Anträge auf Einrichtung neuer Ganztagsgrundschulen und auf Umstellung bestehender Ganztagsgrundschulen auf das neue Schulgesetz zum Schuljahr 2015/2016 sowie auf Erweiterung der Zügigkeit des Ganztagsbetriebs zum Schuljahr 2014/2015
| Vorlage: | 2014/0223 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 21.10.2014 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Schul- und Sportamt |
| Erwähnte Stadtteile: | Durlach, Neureut, Oststadt, Rintheim, Weiherfeld-Dammerstock |
Beratungen
- Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 18.11.2014
Rolle: Entscheidung
Ergebnis: mehrheitlich beschlossen
Zusätzliche Dateien
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Extrahierter Text
BESCHLUSSVORLAGE STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister Gremium: 4. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 18.11.2014 2014/0223 6 öffentlich Dez. 3 Anträge auf Einrichtung neuer Ganztagsgrundschulen und auf Umstellung bestehender Ganztagsgrundschulen auf das neue Schulgesetz zum Schuljahr 2015/2016 sowie auf Er- weiterung der Zügigkeit des Ganztagsbetriebs zum Schuljahr 2014/2015 Beratungsfolge dieser Vorlage am TOP ö nö Ergebnis Schulbeirat 22.10.2014 5 vorberaten Gemeinderat 18.11.2014 6 Antrag an den Gemeinderat / Ausschuss Der Gemeinderat beschließt nach Vorberatung im Schulbeirat gemäß § 30 i. V. m. § 4 a des Schulgesetzes für Baden-Württemberg: a) die Einrichtung von Ganztagsgrundschulen in Wahlform bzw. verbindlicher Form an folgen- den Schulen: Heinrich-Köhler-Grundschule (verbindliche Form), Schiller-Grund- und Werkre- alschule (Wahlform) und Weiherwald-Grundschule (Wahlform) zum Schuljahr 2015/16, b) die Umstellung des Ganztagsbetriebs bestehender Ganztagsgrundschulen von der Schulver- suchsbestimmung auf die gesetzliche Regelung gemäß Schulgesetz Baden-Württemberg in Wahlform an folgenden Schulen: Drais-Grund- und Hauptschule, Hans-Thoma-Grundschule, Leopold-Grundschule und Pestalozzi-Grund- und Werkrealschule zum Schuljahr 2015/16 sowie c) die Erweiterung der Zügigkeit des Ganztagsbetriebs an den Standorten Grundschule am Was- serturm und Drais-Grund- und Hauptschule zum Schuljahr 2014/15. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) 1.786.170 € im End- ausbau (ohne Bau- kosten) 459.195 € 1.326.975 € 1.326.975 € Haushaltsmittel stehen nicht zur Verfügung Kontierungsobjekt: Kostenstelle: 1.400.21.10 Kontenart: 40000000 Ergänzende Erläuterungen: Baukosten können derzeit noch nicht beziffert werden. ISEK Karlsruhe 2020 - relevant nein ja Handlungsfeld: Sozialer Zusammenhalt und Bildung Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am 12.11.2014 (Ortschaftsrat Durlach) Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Am 16. Juli 2014 wurde die Ganztagsgrundschule vom Landtag Baden-Württemberg erstmals gesetzlich verankert. Die Kommunen können jetzt zwischen den zwei Formen der Ganztags- schule, der verbindlichen oder der Wahlform, wählen. Bei der verbindlichen Form nehmen alle Schülerinnen und Schüler der Schule am Ganztagsbetrieb teil. Bei der Wahlform können Eltern und Kinder individuell entscheiden, ob sie am Ganztagsbetrieb mitmachen möchten. Für die Einrichtung einer Ganztagsgrundschule ist es erforderlich, dass insgesamt 25 Schülerinnen und Schüler einer Grundschule, z. B. auch jahrgangs- und klassenübergreifend, angemeldet sind. Die Kommunen haben die Möglichkeit, die Ganztagsgrundschule an drei oder vier Tagen mit sieben oder acht Zeitstunden einzurichten. Mit der Genehmigung einer Ganztagsgrundschule nach Schulgesetz entfallen für diese Schulen die Landeszuschüsse für die ergänzende Betreuung und die flexible Nachmittagsbetreuung. Im Gegenzug werden in verstärktem Maß Deputatsstunden zur Umsetzung eines qualitativ hoch- wertigen Ganztagsangebots bereitgestellt. Der Gemeinderat der Stadt Karlsruhe hat am 19.11.2013 die Rahmenkonzeption und Richtlinie "Ganztagsangebote für Grundschulkinder" beschlossen, die am 01.12.2013 in Kraft getreten sind. Diese beinhaltet unter anderem, dass pro Klasse einer Ganztagsgrundschule eine Erziehe- rin bzw. ein Erzieher zur Verfügung gestellt wird, die bzw. der ab 12.00 Uhr an 5 Tagen in der Woche bis 16.00 Uhr oder bei Bedarf bis 17.30 Uhr zur Verfügung steht und in die jeweilige Schulkonzeption eingebunden ist. Die Schule kann dabei mit dem Schul- und Sportamt oder mit einem freien Träger der Jugendhilfe kooperieren; dieser stellt dann u. a. das benötigte Personal zur Verfügung. Durch die personelle Unterstützung muss jede Schule mit ihrem Kooperations- partner auch Ferienangebote für sieben Wochen in den Schulferien anbieten, das Ganztagsan- gebot bedarfsorientiert bis 17.30 Uhr ausweiten sowie den Freitagnachmittag abdecken, um den Eltern auch für den fünften Tag eine Betreuungsmöglichkeit zu gewährleisten. Aufgrund dieser Gesamtkonzeption beantragt die Stadt Karlsruhe grundsätzlich Ganztags- grundschulen an vier Tagen mit acht Zeitstunden. Dies hat den Vorteil, dass die Schule 12 Lehrerwochenstunden zusätzlich erhält und damit die pädagogische Qualität der Angebote sehr hoch ist. "Lernen in der Ganztagsschule" bedeutet: - bessere Bildungschancen durch intensive Förderung - neue Lernchancen durch erweiterte Lernzeit und veränderte Lernkultur: Die Schule richtet sich nach dem Kind, nicht umgekehrt. - verlässliche erzieherische Betreuung der Schülerinnen und Schüler - neu strukturierter und rhythmisierter Schulalltag: Lernen und Entspannung im Wechsel - intensiveres soziales und interkulturelles Lernen durch zusätzliche Lernpartner - besserer Zugang zu Bildungsangeboten auch im außerschulischen Bereich durch Kooperation mit Vereinen und Institutionen" (Kultusportal Baden Württemberg - Ganztagsschule Baden-Württemberg - Wissenswertes) Diese Punkte "Lernen in der Ganztagsschule" spiegeln sich unter anderem wider als Bausteine der jeweiligen Bildungskonzepte der sieben Schulen, die Neu- bzw. Umstellungsanträge gestellt haben. Da die einzelnen Anträge teilweise sehr umfangreich sind, werden nur die wichtigsten Eckpunkte der Konzeptionen jeder Schule im Folgenden dargestellt. Bei Bedarf können sämtli- che Konzeptionen beim Schul- und Sportamt angefordert werden. