Teilzeitausbildung

Vorlage: 2014/0602
Art: Antrag
Datum: 07.05.2014
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Offen
Erwähnte Stadtteile: Oberreut

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 01.07.2014

    TOP: 18

    Rolle: Entscheidung

    Ergebnis: mit Stellungnahme einverstanden

Zusätzliche Dateien

  • SPD-Teilzeitausbildung
    Extrahierter Text

    STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ANTRAG Stadträtin Doris Baitinger (SPD) Stadträtin Gisela Fischer (SPD) Stadträtin Angela Geiger (SPD) Stadträtin Yvette Melchien (SPD) SPD-Gemeinderatsfraktion vom 05.05.2014 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 62. Plenarsitzung Gemeinderat 01.07.2014 2014/0602 18 öffentlich Teilzeitausbildung 1. Die Verwaltung evaluiert die bestehenden Teilzeitausbildungsangebote bei der Stadt Karlsruhe und beim CJD (Christliches Jugenddorf Deutschland e. V.). Zur ver- gleichenden Betrachtung werden die Teilzeitausbildungsangebote von hier ansässi- gen Großunternehmen (z. B. Siemens) herangezogen. 2. Anhand der Ergebnisse wird ein Konzept erstellt, wie das bestehende Angebot weiter ausgebaut und verbessert werden kann. 3. Am Sozialraum Oberreut (statistisch hoher Anteil allein erziehender Mütter ohne Ausbildung) wird untersucht, welcher unterstützender Angebote es bedarf, um junge Mütter für eine Teilzeitausbildung zu aktivieren. Begründung: Bei der Erstellung des Gesamtkonzepts Arbeit wurde festgestellt, dass die bestehen- den Teilzeitausbildungsangebote nicht im gewünschten Ausmaß nachgefragt wer- den. Insbesondere junge Mütter verzichten oft im Hinblick auf ihre finanzielle Situati- on auf die Fortsetzung einer begonnenen Ausbildung oder den Beginn einer Ausbil- dung. Dies ist weder für die Betroffenen noch für die Gesellschaft insgesamt eine Zukunftsperspektive. Es ist vielmehr alles zu versuchen, um Ausbildungswillige in der Ausbildung und beim erfolgreichen Abschluss zu unterstützen. Dabei sollte insbe- sondere nach Wegen gesucht werden, wie unterstützende Leistungen schnell, ziel- gerichtet und unbürokratisch erbracht werden können. Die Ergebnisse der Überprü- Seite 2 __________________________________________________________________________________________ fung werden zeitnah im Sozialausschuss vorgestellt, um gemeinsame Handlungs- strategien zu entwickeln. unterzeichnet von: Doris Baitinger Gisela Fischer Angela Geiger Yvette Melchien Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 20. Juni 2014

