Anfrage GfK: Nutzen von verkaufsoffenen Sonntagen
| Vorlage: | 2015/0248 |
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| Art: | Änderungs-/Ergänzungsantrag |
| Datum: | 24.04.2015 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Keine Angaben |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
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STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ANFRAGE Stadtrat Friedemann Kalmbach (GfK) Stadtrat Reinhold Yabo (GfK) vom 22. April 2015 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 11. Plenarsitzung Gemeinderat 28.04.2015 2015/0248 3 öffentlich Nutzen von verkaufsoffenen Sonntagen Fragen 1 .Liegen der Stadtverwaltung Umsatzzahlen der Geschäfte von den letzten verkaufsoffenen Sonntagen vor? Von Bedeutung ist auch ein Vergleich mit einem durchschnittlichen Wochentag bzw. Samstag. 1.1 Wie werden die Umsätze an verkaufsoffenen Sonntagen von den Händlern selbst bewertet. Wie wichtig sind diese? 1.2. Profitieren in erster Linie die großen und „gesunden“ Geschäfte, oder nützen sie auch denen, die um ihre Existenz kämpfen. Bitte nenne sie hierzu auch Zahlen, die Auskunft zu dieser Fragestellung geben? 2. Lassen sich aus den in Frage 1 ermittelten Werten ein Nutzenfaktor eines verkaufsoffenen Sonntags für kleine Unternehmen ableiten? Lässt sich ein Nutzenfaktor für große Unternehmen ableiten? 3. Profitieren existenzgefährdete Händler durch verkaufsoffene Sonntage? Begründung: Für GfK ist der Sonntag ein hohes Gut, der dazu dient andere Akzente zu setzen als an einem normalen Werktag. Verkaufsoffene Sonntage belasten Arbeitnehmer und stören den gesunden Rhythmus von Arbeit und Ruhe. Ein verkaufsoffener Sonntag kann nur eine Rechtfertigung finden, wenn dadurch Händler, die um ihre Existenz ringen, gestützt werden. In der aktuellen Debatte um den verkaufsoffenen Sonntag stellt sich für die Wählergemeinschaft Gemeinsam für Karlsruhe die Frage nach dem Nutzwert für die Seite 2 __________________________________________________________________________________________ kleinen und mittleren Einzelhändler, sowie die Mehrbelastung des Personals und die daraus resultierende Produktivität der kleinen und mittelständischen Unternehmen? unterzeichnet von: Friedemann Kalmbach Reinhold Yabo Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 24. April 2015
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STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zur Anfrage Stadtrat Friedemann Kalmbach (GfK) Stadtrat Reinhold Yabo (GfK) vom: 23.04.2015 eingegangen: 23.04.2015 Gremium: 11. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 28.04.2015 2015/0248 3 öffentlich Dez. 4 Nutzen von verkaufsoffenen Sonntagen 1. Liegen der Stadtverwaltung Umsatzzahlen der Geschäfte von den letzten ver- kaufsoffenen Sonntagen vor? Von Bedeutung ist auch ein Vergleich mit einem durchschnittlichen Wochentag bzw. Samstag. Umsatzzahlen von Einzelhandelsunternehmen, Dienstleitern oder Gastronomiebetrieben lie- gen der Stadtverwaltung nicht vor. Diese Zahlen unterliegen bei den meisten Unternehmen dem Geschäftsgeheimnis und werden daher nicht an Dritte weitergegeben. Eine aussagekräf- tige Erhebung in Bezug auf den Umsatz in der Innenstadt an einzelnen Tagen ist daher grundsätzlich nicht möglich. 