Programm Stadtjubiläum 2015
| Vorlage: | 2014/0685 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 16.06.2014 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Karlsruhe Tourismus GmbH |
| Erwähnte Stadtteile: | Durlach, Oberreut |
Beratungen
- Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 01.07.2014
Rolle: Entscheidung
Ergebnis: Kenntnisnahme
Zusätzliche Dateien
-
Extrahierter Text
BESCHLUSSVORLAGE STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister Gremium: 62. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 01.07.2014 2014/0685 6 öffentlich Dez. 4 Programm Stadtjubiläum 2015, aktueller Sachstand Beratungsfolge dieser Vorlage am TOP ö nö Ergebnis Gemeinderat 01.07.2014 6 Antrag an den Gemeinderat / Ausschuss Der Gemeinderat nimmt den aktuellen Sachstand zum Stadtjubiläum 2015 zur Kenntnis. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Kontierungsobjekt: Kontenart: Ergänzende Erläuterungen: ISEK Karlsruhe 2020 - relevant nein ja Handlungsfeld: Image der Stadt Karlsruhe Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Stadtmarketing Karlsruhe GmbH Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Gliederung 1. Einführung 2. Programminhalte A. Inszenierungen am Schloss B. Partnerprojekte sowie sonstige kommunale Projekte C. Projekte zur Bürgerbeteiligung 3. Finanzierungsplan – Fortschreibung 4. Stadtjubiläum als klimafaire Veranstaltung (Green Event) Ergänzende Erläuterungen Seite 3 1. Einführung Das Programm für das Stadtjubiläum 2015 liegt nun vor. Die Wochenenden vom 17. Juni bis 27. September 2015 stehen jeweils unter einem Thema und bilden einen Span- nungsbogen über den 15-wöchigen Festivalsommer. Das Programm im Pavillon orien- tiert sich in seiner Programmstruktur an den vier Kernthemen der Stadt Karlsruhe: Wis- senschaft und Technologie, Kunst und Kultur, Demokratie und Recht sowie Lebensqua- lität. Zahlreiche Beteiligungsformate machen das Stadtjubiläum 2015 zu einem Fest von, mit und für die Bürgerinnen und Bürger. Ein wesentliches Ziel ist es, die Identifika- tion der Bürgerinnen und Bürger mit Karlsruhe zu stärken sowie Karlsruhe als innovative Stadt zu präsentieren, die sich stets neu erfindet. Bereits der Stadtgeburtstag 2011 un- ter dem Motto „Karlsruhe nimmt Fahrt auf‚ sowie der Stadtgeburtstag 2013 unter dem Motto „Karlsruhe will es wissen‚ haben unter Einbindung zahlreicher Institutionen, Vereine und Initiativen der Stadt spezifische Karlsruher Themen am Gründungsort der Stadt inszeniert. Karlsruhe feiert 2015 seinen 300. Stadtgeburtstag rund um das Schloss. Das Stadtjubiläum inszeniert den Gründungsort der Stadt, von dem 32 Strahlen in alle Richtungen ausgehen, neu. Nach Süden erstreckt sich die gebaute Stadt mit in- novativen Institutionen wie dem KIT, dem Bundesverfassungsgericht und verschiedenen Kultureinrichtungen. Im Norden liegt der Wald, die Natur, der Ort für Erholung und Freizeit. Das Leitmotiv des Stadtjubiläums „Innovation und Lebensqualität‚ wurde aus dieser Dualität des Stadtgrundrisses abgeleitet. Das Kommunikationskonzept des Festi- valsommers greift unter dem Motto „Es geht rund‚ diesen einzigartigen Stadtgrundriss auf. Hierzu wurde bereits ein Flyer präsentiert, der die Höhepunkte des Stadtjubiläums darstellt. 2. Programminhalte A. Inszenierungen am Schloss Das Jubiläum ist Anlass, das Schloss als Zentrum der Stadt neu zu bespielen und die Präsenz des Gründungsortes zu betonen. Pavillonprogramm Der Pavillon ist gemeinsam mit der Schlossprojektion permanenter Anlaufpunkt im Fes- tivalsommer. Er steht allen Bürgerinnen und Bürgern sowie allen Besucherinnen und Besuchern offen und verweist auf das Programm in der ganzen Stadt. Umgekehrt füh- ren zahlreiche Institutionen der Stadt und der Region Gastspiele im Pavillon durch. Für die Schlossinszenierung zum Stadtjubiläum 2015 wurde per nationaler Ausschrei- bung nach VOB/A Planung und Bau eines multifunktionalen Veranstaltungsraums mit Festivalbühne (Pavillon) extern vergeben. Auf Grundlage der Bewertung einer Fachjury unter Einbeziehung von Vertretern des Gemeinderates wurde die Bietergemeinschaft Rubner Holzbau (GU) / J. Mayer H. Architects (Gestalter) im Februar 2014 mit der Reali- sierung beauftragt. Ergänzende Erläuterungen Seite 4 Tagesstruktur des Pavillonprogramms Die Wochentage im Pavillon folgen einem täglichen Rhythmus. Es beginnt mit dem Frühsport, bei dem die Initiative Gesundheitssport im Zeitfenster ab 7 Uhr Tai Chi, Yoga, Qui Gong, Pilates, Meditationen und weitere Sportarten anbietet. Örtliche Yoga- Gruppen, Trainer und Vereine sind in die Programmgestaltung eingebunden. Der Vormittag findet unter dem Motto „Anders Lernen‚ statt. Hier werden etablierte Formate wie „KIT-Kinderuni‚ oder „KiX‚ kombiniert mit neuen, speziell für diesen Vormittag entwickelten Lernmethoden. Partner für die Erstellung dieser Formate sind die Hochschulen, Weiterbildungseinrichtungen sowie Kulturinstitutionen aus Karlsruhe. Verschiedene Mittagsformate bieten die Möglichkeit, sich mittags mit anderen zu tref- fen, gemeinsam zu essen und Zeit miteinander zu verbringen. Die Umsetzung dieser Angebote erfolgt in Abstimmung mit einem geeigneten Caterer. Die Ausschreibung des Caterings ist bis Oktober 2014 geplant. Der Nachmittag steht unter dem Motto „Tauschen. Teilen. Tüfteln.‚ (Arbeitstitel). In Kooperation mit dem Internationalen Begegnungszentrum (IBZ) präsentieren sich an einem Nachmittag in der Woche internationale Kulturvereine im Pavillon. Gemeinsam mit zahlreichen Partnern, etwa dem FabLab e. V. oder dem Quartier Zukunft, werden Workshops und Mitmachformate angeboten, bei denen das spielerische Selbermachen, die eigene Beteiligung, der gegenseitige Austausch von Wissen und Kompetenzen im Vordergrund stehen. Abends werden unter dem Motto „Gesellschaft. Stadt. Heimat‚ Talkformate zu den Themen Demokratie und Recht, Werte und Glaube sowie Heimat angeboten. Theater- abende in Kooperation mit den Karlsruher Bühnen sowie Musikformate sollen Erlebnis- se schaffen. Am späten Abend sind Formate wie „Open Stage‚ oder kabarettistische Lesungen geplant. Wochenstruktur des Pavillonprogramms Neben der Tagesstruktur hat das Pavillonprogramm eine durchgehende Wochenstruk- tur. Der Montag ist der Tag der Stadtteile und wird mit dem „Stadtteil-Battle‚ zum ei- nen den Stadtteilprojekten ein Forum zur Darstellung bieten. Zum anderen werden je- weils zwei bis drei Stadtteilvertreter in einem spielerischen Wettkampf ihren Stadtteil vertreten. Die Vertreterinnen und Vertreter werden als „Pfarrer gegen Pfarrer‚ oder „Lehrer gegen Lehrer‚ auch ein spielerisches Duell der Berufe und Funktionen darstel- len. Am Dienstag ist das Wissenschaftsfestival EFFEKTE zu Gast im Pavillon. Die wissen- schaftlichen Einrichtungen sind aufgerufen, ihre Forschungsbereiche spannend und un- terhaltsam zu präsentieren. Mit dem „Science-Show off‚, dem „Science-Slam‚ und weiteren Angeboten wie zum Beispiel Podiumsdiskussionen und Vortragsreihen werden Wissenschaft und Abendunterhaltung miteinander kombiniert. Am Mittwochabend werden in einem Podium mit anschließender Publikumsbeteiligung aktuelle gesellschaftliche Themen aus den Bereichen Recht, Demokratie, Philosophie und Ethik diskutiert. Die Frage nach Perspektiven der gegenwärtigen Gesellschaft soll auch Impulse für das Nachdenken über die Zukunft der Stadt liefern. Innerhalb der Mittwochsreihe wird ein neuer Heimatbegriff diskutiert, womit zugleich ein Ausblick auf die Heimattage 2017 in Karlsruhe gegeben wird. An jedem Donnerstagabend werden im „Karlsruher Brettl‚ die Karlsruher Bühnen zu Gast sein. Bewerbungen der Karlsruher Theater wie Sandkorn oder Badisch’ Bühn‘ lie- gen vor. Ergänzende Erläuterungen Seite 5 Bei „Music & Friends‚ am Freitagabend laden Karlsruher Kunst- und Kulturgrößen aus Musik und Kabarett befreundete Künstler ein. In diesem Format wird auch DAS FEST zu Gast sein. Dieses Format bietet auch die Plattform für herausragende interkulturelle Musikdarbietungen. An einigen Samstagen steht tagsüber der Pavillon als „Schaufenster der Region‚ für die Präsentation der Besonderheiten von Städten und Gemeinden aus der TechnologieRe- gion Karlsruhe offen. An einigen Sonntagen wird morgens ein „Musikalisches Sonntagsfrühstück‚ angebo- ten. Nachmittags laden Karlsruher Tanzschulen und -vereine zum „Tanztee‚ ein. An den Sonntagabenden sind Spieleabende oder offene Bühnen geplant. Neben diesen Abendformaten gibt es ab 22 Uhr von Mittwoch bis