  • Stellungnahme TOP 18
    Extrahierter Text

    STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zum Antrag SPD-Gemeinderatsfraktion vom: 05.05.2014 eingegangen: 05.05.2014 Gremium: 62. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 01.07.2014 2014/0602 18 öffentlich Dez. 2 Teilzeitausbildung - Kurzfassung - Das Angebot der Teilzeitausbildung hat sich bei der Stadtverwaltung Karlsruhe be- währt und wird aktiv beworben. Schwerpunkt sind bisher die Verwaltungsberufe. Der CJD konnte bisher über 160 Ausbildungsverhältnisse in Teilzeit vermitteln. Auch hier ansässige Großunternehmen bieten Ausbildung in Teilzeit an. Finanzielle Auswirkungen des Antrages nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Kontierungsobjekt: Kontenart: Ergänzende Erläuterungen: ISEK Karlsruhe 2020 - relevant nein ja Handlungsfeld: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 1. Die Verwaltung evaluiert die bestehenden Teilzeitausbildungsangebote bei der Stadt Karlsruhe und beim CJD (Christliches Jugenddorf Deutschland e.V.). Zur vergleichenden Betrachtung werden die Teilzeitausbildungsangebote von hier ansässigen Großunternehmen (z. B. Siemens) herangezogen. 2. Anhand der Ergebnisse wird ein Konzept erstellt, wie das bestehende Ange- bot weiter ausgebaut und verbessert werden kann. Evaluierung der bestehenden Teilzeitausbildungsangebote bei der Stadt Karlsruhe Die Teilzeitausbildung ist ein Angebot der Stadt Karlsruhe, das es jungen Müttern und Vätern ermöglicht, einen Beruf zu erlernen und gleichzeitig ihre Rolle als Eltern wahrzunehmen. Darüber hinaus steht dieses Angebot auch allen Frauen und Män- nern, die pflegebedürftige Familienangehörige betreuen, offen. Eine Teilzeitausbil- dung ermöglicht somit die Erschließung neuer Zielgruppen im Ausbildungsbereich. Ausbildung in Teilzeit ist durch eine Änderung des Berufsbildungsgesetzes seit dem 01.04.2005 möglich. Auf dieser neuen gesetzlichen Grundlage konnten sich bei der Stadt Karlsruhe bereits gegen Ende des Jahres 2005 die ersten Bewerberinnen (Bewerber gab es bisher noch keine) für eine Teilzeitausbildung ab dem 1. Septem- ber 2006 vorstellen. Begonnen wurde zunächst im Ausbildungsberuf "Fachangestell- te/-r für Bürokommunikation". Seither haben sich schon zehn junge Mütter für dieses Modell der Ausbildung entschieden. Davon haben bereits sechs Auszubildende ihre Prüfung erfolgreich absolviert und ein Übernahmeangebot erhalten. Vier weitere Auszubildende befinden sich derzeit noch in Ausbildung. Die erfolgreiche Einführung der Teilzeitausbildung und die damit gemachten guten Erfahrungen haben dazu geführt, dass diese Möglichkeit auf alle dualen Berufsbil- der, die unter das Berufsbildungsgesetz fallen, ausgeweitet wurde. Zum Ausbil- dungsbeginn 2010 hat erstmals auch eine junge Mutter ihre Ausbildung im Beruf "Gärtnerin mit der Fachrichtung Zierpflanzenbau" begonnen und 2013 erfolgreich abgeschlossen. Eine weitere Teilzeit-Auszubildende befindet sich derzeit noch in Ausbildung beim Gartenbauamt und wird dieses Jahr ihren Abschluss machen. Bisher hat die Stadt Karlsruhe mit dem vorrangig im Verwaltungsbetrieb genutzten Angebot der Teilzeitausbildung überwiegend positive Erfahrungen gemacht. Der Großteil der bisherigen Teilzeitauszubildenden ist engagiert und motiviert, den Beruf zu erlernen, und bringt aufgrund der bisherigen Lebenserfahrung bereits auch gute soziale Kompetenzen mit. Die