Verkaufsoffener Sonntag

Vorlage: 2015/0202
Art: Anfrage
Datum: 27.03.2015
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Offen
Erwähnte Stadtteile: Durlach, Mühlburg, Südstadt

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 28.04.2015

    TOP: 3.1

    Rolle: Kenntnisnahme

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • FW-Verkaufsoffener Sonntag
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    STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ANFRAGE Stadtrat Jürgen Wenzel (FW) vom 24. März 2015 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 11. Plenarsitzung Gemeinderat 28.04.2015 2015/0202 3 öffentlich Verkaufsoffener Sonntag Aus gegebenem Anlass - siehe auch Bericht in den BNN vom 23.03.2015 - erlauben wir uns folgende Anfragen: A. Weshalb konzentrieren sich die Aktionsflächen beim verkaufsoffenen Sonntag ausschließlich auf die Achse Ettinger Tor – Postgalerie? B. Wäre es nicht möglich, künftig den Kronenplatz und die Freiflächen auf der Kaiserstraße miteinzubinden? Zum Beispiel könnte entlang der östlichen Kaiserstraße ein Flohmarkt stattfinden. C. Weshalb hat der KA300-Laden am verkaufsoffenen Sonntag geschossen? D. Wie wurden die auffällig vielen Bettler am verkaufsoffenen Sonntag kontrolliert? Bereits in der Vergangenheit war besonders die östliche Kaiserstraße immer wieder ausgeschlossen von Aktionen der CIK und des Stadtmarketing, die sich ausschließlich auf Friedrichsplatz, Platz vor der Stephankirche und Stephansplatz konzentrierten. Auch am 22. März war dies der Fall, obwohl dort zahlreiche Flächen wie z.B. der Kronenplatz und breite Fußwege in der Kaiserstraße durchaus zur Verfügung stehen würden. Im Hinblick auf die erheblichen Beeinträchtigungen – Sachverhalt / Begründung: Seite 2 __________________________________________________________________________________________ auch durch die erneute Straßenbahnsperrung an Pfingsten – sollte die Planungen hierbei in Zukunft sensibler von statten gehen. Gerade an verkaufsoffenen Tagen kommen viele Besucher aus der gesamten Region nach Karlsruhe. Deshalb ist es umso unverständlicher, dass die Werbung für den Stadtgeburtstag hier nicht in verstärktem Maße stattfindet und sogar der KA300- Laden geschlossen hat. Auffällig viele Bettler befanden sich an diesem Tag in der Fußgängerzone. Hier ist es notwendig, gerade an solchen Tagen mit vielen auswärtigen Gästen und Kunden aus Karlsruhe und der gesamten Region verstärkte Kontrollen durchzuführen. unterzeichnet von: Jürgen Wenzel Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 17. April 2015

  • Anlage Verkaufsoffener Sonntag
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    . KARLSRUHE Montag,23.März2015AusgabeNr.68–Seite25 ANZIEHENDwirktdieKaiserstraße,wenndieGeschäfteoffensind– wieamgestrigenSonntag.DieKonsumfreudigenmusstensichwarmanziehen,umbeiderKühlezuFrühlingsbeginntrotzdervielenSchnäppchenund Qualitätsschlagernichtzufrieren.DemHandeltatdasWettersichtbargut,dennsomusstemannichtdiewärmendeKraftderNaturalsKonkurrenzimKampfumdieGunstderKäuferfürchten.Fotos:jodo EINFACHZUMWÜHLEN:SovieleStoffe, sobunteundsofeineaufeinemMarkt. SONNTAGSVERGNÜGEN:Bummelndurch Durlachunddabeieinkaufen. SonntagsstadtziehtmitKonsum GeschäftsleutederKaiserstraßekritisierenVe rlagerungvon Aktionen Von unsererMitarbeiterin PetraStutz Trotz eiskaltemWind lockte der ver- kaufsoffene SonntaggesternBesucher aus der Region in die Innenstädtevon Karlsruheund Durlach. Spätestens beim ersten Sonnenstrahlbildetensich lange Schlangenvor den Eisdielen,und die Tische im Freien waren restlos be- setzt. Während am frühen Nachmittag in manchen Geschäften auf der Kaiser- straße noch gähnendeLeere herrschte, drängtensichdieKundeninanderenum dieWarenauslage. Einen Platz bei Pandora verteidigten Daria und ihre Muttervehement.Die 18-Jährigeaus Hagenbach hat gerade ihrAbiturbestandenunddurftesichei- nen silbern glänzendenRing aussuchen. Mit zwei riesigenKoffern in rot und grün spazierten Lena, Rita und Denis aus Heilbronn durch die Kaiserstraße. Aber nicht für das sonntägliche Shop- pen dientendie Koffer, sondernfür die nächste Reise. Von Las Vegas erhoffen sich die drei, dass sie mit die Koffer mit Dollar gefüllt zurückbringen.Auf dem OstermarktließsichderzehnjährigeSi- las von seinem Vater vor bunten Oster- eiern fotografieren. Im Arm hielt er da- bei – nicht ganz zeitgemäß– einen Plas- tikkürbis.Ihn hatten die beiden gerade beimFlohmarktersteigert. BesondersaufderAchsezwischenEtt- linger Tor und Postgalerieherrschte re- ges Flanieren, denn hier luden Genuss- und Ostermarktsowie der