Projektförderung (Intakt/Kimm) des Kulturamtes im Rahmen der Kulturkonzeption Karlsruhe

Vorlage: 2014/0576
Art: Antrag
Datum: 22.04.2014
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Offen
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 01.07.2014

    TOP: 14

    Rolle: Entscheidung

    Ergebnis: verwiesen in den Schulbeirat und in den Kulturausschuss

Zusätzliche Dateien

  • KAL-Projektförderung Intakt-Kimm
    Extrahierter Text

    STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ANTRAG Stadtrat Lüppo Cramer (KAL) Stadträtin Margot Döring (KAL) vom 16.04.2014 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 62. Plenarsitzung Gemeinderat 01.07.2014 2014/0576 14 öffentlich Projektförderung (INTAKT/KIMM) des Kulturamtes im Rahmen der Kulturkonzepti- on Karlsruhe 1. Die Stadt Karlsruhe ermittelt das Interesse Karlsruher Schulen an der Aus- weitung des Projekts KIMM (Kinder machen Musik). 2. Die bisher gemachten Erfahrungen der Zusammenarbeit zwischen der Musik- schule intakt und der Schiller- und Tullaschule werden eruiert und zusammen- gefasst. 3. Die Stadt prüft mögliche Dritt-/Fördermittel. 4. Die Stadt stellt das ganze Projekt inklusive einer möglichen Ausweitung in ge- eigneten Ausschüssen vor. Dabei werden auch Beispiele musikalischer För- derung aus Städten in anderen Bundesländern (Beispiel Nordrhein-Westfalen, „Jedem Kind ein Instrument“) präsentiert. Die Musikschule intakt hat mit KIMM (Kinder machen Musik) ein Konzept zur Förde- rung der musikalischen Kompetenz von Grundschulkindern erstellt. KIMM versteht sich als Initiative mit dem Ziel, jedem Kind ab der ersten Grundschulklasse das Er- lernen eines Instruments zu ermöglichen. Die Schiller- und die Tullaschule Karlsruhe haben zusammen mit intakt bereits Erfah- rungen mit KIMM gesammelt. Aus den bisher gesammelten Erfahrungen und Kos- tenplanungen sollte ein tragbares Konzept erstellt werden, das interessierten Karls- ruher Schulen und vor allem den Kindern eine Teilnahme an dieser Form der musi- kalischen Grundausbildung ermöglicht. Vor allem Ganztagsschulen bieten einen ge- eigneten Zeitrahmen für das Projekt. Das Badische Konservatorium und weitere inte- ressierte Musikschulen und Einzellehrkräfte sollten in das Projekt einbezogen wer- den. Sachverhalt/Begründung: Seite 2 __________________________________________________________________________________________ KIMM versteht sich als ein den Musikunterricht ergänzendes, nicht ersetzendes Pro- jekt und beruht auf der Zusammenarbeit zwischen Lehrer(innen) der Musikschule und Grundschullehrkräften. Der stufenweise Aufbau des Projektes sieht vor, dass die Kinder in Stufe 1 (= 1. Grundschuljahr) verschiedene Instrumente kennen lernen und in Stufe 2 (ab 2. Grundschuljahr) ein von ihnen gewähltes Instrument erlernen und das Zu- sammenspiel in Bands/Ensembles ab der dritten Klasse üben. Das gemeinsame Mu- sizieren fördert die Entwicklung der Sozialkompetenz nachhaltig. KIMM versteht sich dabei nicht als ein in erster Linie leistungsorientiertes, sondern entwicklungs- und erlebnisorientiertes Projekt. Ganz bewusst ist das Projekt so ange- legt, dass auch Kinder mit sozial schwierigem Hintergrund oder mit persönlichen Handicaps angesprochen werden. Auch Schüler(innen) mit weniger ausgeprägter musikalischer Begabung werden über die einfach gehaltenen Übungen einbezogen, während Schüler(innen) mit besonderer Begabung genügend Raum bekommen, die- se zu entfalten. KIMM liefert somit einen Beitrag zur Inklusion. Denkbar wäre auch, das Projekt für die Kindergartenarbeit anzubieten. Nicht in jeder Kita ist musikalische Früherziehung im größeren Umfang leistbar. Initiativen von El- tern scheitern oft an den hohen Kosten für private Musikförderung. Findet sie doch in den Kitas statt, ist häufig der Teil der Kinder davon ausgeschlossen, deren Eltern sich den Musikunterricht nicht leisten können oder wollen. unterzeichnet von: Lüppo Cramer Margot Döring Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 20. Juni 2014