Stadt Karlsruhe sorgt dafür, dass die Auszubildenden Unterstützung bei der Bewältigung ihrer Doppelbelastung von Ausbildung und Kind durch flexible, den individuellen Bedürfnissen angepasste Arbeitszeitregelungen und Betreuungsmöglichkeiten für ihr Kind im Betriebskindergarten, erhalten. Außerdem ist die Stadt eine Kooperation mit dem CJD (Christliches Jugenddorfwerk Deutsch- land e.V.) Karlsruhe eingegangen, das die Auszubildenden auf deren Wunsch bei der Organisation der Betreuung der Kinder und bei Problemen im Zusammenhang mit dem Schulbesuch und der Ausbildung zusätzlich unterstützt. Die guten Ab- schlüsse der bisherigen Absolventinnen zeigen, dass dieses Modell bei gegenseiti- gem Verständnis für die besonderen Bedingungen der Teilzeitausbildung gut funkti- oniert. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 Das Angebot der Teilzeitausbildung hat sich bewährt und insbesondere im Verwal- tungsbereich fest etabliert. Es wird im Rahmen von Messeauftritten sowie Hinweisen auf der Homepage der Stadt Karlsruhe und der Ausbildungsbroschüre aktiv bewor- ben. Da im gewerblich-technischen Bereich das Angebot der Stadt bisher kaum nachgefragt wurde, wird eine Erhöhung angestrebt. Evaluierung der bestehenden Teilzeitausbildungsangebote beim CJD (Christliches Jugenddorfwerk Deutschland e. V.) Das CJD Karlsruhe arbeitet im "Netzwerk Teilzeitausbildung in Baden-Württemberg" mit und ist unter anderem Mitglied im Karlsruher Bündnis für Familien. Hier engagiert sich das CJD Karlsruhe besonders in den Arbeitskreisen familienfreundliche Ar- beitswelt und Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Seit Sommer 2006 ermöglicht das CJD Karlsruhe jungen Müttern und Vätern im Pro- jekt Teilzeitausbildung Erziehungsarbeit und betriebliche Berufsausbildung im dualen System in Teilzeit erfolgreich zu verbinden. Es unterstützt junge Mütter und Väter, einen passenden Ausbildungsbetrieb zu finden und bietet während der Ausbildung eine Weiterbetreuung an. Es unterstützt auch beim Übergang von Arbeitslosengeld II zur Finanzierung der Berufsausbildung für Alleinerziehende, um zu verhindern, dass eine Finanzierungslücke zum Abbruch der begonnen Ausbildung führt. Da oft auch der Schulabschluss schon lange zurückliegt, werden die Auszubildenden im CJD auch auf die Berufsschule vorbereitet. Bisher konnte das CJD Karlsruhe nach eigenen Angaben im Rahmen des Projekts über 160 Ausbildungsverhältnisse vermitteln. Davon wurden bereits mehr als 60 Ausbildungen erfolgreich abgeschlossen. Gegenwärtig stehen über 35 Ausbildungs- berufe in Teilzeit zur Auswahl. Zu den großen Betrieben, die in Kooperation mit dem CJD in Teilzeit ausbilden, zählen neben der Stadt Karlsruhe unter anderem die EnBW Energie Baden-Württemberg, der Evangelische Oberkirchenrat in Karlsruhe, der Röser Verlag, die Deutsche Telekom sowie die Firmen L' Oréal und Siemens. Nicht jede Teilzeitauszubildende kommt über den CJD zur Stadt Karlsruhe. Diese können dann auch nicht zu einer Kooperation mit dem CJD gedrängt werden. Bei dann auftretenden Problemen bedarf es zusätzlicher unterstützender Maßnahmen durch die Stadtverwaltung. Vergleichende Betrachtung mit Teilzeitangeboten von hier ansässigen (Groß-)Unternehmen (nach dortiger telefonischer Auskunft) Eine telefonische Umfrage bei den hier ansässigen Großunternehmen hat ergeben, dass eine Vielzahl von Unternehmen in den Jahren 2008 - 2013 in das