Einrichtung eines Musikgymnasiums am Helmholtz-Gymnasium Karlsruhe
| Vorlage: | 2014/0645 |
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| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 03.06.2014 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Schul- und Sportamt |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
Beratungen
- Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 01.07.2014
Rolle: Entscheidung
Ergebnis: einstimmig beschlossen
Zusätzliche Dateien
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Extrahierter Text
BESCHLUSSVORLAGE STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister Gremium: 62. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 01.07.2014 2014/0645 4 öffentlich Dez. 3 Einrichtung eines Musikgymnasiums am Helmholtz-Gymnasium Karlsruhe Beratungsfolge dieser Vorlage am TOP ö nö Ergebnis Schulbeirat 25.06.2014 1 Gemeinderat 01.07.2014 4 Antrag an den Gemeinderat / Ausschuss Der Gemeinderat beschließt nach Vorberatung im Schulbeirat die Einrichtung eines Musikgym- nasiums am Helmholtz-Gymnasium. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) nicht bezifferbar Haushaltsmittel stehen im Schulbudget ggf. zur Verfügung. Kontierungsobjekt: Kontenart: Ergänzende Erläuterungen: ISEK Karlsruhe 2020 - relevant nein ja Handlungsfeld: Sozialer Zusammenhalt und Bildung Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Bereits im Jahr 2008 wurden Gespräche zwischen dem Kultusministerium und der Stadt sowie den verschiedenen Akteuren vor Ort zur Einrichtung eines Musikgymnasiums/Musikinternats in Karlsruhe geführt. Ziel der Einrichtung eines Musikgymnasiums ist es, besonders begabten Kindern und Jugendli- chen eine bestmögliche musikalische Ausbildung zu ermöglichen und die Regelschulausbildung an die Erfordernisse einer individuellen musikalischen Begabtenförderung anzupassen. Zum Schuljahr 2013/2014 erhielt das Helmholtz-Gymnasium vom Kultusministerium als eine von zwei Schulen in Baden-Württemberg die Zusage für das Musikgymnasium. Zur Frage der Ausgestaltung dieses neuen Profils in Karlsruhe hat der Oberbürgermeister am 5. Juli 2013 und am 4. Februar 2014 Gespräche mit der Staatlichen Hochschule für Musik, dem Regierungspräsi- dium und dem Helmholtz-Gymnasium geführt, an denen auch das Schuldezernat, das Badische KONServatorium (KONS), das Kulturamt sowie das Schul- und Sportamt beteiligt waren. Festzuhalten ist zunächst, dass das Musikgymnasium bzw. die Einrichtung eines musikgymnasia- len Profils in städtischer Trägerschaft bleibt. Damit ist auch ein Einrichtungsbeschluss des Ge- meinderats nach § 30 SchulG erforderlich. Für das Musikgymnasium in Baden-Württemberg ist in der aktuellen Form kein Internatsbetrieb vorgesehen, somit werden die Schülerinnen und Schüler vorrangig aus der Stadt und der Region kommen. Daher galt es, bei der Ausgestaltung des Musikgymnasiums allen Projektpartnern Rechnung zu tragen. Besondere Rollen spielten dabei sowohl die Staatliche Hochschule für Musik (MHS), de- ren Standort für die Zusage der Einrichtung des Musikgymnasiums im Helmholtz-Gymnasium ausschlaggebend war, sowie das Badische KONServatorium, weil auch dort eine besondere För- derung musikalisch hochbegabter Kinder und Jugendlicher erfolgt. Zur Aufnahme in das Musikgymnasium haben ab dem Schuljahr 2014/15 alle Bewerberinnen und Bewerber eine künstlerische Aufnahmeprüfung abzulegen. Die Auswahlkommission, von der die Aufnahmeprüfung abgenommen wird, ist im musikalisch-künstlerischen Bereich paritä- tisch besetzt (jeweils drei Vertretungen der Staatlichen Hochschule für Musik und des KONS bzw. bei Bewerbungen aus der Region zwei Vertretungen des KONS und eine Vertretung der regionalen Musikschulen). Zusätzlich nimmt an der Aufnahmeprüfung