  • Stellungnahme TOP 14
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    STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zum Antrag KAL-Gemeinderatsfraktion vom: 16.04.2014 eingegangen: 16.04.2014 Gremium: 62. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 01.07.2014 2014/0576 14 öffentlich Dez. 3 Projektförderung (INTAKT/KIMM) des Kulturamtes im Rahmen der Kulturkonzeption Karls- ruhe - Kurzfassung - Das Kulturamt, das Schul- und Sportamt, das Badische KONServatorium, die Jugendkunst- schule und der Stadtjugendausschuss erarbeiten in den seit dem Schuljahr 2013/2014 lau- fenden vier Pilotprojekten in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Schulamt ein strukturier- tes Angebot, das den Schülern und Schülerinnen der Ganztagsgrundschulen ein breites Spektrum in allen Sparten der kulturellen Bildung eröffnen soll. Verlässliche Standards für ein pädagogisch und künstlerisch nachhaltiges Angebot ab dem Schuljahr 2015/2016 im Bereich der Kulturellen Bildung in der Ganztagsgrundschule werden entwickelt. Die Verwaltung empfiehlt im Hinblick auf die bereits laufenden Pilotprojekte und die damit ebenfalls bereits verbundene Entwicklung verbindlicher Standards zum Aufbau verlässlicher Strukturen für die Durchführung längerfristiger und nachhaltiger Kooperationen im gesamten musisch-kulturellen Bereich und deren geplanter Einbringung in den Doppelhaushalt 2015/2016, den Antrag abzulehnen. Finanzielle Auswirkungen des Antrages nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Kontierungsobjekt: Kontenart: Ergänzende Erläuterungen: ISEK Karlsruhe 2020 - relevant nein ja Handlungsfeld: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Kulturelle Bildung wird zukünftig - insbesondere im Bereich der Ganztagsschule - einen noch höheren Stellenwert an den Grundschulen einnehmen als bisher. Der Antrag der Karlsruher Liste entspricht den derzeitigen Planungen der Verwaltung und des Staatlichen Schulamts, die Zusammenarbeit zwischen Ganztagesschulen und Kulturein- richtungen zu stärken. Diese Thematik ist auch im Handlungsfeld 2 - Kulturelle und gesell- schaftliche Bildung des Kulturkonzepts angesprochen. Das Kulturamt, das Schul- und Sportamt, das Badische KONServatorium, die Jugendkunst- schule und der Stadtjugendausschuss in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Schulamt haben es sich seit Frühjahr 2013 zur Aufgabe gemacht, ein strukturiertes Angebot, das den Schülern und Schülerinnen der Ganztagsgrundschulen ein breites Spektrum kultureller Bil- dung eröffnen soll, zu erstellen. Verlässliche Standards für ein pädagogisch und künstlerisch nachhaltiges Angebot im Bereich der Kulturellen Bildung in der Ganztagsgrundschule gilt es zu entwickeln. Daher werden seit dem Schuljahr 2013/2014 vier Pilotprojekte mit den o.g. Projektpartnern mit einigen ausgewählten Ganztagsgrundschulen unter wissenschaftlicher Begleitung durchgeführt. Die Erkenntnisse daraus werden in die Erstellung der Standards einfließen. Über erste Erfahrungen daraus wird am 3. Juni 2014 im Kulturausschuss berich- tet werden, ebenso wird im Schulbeirat sowie im Verwaltungsrat des Badischen KONServa- toriums zu diesem Projekt informiert werden. Seit mehreren Jahren können Kooperationen im kulturellen Bereich an den Schulen über das Projekt Schule und Kultur finanziert werden. Über diese Förderung werden im laufenden Schuljahr sowohl die Pilotprojekte als auch z.T. weitere musikalische Angebote des Badi- schen KONServatoriums sowie der Musikschule INTAKT und zahlreicher anderer Anbieter aus dem Kulturbereich finanziert. Das Badische KONServatorium arbeitet