Markthalle für Karlsruhe
| Vorlage: | 2014/0392 |
|---|---|
| Art: | Anfrage |
| Datum: | 06.02.2014 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Marktamt |
| Erwähnte Stadtteile: | Südstadt |
Beratungen
- Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 18.03.2014
Rolle: Kenntnisnahme
Ergebnis: Kenntnisnahme
Zusätzliche Dateien
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Extrahierter Text
STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zur Anfrage Stadtrat Jürgen Wenzel (FW) vom: 04.02.2014 eingegangen: 04.02.2014 Gremium: 59. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 18.03.2014 2014/0392 34 öffentlich Dez. 5 Markthalle für Karlsruhe A. Nach dem Abriss der Markthalle in der Karlsruher Südstadt in den 1970er Jahren gab es die Überlegung, die Postgalerie in eine Markthalle umzuwandeln. Doch nach Scheitern dieser Pläne wurde es ruhig um das Thema. Oder gab es noch andere Überlegungen zur Etablierung einer Markthalle in der Karlsruher Innenstadt? Die angesprochene alte Markthalle auf dem Gelände des heutigen Badischen Staatstheaters wurde in den 1960ern abgerissen und durch den Neubau des Großmarkts im Weinweg 43 ersetzt. Die alte Markthalle beherbergte seinerzeit zu 95 % Großhändler. Die Einzelhändler machten lediglich einen Anteil von 5 % aus. Von den damaligen Überlegungen, die Postgalerie in eine Markthalle umzuwan- deln, ist der Verwaltung nichts bekannt. Jedoch gab es ab 1974 Bestrebungen, einen Wochenmarkt in einer sog. Kleinmarkthalle im Rahmen der Altstadtsanierung zu errichten. Zum Bau einer Markthalle kam es zwar nicht, aber das bis heute existente "Sattler-Dach" wurde errichtet. Eine Umsiedlung des Wochenmarkts "Kronenplatz" unter das "Sattler-Dach" fand ebenfalls nicht statt. Gründe hierfür waren vor allem die gute Anbindung des bestehenden Wochenmarkts an die Kaiserstraße und deren Straßenbahnverkehr. Aufgrund zu hoher Betriebskosten (damals 33.000 DM) bzw. eines zu hohen jährlichen Defizits (da- mals 128.000 DM) für die Unterhaltung entschied man sich, die Kleinmarkthalle nicht zu bauen und baute nur das erwähnte "Sattler-Dach". Weitere Überlegungen zum Bau einer Markthalle gab es Ende der 90er Jahre im Rahmen der Planun- gen zum Stadtteilzentrum Mendelssohnplatz. Diese Halle sollte 400 qm umfassen und sich über dem heutigen "Scheck-In"-Center befinden. Zu einer Umsetzung kam es nicht. Gründe hierfür sind der Verwaltung nicht bekannt. Die letzten aktenkundigen Versuche, eine Markthalle in Karlsruhe zu etablieren, stammen aus dem Jahr 2002. Damals gab es Bestrebungen, die ehemaligen Geschäftsräume der Fa. Radio Freytag GmbH & Co. KG in der Karlstraße in eine Markthalle mit ca. 2.200 qm umzuwandeln. Als Mietpreis für Händ- lerinnen und Händler für eine Fläche von 20 qm waren damals 900 DM im Gespräch. Diese Idee wurde von der Verwaltung begrüßt und unterstützt. Sie betonte jedoch auch, dass eine Markthalle nicht in städtischer Hand betrieben werden könne. Auch hier kam es zu keiner Umsetzung, da sich nicht genügend Interessenten finden ließen. Notwendig wären laut dem damaligen Investor 35 bis 40 Interessenten gewesen. Weitere Überlegungen zu einer Markthalle sind der Verwaltung nicht bekannt. Seite 2 B. Immer wieder wird der Wunsch laut, den Festplatz zu beleben und den dort leer ste- henden Hallen eine dauerhafte Nutzung zukommen zu lassen. Gab es Überlegungen, ei- ne der Hallen in eine Markthalle umzuwandeln? Der Verwaltung sind keine Überlegungen hinsichtlich der Umwandlung einer der Festhallen in eine Markthalle bekannt. Die Verwaltung gibt aber hierbei zu bedenken, dass der Festplatz in den nächsten Jahren, bedingt durch die Bauarbeiten zur Kombilösung, nur beschränkt zugänglich ist. C. Welche Realisierungsmöglichkeiten sieht die Verwaltung bzw. das Marktamt für eine Markthalle im Innenstadtbereich bzw. am Festplatz? Die Realisierungsmöglichkeiten für eine städtische Markthalle sieht die Verwaltung, ausgehend von einem Betrieb aus öffentlicher Hand, skeptisch. In diese Beurteilung fließen dabei auch Eindrücke aus ähnlichen Vorhaben anderer Kommunen ein. Aufgrund der hohen Investitions- und Betriebskosten wäre der Betrieb einer Markthalle defizitär für die Stadt Karlsruhe. Bei kostendeckenden Mieten wären Flächen für die Marktbeschicker nicht er- schwinglich. Diese klagen bereits jetzt schon über