eine Vertretung des Helmholtz-Gymnasiums teil. Nach bestandener Aufnahmeprüfung können die Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Musikgymnasiums wählen, ob sie den instrumentalen oder vokalen Hauptfachunterricht sowie Neben- bzw. Pflicht- und Ergänzungsfächer innerhalb des Musikgymnasiums an der Staatlichen Hochschule für Musik, dem Badischen KONServatorium, einer Musikschule der Region oder bei freien Lehrkräften belegen. Ansätze für eine Zusammenarbeit der beteiligten Institutionen und Personen werden in der Durchführung gemeinsamer Kammermusikprojekte, institutionsübergreifender Meisterklassen sowie gemeinsamer öffentlicher Konzerte der Schüler und Schülerinnen gesehen. Das Helm- holtz-Gymnasium bietet im Fach Musiktheorie (Tonsatz, Gehörbildung) zusätzliche Unterrichts- stunden an. Das Musikgymnasium wird in den Musik-Zug des Helmholtz-Gymnasiums integriert, eine eigene Klasse ist (zunächst) nicht vorgesehen, bei großem Interesse kann jedoch mittel- bis langfristig die Bildung eines grundständigen Profils erfolgen. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 Zur Umsetzung des Musikgymnasiums erhielt die Schule im Schuljahr 2013/14 ein Lehrerstun- denkontingent von neun Wochenstunden zur Erteilung von Nachführunterricht für musikalisch hochbegabte Kinder und Jugendliche, die aufgrund von Teilnahme an Meisterkursen, Wettbe- werben, Intensivproben, Konzertauftritten u. a. Unterrichtsstunden im Regelunterricht des Helmholtzgymnasiums versäumen. Dieses Kontingent soll im Schuljahr 2014/2015 auf ein hal- bes Unterrichtsdeputat erweitert werden. Im März 2014 erhielten die ab Sommer in das Helmholtz-Gymnasium in Klasse 5 neu aufzu- nehmenden Schüler und Schülerinnen bereits erste Informationen durch die Schule. Die ge- meinsame Aufnahmeprüfung findet im Juli 2014 in der Staatlichen Hochschule für Musik statt. Schülerinnen und Schüler, die diese Prüfung nicht bestehen, können gleichwohl am Helmholtz- Gymnasium den Musikzug belegen. Besonders begabte Schülerinnen und Schüler des Helmholtz-Gymnasiums können in allen Klas- senstufen an der Aufnahmeprüfung für das Musikgymnasium teilnehmen und erhalten damit eine zusätzliche Förderung (z. B. Freistellung für die Teilnahme an Meisterkursen mit entspre- chenden Nachführstunden). Auch damit soll die Durchlässigkeit zwischen den unterschiedlichen Angeboten am Helmholtz-Gymnasium gesichert werden. Durch die Einrichtung des Musik-Gymnasiums werden keine zusätzlichen Klassen gebildet, da- her entsteht kein zusätzlicher Raumbedarf. Möglicher Sachaufwand z.B. für Unterrichtsmateria- lien kann aus dem Schulbudget abgedeckt werden. Beschluss: Antrag an den Gemeinderat Der Gemeinderat beschließt nach Vorberatung im Schulbeirat die Einrichtung eines Musikgym- nasiums am Helmholtz-Gymnasium Karlsruhe. Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 18. Juni 2014
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Extrahierter Text
NIEDERSCHRIFT Stadt Karlsruhe Gremium: 62. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: 1. Juli 2014, 15:30 Uhr öffentlich Ort: Bürgersaal des Rathauses Vorsitzende/r: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 5. Punkt 4 der Tagesordnung: Einrichtung eines Musikgymnasiums am Helmholtz- Gymnasium Karlsruhe Vorlage: 2014/0645 Beschluss: Der Gemeinderat beschließt nach Vorberatung im Schulbeirat die Einrichtung eines Mu- sikgymnasiums am Helmholtz-Gymnasium Karlsruhe. Abstimmungsergebnis: einstimmig zugestimmt Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 4 zur Behandlung auf: Was lange diskutiert und währt, wird endlich gut. Eine Kurzeinführung durch Herrn Bürgermeister Lenz. Bürgermeister Lenz: Wie Sie wissen, ist Ziel einer Einrichtung eines Musikgymnasiums, besonders begabten Kindern