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 Neueinrichtungen von Ganztagsschulen an Grundschulen Heinrich-Köhler-Grundschule Karlsruhe Die Heinrich-Köhler-Grundschule startet als Ganztagsgrundschule in verbindlicher Form, jahr- gangsgemischt in den Klassenstufen 1 und 2. Kooperationspartner wird der Stadtjugendaus- schuss Karlsruhe e. V. sein. Dieser stellt auch die beiden Erzieher/-innen für die Klassenstufen 1 und 2. Die Schule ist einzügig bis auf die Klassenstufe 2, die zweizügig ist. Schülerinnen und Schüler, die künftig eine Halbtagsschule besuchen wollen, können z. B. an der Grundschule Rintheim angemeldet werden, die in der Nähe der Heinrich-Köhler-Schule liegt. Die Heinrich-Köhler-Schule liegt im "Rintheimer Feld". In diesem Quartier ist der Anteil bil- dungsferner Familien überdurchschnittlich hoch. Aufgrund der hohen Anteile an Aussiedlern und Aussiedlerinnen und Ausländern und Ausländerinnen an der Schule bedarf es einer speziel- len Förderung, die durch Verständigungsschwierigkeiten und materielle Benachteiligung jedoch erschwert wird. Der Bedarf an interkulturellen Lernangeboten für die Kinder des Quartiers "Rintheimer Feld" wird durch die Lernangebote der Ganztagsschule konsequent abgedeckt. Derzeit besuchen ca. 40 Kinder den städtischen Schülerhort, der sich auf dem Gelände der Heinrich-Köhler-Schule befindet. Mit der Einrichtung der Ganztagsschule läuft der Hort sukzes- sive aus. Dies bedeutet, dass dieser zum Schuljahr 2015/16 keine neuen Kinder der 1. Klasse aufnimmt, die Kinder der Klassenstufen zwei bis vier aber weiterhin dort betreut werden. Ein Schwerpunkt im Konzept der Schule liegt auf der individuellen Förderung der Schülerinnen und Schüler. Um den unterschiedlichen Interessen und Lernvoraussetzungen gerecht zu wer- den, kommen unterschiedliche Lernformen zum Einsatz. Dazu gehört neben dem traditionellen Unterricht das Lernen an Lerninseln. Diese sind ein Ort für selbstbestimmtes, eigenverantwortli- ches Lernen. In den unterschiedlichen Fächern und Fachverbünden werden die bisher erfolg- reich durchgeführten pädagogischen Elemente und Kooperationen in der neuen Zeitstruktur über den ganzen rhythmisierten Tag weitergeführt. Die Kooperation mit dem Stadtjugendaus- schuss Karlsruhe e. V. führt nicht nur zu einer personellen Verstärkung, sondern auch zu einem qualitativ hochwertigen Angebot, ergänzend zum Unterricht. Die rhythmisierte Tagestruktur ist gekennzeichnet durch den Wechsel von lern- und arbeitsori- entiertem Unterricht und erholungs- und bewegungsorientierten Angeboten. Ab 7.30 Uhr ist die Schule geöffnet. Es besteht die Möglichkeit, Angebote zum sozialen Lernen in der Lern- werkstatt und in der Bibliothek wahrzunehmen. Der Unterrichtsblock 1 beginnt um 8.15 Uhr und endet um 9.45 Uhr. Die Frühstückspause dauert von 9.45 Uhr bis 10.15 Uhr, gefolgt von einem weiteren 90-minütigem Unterrichtsblock 2. Daran schließt sich ein 45-minütiger Projekt- unterricht an. Das Mittagessen ist von 12.30 Uhr bis 13.15 Uhr vorgesehen. Daran schließt sich ein 15-minütiges Bewegungsangebot an, das von den Erziehern und Erzieherinnen geleitet wird. Von 13.30 Uhr bis 15.00 Uhr findet der Unterrichtsblock 3 statt. Von 15.00 bis 16.00 Uhr gibt es alternativ Unterricht/AGs/Angebote außerschulischer Partner oder individuelle Lernzeit. Wichtig ist, dass rhythmisiert über die Woche in dieser Stunde sowohl Unterricht als auch AGs und Angebote von außerschulischen Partnern (z. B. Sportvereinen) angeboten werden, so dass auf die Woche gesehen an bestimmten Tagen für die gesamte Ganztagsschule anstatt Unter- richt kreative, soziale und bewegungsorientierte Inhalte stattfinden. Der Tagesbetrieb endet um 16.00 Uhr. Bei Bedarf bietet der Stadtjugendausschuss Karlsruhe e. V. anschließend ein kosten- pflichtiges Betreuungsangebot (Kosten: 16.00 Uhr - 17.30 Uhr, 30 € pro Monat) an. Eine Stelle für Schulsozialarbeit ist bereits eingerichtet. Ergänzende Erläuterungen Seite 4 Alle erforderlichen Räume für den Ganztagschulbetrieb können im Bestand untergebracht wer- den. Die Einrichtung einer Mensa ist erforderlich. Kleinere Umbaumaßnahmen sowie die Be- schaffung von Ausstattungsgegenständen sind voraussichtlich notwendig. Schiller-Grund- und Werkrealschule Die Schiller-Grund- und Werkrealschule startet als Ganztagsgrundschule in Wahlform, jahr- gangsgemischt in den Klassenstufen 1 und 2. Als Kooperationspartner ist der Stadtjugendaus- schuss Karlsruhe e. V. vorgesehen. Dieser stellt auch die beiden Erzieher/-innen für die Klassen- stufen 1 und 2. Die Schule ist zweizügig bis auf die Klassenstufe 1, die einzügig ist. Die Schillerschule wird von Schülerinnen und Schülern aus aktuell 61 Nationen mit unterschied- licher familiärer, sozialer, religiöser und kultureller Herkunft besucht. Das Einzugsgebiet umfasst Teile der Oststadt und der Innenstadt. Die Bevölkerung setzt sich aus einem hohen Anteil von bildungsfernen Familien und Alleinerziehenden zusammen. Hinzu kommen Familien, in denen beide Elternteile arbeiten und auf Unterstützung bei der Betreuung angewiesen sind. Sehr viele Familien haben Migrationshintergrund. Die Schillerschule hat außerdem viele Schülerinnen und Schüler aus anderen Stadtteilen, die die internationalen Vorbereitungsklassen besuchen. Bereits seit längerer Zeit arbeitet die Schule sehr intensiv mit dem Jugendamt und weiteren Unterstüt- zungsdiensten zusammen. Die Schule möchte der Heterogenität ihrer Schülerschaft entsprechen, indem sie die Schülerin- nen und Schüler mit ihrer gesamten Persönlichkeit erfasst und gemäß ihren Begabungen und Fähigkeiten unterstützt, fördert und stärkt. Durch eine längere tägliche Lernzeit soll den Schüle- rinnen und Schülern die Möglichkeit gegeben werden, eine umfassende Bildungserfahrung zu machen. Das bedeutet, einen Kontext zu schaffen, in dem die Kinder viele unterschiedliche Er- fahrungen machen, die über den unterrichtlichen Rahmen hinausgehen und sie befähigen, ihre persönlichen Stärken zu erkennen und zu nutzen. Darüber hinaus soll den Kindern Raum gege- ben werden, in dem sie sich in ihrer Persönlichkeit entfalten und ihre Phantasie und Kreativität ausleben können. Die Rhythmisierung trägt dem Bewegungsdrang der Kinder Rechnung, aber auch der Möglich- keit, bewegungsarmen Kindern Anreize zu schaffen, sich körperlich