Auslobung eines Promotionsstipendiums zur Erforschung der Stadtgeschichte
| Vorlage: | 2014/0478 |
|---|---|
| Art: | Antrag |
| Datum: | 12.03.2014 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Kulturamt |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
Beratungen
- Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 08.04.2014
Rolle: Entscheidung
Ergebnis: mit Stellungnahme einverstanden
Zusätzliche Dateien
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STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ANTRAG Stadträtin Gabriele Luczak-Schwarz (CDU) Stadtrat Dr. Klaus Heilgeist (CDU) Stadtrat Dr. Albert Käuflein (CDU) Stadtrat Rainer Weinbrecht (CDU) CDU-Gemeinderatsfraktion vom 11.03.2014 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 60. Plenarsitzung Gemeinderat 08.04.2014 2014/0478 18 öffentlich Auslobung eines Promotionsstipendiums zur Erforschung der Stadtgeschichte Die CDU-Fraktion beantragt: Die Stadt Karlsruhe lobt ein Promotionsstipendium zur Erforschung der Stadtgeschichte aus. Sachverhalt/Begründung: Der historische Anlass des 300. Stadtjubiläums eignet sich als Startpunkt für das Promotionsstipendium zur Erforschung der Stadtgeschichte hervorragend. Mögliche Themen für die Vergabe eines stadtgeschichtlichen Stipendiums sind 2015: - Industrialisierung in Karlsruhe, - "Arisierung" in Karlsruhe, - Sozialgeschichte - eine (bürgerliche) Stadtgesellschaft entsteht 19. Jahrhundert (knüpft an die Publikation von Christina Müller, Karlsruhe im 18. Jahrhundert, an). Mögliche Modalitäten des Stipendiums: Laufzeit: 30 Monate, Monatliches Stipendium 1.000 €: 30.000 €, verteilt auf drei Haushaltsjahre 2015: 6.000 €, 2016: 12.000 €. 2017: 12.000 € Vergabe als Promotionsvorhaben in Verbindung mit einer Universität, Auswahl durch Stadtarchiv unter Einbindung des Kulturausschusses. Ausschreibung Januar 2015 über Internetportale und direkt bei historischen Lehrstühlen, Vergabe Juni 2015. Voraussetzung: Ein Hochschullehrer muss das Thema als Dissertation annehmen, deshalb frühe Kontaktaufnahme mit den Unis durch das Stadtarchiv. Seite 2 __________________________________________________________________________________________ unterzeichnet von: Gabriele Luczak-Schwarz Dr. Klaus Heilgeist Dr. Albert Käuflein Rainer Weinbrecht Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 27. März 2014
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STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zum Antrag CDU-Gemeinderatsfraktion vom: 11.03.2014 eingegangen: 11.03.2014 Gremium: 60. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 08.04.2014 2014/0478 18 öffentlich Dez. 2 Auslobung eines Promotionsstipendiums zur Erforschung der Stadtgeschichte - Kurzfassung - Karlsruher Stadtjubiläen hatten immer nachhaltige positive Folgen für die Stadtge- schichtsschreibung. Das beantragte Promotionsstipendium zur Erforschung der Stadtge- schichte anlässlich des 300. Stadtgeburtstages würde sich in diese Tradition einreihen und wird deshalb von der Verwaltung unterstützt. Finanzielle Auswirkungen des Antrages nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) 30.000 Euro 30.000 Euro 2015: 6.000 Euro 2016: 12.000 Euro 2017: 12.000 Euro Haushaltsmittel stehen nicht zur Verfügung. Kontierungsobjekt: PSP-Element: Kontenart: Ergänzende Erläuterungen: ISEK Karlsruhe 2020 - relevant nein ja Handlungsfeld: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Karlsruher Stadtjubiläen hatten schon in der Vergangenheit nachhaltige positive Folgen für die Stadtgeschichtsschreibung. 1815 veröffentlichte Theodor Hartleben sein "Statis- tisches Gemälde der Residenzstadt Karlsruhe und ihrer Umgebung". 100 Jahre später war die Publikation von Robert Goldschmit "Die Stadt Karlsruhe, ihre Geschichte und ihre Verwaltung" angesichts des Ersten Weltkriegs eine der wenigen umgesetzten Pla- nungen zum Stadtjubiläum. 1965 eröffnete die Publikation des damaligen Stadtarchi- vars und Volkskundlers Ernst Schneider über "Die Stadtgemarkung Karlsruhe im Spiegel der Flurnamen" die Reihe "Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs". Das Stadt- jubiläum von 1965 war also die Initialzündung zu dieser erfolgreichen Reihe, in der bis heute 32 Bände erschienen sind. 1990 erschien rechtzeitig zur Eröffnung des Stadtar- chivs in der ehemaligen Pfandleihe die erste Bestandsübersicht "Geschichte und Be- stände des Stadtarchivs Karlsruhe". Außerdem veröffentlichte das Stadtarchiv zu der bis heute erfolgreichsten stadtgeschichtlichen Ausstellung "Alltag in Karlsruhe" eine gleichnamige Publikation. 2015 werden neben dem noch Ende 2014 mit maßgeblicher städtischer Beteiligung erscheinenden Stadtatlas Karlsruhe und dem in Kooperation mit dem Haus des Doku- mentarfilms produzierten historischen Karlsruhe-Film ein erster Teil des digitalen Stadtlexikons online gehen und ein Begleitband zur Jubiläumsausstellung im Stadtmu- seum und im Pfinzgaumuseum erscheinen. Mit der Vergabe eines stadtgeschichtlichen Stipendiums zu den in dem Antrag genann- ten Themen und zu den vorgeschlagenen Modalitäten würden diese Aktivitäten nicht nur sinnvoll ergänzt, sondern auch ein neuer Weg beschritten, mit dem das 300-jährige Stadtjubiläum eine weitere stadtgeschichtliche Publikation mit Langzeitwirkung initiie- ren würde. Die Verwaltung schlägt deshalb vor, die Mittel für ein stadtgeschichtliches Stipendium in den nächsten Doppelhaushalt aufzunehmen.
