,BaubürgermeisterKarlsruhe Prof. Dr. Anke-Karmann Woessner, Leiterin Stadtplanungsamt Im Anschluss geführte Rundgänge durch die Ausstellung. Dienstag, 16. Juni, ab 20 Uhr Fleischmarkthalle, Alter Schlachthof Finissage Mit dem Abschluss der Ausstellung endet auch der öffentliche Teil des Leitbildprozesses. Das Stadtplanungsamt möchte gemeinsam mit allen am Prozess Beteiligten ein Resümee ziehen und Ausblicke in die letzte Planungsphase bis 2016 geben. Donnerstag 23. Juli, ab 19 Uhr Fleischmarkthalle, Alter Schlachthof Lange Nacht der Leitbilder Perspektivpläne, Stadtentwicklungskonzepte, Rahmenplanungen–Leitbilder haben Konjunktur!In einer langen Nacht berichtenStadtmacher und Stadtdenkeru.a. aus Zürich, Ludwigsburg, Freiburg i.Br. und Karlsruhe über ihre Erfahrungen. Im Anschluss zeigtder Dokumentarfilm „Wem gehört die Stadt“, waspassiert wenn Stadtplaner, Politiker,Anwohner und Investoren ganz unterschiedliche Vorstellungen unter einen Hut bringen müssen. Freitag, 26. Juni, ab 20 Uhr Fleischmarkthalle, Alter Schlachthof Der Kauf. Hörspielprojekt für Stadtbrachen: Kann man Glück bauen? Besitzen wir das Eigentum oder besitzt das Eigentum uns? Das Stadtplanungsamt präsentiert in Zusammenarbeit mit demBadischenStaatstheater Hörspiel von Paul Plamper auf dem Schlachthofareal.Ausgangspunkt ist ein unbebauter Ort– eine Brachfläche.Ausgestattet mit Kopfhörern und Audioplayernbewegen sich die Besucher über das Gelände undtauchenin eine akustische Kunstwelt ein, die mit dervisuellen Wahrnehmungeine außergewöhnliche räumliche Erfahrung ermöglicht. Samstag & Sonntag, 4. &5. Juli,ab 15Uhr, Dauer: ca. 1 Stunde Ticketverkauf in der Ausstellung, Fleischmarkthalle. -4- IDEAL:STADT-"Baukultur ist Partizipationskultur" Was prägt unsere Stadt? Wie nehmen wir diese wahr? Wiebeeinflussen wir die Lebensqualität in unseren Städten?Im Rahmen einer Podiumsdiskussion werdenThemender Baukultur, Beteiligung unddie Kommunikation planerischer Maßnahmenerläutert undin Bezug zu Karlsruhe und den Entwicklungen rund um das Räumliche Leitbild gesetzt. Begleitet wird der Abend von einer Ausstellung: Studierende derFakultät für Architektur an der Hochschule Karlsruhe skizzierten Stadt-Visionen für Karlsruhe. Moderation: Markus Brock Gastredner: Rainer Nagel, Vorstand Bundesstiftung Baukultur Dienstag, 21. Juli, 19.30- 22 Uhr Pavillon am Schloss Leitbild+Untenrum! Mit einer kooperativen Expertentour aus dem Räumlichen Leitbild-Team und dem Projekt Untenrumerkunden wir den Karlsruher Süden abseits der Sehenswürdigkeiten.Hier trifft Industriekultur auf Freizeit, Produktion auf Kultur, Verkehr auf Verweilen. Brücken werden zu Aussichtspunkten."(Zitat Untenrum!)Wir starten bei der Ausstellung auf dem Schlachthofgelände und führen gen Süden durchdie potentiellenMöglichkeitsräume der Räumlichen Leitbild Planungen. Die Tour führt entlang einer außergewöhnlichen Freizeit- und Stadterlebnisroute durch den „Karlsruher wilden Süden“– erkundet wird so einer derpotentiellenEntwicklungsräume des Räumlichen Leitbilds.Industriekulturtrifftauf Freizeit, Produktion auf Kultur, Verkehr auf Verweilen– eine Genusstour mit Kurven und Schlenkern und ebenso eine Expedition ins Unbekannte. Ein Tourenflyer zum selbstständigen Nachfahrenwird in der Ausstellung ausliegen. Termine: Donnerstag, 25. Juni, 17 Uhr (Dauer ca. 2 Stunden) Donnerstag, 9. Juli, 17 Uhr (Dauer ca. 2 Stunden) Weitere Informationen zum Projekt Untenrum finden sie unter: http://www.urbane-strategien.com/wordpress/?p=440 ________________________________________________________________ Marian Schmitt Koordination _ Räumliches Leitbild Karlsruhe Stadt Karlsruhe Stadtplanungsamt Bereich Städtebau Lammstraße 7 76133 Karlsruhe Tel. +49 721 133-6139 Fax. +49 721 133-6109 Email:raeumlichesleitbild@stpla.karlsruhe.de http://www.karlsruhe.de/raeumlichesleitbild2015 https://www.facebook.com/Raeumliches.Leitbild.KA.2015

  • Anlage 2 Räumliches Leitbild
    Extrahierter Text

    RÄUMLICHES LEITBILD KARLSRUHE AUSSTELLUNG "DIE STADT NEU DENKEN" - AUSZUG Anlage für den Gemeinderat (GR am 19.05.2015) 2 Stoßrichtung Klare Konturen – ein Leitmotiv der Karlsruher Stadtentwicklung „Klare Konturen“ heißt, Ankommenden zu zeigen, wo Karlsruhe wirklich beginnt. Karlsruhe bekennt sich zu einer klaren Linie, die Innen von Außen trennt und legt damit ein Leitmotiv seiner räumlichen Entwicklung fest: ● Der äußere Landschaftsraum soll der Naherholung dem Naturschutz und der Landwirtschaft dienen. Im inneren Siedlungsbereich liegen die entscheidenden Entwicklungspotenziale der Stadt Er wird qualitätvoll ausgebaut. ● Die Kontur als Stadtkante sowie die Eingangsbereiche und Stadteingänge werden baulich oder landschaftsarchitektonisch so gestaltet, dass sie gute Orientierung bieten. ● Die Ränder zwischen den Stadtteilen werden durch klare Gestaltung sichtbar gemacht. Hier liegen auch Flächen für ergänzende bauliche Entwicklungen. Ein Schlüsselelement ist die gestalterische Qualifizierung und Entwicklung der Räume zwischen den eigenständigen Stadtteilen. Hier erleichtern klare Konturen die bessere Nutzung vieler Entwicklungspotenziale. Neue Räume für Wohnen und Arbeiten können in den „Zwischenräumen“ entstehen, aber auch neue Freiräume zur Erholung. Die inneren Stadteingänge, zum Bespiel am Bahnhof, liegen meist am Ende räumlicher Korridore, die von der äußeren Kontur in die Stadt führen. Ziel Wo Karlsruhe beginnt...: ● Durch bauliche oder landschaftliche Elemente die Übergänge zwischen Stadt und Landschaft durch klar ablesbare Raumkanten ausbilden ● Das Wachstum der Stadt Karlsruhe auf Bereiche beschränken, die innerhalb der Kontur liegen ● Die Übergänge zwischen den Stadtteilen funktional und ästhetisch aufwerten ● Wichtige Stadteingänge und leitende Korridore unverwechselbar gestalten (Grafik: KIT, MESS) 3 Lupen Klare Konturen KONTUR STADTGRENZE Wo ist die Landschaft zu Ende? Wo fängt die Stadt an? Städtebauliche und landschaftliche Akzente sollen die klaren Konturen der Stadt gesamtheitlich und punktuell hervorheben. Der „Eintritt in die Stadt“ soll klar signalisiert werden. Situationsabhängig werden Raumkanten deutlicher herausgearbeitet oder durch zusätzliche Gebäude betont. Die Stadt wird sukzessive eine Kategorisierung und Übersicht der Ränder erarbeiten, die als Grundlage für die weitere Arbeit dient. (Bildquelle: Team West8) KONTUR LANDSCHAFTSRAUM Die stadtnahen Landschaftsräume werden genauso wie die landschaftsnahen Stadträume klar ablesbar ausgebildet. Akzente sollen den Übergang verdeutlichen: Die natürliche Gestadekante wird freigelegt, naturnahe Waldränder werden gesichert oder wieder entsprechend angelegt. Idealerweise schließen sich öffentliche Grünflächen und Gehölzstrukturen an die Bebauung an und bieten Erholungsmöglichkeiten im unmittelbaren Wohnumfeld. Halböffentliche und private Grünflächen bilden den Übergang zur privaten Sphäre. (Bildquelle: GBA) ÜBERGÄNGE STADT-LANDSCHAFT Die Landschafts- und Grünplanung strebt eine Verknüpfung der Siedlungsgebiete mit den angrenzenden Freiräumen an, damit diese wichtigen Funktionen Mensch und Natur wahrnehmen können. Sportfelder, Spazierwege, Anlegestege, Naturteiche oder auch Grillstellen sind nur einige Beispiele dafür. Ideen und Möglichkeiten der Nutzung werden im Dialog mit den Anwohnern und Anwohnerinnen erarbeitet, denn sie müssen unter Berücksichtigung der örtlichen Besonderheiten entwickelt werden und den Charakter der Landschaft stärken. (Bildquelle: Team West8) EIN GUTES BEISPIEL. DAMMERSTOCK Ein Beispiel für eine gelungene Gestaltung der Kontur ist der Übergang zwischen den zwei Stadtteilen Dammerstock und Weiherfeld an der Alb. Die Siedlungsstruktur schließt ablesbar und eindeutig zum öffentlichen Freiraum ab, Privatsphäre ist dennoch durch Vorgärten und Baumreihe gesichert. Der Landschaftsraum Alb ist naturnah gestaltet, bietet Möglichkeiten zum verweilen und stellt gleichzeitig eine wichtige Verbindung mit dem regionalen Grünsystem für Zufußgehende und Radfahrende dar. (Bildquelle: StplA) 4 KONTUR NATURSCHUTZRÄUME Siedlungsränder, die an geschützte Freiräume angrenzen, bieten Möglichkeiten, diese zu inszenieren und erlebbar zu machen. Ein gutes Beispiel dafür stellt der Alte Flugplatz dar. Hier sind ein Biotop und eine Sanddüne entstanden; ein Naturschutzraum mit einzigartiger Qualität aufgrund der erlebbaren Weite und Bedeutung bei der Anpassung an den Klimawandel. Die Bildung städtebaulicher Übergänge wird zukünftig die