Zeitarbeit in Karlsruhe - Entwicklung und Auswirkungen

Vorlage: 2014/0404
Art: Anfrage
Datum: 11.02.2014
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Amt für Stadtentwicklung
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 08.04.2014

    TOP: 19

    Rolle: Kenntnisnahme

    Ergebnis: Kenntnisnahme

Zusätzliche Dateien

  • Stellungnahme TOP 19
    Extrahierter Text

    STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zur Anfrage Stadträtin Sabine Zürn (Die Linke) Stadtrat Niko Fostiropoulos (Die Linke) vom: 07.02.2014 eingegangen: 07.02.2014 Gremium: 60. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 08.04.2014 2014/0404 19 öffentlich Dez. 2 Zeitarbeit in Karlsruhe - Entwicklungen und Auswirkungen Grundlagen zur Beantwortung der Fragen 1 - 7 stehen bei der Stadtverwaltung keine zur Ver- fügung. Es musste deshalb die Bundesagentur für Arbeit Karlsruhe um Unterstützung gebe- ten werden. Das Ergebnis kann der beiliegenden Anlage entnommen werden. 1. Wie hat sich die Anzahl der in Zeitarbeit Beschäftigten in Karlsruhe von 2010 bis heute entwickelt? s. Ausführungen der Bundesagentur für Arbeit Karlsruhe in der Anlage 2. Wie verteilt sich der Anteil der in Zeitarbeit Beschäftigten in Karlsruhe von 2010 bis heute auf a) niedrig qualifizierte b) normal qualifizierte c) hoch qualifizierte Arbeitnehmer/-innen? s. Ausführungen der Bundesagentur für Arbeit Karlsruhe in der Anlage 3. In welchen Branchen vor allem werden Zeitarbeiter/-innen in Karlsruhe beschäf- tigt? s. Ausführungen der Bundesagentur für Arbeit Karlsruhe in der Anlage 4. Wie hoch war der Anteil der in Zeitarbeit Beschäftigten in Karlsruhe von je 2010 bis heute, die länger a) als 1 Jahr b) als 2 Jahre in Zeitarbeit beschäftigt waren bzw. sind? s. Ausführungen der Bundesagentur für Arbeit Karlsruhe in der Anlage Seite 2 5. Wie hat sich die Anzahl der Zeitarbeitsfirmen in Karlsruhe entwickelt in den Jah- ren 2010 bis heute? s. Ausführungen der Bundesagentur für Arbeit Karlsruhe in der Anlage 6. Die Agentur für Arbeit begründet Vermittlungen in Zeitarbeit oft damit, nied- rigschwellige Einstiegsmöglichkeiten in den 1. Arbeitsmarkt zu schaffen. - Wie hoch war der Anteil der seitens der Agentur für Arbeit in Zeitarbeit vermittelten Arbeitslosen, deren Zeitarbeitsverhältnis anschließend in ein festes Arbeitsver- hältnis überging - je in den Jahren 2010 bis heute? s. Ausführungen der Bundesagentur für Arbeit Karlsruhe in der Anlage 7. Von Untemehmensseite her wird Zeitarbeit oft zur Dauereinrichtung für be- stimmte Betriebsabteilungen bzw. Branchen gemacht. Mittlerweile sind erhebli- che gesundheitliche Schäden bei Beschäftigten nachgewiesen, die über Monate und Jahre in stets neue Zeitarbeitsverhältnisse gezwungen werden, ohne Per- spektive auf ein unbefristetes Arbeitsverhältnis. Die Folge sind: Stress durch wechselnde Arbeitsanforderungen, körperliche Überforderung, Angst vor erneu- tem Arbeitsplatzverlust, Isoliertheit in der Belegschaft, Einschränkung des sozia- len Lebens und Umfeldes durch wechselnde Einsatzorte und Arbeitszeiten: a) Gibt es für Karlsruhe Erhebungen zu diesen