Abwärme- und Wärmebedarfskarte für Industrieparks und Gewerbegebiete
| Vorlage: | 2015/0004 |
|---|---|
| Art: | Antrag |
| Datum: | 05.01.2015 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Offen |
| Erwähnte Stadtteile: | Grünwinkel |
Beratungen
- Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 03.02.2015
Rolle: Entscheidung
Ergebnis: verwiesen in Wirtschaftsförderungsausschuss
Zusätzliche Dateien
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STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ANTRAG Stadträtin Bettina Lisbach (GRÜNE) Stadträtin Zoe Mayer (GRÜNE) Stadträtin Daniela Reiff (GRÜNE) Stadtrat Alexander Geiger (GRÜNE) Stadtrat Johannes Honné (GRÜNE) GRÜNE-Gemeinderatsfraktion vom 22. Dezember 2014 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 8. Plenarsitzung Gemeinderat 03.02.2015 2015/0004 25 öffentlich Abwärme- und Wärmebedarfskarte für Industrieparks und Gewerbegebiete 1. Die Stadtverwaltung berichtet, a) welche wesentlichen Abwärmeströme in industriereichen Gebieten und in Industrieparks von Karlsruhe vorhanden sind, b) welche Wärmebedarfe diesen gegenüberstehen. 2. Die Stadtverwaltung bereitet eine Erhebung vor zu Abwärmeströmen in Industrieparks und in industriereichen Gebieten von Karlsruhe. Dabei sollen insbesondere die Temperatur, das Volumen sowie die Zeiten der Ströme erfasst werden. Darüber hinaus sollen die Wärmebedarfe der ansässigen Industrie ermittelt werden und abgefragt, in welchen Unternehmen eine Erneuerung der Heizzentrale/Heizanlage in absehbarer Zeit stattfindet. 3. Zur Festhaltung der Ergebnisse wird eine Abwärme- und Wärmebedarfskarte erstellt und veröffentlicht. Diese soll in regelmäßigen Zeitabständen aktualisiert werden. Der Klimaschutz und die Energiewende stellen große Herausforderungen dar, denen auch die Stadt Karlsruhe gegenübersteht. Durch Maßnahmen wie das "Klimaschutz- konzept 2009" setzt die Stadt Karlsruhe dabei Zeichen für Energieeffizienz, Energie- einsparung und Emissionsreduktion. Ein wichtiger Grundstein der Energiewende ist hierbei das Prinzip „waste-to-energy“, bei dem es darum geht, möglichst wenig Energie zu verschwenden. Ein Industriepark oder Gewerbegebiet vereinigt in der Regel einen branchenüber- greifenden Mix an Betrieben, die sich – abhängig von ihrer jeweiligen Produktion – in den Ansprüchen an die Energieversorgung unterscheiden: So herrscht auf der einen Seite oft ein hoher Bedarf an Wärmeenergie zum Heizen, Kühlen oder als Prozesswärme. Auf der anderen Seite erzeugen Unternehmen große Kapazitäten an Abwärme, die häufig ungenutzt bleiben. Sachverhalt/Begründung: Seite 2 __________________________________________________________________________________________ Bereits im Karlsruher Klimaschutzkonzept von 2009 wurde der Punkt „Abwärmenutzung aus der Industrie: Schaffung von Wärmeverbünden“ als mittel bis hoch priorisierte Stellschraube in den Maßnahmenkatalog aufgenommen. Durch ein Wärmekataster der Stadt in industriereichen Gebieten können Unternehmen schnell erkennen, wo ungenutzte Potentiale in ihrem direkten Umfeld liegen. Eine Abwärme- und Wärmebedarfskarte kann dabei die Grundlage für eine Energieberatung darstellen, insbesondere im Fall einer Heizungserneuerung. Unter Abwägung der Risiken für eine langfristige, rentable und klimafreundliche Versorgung können Unternehmen eine optimale Strategie für die zukünftige Wärmeversorgung und Wärmevermarktung vornehmen. Neu angesiedelte Unternehmen erkennen einen attraktiven Standortvorteil durch Synergieeffekte. Beispiele für bestehende nachhaltige Abwärmenutzungen in Karlsruhe sind unter anderem die Reifenfirma Michelin, die in Grünwinkel ein Nahwärmenetz initiiert hat, oder die Miro, die ihre Abwärme in das Fernwärmenetz der Stadt Karlsruhe einspeist. Besonders in Gebieten, die keinen Anschluss an das Fernwärmenetz haben, kann Nahwärme hierbei eine attraktive Option sein. unterzeichnet von: Bettina Lisbach Zoe Mayer Daniela Reiff Alexander Geiger Johannes Honné Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 23. Januar 2015