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NIEDERSCHRIFT Stadt Karlsruhe Gremium: 60. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: 8. April 2014, 15:30 Uhr öffentlich Ort: Bürgersaal des Rathauses Vorsitzende/r: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 20. Punkt 18 der Tagesordnung: Auslobung eines Promotionsstipendiums zur Er- forschung der Stadtgeschichte Antrag der Stadträtin Gabriele Luczak-Schwarz, der Stadträte Dr. Klaus Heil- geist, Dr. Albert Käuflein und Rainer Weinbrecht (CDU) sowie der CDU- Gemeinderatsfraktion vom 11. März 2014 Vorlage: 2014/0478 Beschluss: Einverstanden mit der Stellungnahme der Verwaltung Abstimmungsergebnis: Keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 18 zur Behandlung auf und verweist auf die vorliegende Stellungnahme der Verwaltung. Stadtrat Dr. Käuflein (CDU): Die CDU-Fraktion hat beantragt, aus Anlass des Stadt- geburtstags ein Promotionsstipendium auszuloben zur Erforschung der Stadtgeschichte. Der Impuls dazu - wir wollen uns nicht mit fremden Federn schmücken - kam aus Krei- sen der Jungen Union. Die Stadtverwaltung verweist in ihrer Antwort darauf, dass auch schon frühere Stadt- geburtstage Impulse gegeben hätten im Blick auf die Erforschung der Geschichte unse- rer Stadt. Die Stadtverwaltung unterstützt den Antrag. Dafür sind wir sehr dankbar und hoffen auf die Zustimmung des ganzen Hauses. (Beifall bei der CDU) Der Vorsitzende: So lange wir nicht der Jungen Union die Auswahl des Themas über- lassen müssen, Herr Dr. Käuflein. (Heiterkeit; Stadtrat Ehlgötz/CDU: Dann wäre es etwas richtiges, wenn das von denen käme!) - 2 - Stadträtin Dr. Leidig (GRÜNE): Wir haben gegen den Antrag prinzipiell nichts einzu- wenden. Dass sich die einzelnen Fraktionen plötzlich besinnen, dass man sich zum Stadtgeburtstag etwas wünschen darf, haben wir beim letzten Mal schon erlebt. Die einen wollen 300.000 Tulpen, die nächsten wollen eine wissenschaftliche Arbeit zur Stadtgeschichte. Aber gut, mal schauen, was noch kommt. 2015 ist noch ein bisschen hin. Wir hatten schon unsere Wünsche. Die sind leider nicht so offen aufgenommen worden. Bezüglich des Themas ist noch alles offen. Da möchte ich mich jetzt auch der Meinung anschließen. Da hätte ich jetzt auch nicht so gerne, dass die Junge Union das auswählt, (Oh-Rufe von der rechten Seite des Hauses) sondern dass der Kulturausschuss tatsächlich auch frühzeitig eingebunden wird und dass klar ist, dass die Betreuungsinteressen und Möglichkeiten durchaus eine Rolle spie- len, aber wir auch inhaltlich schon mitreden möchten. (Zuruf Stadtrat Ehlgötz/CDU) Eine Anmerkung noch dazu: Ich habe in den letzten Jahren - ich habe es einmal über- schlagen - etwa 1.000 Doktoranten kennenlernen dürfen. Da waren auch ein paar His- toriker darunter. Es promoviert keiner in 2 1/2 Jahren. Das fände ich jetzt doch sehr problematisch. Also von den 1.000, die ich an der Uni Heidelberg kennengelernt habe. Außer in der Medizin vielleicht. Ich fände es jetzt sehr schade, wenn eine Promotion begonnen wird und dann möglicherweise daran scheitert, dass sie nicht zu Ende ge- bracht werden kann, weil die Finanzierung nicht steht. Ich würde deswegen vorschla- gen, dass wir zumindest noch eine Verlängerungsoption ins Auge fassen, dass das noch einmal beurteilt wird und möglicherweise ein halbes Jahr oder ein Jahr noch drange- hängt werden kann. Das erscheint mir sinnvoll. (Beifall bei den Grünen) Stadträtin