Gesundheitsschäden? b) Gibt es für Karlsruhe Daten, wie viele über längere Zeit in Leiharbeit Tätige eine Rente wegen Erwerbs- oder Berufsunfähigkeit aa) beantragt bb) gewährt bekommen haben? Wenn nein: Gibt es Aktivitäten, diese Daten zu erheben? s. Ausführungen der Bundesagentur für Arbeit Karlsruhe in der Anlage 8. a) Wie viele Zeitarbeiter/-innen wurden je von der Stadtverwaltung und den städtischen Gesellschaften in den Jahren 2005 bis heute beschäftigt? Stadtverwaltung Bereich Anzahl Stadtverwaltung 193 Seite 3 Gesellschaften Aufgeführt sind nur die Bereiche mit entsprechenden Beschäftigungen seit 2005 b) Um welche Arten von Tätigkeiten handelt es sich hauptsächlich bei diesen Zeitar- beitsverhältnissen? Stadtverwaltung Gesellschaften Aufgeführt sind nur die Bereiche mit entsprechenden Beschäftigungen seit 2005 c) Wie viele von diesen Zeitarbeitsverhältnissen wurden je bei der Stadtverwaltung und je bei den städtischen Gesellschaften ein Mal oder mehrmals verlängert? Stadtverwaltung Bereich Anzahl VBK 355 AVG 155 Stadtwerke Karlsruhe GmbH 145 Volkswohnung 37 Klinikum, KVD, MVZ 108 KMK 10 Bereich Tätigkeitsarten Stadtverwaltung Müllbeseitigung, Winterdienst, Transportarbei- ten, Personalausfallvertretung Verwaltung, Be- aufsichtigung von Kunstwerken, Reinigungs- und Küchenarbeiten Bereich Tätigkeitsarten VBK Mechaniker, Wagenreiniger, Küchenhilfe AVG Triebfahrzeugführer Stadtwerke Karlsruhe GmbH Ablesung von Energie- und Wasserzähler, Kü- che, Helfer Volkswohnung Hilfskräfte Klinikum, KVD, MVZ Küche, Wäscherei, Transportdienst, Gärtnerei, medizinische Sekretariate und Ambulanzen i. d. R. als Personalausfallvertretungen KMK kaufmännische Bürotätigkeiten Bereich Anzahl Stadtverwaltung 1 Seite 4 Gesellschaften Aufgeführt sind nur die Bereiche mit entsprechenden Beschäftigungen seit 2005 d) Wie viele dieser Zeitarbeitsverhältnisse je bei der Stadtverwaltung und je bei den städtischen Gesellschaften gingen in ein festes Arbeitsverhältnis über (absolute Zah- len und in Prozent?) Stadtverwaltung Gesellschaften Aufgeführt sind nur die Bereiche mit entsprechenden Beschäftigungen seit 2005 Bereich Anzahl VBK 68 AVG 21 Stadtwerke Karlsruhe GmbH 1 Volkswohnung 6 Klinikum, KVD, MVZ 0 KMK 0 Bereich Anzahl (Prozent) Stadtverwaltung 14 (7) Bereich Anzahl (Prozent) VBK 20 (6) AVG 0 Stadtwerke Karlsruhe GmbH 4 (3) Volkswohnung 11 (30) Klinikum, KVD, MVZ 14 (13) KMK 6 (60)

  • Die Linke-Zeitarbeit in Karlsruhe
    Extrahierter Text

    STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ANFRAGE Stadträtin Sabine Zürn (Die Linke) Stadtrat Niko Fostiropoulos (Die Linke) vom 07.02.2014 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 60. Plenarsitzung Gemeinderat 08.04.2014 2014/0404 19 öffentlich Zeitarbeit in Karlsruhe - Entwicklung und Auswirkungen 1. Wie hat sich die Anzahl der in Zeitarbeit Beschäftigten in Karlsruhe von 2010 bis heute entwickelt? 2. Wie verteilt sich der Anteil der in Zeitarbeit Beschäftigten in Karlsruhe von 2010 bis heute auf a) niedrig qualifizierte b) normal qualifizierte b) hoch qualifizierte Arbeitnehmer/-innen? 3. In welchen Branchen vor allem werden Zeitarbeiter/-innen in Karlsruhe be- schäftigt? 