darüber hinaus seit Jahrzehnten mit den Grund- schulen vor Ort zusammen und bietet Unterricht auf allen Instrumenten sowie Kurse zum Klassenmusizieren in Zusammenarbeit mit den Grundschulen an. Dabei sind die jeweiligen Angebote den Bedürfnissen und Anforderungen der jeweiligen Grundschule angepasst und reichen vom Klassenmusizieren mit Djemben, Gitarren, Bläsern und Streichern bis hin zu Musicalklassen, Musiklaboren und Groß- und Kleingruppen sowie Einzelunterricht in einzel- nen Instrumenten. Standards und Finanzierungsmodelle für die Erteilung dieser Unterrichts- inhalte im Rahmen der Ganztagsgrundschule werden stetig weiterentwickelt. Die Finanzie- rung der zahlreichen Angebote wird über den Haushalt des Badischen KONServatoriums abgewickelt. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 Das Jeki-Modell, an das sich das KIMM Modell der Musikschule INTAKT anlehnt, wird inso- fern kritisch gesehen, da es nur im ersten Schuljahr den Kindern einen gebührenfreien Zu- gang zu allen bzw. zu den Instrumenten ihrer Wahl eröffnet, jedoch der Unterricht im An- schluss für zahlreiche Kinder in den Folgejahren nicht fortgesetzt werden kann, da ab dem zweiten Unterrichtsjahr für dieses Unterrichtsmodell Unterrichtsgebühren pro Teilnehmen- dem in Höhe von 20 bis 35 Euro pro Monat anfallen. Zu berücksichtigen sind auch - vergli- chen mit anderen Klassenprojekten - die hohen Investitionskosten zur Anschaffung der notwendigen Instrumente. Sehr häufig werden hier Erwartungen geweckt, die nicht nachhal- tig erfüllt werden können und auf zahlreiche Kinder letztlich eher enttäuschend wirken. Im Jahr 2010 wurde das Programm „Singen-Bewegen-Sprechen (SBS)“, welches Teilinhalte der Musikalischen Früherziehung im Hinblick auf eine gezielte Sprachförderung im Unter- richt anwendet, durch das Land Baden-Württemberg flächendeckend in allen Kindertages- stätten eingeführt. In Karlsruhe nehmen derzeit über 20 Kindertagesstätten daran teil. Dar- über hinaus erhalten die Kinder auch die Möglichkeit an weiteren Kursen der Musikalischen Früherziehung, die z.B. durch das KONS erteilt werden, teilzunehmen. Für die Durchfüh- rung des Programms SBS gibt es vom Land Baden-Württemberg festgelegte Standards. Diese Standards sollen auf eine Weiterentwicklung der Musikalischen Früherziehung mit dem Schwerpunkt auf eine gezielte Hinführung der Kinder zur weiteren musikalischen Be- schäftigung in den Kindertagesstätten angewendet werden und werden auch in die neu an- gedachte Pilotprojektreihe „Zusammenarbeit Kultureinrichtungen / Kulturschaffenden und Kindertagesstätten“ einfließen. Die Stadt Karlsruhe strebt in der Angebotsstruktur den Aufbau längerfristiger Kooperationen, an denen alle Kinder, die dies möchten, teilhaben können, an. Zudem ist es Ziel, den Schu- len und Kindertagesstätten vielfältige Auswahlmöglichkeiten im Bereich der kulturellen Bil- dung anzubieten. Nicht nur spartenübergreifend, sondern vor allem auch innerhalb der ein- zelnen Sparten sollen die Schulen die Möglichkeit haben, aus einer breiten Angebotspalette die die Kooperationspartner vorhalten und zu der auch das Angebot der Musikschule INTAKT gehören kann, zu wählen. Daher empfiehlt die Verwaltung im Hinblick auf die bereits laufenden Pilotprojekte und die damit ebenfalls bereits verbundene Entwicklung verbindlicher Standards zum Aufbau ver- lässlicher Strukturen für die Durchführung längerfristiger und nachhaltiger Kooperationen im gesamten musisch-kulturellen Bereich und deren geplanter Einbringung in den Doppelhaus- halt 2015/2016, den Antrag abzulehnen. Ergänzende Erläuterungen Seite 4 Allen Anbietern aus dem gesamten Spektrum des Bereichs Kultureller Bildung stehen der- zeit uneingeschränkt Kooperationsmöglichkeiten im Rahmen des städtischen Projekts "Schule und Kultur" mit den Schulen offen.