1.1 Wie werden die Umsätze an verkaufsoffenen Sonntagen von den Händlern selbst bewertet? Wie wichtig sind diese? Zunächst ist festzuhalten, dass es grundsätzlich jedem Unternehmen frei steht, an verkaufsof- fenen Sonntagen das Geschäft zu öffnen. Eine Pflicht zur Beteiligung besteht nicht. Ob ver- kaufsoffene Sonntage zum geschäftlichen Erfolg beitragen, kann und muss daher jedes Un- ternehmen für sich bewerten. Die Unternehmen der Innenstadt werden im Nachgang von verkaufsoffenen Sonntagen stichprobenartig persönlich um Auskunft zur Bewertung der Sonderöffnungszeiten gebeten. Dabei werden sowohl große Unternehmen und Kaufhäuser als auch mittelgroße Betriebe bzw. inhabergeführte Geschäfte einbezogen. Aus diesen Rückmeldungen lässt sich rück- schließen, dass verkaufsoffene Sonntage in der Karlsruher Innenstadt mit normalen Samsta- gen vergleichbar sind und während der fünfstündigen Sonderöffnungszeiten am Sonntag ein ähnlicher Umsatz generiert wird, wie an acht- bis zehnstündigen Samstagen. Von daher geht die Verwaltung davon aus, dass die Teilnahme an einem verkaufsoffenen Sonntag zusätzliche Umsätze für die Unternehmen generiert. Zu Beginn des Jahres 2015 wurde eine Umfrage bezüglich der Beantragung eines zusätzli- chen verkaufsoffenen Sonntags am 19. Juli 2015 durchgeführt. Aus den Rückmeldungen hat sich eine Mehrheit von rund 60% der Unternehmen für die Beantragung ausgesprochen. Aus Analysen der Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland e.V. (bcsd) wird ersichtlich, dass die Umsatzsteigerung eine der Hauptmotive zur Durchführung verkaufsoffe- ner Sonntage darstellt (vgl. Anlage 1: „Zusammenfassung der Ergebnisse Umfrage der Bun- desvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland zum Thema verkaufsoffene Sonntage 2013“). Weiterhin ist erkennbar, dass im Bundesdurchschnitt 4,5 verkaufsoffene Sonntage Seite 2 durchgeführt werden. Von der Mehrzahl der Städte wird den verkaufsoffenen Sonntagen eine steigende Beachtung zugemessen. 1.2 Profitieren in erster Linie die großen und „gesunden“ Geschäfte, oder nützen sie auch denen, die um ihre Existenz kämpfen? Bitte nennen Sie hierzu auch Zahlen, die Auskunft zu dieser Fragestellung geben. Da der Stadtverwaltung keine Umsatzzahlen der Unternehmen vorliegen (siehe Antwort zu Frage 1), kann weder bewertet werden, welche Geschäfte „gesund“ sind oder „um ihre Exis- tenz kämpfen“, noch ob bzw. in welcher Höhe sich die Umsätze an verkaufsoffenen Sonnta- gen in den Bilanzen der einzelnen Unternehmen positiv niederschlagen. Aus Sicht der Stadt- verwaltung ist aufgrund der freiwilligen Teilnahme davon auszugehen, dass der verkaufsoffe- ne Sonntag zum geschäftlichen Erfolg bei allen teilnehmenden Händlern beiträgt. 2. Lassen sich aus den in Frage 1 ermittelten Werten ein Nutzenfaktor eines ver- kaufsoffenen Sonntags für kleine Unternehmen ableiten? Lässt sich ein Nutzenfak- tor für große Unternehmen ableiten? Siehe dazu die Antwort zu Frage 1. 3. Profitieren existenzgefährdete Händler durch verkaufsoffene Sonntage? Siehe dazu die Antwort zu Frage 1.2