Projekt Teil- zeitausbildung eingestiegen sind. Die meisten bieten seither regelmäßig Ausbil- dungsplätze in Teilzeit an. Fast alle haben ca. ein bis zwei Teilzeitauszubildende pro Ausbildungszeitraum (2 - 3 Jahre). Nur wenige Unternehmen haben mehr als fünf Teilzeitauszubildende parallel. Die meisten Teilzeitausbildungsplätze werden im Ergänzende Erläuterungen Seite 4 kaufmännischen Bereich vergeben, da hier die Rahmenbedingungen am einfachsten umzusetzen sind. Im technisch-manuellen Bereich sehen viele Unternehmen noch einige Hindernisse, die es zu überwinden gilt. Es gibt aber auch einige Unternehmen, die eine Teilzeitausbildung überhaupt nicht anbieten. Einige davon sind diesem Modell zwar nicht gänzlich abgeneigt, möchten jedoch aktiv keine Werbung hierfür machen. Bei Vorliegen entsprechend guter Be- werbungen ist aber eine Bereitschaft vorhanden, ausnahmsweise auch in Teilzeit auszubilden. Die Unternehmen, die in Teilzeit ausbilden, berichten von gemischten Erfahrungen. Danach meistern viele Auszubildende die Ausbildung problemlos und erbringen gute Leistungen, sodass sie nach Abschluss der Ausbildung auch in ein Beschäftigungs- verhältnis übernommen werden können. Es gibt aber auch einige Auszubildende, die trotz intensiver Unterstützung durch den CJD nicht mit der Doppelbelastung Familie und Beruf zurechtkommen und die Ausbildung vorzeitig abbrechen. Häufige Fehlzei- ten, unter anderem auch aufgrund von Krankheiten des Kindes, führen dazu, dass die Teilzeitauszubildenden in der Schule nicht mehr mitkommen. Die Lerndefizite werden dann immer größer, sodass einige die Abschlussprüfungen nicht bestehen. Auch in den Praxisphasen kann es zu Problemen kommen. Aufgrund fehlender Be- treuungsmöglichkeiten können die Teilzeitauszubildenden häufig nicht an Projekten mit anderen Auszubildenden teilnehmen oder gemeinsame Veranstaltungen am Abend besuchen. Dies wiederum sorgt auch bei den anderen Auszubildenden re- gelmäßig für Unmut und Unzufriedenheit. Alle Unternehmen sind sich einig, dass der Betreuungsaufwand der Teilzeitauszubil- denden unabhängig von den gezeigten Leistungen deutlich höher ist und es viel mehr zeitlicher und personeller Ressourcen hierfür bedarf. Auf der Homepage des CJD Karlsruhe stellt dieses die Stadt Karlsruhe als Vorreite- rin unter den Ausbildungsbetrieben in Karlsruhe, die in Teilzeit ausbilden, dar. Das Personal- und Organisationsamt überarbeitet derzeit die Ausbildungskonzepti- on. In diesem Zusammenhang soll auch überlegt werden, wie das bestehende Teil- zeitangebot noch weiter ausgebaut und verbessert werden kann. 3. Am Sozialraum Oberreut (statistisch hoher Anteil allein erziehender Mütter ohne Ausbildung) wird untersucht, welcher unterstützender Angebote es be- darf, um junge Mütter für eine Teilzeitausbildung zu aktivieren. Die Federführung für das Gesamtkonzept Arbeit liegt bei der AFB - Arbeitsförde- rungsbetriebe gGmbH. Nach einer eingehenden Analyse der Zielgruppe in Koopera- tion mit der Sozial- und Jugendbehörde, dem Amt für Stadtentwicklung und der gE Jobcenter Stadt Karlsruhe wird ein Konzept erarbeitet. Gegebenenfalls werden die vorhandenen Daten durch eine Erhebung vor Ort ergänzt, um die Lebenssituation und die genauen Bedarfe der jungen Mütter spezifischer zu erfassen. Auf dieser Grundlage wird das Konzept im Aufsichtsrat der AFB - Arbeitsförderungsbetriebe gGmbH und im Sozialausschuss vorgestellt.