  • Protokoll TOP 14
    Extrahierter Text

    NIEDERSCHRIFT Stadt Karlsruhe Gremium: 62. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: 1. Juli 2014, 15:30 Uhr öffentlich Ort: Bürgersaal des Rathauses Vorsitzende/r: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 16. Punkt 14 der Tagesordnung: Projektförderung (INTAKT/KIMM) des Kulturamtes im Rahmen der Kulturkonzeption Karlsruhe Antrag des Stadtrats Lüppo Cramer und der Stadträtin Margot Döring (KAL) sowie der KAL-Gemeinderatsfraktion vom 16. April 2014 Vorlage: 2014/0576 Beschluss: Kenntnisnahme von der Stellungnahme der Verwaltung und Verweisung in den Schul- beirat unter Einbeziehung des Kulturamtes. Abstimmungsergebnis: keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 14 zur Behandlung auf und erteilt Herrn Stadtrat Cramer das Wort. Stadtrat Cramer (KAL): Ich habe es vorhin bei der Verabschiedung des Musikgymna- siums schon angedeutet, meiner Fraktion ist es wichtig, dass in der Stadt eine breite Basis geschaffen werden kann, um ein Musikinstrument zu erlernen für Kinder in den Grundschulen und in den Förderschulen. Wir glauben, dass es einfach notwendig ist, Kinder an Musik heranzuführen, wirklich auch ein Instrument in die Hand zu bekom- men. Man würde sicher im Sport nicht nur theoretisch erzählen, sondern man gibt den Kindern Bälle in die Hand, man stellt den Kindern Geräte zur Verfügung, wo sie den Sport ganz konkret umsetzen können. So möchte meine Fraktion auch, dass im Bereich von Musik, insbesondere eben von Instrumentalmusik, dies auf den Weg gebracht wird. Es gibt ja schon einige sehr lobenswerte Projekte, die in der Stadt umgesetzt werden. Wir möchten das aber auf eine breitere Basis stellen - von daher unser heutiger Antrag. Es ist uns natürlich auch klar, dass es im Endeffekt Geld kostet. Sportgeräte kosten auch Geld, das wird überhaupt nicht problematisiert, wird überhaupt nicht in Frage gestellt, dass man dort natürlich Geräte braucht. So sehen wir dann eben auch Musikinstrumen- te als Geräte, um wirklich Musik selber zu machen und zu erlernen. Wir haben auch - 2 - keine Angst davor, dass es da auch sehr unterschiedliche Entwicklungen geben wird bei den einzelnen Kindern, dass auch Kinder irgendwann merken, es ist doch nicht das, was sie wirklich wollen. Aber wir wollen eben hier diese Möglichkeit geben - darum unser Antrag. Die Antwort der Verwaltung stellt lobenswerterweise dar, was alles schon gemacht wird im kulturpolitischen Bildungsbereich. Wir wollen eben mit diesem Antrag ganz dezidiert auf die Erlernung von Musikinstrumenten eingehen. Wir werden auch sicher im nächs- ten Doppelhaushalt noch einmal, wenn es notwendig ist, entsprechende Anträge stel- len, damit auch eine breitere finanzielle Basis für die Anschaffung von Musikinstrumen- ten an Schulen gewährleistet werden kann. Wir gehen nicht davon aus, dass so etwas flächendeckend sofort umgesetzt wird. Da- her haben wir auch unseren Antrag sehr dezidiert, im Grunde genommen in verschie- denen Punkten als Prüfungsantrag gestellt, wo wir eben darum bitten, dass die Stadt an Karlsruher Schulen ermittelt, welche Ausweitung für dieses Projekt KIMM - Kinder ma- chen Musik - möglich ist. Wir möchten, dass die Erfahrungen, die bisher gemacht wur- den an der Tullaschule und an der Schillerschule - im Zusammenhang mit dem Ober- schulamt, das dieses Projekt dort an den Schulen mit auf den Weg gebracht haben und auch begleitet. Der dritte Punkt ist - ich sprach es vorhin schon an -, dass es auch um Mittel geht, dass man prüft, welche Möglichkeiten für Dritt- und Fördermittel gegeben sind. Da kann man sicher auch nach Brüssel schauen, nach Stuttgart und Berlin. Wir wollen, dass das hier vom Gemeinderat auf den Weg gebracht wird, die Verwaltung dahingehend be- auftragt wird. Von daher sehen wir nicht, dass dieser Antrag erledigt ist. Wir