SmartGrid: Energieeffiziente Wohngebiete
| Vorlage: | 2014/0591 |
|---|---|
| Art: | Antrag |
| Datum: | 24.04.2014 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Offen |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
Beratungen
- Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 01.07.2014
Rolle: Entscheidung
Ergebnis: mit Stellungnahme einverstanden
Zusätzliche Dateien
-
Extrahierter Text
STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zum Antrag CDU-Gemeinderatsfraktion vom: 22.04.2014 eingegangen: 22.04.2014 Gremium: 62. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 01.07.2014 2014/0591 15 öffentlich Dez. 4 SmartGrid: Energieeffiziente Wohngebiete - Kurzfassung - Die Stadtwerke werden an den genannten Themen intensiv weiterarbeiten und sich mit der Stadtverwaltung über mögliche Projekte abstimmen. Im Einzelfall werden die Stadtwerke die Relation zwischen Nutzen und Aufwand auch unter Berücksichtigung von Fördermitteln abschätzen und abwägen. Umgekehrt stehen die Stadtwerke bei der Konzeption von Wirtschaftsprojekten der Stadtverwaltung selbstverständlich gerne mit ihrem Fachwissen zur Verfügung. Finanzielle Auswirkungen des Antrages nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Kontierungsobjekt: Kontenart: Ergänzende Erläuterungen: ISEK Karlsruhe 2020 - relevant nein ja Handlungsfeld: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Stadtwerke Karlsruhe GmbH Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Grundsätzlich muss angemerkt werden, dass die Thematik "SmartGrid" sehr komplex und viel- schichtig ist. Um Missverständnisse zu vermeiden, muss die jeweilige Zielrichtung definiert wer- den. Die "SmartenThemen" sind ein Gesamtkunstwerk und die Begriffe "SmartMeter" und SmartHome" sind verwandte Technologien, die mit einzubeziehen sind. Insofern ist es schwierig, auf die einzelnen Punkte - wie sonst üblich - direkt einzuge- hen. Der Antrag nimmt auch Bezug auf das von der Wirtschaftsförderung und dem Netz- werk EnergieForum Karlsruhe aufgesetzten SmarterCity Projekt "Energieeffizientes Ge- werbegebiet", bei dem unter Koordination der Hochschule für Technik und Wirtschaft Karlsruhe und unter Mitwirkung des Fraunhofer Instituts für Chemische Technologie (ICT) und des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) eine Analyse und Machbarkeits- studie für ein energieeffizientes Gewerbegebiet in 2014 begonnen wurde. Beteiligte Unternehmen sind dabei u. a. die Firmen Michelin, Metz Areal (dm-Firmenzentrale bzw. Handelsmärkte) und das Rechenzentrum Kommunale Informationsverarbeitung Baden- Franken (KIVBF). Als SmarterCity-Projekt sind Schnittstellen zu der Thematik "Energieeffizientes Gewer- begebiet" zu dem im Antrag erwähnten Wohngebiet gegeben. Aus diesem Projekt wurden eingeladenen Fachdienststellen, Ämtern und externen Partnern bereits über eine von der Wirtschaftsförderung und Partnern des EnergieForums Karlsruhe organi- sierte Veranstaltung zum Thema "Nachhaltige Energiequellen