Flohmarkt am Stephanplatzzum Probieren und Stöbernein.Ganzanderssahesdagegen auf der östlichen Kaiserstraßeaus, wo- hinsichnurwenigePassantenverirrten. „Wir sind von dem Geschehen vollkom- men abgeschnitten.Man hätte sicher auch einen der Märkteam Kronenplatz durchführenkönnen“,kritisierteBarba- ra Heß von der gleichnamigenRahmen- handlung.Sieärgertesichvorallemda- rüber, dass von den Veranstalternkei- nerlei Aktionenauf der schon von der BaustellegebeuteltenKaiserstraße stattfanden.DieseKritikwurdevonGe- schäftsinhabernan Karlsruheseigentli- cher Shopping-Meilegeteilt. Man pran- gerte dabei eine Konzentrationder Ak- tionenaufdieErbprinzenstraßean. Besondersauffällig war dort: Sogar der KA300-Ladenhatte an diesem be- sonderen Tag geschlossen.Lediglich ab und zu war einer der Volunteersmit Werbung zum Stadtgeburtstag in der Erbprinzenstraßezu sehen. Auffallend war übrigensauch, dass sehr viele Bett- lerdieGunstderStundenutzten. EinehistorischeStraßenbahnvon1921 brachte gesternkostenlosdie Kunden von Karlsruhenach Durlach. Dort hat- tenentlangderPfinztalstraßeeinGroß- teil der Geschäfte geöffnet und lockten mit Rabattaktionenzum Kaufen.Der Durlacher Ostermarktim Rathausge- wölbewarschonkurznachderÖffnung so hoffnungslosüberfüllt,dass ein Durchkommenkaummöglichwar. AufdemPlatzvorderFriedrichschule, amMarkt-undSchlossplatzdrehtesich alles um das Thema Mobilität.Zahlrei- che Autofirmenstelltendort die neues- ten Modellezum Probesitzenaus. Ge- mütlicher ging es in der Karlsburg zu, wosich24UnternehmenineinemBran- chenmix zur ersten Durlacher Leis- tungsschau gruppierten. Dort blieb viel Zeit für ein informatives Gespräch und das Netzwerken, das die Organisatoren der WirtschaftsvereinigungDurlacher- lebendamitintensivierenmöchten. Auch inDurlachsind Zusatzmärktesehrgefragt EinRieseneiundHasenin allenVariationen Oster- undGenussmarktsetzenaufQualität/ SpezialitätenausderRegionkommenbeimVe rbraucheran Ostereier, Kunsthandwerk und Strei- chelzoo auf der einen Seite – Wein, Käse, Fisch und andere Leckereien auf der anderen Seite: Eine bunte und ge- nussreicheEinstimmungaufdasOster- fest gab es am Wochenendemit dem Ostermarktauf dem Kirchplatz St. Stephanund dem Genussmarktauf dem Friedrichsplatz.„Den Ostermarkt gib es schon seit Jahren, aber den Ge- nussmarktveranstaltenwir in diesem Jahr erst zum zweiten Mal“, erzählte CitymanagerSaschaBinoth.„Dennoch hat es sich schon rumgesprochen, was für ein toller Markt das ist“, schwärmt er. „Wir präsentieren hier die Vielfalt der Region und legen großen Wert auf Qualität.“Es gebe Spezialitätenaus dem Elsass,aus der Pfalz und aus Baden, erklärt Andrea Lenkert-Hörr- mann vom Stadtmarketing, die den Genussmarktorganisierte. Zur Aus- wahl stehen Flammkuchen oder Man- delgebäck sowie Käse, Fisch oder Wurst. Aber auch vegane Leckerbissen könnenverkostet werden. Bei Daniel Bauer, einem Landwirt aus dem El- sass,gibtesnebendemtypischfranzö- sischenBaguetteEnteinverschiedenen Varianten.„Alle Tiere wurden artge- recht gehaltenund das schmeckt man auch“, versichert der Landwirt. Wein- bauer Emil Kopp aus Sinzheimbietet den Marktbesuchern Sekt und Wein aus eigenerProduktionan. „Alles hier sieht richtig lecker aus, da weiß man dochgarnicht,wasmanzuerstprobie- rensoll“,meintSybilleKernundgönnt sichersteinmaleinenKäseteller. Auch die Kleinenkommen auf ihre Kosten: Am Stand von Slow Food Deutschland und dem Slow Mobil Karlsruhekönnendie Kinder Erbsen, Kapuzinerkresse und Butternut-Kür- bisse in Töpfchen pflanzenund diese dann mit nach Hause nehmen.„Wenn sie sich gut kümmern,könnensie se- hen, wie Leben wächst“, sagt Felicitas Thönnessenvom Slow Mobil. Die klei- nen Gäste könnensich auch bei einem Quiz beweisen. In einer „Fühlkiste“ liegenverschiedeneGemüsesorten,wer sie alle richtig ertastet, bekommt ei- nen„Slowkids“-Button. Ein paar Meter entferntvom Fried- richsplatz steht ein riesigesOsterei. Es weist den Weg zum Ostermarktund ist ein beliebtesFotomotiv für Groß und Klein. „Ich möchte hier ein bisschen einkaufen.Malsehen,wasmirüberden Weg läuft“, meint eine junge Mutter, während Sohn Moritz für ein Erinne- rungsfotovordemgroßenEiposiert. Wer nach Ostergeschenken suchen möchte, kann an den Verkaufsständen fündig werden. Bei Martina Gauland aus Karlsruhegibt es Zirben-und Himbeerkernkissenoder Lavendel- säckchen in Form von Hühnchen. Zu OsternmussesaberauchHasengeben. Und so kommen die Dinkelkissenin niedlicherHasenoptikdaher. Elke Kleinhansaus Eggensteinver- ziert gerne Plastik-und Styroporeier. Sie beziehtsie mit selbstbesticktem Stoff.„IchmussmitderLupearbeiten, daichnurganzfeineGarneverwende“, sagtsie.