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STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zum Antrag GRÜNE-Gemeinderatsfraktion vom: 22.12.2014 eingegangen: 22.12.2014 Gremium: 8. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 03.02.2015 2015/0004 25 öffentlich Dez. 4 Abwärme- und Wärmebedarfskarte für Industrieparks und Gewerbegebiete - Kurzfassung - Die Erhebung von Abwärmeströmen und Wärmebedarfen sowie eine Abwärme- und Wärme- bedarfskarte für Industrieparks und Gewerbegebiete werden von der Verwaltung geprüft. Finanzielle Auswirkungen des Antrages nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Derzeit noch nicht ermittelt. Haushaltsmittel Kontierungsobjekt: Kontenart: Ergänzende Erläuterungen: ISEK Karlsruhe 2020 - relevant nein ja Handlungsfeld: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Stadtwerke Karlsruhe GmbH Ergänzende Erläuterungen Seite 2 1. Die Stadtverwaltung berichtet, a) welche wesentliche Abwärmeströme in industriereichen Gebieten und Industrie- parks von Karlsruhe vorhanden sind. b) welche Wärmebedarfe diesen gegenüberstehen. Die ersten Schritte in diese Richtung sind schon getan. Das EnergieForum Karlsruhe hat bereits im Jahr 2014 eine Potenzialanalyse für die gesamten elektrischen und thermischen Energieströme inkl. der Aufzeichnung von Potenzialen der Ab- wärmenutzung im GE Gebiet Pfannkuchareal beauftragt. Der Auftrag ist weitgehend abge- schlossen und die Ergebnisse des Projekts SmarterCity Karlsruhe "Energieeffizientes Gewerbe- gebiet" werden im nächsten Ausschuss für Wirtschaftsförderung am 10. Februar vorgestellt. Die Ergebnisse der mit der Durchführung beauftragten Hochschule und ICT Fraunhofer haben bestätigt, dass das gewählte Analyseverfahren zu energieeffizienten und wirtschaftlichen Lö- sungsmöglichkeiten für die beteiligten Firmen führen kann. Diese Maßnahmen decken sich mit den Anforderungen des Klimaschutzkonzeptes. Die Vor- und Nachteile eines Energieverbundes können mit dem Modell wirtschaftlich bewertet werden. Allerdings ist das gewählte Gewerbegebiet zum größten Teil mit Fernwärme erschlossen, so dass hier die wirklichen ökologischen Vorteile zu prüfen sind. Andere gewerbliche Bereiche wurden hinsichtlich der Abwärmerelevanz bisher noch nicht un- tersucht. 2. Die Stadtverwaltung bereitet eine Erhebung vor zu Abwärmeströmen in Industrie- parks und in industriereichen Gebieten von Karlsruhe. Dabei sollen insbesondere die Temperatur, das Volumen sowie die Zeiten der Ströme erfasst werden. Darüber hinaus sollen die Wärmebedarfe der ansässigen Industrie ermittelt und abge- fragt werden, in welchen Unternehmen eine Erneuerung der Heizzentrale/Heizanlage in absehbarer Zeit stattfindet. 3. Zur Festhaltung der Ergebnisse wird eine Abwärme- und Wärmebedarfskarte erstellt und veröffentlicht. Dies soll in regelmäßigen Zeitabständen aktualisiert werden. Die Verwaltung plant, gemeinsam mit den Stadtwerken Karlsruhe ein anderes Gewerbegebiet in der Gemarkung Karlsruhe mit den gleichen Projektpartnern zu analysieren. Mögliche Gewer- begebiete und Industrieparks und die technischen Gegebenheiten werden derzeit geprüft. Hierzu wurden Mittel im Haushalt angemeldet. Für ein Gesamtkonzept unter Einbezug aller relevanten Gewerbegebiete stehen derzeit weder Personal noch Finanzmittel zur Verfügung. Grundsätzlich wäre dies im Hinblick auf eine Energieeffizienzsteigerung wünschenswert. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 Der Aufwand einer Bestandsaufnahme der thermischen Energieflüsse in einzelnen Betrieben ist sehr aufwändig. Eine individuelle Betrachtung der Gewerbe- und Industriebetriebe könnte je- doch zu nutzvollen Lösungsmöglichkeiten für Energieverbünde führen. Die Erstellung und Fortschreibung von Abwärme- und Wärmebedarfskarten stellt sicherlich eine sehr gute Arbeitsgrundlage dar. Gleichzeitig hat sich bisher gezeigt, dass die Erhebung der er- forderlichen Daten sehr aufwändig ist. Die Verwaltung hat für ein derartiges Projekt gegenwär- tig keine Ressourcen. Ebenso müssten noch Fragestellungen wie Datenschutz, Untersuchungs- umfang, Projektpartner, Fördermittel o. Ä. geprüft werden. Im Hinblick auf die flächendeckende Kartierung wird vorgeschlagen, die Ergebnisse der Detail- untersuchungen des Gebietes Pfannkuchareal und des für 2015 vorgesehenen Gewerbegebie- tes abzuwarten.