möchten, dass in den zuständigen Ausschüssen - ich gehe davon aus, dass es letztendlich der Schulbeirat und der Kulturausschuss sein werden, vielleicht auch der Verwaltungsrat für das KONS, das muss man sehen - weiterbehandelt wird. Man muss es nicht ausweiten für den Anfang. Von daher bitte hier das Gremium, doch diesem Antrag so weit zuzustimmen, dass in den zuständigen Ausschüssen über das hinaus, was bisher schon gelaufen ist, ganz spe- ziell für die Musikinstrumentenausbildung, beraten werden kann. (Beifall bei der KAL) Stadtrat Dr. Käuflein (CDU): Kinder an Musik heranzuführen, ist wichtig. So hat es eben der Kollege Cramer formuliert, dem können wir natürlich zustimmen. Es gibt kei- nen Dissens hier im Haus, was die Wichtigkeit kultureller oder musikalischer Bildung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen angeht. Es gibt auch keinen Dissens dar- über, dass sich uns im Kontext der Ganztagsschulen über den Unterricht hinaus neue Möglichkeiten eröffnen. Genau dafür aber, Herr Oberbürgermeister, meine Damen und Herren, ist die Stadt Karlsruhe gemeinsam mit dem Staatlichen Schulamt dran, ein Kon- zept, eine Struktur aufzubauen. Die Verwaltungsantwort listet auf, wer von städtischer Seite daran beteiligt ist. Das sind das Kulturamt, das Schul- und Sportamt, das Badische Konservatorium, die Jugendkunstschule und der Stadtjugendausschuss, also mehrere Akteure, die genau an diesem Thema dran sind. Deswegen halten wir es im Augenblick - 3 - nicht für den richtigen Zeitpunkt, die Kooperation zwischen der Stadt und einer einzel- nen privaten Musikschule - und darum geht es, aus unserer Interpretation im Zentrum des Antrags - besonders in den Blick zu nehmen, besonders zu fördern oder gar auszu- weiten. Im Übrigen sind wir der Auffassung, dass der Ort für einen solchen Vorstoß eher der zuständige Ausschuss, sei es Schule, sei es Kultur, gewesen wäre und nicht die Plenar- sitzung des Gemeinderates. Insofern folgt meine Fraktion der Stellungnahme der Ver- waltung, und wir lehnen den Antrag ab. (Beifall bei der CDU) Stadträtin Dr. Leidig (GRÜNE): Das Anliegen der Karlsruher Liste, Kindern musikali- sche Kompetenz zu vermitteln, ihnen Erfahrungen mit Musikinstrumenten zu ermögli- chen, teilen wir. Die Auffassung der Verwaltung, dass das nur durch eine einzige Ein- richtung geschehen darf, nämlich durch das Badische KONServatorium, teilen wir nicht. Es gibt viele Grundschulen in Karlsruhe. Da macht es Sinn, auf breite Kompetenzen zu- rückzugreifen in dem Bereich Schule und Kultur. Letzten Endes ist INTAKT herausgegrif- fen, weil es für einen bestimmten Ansatz steht, nämlich für diesen KIMM-Ansatz, Kin- der machen Musik. Die Musikschule INTAKT ist durchaus bewährt. Wir hören nur Gutes über sie. Wenn sie diesen Ansatz verfolgt, und das schon letzten Endes mit zwei Schu- len gemeinsam tut, dann halten wir es schon auch für sinnvoll, dass diese Erfahrungen ausgewertet werden, und dass wir bestimmte Dinge erfahren - wie und was wurde an- geboten, wer hat teilgenommen, wie war das Feedback von Kindern und Eltern, gab es kurz- und langfristige Effekte. Letzten Endes entspricht das dem Punkt 2 des Antrags. Ebenso sehen wir es als sinnvoll an, dass die Stadt Möglichkeiten prüft, Dritt- und För- dermittel für das Projekt KIMM - Kinder machen Musik - zu eruieren. Wenn es solche gibt, warum sollten wir die uns entgehen lassen. Letzten Endes würde das doch dann auch passen. Wir bitten darum, dass tatsächlich auf die Erfahrungen der Schulen im Kulturausschuss vorgestellt werden, Punkt 4 des Antrags. Auch wenn der Antrag an sich schon praktisch ein Verweis an den Kulturausschuss ist, möchten wir den jetzt noch einmal aussprechen. Dabei würden wir uns auch erhoffen, dass deutlich wird, wer wann welche Kosten zu tragen hat und wer wann welche Zuschüsse erhält. Ein gewichtiges Argument der Ver- waltung gegen KIMM ist ja, dass im zweiten Unterrichtsjahr deutliche Unterrichtsge- bühren anfallen, allerdings geht jetzt nicht aus der Vorlage hervor, inwiefern das KONS seinen Unterricht an Schulen kostenlos anbieten kann. Das bezweifle ich auch. Ich weiß auch nicht, was es heißt, wenn in der Vorlage steht: „Die Finanzierung der zahlreichen Angebote des KONS für die Grundschulen wird über den Haushalt des KONS abgewi- ckelt.