Lebensqualität und den Wert der angrenzenden Quartiere steigern und neue, hochwertige Wohngebiete schaffen. (Bildquelle: Team West8) STADTEINGÄNGE Stadteingänge sind in Karlsruhe selten klar erkennbar. Es fehlt das Gefühl, in der Stadt angekommen zu sein. Sie sind jedoch für jede Stadt als Visitenkarte wichtig, um sich nach außen zu präsentieren. Die Stadteingänge zu kategorisieren, zu priorisieren und Maßnahmen für die Umgestaltung festzulegen kann sofort als Aufgabe angegangen werden. Der Betrachtungsraum zwischen dem Übergang von Landschaft zu Stadt und dem Eintritt in die Kernstadt soll je nach Lage, landschaftlich oder städtebaulich aufgewertet werden. Beispielsweise können Baumalleen, wie sie in der Willy-Brandt-Allee zu sehen sind, den Eingang zur Stadt verdeutlichen und begleiten. (Bildquelle: StplA) 5 Stoßrichtung Grüne Adresse – die Stadt in der Landschaft Die Kulturlandschaften rund um die Stadt sowie die inneren Grünräume tragen zur besonderen Lebensqualität in Karlsruhe bei. Zwei Landschaftsräume ragen als zukünftige Handlungsfelder für die Stadtentwicklung heraus: Der Hardtwald und der Rhein. Die Waldfinger von Hardt- und Oberwald reichen tief in die Stadt hinein und ermöglichen der Stadtbevölkerung den Zugang zur Landschaft. In Abstimmung mit Forst- und Umweltbelangen ist es eine zentrale Aufgabe, diese Landschaften als Erholungsräume der Stadt stärker zu qualifizieren – besonders den stadtnahen Teil des Hardtwaldes. Die alte Sehnsucht Karlsruhes, an den Rhein zu kommen kann endlich wahr werden – mit einem Rheinpark. Das Zentrum des Parks umfasst den Rheinhafen und ist Teil eines regionalen Freiraumsystens. Aber erst wenn man von der Stadt über den Rheinhafen besser zum großen Fluss gelangt, ist Karlsruhe wirklich am Rhein. Ziel Koexistenz zwischen Stadt und Wald... und endlich am Rhein:  Ausgestaltung von Hardt- und Oberwald als Naherholungsgebiete und Verbindungszonen zwischen den Stadtteilen in drei Stufen: a) intensiv genutzte Erholungszonen, b) Übergangszonen, c) Naturschutzbereiche. Die sozialen, ökonomischen und ökologischen Aufgaben der Landschaft sollen besser miteinander verknüpft werden.  Weiterentwicklung des Rheinparks zu einem neuen Erholungs- und Bewegungsraum. Schaffung neuer Zugänge aus der Stadt zum Rhein, insbesondere über den Rheinhafen. (Grafik: KIT, MESS) 6 Lupen Grüne Adresse "HARDTWALD" - GANZ UNTERSCHIEDLICHE ANFORDERUNGEN Wir sprechen von der "Stadt im Wald" oder dem "Wald in der Stadt". Klar ist, der Hardtwald steht in einem sehr engen Verhältnis zur Stadt. Eine Koexistenz zwischen Wald und Stadt zu erreichen, ist jedoch nicht immer einfach. Vor allem dort, wo sich unterschiedliche Nutzungsansprüche überlagern. Anwohner und Anwohnerinnen, Menschen, die Spazieren gehen oder Joggen oder einfach die Natur genießen wollen, haben ganz andere Anforderungen als die Forstwirtschaft und stehen in direktem Konflikt mit Jägerinnen und Jägern. Aber auch geschützte Tierarten und Pflanzen teilen sich den gleichen Naturraum. Im Einklang mit dem Konzept der "Urbanen Waldwirtschaft" des Landes BW werden für den Hardtwald diese unterschiedlichen Interessen zusammengebracht. Eine Einteilung in drei Zonen soll den unterschiedlichen Anforderungen gerecht werden: Freizeitorientierung bis zur Rintheimer Querallee, Übergangszone bis zur Querstraße nach Eggenstein (L605) und ein naturorientierter Bereich nördlich davon. (Bildquelle: StplA) "HARDTWALD" - ORIENTIERUNG UND WEGEBEZIEHUNGEN Derzeit ist der Kanalweg die Ost-West-Verbindung. Sie ist zwar historisch gewachsen, lässt den jungen Stadtteil Waldstadt aber unberücksichtigt. Ein Wegesystem, das die aktuellen Bedarfe abdeckt, ist daher behutsam in das strenge Strahlenkorsett des Fächers einzufügen. An neuen Schnittstellen können kleine Lichtungen unterschiedlich und naturnah ausgestaltet werden, um Orientierung zu bieten. Der Ausbau von Verbindungen für Zufußgehende und Radfahrende sowie die ortsbezogene Gestaltung der Konturen zwischen Stadt und Wald, der Wunsch nach mehr Naherholungsmöglichkeiten im Wald in Abwägung mit den Belangen des Naturschutzes, einem Leitsystem für mehr Orientierung, sowie der Förderung sozialpädagogischer Ansätze sind Teil eines neuen Konzeptes. (Bildquelle: StplA) OBERWALD Im Süden grenzt der Oberwald - wie der Hardtwald im Norden - unmittelbar an die Stadt. Er stellt einen wichtigen Entlastungsraum für den Stadtkern mit Naherholungs- und Aufenthaltsqualitäten dar. Der Tierpark als Außenstelle des Zoos besitzt eine große Anziehungskraft. Im Gegensatz zum Hardtwald ist der Oberwald von der Stadt aber durch die Südtangente, die Bahntrasse und den Güterbahnhof getrennt. Eine zukünftige Entwicklung des südlichen Bahnhofsgeländes bietet die Chance, diese Barriere zu überwinden und die Vernetzung des gesamtstädtischen Freiraums zu fördern. (Bildquelle: StplA) 7 FUSS- UND RADWEGBRÜCKE RHEINHAFEN Der Rhein mit seiner Auenlandschaft ist ein prägendes Element der Karlsruher Umgebung. Er bildet in Nord-Süd-Richtung das Bindeglied an die benachbarten Regionen Pfalz, Elsass und Südbaden. Die Idee einer durchgängigen landschaftlichen Promenade entlang des Karlsruher Rheinufers bildet das Rückgrat der Konzeption für den "Landschaftspark Rhein". Als Erstes ist ein Brückenschlag über die Einfahrt in den Karlsruher Rheinhafen geplant, der auf direktem Weg den Landschaftspark um das Hofgut Maxau mit den Einrichtungen auf der Altrheininsel Rappenwört verbindet. Die Abbildung zeigt den beeindruckenden Ausblick auf die Gewässer, wie er sich von der Brücke aus bieten würde. (Konzept und Bildquelle (Rendering) : GBA) AUSSICHTSPLATTFORM TURMBERG Der Turmberg ist das Karlsruher Tor zum Nordschwarzwald. Neue, vielfältige Nutzungsmöglichkeiten mit unterschiedlichen Aufenthaltsqualitäten werden am Aussichtspunkt am Turmberg angeboten. Eine breite Treppenanlage mit großzügigen Sitzstufen wird zum Verweilen einladen. Weitere Freiräume auf unterschiedlichen Niveaus werden eine gestalterisch differenzierte Raumsequenz bilden. Dazu gehören: ein neu gestalteter Platz an der Straße, eine Loggia mit Panoramablick und eine Holzterrasse am Weinberg. Ein Veranstaltungsraum und weitere Infrastrukturen für Besucher ergänzen das Angebot. Die Landschaftsqualität Karlsruhes wird durch die Gesamtanlage stärker erlebbar gemacht. (Konzept und Bildquelle (Rendering): AG Stefan Fromm Landschaftsarchitekten, Hännig und Gemmeke Architekten) "KARLSRUHE LIEGT DOCH AM RHEIN"! Karlsruhe liegt nicht direkt am Rhein, dennoch ist die Sehnsucht danach groß. Hier liegt nicht nur ein attraktives Freizeitziel sondern auch ein bedeutender Wirtschaftsstandort; der Hafen. Der Sprung dorthin ist gewagt, dennoch sind Visionen wichtig, um die Stadt weiter zu denken. Eine radikale Umstrukturierung der verkehrlichen Situation, die aktuell den Zugang zum Hafen und Rhein "stranguliert", könnte so aussehen: Die Südtangente wird tiefer gelegt; die Ebenen der Bahnlinie und der Honsellstraße getauscht; die Linie 5 Richtung Hafen verlängert und mit Rad- und Fußwegen flankiert; der Mühlburger Bahnhof als multimodale Schnittstelle aufgewertet. (Konzept: Team 4 wagen westwärts: Christoffel, Flotho, Dr. Nothhelfer, Kranz, Bildquelle: StplA) 8 Stoßrichtung Starke Mitte – Mehr Karlsruhe für Karlsruhe Karlsruhe soll seine Attraktivität als Zentrum einer wirtschaftsstarken Region nicht nur bewahren sondern ausbauen. Dazu muss die Karlsruher Mitte neue Entwicklungsspielräume nach Süden schaffen und die Kriegsstraße als Barriere endlich überwinden. Ein breiter Stadtkorridor, der das neue Staatstheater, den Festplatz und den Zoo als Attraktionen enthält, bietet der Innenstadt neue Möglichkeiten zur Entfaltung – bis zum Hauptbahnhof als attraktivem südlichen Anziehungspunkt. Die Entwicklungspotenziale am Karlsruher Hauptbahnhof sind deutschlandweit einzigartig. An diesem Stadteingang bietet sich die Chance, eine Landmarke und ein markantes städtisches Pendant zum Marktplatz zu setzen. Karlsruhe muss aber auch an anderen Orten Großstadt sein können – gerade in wirtschaftlicher Hinsicht, und bevorzugt an den großstädtischen Straßen. Die beiden Ost-West Magistralen sind daher als „Boulevards von Morgen“ zu sehen, entlang derer sich neue großstädtische Qualitäten entwickeln können. Ziel Die Kernstadt als dichtes, gemischtes und repräsentatives Zentrum von Karlsruhe weiterdenken: ● Die Innenstadt als Korridor nach Süden erweitern und die Kriegsstaße überwinden. ● Die ”Boulevards von Morgen” als repräsentative Elemente für grosstädtische Entwicklungen und Nutzungen ausbauen. ● Das “Bahnhofsviertel” als Stadteingang und Adresse für Gewerbe und Dienstleistungen städtebaulich entwickeln. (Grafik: KIT, MESS) 9 Lupen Starke Mitte KONZEPT ZUKUNFT INNENSTADT Das Konzept „Zukunft Innenstadt“ wird aufbauend auf den Zielen des Räumlichen Leitbildes den Fokus auf die Innenstadt legen, mit dem Ziel deren Attraktivität zu stärken. Eine wettbewerbsfähige Einzelhandelstruktur, ausgewogene Nutzungsmischung, hohe Aufenthaltsqualität der öffentlichen Räume und ein gut gestaltetes Stadtbild sind Voraussetzungen dafür. Der Bau der U-Strab bietet eine einmalige Chance für die Umgestaltung der Straßenräume. Das reicht von der Baukante und Fassadengestaltung bis hin zum Bodenbelag, Möblierung, Beleuchtung und Bepflanzung. Straßenräume, die zuvor eine Trennung darstellten, können nun Quartiere verbinden. Raumsequenzen mit ihren Sonderbauten und Freiräumen betont und die Tore zur Innenstadt aufgewertet werden. (Bildquelle: StplA) MAGISTRALEN ALS BOULEVARD: DURLACHER ALLEE Die Durlacher Allee ist eine der wichtigsten Stadteinfallstraßen in Karlsruhe. Das Rahmenkonzept "Entwicklungsachse Durlacher Allee" vom Büro "berchtoldkrass" erstellt ein stabiles Grundgerüst für die Umgestaltung dieses zentralen Straßenraums sowie der angrenzenden Stadträume. Die durchgehende Neugestaltung der Durlacher Allee als attraktiver Straßenraum bildet das zentrale Element des Konzeptes. (Konzept und Bildquelle: Berchtoldkrass / STUDIO.URBANE STRATEGIEN) KRIEGSSTRASSE ALS BOULEVARD VON MORGEN Die Kriegsstraße soll nach Realisierung der U-Strab zu einer Stadtallee mit Straßencafés und ebenerdigen Fußgängerquerungen werden, wo Einzelhandel, Dienstleistung und Wohnungen eine hochwertige und zentrale Adresse erhalten. Verschattung durch mehr als 300 neugepflanzte Straßenbäume und helle Granitflächen tragen zur Hitzereduktion bei und sorgen für ein angenehmes Mikroklima im Sommer. Die gesamte Innenstadt nördlich und südlich wird von einer Aufwertung dieser Magistrale profitieren. (Konzept und Bildquelle: Team West8) "HIER ENTSTEHT NEUES" Die bauliche Kante der Kriegsstraße bildet die Kulisse für den zukünftigen Straßenraum und gleichzeitig eine prominente Stadt- adresse in der Fortführung der Ludwig-Erhard-Allee. Die Qualität der Architektur, das Stadtbild und die öffentlichen Räume müssen dem gerecht werden. Spezifische Lösungsansätze je nach Lage sind gefragt: Höhe der zukünftigen Bebauung, Aufwertung der Fassadengestaltung, Schließung von Baulücken, Modernisierung des Bestandes... „Hier entsteht Neues“ - und das ist nur der Anfang. (Bildquelle: StplA) 10 VIA TRIUMPHALIS ALS STADTKORRIDOR Der Nord-Süd-Korridor vom Schloss bis zum Hauptbahnhof sollte ein herausstechendes urbanes Gefüge Karlsruhes sein. Er präsentiert sich heute jedoch als zerstückelte Abfolge aus bedeutenden Gebäuden, vom Schloss über den Marktplatz, Ettlinger Tor, Staatstheater bis zum Kongresszentrum, Novotel, Schwarzwaldhalle, Vierordtbad und Stadtgarten/Zoo. Mit eigenen Vorplätzen, Einfahrten, Vorder- und Rückseiten und Nutzungsangeboten. Der Korridor ist räumlich und inhaltlich nicht zusammenhängend lesbar und erlebbar. Ein Gesamtkonzept für die "Via Triumphalis", welches Schwerpunkte setzt, Verbindungen schafft und Angebote adressiert, soll Raum für neue Schnittstellen zwischen unterschiedlichen Interessengruppen und funktionalen Bereichen bieten. (Konzept und Bildquelle: Studienarbeit, Team die Anstoß e.V., Stoll, Eiermann, Hennig, Quinte) BAHNHOFSVIERTEL Der Hauptbahnhof ist ein prominenter und wichtiger Stadteingang, Knotenpunkt im europäischen Bahnnetz und hat Signalwirkung weit über Karlsruhe hinaus. Die Entwicklung der Potenziale einer solchen Adresse kann enorme Impulse für die Gesamtstadt geben. Ein ganz neuer Stadtteil könnte im Süden entstehen, repräsentativ für Dienstleistung und Gewerbe und wenn es gelingt, die Lärmbelastungen zu beherrschen, erhält die Stadt hier auch wertvolle Flächenpotenziale zur Schaffung neues Wohnraums. Ein gemischter und lebendiger Stadtteil, mit exzellenter Anbindung genauso an die Innenstadt, deren Infrastruktur und der Oberwald wie an ganz Europa. (Konzept und Bildquelle: Team West8) 11 Stoßrichtung Mehr Wohnen – Karlsruhe wächst... mit inneren Werten Karlsruhe wächst und benötigt Flächen für Wohnen im Inneren der Stadt. Diese zu entwickeln, ist ein beschlossenes Ziel, eine Herausforderung aber auch eine Chance. Wo Neues entsteht, bietet sich die Gelegenheit, Altes aufzuwerten. Daher stehen die Sanierung älterer Quartiere und die Weiterentwicklung bestehender Stadtteile im Mittelpunkt des Interesses. Das wird für ganz Karlsruhe viele positive Veränderungen bringen, vor allem für die Stadteile nördlich der Kernstadt. Im Bereich zwischen Nordstadt, Nordweststadt und Neureut liegen die größten Reserven für neuen Wohnraum aber auch große städtebaulichen Defizite. Der gemeinsame Umbau kann neue, starke Nachbarschaften entstehen lassen. Die Oststadt ist das heterogenste Stadtviertel Karlsruhes, geprägt von Industriehistorie, Hochschulen, Technologiepark und Altem Schlachthof. Hier schlummern Reserven für das Wohnen und Arbeiten, die sich am besten mobilisieren lassen, wenn eine gemeinsame Identität für das Stadtviertel entwickelt wird. Ziel Quartiere mit lebendigen Nachbarschaften und innovative Lösungen für den Bevölkerungszuwachs: ● Flächenpotentiale für die zukünftige Entwicklung von Wohnen in ganz Karlsruhe erkunden. ● Vorhandene Quartiere an moderne Anforderungen an Wohnraum und Freiflächen anpassen. ● Bestehende Quartiere behutsam nachverdichten, auch im Hinblick auf die Klimaanpassung. ● Die Standortqualitäten für Freiräume, Infrastruktur und Mobilität nutzen. ● Neue und bestehende Quartiere rund um den Flugplatz und in Richtung Neureut gemeinsam mit urbanen Freiräumen entwickeln. ● Die Oststadt plus als Stadtviertel und Labor für die Durchmischung von Forschung, Technologie und Lebensraum weiterdenken. (Grafik: KIT, MESS) 12 Lupen Mehr Wohnen VON DER FREIHALTETRASSE ZUM LEBENDIGEN STADTBAUSTEIN Der Gemeinderat hat beschlossen, neue Wohnbauflächen bereit zu stellen. Nun stellt sich die Frage: Wo? Im Rahmen der Planungswerkstatt hat das Team Machleidt-Sinai die Flächen der Freihaltetrasse der Nordtangente ins Gespräch gebracht. Der Reiz bei diesem Vorschlag liegt im konsequenten Miteinanderdenken der beiden Aufgabenfelder Stadt und Landschaft. Die Trasse wird zum Landschaftsband, das die umliegenden Quartiere verbindet und stadtweite Strahlkraft entwickelt. Durch Ergänzungen an den Siedlungsrändern entstehen neue, gut angebundene Wohnbauflächen, die Platz für experimentelle Nutzungsmischungen und Eigentumsstrukturen bieten. (Bildquelle: Team Machleidt-Sinai) WIE MÖCHTEN WIR WOHNEN? Es geht um Baudichte einerseits, andererseits um die Gewährleistung innovativer und vielfältiger Formen des Wohnens, die unterschiedliche Anwohnergruppen ansprechen (Wohnen und Arbeiten unter einem Dach, Wohngemeinschaften, Mehrgenerationswohnungen, altergerechte Wohnungen...). Der Wunsch nach einem Haus im Grünen verändert sich und immer mehr Menschen in Karlsruhe bevorzugen verdichtete, gut erschlossene und versorgte Quartiere. Wohnen im Grünen muss nicht gleichbedeutend sein mit Grün auf dem eigenen Grundstück. (Bildquelle: StplA) ES WIRD "DICHTER" Karlsruhe wächst - bis 2030 rechnet man mit rund 20.000 zusätzlichen Einwohnern. Geeignete Flächen für Wohnbebauung sind jedoch rar. Wenn man nicht mehr hat, muss man versuchen mehr aus dem zu machen, was man hat. Deshalb setzt die Stadt seit Jahren vermehrt auf Innenentwicklung. Systematisch werden die bestehenden Strukturen nach Bereichen untersucht, die noch etwas mehr "Dichte" vertragen können und somit Handlungsspielräume bieten. Natürlich ist Weiterentwicklung eines Quartiers aufwendiger und arbeitsintensiver als die Bebauung einer grünen Wiese. Nicht nur die "neuen", sondern auch die "alten" Bewohnerinnen und Bewohner müssen sich dort wohl fühlen. (Bildquelle: StplA) 13 RAHMENPLAN WALDSTADT Die meisten Waldstädter sind Waldstädter aus Überzeugung und wissen die Vorzüge des durchgrünten Quartiers zu schätzen. Doch die vorhandene Zeilenbebauung ist in die Jahre gekommen: Wohnstandards haben sich geändert und einige der heutigen Herausforderungen, wie der vorhandene Parkdruck, waren damals noch undenkbar. Darum hat sich die Stadt daran gemacht, einen