Samstag diverse La- te-Night-Formate. Der Film steht hier an den Donnerstagen im Mittelpunkt. In Koopera- tion mit dem Filmboard Karlsruhe e. V. wird die Filmreihe „Streiflichter Karlsru- he‚(Arbeitstitel) Filme aus und über Karlsruhe präsentieren. Im Wechsel wird die „Glo- bale im Pavillon‚ Filme aus aller Welt von „Nollywood‚ bis hin zu themenbezogenen Kurzfilmen junger internationaler Filmemacher zeigen. Das „Literarische Roulette‚ bringt in Kooperation mit der Literarischen Gesellschaft an Freitagen literarische Gruppen in den Pavillon. Moderatoren führen durch Vorträge und kabarettistische Lesungen. Die Wochenenden widmen sich bestimmten Schwerpunktthemen, die durch Formate wie das Wissenschaftsfestival EFFEKTE, die Landesgymnaestrada oder die Europäische Jonglierconvention (EJC) bestimmt sind und folgen daher einem anderen Rhythmus. Grundprinzipien der Programmerstellung Das Pavillonprogramm folgt mehreren Grundprinzipien: - Das Programm bildet die vier Karlsruher Kernthemen Kunst und Kultur, Wis- senschaft und Technologie, Demokratie und Recht sowie Lebensqualität ab. Die- se spiegeln sich im gesamten Programm wider. - Das Programm ist ein Spiegel von Stadt und Region. Dies wird etwa im „Stadtteil-Battle‚ oder dem „Schaufenster der Region‚ besonders deutlich. - Für das Programm sind markante Veranstaltungsformate mit Wiedererken- nungswert entwickelt worden, wie das „Karlsruher Brettl‚ der Karlsruher Büh- nen oder „Music & Friends‚. - Der Pavillon verweist nicht nur durch den Infopunkt vom zentralen Ort auf ande- re Kulturorte und Programmpunkte in Stadt und Region. Die Institutionen ge- stalten das Programm mit, wie beispielsweise das ZKM mit Filmen und innova- tivem Musikprogramm oder das Tollhaus mit dem „Zeltival im Pavillon‚. - Das Programm entsteht durch ein Miteinander, das sich vor allem in den zahl- reichen partizipativen Projekten des Formats „Tauschen. Teilen. Tüfteln.‚ (Arbeitstitel) zeigt, wenn es um den Austausch von Wissen und Kompetenzen sowie um nachhaltiges Wirtschaften geht. - Zum Geburtstag wird der Zeitstrahl aus Vergangenheit, Gegenwart und Zu- kunft ins Bewusstsein gerückt, etwa wenn die Kunsthalle mit dem Rahmenpro- gramm der großen Landesausstellung „Die Meistersammlerin – Karoline Luise von Baden‚ im Pavillon zu Gast ist. In die Zukunft blickt beispielsweise der Diens- tagabend mit dem Wissenschaftsfestival EFFEKTE im Pavillon. Ergänzende Erläuterungen Seite 6 - Das Programm steht im Spannungsfeld zwischen lokaler Verortung und globaler Perspektive. Damit wird die Spezifik Karlsruhes als badische Groß- stadt aufgegriffen, deren Institutionen in verschiedenen Bereichen global ver- netzt sind. Der europäische Austausch wird beispielsweise bei der Europäischen Jonglierconvention und Veranstaltungen mit Partnerstädten erlebbar. Freiraumgestaltung im Schlossareal Mit der atmosphärischen Gestaltung von Schlossgarten und Schlossplatz soll der zentra- le Veranstaltungsort des Festivalsommers qualitativ hochwertig und auf alle anstehen- den Funktionen abgestimmt aufgewertet werden. Wesentlich sind Sitzgelegenheiten und ein einheitliches Erscheinungsbild von Gastronomie, Zelten und Beschilderungen. Eröffnungsveranstaltung Die Eröffnungsveranstaltung wird vom 17. Juni bis 20. Juni 2015 gefeiert. Im Rahmen eines europäischen Vergabeverfahrens wurde die Arbeitsgemeinschaft Dreinull / batt- leROYAL im Herbst 2013 mit der Umsetzung der Eröffnungsveranstaltung beauftragt. Die Veranstaltung gliedert sich in einen Prolog mit Auftakt am 17. Juni in Durlach und in der Karlsruher Innenstadt. Am 20. Juni finden die Hauptshow und der Epilog auf dem Schlossplatz statt. Das Konzept sieht eine Lichtinstallation mit 32 farbigen Strahlern als roten Faden für die Eröffnungsveranstaltung vor. Jeder der Strahler wird einer histori- schen Person zugeordnet und mit Bezug zu dieser Person verortet. Für die 32 Personen werden Schulklassen gesucht, die als Pate fungieren und sich im kommenden Schuljahr mit der Geschichte und den Ideen der jeweiligen Personen auseinandersetzen. Basie- rend darauf werden Inszenierungen entwickelt, die im Rahmen des Prologs auf vier Bühnen in der Karlsruher Innenstadt, den sogenannten „Laborbühnen‚, zur Auffüh- rung gebracht und zum Teil in der Eröffnungsshow aufgegriffen werden. Künstlerische Schlossprojektion Eine allabendliche audiovisuelle Projektion interpretiert die Schlossfassade über 15 Wo- chen neu. Diese wird sich künstlerisch mit der Stadtgründung und der Stadtgeschichte sowie mit der Gegenwart und Zukunft Karlsruhes auseinandersetzen. Das Zusammen- spiel von historischer Architektur und moderner Medienkunst lässt den Ort zum Anzie- hungspunkt werden. Gezeigt werden die Projektionen nach Einbruch der Dunkelheit jeden Abend von ca. 21 bis 24 Uhr, ein Wechsel der Projektion ist alle 14 Tage geplant. Für das künstlerische Konzept und die Zusammenstellung der Künstler und Künstler- gruppen zeichnet sich ein Kuratorenteam mit Vertretern der renommierten Karlsruher Institutionen, wie Akademie der Bildenden Künste, Hochschule für Gestaltung, Zentrum für Kunst und Medientechnologie sowie Karlsruher Institut für Technologie verantwort- lich. Zirkelbespielung Für die Inszenierung des Zirkels rund um das Schloss werden aktuell verschiedene Opti- onen geprüft. Eine ortsspezifische Kunstinstallation auf dem Zirkel soll eine dauerhafte visuelle Präsenz über den Sommer schaffen. Der Zirkel wird über den Sommer hinweg mit markanten Eventformaten bespielt. Beispielsweise wird mit einem „Zirkeltraining‚ am 13. September 2015 ein großes Sportfest auf dem Zirkel gefeiert. Darüber hinaus wird er als Laufstrecke zum individuellen Training erschlossen. Ergänzende Erläuterungen Seite 7 Abschlussveranstaltung Für die Abschlussveranstaltung des Stadtjubiläums werden aktuell verschiedene Optio- nen geprüft. Eine Option ist die Integration des Ideenwettbewerbsprojekts „Fächerbal- lett‚ in die Abschlussveranstaltung. Dies könnte möglicherweise unter Einbindung eines Sponsors umgesetzt werden. Eine Entscheidung über die Umsetzung erfolgt bis Ende 2014. B. Partnerprojekte sowie sonstige kommunale Projekte Anlässlich des Stadtjubiläums findet erstmals vom 19. Juni 2015 bis Mitte April 2016 die Medienkunstausstellung „Globale‚ des ZKM statt. Die Verbindungen von Kunst, Wis- senschaft und Technologie, von digitaler Revolution und Demokratieentwicklung wer- den in einer globalen Perspektive mithilfe eines neuen Kunstbegriffs unter dem Titel „Renaissance 2.0‚ offengelegt. Die Globale wird über 300 Tage das ZKM und den öf- fentlichen Raum in der Stadt Karlsruhe bespielen. Das Stadtmuseum zeigt ab Herbst 2015 eine Ausstellung zur Stadtgeschichte. Weiterhin werden zwei Große Landesausstellungen umgesetzt, „Die Meister- Sammlerin. Karoline Luise von Baden‚ vom 30. Mai bis 6. September 2015 in der Staat- lichen Kunsthalle sowie „Karl Wilhelm 1679 - 1738‚ vom 9. Mai bis 8. November 2015 im Badischen Landesmuseum. Das Wirken von Friedrich Weinbrenner wird von der Städtischen Galerie in einer großen Ausstellung gewürdigt. In Kooperation mit diesen Einrichtungen erfolgt unter Federführung der Karlsruhe Tourismus GmbH die touristi- sche Vermarktung des Stadtjubiläums. Vom 27. Juni bis 2. Juli 2015 findet erneut das Wissenschaftsfestival EFFEKTE in Koope- ration mit zahlreichen Karlsruher Wissenschaftseinrichtungen unter dem Motto „Zu- kunft der Stadt – Stadt der Zukunft‚ statt. Mit den „Geistesblitzen‚ treten hierbei die Hochschulen im Wettbewerb der klugen Köpfe an. Geplant ist zudem ein „Schaufens- ter‚ für ein in Deutschland erstmals stattfindendes Festival des Wissenschaftsfilms. Zahl- reiche Vorträge, Tage der offenen Tür und Live-Experimente machen die Karlsruher Wissenschaft begreifbar. Wieder präsentiert werden das „Fest der jungen Forscher‚, die „OsKarl‚-Verleihung, die „Galerie des Scheiterns‚ oder die „Erfindernacht‚. Weitere Höhepunkte des Programms sind die „Die Europäische Jonglierconvention‚ (EJC) sowie die Landesgymnaestrada. Die EJC findet vom 7. August bis 16. August 2015 in der Günther-Klotz-Anlage und im Schlossgarten statt. Die offizielle Eröffnung wird im Schlossgarten am 9. August stattfinden. Eine große Feuershow mit 300 Geburtstagsfa- ckeln wird am Schloss am 15. August präsentiert. Die Landesgymnaestrada findet als Gemeinschaftsprojekt des Badischen und Schwäbischen Turnerbundes unter dem Mot- to „Gymnastik auf der Straße‚ vom 3. Juli bis 5. Juli 