“ Irgendwo fließt Geld, irgendwo wird eine Leistung erbracht, und irgendwer zahlt letzten Endes auch dafür. Das sollte man doch einander gegenüberstellen. Ich habe vorhin schon Transparenz gefordert, leider muss ich es jetzt hier auch noch einmal tun für den Bereich Schule und Kultur über die Verteilung der Haushaltsmittel. Das habe ich auch schon im letzten Kulturausschuss geäußert. Es gibt sehr positive Bei- spiele in der Verwaltung beim Bereich Schule und Sport. Im Fachausschuss, dem Sport- - 4 - ausschuss, weiß wirklich jeder, wer im Bereich Schule und Sport was wofür erhält. So wünschen wir uns das eigentlich auch für den Bereich Schule und Kultur. Dann wäre ein Teil dieses Antrags vielleicht auch schon anders, hinfällig oder wie auch immer. Spe- ziell in diesem Fall kann man dann auch die beiden Modelle gegeneinander abwägen. Vielleicht finden wir auch heraus, dass beides geht, KIMM mit INTAKT und das Angebot das KONS. Wir begrüßen das Anliegen der Karlsruher Liste grundsätzlich und bitten um eine ver- tiefte Beratung im Kulturausschuss und, wenn es eben angebracht ist, auch gerne im Schulbeirat. (Beifall bei den Grünen) Stadträtin Ernemann (SPD): Es kann passieren, und ist uns heute auch passiert, dass man einen Antrag stellt, ohne vorher genau recherchiert zu haben, was es denn über- haupt schon alles in diesem Bereich gibt und ob sich der gestellte Antrag nicht mit dem, was es schon gibt, überschneidet. Dass das frühe Musizieren die Entwicklung der Kinder und die soziale Kompetenz för- dert, ist bei uns auch überhaupt nicht in Frage gestellt, und dass die kulturelle Bildung im Grundschulbereich in Zukunft einen höheren Stellenwert einnimmt, auch nicht. Ich weiß nicht, Frau Dr. Leidig oder Herr Cramer, wo haben Sie gesessen, als am 13.05.2014 im Verwaltungsrat Badisches KONServatorium und am 03.06.2014 im Kul- turausschuss genau dieses Thema behandelt wurde. Im Badischen KONServatorium ging es also genau darum, dass zurzeit das Badische Konservatorium Musizieren im Ganztagesunterricht an Grundschulen anbietet. Das Badische KONServatorium ist Ko- operationspartner im Moment von fünf Ganztagsgrundschulen, der Werner-von- Siemens-Schule, der Hans-Thoma-Schule, der Draisschule, der Schlossschule und der Leopoldschule - und bietet Musizieren im Unterrichtsangebot der Ganztagsschule an, und zwar noch kostenlos - noch, sage ich mal. Wie gesagt, die Kostenfrage hat sich mir auch nicht ganz erschließen können. Mit Sicherheit fallen irgendwann Gebühren an. Das sehe ich genauso wie Sie, Frau Dr. Leidig. Weiteres Interesse haben die zukünftigen Grundschulen im Ganztagsbetrieb, die Wein- brennerschule, Hebelschule, Anne-Frank-Schule, Eichendorffschule, die ab 2014/15 den Ganztagesbetrieb aufnehmen. Sie haben also weiterhin Interesse für eine Zusammenar- beit signalisiert. Im Kulturausschuss vom 03.06.2014 ging es beim Tagesordnungspunkt „Kulturelle und gesellschaftliche Bildung, Schule und Kultur“ um das Thema Kulturinseln. „Kulturin- seln" ist ein Pilotprojekt der Stadt Karlsruhe .Hier geht es um kulturelle Bildungspartner- schaften an Karlsruher Ganztagesschulen. Vier städtische Einrichtungen, u. a. auch das Badische KONServatorium, entwickeln gemeinsam mit vier Ganztagesgrundschulen Konzepte für kulturelle Bildung, die modellhaft erprobt werden, zurzeit Projekt KONS - Leopoldschule. In unserem in der vorletzten Gemeinderatssitzung beschlossenen Kulturkonzept