und Jugendlichen eine bestmögliche musikalische Ausbil- dung zu ermöglichen und die Regelschulausbildung an die Erfordernisse einer individu- ellen musikalischen Begabtenförderung anzupassen. Zum Schuljahr 2013/14 erhielt das Helmholtz-Gymnasium - in der Tat, Herr Oberbürgermeister, endlich - als eine von zwei Schulen in Baden-Württemberg die Zusage für ein Musikgymnasium. Daraufhin fanden mehrere Abstimmungsgespräche statt, natürlich mit den beteiligten Institutionen und dem Gymnasium selbst, aber auch mit unserem KONS. Ich möchte aber vor allem die Musikhochschule nicht vergessen, denn die ist sehr maßgeblich, wenn nicht sogar mit entscheidend, für die Auswahl unseres Standortes hier in Karlsruhe. An dieser Stelle gestatten Sie mir den Dank an alle Beteiligten, denn so ganz selbstver- ständlich war das Prozedere und der Einsatz aller an der Stelle ja auch nicht. Für das Musikgymnasium in Baden-Württemberg generell gilt in der aktuellen Form, dass ein Internatsbetrieb nicht vorgesehen ist, so auch hier bei uns. - 2 - Das Musikgymnasium wird in den Musikzug des Helmholtz-Gymnasiums integriert. Eine eigene Klasse ist zunächst nicht vorgesehen. Bei großem Interesse kann - je nachdem - auch mittel- und langfristig die Bildung eines grundständigen Profils erfolgen, wie wir es ja im Sport bei unserem Otto-Hahn-Gymnasium kennen. In allen Klassenstufen können besonders begabte Schülerinnen und Schüler an der im Juli stattfindenden Aufnahme- prüfung für das Musikgymnasium teilnehmen und erhalten damit eine zusätzliche För- derung. Auch damit soll die Durchlässigkeit zwischen den unterschiedlichen Angeboten am Helmholtz-Gymnasium gesichert werden. Schülerinnen und Schüler, die die Auf- nahmeprüfung nicht bestehen, können gleichwohl am Helmholtz-Gymnasium das Mu- sikprofil wählen. Zum Schluss noch eine gute Nachricht: Auf Seite 3 sehen Sie, dass anvisiert ist, eine halbe Deputatsstunde ab dem nächsten Schuljahr hinzuzubekommen. Von Seiten des Ministeriums aus Stuttgart kann ich Ihnen an der Stelle mitteilen, es wird sich um ein ganzes Deputat handeln. In diesem Sinne Glück auf diesem neuen Zug und unseren gemeinsamen politischen, aber auch verwaltungsmäßigen Anstrengungen. Stadtrat Hofmann (CDU): Wir haben das Thema bereits im Schulbeirat gehabt. Auch dort haben alle Fraktionen die Einrichtung des Musikgymnasiums am Helmholtz- Gymnasium außerordentlich begrüßt. Sie haben es eben gesagt, was lange währt, wird endlich gut, auch wenn wir uns noch ein ganz klein bisschen doch noch mehr ge- wünscht hätten. Ich habe aber auch dort gesagt, das Projekt hat außerordentlichen Charme, denn es kann an der Nachfrage wachsen, und auch die Durchlässigkeit bietet eine große Chance der Entwicklung. Uns war besonders wichtig, dass die Projektpartner Musikhochschule und das Badische KONServatorium dort mit einbezogen werden. Bürgermeister Lenz hat das alles auch schon erwähnt. Das steht für Qualität. Das ganze Projekt ist sehr gut, und wir werden es weiter mit Wohlwollen verfolgen. (Beifall bei der CDU) Stadtrat Dr. Leschinger (GRÜNE): Wir begrüßen ausdrücklich die Einrichtung des Mu- sikgymnasiums am Helmholtz-Gymnasium in Kooperation mit dem KONS und der Staat- lichen Hochschule für Musik, denn dadurch wird das Profil des Helmholtz-Gymnasiums deutlich gestärkt. Uns gefällt sehr gut die Durchlässigkeit, das hat Bürgermeister Lenz schon angesprochen, so dass begabte Schüler, die bereits am Helmholtz-Gymnasium unterrichtet werden, eben auch am Musikgymnasium teilnehmen können. Wir begrü- ßen, dass es keine Zweiteilung geben soll, also keine Schule in der Schule, sondern dass die Schülerinnen und Schüler im gewohnten Klassenverband bleiben können und den- noch individuell gefördert werden. Es ist jetzt natürlich eine sehr