2015 statt. Im Pavillon, im Schloss- garten und an ausgewählten Plätzen der Innenstadt werden an drei Tagen zahlreiche Vorführungen auf Showbühnen präsentiert. Wie bei diesen Formaten werden auch bei der erstmals in Karlsruhe angebotenen Kinderspielstadt („Kinder Spiel statt Karls Ruhe‚) Kinder und Jugendliche in besonderer Weise angesprochen. Diese Veranstaltung des Stadtjugendausschusses wird im Schlossgarten zweimal eine Woche lang mit jeweils mehr als 200 Kindern das Stadtleben abbilden und mit dem Pavillonprogramm verbin- den. Ergänzende Erläuterungen Seite 8 Trendsportarten und Jugendkulturen stehen im Mittelpunkt des Projektes „Young Ur- ban Moves‚ unter Federführung des Tollhauses. Dieses Projekt wird einerseits mit 50 Jugendlichen aus Karlsruhe beteiligungsorientiert eine Show aus Breakdance, Parkour sowie weiteren Elementen einstudieren, die in einer Karlsruher Halle aufgeführt wird. Andererseits werden an einem Wochenende die verschiedenen Ebenen des Pavillons mit einer Show bespielt. Anlässlich des Tags der offenen Tür beim Bundesverfassungsgericht am 11. Juli 2015 wird das Thema Recht und Demokratie ins Zentrum gerückt. Die traditionellen Stadtgeburtstagsformate Draisinenrennen und Tribut an Carl Benz werden im Festivalsommer 2015 an einem Wochenende im Juli 2015 umgesetzt. Ein Grundprinzip der Programmentwicklung zum Stadtjubiläum 2015 ist die breite Ein- bindung der lokalen und regionalen Kulturszene. Hierzu wurden alle Institutionen, Ver- eine und Initiativen der Stadt Karlsruhe bei zwei Terminen im Juli 2013 und im Januar 2014 aufgerufen Projektvorschläge für das Jubiläumsprogramm einzureichen. Bis zum 28. Februar 2014 erfolgten insgesamt 139 Projekteinreichungen. Eine Bewertung und Auswahl von Projekten für eine Förderung im Rahmen des Jubiläumsbudgets erfolgte anhand von produktionstechnischen, programmatischen und künstlerischen Kriterien unter Beratung des künstlerischen Beirates. Insgesamt wurden 49 Projektanträge mit einer zugesagten Fördersumme in Höhe von insgesamt 172.205 EUR ausgewählt. Damit können Projekte mit einem Gesamtvolumen in Höhe von 1,15 Mio. EUR umgesetzt werden. Vorgesehen ist eine Einbindung der Projekte in das Gesamtprogramm des Jubi- läums sowie in das Pavillonprogramm. Darüber hinaus werden große Veranstaltungen mit überregionalem Potential außerhalb des Festivalsommers das Stadtjubiläum bereichern, etwa die Generalkonferenz des eu- ropäischen Städtenetzwerkes „Städte gegen Rassismus‚ (ECCAR) oder das Musikfest Baden-Württemberg. C. Projekte zur Bürgerbeteiligung Das Stadtjubiläum wird gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern geplant. Wäh- rend der verschiedenen Planungsphasen war und ist Beteiligung auf unterschiedliche Art und Weise möglich. Neben den Beteiligungselementen der Eröffnungsveranstaltung mobilisieren der Ideenwettbewerb und Stadtteilprojekte die kreativen Kräfte und das Engagement der Bürgerschaft. Stadtteilprojekte Im November und Dezember 2013 wurden bei Workshops mit den Bürgervereinen und Ortschaftsräten 89 Stadtteilprojekte zur Umsetzung im gesamten Jahr 2015 ausge- wählt. Diese Projekte zeigen die Kreativität und Bandbreite des Karlsruher Lebens und bringen das Jubiläum in die Stadtteile. Damit wird es zu einem Fest für, von und mit den Bürgerinnen und Bürgern. Die Umsetzung der Projekte erfolgt nach klaren Regeln. Wichtig ist, dass die Ideengeber selbst Verantwortung für ihr Projekt übernehmen und damit auch die Chance zur nach- haltigen Impulswirkung besteht. Die Ideengeber wurden an Infoterminen am 19. Febru- Ergänzende Erläuterungen Seite 9 ar 2014 sowie am 15. April 2014 über Rahmenbedingungen für die weitere Umsetzung und für Zuschussgewährung informiert. Alle Stadtteilprojekte sind Veranstaltungen im gesamtstädtischen Interesse und erhalten hierüber zahlreiche Vergünstigungen. Weitere Serviceangebote gibt es bei der Unterstützung der Bewerbung, bei der Bereitstellung von Räumlichkeiten, bei der Absicherung von Haftpflichtrisiken sowie in der Beratung der Veranstaltungsdurchführung. Zahlreiche Fragen der Projektträger wurden im Vorfeld geklärt. Es gab jedoch auch Probleme, die gemeinsam von Stadtmarketing, der Arbeitsgemeinschaft Karlsruher Bür- gervereine (AKB) sowie den Bürgervereinen und Ortschaftsräten gelöst wurden. Um die Haftungsrisiken natürlicher Personen als Projektumsetzer der Stadtteilprojekte zu min- dern, wurde ein Verein gegründet, der diese Risiken trägt. Noch nicht umfassend ge- klärt ist die Frage der Finanzierung von Folgekosten von Stadtteilprojekten, die als nachhaltige Projekte in den Jahren ab 2016 weitergeführt werden sollen. Bei diesen insgesamt 16 Projekten wird einerseits auf das bürgerschaftliche Engagement gesetzt, andererseits sind für komplexere Projekte wie beispielsweise die Kinderfarm in Oberreut stabile Rahmenbedingungen zu schaffen. Ideenwettbewerb Von 15 ursprünglich ausgewählten Projekten sind derzeit 12 Projekte in Umsetzung. Die Projekte „My Bloxx‚, „Karlsruhe erwacht‚, „110.000 Tage Karlsruhe‚, „Studenten blühen in Karlsruhe auf‚, „Sonnenuhr und Schattenbänke‚, „Haltestellen-Bühn’‚, „Un- tenrum! Expeditionen in Karlsruhes wilden Süden‚, „Museen des Volkes‚, sowie „Stadtleuchten‚ werden gemäß Projektplan umgesetzt. Die Einbindung des Projektes „Fächerballett‚ in die Abschlussveranstaltung wird aktuell geprüft. Das Projekt wurde noch nicht evaluiert, da die künstlerische Planung von den produktionstechnischen Rahmenbedingungen abhängig ist. Die Projekte „Organum‚ (vormals „Organ-i-Sat-ion‚) und „Garten der Religionen‚ werden durch zuständige Fachämter umgesetzt und mit Hilfe eines Sonderzuschusses finanziert. Die inhaltliche Güte und Plausibilität der Ausarbeitungen wurde vom künstlerischen Beirat für das Stadtjubiläum durch Evaluation gewährleistet. Die Projekte „Ost-West-Kinderfest‚, „Right-Aid-Konzert‚ und „Transit Karlsruhe‚ las- sen sich für 2015 nicht umsetzen. 1. Ost-West-Kinderfest: Das Ost-West-Kinderfest sah vor, ein großes Fest unter Ein- beziehung zahlreicher Schulen auf der Kriegsstraße umzusetzen. Zum Zeitpunkt der Projektauswahl durch die Jury sah der Bauzeitplan der Kombilösung einen Baubeginn in der Kriegsstraße ab 2016 vor. Seit Januar 2014 ist verbindlich fest- gestellt worden, dass die Kriegsstraße 2015 nicht als Veranstaltungsort genutzt werden kann. Eine räumliche Verlegung weg von der Hauptverkehrsader würde das Grundkonzept komplett verfremden. Im Zuge des Stadtjubiläums wird die Stärke Karlsruhes als kinderfreundliche Stadt anderweitig sichtbar gemacht, etwa mit der Kinderspielstadt, die im Schlossgarten zweimal eine Woche lang mit je- weils mehr als 200 Kindern stattfindet. 2. Right-Aid-Konzert: Geplant war ein mit international bekannten Künstlern be- setztes Benefizkonzert zur Unterstützung von Opfern von Menschenrechtsverlet- zungen. Eine Spende wäre nur bei gagenfreien oder sehr günstigen Auftritten der Künstler möglich gewesen. Da namhafte Künstler unter diesen Bedingungen nicht als Headliner zu gewinnen waren, wird das Konzept als nicht umsetzbar Ergänzende Erläuterungen Seite 10 eingestuft. Es wurden verschiedene Alternativ-Varianten geprüft (z. B. ein Festi- val der Weltmusik), die jedoch in ihrer Zugkraft nicht den gewünschten Effekt erzielt hätten, oder mit bereits bestehenden anderen Formaten (wie der „CREO- LE‚) in Konkurrenz getreten wären. 3. Transit Karlsruhe: Das Projekt wollte die Rolle der Migration und ihre enge Ver- knüpfung mit der Stadtgründung und dem Privilegienbrief in Form einer Ausstel- lung aufgreifen. Die Idee von Transit Karlsruhe ist 2015 nicht umsetzbar, soll aber zu den Heimattagen 2017 in Karlsruhe wieder aufgegriffen werden. Das Thema Migration findet sich auch im Pavillonprogramm wieder. 