in öffentlichen Gebäuden von Karlsruhe" wichtige Ergebnisse vorgestellt. Die Veranstaltung fand in der Hoch- schule Karlsruhe statt. Im Themenbereich "SmartGrid: Energieeffiziente Wohngebiete" gibt es bereits das SmarterCity-Projekt "Smart Quarter" mit den Handlungsfeldern Energie, Mobilität, Si- cherheit, Versorgung eines Stadtviertels. Das HighTech-Unternehmer-Netzwerk Cy- berForum hat die Projektleitung und die Koordination der Partner übernommen. Ein Austausch mit relevanten Fachdienststellen der Stadt wurde bereits durchgeführt. Hier- zu werden auch die Finanzierungsmöglichkeiten über Förderprojekte des Landes, Bun- des oder der Europäischen Union geprüft. Stadtintern arbeiten hier also die betroffenen Ämter und die städtischen Gesellschaften zusammen. In unregelmäßigen Abständen finden Besprechungen zu den vielfältigen Themen statt. Unabhängig davon arbeiten die Stadtwerke Karlsruhe bereits an technischen Umset- zungsmöglichkeiten für „smarte“ Anwendungen insbesondere an den Themenfeldern Smart Meter, Smart Home und SmartGrid. Allerdings gibt es aufgrund der gesetzlichen Rahmenbedingungen der Liberalisierung der Energiewirtschaft keine Gesamtverantwortung für ein Versorgungsgebiet mehr. Damit haben die einzelnen Player wie Kraftwerksbetreiber, Lieferanten, Netzkunden mit oder ohne Erzeugungsanlagen, Nachtspeicherheizungskunden und der Netzbetreiber, der wiederum allen seine Dienste in gleicher Form diskriminierungsfrei anbieten muss, Ergänzende Erläuterungen Seite 3 unterschiedliche Teilverantwortungen und damit unterschiedliche Optimierungsinteres- sen. Für die Konzeption eines Projekts „Energieeffiziente Wohngebiete“ wird empfohlen, erste Ergebnisse aus den zuvor genannten Projekten einfließen zu lassen, da in einem Wohngebiet mit vielen Kleinverbrauchsgeräten der energie- oder leistungsbezogene Steuerungsaufwand zur Erzielung eines messbaren Effekts höher ist als in einem Ge- werbegebiet mit wenigen Großverbrauchern. Die heute in den Medien oft verbreitete Information, ein „SmartGrid“ reduziere den Ausbaubedarf für Netze, ist zu pauschal formuliert. Vielmehr ist eine individuelle Abwä- gung für ein Netzgebiet erforderlich. Studien haben gezeigt, dass gerade in reinen Wohngebieten die Energieeinsparung und das Potenzial einer zeitlichen Verschiebung des Leistungsbedarfs durch Smart Meter und SmartGrid als eher gering einzustufen ist. So werden mögliche Einspareffekte durch höhere Verlustleistungen elektronischer Zäh- ler und zusätzlicher Modems für die IT teilweise wieder eliminiert. Die Stadtwerke werden an den genannten Themen intensiv weiterarbeiten und sich mit der Stadtverwaltung über mögliche Projekte abstimmen. Im Einzelfall werden die Stadtwerke die Relation zwischen Nutzen und Aufwand auch unter Berücksichtigung von Fördermittel abschätzen und abwägen. Umgekehrt stehen die Stadtwerke bei der Konzeption von Wirtschaftsprojekten der Stadtverwaltung selbstverständlich gerne mit ihrem Fachwissen zur Verfügung.