4. Wie hoch war der Anteil der in Zeitarbeit Beschäftigten in Karlsruhe von je 2010 bis heute, die länger a) als 1 Jahr b) als 2 Jahre in Zeitarbeit beschäftigt waren bzw. sind? 5. Wie hat sich die Anzahl der Zeitarbeitsfirmen in Karlsruhe entwickelt in den Jahren 2010 bis heute? 6. Die Agentur für Arbeit begründet Vermittlungen in Zeitarbeit oft damit, nied- rigschwellige Einstiegsmöglichkeiten in den 1. Arbeitsmarkt zu schaffen. - Wie hoch war der Anteil der seitens der Agentur für Arbeit in Zeitarbeit vermittelten Arbeitslosen, deren Zeitarbeitsverhältnis anschließend in ein festes Arbeits- verhältnis überging - je in den Jahren 2010 bis heute? 7. Von Unternehmensseite her wird Zeitarbeit oft zur Dauereinrichtung für be- stimmte Betriebsabteilungen bzw. Branchen gemacht. Mittlerweile sind erheb- liche gesundheitliche Schäden bei Beschäftigten nachgewiesen, die über Mo- nate und Jahre in stets neue Zeitarbeitsverhältnisse gezwungen werden, ohne Seite 2 __________________________________________________________________________________________ Perspektive auf ein unbefristetes Arbeitsverhältnis. Die Folge sind: Stress durch wechselnde Arbeitsanforderungen, körperliche Überforderung, Angst vor erneutem Arbeitsplatzverlust, Isoliertheit in der Belegschaft, Einschrän- kung des sozialen Lebens und Umfeldes durch wechselnde Einsatzorte und Arbeitszeiten: 7.1. Gibt es für Karlsruhe Erhebungen zu diesen Gesundheitsschäden? 7.2. Gibt es für Karlsruhe Daten, wie viele über längere Zeit in Leiharbeit Täti- ge eine Rente wegen Erwerbs- oder Berufsunfähigkeit a) beantragt b) gewährt bekommen haben? Wenn Nein: Gibt es Aktivitäten, diese Daten zu erheben? 8. a) Wie viele Zeitarbeiter/-innen wurden je von der Stadtverwaltung und den städtischen Gesellschaften je in den Jahren 2005 bis heute beschäftigt? b) Um welche Arten von Tätigkeiten handelt es sich hauptsächlich bei diesen Zeitarbeitsverhältnissen? c) Wie viele von diesen Zeitarbeitsverhältnissen wurden je bei der Stadtver- waltung und je bei den städtischen Gesellschaften ein Mal oder mehrmals ver- längert? c) Wie viele dieser Zeitarbeitsverhältnisse je bei der Stadtverwaltung und je bei den städtischen Gesellschaften gìngen in ein festes Arbeitsverhältnis über (absolute Zahlen und in Prozent? Zeitarbeiter/-innen sind permanent von Entlassung bedroht. Sie können kaum soziale Kontakte im Betrieb aufbauen, werden im Gegenteil von der regulären Belegschaft als unliebsame Billiglohnkonkurrenz angesehen. Wechselnde Arbeitsstätten und Ar- beitszeiten führen auf Dauer zur Verarmung sozialer Kontakte im privaten Umfeld – Sachverhalt/Begründung: Seite 3 __________________________________________________________________________________________ Zeitarbeit auf längere Dauer macht krank, zum Teil schwere psychische Erkrankun- gen sind erwiesenermaßen die Folge. Nicht umsonst bezeichnen Gewerkschaftskrei- se die Zeitarbeit als Sklavenarbeit - während die Zeitarbeitsfirmen ihre Profite daraus schlagen. unterzeichnet von: Sabine Zürn Niko Fostiropoulos Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 27. März 2014