„EchteHasengibtesimStrei- chelzoozubestaunen:„Genauergesagt sind es Kaninchen“, erklärt Hans-Jür- gen Rhein, der mit seinen Tieren aus dem Odenwald nach Karlsruhekam. Dann gibt es da noch die beiden Esel- damenRosalieund Rosinante,das Zwerghuhn Agathe,die Ziege Gretel unddasSchafLisamitihrenDrillings- lämmern.„Ichweißwirklichnicht,wer mehr von den Tieren begeistert ist, die KinderoderdieErwachsenen?“,rätselt Rhein.MartinaErhard DEKORATIVESundLUKULLISCHESgabesamWochenendeaufdenMärktender Innenstadt.DortwurdenauchgroßeEierbemalt.Foto:jodo Ostervergnügen fürsAugeunddenGaumen Osterhasekommtals KaninchenvomOdenwald Piabeobachtet Sonnenblume BNN – Die zwölfjährigePia Steveling aus Karlsruhehat beim 22. Naturtage- buch-Landeswettbewerb der BUND- Jugend einen zweiten Preis gewonnen. Die Zwölfjährigehat sich sehr gründ- lich mit der Sonnenblumebeschäftigt und daraus ein anspruchsvolles Natur- tagebuchgefertigt. PiaStevelingwiesauchdurchMessun- gen nach, dass die äußeren Temperatu- ren das Wachstum der Pflanzennicht starkbeeinflussen.Auchwenneskühler wird, wachsen die Pflanzennach ihrer Beobachtunginetwagleichschnellwei- ter. Für ihre exaktenWahrnehmungen und eine umfangreiche Dokumentation gewann sie einen zweiten Preis und ei- nen prall gefülltenRucksack mit Sach- preisen. DievondenKindernangefertigtenNa- turtagebücher sind aus der Beobach- tungeinerPflanze,einesTiersodereines Biotopsüber ein ganzes Jahr hinweg entstanden.Die Tagebücher sind liebe- vollgestaltetundzugleichmiteinergro- ßenDetailtreueverfasstworden. „Ich bin davon überzeugt,dass der in- tensive Bezug zur Natur, der während dem Erstelleneines Naturtagebuchs entsteht,auf eine positive Art prägend ist“, meint ProjektleiterinLadi Oblak von der BUND-Jugend Baden-Würt- temberg. „Bereits Kinder und Jugendli- che sollen das Wissen und die Fähigkei- ten erlangen,aktiv und eigenverant- wortlich eine nachhaltigeZukunftmit zu gestalten“,sagte Ministerialdirigent WolfgangBaur. 2014 hatten 600 Kinder an dem Wett- bewerbteilgenommen.Über100Kinder wurden ausgezeichnet. Darüberhinaus erhieltenachtKindersowieeineGruppe und eine Schulklassezusätzlich Aus- zeichnungenaufBundesebene. bnn

  • Stellungnahme TOP 3
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    STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zur Anfrage Stadtrat Jürgen Wenzel (FW) vom: 24.03.2015 eingegangen: 24.03.2015 Gremium: 11. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 28.04.2015 2015/0202 3 öffentlich Dez. 4 Verkaufsoffener Sonntag 1. Weshalb konzentrieren sich die Aktionsflächen beim verkaufsoffenen Sonntag ausschließlich auf die Achse Ettlinger Tor – Postgalerie? Die Aktionsflächen bei Veranstaltungen des Kooperationsmarketings konzentrieren sich auf Plätze, die Handelsschwerpunkte darstellen und aktuell zur Verfügung stehen. Nur hier ist eine Flächenverfügbarkeit gegeben, die aus konzeptionellen, organisatorischen, verkehrs- rechtlichen und sicherheitsrelevanten Gründen die Umsetzung einer angemessenen Veranstal- tung zulässt. Eine bewusste Konzentration auf bestimmte Achsen ist nicht Bestandteil der Veranstaltungsplanung. Die wahrgenommene Konzentration auf die Achse Ettlinger Tor – Postgalerie ist daher das Ergebnis der Gegebenheiten in der Karlsruher Innenstadt. Diese Ver- anstaltungskonzeption hat sich gegenüber den Vorjahren nicht verändert. Einzige Ausnahme war 2013 die Phase, als die östliche Kaiserstraße baustellenbedingt nicht mit Stadtbahnen befahren werden konnte. 2. Wäre es nicht möglich, künftig den Kronenplatz und die Freiflächen auf der Kai- serstraße mit einzubinden? Zum Beispiel könnte entlang der östlichen Kaiserstraße ein Flohmarkt stattfinden. Die Veranstaltungsplanung des Kooperationsmarketings ist darauf ausgerichtet, im Rahmen des verfügbaren Budgets eine inhaltlich, thematisch und räumlich zusammenhängende Kon- zeption zu erstellen und umzusetzen. Der Kronenplatz befindet sich fußläufig rund 800 m bzw. 10 Minuten vom Friedrichsplatz entfernt. Der Friedrichsplatz ist die Ausweichfläche für den Marktplatz und dient im Rahmen der Veranstaltungsplanung als zentraler Veranstal- tungsort. Eine räumliche und funktionale Einbindung des Kronenplatzes ist daher nur schwer realisierbar. Er könnte zudem aus Kostengründen nur durch die Streichung einer anderen Veranstaltungsfläche realisiert werden. „Freiflächen“ größerer Art auf der Kaiserstraße sind nicht vorhanden. Einzelne Flächen im Bereich der Kreuzungspunkte sind nach Absprache mit dem Ordnungs- und Bürgeramt nutz- bar, wenn genügend Abstandsflächen zu den