-
Extrahierter Text
STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ANTRAG Stadträtin Gabriele Luczak-Schwarz (CDU) Stadtrat Thorsten Ehlgötz (CDU) Stadtrat Dr. Albert Käuflein (CDU) Stadtrat Dr. Klaus Heilgeist (CDU) Stadtrat Sven Maier (CDU) Stadtrat Tilman Pfannkuch (CDU) CDU-Gemeinderatsfraktion vom 22.04.2014 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 62. Plenarsitzung Gemeinderat 01.07.2014 2014/0591 15 öffentlich SmartGrid: Energieeffiziente Wohngebiete Die CDU-Fraktion beantragt: 1. Die Stadtverwaltung erarbeitet ein Konzept für den Aufbau eines sogenannten SmartGrid in einem bestehenden Wohngebiet. 2. Die Stadtverwaltung bezieht insbesondere die städtischen Gesellschaften so- wie die Ergebnisse aus Modellversuchen in anderen Städten in die Konzep- terarbeitung ein. 3. Die Stadtverwaltung prüft, inwiefern die Ergebnisse aus dem erarbeiteten Konzept zu einem energieeffizienten Gewerbegebiet in diese neuen Überle- gungen einfließen und welche Synergieeffekte erzielt werden können. 4. Die Stadtverwaltung prüft, welche Fördermittel für ein solches Projekt bean- tragt werden können. 5. Die Stadtverwaltung prüft, ob das Themenfeld der sogenannten „SmartEner- gy“ mit Hilfe einer Arbeitsgruppe effektiver vorangebracht werden kann. Sachverhalt/Begründung: Ziel der Smarter City Karlsruhe 2025 ist es, durch drei Schwerpunktprojekte Karlsru- he als Innovations- und Wirtschaftsstandort weiter zu stärken. Dabei spielen Stadt- entwicklung und Stadtplanung eine entscheidende Rolle. Im Themenbereich „Smar- ter City Stadtteil – Leben in der Stadt der Zukunft“ soll der Energiewende und der nachhaltigen Energieversorgung Rechnung getragen werden. Es soll ein Stadtteil mit Modellcharakter für Europa entwickelt werden. Seite 2 __________________________________________________________________________________________ Seitens der Stadtverwaltung gibt es konkrete Überlegungen für eine Umsetzung ei- nes energieeffizienten Gewerbegebiets. Die beantragte Ausarbeitung eines Konzepts für die Umsetzung eines sogenannten SmartGrids in einem Wohngebiet ist die konsequente Fortführung der Planungen eines energieeffizienten Gewerbegebiets für die Realisierung einer insgesamt ener- gieeffizienten Stadt. Ziel eines Smart Grid ist es insbesondere, die Stromerzeugung besser an den Ver- brauch anzugleichen. In solchen intelligenten Stromnetzen (SmartGrid) nimmt der Endverbraucher eine stärkere Stellung ein - er wird sozusagen zum Energiemana- ger. Durch zusätzliche Informationen wird für den Endverbraucher unter anderem erkennbar, wie hoch der aktuelle Strompreis ausfällt. Eine individuelle Anpassung des Nutzungsverhaltens wird dadurch möglich. Durch die individuelle, am verfügba- ren Stromaufkommen orientierte Nutzung von energieintensiven Geräten wie Waschmaschinen, Wäschetrocknern oder Geschirrspülmaschinen bietet sich die Chance, kostenintensive Phasen aufgrund hoher Stromnachfrage zu umgehen. Mög- lichkeiten, die sich in ähnlicher Art auch für Wirtschaftsunternehmen in Gewerbege- bieten mit einer heterogenen Branchenstruktur bieten: Durch ein abgestimmtes Ver- halten kann der Gesamtenergieverbrauch des Gewerbegebiets reduziert werden, ohne dass die Gewerbetreibenden in ihrem Betriebsablauf eingeschränkt werden. Zusätzlich stehen bei intelligenten Stromnetzen die Energiespeicherung und dezent- rale Erzeugungsanlagen im besonderen Fokus. Den erneuerbaren Energiequellen kommt dabei neben kleinen Erzeugungsanlagen der fossilen Energiegewinnung