Vorbereitungsklassen zum Erwerb der deutschen Sprache

Vorlage: 2014/0628
Art: Anfrage
Datum: 20.05.2014
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Offen
Erwähnte Stadtteile: Neureut, Oberreut

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 01.07.2014

    TOP: 37

    Rolle: Kenntnisnahme

    Ergebnis: Kenntnisnahme

Zusätzliche Dateien

  • Stellungnahme TOP 37
    Extrahierter Text

    STELLUNGNAHME zur Anfrage Stadtrat Dr. Christofer Leschinger (GRÜNE) Stadträtin Dr. Dorothea Polle-Holl (GRÜNE) Stadtrat Michael Borner (GRÜNE) vom: 15.05.2014 eingegangen: 15.05.2014 Gremium: 62. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 01.07.2014 2014/0628 37 öffentlich Dez. 3 Vorbereitungsklassen zum Erwerb der deutschen Sprache Die Einrichtung von Vorbereitungsklassen ist in der Verwaltungsvorschrift des Kultusministeri- ums "Grundsätze zum Unterricht für Kinder und Jugendliche mit Sprachförderbedarf an all- gemein bildenden und beruflichen Schulen" aus dem Jahre 2008 geregelt, die gegenwärtig überarbeitet wird. Für die Einrichtung von Vorbereitungsklassen an Grund-, Werkreal- und Gemeinschaftsschulen ist das Staatliche Schulamt zuständig. Kinder und Jugendliche besu- chen Vorbereitungsklassen zum Erwerb von Deutschkenntnissen in der Regel für die Dauer eines Schuljahres. 1. a) An welchen Schulen gibt es in Karlsruhe Vorbereitungsklassen? Die Standorte der VKL-Klassen in der Stadt Karlsruhe sind:  Gutenberg-GHWRS  Pestalozzi-GHWRS  Schiller-GHWRS  Wald-GS, Neureut Mit dem Schuljahr 2013/14 wurden die Standorte ausgeweitet; neu hinzugekommen sind:  Leopold-GS  Nebenius-GS  Tulla-GS Neben den VKL-Klassen gibt es in der Stadt Karlsruhe noch eine besondere Integrationsmaß- nahme, die „Internationale Klasse“ an der Sophie-Scholl-Realschule in Oberreut, die seit mehr als 25 Jahren an einer weiterführenden Schule eingerichtet ist. Diese Klasse ist keine VKL- Klasse, sondern eine Vollklasse mit i. d. R. 25 Schülerinnen und Schülern, die 10 Lehrerwo- chenstunden (LWST) zusätzlich für spezifische Sprachförderung erhält. Seite 2 b) Wie hat sich die Zahl der Vorbereitungsklassen in den letzten 3 Jahren entwickelt, und von welcher weiteren Entwicklung ist auszugehen? Auf folgende Übersicht wird verwiesen: Schuljahre Schulen 2010/11 2011/12 2012/13 2013/14 Schüler Klassen Schüler Klassen Schüler Klassen Schüler Klassen Leopoldschule GS 0 0 0 0 0 0 17 1 Leopoldschule HS 11 1 0 0 0 0 0 0 Nebeniusschule GS 0 0 0 0 0 0 24 1 Waldschule Neureut GS 0 0 0 0 16 1 14 1 Gutenbergschule GS 17 1 18 1 19 1 20 1 Gutenbergschule WRS 20 1 24 1 23 1 22 1 Pestalozzischule GS 26 2 28 2 29 2 27 2 Pestalozzischule WRS 10 1 10 1 14 1 10 1 Schillerschule GS 26 2 34 2 32 2 37 2 Schillerschule WRS 41 2 59 3 58 3 74 5 Vorbereitungsklassen werden nach Bedarf eingerichtet, sofern die Mindestschülerzahl für die Bildung einer Vorbereitungsklasse (10 Schülerinnen und Schüler) gegeben ist. Falls diese Mindestschülerzahl nicht erreicht wird, kann ein zeitlich befristeter zusätzlicher Sprachförder- unterricht (ein sogenannter Vorbereitungskurs) eingerichtet werden. Vorbereitungskurse können ab mindestens vier Schülerinnen und Schülern mit nichtdeutscher Herkunftssprache gebildet werden (siehe Frage 2. c). Die Tendenz ist steigend. c) Warum gibt es in anderen baden-württembergischen Großstädten deutlich mehr Vorbereitungsklassen als in Karlsruhe? Das Staatliche Schulamt Karlsruhe richtet aufgrund der schulischen Meldungen die VKL- Klassen ein. Zu den Ursachen bezüglich der größeren Anzahl an VKL-Klassen in den Städten Mannheim, Stuttgart und Freiburg gibt es keine Erkenntnisse. 