  • Anlage Entwicklung der Leiharbeit in Karlsruhe 2010-2013
    Extrahierter Text

    Entwicklung der Leiharbeit im Stadtbezirk Karlsruhe 13.03. 2 0 14 – K A R L S R U H E-R A S T A T T, T E A M 2 42 Bericht zur Anfrage des Gemeinderats der Stadt Karlsruhe Entwicklung der Anzahl der Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer sowie der Leiharbeitsunternehmen Darstellung des Qualifikationsniveaus der Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer Beschäftigungsschwerpunkte Dauer der Arbeitsverhältnisse Leiharbeit als Einstiegsmöglichkeit 2 Impressum Agentur für Arbeit Karlsruhe-Rastatt Team 242 Steffen Dorst 0721/823 1059 steffen.dorst@arbeitsagentur.de 3 1. Wie hat sich die Anzahl der in Zeitarbeit Beschäftigten in Karlsruhe von 2010 bis heute entwickelt. Die Entwicklung der Zahl der Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer im Zeitraum 2010 – 30.06.13 ergibt sich aus folgender Übersicht. Statistisch verwertbare Daten nach dem 30.06.2013 liegen noch nicht vor. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (SvB) am Arbeitsort (AO) in Leiharbeit Karlsruhe Stadt Zeitreihe Stichtag 782 u 783 Sonstige Überlassung von Arbeitskräf- ten SvB Jahresdurchschnitt 31.03.2010 3.991 4.646 30.06.2010 4.546 30.09.2010 5.037 31.12.2010 5.010 31.03.2011 5.316 5.464 30.06.2011 5.573 30.09.2011 5.671 31.12.2011 5.294 31.03.2012 5.213 5.100 30.06.2012 5.256 30.09.2012 5.097 31.12.2012 4.834 31.03.2013 4.808 4882 30.06.2013 4.956 Erstellungsdatum: 04.03.2014, Statistik-Service Südwest © Statistik der Bundesagentur für Arbeit Nach der Finanz- und Wirtschaftskrise wurde im 2. und 3. Quartal 2010 die Anzahl der Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer von 3.991 auf 5.037 um über 1000 Arbeitnehmer aufgebaut. Der Höchststand wurde im 3. Quartal 2011 mit 5.671 Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmern er- reicht. Im letzten von der Statistik erfassten Zeitraum, zum 30.06.2013, lag die Anzahl bei 4.956. Im Durchschnitt waren von 01.01.2010 – 30.06.2013 5.023 Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer beschäftigt. 4 2. Wie verteilt sich der Anteil der in Zeitarbeit Beschäftigten in Karlsru- he von 2010 bis heute auf a) niedrig qualifizierte b) normal qualifizierte c) hoch qualifizierte Arbeitnehmer/-innen? Die Anforderungs- bzw. Qualifikationsniveaus werden nach der Klassifikation der Berufe (KldB 2010) in vier Gruppen eingeteilt.  Helfer (Helfer- und Anlerntätigkeiten, z.B. Helfer – stationäre Kran- kenpflege)  Fachkraft (fachlich ausgerichtete Tätigkeiten, z.B. Gesundheits- und Krankenpflege/in)  Spezialist (komplexe Spezialistentätigkeiten, z.B. Fachkranken- schwester/-pfleger)  Experte (hoch komplexe Tätigkeiten, z.B. Allgemeinarzt/-ärztin) Die Verteilung der Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer stellt sich nach dieser Systematik wie folgt dar. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (SvB) am Arbeitsort (AO) in Leih- arbeit 1) Karlsruhe, Stadt Zeitreihe Stichtag Insgesamt darunter 1 Helfer 2 Fachkraft 3 Spezialist 4 Experte 1 2 3 4 8 31.12.2012 4.834 2.063 2.203 358 175 31.03.2013 4.808 2.132 2.103 358 175 30.06.2013 4.956 2.238 2.153 361 179 Erstellungsdatum: 04.03.2014, Statistik-Service Südwest © Statistik der Bundesagentur für Arbeit Im Betrachtungszeitraum 4. Quartal 2012 – 2 . Quartal 2013 waren durch- schnittlich 44 % der Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer in einer Tätigkeit im Anforderungsniveau Helfer beschäftigt. Ebenfalls 44 % der sozi- alversicherungspflichtig Beschäftigten Leiharbeitnehmerinnen und Leihar- beitnehmer waren als Fachkräfte tätig. Im Anforderungsniveau Spezialist 5 waren durchschnittlich 359 Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer (7,4 %) aktiv. Schließlich waren im Durchschnitt 176 Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer der Gruppe der Experten zu zurechnen. Der Anteil der als Experten Beschäftigten an der Gesamtanzahl der Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer beträgt 3,6 %. Aufgrund einer technischen und systematischen Umstellung der Erfassung der SvB liegen für den Zeitraum 1. Quartal 2011- 3. Quartal 2012 keine Da- ten vor. Bedingt durch die genannte Umstellung sind die Daten des Jahres 2010 nicht vergleichbar. 3. In welchen Branchen vor allem werden Zeitarbeiter/-innen in Karlsru- he beschäftigt? Zum Stichtag im Dezember 2011 waren rund 44 % (2120) der Leiharbeit- nehmerinnen und Leiharbeitnehmer in Berufen der Rohstoffgewinnung, Pro- duktion oder Fertigung tätig, im Dezember 2012 waren es noch 41 Prozent. Bis Juni 2013 ist der Anteil der Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer im genannten Berufsfeld auf rund 39 % (1959) gesunken. Der Bereich Roh- stoffgewinnung, Produktion oder Fertigung bleibt aber das Hauptbetätigungs- feld für Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer. Zu den Berufen dieser Gruppe gehören Metallerzeugung, -bearbeitung, Metallbau, Maschinen- und Fahrzeugtechnikberufe sowie Mechatronik-, Energie- und Elektroberufe. An zweiter Stelle stehen Tätigkeiten im Berufsfeld Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit mit einem Anteil von 21,4 % im Juni 2013 (Juni 2012: 19,2 %). An dritter Stelle findet man das Berufsfeld Unternehmensorganisation, Buch- haltung, Recht und Verwaltung mit einem Anteil von 16 % (Juni 2012: 17 %). Dieser Bereich ist im Vergleich zur bundesweiten Betrachtung stark ausge- prägt. Im Vergleichszeitraum lag der Anteil der Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer bundesweit bei lediglich 8 % bis 9 %. Der Anteil im Berufsfeld Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung ist im Vergleich zum Dezember 2011 von rund 2 % auf 3,7 % im Juni 2013 gestie- gen. Der Anstieg von 89 % ist der stärkste Anstieg in einem Berufsfeld im Betrachtungszeitraum. 6 Bestand an Leiharbeitnehmern nach Art der ausgeübten Tätigkeit Karlsruhe, Stadt Zeitreihe Beruf Dez 11 Jun 12 Dez 12 Jun 13 1 2 3 4 Art der ausgeübten Tätigkeit der KldB 2010 1) 11-12 Land-, Forst-, Tierwirtschaft, Gartenbau 7 * 6 11 24 Metallerzeugung,-bearbeitung, Metallbau 478 446 379 416 25 Maschinen- und Fahrzeugtechnikberufe 323 342 290 312 26 Mechatronik-, Energie- u. Elektroberufe 434 472 443 472 29 Lebensmittelherstellung u. -verarbeitung 166 129 64 42 21-23,27,28 Übr. Berufe (Rohstoff- gew.,Prod.,Fertig.) 