Rahmenplan zur Modernisierung und Weiterentwicklung der bestehenden Strukturen zu erstellen. In Zusammenarbeit mit den Anwohnern wurde eine "Toolbox" entwickelt, die mögliche Maßnahmen aufzeigt. Genauso wichtig wie Um- und Neubau von Gebäuden sind die Aufwertung und der Schutz der grünen Freiräume. (Quelle Konzept und Bild: Büro Pesch und Partner mit Landschaftsarchitekten Helleckes Landschaftsarchitekten, Überarbeitung Bild StplA) VON VERKEHRSRÄUMEN ZU STADTSTRASSEN Einige Straßen in der Karlsruher Peripherie haben eher die Anmutung von Landstraßen oder Stadtautobahnen als von lebendigen, städtischen Boulevards. Sie entstammen aus der Zeit, als das Leitbild der "autogerechten Stadt" die Planung beherrschte. Im Rahmen des Förderprogramms "Flächen gewinnen durch Innenentwicklung" sollen diese überdimensionierten Straßenräume hinsichtlich ihrer Nachverdichtungsmöglichkeiten untersucht werden. Die bauliche Nutzbarmachung dieser "Stadtstraßen" birgt Potenzial zur Aufwertung des Stadtbildes und schafft eine Trans- formation von anonymen Transitstraßen zu attraktiven Lebens- und Begegnungsräumen. Das Bild zeigt als Beispiel eine Umgestaltung der Gustav-Heinemann-Allee zwischen Waldstadt und Hagsfeld. (Konzept und Bildquelle: vorangegangene Studienarbeit P. Scholz und D. Varma, KIT Institut Entwerfen von Stadt und Landschaft, Prof. Kerstin Gothe) OSTSTADT PLUS In der Oststadt tut sich was. Auf Flächen wie dem Höpfner-Areal und dem alten VBK-Betriebshof werden neue Projekte entwickelt und das KIT engagiert sich in "seiner" Nachbarschaft mit dem Projekt "Quartier Zukunft". Das Ziel ist nachhaltige Stadtentwicklung zum "mit-Anpacken". Auch aufgrund dieser Dynamik wurde in den Planungswerkstätten zum Leitbild immer wieder über eine Erweiterung der Oststadt diskutiert. In Gespräch gebracht wurden die Flächen der im Norden angrenzenden Kasernen und der Kleingärten an der Hagsfelder Allee. Die Nähe zur Universität, zum Technologie-Park, zum Hardtwald, zu Freizeiteinrichtungen und zur Innenstadt - Wäre das nicht auch ein guter Ort zum Wohnen? (Bildquelle: StplA) 14 SANIERUNG DURLACH-AUE Der Ortskern von Durlach-Aue ist seit Herbst 2014 Sanierungsgebiet mit den Zielen, den Wohnstandort zu stärken und das Wohnumfeld nachhaltig zu verbessern. Als zentrale Maßnahme soll ein neuer Ortsmittelpunkt im Bereich des sogenannten "Bankenplatzes" gestaltet werden, der zur kommunalen Identität entscheidend beitragen kann. Der Platz wird sich über die Straße hinweg bis zu den Gebäudekanten erstrecken. Die vorhandenen Geschäfte und Gastronomie tragen zur Belebung des Platzes bei. Zur Entschärfung der vorhandenen Stellplatzproblematik werden neben der Neuordnung des ruhenden Verkehrs auch innovative Mobilitätskonzepte wie Carsharing oder Elektromobilität umgesetzt. (Bildquelle: Büro Gerhardt) 15 Stoßrichtung Coole Quartiere – Klimaanpassung geschieht im Quartier Die prognostizierte Zunahme an Hitzeperioden ist eine besondere Herausforderung für die Karlsruher Stadtentwicklung und Planung. Besonders wichtig in den Quartieren sind genügend Flächen zur Kühlung. Daher muss daher sorgfältig geprüft werden, ob und wie verdichtet wird, und welche Grün- und Freiflächen erhalten werden müssen. Entscheidend ist die Vernetzung von Freiflächen und der Beitrag begrünter Straßenräume zur Reduktion der Aufheizung. Alle Straßen, Plätze und unbebauten Flächen sind "Freiräume" und als kühlende Elemente in der Stadt wirksam. Wo neu gebaut wird, dürfen keine neue “Hitzeinseln” entstehen. Auch müssen neue Energiequellen für die zukünftige Stadtentwicklung gefunden werden. Die Nutzung von Kohle und Öl zur Energiegewinnung wird langfristig zurückgehen. Damit werden Flächen frei, die als „Jokerflächen“ für die Erzeugung nachhaltiger Energie gesichert werden sollen. Ziel Klimaanpassung ist Maßschneiderei: ● Den öffentliche Raum und die Aufenthaltsbereiche im Freien kühlen und verschatten. ● Bei Neubau und Nachverdichtung auf Klimaanpassung achten und entsprechende Maßnahmen in den Freiflächen umzusetzen. ● Das innere Grünsystem durch Sicherung von Kaltluftleitbahnen und Verbindung der Freiräume stärken. ● Bei der Entwicklung neuer Flächen auch neue Formen der Klimaanpassung einplanen. ● Eine neue Energieversorgung für die postfossile Zeit mitdenken. ● Die Fläche der MIRO als 'Jokerfläche' freihalten. (Grafik: KIT, MESS) 16 Lupen Coole Quartiere QUARTIERE FÜR DEN KLIMAWANDEL RÜSTEN Einige Stadtquartiere in Karlsruhe werden im Sommer einer besonders hohen Hitzebelastung ausgesetzt. Jüngere und ältere Menschen sind dadurch im Alltag stärker beeinträchtigt. Der "Städtebauliche Rahmenplan Klimaanpassung" zeigt Handlungsfelder und Lösungsansätze, dem Hitzestress entgegen zu wirken. Je nach Stadtstrukturtyp angepasste Maßnahmenpakete beinhalten z.B.: Rückbau und Entdichtung der Bebauung. Stärkere Begrünung und Verschattung von Straßen, Parkflächen, Hinterhöfen oder auch Dächern und Fassaden. Der öffentliche Raum wird durch mehr "Pocket-Parks" und erlebbare Wasserspiele aufgewertet und abgekühlt. (Bildquelle: Rahmenplan Klimaanpassung, berchtoldkrass) DAS GRÜNSYSTEM STÄRKEN Die Freiräume der Stadt sind in Karlsruhe nicht immer einfach zu erreichen, da oft größere Infrastrukturen den Weg versperren. Eine konsequente Vernetzung der grünen Infrastruktur auf Basis des städtischen Grünsystems ist deshalb wichtig um „kühle Verbindungswege“ zu schaffen. Den Anwohnern und Anwohnerinnen der hoch belasteten Quartiere wird ein möglichst kurzer Weg und rascher Zugang zu den Entlastungsbereichen/Grünräumen gewährleistet. Ein gut vernetzter Freiraum ist auch für die Attraktivität der umliegenden Quartiere und die Stadt von wesentlicher Bedeutung. (Bildquelle: StplA) KLIMAANGEPASSTE STRASSENRÄUME Abgestellte Pkw und Asphaltflächen strahlen Wärme ab. Eine Verringerung der Anzahl von Stellplätzen im öffentlichen Raum und das Pflanzen von schattenspendenden Straßenbäumen können Abhilfe schaffen. Teilweise sind Straßen jedoch zu eng, um neue Bäume aufzunehmen und Parkplätze werden weiterhin benötigt. Um diesem Interessenskonflikt gerecht zu werden, sind innovative Lösungen gefragt: Ein Parkraumregime mit Anwohnerparkplätzen in der Innenstadt, Parkgebühren für Besucher, Bau von Quartiersgaragen sowie eine konsequente Umsetzung eines nachhaltigen Mobilitätskonzeptes stellen einige Möglichkeiten dar. Insbesondere mit der E-Mobilität können veränderte Anforderungen an einen Stellplatz die Akzeptanz von Quartiersgaragen mit Steckdosen-Anschluss deutlich erhöhen. (Konzept und Bildquelle (Fotomontage): Team West8) 17 KLIMAGERECHTE SANIERUNG INNENSTADT-OST Städtebauliche Sanierungsmaßnahmen sind in Karlsruhe seit vielen Jahren ein bewährtes Instrument, in die Jahre gekommene Quartiere aufzuwerten. Im Städtebaulichen Rahmenplan Klimaanpassung (SRKA) sind konkrete Empfehlungen für klimaöko- logische Sanierungsgebiete ausgewiesen. Für einen Teilbereich der östlichen Innenstadt, die im Jahr 2050 ein "Hitze Hot-Spot" sein wird, sollen quartiersspezifische Klimaanpassungsmaßnahmen im öffentlichen und privaten Bereich umgesetzt werden. Das Bild zeigt die Einrichtung eines begrünten Innenhofes als gutes Beispiel für eine klimaangepasste Sanierungsmaßnahme. (Bildquelle: Rahmenplan Klimaanpassung, berchtoldkrass. Überarbeitung Bild: StplA) INNENENTWICKLUNG NORDWESTSTADT Die Quartiere der 50er bis 70er Jahre entsprechen in vielerlei Hinsicht nicht mehr den heutigen Bedürfnissen und Standards. Beispiel Nordweststadt; Niedrige Bau- und Einwohnerdichte, monofunktionale Struktur, niedrige Energieeffizienz der Gebäude, überdimensionierte Straßen und Stellplatzanlagen zeigen, wie wenig bisher Ressourcen und Potenziale genutzt werden. Im Rahmen eines Forschungsprojektes wird im Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern ein bedarfsgerechtes Erneuerungskonzept mit Modellcharakter für die Nordweststadt erarbeitet. (Quelle Konzept: Förderantrag "Zukunft Nordwest" im Rahmen der BMBF- Fördermaßnahme "Kommune innovativ", Kooperation Stadt Karlsruhe und KIT, Frauen Prof. Gothe, Prof. Dr. Kramer; Bild: StplA) WASSER IN DER STADT Wasserflächen in die Stadt zu integrieren, ist nicht nur eine gestalterische Aufgabe, um mehr Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum zu schaffen. Sie leisten tagsüber auch einen bedeutenden Beitrag für die Verbesserung des Mikroklimas, fließendes Wasser kühlt sogar nachts. Das Konzept für das Gelände des heutigen Gleisbauhofs an der