2. a) Wie viel Lehr- und Betreuungspersonal steht pro Vorbereitungsklasse zur Verfü- gung bzw. wie viele Schülerinnen und Schüler werden pro Lehr- und Betreuungs- kraft betreut? Die folgende Übersicht informiert über die gesamten Schülerzahlen in den VKL und die dafür eingesetzten Lehrerwochenstunden durch das Land Baden-Württemberg (27 LWST entspricht Seite 3 einem Lehrerdeputat). Pro Klasse kommen jeweils zusätzlich 2 LWST für Koordination und Klassenleitung hinzu (vierte Spalte). Schuljahr Anzahl VKL- Schüler/-innen Anzahl LWST Anzahl Stunden Klassen- leitung/Koordinierung Schuljahr 2011/12 179 208 LWST 22 LWST Schuljahr 2012/13 161 175 LWST 26 LWST Schuljahr 2013/14 205 246 LWST 32 LWST In Planung Schuljahr 2014/15 232 Noch in Planung Noch in Planung b) Welche Ausbildung bzw. welche Weiterbildung erhalten die Lehrer/-innen und Betreuer/-innen von Vorbereitungsklassen? Das Staatliche Schulamt Karlsruhe hat u.a. zwei spezifisch ausgebildete Fachberaterinnen und Fachberater „VKL/Heterogenität“, die von den Schulen zur schulinternen Fortbildung und zur Vor-Ort-Beratung zur Arbeit in VKL-Klassen abgerufen werden können. Diese Fach- beraterinnen und Fachberater beraten Schulen in inhaltlichen, prozessorientierten, strukturel- len, konzeptionellen, organisatorischen und spezifischen Anforderungen in einer VKL-Klasse und deren Einbindung in den schulischen Rahmen. Darüber hinaus werden spezifische Fortbildungen für Lehrkräfte der Vorbereitungsklassen angeboten. c) Welche zusätzlichen personellen und sachlichen Ressourcen erhalten Schulen mit Vorbereitungsklassen von Land und Stadt? Die Schülerinnen und Schüler der VKL werden bei der Budgetzuteilung für die entsprechende Schule berücksichtigt. Bei entsprechendem Bedarf können sie sich für eine Ganztagsschule entscheiden, bei der z.B. aufgrund der Rhythmisierung und der längeren Aufenthaltszeit an der Schule vielfältige Anregungen zum Spracherwerb gegeben sind. Auch an Angeboten der Schulsozialarbeit können die VKL-Klassen partizipieren. 3. a) Wie viel Prozent der Kinder können gemäß den Erfahrungen der letzten Jahre wie vorgesehen nach einem Jahr in eine Regelklasse wechseln? Die allermeisten Schülerinnen und Schüler können nach einem Jahr in die Regelklasse wech- seln (nach Schätzungen ca. 90 %), andere Schülerinnen und Schüler wechseln im Sekundar- stufenbereich die Schule, entsprechend der Passung des Bildungsangebotes z. B. an eine Re- alschule, ein Gymnasium oder an eine Gemeinschaftsschule. b) Was geschieht mit Kindern, bei denen dies pädagogisch noch nicht vertretbar ist? In wenigen Fällen gelingt dieser Übergang nicht. In diesem Falle wird der Unterricht für dieses Kind in der VKL-Klasse fortgeführt, weil die Lehrerin oder der Lehrer der VKL-Klasse dann als Seite 4 stabile