Straßenbahngleisen und ausreichend Durch- gangsflächen für Passanten gewährleistet sind. Die Einbindung dieser einzelnen Flächen ist daher nur begrenzt sinnvoll. Beim Stadtfest mit verkaufsoffenem Sonntag am 11. und 12. Oktober 2015 werden die Flächen, wie bereits 2014, voraussichtlich in die Veranstaltungs- konzeption eingebunden. Die Einbindung der östlichen Kaiserstraße wird geprüft. Die Durchführung von Flohmärkten in Karlsruhe wird durch das Marktamt koordiniert. Die Flohmärkte werden durch private Veranstalter umgesetzt. Das Kooperationsmarketing veran- Seite 2 staltet daher keine eigenen Flohmärkte. In der (östlichen) Kaiserstraße stehen dafür zudem qualitativ und quantitativ keine adäquaten Flächen zu Verfügung, da auch für Flohmärkte die o.g. verkehrsrechtlichen Auflagen anzuwenden sind. 3. Weshalb hat der KA300-Laden am verkaufsoffenen Sonntag geschlossen? Das Team KA300 hat im Rahmen des Oster- und Genussmarktes mit dem Kooperationsmar- keting kooperiert und die Promotion-Aktionen zum Stadtgeburtstag auf den Veranstaltungs- bereich des Marktes konzentriert. Hier lagen u.a. die neuen Cluster-Flyer an allen Info- Ständen aus. Die Öffnung des KA300-Ladens war aus organisatorischen Gründen nicht mög- lich. 4. Wie wurden die auffällig vielen Bettler am verkaufsoffenen Sonntag kontrolliert? Der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) war am verkaufsoffenen Sonntag, 23.3.2015, in der Zeit von 13.30 bis 22.00 Uhr mit einem 3-Personen-Team im Dienst. Eine besondere Kontrolle gegenüber Bettlern im Stadtgebiet erfolgte an diesem Tag nicht. Der KOD war an diesem Tag an mehreren Örtlichkeiten zu unterschiedlichen Arten von Kon- trollen unterwegs. Die Einsatzsteuerung des KOD erfolgte durch eigene Auftragslage (ruhen- der Verkehr, Kontrolle von Sondernutzungen, tatsächlich erfolgte an diesem Tag auch die Kontrolle von zwei Bettlerinnen der innerstädtischen Trinker- und Punkszene, u. a.) aber auch durch Übertragung von Kontrollen durch die Funkleitzentrale des Polizeipräsidiums Karlsruhe aufgrund aktueller Beschwerden.

  • Protokoll TOP 3
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    NIEDERSCHRIFT Stadt Karlsruhe Gremium: 11. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: 28. April 2015, 15:30 Uhr öffentlich Ort: Bürgersaal des Rathauses Vorsitzende/r: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 5. Punkt 3 der Tagesordnung: Satzung zur Änderung der Satzung über verkaufs- offene Sonntage 2013 - 2016 Vorlage: 2015/0163 dazu: Verkaufsoffener Sonntag Anfrage des Stadtrats Jürgen Wenzel (FW) vom 24. März 2015 Vorlage: 2015/0202 Nutzen von verkaufsoffenen Sonntagen Anfrage der Stadträte Friedemann Kalmbach und Reinhold Yabo (GfK) vom 22. April 2015 Vorlage: 2015/0248 Änderungsantrag des Stadtrats Lüppo Cramer (KULT) vom 24. April 2015 Vorlage: 2015/0251 Beschluss: Der Gemeinderat beschließt nach Vorberatung in allen Ortschaftsräten und dem Haupt- ausschuss die als Anlage 1 der Vorlage 2015/0251 beigefügte Satzung zur Änderung der Satzung über verkaufsoffene Sonntage 2013 bis 2016 Abstimmungsergebnis: Bei 21 Nein-Stimmen und 24 Ja-Stimmen zugestimmt Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 3 zur Behandlung auf: Da rufe ich zusätzlich auf den Änderungsantrag der KULT vom 24.04.2015 und die An- fragen von Stadtrat Jürgen Wenzel und der Wählervereinigung Gemeinsam für Karlsru- he vom 24.03. bzw. 22.04.2015. Meine Damen und Herren, wir haben ja eine sehr bewährte Regelung für die verkaufs- offenen Sonntage in dieser Stadt, die auch eine große gesellschaftliche Akzeptanz er- fährt. Es ist überhaupt nicht die Absicht der Stadtverwaltung, an dieser gemeinsam ge- fundenen Regelung irgendwelche Abstriche zu machen. Wir schlagen Ihnen jetzt für dieses Jahr allerdings vor - und das kommt ja nur alle 100 Jahre vor, dass wir einen solch besonderen Geburtstag feiern, wir könnten auch sagen alle 300 Jahre, aber so - 2 - weit will ich jetzt nicht gehen -, einen zusätzlichen verkaufsoffenen Sonntag hier in Karlsruhe anzubieten und damit der Besonderheit des 300. Stadtgeburtstages Rech- nung zu tragen. Wir schlagen Ihnen den 19.07. auch deswegen vor, weil an diesem Wochenende noch eine ganze Reihe anderer interessanter Veranstaltungen in der Stadt stattfinden, beispielsweise der Autokorso Tribut an Carl Benz, die SWR-Fernsehshow oder auch der Tag der 300 Stimmen. Dann würde sich das gut ergänzen mit attraktiven Angeboten im öffentlichen Raum und dem vorangegangenen oder auch parallel statt- findenden verkaufsoffenen Sonntag. Ich glaube, dass damit die Stadt sehr belebt wer- den