Durlacher Allee vom Büro berchtoldkrass schlägt einen fünf Hektar großen See als zentrales Element eines Parks vor. Er bildet die Kante eines neuen urbanen und gemischten Quartiers. Die Landschaftsentwicklung dient als Initialzündung und Katalysator für die Entwicklung des Quartiers. (Konzept und Bildquelle (Rendering): berchtoldkrass / STUDIO.URBANE STRATEGIEN) EIN ENERGIEKONZEPT FÜR DIE STADT Die Quartiere der Zukunft müssen sich verstärkt dem Thema der Energieversorgung widmen. Wie können die Quartiere zukünftig ohne fossile Rohstoffe versorgt werden? Ist zurzeit das wachsende Netz der Fernwärme ein herausragender Standortvorteil für Karlsruhe, bleibt die Frage, was danach kommt. Kann das Netz für andere Energieformen genutzt werden oder stellt es Freihaltetrassen für die Baumalleen von Morgen dar? Werden Flächen für quartiersbezogene Kleinkraftwerke benötigt und müssen die Gebäude selbst umgebaut und umgerüstet werden? Eine ausreichende Wärmedämmung der Gebäude ist Voraussetzung für einen sparsamen Energieverbrauch; dabei ist im Blick zu behalten, wie sich die Gebäude bei extremer Hitze verhalten. (Bild: StplA) 18 Stoßrichtung Dynamisches Band – Verbindungen und Wachstumspole für das Gewerbe (Arbeiten) Wo sich heute die großen Infrastrukturen, Gewerbegebiete und ungenutzte Außenräume zu einem undefinierbaren Raum verbinden, liegen Karlsruhes Wachstumspole der Zukunft. Die Gewerbegebiete bilden das ökonomische Rückgrat Karlsruhes, welches zu Wachstum und Transformation stimuliert werden soll. Der Bereich entlang der Südtangente und der Bahn entwickelt sich zu einer verbindenden Struktur, die der Forschung und dem Gewerbe viele Spielräume und gute Erreichbarkeiten bietet, um sich weiterentwickeln zu können. Es ist schon fast alles da, man muss es nur gemeinsam entwickeln: Südtangente und Stadtzufahrten, Bahn- und Straßenbahnlinien, ausbaufähige Haltepunkte, Flächenpotenziale für das Gewerbe, und Freiräume, die nur darauf warten, vernetzt zu werden. Für überraschende Neuentwicklungen ist genügend Platz. Was fehlt, sind Verbindungen und Startpunkte, um den Prozess der Transformation in Gang zu bringen und neue Wachstumspole an den Verknüpfungspunkten der Mobilität entstehen zu lassen. Ziel Neue Arbeitswelten an den Toren der Stadt: ● Die bestehenden Flächen und Reserven aktiv entwickeln und Entwicklungsspielräume schaffen, auch hinsichtlich der Klimaanpassung. ● Potenziale an Stadteingängen und Verknüpfungspunkten der Mobilität für die Entwicklung von Wachstumspolen nutzen. ● Die S-Bahn mit multimodalen Knoten und Verknüpfungen zum Straßenbahnnetz als Entwicklungsmotor der Zukunft weiterdenken. ● Bauliche und räumliche Nischen erkennen und qualifizieren, um Kleingewerbe und Startups zu fördern.  Gemeinsam mit der Region Adressen und Schwerpunkte für Forschungs-, Produktions-, und Logistikstandorte ausbilden. (Grafik: KIT, MESS) 19 Lupen Dynamisches Band GEWERBEGEBIET GRÜNWINKEL Grünwinkel bietet beste Rahmenbedingungen für eine Profilierung als innovativer Ort für künftige Arbeitswelten. Die zentrumsnahe Lage und die günstige Erreichbarkeit sind hierfür zentrale Voraussetzungen. Der Bahnhof-West mitten im Gebiet wird als barrierefreier Mobilitätsknoten dienen. Es liegt nahe, eine markante Adresse für das angrenzende Areal an der Südtagente auszubilden. Strategien zur Flächenoptimierung können bislang verborgene Synergien zwischen den Betrieben hervorbringen und neue Qualitäten im Quartier schaffen. Große Betriebe können sich durch Strategien zum Flächenmanagement und zur Energieoptimierung sowie Maßnahmen für die Klimaanpassung für die Zukunft rüsten. Innovative Produktion und Urbanität werden in Grünwinkel neu zusammengeführt. (Bildquelle: StplA) TECHNOLOGIE-PARK: QUO VADIS? Cluster bilden, ja oder nein? Und wenn ja welche und wo? Der Technologie-Park Karlsruhe bietet die Chance, diese Fragestellungen zu diskutieren. Entstanden ist der Technologie-Park in den 90er Jahren als Sondergebiet für Forschungs- und Gewerbebetriebe. Die prämierte Lösung des Wettbewerbs aus dem Jahr 1989 versprach ein hohes Maß an Flexibilität und vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten ökonomisch, räumlich und zeitlich. Das Cluster konnte sich bis jetzt jedoch nur zum Teil entwickeln. Woran dies liegt, gilt es zu klären. Die Stadt hat jedoch die Chancen erkannt, die Synergien zu nutzen, die mit der Universität und der Entwicklung des Campus-Ost entstehen könnten. (Bildquelle: StplA) BAHNHOFSVIERTEL ALS HOCHHAUSSTANDORT Die Entwurfsvorschläge des Teams West 8 benennen das Gebiet südlich des Hauptbahnhofs als enorme Entwicklungsperspektive für neue Dienstleistungsstandorte mit repräsentativer Adresse in zentraler und bestens erschlossener Lage. Zusammen mit den Vorschlägen für Hochhäuser entlang der Südtangente, sind die Fragen nach geeigneten Standorten und angemessener Dichte zu klären. So können ganz neue Impulse für die Stadtentwicklung gesetzt werden. Das Areal des Güterbahnhofs ist dabei ganz wesentlich mitzudenken. (Bildquelle: Team West8) 20 ÜBERDECKELUNG SÜDTANGENTE Die Alb und der Albraum sind für Karlsruhe ein sehr wichtiger Landschaftsraum, der noch stärker in Szene gesetzt und erlebbar gemacht werden muss. Er ist identitätsstiftend und hat eine hohe mikroklimatische Bedeutung. Die Barrierewirkung der vorhandenen Infrastrukturen beschränkt jedoch seine Wahrnehmung und Erlebbarkeit. Eine großzügige Landschaftsbrücke würde die verkehrliche Barriere überwinden, die Wasserlage Karlsruhes an der Alb aufwerten und einen Impuls für die Transformation der südlich liegenden Gewerbegebiete geben. (Konzept und Bildquelle: Team Machleidt-Sinai) FUNKTIONEN MIXEN Die Trennung von Wohnen und Arbeiten gilt heutzutage als überholte Idee. Eine Mischung der Funktionen ist wieder möglich, da sich die Arbeitsstruktur vielerorts Richtung Dienstleistung und nicht störender Produktion entwickelt. Arbeits- und Lebenswelten können wieder räumlich miteinander verknüpft und durch attraktive öffentliche Räume bereichert werden. Eine vertikale Mischung der Funktionen gilt zusätzlich als flächensparende Strategie. Baulandreserven werden mobilisiert, Flächen optimaler genutzt. Der Westbahnhof gilt als prädestinierter Ort, diese Strategie umzusetzen und als Katalysator für das Umfeld zu dienen. (Konzept und Bildquelle: Team Berchtoldkrass+SUS+UCS) RAFFINERIE ALS 'JOKERFLÄCHE' Die Stadt Karlsruhe wird sich in einer langfristigen Perspektive mit dem Thema Energiewende auseinandersetzten und die künftige Ausrichtung der MiRO (Mineralölraffinerie Oberrhein) betrachten. Diese ist heute ein wichtiger Motor der Karlsruher Wirtschaft und Energieversorger für 26.000 Wohnungen. Wie eine Neuausrichtung der MiRO in der Zukunft ohne Erdöl aussehen wird, ist ungewiss. Und genau deshalb für die Entwicklung der Stadt relevant. Die Energiewende kann zu tiefgreifenden räumlichen Veränderungen führen und eine Chance für die Stadtentwicklung darstellen. Ist die Fläche der MIRO der zukünftige Standort eines modernen Energiefeldes, eine "Jokerfläche" für neue Impulse oder sogar eines ganz neuen Stadtteils? (Bildquelle: StplA) 21 Stoßrichtung Urbane Nähe – neue Wege der Erreichbarkeit Karlsruhe ist eine der Mobilitätshauptstädte Deutschlands. In wenigen anderen Städten stehen so viele verschiedene Arten der vernetzten Mobilität zur Verfügung wie hier. Das ist ein Trumpf, den es weiterzuentwickeln gilt. Karlsruhe schlägt dabei neue Wege ein: Erreichbarkeit und Vernetzung werden zu neuen Maßstäben für Lebensqualität und zu Impulsen für die Quartiersentwicklung. Jeder soll innerhalb kurzer Zeit die Einrichtungen für den täglichen Bedarf sowie Freiräume und Parks erreichen können, bevorzugt zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Ist dies nicht der Fall, müssen neue Verbindungen gebaut oder neue Versorgungsmöglichkeiten geschaffen werden und zwar an den Verknüpfungspunkten der unterschiedlichen Verkehrssysteme. Das Prinzip funktioniert auch umgekehrt. Flächen, die vom Hauptbahnhof, von der Autobahn, vom Marktplatz aus in kurzer Zeit gut erreichbar sind, eignen sich besonders für weitere Entwicklungen. Ziel Erreichbarkeit als Maßstab der Mobilität- und Stadtentwicklung: ● Ausbau der Fahrrad- und Fußwegenetze, so dass die Deckung des täglichen Bedarfs erleichtert wird. ● ÖV-Halte mit Fahrrad- und Fußwegenetzen und zusätzlichen Mobilitätsformen wie Carsharing verbinden und Gestaltung wichtiger Verknüpfungspunkte als