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NIEDERSCHRIFT Stadt Karlsruhe Gremium: 8. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: 3. Februar 2015, 15:30 Uhr öffentlich Ort: Bürgersaal des Rathauses Vorsitzende/r: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 26. Punkt 25 der Tagesordnung: Abwärme- und Wärmebedarfskarte für Industrie- parks und Gewerbegebiete Antrag der Stadträtinnen Bettina Lisbach, Zoe Mayer und Daniela Reiff, der Stadträte Alexander Geiger und Johannes Honné (GRÜNE) sowie der GRÜNE- Gemeinderatsfraktion vom 22. Dezember 2014 Vorlage: 2015/0004 Beschluss: Kenntnisnahme von der Stellungnahme der Verwaltung und Verweisung in den Aus- schuss für Wirtschaftsförderung Abstimmungsergebnis: Keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 25 zur Behandlung auf und verweist auf die vorliegende Stellungnahme der Verwaltung. Stadträtin Mayer (GRÜNE): Wenn wir von Energiewende sprechen, dann denken die meisten als erstes an eine Stromwende, an Solaranlagen und Windkraftanlagen. Wenn wir von Energieeinsparung sprechen, dann denken die meisten wahrscheinlich erst an kluge Energiespartipps für zuhause, Energiesparlampen, die Heizung ein bisschen herun- terdrehen. Aber, Energiewende heißt auch, eine Wärmeenergiewende und Wärmeeinsparung ma- chen vor allem Sinn, wenn sie im großen Maßstab stattfinden, nämlich in der Wirtschaft, in Industrie- und Gewerbegebieten. Dieses Thema möchten wir mit unserem Antrag heute stärker in den Fokus rücken durch eine energieeffiziente, wirtschaftlich sinnvolle Wirtschaftsförderung. Ein Gewerbegebiet oder ein Industriepark umfasst meist einen sehr branchenübergrei- fenden Mix an Gewerbe und Industrie, wo auf der einen Seite sehr viel Energie frei wird, die nicht genutzt werden kann, viel Wärme frei wird. Und auf der anderen Seite wird viel Wärme benötigt zum Heizen, zur Prozesswärme oder auch zum Kühlen. Hier ist es sinnvoll, eine Transparenz zu schaffen für Gewerbe- und Industriegebiete, damit die Un- ternehmen schnell sehen, wo Potentiale in ihrer Umgebung sind. - 2 - Von der Stadtverwaltung gab es jetzt schon ein erstes Pilotprojekt im Pfannkuchareal, dem wir sehr positiv gegenüberstehen. Die Auswertung, die bislang stattgefunden hat, zeigt, dass Amortisationen hier sehr schnell möglich sind, dass es sich wirklich um eine wirtschaftliche Maßnahme handelt, die viel Energie bringen kann, auch für die einzelnen Unternehmen, die Geld bringen kann. Wir würden diese Förderung gerne weiter ausge- baut sehen. Die Stellungnahme der Stadtverwaltung verweist auch darauf, dass viel Personal nötig ist, viel Geldmittel nötig sind für solche Detailanalysen, wie sie bislang im Pfannkuch- areal durchgeführt worden sind. Den Punkt sehen wir natürlich auch, der ist uns ganz bewusst. Mit so einem Kataster, mit Karten für Wärmebedarfe und Abwärmeströme sehen wir aber auch die Chance, einmal zu prüfen: Ist es möglich, auch eine gröbere Analyse durchzuführen, die nicht so personal- und finanzaufwendig ist? Um so schon einmal einen Überblick zu haben, wo lohnt sich die Detailanalyse umso mehr. Das wäre unser erstes Anliegen, hier wirklich noch einmal zu schauen: Ist eine Grobanalyse bis zu einem gewissen Grad sinnvoll? Einen anderen Punkt, den wir gerne noch an die Stadtverwaltung mitgeben möchten, ist, doch noch einmal zu schauen, wo man für solche Projekte auch Fördermittel eintrei- ben kann, Stichwort: KfW EU-Förderung, Bund, Land. Hier ist doch