3. Finanzierungsplan - Fortschreibung Für das Stadtjubiläum 2015 sind aktuell Finanz- und Sachmittel in Höhe von 13.980.000 EUR zzgl. MwSt. gesichert. Darin enthalten ist eine Sponsoring-Vereinbarung mit den Stadtwerken Karlsruhe in Höhe von 150 TEUR. Aktuell werden weitere Sponsoringmittel erwartet, die jedoch noch nicht schriftlich fixiert sind. Im Ergebnis ist festzustellen, dass der vorgesehene private Finanzierungsanteil in Höhe von 3 Mio. EUR erreicht und mög- licherweise übertroffen wird. Seitens des Landes Baden-Württemberg sind darüber hin- aus Sachmittel durch günstige Konditionen bei der Anmietung landeseigener Liegen- schaften eingebracht. Eine weitergehende Unterstützung durch das Land Baden- Württemberg ist beantragt. Bei den öffentlichen Fördergeldern von Bund und Land sind die Ergebnisse abzuwarten. Insgesamt werden zum Jubiläum Projekte mit einem Budgetvolumen von weit mehr als 15 Mio. EUR umgesetzt. Der kommunale Anteil beläuft sich auf 11 Mio. EUR zzgl. MwSt. 4. Stadtjubiläum als klimafaire Veranstaltung (Green Event) Gemäß dem am 26. Juni 2012 durch den Gemeinderat beschlossenen Gesamtkonzept soll das Stadtjubiläum 2015 möglichst klimafair und ökologisch nachhaltig gestaltet werden. Die erfolgreich verlaufene Zertifizierung als klimafaire Veranstaltung beim Stadtgeburtstag 2013 wurde ausgewertet und für das Stadtjubiläum 2015 zu Grunde gelegt. Die Klimaschutzaktivitäten beziehen sich auf alle Jubiläumsveranstaltungen im Festivalsommer vom 17. Juni 2015 bis zum 27. September 2015 und auf das Veranstal- tungsgelände Schlossareal/Zirkel, die in der Verantwortung der Stadtmarketing Karlsru- he GmbH liegen. Die Stadtmarketing Karlsruhe GmbH stellt hierfür die zur CO 2 - Bilanzierung notwendigen Rahmendaten zur Verfügung, setzt die Maßnahmen zur Treibhausgasvermeidung um (z. B. zertifizierter Naturstrom, ausreichendes Angebot an vegetarischem, saisonalem Catering, Ressourcenschonung) und kompensiert entstan- dene Emissionen. Neben diesen Maßnahmen zur CO 2 -Vermeidung sind Kompensationszahlungen bis zu 100 TEUR budgetiert, die im Rahmen einer Hauptsponsoring-Partnerschaft von den Stadtwerken Karlsruhe übernommen werden. Ergänzende Erläuterungen Seite 11 Beschluss: Antrag an den Gemeinderat Der Gemeinderat nimmt den aktuellen Sachstand zum Stadtjubiläum 2015 zur Kennt- nis. Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 23. Juni 2014
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Extrahierter Text
NIEDERSCHRIFT Stadt Karlsruhe Gremium: 62. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: 1. Juli 2014, 15:30 Uhr öffentlich Ort: Bürgersaal des Rathauses Vorsitzende/r: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 7. Punkt 6 der Tagesordnung: Programm Stadtjubiläum 2015 - aktueller Sachstand Vorlage: 2014/0685 dazu: Einhaltung des Kostenrahmens beim Stadtjubiläum 2015 Zusatzantrag der Stadträtinnen Bettina Lisbach und Dr. Ute Leidig (GRÜNE) so- wie der GRÜNE-Gemeinderatsfraktion vom 27. Juni 2014 Vorlage: 2014/0713 Beschluss: Der Gemeinderat nimmt den aktuellen Sachstand zum Stadtjubiläum 2015 zur Kennt- nis. Er erklärt sich mit der Stellungnahme zum Zusatzantrag der Grünen einverstanden. Abstimmungsergebnis: einstimmig zugestimmt Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 6 zur Behandlung auf und verweist auf die Stellungnahme der Verwaltung zum Zusatzantrag: Lassen Sie mich bitte hier noch drei Dinge zum Beginn dieser Diskussion sagen. Wir legen jetzt hier das Programm zum Stadtjubiläum 2015 vor, wie es im Aufsichtsrat des Stadtmarketings vom 14. Mai besprochen und auch verabschiedet worden ist. Wir sind beim Stadtgeburtstag, was die Vorbereitung der Projekte betrifft, jetzt in einer klä- renden Abschlussphase. Wenn Sie sich die Überlegungen anschauen, beispielsweise beim Pavillonprogramm, aber auch im Gesamtprogramm noch die Kulturinstitutionen und alle möglichen anderen Initiativen der Stadt zu beteiligen, hat gerade das Auswahl- verfahren stattgefunden, welche der rund 140 Projekte jetzt in das Programm aufge- nommen werden oder nicht. Hier ist auch schon die eine oder andere Absage oder Zu- sage verschickt worden, die auch sicherlich noch an der einen oder anderen Stelle Dis- kussionen hervorrufen wird. Diese Punkte werden erst im morgigen Aufsichtsrat des Stadtmarketings diskutiert. Insofern wäre es schwierig, jetzt heute schon über diese Dinge zu diskutieren. Ich würde Ihnen aber zusagen, dass wir Sie über diese nächsten - 2 - Schritte dann auch sofort zeitnah unterrichten und dann ggf. im nächsten Hauptaus- schuss oder Gemeinderat dann noch uns über das eine oder andere diskutieren können. Gleiches gilt für die organisatorischen Veränderungen, die wir ja angekündigt haben, die aber auch erst der Zustimmung des Aufsichtsrates des Stadtmarketings morgen be- dürfen. Auch da würde ich Sie bitten, dass das heute nicht Thema der Tagesordnung ist, sondern dass wir Sie auch wiederum nach der morgigen Aufsichtsratssitzung infor- mieren und mit Ihnen diskutieren, ob wir das auch noch mal hier auf die Tagesordnung setzen oder eben nicht. Heute geht es um diese Vorlage und darum, Ihnen das Pro- gramm zur Diskussion zu stellen. Zum Zusatzantrag der Grünen habe ich noch eine unvollständige mehrseitige Liste über die verschiedenen Projekte da, die in der Stadtverwaltung sowieso aus den einzelnen Ämtern heraus zum Jubiläumsjahr mit eigenen Budgetansätzen der jeweiligen Ämter geplant, vorgesehen oder auch umgesetzt sind oder werden. Ich würde vorschlagen, dass wir diese Liste, wenn sie vollständig ist, Ihnen noch nachreichen, und dann geben Sie uns einfach eine Rückmeldung, ob wir dann über dieses Thema noch einmal vertieft im Hauptausschuss diskutieren oder ob es damit vielleicht ausreichend beantwortet ist. Das wäre hier an dieser Stelle der Vorschlag zum Verfahren, da ich durchaus nachvoll- ziehen kann, dass Sie zwar Verständnis haben dafür, dass wir nicht innerhalb weniger Tage diese umfangreichen Fragen beantworten können, aber wahrscheinlich am Ende doch die Fragen beantwortet haben wollen. Davon gehe ich zumindest mal aus. Das vielleicht zu den Vorbemerkungen. Jetzt gucke ich, ob es Wortmeldungen gibt. - Frau Stadträtin Luczak-Schwarz. Stadträtin Luczak-Schwarz (CDU): 300 Jahre Karlsruhe, ein besonderes Jubiläum, was wir 2015 feiern. Aus Sicht der CDU-Fraktion - so haben wir es in den vergangenen Jahren, als wir uns sukzessive mit dem Thema auch inhaltlich beschäftigt haben, stets ausgeführt - eine große Chance, Geschichte, Gegenwart und Zukunft unserer Stadt zu präsentieren, ihre Stärken und Besonderheiten gemeinsam mit vielen engagierten Bür- gerinnen und Bürgern zu entdecken und zu feiern. Für die CDU-Fraktion war von Anfang an wichtig, ein Fest für und mit unseren Bürge- rinnen und Bürgern zu entwickeln. Unsere Bürgerinnen und Bürger sollen ein interes- santes Programm erhalten, sollen sich auf ein interessantes Programm freuen, sie sollen Lust haben mitzumachen, mitzufeiern. Das Jubiläum soll auch in der Tat, wie Sie in der Presse ausführten, das Wir-Gefühl der Karlsruherinnen und Karlsruher stärken. Der Stadtgeburtstag darf aber nicht nur nach innen wirken, sondern muss auch nach außen eine Ausstrahlung haben. Dort gibt es natürlich Projekte, die wir auch im Haushalt ent- sprechend verankert haben. Ich sage jetzt nur das Stichwort „Globale“ im ZKM. Neu- gierig machen natürlich auch die beiden Landesausstellungen im Badischen Landesmu- seum und auch in der Kunsthalle. Das sind hochkarätige Veranstaltungen, die eine ge- wisse Ausstrahlung entfalten werden und die auch zahlreiche Nicht-Karlsruherinnen und -Karlsruher in diesem Jubiläumsjahr nach Karlsruhe ziehen werden. - 3 - Die Einschränkungen im vorgelegte Programm, die Sie ausgeführt haben, habe ich auch bewusst ausgelassen, weil wir dort im Aufsichtsrat darüber diskutieren werden. Es stellt eine Struktur und ein Programmkonzept vor, das wir begrüßen. Das Programm ist mit vielen Akteuren vorbesprochen und abgestimmt worden. Die Kernthemen sind richtig gesetzt für unsere Stadt: Wissenschaft und Technik, Kunst und Kultur, Demokratie und Recht sowie das Lebensgefühl. Ich denke, wir können mit diesem Programm unsere Stadt gut präsentieren, aber die Inhalte sind noch ausfüllungsbedürftig und da bedarf es an Tempo. Wir haben jetzt noch genau bis zum 01.01.2015 weniger als ein halbes Jahr, bis zum Festivalsommer weniger als ein Jahr. Jeder, der sich mit solchen Themen beschäftigt hat, weiß, dass da noch viel Kernerarbeit an den Tag gelegt werden muss, um dieses dann auch reif für die Struktur beim Festivalsommer im Schlossgarten und auch für unsere Bürgerinnen und Bürger zu machen. Interessant ist - das möchte ich für uns noch ausführen -, dass uns dieses Format am Schlossplatz mit diesem Wochenprogramm und mit der Tagesstruktur neugierig macht. Das kann eine ganz tolle Sache für unsere Bürgerinnen und Bürger werden, aber es muss auch handlebar sein. Morgens um 6 Uhr mit Frühsport anfangen, dann Lernpro- gramme, dann mittags gemeinsam kochen, dann ggf. diese Stadtteilprojekte - Stadttei- le können sich präsentieren in diesem Pavillon -, das hat Charme, das bindet natürlich auch