zu betätigen. In der Ganz- tagsschule findet Unterricht sowohl am Vor- als auch am Nachmittag statt. Die Rhythmisierung sieht einen Wechsel von An- und Entspannung, Klassenunterricht und individueller Lernzeit, Bewegungspausen und Ruhezeiten und eine entsprechend lange Mittagspause vor. Diese Struk- tur trägt den Bedürfnissen der Kinder Rechung. Die Schule ist ab 8.00 Uhr geöffnet. Die Zeit von 8.00 Uhr bis 8.30 Uhr dient dem Ankommen oder kann für individuelles Lernen genutzt werden. Die Lerneinheit 1 dauert von 8.30 Uhr bis 9.15 Uhr. Daran schließt sich eine Spiel- und Bewegungspause bis 9.40 Uhr an. Die Lerneinheit 2 folgt von 9.40 Uhr bis 11.10 Uhr. Daran schließt sich eine zweite Spiel- und Bewegungspause bis 11.30 Uhr an. Die Lerneinheit 3 umfasst je nach Tag Unterricht, Individuelles Lernen und Hausaufgabenzeit. Sie dauert von 11.30 Uhr bis 12.15 Uhr. Die Mittagspause beginnt um 12.15 Uhr und endet um 13.45 Uhr. Im Anschluss an das Mittagessen haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, zu spielen, sich auszuruhen oder sich zu bewegen. Hierbei werden sie von den Erzieherinnen und Erziehern betreut. Die Lerneinheit 4 dauert von 13.45 Uhr bis 16.00 Uhr. Sie umfasst jeden Tag Unterricht, individuelles Lernen, Übungszeit und Hausaufgabenzeit. Der Tagesbetrieb endet um 16.00 Uhr. Bei Bedarf bietet der Stadtjugendausschuss Karlsruhe e. V. anschließend ein kostenpflichtiges Betreuungsangebot (Kosten: 16.00 Uhr - 17.30 Uhr, 30 € pro Monat) an. Ergänzende Erläuterungen Seite 5 Eine Stelle für Schulsozialarbeit ist bereits eingerichtet. Alle erforderlichen Räume für den Ganztagschulbetrieb können im Bestand untergebracht wer- den. Die Einrichtung einer Mensa ist erforderlich. Kleinere Umbaumaßnahmen sowie die Be- schaffung von Ausstattungsgegenständen sind voraussichtlich notwendig. Weiherwald-Grundschule Die Weiherwald-Grundschule startet als Ganztagsgrundschule in Wahlform mit drei Klassen/ Gruppen in den Klassenstufen 1 und 2 sowie als Mischklassen in den Klassenstufen 3 und 4. Als Kooperationspartner ist der Stadtjugendausschuss Karlsruhe e. V. vorgesehen. Dieser stellt auch die drei Erzieher/-innen für die drei Klassen/Gruppen (Klasse 1, 2 und Mischklasse in Klasse 3/4). Die Schule ist in Klassenstufe 1 und 3 zweizügig und in den Klassenstufen 2 und 4 dreizügig. Aufgrund der großen Anzahl der Kinder, die bereits die flexible Nachmittagsbetreuung nutzen, ist davon auszugehen, dass die Schule im Endausbau im Ganztag zweizügig sein wird. Die Weiherwaldschule liegt im Stadtteil Weiherfeld-Dammerstock. Ein Großteil der Schülerinnen und Schüler lebt eher in gehobenen Familienverhältnissen. Häufig sind beide Eltern berufstätig. Gegenwärtig besuchen rund 125 Kinder die ergänzende Betreuung im Rahmen der verlässli- chen Grundschule. Die Einführung der Ganztagsschule bietet durch das "Mehr an Zeit" die Möglichkeit, schuli- sches Lernen und Leben zu erweitern. Der Unterrichtstag beginnt mit einem offenen Anfang von 7.30 bis 7.45 Uhr mit Zeit zum Ankommen. Der erste Unterrichtsblock findet von 7.45 Uhr bis 9.20 Uhr mit Lernzeit, mit individuellem Lernen (Werkstattunterricht, Wochenplan, freie Le- sezeit, Lernen an Stationen) und an einem Tag mit dem Lernclub (Fördern und Fordern) statt. Daran schließt sich von 9.20 Uhr bis 9.40 Uhr eine Bewegungs- und Frühstückspause an. Der zweite Unterrichtsblock mit Lernzeit findet von 09.40 Uhr bis 11.15 Uhr statt. Danach folgt von 11.15 Uhr bis 11.30 Uhr eine fünfzehnminütige Bewegungspause. Von 11.30 Uhr bis 12.15 Uhr folgt, je nach Tag, eine weitere Lernzeit bzw. individuelles Lernen. Die Mittagspause findet von 12.15 Uhr bis 13.30 Uhr statt. Die Schülerinnen und Schüler werden dabei von den Erzie- her/innen zum Mittagessen begleitet. Am gemeinsamen Mittagessen sollen alle Kinder der Ganztagsschule teilnehmen. Vereinbarte Regeln und Rituale sowie Tischgespräche schaffen für alle einen gemeinsamen Rahmen innerhalb der Mittagspause. Die Entspannungspause nach dem Mittagessen kann als Aktivpause oder als Ruhepause mit Rückzugsmöglichkeit genutzt werden. Von 13.30 Uhr bis 15.00 Uhr findet Lernzeit, individuelles Lernen sowie Ganztagsan- gebote (jahrgangsübergreifende Angebote zum sozialen Lernen, zur Bewegungsförderung, zur künstlerisch/musikalischen Bildung - auch mit externen Partnern) statt. Von 15.00 bis 16.00 Uhr schließen sich Ganztagsangebote an. Bei Bedarf bietet der Stadtjugendausschuss Karlsruhe e. V. anschließend ein kostenpflichtiges Betreuungsangebot (Kosten: 16.00 Uhr - 17.30 Uhr, 30 € pro Monat) an. Eine Stelle für Schulsozialarbeit wurde noch nicht eingerichtet. Nicht alle erforderlichen Räume für den Ganztagschulbetrieb können im Bestand untergebracht werden. Voraussichtlich müssen die Mensa und die Aufenthaltsräume neu errichtet werden. Ein entsprechender Planungsauftrag ist erteilt. Daneben sind voraussichtlich kleinere Umbaumaß- nahmen sowie die Beschaffung von Ausstattungsgegenständen erforderlich. Ergänzende Erläuterungen Seite 6 Umstellung des Ganztagbetriebs bestehender Ganztagsschulen auf das neue Schulge- setz in Wahlform Drais-Grund- und Hauptschule Der Start der Ganztags-Grundschule in offener Form (heute Wahlform) erfolgte zum Schuljahr 2013/14 mit einer ersten Klasse. Kooperationspartner ist das Schul- und Sportamt. Die Ganztagsform bot der Schule vielfältige Möglichkeiten, das schulische Lernen und Leben neu zu rhythmisieren. Die ersten Erfahrungen haben gezeigt, dass der Unterrichtsvormittag durch die veränderte Struktur entzerrt wurde und wichtige Freiräume für die individuelle Förde- rung sowie für individuelle Lernzeiten einer jeden Schülerin bzw. eines jeden Schülers entstan- den. Für die Weiterentwicklung des Schulkonzeptes nach dem neuen Schulgesetz (unter ande- rem mehr Lehrerwochenstunden) können z. B. die einzelnen Lernsettings flexibel umgesetzt und gestaltet werden. Darüber hinaus ergibt sich für den Unterricht eine höhere pädagogische Aufmerksamkeit und eine sinnvolle Abfolge von Phasen der An- und Entspannung. Hans-Thoma-Grundschule Der Start der Ganztagsschule in offener Form (heute Wahlform) erfolgte zum Schuljahr 2013/14 beginnend mit der Klassenstufe 1/2 (jahrgangsgemischt). Kooperationspartner ist das Schul- und Sportamt. An