719 751 769 717 31-34 Bau,Architektur,Vermessung,Gebäudetechn. 155 184 159 220 41-43 Naturwissenschaft, Geografie, Informatik 238 182 142 191 51 Verkehr, Logistik (außer Fahrzeugführ.) 617 719 673 874 52 Führer von Fahrzeug- u. Transportgeräten 205 124 164 165 53 Schutz-,Sicherheits-, Überwachungsberufe 91 101 117 30 54 Reinigungsberufe 135 196 185 212 61 Einkaufs-, Vertriebs- und Handelsberufe 15 49 59 55 62 Verkaufsberufe 117 34 44 31 63 Tourismus-, Hotel- und Gaststättenberufe 112 79 97 94 71-73 Unternehmensor- ga,Buchhalt,Recht,Verwalt. 772 848 855 820 81-84 Gesundheit, Soziales, Lehre u. Erziehung 97 141 167 184 91-94 Geisteswissenschaften,Kultur,Gestaltung 179 105 159 149 Erstellungsdatum: 11.03.2014, Statistik-Service © Statistik der Bundesagentur für Arbeit 7 4. Wie hoch war der Anteil der in Zeitarbeit Beschäftigten in Karlsruhe von je 2010 bis heute, die länger a) als 1 Jahr b) als 2 Jahre in Zeitarbeit beschäftigt waren bzw. sind? In der Arbeitnehmerüberlassungsstatistik wird statistisch die Dauer der zwi- schen Verleihern und Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer abge- schlossenen Arbeitsverhältnisse bis zu deren tatsächlichem Ende erfasst. Dabei wird die Dauer der Arbeitsverhältnisse in drei Kategorien eingeteilt: unter einer Woche, eine Woche bis unter drei Monate sowie drei Monate und länger. Die abgefragten Beschäftigungszeiträume (länger als ein Jahr, länger als zwei Jahre) werden nicht differenziert abgebildet. Im Betrachtungszeitraum von 2010 bis 2013 zeigt sich, dass die Leiharbeits- verhältnisse nach wie vor zu einem hohen Anteil von kurzer und sehr kurzer Dauer von bis zu drei Monaten geprägt sind. Der Anteil der beendeten Ar- beitsverhältnisse von unter einer Woche lag zwischen 9,5 % (2011) und 11,8 % (2010). Im Jahr 2010 dauerten rund 52 % der beendeten Arbeitsverhält- nisse zwischen einer Woche und drei Monaten. Bis zum Jahr 2012 ist dieser Anteil auf rund 42 Prozent gesunken, so dass ca. 48 Prozent der beendeten Arbeitsverhältnisse länger als drei Monaten dauerten. Im Folgejahr 2013 hat sich dieses Verhältnis wieder umgekehrt, so dass rund 48 Prozent der Leih- arbeitsverhältnisse kürzer als drei Monaten dauerten und rund 42 Prozent länger. Über den gesamten Betrachtungszeitraum dauerten durchschnittlich 57,2 % der ausgelaufenen Arbeitsverhältnissen weniger als drei Monate, 42,8 % hatten drei Monate oder länger bestanden. Beendete Arbeitsverhältnisse zwischen Verleihern und Leiharbeitnehmern nach der Dauer des Arbeitsverhältnisses Karlsruhe, Stadt Zeitreihe Merkmal Jun 10 Jun 11 Jun 12 Jun 13 1 3 5 7 Insgesamt, davon: 2.975 3.649 2.784 3.007 unter 1 Woche 351 348 273 316 1 Woche bis unter 3 Monate 1.539 1.693 1.176 1.421 3 Monate und mehr 1.085 1.608 1.335 1.270 8 5. Wie hat sich die Anzahl der Zeitarbeitsfirmen in Karlsruhe entwickelt in den Jahren 2010 bis heute Die Anzahl der Leiharbeitsbetriebe in Karlsruhe im Zeitraum 01.01.2010 – 30.06.2013 ist entsprechend der beigefügten Übersicht weitgehend konstant. Im