Bezugsperson unterstützend dazu beitragen kann, das Risiko das Scheiterns des Kin- des in der Regelklasse zu verhindern. Es gibt einzelne Schülerinnen und Schüler, die im Be- reich der Sonderpädagogik durch Mobile Dienste oder – in ganz seltenen Fällen – am Lernort Sonderschule unterrichtet werden, wenn das VKL-Angebot diese besondere Fördersituation nicht erfolgreich leisten kann. c) Können Kinder mit Bedarf nach Beschulung in einer Vorbereitungsklasse auch während des Schuljahres aufgenommen werden? Kinder können während des Schuljahres in eine VKL-Klasse aufgenommen werden; deshalb wachsen teilweise im Schuljahr die Anzahl der Schülerinnen und Schüler in VKL-Klassen an. Das führt auch dazu, dass während des Schuljahres gelegentlich auch eine neue Klasse gebil- det werden muss. d) Gibt es Wartezeiten für die Aufnahme in eine Vorbereitungsklasse und wie lang sind diese? e) Wie viele Kinder und Jugendliche sind von solchen Wartezeiten betroffen? f) Welche Angebote werden schulpflichtigen Kindern und Jugendlichen zur „Über- brückung“ der Wartezeit gemacht? Wartezeiten für die Aufnahme in eine VKL-Klasse gibt es im Staatlichen Schulamt Karlsruhe bislang keine, es sei denn, dass eine Welle an Zuwanderung unvorbereitet eintreffen würde. Dann braucht es etwas Zeit, um eine VKL-Klasse neu einzurichten. Parallel würde das Staatli- che Schulamt Karlsruhe allerdings Übergangslösungen schaffen. 4. a) Welche Möglichkeiten sieht die Stadtverwaltung, um den hohen Bedarf an bera- terischer Betreuung der Familien der Schüler/-innen aus Vorbereitungsklassen zu de- cken? Zur beraterischen Betreuung für Familien in VKL-Klassen hat das Staatliche Schulamt Karlsru- he mit dem Büro für Integration ein Konzept einer niederschwelligen Beratungsstelle für die schulisch-beratende Betreuung von Familien entwickelt, das derzeit im Kultusministerium ge- prüft wird. Entscheidungen hierzu gibt es aktuell noch nicht. b) Welche Möglichkeit sieht die Stadtverwaltung, um Schulen mit Vorbereitungs- klassen einen erhöhten Umfang für – städtisch mitfinanzierte – Schulsozialarbeit zu gewähren? Die Schulen, an denen Vorbereitungsklassen angeboten werden, sind bereits alle mit Schulso- zialarbeit ausgestattet. Aus Sicht der Stadtverwaltung reicht dieses Angebot an den oben ge- nannten Schulen aus. 5. Welche Anschlussförderung ist für die beiden VAB-O-Klassen (Vorqualifizierung Ar- beit und Beruf für Schüler ohne Sprachkenntnisse) für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge an der Elisabeth-Selbert-Schule und deren „Schulkoordinatorin“ nach dem Auslaufen der EFF-Mittel ab dem Sommer 2014 vorgesehen? Im Bereich der beruflichen Schulen besuchen zugewanderte Jugendliche ohne Deutschkennt- nisse im Rahmen der Berufsschulpflicht in der Regel Klassen des Vorqualifizierungsjahres Ar- beit/Beruf mit Schwerpunkt Erwerb von Deutschkenntnissen, sogenannte VABO-Klassen. Die- se Klassen werden in Karlsruhe auch von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen, in die- sem Falle die zwei VABO-Klassen an der Elisabeth-Selbert-Schule, besucht. Zur Fortführung der Arbeit der "Schulkoordinatorin" ist ein freiwilliger Zuschuss der Stadt Karlsruhe an die Heimstiftung notwendig.