der Schule lernen viele Menschen verschiedener Nationalitäten, Begabungen und Intentio- nen miteinander. Die Ganztagsschule gibt dem gemeinsamen Lernen in besonderem Maße Raum, Zeit und Ruhe. Bei dieser Verschiedenheit braucht die Schule zusätzliche Lernzeiten zur differenzierten, individuellen Förderung, um jedem Kind mit seinen besonderen Begabungen und Fähigkeiten gerecht werden zu können. Der Tagesablauf ist so rhythmisiert, dass sich Kon- zentrations- und Entspannungsphasen abwechseln. Es findet auch ein sinnvoller Wechsel zwi- schen Stunden im Klassenverband und projektähnlichen, offenen Angeboten, individuellem Lernen und Neigungs-/Fördergruppen statt. Leopold-Grundschule Der Start der Ganztagsschule in offener Form (heute Wahlform) erfolgte zum Schuljahr 2013/14 mit einer ersten Klasse. Kooperationspartner ist die Kinder-Stadtkirche e. V. Im Einzugsbereich der Schule leben einerseits bildungsnahe Familien, anderseits ist der Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund sehr hoch. In Migrantenfamilien wird die Herkunftsspra- che der Familie gesprochen. Deutsch ist die erste zu lernende Fremdsprache. Um diese zu ler- nen, unterstützt die Ganztagsschule die Schülerinnen und Schüler durch die individuelle Lern- zeit. Die Kinder werden in ihrer Kreativität und in der sozialen Kompetenz gestärkt. Alle Kinder bewegen sich in den längeren Pausen und während der Mittagspause. Das gemeinsame Mit- tagessen ist ein wesentlicher Bestandteil des Bildungskonzeptes. Die Ganztagsschule hilft auch Alternativen zum Computer und Fernsehen zu entdecken. Ergänzende Erläuterungen Seite 7 Pestalozzi-Grund- und Werkrealschule Der Start als Ganztagsgrundschule erfolgte bereits im September 1999, als eine der ersten Ganztagsschulen in Baden-Württemberg, vor dem Hintergrund der Berufstätigkeit vieler Eltern. Gegenwärtig gibt es vier Ganztagsklassen. Kooperationspartner ist das Schul- und Sportamt. Die Schülerschaft stammt aus Familien mit unterschiedlichen Nationalitäten, sozialen und famili- ären Hintergründen. Für Kinder, die die Ganztagsschule besuchen, muss die Schulumgebung im besonderen Maße zum Lern- und Lebensraum werden. Die Rhythmisierung und Zeitstruktur passt sich einerseits dem Biorhythmus der Kinder an und kommt anderseits den unterschiedli- chen familiären Situationen entgegen. Der Rhythmisierung wird Rechnung getragen, indem sich Phasen der An- und Entspannung abwechseln und es immer wieder Phasen gibt, in denen Kin- der die Möglichkeit erhalten, ihren eigenen Bedürfnissen zu folgen (Bewegung, Ruhe, körperli- che Entspannung etc.). Änderung der Zügigkeit Grundschule am Wasserturm Die Grundschule am Wasserturm arbeitet in verbindlicher Form und führt daher keinen Halb- tagszug. Entgegen der ursprünglichen Prognose hat sich die Schule zweizügig entwickelt. Aus diesem Grund muss die Anzahl der Erzieher/innen im Endausbau von ursprünglich vier auf acht erhöht werden. Drais-Grund- und Hauptschule Entgegen der ursprünglichen Prognose ist die Nachfrage nach Ganztagesplätzen stärker als er- wartet. Entsprechend führt die Schule ab dem Schuljahr 2014/15 den Ganztagsbetrieb in Klas- senstufe 1 zweizügig. Aus diesem Grund muss die Anzahl der Erzieher/innen erhöht werden. Finanzielle Auswirkungen Die Kooperationspartner (Schul- und Sportamt, Stadtjugendausschuss e. V. Karlsruhe, Kinder- Stadtkirche e. V.) werden die im Rahmen des Ganztagsbetriebs an den einzelnen Grundschulen vorgesehenen Angebote bei Bedarf bis 17.30 Uhr, während sieben Wochen in der Ferienzeit sowie das Mittagsband durch Erzieher/-innen gewährleisten. Zum Schuljahr 2015/16 sollen drei neue Ganztagsgrundschulen eingerichtet, vier bestehende Ganztagsgrundschulen auf die neue gesetzliche Regelung umgestellt und die Zügigkeit des Ganztagsbetriebs zweier Schulen erweitert werden. Für diese Maßnahmen fallen Kosten in Höhe von insgesamt 1.786.170 € im Endausbau an. Bei der Berechung der Arbeitszeit pro Erziehungskraft wurde folgendes zu Grunde gelegt: generell bis 17.30 Uhr, Ferienangebote Summe Arbeitszeit pro Erzieher/in: 35,32 Std./Monat Für die drei neuen Ganztagsgrundschulen erhält der Kooperationspartner Stadtjugendaus- schuss e. V. die anfallenden Kosten in Höhe von 886.412 € im Endausbau erstattet. Grundlage der Berechungen sind die Kosten und Erlöse, wie sie bei der Leistungserbringung durch das Schul- und Sportamt anfallen würden. Dabei wird davon ausgegangen, dass die Schillerschule Ergänzende Erläuterungen Seite 8 und die Heinrich-Köhler-Schule den Ganztagsbetrieb einzügig führen werden, die Weiherwald- schule hingegen zweizügig. Durch die Umstellung der vier bestehenden Ganztagsgrundschulen sowie der Erweiterung der Zügigkeit des Ganztagsbetriebs der Grundschule am Wasserturm und der Drais-GHS ergeben sich ebenfalls finanzielle Änderungen, vor allem bedingt durch die erweiterten Öff- nungszeiten und die Ferienbetreuung. Es entsteht ein zusätzlicher Finanzierungsbedarf in Höhe von 747.585 €. Dieser ergibt sich aus den Kosten und Erlösen der vier umzustellenden Ganz- tagsgrundschulen. Mit dem Ausbau der Ganztagsgrundschulen ist die Erhöhung der Stellen für die Springerkräfte erforderlich. Für Erziehungspersonal werden zusätzlich 1,3 Vollzeitwerten (VZW) benötigt, wodurch Kosten in Höhe von 65.780 € entstehen. Für die Erhöhung der Stellen für die Sprin- gerkräfte für Küchenpersonal wird 1,00 VZW zusätzlich benötigt, was Kosten in Höhe 39.900 € bedeutet. Hinzu kommt die Erhöhung der Personalkapazität in der Verwaltung des Schul- und Sportamtes um 0,73 VZW, was der Summe von 46.493 € entspricht. Dabei handelt es sich um Stellenanteile für die "Sachbereichsleitung Schulverpflegung" und die "Abrechnung Schulver- pflegung". Die Summe der Kosten für zusätzlichen Personalaufwand beträgt 152.173 € pro Jahr. Die Zusammensetzung der Kosten ist in der Anlage dargestellt. Nach Abzug der Elternentgelte für verlängerte Öffnungszeiten und Ferienbetreuung in Höhe von 459.195 € bleiben Kosten in Höhe von 1.326.975 € im Endausbau, die über den städti- schen Haushalt finanziert werden müssen. Die bauliche Realisierbarkeit und die finanziellen Auswirkungen aus den baulichen Maßnahmen wurden noch nicht untersucht, entsprechende Planungen sind in Auftrag gegeben. Des