schöne Nachricht, dass es kein halbes Deputat, sondern ein ganzes Deputat ist, so dass genug Möglichkeiten sind, um im Rahmen des Nachführunterrichts die Schüler individuell zu fördern, die z. B. an Konzertreisen o. Ä. teilnehmen. Von unserer Fraktion ausdrückliche Unterstützung. (Beifall bei den Grünen) - 3 - Stadträtin Müllerschön (SPD): Die SPD-Fraktion hat sich immer dafür ausgesprochen, dass das Helmholtz-Gymnasium analog dem Otto-Hahn-Gymnasium als Sportgymnasi- um dort zum Musikgymnasium wird. Wir begrüßen diese Entwicklung insbesondere auch deswegen, weil bisher das Helmholtz-Gymnasium schon sehr intensiv mit der Mu- sikhochschule wie auch mit dem KONS zusammengearbeitet hat. Diese Zusammenar- beit wird sich jetzt intensivieren und verstärken. Auch aus finanziellen Gründen ist es eine sinnvolle Angelegenheit. Was wir natürlich auch begrüßen, ist, dass eben keine Abtrennung der Hochbegabten aus dem Klassenverband erfolgt, sondern dass die Schülerinnen und Schüler immer noch Bestandteil in dieser Klasse bleiben und als Hochbegabte keine Exoten sind. Wir begrüßen natürlich den Nachführunterricht. Insbesondere freut es uns jetzt natürlich, dass eine gesamte Lehrerstelle dafür zur Verfügung gestellt wird. Wir werden dieses Konzept weiterverfolgen. Wir müssen beobachten und gucken, wie man das dann möglicherweise zu einem ganz tollen Zug entwickeln kann. (Beifall bei der SPD) Stadtrat Jooß (FDP): Es wurde so gut wie alles gesagt. Nur ist mir ganz wichtig, dass keine zusätzlichen Klassen gebildet werden müssen, dass das also im Rahmen der Klas- senstärke im Helmholtz-Gymnasium übereinstimmt. Was auch noch im Schulbeirat berichtet wurde, ist, dass obligatorisch ist, dass die Schü- ler Deutsch können müssen, sonst können sie nicht in den Schulbetrieb eingegliedert werden. Das ist uns auch ganz wichtig. Ansonsten wurde schon fast alles gesagt. (Beifall bei der FDP) Stadtrat Cramer (KAL): Auch meine Fraktion ist froh, dass heute die Einrichtung im Helmholtz-Gymnasium auf der Tagesordnung steht. Wir sind froh, dass Hochbegabte in Karlsruhe jetzt die Möglichkeit haben, hier ihre Ausbildung zu machen. Wir sehen aller- dings auf die nächsten Jahre hin doch eine Notwendigkeit, das Erlernen von Musikin- strumenten noch stärker zu fördern. Da denken wir, dass auch unten in der Breite an- gesetzt werden muss, um eben noch mehr Kinder und Jugendliche an das Musikgym- nasium im Helmholtz-Gymnasium heranführen zu können. (Beifall bei der KAL) Der Vorsitzende: Ich habe jetzt keine weiteren Wortmeldungen mehr. Ich möchte mich dem Dank von Herrn Bürgermeister Lenz anschließen, auch namentlich hier Herrn Stiefel vom Helmholtz-Gymnasium oben auf der Empore, Frau Giebeler vom KONS und Herrn Prof. Höll von der Hochschule für Musik ganz herzlich danken. Ich war zeitweise in die Verhandlungen eingebunden. Dass das jetzt alles so in großem Einvernehmen und am Ende im Konsens zu einem - wie ich finde - überzeugenden Versuch geworden ist, hat auch damit zu tun, dass alle am Ende bereit waren, hier bei dem Gemein- schaftsprojekt an der einen oder anderen Ecke ein bisschen nachzugeben. Ich glaube, dass es am Ende um die Kinder und Jugendlichen geht. Die haben hier jetzt ein gut ab- gestimmtes Starterpaket. Wir werden sehen, wie sich das dann noch weiterentwickeln - 4 - wird mit den Zahlen und auch mit den zusätzlichen Angeboten, die man dann für diese Kinder noch zusammenbasteln kann. Da, glaube ich, stehen wir am Anfang eines ganz interessanten Prozesses, den wir gerne als Stadt auch weiter begleiten und fördern werden. Ich darf jetzt um das Kartenzeichen bitten. - Ich sehe nur gelbe Karten. Das ist einstim- mig. Zur Beurkundung: Der Schriftführer: Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 7. Oktober 2014