Melchien (SPD): Karlsruhe hat zwar eine kurze, aber dennoch sehr reiche und bewegte Stadtgeschichte. Gerade weil unsere Stadt erst knapp 300 Jahre alt ist, ist es doch bemerkenswert, wie viel Wesentliches hier entstanden ist. Daher möchte meine Fraktion mit auf den Weg geben, dass doch zu bedenken wäre, ob nicht das Themen- feld der Innovationsforschung eines wäre, das sich hier sicherlich gut eignen würde. Karlsruhe ist eine Stadt der Ideen. Das ist unbestritten. Darauf sind wir auch zu Recht stolz. Das als Anregung. Ebenso bitten wir auszuloten, inwieweit der Hochschulstandort Karlsruhe mitberück- sichtigt werden kann. Auch wenn Karlsruhe nicht gerade als wissenschaftliches Zentrum der Geschichte gilt, so haben u. a. einige bedeutende Historiker, wie z. B. Thomas Nip- perdey oder Franz Schnabel auch hier geforscht und gelehrt. Mit diesen Anregungen begrüßen und unterstützen wir das Vorhaben und freuen uns auf Ergebnisse und Er- kenntnisse. Wir denken, am Geld muss dieses Projekt sicherlich nicht scheitern. (Beifall bei der SPD) - 3 - Stadträtin Fromm (FDP): Die FDP-Fraktion unterstützt das deshalb, weil es sich ein- reiht in die langen Forschungsaufträge, die es schon gab. Ich kann mich erinnern, als ich 1989 in den Gemeinderat kam, war es die Alltagsgeschichte der Frauen in Karlsruhe, gekoppelt mit einer großen Ausstellung. Unter solchen Gesichtspunkten weiß ich auch, dass das Stadtarchiv hervorragend geeignet ist, um dort u. a. jetzt das Petitum des An- trags aufzunehmen und dann im Kulturausschuss einmal vorzutragen, wie sie sich die- ses Promotionsstipendium vorstellen. Ich kann mir vorstellen, dass es jetzt nicht nur ein schriftliches Werk ist, sondern dass es darüber hinaus sicherlich auch für die Hochschule für Gestaltung sehr interessant sein kann, wenn man daran geht, dass es auch eine Digitalisierung sein könnte. Da ist si- cherlich noch viel möglich. So betrachtet bitte ich die CDU, sich jetzt nicht nur auf die Themen, die Sie in der Be- gründung schon genannt haben festzulegen, sondern uns darüber hinaus noch offen zu lassen, dass vielleicht auch einmal Herr Bräunche vorträgt, was bis jetzt alles da ist, wo er sich etwas vorstellen könnte, wo noch weiter geforscht werden muss. Ein Stipen- dium ist eine schöne Sache. Aber man muss auch wissen, wohin die Reise gehen soll, was wir davon haben wollen. Insofern ist es jetzt eine sehr gute Anregung. Sie passt auch in die allgemeine Hochschulschullandschaft in Karlsruhe. (Beifall bei der FDP) Der Vorsitzende: Ich würde das aufgreifen, was im Antragstext drin steht, dass wir noch einmal mit dem Kulturausschuss abstimmen, wie wir vorgehen. Ich würde im Moment davor warnen, von vornherein eine Verlängerungsoption aufzunehmen. Wenn wir dann am Ende nachvollziehbar sehen, dass der Stipendiat sich Mühe gibt, aber trotzdem in der Zeit nicht zurecht kommt, können wir das gerne noch einmal themati- sieren. Aber bei der monatlichen Unterstützung in 2 1/2 Jahren halte ich es grundsätz- lich für leistbar. Es kann bei bestimmten Themen trotzdem nicht reichen, das ist völlig klar. Aber dann sollten wir zu gegebener Zeit noch einmal darüber reden. Wenn wir aber von vornherein schon deutlich machen, wir sind auch bereit zu verlängern, fände ich das jetzt ein bisschen ungünstig vom Signal her. Ansonsten sind Sie allem mit dem vorgeschlagenen Weg einverstanden. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 6. Mai 2014