wird, dass die Stadt eine hohe Anziehungskraft auf die Region und darüber hinaus ausüben wird, und dass wir damit im Geburtstagsjahr auch noch einmal eine schöne Einladung an die Bürgerinnen und Bürger der Stadt, aber auch von außerhalb der Stadt, aussprechen können. Von daher schlagen wir Ihnen vor, die bestehende Satzung, die alle verkaufsoffenen Sonntag bis einschließlich 2016 regelt, jetzt an dieser einen Stelle eben zu ändern. Alle weiteren grundsätzlichen Änderungen, die man sich vielleicht vor- stellen könnte, die wir aber wie gesagt gar nicht vorhaben, würden wir dann bei der nächsten Zeitperiode gemeinsam besprechen können, wenn wir dann beispielsweise für 2017 bis 2019 oder für 2017 bis 2020 wieder eine weitergehende Satzung aufstellen. Zu dem Zeitpunkt dann würden wir auch noch mal die Frage des räumlichen Geltungs- bereichs stellen und mit Ihnen diskutieren. Das nur als Vorankündigung, weil es ver- schiedene Wünsche aus der Stadt gibt. Wir weisen jetzt doch noch mal besondere Ge- biete aus, die es so vorher nicht gab. Daraus könnten sich durchaus auch Überlegungen ergeben, nicht die Zahl der verkaufsoffenen Sonntage, aber den Geltungsbereich der verkaufsoffenen Sonntage, ab 2017 dann zu ändern. Das diskutieren wir aber dann, wenn es soweit ist. Heute schlagen wir Ihnen diesen absoluten Ausnahmesonntag vor. Den Geltungsbe- reich würden wir hier auf die ganze Stadt ausdehnen, weil die ganze Stadt feiert. Dann macht es aus unserer Sicht wenig Sinn, jetzt den Geltungsbereich einzuschränken. Die Argumentation, die sich auch im Änderungsantrag der KULT-Fraktion widerspiegelt, dass vor allem die Innenstadt und deren Nahbereiche ganz besonders von den Baustel- lentätigkeiten in Mitleidenschaft gezogen sind, ist sicherlich im Hinblick auf die Baustel- lentätigkeit nachvollziehbar. Es soll sich bei diesem verkaufsoffenen Sonntag aber nicht um eine Art Kompensationsgeschäft wegen der Baustellenerschwernisse handeln, son- dern um eine Einladung in die gesamte Stadt. Da fände ich es schwierig, jetzt bestimm- te Stadtteile von diesem verkaufsoffenen Sonntag, der wie gesagt ein ganz besonderer Anlass ist, auszunehmen. Von daher empfiehlt Ihnen die Verwaltung, diesen Ände- rungsantrag abzulehnen. Jetzt steigen wir in die Diskussion ein und als erster hat sich Herr Stadtrat Ehlgötz ge- meldet. Stadtrat Ehlgötz (CDU): Sie sprachen es an. Unsere 300-Jahr-Feier rückt immer näher. Wir haben an diesem Sonntag in dieser Stadt etwas zu bieten, was seinesgleichen su- chen wird und sind der Überzeugung, dass es eine Win-Win-Situation sein wird für den Einzelhandel in der Innenstadt. Letztendlich wird es ein Beitrag dazu sein, dass es dem Einzelhandel gut tun wird. Er wird seinen Umsatz steigern können. Deshalb begrüßen wir die Vorlage Ihrer Verwaltung. - 3 - Ich darf vielleicht noch eines hinzufügen. Wir wissen alle, wie es um den Einzelhandel zurzeit steht. Diese Aktion kann letztendlich nur ein Topfen auf den heißen Stein sein, aber es ist ein Zeichen des Gemeinderates, wenn wir heute der Vorlage in vollem Um- fang zustimmen. Wenn Sie erlauben, darf ich noch kurz auf die zwei Anträge eingehen. Uns ist dieser Antrag unverständlich, Herr Cramer. Ich weiß nicht, wie wir es dem Einzelhändler in Durlach oder in Mühlburg im B-Zentrum erklären sollten, wenn wir ihm verbieten wür- den, am 19. seine Läden geöffnet zu halten. Nun zum Antrag der Linken. Für die CDU-Fraktion entbehrt er jeder Grundlage. Da muss man gar nicht darüber diskutieren. Wir haben relativ viel erreicht, wenn wir an die Adventssonntage denken, was wir getan haben auf dem Messplatz mit den Verkehren, die dann letztendlich mit dem Bus in die Innenstadt gekommen sind. Der Vorsitzende: Herr Stadtrat Ehlgötz. Der Antrag der Linken ist nicht aufgerufen. Stadtrat Ehlgötz (CDU): Dann müssen Sie entschuldigen. Ich ziehe meine Wortmel- dung zurück. Stadtrat Pfalzgraf (SPD): Wir alle wissen, dass es in den vergangenen Jahren sehr schwer war, über verkaufsoffene Sonntage hier in diesem Haus zu diskutieren und Ent- scheidungen zu treffen. Ich erinnere mich an Zeiten in den 90er-Jahren. Da hatten wir sehr emotionale Diskussionen geführt. Ich sage es auch unumwunden, die SPD hat sich schon immer etwas schwer getan mit der Entscheidung, hat aber auch mehrheitlich immer wieder zugestimmt. Ich sage es gleich vorab, wir werden auch heute mehrheit- lich diesem Vorschlag der Verwaltung zustimmen. Ich möchte aber eines sagen. Falls hier die Diskussion - jetzt rede ich einfach aus Erfah- rung - aufkommen sollte, dass man sich gegenseitig Vorwürfe macht, weil man es