vielleicht noch eini- ges mehr möglich. Ansonsten bedanken wir uns und freuen uns, dass die Stadtverwaltung die Karten auch als sinnvolles Instrument ansehen würde. (Beifall bei den Grünen) Stadtrat Brenk (CDU): Die CDU-Fraktion kann sich dem Antrag der GRÜNE-Fraktion nicht anschließen und kann ihn auch nicht nachvollziehen. Auch wenn die Stadt Karls- ruhe sich das Klimaschutzkonzept 2009 auf die Fahnen geschrieben hat, muss man das nicht bis zum letzten Punkt nachverfolgen. (Unruhe) Im Zuge der Haushaltsplanung und der Haushaltskonsolidierung ist es unseres Erachtens nicht zielführend, ein weiteres Gutachten, bei dem plus/minus 100.000 € verschlungen werden, anzufordern, um hier eine Wärmebedarfskarte zu erstellen, auf der wir erken- nen, wo rote Flecken, gelbe Flecken und grüne Flecken sind. (Zurufe) Zu diesem Ergebnis kam auch die Verwaltung. Hier kann man der Verwaltung nur ein Lob aussprechen, dass nicht zusätzlich Geld und nicht zusätzlich Ressourcen von Perso- nen gebunden werden. Dem Antrag der GRÜNE-Fraktion zufolge, geht diese davon aus, dass die Unternehmer in Karlsruhe unfähig und dumm sind. Denn wenn ich den Antrag hier lese, dann muss ich sagen, die Unternehmer hier in Karlsruhe sind fähig, ein Energiekonzept in ihrem - 3 - Unternehmen zu erstellen und auch die Energie so zu verwenden, wie es richtig ist. Der Unternehmer, der heute in eine neue Heizanlage oder in eine Bedarfsanlage investieren muss, der wird die schon so zielführend ermitteln, dass sie für ihn letzten Endes den richtigen Nutzen bringt. Eine Wärmebedarfskarte jetzt zusätzlich zu erstellen, erachten wir insgesamt als überflüssig. Dann möchte ich die kleine Anmerkung noch mitbringen: Auch die GRÜNE-Fraktion kann einen großen Beitrag zum Klimaschutz beitragen, indem sie auch bei den Fahrzeu- gen auf umweltgerechte Energie umstellt. Es gibt genügend Elektrofahrzeuge. Die Karls- ruher Automobilunternehmer würden sich darüber freuen. (Beifall bei der CDU; Zurufe) Stadtrat Dr. Fechler (SPD): Die SPD-Fraktion unterstützt Maßnahmen, die zur Identifi- zierung und Nutzung energetischer Einsparpotentiale beitragen. Aber letztendlich gilt auch hier, die Dinge richtig zu machen im Sinne der Effizienz, aber gleichermaßen auch die richtigen Dinge zu tun im Sinne der Effektivität. Die Antwort der Verwaltung ist aus unserer Sicht schlüssig und plausibel. Eine flächen- deckende Wärmebedarfskarte sehen wir in dem Falle auch nicht als wegweisend. Viel- mehr sehen wir die Möglichkeit, durch gezielte Projekte, wie sie exemplarisch am Pfann- kuchareal aufgezeigt wurden, in Kooperation mit Partnern Einsparpotentiale aufzuzei- gen. Es wurde auch deutlich am Beispiel Pfannkuchareal, dass die Fernwärme eine wirkliche Alternative darstellt und auch nicht jedes Gewerbe- oder Industriegebiet für eine so ge- artet Analyse geeignet ist. Von daher schlagen wir vor, das Ganze in den Umweltaus- schuss zu verweisen zur vertiefenden Diskussion. (Beifall bei der SPD) Stadtrat Wohlfeil (KULT): Wir schließen uns den Ausführungen von Frau Stadträtin Mayer an. (Beifall bei der KULT) Stadtrat Høyem (FDP): In Reading, 40 km von Oxford entfernt, in United Kingdom, ist das European Weather Forecasts Center. In diesem Center bearbeitet man nicht Millio- nen, sondern Milliarden von Informationen aus der ganzen Welt. Hier gab es den größ- ten Computer der Welt. Ich habe ihn selbst gesehen. Er war so groß wie ein Haus. Die internationalen Wissenschaftler