Weiteren entstehen Mindereinnahmen von derzeit rund 62.000 €., da die Landesförderung für die verlässliche Grundschule und die flexible Nachmittagsbetreuung mit der Umstellung der Schulen auf das neue Schulgesetz wegfällt. Beschluss: Antrag an den Gemeinderat Der Gemeinderat beschließt nach Vorberatung im Schulbeirat gemäß § 30 i. V. m. § 4 a des Schulgesetzes für Baden-Württemberg: a) die Einrichtung von Ganztagsgrundschulen in Wahlform bzw. verbindlicher Form an folgen- den Schulen: Heinrich-Köhler-Grundschule (verbindliche Form), Schiller-Grund- und Werkre- alschule (Wahlform) und Weiherwald-Grundschule (Wahlform) zum Schuljahr 2015/16, b) die Umstellung des Ganztagsbetriebs bestehender Ganztagsgrundschulen von der Schulver- suchsbestimmung auf die gesetzliche Regelung gemäß Schulgesetz Baden-Württemberg in Wahlform an folgenden Schulen: Drais-Grund- und Hauptschule, Hans-Thoma-Grundschule, Ergänzende Erläuterungen Seite 9 Leopold-Grundschule und Pestalozzi-Grund- und Werkrealschule zum Schuljahr 2015/16 so- wie c) die Erweiterung der Zügigkeit des Ganztagsbetriebs an den Standorten Grundschule am Was- serturm und Drais-Grund- und Hauptschule zum Schuljahr 2014/15. Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 7. November 2014
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Anlage Personal-Gesamtkosten für den Ganztagsbetrieb an den neuen Ganztagsgrundschulen bzw. Umstellungen bestehender Ganztagsgrundschulen auf das neue Schulgesetz zum Schuljahr 2015/16 sowie Erweiterungen des Ganztagsbetriebs zum Schuljahr 2014/15 Zusammenstellung für SJ 2015/16 (pro Jahr im Endausbau) Einrichtung neuer GTGS (zusätzliche) Kosten (zusätzliche) Erlöse (zusätzliche) VZW Schillerschule 222.728 € -41.745 € 4,46 Heinrich-Köhler-Schule 222.728 € -41.745 € 4,46 Weiherwaldschule 440.956 € -83.490 € 8,92 Summe neue GTGS 886.412 € -166.980 € 17,84 Umstellung bestehender GTGS Hans-Thoma-Schule 59.784 € -41.745 € 1,14 GS am Wasserturm 281.619 € -83.490 € 5,67 Drais-GHS 278.012 € -83.490 € 5,60 Leopold GS 69.398 € -41.745 € 1,33 Pestalozzischule 58.772 € -41.745 € 1,12 Summe bestehende GTGS 747.585 € -292.215 € 14,86 Erhöhung Springer Erzieherpersonal 65.780 € 1,30 Erhöhung Springer Küchenpersonal 39.900 € 1,00 Erhöhung Personalbedarf Verwaltung 46.493 € 0,73 Summen gesamt 1.786.170 € -459.195 € 35,73 Saldo gesamt 1.326.975 €
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Extrahierter Text
NIEDERSCHRIFT Stadt Karlsruhe Gremium: 4. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: 18. November 2014, 15:30 Uhr öffentlich Ort: Bürgersaal des Rathauses Vorsitzende/r: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 7. Punkt 6 der Tagesordnung: Anträge auf Einrichtung neuer Ganztagsgrundschu- len und auf Umstellung bestehender Ganztagsgrundschulen auf das neue Schulgesetz zum Schuljahr 2015/2016 sowie auf Erweiterung der Zügigkeit des Ganztagsbetriebs zum Schuljahr 2014/2015 Vorlage: 2014/0223 dazu: Änderungsantrag der Stadträte Marc Bernhard und Dr. Paul Schmidt (AfD) vom 17. November 2014 Vorlage: 2014/0294 Beschluss: Der Gemeinderat beschließt nach Vorberatung im Schulbeirat gemäß § 30 i. V. m. § 4 a des Schulgesetzes für Baden-Württemberg: a) die Einrichtung von Ganztagsgrundschulen in Wahlform bzw. verbindlicher Form an folgenden Schulen: Heinrich-Köhler-Grundschule (verbindliche Form), Schiller-Grund- und Werkrealschule (Wahlform) und Weiherwald-Grundschule (Wahlform) zum Schuljahr 2015/16, b) die Umstellung des Ganztagsbetriebs bestehender Ganztagsgrundschulen von der Schulversuchsbestimmung auf die gesetzliche Regelung gemäß Schulgesetz Baden- Württemberg in Wahlform an folgenden Schulen: Drais-Grund- und Hauptschule, Hans-Thoma-Grundschule, Leopold-Grundschule und Pestalozzi-Grund- und Werkre- alschule zum Schuljahr 2015/16 sowie c) die Erweiterung der Zügigkeit des Ganztagsbetriebs an den Standorten Grundschule am Wasserturm und Drais-Grund- und Hauptschule zum Schuljahr 2014/15. Abstimmungsergebnis: Bei 2 Gegenstimmen mehrheitlich zugestimmt Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 6 zur Behandlung auf und verweist auf die erfolgte Vorberatung im Schulbeirat: - 2 - Bürgermeister Lenz: Der Gemeinderat, also Sie, hat am 19.11.2013 die Rahmenkon- zeption und Richtlinie Ganztagesangebote für Grundschulkinder beschlossen - eben mit dem Ziel, die Ganztagsgrundschule in Karlsruhe quantitativ und qualitativ weiter auszu- bauen. Darin steht auf Seite 5 zu lesen: Grundsätzlich soll die Ganztagsschule das Ba- sismodell für den Schulalltag sein. Das ist schon ein Vorgriff auf unsere Antwort auf den Ergänzungsantrag. Nachdem die Ganztagsschule in Baden-Württemberg nun auch gesetzlich verankert wurde, beabsichtigt die Stadt Karlsruhe, zum Schuljahr 2015/2016 an drei weiteren Grundschulen, nämlich der Heinrich-Köhler-, der Schiller- und der Weiherwald- Grundschule, den Ganztagsbetrieb neu einzurichten. Auch da flechte ich schon im Vor- griff auf den Ergänzungsantrag ein: Die Heinrich-Köhler-Schule möchte und kann keine Wahlform bilden. Mit den Eltern und mit der Schulkonferenz ist das entsprechend ab- gestimmt. Außerdem ist die Schule zu klein. Die Schiller- und die Weiherwald-Schule machen, wie es in dem Ergänzungsantrag gefordert wird, ja von der Wahlform Ge- brauch. Außerdem soll der bereits bestehende Ganztagsbetrieb an vier Grundschulen - Drais-, Hans-Thoma-, Leopold- und Pestalozzi-Grundschule - von der Schulversuchungsbe- stimmung auf die gesetzliche Regelung des neuen Schulgesetzes umgestellt werden. Knapper ging es jetzt nicht. Noch ein letzter Satz. Gerade in Rintheim, wo die Heinrich-Köhler-Schule diesen Ganz- tagesbetrieb - alles andere als eine Selbstverständlichkeit - auf den Weg gebracht hat, haben wir, wie viele von Ihnen wissen, in einem bundesweit beachteten Stadtteilent- wicklungsprozess Beteiligung ganz groß geschrieben, entsprechende Eltern und Fami- lien quasi nicht überredet, sondern gewonnen, dass sie eben für ihre Kinder den Ganz- tagsschulbetrieb als das für sie Nützliche ansehen. Wir haben hier eine Form der Elternbeteiligung, die nicht überall selbstverständlich ist. Insofern schließt sich für mich auch dann der Kreis, den wir seit ca. fünf Jahren gehen mit unseren Elternforen, über