Jahr 2010 waren 83 Betriebe mit Betriebssitz Karlsruhe gemeldet. Im Jahr 2012 wurde das Maximum des Betrachtungszeitraums von 88 Betrieben er- reicht. Betriebe mit Hauptwirtschaftszweig 782 u 783 am Arbeitsort (AO) Karlsruhe, Stadt Zeitreihe Stichtag 782 u 783 Sonstige Überlassung von Arbeitskräften Betriebe Jahresdurchschnitt 31.03.2010 80 83 30.06.2010 84 30.09.2010 84 31.12.2010 83 31.03.2011 85 86 30.06.2011 86 30.09.2011 85 31.12.2011 86 31.03.2012 87 88 30.06.2012 89 30.09.2012 89 31.12.2012 87 31.03.2013 88 87 30.06.2013 85 Erstellungsdatum: 04.03.2014, Statistik-Service Südwest © Statistik der Bundesagentur für Arbeit 9 6. Die Agenturen für Arbeit begründen Vermittlungen in Zeitarbeit oft damit niedrigschwellige Einstiegsmöglichkeiten in den 1. Arbeitsmarkt zu schaffen – wie hoch war der Anteil der seitens der Agentur für Arbeit in Zeitarbeit vermittelten Arbeitslosen, deren Zeitarbeitsverhältnis an- schließend in ein festes Arbeitsverhältnis überging – je in den Jahren 2010 bis heute? Mit den vorhandenen Daten der Arbeitnehmerüberlassungsstatistik ist leider nicht abbildbar, in welchem Umfang eine Übernahme in den Entleihbetrieb unter Schaffung eines „festen“ Arbeitsverhältnisses erfolgt ist. Welche Beschäftigungschancen sich durch die Leiharbeit für verschiedene Gruppen ergeben, kann mit den vorliegenden Daten jedoch ausgewertet werden. Im ersten Halbjahr 2013 wurden 72 % der neu abgeschlossenen Leiharbeits- verhältnisse mit Personen geschlossen, die unmittelbar zuvor keine Beschäf- tigung ausübten bzw. noch nie beschäftigt waren. Diese Gruppe umfasst neben Arbeitslosen, Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteigern auch die Berufsrückkehrerinnen und Berufsrückkehrer. Zu Beginn des Betrachtungszeitraums (1. Halbjahr 2010) betrug dieser Anteil 61,5 %, in den Jahren 2011 und 2012 zwischen 58 und 61 %. Diese signifikante Steigerung resultiert nicht aus einem tatsächlichen Anstieg der absoluten Zahlen der Zugänge in Leiharbeit sondern im Wesentlichen aus einem starken Rückgang der Zugänge an Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer, welche unmittelbar vorher beschäftigt waren ( s. Tabelle, unmittelbar vorher beschäftigt als sonstiger Erwerbstätiger). Auch aufgrund der guten Arbeitsmarktentwicklung ist der Anteil dieser Gruppe von rund 31 % im Jahr 2010 auf ca. 17 % im 1. Halbjahr 2013 gesunken. Die gute Entwicklung des Arbeitsmarkts hat sich auch bei den Leiharbeit- nehmerinnen und Leiharbeitnehmer, bei welchen die letzte Beschäftigung ein Jahr und mehr zurücklag, positiv ausgewirkt. Ihr Anteil ist auf rund 6,7 % im ersten Halbjahr 2013 gesunken (2010: 10,6 %, 2011 8,7%, 2012 7,6%). Der Anteil der Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer, die vor ihrem Arbeitsverhältnis mit einem Verleiher überhaupt noch nicht beschäftigt wa- 10 ren, ist im Zeitraum 2010 – 2013 deutlich gestiegen. Zum Juni 2013 betrug der Anteil rund 12,4 %. Zu Beginn des Betrachtungszeitraums lag dieser Wert noch bei 6,4 % (2010). Leiharbeit hat somit an Bedeutung für Berufs- einsteigerinnen und Berufseinsteiger gewonnen. Erstellungsdatum: 12.03.2014, Statistik-Service Südwest © Statistik der Bundesagentur für Arbeit Die mit der Frage angesprochene Brückenfunktion der Leiharbeit als nied- rigschwellige Einstiegsmöglichkeit wurde auch in einem Kurzbericht des Insti- tuts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB Nürnberg) untersucht und unter Nummer 13/2010 (http://doku.iab.de/kurzber/2010/kb1310.pdf) veröf- fentlicht. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Aufnahme von Leiharbeit für Langzeitarbeitslose als eine Option erweist, die den Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtert. Leiharbeit erhöht ferner die Wahrscheinlichkeit, später auch in anderen Branchen Beschäftigung zu finden. Allerdings schaf- fen es danach nur sieben Prozent der vormals Arbeitslosen im Zweijahres- zeitraum in einer Branche außerhalb der Leiharbeit überwiegend beschäftigt zu bleiben und auf Dauer nicht mehr in der Leiharbeit tätig zu sein. Weitere 8 bis 13 Prozent erreichen einen Übergang in Beschäftigung in Kombination mit weiteren Leiharbeitsperioden. Die Brückenfunktion der Leiharbeit wird somit vom IAB gewürdigt, wenn auch nur als „schmaler Steg“ bezeichnet. Zugang an Leiharbeitnehmern nach Art der vorangegangenen Be- schäftigung Karlsruhe Stadt Zeitreihe Merkmal Jun 10 Jun 11 Jun 12 Jun 13 1 3 5 7 Insgesamt, davon: 3.524 3.661 2.893 2.987 unmittelbar vorher beschäftigter Leiharbeitnehmer bei einem anderen Verleiher 278 244 272 345 unmittelbar vorher beschäftigt als sonstiger Erwerbs- tätiger 1.080 1.185 850 500 unmittelbar vorher nicht besch., letzte Besch. vor 1 bis unter 12 Monaten 1.566 1.620 1.316 1.572 unmittelbar vorher nicht besch., letzte Besch. vor 1 Jahr und mehr 375 318 219 201 überhaupt noch nicht beschäftigt 225 294 236 369 11 7a) Gibt es für Karlsruhe Erhebungen zu zeitarbeitsbedingten Gesund- heitsschäden? b) Gibt es für Karlsruhe Daten, wie viele über längere Zeit in Leiharbeit Tätige Rente wegen Erwerbs- oder Berufsunfähigkeit aa) beantragt bb) gewährt bekommen haben? Wenn nein: Gibt es Aktivitäten, diese Daten zu erheben? Kenntnisse, in welchem Umfang Erkrankungen auf ein Arbeitsverhältnis in der Leiharbeit zurückzuführen sind, liegen aufgrund fehlender Daten nicht vor. Eine valide Schätzung ist daher ebenfalls nicht möglich.

  • Protokoll TOP 19
    Extrahierter Text

    NIEDERSCHRIFT Stadt Karlsruhe Gremium: 60. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: 8. April 2014, 15:30 Uhr öffentlich Ort: Bürgersaal des Rathauses Vorsitzende/r: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 21. Punkt 19 der Tagesordnung: Zeitarbeit in Karlsruhe - Entwicklung und Auswir- kungen Anfrage der Stadträtin Sabine Zürn und des Stadtrats Niko Fostiropoulos (Die Linke) vom 7. Februar 2014 Vorlage: 2014/0404 Beschluss: Kenntnisnahme von Stellungnahme der Verwaltung Abstimmungsergebnis: Keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 19 zur Behandlung auf und stellt fest, die Stellungnahme der Verwaltung liege vor, der Gemeinderat habe Kenntnis genommen. (Keine Wortmeldung) Zur Beurkundung: Die Schriftführerin Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 6. Mai 2014