ab- lehnt oder weil man es befürwortet, dass es hier wirklich um eine Entscheidung geht, die jedes Gemeinderatsmitglied mit sich selbst ausmachen muss. Eine Entscheidung, die dann aber auch zu respektieren ist von jedem Gemeinderatsmitglied, ob man nein sagt dazu oder ob man ja sagt dazu, es gibt wirklich auf beiden Seiten viele nachvollziehbare Gründe. Ich weiß, was ich hier auch als Gewerkschafter fühle und denke bei dieser Sa- che. Wir haben es aber wie gesagt in der Fraktion ausgiebig diskutiert und sind zu der Meinung gekommen, wie Sie, Herr Oberbürgermeister, das eben deutlich gesagt ha- ben, es soll keine Kompensation für die Problematik der Geschäftsleute in Bezug auf die Baustellensituation sein. Dennoch sehen wir darin auch ein Zeichen, dem Einzelhandel ein Stück weit entgegenzukommen. Deshalb sagen wir heute schon gleich nein zum Antrag der KULT-Fraktion, weil es wäre in der Tat eine Ungleichbehandlung allen gegenüber. Man stelle sich vor, wenn jemand außerhalb der Stadt sagt, er würde gerne in Karlsruhe einkaufen, macht es aber nicht, weil ihm zu viele Baustellen im Wege sind, dann trifft es nicht nur den Einzelhandel in der Innenstadt oder in der Südstadt, sondern genauso in Durlach, in Mühlburg oder sonst wo. Deshalb kann man diesem Antrag keinesfalls zustimmen. Wir werden auf jeden Fall mehrheitlich dem Vorschlag der Verwaltung zustimmen. Ob wir das in 100 - 4 - Jahren noch so tun, Herr Oberbürgermeister, das ist mir heute - ehrlich gesagt - nicht so ganz dringend wichtig. Stadtrat Konrad (GRÜNE): Für unsere Fraktion war es eine schwierige Abwägung. Wir werden deshalb auch unterschiedlich abstimmen. Ein freier Tag in der Woche ist aus Sicht von uns allen sehr wichtig, gerade für Familien. Im Einzelhandel ist der Sonntag der einzige freie Tag, anders als in anderen Branchen, wo der Samstag weitestgehend auch arbeitsfrei ist. Gleichzeitig sehen wir aber auch die Probleme, die sich für die Händler in der Baustellensituation aktuell darstellen. Wir setzen uns auch an anderer Stelle für ein aktiveres Marketing ein, um die Verluste oder die geringeren Umsätze durch die Baustellen einzuschränken. Nun ist es aber so, dass wir die B-Zentren dadurch nicht geschwächt sehen. Die B- Zentren werden von den Baustellen weniger beeinträchtigt. Ich wohne in Durlach, und wenn ich jetzt die Wahl habe von Durlach in die Stadt reinzufahren, dann überlege ich mir das bei den Baustellen doch eher zweimal und gehe in Durlach einkaufen, weil ich mich da nicht durch die Baustellen kämpfen muss. So sehen wir es auch entsprechend der Gemeindeordnung, in der geregelt ist, dass für den besonderen Bedarf eben an Sonntagen geöffnet werden darf. Diesen besonderen Bedarf sehen wir in den B-Zentren nicht. Deshalb möchten wir den KULT-Antrag unterstützen. Stadtrat Cramer (KULT): Unsere Fraktion hat grundsätzlich Bedenken, wenn die ver- kaufsoffenen Sonntage permanent ausgeweitet werden. Wir verstehen, dass man sagt, in diesem Jahr des Geburtstages, dass man da ausweitet. Da sind wir aber der Meinung, dass der originäre Innenstadtbereich reicht und eben die Südstadt, die auch ganz stark beeinträchtigt ist von den Baustellen. Wir können der Argumentationslinie der Verwal- tung oder von Ihnen, Herr Oberbürgermeister, nicht folgen, dass es nicht darum geht. Wir sind der Meinung, dass man gerade für die Südstadt, für die Ettlinger Straße, alles tun soll, auch wenn es, wie gesagt wurde, nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Trotzdem sollten wir diesen Weg gehen. Wir beziehen die Südstadt auch ein als mit einen der ältesten Stadtteile, die an die Innenstadt heranreichen. Von daher macht es auch Sinn, im Jahr des 300. Geburtstages hier die Südstadt mit einzubeziehen. Stadtrat Hock (FDP): Mein Vorredner, Hans Pfalzgraf, hat eigentlich das schon vor- weggenommen, wie es bei uns in der Fraktion auch aussieht. Wir werden diesem An- trag der Verwaltung heute mehrheitlich zustimmen. Das kann ich jetzt schon am An- fang sagen. Wir haben uns da auch etwas schwer getan, aber wir werden bei diesem Antrag, wie Hans Pfalzgraf auch für seine Fraktion gesprochen hat, in ähnlicher Weise vorgehen. Mitnichten ist es eine Entschädigung. Kollege Ehlgötz hat es schon gesagt, dass es wirklich ein Tropfen auf den heißen Stein für die Gewerbetreibenden dieser Stadt ist. Von daher gesehen ist der eine Tag da. Da freuen sie sich auch darüber, dass sie den Umsatz steigern können. Das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen über die großen Probleme, die im Einzelhandel vorherrschen. Man möchte den KULT-Antrag natürlich gerne