die Eltern die Kinder zu erreichen. Gerade Rintheim und die Heinrich-Köhler-Schule sind da ein Musterbeispiel. Stadtrat Dr. Schmidt (AfD): Marc Bernhard hat einen Sohn, und ich habe eine Toch- ter, die nächstes Jahr in die Schule kommen. Wir wissen daher sehr genau, dass für uns letztendlich schon vorbestimmt ist, auf welche Schule unsere Kinder gehen. Daher ist für uns ganz besonders wichtig, dass wir als Eltern die Wahl haben, ob die Kinder den ganzen Tag in der Schule betreut sein sollen oder ob sie die Möglichkeit haben, nach- mittags anderen Aktivitäten nachzugehen. Deswegen haben wir auch in unserem Än- derungsantrag als zweiten Punkt spezifiziert, dass in jedem Fall in Zukunft geprüft wer- den soll, ob die bestehende Hortlösung an der Schule nicht beibehalten werden kann bzw. falls es noch keinen Hort gibt, ob nicht ein solcher eingerichtet werden kann. Wir sind davon überzeugt, dass die Hortlösung die beste Lösung ist, weil sie das Problem, das Eltern haben, dass sie eben berufstätig sein müssen oder anderen Verpflichtungen nachgehen, abdeckt, gleichzeitig aber den Eltern und den Kindern die Möglichkeit gibt, an einzelnen Nachmittagen vom Hort fernzubleiben und dann anderen Aktivitäten nachzugehen, wie beispielsweise Aktivitäten im Sport, in sozialen Vereinen oder familiä- - 3 - re Dinge. Deswegen sind wir der Meinung, dass die Hortlösung auf alle Fälle zu bevor- zugen ist. Wenn es dann tatsächlich aufgrund eines Gesetzes nicht anders geht, als eine Ganztagsschule einzuführen, dann sind wir davon überzeugt, dass das immer eine Wahl sein muss. Es muss immer einen zweiten Zug geben, an dem keine Ganztagsschule stattfindet, so dass die Eltern ihre Kinder dorthin schicken können, wenn sie sie gerne nachmittags zu Hause haben wollen. Stadträtin Rastätter (GRÜNE): Die Fraktion GRÜNE wird heute der Vorlage zustim- men. Wir freuen uns, dass das Ausbauprogramm Ganztagsgrundschule doch jetzt auch hervorragend umgesetzt wird. Wir freuen uns, dass es drei zusätzliche Ganztagsschulen gibt und vier sich nach den landesgesetzlichen Regelungen umwandeln. Es ist vor allem auch positiv zu bewerten, dass eine weitere verbindliche Ganztagsschule dazukommt mit der Heinrich-Köhler-Schule, denn die verbindliche Ganztagsschule hat noch einmal zusätzlichen pädagogischen Wert gegenüber der Ganztagsschule in Wahlform. Ich möchte hier auch eine Anmerkung zu dem Änderungsantrag der AfD machen. Ich glaube, die AfD hat noch nicht erkannt, dass wir längst schon in einem Paradigmen- wechsel sind von der klassischen Halbtagsschule mit einem verdichteten Unterricht am Vormittag zugunsten der Ganztagsschule, die tatsächlich auch Vorteile aufweist. Sie soll sehr zu den Bildungschancen der Kinder positiv beitragen, sie gewährleistet ein gutes Angebot für die Eltern, Beruf und Familie miteinander zu vereinbaren, und vor allem ist sie im Gegensatz zum Hort kostenfrei, so dass auch die Eltern durch die Ganztagsschule entlastet werden. Ich möchte aber noch etwas dazu sagen. Natürlich ist der Hort ein pädagogisch gutes Angebot, aber dass wir diese Hortentwicklung in den Kommunen auch hatten, liegt daran, dass der Ausbau von Ganztagsschulen über Jahrzehnte blockiert und lediglich eine Ganztagsschule als Schulversuch zugelassen wurde. Jetzt, nachdem sie gesetzlich verankert wird, wird sich diese Entwicklung beschleunigen. Auch wenn wir hervorra- gende Hortangebote haben in Karlsruhe, die qualitativ gut ausgestattet sind, so ist es doch so, dass die Ganztagsschule einen pädagogischen Mehrwert hat. Dieser pädagogi- sche Mehrwert soll auch genutzt werden von den Eltern. Das heißt noch lange nicht, dass jetzt die Eltern keine Wahl mehr haben zwischen der Halbtagsschule und der Ganztagesschule - im Gegenteil: Wir müssen diese Wahlfreiheit für die Eltern erst her- stellen. Damit befinden wir uns zunächst am Anfang, denn die allermeisten Grundschu- len in Karlsruhe und auch im Land sind noch klassische Halbtagsschulen mit einem er- weiterten pädagogischen Bildungsangebot. Deshalb sind wir erst auf dem Weg, diese Wahlfreiheit zu schaffen. Insofern freuen wir uns, dass es diese Angebote gibt. Noch etwas: Die verbindliche Ganztagesschule ist auch eine Wunschform von vielen Eltern. Deshalb ist überhaupt nicht einzusehen, dass Sie diese Form nicht ausgebaut haben wollen. In der Vergangenheit haben häufig Eltern ihre Kinder an privaten Schu- len angemeldet, weil sie mit einer verbindlichen Ganztagsschule eben alle Kinder den ganzen Tag in einer Lern- und Lebenswelt zusammen hatten. Dieser Wunsch ist bei den Eltern da. Wir haben jetzt dann zwei solche verbindlichen Ganztagsgrundschulen. Wir können auch sehen, es ist ein Konkurrenzangebot, und wir werden dann erleben, wie die Eltern sich entscheiden. - 4 - Die Entwicklung grundsätzlich ist positiv. Ich freue mich sehr, dass wir diese Vorlage heute entscheiden können. (Beifall bei den Grünen) Stadtrat Hofmann (CDU): Die CDU begrüßt natürlich die Einrichtung der Ganztags- schulen schon länger. Wir sind natürlich auch im Zweifelsfalle immer eher für die Wahl- form. Herr Bürgermeister Lenz hat aber ausgeführt, warum es im Fall der Heinrich- Köhler-Schule auch durchaus mal eine verbindliche Form sein kann. Ich glaube auch, dass es durchaus viele Eltern gibt, die es so wollen. Die Kollegin Rastätter hat es auch entsprechend ausgeführt. Ich sehe darin allerdings keinen Paradigmenwechsel, dass wir hier jetzt unbedingt die Wahlform dann nicht mehr brauchen. Wir haben mittlerweile ein gutes Angebot. Für uns als CDU ist es sehr wichtig, dass die Eltern auch wirklich die freie Wahl haben. Mittlerweile geht es auch schon in die richtige Richtung. Natürlich müssen wir das Angebot aber noch weiter ausbauen. Das ist ganz klar. Für die CDU sind auch die Horte immer eine ganz wichtige Alternative. Wir denken, dass auch das Hortangebot erhalten bleiben muss. Ich denke vor allem auch an die Feri- enbetreuung, wo die Ganztagsschule doch immer mal wieder den einen oder anderen Nachteil hat. Auch hier sollte man sich jetzt nicht versteifen und versuchen, nur die Ganztagsschule in den Vordergrund zu stellen, sondern auch hier den Hort eben immer noch im Fokus haben. Mit der Vorlage und dem weiteren Prozedere sind wir alle einver- standen. (Beifall