sinkende Umsätze. Nach Auskunft der Frankfurter Kollegen werden in deren Markthallen nicht die tatsächlichen Mieten gefordert, sondern bereits subventionierte. Vergleichbare Mietpreise im Gebiet rund um die Klein- markthalle lägen bei 200 Euro pro qm. Tatsächlich werden in der Markthalle nur 30 Euro pro qm ab- gerufen. Dies zeigen auch die Erfahrungen anderer Städte. Dort können sich die Markthallen nur aufgrund der Gastronomiebetriebe bzw. Filialen großer Handelsketten halten (Stuttgart, Schrannenhalle München). In Berlin wurden zwei von drei Markthallen verkauft, da sie nicht rentabel waren. Ein Bedarf einer Markthalle, die überwiegend Gastronomiebetriebe beherbergt, wird von der Verwal- tung ebenfalls nicht gesehen und macht aus städtischer Sicht auch keinen Sinn, da dies die Aufgabe privater Unternehmen ist. Ferner würden bestehende Strukturen bei Gastronomie, aber vor allem bei den etablierten Wochenmärkten gefährdet. Die gescheiterten Versuche der letzten Jahrzehnte und das fehlende Interesse privater Investoren ver- stärken die Annahme, dass eine Markthalle auch in Karlsruhe öffentlich subventioniert werden müss- te.
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Extrahierter Text
STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ANFRAGE Stadtrat Jürgen Wenzel (FW) vom 4. Februar 2014 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 59. Plenarsitzung Gemeinderat 18.03.2014 2014/0392 34 öffentlich Markthalle für Karlsruhe A. Nach dem Abriss der Markthalle in der Karlsruher Südstadt in den 1970er Jahren gab es die Überlegung, die Postgalerie in eine Markthalle umzuwandeln. Doch nach Scheitern dieser Pläne wurde es ruhig um das Thema. Oder gab es noch andere Überlegungen zur Etablierung einer Markthalle in der Karlsruher Innen- stadt? B. Immer wieder wird der Wunsch laut, den Festplatz zu beleben und den dort leer stehenden Hallen eine dauerhafte Nutzung zukommen zu lassen. Gab es Über- legungen, eine der Hallen in eine Markthalle umzuwandeln? C. Welche Realisierungsmöglichkeiten sieht die Verwaltung bzw. das Marktamt für eine Markthalle im Innenstadtbereich bzw. am Festplatz? Einkaufen wie in alten Zeiten ist wieder in Mode gekommen. Ob La Boqueria in Barcelona, die wohl berühmteste Markthalle der Welt, der Chelsea Market in New York oder der spektakuläre Neubau der Rotterdam Market Hall, der 2014 eröffnet werden soll – weltweit findet zurzeit eine Renaissance der Markthallen statt. Ein Trend, der auch in deutschen Städten um sich greift. Ob in Kassel, Freiburg, Ber- lin-Kreuzberg mit der Markthalle „Nummer 9“ oder die besonders prächtige, im Ju- gendstill gehaltene Markthalle in der Stuttgarter Dorotheenstraße. Sie prägen ganze Viertel und Kieze, stärken lokale Strukturen und dienen als Ge- gengewicht zur Angleichung der Innenstädte im Zuge der Globalisierung. Sachverhalt/Begründung: Seite 2 __________________________________________________________________________________________ Gleichzeitig entsprechen die Märkte einer immer weiter wachsenden Nachfrage nach regionalen Produkten, weil die Verbraucher heute wissen möchten, woher ihre Le- bensmittel kommen. Zahlreiche Studien belegen, dass Kunden sogar bereit sind, für Produkte aus ihrer Region mehr Geld auszugeben. Immer wieder, so zuletzt vom Karlsruher Seniorenrat, wird auch für unsere Stadt eine Markthalle gefordert. So gab es in der Karlsruher Südstadt bis in die 1970er Jahre eine solche. unterzeichnet von: Jürgen Wenzel Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 6. März 2014
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NIEDERSCHRIFT Stadt Karlsruhe Gremium: 59. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: 18. März 2014, 15:30 Uhr öffentlich Ort: Bürgersaal des Rathauses Vorsitzende/r: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 35. Punkt 34 der Tagesordnung: Markthalle für Karlsruhe Anfrage des Stadtrats Jürgen Wenzel (FW) vom 4. Februar 2014 Vorlage: 2014/0392 Beschluss: Kenntnisnahme von der Stellungnahme der Verwaltung Abstimmungsergebnis: Keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 34 zur Behandlung auf und stellt fest, die Stellungnahme der Verwaltung liege vor, der Gemeinderat habe Kenntnis genommen. (Keine Wortmeldung) Zur Beurkundung: Der Schriftführer: Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 30. April 2014