eine erhebliche Bedeutung zu. In zahlreichen deutschen Großstädten, beispielsweise auch in Mannheim (Projekt: MOMA), wurden Modellvorhaben mit intelligenten Stromnetzen bereits mit Erfolg ge- startet. Dem Einsatz von modernster Informations- und Kommunikationstechnologie kommt dabei insgesamt eine bedeutende Rolle zu. Die dezentrale Energieerzeugung und eine am verfügbaren Stromaufkommen orientierte Nutzung könnten einen Verzicht auf einen großflächigen Ausbau von überregionalen Stromtransportkapazitäten er- Seite 3 __________________________________________________________________________________________ möglichen. Zugleich ergibt sich eine höhere Energieeffizienz durch eine stärkere Nutzungsintensität des verfügbaren Stromaufkommens. Eine zeitnahe und bedarfs- orientierte Netzsteuerung erfolgt durch die vernetzte Struktur auf Basis der modernen Informationstechnologie. unterzeichnet von: Gabriele Luczak-Schwarz Thorsten Ehlgötz Dr. Albert Käuflein Dr. Klaus Heilgeist Sven Maier Tilman Pfannkuch Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 20. Juni 2014
-
Extrahierter Text
NIEDERSCHRIFT Stadt Karlsruhe Gremium: 62. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: 1. Juli 2014, 15:30 Uhr öffentlich Ort: Bürgersaal des Rathauses Vorsitzende/r: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 17. Punkt 15 der Tagesordnung: SmartGrid: Energieeffiziente Wohngebiete Antrag der Stadträtin Gabriele Luczak-Schwarz, der Stadträte Thorsten Ehlgötz, Dr. Albert Käuflein, Dr. Klaus Heilgeist, Sven Maier und Tilman Pfannkuch (CDU) sowie der CDU-Gemeinderatsfraktion vom 22. April 2014 Vorlage: 2014/0591 Beschluss: Kenntnisnahme von der Stellungnahme der Verwaltung Abstimmungsergebnis: keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 15 zur Behandlung auf. Stadtrat Pfannkuch (CDU): Es geht hier um Modellvorhaben im Bereich eines abge- stimmten Verbraucherverhaltens innerhalb von abgegrenzten Haushaltsgebieten und Quartieren, so wie das jetzt schon für Gewerbegebiete modellhaft und mit unserer Zu- stimmung betrieben wird. Uns ist eben wichtig, dass Modellvorhaben ins Leben gerufen werden, weil die Energiewende bei unseren Mitbürgerinnen und Mitbürgern zurzeit leider nur im Bereich der Strompreisdiskussion so richtig ankommt. Die energieintensi- ven Unternehmen merken natürlich, um was es geht, und sind schon zwangsläufig zur Erhaltung ihrer Marktstellung verpflichtet, sich zusammenzutun. Wir hoffen, dass sich da auch alsbald sichtbare Bewegungen und Erfolge abzeichnen. Wir müssen aber- und das ist die Intention unseres Antrages - die einzelnen Bürgerin- nen und Bürger mit Modellvorhaben mitnehmen. So soll die Beteiligung an solchen Pro- zessen eben die emotionale Bindung, auch das Spaßmachen, zum Energiesparen för- dern. Die Antwort der Verwaltung wird der Sache durchaus gerecht. Es wird beschrieben, wie kompliziert die Vorgehensweise in diesem neuen Bereich der Energieeinsparungsidee ist. Man spricht von einem Gesamtkunstwerk. Man berichtet in der Vorlage von Ar- - 2 - beitskreisen und Schnittstellen. Wir haben den Eindruck, dass das Thema bearbeitet wird, aber noch nicht so richtig getrieben wird, so wie man sich das vorstellen und wünschen könnte. Natürlich ist in der Vorlage fachlich wohl richtig aufgezeigt, dass die Rahmenbedingungen durch die Liberalisierung des Strommarktes durchaus nicht ein- fach gestaltet sind. Das macht die Angelegenheit auch so schwierig. Das hat zur Folge, dass wir als Stadt Karlsruhe hinter der