Nachtspeicherheizungen
| Vorlage: | 2014/0811 |
|---|---|
| Art: | Anfrage |
| Datum: | 09.12.2014 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Offen |
| Erwähnte Stadtteile: | Grötzingen |
Beratungen
- Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 03.02.2015
Rolle: Kenntnisnahme
Ergebnis: Kenntnisnahme
Zusätzliche Dateien
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STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ANFRAGE Stadtrat Tom Høyem (FDP) vom 1. Dezember 2014 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 8. Plenarsitzung Gemeinderat 03.02.2015 2014/0811 29 öffentlich Nachtspeicherheizungen 1. Wie ist das Ergebnis der Prüfung des Kostensenkungspotentials bei der Strombeschaffung? 2. Wann kommt die Senkung des NT-Strompreises durch Ladung mit billigem Überschussstrom? 3. Haben die Stadtwerke jetzt die technischen Möglichkeiten, immer den Speicherheizungen Strom zu liefern, wenn der Strom am billigsten ist? 4. Wie ist der Stand der versprochenen sozialwissenschaftlichen Begleituntersuchung in Grötzingen, wonach dem ursprünglichen Zeitplan das Resultat im Februar 2014 vorgestellt werden sollte? Die FDP-Fraktion hat systematisch und mit viel Geduld versucht, die Stadtwerke dazu zu bewegen, dass sie mit konstruktiven Ideen und positiver Haltung die intelligente thermische Heizung zur Speicherung von Strom begleitet. Bis jetzt sind wenige Handlungen den positiven Worten gefolgt. unterzeichnet von: Tom Høyem Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 23. Januar 2015 Sachverhalt/Begründung:
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STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zur Anfrage Stadtrat Tom Høyem (FDP) vom: 01.12.2014 eingegangen: 02.12.2014 Gremium: 8. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 03.02.2015 2014/0811 29 öffentlich Dez. 4 Nachtspeicherheizungen Die Strombereitstellung für Nachtspeicherheizungen (NSP) ist unter den gegebenen energie- politischen und energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen relativ komplex. Sie beruht, ähnlich wie bei der Strombereitstellung für Haushalte, auf errechneten, standardisierten Last- kennlinien, die in der Summe aller Heizungskunden eine relativ gute Annäherung an die tat- sächliche Leistungsinanspruchnahme sind. Bei einer Einzelfallbetrachtung kann es aber auch starke Abweichungen geben. Der benötigte Strom für die NSP wird von den Energieversor- gern i. d. R. im Voraus (z. B. im Vorjahr) beschafft. Das sind dann außentemperaturabhängige Strommengen, die von den Beteiligten, nämlich Stromlieferanten, Netzbetreiber und Strom- verkäufer gegenseitig verrechnet werden. Mit den Endkunden werden dagegen Stromliefer- verträge mit durchschnittlichen Strompreisen für das ganze Jahr abgeschlossen. Zu den Punkten der Anfrage im Einzelnen: 1. Wie ist das Ergebnis der Prüfung des Kostensenkungspotentials bei der Strom- beschaffung? Wenn es gelingen sollte, einige innovative Ansätze in die Praxis umzusetzen, wird das Sen- kungspotential bei den Strombeschaffungskosten - bezogen auf den durchschnittlichen Preis eines Jahres - nicht mehr als 1 bis 2 Cent je kWh betragen können, wenn sich die energiepoli- tischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht fundamental ändern. Diese Größen- ordnung ist dann zwar rund ein Viertel bis ein Drittel des derzeitigen Energiepreises an der Strombörse (also eigentlich ein relativ großer Anteil), aber eben nur ein kleiner Betrag, gemes- sen am Bruttostrompreis, beim Endkunden. 2. Wann kommt die Senkung des NT-Strompreises durch Ladung mit billigem Überschussstrom? 