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1 Erwartungen,Zielgruppen Effekte Die Hauptzielgruppensind die Bürger au s S tadt und Region, dabei sollen Besucheraus d em Umland zuvorderst erreicht werden. Unbedeutend i st der verkaufsoffene Sonntag in Bezug auf Touristenwerbung außerhalb der ei genenRegion. Zahl der verkaufsoffenen Sonntage Beider Zahl d er v erkaufsoffenen Sonntageexistiert auch in Abhängigkeit zu de r S tadtgröße sowie der jeweiligen Gesetzgebungeine große Spannbreite zwischen einem VOSproJahr und35VOS(mitStadtteilen) im Jahr. Der Du rchschnittliegt aber b ei4,5VOS.Nur neun Organisationenhaben mehr als4VOS.Gleichzeitig v eranstaltet über die Hälfte genau4VOS im Jahr. Fragt man nach der idealen Zahlverkaufsoffener Sonntage, werden überwiegend 4 und im Mittelwert 4 ,17 genannt. Dies passtzu den Er gebnissender Frageo b v erkaufsoffene Sonntageetwas Besonderesbleiben sollen: Eine überwältigende Mehrheit der befragten Stadt- und C itymanager von 87,8%antwortete mit "Ja". Nurzwei wollten den V OSzur Regel machen. Organisation Die City- und Stadtmarketingorganisationen sind n ahezu immer an der Organisation von den verkaufsoffenen Sonntagen beteiligt, i n55%der Fällesindsie auch V eranstalter. Ein knappes Drittel wird von Werbe- und Händlergemeinschaften verantwortlichorganisiert. Andere Veranstalter bleibendie seltene Ausnahme. Dabei ist ein kulturelles Rahmenprogramm Pflicht,nur ganzwenige kommen ohne aus. Allerdings ist der Anteil d erer, die keinerlei musikalische Darbietungen anbieten, mit1/3 relativ hoch. Live-Musik gibt esbei fast je dem zweiten Rahmenprogramm. Dase indeutige Hauptmotiv für den BesucheinesVOSwird nach wie vor im"Bummeln, Schauen und Erlebenil ge sehen. Über die Hälfte der A ntworten fiel in diesen B ereich. Nur etwas weniger als ein Viertel nannte das Einkaufenals Hauptmotiv. DasRahmenprogramm wird tatsächlich nur als Rahmengesehen. Nur15%der Nennungen sahen h ier den Hauptgrundzum B esuch. An der im September2013von der bcsd durchgeführten Umfragezur aktuellen Bedeutung des verkaufsoffenen Sonntags(VOS)haben sich 82 City- und Stadtmarketingorganisationen beteiligt. Die Spannereicht dabei von Städten mit weniger als10.000Einwohnern bis h in zu Städten jenseits der halben Million. Im Folgenden erhalten Sieeinen Überblick zu den Ergebnissen. Zusammenfassung der Ergebnisse Umfrage der Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland zum Thema verkaufsoffene Sonntage2013 Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland e .V. bcsd 2 Gesetzlicher Rahmen Die übergeordnete Diskussionum den VOSistnichteinheitlich zuführen, da es nach w ie vor viele landeseigene und kommunale Regelungengibt. Daverwundert eswenig,dasssich aus den Antworten der B efragten d er Wunsch n ach einer einheitlichenBundesregelung artikuliert. Über zwei Drittel d er Antworten setzten sich d afür ein. Grundsätzlich ergeben sich vor Ort nur inAusnahmen erhebliche Problemebei d er P lanung und Durchführung desVOS.Diesg ilt auch, o bwohl viele Befragte (etwasmehr als einDrittel) einzelne Problemquellen bei der Planungam eigenen L eib erfahren haben. Insgesamt wünschen sich nur Wenige (12von 82 Befragten) di e völlige Liberalisierung d er Sonntagsregelung. Sozurückhaltend wie sich di e City- und Stadtmarketingorganisationen b ei d er Liberalisierung der Sonntagsregelungäußern, so deutlich l assensich aus den A ntworten zu den Themenfeldern "Anlassbindung des VOS" und "VOSin d er Adventszeit" z wei w ichtige Forderungen d er b csd ablesen: Erstessollte der VOSimmer o hne konkreteAnlassbindung durchführbar sein undzweitens s ollten d ie Terminefür den VOSfrei wählbar sein. Die C ity- und S tadtmarketingorganisationen sindbestrebt auch ohne