  • GRÜNE-Vorbereitungsklassen
    Extrahierter Text

    STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ANFRAGE Stadtrat Dr. Christofer Leschinger (GRÜNE) Stadtrat Michael Borner (GRÜNE) Stadträtin Dr. Dorothea Polle-Holl (GRÜNE) vom 15.05.2014 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 62. Plenarsitzung Gemeinderat 01.07.2014 2014/0628 37 öffentlich Vorbereitungsklassen zum Erwerb der deutschen Sprache 1) a) An welchen Schulen gibt es in Karlsruhe Vorbereitungsklassen? b) Wie hat sich die Zahl der Vorbereitungsklassen in den letzten 3 Jahren entwickelt, und von welcher weiteren Entwicklung ist auszugehen? c) Warum gibt es in anderen baden-württembergischen Großstädten deutlich mehr Vorbereitungsklassen als in Karlsruhe? 2) a) Wie viel Lehr- und Betreuungspersonal steht pro Vorbereitungsklasse zur Verfügung bzw. wie viele Schülerinnen und Schüler werden pro Lehr- und Betreuungskraft betreut? b) Welche Ausbildung bzw. welche Weiterbildung erhalten die Lehrer/-innen und Betreuer/-innen von Vorbereitungsklassen? c) Welche zusätzlichen personellen und sachlichen Ressourcen erhalten Schulen mit Vorbereitungsklassen von Land und Stadt? 3) a) Wie viel Prozent der Kinder können gemäß den Erfahrungen der letzten Jahre wie vorgesehen nach einem Jahr in eine Regelklasse wechseln? b) Was geschieht mit Kindern, bei denen dies pädagogisch noch nicht vertretbar ist? c) Können Kinder mit Bedarf nach Beschulung in einer Vorbereitungsklasse auch während des Schuljahres aufgenommen werden? d) Gibt es Wartezeiten für die Aufnahme in eine Vorbereitungsklasse, und wie lang sind diese? e) Wie viele Kinder und Jugendliche sind von solchen Wartezeiten betrof- fen? e) Welche Angebote werden schulpflichtigen Kindern und Jugendlichen zur „Überbrückung“ der Wartezeit gemacht? 4) a) Welche Möglichkeiten sieht die Stadtverwaltung, um den hohen Bedarf an beraterischer Betreuung der Familien der Schüler/-innen aus Vorbereitungsklassen zu decken? b) Welche Möglichkeit sieht die Stadtverwaltung, um Schulen mit Vor- bereitungsklassen einen erhöhten Umfang für – städtisch mitfinan- zierte – Schulsozialarbeit zu gewähren? 5) Welche Anschlussförderung ist für die beiden VAB-O-Klassen 1 für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge an der Elisabeth-Selbert-Schule und deren „Schulkoor- dinatorin“ nach dem Auslaufen der EFF-Mittel ab dem Sommer 2014 vorgese- hen? 1 Vorqualifizierung Arbeit und Beruf für Schüler ohne Sprachkenntnisse Seite 2 __________________________________________________________________________________________ Sachverhalt/Begründung: Schulpflichtige Kinder, die im Zuge der Arbeitnehmerfreizügigkeit innerhalb der EU oder als Flüchtlinge nach Deutschland kommen und keine oder zu geringe Sprach- kenntnisse für den Besuch einer Regelschule haben, werden in Baden-Württemberg in so genannte Vorbereitungsklassen aufgenommen. Diese Klassen sind altersge- mischt und die Schüler/-innen bringen unterschiedliche Sprach- und Bildungserfah- rungen mit. Ihre Betreuung und möglichst schnelle Sprachförderung ist für die dort tätigen Leh- rer/-innen und Betreuer/-innen eine anspruchsvolle Aufgabe – die einen zentralen Beitrag zur Integration dieser Kinder und ihrer Familien leistet. Auch wenn Kinder während des laufenden Schuljahres nach Karlsruhe ziehen, sollte daher eine Auf- nahme in eine Vorbereitungsklasse ohne Verzug möglich sein. Die Zahl der Vorbereitungsklassen ist in den einzelnen Großstädten in Baden- Württemberg sehr unterschiedlich (siehe Landtags-Drucksache 15/4749 vom 11. 02. 2014). Der GRÜNEN Gemeinderatsfraktion liegen Informationen vor, nach denen es in Karlsruhe zu wenig Vorbereitungsklassen gibt und dass die dort tätigen Lehr- und Betreuungskräfte mit zahlreichen sozialberaterischen Fragen konfrontiert sind, die die Schüler/-innen und ihre Familien belasten und deren Integration erschweren. Daher möchten wir mit dieser Anfrage erfahren, ob in Karlsruhe ein Ausbaubedarf an Vorbereitungsklassen besteht und ob diese Klassen durch weitere – gegebenenfalls in die Verantwortung der städtischen Sozial- und Jugendbehörde fallende – Maß- nahmen in ihrer ganzheitlichen Aufgabe unterstützt werden können. unterzeichnet von: Dr. Christofer Leschinger Michael Borner Dr. Dorothea Polle-Holl Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 20. Juni 2014

  • Protokoll TOP 37
    Extrahierter Text

    NIEDERSCHRIFT Stadt Karlsruhe Gremium: 62. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: 1. Juli 2014, 15:30 Uhr öffentlich Ort: Bürgersaal des Rathauses Vorsitzende/r: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 43. Punkt 37 der Tagesordnung: Vorbereitungsklassen zum Erwerb der deutschen Sprache Anfrage der Stadträte Dr. Christofer Leschinger und Michael Borner sowie der Stadträtin Dr. Dorothea Polle-Holl (GRÜNE) vom 15. Mai 2014 Vorlage: 2014/0628 Beschluss: Kenntnisnahme von Stellungnahme der Verwaltung Abstimmungsergebnis: Keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 37 zur Behandlung auf und stellt fest, die Stellungnahme der Verwaltung liege vor, der Gemeinderat habe Kenntnis genommen. (Keine Wortmeldung) Zur Beurkundung: Die Schriftführerin Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 25. August 2014