  • Protokoll TOP 18
    Extrahierter Text

    NIEDERSCHRIFT Stadt Karlsruhe Gremium: 62. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: 1. Juli 2014, 15:30 Uhr öffentlich Ort: Bürgersaal des Rathauses Vorsitzende/r: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 20. Punkt 18 der Tagesordnung: Teilzeitausbildung Antrag der Stadträtinnen Doris Baitinger, Gisela Fischer, Angela Geiger und Yvette Melchien (SPD) sowie der SPD-Gemeinderatsfraktion vom 5. Mai 2014 Vorlage: 2014/0602 Beschluss: Zustimmende Kenntnisnahme von der Stellungnahme der Verwaltung Abstimmungsergebnis: Keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 18 zur Behandlung auf und verweist auf die vorliegende Stellungnahme der Verwaltung. Stadträtin Melchien (SPD): Wir sind zufrieden, sowohl mit der Antwort, als auch mit den Ergebnissen der Evaluation. Wir finden es gut, dass die Stadt bei dieser wichtigen Zukunftsaufgabe "Familienfreundliche Arbeitszeit in Karlsruhe" nicht nur fordert, son- dern vorbildlich vorangeht. Teilzeitausbildung sehen wir als wichtigen Bestandteil, um tatsächlich Vereinbarkeit von Familie und Beruf in unserer Stadt konkret voranzubrin- gen. Dabei erachten wir es als notwendigen Bestandteil, dass es unterstützende Maß- nahmen gibt, wie bei uns durch die Kooperation mit dem CJD. Wichtig erachten wir insbesondere für die Diskussion in den weiteren Gremien, dass wir eine Rückmeldung erhalten über die Erfahrungen, die dort gesammelt wurden, über den Erfolg der Bemühungen - da sind bereits Zahlen in der Vorlage genannt -, aber auch über mögliche Veränderungsvorschläge, die sich aus der konkreten Arbeit dort beim CJD ergeben. Da sind wir gespannt auf die Diskussionen in den Gremien. Insgesamt wünschen wir uns genauso wie die Verwaltung eine Ausweitung, insbeson- dere eine Ausweitung auf weitere Bereiche, in denen eine Ausbildung in Teilzeit mög- lich wird. Wir finden es auch gut, dass nicht nur die Arbeitsförderungsbetriebe sich konzeptionell im Rahmen des Gesamtkonzepts Arbeit mit der Frage auseinandersetzen, wie wir hier weiter vorankommen können, wie wir die bestehenden Angebote verbes- - 2 - sern und vor allem auch ausweiten können, sondern auch das POA mit dieser Frage beschäftigt ist. Wir unterstützen diesen guten und wichtigen Weg, damit die Potentiale der Menschen nicht ungenutzt liegen blieben, für die aufgrund ihrer Biografie und spezifischen Le- benssituation eine herkömmliche Form der Ausbildung nicht in Frage kommt. Wir be- trachten dies zum einen als Frage der Gerechtigkeit; allerdings sehen wir auch, dass wir überhaupt nicht darauf verzichten können und verzichten sollten, dieser Personengrup- pe eine gute und erfolgreiche Ausbildung möglich zu machen. Wir freuen uns auf die weitere Beratung in den Gremien. (Beifall bei der SPD) Stadträtin Luczak-Schwarz (CDU): Andrea, 25, hatte immer einen Minijob. Mit 17 bekam sie ihre Tochter. Dann blieb keine Zeit mehr, eine Ausbildung zu machen. Seit neun Monaten macht sie eine Ausbildung als Büromanagerin - so heißt das seit 2014. Das ist nur ein Beispiel von den Frauen, um die es hier geht. Es sind meistens Frauen, wenig Männer, die das Angebot Teilzeitausbildung, welches vom CJD begleitet wird, annehmen und durchlaufen. Die CDU-Fraktion findet das gut. Wir finden es gut, weil die Stadt Karlsruhe damit ihren sozialen und gesellschaftsverpflichtenden Auftrag er- füllt. Wir unterstützen das. Wir unterstützen das auch bei den Stadtwerken. Wir wissen auch, dass die Töchter in dem Bereich tätig sind. Wir haben Informationen im Personalausschuss und auch in den Gesellschaften erhalten. Deswegen waren wir ein bisschen irritiert über den Antrag, weil diese Informationen vorliegen. Aber es ist auch ein Thema, über das in der Öffent- lichkeit diskutiert werden sollte, weil durch diesen Vorbildcharakter auch andere Unter- nehmen oder Einrichtungen in unserer Stadt aufgefordert werden können, oder sich ein Beispiel daran nehmen können, wie vorbildlich die Stadt Karlsruhe mit ihren Töchtern handelt. Deswegen noch einmal ein großes Lob an die Mutter und ihre Töchter für die- ses starke Engagement. Wir freuen uns auf die weiteren Informationen. (Beifall bei der CDU) Stadträtin Dr. Polle-Holl (GRÜNE): Ich erinnere mich noch sehr gut an die Beweg- gründe, die 2008 zu einer Initiative der Grünen geführt haben, nämlich zu dem Antrag "Stadtteilbezogenes Qualifizierungsprogramm für Alleinerziehende". Die Unterzeich- nenden waren damals Klaus Stapf und ich und Ute Schulze-Harzer, die damals im Ge- meinderat