Sache auch stehen müssen, nicht nur hinter der Verwaltung, sondern dort, wo Hemmnisse bestehen, auch Hemmnisse beseitigen müs- sen. Die Antwort der Verwaltung zeigt uns, dass Zielkonflikte zwischen einzelnen Beteiligten innerhalb der Stadt bzw. im Konzern Stadt bestehen. Auch hier müssen wir Lösungen finden, denn es kann durchaus sein, dass jetzt beispielsweise bei kleineren Stromnetzen selbstgewonnene Energie in Quartieren gar nicht so sehr im Interesse der Stadtwerke sein können, so dass natürlich die Akquisition in diese Richtung auch nicht den Vortrieb gewinnt, den dieses Thema haben sollte. Insgesamt wird man sagen müssen, dass hier noch weitere dicke Bretter zu bohren sind. Wir glauben auch, dass in der Bevölkerung zunehmend Beratungsbedarf besteht. Des- halb brauchen wir die Modellvorhaben, und wir müssen, wie gesagt, die Bürgerinnen mitnehmen. Wir haben nun erfreulicherweise gehört, Herr Oberbürgermeister, dass Sie zu diesem Thema eine Expertise in Auftrag geben wollen, um eben für die Stadtverwaltung her- auszufinden, welche dieser möglichen Projekte in der Zukunft zielführend sind. Wir, die CDU-Fraktion, halten es für sehr gut und warten natürlich gerne das Ergebnis dieser Expertise ab. Unsere Bürger wollen etwas sehen, nicht nur mehr zahlen, sie wollen ein- fach mitgenommen werden. (Beifall bei der CDU) Stadtrat Geiger (GRÜNE): Auch uns hat die Antwort der Verwaltung im Grundsatz sehr gut gefallen, genauso wie das Antragsbegehren der CDU uns im Grundsatz gut gefallen hat, aber es ist halt ein hochkomplexes Thema. Es ist ja nicht so, dass bisher noch nichts in Karlsruhe dazu passiert ist. In der Vorlage wird auch ausgeführt, welche Akteure sich schon mit den Smart-Technologies beschäftigen. Ich nehme das jetzt mal als Sammelbegriff, ob das jetzt SmartGrids, SmartHome oder SmartMeter ist. Auch ist Herr Pfannkuch schon darauf eingegangen, dass die Rahmenbedingungen durch die Liberalisierung des Strommarktes nun einmal so sind, wie sie sind, dass wir jetzt nicht vorschreiben können, in einem Gebiet kriegt jetzt jeder irgendwie ein SmartHome mit entsprechenden intelligenten Netzanschlüssen. Dementsprechend wird es auf Freiwillig- keitslösungen hinauslaufen müssen. Dennoch finden wir das Thema sehr wichtig, denn ohne Steigerung der Energieeffizienz wird auch der Ausbau der erneuerbaren Energien nicht zum gewünschten Ergebnis führen können. Tatsächlich bietet sich ja die Chance, wenn sozusagen die Produktionsspitzen im Bereich der erneuerbaren Energien dann auch mit dem Abrufen der Energie zusammenfallen, dass dann tatsächlich Netzleis- tungskapazitäten nicht so vorgehalten werden müssen. Gerade die großen Transport- netze, die jetzt in aller Munde sind, können dadurch zumindest in ihrer Ausprägung vielleicht abgemildert werden. - 3 - Für mich wäre noch sehr spannend gewesen, aber das wird vielleicht im weiteren Ver- fahren auch noch einmal erörtert, wie sich die großen Wohnungsbaugesellschaften zu dem Thema verhalten. Wenn man einen großen Mietgebäudebestand hat, wie jetzt die VOLKSWOHNUNG oder auch der Mieter- und Bauverein, könnte es dann Synergieeffek- te geben, die bei dem Thema noch einmal besonders interessant sind. Ich würde es nicht unbedingt nur örtlich verorten, sondern vielleicht in einer Trägerschaft, weil dann die Signifikanz der Ergebnisse in der Auswertung ein bisschen besser sein könnte. Wir haben auch Sympathie, dass sozusagen die Nutzer von Energie deutlich stärker in ihr eigenes Verbrauchsverhalten mit einbezogen