stellt dieses Pilotprojekt eine wichtige Maßnahme und Strategie kultureller Bildung in einer - 5 - sich verändernden Schullandschaft dar. Um umfassende Kenntnisse über die modellhaf- te Zusammenarbeit zwischen Kultureinrichtung und Schulen zu gewinnen, ist es den Beteiligten ein Anliegen, das Pilotprojekt im Schuljahr 2014/15 und in 2015/16 fortzu- setzen und dazu Gelder im Doppelhaushalt 2015/16 einzustellen. Des Weiteren, weil im Antrag der KAL auch die Kitas angesprochen wurden: Seit dem Jahre 2010 wurde an allen Kitas in Baden-Württemberg das Programm „Singen, Bewegen, Sprechen“ flä- chendeckend eingeführt. Es kombiniert musikalische Früherziehung mit Sprachförde- rung. Über 20 Kitas nehmen in Karlsruhe daran teil. Die Finanzierung dieser Projekte, das haben jetzt meine Recherchen ergeben, werden teilweise - Frau Dr. Asche kann mich gerne berichtigen - aus dem Topf für Kulturinseln, also „Kulturelle und gesell- schaftliche Bildung, Schule und Kultur“, übernommen, aus dem städtischen Kulturtopf und vom Badischen KONServatorium. Fazit. Es wird quasi alles abgedeckt, was Sie in Ihrem Antrag fordern. Diese Projekte laufen, sie laufen erfolgreich. Die Nachfrage ist offensichtlich da, auch bei den zukünf- tigen Ganztagsgrundschulen. Wir sollten diesem Projekt eine Chance geben, Gelder in den nächsten Doppelhaushalt einstellen. Da werden wir sicher wieder darüber reden und diskutieren müssen. Insofern lehnt meine Fraktion den von Ihnen gestellten Antrag ab und unterstützt die Verwaltungsvorlage. (Beifall bei der SPD) Stadträtin Fromm (FDP): Die FDP-Fraktion sieht den Antrag der Karlsruher Liste auch im Zusammenhang mit dem, was wir vor zig Jahren geschaffen haben, nämlich Sport und Schule, Sport im Kindergarten. Also ist dieser Antrag auch eine logische Konse- quenz aus dem, was wir mit dem Kulturkonzept 2025 gemacht haben. Meine Fraktion sieht es auch so, dass jetzt immer wieder der Gemeinderat auch mit kul- turellen Themen sich befassen muss, weil die kulturelle Bildung in der Vergangenheit oft abgetan wurde und gar nicht diese Bedeutung für die gesellschaftliche Bildung hat. Über die Kultur kann man die Gesellschaft zusammenfügen. Deshalb ist es so wichtig. Anders als der Sprecher der CDU-Fraktion sieht meine Fraktion das so, dass es schon richtig ist, solche Themen in den Gemeinderat zu bringen, um dann anschließend in den Fachausschüssen ins Detail zu gehen. Wir können natürlich hier nicht ins Detail ge- hen. Was ist aber wichtig in diesem Zusammenhang? Natürlich Kitas und Grundschu- len. Das sind die Wurzeln für die kulturelle Bildung. Die ist für mich nicht nur Musik, sie ist nicht nur Sport, sie ist auch nicht nur Tanz. Tanz wird bisher noch oft vernachlässigt. Insofern müssen hinsichtlich der Projektförderung, die die KAL anspricht mit INTAKT und KIMM, natürlich auch andere Initiativen, die sich mit solchen Aufgaben befassen, mit einbezogen werden. Eine Besonderheit ist - das sind wir eigentlich unseres Stand- orts wegen schon verpflichtet -, das Schauspiel, die darstellende Kunst, die darstellende Kunst als Grundlage. Und wenn wir sagen, wir haben ein Musikgymnasium usw., dann sollten wir auch an unser Badisches Staatstheater und alle anderen Theater in dieser Stadt denken, die auch dringend angewiesen sind auf den Grundstock der kulturellen Bildung. Insofern ist meine Fraktion sehr positiv eingestellt zu dem Antrag. Wir möchten auch, Herr Oberbürgermeister, dass verlässliche Strukturen da sind. Ohne verlässliche Struktu- - 6 - ren kann man keine Projekte fördern - und vor allen Dingen, was noch viel wichtiger ist, bevor man sie fördert, sollte man sie auch initiieren. Aber, meine Damen und Herren, was nicht sein darf: Wer jetzt mal in einer Konzeption drin ist, der ist auf ewige Zeiten drin. Es darf keinen Closed Shop geben, sondern immer wieder müssen neue Kreativitäten