die vermeintliche Planungshilfe . Anlassblndung" einen qu alitativen underfolgreichen VOSzu organisieren. EineA nlassbindung,z. B.an einen p arallel d urchgeführten Markt, ist oft hinderlich b ei der Unterstützung Die Unterstützung bei der Durchführung des VOSdurchEinzelhändler,Gastronomie, Stadtverwaltungen undörtliche Medien wirdüberwiegend als befriedigend o der besser bewertet. SogarFIlialbetriebe werden hier in der Summe e her zufriedensteIlend und besser bewertet und dies bei weiterhin leicht ansteigender T endenz.Trotzdem kommt aus diesem Segment m eist noch di e ge ringste Unterstützung, denn rund ein V iertelder B efragten ( 22) bezeichnen die Unterstützung durch F ilialbetriebe aktuell noch als mangelhaft. Am besten wird die Beteiligung der Stadtverwaltung und der örtlichen M edien eingeschätzt. Insgesamt nimmt die Beteiligung der einzelnen Akteure tendenziell d eutlich häufiger zu als a b. Ein allgemeiner Imagegewinn für die Stadt i nsgesamt, das s teigende Image a ls Einkaufsstadt sowie eine Umsatzsteigerung im Einzelhandel sind nach wie vor die häufigsten Erwartungen an den VOS. Alle diese Erwartungen werden von mehr als 6S der Befragten genannt und für fast genauso viele haben sich di ese Erwartungen, wenn auch b ei manchen n ur t eilweise, erfüllt. Dass keiner d er erwarteten Effekte eingetreten ist, geben nur drei Befragtean. Der am stärksten zum Tragen kommende Effekt ist der allgemeine Imagegewinn, den 83% der Befragten als se hr gut oder gut einschätzen. Somit liegt er noch v or der zunehmenden Bekanntheit als E inkaufsstandort, die 72% derBefragten als gut oder sehr g uteinschätzen. Da überrascht eswenig, dassdie Bedeutung desVOSfür die S tadt überwiegend als hoch eingeschätzt wird. Knappei n Drittel der Befragten geben sogar an, dassd ieseBedeutung in den letzten Jahren no chmalsgestiegen i st während nur vier Nennungen d as Gegenteil angeben. 3 Jürgen Block Mit besten Grüßen Wie bereits in d er Einleitungerwähnt, wird d ie bcsd parallelzu' di eser Auswertung ein Positionspapier vorstellen, dass gestütztauf diese Befragung die Vorteile des verkaufsoffenenSonntags zusammenfassenundauch für Dritte verdeutlichen wird. Allen T eilnehmern an d er B efragung, möchten wir deshalb an dieser St elle f ür Ihre Unterstützung der Verbandsarbeit ganz herzlich danken I konzeptionellen Ausrichtungund bedeutet meist keinen Qualitätsgewinn, sondern eher das Gegenteil. Die Befragten sprechen sich eindeutig für d ie Möglichkeit aus, a uch im Advent oder zwischen den Feiertagen v erkaufsoffene Sonntage durchzuführen. Die Adventszeit ist d ie wichtigste Zeit für den innerstädtischen Handel, d er b ereits von vielen S eiten unterDruck gesetzt wird und dochimmernoch eine wichtige Säule für di e Innenstädte ist. Die generelleMöglichkeit auchim Advent VOS durchführen zu dürfen, würde hier den "Offline-Handel" unterstützen. Jeweils z wei Drittel d er B efragten wünschen sich v erkaufsoffene Adventssonntageund den Wegfall der Anlassbindung. Bislang gaben nur 16 derBefragten an, dass in Ihrer Stadt a uch verkaufsoffene Sonntageohne ei n b egleitendes Fest, ei nen Markt oder einen Feiertag durchgeführt werden. Zudem fordert ein großerTeil der B efragten, dass Z entren undNebenlagenverkaufsoffene senntage getrennt voneinander veranstaltenkönnen. Bislang ist d ies nur inetwaeinem Drittel d er Gemeinden der Fall.