Orte der Begegnung und des Austausches fördern ● Verbindung von Orten der Nahversorgung und sozialen Infrastrukturen der Stadtteile mit den zentralen Verknüpfungspunkten, um neue Treffpunkte im Quartier zu schaffen. ● Impulse nutzen, die von den Verknüpfungspunkten für die Quartiersentwicklung ausgehen können. (Grafik: KIT, MESS) 22 Lupen Urbane Nähe DURLACH MULTIMODAL Der Durlacher Bahnhof ist einer der wichtigsten Schnittstellen Karlsruhes. Von regionaler Bedeutung, gleichzeitig Stadteingang und wichtiger Entwicklungsschwerpunkt der Durlacher Allee. Ein multifunktionales Konzept gestaltet den Bahnhofsplatz um und entwickelt die umliegenden Baufelder mit Mobilitätsangeboten (Bahn, S-Bahn, Straßenbahn, Bus, private Fahrzeuge, Fahrrad, Car- Sharing, Bike-Sharing, Taxi), Dienstleistungen und Serviceangeboten. Als Visitenkarte und Stadteingang mit guter Orientierung, hochwertiger Gestaltung, hoher Funktionsdichte und Frequenz kann er damit als Motor und Impulsgeber für die umliegenden Quartiere dienen. (Konzept und Bildquelle: Berchtoldkrass) INNOVATIVE MOBILITÄTSKONZEPTE In Zukunft soll das Verkehrsmittel frei gewählt werden können. Schnelles Umsteigen von Fahrrad in Straßenbahn oder auf Carsharing-Angebote wird in jedem Quartier ermöglicht. Die Quartiere werden von der vorhandenen Parkplatzproblematik entlastet und bieten damit mehr Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum. Eine Neuordnung des ruhenden Verkehrs gekoppelt an innovative Konzepte ist erforderlich. Dazu zählen die Bereitstellung von Stellplätzen für Carsharing und Elektromobilität oder der Aufbau des Bikesharing-Systems "Fächerrad". (Bild Quelle: StplA) ERREICHBARKEIT IN 5 MINUTEN Ein urbanes Lebensgefühl stellt sich ein, wenn man schnell von einem Ort zum anderen gelangt und Einrichtungen der Bildung, Infrastruktur und kulturelle Angebote zügig erreicht. Das Nachbarschaftszentrum am Ostendorfplatz in Rüppurr gilt als gutes Beispiel. Das Prinzip der schnellen Erreichbarkeit muss nun auch flächendeckend Gültigkeit haben und sich auf vereinbarte Ziele stützen: zum Beispiel Nachbarschaftszentren in denen Nahversorgung, ÖPNV-Haltestelle sowie verschatteter Zugang zu Grünräumen in 5 Minuten zu Fuß erreichbar sind. Größere Freiräume, soziale Infrastrukturen sowie Versorgungs- und Begegnungsräume werden in 5-10 Minuten per Rad erreicht. (Konzept: Team berchtoldkrass+SUS+UCS, Bildquelle: StplA) 23 NACHBARSCHAFTSQUALIFIZIERUNG Attraktive und lebendige Nachbarschaftszentren bieten Ankerpunkte des täglichen Lebens und funktionieren als Katalysator für die Stadtentwicklung. Dafür braucht es eine regelmäßige Anbindung durch den ÖPNV, höhere Funktionsdichte, Funktionsmischung und Nutzungsfrequenz, unterstützt durch eine qualitätsvolle Gestaltung der Architektur und des öffentlichen Raums. Zur Stärkung der Versorgungseinrichtungen gilt es: Versorgungslücken zu identifizieren, Nachbarschaftskonzepte im Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern zu entwickeln und Funktionen wie Nahversorgung, Service- und Mobilitätsangebote zusammenzufügen und zu ergänzen. (Konzept und Bildquelle: Team berchtoldkrass+SUS+UCS) RAHMENPLAN HÖHENSTADTTEILE Der Rahmenplan formuliert mit einem übergeordneten Blick auf die Höhenstadtteile zentrale inhaltliche Herausforderungen. Diese können nicht immer einzeln in den Stadtteilen, sondern nur über ein gemeinsam getragenes Miteinander gelöst werden. Dazu gilt es, die spezifischen ortsbezogenen Identitäten zu erhalten und zusammen Aufgaben anzugehen: die Entwicklung eines gemeinschaftlich ausgerichteten Mobilitätsangebotes; die Sicherung der Nahversorgung und eines ortsspezifischen Kultur- und Bildungsangebots; die Aufwertung der Erholungsfunktion und Sicherung der Qualität des Landschaftsraums. (Konzept und Bildquelle: Büro Sippel; Überarbeitung Grafik StplA) GÜTERBAHNHOF IN EUROPA Karlsruhe hat eine herausragende Bedeutung im europäischen Schienenverkehr. Als Knoten der überregionalen Bahn-Trassen von Rotterdam nach Genua und von Paris nach Budapest. Das bringt einige Herausforderungen mit sich: Lärmbelastung und räumlicher Trennwirkung durch vielbefahrene Trassen gilt es, städtebauliche Lösungen entgegenzustellen und die damit verbunden Chancen zu nutzen. Bahnhöfe und Umschlagsplätze des Güterverkehrs können Impulse für neue Wohnstandorte, gewerbliche Entwicklungen und den Hafen geben. Dagegen sind die Argumente für eine Verlagerung des Güterbahnhofs und eine Nutzung der dadurch frei werdenden Fläche gut abzuwägen. (Bildquelle: StplA)

  • Protokoll TOP 11
    Extrahierter Text

    NIEDERSCHRIFT Stadt Karlsruhe Gremium: 12. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: 19. Mai 2015, 15:30 Uhr öffentlich Ort: Bürgersaal des Rathauses Vorsitzende/r: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 13. Punkt 11 der Tagesordnung: Räumliches Leitbild Karlsruhe: Sachstand Vorlage: 2015/0255 Beschluss: Der Gemeinderat nimmt den aktuellen Stand des Projekts Räumliches Leitbild Karlsruhe zur Kenntnis. Abstimmungsergebnis: Kenntnisnahme Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 11 zur Behandlung auf. Prof. Dr. Karmann-Woessner (beamerunterstützt): Es ist mir ein besonderes Anliegen, Ihnen heute den Sachstand darzustellen, weil es ein Prozess ist, der sich schon über mehrere Jahre hinzieht, ganz aktuell aber mit der Planung Werkstatt 2014 einen we- sentlichen Schwerpunkt hatte. Da doch verschiedene Mitglieder hier Gremium gewech- selt haben, ist es uns ein besonderes Anliegen, Sie auf diesem für uns sehr wichtigen Weg, den Sie ganz entscheidend mitgestalten und mittragen sollen, mitzunehmen. Deshalb zu Beginn noch einmal ganz kurz die Prozess- und Organisationsstruktur, die ganz stark auf die Öffentlichkeitsarbeit und die Arbeit in den Begleitgremien und in der Lenkungsgruppe aufbaut. Ziel ist es, hier mit dem Räumlichen Leitbild ein Regiebuch und einen wichtigen Orientierungsrahmen zu gestalten und uns auch darauf zu ver- ständigen, der für die Gesamtstadt für die Zukunft Zielvorgaben machen soll und damit die vielfältigen Fachplanungen, die wir haben, reflektiert, auch Zielkonflikte aufdeckt und auch zu einem Gesamtleitbild dann zusammenführen soll in der Abwägung. Deshalb ist das Begleitgremium ein ganz entscheidender Bestandteil in diesem Prozess. Es besteht aus den Kammern, es besteht aus den Fraktionsvertretern, es besteht aus Fach- und der politischen Kompetenzen in diesem Bereich. Dann ist es die Lenkungs- gruppe, die aus den Vertretern der Verwaltung besteht, und die Öffentlichkeit, die im- mer wieder ganz intensiv in diese einzelnen Schritte und Planungskonzepte mit einge- bunden wird. - 2 - Wir sind jetzt im Moment an dem Punkt, dass wir hier die erste Planungswerkstatt, auf die ich gleich noch eingehen werde, abgeschlossen haben und dass wir jetzt in der Re- flektionsphase sind, diese Ergebnisse aus den drei Teams zu überlagern und zu reflektie- ren mit den Fachplanungen, die uns vorliegen. Diese Entscheidung wollen wir Ihnen jetzt Schritt für Schritt vorstellen und mit Ihnen gemeinsam entwickeln. Im Planungsaus- schuss haben wir das schon sehr intensiv getan. Deshalb auch hier mein Wunsch, dass wir das im Gemeinderat noch einmal kurz darstellen. Wir haben jetzt einmal den Schnittpunkt angenommen, in dem wir uns befinden, wenn wir im Sommer in die Ausstellung gehen. Das ist Bestandteil des integrierten Stadtent- wicklungskonzeptes, auch dass wir diesen Beitrag zum Stadtjubiläum mit dieser Akzen- tuierung der Ziele formulieren sollen. Dann wollen wir in diesem weiteren Prozess mit Workshops, mit dem Begleitgremium und den Teams noch einmal eine Rückkopplung machen und uns bis Ende 2016 auf dieses Regiebuch, dieses Räumliche Leitbild, ver- ständigen. Ein kurzer Rückblick: Begonnen hat die gesamte Diskussion schon im Jahre 2009 mit dem internationalen Symposium zu ganz konkreten Fragen, wie die Stadt sich weiter entwickeln soll. Das war diese Analysephase. Darauf folgte dann die Planungswerkstatt 2014, von Januar bis Juli, mit den drei Teams. Jetzt sind wir in der dritten Phase, dieser Reflektionsphase. Jetzt wird es immer konkreter, welche Aussagen wir für die strategi- sche Entwicklung hier in Karlsruhe für das Räumliche Leitbild treffen sollen. Ausgangspunkt waren die 10 Fragen an Karlsruhe: - Inwieweit besteht die Stadt aus Teilen? - Wie können wir sie als Gesamtstadt formulieren? - Wie liegt die Stadt in der Region? Stadt am Fluss – das ist auch immer