informierten den Gemeinderat von Reading, dass dieser Computer so viel Energie generiert, dass man mehr als 100 Häuser aufwärmen könnte. Aber diese Information haben die Stadträte in den 80er Jahren als unrealistische wissen- schaftliche Spinnerei angesehen. So wurde die große Menge Energie von dem großen Schornstein direkt in die blaue Luft geschickt. Es ist bestimmt eine gute Idee, mit Unternehmen Abwärme und Wärmebedarf zu disku- tieren, aber selbstverständlich mit Respekt für Datenschutz und privates Eigentum. Mehr brauchen wir nicht. - 4 - (Beifall bei der FDP) Bürgermeisterin Luczak-Schwarz: Die Stadtwerke haben letzte Woche den ersten Teilabschnitt einer weiteren Fernwärmeautobahn – so haben wir es formuliert – in Be- trieb genommen. Einige von Ihnen waren bei diesem Termin dabei. Wir sind im Bereich der Abwärme aus entsprechenden Prozessen quasi die Spitze in Deutschland. Es gibt keine Stadt, die so viel im Bereich der Wärmewende getan hat, wie wir hier in Karlsruhe. Ich denke, das ist auch einmal ein Punkt, den man zur Kenntnis nehmen sollte. Wir soll- ten unser Licht da nicht unter den Scheffel stellen. Das möchte ich gerne vorweg stellen. (Vereinzelter Beifall) Das Zweite ist, dass wir gesagt haben: Da sind Potentiale da. Wir müssen im Bereich der Wärmewende arbeiten, um unsere eigenen Ziele aus dem Energieklimaschutzkonzept zu beantworten und auch zu erfüllen. Deswegen war der Ansatz mit dem Pilotvorhaben in der Pfannkuchstraße, mit dem Gewerbegebiet, der richtige Ansatz. Aber man muss sol- che Sachen auch mit Augenmaß und Zielorientierung verfolgen. Deswegen haben wir auch deutlich in der Antwort geschrieben, es ist ein Projekt der Wirtschaftsförderung, dass wir sagen, wir wollen die Ergebnisse und Prüfungen aus dem Gewerbegebiet Pfannkuchstraße abwarten und daraus dann unsere zukünftigen Strategien entwickeln. Es macht keinen Sinn, Mittel und Personal – das wir übrigens nicht haben für eine flä- chendeckende Untersuchung, es gibt meines Wissens auch kein Antrag von irgendeiner Fraktion für die Haushaltsberatung zu dem Thema – hier vorzuhalten. Mein Vorschlag wäre, dass man das mit Augenmaß verfolgt. Ich glaube gerne, dass Herr Kaiser und auch die Vertreter der Stadtwerke im Ausschuss für Umwelt und Gesundheit das Konzept vorstellen, das wir dort haben, dass Sie einfach auch von der Umweltseite her informiert werden. Es ist hier allen ein großes Anliegen, aber Step by Step. Ich habe schon den Anspruch, dass wir unsere Spitzenposition in dem Bereich weiter ausbauen. Der Vorsitzende: Wenn Sie einverstanden wären, würden wir dann im Ausschuss für Umwelt und Gesundheit die Ergebnisse der Detailuntersuchungen Pfannkuchareal vor- stellen und damit das Thema noch einmal implizit aufrufen. Sie haben es ansonsten auch der Stellungnahme entnehmen können. (Herr Kaiser/Amt für Wirtschaftsförderung: Das ist schon auf der Tagesord- nung des Ausschuss für Wirtschaftsförderung!) - Das ist ja noch besser. Also Wirtschaftsförderungsausschuss. Können wir so verbleiben oder wollen Sie es zusätzlich noch im Umweltausschuss haben? Ich glaube aber, dass das jetzt erst einmal ausreicht. Dann bekommen Sie die Informationen auch darüber, welche Mittel wir gegebenenfalls dann bräuchten. Im Moment – da bleibt die Verwal- tung auch dabei – haben wir nicht Mittel und auch nicht das Personal, um diesen um- fassenden Prüfauftrag zu erfüllen. - 5 - Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 26. Februar 2015