mit einfließen, denn die Kultur ändert sich und die kulturelle Bildung genauso - von Tag zu Tag. Was heute ganz toll ist, kann morgen schon wieder eine ganz neue Dimension haben. Ich sage nur Stichwort Videokunst. Wer hätte das vor ein paar Jahren geglaubt. Insofern weitermachen, evaluieren und dann im Kulturausschuss darüber berichten - und natürlich auch im Schulbeirat. (Beifall bei der FDP) Stadtrat Cramer (KAL): Ich wollte noch auf zwei Dinge eingehen. Herr Dr. Käuflein, es ist natürlich nicht so, dass hier eine Musikschule praktisch bevor- zugt werden soll, ein „Monopol“ haben soll. Wir greifen eben auf, was diese Musik- schule in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt, in Zusammenarbeit mit der Oberschuldi- rektion eben jetzt im Moment durchführt. Wir haben auch ganz klar gesagt, hier im letzten Satz auf der ersten Seite unseres Antrages: „Das Badische Konservatorium und weitere interessierte Musikschulen und Einzellehrkräfte sollten in das Projekt einbezo- gen werden.“ Von daher geht es wirklich darum, ein breites Konzept auf die Beine zu stellen. Frau Kollegin Ernemann. Sie unterstellen mir, sie unterstellen meiner Fraktion, dass wir nicht wissen, was in der Stadt läuft, und verweisen auf Ausschusssitzungen aus dem Mai und aus dem Juni. Schauen Sie mal, wann unser Antrag gestellt wurde. Das war im April. Es gab vorher schon intensive Kontakte meiner Person mit dem Kulturbüro und auch mit besagter Musikschule. Von daher ist es nicht nur eine Sache wie „Hallo hallo, hier wird ein Fähnchen geschwungen“, man will irgendetwas, sondern meine Fraktion hat sich ganz konkret schon seit Ende letzten Jahres um diese Sache bemüht, hat erst mal geschaut, ist es überhaupt wert, so einen Antrag zu stellen, hat sich bemüht in Zu- sammenarbeit mit den Playern eben ein sehr detailliertes Konzept auf den Weg zu brin- gen. Deswegen unser Antrag, im April gestellt. Ich würde auch sagen, es hat sich jetzt doch gezeigt mit den Wortbeiträgen hier, dass es eine Sache ist, die es wert ist, im Schulbeirat beraten zu werden. Mir persönlich ist auch der Schulbeirat sehr wichtig, denn es geht um Grundschulen, es geht um die Gemeinschaftsschulen, um die Ganzta- gesschulen, wo so etwas natürlich in Zukunft auch viel besser praktiziert werden kann als in den bisherigen Halbtagesschulen, wo vielleicht der Raum so gar nicht da wäre. Meine Fraktion, Herr Oberbürgermeister, würde die Überweisung, wie auch von den Grünen und auch der FDP befürwortet, so mittragen, weil das natürlich auch die Inten- tion unseres Antrages war. (Beifall bei der KAL) Der Vorsitzende: Ich würde Ihnen vorschlagen, dass wir das in den Schulbeirat unter Einbeziehung des Kulturamtes verweisen, und zwar aus folgendem Grund: Ich sehe in - 7 - der Formulierung, so wie sie hier vorliegt, schon eine Zuspitzung auf einen bestimmten Anbieter. Das ist in der Überschrift so, und das ist in allen Fragestellungen so. Dann müsste ich Ihnen Ablehnung empfehlen. Ich sehe aber auch, dass die Diskussion jetzt ein gemeinsames Interesse aller Beteiligten hier gezeigt hat, dass wir versuchen, das kündigt die Verwaltung im Text an, unter Einbeziehung aller möglichen Anbieter zu untersuchen, inwieweit wir jedem Kind den Zugang zu einem Instrument verschaffen können. Damit jetzt nicht das eine mit dem anderen sozusagen den Bach runtergeht, das wäre sonst der Fall, überweisen wir in den Schulbeirat unter Einbeziehung des Kul- turamtes und berichten dort über die verschiedenen Erfahrungen und bereiten eine mögliche Ausweitung der Versorgung von Kindern mit Instrumenten über die Schule als Ort vor. Wer das dann von den einzelnen Anbietern macht, ist noch einmal eine andere Frage. - Sie signalisieren Zustimmung. Dann verfahren wir so. Zur Beurkundung: Der Schriftführer: Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 28. Oktober 2014