die Bürgerschaft auf diesen zentralen Platz. Ich glaube, das könnte schon ein ge- wisses Highlight werden, aber dafür bedarf es einer hervorragenden organisatorischen Umsetzung, damit das auch alles wie am Schnürchen läuft. Das muss nun schnell ge- schehen, ich sagte es, wir sind eigentlich schon auf der Zielgeraden und der Zug fährt mit 120 km die Stunde Richtung Ziel. Der Ergänzungsantrag der Grünen wird von uns umfänglich unterstützt. Ich hatte es schon ausgeführt im Ältestenrat. Wir hatten mehrfach diese Punkte in den Haushaltsre- den der CDU angemahnt. Gerade diese Liste der einzelnen Projekte, die aus den Bud- gets aus den Dezernaten gespeist werden, wurde bisher noch nicht in der Form trans- parent gemacht, wie es eigentlich der Transparenz bedarf. Deswegen sind wir sehr ge- spannt auf diese konkrete Liste, die Sie uns angekündigt haben. Ich denke, das ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um ein Gesamtbild zu erhalten. Die CDU-Fraktion freut sich auf ihren 300. Stadtgeburtstag. Ich denke, es wird eine tolle Sache für unsere Heimatstadt. Daran wollen wir gemeinsam arbeiten. Es ist noch viel zu tun, packen wir es an, es ist noch Zeit. (Beifall bei der CDU) Stadträtin Dr. Leidig (GRÜNE): Seit mehr als fünf Jahren beschäftigt sich der Ge- meinderat bzw. der Aufsichtsrat des Stadtmarketings mit dem Thema Stadtjubiläum 2015, eine lange Zeit mit vielen Sitzungen, vielen Jurys, Beiräten und auch einem gro- ßen Personalaufwand auf Seiten des Stadtmarketings. Mit dieser Vorlage wird jetzt das Programm öffentlich, und es wird deutlich, das Stadt- jubiläum ist vor allen Dingen ein Fest für und mit unseren Bürgerinnen und Bürgern und mit den Bürgerinnen und Bürgern der Region. Das war schon immer unser Ziel und da- her begrüßen wir auch diesen Ansatz. Mit dieser Tages- und Wochenstruktur, auf den - 4 - die Kollegin ja auch schon eingegangen ist, wird durchaus ein Programm geboten, das die Kernthemen von Karlsruhe erlebbar macht. Kunst und Kultur, Wissenschaft und Technologie, Demokratie und Recht und Lebensqualität werden da durch verschiedene Formate mit Inhalt gefüllt. Das Angebot umfasst also Sport, Kochen, Essen, Tüfteln, Diskutieren, Bildung, Kultur. Da scheint doch wirklich für jeden und jede etwas dabei zu sein. Vor allen Dingen werden eben Themen spezialisiert, die charakteristisch sind für Karlsruhe und die das thematisieren, was Karlsruhe ausmacht. Jetzt wird es eben darum gehen, das Ganze auch interessant und abwechslungsreich und vor allen Dingen auch lebendig zu machen. Der Pavillon muss zu einem Treffpunkt werden. Er muss zu einem Treffpunkt werden für die Menschen, die dahin kommen, sich miteinander austauschen über Themen, ihr Wissen teilen, ihre Erfahrungen teilen, so dass daraus tatsächlich ein gemeinsames Erlebnis entsteht. Da steckt eine große Chance drin, die Identifikation der Bürgerinnen zu erhöhen, unsere Stadt auch als ihre Stadt zu erleben. Das ist das, was wir uns als Ziel für den Stadtgeburtstag wünschen. Aber es ist natürlich auch eine Her- ausforderung für die Veranstalter, der sie sich jetzt auch stellen müssen. Mit dieser Tages- und Wochenstruktur holen wir wahrscheinlich niemanden von Ham- burg nach Karlsruhe und schon gar nicht aus dem Ausland. Für uns standen die Bürge- rinnen und Bürger aus Karlsruhe und der Region immer im Mittelpunkt. Nationale Auf- merksamkeit oder vielleicht sogar internationale, die erhoffen wir mit der „Globalen“ zu erzielen, weshalb wir dieses doch recht teure Projekt auch immer mitgetragen haben. Aber auch daneben gibt es doch noch etliche Highlights während der 15 Wochen: die Jonglier-Convention, Young Urban Moves, Wissenschaftsfestival, Feuershow und nicht zuletzt die Schlossprojektion. Wir sind sehr gespannt, was uns da erwartet. Wichtig ist uns auch, dass tatsächlich eine Bürgerbeteiligung stattfindet. Die sehen wir vor allen Dingen durch die Stadtteilprojekte realisiert, dass der Stadtjubiläumsgedanke, dass der Gedanke, dass wir 300 Jahre Geburtstag gemeinsam feiern, eben auch in die Stadtteile hineingetragen wird. Hier konnten die Bürgerinnen Ideen einbringen und ihr eigenes Lebensumfeld individuell gestalten oder feiern oder wie auch immer. Wir wünschen den Stadtteilprojekten eine rege Beteiligung und auch eine nachhaltige Wirkung, dass es auch hier zu einer Stärkung des Zusammenhalts und des gemeinsamen Schaffens und Erlebens kommt. Einiges hätten wir uns durchaus auch anders gewünscht. Ich habe nie verstanden, wa- rum wir aus unserer Fächerstadt, unserem herausragenden Merkmal, das wir sind, jetzt eine Kreisstadt machen müssen. Manche Dinge muss man vielleicht auch nicht begrei- fen. Insgesamt hätten wir uns auch gewünscht, dass die Kultureinrichtungen der Stadt, vor allen Dingen aus der freien Kulturszene, in dem Programm etwas mehr zur Geltung kommen. Vielleicht wird da in den Listen doch noch einiges deutlich. Insgesamt hätten wir auch prinzipiell etwas weniger Geld für richtig gehalten und weniger Geld vor allem für Marketing und mehr für nachhaltige Projekte. Dahin geht eben auch unser Zusatz- antrag auf Geld. Wir halten die vom Gemeinderat beschlossene Finanzsumme für bindend. Mit Zuatzan- trägen, mit Auslagerung von Projekte in andere Haushaltstitel, wurden Umgehungswe- ge gefunden und beschritten. Wir halten dieses Vorgehen für nicht richtig. Was jetzt schon verbindlich vereinbart ist, das zeigt jetzt auch die Liste auf unseren Zusatzantrag auf, das lässt sich nicht ändern. Neuen Projekte aber und Veranstaltungen, die über den - 5 - Budgetrahmen hinausgehen, möchten wir eben mit dem Antrag entgegensteuern. Es gab durchaus die Möglichkeit, z. B. im Ideenwettbewerb, Projekte wie eine Barockoper zu platzieren und sich dem Wettbewerb mit anderen Ideengebern zu stellen. Da gab es aber ein Entscheidungsverfahren und ein Ablaufplan und ein Budget. Diese Fristen sind vorbei, das Budget ist verbraucht, jetzt reicht der Kostenrahmen eben für Zusätzliches dann nicht aus. Falls noch weitere Projekte, die nicht verbindlich sind, in der Diskussion sind, sollte doch erst einmal geprüft werden, ob es überhaupt Sinn macht, noch mehr Veranstaltungen in diesen Sommer zu packen. Letzten Endes wollen wir ja auch, dass die Veranstaltungen gut besucht werden. Wenn es untereinander zu viel Konkurrenz gibt, dann macht das vielleicht wenig Sinn. Wenn Lücken sind, noch Geld übrig ist oder auf etwas verzichtet werden kann, dann ist auch noch die Möglichkeit der Gegenfinanzierung da. Der Finanzrahmen wurde be- schlossen, wir möchten uns daran halten und finden es auch im Sinne der Transparenz für Bürgerinnen und Bürger wichtig, wenn wir öffentlich sagen, das Stadtjubiläum kos- tet so und so viel. Dann sollte es auch dabei bleiben und nicht die eine oder andere Summe irgendwo im Haushalt verschwinden. Insgesamt begrüßen wir also die Programmstruktur, sind gespannt auf die Umsetzung, wünschen uns bei Einhaltung des Kostenrahmens, dass das Jubiläum vielen Menschen Freude bereitet und es eine nachhaltige Wirkung zeigen wird im Sinne von „Wir sind Karlsruhe“ als Gefühl bei unseren Bürgerinnen und Bürgern. (Beifall bei den Grünen) Stadträtin Baitinger (SPD): Auch die SPD-Fraktion begrüßt die vorgelegte Beschluss- vorlage, wenngleich der Beschluss recht einfach zu treffen ist. Kenntnisnahme ist durch das Durchlesen bereits erfolgt. Insofern bleibt es auch mir, die Stellungnahme mehr in- haltlich zu begründen und die einzelnen Projekte noch einmal zu würdigen sowie das Herangehen. Ich denke, der Stadtrat hat in langen Jahren - Frau Leidig hat es genannt, über fünf Jah- re hinweg - dieses Programm entwickelt, erst in einer gemeinderätlichen Kommission mit dem zentralen Beschluss, die Sache am Schloss zu veranstalten. Das war ja keines- wegs selbstverständlich, sondern das war eine lang diskutierte Voraussetzung für alles Weitere, für alle weiteren Programmentwicklungen, zu sagen, nein, wir machen es nicht dezentral, wir machen es an dem Ort, an dem diese Stadt entstanden ist, nämlich am Schloss. Das Schloss ist nun mal im Mittelpunkt, und der Mittelpunkt ist eines der beiden Kenngrößen eines Kreises und nicht eines Fächers. Insofern ist der Rückgang zum Kreis, der in der ursprünglichen Anlage schon geometrisch vorhanden ist, auch richtig, auch wenn dieser Kreis städtebaulich nur zur Hälfte bebaut ist, nämlich im Fä- cher. Die andere Hälfte ist Wald. Ich füge hinzu, erfreulicherweise ist es noch Wald, er- freulicherweise