so sehen, aber man muss auch dazu sa- gen, es gibt Gebiete in der Durlacher Allee, die wirklich Schwierigkeiten haben, ihre Umsätze zu akquirieren. Von daher gesehen würde das aus unserer Sicht keinen Sinn machen, dass man sich die einzelnen Stadtteile dann rauspicken kann und sagen, die - 5 - dürfen öffnen, die dürfen nicht öffnen. Das ist auf jeden Fall nicht das, was sich meine Fraktion vorstellt. Deshalb werden wir den Antrag der KULT-Fraktion ablehnen. Wir freuen uns auf den Stadtgeburtstag und denken, dass das jetzt eine einmalige Sa- che ist für diese Stadt. Deshalb, wie schon erwähnt, wird meine Fraktion gerne diesem Antrag der Verwaltung mehrheitlich folgen. Stadtrat Fostiropoulos (Die Linke): Der Ergänzungsantrag der Linken ist nicht mit auf die Tagesordnung gesetzt worden. Ich werde ihn dennoch im Zusammenhang mit un- serer Position zu diesem Punkt inhaltlich mit einbringen. Wir haben vorschlagen wollen, dass wir zu einem Stadtgeburtstag nicht die Menschen zum Einkaufen in erster Linie einladen, sondern kulturoffene Tage organisieren. Ich kenne das so, wenn ich Geburts- tag feiere, nehme ich meine Gäste mit in die Kultur, feiere, aber gehe mit ihnen nicht einkaufen. Das klingt schon etwas merkwürdig im Zusammenhang mit dem Stadtge- burtstag irgendwie die Geschäfte aufmachen zu wollen. Deswegen wäre unser Vor- schlag gewesen, doch diesen Weg bestreiten zu wollen. Mir ist natürlich klar, dass kul- turoffene Tage vorbereitet werden müssen, viel Zeit gebraucht wird. Uns wundert es aber schon, dass man an so etwas nicht denkt, dass man die Menschen einlädt in den Zoo, in die Theater, in alle Kultur- und Freizeiteinrichtungen der Stadt, vielleicht so weit geht und sagt, an diesem Tag ist der ÖPNV beitragsfrei, damit die Menschen das Auto stehen lassen, reinkommen, mit uns feiern, die Kultur annehmen, die Stadt kennen ler- nen, und zwar kulturvoll kennen lernen. Ich glaube nicht, dass es sehr interessant und attraktiv ist, dass man einfach einkaufen geht an diesem Tag und die Geschäfte mehr umsetzen werden, denn der Euro wird nur einmal ausgegeben, ob er am Freitag, am Samstag oder am Sonntag ausgegeben wird. Merkwürdige Konzepte sind das schon zum 300-jährigen Stadtgeburtstag. Ganz abgesehen davon bin ich immer wieder überrascht, dass die christlich-konser- vative Fraktion dieses Hauses gerne diesen Sonntag aufmacht. Ich habe den Eindruck, dass die Kirchen, die Linke und einzelne Stadträte hier die einzigen Übriggeblieben sind, die diesen Sonntag als Ruhetag verteidigen. Lassen wir doch mal die Menschen wirklich feiern. Jetzt stellen wir uns mal Folgendes vor: Wir wissen doch, dass im Verkauf 90 % Frauen arbeiten, Alleinerziehende. Warum sollen die nicht mitfeiern? Wer schaut denn nach den Kindern? Warum wollen wir sie denn in diese Geschäfte reinstellen? Was ist das überhaupt für eine Grundhaltung, die wir hier einnehmen? Ich hatte gedacht, wir lernen irgendwie aus der Vergangenheit und versuchen mal, mit ein paar anderen Kon- zepten zu arbeiten. Leider stelle ich fest, dass sich manche Konzepte einfach aus den Köpfen nicht rausdrängen lassen. Ich finde es sehr schade. Wir werden diesem Antrag heute nicht zustimmen. Stadtrat Kalmbach (GfK): Wenn ich mich recht entsinne, haben wir schon einmal eine Ausnahme gemacht. Das letzte Mal war unsere Argumentation, wir machen eine Aus- nahme, damit der Handel natürlich mehr Umsatz machen kann als Entschädigung. Ich war fast geneigt, der Ausnahme von der Ausnahme wieder zuzustimmen. Ich war fast geneigt. Diese Antwort von der Verwaltung hat mich aber nicht überzeugt. Wenn man es grob überschlägt. Der Umsatz eines Sonntages ist ungefähr vergleichbar mit dem eines Samstages. Wenn man das auf den Jahresumsatz umrechnet, einfach mal ganz grob, macht es vielleicht 0,3 Prozent im Endeffekt aus, was an dem Sonntag verdient - 6 - wird, und es entstehen zusätzliche Ausgaben. Allein vom wirtschaftlichen Standpunkt kann sich das Ding nicht lohnen. Meine Frage und meine Sorge war die, lohnt es sich für die Geschäfte, die es wirklich nötig haben? Lohnt es sich für die existenzbedrohten Geschäfte? Da behaupte ich, aus dem, was ich jetzt da herausgehört habe, ist diese Annahme nicht gegeben. Was verlie- ren wir? Wir verlieren einen guten Rhythmus des Menschen. Die Gefahr, wenn man die Ausnahme der Ausnahme macht, dann zu weiteren Ausnahmen greift, ist groß. Ich er- innere, in England kann man den ganzen Sonntag einkaufen. Jeder Tag ist normal. Es ist nichts Besonderes mehr. Dieser Sonntag ist es wert, dass man darum kämpft. Des- wegen sagen wir ich an dieser Stelle - ich sage jetzt ich, mein Kollege ist noch nicht da -, ich stimme dagegen. Ich bin gegen diese Ausnahme von der Ausnahme. Stadtrat Wenzel (FW): Ich entschuldige mich jetzt schon bei den Kirchen und bei den Berufstätigen, dass ich diesem Antrag zustimmen werde. Ich entschuldige mich, aber der besondere Anlass des Stadtgeburtstages soll ja auch ein ganz besonderer Tag sein. Wir haben es in Ihrer Rede gehört, Herr Oberbürgermeister, es betrifft die ganze Stadt. Dem Einzelhändler oder dem Unternehmer, der nicht öffnen will, ist es ja selbst überlas- sen, ob er öffnet oder nicht. Ich bin der Auffassung, dass wir etwas Besonderes bieten sollen. Meine Kritik am letz- ten Konzept ist bei meiner letzten Anfrage durchgeklungen. Ich wünsche mir auch, dass auch die Stadtteile, wenn jetzt Mühlburg, Durlach oder andere Stadtteile mitmachen, auch eine eventuelle finanzielle Unterstützung kriegen. Ich finde es auch gut, dass die ganze Stadt offen sein soll. Eine kleine Spitze will ich mir dennoch erlauben, auch wenn ich heute gutmütig bin. Herr Ehlgötz, wir wissen, wie es um den Einzelhandel steht. Wir wissen auch, wer dafür verantwortlich ist und warum. Der Vorsitzende: Vielen Dank für den Hinweis. Da weitere Wortbeiträge nicht vorlie- gen, können wir gleich zur Abstimmung kommen. Ich möchte noch zwei Punkte erwähnen. Ich hielte es erstens in der Tat für schwierig, etwa den Mühlburgern oder auch den Oststädtern zu erklären, warum sie nicht dabei sind. Es ist nicht ganz so einfach, hier zwischen baustellenbetroffenen Stadtteilen und nicht baustellenbetroffenen Stadtteilen zu unterscheiden. Da müsste man eine vertiefte Diskussion führen, um an der Stelle so etwas wie Gerechtigkeit zu erzeugen. Wir blei- ben bei unserer Empfehlung, dass wir sagen, dann machen wir es für die ganze Stadt. Dann denke ich, passt das. Die zweite Bemerkung. Ich möchte mich ausdrücklich bei Ihnen bedanken dafür, dass in allen Beiträgen auch die Belastung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer an die- sem Tag und die wirklich besondere Bedeutung des Sonntags deutlich geworden ist. Das erleichtert es, dass wir voraussichtlich eine Mehrheit dafür bekommen. Es zieht aber eine ganz klare Grenze dahingehend, dass man jetzt nicht erwarten kann, dass hier von uns aus in der großen Masse jetzt der Sonntag irgendwie in Frage gestellt wird. In die- ser Differenziertheit glaube ich, war das nach außen eine gute Diskussion. Es ist auch - 7 - deutlich, dass wir nächstes Jahr und übernächstes Jahr, das kann ich hier für die Verwal- tung zusagen, nicht vorhaben, jetzt wieder besondere Sonntage zu finden, wo wir dann sagen, jetzt ist aber doch wieder mal der Zeitpunkt gekommen, sondern dann würden wir uns auch selbst verpflichtet fühlen, uns daran zu halten. Mir ist auch noch mal wichtig, dass der Vorschlag für diesen verkaufsoffenen Sonntag durchaus auch aus den Reihen der Einzelhändlerinnen und Einzelhändler selber kam. Es ist jetzt nichts, was wir ihnen überstülpen, sondern es ist etwas, was durchaus auch von Ihnen mitgetragen wird. Sie weisen mit Recht darauf hin, dass es nicht jeder Angestellte und jeder Beschäftigte gefragt worden ist. Das ist bei dieser Diskussion genau so richtig. Eine letzte Bemerkung zu Ihnen, Herr Stadtrat Fostiropoulos, die Kulturinstitutionen können sich durchaus aufgefordert fühlen, jetzt für diesen Sonntag sich zu überlegen, was sie dort in ihr Programm aufnehmen, denn es bietet sich in der Tat an, an diesem Sonntag auch die Kulturinstitutionen noch stärker in die Attraktivität der Stadt mit ein- zubeziehen, aber es geht eben hier nicht im Rahmen einer Satzung, sondern das ist et- was, das wir auf Ihre Anregung hin gerne noch weiter diskutieren können, jetzt aber an dieser Stelle nicht in die Satzung mit aufnehmen. Insofern das noch mal zur Erläute- rung, warum jetzt Ihr Antrag hier auch nicht mehr erscheint. Dann steht zunächst der Änderungsantrag der KULT hier zur Abstimmung, und ich bitte um das Kartenzeichen. - Das sind 12 befürwortende Kartenzeichen. Der Rest waren Gegenstimmen. Damit ist der Änderungsantrag abgelehnt. Wir kommen jetzt zur eigentlichen Beschlussvorlage, die jetzt unverändert zur Abstim- mung steht. Ich bitte um das Kartenzeichen. - Bei 21 Gegenstimmen und 24 Befürwor- tungen ist damit die Satzung zur Änderung über verkaufsoffene Sonntage abgenom- men. Die Anfragen haben wir beantwortet. Gibt es irgendwo Zweifel an dem Ergebnis. Wir können auch die Karten einsammeln. Das ist doch aber deutlich genug, wenngleich knapp. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 12. Mai 2015