wieder ein Thema. - Die Stadt im Grünen, wie grenzt sie sich ab? - Wie wichtig ist das Grün für die gesamte Stadtentwicklung bis heute? - Auch die Mobilität ist ein ganz entscheidendes Thema. Diese Analyse wurde den drei Planungsteams zur Verfügung gestellt, die sich von Janu- ar bis Juli letzten Jahres genau mit dieser Aufgabenstellung auseinandergesetzt haben. In einer Ausscheidungsphase entschied man sich für drei Teams, einmal West8 mit Ver- kehrsplus, die ansässig sind in Rotterdam, und einen sehr internationalen Erfahrungs- schatz haben in der Stadtplanung und deshalb auch einen Blick von außen auf Karlsru- he treffen konnten. Dann Machleidt-Sinai, das ist auch ein sehr erfahrenes Planungsbü- ro mit Sitz in Berlin, das Planungen für Hannover, München, für viele andere große Städte auch sehr zielführend gestaltet hat. Das dritte Büro ist das Büro berchtoldkrass, das Sie sicher gut kennen, auch aus der Planungswerkstatt Durlacher Allee, das hier in Karlsruhe und in Kaiserslautern verortet ist. Ein wesentlicher Teil – ich hatte es schon gesagt – ist die Öffentlichkeitsbeteiligung. Die gesamte Planungswerkstatt erfolgte in drei Schritten, die dann immer in der Weiterent- wicklung der Planung sich ausgeprägt hatten. In diesen Phasen konnte jeweils die Öf- - 3 - fentlichkeit mitgestalten und ihre Anregungen, aber auch ganz konkrete Planungsvor- stellungen mit an diesen Bürgertischen vortragen. Es gab drei unterschiedliche Lösungsansätze mit im Generellen sehr ähnlichen Feststel- lungen: Die große Bedeutung der Grünflächen und Freiflächen, der Charakteristika der Wälder hier für den Stadtraum, aber trotzdem im Detail auch sehr unterschiedliche An- sätze. Je stärker man in die Details eintritt, desto deutlicher werden dann auch die Un- terschiede. Berchtoldkrass hatte zum Thema „Vorhandenes Bewahren, Veränderungen zulassen“ einen sehr sensiblen und behutsamen Umgang mit den Herausforderungen. West8 hat- te eine stärkere Adressenbildung der Innovationslandschaft zum Thema. Und die Ideale einer Idealstadt waren das Motto von Machleidt-Sinai. Das Büro von Prof. Neppl, was uns hier in diesem Prozess ganz entscheidend begleitet, hatte dann einmal die Ergebnis- se zusammengefügt, und zwar einfach einmal räumlich überlagert. Hier sehen Sie, dass sich je nach Intensität der Farbe auch die räumlichen Bereiche, die als kritisch oder auch als noch insbesondere zu überplanen angesehen werden, hier doch weitgehend de- cken. Vor allem die Nordspange ist in sehr unterschiedlicher Intensität und Ausprägung dann von den Büros formuliert worden. Damit setzen wir uns gerade auseinander. Der Entwurf zu diesem Räumlichen Leitbild soll in der Ausstellung zum Stadtjubiläum ab Mitte Juni bis Ende Juli ausgestellt werden und da noch einmal in besonderem Umfang auch die Möglichkeit zur Mitwirkung und auch zur Stellungnahme erfolgen. Wir haben in diesem Zeitraum auch einen eigenen Termin des Planungsausschusses vor Ort, um ganz konkret noch einmal die Ausstellung zu begehen und zu diskutieren. Uns gefällt dieses Ausstellungskonzept der Complizen aus Halle, die auch aus einem Bewerbungs- verfahren hervorgegangen sind, ganz besonders gut, weil sie in der Fleischmarkthalle auf dem Alten Schlachthof eine Agora schaffen und damit der Ausstellungsraum selber zum Beteiligungs- und Diskussionsraum wird, und dieser Prozess in der räumlichen Um- setzung in der Ausstellung selber auch wieder sehr gut dargestellt wird. Wir haben in der Mitte eine Agora, die nicht ganz gleichförmig gestaltet ist und dadurch unterschiedliche Räume zum Diskutieren und zur Auseinandersetzung formu- liert. Das ist einmal das große Forum, was etwa 80 Plätze bietet. Dann ist ein etwas kleinerer Raum und im rückwärtigen Bereich – auch noch einmal als Gegenfläche – noch einmal ein Präsentationsraum und Podium, was auch wieder kleinere Gruppen beinhalten kann. Das ganze Konzept beginnt mit einem Prolog. Die einzelnen Themen sind dann rund herum um diese Agora dargestellt und in diesem Ablauf erlebbar. Es wurden sieben Stoßrichtungen formuliert. Das sind die großen, übergeordneten Themen. Da geht es um die Frage der Konturen. Karlsruhe soll sich innerhalb der vor- handenen Konturen entwickeln. Aber es gibt natürlich auch Freiflächen innerhalb dieses Bereichs. Wie kann das im Einzelnen aussehen? - Grüne Adresse - Coole Quartiere nimmt die Themen der Klimaanpassung und des Klimaanpassungs- konzeptes auf. - 4 - - Starke Mitte formuliert die Bedeutung der Innenstadt, auch über den eigentlichen kommunalen Zusammenhang in Karlsruhe hinaus. - Mehr Wohnen ist ein ganz zentrales Thema. Wie finden wir Flächen für die Ansprü- che, die sich auch aus dem Flächennutzungsplan errechnen lassen. - Dann die urbane Nähe, d. h., wie können wir die Quartiere gut organisieren, damit diese 5-Minuten-Stadt, von der berchtoldkrass spricht, also eine gute Erreichbarkeit der Infrastrukturen und auch der Naherholung auch in den Quartieren und den Stadtteilen selber gesichert wird. - Das dynamische Band sind die Hauptflächen, die für die gewerbliche Entwicklung auch entschieden weiterentwickelt werden sollen. So sieht eine Ausstellungstafel aus, d. h., wir gehen von den großmaßstäblichen Zu- sammenhängen aus, auf die Ebenen – wir nennen es Lupen, also einzelne Teilbe- reiche -, die dann auch konkret erläutert werden, aber auch über die Maßstabsebene der stadtteilbezogenen Rahmenplanungen, so bald sie vorliegen. Das soll Ihnen nur eine Idee geben, wie zu den einzelnen Themen dann diese konkreten Beispiele aufgearbeitet werden. Bei den klaren Konturen geht es – wie gesagt – um die Frage: Wie kann sich Karlsruhe innerhalb seiner Flächen entwickeln? Ich will jetzt gar nicht auf die Einzelpunkte einge- hen. Sie haben sie auch vorliegen. Es ist eine sehr differenzierte Betrachtung, bis zur Frage: Wie kann eine Stadtgrenze, die wir neu definieren, aussehen? Ganz konkret stellt sich bei uns im Moment, auch im Wettbewerb für Karlsruhe-Nord, genau diese Frage. Wie kann diese Grenze aussehen zum Alten Flugplatz? Da haben wir eine ganz besondere naturräumliche Situation. Die stellt sich natürlich immer anders da. Deshalb müssen wir auch andere Antworten geben. Das kann an diesem Beispiel noch einmal deutlich werden. Wir haben stufenweise Abgrenzungen. Wir haben auch Beispiele, wo das heute schon sehr gut vorhanden ist, z. B. in Dammerstock, die man heute schon als gebaute best practice Beispiele heranziehen kann. Die Grüne Adresse ist wieder das große Thema Hardtwald und Oberwald. Die Ausein- andersetzung ist im Moment auch ganz intensiv mit den Zielen des Forstes, die durch- aus auch ein Interesse haben, den Forst als pädagogisch erlebbaren Raum und Freizeit- raum freizugeben, auf der anderen Seite aber ganz klare wirtschaftliche und natur- schutzräumliche Belange hier geltend gemacht werden müssen. Das ist genau diese Phase der Bearbeitung und der schrittweisen Abwägung, die wir im Moment vorneh- men und auf diesem Weg wir Sie gerne mitnehmen möchten. Gerade die Ost-West-Verbindung ist ein wesentlicher Punkt dabei. Aber auch einzelne Themen, wie die „Spaghetti-Junctions“, die Verkehrsknotenpunkte zum Rhein zu überwinden. Das ist in der Architekturwerkstatt im Architekturschaufenster noch einmal thematisiert worden. Oder auch die Fuß- und Radwegbrücke, um den Europaweg wei- terzuführen. Ein Punkt, der von den Teams auch angesprochen wurde, war, die Verbin- dung zwischen Stadt und Oberwald durch entsprechende, sehr umfassende bauliche Maßnahmen zu verändern. Das haben wir hier auch aufgenommen. Sie sehen, es sind ganz konkrete Maßnahmen. Aber es sind auch visionäre Ziele, die hier diskutiert werden sollen und die man in Aussicht stellt, aber von denen wir auch - 5 - wissen, dass sie heute im Moment unter den gegebenen Voraussetzungen noch nicht realisierbar wären. Die Starke Mitte, das Konzept Innenstadt, was wir im Anschluss dann ab 2017 ganz intensiv in Zusammenarbeit mit dem Amt für Stadtentwicklung und dem Amt für Wirt- schaftsförderung gemeinsam voranbringen wollen und was dann auch im Dezernat 1 bei Herrn Oberbürgermeister Mentrup direkt angesiedelt ist. Mehr Wohnen. Die Flächen, die wir diskutieren hier an dieser Stelle, aber auch die frühere Freihaltetrasse, die mit dieser Maßnahme in Anspruch genommen würde, um eine Verknüpfung der einzelnen Bereiche auch herzustellen. Ich habe von den Rahmenplänen gesprochen, also einmal der großmaßstäblichen Ebene und dann den