3. Haben die Stadtwerke jetzt die technischen Möglichkeiten immer den Speicher- heizungen Strom zu liefern, wenn der Strom am billigsten ist? Zu 2. und 3.: Die derzeitige Beschaffung des Stroms orientiert sich brancheneinheitlich wie eingangs er- wähnt an sogenannten Standardlastprofilen für Nachtspeicherheizungskunden. Dies sind ver- einfacht ausgedrückt über 24 Stunden errechnete, temperaturabhängige Lastprofile, also ¼- Stunden-Leistungswerte, die, wie oben beschrieben, von den jeweiligen Stromlieferanten für Seite 2 Ihre Stromkunden im jeweiligen Netzgebiet bereitzustellen sind. Es wird also bei dieser Me- thode nicht möglich sein, kurzfristig billigen Überschussstrom für die NSP einzusetzen, zu- mindest nicht mit Kostenvorteilen. Eine Voraussetzung (neben anderen) hierfür wäre der Ein- satz von sogenannten Lastprofilzählern, die die Leistungsinanspruchnahme beim Kunden ¼- Stunden genau messen und registrieren. Im Gegenzug könnten dann zeitgleich billigere Strommengen von der Börse für diese Kunden eingesetzt und verrechnet werden. Diese Zäh- ler sind heute aber noch so teuer, dass sie alle Kostenvorteile zunichtemachen würden. Im Übrigen beschränken sich die Zeiten beim aktuellen Energiemix, an denen billiger Strom zur Verfügung steht - insbesondere an kalten Wintertagen –, auf wenige Stunden im Jahr. Die aktuellen Möglichkeiten werden in der Öffentlichkeit leider überschätzt. Billige oder gar negative Strompreise gibt es in der Regel nur dann, wenn das Windaufkommen hoch ist und mit einem sonnenreichen Sonn- oder Feiertag zusammen fällt. Die Stadtwerke haben schon in der letzten Heizperiode ein Pilotprojekt gestartet, in dem sie bei einer Reihe von Testkunden mit Lastgangzählern die Lastprofile ermitteln und die theoreti- schen Optimierungsmöglichkeiten bei der Strombeschaffung einerseits, aber auch durch vari- able Nachladungszeiten andererseits simulieren. Bekanntermaßen war der letzte Winter aber ein sehr milder, so dass das Pilotprojekt in dieser Heizperiode fortgesetzt wird. Sobald die Ergebnisse vorliegen, werden die SWK prüfen, ob die NSP-Heizungstarife ggf. ge- senkt werden können. Wie unter Punkt 1 erwähnt, werden sich die Möglichkeiten aber sehr in Grenzen halten. 4. Wie ist der Stand der versprochenen sozialwissenschaftlichen Begleitunter- suchung in Grötzingen, wonach dem ursprünglichen Zeitplan das Resultat im Februar 2014 vorgestellt werden sollte? Die genannten sozialwissenschaftlichen Begleituntersuchungen wurden im Rahmen einer von der KfW geförderten Studie „Entwicklung eines innovativen Wärmeversorgungskonzepts für ein Wohnquartier in Karlsruhe unter Beachtung sozioökonomischer Anforderungen“ durch- geführt. Die Studie wurde erst im Oktober 2014 abgeschlossen. Kernpunkt der Studie war die Untersuchung von möglichen alternativen Heizenergiekonzepten und ein Vergleich der resul- tierenden Umbaubaumaßnahmen und Heizkosten. Die soziowissenschaftliche Begleitfor- schung war nur ein Teilaspekt. Kurz zusammengefasst kann man sagen, dass alle Alternativen deutlich teurer sind als der Weiterbetrieb der NSP. Ein Ersatz der Altanlagen durch neue NSP ist i. d. R. die billigste Sanie- rungsvariante. Ein alternatives Heizsystem würde i. d. R. ein Versorgungsnetz in der Straße (Erdgas- oder Wärmenetz), aber auch zu enormen Umbaumaßnahmen innerhalb der Gebäu- de mit entsprechenden Belästigungen für die Bewohner führen. Dies wird von der großen Mehrheit der Bewohner, trotz der hohen Stromkosten für die NSP, mit Überzeugung abge- lehnt. Auch bei den Hausbesitzern gibt es wenig Investitionsbereitschaft.
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NIEDERSCHRIFT Stadt Karlsruhe Gremium: 8. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: 3. Februar 2015, 15:30 Uhr öffentlich Ort: Bürgersaal des Rathauses Vorsitzende/r: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 32. Punkt 29 der Tagesordnung: Nachtspeicherheizungen Anfrage des Stadtrats Tom Høyem (FDP) vom 1. Dezember 2014 Vorlage: 2014/0811 Beschluss: Kenntnisnahme von der Stellungnahme der Verwaltung Abstimmungsergebnis: keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 29 zur Behandlung auf und stellt fest, die Stellungnahme der Verwaltung liege vor, der Gemeinderat habe Kenntnis genommen. (Keine Wortmeldung) Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 26. Februar 2015