war und die das aktiv vorangetrieben hat. Wir wollten in der Situation der Armutsbekämpfung - die auch heute noch Grund hat - etwas tun für eine Gruppe, die besonders betroffen ist von Armut, nämlich für die alleinerziehenden Mütter und Väter. Denen fehlt es besonders an flexiblen Angeboten, sich weiterzubilden oder ihren Beruf auszuüben, und vor allem auch Teilzeitmöglichkeiten in Kombination mit guten Kinder- betreuungsmöglichkeiten. Deswegen freut es uns außerordentlich, dass aus dieser Initiative ein Projekt entstanden ist, das bis heute existiert und das vor allen Dingen nachgefragt ist. Auch in der Weise, - 3 - wie es er CJD aufgenommen hat. Das hat uns sehr gefreut und freut uns immer noch. Wir begrüßen daher den Wunsch der SPD - oder auch aus dem Hause, was wir in den Redebeiträgen gehört haben -, dieses Projekt nicht nur am Leben zu erhalten und zu evaluieren, sondern sogar zu erweitern. Es ist sicher sinnvoll, zur Untersuchung einen besonderen Sozialraum herauszugreifen, in dem es einen großen Anteil an Alleinerziehenden gibt. Wir sind überzeugt davon, dass von diesen Ergebnissen die Mütter und Väter in der ganzen Stadt profitieren, die ihre Kinder allein erziehen müssen, und dann daraus eine gute weitere Initiative wird. (Beifall bei den Grünen) Stadtrat Golombeck (FDP): Aus dem Antrag geht hervor, dass eine Evaluierung der bestehenden Teilzeitausbildungsangebote gewünscht wird. Es macht Sinn, dass man bestehende Angebote auch in regelmäßigen Abständen überprüft: Wo stehe ich eigent- lich? Denn es geht hier um junge Menschen, die einen Beruf erlernen und auch ihre Rolle als Eltern wahrnehmen müssen. Ich konnte in der Verwaltungsantwort feststellen, dass die Verwaltung sehr aktiv ist und die Teilzeitausbildung bewirbt. Das CDJ konnte bisher - wie ich sehen konnte - 160 Ausbildungsverhältnisse vermitteln. Das ist hervorragend. Man kann natürlich überprü- fen, ob man das nicht etwas erweitern könnte. Außerdem sorgt die Stadt dafür, dass die Auszubildenden eine Unterstützung in ihrer Doppelbelastung erfahren durch die flexible und ihren Bedürfnissen angepasste Arbeits- zeitregelung und Betreuungsmöglichkeiten für ihr Kind im Betriebskindergarten erhal- ten. (Beifall bei der FDP) Stadträtin Döring (KAL): Liebe Antragsteller, danke für den Antrag und danke für die ausführliche Antwort der Verwaltung, die eigentlich schon die gewünschte Evaluation beinhaltet, was in Punkt 1 gefordert wird. Das hat uns sehr gefallen. Das sind Informa- tionen, die wichtig sind, wo auch einmal deutlich wird, was alles schon getan wird in der Stadt und was auch der CJD in Zusammenarbeit mit anderen leistet, welche Firmen beteiligt sind. Das war sehr informativ. Der dritte Punkt des Antrags erscheint uns etwa problematisch: Ob und welche Ange- bote für junge Mütter Sinn machen. Jetzt mache ich einmal die Klammer auf und stelle die Frage: Warum müssen es immer alleinerziehenden Mütter sein? Denn es gibt viele, die jung ein Kind bekommen und eigentlich einen Partner haben, der vielleicht bei ihnen lebt oder auch nicht. Aber sie müssen so tun, als ob sie alleinerziehend sind, da- mit sie in ein bestimmtes Raster passen. Ich denke, über die Frage sollte man einmal nachdenken. Die Frage ist: Welche Angebote machen Sinn und machen überhaupt solche Angebote wie Teilzeitausbildung Sinn für einen Personenkreis, über den wir schon öfter in den entsprechenden Fachausschüssen diskutiert haben. Die Frage, warum jetzt im Antrag - 4 - gerade Oberreut herausgegriffen wird, kann ich auch nicht so ganz verstehen, weil das wieder den Blick richtet auf einen ganz bestimmten Stadtteil. Ich denke, das ist nicht der Sinn der Übung. Die Fachdiskussion sollte in den Ausschüssen stattfinden. Auch darüber, welche Perso- nengruppen in welchen Gebieten jetzt vielleicht häufiger vorkommen und wie man am besten Angebote für diese Personengruppen macht. Ich denke, man darf auch nicht vergessen: Es gibt sicher auch ein, zwei, drei junge Frauen, die sagen: Ich will jetzt keine Ausbildung machen, sondern ich will mich auf die Erziehung meines Kindes konzentrie- ren. Auch das müssen wir in die Überlegungen mit einbeziehen. (Beifall bei der KAL) Der Vorsitzende: Das waren alle Wortmeldungen. Wir gehen den gemeinsam be- schriebenen Weg so weiter. Ich bedanke mich noch einmal für die Anerkennung, auch dessen, was in der Verwaltung und mit den Partnern aus einer Initiative des Gemeinde- rates heraus in der Zwischenzeit aufgebaut wurde. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 25. August 2014