ist es noch keinen anderen schon angedachten Strukturen zum Opfer gefallen - unser Hardtwald. Insofern spiegelt sich schon im Grundriss das Programm, nämlich Lebensqualität, Freizeitgestaltung einerseits und Urbanität andererseits mit Wirtschaftskraft, Wissenschaft und Innovation. - 6 - Diese Programmschwerpunkte sind dann gemeinsam entwickelt worden, zuerst in ei- nem Arbeitskreis des Gemeinderates, dann zusammen mit dem Stadtmarketing, zu- sammen mit dem Lenkungskreis, den städtischen Ämtern und immer weiter vertieft worden. An einigen Stellen fanden Ausschreibungen statt, weil uns die EU dies inzwi- schen vorschreibt, zu dem Pavillon als auch die Hauptfestivität für den Eröffnungstag, und das Schlussprogramm ist auch noch ganz nicht in trockenen Tüchern. Dazu kam eine sehr breite - das muss man wirklich sagen: eine sehr breite - Bürgerinnen- und Bürgerbeteiligung, angefangen von den zunächst ausgewählten 15 Projekten, die aus der Bürgerbeteiligung gekommen sind, von denen jetzt 12 umgesetzt werden. Drei sind teilweise den großen Baumaßnahmen in der Stadt zum Opfer gefallen wie das Kinder- fest Ost-West, eigentlich eines unserer Lieblingsprojekte als SPD, einmal die Kriegsstraße zumachen und dort Kinder von Ost nach West spielen lassen. Aber wir haben auch schon den Vorschlag eingebracht zur Eröffnung der Kombilösung, wenn das Projekt ganz abgeschlossen ist, dies eventuell als Eröffnungsfestival zu machen. Dann hat man dieses Projekt auch wieder aufgenommen und in einen anderen Zusammenhang ge- stellt. Eines ist auch klar, 2015 ist Geburtstag, aber nicht das Lebensende. Karlsruhe lebt dann weiter, hoffentlich noch viele Jahre. Projekte, die jetzt noch nicht angegangen worden sind, können dann folgen. Der Gemeinderat hat sich, anders als die Grünen es sich wünschten, die Freiheit her- ausgenommen, Projekte, die wünschenswert, aber nicht finanzierbar sind, im Rahmen der 15 Millionen dennoch durchzuführen, wie die früher genannte „Organ-i-Sat-ion“ - auch die „Globale“ findet sich nur in Teilen in diesem Projekt - und der „Garten der Religionen“, ein Projekt, das die Bürger ausgesucht haben aus den Bürgerinnen- und Bürgerinitiativen zu Projekten, und nicht eine Jury, und dafür extra Mittel bereitzustel- len. Es ist gut, dass ein Gemeinderat diese Freiheit hat. Wir müssen nicht sklavisch Punkt für Punkt alles erfüllen, weil man es sich im Vorfeld eines so großen Ereignisses vorge- nommen hat. Wir sind sehr stolz darauf, dass wir einen anderen Punkt, der allerdings auch von den Grünen zunächst eingebracht wurde, umgesetzt haben und hiermit sicherlich eine in- novative Sache angehen werden, nämlich das „klimafaire Stadtjubiläum“, ein Vorha- ben, das bei der Größe dieses Projektes mit Sicherheit nicht trivial zu erledigen ist, son- dern auch einige Anstrengungen braucht, angefangen von der Erhebung der statisti- schen Daten bis zum Ausgleich der CO 2 -Überschüsse, die sicherlich unvermeidlich sind. Dieser Punkt ist uns auch sehr wichtig, wie die anderen Bürgerbeteiligungen auch. Ich will nicht die Aufzählung aller Stadtteilprojekte wiederholen. Wir haben es ja gehört. Der Programmschwerpunkt wird am Schloss sein, Pavillon als zentraler Treffpunkt mit einem strukturierten Wochenprogramm. Dieser Charme hat uns sofort überzeugt, denn die Unübersichtlichkeit der vielen Veranstaltungen muss irgendwie strukturiert werden, und damit ist schon eine grundlegende Struktur gegeben. Wenn man im Detail nach- liest, finde ich ganz witzig, dass wir donnerstags einen Karlsruher Brettl-Abend haben, und am nächsten Tag dann - ich will es richtig zitieren - „Music und irgendwie tralala“ hat, also schon sprachlich ausgedrückt vom Volkskultur-Brettl-Abend zum internationa- len Music-und-so-weiter-Abend innerhalb von zwei Tagen eine spannende sprachliche Widerspiegelung der Breite der Karlsruher Kulturlandschaften. So wird hoffentlich auch das Programm, da bin ich mir sicher, nicht nur die Karlsruherinnen und Karlsruher und - 7 - die Umgebung anziehen, sondern auch über Karlsruhe hinausstrahlen mit dem großen Projekt der „Globale“ und den großen Landesausstellungen. Dies sollten uns dann Anlass sein, darüber nachzudenken, wie die Nachhaltigkeit nicht nur durch einzelne Projekte, sondern eben auch aus diesen Ausstellungen heraus wei- tergelebt werden kann, ob wir einer bedeutenden Sammlerin wie z. B. Karoline Luise nicht nur eine Ausstellung widmen, sondern sie vielleicht auch präsenter in dieser Karls- ruher Museumslandschaft machen, da doch zwei große Karlsruher Museen auf sie zu- rückgehen: das Naturkundemuseum und natürlich die Kunsthalle, die ja die Ausstel- lung über Karoline Luise präsentieren wird. Den wenigsten Städten ist es gegeben, dass eine Frau ihre städtischen Sammlungen gegründet hat. Dieses könnte man nach dem Stadtgeburtstag durchaus als weiterführendes Projekt aufnehmen. Wir freuen uns deshalb alle auf den Stadtgeburtstag, der erste Stadtgeburtstag mit zwei Nullen hintendran, der in Friedenszeiten und überhaupt durchgeführt wird. Um 1815 war gerade Napoleon geschlagen, der Wiener Kongress, und ich glaube, das historische Bewusstsein für Geburtstagsfeiern hundertjähriger Städte auch noch gar nicht vorhan- den. Damals gab es schon tausendjährige Städte und fast zweitausendjährige Städte. Da sind wir ja sehr jung. Vor knapp 100 Jahren, 1915, war den Menschen zu allem an- deren zumute, aber sicherlich nicht nach Feiern, so dass wir auch stolz, froh und glück- lich sein können, dass wir diese 300-Jahr-Feier in Frieden und Wohlstand begehen kön- nen. Wir wünschen uns alle ein schönes Fest. (Beifall bei der SPD) Stadtrat Høyem (FDP): Die letzten Jahre als Mitglied im Aufsichtsrat Stadtmarketing waren spannend und frustrierend. So ist es auch, diese Beschlussvorlage zu lesen. Spannend mit allen diesen kreativen und faszinierenden Vorschlägen, Ideen und Projek- ten. Spannend ist es auch, dass jetzt - und leider ist es relativ neu - eine Struktur darge- stellt wird: Tagesstruktur, Wochenstruktur, Themenstruktur. So weit, so gut. Frustrierend ist es leider auch, weil viele gute Projekte nicht in die Praxis umgesetzt wer- den können, frustrierend, weil man die Beschlussvorlage doch auch als ein Sammelsuri- um und als eine Bündelung von schon in Karlsruhe gewöhnlichen Aktivitäten lesen kann. Ich habe im Stadtmarketing mehrere Jahre gefragt, wie will man Besucher bundesweit herholen. Wie will man Touristen aus Wien, Berlin, London oder Kopenhagen für den Stadtgeburtstag gewinnen? Leider ist es nicht gelungen, Antworten darauf zu bekom- men. Internationale Tourismusorganisationen haben schon 2013 und Anfang 2014 die Programme festgelegt - ohne die Möglichkeit, Karlsruhe zu berücksichtigen. Ich habe auch wieder und wieder gefragt, ob man weiß, dass die ganze Welt nicht deutsch spricht. Das Stadtjubiläum wird bestimmt spannend, und wir freuen uns und möchten sehr ger- ne alles unterstützen, aber wenn wir ehrlich sind, ist es klar, dass das 300-jährige Stadt- jubiläum von Karlsruhe ein sehr lokales, vielleicht regionales Event wird, aber nicht das Event, wofür die ganze Welt nach Karlsruhe kommt. - 8 - (Zuruf Stadträtin Baitinger/SPD) Wir können und wollen bestimmt 2015 viele spannende Erlebnisse haben, aber leider kein zentrales Highlight, das uns und unsere Nachbarn vom Hocker reißt. Nur zwei Kommentare zum Zusatzantrag von unseren grünen Kollegen. Ja, wir wollen auch Transparenz - und ja, wir wollen auch Überblick haben. Wir sind auch irritiert, dass offenbar viele Extraausgaben immer unter dem Deckmantel Stadtjubiläum akzeptiert werden. Aber die Tulpen sind nicht das beste Beispiel. Es ist noch interessanter, wie man ganz überflüssiges Geld benutzen kann. Das kann man in den drei letzten Zeilen in unserer Vorlage hier lesen. Wir wollen dieses ganze Stadtjubiläum mit Umweltfreund- lichkeit gestalten, aber das war dann für die Grünen nicht genug, und plötzlich kommt dann überraschend in den Aufsichtsrat, ich zitiere: „Neben diesen Maßnahmen zur CO 2 -Vermeidung sind Kompensationszahlungen bis zu 100.000 Euro budgetiert.