sind, dass nachvollziehbarer ist, als wenn sie nur einmal im Jahr ihre Stromabrechnung bekommen und sich dadurch Nut- zungsverhaltensänderungen ableiten können, die auch einem umweltverträglichen und nachhaltigen Energiemanagement zuträglich sind. Was uns noch wichtig ist, aber bisher noch nicht aufgetaucht ist in der Stellungnahme, ist die Frage der datenschutzrechtlichen Diskussion im Zusammenhang mit SmartMeter. Gerade der jetzt inzwischen nicht mehr im Amt befindliche Bundesdatenschutzbeauf- tragte, Herr Schaar, hat dazu in der Vergangenheit schon vieles gesagt. Besonders prägnant war sein Ausspruch, dass er natürlich nicht möchte, dass anhand des Energie- verbrauches seiner Kaffeemaschine jeder weiß, wann er morgens aufsteht, um das ein bisschen plastisch zu machen. Insgesamt finden wir die Intention des Antrages gut, auch wenn wir, wie in der Verwal- tungsvorlage aufgezeigt, die Grenzen in Wohngebietsnutzungen sehen, weil dort durch die Regelungstechnik der Gewinn nicht so groß ist wie bei Großverbrauchern, finden aber auch, eine vertiefende Beratung sollte unbedingt sein. Wir wissen auch, dass die Stadtwerke in dem Bereich schon sehr aktiv sind. Das finden wir gut und stützen die Verwaltungsantwort. (Beifall bei den Grünen) Stadtrat Marin (SPD): Auch die SPD-Fraktion unterstützt die Verwaltungsantwort, die anreißt, wie komplex das ganze Thema ist. Im Prinzip ist es eine systemische Verbin- dung von Energieproduktion und Energieverteilung bis hin zum Energieverbrauch und den Effizienzmöglichkeiten, die dazwischen stehen, und das Ganze auch noch um eini- ges breiter. Vor allem geht aus der Verwaltungsantwort auch hervor, in welchen vielen Teilberei- chen wir als Stadt mit unseren Institutionen in der Stadt und mit den Unternehmen da Einzelprojekte schon gestalten, wo wir vorangehen. Insgesamt hatte ich am Anfang ein Problem mit diesem Antrag, weil er für mich auch nicht greifbar war, ist er auch jetzt noch nicht, denn das Thema ist viel zu breit, viel zu komplex, um es im Moment so pau- schal anzugehen. Deswegen finde ich auch den Weg, den wir beschreiten, weiter in die Forschung zu gehen, weiter in die Testphasen zu gehen mit diesen kleinen Stellschrau- ben, die dann zum Schluss vielleicht einmal ein Netzwerk bilden werden, und dann zu gegebener Zeit Teilprojekte zu bilden, ganz sinnvoll und unterstütze das auch voll und ganz. - 4 - Eine kleine Anmerkung noch, Herr Pfannkuch. Sie hatten ja gesagt, dass Sie da auch Zielkonflikte sehen würden, z. B. bei den Stadtwerken im Zusammenhang mit den ge- setzlichen Vorgaben, was z. B. Trennung von Netzen und Energie angeht, aber mit Si- cherheit nicht in diesen Einzelbereichen, denn da, wo jemand anderes ein Netz betreibt - das war Ihr Beispiel -, können die Stadtwerke durchaus auch beratend tätig werden oder durch Übernahme von Leistungen tätig werden. Insofern sehe ich diese Zielkonflik- te in der Form nicht. Sie haben ein großes Thema angesprochen. Ich denke, dass dieser Antrag erledigt ist, aber nicht das Thema. (Beifall bei der SPD) Stadtrat Golombeck (FDP): Die Energieversorgung ist in der Tat ein sehr großes The- ma. Energie sollte auch immer noch bezahlbar bleiben für die Bürgerinnen und Bürger. Wir müssen uns langsam daran gewöhnen, dass die klassische Form der Energieversor- gung ein Kraftwerk mit einem eigenen Netzwerk sich langsam davon entfernen wird. Wir haben überall die dezentrale Stromversorgung, die Propeller, die Solarenergie. Das Ganze muss aber noch gemanagt