bei der CDU) Stadträtin Uysal (SPD): Mit dem Ausbau von Grundschulen zu Ganztagsschulen mit einer Quote von fast 40 % sind wir in Baden-Württemberg führend. Diese Vorlage un- terstützt dieses hohe Tempo sowohl im Sinne von Eltern als auch von Kindern. Deshalb begrüßen wir als SPD diese Vorlage auch sehr herzlich. Auch gewinnen die Ganztags- schulen in der Gesellschaft immer mehr an Bedeutung und werden als notwendige Ein- richtungen für berufstätige Eltern gesehen und von diesen auch gewünscht. Diese Ganztagsschulen bringen jetzt zusätzliche Lehrerstunden, Erzieher, Kooperations- partner, Schulsozialarbeit, erzieherische Betreuung. Das sind Punkte, die das bedarfsori- entierte Ganztagsangebot sinnvoll unterstützen. Wir dürfen nicht vergessen und beto- nen, dass die Schulkonferenz letztendlich entscheidet. Wenn Bedarf ist, wenn die Schu- len das so wünschen, dann wird das auch gemacht, wenn nicht, dann auch nicht. Des- wegen begrüßen wir diese Vorlage. (Beifall bei der SPD) Stadtrat Jooß (FDP): Ganztagsgrundschulen müssen flexibel sein und zusätzlich be- darfsorientierte Angebote bereitstellen. Es gibt Eltern, die ihre Kinder nicht den ganzen Tag in die Schule schicken wollen, siehe Zeitungsbericht der BNN über die Beiertheimer Grundschule. Auch in Neureut ist die Situation ähnlich. Hier herrschen noch nicht abso- lut großstädtische Strukturen wie in Karlsruhe, sondern die Neureuter sind etwas Be- sonderes. - 5 - Auf meine Hinweise im Schulbeirat möchte ich an dieser Stelle explizit hinweisen. Grundsätzlich haben Ganztagsgrundschulen gegenüber Hortplätzen sowohl monetär, also finanziell, als auch pädagogisch absolute Vorteile. Von daher sind wir mit der Vor- lage absolut einverstanden, wenn die Wahlmöglichkeit weiterhin besteht. (Beifall bei der FDP) Stadtrat Bernhard (AfD): Ich will für die AfD nur noch einmal klarstellen, dass wir na- türlich die Initiative des Gesetzgebers hier begrüßen, Ganztagsschulen einzuführen, dass wir auch die rasche Umsetzung durch die Stadt begrüßen. Ich selber bin nächstes Jahr in der Situation, meine Frau ist berufstätig, ist bin berufstätig, also ich werde auch dieses Ganztagsangebot nutzen. Wir sind da nicht rückständig oder sonst irgendwas. Wir sind der Meinung, das hätte man schon viel länger machen müssen, wir unterstüt- zen den Prozess. Allerdings ist uns natürlich die Wahlfreiheit wichtig, weil es ganz unterschiedliche Le- bensentwürfe in unserer Gesellschaft gibt. Es gibt eben die Situation, wo die Eltern lie- ber die Kinder zu Hause haben möchten, wo es Freizeitaktivitäten, Jugendfeuerwehr, Vereine, sonstige Dinge gibt. Das muss den Eltern eben ermöglicht werden. Deswegen tragen wir grundsätzlich das Konzept hier mit. Bei den meisten Schulen wird ja die Wahlfreiheit gegeben. Was für uns völlig unverständlich ist, an der Heinrich-Köhler-Grundschule gibt es ja ei- nen Hort, dass dieser Hort jetzt im Zuge der Umstellung einfach aufgelöst wird. Bisher hatten die Eltern praktisch die Wahlfreiheit über diesen Hort. Diese Wahlfreiheit wird jetzt im Zuge der Neuregelung abgeschafft. Dagegen wenden wir uns. Deswegen sagen wir zum einen, wir brauchen bei der Heinrich-Köhler-Schule eine andere Regelung. Wir haben das hier vorgeschlagen. Der zweite Teil des Antrags heißt eben, dass grundsätz- lich der Schulbeirat beauftragt wird, ausgiebig zu prüfen, ob es nicht der sinnvollere Weg ist bei der zukünftigen Umstellung die Horte zu erhalten. Darum geht es, um nicht anderes. Deswegen haben wir den Antrag gestellt. Stadtrat Cramer (KULT): Die Beschlussvorlage heute ist das Ende eines langen Diskus- sionsprozesses in den Gremien. Alle Dinge, die hier angemahnt wurden, alle Dinge, die hier angesprochen wurden, sind ja im Schulbeirat diskutiert worden, auch kontrovers diskutiert worden. Meine Fraktion wird heute auf jeden Fall dieser Vorlage unverändert zustimmen. Es ist wirklich so, dass in den Schulen selber die Wahlfreiheit gegeben ist, wenn es die Schulen wollen, wenn es die Schulkonferenzen wollen, wenn es die Eltern wollen. Von daher sieht meine Fraktion heute keinen Bedarf, irgendwelche Änderungen an dieser Beschlussvorlage der Verwaltung vorzunehmen. (Beifall bei der KULT-Fraktion) Der Vorsitzende: Vielen Dank. Wir sind dann am Ende. - Noch eine Wortmeldung, Herr Stadtrat Kalmbach. - 6 - Stadtrat Kalmbach (GfK): Eigentlich wollte ich gar nicht sprechen, sondern mein Kol- lege Ray wollte hier sprechen. Aber er ist noch unter der Dusche und will sich so bald wie möglich hier einfinden. (Der Vorsitzende: Wir können ja eine Live-Übertragung machen. - Heiterkeit). - Das wäre eine Möglichkeit. Dass GfK diesem Antrag positiv gegenübersteht, drückt ja diese rote Krawatte aus, die ich von Bürgermeister Lenz geliehen gekriegt habe. Unsere positive Zustimmung haben Sie. Ich möchte aber doch noch ein paar kritische Worte mitgeben. Zum einen liegt es mir unheimlich am Herzen, dass viele Kinder, die z. B eine musische Förderung oder eine andere Förderung kriegen, durch die Ganztagsschule dieser Förde- rung nicht mehr so einfach nachkommen können. Sie kriegen zwar eine Förderung be- stimmter Art in der Schule, aber nicht mehr in diese, in der sie gefördert werden möch- ten. Da muss ein Weg gefunden werden, wie Kinder dieser Begabung weiter nachge- hen können und wie diese Förderung möglich ist. Das Zweite - noch mal zur Qualität: Ich bin immer noch etwas skeptisch, ob die Qualität wirklich gegeben ist. Was nützt die Ganztagsschule, wenn die Kinder nicht die Haus- aufgaben gemacht haben und so vorbereitet sind, dass sie die nächste Klassenarbeit auch schreiben können? Was nützt es, wenn die Eltern noch einmal zu Hause hinsitzen müssen? Mit dem, was wir bisher an Ganztagsschulen erlebt haben, ist diese Qualitäts- stufe nicht erreicht. Diesem Projekt möchte ich mitgeben, wir brauchen eine Qualität, die dem entspricht. Dann noch kurz zum Tempo. Meine Sorge ist, dass über dem Tempo die Qualität etwas verlorengeht. Lieber ein bisschen langsamer und dafür auf die Qualität achten, dass wir es auch gestemmt kriegen. So weit meine kritische Anregung, aber wie gesagt, die GfK ist positiv. Stadtrat Fostiropoulos (Die Linke): Doch einen Satz zum Kollegen Kalmbach. Die Qualität muss nicht darunter leiden, wenn