“ Also 100.000 Euro extra für die Grünen. (Heiterkeit bei Stadträtin Dr. Leidig/GRÜNE) Ich habe selbstverständlich gegen diesen überraschenden Antrag von den Grünen im Aufsichtsrat gestimmt, aber die politische Korrektheit hat leider den Grünen geholfen, diese Unkosten durchzusetzen. Die Vorbereitung zum Karlsruher Stadtjubiläum ist nicht vorbei. Bis jetzt war sie sehr spannend und frustrierend. Das Jubiläum selber wird hoffentlich nur spannend. (Beifall bei der FDP) Stadtrat Dr. Fischer (KAL): Ich will mit etwas Banalem beginnen. Was wir jetzt vor uns haben, ist ein total spannendes Programm. Es ist für jeden etwas dabei. Das kann ein Lob oder Tadel sein, das wird man dann am Ende des Jahres sehen. Sie werden aus meiner Rede merken, ich bin überzeugt, es ist ein tolles Programm. Die heute vorgelegte Liste zeigt, dass die Planung und die Vorbereitungen laufen, sie laufen auf Hochtouren, und sie laufen gut organisiert. An dieser Stelle möchte meine Fraktion dem gesamten Vorbereitungsteam für diesen Stadtgeburtstag danken, das schon seit einigen Jahren eine enorme Arbeit geleistet hat. Das ist uns wirklich einen Dank wert. Wir möchten uns auch bedanken für die gute Zusammenarbeit in den ver- gangenen Jahren im Aufsichtsrat Stadtmarketing und in den eigens eingerichteten Gremien für diesen Stadtgeburtstag, denn es ist uns ganz wichtig, an diesem Projekt ist der Gemeinderat über seine Vertreter in diesen Gremien beteiligt. Er trägt einen Groß- teil der - Klammer auf - politischen - Klammer zu - Verantwortung. Wir von der Karlsru- her Liste tragen das gerne. Ich möchte ein Wort zum zentralen Ort sagen, weil das in den letzten Tagen irgendwo problematisiert wurde: das Schloss. Es gibt sehr gute Gründe, diesen zentralen Ort zu wählen. Es ist klar, der Ort, an dem diese Stadt entstand, hat eine besondere Bedeu- tung, hat auch einen besonderen Mythos. Das wird mit dieser Wahl des zentralen Ortes Schloss auch ausgedrückt. Ich möchte an dieser Stelle an unseren ehemaligen Berater, - 9 - Herrn Uhde, erinnern, der uns das Ganze auch visualisiert hat. Das hat uns damals be- stätigt, wie wichtig und wie richtig es ist, sich auf einen zentralen Ort zu konzentrieren, auch wenn dann nachher im ganzen Stadtgebiet Sachen stattfinden werden. Ich will es mal so ausdrücken: Dieser Ort ist auch ein Thema. Der Ort Schloss ist der Ausdruck ei- nes absolutistischen Fürstenwillens. Dass wir jetzt in der ganzen Stadt feiern, ist der Ausdruck, dass wir mittlerweile in einer Bürgergesellschaft angelangt sind, die frei ist von solchen Vorgaben und die überall entscheidet. Deswegen freuen wir uns ganz be- sonders, dass es dieses Zusammenspiel zwischen den Stadtteilprojekten und dem zent- ralen Ort gibt. Der Stadtgeburtstag hat auch eine klare Dramaturgie. Da waren wir alle mit eingebun- den. Es ist uns auch wichtig, dass das so funktioniert, eine Dramaturgie, die schon vor der Eröffnung so eine Art Prolog hat, eigentlich einen ganz langen Prolog. Der Prolog beginnt wahrscheinlich am 01.01.2015 - nicht nur mit diesem Prolog für die Eröff- nungsveranstaltung -, dann dieses klare Signal mit der Eröffnungsveranstaltung, jetzt geht es los. und eben mit einer klaren Beendigung am 27. September für dieses som- merlange Fest, und danach ein Epilog. Es gibt weitere Veranstaltungen. Ich kann jetzt schon sagen, wer in dem Jahr außerhalb von Karlsruhe Urlaub plant, ist selber schuld. Er kriegt hier so viel geboten, er kann es nirgends so günstig und so toll bekommen. Nächstes Thema: Für wen ist denn dieser Stadtgeburtstag? Ich habe jetzt von drei Red- nerinnen ganz klar gehört, es ist im Wesentlichen für die Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt. Das war eine politische Vorgabe, sie war sogar einstimmig in dem Gremium. Es ist wichtig zu sagen, wir wollten es, dass vor allen Dingen erst einmal die Bürgerinnen und Bürger von diesem 300. Stadtgeburtstag profitieren. Es ist aber nicht nur für die Bürgerinnen und Bürger, das wurde genannt. Ich komme nachher noch einmal darauf zurück. Zu den Kosten: 15 Millionen Euro plus Mehrwertsteuer. Bleiben wir bei der Zahl 15, die lässt sich bei meiner Rechnung am Leichtesten umrechnen. Es klingt erst mal holaho, da wird aber ordentlich Geld ausgegeben. Jetzt teilen wir mal 15 Millionen durch 300.000 Einwohner. Dann sind wir bei 50 Euro pro Karlsruherin und Karlsruher. Dann verglei- chen wir das Ganze mal, das ist mein Vorschlag, mit dem 50. Geburtstag von irgendje- mand hier im Raum, wie viel Geld man beim 50. Geburtstag ausgibt, nur für ein Wo- chenende oder für einen Abend. Da sind wir in der gleichen Größenordnung, geben ungefähr 50 Euro pro Gast aus, aber machen nur einen Abend. Wir machen ein som- merlanges Fest, ein ganzes Jahr feiern wir für 50 Euro pro Person. Da muss ich sagen, das ist ein anständiger Wert, das ist vernünftig. Das hat eine Größenordnung. Als ich damals meinen 50. gefeiert habe, hatte ich es einfach. (Zuruf Stadtrat Pfalzgraf/SPD) Ich konnte per Mail und per Briefe die Leute einladen. Aber wir laden ja sozusagen die ganze Welt ein, zumindest laden wir viele Menschen ein, die uns noch gar nicht ken- nen. Also müssen wir einen teureren Weg beschreiten, wir müssen Werbung machen. Deswegen sind diese 15 Millionen erst einmal eine anständige Größe. Wenn es dann - das sagt meine Fraktion auch -, am Ende mal irgendwo klemmen sollte, dann sind wir grundsätzlich - ich betone: grundsätzlich - auch bereit, nachzuschießen, bevor es z. B. - 10 - an einer wesentlichen Marketingmaßnahme fehlen sollte oder an einem Superprojekt, das noch kommt. Das heißt aber nicht, dass man das Geld mit den Händen aus dem Fenster schmeißen soll. Einer dieser Punkte, damit das nicht passiert, ist, dass diese gan- zen Ideen, die jetzt hier gesammelt sind, von Jurys bewertet wurden. Jurys haben wir schon bei den 15 Großprojekten eingesetzt, also kompetente Jurys. Wir haben auch die Stadtteilprojekte auf diese Weise von den Stadtteilen selbst bewerten lassen. Es gibt auf jeden Fall einen klaren Grund, warum dieses oder jenes Projekt so umgesetzt wurde. Nächster Punkt Ausstrahlung: Klar ist, wenn wir einen Geburtstag vor allen Dingen für unsere Nachbarn machen, also für uns mit unserem ganzen Umfeld, für uns Karlsruhe- rinnen und Karlsruher, dann ist die Ausstrahlung erst einmal lokal. Sie ist sicher auch regional, aber sie ist auch international, und zwar dank der „Globale“. Auch das war uns früh klar in den vorbereitenden Gremien, wir können mit einem Stadtgeburtstag an sich in einem Reigen, wo es wahrscheinlich jedes Jahr in Deutschland so und so viel Stadtjubiläen gibt, nicht allein das große Zugpferd bilden, sondern wir haben das Glück, dass wir das ZKM, eine wirklich international ausgerichtete Einrichtung, in unserer Stadt haben. Die „Globale“ wird auch internationales Publikum anziehen, so international, wie wir es wahrscheinlich noch nie in dieser Stadt hatten. Wir sind aber auch national aufgestellt, und das sind eben z. B. die Landesmuseen. Dafür sorgen die Landesausstel- lungen. Das ist auch die Eröffnungsveranstaltung. Mein Wunsch wäre, dass wir damit zumindest mal in der Tagesschau landen. Das ist dann schon eine nationale Ausstrah- lung zusätzlich. Mein Fazit: Ich war schon damals bei der 250-Jahr-Feier dabei. Aber ich war damals fünf Jahre alt, und meine Erinnerungen sind rudimentär. Trotzdem bin ich mir sicher, der 300. Geburtstag wird den 250. Geburtstag toppen, er wird ein Highlight sein, ein Highlight in der Geschichte dieser Stadt, und zwar ein Highlight für die Karlsruher, für die Straßburgerinnen, für die Hannoveraner, für Menschen aus aller Welt, dank „Globa- le“. Wir von der Karlsruher Liste freuen uns auf 2015. (Beifall bei der KAL) Stadtrat Kalmbach (GfK): Die Struktur ist gut, das Programm ist gut. Die entschei- dende Frage für GfK ist: Wie kommt diese Begeisterung, wie springt dieser Funke über, wie kommt die Begeisterung sozusagen zustande? Begeisterung kommt im Grunde ge- nommen dort zustande, wo Menschen begeistert sind. Die Frage ist, was leisten wir dazu, dass die Begeisterung wächst. Was leisten die Medien dazu, dass die Begeiste- rung in der Stadt wächst, wenn wir das Ding immer problematisieren? Wir müssen na- türlich kritisch sein und hinterfragen, die Kosten und alles. Das ist gar keine Frage. Wenn wir es aber nur eher von der problematischen Seite her angehen, werden wir diese Begeisterung nicht auslösen können. Mein Appell an uns alle ist, dass wir dieses Ding aufnehmen, diesen Geburtstag, und den auch emotional transportieren, also diese Begeisterung auslösen. Ein Punkt zu den Bürgervereinen. Wir haben gehört, dass es u. a. schwierig ist für Bür- gervereine, die nachhaltige Projekte machen, diese Nachhaltigkeit auch selber stemmen zu müssen. Das heißt, einen Baum, der gepflanzt wird, müssten sie auch später