werden, dass es dahin geht, wo es gebraucht wird - und auch in der entsprechenden Menge. Dass in Deutschland die Energie am teuersten ist in Europa, das weiß man. Das hängt auch ein bisschen mit dem EEG-Gesetz zusammen. Eventuell muss man hier noch daran arbeiten. Ich finde auch gut, dass sich die Verwaltung damit beschäftigt. Insbesondere hat mich interessiert, dass hier Nutzen und Aufwand gegeneinander aufgewogen wer- den. Ich kann natürlich eine preiswerte Energieversorgung transportieren, aber wenn der Aufwand dafür so hoch ist, dann ist die Energieersparnis eigentlich nicht mehr ge- geben. Ich finde, dass der Antrag weiterverfolgt werden soll. Ich finde ihn gut, ich finde ihn zukunftsorientiert. Er sollte weiter verfolgt werden, dass man z. B. so ein Modellprojekt, ein Stadtteil, was auch immer, in Betrieb nimmt, testet und daran arbeitet, inwieweit kann ich hier die Effizienz vorantreiben. (Beifall bei der FDP) Stadtrat Dr. Fischer (KAL): Der CDU-Antrag wird von meiner Fraktion begrüßt, weil wir der Meinung sind, man kann da noch kritische Aspekte einbringen, die ich dann jetzt auch gleich mal beleuchten werde. Das Ziel eines intelligenten Netzes, ist - so wie es im Antrag steht -, den Verbrauch an die Erzeugung anzugleichen. Das ist der positive Aspekt, wahrscheinlich ist eine Ener- giewende ohne solche Steuerungsmechanismen nicht möglich. Auf der anderen Seite gibt es die zwei Aspekte, die jetzt in den beiden Papieren, im Antrag und in der Ant- wort, noch nicht genannt werden, die beiden Aspekte Datenschutz und Sicherheit der Stromversorgung. Beim Datenschutz muss man schauen, welche Player derzeit interessiert sind, Smart- Grids zu betreiben. Das sind nicht nur Energieunternehmen, das sind auch Unterneh- men, die im Wesentlichen an den Daten interessiert sind, welcher Nutzer wann was tut, - 5 - also ein Nutzugsprofil. Das muss man kritisch beleuchten, das sollte im Zuge dieses Konzeptes beachtet werden. Der zweite Punkt: Sicherheit einer Energieversorgung. Früher musste man mit beachtli- cher krimineller Potenz und ordentlich Dynamit schon eine Umspannstation in die Luft jagen, um die Stromerzeugung in einem größeren Stadtteil flachzulegen. Heute muss man einen Virus einschleusen. Dieses Thema, wie sicher sind die Datennetze zur techni- schen Steuerung, ist derzeit in Energieunternehmen, da gibt es ganze Kongresse dazu, ein ganz wichtiges Thema. Auch das sollte in dieser Diskussion, in diesem Konzept für ein SmartGrid beachtet werden, wie können wir verhindern, dass wir angreifbarer wer- den. Dann wäre dem Ganzen nichts Gutes getan. (Beifall bei der KAL) Der Vorsitzende: Vielen Dank für diese sehr differenzierte Diskussion. Ich habe das jetzt so verstanden, im Sinne der Verwaltungsvorlage am Thema dranzubleiben, das noch in einen Gesamtkontext SmarterCity zu stellen. Das hatte ich Ihnen für den Herbst ja angekündigt Das muss sich dann auch in der Beratung des Doppelhaushaltes wieder- finden. Wenn wir SmarterCity nicht konkretisieren und spürbar machen, dann wird ir- gendwann die Frage kommen, was haben wir überhaupt davon, außer interessanten Arbeitskreisen. Da sind wir jetzt zusammen mit der Verwaltung auf einem guten Weg und werden im Herbst auch konkrete Vorschläge machen. Dann müssen für alle diese Vorschläge, genau die Punkte, diskutiert werden, die jetzt in der Diskussion angespro- chen wurden. - Dem stimmen Sie so zu. Zur Beurkundung: Der Schriftführer: Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 28. Oktober 2014