wir ein vernünftiges Schulkonzept machen. Man darf das nicht immer gegeneinander stellen. Natürlich wollen wir Ganztagsschu- len, natürlich mit Qualität. Wenn die Qualität, wie der Kollege Jooß gesagt hat, eine höhere ist, als die Kinder im Hort herumlaufen zu lassen, finde ich das prima. Außerdem können wir gerne einmal bei einer anderen Sitzung darüber streiten, wie sinnvoll oder unsinnig Hausaufgaben sind, die dann am Nachmittag nur die Kinder quälen und die Eltern beschäftigen, anstatt zu sagen, wir haben Ganztagsschule, die arbeitet mit den Kindern, so wie wir in der Regel auch am Tage arbeiten, und danach ist frei, dann erho- len sich die Kinder und können musischen Neigungen, sportlichen und anderen Dingen nachgehen. Ich denke, wenn wir von Ganztagsschulen sprechen, sprechen wir nicht nur von der Zeit, sondern natürlich von der Qualität, die wir abbilden wollen. In die Richtung sollten wir weiter diskutieren, nicht immer, ob es um die Qualität und um die Länge geht. Es geht immer um beides. Deswegen finde ich das gut, und wir stimmen heute auch zu, - 7 - Der Vorsitzende: Ich möchte noch einmal klarstellen, in Karlsruhe wird weder in Hor- ten noch in Schulen - und ich hoffe, auch in keinem Elternhaus - ein Kinder gequält. Zur Klarstellung auch noch einmal. Ihre Einwendungen, Herr Stadtrat Kalmbach, sind ja Inhalte landesweiter Diskussionen und auch großer Aushandlungsprozesse, dass die individuelle Förderung der Kinder, soweit es in der Schule möglich ist, dort, soweit es aber auch außerhalb sinnvoll ist, auch dort erfolgen sollte. Es ist trotzdem richtig, dass man sich am Ende bei einzelnen Standorten, bei denen man sich für ein verbindliches Ganztagsangebot entscheidet, dann nicht quasi den bisherigen Hort nebenan noch an- bietet. Das macht inhaltlich überhaupt keinen Sinn. Ich gehe sogar davon aus, dass der eine oder andere oder die eine oder andere Hortmitarbeiterin sich dann später auch an der Ganztagsgrundschule wiederfindet, so dass auch an der Stelle die Qualität nicht unbedingt verlorengehen muss. Stadträtin Rastätter (GRÜNE): Ich wollte nur kurz ergänzen, dass es ja keinesfalls so ist, als würde man jetzt bei den Familien unterscheiden zwischen Kindern, die zusätzli- che Angebote außerhalb der Schule, z. B. Sportangebote oder bei der Feuerwehr oder auch kulturelle Angebote, wahrnehmen, selbst bis zur musikalischen Hochbegabung. Darum geht es nicht. Es geht darum, dass die Ganztagsschulen zunehmend diese Angebote in ihre Schulkon- zepte aufnehmen. Deshalb profitieren mehr Kinder von solchen erweiterten Bildungs- angeboten als in der Vergangenheit, weil die Chance besteht, dass sie diese Angebote mit den externen Anbietern in Verbindung bringen. Es ist vor allem ein Zugang, der in der Regel für die Kinder kostenfrei gewährleistet wird. Es geht nicht um den Gegensatz Ganztagsschule und außerhalb der Ganztagsschule diese Angebote wahrzunehmen, sondern es geht darum, dass wir diese Dinge zusammennehmen. Gerade die Musik- schule KONS macht schon an sehr vielen Grundschulen hochkarätige musikalische An- gebote. Davon profitieren dann mehr Kinder, als das bislang der Fall war, wo nur die Kinder, deren Eltern bewusst und aktiv ihre Kinder dort angemeldet haben, davon profi- tieren konnten. Insofern ist es auch ein Zugang zu mehr Bildungsgerechtigkeit, indem wir Kindern mehr Bildungsangebote ermöglichen. (Beifall bei den Grünen) Stadtrat Dr. Schmidt (AfD): Frau Rastätter, ich muss jetzt doch bei Ihnen einhaken. Wir haben im Schulbeirat darüber diskutiert, ob 120.000 Euro zu viel Geld sind, um die- se ganzen Angebote so umzustellen, dass sie auch für Kinder, die in Ganztagsschulen gehen, verfügbar werden. Darüber wurde diskutiert. Es ging nur um vier Schulen, so- weit ich mich erinnere. Wenn Sie das umsetzen wollen, was Sie vorschlagen, dann wird das eine ganze Menge Geld bedeuten. All diese Angebote, die bisher darauf ausgelegt sind, von den Vereinen, von den Musikschulen und von anderen Anbietern am Nach- mittag, wenn die Kinder Zeit haben, müssen so umgestrickt werden, dass sie in den Schulalltag der Kinder eingearbeitet werden. Wie Sie das bei einer einzügigen Schule schaffen wollen, alle Interessen der Kinder, die dorthin gehen, abzudecken, darauf bin ich mal gespannt. - 8 - Der Vorsitzende: Das war der letzte Wortbeitrag. Jetzt haben wir auch die Zeit rum- gebracht, dass Sie auch die Stellungnahme der Verwaltung zu diesem Änderungsantrag auf den Tisch bekommen haben. Wir empfehlen Ihnen Ablehnung der beiden Punkte. Zum einen ist in 6 a schon dargestellt worden, dass sich hier die entsprechenden Schul- konferenzen für dieses Modell schon ausgesprochen haben und es auch organisatori- sche, logistische und pädagogische Gründe gibt, hier jetzt keine Wahlfreiheit an der einzelnen Schule zu ermöglichen. Ich möchte aber ausdrücklich noch einmal darauf hinweisen, dass es die Wahlmöglichkeit auch zwischen Grundschulen gibt, so dass hier keine Elternteile gezwungen sind, ihre Kinder auf einer verbindlichen Ganztagsgrund- schule anzumelden. Im Gegenteil, wir haben überhaupt zum ersten Mal die Möglich- keit, verbindliche Ganztagsbeschulung anzubieten. So gesehen holen wir etwas auf, um Wahlfreiheit überhaupt herzustellen. Zu 6 d empfehlen wir Ablehnung, weil wir in unserer Ganztagsschulkonzeption, der Sie alle zugestimmt haben, uns darauf festgelegt haben, dass die Ganztagsschule das Ba- sisangebot gibt, wir darüber hinaus zwar Wahlfreiheit weiter ermöglichen wollen, aber die Herangehensweise, die hier dem Schulbeirat empfohlen wird, wäre eine Abkehr von dieser Grundlage. Nichtsdestotrotz wird natürlich der Schulbeirat in jedem Einzelfall prü- fen, inwieweit diese Schule konzeptionell und auch pädagogisch die Voraussetzungen für den Ganztagsbetrieb erfüllt. Bevor die Beschlussvorlage zur Abstimmung steht, stelle ich jetzt den Änderungsantrag hier zur Abstimmung und bitte um das entsprechende Kartenzeichen. - Da haben wir 2 gelbe, ansonsten rote Stimmkarten. Damit ist der Antrag mehrheitlich abgelehnt. Jetzt kommt die eigentliche Beschlussvorlage zur Abstimmung. - Bei 2 Gegenstimmen mehrheitlich angenommen. Zur Beurkundung: Der Schriftführer: Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 19. Januar 2015