selber schneiden. Da wäre meine Frage: Wie kann man die Bürgervereine unterstützen, so - 11 - dass sie auch weiterhin Freude an ihren Projekten haben? Genau sie sind eben auch Multiplikatoren dieser Begeisterung, und sie könnten das weitergeben. Deswegen an der richtigen Stelle unterstützen, an der richtigen Stelle fördern. Dann glaube ich, dass auch von da eine Welle der Begeisterung aus geht. Übrigens, wenn Karlsruhe begeistert ist, dann hat es eine Ausstrahlung nach außen, dann werden auch national und interna- tional die Leute merken, dort will ich hin, da geht was. Die Leute sind dabei. (Beifall bei Stadtrat Mossuto/GfK) Der Vorsitzende: Ich möchte zu zwei, drei Punkten noch kurz etwas anfügen. Wir werden nicht die Kreisstadt ausrufen im Geburtstagsjahr. Trotzdem ist es richtig, mit dem Begriff „rund“ zu agieren, weil es nun einfach mal ein runder Grundriss ist. Insofern ist der Slogan „Es geht rund“ richtig. Das Runde der Stadt mit den 32 Strahlen in jede Richtung ist einfach mal die Grundlage, aber in der sonstigen Kommunikation wird der Begriff „Fächerstadt“ nicht wegzudiskutieren sein und wird auch weiter seine Berechtigung haben, weil es nach vielen Diskussionen auch gar nicht sinnvoll wäre, jetzt hier zu meinen, man könnte das eine von dem anderen hundertprozentig ablösen las- sen. Sie haben mit dem Begriff Kreisstadt schon auf die Schwachstelle dieses Begriffes Kreis hingewiesen, und dadurch verbietet sich das ja sowieso schon. Die Diskussion ist abgeschlossen. Wir bleiben eine Fächerstadt. Der Grundriss ist aber trotzdem rund, deswegen darf es auch rund gehen am Grundriss und auch am Schloss und überall. Das Programm ist unglaublich ambitioniert, und es wird vor allem auch allen unter- schiedlichen Bedürfnissen gerecht, die im Laufe der vergangenen Jahre an uns herange- tragen wurden. Man wollte einen Mittelpunkt in der Stadt haben, an dem 100 Tage etwas läuft, weil jeder Mensch jederzeit in dieser Phase das Angebot haben soll, er geht an diesen Mittelpunkt, und da ist etwas jubiläumsmäßig los. Jetzt gibt es ein Wochen- konzept, damit man ungefähr weiß, was kann ich zu welcher Tageszeit dort erwarten. Es ist aber kein Problem für einen Verein, einmal bei einem Sportfest an einem Wo- chenende samstags und sonntags Frühsport zu organisieren. Jetzt müssen Sie aber hundertmal Frühsport organisieren. Da wird die Qualität dann davon abhängen, wie weit es gelingt, hier auch die Sportvereine und andere mit einbeziehen, denn wir kön- nen nicht hundertmal denselben Frühsport anbieten. Was jetzt für diesen Frühsport gilt, das gilt für alle anderen Programmpunkte auch. Es ist ein hoch komplexes, ein hoch ambitioniertes und ein hoch vernetztes Unterfangen. Da rede ist jetzt erst einmal über den Pavillon. Ich rede noch nicht über die Eröffnungsveranstaltung, ich rede noch nicht über die 89 Bürgerprojekte in den Stadtteilen, ich rede noch nicht über die zahlreichen anderen Schwerpunktveranstaltungen, die um das Schloss herum und außerhalb des Schlosses noch so stattfinden. All das findet sich hier wieder. Sozusagen als Späthinzu- gekommener möchte ich ausdrücklich dem Gemeinderat Respekt zollen, der hier in den vergangenen Jahren auch an diesen vielen Zielen festgehalten hat, der sich nicht hat abbringen lassen. Ich möchte den Aufsichtsratsmitgliedern Respekt zollen, die letztlich das alles im Detail verantwortet haben. Es ist ja nicht jedes Mal alles hier im Gemeinde- rat ausdiskutiert worden. Ich möchte vor allem auch dem Team des Stadtmarketings, hier namentlich auch Norbert Käthler, ganz herzlich danken. Es ist ein Riesenwerk, eine solche Konzeption nicht nur vorzudenken, sondern auch noch zu einem Abschluss zu bringen. Ich glaube, wir sind jetzt in der Phase, wo das Konzept steht, das Programm - 12 - steht. Es muss jetzt nur noch mit viel Fleisch gefüllt werden, und in einer operativen Endstrecke müssen jetzt ganz Karlsruhe und alle Institutionen zusammenstehen, um das noch mit einem entsprechenden Leben zu füllen. Ich nehme gerne jede kritische Rückmeldung an, Herr Stadtrat Høyem. Wir können uns dann Ende nächstes Jahres gemeinsam Gedanken machen, wer jetzt recht hatte, ob am Ende der Eindruck eines Sammelsuriums überwiegt oder ob nicht am Ende genau das überwiegt, was der Gemeinderat hier seit Jahren gefordert und begleitet hat, nämlich ein Fest für alle, ein Fest, das alle aber auch an einem Ort zusammenführt, und ein Fest, das nicht nur die Bürgerinnen und Bürger, sondern auch das Gesicht der Stadt Karlsru- he nach außen prägt - durch die Art zu feiern, aber auch durch die Qualität der Ange- bote, die man hier vorhält. Da ist nun wirklich für jeden Geschmack etwas geboten. Zu Ihrem Einwand, Herr Kalmbach, ob es eine klare Linie gibt. Damit beschäftigen wir uns auch intensiv. Es gibt Dinge, die die Bürgervereine und andere Initiativen aus Stadt- teilen initiiert haben, die wir anschließend in den normalen Pflegebestand der Stadt überführen können. Wenn im Rahmen des Stadtjubiläums Bäume gepflanzt werden, ist es selbstverständlich, dass wir die anschließend auch in die normale Begleitpflege über- nehmen, es sei denn, es ist etwas ganz Besonderes. Da gibt es durchaus auch einzelne Kunstobjekte oder auch einzelne andere nachhaltige Installationen. Da müssen wir dann eben klären, wie denn das weitergehen soll. Manche dieser Initiativen sind für uns auch nur durch dauerhafte Verantwortungsübernahme aus dem Stadtteil heraus dar- stellbar. Wir bringen für bestimmte, sehr komplexe Installationen, egal in welchem Be- reich, nicht noch eine eigene Pflegetruppe gründen, um das auf Dauer am Leben zu erhalten. Das muss man mit den Bürgervereinen jetzt schon - und das tun wir - auch sehr offen diskutieren. Da werden wir in allen Fällen, da bin ich sicher, eine gemeinsam getragene Entscheidung finden. Es ist genau so, wie Sie sagen, e ist richtig, jetzt schon über das Übermorgen zu reden, denn es nichts verheerender, als wenn ich im Jubilä- umsjahr irgendetwas schön herausputze und dann im Nachhinein vergammelt es, weil einfach nicht geklärt ist, wer sich da weiterhin drum kümmert. Wir sind in diesen Dis- kussionen, und das werden wir dann auch so umsetzen. Ich möchte mich auch hier noch einmal bei Herrn Prof. Fritz, stellvertretend für alle Bür- gervereine, ganz herzlich bedanken. Was da an Unterstützung und auch an gemeinsa- mer Verantwortung durch den Verein, der ja die einzelnen Projekte abfedert und auch verantwortlich übernimmt, geleistet wird, das ist schon enorm. Von daher an dieser Stelle auch noch mal ein ganz herzliches Dankeschön an alle, die ich jetzt bisher da auf- geführt habe. Dann kommen wir zur Abstimmung. Ich darf um das Kartenzeichen bitten. - Sie bestä- tigen alle, dass Sie es zur Kenntnis genommen haben. Wir würden dann entsprechend des GRÜNEN-Antrags so verfahren. Ich muss allerdings an einer Stelle noch klären, wie Sie das gemeint haben. Sie haben gesagt, wenn es aus dem Budget des Stadtgeburtstages heraus finanziert werden kann, ist es in Ordnung. Das heißt, wir könnten auch durch zusätzliches Sponsoring, was dann sozusagen über den Topf des Stadtgeburtstages läuft, durchaus auch zusätzliche Programmpunkte ver- einbaren. Dann haben wir die Flexibilität. - 13 - (Zuruf) - Da müssen wir jetzt darüber reden. Wir haben mitunter auch Sponsoring, dass uns nur dann geboten wird, wenn es mit bestimmten Projekten verknüpft ist. Da geht es mir darum, dass wir das dann auch machen können, ohne dass wir dafür noch einmal in den Gemeinderat müssen. Das würde auch den bisherigen Prozess völlig lahmlegen. Wir haben alle verstanden, was das Anliegen des Antrags ist. Da werden wir dann eben entsprechend des Antrags auch agieren. - Damit wären Sie so einverstanden. Die Liste, wie gesagt, noch angefüttert, bekommen Sie dann noch nachgereicht. Dann darf ich mich ganz herzlich für die Diskussion beim Tagesordnungspunkt 6 be- danken, auch für die viele unterstützende und wertschätzende Rückmeldung zu der hier wirklich seit Jahren durch ganz viele Menschen sehr intensiv geleistete Arbeit und auch für das Angebot von allen Seiten, dass wir jetzt hier gemeinsam auf der Endstre- cke alles dazu beitragen, dass es ein wunderbares und sehr lebendiges und alle auch sehr bereicherndes Fest wird - mit einer hohen Nachhaltigkeit in dreidimensionaler, aber auch in emotionaler Hinsicht. Zur Beurkundung: Der Schriftführer: Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 14. Oktober 2014