Lupen. Dazwischen gibt es die Rahmenplanung. Mit der Rahmenplanung Waldstadt sind wir schon ein sehr gutes Stück voran gekommen, um hier Möglichkeiten ganz im Detail zu untersuchen, wie man diesen Bereich ertüchtigen und neu aufstellen kann, also reloaden kann. Genauso sind diese Bereiche auch für die Sanierung immer wieder ganz relevante Themen. Durlach-Aue ist ein Beispiel, aber auch Modellvorhaben, wie wir sie entlang der großen Verkehrsräume diskutieren und hier Modellvorhaben, Forschungsvorhaben usw. sehr gut ableiten können aus den Themen, die wir hier im Moment identifizieren. Coole Quartiere. Die einzelnen Maßnahmen, die hierfür in Anwendung kommen. Auch hierzu wieder einzelne Lupen in der Umsetzung und das dynamische Band für die Wachstumspole für Gewerbe. Da ist es insbesondere der Westbahnhof, der uns hier einen ganz entscheidenden Ausgangsraum für Modellvorhaben und die weitere Ent- wicklung bietet. Sie haben beantragt, dass wir in das Förderprogramm der Innenent- wicklung kommen mit einer wirklich guten Förderung, die – wenn es gelingt – bei etwa 70.000 Euro liegen wird. Wir haben im Moment gute Chancen. Es ist aber noch keine Entscheidung getroffen. Sie sehen, schon in diesem Prozess ist die Auseinandersetzung mit den Zielen für uns ein wichtiger Motor, um Akzente zu setzen, um Prioritäten zu setzen und noch einmal viel deutlicher die Aktualität und die Erfordernis der einzelnen Bereiche herauszuarbei- ten. Ich gehe noch zu einem Punkt, der für uns jetzt noch wichtig ist und wo ich Sie gerne mitnehmen möchte. Wir haben eine sehr große Zahl von ganz unterschiedlichen Forma- ten der Öffentlichkeitsbeteiligung, die auch viel Spaß machen sollen, wie z. B. die Lange Nacht der Leitbilder, und über die wir viele unterschiedliche Zielgruppen über die, die heute bereits im Begleitgremium dabei sind, ansprechen möchten. Machen Sie Wer- bung für uns, denn je mehr tatsächlich ganz unterschiedliche Interessengruppen hier mitwirken, desto lebendiger kann nachher auch unser Leitbild werden und desto voller und kompletter können wir den ganzen Prozess weiter bespielen. Der Vorsitzende: Ich glaube, es ist noch einmal deutlich geworden, dass sich dieses Thema Räumliches Leitbild jetzt nicht in einem ganz abstrakten Niveau abspielt, sondern dass wir da zu ganz konkreten Ergebnissen kommen. Ich denke, es ist gut. Ich möchte - 6 - mich bei allen bedanken, die schon vor der Zeit, die ich und auch Sie, Frau Karmann- Woessner, hier vorne sitzen, an den Grundentscheidungen beteiligt waren. Man stellt zum 300jährigen Stadtgeburtstag noch einmal fest, vor 300 Jahren war das Stadtbild relativ klar, da war das Räumliche Leitbild auch sehr schnell durchschaubar. Was ist denn jetzt nach 300 Jahren festzustellen? Wo ist die große Klammer drumherum, die uns für die verschiedenen Aufgaben auch eine Gesamtstrategie ermöglicht? Sie haben festgestellt – das möchte ich noch einmal betonen -, das Räumliche Leitbild wird im Dezernat 6 entwickelt, zusammen mit vielen Bürgerinnen und Bürgern, mit viel Zuarbeit aus der Verwaltung und auch mit vielen Fachleuten. Aber es ist am Ende eine Querschnittsaufgabe, die im Grunde in alle Prozesse hineinspielt. Es ist sehr deutlich geworden, ob wir Gewerbe weiter entwickeln, ob wir uns zum Thema Wohnen äußern, ob wir das Thema Mobilität angehen, ob die Innenstadt in einem besonderen Fokus steht, oder vor allem dann auch beim Thema Grüne Stadt spielen diese Strategien und Erkenntnisse aus diesem Prozess eine ganz wichtige Rolle, die auch immer mit einzu- binden ist. Dafür noch einmal ganz herzlichen Dank, denn das ist auch ein Prozess, der sich durchaus sehr stark am Ende in Details verheddern kann. Dann ist die große Klam- mer nicht mehr spürbar. Aber ich glaube, es wird gut gelingen, dass wir die im Auge behalten und gleichzeitig trotzdem auf einzelne Projekte sehr klare Antworten geben können. Das ist die große Kunst, und das gelingt. Stadtrat Dr. Fischer (KULT): Lassen Sie mich einen kleinen Umweg machen, bevor ich zu dem Räumlichen Leitbild, bei dem es auch um die Stadt neu gedacht geht, komme. Ich weiß nicht, wer von Ihnen, liebe Kolleginnen und Kollegen, am vergangenen Wo- chenende bei „Schwein gehabt“ im Alten Schlachthof war. Es war ein wunderbares Fest. Aber es war nicht nur ein Fest. Es war ein wunderbarer Eindruck eines Areals, das noch vor wenigen Jahren als „Trading down Gebiet“ der Stadt galt, als Schlachthof, mit dem man nichts mehr machen wollte, außer ein Großregallager dort aufzustellen. Es zeigt sich an so einer Stelle, wie wichtig es ist, Visionen zu haben, starke Gedanken. Ich bin all denen dankbar, die sich seither für dieses Gebiet eingesetzt haben. Denn es zeigt, dass ein starker Gedanke am Ende zu einem starken Projekt führen kann. Deswegen möchte ich jetzt beim Räumlichen Leitbild im Namen meiner Fraktion allen Erfindern, Organisatoren, Ideengebern, Visionären in den Teams, die dieses Projekt be- arbeitet haben, danken. Denn das sind nicht nur spannende, neue, alte, repowerde, ungewöhnliche Gedanken und Vorschläge für Karlsruhe, nein, es ist vor allen Dingen auch noch in unserem 300. Stadtgeburtstagsjahr ein unglaublich wichtiger Beitrag, in der Planstadt Deutschlands, in der Planstadt Europas, in dieser Vorlagestadt dieses Kon- zept aufzulegen, das uns sogar schon in die Fachpresse der Architekten und Stadtplaner in Form der Bauwelt gebracht hat. Ein dritter Punkt: Für uns bei KULT sind die Arbeiten der drei Bürogemeinschaften vor allen Dingen eine Bestätigung des Leitgedankens dieser Stadt. Karlsruhe, die Fä- cherstadt, öffnet sich nach Süden, und gleichzeitig ist Karlsruhe die Waldstadt, die Stadt im Wald. Dieser Gründungsgedanke lebt bis heute fort. Wir als Karlsruher können das vielleicht gar nicht so ermessen, wie Gäste, die uns besuchen und sagen, ach Gott, bei euch greift der Wald bis ans Schloss, ja fast bis an den Marktplatz heran. Das ist eine - 7 - absolut einmalige Geschichte, die wir immer wieder würdigen müssen. Wenn wir es von außen bestätigt bekommen, dann sieht man auch, dass dieser Gedanke trägt. Das zeigt aber auch die wichtige Rolle, die der Hardtwald für diese Stadt hat. Das ist nicht nur einfach ungenutztes Gelände oder Areal für Heldbockeichen, sondern der Hardtwald hat die Erholungsfunktion, hat dadurch auch die Entwicklungsfunktion für die Stadt. Frau Karmann-Woessner hat darauf hingewiesen. Der zweite Gedanke, der mit dieser Fächerstadt, die sich nach Süden öffnet, verbunden ist - das haben diese drei Büros noch einmal ganz deutlich gemacht -, ist der Punkt, dass das Band der Südtangente letztendlich die Entwicklungszone für Karlsruhe ist. Auf dieser Basis möchte ich mich jetzt gar nicht in das Papier verlieren. Da sind sehr vie- le tolle Gedanken und Visionen drin. Ich will nur noch eines aufgreifen, weil das meiner Fraktion wichtig ist. Das ist das Thema Bahnhofsviertel, das auch genannt wird. Auch da möchte ich einmal versuchen, ein Bild bei Ihnen in den Köpfen zu erzeugen. Gehen Sie einmal in Frankfurt aus dem Bahnhof heraus, wo Sie da landen. Gehen Sie in Hamburg aus dem Bahnhof heraus, wo Sie da landen. Das sind Schmuddelviertel. Da gibt es in der Regel Prostitution, es gibt Drogenhandel etc. Bei uns ist der Bahnhof ein absolut attraktives Gebiet, davor wie dahinter. (Zurufe) - Das kommt, da bin ich absolut überzeugt. Diesen Gedanken, was uns das Bahnhofsviertel wert ist, wird in diesem Räumlichen Leitbild wunderbar herausgehoben, sei es möglicherweise als Hochhausstandort südlich des Hauptbahnhofs, oder seien es die ganzen Planungen, die vor dem Hauptbahnhof in Form der Umgestaltung des Platzes auftreten werden. Meine Fraktion möchte auch gleich sagen: Da ist dann aber nicht nur hinter dem Bahn- hof Dienstleistung und Gewerbe. Das kann Wohnen sein. Das kann aber auch Kultur sein. Kultur, die heute schon da ist und die in Zukunft möglicherweise dort eine Rolle spielen wird. Ein Letztes: Ich hoffe, Sie haben gemerkt, das war von mir ein leidenschaftliches Plädo- yer für das Thema Visionäre und Visionen, die in diesem Haus oft negativ beurteilt wer- den. Meine Fraktion sagt, nur wer eine spannende Vision hat, kann nachher eine starke Idee zu einem guten Projekt führen. Der Vorsitzende: Jetzt nehmen wir die Karten. Ich sehe nur gelb. Herzlichen Dank für diese tolle Unterstützung, auch dieses wirklich ganz wichtigen und fundierten Prozes- ses. - 8 - Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 9. Juni 2015